Wien, 6en 20. Juni 1909. Zentralorgan des Gesterreicblscben Lisendakn--personales. Redaktion: Wien, i/z, Zentagasse Itr. 5. SiedaktionSschlntz vier Lag« Vor dem Erscheinen deS BlaiieS. Äbsnnements-Veöingnngsn r Halbjährig......................................Kr. 2-88 Ganzjährig.......................................„ 6^76 Für daS Deutsche Reich ganzjährig M. 6.—. Für daS übrige Ausland ganzjährig 9 Franken. wahlspruch: Wa» wir Vkgkhrc» von bet Sufunst Fernen: Dob Brot und Arbeit UNS nerüstet stehen, Dntz unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen. H. Keewegh. Sprechstunden find leben Lag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bi» >/„4 Uhr nachmittags. Jnsertiousprcis: Die zweimal gespaltene Nonpareillezeile oder deren Saum 40 Helle«. Bei JahreSaustrag Rabatt. IeLephon Wi. 2825. Ctf&cmt jeden |0. und 20* im Alonat. in eine Finanzmisere geriet, aus der sie nicht mehr herauskommt. Der kapitalistische Staat — und Oesterreich ist doch auch einer — vermag sich nicht so leicht über die äußerst schwierigen finanziellen Verhältnisse hinwegzusetzen, insbesondere deshalb nicht, weil der größte Teil der Aktien und der Obligationen in ausländischen Händen ist. Die Südbahn einlösen und den Aktionären und Obligationären den Nennwert, das ist die volle Summe, auf die ihre Papiere lauten, zu zahlen, das wäre das denkbar schlechteste Geschäft, weil der Staat um fast eine halbe Milliarde mehr zahlen müßte, als die Bahn wert ist. Sie nach den Betriebsergebnissen ablösen, getraut sich die Negierung wegen der Schädigung der Aktionäre und Obligationäre nicht. Außerdem steht der Verstaatlichung noch das Hindernis entgegen, daß bestimmt ist, daß die Verstaatlichung der österreichischen Linien nur zugleich mit der Verstaatlichung der ungarischen Linien erfolgen kann. Ungarn wird sich aber mit der Verstaatlichung nicht beeilen, weil es aus politischen Gründen nicht haben will, daß die aus Ungarn nach und durch Oesterreich führenden Bahnen in die Hände des österreichischen Staates übergehen. Was nun die Steigerung der Betriebsausgaben anbelangt, so trifft dies freilich nicht bei den österreichischen Bahnen allein zu. Wir hatten im Jahre 1906 den höchsten Betriebskoeffizienten bei den k. k. Staatsbahnen mit 70 32 Prozent, während er sich bei den übrigen Privatbahnen zwischen 63 und 2 9 Prozent bewegte. Dagegen betrugen bei allen deutschen Staatsbahnen die Betriebsausgaben im Jahre 1906: Neichseisenbahnen 68'6 Prozent, Militäreisenbahnen 93-5 Prozent, Preußisch-Hessische Staatsbahnen 62'6 Prozent, Bayerische Staatsbahnen 69 2 Prozent, Sächsische 64 6 Prozent, Württembergische 67-5 Prozent, Badische 69 1 Prozent, Mecklenburgische 64-4 Prozent und Oldenburgische Staatsbahnen 65'5 Prozent; bei den französischen Staatsbahnen 74-2 Prozent. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika stellen sich bei acht Gruppen von Bahnen die Ausgaben auf 63-5 bis 73-8 Prozent und nur bei zwei Gruppen auf weniger. Die Meinung, als sei die Steigerung der Betriebsausgaben bei den österreichischen Eisenbahnen eine beängstigende Erscheinung, die zu einem Debacle führen müsse, ist also schon deshalb durchaus nicht begründet. Gewiß haben die Zugeständnisse, die sich die Bediensteten in den letzten Jahren erkämpft haben, dazu beiqetragen, daß der Betriebskoeffizient stieg. Und für die Skeptiker unter den Eisenbahnern selbst, die so gerne den Erfolg leugnen möchten, liegt sogar gerade darin, daß der Betriebskoeffizient eine Steigerung erfuhr, einer der stärksten Beweise, daß etwas geschehen ist, und daß dem Personal in seiner Gesamtheit eine Einkommenserhöhung erkämpft wurde, was ohne Organisation unmöglich gewesen wäre. Allein auch der Umstand darf gerade bei uns nicht außer acht bleiben, daß auf dem Gebiet der Investitionen bei den meisten Bahnen nachgeholt werden mußte, was man durch Jahre hindurch vernachlässigt hat. Und es ist eine alte Erfahrung, daß bei Neuanschaffungen gerade bei den Eisenbahnen nicht sofort die Rentabilität eintreten kann. Liegt nun auch in den gesteigerten Betriebsausgaben keinerlei Anlaß, die ferneren glänzenden Aussichten der Bahnen zu bezweifeln, so gibt das Verhalten der kapitalistischen Presse den Eisenbahnern immerhin Stoff zum Nachdenken. Die Klagen über die steigenden Ausgaben sind mit den Tränen, die über die Schmälerung der Gewinne vergossen werden, ein Appell an die Verwaltungen, den Bogen straff zu spannen und künftighin mit Zugeständnissen an das Die Steigerung der Betriebsausgaben. In den diesmaligen Bilanzergebnissen der Eisenbahnen ist eine Erscheinung bemerkenswert. Bei den meisten Bahnen steht nämlich die Tastache fest, daß die sogenannten Betriebsausgaben eine steigende Tendenz zeigen, ein Umstand, der von der kapitalistischen Presse mit gebührendem Nachdruck und nicht ohne bestimmte Absicht hervorgehoben wird. Was zunächst die Ergebnisse unserer k. k. Staatsbahnen betrifft, so hat anläßlich der Budgetberatung der Eisenbahnminister auf die Mehrerfordernisse hingewiesen und betont, daß die Einnahmen von 1906 auf 1909 zwar eine Steigerung von 104 Millionen, das sind 23 Prozent, aufweisen, daß aber gleichzeitig bei den Ausgaben eine Steigerung in Nahezu doppeltem Ausmaß, nämlich 43 Prozent, eingetreten sei. Von den Mehrausgaben entfielen allein 64 Millionen Kronen auf das Personal, wovon 30 Millionen für die durchgeführten Verbesserungen der Dienst- und Wohnungsverhältnisse und der Rest von 34 Millionen infolge der eingetretenen Steigerungen der Verkehrsleistungen in Anspruch genommen wurden. Die aus der weitergehenden Steigerung der Ausgaben resultierende Herabminderung des Nettoertrages der Staatsbahnen bedinge auch eine erhöhte Inanspruchnahme des für Eisenbahnzwecke aus den sonstigen Staatseinnahmen zu leistenden Zuschusses, welcher für das Jahr 19Ö8 bereits mit rund 75 Millionen zu berechnen sei. Aus dieser Sachlage ergebe sich die Notwendigkeit, unbeschadet der Befriedigung sachlich berechtigter Anforderungen in der Erfüllung sonstiger Wünsche weise Maß zu halten. Bei der S ü d b a h n sind die Betriebsausgaben gleichfalls um 8-9 Millionen Kronen gestiegen und machen die Gesamtsumme von 103 Millionen Kronen aus, denen eine Gesamteinnahme von 137 Millionen Kronen gegenübersteht. Der Betriebskoeffizient ist daher von 55 28 auf 61-83 Prozent gestiegen. Von dieser Vermehrung der Betriebsausgaben entfallen ungefähr zwei Drittel auf jene Ausgaben, die für die Erhöhung der Bezüge und Löhne, Vermehrung der Angestellten u. f. w. bedingt waren. Nach der Bilanz schließt also die Südbahn mit einem Gebarungsabgang von 8 07 Millionen Kronen gegenüber einem Gebarungsüberschuß des Jahres 1907 von 130 Millionen Kronen, so daß das finanzielle Ergebnis um 9'37 Millionen Kronen schlechter geworden ist. Bei der Südbahn trifft die stets wiederkehrende Behauptung, daß die Aktionäre Millionen und Abermillionen einsacken, nicht zu. Es trifft aber auch die Behauptung nicht zu, daß der Betrieb passiv sei. Die Bahn ist einfach weit über ihren Wert belastet. Die Süobahngesellschaft hat ein Aktienkapital von zirka 340 Millionen Kronen, während ihr Schuldenstand zirka 2570 Millionen Kronen beträgt. Der Jnventarwert der Bahn dürfte 1600 Millionen Kronen betragen (österreichische und ungarische Linien). Sie hat aber über 2000 Millionen Kronen Obligationenschulden. Davon wird allerdings der weitaus größte Teil bloß mit 3 Prozent verzinst. Aber gerade bei Beschaffung des allergrößten Teiles dieses ursprünglich noch größeren Schuldanlehens erhielt die Gesellschaft bloß 48 Prozent vom Hundert der Darlehenssumme. Es war das eine finanzielle Schwindeltransaktion, wie sie ihresgleichen nicht leicht hat. Die Geldgeber der Südbahimesellschaft verdienten Hunderte Millionen, während die Gesellschaft Der „Eisenbahner" erscheint in einer Anflage von 45.000 Exemplaren. in Prag, Dr. Braun, in einer kürzlich im Selbstverlag erschienenen Schrift ein, die den Titel „Praktische Erfahrungen über die traumatische Neurose" führt und die als eine Art vertrauliche Instruktion an alle österreichischen Bahnärzte versendet wurde. Dr. Braun hat darin die Erfahrungen, die vor und nach der Schaffung des Ausdehnungsgesetzes der Unfallversicherung vom 20. Juli 1894 gemacht wurden, gesammelt und kommt auf Grund einer tabellarischen Zusammenstellung zu dem Schluß, daß eben in der letzteren Periode die sogenannten dauernden Folgekrankheiten nach Unfällen vei weitem zahlreicher sind, als das vor der zwangsweisen Unfallversicherung der Fall gewesen ist. Bei diesen Folgekrankheiten handelt es sich in ihrer übergroßen Mehrheit um nervöse Störungen, die sogenannten traumatischen Neurosen, bei denen objektiv zumeist nichts nachweisbar und der Arzt lediglich auf die fub-fektiven Symptome, die der Patient angibt, angewiesen ist. „Das erste — erfolgreiche Auftreten — der traumatischen Neurose", so sagt Dr. Braun, „fällt in das Jahr 1896", so daß er daraus seine Schlußfolgerung aufbaut, daß die Bediensteten erst mit der durch das Gesetz geschaffenen Möglichkeit, eine dauernde Rente zu erlangen, jeoen kleinen Unfall benützen, um daraus einen Vorteil zu ziehen. Der Herr Sanitätskonsulent sieht also in den Unfallverletzten Eisenbahnern geriebene Simulanten, die, wie er weiter ausführt, besonders dadurch großgezogen werden, daß sehr oft das Urteil dxs Bahnarztes, der den Unfall kannte und der den Verletzten behandelt hat, durch das Gutachten anderer Aerzte umgestoßen wird oder daß der Verletzte sich an alle möglichen Kliniken wendet, wo er als Demonstrationsobjekt aus den Vorträgen der Professoren so viel lernt, wie er sich zu benehmen hat, um als krank anerkannt zu werden. Als Jllustrationsobjekt führt dann Dr. Braun folgenden Fall an: »Der Lokomotivführer V. wird wegen Ueber-orüfung auf seinen Krankheitszustand untersucht. Nachdem an ihm körperliche Folgezustäude des Unfalles nicht vorgefunden wurden, ebenso für sein angeblich nervöses Leiden nur subjektive Symptome angegeben wurden, objektiv kein Merkmal konstatiert werden tonnte, so wurde er zu einer zweiten Untersuchung be-tellt. Als er sich nun wieder einstellte und sich zur Untersuchung entkleiden sollte, bleibt er stehen und agte wörtlich: ,Sie scheinen an meine Krankheit nicht 'recht zu glauben oder können nicht finden, was mir fehlt. Ich aber weiß recht wohl, woran ich leide, ich habe es oft genug an der Klinik gehört, um es mir merken zu können, und ich habe gut im Gedächtnis behalten, was der Herr Professor über mich vorgetragen hat. Hier sehen Sie, meine Herren', fährt er im Ton des Vortragenden fort, ,einen Bahnbediensteten, der auf der Lokomotive beschäftigt war. Er fiel und trug folgende Verletzungen oavon.' Nun werden alle Verletzungen aufgezählt, sodann wieder: ,Die Verletzungen sind zwar geheilt, es ist kein körperlicher Nachteil geblieben, woran er aber jetzt leidet, das ist eine schwere traumatische Neurose". Daß es solche Fälle gibt, soll nun gewiß nicht bezweifelt werden. Aber sie für allgemein halten und als gültige Regel hinstellen zu wollen, das hieße eben ^Feuilleton. Sommer. Lon Stephan Großmann. Ein Dichter erzählte: Drei Jahre lang war ich Maschine. Stand um 6 Uhr früh auf, aber nicht um mich am goldblauen Morgen zu berauschen, sondern um durch die Königstraße, Leibniz-gasse über den Wagnerplatz durch die Kolumbusgasse vor jenes fünfstöckige Haus zu kommen, in dem die Bureaus der Kommerzial-bank lagen. Jeden Nachmittag um 5 Uhr trat ich mit einem aus tiefer Brust aufsteigenden Atmen der Befreiung aus dem schattigen, breiten Torflur. Ach, eS ist schwer, acht Stunden im Tage nur Maschine zu sein, vier Stunden zum Erwachen aus dem Maschinenzustand zu brauchen und nur drei Stunden lebendig zu sein.. • Zum Glück übersiedelte die Kommerzialbank. Von der Kolumbusgasse hatte ich noch ein Stück weiter an jedem Morgen zu marschieren. Die Donaubrücke lag in der Mitte diese» Stücke»-Kam ich an frischem golbblauen Sommermorgen hier Über die Brücke, dann sah ich bi» hinüber in die letzten Gipfel de» Wienerwaldes. Ein zarter grausilberner Dunst, mild, wie der weihe Schimmer über einer blaureifen Pflaume, lag über den waldigen Gipfeln. Grell brannte das Gelb der Felder herüber... Dieser Punkt auf der Donaubrücke hat mich meine Karriere gekostet. Ich wäre heute (bei meiner unzweifelhaften kommerziellen Begabung) Direktor der Bank, hätte ich nicht an jedem Sommermorgen den ziehenden Locken der grün-grau bewaldeten Gipfel widerstehen müssen. Dieser Punkt mitten auf t>M Arbeitöweg hat meine Karriere zerrissen. Ich bin zu lang hier stehen geblieben, ich bin »unpünktlich" geworden. Je goldener der Sommer-morgen, desto tiefer habe ich mich verfchaut. Am Ende entlief ich dem Wege durch die KSnigftraße, durch die Lekbnizgaffe, über den Wagnerplatz und die Kolumbusgasse. Aber den Punkt auf der Höhe der Donaubrücke behielt ich und den blaugrau schimmernden Höhen bin ich näher gekommen. „SahtkeineGtpselindieWegezuden Werk-jtittte« gucken!* Bmamtne# alle Aussichten vom Arohstadtgassengewirr i« fonttige Berge! «8 könnten zu viele — wie sagt man doch» — r»om Wege irren!... nichts anderes, als die Eisenbahner allgemein als Smwindler und Betrüger zu brandmarken. >Was aber soll mit dem Einzelfall bewiesen werden? Doch nur, daß es Ausnahmserscheinungen überall gibt und es Simulanten überall und zu allen Zeiten geben wird, solange die Menschen nicht Engel sind. Aber etwas anderes verdient Beachtung. Daß traumatische Neurosen erst die neuere Zeit, seitdem wir eine Unfallversicherung haben, kennt, braucht doch weiter niemand zu verwundern. Gewiß waren sie auch früher da. Aber daß man sich damit nicht in jenem Unfang wie heute beschäftigt, liegt nicht allein in dem Fortschritt der 'medizinischen Wissenschaft, für die das Nervenleben heute noch ein ziemlich dunkles Gebiet ist und die viel weniger noch früher davon wußte, sondern mehr noch daran, daß der Verletzte heute weiß, daß das Gesetz die Möglichkeit bietet, daß ihm der Verlust an Arbeit-.,-chigkeit teilweise ersetzt werden muß. Das Wort „Rentenhysterie", das unsere Zeit geprägt hat, zeigt in Wahrheit nur, daß man sich immer noch nicht daran gewöhnt hat, daß der Verletzte auch von den Wohltaten der sozialen Versicherung Gebrauch mache, wenn er fühlt, daß zunächst seine psychische Kraft gebrochen ist. Denn in Wahrheit handelt es sich bei der traumatischen Neurose in den meisten Fällen um ein psychisches Leiden, das eilten die Arbeitsfähigkeit herabsetzenden Depressionszustand verursacht. Nun kommt allerdings Dr. Braun zu dem Schluß, daß die Voraussetzungen für die Entwicklung solcher Leiden heute fehlen. Auch die Aerzte Freund und Sachs sagen nämlich über die Neurosen, die als mittelbare Folgen von Unfällen entstehen: „Langes Krankenlager, verschlechterte Ernährung des ganzen Körpers imo damit auch des Nervensystems, schlechter Schlaf, Kummer und Sorgen, Furcht, nicht wieder gesund zu werden, können eine Neurasthenie, Hysterie oder hypochondrische Erscheinungen Hervorrusen." Wenn nun Dr. Braun meint, daß heute von schlechteren Ernährungsverhältnissen, von Kummer und Sorge nicht gesprochen werden kann, da der Verletzte weiß, daß er versorgt werden müsse, .so ist diese Ansicht falsch, und zwar schon deshalb, weil diese Bedingungen, die auf den Nervenzustand einwirken, nicht gerade im Anschluss an einen erlittenen Unfall gesucht werden dürfen. Hier müßte gerade die Frage untersucht werden, wieso speziell die nervösen Leiden heute eine immer größere Zeitkrankheit werden und bei Leuten, die einen eintönigen, ermüdenden industriellen Berus oder eine Beschäftigung, die geistige Anstrengung erfordert, zahlreicher sind, als dies etwa bei Menschen der Fall ist, die ihr Leben abwechslungsreich in der freien Natur verbringen. Auf diese Tatsache hat auch bereits ein so bedeutender Nervenarzt rote Dr. Kurella hingewiesen, der für die erschreckende Zunahme der nervösen Erkrankungen unsere Zeit des Hastens, der steifenden Ueberbürdung im Berufe und die dazuvielfach in keinem Verhältnis stehende Ernäbrung verantwort-ich macht. Sehr treffend bemerkt oer erwähnte For-cher, der freilich nicht nur ein größerer Nervenarzt, ondern auch ein größerer Soziologe, wie Herr Doktor Braun ist, wörtlich: „In gewissen Berufsarten kompliziert sich die Situation noch dadurch, daß die besondere Gefahr der Eisenbahnen einst und jetzt. Don Dipl.-Ing. HanS HünnekeS, Frankfurt a. d. y. „Diesen Karren, der durch die Welt rollt, hält kein Menschenarm mehr auf t" So wurde in weiter Voraussicht künftiger Entwicklungen vor etwa 70 Jahren gelegentlich der Ein-weihungsfahrt der ersten Eisenbahn Berlins und Preußens, der Bahnlinie Berlin-Potsdam (22. September 1838), gesprochen. In welchem Maße sich dieses Wort bewahrheitet hat, tritt uns am deutlichsten vor Augen, wenn wir uns das Kursbuch sowohl seinem heutigen äußeren Umfang als seinem Inhalt nach etwas genauer ansehen und wenn wir bedenken, daß das Eisenbahnnetz der Erde gegenwärtig beinahe eine Million Kilometer Eisenbahnen umfaßt. Sieht man von einigen älteren Versuchen bei Bergwerksbahnen ab und betrachtet den 27. September 1825, an dem die englische Bahnlinie Stockton -Darlington, die überhaupt erste regelrechte Personenbahn der Erde, eröffnet wurde, als den Geburtstag des modernen Eisenbahnwesens, so haben wir in dieser Million Kilometer da» Ergebnis von nur wenig mehr als 80 Jahren. Eine derart enorme Entwicklung ist um so erstaunlicher, wenn man hört, daß e» England, die eigentliche Wiege der Eisenbahnen, bis zum Jahre 1848 — dem Todesjahre de» Erfinders der Lokomotive, George Stephenfon — also in fast einem Bierteljahrhundert nach der Eröffnung der ersten Lokomotiveifenbahn der Welt, zwischen Stockton und Darlington, nur auf etwa 9000 Kilometer, Deutschland auf etwa 6000 Kilometer Eisenbahnen gebracht hatte, während die entsprechenden Zahlen heute etwa 40.000 für England und etwa 60.000 für Deutschland betragen ; noch mehr: während um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Länge der vom preußischen Staate verwalteten vollfpurigen Haupt- und Nebenbahnen sich erst ans etwa 600 Kilometer belief, beträgt diefe heute etwa 86.000 Kilometer. Mit dieser bedeutenden Entwicklung und der allmählichen Verdichtung deö Verkehrs muhte naturgemäß auch die Zunahme der Fahrgeschwindigkeit gleichen Schritt halten. Während man zu Beginn des Eisenbahnverkehrs vor Benützung des neuen, mit etwa 16 Kilometer in der Stunde fahrenden Beförderungsmittels warnte und in besonderen .Gebrauchsanweisung«»' den Fahrgästen aureinandersetzte, wie sie sich vor Schwindelanfällen und Gehirnerschütterungen bewahren könnten, und während man dem oben genannten Stephenfon den wohlgemeinten Rat gab, er solle sich nur ja nicht einbilden, mit feinen Lokomotiven jemals eine Arbeit durch Körpererschütteruug hohe Temperaturen, dröhnenden Lärm rc. die Erregbarkeit des Nervensystems schon unmittelbar erhöht und daß somit der schädliche Einflußschwerer Verantwortung und disziplinären Drucks schon eine nervöse Disposition vorfindet. Ein typisches Beispiel solcher Hirnzustände liefert die schwüle Stimmung, welche gewöhnlich in gefährlichem Fahrwasser, zum Beispiel in Dover, unter den Ingenieuren moderner Passagierdampser zu herrschen pflegt, ferner die als Railwayspine und Raüwaybrain bekannten Neurosen der Eisenbahner." Die Disposition zu Nervenerkrankungen, das ist nach Kurella das Entscheidende. Und daß gerade unser modernes Verkehrsleben die Voraussetzungen fiir diese Disposition in immer höherem Maße schafft, darüber ist sich jedermann im klaren, der die steigenden Anforderungen im Eisenbahndienst kennt. Die fortschreitende Verkehrsdichte, die Zufammendrängung der Dienstzeiten in oft unmenschlichen Turnussen, der Mangel an Ruhe-gelegenheiten und die zunehmende Teuerung, die auch das Leben des Eisenbahners immer sorgenvoller gestaltet, das sind reale Tatsachen, die in ihrer Gesamtwirkung an der Nervenkraft rütteln und so die Kräfte zermürben und zernagen. Und unter solchen Verhältnissen ist dann ein Unfall nur der Moment, wo die Spannkraft der überbürdeten Nerven reißt und wo das was man als Neurose Bezeichnet, in die Erscheinung tritt. So mag man die psychischen Nervendesektc als Krankheitserscheinungen zählen, wo es schwer wird, die Grenzlinie zwischen Berufskrankheit und Unfallsfolge zu ziehen, ihr Vorhandensein und ihre steigende Annahme ist jedenfalls eine Tatsache, über die man nicht mit dem billigen Hinweis auf das Simulantentum hinwegkommt. Auch die Neurose ist wohl zunächst eine soziale Krankheit, wo man mit sozialen Reformen vorbeugend mehr nützt, als wenn man, wie Herr Doktor Braun, das Kind mit dem Bade ausgießt und in jedem Eisenbahner einen Schwindler vermutet. Auf keinen Fall wird durch solche Instruktionen, wie sie der Prager Konsulent der Staatsbahnen den Bahnärzten erteilt, das Vertrauen zu diesen gefestigt werden. Und .gerade das ist nötig, wenn ein gedeihliches Zusammenwirken zwischen Bediensteten und Unfallversicherung ermöglicht werden soll. Die österreichischen Gewerkschaften im Jahre 1908. Die „Gewerkschaft" veröffentlicht in ihrer letzten Nummer den vom Genossen Anton H u e b e r verfaßten Bericht über die Stärke und Leistungsfähigkeit unserer Gewerkschaften im Krisenjahre 1908. Wir entnehmen ihm folgende Angaben und Ausführungen: „Die Gewerkschaften Oesterreichs haben die Krise im Jahre 1908 dank der fürsorglichen Arbeit früherer Jahre organisatorisch und finanziell gut überivunden. Die Leitungen unserer Gewerkschaften haben aus der wirtschaftlichen Depression in den Jahren 1902 bis 1904 sehr viel gelernt und richtig erfaßt, daß Krisen Wirkungen aus den inneren Halt der Gewerkschaften ausüben, die in der Zeit der Bedrängnis unter Umständen besorgniserregend werden können. Unsere Zentralvorstände sorgten rechtzeitig vor, indem sie in der Zeit der guten Konjunktur die Mit- größere Geschwindigkeit al» 20 Kilometer in der Stunde zu erreichen, wenn er nicht als irrsinnig angesehen werden wolle, fährt man heute mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern in der Stunde. Die neue Eisenbahnbau- und Betriebsordnung steht auch schon eine größte zulässige Geschwindigkeit von 120 Kilometern in der Stunde vor. Aus der Nürnberger Landes- und Industrieausstellung 1906 war sogar eine große Schnellzugslokomotive für 150 Kilometer Geschwindigkeit seitens der Maschinenwerkstätten von I. 81. Mostet in München ausgestellt. Gegen einen solchen Koloß — die Triebräder hatten einen Durchmesser von 2 Metern und 20 Zentimetern — müssen uns allerdings die 1813 in England erbaute „Puffmg Billy“ (der fauchende Billy), wovon eine Nachbildung im Deutschen Museum in München zu sehen ist, sowie die aus der Wettfahrt von Rainhill am 7. Oktober 1829 als Siegerin hervorgegangene Stephen-fonfche Lokomotive „Rocket“ (Rakete), die noch jetzt, ebenso wie das Original des „Puffing Billy“, als seltenes Schaustück im South-Kenstngton-Mufeum in London aufbewahrt wird, als Kinderspielzeug Vorkommen. Aber diese bescheidenen Anfänge zeigten doch schon die wenn auch noch unvollkommene Verwirklichung der großartigen Idee StephensonS, die Kraftquelle nicht mehr an einen bestimmten Ort zu binden (stationäre Dampfmaschine), sondern die Kraftquelle mit dem Zuge mitlaufen zu lassen (Lokomotive); sie brachte den „Karren" inS Rollen und dieser schwache Anstoß hat eine ungeahnte Wirkung gehabt; nicht nur, daß die Eisenbahnen durchaus neue BerkehrSverhältnisse geschaffen haben, die man bis dahin für unmöglich hielt, sie haben auch mittelbar und unmittelbar vollständig neue Industrie- und Erwerbszweige geschaffen. Wenn auch die Eisenbahnen stets ihre Gegner hatten nyd in Zukunft, nachdem das Automobil ganz neue Verkehrsmöglichkeiten erschlossen Hat, wiederum haben werden, zum Teil vielleicht solche, wie der in dieser Beziehung etwas engherzige, im übrigen große Staatsmann ThterS, der meinte, „man möchte doch durch solche Anlagen nicht daS Leben der Leute aufS Spiel setzen", zum anderen Teil vielleicht auch solche Egoisten wie König Emst August von Hannover, der gesagt haben soll: „Ich will keine Eisenbahnen in meinem Lande, ich will nicht, daß jeder Schuster und Schneider so rasch reisen kann wie ich" — so kann doch heute nur der verstockteste Laudator temporia acti bestreiten, daß die Eisenbahnen ungeheuer segenbringend für die Menschheit geworden find._______________ MT Sorget dafür, daß der „Msenvahner" auch vom reifenden Publikum gelesen werde! Nr. 18 Gisenday»»»».- Teile 3 glieder zu erhöhter Beitragsleistung verpflichtet hatten. Dadurch wurde es möglich, daß die Gewerkschaften im Berichtsjahre für kämpfende, arbeitslose, kranke oder sonst in Not geratene Arbeitsgenossen reichlich Vorsorgen konnten. Diese gewerkschaftliche materielle Vorsicht hat aber auch einen besonderen erzieherischen und bleibenden Wert für die Gewerkschaften. Das Solidaritätsgefühl der Arbeiter wurde dadurch gehoben, die Arbeiter erzogen, den Standpunkt des krassen, kleinlichen Egoismus zu verlassen. Es ist dies eine Tätigkeit der Gewerkschaften, die der Kultur dient, indem sie die Arbeiterschaft sittlich und materiell hebt. Und wenn man die gegenwärtige Hetze der Scharfmacher diverser Unternehmerverbände und ihrer Presse verfolgt, so kommt man erst recht zur Erkenntnis, daß die Arbeiterschaft ohne gewerkschaftliche Organisation der unersättlichen Gier, Unterdrückungslust und Rücksichtslosigkeit der Arbeitgeber schutzlos preisgegeben wäre. Dieses Bewußt-ein sitzt schon einmal in den Gehirnen der Arbeiterschaft est und alle Bemühungen und Anstrengungen des organi-ierten Unternehmertums werden vergebens sein, die darauf jerichtet sind, diese Arbeiterkoalitionen zu vernichten. Besonders das Jahr 1908 war ein hartes Probejahr für die Gewerkschaften und wer den statistischen Bericht über die Stärke und Leistungsfähigkeit der österreichischen Gewerkschaften zu lesen versteht, der wird und muß zur Erkenntnis kommen, daß die Gewerkschaften hier nutzbringende Arbeit vollbracht und nicht ledigliche Streikorganisationen sind. Im Jahre 1907 wurden für Reise-, Arbeitslosen-und Notfallunterstützungen rund 1,655.000 Kr. verausgabt, dagegen im Jahre 1908 rund 3,345.000 Kr., s omit um rund 700.000 Kr. mehr als im Vorjahre. StreiksundAussperrungen kosteten die Gesamtorganisation rund 1,454.000 Kr., das heißt sie kostete« die Organisation um rund eine Million Kronen weniger als die Arbeitslosen, die uns die Krise unbarmherzig aufs Pflaster warf. Es ist daher begreiflich, daß die Gewerkschaften nicht nur finanziell stark im Berichtsjahre belastet wurden, sondern durch die große Arbeitslosigkeit auch an Mitgliedern verloren haben. Der Verlust ist größer, als wir im Jänner im Berichte der Gewerkschaftskommission nach approximativer Schätzung angegeben hatten. Be,getreten sind 176.819 Mitglieder und ausgetreten sind 195.634 Mitglieder, es ergibt sich somit ein Abgang von 18.815 --- 3 75 Prozent der Gesamtinitgliedschaft. Zugenommen haben nachstehende Branchen, die über 100 Mitglieder gewonnen haben. Die Eisenbahner 6769 Mitglieder = 1305 Prozent, die Bergarbeiter 1898 Mitglieder — 617 Prozent, die Handlungsgehilfen 1581 Mitglieder ----- 17 03 Prozent, die Lithographen infolge Uebertrittes der Hilfsarbeiter 1188 Mitglieder--^62-88 Prozent, die Maschinisten und Heizer 1121 Mitglieder — 30-30 Prozent, die Handels- und Transportarbeiter 1018 Mit- elieber — 11'03 Prozent, die Buchdrucker und Schriftgießer 15 Mitglieder = 6 95 Prozent, die land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter 703 Mitglieder — 193 66 Prozent, die Stemarbeiter 529 Mitglieder — 12 40 Prozent, die Tabak-arbeitet 365 Mitglieder — 5 62 Prozent, die Bäckereiarbeiter 295 Mitglieder — 4 66 Prozent, die Buchbinder 214 Mitglieder --- 6-65 Prozent, die Sattler. Taschner und Riemer 209 Mitglieder --- 12 62 Prozent, die Goldarbeiter 103 Mitglieder ----- 6 77 Prozent, die Heimarbeiterinnen 119 Mitglieder ----- 9 52 Prozent. V e r I u st e von mehr als 100 Mitgliedern hatten 18 Organisationen zu verzeichnen: die Metallarbeiter 6174 Mitglieder ----- 915 Prozent, die Textilarbeiter 5822 Mitglieder --- 1127 Prozent, die Maurer 5612 Mitglieder ----- 1547 Prozent, die Gießereiarbeiter 2435 Mitglieder --- 19-84 Prozent, die Bauhilfsarbeiter 2055 Mitglieder — 29-28 Prozent, die Porzellanarbeiter 1886 Mitglieder ---- 26-57 Prozent, die Drechsler 1698 Mit- tlieber ---- 32'97 Prozent, die chemischen Arbeiter 1612 stitglieder - 804 Prozent, die Glasarbeiter 1437 Mitglieder - 15-40 Prozent, die Tonarbeiter 1394 Mitglieder — 34.02 Prozent, die Ziegelarbeiter 811 Mitglieder — 45-63 Prozent, die Handschuhmacher 698 Mitglieder — 31-17 Prozent, die Schuhmacher 584 Mitglieder — 1094 Prozent, die Lederarbeiter glieder ---- 9 95 Prozent, die Mühlenarbeiter die die die Raseure Zimmerer Schneider 458 246 178 154 135 Mit* Mit* Mit* Mit* Mit- glieder ---- 23-97 Prozent, glieder ---- 36 62 Prozent, glieder — 2 Prozent und glieder --- 1'87 Prozent. DaS Verhältnis der neubeigetretenen zu den ausgetretenen und verbliebenen Mitgliedern stellt sich folgender- maßen bar: Ende Dezember 1907 . . 