l2< DNienstag_______ den i. NVrtl 1828. TeutschlanV. <^ er rormauge König von Schweden, Obrist Gusiavson, hat seinen Plan, nach Konstantinopel zu gehen, aufgegeben,, und will sich nun, mit Erlaubniß der englischen Regierung, auf der Insel Helgoland niederlassen. Der schwedische Hof, der von Seiten Englands über den Wunsch des Obri-fien zu Rathe gezogen wurde, hat, wie die Bremer Zeitung meldet, erwiedert, daß er nichts dagegen einzuwenden habe. Diese Antwort wurde zugleich dem dänischen Kabinette mitgetheilt. (B. v. T.) Väbstliche Staaten. Rom, den i5. März. Der sardinische Ge« neral-Konsul zu Rom hat das umgelaufene Gerücht, als wären griechische Seeräuber in dcn Ge«., wässern des pä'bsilichen iLittcrales erschienen, und hätten mehrere sardinische und andere Schiffe beraubt, für die Erdichtung irgend eines Svekulan-len. welcher das verspätete Gintreffen einer versendeten Waare dadurch bemänteln will, erklärt. (B. v. T.> Frankreich. Eine vom Marine-Minister ernannte Kom-wisslon beschäftigt sich dermalen mit Abfassung eines Strafgesetzbuches für die Militär - Marine. Diese Arbeit soll ihrem Ende bereits nahen, und diele nämliche Kommission auch beauftragt seyn, diß sämmtlichen auf die Handels-Marine anwendbaren Strafgesetze ;u prüfen. — Hr. de la Fer-rcnayi hattf am 5. d. in der Deputirtenkammcr «ersichen, daß die Unterhandlungen mir Brasilien fsttdavsrn und durch die Gegenwart einer neuen Seemacht in den Meeren dieses Reiches werden unterstützt werden. So eben erfährt man in der That, daß das Linienschiff Iean-Bart in l4 Tagen mit 4 Fregatten ran Brest nach Nis-Janeiro unter S egel gehen soll. — Ein Einwohner ron Di-jon hat die konstitutionelle Charte in Verse gebracht. Dieses poetische Meisterstück besteht aus 76 Strophen. ^ (B, v. T.) Die gegenwärtig in den Pariser Spitälern verbrauchten Blutegel belaufen sich jährlich auf achtmal hundert tausend. Die nämlichen Anstalten verbrauchen mehr als drei und zwanzig tausenH Citronen, und hundert- fünfzig Kilogramme Ps« meranzcnblüthe, wozu der- Luxemburg-Garten das Quart liefert. (Prag. Z.) Sin Schreiben aus Marseille von 6. März (in Pariser Blättern) erzählt: ,.Dic schlechte Witterung verzögert den Abgang des EonvcyZ, der am 1. März nach der Meerenge von Gibraltar absegeln soNte. Dieß scheint ^uch anderwärts der Fall zu seyn. Nach Briesen aus (Zadix warten gegen bo französische Schiffe auf ein Geleit: 1^ derselben waren durch e'men Sturm an den Strand geworfen werden, und einige derselben untergegangen. Man spricht von einer See-Erpedition mit folgen« den nähern Angaben: die drei zu Toulon befindli« chen, und ein zu Marseille liegendes Infanterie-Regiment, sollen 1000 bis 1100 Mann zu einer überseeischen Expedition in Bereitschaft halten; diese Leute scllen vollständig cquipirt werden; auch die zu 6adir befindliche Infanterie soll zu einer Ein. schiffung vorbereitet werden, wobei man diejenigen Soldaten, die zum Kriege tauglich find, vcn denen trennt, die nach Frankreich zurückkehren scl-len. Auch sott zu Brest eine Einschiffung von 3ooo Mann Statt finden. Niemand zweifelt daran, io6 Wasi alle diese Einschiffungen sich zu Toulon verei-Wligen werden, und die Bestimmung aller das mit-telländische Meer fei)n dürfte. Ob aber Algier, Morea, der Archipel oder die Dardanellen ihr Bestimmungsort seyn werden, darüber hegt man verschiedene Muthmaßungen. Gewiß ist, daß auf der großen Rhede von Toulon zwei Linienschiffe, der Scipio und der Breölau, so wie drei