501.094 Beitgetreten im Jahre 1908 ....... . 176.819 t ^ r Zusammen . . 677.913 In den Gewerkschaften verblieben mit Ende Dezember 1908 482.279 t . .. somit ausgetreten . . 195.634 Mitglieder und dies ergibt einen Verlust von 18.815 Mitgliedern. Die Finanzgebarung der Gewerkschaften im Jahre 1908 umfaßte rund 19,676.000 Kr.. gegenüber 16,738.000 Kr. im Vorjahre. Davon entfallen auf die Vereinsgebaruna der Gewerkschaften Kr. 15,572.68915 und auf Streiks und Aussperrungen Kr. 4,103.394-79. Für normale Unterstützungen wurden Kr. 3,669.084-61 und für Streiks, Ausgesperrte und Gemaßregelte Kronen 1,454.523-34, zusammen Kr. 5,133.6071)5 an Unte r-stützungen verwendet. Die Vermögenszunahme beträgt trotz der Krise rund 1,172.000 Kr. und der Vermögensstand der Gesamtorganisation hat sich von rund 8,806.000 Kr. auf 9,978.000 Kronen erhöht." Die tschechoslawischen Vereine. Die tschechoslawischen Vereine, die in der tschechoslawischen Gewerkschaftskommission in Prag vereinigt sind, umfassen 812 Ortsgruppen mit 35.052 Mitgliedern. Der Mitgliederverlust beträgt 2371 --- 6 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An Einnahmen weifen diese Vereine rund 473.000 Kr. auS, denen die Ausgaben von 430.000 Kr. gegenüberstehen. Der Vermügensstand betrügt rund 477.000 Kr. ----- Kr. 12 76 per Kopf. Die Beitrags-leistung stellt sich per Kopf und Jahr auf Kr. 13 49 für Vereinszwecke: inklusive der Einnahmen für Streikzwecke erhöht sich die Quote auf Kr. 14-60 und stellt sich somit um rund 10 .Kr. niederer als in den in der Reichskommission Oesterreichs vereinigten Vereinen. Die durch die Trennung herbeigcführte unleugbargeringe Leistungsfähigkeit der tschechoslawischen Vereine bildet eine st ä n d i g e Gefahr für die in diesen Vereinen organisierten Arbeiter. Eine Gefahr, die ihren Ausdruck darin findet, daß das gewerkschaftliche Prinzip — die wirtschaftliche Hebung der Arbeiterklasse — infolge der inneren Schwäche dieser Organisationen vernachlässigt werden wird. Solche Vereine sinken dann naturgemäß zu reinen Unterstützungsvereinen herab, die nur das eine tröstliche Argument für sich noch haben können, daß sie im Sinne „der»Ralliierung des tschechischen Volkes" national selbstständig geworden sind. Das ist aber auch alles und wenn die tschechische Arbeiterschaft damit zufrieden ist, na, dann weroen solche Gewerkschaften den deutschen Kapitalisten in Böhmen und anderswo wahrlich nicht gefährlich werden. Für unsere Gewerkschaften aber resultiert aus dieser gewerkschaftlichen und nationalen Taktik ein fühlbarer Schaden, der heute schon nicht mehr so leicht gutzumachen ist und sich über kurz oder lang an den Urhebern einer solchen „Parteiarbeit" unerbittlich rächen wird müssen. Hoffen wir, daß die tschechische Arbeiterschaft, insbesondere in Böhmen, baldigst zur Einsicht gelangt, um zu ermessen, wie gefährlich die Bahnen für sie sind, auf die sie iin guten Glauben, unserer gemeinsamen Sache einen Dienst zu erweisen, zur Irrfahrt verleitet wurden. Genosse H u e b e r schließt seinen Bericht mit folgenden Bemerkungen: Die statistische und textliche Darstellung der Kraft, aber auch der Schwäche der Gesamtorganisation der Gewerkschaften in Oesterreich legen wir der breitesten Oeffcntlichkeit zur Einsicht und Kontrolle vor. Wir tun dies im Bewusstsein, den Gewerkschaften damit in erster Linie einen Dienst zu erweisen, indem wir ihnen die Möglichkeit bieten, die Grenzen der eigenen finanziellen Macht, Leistung und Schwäche zu erkennen und manche Einrichtungen anderer Gewerkschaften zum Ausbau der eigenen Organisation in Vergleich zu stellen, um das Fehlende eventuell nachzuholen. Wir haben mit unserer Arbeit nichts beschönigt, im Gegenteil Schwächen der einen oder der anderen Organisation rücksichtslos bloßgelegt, ja unseren Gegnern sogar in das Innere unserer Gewerkschaften vollen Einblick gewährt. Unsere ch r i st l i ch e n und n a t i o n a l e n „G e w e r k s ch a f t e r" tun das nicht, nicht etwa aus bösem Willen, nein, sie können und dürfen eä nicht tun, weil sie sonst durch den Nachweis der Leistungsfähigkeit ihrer „Gewerkschaften" ihre ominösen 80.000 Mitglieder auf eine Ziffer herabdrücken würden, ähnlich so, wie es vor zwei Jahren mit den „christlichen Gewerkschaften" der Fall war, da wir den Kassenbericht dieser Organisationen anläßlich der Reichskonferenz der christlichfozialen Gewerkschaften Oesterreichs einer sogar sehr nachsichtigen Kritik und Berechnung unterzogen hatten. Es ist daher begreiflich, wenn die „christlich-soziale Gewerkschaftskommission" mit peinlicher Sorgfalt dem ersten Kongreß christlichsozialer Gewerkschaften in Oesterreich, der vor einiger Zeit in Wien tagte, den ziffernmäßigen Nachweis der Leistungen dieser „Gewerkschaften" vorenthielt und die Zahl der Mitglieder willkürlich durch nichts erwiesen sich vorgemacht oder vormachen lieh. Und um kein Haar besser steht esmit den nationalen „Gewerkschaften". Was die Tendenz dieser beiden Richtungen in der Arbeiterbewegung anbetrifft, so charakterisiert sie am klarsten die Unternehm e r p r e s s e selbst, indem sie besonders die christlichsozialen „Gewerkschaften" auf die gleiche Stufe mit den „gelben" stellt und anpreist. Der Unternehmerschaft sollten wir wirklich dankbar sein, daß sie uns den Wahrheitsbeweis für den Streikbruch der christlichsozialen „Gewerkschaften" in jeder Form erbringt. Diese Tatsache macht uns manchmal Unannehmlichkeiten, die aber schließlich nicht unseren Gewerkschaften, sondern denen der Gegner den Boden untergraben. Aus dem Cifenbahnausfduifj. Erklärungen des Eisenbahnministers. Der Eisenbahnausschutz hielt am 16. d. M. in Anwesenheit des Eisenbahnministers Wrba eine Sitzung, in der er sich mit einer Reihe anläßlich der letzten Verstaatlichungen beantragter Resolutionen beschäftigte. Der Eisenbahnminister Wrba gab bei diesem Anlaß auf Anfragen der Abgeordneten E l l e n b o g e n, M o st a 11 a und Neumann eine Reihe wichtiger Erklärungen ab. Eisenbahnminister Wrba sagte, daß vom Standpunkt seines Ressorts der lebhafte Wunsch bestehe, die Uebernahme der jüngst verstaatlichten Bahnen in die eigene Verwaltung deS Staates möglichst zu beschleunigen. Er habe gehofft, daß diese Uebernahme mit 1. Juli d. I. werde erfolgen können, da sachliche Gründe unbedingt dafür sprechen, die neuverstaatlichten Bahnen so bald als möglich unter die unmittelbare Leitung der Staatseisenbahnverwaltung zu bringen. Die Verhältnisse haben sich aber als stärker erwiesen als dieser Wunsch des Eisenbahnministers, indem für die Entscheidung der lieber« nahmsfrage nicht nur eisenbahnsachliche Erwägungen, sondern auch wichtige finanzielle Interessen des «Staates m Betracht kämen. Die Uebernahme der neuverstaatlichten Linien in den Staatsbetrieb werde nämlich die Belastung des Staates mit der Begleichung des Saldos aus der Abrechnung zwischen Staat und Staatseisenbahngcsell-schaft zur Folge haben. Nebstdem würden auch die schwebenden Schulden der Nordwestbahn und Südnorddeutschen Verbindungsbahn, in die der Staat als Universalsukzessor eingetreten sei, abzustoßen sein. Die hierfür benötigten Mittel würden voraussichtlich eine solche Höhe erreichen, daß der finanziellen Vorbereitung eine besondere Sorgfalt gewidmet und ein aus dem Gesichtspunkt der budgetären Lage und der staatlichen Kassengebarung geeigneter Zeitpunkt abgewartet werden müsse. Eine unverzügliche Betriebsübernahme sei aus den eben angeführten triftigen Erwägungen leider untunlich. Die Negierung beabsichtige aber, um die finanziellen Mittel des Staates zu stärken, die Gütertarif reformaufden Staatsbahnen womöglich mit 1. Oktober d. I. zu aktivieren, und werde im kausalen Zusammenhang mit dieser Maßregel auch die Betriebsübernahme der neuverstaatlichten Linien mit 1. Oktober d. I. b e w e r k st e l l i g e n. Sollte dagegen wider Erwarten die Verwirklichung der Gütertarifreform aus technischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werben müssen, so würden die finanziellen Vorbedingungen für die Betriebsübernahme mit 1. Oktober fehlen, und es würde dann nichts anderes übrig bleiben, als von der gesetzlichen, beziehungsweise übereinkommengemäßen Fakultät Gebrauch zu machen, wonach die Betriebsübernahme bis längstens Jahresschluß verschoben werden kann. Wenn demnach auch der Zeitpunkt der Betriebsübernahme dermalen noch nicht präzis angegeben werden könne, so habe die Regierung doch die bisher verlaufene Zeit nicht unbenützt gelassen, sondern eine Reihe von Maßnahmen und Verfügungen getroffen, um die ökonomischen Wirkungen der Verstaatlichung soweit als möglich schon vor der Betriebsübernahme herbeizuftthren. Die in dieser Richtung getroffenen Anordnungen haben bereits die Erzielung eines finanziellen Effekts von ungefähr einer Million Kronen zugunsten der Staatsverwaltung ermöglicht. Auch in der Personalwirtschaft sei eine Reihe von Verfügungen erflossen und noch in Aussicht genommen, welche die Gleichstellung der Bediensteten der neu verstaatlichten Bahnen mit den bisherigen Staatsbahnbedienstcten in einer Reihe von Belangen zum Gegenstand haben, bei welchen eine solche Gleichstellung auch schon vor Betriebsübernahme möglich ist. Was speziell die Anfrage des Abgeordneten Mastalka in Bezug auf die böhmischen Kommerzialbahnen betreffe, habe das Eisenbahnmmisterium im Interesse der Vermeidung der mit dem selbständigen Bestände dieser Gesellschaft verbundenen besonderen Auslagen in Aussicht genommen, die Bahnlinien dieser Gesellschaft zunächst mit Rückwirkung auf den 1. Jänner 1909 in den Pachtbetrieb der Staatseisenbahnverwaltung zu übernehmen. Selbstverständlich werde hier die Liquidation der Aktiengesellschaft, welche unter den obwaltenden Verhältnissen lediglich formeller Natur sei, in keiner Weise verzögert werden. In Beantwortung der Anfrage des Abgeordneten Dr. Ellenbogen betreffend die für die Leitung der neu verstaatlichten Bahnen in Aussicht genommenen Persönlichkeiten, müsse der Minister bitten, die Frage der Bestimmung der mit der Leitung der neu verstaatlichten Bahnen zu betrauenden Persönlichkeiten dem Minister zu überlassen, welcher sich der Tragweite dieser seiner Verantwortung voll bewußt sei. Der Minister könne nur betonen, daß ihn in dieser Hinsicht keine anderen Motive leiten als dasjenige, auf diese wichtigen Posten anerkannt tüchtige und ihrer Aufgabe gewachsene Funktionäre zu berufen. Daß hierbei den Technikern die ihnen gebührende Nolle iverde zugewiesen werden, glaube er als selbstverständlich bezeichnen zu können. Was die gleichfalls erörterte Frage der eventuellen Verstaatlichung der Aussig-Teplitzer Eisenbahn betreffe, könne der Minister mit voller Offenheit erklären, daß eine konzessionsmützige Einlösung dieser Bahn von seiten der Regierung nicht in Aussicht genommen werde, nachdem eine solche Maßregel, ganz abgesehen von anderen Erwägungen, mit unverhältnismäßig großen finanziellen Opfern für den Staat verbunden rväre. Das schließe aber selbstverständlich nicht aus, daß für den Fall, als die Bahn» gesellschast sich geneigt erklären würde, ihr Unternehmen unter für den Staat günstigen Bedingungen abzutreten, die Regierung einer solchen Anregung gegenüber keine prinzipiell ablehnende Haltung einnehmen würde. Reichskonferenz des Wächterpersonals und der Blocksignalbkener aller Bahne»» Oesterreichs. Am 13. und 14. d. M. tagte im Gartensaal des Favoritener Arbeiterheims in Wien eine Reichskonferenz deS Wächterpersonals und der Blocksignaldiener aller Bahnen Oesterreichs, zu welcher aus 152 Ortsgruppen 178 Delegierte erschienen waren. Die Zentrale war durch den Obmann Genossen Josef Schwab und die Genossen Adolf Müller und .S o m i t s ch, das Prager Sekretariat durch Genossen Brödezky, daS Triester Sekretariat durch Genoffen Kopaö und das Lemberger Sekretariat durch Genoffen S z y d l i ck vertreten. Von sämtlichen Personalkommissionen aller Bahnen waren 18 Mitglieder aus der Kategorie der Wächter anwesend. Den Vorsitz führte der Obmann der Zentrale Genosse Josef Schwab, als Schriftführer fungierte Genosse S o m i t s ch. Auf der Tagesordnung war: l.Di e Forderungen und Wünsche des WächterperfonalS sämtlicher Bahnen. 2. Die Organisation und Agitation. 3. Eventuelles. Zum ersten Punkt der Tagesordnung eritattete Genosse Müller ein eingehendes und sachliches Referat über die Lage des Wächterpersonales sowie über die bereits errungenen Erfolge, die Durchführung der Zugeständnisse, insbesondere die Erstellung des neuen Gehaltsschemas und der neuen Automatik. Er verwies ferner auf die verschiedenen Mängel in den Zugeständnissen, insbesondere m Bezug auf die Nachtdiensizulage, soivie daß vor allen» anderen getrachtet ivird, das Hauptgewicht auf die endliche Durchführung der in der Zentralpersonalkommission der. k. k. Staatsbahnen und der Personalkommissionen der anderen Bahnen eingebrachten Anträge gelegt wird und. erntete für seine Ausführungen den lebhaften Beifall der Delegierten. Nach den Ausführungen der Korreferenten Genossen Sommerfeld und Genossen Herzig entspann sich eine lebhafte Debatte, nach welcher von der Antragvrüsungskommission durch deren Obmann Genossen Hartl folgende Anträge zur Annahme empfohlen und von den Delegierten einstimmig angenommen wurden: Die am 13. Juni 1909 in Wien tagende Reichskonferenz des Wächterpersonales sämtlicher Bahnen Oesterreich erklärt mit Rücksicht darauf, daß die Lage des gesamten Wächterpersonales und der Blocksignaldiener trog der in der letzten Zeit durch die Macht der Organisation erreichten Berbefferungen infolge der herrschenden und noch stets zunehmenden Teuerung sämtlicher Lebensmittel und Bedarfsartikel noch immer eine sehr triste ist WM" Besucht «tue Lokale, in welchen der „Eisenbahner" anfliegt! "W& Sette 4 wH«? «tsenbayner.- Rr. 18 und infolgedeffen bringend einer weiteren Verbeflerung bedarf, unter allen Umständen daraus zu beharren, daß die berechtigte und begründete Forderung des Wächterpersonales nach Gewährung der Nachtdienstzulage analog dem übrigen Personal, welches bereits dieselbe erhält, ehemöglichst zur Durchführung gelangt. Im übrigen erklärt die Reichskonserenz an den Forderungen, die bereits als Anträge in der Zentralpersonalkommission und in den Personalkommtssionen der nunmehr verstaatlichten und der übrigen Privatbahnen sestzuhalten und ersucht die Reichskonferenz die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewcrk-schaftsvereines und die Vertreter in den Personalkommissionen nachstehende Forderungen des Wächterpersonales und der Block-signaldiener entsprechend zu vertreten: 1. Gewährung der Nachtdienstzulage im Ausmaß von 1 Kr. für das gesamte Wächterpersonal, inklusive der Blocksignaldiener und Kontrollwächler, sofcrne sie denselben noch nicht zuerkannt wurde. 2. Allen Wächtern, inklusive der Blocksignaldiener und Kontrollwächter, die im Jahre 1905 und früher mit dem Monatsgehalt von 24 fl., beziehungsweise mit dem Jahresgehalt von 576 Kr. angestellt wurden, sollen die nächsten zwei Borrückungs-rfristen um je ein Jahr gekürzt werden; ferner soll allen jenen Wächtern und Blocksignaldienern, die seinerzeit in den Gehaltsstufe« von 648, 660 und 700 Kr. stabilisiert wurden, die nächste normale BorrückungSfrist um ein Jahr gekürzt werden. Endliche Durchführung der Zugeständnisse betreffend die Verbeflerung der Automatik, wie selbe im Oktober v. I. bei den Verhandlungen im Eisenbahnministerium gemacht wurden. Hinsichtlich der GehaltS- und BorrückungSverhältniffe Durchführung der im ZentralauSschutz der Personalkommrssion der k. k. Staatsbahnen eingebrachten Anträge betreffend die Gewährung von zweijährigen Vorrückungssristen und Ermöglichung der Erlangung des Unterbeamtenranges den Blocksignaldienern und Kontroll» wächtem bei der Erreichung der Gehaltsstufe von 1200 Kr. 3. Die definitive Anstellung zum Wächter hat nach einem Jahr Provisorium als Aushilfswächter zu erfolgen. Die Ausnahme als AuShilsSwächter hat zu erfolgen, sobald der betreffende Arbeiter den Dienst dauernd, beziehungsweise alS permanenter Ablösewächter oder Wächtersubstitut antritt. 4. Sämtliche Stations- und Streckcnblockposten sind zu Signaldienerposten zu erheben. Die Blockposten sind immer m der Reihenfolge durch die im Range ältesten Weichen-, respektive Streckenwächter zu besetzen. Nach einjähriger zufriedenstellender Verwendung als Blockwächter hat die Ernennung zum Blocksignaldiener zu erfolgen. 6. Regelung der Dienst- und Ruhezeiten des Wächterpersonals in allen Verschubstationen sowie der Wiener Lokalstrecke auf 12 Stunden Dienst mit darauffolgender 24stündiger Ruhezeit, in allen anderen Stationen, beziehungsweise Strecken auf 16 Stunden Dienst mit darauffolgender 24stündiger Ruhezeit und in allen Strecken, wo die Wächter eine regelmäßige, mindestens achtstündige Nachtruhe genießen, auf 16 Stunden Dienst mit darauffolgender 16stiindiger Ruhezeit. 6. Dem gesamten Wächterpersonal. welches durch die Einreihung in die III. Dienerkategorie den Dienern der III. Gruppe gleichgestellt wurde, ist sofort dieselbe Montur zu gewähren, und zwar sowohl in Qualität wie in Quantität, wie dieselbe die übrige» Diener der III. Dienerkategorie erhalten. Bcteilung der Weichenambulanten und Streckenwächter mit Regenmäntel, Abschaffung des Pelzpaletots Nr. 1, dafür Beteilung der gesamten Wächter mit kurzen überzogenen Pelzröcken. Diese Monturstücke sind auch sämtlichen Wächtersubstituten zu gewähren. Für das im Süden der Monarchie Bedienstete Wächterpersonal sind analog dem Berschubpersonal Zwilchhosen mit einjähriger Tragdauer zu gewähren. 7. Endliche Durchführung der Bewertung der Naturalwohnungen (Wächterhäuser) nach dem Ausmaß der Quadratmeter aus Grund der bestehenden Quartiergeldklassen mit 20 Prozent Nachlaß und Auszahlung der Differenz an den Wohnungsinhaber. Die alten WächterhauStypen, welche räumlich nicht entsprechen. sind zu erweitern. Die Herstellung der Diensthütten hat ehestens zu erfolgen. Den Streckenwächtern ist das Brennmaterial seitens der Bahnerhaltung in entsprechendem Ausmaße beizustellen. 8. Gewährung eines Schuhpauschales an die Strecken-, ambulanten und Weichenwächter im Sinne des im Zentral-ausschuß der Personalkonimission der k. k. Staatsbahnen gestellten Antrages. 9. Der Titel „Wächter" soll wie folgt abgeändert werden: »Strcckenwächter" aus „Streckenaufseher". »Weichenwächter" aus „Weichcnaufseher". »Rampenwächter" auf »Rampenaufseher". „Kontrollwächter" aus.Platzkontrollor". »Blockwächter" und „Blocksignaldiener" auf „Blockausseher". 10. Anderthalbfache Anrechnung der im exekutiven Dienst zugebrachten Dienstzeit für die Bemessung der Pension, beziehungsweise der Provision. 11. Der Disziplinarausschuß für Diener ist derart zusammenzusetzen, daß nur Bedienstete mit gleicher Dienstesverwendung wie der jeweilig Beschuldigte als Mitglieder herangezogen werden im Sinne deS im Zcntralausschuß der Personalkommisston der k. k. Staatsbahnen diesbezüglich für das gesamte Personal bereits eingebrachten Antrages. 12. Bei Ablegung von Prüfungen sollen die PrüsungS-kandidaten aus allen Zweigen des Wächterdienstes, und zwar durch Prüfung aus den Bestimmungen der Instruktion XVIII geprüft werden. 13. Befreiung der Strecken- und ambulanten Wächter vom GraSreinigcn und Schneeschaufeln, der Wächter des Verkehrs vom Wcchselreinigen. 14. Normierung der Erholungsurlaube im Sinne deS Antrages deS ZentrakauSschufleS der PersonalkomMission der k. k. Staatsbahnen und Gewährung des Erholungsurlaubes in demselben Ausmaße an die den Wächterdienst versehenden Frauen (Schrankenwächterinnen rc.): § 59, erster Absatz der Dienstordnung hat zu entfallen. Krankheit, Waffenübung, Privaturlaube u. s. w. heben das Recht auf den Erholungsurlaub nicht auf. Bei Erkrankungen oder Erholungsurlauben ist der Abgang durch Beistellung von Substituten zu ersetzen, so daß keine Mehrdienstleistung von dem betreffenden Personal verlangt wird. 16, Abschaffung deS Frauendienstes. 16. Endliche Abschaffung der außertourlichen Qualifikation. Die versammelten Delegierten richten an da» k. k. Eisenbahnministerium das dringende Ersuchen, ermöglichst die Zentral» Personalkommissionsmitglieder und die PersonalkommifsionSinit-glieder der einzelnen DirektionSbezirke, die der Wächterkategorie angehvren, zu einer gemeinsamen Sitzung einzuberufen, um die vorstehenden Anträge einer entsprechenden Beratung zuführen zu können. Gleichzeitig spricht die Reichskonserenz ihre Entrüstung darüber aus, daß feiten« einiger Vorgesetzter mehreren gewählten Delegierten zur Reichskonferenz der nötige Urlaub verweigert wurde. Die Zentrale wird ausgesordert, solchen das Personal erregenden Machinationen einzelner organisationSfeinblicher Vor-Aesetzter aus das schärfste entgegenzutreten. Hierauf gelangten noch mehrere Anträge, die speziellen Verhältnisse der Wächter auf der Südbahn betreffend, zur Annahme, die wir bereits in der Nummer 12 des »Eisenbahner" vom 20. April l. I.. und zwar in dem Bericht über die Konferenz des Wächterpenonals der Südbahn 21. März l. I. in Marburg zum Abdruck gebracht haben. Diese Anträge wurden der. Personalkommission der Südbahn überspielen. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung gelangte nach dem Referat des Genossen Herzig und einer eingehenden Debatte betreffend den Ausbau des Vertrauensmännersystems unter dem Wächterpersonal folgender Antrag zur einstimmigen Annahme: In jedem Bahnmeisterrayon sowie in allen Stationen sind aus dem Wächterpersonal Vertrauensmänner auszustellen, welche mit den Ortsgruppen in steter Verbindung zu bleiben haben; ferner sind in jedem Direktionsbczirk Direktionsvertrauensmänner zu nominieren, und zwar am Sitze der Pcrsvnal-kommission. Wenn nicht ohnehin am Sitze der Personalkommiffion aus der Kategorie der Wächter korrespondierende Mitglieder find, so haben die zu nominierenden Direltionsvertrauensmänner als korrespondierende Vertrauensmänner im Einvernehmen mit den Ortsgruppen und der Zentrale zu fungieren. Bevor Anträge in den Personalkommissionen der verschiedenen Bahnen und Direktionsbezirke eingebracht werden, müssen dieselben, um ein einheitliches Vorgehen zu ermöglichen, den Vertrauensmännern in Wien, Beziehungsweise der Zentrale zur Begutachtung vorgelegt werden. Die Reichskonserenz ersucht daher die Zentrale, ehestens bas Geeignete zu veranlassen, um den Ausbau des Vcrtrauens-männersystems in der genannten Weise zu ermöglichen. Zum Schlüsse gelangte noch ein Antrag behufs Abhaltung einer großen Protestversammlung wegen der bisher nicht erfolgten Durchführung der Zugeständnisse betreffend die Verbesserung der Automatik zur einstimmigen Annahme. Dieser Antrag wurde der Zentrale überwiesen. Bezüglich der im Sozialversicherungsgesetzentwurf beabsichtigten Verschlechterung der Rechte der Eisenbahner in der Unfall- und Krankenversicherung gelangte eine diesbezügliche Resolution zur einstimmigen Annahme und wird in derselben an die sozialdemokratische Fraktion im Parlament das Ersuchen gestellt, mit ganzer Kraft sich dafür ein zu setzen, daß die Rechte der Eisenbahner in der Unfall- und Krankenversicherung in keine? Weise gekürzt werden. Die zweitägige Beratung zeigte ein erfreuliches Bild von dem Wachstum der Organisation unter dem Wächterpersonal aller Bahnen. Dies ist gewiß eine sichere Bürgschaft dafür, daß die berechtigten Forderungen der Wächter rasch die erhoffte Erfüllung erfahren werden. Die Prütcrierung der Manipulanten. Im Budgetausschuß hat im vorigen Monat der Eisenbahnminister das Wort ergriffen, um auf die Beschwerden des Abgeordneten Genossen Ellenbogen zu erwidern. Von den Ausführungen Sr. Exzellenz konnte sich nur die »O e st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e Eisen-bahnerzeitung" begeistern, indem sie behauptet, daß seine Ausführungen in den weitesten Kreisen wie Offenbarungen anmuten. Wir jedoch wissen, daß der Eisenbahnminister auf die Beschwerden des Abgeordneten Ellenbogen nur oberflächlich eingegangen ist, so zwar, daß wir uns von dem Resultat seiner Offenbarungen aber schon nicht im geringsten begeistern können. Er hat weder das Wie noch das Wann der Arbeitertaglöhne fixiert, hat nichts Bestimmtes über die Fahrgebühren des Zugs- und Maschinenpersonals berichtet, nichts über die Herausgabe der neuen, verbesserten Automatik u. s. w. Ja, über jene Punkte, die er noch am eingehendsten berührt hatte, die hat er dann gleich darauf einer Deputation gegenüber widerrufen. Es soll nicht geglaubt werden, als ob die Eisenbahner auf das, was ihr Minister sagt, nichts geben würden. Im Gegenteil — sie erwarteten stets eine bestimmte. sichere, ausführliche Darlegung, sie bekundeten stets einen festen Glauben und waren sehr geduldig im Warten. Dieses Zeugnis wird ihnen niemand versagen. Nun aber empfindensie, daß nicht volle Offenheit herrscht und ind furchtbar mißtrauisch geworden. Wenn sie dann noch ehen. daß der Minister mit absichtlicher Gleichgültigkeit >ie Beschwerden ihrer Vertreter beantwortet,' wenn er in ächaemäßen Fragen nur oberflächliche und flüchtige Bemerkungen fallen läßt, dann ist ihr Mißtrauen, ihre Ungeduld begründet. Nimmt er doch nicht darum die Stelle eines Elsenbahnministers ein, um in vornehmer Pose die Lebensfrage der Eisenbahnerschaft so langsam zu erwägen, damit er ihr zeitweise nur eine phrasenhafte Antwort 'entgegenstammeln kann. Zivar haben wir das immer noch so erlebt: es wurden vorzunehmende oder eigentlich scheinbar beabsichtigte Reformen mit vollen Backen hinausposaunt, worauf diese Reformen nie durchgeführt wurden, bis erst das zwingende Muh durch die Eisenbahnerschaft selbst einen Teil davon erreicht hat! Wohl am leichtfertigsten ist der Eisenbahnminister über die Manipulantenfrage hinweggegangen, indem er bloß ausführte, daß die Manipulanten aus dienstlichen Rücksichten nicht Unterbeamte werden können. Was sind das jedoch für dienstliche Rücksichten? Er hat sie nicht bekanntgegeben. Wir aber haben Gründe genug hervorgehoben, durch welche wir zu Unterbeamten ernannt werden müßten. Aber sollte es tatsächlich der Fall sein, daß wir. aus dienstlichen Rücksichten nicht Unterbeamte werden können, ivarum findet er es dann für gut. wie kann er es vereinbaren und _ rechtfertigen, einige, bloß einige Manipulanten aus diesen dienstlichen Rücksichten zu Unterbeamte zu befördern? Auch das hat Se. Exzellenz zu beantworten und auszuführen vergessen. Oder er hat es darum nicht getan, um nicht noch tiefer in das Dilemma hineinzugeraten. Denn das Wort »dienstliche Rücksichten" hat ihm in der Tat das Dilemma bereitet, weil er heute oder morgen doch in die Lage kommen wird, diese dienstlichen Rücksichten bekanntzugeben. Das aber kann er nicht und dieses oberflächliche Wort wird zum Tyrannen der Manipulanten, wird immer eine Präterierung darstellen. Wir haben wahrlich keine Furcht, alle angeführten Gründe zu widerlegen, überhaupt dann nicht, wenn sie so seicht sind wie dieses Wort. Mehr noch: wir werden beweisen, daß unsere Ernennung gerade aus dienstlichen Rücksichten gefordert wird. Etwas anderes wäre es aber gewesen, wenn der Minister von finanziellen Rücksichten gesprochen hätte. Dann hätten wir ihm vielleicht geglaubt, daß er in dieser Hinsicht an den Finanzminister gebunden ist, welch letzterer nicht nur hartherzig im Hergeben, sondern auch hartherzig im Einheimsen ist. So gleichgültig, so oberflächlich, so engherzig hätten wir Manipulanten, wir Eisenbahner im allgemeinen die Ausführungen unseres Ministers nicht erwartet. Ueber waS sich daher die .Verkehrsbundzeitung" eigentlich begeistert zeigen kann, wissen wir nicht. Das Tschaperl freut sich wohl, daß die Ausführungen ©einer Exzellenz in den weitesten Kreisen wie Offenbarungen anmuten, und das deshalb, weil sich bei Seiner Exzellenz bereits »die Notwendigkeit ergibt, in der Erfüllung der Wünsche Maß zu halten", und daß er es unter gar keinen Beweis stellen zu müssen glaubt, warum die Manipulanten nicht Unterbeamte werden dürfen, diese Frage vielmehr mit der schalen Phrase beantwortet, daß sie aus dienstlichen Rücksichten nicht befördert werden können. Ja, ja, es fehlt nur noch der fromme Augenaufschlag: »Wer sich erhöhen will, mutz erniedrigt werden ...." F. S. Zugsbegleiterkonferenz der Oesterreichischerr Nordwestbahn und Südnorddeutschen Verbindungsbahn. Am 6. Juni fand in Alt-Paka im Gasthaus »zur alten Post" eine Konferenz des Zugbegleitungspersonals der Oe. N.-W.-B. und S.-N.-D. V.-B. mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Prüfungsfrage der Zugsbegleiter der Oe. N.-W.-B. 2. Regelung der Fahrgebühren. Die Konferenz war auf das Ersuchen der Personalkommissionsmitglieder von der Zentrale zu dem Zweck einberufen worden, um die unter dem Personal herrschenden Meinungsdiffe-renzen bezüglich der Prüsungsfrage auszugleichen. Ebenso sollte dem Zugbegleitungspersonal Gelegenheit geboten werden, seine Meinung wegen Erhöhung, beziehungsweise Reformierung der Fahrgelder zum Ausdruck zu bringen. In der Konferenz waren die Stationen Jgtau, Chlumetz, Königgrätz, Schreckenstein. Trautenau, Reichenberg, GeierSberg, Znaim, Alt-Paka, Parschnitz, Prag, Josefstadt-Jaromer, Pardubitz und Eiseubrod durch 18 Delegierte vertreten. Von der Zentrale war der Obmann Genosse Josef Schwab, vom Prager Sekretariat Genosse K u r a n d a entsendet worden. Außerdem waren noch die Personalkommissionsmitglieder Bauer und Paul anwesend. Von der Station Stockerau Gar ein Begrüßungsschreiben eingelangt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung erstattete Genosse Paul daS Referat. Genosse Paul führte aus, daß die Prüsungsfrage eine Angelegenheit ist, durch welche weniger die gegenseitigen Interessen zwischen Personal und Verwaltung, sondern vielmehr die verschiedenen Interessen, die unter dem Personal selbst vorhanden sind, berührt werden. Durch die letzten Bestimmungen, die von der Direktion bezüglich Einteilung der Zugsbegleiter in einen höheren Dienstrang erlassen wurden, sind die Meinungs-diffcrenzen unter dem Personal noch erhöht worden, weil in diesen Bestimmungen eine Uebergangszeit nicht vorgesehen war. Genosse Paul legte der Konferenz einen Antrag vor und ersuchte, diesen Antrag als Grundlage zur Beratung zu betrachten. Genosse Kur and a betont, daß die Prüfungen von den Verwaltungen benützt werden, um sich gegen das Strafgesetz zu schützen. Das Personal muß von seinem Standpunkt bemüht sein, die gerechtesten Prinzipien aufzustellen. Eine Regelung dieser Frage ist um so mehr notwendig, da die jetzt geltenden Prüfungen auch nach der Einreihung in das Staatsbahnschema gelten sollen. Dann kommt er noch auf die Verwendung der FarbenblisideN zum Manipulationsdienst zu sprechen. An der hieraus folgenden mehr als zweistündigen Debatte beteiligten sich die Genossen: B a u e r, G a u b e, Skala, Tyl, Kratky, Wondrak, Kästner, Rezek, Houswicka, Ali na, Gros und öerovsky. Zn dem Antrag des Genossen Paul wurden noch zwei Zusatzanträge gestellt und lautete derselbe dann ivie folgt: Antrag. Die Bestimmungen deS Erlasses vom 22. August 1906, Z. 90.867, sowie die Bestimmungen des Erlasses vom 24. November 1908, Z. 133.186/B 2 sind zu annullieren und hat die Einreihung der Zugsbegleiter zum Manipulations- und ZugS-sührerdienst nach folgenden Normen zu erfolgen: Die Einreihung nach dem Dienstalter in den Manipulation?- und Zugsführerdienst hat stattzufinbcn: a) bei jenen Kondukteuren, welche die Verkehrsprüfung vor dem 1. Oktober 1906 bestanden haben, und welche die Manipulationsprüsung bereits abgelegt haben oder längstens in zwei Jahren ablegen; 4>) bei jenen Kondukteuren, bei welchen die Ablegung der KondukteurSprüsung nach dem 1. Oktober 1906 statt-gesunden hat und welche die Manipulations- und Zugs-führcrprüsung längstens in fünf Jahren nach ihrer definitiven Ernennung ablegen: Bei Bediensteten; welche durch ihr eigenes Verschulden die Prüfungen in den unter a) und b) angeführten Zeiträumen nicht ablegen, erfolgt die Einreihung zum Manipulations- und Zngs-sührcrdienst nicht nach dem Dienstalter, sondern es gilt für die Einreihung jener Zeitpunkt, in welchem die Manipulations-, beziehungsweise Zugsführerprüfung abgelegt wurde. Bei Bediensteten mit gleichen definitiven Jahren steht jener im Vorrang, der länger im Bahndienst ist. Bedienstete, die nach dem Zeitpunkt der Ablegung der Manipulationsprüsung bereits ein Jahr beständig als Mirnipu» tont oder ZugSsührer eingeteilt sind, dürfen aus Grund oben genannter Bestimmungen auf einen niedereren Dienstposten nicht rückversetzt werben. Bei Besetzung höherer Dienstposten ist die Ernennung zum provisorischen Kondukteur nicht zu berücksichtigen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Zum zweiten Punkt der Tagesordnug erstattete leichsalls Genosse Paul das Referat. Derselbe erwähnte, aß in Rücksicht der Verstaatlichung die Reformierung der Fahrgelder auf der k. k. St. B. auch für das Zugbegleitungspersonal der Oe. N. W. B. von Interesse ist. Wenn die Gleichstellung der Fahrgcbühren mit den Sätzen zu 20 H. und 30 H. auf den Staatsbahncn erfolgte, so wäre dieses eine Reform, die auch von den Zugsbegleitern der Oe. N. W. B. könnte übernommen werden, da diese Reform im allgemeinen als eine Verbesserung zu betrachten lväre. Jedoch ivären auch bei Durchführung dieser Reform unbedingt Bestimmungen notwendig, daß eine gegenwärtige Schädigung bei jmen Bediensteten vermieden würde, deren Fahrgelder nach den jetzigen geltenden Normen höher sind. In diesem Sinne wurde in der letzten Sitzung der Personalkommission auch ein Gutachten abgegeben. Nachdem aber die Gleichstellung der Fahrgebühren aus den k. k. Staatsbahncn in Frage gestellt ist, so besteht für die Zugsbegleiter der Oe. N. W. B. die Gefahr, daß bei einer zukünftigen Reform ein Teil der Bediensteten in den Fahrgebühren ungeheuer geschädigt, der andere Teil aber eine ganz ungenügende Erhöhung erhalten würde. Nr. 18 „Der Gks-uvay«»».- Seite 5 Genosse Zentralobmann Schwab ergänzte das Referat des Genossen Paul, m dem tr Mitteilung von den letzten Verhandlungen über die Reform der Fahrgebühren, die im Eisenbahnministerium stattfanden, machte. An der folgenden Debatte beteiligte sich die Mehrzahl der Delegierten. Der Verlauf derselben gestaltete sich sehr erregt. Sämtliche Redner wiesen darauf hin, daß bei einer ungünstigen Reform der Fahrgebühren unter den Zugsbegleitern eine große Unzufriedenheit zutage treten würde. Hoffentlich wird ein Weg gefunden werden, daß auch für die Zugsbegleiter der Qe. N. W. B. eine Reform der Fahrgebühren stattfinden kann, die als befriedigendzu bezeichnen wäre. Folgende Resolution wurde von den Delegierten einstimmig angenommen: Die am 6. Juni 1909 in Alt-Paka tagende Konferenz der Zugsbegletter der Oe. N. W. B. und S. N. D. V. B. be- schließt mit Rücksicht aus die Verstaatlichung dieser Bahn folgendes: Nach der am Ende März 1909 in der Plenarsitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses vom Herrn Eisenbabn-minister abgegebenen Erklärung wurde unter anderen Reformen auch eine 30prozentige Erhöhung der Fahrgebühren „womöglich" mit rückwirkender Kraft ab 1. Jänner 1909 auch für die^Zugsbegleiter der verstaatlichten Privatbahnen in Aus- Nachdem aber bei der Oe. N. W. B. und S. N. D. V. B. daS Kilometergcldsvstem besteht, bei den k. k. Staatsbahnen jedoch eine Gleichstellung des Güterzugspersonals mit den: tersonenzugspersonal in Bezug aus baS dort bestehende tundengelbsystem geplant wird, sühlt sich die Konferenz verpflichtet, folgendes zu erklären: Wohl wird vom universellen Standpunkt aus die bei den k. k. Staatsbahnen geplante und den Bediensteten der verstaatlichten Bahnen in Aussicht gestellte Reform der Fahrgebühren begrüßt. Doch muß betont werden, daß die besonderen Verhältnisse bei der Oe. 91. W. B. und S. N. D. V. B. bei der Durchführung dieser Reform berttctiichtigt werden müssen, wenn nicht viele Zugsbegleiter an ihren bisherigen variablen Bezügen fühlbar geschädigt werden sollen. Die gewählten Personalkommissionsmitglieder werden beauftragt, im Einvernehmen mit der Allgemeinen Eisen-bahnergewerkschastsorganisation die zur Sicherung der bisherigen höheren Fahrgebühren notwendigen Schritte einzuleiten. Es ist zu erwarten, daß diese Konferenz nicht nutzlos war, sondern daß diese ernste Beratung gewiß auch Erfolge für die Zugsbegleiter der Oe. R. W. B. zeitigen werde. —P.— Ein fflahnmort an alle Signal-meilter der öfterreichifchen Cifenbahncn. Diese wenigen und kurzen Ausführungen, welche von einem Berufskollegen, einem Signalmeister, durch die Fachpresse zur weiteren Kenntnisnahme in oen Signalmeister-kreisen dienen sollen, sind in einem Moment der Feder entsprungen, wo bereits eine hübsche Anzahl von Kollegen sich veranlaßt gesehen hat, sich zusammenzuschließen und zu organisieren. Den Zweck und Nutzen einer Organisation hier zu erklären, ist eigentlich im Zeitalter, wo sich alles organisiert, sich alles m den verschiedensten Verbänden und Vereinigungen zusammenfindet, eine überflüssige Arbeit. Wie nun bei dem größten Betrieb eines Staates, bei der Eisenbahn, sich schon vor Jahrzehnten die Organisation als eine Notwendigkeit ergab und allmählich entwickelte, so muß man es auch heute einsehen und jedermann, der nicht gerade gedankenlos dahinlebt, hat Schulbeispiele genug, um es zu erkennen, daß zur Erreichung besserer Dienstverhältnisse und geordneter Zustände eine 8arte, große und allgemeine Organisation notwendig ist. 8 gilt aber auch, alle diese Errungenschaften zu erhalten und gegen Angriffe und Verschlechterungen zu verteidigen. Hauptsächlich die gewonnenen, oftmals im heißen ernsten Ringen erworbenen Früchte für uns ganz sicherzustellen, sie pragmatisch und gesetzlich festzulegen. Aber auch noch einen bedeutenden Wert und Nutzen hat die Organisation für den, der das gewiß zweifelhafte Vergnügen haben soll, sich wegen eines Vorkommnisses bei Gericht zu verantworten. Das steht doch außer jedem Zweifel, daß der Dienst eines Sianalmeisters ein sehr verantwortungsvoller ist, man denke nur die große Anzahl der Wechsel, deren Instandhaltung seine Sorge ist, ent einziger, der vielleicht schlecht geschlossen haben soll, kann sehr bedenkliche Folgen nach sich ziehen. Man sehe sich nur den oft sehr komplizierten Mechanismus solch einer Sicherungsanlage mit allen ihren Neben- und Hauptapparaten an und auch der Nichtfachmann wird gerne zugeben, daß das Ressort ein gewaltiges ist. Hat man nun eine Strecke von 100 bis ISO, ja bis 180 Kilometer mit eventuell 20 bis 25 Stationen, welche mit Sicherungsanlagen ausgerüstet sind, ordentlich gewissenhaft zu erhalten, so zu erhalten, daß man für die Sicherheit von Gut und Leben der durchsausenden Züge und Passagiere einstehen kann, so wird jeder redlich Denkende gerne zugeben, daß der Dienst einen ganzen Mann erfordert. Und jetzt noch ein Punkt. Sind die Signalmeister nicht auch dem Risiko der körperlichen Beschädigung, kurzum eines Unfalles ausgesetzt? Wir müssen doch den ganzen lieben Tag zwischen den Geleisen herumlaufen, bald hängen wir wieder wo auf einem Signal, oft 10 bis 12 Meter koch in der Luft, um dort nach dem Mechanismus zu sehen und das Erforderliche anzuordnen. Die An-nchmuchmt, auf einem solchen Semaphor an expornierter Stelle irgend eine Reparatur rc. auszuführen, ist gewiß keine begehrenswerte. Und gerade dieser Umstand hat den Schreiber bewogen, sich eventuellen Rechtsschutz zu suchen und zu sichern und wie wohl er daran tat, das lehren ihm die Dielen, oft nur mit Inanspruchnahme der Rechtshilfe ausgekämpsten Unfallschiedsgerichterkenntnisse. Hand aufs Herz, Kollegen l Wer hat sich diese Gebaute« Schon »«gelegt? Und wer hat als treuer Familienvater sich und die Stmen gegen derlei Vorkommnisse gesichert? Gem»g der Gründe, blicken wir unS einmal nun solche Bereinigungen an, welche schon geraume Zeit bestehen und in deren Reihen wir die Signalmeister, das ' nur eine« Teil derselben gefunden haben. In Wien t ein Setein, der Verein der elektrischen Fachorgane der österreichischen Eisenbahnen; dieser Verein hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen seiner Mitglieder zu wteete». Wie ei«e solche Vertretung aussieht, zeigt der tiatih*, dich erst eine Anzahl dem 9t*eö- mcht ob» gehöriger Kollegen dank der „regen und tatkräftigen Arbeitslust" des genannten Vereines, sich vereinigen mußte, ein Zirkular an alle Signalmeister richtete, wo sie aufgefordert wurden, zu einer Reihe von Forderungen ihr Gutachten abzugeben. In einer zu diesem Zwecke in Prag abgehaltenen, sehr gut besuchten Versammlung wurden diese Fragen ventiliert. In dieser Versammlung wurde beschlossen, sich dem allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Verein anzu-fchließen. Dem Vereine der elektrotechnischen Fachorgane konnten sich die Kollegen nicht anschließen, nachdem mit dieser Organisation, wiewohl sie schon jahrelang, allerdings mit Ausschluß der Oeffentlichkeit besteht, keinerlei Arbeit möglich ist. Dieser Fachverein kann bestenfalls ein guter Gefelligkeits- und Unterstützungsverein fein, dem man eventuell die Besorgung seiner Bestattung nach dem Ableben überlassen kann, aber um seine Existenz zu heben, sich bessere, aussichtsreichere Dienstesverhältmsse zu erkämpfen, dazu taugt der Verein nicht. Da gehört mehr Rückgratsteise, viel mehr Energie und besonders viel mehr Verständnis, wenn auch viel weniger .Standesbewußtsein" dazu. Eine Vereinsleitung, die in der notwendigen Gründung einer Ortsgruppe eine Schwächung des Vereines erblickt, ist wohl in Vereinsangelegenheiten ein bißchen unerfahren. Eine Vereinsleitung, welche eine ihr lästig gewordene Opposition mit Zuhilfenahme eines Hausknechtsparagraphen ganz einfach ausfchliefit, ist nicht objektiv und gerecht. Eine Vereinsleitung, die der Meinung ist, daß die Erledigung der Dienstangelegenheiten und Differenzen, um welche sich eine Organisation zu kümmern hat, rein persönliche Angelegenheit ist, die zu schlichten jedermanns eigene Sache ist, hat sich selbst ad absurdum geführt. Eine Vereinsleituna, welche in den heißen Kampfestagen der Eisenbahnerschaft nicht ein ein-zigesmal die Gelegenheit wahrgenommen hat, [gegebenen* orts die Interessen ihrer Mitglieder zu wahren, die eS so weit gebracht hat, daß trotz der vielen Jahre, welche der Vereto zählt, niemand von der Existenz desselben wußte, eine solche Vereinsleitung gehört dorthin, wo der Pfeffer wächst, und ein Verein, der sich solch eine Leitung gefallen läßt, darf sich nicht zum Anwalt unserer Interessen aufspielen. Uns wird in dem Publikationsorgan des Fach-vereines vorgeworfen, daß wir uns dem Gewerkfchaftsverein angeschlossen haben; nun der ist schon maßgebender als der Fachverein und jedenfalls sind unsere Interessen als Mitglieder weit besser gewahrt als im Fachverein. Es ist eigentlich bedauerlich, daß wir erst jetzt zu dieser Einsicht gelangten. Immerhin aber, Kollegen, ist eS nicht zu spät. Wir haben viel Versäumtes einzuholen, aber es muß gehen. Arbeiten Sie alle mit an dem Werke unserer Besserstellung, lassen Sie die Arbeit nicht einzelnen, sind Sie nicht so unmoralisch und ernten die Früchte, die andere gesät. Jeder einzelne muß mithelfen; wir sind ehrlich genug, es einzugestehen, daß wir jedermanns Mithilfe brauchen. Jeoer Signalmeister, ob er in der fernsten Bukowina, im tiefsten Tirol, im untersten Küstenland oder hoch in Nordböhmen den gleich schweren Dienst, die gleich drückende Verantwortung, aber auch die gleichen Wünsche und Schmerzen trägt, trage sie zu dem Baue der Organisation. Es gilt hier nicht nationale und konfessionelle Momente in oie Wagschale zu werfen. Im Kampfe ums Brot müssen andere Motive sprechen. Eines ist klar, so darf es nicht weiter-gehen, wenn wir uns nicht vor uns selbst schämen müßten. Wir Signalmeister, die sich immer schmeicheln, auS der Elite der Arbeiter hervvrgegangen zu sein, sind wir doch alle Feinmechaniker, Mechaniker und Maschinenbauer gewesen, wir sollten uns da von Magazinsarbeitern und Verschiebern lehren lassen, wie man sich organisiert? Darum auf, Kollegen, lassen Sie alle Vorurteile fallen, finden Sie sich dort ein, wohin Sie gehören, im Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Verem für Oesterreich. Für das Kronland Böhmen, Mähren und Schlesien melde sich jeder Kollege in Prag per Adresse: Josef Van Sk, Königliche Weinberge, Kowrgasse 10. Für die anderen Kronländer wolle sich jeder Kollege an den betreffenden Lokalvertrauensmann, beziehungsweise Ortsgruppenleiter wenden. Der monatliche Beitrag beträgt Kr. 1'20. Das Fachblatt wird in deutscher, tschechischer, polnischer, slowenischer und italienischer Sprache je noch Wunsch frei ins Haus gestellt. Jeder Kollege wird im Interesse der Sache gebeten, seinen Eintritt auf jeden Fall auch dem Attionskomitee per Adresse: Joses Banik, Königliche Weinberge, Kolärgasse 10, mittels Postkarte zu melden. Mit kollegialem Gruß DaS Aktionskomitee. Gewährung eines unentgeltlichen Kurgebrauches für die Krankenkaffenmitglieder der Sttdbahn. Zu den außerstatutarischen Leistungen nach dem gegenwärtigen Krankenkassengesetz und dem k. k. Statut der Südbahn gehört auch die im § 16, Punkt 25 gewährte außergewöhnliche Bargeldunterstützung: Mitgliedern, welche nachweisbar durch eigene oder durch Krankheit von im gemeinsamen Haushalte lebenden Familienangehörigen in eine Notlage geraten sind, oder welche über Verordnung des Bahnarztes eine besondere Kur gebraucht haben ober gebrauchen sollen, sowie endlich auch den Hinterbliebenen eines Mitgliedes, welche durch dessen Tod in eine bedrängte Lage versetzt worden sind, kann von dem Ausschuß etrtc außergewöhnliche Bargeldunterstützung gewährt werden. Gesuche um Gewährung einer Unterstützung müssen, wenn das gestellte Begehren mit einer Krankheit oder mit dem Tode eines Mitgliedes begründet ist, mifr der bahnärztlichen, in allen anderen Fallen aber mit einer ärztlichen Bestätigung über die Art und Dauer der Erkrankung überhaupt versehen sein und müssen durch den betreffenden Lokalvorstand, welcher seine eigene Aeußerung aus dem Gesuch selbst abzugeben hat, dem Ausschuß zur Entscheidung vorgelegt werden. So wohlgemeint seinerzeit bei der Einführung der Bargeldunterstützungen diese Bestimmung gewesen sein ihren Aweck Hat sie nicht erfüllt. »e liberale ,Lanrchabung dieser Bestimmung hat im Laufe der Jahre nachgerade zur mißbräuchlichen Ausnützung geführt, so das; schon ein wahrer Unfug getrieben wurde. Unter den nichtigsten Vorwänden wurde um die Gewährung einer Bargeldunterstützung angesucht, so daß sich in letzterer Zeit die Anzahl der eingelangten Unterstützungsgesuche in einem Monat schon auf 250 bis 300 belief. 'Wenn der Ausschuß einem Petenten im Durchschnitt nur 20 Kr. Unterstützung gewährt, so macht dies im elfteren Falle 5000 Kr. und im zweiten Falle bei 300 Gesuchen 6000 Kr. an Bargeldunterstützungen aus; in einem Jahre beträgt dies allein schon 60.000 Kr. oder 72.000 Kr. an ausgezahlten Unterstützungen. 20 Kr. sind jedoch der mindeste Betrag, der gewährt wurde, in sehr vielen Fällen wurden 25 Kr., 30 Kr., 35 Kr., 40 Kr. itnd ,n besonders berücksichtigungswürdigen Fällen auch noch höhere Unterstützungsbeträge gewährt. Es ist klar, daß man in einem Krankheitsfall auch mit einer Unterstützung von 50 Kr. sich keine Kur verschaffen kann, weil in den Kuranstalten und Bädern die Unterkunft und Verpflegung für unbemittelte Kassenmit-glieder viel zu kostspielig ist, um sich solch eine Kur leisten zu können. Der gewährte Kurkostenbeitrag wurde in manchen Fällen gar nicht einmal hierzu benützt, sondern zu anderen Zwecken verwendet. Auch war es bei der ungeheueren Anzahl von eingelangten Gesuchen dem Ausschuß beim besten Willen nicht möglich, größere Untersttttzungsbeträge zu gewähren, weil wieder sonst die anderen statutarischen Benefizien eine Einschränkung hatten erfahren müssen. Der Ausschuß hat sich daher schon seit Jahren mit der Frage beschäftigt, den ernstlich erkrankten Kassenmitgliedern an Stelle der bisherigen Bargeldunterslützunaen eine wirkliche Kur und Verpflegung in einer feinem leidenden Zustand zuträglichen Kur- oder Badeanstalt ganz auf Kosten der Krankenkasse zu gewähren, oie Bargeldunterstützungen jedoch vorläufig noch etwas einzuschränken, bis die endgültige Familienangehörigen-Behandlnng auf Kosten der Kaffe auch durchgeführt fein wird. Den gesamten Kassenausschuß hat daher in der Durchführung der für die Krankenkassenmitglieder sehr wichtigen Angelegenheit einzig und allein nur die Fürsorge für die ertränkten Mitglieder geleitet und um denselben alles dasjenige zu bieten, damit dieselben wieder gesund werden können. Nachstehend das Zirkular an die Krankenkassenmitglieder: Nr. 999/Kr. K. 868. An alle Herren DienstabtellungS-, BetriebS-ZnspektoratS» und Lokalvorstände sowie an alle Herren Bahnärzte der österreichischen Linien der Südbahn samt Nebenlinien. Krankenkasse. (Unentgeltlicher Kurgebrauch; Bargeldunterstatzungen.) Bon dem steten Streben geleitet, die Leistungen der Krankenkasse nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeit auSzu-bauen, hat der KassenauSschuß nunmehr fein Augenmerk auch darauf gerichtet, erkrankten Mitgliedern den zur rascheren Wiederherstellung ihrer Gesundheit oft unumgänglich notwendigen Gebrauch von Bade- oder sonstige »Kuren in g e-eigneten Anstalten aus Kassels st en zu ermöglichen. Auf Grund der getroffenen Vereinbarungen können kurbedürftige Kassenmitglieder in nachstehenden Badeorten und Kuranstalten nebst sreiem Kurgebrauche auch Unterkunst und voll ständige Verpflegung aus Kassekosten finden: Abbazia (insbesondere für Rekonvaleszenten). Alland (iturdauer 4 Monate), Baden bei Wien, Bad Hall ln Oberosterreich, Bad Statt, t örgaS (flurbauet 4 Monate), arlSbad, Krapina-Töplitz, LupuSheilßätte in Wien» Markt Süsser, Monsaleone» fistzan, öplitz in Krain, Waraödin-Tüplitz. Die Absicht des Ausschusses geht dahin, in allen jenen Fällen, in welchen zur Herstellung der Gesundheit oder wenigsten» zur Herbeiführung einer wesentlichen Besserung des Gesundheitszustandes ein Kurgebrauch unbedingt notwendig ist, tatkräftigst einzugreifen. Fälle also, welche auch ohne Kuraebrauch in kurzer Zeit Heilung gewärtigen lassen, können selbstverständlich im Interesse der Allgemeinheit nicht berücksichtigt werden. Der Ausschuß, welcher sich die Anweisung der Suren in den bezeichne ten Anstalten votbehält, wird daher auSnahmSlo» nur jene Mitglieder berücksichtigen, welche vom kompetenten Bahnarzt nachMaßgabe der vorstehenden Intention fitr einen Kurgebrauch empfohlen werden. DaS betreffende Kassenmitglied hat daS mit dem bahnärztlichen Gutachten versehene Gesuch seinem Lokalvorstand zu übergeben, welcher eS im Dienstwege an den KassenauSschuß weiterzuleiten hat. Von diesem werden dann die weiteren Weisungen ergehen. Für die Erteilung des erforderlichen Urlaubes und bet eventuellen notwendigen Freikarten hat daS Kassenmitglied rechtzeitig selbst zu sorgen. Die Aahnca'jjte werden ersucht, den über ihre Empfehlung in eine Kuranstalt überwiesenen Kassenmitgliedern vor der Abreise in die Anstalt ein zur Orientierung des KurarzteS dienendes Schreiben mitzugeben. Für die Dauer des Kurgebrauches find die Betreffenden Bediensteten im Krankenstände zu führen; sie erhalten daher — selbstverständlich unter den statutarischen Voraussetzungen — auch für diese Zeit daS volle Krankengeld. Sollen die obigen Leistungen, welche beim richtigen Erfassen der Intentionen deö Ausschusses von den segensreichsten Erfolgen begleitet fein können, in dieser Ausdehnung als dauernde Institution fortbestehen, so erscheint eS notwendig, die hieraus erwachsenden Kosten anderwärts wieder hereinzubringen; dies wird durch Restriktion der Bargeldunterstützungen und Kurkostenbeiträge (§ 16, Absatz 25 des Statuts) möglich sein. Wir nehmen daher die Gelegenheit wahr, die mit Zirkular 356 A 1903 erlassenen Weisungen, welche dem mit den Bargeldunterstützungen getriebenen Unwesen begegnen sollten, in Erinnerung zu bringen. Seid« müssen wir konstatieren, daß nach einer vorüberg»h«»den Hesserung die Zahl der entlaufenden Gesuche in auffallender Weise wieder zugenommen hat. Insbesondere müssen wir bemängeln, daß die Einbegleitüntzen durch die Lokalvorstände, welche nebst dm Bahnärzten einzig und allein die Not-rverrdjgkeit einet außergewöhnlichen GeldauMfe zu beur- teilen vermögen, oft derart mangelhaft abgefaßt sind, daß der Ausschuß nicht in der Lagerist, die dürftigen von den unbedürftigen Bittstellern zu unterscheiden, worunter dann garade jene zu leiden haben, für welche die Institution gedacht ist. Wir haben weiters gefunden, daß zahlreiche Gesuche die gleiche Handschrift aufweisen und glauben daraus die Vermutung aussprechen zu können, daß sich bereits dritte Personen die Freigebigkeit der Kasse zunutze gemacht haben und durch zweifellos nicht unentgeltliche Fabrikation von Unterstützungsgesuchen einen Nebenerwerb schaffen. Daß dies der Zweck der Einrichtung nicht ist, braucht wohl nicht erst betont zu werden. Wir richten daher neuerdings an die Dienstvorstände und auch an die Bahnärzte das eindringliche Ersuchen, dem mit den Unterstützungsgesuchen getriebenen Unwesen energisch entgegcnzutrcten und nur jene Gesuche zu befürworten, welche wirklich berücksichtigungswürdig erscheinen. Dieses Zirkular ist den Kassenmitgliedern in geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen. Wien, 8. Juni 1909. Für den Ausschuß Der Obmann Dr. Hermann m. p. kin wichtiger Behelf für jeden Bahnbedienftefen. Die vor vielen Jahren ausgegebenen Gebührenregulative für Bahnbedienstete sind nahezu unwirksam geworden. Die gegenwärtig gültigen Gebührenbestimmungen sind in den verschiedenen Jahrgängen der Amtsblätter und Zirkulariensammlungen zerstreut und zusammenhanglos publiziert. Abgesehen von den Schwierigkeiten, die mit der Einsichtnahme in die Amtsblätter und Zirkularien verbunden sind, ist ein Zurechtfinden in dem Chaos selbst demjenigen, der mit diesen Vorschriften vertrauter ist, schwierig. Da besteht nun seit langem das dringende Bedürfnis nach einer vollständigen und übersichtlichen Darstellung aller auf die Entlohnungsverhältnisse der Eisenbahner bezughabenden Bestimmungen. Diesem Bedürfnis soll, soweit cs sich um die Entlohnungsoerhältnisse der Bediensteten der k. k. Staatsbahnen, der St. E. G., der de. N. W. B. und der S. N. D. V. V., der Südbahn, der B. E. B. und der E. W.