Fregatten zur Abfahrt auf den ersten Wink bereit liegen; daß zwei andere Linienschiffe und zwei Fregatten in wenigen Tagen segelfett lg seyn können ; daß man an Bombardierschiffen arbeitet; daß man 5o00 Hectolitres Getreide in Mehl verwandelt, und sich mit andern Anschaffungen von Mund- und Kriegsvorräthen beschäftigt." (Ost. B.) Die Quotidienne meldet, daß man zu Toulon Anstalten zu Einschiffung eines beträchtlichen Trains Belagerungsartillerie mache. Sie schließt hieraus, daß Algier das Ziel der auszurüstenden Erpedition sey. In Morra bedürfe es keiner Belagerungen. Algier hingegen sty durch seine sehr starken Batterien gegen ein Bombardement von derSeeseitegesichert; wo lle man es also b ez w i nge n, so mü sse ni an Trup« pen ans Land setzen, und eine regelmäßige Belagerung anfangen. Gin? zur Expedition von Toulon bestimmte Feldbatterie, von 4 Achtpfündcrn und 2 Haubiz-inorsern, brach am 1^. März von Toulouse dahin auf. Auch war Befehl eingegangen, eine Batterie Gebirgsartillerie für die nämliche Bestimmung zu »rganisir.n. Gencrallieutenant Graf (Aauzel wird eine der, bei Toulon zu versammelnden Divisionen befehligen. (Mg. Z.) Spanien. . Madrid, 6. März. Man hat dem Staats-rath neu3 Eiais zu Ausgaben vorgelegt. Für den Kanal von Estramadura, für eine Scrasse nach 6 a-talonien, eine zweire in der Sierra Morena und eine dritte in Mancha werden 9 Millionen Realen verlangt. Nach dem Budget des Ministeriums des Seewesens ist das des Kriegs ammeisten erhöht worden. Gegenwärtig werden drei Fregatten, zwei in Ferrol und eine in Carthagena gebaut. Die Regierung läßt 12,000 Flinten im Auslande kaufen, und hat 5ooo in den Fabriken eon Biscaya bestellt- Auch die Kanonengicßcreien sind wieder in größere Thätigkeit versetzt, und der König will in Barcelona selbst dem Gusse eines Artilleriestücks von schwerem Kaliber beiwohnen. In Madrid wird sehr eifrig an Verfertigung van 20,00a neuen vollständigen Uni. formen gearbeitet. Diese kriegerischen Zurüstungen geben zu mancherlei Gerüchten Anlaß. Ginige sagen, sie seien zur Vertheidigung der Küsten gegen die Barbaresken, andere sprechen von Planen zur Wiedereroberung von Amerika, und wieder andere ' von Absichten gegen das konstitutionelle System in Portugal, wenn einmahl die Engländer abgezogen wären. Mg. Z.) spanisches Amerika. Der Staat von Mexico, wird gegenwärtig von zwei Parteien zerrüttet; es sind dieß die GZ-coceses (Schstten) und die Yortinos. Bisher befand sich die Regierung in den Händen der left.-tcren. Sie hatten dem Lande «nheilbare Wunden geschlafen, den Staatsschatz vergeudet, und gewöhnlich Männer aus der Hefe des Volkes zu den wichtigsten Stellen erhoben. Zu den Escoceseö hingegen gehören alle Männer, welche das Gute aufrichtig lieben, so.wie sämmtliche Spanier. Da sie bei dem gegenwärtigen Zustand der Dinge nur den Untergang des Staates vsrausschen, so vereinigten sie sich zu dem Umstürze icr Anarchie, und Oberst Wsntano hat in Tumba, einer kleinen Stadt unweit Mexics, eine Proclamation er-laffen, wsrin er die Veränderung deö Ministerium», die genaueste Beobachtung der Verfassung und die Schkeßung aller Freimaurer-Logen vcr-langt. Die ^)orkinoZ können nur schwachen Widerstand leisten, weil es ihnen an Geld zur Bezahlung der Truppen fehlt; doch wäre es möglich, daß sie sich in Vera« Eruz oder S a n I u a n de Ulloa noch eine Zeit lang hielten, weil sie dort noch viele Anhänger haben. Großbritannien, London den 7. März. Unfern Brigchon ist in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ein ungeheueres Felsenstück von mehreren tauftnd Tonnen mit einem Krachen, welches n^n m BlM^ ton für cin Erdbeben hielt, in die Sce r. Glücklicherweise ist Niemand oabci um'ö ..