-A. handelt, demnächst Rechnung getragen werden. Es erscheint im Buchhandel eine Sammlung aller auf die Gebühren der Bediensteten der genannten Bahnen Lezughabenden gültigen Bestimmungen unter dem Titel: „Die Bezüge des Perso nales der k. k. österreichischen Staatsbahnen und der größeren österreichischen Privat6ahnen". Die Sammlung ist von mit diesen Vorschriften vollkommen vertrauten Fachmännern der Verwaltung genannter Bahnen zusammengestellt, hat aus Verläßlichkeit und innerhalb ihrer Beschränkung auf die angeführten Bahnen, üwdj auf Vollständigkeit Anspruch. Die Anordnung des Stoffes in der Sammlung ist eine übersichtliche und ermöglicht eine rasche Orientierung. So behandelt beispielsweise der auf die Gebühren Der Bediensteten der k. k. Staatsbahnen bezughabende Teil Der Sammlung in getrennten Abschnitten: Die Einteilung des Personales, die Ausnahms- und Änstellungsbedingungen, die Einteilung und der Aus-Hahlungsmodus der Bezüge, die ständigen Bezüge (Ge-HaltS-, Vorrückungs- und Quartiergeldschema der Beamten, Adjutum der Beamtenaspiranten, Monatsgehalt, beziehungs-rverse Taggeld der Manipulantinnen, Taglohn der Aus-hiMnnterbeamten, Aushilfsdiener sowie der Arbeiter, Gehalts-, Vorrückungs- und Quartiergeldschema der Unter-beamten und Diener, Gehalts- und Vorrückungsschema -er Bahnosfizianttnnen, Taggeld der Diurnisten, Bezüge der mit besonderem Dienstvertrage eingestellten Personen, Personalzulagen und persönliche Quarüergeldzulagen, Quartiergeld, Einreihung der Stationsorte der k. k. österreichischen Staatsbahnen in Quartiergeldklassen, Naturalwohnungen und Brennstoffpauschale, Bezüge während Krankheiten, Kontumazierungen, Urlauben, gerichtlicher Untersuchungs-Hast, Suspendierungen und dauernder Verwendung auf höheren Dienstposten, Einstellung der Bezüge bei Auflösung des Dienstverhältnisses und bei der Versetzung in den Ruhestand, Sterbequartal, Dauer der Erholungsurlaube, Äezüae während der Erfüllung der Militärdienstleistuna) bie Rebenbezüge (Diäten und Zehrgelder, Spesenpauschale, Ersatz der Fahrgelegenheit, Mnriametergeld auf Baustrecken, Uebersiedlungspauschale, Reise- und Uebersiedlungsoor-schüsse, Kilometer- und Stundengelder, Stundengelder des Schlssspersonals, Fahrtaggelder, Unterkunstsgebühren, Nebenbezüge bei Exponierungen, Reisepauschalien, Pauschalien für Pumpenwärter, Pauschale der Ordner auf den Wiener Lokalbahnstrecken, Kleidungspauschale, Kanzleipauschalien, Unisormierungsbeitrlm, Entschädigung für innere Dampfkesseluntersuchung, Ersatz des Sperrgeldes, Pauschalien für die Haltung von Katzen und Wachhunden, Reinigungspauschale, Entschädigungen für Dienstaufwand, Dienst- und Ortszulagen, Prämien, Tantiemen, Remunerationen), Gehaltsabzüge für Stempel und Steuern (Einkommensteuer, Besoldungssteuer). Auf ähnliche Weise behandeln die übrigen Teile des Merkchens die für die anderen genannten Bahnen geltenden Entlohnungsbestimmungen für die Bediensteten derselben. Der Preis des Buches: „Die Bezüge des Personals der k. k. öster-reichischenStaatsbahnen und der größeren österreichischen Privatbahnen" ist mit Rücksicht auf den Umfang des in handlichem Taschenformat erscheinenden Merkchens (mehr als 300 Setten) ein niedriger und betrügt bloß 1 Kr. Da jedem Bahnbediensteten die Anschaffung dieses Buches dringendst zu empfehlen ist, hat die Zentrale den kommissionsweise» Lertneb desselben übernommen. Zur Feststellung der Auf« -läge benötigt die Zentrale umgehend die Bekanntgabe der Anzahl der Exemplare, die die einzelnen Ortsgruppen abzunehmen bereit sind. Die Ortsgruppen erhalten bei Voreinsendung des Betrages oder bei Bezug per Nachnahme 20 Prozent, bei Bestellungen gegen spätere Verrechnung 30 Prozent Nachlaß. Da der Verkauf ein kommifsionSweifer ist, müssen bestellte Exemplare auch wirklich bezogen werden. Bestellungen sind nur an die Administration de« .Eisenbahner', Wien. Yü. Setitagaffe Nr. B zu richten und sind zu Geldsendungen für diese Bücher lediglich die dem betreffenden Zirkular beiliegenden Erlags-scheine zu verwenden. Da die Gelegenheit für jeden Bahn-bebtensteten, sich einen unentbehrlichen Behelf ztt beschaffen, eine günstige ist, wird ans eine Massenbestellnng des Merkchens g c r e ch n e t. Wir bitten alle Vertrauensmänner, eine rege Agitation für den Vertrieb desselben zu entwickeln. Der Preis konnte nur mit Rücksicht darauf so niedrig angesetzt werden, als man mit Recht auf einen entsprechend hohen Absatz des Buches rechnet. über die am 22. und 33. Shiril 1909 tu Wien abgehaltene Sitzung der Personalkommission, Sektion Diener, der Österreichischen Nordwest-bahn und Sndnorddentschen Verbindungsbahn. Anwesend die Herren: Zentralinspektor Karl Holey als Vorsitzender, Inspektor Dr. Alois Fellner als Stellvertreter, Offiziant Wenzel Martin, Verschieber Josef H e r z a n, Kondukteur Eduard Paul, Streckenwächter Alois Kra 1 iöek, Streckenwächter Wenzel M a r w a n, Streckenwächter Josef Holzhäuser, Oberheizer Joscf N i e d e r in e r t l, Lokomotivführer-anwärter Leopold A p p c l t, Kanzleidiener Johann A n d e r l i k als gewählte Mitglieder, Weichenwächter Ferdinand Lins als ernanntes Mitglied, Bahnkonzipient Dr. Josef D o l p als Schriftführer. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung um halb 10 Uhr vormittags und begrüßt die Erschienenen. 1.Antrag. (M ürti n. Paul, N i e d erm ertl, Her-3 a n.) Ermöglichung der Erlangung des Unterbeamtenranges allen Dienern, welchen es früher usuell gewährleistet war, bei der Erreichung der Gehaltsstufe von 1200 Kr., insbesondere die Ernennung von Lolomotivführeranwäriern, die eine Maschine selbständig führen, und von Kondukteuren, die den Dienst eines Zugsführers oder Manipulanten versehen, bei der Erreichung der Gehaltsstufe von 1200 Kr. zu Unterbeamten. Zur Begründung wird auf den bisher bei der Oe. N. W. B. bestandenen Usus hingewiesen, wonach die Diener bei Erreichung der Gehaltsstufen von 1200 Kr. zu Unterbeamten ernannt wurden; insbesondere bestehe in der Gruppe der Wagenausseher dieser Wunsch. Bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen seien der größte Teil der Wagenschreiber Unterbeamte, so in Bodenbach von 10 acht. Es wäre wünschenswert, daß ältere Diener, die auf exponierten Posten stehen, zum Beispiel als Billettenkassiere und mit dem Publikum direkt verkehren müssen, auch schon vor der Erreichung der Gehaltsstufe von 1200 Kr. mit der Unterbeamtenuniform betritt werden, ohne jedoch sonst den Unterbeamten gleichgestellt zu werden. Das Zugbegleitungspersonal hege die Hoffnung, daß den Norbwestbahnern die früher usuelle Ernennung zum Oberkonduk-teur unter Verleihung des Uuterbeamtencharakters auch bei der Einreihung in das Staatsbahnschema gewahrt bleibe. Das Maschinenpersonal müsse heute trotz der Automatik 15 bis 16 Jahre auf die Ernennung warten, während diese früher schon in 8 bis 10 Jahren erfolgt fei, dabei habe das Ma-fchinenperfonal heute nicht einmal die Sicherheit, daß es den Unterbeamtencharakter erhalte. 2. Antrag. (Paul, Martin, Anderlik, Holzhäuser, Appell.) Kürzung der bestehenden VorrücknngSfristen bei den Dienern in der Gehaltsstufe von 1000 Kr. von drei Jahren auf zwei Jahre; in der Gehaltsstufe von 1500,1600 und 1700 Kr. von fünf auf drei Jahre. Bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen sei die Erfüllung dieses Antrages beabsichtigt ooer schon in Angriff genommen. Die Durchführung dieses Antrages käme hauptsächlich den älteren Dienern zugute, während bei den letzten Reformen vorwiegend die jüngeren Diener begünstigt waren. Bei den Wächtern seien die Jahrgänge 1872 bis 1890 in dieselbe Kategorie eingereiht worden. Das gesamte Dienerpersonal lege aus die Durchführung dieses Antrages großen Wert, weil es sich hiervon den Ausgleich verschiedener Härten erhoffe. 3. Antrag. (Paul, Niedermertl.) Kürzung der nächsten Vorrückungsfristen aller Diener, die mit 600 oder 720 Kr. definitiv ernannt wurden, um ein Jahr, sofern sie nicht bereits Unterbeamte sind oder außertourlich befördert wurden. (Die Vorrückung am 1. Oktober 1907 nicht gerechnet.) Bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen sei dieses Zugeständnis schon gemacht und teilweise durchgesührt worden. Es handle sich hier um daS ältere Dienerpersonal; die im Oktober 1907 gewährten Ergänzungszulagen bieten, da sie durch mehrere Avaueemeuts absorbiert werden, keine dauernde Besserstellung. Auf die Anfrage deS PersonalkommissionSmitgliedeS Smderinertf, ob über die Durchführung der Anträge2 und 3 keine bestimmte Erklärung abgegeben werden könne, antwortet der Vorsitzende, daß er hierzu Nicht autorisiert sei, daß jedoch bei der Durchführung der Verstaatlichung zu erwarten sei, daß das Nordweftbahnpersonal mit dem Staatsbahiipersonal gleich behandelt werden wird. 4. Antrag. (Paul, Niedermertl.) Erhöhung der Anfangsgebalte von 800 auf 900 Kr. und von 900 auf 1000 Kr. In 5er Begründung wird auf die Unzulänglichkeit dieser Bezüge, die noch durch bedeutende Abzüge gekürzt werden, hin-gewiefen. 5. Antrag. (Paul, Niederrnertl, Herzan.) Erhöhung der Fahrgebühren für Lokomotiv- und Zugbegleitungspersonal um 30 Prozent. (Geändert.) In der Begründung wird ausaesührt, daß dieser Antrag als Provisorium gedacht ist fürj die Zeit, bis bei uns rote bet den k. k. österreichischen Staatsbahnen statt der Kilometergelder Stundengelder für daS Fahrpersonal eingeführt werden. Bei den k. k. Staatsbahnen sei die Gleichstellung der Personen- und Lastzüge in Aussicht genommen. Bei der Oe. N. W. B. würden durch die Einführung der Stundengelder, wie sie bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen jetzt bestehen, ungefähr 180 Kondukteure und Oberkondukteure eine Einbuße an ihren Bezügen bis zu 82 Kr. monatlich erleiden; dies komme daher, weil heute gewisse Stationen (Wien, Prag, Jglau, Tetfchen u. s. w.) durch die Personenzüge besser gestellt sind als andere. Doch sei das System der Stundengelder gerechter und werde vom Personal angestrebt. Da das System der Stundengelder die Gleichstellung der Personen- und Lastzüge zur Voraussetzung hat, so werde die Mehrzahl des Fahr-personals von der Einführung der Stundengelder einen Gewinn haben. Der Vorsitzende empfiehlt eine Aenderung des Antrages, da die Durchführung in seiner ursprünglichen Fassung eine nach weitere Entfernung von den bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen geltenden Normen bedeute und bei der schlietzlichen Einführung der Staatsbahnnormen viele Bedienstete einen sehr großen Ausfall an Bezügen erleiden würden. Der Antrag wurde in nachstehender Form angenommen: „Einführung der Fahrgebühren für das Lokomotiv- und ZugbegleitungSperfonal nach den bei den k. I. österreichischen Staatsbahnen in Aussicht stehenden Normen." Gewährung von Nachtdienstzulagen an alle Nachtdienst versehenden Personen, und zwar Diener 1 Kr. Der Vorsitzende teilt mit, daß bei den k. I. österreichischen StaatSbahnen schon für die meisten Dienerkategorien eine Nacht-dieutzzulqge normirrt sei. welche bei der DurchsShrung. der Ver- staatlichung auch dem Personal der Oe. N. W. B. zugute kommen dürste. Antrag 7. (Marwan.) Gewährung von Funktionszulagen an die selbständigen Leiter von Stationen und .Haltestelle». Diener 120 Kr. jährlich. Heute bekommen die selbständigen Leiter von Haltestellen nur kleine Pauschalien für Reinigung; Bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen seien solche Zulagen bereits eingeführt. Antrag 8. (Kraliöek, Lins, Niedermertl, Holzhäuser, Marwan, Martin, Paul.) Gewährung eines 20prozentigen Nachlasses bei Bewertung von Naturalwohnungen und Ausdehnung derselben auf die Wohnungen der Wächter. Der beantragte Nachlaß sei ein Aequivalent für die Unannehmlichkeiten, die mit einer Naturalwohnung verbunden seien (große Entfernung von der Ortschaft, Rauch- und Ruß-plage, mangelnde Nebenräume rc.). Die Wächterhäuser feien vielfach zu klein, oft sei kein Trinkwasser in der Nähe, so in Altstadt bei Tetschen; in verschiedenen Strecken seien bereits Diensthütteit und Vorbaue bei den Wächterhäusern errichtet worden, doch mögen solche überall errichtet werden, damit nicht die Wohnung des Wächters auch vom Ablöser benützt werden müsse. Antrag 9. (Martin, Niedermertl, Paul, Herzan, Kralieek.) Einführung des zwölfstündigen Dienstes mit darauffolgender 24stündiger Ruhezeit, unter Freigabe einzelner Tage außerhalb der turnusmäßigen bestimmten Zeit. Zur Begründung wird ausgeführt, daß für einige Kategorien in einzelnen Stationen noch 24stündiger Dienst mit 24stündiger Ruhezeit bestehe. In den Heizhäusern sei diese Diensteinteiluitg bei der schweren Arbeit zu anstrengend, auch werden die Vorbereitungsarbeiten (Lokomotivpflege, Putzen re.) in die Ruhezeit eingerechnet. Die Diensteinteilungen der Wächter seien in einzelnen Strecken (Semit) so, daß der Wächter nur jede neunte Nacht ganz frei ist. In großen Rangierstationen möge für die Weichenwächter, die dort keine Ruhepausen haben, die Diensteinteilung erleichtert werden. Antrag 10. (Paul, KraliSek, Appelt,Niedermertl, Martin.) Endliche Regelung der Dienst- und Ruhezeiten des Maschinen- und Zugbegleitungspersonals analog der Neuregulierung bei den k. k. Staatsbahnen, insbesondere Zuziehung gewählter Vertrauensmänner zur Erstellung der Turnusse für daS Zugbegleitungspersonal. Beim Betriebsinspektorat Prag sei verfügt worden, daß bei der Erstellung der Turnusse „maßgebende" Zugsbegleiter zuzuziehen seien; die Stationsvorstände hätten deshalb nicht gewußt, wen sie beiziehen sollen. Bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen werden Vertrauensmänner gewählt, die berechtigt stiid, das beteiligte Personal zu einer Besprechung einzuberufen und den Stationsvorständen einen Vorschlag zu machen. Das Maschinenpersonal müsse schon einige Stunden (der Führer zwei, der Heizer drei) vor der Abfahrt im Heizhause Vorbereltungsarbeiten leisten, die jedoch in die Ruhezeit emgerechnet werden; nach der Ankunft im Heizhause müsse der Heizer wieder die Maschine reinigen. — Die kleinen Diensttouren zur Maschinenpflege sollen entfallen. — ES komme vor, daß provisorische Heizer den ganzen Tag über im HeizhauS beschäftigt find und abends die Weisung erhalten, eine Fahrt als Heizer zu machen, so daß sie vor dieser Diensttour gar keine Ruhezeit haben. Antrag 11. (Paul.) Abschaffung der längeren Verwendung von Aushilfsarbeitern im Fahrdienst und Anstellung der Aushilfskondukteure nach zweijähriger Dienstzeit. Zur Begründung wurde angeführt, daß jeder, der in den Fahrdienst kommen will, zuerst einige Zeit — bis zu drei Jahren und mehr als Aushilssarbeiter fahren muffe und dann erst provisorisch werde; hierdurch werde die Erreichung deS DefinitwumS sehr lange hinausgeschoben. Antrag 12. (Mä rti n.) Aenderung der Statuten der DiSziplinarkammer. Der Vorsitzende gibt die von der Sektion für Beamte beantragte Aenderung der Statuten der DiSziplinarkammer bekannt ; dieser Antrag wird in der gleichen Weife wie Antrag 33 der Sektion Beamte formuliert, mit dem Zusatze vor § 11 der Dienstvorschrift über das Disziplinarverfahren; .Die Verhandlung ist öffentlich." Antrag 13. Sämtliche Bedienstete und Arbeiter sind jährlich mit mindestens zwei LebenSmitteleinkaufszertifikaten zu Meilen. Der Vorsitzende verweist darauf, daß nach den Bestimmungen der Instruktion XII der k. k. österreichischen Staatsbahnen jeder Bedienstete, ausgenommen die in den Markt- und Einkaussorten wohnenden, zwei solcher Zertifikate erhalten. Mit der Durchführung der Verstaatlichung sei auch die Durchführung dieses Antrages zu erwarten. Antrag 14. (M ä r ti n.) Einrechnung der provisorischen und Aspirantendienstjahre gegen Nachzahlung. In der Begründung wurde daraus hingewiesen, daß nach dem Provisionsstatute der k. k. österreichischen Staatsbahnen eine Nachzahlung für die provisorische Dienstzeit und deren Ein-rechnung möglich sei. A n t r a g 15. (M ä r t i n.) Sämtlichen vor dem 1. Jänner 1908 pensionierten Bediensteten sind 40 Prozent des Wiener OuartiergeldeS in die Pension einzubeziehen. In der Begründung wurde aus die von den Altpeufiouisten auch anderer Beamtenkörper unternommenen Schritte hingewiesen. Antrag 16. Gewährung freier Fahrt an die Rechtsvertreter der Bediensteten und Arbeiter bei Strafprozessen aus dienstlichen Anlässen. Mit Rücksicht aus Antrag 42 der Beamtensektion einstimmig angenommen. Antrag 17. (Niedermertl) Einführung allgemeiner Sprechtage für das Personal bei der Direktion und bei den Sektionsvorständen. Gleichlautend mit Antrag 41 der Beamtensektion. Antrag 18. (Appelt.) Beteilung des gesamten Personals mit sämtlichen Gebalts-, Disziplinär-, Gebühren-, Steuer-« Krankenkassen-, Unfall-, Penfions- und Provifionsvorschristen. Zur Begründung wurde ausgeführt, daß die Bediensteten von wichtigen Vorschriften keine Kenntnis hätten, weil die verschiedenen Statuten und Normalien auf der Strecke nur ganz vereinzelt feien; es wurde auf die Analogie bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen verwiesen. Antrag 19. Sämtlichen Bediensteten soll der Bezug von Holz und Kohle zu Regiepreisen gewährt werden. Der Vorsitzende verweist aus den gleichlautenden Antrag der Sektion Beamte (Nr. 28), woraus der Antrag einstimmig angenommen wird. Antrag 2 0. (Martin, Paul.) Beiziehung der Per-sonalkommissiou zu den Verhandlungen, betreffend die Einreihung der Bediensteten und Arbeiter in den Status der k. k. StaatSbahnen. Gleichlautend mit dem Antrage 45 der Sektion Beamte; einstimmig angenommen. Antrag 21. (Appelt.) Einführung von GebirgS-zulagen für daß Lokomotivpersonal analog den k. k. Staatsbahnen. ?n der Begründung wird darauf hingewiesen, daß bei > österreichischen Staatsbahnen für GebirgSstrecken, das sind solche Strecken, wo die Züge regelmäßig mit zwei Lokomotiven (Nachschub) verkehren, Gebirgszulagen normiert sind. Der Kohlenverbrauch sei in solchen Strecken «in sehr großer, so daß die Kohlenersparnisprämien sehr gering seien. 50et den k. k. StaatSbahnen seien für solche Strecke doppelte Prämien normiert. Antrag 22. (Appelt, Niedermertl.) Schaffung von Tagesunterkunstsräumen für das Lokomotivpersonal. (Mit Zusatz.) Str. IS „Der Gtsenvayner." Veite 7 In der Begründung wird auSgeführt, daß in groben Stationen das Personal der Maschinen, die ausgerüstet werden müssen, oft zwei bis drei Stunden im Freien bei der Lokomotive warten müsse, bis die Reihe des Kohlenfassens rc. an diese komme. Dieses Personal dürfe die Wartezeit über sich nicht von der Lokomütive entfernen; diese Zeit werde jedoch in die Ruhezeit eingerechnet; da das Personal nicht in die Kasernen gehen könne, mögen in der Nähe der Heizhäuser Hütten errichtet werden, damit das Personal bei schlechtem Wetter unter Dach sein könnte. — In Nimburg sei schon ein derartiger Bau; in oen nachstehenden Stationen seien Unterkunstsräume zu schaffen: In den Stationen Wien, Jglau, Grotz-Wosek, Nimburg, Schreckenstein, Letschen, Königgrätz, Josefstadt, Reichenberg und Pmschnitz. Antrag 23. (Paul, Martin.) Schaffung von Schul-titomen für die periodischen Prüfungen. (Slenderung.) Zn Stationen mit größerem Personalstand werden die periodischen Prüfungen teils im Verkehrsbureau, teils in den Kasernen abgehalten, wodurch sowohl die Prüfung, als auch das amtierende Personal gestört wurde. ES seien oft keine Sitzgelegenheiten vorhanden und da die Prüfungen meist zum Dienstwechsel abgehalten würden, empfinde es daher das Personal schwer, wenn es lange Zeit stehen müsse; der Antrag wurde in nachstehender Form einstimmig angenommen: „Beistellung von paffenden Lokalen mit Sitzgelegenheiten für die periodischen Prüfungen." Antrag 24. (Paul, Appelt, Niebermertl, Uralt Sek.) Durchführung von weiteren notwendigen Verbesserungen in den Kasernen. Zu diesem Antrag wurde angeführt: Schon im Vorjahre habe Die Verwaltung verschiedene Verböserungen durchgeführt, doch seien in einzelnen Kasernen noch UebeMnde, so in Leitmeritz. Dort seien die Räumlichkeiten zu Pein und kein Abort in der Nähe; die Fenster führen auf einen GeflÜgelhos. In Lissa seien die Kasernenräumlichkeiten am Dachboden und geradezu feuergefährlich. In Schreckenstein und Prag seien die Kasernen für das Lokomotivpersonal zu klein. In Nimburg sei die Lampisterie unzureichend, auch könne die eine Ausräumerin nicht die notwendige Arbeit leisten. Antrag 26. (Appelt.) Gewährung, Beziehungsweise Einführung von Raftgebühren für das längere Zeit außer-haw des Domizilortes in Reserve zurückgehaltene Lokomotiv-personal. ES komme vor, daß eine Zugspartie zum Beispiel von Nimburg nach Schreckenstein fahre und dort einen Rückzug zu übernehmen hätte. Wenn nun dieser Zug abgesagt wurde, so fahre das Personal nicht in Regiefahrt zurück, sondern müsse oft zwölf Stunden und länger auf einen Rückzug warten. Wahrend dieser Zeit verdiene das Personal keine Fahrgelder. Be! den k. I österreichischen Staatsbahnen werden diese »UÄleibestunden besonders entlohnt. Antrag 2 6. (M ä r t i n, Paul.) Die provisorischen Be-diensteten, wie Aushilfsunterbeamte und Aushilfsdiener der Oe. R. W. B. und S. N. D. V. B. find analog den diesbezüglichen Bestimmungen bei den I. k. Staatsbahnen ehemöglichst m den Provifionsfonds der k. k. Staatsbahnen auszunehmen. In der Begründung wurde auf die hohen Beiträge für den Provifionsfonds der Oe. N. W. B. hingewiesen; nach dem Provisionsstatut der k. k. österreichischen Staatsbahnen sei eine Nachzahlung für frühere Dienstjahre zulässig. Antrag 27. (Paul, Niebermertl.) Gewährung eines außertourlichen Avancements für alle jene Bediensteten, welche erst nach langjährigem Provisorium definitiv ernannt würben. Dieser Antrag betreffe einzelne Bedienstete, die zehn Jahre unh länger als Taglohnbedienstete im gesellschaftlichen Dienst standen und erst spät den Ansängsgehalt erreicht haben; oftmals fei die Definitivernennung so spät erfolgt, daß die Bediensteten nicht Mehr in das Pensionsinstitut ausgenommen werden konnten. Antrag 28. (Paul, Martin, Niebermertl, Marwan.) Baldmöglichste Einreihung beS gesamten Personals der Oe. N. W. B. unb S. N. D. V. B. in das Schema der I, k, Staatsbahnen, und ehemöglichste Herausgabe, beziehungsweise Beteilung des gesamten Personals mit den Bei den k. k. Staatsbahnen bestehenden Fahrbegünstigungen. Das Personal wünsche die baldige Einreihung in das Staatsbahnschema, um der bei den k. k. Staatsbahnen bereits eingeführten Verbesserungen (Fahrgebühren, Nachtdienstzulagen ic.) teilhastig zu werden, doch befürchte auch ein Teil der Bediensteten, daß sie bei der Uebernahme Nachteile erleiden würden. Antrag 2S. Die Personalkommission, Sektion Diener, ersucht um die Beantwortung aller in beit früheren Sitzungen eingebrachten unb bis jetzt noch nicht erledigten Anträge. Der Vorsitzende gibt bekannt, daß eine ganze Reihe von vorjährigen Anträgen, die er einzeln bespricht, ganz oder nach Tunlichkeit durchgeführt ist. Was leistet die Organisation? (Schluß.) Aktion gegen die Gründung eines neuen II. PcnsionS-fondsinstitnts B. Durchführung: Die nachteiligen Bestimmungen der FondSstatuten wurden dem Eisenbahnministerium in Form einer am 8. Oktober 1906 eingebrachten Interpellation zur Kenntnis gebracht. Diese Interpellation ist im »Eisenbahner" Nr. 30/1905 abgedruckt. Mit dieser Angelegenheit befaßte sich weiters auch ein Artikel im „Eisenbahner" Nr. ‘24/1905. Außerdem wurde anläßlich der passiven Resistenz diese Angelegenheit neuerlich behandelt und in den aufgestellten Forderungen die Umgestaltung des PensionssondS B in ein Provifions-sondSinstitut verlangt. (Siehe hierüber „Eisenbahner" in den Nummern 35/1905 und 2/1906.) Wahlen in den Ausschuß der Betriebskrankeukaffc. Durchführung: Aufstellung der Kandidaten, Drucklegung und Versendung der Kandidatenliste. Erfolg: Die von der Organisation ausgestellten Kandidaten wurden gewählt. Wahle» i» den Ausschuh des Peusiousmstituts. Durchführung: Aufstellung der Kandidaten, Drucklegung und Versendung der Kandidatenliste. Erfolg: Die von der Organisation ausgestellten Kandidaten wurden gewählt. Wahl der Personalkommisfion. Durchführung: Abhaltung einer Konferenz, Aufstellung dir Kandidaten, Versendung der Kandidatenliste und Klebezettel' Abdruck der Liste im .Eisenbahner" Nr. 23/1908, In derselben Nummer erscheinen auch der WahlauöschreibungLerlaß sowie die Statuten für die Personalkommission abgedruckt. Auffig-Teplltzer Eisenbahn. Wahl«, in die Ausschüsse de« Pensionsfonds A und B. Durchführung: Abhaltung einer Konferenz in Aussig am W. Juni 1906 betreffs Aufstellung der Kandidaten. Wegen lkeberrümpekmg der Wähler durch die Direktion intervenierte Abgeordneter Dr. Ellenbogen im EisenbahnministerXim am 20. Juni 1906 und wurde gleichzeitig die Annullierung der mita-i....«!