-.; .c^ kommen. (Prag. Z.) Die Bauten in Windsor sind so weit Vor, geschritten, daß der König das Schloß wahrscheinlich im Juni wird beziehen können. Die neue« Ziemer übertreffen an Glanz Alles, was man der Art in Europa kennt. Eine prachtvolle GaNeris oder Corridor von 5oo Fuß Lange läuft rund um den östlichen und südlichen Flügel, in welchem die meisten Veränderungen vorgenommen worden sin). — In dcu entworfenen Planen ftllauch eine Ver- ' schönerung tos herrlichen runden Thurmes begriffen seyn, der früher dcm Schlosse zum Vcrllch di^tte, und von dessen Spitze mau eine sehr weite ^ Auosicht hat. (Ost. B.) Man hat so lange von'Kriegserklärungen zwischen Rußland und der Türkei reden gehört, daß man biöher durchaus nicht ernstlich an einen Krieg glauben wollte; nun scheint er aber doch unvermeidlich. Dennoch sind die Stocks kaum mehr als ein Prozent gefallen. Unsere Regierung soll inzwischen sechs Linienschiffe ins mittelländische Meer beordert haben; ob zu Admiral Codringtons Verstärkung, oder blss zur Ablösung einiger der dort siationirtcn Schisse , weiß man nicht. (Allg. Z.) K'ußlanv. Eine außerordentliche Beilage zum Journal äe 8ziln l>^i-5kc>ur^ vom 10. März (neuen Stpls) enthält eine Uebersetzung des durch die öffentlichen Blätter bekannt gewordenen Rescripts der Pforte an die Ayans vom 20. December v. I., und begleitet diese Mittheilung mit folgenden Bemerkungen : »Daö hier oben mitgetheilte Document bedarf beinahe keiner näheren Erläuterung." »Während der Sultan den Fanatismus aller Muselmänner gegen Rußland aufregt, Rußland alö den geschwcrnen Feind der Anhänger Moha-med's bezeichnet/ alle benachbarten Völker an un< sem östlichen Grenzen zum Kriege, und die zahlreichen Unterthanen des Kaisers, die unter der Aegide unserer Gesetze sich ruhig zum Islamismus bekennen, zur Empörung aufruft; während er uns die Insurrection der Griechen und die Absicht bei' N'ißt, das ottomannische Reich zu stürzen, verkündiget er den verbündeten Höfen, daß sein einziger und wahrer Zweck gewesen sei, Zeit zu gewinnen, und, mit den Waffen in der Hand, auf die Eröffnungen zu antworten, welche die Pacification Griechenlands zum Gegenstande hatten. Ja noch mehr: durch d,eses selbe Manifest kündiget der Sultan Rusiiand auch vollständige AnnuNirung seiner Ver. Handlungen mit der Pforte an, indem er erklärt, , rcch er d,e Convention von Ackermann nie für verbindend gehalten, daß er sie nur geschlossen habe, um sie zu brechen, und mit ihr alle früheren Tracts welche sie bestätiget, zu brechen; ^m solcher, gesiait die kostbarsten und ehrenvollsten'Titel unsere? R.'cbte und unseres National - Ruhms zu rer-mch:en." «Vor und seit der Bekanntmachung dieses Ac-tonsiückcs hatte der Divan von Konstantinopel nicht aufgehört, diese nämlichen Tractate, in Betreff deren er nur seine wahren Absichten zu erkennen gegeben hat, offenbar zu verletzen." „Unsere Flagge und die Flagge fasi aller andern Nationen fahren nicht mehr durch den Bos-phcrus. Unsere südlichen Provinzen sehen den einzigen Ausweg ihres Handels verschlossen. Unsere Schiffe werden zu Konstantinopel angehalten, und ihre Ladungen weggenommen; unsere Unterthanen endlich dahin gebracht, das ottomannische Reich binnen einer Frist von vierzehn Tagen zu