--, c—”rx-'iicn verlangt. (Siehe hierüber Eisenbahn Wien-Aspang. Aktion des Gesamtpersonals. Durchführung: Die Direktion beabsichtigte, das Personal als Mitglieder in den Ersten Wiener Konsumverein ausnehmen zu lassen. Das Personal nahm dagegen Stellung und eS gelangte eine Flugschrift zur Verbreitung, in welcher die Gründe dargelegt sind, aus welchen das Personal gegen dessen Ausnahme in den bürgerlichen Ersten Wiener Konsumverein Stellung zu nehmen gezwungen ist; dafür aber wird die Forderung gestellt, das Personal an den Arbeiter-Konsumverein „Vorwärts" anzuschließen. Diese Forderung wurde der Direktion »ur Kenntnis gebracht, doch ist seither eine Erledigung noch nicht erfolgt. Inzwischen traten die Bediensteten und Arbeiter in großer Zahl dem Arbeiter-Konsumverein „Vorwärts" als Mitglieder bei, dessen Leitung auf Wunsch des Personals nächst dem Bahnhof eine eigene Filiale errichtete. Die Forderungen der Heizer. Durchführung: Abhaltung von Konferenzen zwecks Aufstellung der Forderungen. Verfassung und Überreichung eines diese Forderungen enthaltenden Memorandums. Erfolg: 1. Die Ernennung von Heizergehilfen nach dem bisherigen Gehaltsschema V der E. W.-A. wird für die Folge eingestellt und werden die gegenwärtig in dieses Schema als Heizergehilfen Eingereihten zu Heizern ernannt. 2. Diejenigen, welche mit 1. Jänner 1908 nicht termingemäß mindestens um 50 Kr. vorrückten, erhielten eine diesen Betrag ergänzende Zulage, welche bei der nächsten Vorrückung wieder eingestellt wird. 3, Den vor dem Jahre 1900 definitiv ernannten Heizern wurde ein halbjähriges außertourliches Avancement bewilligt. 4. Der Taglohn der Schlosserheizer wurde aus Kr. 3-20 erhöht. Aktion zwecks Schaffung eines PenfionsinstitntS. Durchführung: Verfassung und Ueberreichnng eineS Gesuches um Errichtung eines PensionSinftitutS für daS im Tag. lohn stehende Personal. Dieses Gesuch ist im „Eisenbahner" Nr. 9/1907 abgedruckt. Aus die Notwendigkeit der Reformierung deS veralteten Statuts deS Provifionsfonds für das definitive Personal der E. W.-A. verweist ein Artikel im „Eisenbahner" Nr. 20/1907. Mit dieser Frage befaßte sich auch eine am 21. Juni 1907 stattgefundene Versammlung und wurde der Standpunkt des Personals in einer einstimmig gefaßten Resolution zum Ausdruck gebracht. (Siehe „Eisenbahner" Nr. 20/1907.) UeBer die durch diese Aktion erzielten Erfolge wurde im „EisenBahner" Nr. 15/1908 auSgefüyrlich Berichtet. Wahlen in den Ausschuß des Pensionsinstituts. Durchführung: Aufstellung der Kandidaten nnd Bekanntgabe derselben im „Eisenbahner" in den Nummern 17, 18 und 19/1906. Erfolg: Die von der Organisation aufgestellten Kandidaten wurden fast einstimmig gewählt. (Siehe „Eisenbahner" Nr. 20/1906.) Wahlen in den Ausschuß der Betriebskrankenkaffe. Durchführung: Aufstellung der Kandidaten, Druck, legung und Versendung der Kandidatenzettel. Ersolg: Die von der Organisation ausgestellten Kandidaten wurden gewählt. Wahl der Personalkommisston nnd des ArbeileranS« schnffes. Durchführung: Aufstellung der Kandidaten, Drucklegung und Versendung der Kandidatenlisten und Abdruck derselben im „Eisenbahner" Nr. 4/1908 (Personalkommisfion) und Nr. 8/1908 (Arbeiterausschuß). Das Statut für diese Institutionen wurde im „Eisenbahner" Nr. 4/1908 veröffentlicht. Erfolg: Die von der Organisation ausgestellten Kandidaten wurden gewählt. Siehe „Eisenbahner" Nr. 6 und 9/1908 (Personalkommission) und Nr. 10/1908 (Arbeiterausschuß). Die Anträge der Personalkommission sind im .Eisenbahner" Nr. 12 1908 cibgedruät. Das Protokoll der Personalkommissionssitzung am 30, und 31. März 1908 ist im „EisenBahner" in den Nummern 14 und 16/1908 abgedruckt. Kahlenb erg-Eis enb ahn. Die Forderungen des Gesamtpersonals. Durchfuhr urig: (Siehe Bericht vom Jahre 1904, Seite 36.) UeBer die Zustände Bei der Kahlenberg-Eisenbahn wurde Material gesammelt und dasselbe Behufs Einbringung einer Interpellation dem Abgeordneten Dr. Ellenbogen übermittelt. Die Interpellation wurde am 29. September 1905 im Parlament eingebracht. Erfolg: Infolge der Resistenzbewegung auf den übrigen Bahnen wurde von den gestellten Forderungen die eitie erreicht, daß die in den Sommermonaten üblichen Löhne in den Wintermonaten nicht reduziert, sondern voll zur Auszahlung gebracht werden. Friedländer Bezirksbahnen. Die Forderungen des Gesamtpersonals. Durchführung: Uebeneichung der Forderungen durch eine Deputation unter Führung deS Abgeordneten Schäfer an die Direktion am 8. Oktober 1907. Erfolg: Gewährung einer 15- bis 20prozentigen Aufbesserung tn der Form eines Quartiergeldes, welches daS Personal bisher nicht bezogen hat. Mnrtalbahn. Die Forderungen des Gcsamtpersonals. Durchführung: Ausstellung der Forderungen und Ueberreichnng derselben durch eine Deputation unter Führung deS ReichsratSabgeordneten Genossen Tüll er und des Land-tagSabgeordneten Genossen Dr. Schachert am 6. Dezember 1907 an den Präsidenten, wie an die Direktion. Der Deputation wurde allseits eine wohlwollende Prüfung und die möglichste Berücksichtigung der int Memorandum niedergflegten Wünsche zugesichert. (Siehe hierüber „Eisenbahner" Nr. 37/1907, wo auch das Memorandum abgedruckt erscheint.) Heber die erzielten Erfolge berichtete der „Eisenbahner" in den Nummern 20 und 22/1908, Schlußbemerkung. Bezüglich aller im vorstehenden Berichte registrierten Einzelaktionen der verschiedenen Kategorien aller österreichischen Eisenbahnen ist zu bemerken, daß eine Reihe der gestellten Forderungen durch die anläßlich der Resistenzbewegungen in den Jahren 1905 und 1907 gemachten Zugeständnisse ihre Erledigung gesunden haben. Manche der gestellten Forderungen wurden infolge Intervention der Vertreter der Organisation bei den Bahnver-waltungen in günstigem Sinne erledigt. Im weiteren werden noch die neugeschafsenen Personalkommissionen und Arbeiterausschüsse die den Bahnverwaltungen bekanntgegebencn Wünsche des Personals zu vertreten haben. Inland. Das Budget des Eisenbahnmimstei'nuns. In dem nunmehr dem Abgeordnetenhaus vorliegenden Sve-, j a l b e r i ch t zum Berichte des Budgetausschusses, ist das Budget deS Eisenbahnministeriums ausführlich behandelt. Der Bericht konstatiert dtc großen Fortschritte, die der Berstaatlichungsgedanke in Oesterreich in den letzten Jahren.gemacht hat, nnd berechnet den gegenwärtigen Änlagew ert der Staatsbahnen nach Berück-sichtMMg dec tat' laufenden Jahre vollzogenen Verstaat- lichungen der St. E. G., der N. W. B. und der S. N. D. V. B. auf 5 Milliarden Kronen. Die bisherigen befriedigenden Betriebsergebniffe der verstaatlichten Eisenbahnen und die zu erwartenden Ersparnisse berechtigen zu der Erwar-wartung einer entsprechenden Herabsetzung des zur Tilgung und Verzinsung des Anlagekapitals zu leistenden Staatszuschusses. Es wird auch Sache der Regierung sein, durch eme einheitliche kraftvolle und zielbewußte' T.arif-Politik der österreichischen Produktion die Wege zu neuen Absatzgebieten zu erschließen. Bei der Neufeststellung der Staatsbahntarife wird daher auf die möglichste Förderung des Exportverkehrs Beoacht zu nehmen sein. Die bedeutende Erweiterung des Staatsbahnnetzes drängt ferner die Frage einer durchgreifenden Reorganisation der Staatseisenbahnverwaltung zur Entscheidung. Der Bericht spricht weiter den Wunsch auS, daß auf dem bereits erfolgreich betretenen Weg der Ueberführung der österreichischen Eisenbahnen in den Betrieb deS Staates kein Stillstand cintreten möge. Es müßte vielmehr ehestens an der Verstaatlichung der E. W. A. und der S. B. herangetreten werden. Auch der Weiterausbau deS Staatsvahn-netzes muß im Auge behalten werden. Ts wird mit besonderer Befriedigung begrüßt, daß die Arbeiten zur Herstellung einer unmittelbaren .Eisenbahnverbindung mit Dalmatien von der österreichischen Regierung mit allem Eifer betrieben werden. Schließlich erwähnt der Bericht die Bestrebungen zur Elektrifizierung einzelner StaatSbabnstrecken und bezeichnet die Einführung deS elektrischen Betriebes als das geeignetste Mittel zur Verbesserung der ungünstigen finanziellen Ergebnisse der Wiener Stadtbahn. CisenbahnaussteÜung i« Salzburg. Vom 5. biß 20, Juli l. I. wird in Salzburg eine Eisenoahnausstellung veranstaltet werden. Nach gepflogenen* Einvernehmen wurde die Eifenbahnbandirektwn beauftragt, diese Ausstellung mit dem Bahnamte Salzburg zur Durchführung zu bringen. Es werden etwa sechs Zimmer der früheren Restaurationslokalitäten im alten Aufnahmsgebäude für die Ausstellung in Anspruch genommen werden. Die Eröffnung der Ausstellung wird am 5. Juli «folgen; ihre Dauer ist auf 14 Tage berechnet. Sie wird vier Gruppen umfassen, und zwar: eine technische, in welcher besonders Pläne und Modelle, die zum Teile schon bei der Weltausstellung in St. LouiS ausgestellt waren, zu sehen Nnd, dann eine Gruppe von Arbeitsmaschinen, eine Fremdenverkehrsgruppe mit bildlichen Darstellungen au8 dem Gasteinertale und vom Trieftet Hafen, ferner ein Wurmb-Zimmer, in welchem aus dem Nachlaß des verstorbenen Eisenbahndirektors Wurmb dessen Radierungen und eine Reihe interessanter Gegenstände, zur Aufstellung gelangen, endlich wird eine Plaketteausstellung angeschlossen. Das Eisenbahirministerium wird sich mit seinem Museum an der Ausstellung beteiligen, die insbesondere für Fächleute sehr interessant zu werden verspricht. Die Fahrbetrievsmittel der Eisenbahnen Oesterreichs. Der Stand der Fahrbetriebsmittel der österreichischen Eisenbahnen und österreichischen Eisenbahnwagen-Leihgefellschaften wird vom ,Eifenhabnblatt* wie folgt angegeben: Am 31. Dezember 1908 im ganzen 6758 Lokomotiven, 5260 Tender, 387 Schneepflüge, 2084 Motorwagen, 15.249 Personen- und 154.790 Lastwagen, Von diesen Fahrbetriebsmitteln standen 1 Lokomotive, 81 Personenwagen und 7323 Lastwagen im Eigentum fremder Parteien und 3717 Lastwagen Hatten die nachgenannten EisenbahnunterNehniunaen teils von österreichi-fchen Eifenbahnwagen-Leihgesellschaften, teils von fremden Leihgefellschasten ausgeliehen, und zwar die K. k. Staatsbahnen jr. k. Nordbahn): 180 offene Lastwagen und 250 Kohlenwagen von der Ersten OesterrelchischeN Eifenbähnwagen-Leihgesellfchaft und 150 gedeckte Lastwagen, 450 offene Lastwagen und 450 Kohlenwagen von der Oestekreichtschen Elsenbahn-Verkehrs-ansralt in Wien; O e st e r r e i ch i f ch e N o r d to c st .6 a h n: 30 gedeckte und 69 offene Güterwagen von der Oesterreichischen Elsenbahn-Verkehrsanstalt in Wien; Aufsig-Teplitzer Eisenbahn: 70 gedeckte Lastwagen von der Ersten Oesterreichischtn Eifenbahnwagen-Leihgefellschaft in Wien und 400 Kohlenwagen von der Oesterreichifchen Eisenbahn-Verkehrsanstalt in Wien; Kascha u-O derber gerEisenbahn: 8 offene Lastwagen UNd 11 Langholzwagen von der Ungarischen Eifenbahn-Verkehrs-Aktiengesellschaft in Budapest und 40 offene Lastwagen, 25 KoMnwagen und 17 Kokswagen von der 'Comp, auxil. internal de cnemiri de fer in Brüssel; Südbahn: 450 offene Lastwagen, 450 Kohlenwagen un.d 150 gedeckte Lastwagen von der Oesterreichifchen Eifenbahn-Verkehrsünftalt tit Wien, 180 offene Lastwagen und 250 gedeckte Güterwagen von der Ersten Österreichischen Eisenbahnwagen-Leihgesellschaft in Wien; Böhmischejto mm erz talbahnen: 75offene Lastwagen von der Comp, aniil. Internat de chemin de fer in Brüssel; FriedlaNder Bezirks bahnen: 6 gedeckte und tt offene Lastwagen von der Ersten Oesterreichischen Eisenbahnwagen-Leihgesellschäst in Wien. Der Stand der ^ahrbetriebsmittel der österreichischen Eisenbahnen und Eisenbähnwagen-Leihgesellschaften am Ende deS Jahres 1907 hat sich bis Ende des Jahres 1908 vermehrt um: 59 Lokomotiven für Etlzüge, 29 Lokomotiven für Personenzüge, 3 Lokomotiven für gemischte Züge mit je 3 gekuppelten Achsen, 68 Lokomotiven für Lastzüge init ie 3 gekuppelten Achsen, 34 Lokomotiven für Lastzüge mit je 5 gekuppelten Achsen. 108 Sekundärlokomotioen, 17 Verschublokomotweu, 242 Tender, 12 Schneepflügc, 171 Motorwagen, 73 Personenwagen I./II. Klasse, 17 Personenwagen I./1I./III. Klasse, 2 Personenwagen I./m. Klasse, 27 Personenwagen II. Klasse, 39 Personenwagen II./I1I. Klaffe, 391 Personenwagen III. Klasse, 15 Personenwagen mit Gepäckraum, 63 Beiwagen zu Motorwagen, 87 Gepäckswagen, 25 Post- und KoNdukteurwagen, 1 Post-Ambulanzwagen, 6 HW- und Rettungswagen, 39 Equipage-(Platrau-)wag«n, 15195 offene Lastwagen, 143 Langholzwagen, 1917 Kohlenwagen, " “ ‘ ' E ^ | Ünaedecfte >eg«i üermin-i mit i* 2 gi kuppelten Achfen, 11 Lokomotiven für Liftjfige mir 4 gekuppelten Achsen, 2 Hofwagen, 7 Salonwagen, 2 Kvmmisstons-(Jnspeknons-)waaen, 1 Schlafwagen, 2 Ausfichts-(Deranda-)waaen. 18 Personenwagen I. Klaffe, 28 OmnrbuS- und Vizinalbahmvasen lsichter« KlMM» Seite V „Der «isenvaytte».' Nr 18 tioR, 7 Personenwagen mit Postcoups, 57 Pferdetransportwagen, 372 gedeckte Lastwagen, 85 Kokswagen, 83 Holzkohlenwagen, 3 Fleischwagen, 1 Milchwagen, 12 gedeckte Hornmehwagen, 10 Borstenviehwagen und 100 Schotterwagen. Er hat somit im ganzen einen Zu-wachs von 296 Lokomotiven, 242 Tendern, 12 Schnee-pflügen, 171 Motorwagen, 560 Personenwagen und 4212 Lastwagen erfahren. Organisationserfolge. Die Union der österreichischen Textilarbeiter versendet soeben ihren Rechenschaftsbericht für das Jahr 1908. Der Bericht gibt unter anderem auch eine Darstellung der Erfolge, die die Arbeiter auch hier durch ihre Organisation errungen haben. Die kleine Tabelle, die wir hier folgen lassen, zeigt die außerordentliche Bedeutung, die die Union der Textilarbeiter für die Hebung der Löhne, für die Verkürzung der Arbeitszeit den Arbeitern gebracht hat. Mehrverdienst in Kronen jährlich Daran waren Arbeiter beteiligt Auf einen Arbeiter entfielen Kronen jährlich.................... Verkürzung der Arbeitszeit in Stunden jährlich................... Daran waren Arbeiter Beteiligt Auf einen Arbeiter entfielen Stunden jährlich................... Verkürzung des Arbeitstages in Minuten............................. 1906 1,746.260 37.609 46.48 1,822.800 10.838 168 33 1907 2,621.334 68.112 45.10 6,861.065 41.837 1908 398.356 8.099 49.17 1,189.822 7.443 Auf 163 32 dem 160 32 zweiten Christlichsozialer Schwindel. Berbandstaa der .christlichen Textilarbeiter Oesterreichs' der zu Pfingsten in Wien tagte, wurde eine Resolution angenommen, w der es beißt: .Gegenüber den Bestrebungen der Unternehmerorgamsation auf Abänderung des Koalitionsgesetzes erklärt der am 30. und 31. Mai 1909 in Wien tagende Berbandstag der christlichen Textilarbeiter Oesterreichs, daß dieselbe durchaus unannehmbar ist. Nicht nur, daß die Rechte der Arbeiterschaft außerordentlich verkürzt werden sollen, hat man noch die Absicht, für die Unternehmet das Koalitionsrecht m ganz unbegründeter Weise zu erweitern. Der Verbandstag erklärt, daß die christlich organisierten Textilarbeiter sich energisch zur Wehre setzen werden gegen diese beabsichtigte Verschlechterung. Ebenso wird der Verbandstag alles unternehmen, um die beabsichtigte Entrechtung der Arbeiterschaft zu verhindern. Im Parlament waren es Abgeordnete der christlich-sozial-klerikalen Partei, die die Petition auf Verschlechterung des Koalitionsrechtes der Arbeiter überreichten, in den Versammlungen wird dagegen gesprochen. Traurig ist es, Latz es noch immer solche Hascherln gibt, die glauben, ein Christlichfozmler könne es mit der Vertretung der Interessen der Arbeiter ehrlich meinen, derweil alles nur Heuchelei und Betrug ist. Siefen Armen im Geiste ist wirklich nicht zu helfen. Soziale Medizi«. Die Wiener Universität hat den Kreis ihrer Lehrfächer in einer für die Wissenschaft und für Arbeiter bedeutenden Weise erweitert. In den Lehrkörper der medizinischen Fakultät ist Dr. L. T e l e k y als Privatdozent für soziale Medizin eingetreten. Dieses Lehrfach war bisher auf fast keiner Universität, selbst nicht an der berühmten Wiener medizinischen Schule vertreten. Doktor T e l e k y bezeichnete in seiner Antrittsvorlesung die soziale Medizin als das Grenzgebiet zwischen der sozialen und der medizinischen Wissenschaft. Unter den vielen Aufgaben dieser neuen Wissenschaft steht in erster Linie die Untersuchung des Einflusses der sozialen Verhältnisse auf die Gesundheitsverhältnisse. Die Großindustrie hat die industriell tätigen Massen aneinandergehäust und die Voraussetzungen für ,hr Studium geschaffen; der soziale Aufstieg der Arbeiterschaft und ihre Forderungen an Staat und Gesellschaft haben die Beschäftigung mit ihnen erzwungen. Die soziale Medizin muß sich aber auch mit den ländlichen Arbeitern, auch mit den Kopfarbeitern befassen. Die Sozialversicherung schafft und enthüllt immer neue Probleme für die soziale Medizin. Die soziale Versicherungsmedizin ist aber nur ein, wenn auch sehr wichtiger Teil der sozialen Medizin. Ein kapitalistischer Raubzug. John D. Rockeseller, einer der grüßten im Reiche des Kapitalismus, streckt die Hand nach unseren Bodenschätzen aus. Im Besitz des Rohöls, der Röhrenleitungen und gewaltiger, mit allen Errungenschaften neuzeitlicher Technik ausgerüsteter Raffinerien hat der von Rockefeller beherrschte tetroleumtrust, die „Standard Oil Company“ die afsinerien Amerikas und Europas bis aus die österreichischen niederkonkuriert. Die österreichische Ausfuhr schuf ihm m allen Ländern West- und Mitteleuropas eine unbequeme Konkurrenz. Den letzten mächtigen Konkurrenten zu beseitigen, die österreichische Petroleumindustrieseiner Herrschaft u unterwerfen, ist nun sein nächster Plan. Die staat-icheEntbenzinierungSanstaltunddervon der staatlichen Bergbehörde geförderte Landesverband bahnen ihm denWegzur Herrschaft auch auf dem österreichischen Petroleummarkt, Herr v. Derschatta und Herr Dr. Geßmann, der deutschnationale und derchristlichsozialeMinister,waren die Schrittmacher des Petroleumkönigs. Kommt der Vertrag zwischen dem amerikanischen Trust und den galizischen Spekulanten zustande, dann sind die Folgen unschwer vorauszusehen. Den Spekulanten wird damit freilich geholfen; die Amerikaner zahlen für da« Rohöl einen sehr anständigen PreiS; die Beseitigung des letzten Konkurrenten ist Mister Rockefeller ein Opfer wert. Das galizische Rohöl aber ist dann in seinen Händen und auch aus dem österreichischen Petroleummarkt wird der amerikanische Kapitalsfürst ein Monopol aufrichten: die Kosten werden die Konsumenten bezahlen. Die Zehntausende armer Näherinnen, die Hunderttausende Heimarbeiter und -Arbeiterinnen Oesterreichs, die Tag für Tag bei elendem Petroleumlicht bis in die späte Nacht tinein um einen Hungerlohn arbeiten müssen, werden bald :ag für Tag auch ihr Schärflein beitragen müssen zur weiteren Verstärkung des Reichtums des internationalen Petroleumkönigs John D. Rockefeller. Und daß dem so ist, hat das arme Volk vor allem den deutschnationalen und christlichsozialen Ministern zu danken, die die Aermsten der Armen bereitwilligst ausplündem helfen, um wahnwitzigen Reichtum Einzelner zu sammeln. Noch könnte die Regierung dem Petroleumkönig in die Arme fallen; an Mitteln dazu fehlt es ihr nicht. Aber nichts geschieht 1 Die Geschichte der Petroleumindustrie zeigt uns, wie immer enger und enger das internationale Kapital den Ring um uns schließt. Sie lehrt uns den Wahnwitz einer Gesellschaftsordnung erkennen, die die Profitgier jedes einzelnen zur Herrin unermeßlicher Bodenschätze macht, die neben der verwüsteten Spekulation und dem wucherischen Monopol kein Drittes kennt. Sie mahnt uns zum rastlosen Kampf für das letzte unserer Ziele: Daß die Naturschätze, die unser aller Erbe sind, auch unser aller eigen werden! Weg mit dem Getreidezoll. Seit langem haben die Getreide- und Mehlpreise eine Höhe erreicht, wie das seit vielen Jahren nicht mehr der Fall war. Der neue Zolltarif, diese letzte fluchwürdige Tat des Kurienparlaments, tut seine Wirkung. Brot und Gebäck ist bereits so klein, daß es eine Fliege davontragen kann, weil die Bäckermeister bestrebt sind, aus der allgemeinen Teuerung noch einen Extraprofit herauszuschlagen. Noch ist keine Aussicht, daß es besser wird. Der Börsenbericht vom Dienstag sagt: Heute hat sich (neuerlich) eine starke Steigerung der Weizen-preise in Wien und Budapest vollzogen. Oktober-Weizen schließt mit Kr. 13 36, also um 44 H. höher als letzten Samstag. Man befürchtet, daß die plötzlich eingetretene Temperatursteigerung bet den gleichzeitig auftretenden heißen Winden der Entwicklung der Saaten sehr schädlich sein und die Besserung des Saatenstandes, welche im Laufes der letzten Woche sichtlich zu konstatieren war, wieder illusorisch machen könnte. Diese Beunruhigung wirkt besonders stark auf die Preise, weil sich die Knappheit der Bestände in sehr bedenklicher Weise fühlbar macht. So stieg auch der Preis prompter Ware gegenüber dem vorigen Samstag um weitere 20 H. und zwar sowohl in Wien als in Budapest. In Budapest waren dabei die Umsätze sehr geringe, etwa 4000 bis 6000 Meterzentner. Bei Fortdauer nicht befriedigender Ernteaussichten wird die zeitweilige Aufhebung der Getreidezölle zur zwingenden Notwendigkeit werden, wenn nicht geradezu ein Notstand des Konsums heraufbeschworen werden soll. Ueberdies hat die Schätzung des Ernteergebnisses in Ungarn, welche die Weizenernte in Ungarn mit 35 Millionen Meterzentner taxiert, sehr starken Eindruck gemacht. Es ist dies zwar nur eine Privatschätzung, aber man nimmt an, daß dieselbe auf Grund der im ungarischen Ackerbauministerium vorliegenden amtlichen Nachrichten erfolgte. Ist diese Schätzung richtig, so würde ohne Zweifel für die kommende Kampagne zur Deckung des Bedarfes der Monarchie eine nicht unbeträchtliche Weizeneinfuhr nötig sein. Ein Ergebnis von 35 Millionen Meterzentner reicht bei den sicher nicht besonders günstigen Ernteaussichten in der diesseitigen Reichshälfte und dem Mangel jeglicher Vorräte aus der alten Kampagne trotz der weitestgehenden Konsumeinschränkungen nicht hin, um den Inlandsbedarf der Monarchie zu decken. Die Sozialdemokraten haben schon im Herbst 1907 vorausgesehen, daß die Preistreiberei bei den Nahrungsmitteln eine furchtbare werden wird, wenn man sich zu keinen Gegenmaßregeln entschließt. Sie brachten schon damals im Parlament einen Dringlichkeitsantrag ein, in dem unter anderem gefordert wurde, sofort mit der ungarischen Regierung in Unterhandlungen wegen Aufhebung der Getreidezölle einzutreten. Die bürgerlichen Parteien des Abgeordnetenhauses haben sich dieser Aktion der Sozialdemokraten nicht angeschlossen. Es blieb bisher alles beim alten Zustand, damit die Agrarier keinen Grund haben sollen, mit der Regierung und den Abgeordneten der bürgerlichen Parteien unzufrieden zu sein. Das Volk, das jetzt schwer unter dem allgemeinen schlechten Geschäftsgang leidet, soll den Brotwucherern zuliebe nun täglich höhere Preise für Brot zahlen müssen. Es wird Zeit, daß sich die breiten Schichten der Völker Oesterreichs auf sich selbst besinnen und den Volksauswucherern in entschiedenster Weise entgegentreten. Der Getreidezoll muß weg. Ausland. Internationaler Aerztekongretz für Berufs. Unfälle. Zum Aerztekongreß für Betriebsunfälle, der die letzten Tage in Rom stattfand, hatten fast alle europäischen Staaten Vertreter entsendet. Die Tagesordnung, bei der der Diskussion durch Zeitmangel recht enge Grenzen gezogen waren, erstreckte sich über die folgenden Punkte: 1. Oraanifation des ärztlichen und chirurgischen Dienstes zur Pflege und Ueberwachung der Folgen der Ärbeits-unfälle. 2. Organisation des gerichtsärztlichen Sachverständigenwesens bei Unfällen. 3. Feststellung und Prognose bet Unfallneurosen. 4. Schätzung der Arbeitsfähigkeit vor und nach dem Unfall. 5. Einfluß der Entschädigungsart auf den Verlauf der posttraumatischen Nervenkrankheiten. 6. Statistische Beobachtungen vom ärztlichen Standpunkt aus nach Anwendung der Unfallgesetze. 7. Die funktionelle Anpassung der traumatisierten Glieder. Es herrschte große Uebereinstimmung darin, daß in chirurgischer Beziehung durch zu langes Unbewegtlassen der Glieder viel Schaden aiigerichtet wird und daß zur Beseitigung der nervösen Unfallfolgen eine möglichst frühzeitige Aufnahme der Arbeit anzustreben sei. Professor Bum aus Wien sagte, daß durch die Ungeübtheit der Aerzte in den zur Bewegung der Glieder neu erziehenden Methoden arg gesündigt werde. Um die aus therapeutischen Gründen wünschenswerte frühzeitige Aufnahme der Arbeit zu ermöglichen, wurde vorgeschlagen, die Einrichtung besonderer Institute oder Gesetzesbestimmungen von der Regierung zu fordern, in denen der Arbeiter vor voller Leistungsfähigkeit unter ärztlicher Ueberwachung arbeiten kann. Professor Feilchenfeld (Berlin) schlug Gene-fungsrenten vor, die als Prämie für eine schnelle Genesung gegeben werden sollten. Bei all diesen Sachen besteht natürlich die Gefahr, daß matt unter dem Mantel therapeutischen Vorteils den Arbeiter schnell in die Fabrik zurückschickt, um die Versicherungskasse zu entlasten. Die Interessen der Unfallversicherungsanstalten wurden übrigens recht wacker auf dem Kongreß vertreten. Professor L i n i n g e r (Düsseldorf) drückte seine Befriedigung darüber aus, daß in einem bis vor die oberste Instanz gekommenen Fall ein Schlosser für den Verlust des rechten Zeigefingers keine Entschädigung erhalten hatte, weil seine Erwerbsfähigkeit nicht behindert war. Durch Anwendung dieses Kriteriums hätte eine Betriebsgenossenschast in einem einzigen Jahr 15.000 Ml. Renten gespart! Natürlich ivar auch des Jammerns über die bösen Simulanten kein Ende. Allerdings wurden auch Fälle vorgeführt, in denen zwei- Sllos willkürliche Verstümmelungen und Verletzungen als nfallfolgen ausgegeben worden waren. Gegen solche, namentlich von Professor Kaufmann (Zürich) und Bernaecht (Mailand) vorgesührten Fälle sollten die Gewerkschaften recht energisch vorgehen, da sie den ehr- lichen Arbeiter in viel höherem Maß schädigen als die Versicherungskaffen. Ueber die Nervenerkrankungen nach Unfällen, die man früher einfach in den großen diagnostischen Kessel der Simulationen oder der Hysterie zu werfen pflegte, war der Kongreß nur insofern getrennter Ansicht, als eine Minderheit der traumatischen Neurose den spezifischen Charakter absprach, während die Mehrheit in dieser Nervenerkrankung einen deutlich umrissenen Symptomenkomplex sah. Ueber den Einfluß, den der Kampf um die Rente auf die Entstehung der Neurose hat, war der Kongreß nicht einig. Professor Winscheid betonte, daß es sich bei der Geltendmachung der Ansprüche des Arbeiters um durchaus berechtigte Ansprüche handle und daß keineswegs ein Vorwurf für den Arbeiter darin liege, wenn man sagte, „ohne Renten keine Neurose'. Der nach einem Unfall nervenkranke Arbeiter sei tatsächlich undunleugbarkrank. Bei dem offiziellen Charakter des Kongresses versteht es sich von selbst, daß die Festlichkeiten und Empfänge mehr Zeit in Anspruch nahmen als die Verhandlungen. Der nächste Kongreß wird in Düsseldorf stattfinden. Die Föderation der Lokomotivführer in Frankreich. Diese Föderation zählt 14.000 Mitglieder. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen für einen Anschluß oder Verschmelzung mit dem Nationalsyndikat der Eisenbahnarbeiter (50.000 Mitglieder) im Gange. Wir erhalten von B r a n c o n i (Mailand) die Mitteilung, daß sich die französischen Lokomotivführer und Heizer an die italienischen Kollegen mit der Einladung gewandt haben, an dem Marseiller Kongreß vom 6. bis 9. Mai teitzunehmen. um die Grundlage zu einer internationalen Organisation dieser Eisenbahnerkategorie zu schaffen. Namens des Syndikats habe er geantwortet, daß es Pflicht der französischen Maschinisten und Heizer sei, sich mit dem Nationalsyndikat zu verschmelzen, welches bereits der Internationalen Föderation angeschlossen ist. Ein dahingehender Vorschlag bat bloß 68 Stimmen gegen 94 auf dem Kongreß erhalten. Es werden also neue Verhandlungen angebahnt werden müssen. Die Antwort von unseren Kameraden Branconi war korrekt und wir wünschen von allen Freunden der gewerkschaftlichen Zentralisation, daß sie immer und immer wieder den Anhängern des Separatismus klar machen, wie schädlich ihr egoistischer Standpunkt der Gesamtbewegung ist. Aus der Eisenbahnerbewegung in Spanien. Wie wir schon früher einmal mitteilten, werden jetzt mit Unterstützung der gewerkschaftlichen Landeszentrale die ernsthaftesten Versuche unternommen, eine Gewerkschaft der Eisenbahner auf vernünftiger Basis zu gründen. Der Anfang ist gemacht und nunmehr ist die Verbandsleitung auch zur Herausgabe eines Verbandsorgans geschritten, um die geistige Verbindung unter den Eisenbahnern herzustellen. Die Organisation nennt sich Sociedad de Obreres, Agentes y Empleados de los Ferrocarriles und das Verbandsorgan führt den Namen „La Union Ferrovlaria“. Die Adresse der Redaktion und Administration ist: Casa del Pueblo (Volkshaus), Piamonte Nr. 2, Madrid. Der zweite Konaretz der Lokomotivführer in Schweden. Der Kongreß fand am 27. April in Stockholm statt. Eine große Anzahl sehr wichtiger Fragen lagen zur Behandlung vor. Die wichtigsten betrafen die Dienstzeit bei den schwedischen Eisenbahnen, oder „Ordre 600', und die Hauptvereinbarung (Avtal), Nr. 2, enthaltend off* gemeine Bestimmungen über die Arbeitszeit und Entlohnung ei den schwedischen Privatbahnen. Letztere Vorlage wurde als gänzlich unannehmbar bezeichnet, gegen „Ordre 600" wurde protestiert, da diese eine unzulässige Ausnützung der Kräfte des Personals bedeute. Für unfreiwillige Versetzungen wurde eine Umzugsvergütung von 90 Kr. für Verheiratete gefordert. In der Frage „vermehrte Ferientage' wurde beschlossen, außer dem in den jetzigen Bestimmungen vorgesehenen, noch 15 Tage Dienstfreiheit unter Abzug des Gehalts zu fordern. In der Beförderungs-ftage wurde eine bessere und gerechtere Regelung gewünscht. Nachdem noch über die Einführung der Dampfbremsen an allen Lokomotiven, über die Mängel des jetzigen Signalsystems u. s. w. gesprochen, eine Summe von 300 Kr. als Stipendium für eine Person zum Besuch der Volkshochschule in Brunsvik bewilligt und als Vorsitzender der Reichs* tagsabgeordnete A. Thylandet wiedcrgewäljlt worden war, erfolgte die Schließung des Kongresses. Ermähnt sei noch, daß der 21 Sektionen und 780 Mitglieder zählende Verein der Lokomotivführer und Heizer schwedischer Staatsbahnen, der seinen Kongreß um dieselbe Zeit tn Stockholm abhielt, die Auslösung des Vereines und den Anschluß der Mitglieder an obigem Verbände, dem Verbände schwedischer Lokomotivangestellter beschloß. Der Verein hat 18 Jahre bestunden. Der Versicherungsfonds, welcher Kr. 65.647'50 enthält, soff unter die Teilnehmer verteilt werden. Der X. Kongretz des dänischen Eisenbahnerverbandes. Der Kongreß wurde vom 13. bis 15. Mai in Kopenhagen abgehalten. Der norwegische und schwedische Eisenbahnerverband hatten Vertreter geschickt, außerdem waren die Organisationen der Post-, Zoll-, Telegraphen- und Straßenbahnangestellten in Dänemark durch Repräsentanten vertreten. Der Sekretär Chr. Nielsen eröffnete den Kongreß und sprach die Erwartung aus. daß die Arbeit, welche den Kongreß beschäftigen werde, fruchtbringend, sowohl für die Organisation wie auch für die ganze Arbeiterklasse, sein möge. H eraus gab die Ver-bandsleitung den Bericht über seine Wirksamkeit im verflossenen Jahre. Eine lange und lebhafte Debatte entstand und wurde der Leitung hier der Vorwurf gemacht, daß die Interessen einzelner Mitglieder nicht genügend geschützt worden wären. Es ist erforderlich, hervorzuheben, daß der dänische Eisenbahnerverband nur das Personal der Staatsbahnen umfaßt und daß es diesem Personal vor einigen Jahren gelang, eine recht gute und zufriedenstellende Lohnaufbesserung zu erzielen. In Dänemark hat das ganze Bahnpersonal Taglohn, abgesehen von einigen Gruppen, die im Monatslohn stehen. Die Generaldirektion bestimmt selbst die Löhne für alle, welche im Taglohn angestellt sind. Dieses Personal, welches vorher glücklich genug war. eine etwas höhere JahresemnaKne zu erzielen als gleichgestellte andere Gruppen mit Monatslohn, die durchaus mit einem derartigen Monatsfystem zufrieden sind, ist jetzt durch eine neue Lohnregulierung m eine wirtschaftlich schlechtere Position als andere gleichgestellte Gruppen gekommen. Aus diesem Grunde erhielt die Verbandsleitung auf dem vorjährigen Kongreß den Auftrag, die Löhne dieser Gruppe so geordnet zu erhalte«. daßdiejZben den* Nr. 18 »|k* Gisenvah«»».- Seite 9 Wenigen der sonst gleichgestellten Gruppen entsprechen. Es ist der Verbandsleitung nicht gelungen, eine derartige Abänderung zu erzielen, und zwar hauptsächlich deshalb nicht, weil die Generaldirektion erklärt hat, daß sie nur mit Angestellten der Bahn unterhandelt, nicht mit Angestellten des Verbandes. Dieses ist eine grobe Verletzung des Vereinsrechts. Hoffentlich finden die dänischen Kameraden gangbare Wege, um selbst die Generaldirektion zu zwingen, die Vertretung der Organisation anzuerkennen, was nicht besonders schwer sein wird, da der Verkehrsminister der Organisation sehr freundlich gegenübersteht. Nachdem der Kongreß der bleibenden Verbandsleitung den Auftrag erteilt hatte, alles, was sie vermag, zu tun, um teils die Löhne des Bahnpersonals mehr zufriedenstellend geordnet zu erhalten, teils alle Mittel und Wege zu ergreifen, welche dazu führen können, von seiten der Generaldirektion als unterhandelnder Teil anerkannt zu werden, ob nun die Organisation durch Angestellte der Eisenbahn oder durch die Angestellten der Organisation vertreten wird, wurde beschlossen, sowohl den Tätigkeits- wie auch den Kassenbericht anzuerkennen. Ferner lag ein Vorschlag betreffs Anschlusses an die gewerkschaftliche Landeszentrale zur Verhandlung vor. Nachdem die Frage einer langen und allseitigen Behandlung unterworfen worden war. wurde beschlossen, dieselbe bis zum nächsten Kongreß ruhen zu lassen. Mehrere andere für das Personal wichtige Fragen lagen dann noch zur Behandlung vor. zum Beispiel die Bestimmungen betreffs der Dienstzeit der einzelnen Gruppen und welche Stellung der Verband nehmen soll bei Streiks innerhalb anderer Organisationen oder bei anderen kritischen Fällen, wo es von großer Bedeutung ist, klare Linien zu haben. Beide Fragen wurden, nachdem sie allseitig behandelt worden waren, der Verbandsleitung zur Regelung überwiesen, damit diese dieselben, je nachdem es die Verhältnisse erlauben, zur Anwendung bringt. Es wurde noch beschlossen, alljährlich einen Kongreß abzuhalten. Die Zeit der Tagung darf drei Tage nicht überschreiten. Der nächste Kongreß soll in Fredericia abgehalten werde»?. Der Sekretär Chr. Nielsen wurde einstimmig wiedergewählt. Eine merkwürdige Eisenbahnstatistik wird aus Petersburg gemeldet, die die Verhältnisse auf den russischen Eisenbahnen aufs neue in eigenartiger Weise illustriert. Nach einem Privattelegramm wurden auf der Strecke Petersburg—Moskau der Nikolaibahn im vergangenen Jahre nicht weniger als 32.834 billettlose Passagiere festgestellt. Wenn man bedenkt, daß diese Statistik nur für einen kleinen Teil des russischen Bahnnetzes ausgearbeitet wurde, kann man sich leicht eine Vorstellung machen, wie groß die Zahl der „blinden' Passagiere in ganz Rußland sein muß. Die Ueberwachung der Reisenden mutz zweifellos sehr viel zu wünschen übrig lassen. Nus dem Gerichtssaal. Eine prinzipiell wichtige Entscheidung des Obersten Gerichtshofes über den Begriff des „BerkehrsnnfallS". Die Hutfabrikantensgattin Karoline Sax fuhr am Abcnd des 3. August v. I. von Hetzendorf zur Station Gumpendorferstraße de r Stadtbahn. In dem Augenblick, als sie in dieser Station das Coupö verlassen wollte und sich eben am Türrahinen atchteU . siel die Coupötür zu, so daß die Dame eine Quetschung der Hand und. einen Nervenchok erlitt. Sie klagte durch Dr. Michael Feuerstein das Eisenbahnärar auf Zahlung von 3265 Kr. an Schmerzensgeld und HeilungSkosten, indem sie behauptete, sie sei durch einen heftigen Ruck des Zuges gezwungen gewesen, sich am Türrahmen festzuhalten, die Tür sei infolge der schiefen Lage der Geleise zugefallen. DaS Handelsgericht und das Oberlandesgericht entschieden, den Einwendungen der Finanzprokuratur sich anschließend, daß keine Ereignung im Verkehr vorliege und daß der Klägerin der Beweis eines Verschuldens der Bahn nicht gelungen sei. Die schiefe Lage des Bahngeleises bilde kein Verschulden, weil die ganze Bahnanlage behördlich genehmigt sei. Da erwiesenermaßen kein nennenswerter Ruck stattsand, hätte die Klägerin vermeiden müssen, ihre Hand an eine so gefährliche Stelle wie den Türrahmen zu legen, denn die Reisenden eines Massenverkehrsmittels, wie der Stadtbahn, müssen das Ein- und Aussteigen stets mit erhöhter Aufmerksamkeit ausführen, da zur Ermöglichung eines regen, vereinfachten Großstadtverkehrs eine Bevormundung des Publikums durch das Bahnpersonal vermieden werden muß. Die Klage wurde daher abgeiviesen. Die Urteile der beiden ersten Instanzen wurden vom Obersten Gerichtshof als rechtsirrig ausgehoben, weil als Ereignungen im Verkehr nicht bloß, wie daS Handelsgericht angenommen hatte, Geschehnisse anzufeheu sind, welche unmittelbar durch die Fortbewegung der Fahrbetriebsmittel verursacht werden, sondern alle Vorkommnisse, welche an den mit dem Eisenbahnverkehr in unmittelbarein Zusammenhang stehenden Anlage» und Vorkehrungen sichereignen, somit auchdasEin-und Aussteigen der Passagiere und alle damit im Zusammenhang stehenden Einrichtungen und Vorkehrungen der Eisenbahnunternehmung. In der neuerlichen Verhandlung gab daS Handelsgericht, da das Eifenbahnärar weder ein Selbstverschulden der Klägerin, noch ein Drittverschulden erweisen konnte, der Klage statt und verurteilte das Eifenbahnärar zur Zahlung von 616 Kr. und zum Kostenersatz. Ein mißglückter christlichsozialer Berleumduugsfeld- zng. Am 7. Juni fand beim Bezirksgericht Alsergrund die fortgesetzte Verhandlung über eine Ehrenbeleidigungsklage de» Genossen Knottek gegen den christlichsozialen Oberkondukteur Kamillus Vogelsinger statt. Die Klage stützte sich aus eine Aeußerung des Vogelfinget im Kommandierzimmer des Bahnbetriebsamtes Wien II am *• Februar 1909, in der Vogelsinger nach dem Lesen deS Avance-vrentLamtsblatteS sagte: .So, jetzt könnt' ihr euch beim Knottek bedanken für das, daß er uns betrogen und hintergangen hat." Eine Reihe von Zeugen, die der Beklagte zur Führung dcS Wahrheitsbeweises angab, war erschienen und sollte die Schande des ®c'offen Knottek offenbaren. Doch einer nach dem anderen konnte über eine betrügerische hinterhältige Arbeit des Genossen Knottek in seiner Eigen» ichaft als Personalkommissionsmitglied nichts sagen, im Gegenteil wurde festgestellt, daß alle Angaben deS Privatklägers richtig Karen, hingegen alle von dem Gegner geführten Beweise in Juchts zerrannen. Die Verurteilung der BogÄlstnger konnte daher nicht mehr überraschen, war doch er es, der entgegen seinem Vertreter jede weitere Zeugeneinvernahme ängstlich zurückwieS, und wäre Genosse Knottek boshaft gewesen, so hätte er den Antrag auf Vernehmung weiterer Zeugen, den ursprünglich der Vertreter deS Beklagten stellte, als eigenen auffassen können, und die Verhandlung wäre tatsächlich noch einmal vertagt worden. Aber da man sah, daß Vogelsinger, wahrscheinlich die dadurch bedingte Erhöhung der Spesen fürchtend, sich mit Händen und Füßen gegen die Vertagung sträubte und sich über Befragen des Richters, ob er darauf beharre, keine neuen Zeugen zu laden, mit allem einverstanden erklärte, nur nicht mit der Vertagung, wollte der Privatkläger Genosse Knottek selbst ein Ende machen, so daß es endlich zur Urteilsschöpfung kam. 50 Kr. Strafe, im Nichteinbringungsfalle fünf Tage Arrest, und Zahlung allerGerichts- und Prozeß-kosten, waren daS Fazit des Feldzuges der Christlichsozialen gegen unsere Genossen. So geht es immer, wenn die Herren mit gewaltigem Schwertstreich ausholen, uns zu vernichten. Streifung des Postautomobils Baden-Alland durch einen Zug der Lokalbahn Wien-Baden. Am 4. April fuhr der Wagenführer der Lokalbahn, Josef Haubert, mit dem Zuge Nr. 125, welcher aus einem Motorwagen und zwei Beiwagen bestand, von Wien kommend, durch die Kaiser Franz Josefstraße zur Endstation Josefsplatz in Baden. Das Trottoir der Kaiser Franz Jofessstratze war an diesem Tage zwecks Legung neuer Gasrohre aufgegraben und war das ausgegrabene Erdreich nach seitwärts auf die ©trotze geworfen worden, so daß an der linken Seite der Straße in der Fahrtrichtung mehrere Erdhaufen bis weit hinein in die Straße reichten. Als Haubert von der Station Wassergasse um den Bogen, den die Kaiser Franz Jofefsstraße bildet, herumfuhr, bemerkte er in der Nähe des Post» gebäudes, daß vom Josefsplatz her in sehr raschem Tempo das Postautomobil aus den Schienen ihm entgegenfuhr. Er mäßigte sofort feine Fahrgeschwindigkeit bis auf zirka 8 Kilometer per Stunde und fuhr in diesem Tempo weiter. Das Postautomobil verlangsamte sein Tempo jedoch nicht, sondern fuhr in gleich raschem Tempo auf den Schienen weiter und bog erst, als es sich schon stark dem Motorzuge genähert hatte, plötzlich nach rechts ein, um in das Postgebäude, seine Endstation, hineinzufahren. Das Automobil fuhr noch vor dem Motorwagen knapp vorbei, konnte jedoch, da die Erdhaufen gegenüber dem Hause Nr. 37 weiter in die Mitte der Straße hineinragten, die Fahrt nicht fortsetzen, wollte nach rechts abbiegen, bremste rasch und stieß dadurch, daß infolge des Breinsens der hintere Teil des Automobils ins Rutschen kam, mit Gewalt an den ersten Beiwagen des Motorzuges. Als Haubert diesen Ruck verspürte, setzte er so--fort eine Bakuumbremse in Tätigkeit und konnte schon auf eine Wagenlänge halten. Da durch diese Streifung da§ Postautomobil beschädigt wurde und die Postverwaltung angab, daß die Reparatur zirka 500 Kr. kosten würde, erstattete das Gendarmeriekommando eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft, und zwar nur gegen den Wagenführer Josef Haubert allein. Auf Grund dieser Anzeige, welche die Ansicht vertrat, daß nur der Motorführer allein an dem Zusammenstöße die Schuld trage, und anführte, daß dieser übrigens die Tat eingestehe, erhob der staatsanwaltschaftliche Funktionär gegen Joses Haubert, den Motorsührer, die Anklage wegen Uebertretung des § 431, respektive § 432 St.-G.-B. In der ersten Verhandlung wurden der Chauffeur und zwei Beamte des Badener Postamtes als Zeugen vernommen, welche angaben, daß Haubert sehr rasch gefahren fei, daß nur er an dem Zusammenstöße schuld trage und daß er unbedingt hätte halten müssen, weil das Automobil infolge der in die Straße hineinragenden Erdhaufen unmöglich hätte an dem Motorzuge vorbeipassieren können; überdies hätte der Chauffeur schon auf 30 Schritte Entfernung durch Warnungssignale mit der tand und durch mehrere Rufe „Halten!" den Motorführer zum alten aufgefordert. Der Chauffeur sagte ferner aus, daß in dem Moment, als der Motorzug vorüberfuhr, das Automobil schon gestanden sei. Bei der zweiten Verhandlung gegen Haubert, welchen Dr. Harpner verteidigte, stellte sich die Sachlage wesentlich anders dar. Die Verteidigung machte vor allem anderen geltend, daß der Motorführer nicht zu halten brauchte, weil nach der Instruktion dem Motorführer das Stehcnbleiben nur beim Vorüberfahren von Rettungswagen und Feuerwehrwagen Borge-schrieben- fei; ferner habe Haubert annehmen müssen, daß jeder Wagen und auch das Automobil an seinem Zuge vorbei-passieren könne, da die Erdhaufen nicht so weit in die Straße hineinragten, als daß ihm die Unmöglichkeit des Vorbeipasfierens hätte zum Bewußtsein kommen müssen; übrigens habe sogar das Automobil nach der Streifung von der Stelle fahren und dabei ohne eine Streifung vorbeipassieren können; es sei unrichtig, daß das Automobil bereits gestanden sei, als der Motorwagen in die Nähe desselben gekommen war, vielmehr beweise der Umstand, daß die Streifung beim ersten Beiwagen erfolgte, daß das Automobil beim Motorwagen noch vorbeigefahren sei. Die angeblich vom Chauffeur mit der Hand gegebenen Warnungssignale habe Haubert unmöglich bemerken können, weil er durch die zwei Azetylenblendlampen geblendet wurde, auch sei es natürlich unmöglich, daß er die Warnungssignale des Chauffeurs bei dem durch das Fahren des Zuges und des Automobils entstandenen Geräusche hören konnte. Sowohl der von der Verteidigung als auch der von der Staatsanwaltschaft geführte Zeuge, welche beide die Fahrt im Automobil mitgemacht hatten, mußten alle vorangeführteu Mo-meute bestätigen. Nach Schluß des Beweisverfahrens machte der Verteidiger die früher angeführten Momente geltend und hob hervor, daß von einer Außerachtlassung der Sorgfalt schon deswegen keine Rede sein könne, weil, wie bewiesen, Haubert annehmen mußte, daß das Automobil ohne eine Streifung passieren werde körnten, daß auch wirklich das Automobil, wenn eS nicht in raschem Tempo, sondern langsamer gefahren wäre, ohne Streifung den Zug passiert hätte, und daß der Chauffeur die Streifung hätte verhüten können, wenn er früher von den Schienen abgebogen und zwischen zwei Erdhaufen Halt gemacht hätte: der Motorführer hätte das größte Maß von Sorgfalt schon dadurch angewendet, daß er sein Tempo verlangsamte; den Zug amu-halten, war bei der gegebenen Sachlage kein Gebot der Vorsicht. Insbesondere verwahrte sich schließlich der Verteidiger dagegen, daß die Aussage des Chauffeurs, dem eigentlich die Rolle des Beschuldigten hätte zufallen sollen, als unbefangene Zeugenaussage gewürdigt werde. Der Richter verkündete hierauf den Freispruch, indem er den Standpunkt teilte, daß es nicht die Pflicht des Motor-führers gewesen wäre, zu halten, daß vielmehr Bei den gegebenen Umständen das Verlangsamen der Fahrgeschwindigkeit schon als äußerste Vorsicht angesehen werden müsse. Eine Streifung beim Rangiere». Am 16. März 1909 war Johann Lohn er, Oberverschieber in Jägerndorf, mit seiner aus zwei Leuten bestehenden Partie mit den Verschiebungen bei den MagazinSgeleisen beschäftigt. Dem Johann L 0 h n e r war kein Weichenwächter beigestellt, so daß er die Weichen selbst bedienen mußte. Zu gleicher Zeit verschob in einem anderen Ration auf der Station Jägerndorf Geleise (Nr. 3) die Partie des Meier. Zirka um l Uhr nachts wurde dem Johann Löhner von der Partie des Meier eine Anzahl von Wagen überstellt, worunter sich ein Wagen befand, der nach Hennersdorf bestimmt noch zum Zuge 1871, welcher auf dem Gekeife Nr. 1 stand, einrangiert werden mußte. Dieser Auftrag wurde dem Johann Lohn er im Auftrag deS Platzmeisters Alois Mück mitgeteilt. Nachdem die übrigen Wagen an ihren bestimmten Platz verteilt waren, nahm der Oberverschieber Lohnet zirka um halb8 Uhr nachts den obenbesagten Hennersdorfer Wagen vor die Maschine und blieb eine kleine Weile stehen. Sowohl er als auch der Verschieber Englisch sahen die andere Maschine, welche mit der Partie Meier auf dem Geleise Nr. 3 verschob, ganz unten bei dem AilfnahmSstebäude stehen, und zwar wenigstens eine Viertel« fmnde. Mit Rücksicht darauf nahmen beide an, daß die Partie Meier mit der Verschiebung bereits fertig ist, und da 'der Zu« 1871 um 2 Uhr 10 Minuten abgeht, entschloß sich der Oberverschieber Löhner, mit der Maschine auf das Geleise Nr. 1 zu fahren, um die Einrangierung deS Hennersdorfer Wagen vvrzu-nehmen. Er befahl dem Verschieber Englisch auf dem besagten Wagen, welcher von der Maschine verschoben wurde und vorn eine Bremse hatte, sich vorn zu postieren, so daß er daS zu befahrende Geleise genügend übersehen konnte. Aus Zuruf des E n g-lisch stellte der Kontrollweichenwächter Bad st aber die Weiche Nr. 56 auf daS Geleise Nr. 1 und die Maschine setzte sich von dem Geleise Nr. 4 in Bewegung auf das Geleise Nr. 1. Als sie jedoch in die Nähe der Weiche Nr. 56 kam, setzte der Lokomotivführer die aus dem Geleise Nr. 3 befindliche Lokomotive ebenfalls in Bewegung, so daß sie im selben Zeitpunkt bei der Weiche 56 anlangte, wo sie mit dem Hennersdorfer Wagen streifte. Der Verschieber Englisch sprang vom Wagen herab, als er bemerkte, daß die Streifung nicht mehr zu verhindern ist. Uebrigens war die Streifung nur gering, so daß niemand verletzt wurde. Nun wurden die oberwähnten Johann Löhner, AloiS Mück und Karl Badstüber wegen Uebertretung nach § 432 St.-G. unter die Anklage gestellt und wurde ihnen seitens der Generals Inspektion zur Last gelegt: 1. Dem Johann Lohn er, daß er entgegen der Vorschrift deS Artikel 7 der Bestimmungen für den Verschiebdienst von der beabsichtigten Verschiebfahrt in den angrenzenden Verschiebrayon sich mit dem Verfchiebletter nicht ins Einvernehmen gefetzt hat. ferner daß er verpflichtet war, zufolge des durch den dichten Schneefall behinderten Ausblickes auf das zu befahrende Geleise im Sinne deS Artikels 12, Punkt 6 der obzitierten Vorschriften dafür zu sorgen, daß dem Wagen ein mit nötigen Signalmitteln ausgerüsteter Bediensteter in genügender Entfernung vorausgehe. 2. Dem AloiS Mück, baß er entgegen der Vorschrift des Artikels 5, Punkt 5, der Stellung der zu befahrenden Weiche die gehörige Aufmerksamkeit nicht zugewendet hat. 3. Karl Badftäber, daß er die Weiche Nr.756 umgestellt hat, ohne den dafür verantwortlichen Weichenwächter zu verständigen. Sämtliche Angeklagten wurden von der Anklage freigesprochen : Alois Mück aus dem Grunde, weil sich durch das Beweisverfahren herausgestcllt hat, daß er, noch bevor er den Auftrag zum Fahren auf das Geleise Nr. 1 gegeben hat, sich überzeugt hat, daß die Weiche Nr. 56 auf dem Geleise Nr. 3 und nicht auf dem Geleise Nr. 1 steht, so daß er seiner Pflicht vollkommen Genüge getan hat. Karl B a d st ä b e r auS dem Grunde, weil er als Kontroll-wächter nicht nur berechtigt, sondern über Auftrag des Verschiebers Englisch verpflichtet war, die Weiche Nr. 66 auf das Geleise Nr. 1 umzustellen. Johann L 0 hner, was den ersten Punkt anbelangt, deswegen, weil in den Vorschriften über den Verschiebdienst nicht vorgeschrieben ist, daß er sich mit dem anderen Berschiebleiter mündlich oder auf eine andere Art und Weife inS Einvernehmen zu setzen hat, sondern daß nur vorgeschrieben ist, bei einer Verschiebung auf die zu gleicher Zeit vorzunehmende andere Verschiebung gehörige Rücksicht zu nehmen, welcher Pflicht er deswegen nach» Bekommen ist, weil er eine ganze Viertelstunde wartete, ob die !artie des M e i e r hie Verschiebung fortfetzen wird oder nicht» und erst nach diesem Warten hat er annehmen müssen, daß die Partie Meier fertig ist, weshalb er den Auftrag zum Fahre» auf das Geleise Nr. 1 gab. Was den zweiten Punkt anbelangt, nahm der Richter als erwiesen an, daß damals einen mit nötigem Signalmitteln ausgerüsteten Mann vorauszuschicken deswegen nicht nötig war, weil damals, wie durch die Zeugenaussage bestätigt wurde, der Ausblick auf das zu befahrende Geleise nicht behindert ivar. Ei« Leistenbruch — Unfallsfolge. Franz SeiH Stationsarbeiter der Nordbahn in Wagstadt, verunglückte am 7. Oktober 1908, indem er beim Heben einer schweren Stifte im Magazin der Nordbahn in Wagstadt fich einen rechtsseitigen Leistenbruch zuzog. Die berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt hatte Herrn Seidl hiefür eme ISprozeMige Rente monatlicher Kr. 6 21 zuerkannt. Gegen diese Bemessung brachte Franz Seidl Klage auf Rentenerhöhung beim Schiedsgericht ein, die durch Dr. Anton Braß vertreten wurde. Bei der mündlichen Verhandlung vor dem Schiedsgericht, die am 26. Mai 1909 stattfand, gaben die Sachverständigen Professor C h v 0 st e t und Dr. Günner übereinstimmend an, daß die Schätzung der Anstalt für die Unsallsfolgen eine genügende sei, und erklärten weiters, daß beim Kläger eine Reihe nervöser Beschwerden vor-licgen, die ober mit dem Unfall in keinem Zusammenhang stehen. Heber Befragen deS klagerischen Vertreters Dr. Braß gaben aber die Sachverständigen zu, daß lein nervöser Mensch, wie es der Kläger ist, die Beschwerden des Leistenbruches empfindlicher als ein anderer verspüren müsse und daß daher die Einbuße an Erwerbsfähigkeit mit 30 Prozent einzuschätzen sei. Hieraus stellte der Klagevertreter den Antrag, die beklagte Anstatt zur Bezahlung einer 18prozentigen Rente zu verurteilen. In Gemäßheit dieses Antrages verurteilte das Schiedsgericht die beklagte Anstalt, dem Kläger eine 18prozentige Rente zu bezahlen und die Prozeßkosten zu ersetzen. Streiflichter. ZersplitternugSversuche unter de» Eisenbahnern. AuS Laa a. d. Thaya wird uns geschrieben: Der Reichsbund deutscher Eisenbahner Oesterreichs hatte für den 6. Juni eine öffentliche Versammlung nach Laa einberufen, um eine deutschnationale Eisenbahnerortsgruppe zu gründen. Seit vier Wochen wurde auf der ganzen Strecke von Stadlau bis Grußbach durch den unter der Eifenbahnerschast unrühmlich bekannten Bahnmeister Stöckl von der Donauuferbahn und durch einige andere Macher des Reichsbundes eine fieberhafte Agitation für diese Versammlung betrieben. Trotzdem konnten die Deutschnationalen nicht mehr als ^wohlgezählte 20 Männlein und Weiblein, worunter sich auch Nichteisenbahner befanden, wie unter anderem auch ein bekannter Friseur von Laa, zur Versammlung auf-treiben. Die Versammlung war für halb 4 Uhr nachmittags ein-berufen, doch hatten die sozialdemokratischen Eisenbahner, die vereint mit der übrigen organisierten Slrbeiterfchast von Laa ebenfalls eine rührige Agitation für den Besuch dieser Versammlung entfaltet hatten, das Lokal bereits um 3 Uhr besetzt. Eröffnet wurde die Versammlung von dem Obmann der deutsch-nationalen Eisenbahnerortsgruppe Brünn, Herrn Rischliug. welcher von einem Blatt Papier eine sogenannte Begrüßungsrede herunterlas. Der Sinn der Vorlesung war der, daß er im Auftrag de» Reichsbundes die vielen erschienenen deutschen Volksgenossen Begrüßte und sie vor der Gefahr der;rot-schwarzen Internationale warnen und in da» offene Herz des Reichsbundes einschließen wolle. Nach dieser Vorlesung sollte nun aus Grund der vorliegenden Tagesordnung eine zweite Vorlesung über die Statuten des Reichsbunde- erfolgen. Nachdem aus dm Einladungen ersichtlich war, daß die Versammlung feine Bereinsver- Sitte M Wgw «tienvayue»." Rk. IS Jommlung, sondern eine öffentliche Versammlung war, die, nach den Zurufen der Deutschnationalen zu schließen, auch bei der Behörde als solche angemeldet war, und vom genannten P a st n e r einberufen war, meldete sich 6er in der Versammlung anwesende Genosse Adols Müller von der Zentrale des »Allgemeinen Rechtsschutz- und GewerkschaftSvereineS" zur Geschäftsordnung zum Wort und ersuchte den in der Versammlung anwesenden Herrn P a st n e r, als Einberufer die Versammlung ordnungsmäßig zu eröffnen und ihm zur Geschäftsordnung das Wort zu erteilen. Genoffe Müller wollte den Antrag stellen, daß aus der Mitte der Versammlung ein Präsidium zu wählen sei. Als Antwort erfolgte vorerst ein wüstes Geheul der Deutschnationalen. Genossen Müller wurde das Wort zur Geschäftsordnung mit der Begründung nicht erteilt, daß Müller kein aktiver Eisenbahner fei.