verlassen, oder den Stand von Raaja's anzunehmen, und sich allen Folgen davon zu unterziehen-" „Dergleichen Acte, so schwere Herausforderungen, und die Maßregeln, welche dadurch nothwendig gemacht werden, erregen das lebhafteste Bedauern. Allein die Gründe Zu Beschwerden, welche die Pferte uns geflissentlich geliefert zu haben scheint, fordern, andrer Seits, eine vollständige undsschleunige Genugthuung, und Rußland, während es mit seinen Bundesgenossen die Unterhandlungen, welche die Erfüllung des Londcncr-Tractats erheischt, fortsetzt, und sich nach dem Buch. siaben und nach dcm Geiste dieser Acte in Allem, was die Vollziehung derselben angeht, richtet, wird mit dem Beistände Gottes, diese unerläßliche Genugthuung zu erhalten, es wird seinem Hcn.dcl im schwarzen Meere die unverbrüchliche Freihcn, welche die erste Bedingung seiner Exists?, ausmacht, e§ wird seinen Tractaten mit der P^>^ >z. Achtung und Festigkeit, deren sie bedürfen, und feinen verletzten Unterchanen, alle Vergütungen, auf welche sie mit Recht Anspruch machen, zu si.-chern wissen." ^s>si. B.) Osmannisches Neich. Konstantinovcl den 3. März. Die am 3g. Februar von hicr nack Morea abgegangene , 6omnüssion , welche aus dem Pr^^' ^'"llos (ersten Vicar) des Patriarchats, dcn ^ ^ Bischst fcn von Ehalced 0 n und D c rk is, ncbsi eincm Civil.Beamten der Pforte, dcstcht, hat den Auftrag, die Insurgenten zur Unterwerfung einzuladen , ihnen Frieden, vollständige Amnestie, und mehrere nicht unbedeutende Vortheile und zugleich eine dreimonatliche Einste llung der Feindseligkeiten zu Lande und zur See anzubieten. Die in Ansehung dicscs kncn Punctes erforderlichen Befehle an Ibrahim Pascha und Re- < io3 sch i d PasHa sind durch eigene Tartarn nach Griechenland vorausgescndet worden. Dieser Schritt hat auf die Stimmung der Gemüther in der Hauptstadt sehr günstig gewirkt. (Ost. B.) Am 6. Februar erschien einHattischerif, der6000 rüstige Männer in der Hauptstadt auszuheben, und sie mit den aus der Moldau und Wallachei gelieferten Pferden beritten zumachen befiehlt. Diese 6c»oo Mann sotten alsdann unverzüglich nach der Donau aufbrechen. Aus Alexandrien schreibt man, der Pascha von Ägypten habe den Griechen erlaubt, in den dortigen Hafen einzulaufen, um Baumwolle und Getreide zu laden, doch dürften sie keine Flagge führen. Die Verfolgung der katholischen Armenier dauert auf eine bedauerliche Weise fort; von i,,ooa Familien, die nach Angora exilirt wurden, und denen täglich frische Opfer folgen, sind nur Haoa im traurigsten Zustande daselbst angekommen. Die Ulema's sind über die Verfolgungen der .katholischen Armenier sehr unwillig; sie sind den meisten derselben Geld schuldig, welches die Regierung jetzt an der Stelle der Kreditoren verlangt, und deßhalb schon mehrere Häuser von Ulema's in Beschlag genommen hat. (Allg. Z.) MaOrichtcn aus Zmyrna. Die k. k. Eskadre in der Levante hat in den drei Monaten November und December 1827 und Jänner d. I. 367 Kaussahrer esccrtirt, nämlich: 227 österreichische, 2 französische, 20 englische, 1/,, jonische, 3 neapolitanische, 59 sardinische, 5 spanische, einen schwedischen, 55 russische und 3 toskanische. Der Secraub hat sich in den cbgedachten drei Monaten bedeutend vermindert, denn durch die Drohungen der Admiräle cingeschreckt, hat sich der größte Theil der griechischen Kriegsfahrzeuge in die Häfen zurückgezogen. Um diese patentir« tcn Räuber zu schrecken, hat die k. t. EZcadre unterm 19. November an sämmtliche Schisss-