^ES wurde'nun von den anwesenden Deutschnationalen neuerlich ein wüsteS Geschrei veranstaltet. Genosse Müller ries nun in die Versammlung hinein: „Wer sich von den Anwesenden diese Vergewaltigung nicht gefallen lassen will, möge mit ihm das Versammlungslokal oertaffen." Sofort verließ die übergroße Mehrheit demonstrativ den Saal. Von den gesamten Teilnehmern blieben nur wohlgezählte 25 zurück, worunter sich auch eine größere AnzahlKFrauen befand. Darunter befanden sich höchstens sieben Eisenbahner vom Kanzlei- und Stationspersonal, welche die mit so großem Lam-tam angekündigte Gründung bet deutsch-nationalen Eisenbahnerortsgruppe in Laa vorgenommen haben. Die große Masse jener, die das Lokal verließen, zogen nun in losem Zuge, der in der Stadt großes Aufsehen erregte, zum Ge-uieindegasthauS, wo sofort eine § 2-Versammlung einberufen wurde. Dem Zuge schlossen sich unterwegs noch viele Bewohner von Laa an, der ziemlich große Versammlungssaal im Gemeinde-gasthaus konnte nicht alle Versammelten sassen. Um 4 Uhr wurde die imposante Versammlung eröffnet und besprach Genosse M ü l l e r in einem anderthalbstündigen Reserat den Zweck und die für die Arbeiterschaft sehr schädlichen Absichten der deutsch-nationalen Organisationen. Mit schlagenden Beispielen wieS Genosse Müller nach, wie diese Organisationen im Interesse der Unternehmer gegründet und von den Unternehmern gefördert wurden. Die schändliche Haltung der deutschnationalen Abgeordneten im Parlament bei allen Anlässen, wo eS sich um die Verbesserung der Lage der arbeitenden Bevölkerung handelt, unterzog der Referent einer scharseü Kritik. Unter stürmischem Beifall schloß Genosse Müller seine Ausführungen mit der Ermahnung an die Versammlung, im eigenen und im Interesse der gesamten arbeitenden Bevölkerung an dem Ausbau der gewerkschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Organisation auf sozialdemokratischer Grundlage unentwegt weiterzuarbeiten. Nachdem noch die Genossen von der Eisenbahnerortsgruppe Stadlau und der Vertrauensmann der politischen Organisation ausmunternde Worte wegen eifriger Mitarbeit in den Organisationen und in der Partei sowie wegen der Verbreitung der Arbeiter-presse gesprochen hatten, fand diese schöne Versammlung um halb 7 Uhr abends ihr Ende. Nach Absingen des „Lieb der Arbeit" verließen die Versammelten, sichtlich erfreut über die schöne Versammlung und die Niederlage und Blamage der Deutschnationalen, bas Lokal, und den ganzen Abend wurde über dieses für die Stadt Laa ganz ungewöhnliche Ereignis eifrig gesprochen. Bewundernswert ist die herrliche Solidarität und die eiserne Disziplin der Arbeiterschaft von Laa, die bei dieser Gelegenheit den Beweis dafür erbracht hat, daß sie für die demagogischen Gelüste der deutschnätionalen Streikbrecher und gelben Gewerkschaftsführer nicht zu haben ist. Jedenfalls werden cs sich die Macher vom Reichsbund nach dieser erlittenen Niederlage überlegen, die Arbeiterschaft von Laa nochmals mit ihren Umtrieben zu behelligen. ' Die Zngsbegleiterkafernen auf der Westbahnstrecke. Trotzdem über das Kapitel „Kasernen" schon unendlich viel geschrieben wurde und unzählige mündliche und schriftliche Beschwerden in dieser Beziehung eingebracht wurden, existieren noch immer viele Ucvelstände, die nach Abhilfe schreien. In der Linzer Kaserne gibt es noch immer offene Aborte, so datz Gestank und Gase aus der unmittelbar unter den Aborten befindlichen Senkgrube emporsteigen. In derselben Kaserne im Abortvorraum befinden sich zwei Urinmuscheln ohne Wasserspülung, welche derart hoch angebracht find, datz sich auch groß gewachsene Personen auf die Zehen stellen müssen, um dieselben benützen zn können. Durch die erwähnte hohe Anbringung ist der Fußboden bei diesen Muscheln beständig nafj und besudelt. Ta die Linzer Kaserne mit Wasserleitung eingerichtet ist, so wäre es gewiß ein leichtes, nicht nur die Aborte, sondern auch im Abortvorraum Pissoirs mit Wasserspülung einzurichten und sür die Desinfektion dieser Bedürfnisanstalten Vorsorge zu treffen. Von den Kasernen in Amstetten wäre zu bemerken, daß sich in der zwei Stock hohen, neben dem Hotel Hos-mtmtt befindlichen Kaserne noch eine Stiege aus weichem Holz befindet. Was würde mit den Zugsbegleiter» im ]. und II. Stock geschehen, wenn im Parterre einmal ein Feuer zum Ausbruch käme und die Stiege zum I. Stock auch von den Flammen ergriffen würedeö Im sogenannten Pumpenhaus ist die Kaserne der Wiener und Linzer Manipulanten sowie der St. Pöltener und Linzer Güterzugspartien. In dieser Kaserne ist im Sommer wegen der Fliegenplage das Schlafen ganz unmöglich, da sich in unmittelbarer Nähe das Hadernmagazin und der Abflußgraben deS Schmutzwassers vom Hotel Hofmann befindet und diese Objekte geradezu eine Zucht-statte sür alle möglichen Fliegengattungcn bilden. Wenn wir schon den Geruch als momentan unabwendbares Nebel in Kauf nehmen, so könnte doch mindestens der Fliegenplage dadurch begegnet werden, daß für die Sommermonate sogenannte Fliegenfenster, das sind Rahmen mit überspannter Drahtgaze, welche in den Falz des geöffneten Fensters eingesetzt werden, verwendet werden. Insbesondere leiden unter der Fliegenplage die Wiener und Linzer Manipulanten, erstens weil sich diese zwei Zimmer rot Parterre befinden und von obgenannten Tieren viel häufiger frequentiert werden, zweitens weil ihre Ruhe durch fast fortwährendes Gehen und Kommen ohnehin oft genug ge> stört wird. Bevor wir diese Kaserne verlassen, wollen wir noch über den Abort im Parterre bemerken, daß man denselben gewiß als „Unikum der Technik" bezeichnen kann und diese Marke aus den österreichischen Eisenbühnen überhaupt einzig dastehend fein dürste. Wir wünschen deshalb nicht. nur seinem Erbauer, sondern auch dem seinerzeitigen Besteller sowie allen Vorständen des Bahnamtes Amstetten, welche diesen Zustand geduldet haben, dasselbe System. Von den Kasernen in St. Pölten wollen wir heute nur das eine hervorheben, daß im sogenannten Beamtenhaus im Parterre neben dem Schulzimmer im Winter die Partie der Züge 80/66 untergebracht war. Diese Partie mußte aus dem Grund im ungeheizten Zimmer schlafen, weil der dort befindliche Kachelofen buchstäblich zerlegbar war, so datz beim Einheizen der Rauch aus allen Fugen herauswich und aus diesem Grund die Erstickung der Partie durch Kohlenoxydgas sehr nahegerückt schien. Hoffentlich wird die warme Jahreszeit dazu benützt, dieses Uebel abzustellen, so daß im kommenden Winter die Partien den Ofen nicht nur zum Anschauen haben, sondern denselben tatsächlich zum Einheizen benützen können. Die Zugsbegleiterkaserne Wien I (0. \V.) gab schon schon Jahre hindurch Anlaß zu mündlichen und schriftlichen Beschwerden, trotz alledem ist der Zustand derselben bis in die jüngste Zeit gleich geblieben. Anfangs Zum l. I. wurde sämtliche Einrichtung aus genannter Kaserne in einen Güterwagen übertragen, weil bauliche Veränderungen vorgenommen werden und soll dieser Güterwagen auf die Dauer des Umbaues als Notkaserne dienen. Abgesehen davon, datz man überhaupt den Zugsbegleitern zumutet, daß sür sie ein Güterwagen, in welchem sonst Pferde, Ochsen oder andere Tiere befördert werden, als Unterkunft 'gut genug sei, ist es wohl die höchste Rücksichtslosigkeit, wenn im genannten Güterwagen Wochen hindurch niemand reinigt und Ordnung macht, so datz nicht nur das Wageninnere, sondern auch dessen Einrichtung in unbeschreiblicher Weise beschmutzt ist. Die Behandlung Unfallverletzter betreffend, weist das Fachblatt „Der Maurer" auf eine Abhandlung hin, die das „Reformblatt für Arbeiteroersicherung" in Frankfurt am Main vor kurzem aus der Feder des Dr. H. L o s s e n über das „Heilverfahren" gebracht hat. Da wird darauf verwiesen, daß im Deutschen Reich bei den Berufsgenossenschaften (die die Stelle unserer Unfallversicherungsanstalten einnehmen) „sich immer mehr die Ueberzeugung durchzusetzen beginnt, daß das .Heilverfahren', richtig ae-handhabt, das wesentlichste Mittel zur Herabsetzung der immer größer werdenden Rentenlasten darbietet, eine Anschauung, wie sie auch von Schriftstellern, die den Berufs« genofsenschaften nahestehen und auch von anderen vertreten wird". Der Verfasser sucht den Begriff „Heilverfahren* zu definieren (erklären), indem er anführt, daß es ein Heilverfahren genau genommen nicht gibt, sondern nur eine Behandlung, die mit allen physikalischen Heilmethoden durchgeführt werden muß, wenn das Resultat erreicht werden soll. Darunter wieder ist ein Verfahren zu verstehen, welches zur größtmöglichsten Wiederherstellung der funktionellen Leistungsfähigkeit eines Verletzten führen soll. Es verstehe sich aber von selbst, daß hier nicht ein Nacheinander der verschiedenen Methoden, ebenso wenig eine einseitige Behandlungsform zur Anwendung kommen dürfe. In der Anwendung der physikalischen Heilmethode (natürliche Heilkraft) stehen uns etrte Menge von Mitteln zur Verfügung, die Funktion der einzelnen Organe zu beeinflussen. In der Folge zitiert der Verfasser den „Nestor" (Altmeister) der Unfallsheilkunde Prof. Thie m in Cottbus, welcher die Anschauung vertritt, daß man mit einer Methode allein nicht zum Ziel gelangen kann, der Verletzte müsse in die denkbar beste hygienischen und diätetischen Verhältnisse (also in gesundheitliche und naturgemäße Lebensweise) gebracht werden und im richtigen Sinne auch auf sein Gemütsleben eingewirkt werden. Auch dürfe man es bei Verletzten zu einer Nachbehandlung nicht erst kommen lassen. Das Wort „N a ch" bedeute schon etwas Verspätetes, wie es denn auch der Fall sei, daß die Verletzten meistens auch zu spät in die richtige Behandlung kommen, eine Behandlung, die das gut machen soll, was in der Vorbehandlung versäumt oder verdorben wurde. Das Deutsche Reichsversicherungsamt habe — so heißt es weiter — nicht ohne schwerwiegende Gründe immer und immer wieder die Berufsgenossenschaften zur frühzeitigen Uebernahtne des Heilverfahrens angeregt. Bei all den Untersuchungen, ob eine Nachbehandlung notwendig sei oder nicht, verstreiche viel kostbare feit und darum müsse auch hier das alte Sprichwort eltung haben, datz doppelt gibt, wer schnell gibt. — Das Heilverfahren könne aber nur dann Wert haben, wenn es „frühzeitig und umfassend einsetzt". In Deutschland weiß matt demnach den Wert einer entsprechenden Behandlung Unfallverletzter im Interesse dieser selbst und auch in dem der Anstalten zu würdigen und das Thema steht, ivie wir sehen, dort zur „Diskussion". Man muß hoffen, datz es auch bei uns nur noch die Frage einer nicht allzu langen Zeit fein wird, wo wir auch auf diesem Gebiet unserem „Vorbild", als das uns Deutschland stets vorschwebt, nachahmen werden. Die Stempelpslicht der Bahneingaben. Mit Erlaß Zahl 74299—1/2—909 vom 21. Mai 1909 gibt die k. I Nordbahndirektion bekannt, datz es laut Eisenbahn-ministerialerlaß Zahl 11034/1 vom 14. Juli 1897 den Eistnbahnbediensteten nicht gestattet ist, schriftliche ungestempelte Reklamationen wegen unrichtiger Berechnung ihrer Bezüge oder Abzüge emjubtingen. Wir wissen sehr gut, wohin das zielt. Es verdrießt halt die löbliche Rechnungskontrolle, daß ihr so viele Schnitzer unterlaufen, und da die mündlichen Reklamationen nicht einmal über den Stationsrayon hinausgehen, weil unsere Herren Borten gewöhnlich schon darauf vergessen, wenn der omiemibc die Tür hinter sich geschlossen hat, so mußten halt die Leute zur direkten schriftlichen, in vielen Fällen selbst zur telegraphischen Reklamation ihrer Bezüge (hierin sind die Nyrdbahnrechnungsbeamten großartig) schreiten. Wir geben gerne zu, daß es hinterher zu unliebsamen Auseinandersetzungen in den betreffenden Bureaux gekommen fein mag. DieS zu verhüten und dem Personal eins am Zeuge zu flicken, wird dieser Erlaß des Eisenbahnministeriums hervorgekramt. Das hohe k. k. Eisenbahnmmisterium hat aber mtch noch einen anderen Erlatz herausgegeben, der auch vom Jahre 1897 datiert, aber von der Nordbahndirektion überhaupt nicht beachtet wird. In diesem Erlaß steht, daß anonyme Anzeigen und Briefe keiner weiteren Behandlung würdigen seien, da dieselben nur zu deutlich d«e Abficht es Schreibe«* — welcher in jede« Falle cut ganz ge- meiner, schlechter Mensch ist — bekunden, daß er einen vielleicht etwas zu strengen Vorgesetzten oder sonst jemanden, der ihm nicht gerade den Willen tut, bei der Direktion in Mitzkredit bringen will. Bei dieser schmutzigen Art von Eingaben fragt die löbliche k. k. Nordbahndirektion gar nicht, ob sie gestempelt sind oder nicht; selbst andere unterschriebene Anzeigen, auch wenn sie den krassesten Unsinn zu behandeln geben, brauchen keinen Kronenstempel zu tragen. Sie werden behandelt, und zwar eingehend und schonungslos, und dann wird einem solchen Lumpen feine ungestempelte Eingabe nrch beantwortet, anstatt datz derselbe der Finanzprokuratur zur Nachtragung der Stempelpflicht und Stempelstrafe überliefert würde. Diese anonyme und nicht anonyme Schusterei würde bald aufhören, wenn die löbliche Direktion von letzterer ohne weiteres die Stempelstrafe einheben lassen würde, beziehungsweise wenn sie mithelfen würde, den anonymen Schreiber zu ermitteln, welcher in jedem Falle ein Verleumder ist, um denselben der Stempelstrafe als auch der zivilstrafrechtlichen Behandlung zuzuführen. Durch eine gerechte Behandlung dieser Frage wurde die Bahnanstalt einen größeren Nutzen haben als durch eine oft äußerst schonungslose Erhebung auf Grund eines anonymen Briefes. Zur Reorganisation des exekutiven Wagen-anffichtsdienstcs. Das Eisenbahnministerium hat mit Erlatz Zahl 53.542 vom 15. April d. I. die Reorganisation des exekutiven technischen Wageimuffichtsdienstes angeordnet. Kaum mit deren Durchführung begonnen, machen sich auch schon die Folgen bemerkbar. Schon der Durchführungserlatz der Staatsbahndirektion Innsbruck ließ bei genauer Prüfung desselben solches vorausahnen, denn man bedenke: Be, Personenzügen laufende Wagen sind nur mehr in Innsbruck und den Grenzstationen Salzburg, Lindau, Buchs und St. Margarethen; bei Lastzügen nur mehr in Salzburg R. B., Saalfelden, Wüten, Lindau R. B., Buchs und St. Margarethen gründlich beiderseits zu untersuchen und alle notwendigen Reparaturen zu veranlassen. Kleinere Reparaturen sind von den Wagenaufsehern selbst durchzuführen und nur behufs größerer Reparaturen dürfen Wagen von den einzelnen Zügen ab-gestellt werden. Man teilte die Revisionsstationen in Haupt-und Nebenrevisionsstationen ein und stellte als oberste Grundsätze auf: „Kein Wagen darf eine Hauptrevisions-station verlassen, ohne in tadellosem Zustand versetzt worden zu sein; ebenso müssen die Wagen, welche nur bis zu den Nebenrevisionsstationen rollen, behandelt werden." Und dies alles ohne Vermehrung des Personals. Man hat eben nur einigen, nunmehr als Nebenrevisionsstationen geltenden Stationen Wagenaufseher weg- und m Hauptrevisionsstationen hinversetzt. Fürwahr, eine billige Reform. Im Turnus der ambulanten Wagenausseher sind 12 Mann vorgesehen; in Wirklichkeit versehen aber diesen Dienst nur 11 Monn. Natürlich es geht, wenn man, wie in Feldkirch und Bregenz die Lokomotivführer für den betriebssicheren instand verantwortlich macht, und in Stationen, wo keine Wagenausseher mehr vorhanden ttttd ZugSrangierungcn vorzunehmen sind, die Verschieber mit Hammer und Dorn dotiert, anstatt das Personale zu vermehren: Schauen wir uns einmal eine solche Nebenrevisionsstation an, in welcher gegenwärtig nur ein Wagenaufseher Dienst macht und nehmen wir zum Beispiel Bischofshofen: Dort hat der Wagenausseher bald am Rangier-, bald am Personenbahnhöfe alles genau!! 1 zu untersuchen und kleinere Reparaturen zu machen. Ob dies möglich ist, ist allerdings eine Frage, wenn man weiß, datz gegenwärtig mindestens 12 Güter- und 14 Petjonenpge von und nach dieser Nebenrevisionsstation fahrplanmäßig verkehren; Erfordernis- und Sonderzüge nicht miteingerechnet. Und erst die Zugsgruppe am Nachmittage am Personenbahnhöfe: Schnellzüge Nr. 303,105, 304 und 106; Personenzüge Nr. 27.2215 und 719 treffen nacheinander ein. Ein Ehaos von Verschub- und Umlademanipulationen innerhalb einiger Minuten, daß man staunend — mit den Herren am grünen Tische — ausrufm möchte: „Es geht." Mit sechs Maschinen zu gleicher Zeit, mit nur 14 anstatt 18 Verschiebern, mit nur einem Wagenaufseher, zwei Blocksignaldienern, einigen Magazinsarbeitern und einem Wächterkontrollor diese Riesenarbeit zu bewältigen, ist nur bei voller Hingebung des Personals möglich. Jeder der oben angeführten Züge wird zerrissen Und neu zusammengestellt, und daß dies ohne Verspätung und mit genauer Revision einfach unmöglich ist, wird man eben bald ein* sehen lernen müssen und wir sind neugierig, wer dann oer Schuldtragende sein wird. , Die Schnellzüge 303 und 304, vie ihre Garnituren so oft ändern, laufen in der Strecke Landeck-Lindau ohne Wagenaüfseher, obwohl in Landeck die Ab-, beziehungsweise Beistellung des Speisewagens und bei Zug 303 in Bregenz die Ueberstellung dieses ganze« Zuges auf Zug 19 erfolgt. Das wichtigste bei den Schnellzügen in Bezug der Sicherheit ist die Bremse und wird auch in diesem Erlaß hervorgehoben. Allerdings nur im Erlaß, denn diese sind billig wie Brombeeren; im Personal aber trägt man dem nicht Rechnung. In Salzburg will man einem Wagenaufsichtsgeneral nominieren, der sonst n i ch t S (1U) zu tun hätte, als die Verantwortung für den gesamten Wagenausfichtsdienst, die dazugehörigen administrativen Arbeiten zu übernehmen und die Uebergabe, beziehungsweise Uebernahtne der Wagen auf famtlichen Anschlußbahnen und Industrieanlagen einzig und allein zu besorgen. Bis dato hat sich aber kein solcher General aus dem Wagenaufsichtspersonal freiwillig gesunden, denn in den blauen Arbeiter-blusen steckt mehr Verständnis für das Mögliche und Unmögliche des Dienstes als in so manchem Gehirn eineS Direktionsstrebers. Herr Hillisch! Das wäre ein Posten für Sie. Herrgottnochmal. Zur Kontrolle des gesamten Wagenaufsichtsdienstes in diesem Direktionsbezirke sind allerdings Wagenrevisoren ausgestellt; die bleiben aber fein sauber in der Tintenburg, denn nach Ausspruch des Revidenten Hillisch machen dieselben doch nichts*. Dafür fahren aber dieser Herr und Herr Oberinspektor Schilly fleißig auf dieser Strecke und machen wenigstens — Diäten. Das gesamte Wagenaufsichtspersonal vermutet in dieser Reform (!!!) lebiguch einen Gewaltakt des seiner-zeitigen Bauzeichners und — ohne technische Prüfung — zum Revidenten in der Abteilung IV emporgefommenen Herrn .Wisch, welcher unter Oberinspektor Tichy, der eben Nr. 18 em Kenner und Fachmann war. eine Null bedeutete und nunmehr unter Herrn Oberinspektor Schilly ans Ruder gelangte. Zur Illustration der Protektionswirtschaft dieses errn wäre allerdings der Fall Schicktanz-Pollhammer zur eröffentlichung zu verlockend, doch nächstens! Die Kaserne in Selzthal. Im Jahre 1904 wurde im Direktionsbezirk Villach die erste moderne Kaserne in der Station Selzthal der Benützung übergeben. Das Zugs- und Maschinenpersonal aus Wien, Amstetten, Innsbruck, Bischosshofen. Attnang. St. Veit a. d. Glan und Leoben muh dort seine Ruhe finden. Der Belagraum hat gegenwärtig bei 110 Betten und ist bei dem gesteigerten Verkehr schon als zu gering bekannt, die Kaserne ist schon zu klein. Die Linzer Parteien sind noch in der alten, baufälligen Kaserne untergebracht, die längst zur Demolierung bestimmt ist. Die neue Kaserne ist modern eingerichtet und hat in allen drei Etagen eine große Küche mit Doppelhcrd und Wasserleitung (kalt und warm), einen Waschraum mit sechs Waschbecken, jedes zwei Hähne für kaltes und warmes Wasser, einen Duschraum mit vier Abteilen. Am Gang ist Trink- und Nutzwasserleitung, die Aborte (vier aus jedem Stocke) sind englisch eingerichtet, im ganzen Gebäude ist Zentralheizung. Mit dem allen kann das Personal sehr zufrieden fein, was aber Anlaß zur grüßten Unzufriedenheit gibt, ist der Wassermangel, der in den letzten Jahren regelmäßig aufgetreten ist, und zwar gerade im Sommer, wo er am schwersten fühlbar ist. Auch für heuer scheint noch keine Aussicht zu sein, daß es anders sein wird. Was nützt dem Personal die schöne Einrichtung, wenn cs in die Kaserne kommt, rinnt nirgends Wasser aus den Hähnen mit Ausnahme der Trinkwasserleitung. Das so sehr ersehnte Duch-bad muß unterbleiben, weil kein Wasser herausrinnt.' Die englischen Aborte werden zur Plage für das Personal, wenn keine Wasserspülung stattfinden kann. DaS Zuaspersonal hat cs wahrlich an Versuchen nicht fehlen lassen, Abhilfe zu schaffen, aber der leidige Amtsschimmel muß in dieser Sache einen starken Stoß bekommen, damit endlich einmal das Notwendige geschieht. In der zweiten Sitzung der Personalkommission im Oktober 1907 wurde ein dahinzielender Antrag eingebracht, aber der Vorsitzende setzte denselben als nicht in die Personalkommission gehörig nicht auf die Tagesordnung. Der Antrag auf Wasser-bcschaffung in Selzthal wurde im März 1908 abermals eingebracht, jedoch ohne Erfolg. Im Juli 1908 wurde beim Betriebsamt Leoben ein Gesuch überreicht, das den Wassermangel der Selz-thalerKaserne näher erörterte und in dieBitteum eine Untersuchung auSklang. Im Oktober 1908 gelangte neuerdings ein Antrag in die Personalkommtssionssitzung und sogar auf die Tagesordnung. Die dringende Notwendigkeit der Erbauung von Wasserreservoirs und einer neuen Zuleitung wurde von den Organen der Staatsbahndirektion anerkannt, dieselbe werde mit dem Umbau des Selzthalcr Bahnhofes durchgeführt werden. In der Sitzung vom März 1909 wurde der Antrag, die Arbeiten zur Wasserbeschaffung in Selzthal ehestens in Angriff zu nehmen, nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Nun war endlich eine Kommission in Selzthal, und cs scheint, daß doch einmal aus dem Projekt Ernst wird. In diesem Falle wäre eine rasche Inangriffnahme der Arbeit und ununterbrochene Durchführung dringend anzuraten,weil sich die Kosten des Baues des Reservoirs dadurch ganz bedeutend verbilligen würden. Die Zeit drängt, cs sind ziemliche Schwierigkeiten bei der Sammlung des Wassers von Gebirasbächlein zu überwinden. Gelingt es nicht die Arbeit vor Einbruch des Winters sertigzustellen, so besteht die Gefahr, daß das Begonnene von Frost und Schneewasser im Frühjahr zum Teil beschädigt, ivenn nicht ganz zerstört wird. Großes Vertrauen kann man nicht haben, daß die maßgebenden Organe dies selbst einsehen ober wirklich durchführen wollen, denn alles und jedes, was begonnen wird, nimmt meist einen äußerst schleppenden Verlauf und die Kosten werden dadurch ungerechtfertigtem)eise bedeutend erhöht. Das soll in diesem Falle vermieden werden, weil es leicht zu vermeiden ist und eS soll nur auf diesem Wege laut und eindringlich betont werden. Schließlich wäre noch die Frage gewiß berechtigt, ob es wirklich vorteilhaft, die neue Leitung aus dem zweiten Reservoir auf so kurzem Wege in die alte Leitung an-zuschließen in die Rühren mit 100 Millimetern. Wäre nicht der direkte Weg einer neuen Leitung durchaus sicherer, wenn auch etwas teurer als die weitere Benützung der alten Leitung? DaS k. k. Eisenbahnministerium wird hiermit aufmerksam gemacht, dem Projekt und dem Verlauf der Durchführung derselben, das gewiß mehr als 100.000 Kr. kostet, baß vollste Augenmerk zuzuwenden. Es wäre nicht das erstemal, daß etwas derartiges nach der Fertigstellung sich als nicht zweckentsprechend erwiesen hat. In der Kaserne in Selzthal fehlt ein Aufsichtsorgan, das sich mit Energie für die Aufrechthaltung der Reinlichkeit und Ordnung einfetzt. Durch den Wassermangel leidet leider die Reinlichkeit in der Kaserne. Einem Beamten der Station Selzthal obliegt die Aufgabe, in der Kaserne öfter Nachschau zu halten, wie aber dieser Pflicht nachgekommen wird, zeigt ja jeder Schritt und Tritt, Wie schaut es in den Küchen auS bei der Wasser-leitung? Eine Unzahl Bielfüßlcr, die „Russen", bevölkern die Küchen, vor allem bei der Nische der Wasserleitung, auch in dem Küchenkasten sind sie eingewandert, der eigentlich ein ganz überflüssiges Möbel bildet und nur diesem Ungeziefer als Aufenthalt dient. Neben diesem Kasten steht gewöhnlich ein Schaff mit Speiseresten, daß bei Entwicklung des Ungeziefers förderlich ist. Sogar die Asche wirb nicht regelmäßig aus dem Herd entfernt, die glühenden Kohlen rollen aus dem Aschenloch auf den Fußboden heraus. Sogar in den Zimmern find schon so liebliche Tierchen zu finden. Eine große Notwendigkeit wäre eine gründliche Reinigung der Kaserne durch das Tünchen der Wände durch die Maurer, frische Tünche mit Kalk in allen Lokalen unter der Zeit von fünf Jahren wäre gewiß nicht zu viel verlangt. Dem Herrn Vorstand in Selzthal wird empfohlen, sich mehreremale bei Tag und Nacht von dem Vorhandensein des Ungeziefers zu überzeugen und das Entsprechende zu veranlassen, daß die moderne Kaserne wieder in einen ordentlichen Zustand gelangt und in diesem Zustand auch erhalte» bleibt. JMe Heldentat eines Bahnwächters. Aus Triest, 8. d. M., wird nnS gemeldet: Eine aufregende Szene spielte sich heute Früh in der Nähe der Werst von San Marco ab. Als ein yostzug gegen den Bahnhof zu fuhr, kletterte ein achtjähriges Mädchen, das den Zug nicht bemerkt hatte, auf den Bahnkörper und wollte die Geleise überschreiten. Die Kleine wäre unfehlbar überfahren worden, wenn nicht im letzten Moment der Bahnwächter Anton Cosut herzugesprungen wäre. Er riß die Kleine an sich, wurde jedoch im nächsten Moment von der Lokomotive ntedergestoßen und die Maschine ging über beide hinweg. Dem Maschinenführer, der schon vorher Gegendampf gegeben hatte, gelang cs, schon nach wenigen Metern den Zug zum Stehen zu bringen. Der Mann und das Kind waren zum Glück zwischen die Geleise zu liegen gekommen. Sie waren be-»vußtlos und wurden in bas Wächterhäuschen des Cosut gebracht, wo alsbald ärztliche Hilfe zur Stelle war. Beide erholten sich sehr bald und es wurde konstatiert, daß der Retter und das Kind nur ganz leichte Verletzungen erlitten hatten. Das Kind wurde in die elterliche Wohnung gebracht, Cosut verblieb in häuslicher Wege. Eine Warnung an u«8 feindliche Borgesetzte. AuS Prag wird unS geschrieben, daß der Bahnmeister der k.. k. St. B., Fort, in Läuöim die Unterschriftenlisten für me Sozialversicherung von seinen Untergebenen abgefangen und verbrannt habe. .. SBir haben bereits unseren Rechtsfreund angewiesen, me Klage gegen den Bahnmeister Fort beim zuständigen Eifer,bKhrrsr.- Bezirksgericht einzubringen, da in dem Vorgehen des Bahnmeisters zweifellos eine Beschädigung fremden Eigentums gelegen ist. Wir werden über den Ausgang des Prozesses berichten. Von der Neutitscheiner Lokalbahn. Am Sonntag den 6. Juni wurde, wie der „Volksfreund" meldet, ein Bediensteter der Lokalbahn von den Puffern einer Verschub-arnitur erfaßt und zerquetscht. Dieser Vorfall wirft neuer« ings ein Streiflicht aus die Verhältnisse bei dieser Bahn, die von der Gemeinde betrieben wird. Wir haben diese Verhältnisse schon des öfteren einer Kritik unterzogen, die wenigstens den Erfolg hatte, daß den Bediensteten eine kleine Lohnaufbesserung gewährt wurde. Die Neutitscheiner Gemeindevertretung betrachtet die Bahn als Melkkuh ihrer verfahrenen Finanzen. Es ist daher leicht begreiflich, daß zu sparen getrachtet wird. Aber die Sparerei wächst zu einer Gefahr für das reisende Publikum und der Bediensteten aus, deshalb mutz dieses System energisch bekämpft werden. Wie dort Bewirtschaftet wird, ersieht man an den vielen Unfällen, die auf der verhältnismäßig kurzen Strecke geschehen. Der Schotter ist stellenweise seit dem Bestand oer Bahn noch nicht ausgewechselt werden. Es ist daher kein Wunder, wenn der Frost im Winter die Erde, die statt des Schotters unter den Schienen liegt, auftreibt und das Geleise deformiert, daß Entgleisungen Vorkommen, wie im Jänner dieses Jahres. Es mußte damals von Glück gesprochen werden, daß nicht der Zug über eine Böschung stürzte, was ein Unglück im großen Mahstabe zur Folge gehabt hätte. Kurze Zeit nach diesem Unfall auf freiem Felde folgte eine Entgleisung in der Station Zauchtel, die ebenfalls ohne Unglück ablief. Später wieder wuroe beim Verschieben ein Prellbock herausgerissen, so daß fast die Waggons auf die Straße gefahren wären. Die räumlichen Verhältnisse sind am Zauchteler Bahnhof so beschränkt, daß einen ein derartiger Fall nicht wundert. Nichtsdestoweniger ist heute nach Monaten noch kein neuer Prellbock eingebaut. Die Waggons verkehren größtenteils seit dem Bestand der Bahn, das ist 28 Jahre. Kein Wunder, wenn Fenster und Türen klappern, daß man nervös werden könnte und die Zwischenwände in den Conpös den Passagieren auf den Kopf fallen, wie es unlängst einem Ostrauer Advokaten passiert ist. Die Beleuchtung ist eine derartige, daß im Zuge überhaupt niemand etwas lesen kann, will er sich nicht die Augen total verderben. Die größte Schmutzerei der Bahn ist aber die Behandlung und Entlohnung deS Personals. Heuer wurde vom Betriebsleiter eine neue Dienstordnung herausgegebcn, die dem Personal eine kleine Erleichterung bringen sollte. Doch der gesteigerte Verkehr hebt alles das wieder auf. Wenn früher zwei Partien abwechselnd 24 Stunden Dienst machten, so ist es keine Erleichterung, wenn heute drei Partien 18 Stunden Dienst machen, wovon immer zwei Partien gleichzeitig im Dienste stehen. Noch ärger ist die Ausbeutung des Stationspersonals. Bei diesem gilt heute noch trotz Ministerial-verordnung eine 30- und 36stündige Arbeitszeit. Der Mann kommt zum Beispiel um 6 Uhr früh in den Dienst und bleibt bis nächsten Tag mittags und 5 Uhr abends. Dann haben sie bis nächsten Tag 6 Uhr früh frei. Alle drei Wochen trifft für sie ein freier Sonntag. Dabei müssen sie alle Arbeiten machen: Verschieben, im Magazin Fracht verladen, am Platze Eilgüter umladen, Gepäck tragen, Post führen, Kanzlei und Perron reinigen, einheizen, Nachtwachedienst machen u. s. w., und für diese Schinderei zahlen die deutschnationalen Arbeiterfreunde in der Gemeindestube Kr. 2-10 Taglohn. Man sehe nur dem Verschieben in den Stationen zu. Fünf Minuten vor Abgang des Zuges ist er noch im vollen, hastigen Verschieben. Das sind beileibe keine Ausnahmen, sondern die Regel. Dann müssen die Leute auffpringen und Bremser spielen. Bei der Ankunft geht das lebensgefährliche Spiel von neuem los. Es ist daher nur ein Wunder, daß dabei nicht noch mehr Arbeiter von den Puffern zerquetscht werden. Diese Schweinerei sollte einmal gründlich von der Regierung gereinigt werden. Wir sehen ja, wie sich die Herrschaften mit Händen und Füßen gegen eine Ausgestaltung des Verkehrs mit anderen Anschlußbahnen zur Wehre setzen. Das sind dieselben Leute, die der angeblichen Miß-Wirtschaft der alten Liberalen entgegentreten wollten, dieselben Deutschradikalen, die heute vor Arbeiterfreundlichkeit übersprudeln möchten. Es sind dieselben Leute, die früher gegen die Intoleranz der Klerikalen nicht genug wettern konnten und heute den Bediensteten die Teilnahme an Organisation und Versammlungen verbieten möchten. Und für diese Ausbeutung müssen sich die Bediensteten zu Wahlen und dergleichen kommandieren lassen. Wir sind neugierig, mit was die deutschradikalen Herren ihre Schweinereien bemänteln werden. Es stehen ja wieder Gemeindewahlen vor der Tür, da sollte man die zerquetschten Arbeiterleiber den Wählern vor Augen halten als Frucht deutschradikaler Sozialpolitik. Separatistische Quertreibereien. In letzter Zeit versuchten einige von Kastengeist erfüllte Macher einen separatistischen Heizerverein der österreichischen Bahnen zu gründen und gaben sich alle erdenkliche Mühe, die Heizer für ihre persönlichen Zwecke dienstbar zu machen. Um dieser Bewegung, welche nur auf Zersplitterung und Desorganisation ausgehen kann, entgegenzutreten, haben sich die Eisenbahner Oesterreichs im Interesse ihrer Selbsterhaltung zu wehren. Ber der am 2. Juni dieses Jahres nach Prag ein-berufenen Konferenz, die den Zweck haben sollte über die Gründung eines separaten Heizerveremes zu verhandeln, wurde diesen „Gründern" die entsprechende Absage zuteil und nach langer Debatte folgende Resolution beschlossen: Die bei der Konferenz am 1. und 2. Juni 1909 in Prag versammelten Heizer erklären nach Anhören der Gründe für und gegen die Gründung eines Landesvereines der Heizer: „Zu den Versuchen nach Gründung einer selbständige» Heizerorganisation führte uns der beste Wille, unseren Berufskollegen zu nützen. Anerkennend nun aber, daß unser Fortschreiten zu diesem Ziele ein sehr schwieriges wäre, erklären wir, daß anstatt der Gründung eines separaten Vereines wir an der Stärkung der einheitlichen Organisation arbeiten wollen, um daß diese fähig wird, unsere elendenVerhältntsse einer Besserung zuzuführen.* Damit wäre diese Angelegenheit vorläufig erledigt, doch werden wir stets ein wachsames Auge auf die Zerstörer eines mühsam aufgebauten Werkes haben. Nur durch die Stärkung der einheitlichen Organisation werden wir befähigt sein, die zum großen Teile elenden Verhältnisse der Heizer einer Besserung zuzuführen. Seite 11 .......■ ■■■■■■■■■■—■. i in ............... ■ I.—.. ■■!... I , wmf Wie alte Arbeiter bei der k. k. Rordbahn behandelt werden. Erworbene Rechte sollen niemandem gekürzt oder genommen werden, das war Grundsatz bei der Verstaatlichung der K. F. R. B. Doch dieses Prinzip scheint nur aus dem Papier zu stehen, denn in Wirklichkeit hält man sich nicht darnach, speziell in jenen Fällen, wo man glaubt, sich alter Arbeiter am leichtesten entledigen zu können mit dem Gedanken: Mohr, du hast deine Schuldigkeit getan, du kannst gehen. Es scheint uns aber doch unbegreiflich bei der Direktion der k. I. Nordbahn, an deren Spitze noch ein Direktor steht, der unter dem gesamten Personal sowie auch in der breiten Oeffentlichkeit noch den Rus eines unparteiischen, objektiven und gerechten Menschen genießt, daß es möglich ist, Rechte, welche die seinerzeitige Nordbahnverwaltung, die gewiß mit Bewilligungen sehr sparsam vorging, gewährte, daß man solche gegenwärtig verweigert oder an solche Bedingungen knüpft, die es unmöglich machen, dieselben annehmen zu können. Eine solche Vorgangsweise ist nur eines brutalen, herzlosen Unternehmers würdig. Sollte dies dem Herrn SektionSches nicht bekannt sein, ivaL wir nicht glauben können, so wollen wir diese Ungerechtigkeit dem Herrn, aber zugleich auch der Oeffentlichkeit zur Kenntnis bringen, in der Erwartung, daß hier Remedur geschaffen wird. In der Station Floridsdorf suchten in der ersten Woche des Monats Mai d. I. die Stationsarbeiter namens Johann Appel und Johann Wimmer, nachdem denselben von der seinerzeitigen Nordbahn durch Jahre hindurch ein Erholungsurlaub in der Dauer von acht Tagen unter Belastung der Bezüge gewährt wurde, um einen solchen für zehn Tage an; dabei muß bemerkt werden, daß Johann Appel 72 Jahre alt und über 46 Dienstjahre hinter sich hat, dabei aber noch rüstig und arbeitsfähig ist. Johann W i m m e r hat über 28 Dienstjayre und ist 70 Jahre alt, selbstverständlich auch noch sehr kräftig und rüstig. Beide sind schon Jahre hindurch auf ständigen Poflim und werden nicht in der Gagenliste verrechnet, trotzdem es ihnen laut Zirkular gebühren würde, sondern sie werden im Taglohn geführt. Dieselben waren nicht wenig erstaunt, als die Erledigung ihres Ansuchens von der Direktion herablangte, worin erklärt wird, der Urlaub sei zwar bewilligt, aber unter Karenz der Bezüge. Dem Ganzen wird die Krone erst recht aufgesetzt, wie es bann weiter lautet: „Falls nach Beendigung des Urlaubes für Sie noch ein Bedarf sein sollte, werden Sie wieder in die Dienste ausgenommen werden." DaS soll heißen: Ihr habt zwar beinahe 50 und 30 Jahre eure Kraft ber Bahn zur Verfügung gestellt, aber weil ihr nun alt seid, können wir euch nicht mehr brauchen. Ob dieser Vorgang gerecht oder menschlich genannt werden darf, überlassen wir der Beurteilung des Herrn Direktors selbst, und will der Herr Sektionschef Baron Banhans seinen Ruf als objektiver und gerechter Vorgesetzter nicht einbüßen, so wird er diesen Arbeitern ihr Recht, das sie durch Jahre hindurch bei der Stordbahn hatten, nicht weiter verweigern können, sondern diese Entscheidung aufheben müssen. Und solche Fälle mehren sich von Tag zu Tag. Erft kürzlich hatte der provisorische Weichenwächter, der neun Jahre Bet der Nordbahn im Dienste steht, um einen achttägigen Urlaub wegen Niederkunft seiner Frau anaesucht, da er mit Rücksicht aus seinen kleinen Verdienst nicht in der Lage ist, eine zweite Person zu bezahlen; derselbe wurde mit dem ganz gleichen Wortlaut verständigt. Selbstverständlich muß er unter solchen Umständen auf den Urlaub verzichten, und er wird während des Dienstes darüber Nachdenken können, wie die heutige Gesellschaft zur Deaenerierung des Familienlebens beiträgt, wenn dabei nur nicht das goldene Kalb beleidigt wird, wenn auch dabei Frau und Kinder zugrude gehen. Und daS nennt man: ES darf niemand geschädigt werden! Das kann aber nur in Oesterreich und bei der k. k. Nord-bahn möglich sein. Doch hoffen wir, daß auch in diesen Fällen daS Recht zum Durchbruch kommt. ___________ Korrespondenzen. Absdorf-Hippersdorf. Die hiesigen Magazinsarbeiter haben noch einen 24stündigen Dienst mit darauffolgender 24stündiger Ruhezeit. Doch ist eS den Leuten nicht vergönnt, diese notwendige Ruhepause zu genießen» da wegen Mangel an Personal die Magazinsarbeiter bereits nach sieben Stunden Ruhe zu einer anderen Dienstleistung herangezogen werden. AbSdors-Hippersdorf ist gleichzeitig DeSiufekttonsstatton, wo die Wagen gereinigt werden müssen. Alles ist zu diesem Zwecke in der Station eingerichtet, nur das erforderliche Personal fehlt. Um 6 Uhr stütz kann der Arbeiter nach einer 24stündigen Dienstleistung nach Hause gehen und um 1 Uhr mittags muß der arme Teufel schon wieder am Bahnhof sein, um unentgeltlich 8 bis 10 Wagen zu waschen und zu desinfizieren. Wieso diese Arbeiter dazu kommen, während ihrer freien Zeit unentgeltlich Wagen zu reinigen, klingt uns etwas unwahrscheinlich. Für jeden Wagen muß doch von der Partei eine Reinigungsgebühr eingehoben werden und in jeder Desinfektion»» station sind zu diesem Zwecke ständige Arbeiter bestellt. Wir werden der Sache nachgehen, um herauLzufinden, wo hier eigentlich der Schuldige zu treffen ist. Daß der Herr Vorstand von Absdorf-Hippersdorf, den wir doch als gerechten Vorgesetzten kennen, bis jetzt keine Äenderung angeordnet hat, wundert unS sehr. Brünn. (ZugbegleitunaSpersonal der Station Brünn.) Seit dem Friedensschlüsse nach der passiven Resistenz sind bereits 18 Monate verflossen und von den damals errrntgenen Zugeständnissen warten noch manche der Verwirklichung. Wir wollen uns für heute nur mit den Turnuskommissionen und dem BertrauenSmännersystem befassen. Trotz aller Erklärungen sind die Wahlen bis heute weder ausgeschrieben noch durchgeführt. Daß es den Herrschaften nicht angenehm ist, die Wahlen durchführen zu lassen, ist ja begreiflich. ES könnte vielleicht da einiges über die allzu große ProtemonSwirtschaft, namentlich im Revisionsdienst bei den Personenzügen, gesprochen werden. Herr Hofrat Grünberg erklärte zwar, daß er nicht wünsche, daß jenes, waS er mit seiner Unterschrift bestätigt habe, nicht eingeljalten werde; dabei gab er gleichzeitig die Versicherung, daß niemand durch die Einreihung verkürzt werde. Durch die Umwandlung der Kilometergelder in Stundengelder ist jedoch das Lastzugsperfonal geschädigt und beträgt der Ausfall beim Zugsführer 10, beim Kondukteur 5 und noch mehr Kronen. Auch der Herr Verkehrschef in Brünn suchte Mittel, durch welche er das Zugbegleitungspersonal um das, was es durch den Kamps um Avancements erreichte, andererseits verkürzen könne, und: Wer sucht, der findet t sagt ein alteS Sprichwort. Es gelang ihm auch durch Einführung des Personalwechsel» in den Zwischen- Stationen mit demTrübauerPersonal viele um Hunderte von Warte-tunden im Jahre zu bringen, so daß jetzt die Auszahlungen bei »er enormen Teuerung ohne Rücksicht auf die außerordentlichen Avancements noch kleiner sind, wie sie vor der passiven Resistenz waren. Wie eS daher mit der Betriebssicherheit aussieht und die Züge verspätet werden, wird in einer der nächsten Nummer Besprochen werden. Die Schuldtragenden an diesen Uebelstänben sind jedoch nicht nur die Herren, die sich die Gparwut zur Ausgabe gemacht haben, wofür ihnen ErsparmSprämien gezahlt werden, sondern auch die leidenden Zugbegleiter. Kollegen, der verstorbene Genosse Glaser erklärte seinerzeit in einer Monatsversammlung, er würde sich schämen, als Vertreter bei den Verhandlungen im Eisenbahnministerium zu wirken, sollte er erfahren, daß alles Erreichte nicht eingehakten werde, und namentlich ia Brünn, wo daS Personal Gelegenheit hat», jeder Verzögerung von jeiten der Bette 18 „Der Eisenbahrrer.- 1fr. 18 Vorgesetzten entgegenzutreten. Und heute, nach anderthalb Jahren nach dem siegreichen Kampfe, müssen wir infolge euren ' lidiffercntisumS konstatieren, daß wir im Lohnverhältuts einen 'ntt nach rückwärts gemacht haben. Ist eS nicht beschämend, gerade in dem proletarischen Brünn, das so reich an 'Arbeiterbewegungen ist und wo eine Menge vernünftiger Männer unter uns ist, der Willkür eines Berkehrschefs nicht entgegen-"getreten werden kann! Werdet ihr euch noch weiter durch diverse nationale und indifferente Individuen irresühren lassen, anstatt '■sich in die Reihen der organisierten Kämpfer zu stellen, und statt in Versammlungen zu gehen, in welchen Aufklärung gegeben und über Zugeständnisse und Ziele der Zukunft gesprochen wird, um ein einheitliches Vorgehen der Eisenbahner zu erwirken, euch der Gleichgültigkeit noch weiter hingeben? Staola«. (Heizhaus der Staatseiscnbahn-g e f e l l s ch a f t.) Von dieser Rackerbude ist schon so viel geschrieben worden, daj^ wenn die Verwaltung nur halbwegs Sinn für Gerechtigkeit, ia, wenn die Herren von der St. E. G. nur ein bißchen Gefühl für Scham besäßen, schon längst die wirklich skandalösen, unwürdigen Zustände hätten abgeschafft werden müssen. Die St. E. G. ist nun verstaatlicht und wenn man auch die Betriebssührung diesen Taussig-Leuten noch weiter anverttaut hat, so führt das Eisenbahnminifterium die oberste Allssicht und an diese Behörde, an das k. k. Eisenbahnministeriumwenden sich sämtliche Arbeiter und Bediensteten besHeizhauses Stadlau St. E. G., um die in Nr. 18 unseres Blattes vom 20. Juni 1907 gerügten sowie in dieser Notiz angeführten Zustände einer strengen und objektiven Prüfung zu unterziehen und abzuschaffen. Das Personal ist über die fortwährenden Schikanen der einzelnen Antreiber, von denen es im Heizhaus Stadlau nur so wimmelt, so erbittert und so aufgeregt, baß eö zu den äußersten Schritten entschlossen ist und es liegt gewiß nicht im Interesse des Unternehmens, eines unfähigen Menschen wegen, der dafür vom Staate bezahlt wird, damit er dem Wirtschastsbesitzer Bauer die Fische und das Wild hütet, daS Personal durcheinanderzuhetzen und zu provozieren. Herr Binder, so heißt dieser Mann, ist der Nllein- , . . Befehl „Eh was, so wird's aemachtr Aus diese Weise wird die Autorität des wirklichen Vorstandes untergraben. So rvie Herr Binder den Arbeitern das Leben sauer macht, so erleichtert er sich den Dienst, indem er für die schriftlichen Arbeiten einen Hilfsarbeiter verwendet — ob mit Wissen der Direktion, können wir nicht sagen — um selbst die meiste Zeit dem edlen Waidwerke oder der Fischerei zu widmen. Man kann sich leicht vorstellen, wie unter solchen Zuständen der Dienst leidet und wie die Arbeiter den verschiedenen Zwischenvorgesetzten auf Gnade und Ungnade ausgeliesert sind. Der Schweinestall in Stadlau ist schon sprichwörtlich geworden, denn weder von einer Ventilation noch von einer gründlichen Reinigung kann die Rede sein. Beim Anbrennen der Lokomotiven müssen die Arbeiter aus dem Heizhaus hinauZlaufen, wenn sie nicht ersticken wollen. Die Kanäle im Heizhause strotzen von Oel und Schmutz; der daraus entströmende Dunst und Gestank ist penetrant und die Leute müssen diese Nachlässigkeit mit dem Verlust ihrer Gesundheit büßen. Auch die Aborte starren noch im alten Schmutz, welcher allen hygienischen und sanitären Vorschriften spottet. Herr Binder ist aber noch immer der Meinung, daß die Arbeiter die Schweine sind, die die Aborte beschmutzen ; eS ist erfreulich, daß, als vor zirka einem Jahre ein Direktionsorgan die Aborte besichtigte, dieses auf die impertinente Auslastung oeS Herrn Binder erwiderte: „Die Arbeiter sind nicht schuld an dieser Schweinerei, es muß eben öfters gereinigt werden, damit man auch hinein kann und nicht bei der Türe seine Notdurft verrichten mich!" Der beste Beweis, wer der Schuldige an dieser Schweinerei ist. Die Behandlung der Bediensteten und Arbeiter ist unter aller Kritik: besonders kann sich der Maschinenmeister Altrichter in der brutalen Behandlung nicht genugtun. Ms ein junger Führer Altrichter meldete, daß er mit der Maschine Nr.4201 nicht mehr fahren kann, da sie dienstuntauglich ist, erklärte der edle Maschinenmeister: „WaS sind Sie denn für ein Führer,ich werdeJhnen zurSchausel verhelfen!" Also dafür, daß der Führer aus Rücksichten für die Sicherheit deS Verkehrs und des Lebens besorgt ivar, die schadhafte Maschine in Reparatur zu nehmen, muß er sich solche gefährliche Drohungen gefallen lasten. Wissen Sie, Herr Altrichter, daß dieser Vorgang eine Erpressung involviert, die strafbar ist? Und was fehlte der Maschine Nr. 4241? ES wurde vom Führer bereits dreimal verlangt, daß das Blasen am Stehkessel behoben werde, doch anstatt die Maschine einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen, ließ man einfach dieStehbolzen verstemmen, trotz der Warnung des Kesselschmiedes, daß es nicht die Stehbolzen sind, die blasen, sondern daß ein Riß vorhanden sein muß. Man ließ aber ruhig die Lokomotive Dienst bis nach Brünn machen und erst jetzt aus neuerliche Meldungen des Führers konstatierte man, daß auf der Außenwand des Stehkeffels Riffe von einer Liina« von über l Meter vorhanden find. Begreifen Sie, Herr Altrichter, welche Verantwortung aus Ihnen lastet? ES wäre fehrangezetgt, wenn diek. k. Ge-neraltnspektion eine peinliche Untersuchung durch Fachmänner anordnen würde, wir sind dessen gewiß, daß man mehrere solche Maschinen finden würde. Die Kesselschmiede werden gezwungen, in Maschinen zu arbeiten,dte noch unterDruck stehen und außerdem noch einChamottegewölbehaben. Den Heizern, die um Ablösung bitten kommen, droht Herr Altrichter mit der Polizei. Sehr putzig^macht sich Herr Maschinenmeister Christof aus, der stets am Wege zwischen Heizhaus und Werkstätke einerseits und Herrn Binder andererseits ist; diese Lauferei macht ’vn JifPü*6 Leben aus und hat dem armen Teufel auch schon ein Leiden zugezogen, daß er alljährlich in Ptftgan heilen muß. O, es gibt noch pflichteifrige Leute. Ebenfalls der Herr Werkmeister Nowak widmet ~ " ‘ Arbeiter. Nun, und der der wahrt feine Würbe, ------------- . , --------- versteht es dieser Herr, seine Wut an den Arbeitern auszulassen, ein Mann, der in feinen jungen Jahren ebenfalls ein Arbeiter bergißt sehr leicht aus seinen Ursprung, wenn man sich die Protzenhaftigkeit ungeeignet hat. ,, ,, Auch die Dienstverhältnisse der einzelnen im Heizhaus beschäftigten Bediensteteiikakegorten wollen wir hier berühren, um auszuzeigen, welche« Tohuwabohu in diesem Heizhaus herrscht. 1. Die yokamotibbegleiter haben den Dienst geteilt: der eine Teil hat 12 Stunden Dienst, 24 Stunden frei; 18 Stunden Dienst, 24 Stunden frei; der andere Teil 12 Stünden Dienst. 24 Stunden frei: 19 Stunden Dienst, 21 Stunden frei. n Die Heizerablöser haben dieselbe Diensteinteilung wie die Lokomotivbegleiter. 3. Lamvtsten und Aviseure 12 Stunden Dienst, 24 Stunden frei: 18 Stunden Dienst. 24 Stunden frei. 4. Kohleülader 12 Stunden Dienst, 24 Stunden frei. b> Maschinenauhputzer und -AuSwafcher 12 Stunden Dienst, 24 Stunden frei: 18 Stunden Dienst, 24 Stunden frei; 18 Stunden Dienst, 24 Stunden frei. 6> Maschinenmeister und Nachtwächter 12 Stunden Dienst, 24 Stunden frei. i an dem AuS dieser Zusammenstellung sieht man, wie sehr eS einheitlicher Leitung fehlt und es wäre die höchste Zeit, L... Regime B i» der ein Ziel zu setzen und einen gerechten und .energischest Fachmann, der auch vom Maschinendienst etwaS ver- steht, zum Chef dieses Heizhauses zu ernennen, damit er diesen Augiasstall ausmistet. Mer auch an die Heizhausbcdiensteten richten wir die Mahnung, sich nicht untereinander zu zerfleischen und zu bekämpfen, sondern einig vorzugehen, denn nur dann können bessere Verhältnisse und Arbeitsbedingungen erzielt werden. Dieser Kampf untereinander, selbst mit den verwerflichsten Mitteln der Denunziation, schädigt euch nicht nur alle, sondern schändet auch den ganzen Eiien-bahnerstand und kann eben solche Verhältnisse zeitigen, wie wir sie hier aufgezeigt haben. Aus eure Uneinigket bauen Individuen ä la Binder, Altrichter rc. ihre Macht auf. —d— Chelniek. (K. k. Nord bahn.) Herr Kontrollor Asch-kenase ist einer jener Herren aus der Aera I e i t t e l e s, welche nicht begreifen können, daß auch daS Personal ein Anrecht auf menschenwürdige Behandlung bat und mit Groll im Herzen die Fortschritte der organisierten Eisenbahner beobachten. Auf einer seiner Kontrollsahrten verirrte sich Herr A s ch k e n a s e auch in unsere in Waldeinsamkeit sich befindende Station und es glückte seinem stark entwickelten Ricchorgan, folgendes zu entdecken: Die Station Chelmek fertigte die Rechnungen für Regiesendungen direkt im eigenen Wirkungskreis aus und hatte so die Möglichkeit, schnell in den Besitz der betreffenden Naturalien zu kommen. Das verdroß diesen „Menschenfreund" und er erklärte in näselndem Ton: „Dieser Vorgang ist inopportun, für die paar minderwertigen (sic!) Leute kann das die Station OSwiecim besorgen." Trotz des Hinweises darauf, daß jede Verzögerung im Bezüge der Lebensmittel, die logischerweise durch diesen Be-sörderungsmodus sich ergeben müsse, die Lebensmöglichkcit des hiesigen Personals unterbinde, verharrte Herr A s ch k e n a s e bei seinem „sic voleo, sic subeo"-Standpunkt und verließ, sich dieser .sozialen" Tat freuend, unsere Station. Aussig. (Aus den Werkstätten der Aussig-Teplitzer Eisenbahn.) Nun wird es aber die höchste Zeit, die Ocffentlichkeit über die inhumane Behandlung der Arbeiter, besonders in der Wagenmontur zu unterrichten. In dieser Abteilung waltet der Beamte Knappe als Wcrksührer. Dieser Mann, der es in seiner Verbissenheit nicht der Mühe wert findet, einem Arbeiter, ob jung oder alt, auf dessen Gruß zu danken, wundert sich wahrscheinlich, daß die Zahl derer, die ihn grüßen, kleiner wird. Letzthin stellte er im Hofe einen Tagarbeiter zur Rede, warum er ihn nicht grüße. Der Arbeiter antwortete: .Ich habe Sie schon oft gegrüßt und bekam keine Antwort." Daraus gab ihm der Beamte einen sonderbaren Kosenamen und die Folge war, daß der Arbeiter zum Chef in die Kanzlei mußte. Wir sind die letzten, die es gutheitzen, wenn ein Arbeiter dem Vorgesetzten nicht mit der entsprechenden Achtung entgegentritt. Aber wir sind der Meinung, daß es zum Anstand gehört,-einem Grüßenden zu danken, wenn derselbe auch nur ein schlichter Arbeiter ist. Ueberhaupt verdient der Herr Knappe seinen Namen in der Tat, denn er ist der würdige Knappe seines Ritters, des Herrn Inspektors I o n a s ch. Er befolgt dessen Lehren voll und ganz, nämlich: durch brutales Zurückweisen die Arbeiter einzuschüchtern und sie bei der geringsten Verteidigung zum Chef rufen zu lassen, der daun schon mit ihnen fertig wird. So war es auch in dem eingangs geschilderten Falle. Ohne daß man dem im Recht stehenden Arbeiter Zeit zur Verteidigung ließ, wurde ihm mit der Entlassung gedroht. Ja, gilt denn bloß die Arbeitsordnung für die Arbeiter? O nein, es heißt darin, daß sich die Vorgesetzten gegenüber den Arbeitern eines humanen Benehmens zu befleißen haben. Warum beachtet das Herr Knappe nicht? Und noch eine Frage: Warum ist der Herr Chef nicht ebenso energisch, wenn ein Trunkenbold einen harmlosen Arbeiter ohrfeigt, was doch gewiß eine Gemeinheit ist. ES wäre sehr gut, wenn der Herr Chef die Beamten dahin instruieren würde, daß sie die Arbeiter anständig behandeln. Herr Knappe aber wird gut tun, jene Arbeiter, die sich an ihn um etwas wenden, ruhig aussprechen zu lassen, den Fall objektiv zu beurteilen und nicht gleich zum Chef zu rennen. Dadurch ivird er sich die Achtung seiner Untergebenen erwerben, waS gewiß mehr wert ist als ein erzwungener Gruß. Aßling. (K a r a w a n k c n t u n n e l.) Die Strecken- und Tunnelwächter haben unter dem Regime deS Aushilssbahmneisters Herrn N a g e l sch m i e d oft ungerechte und ziemlich hohe Strafen zu erdulden. So wurde einem Wächter wegen einer dienstlichen Angelegenheit, die wörtlich eingehalten wurde, eine Ordnungsstrafe von 2 Kr. sowie Verlust der SchnellzugSprämie im Betrage von Kr. 3 33 auferlegt. Für ein derartig geringfügiges Ereignis wurde dem Wächter, der für eine größere Familie zu sorgen hat, diese gewiß hohe Strafe zugemessen. Obwohl Herr Oberinspektor Erb in der Personalkom-missionLsitzung vom 25. Oktober 1908 ausdrücklich erklärte, daß jedem Bediensteten, der sich in seinem Rechte verletzt fühlt, jeden» zeit die Tür zu seiner Abteilung offensteht, so wurde doch der beschwerdesührende Wächter von der BahnerhaltungSsektion Klagenfurt abgewiesen. Im weiteren beschwert sich daS Wächterpersonal wegen mangelhafter Erteilung von Urlauben und Freikarten, so daß oft zur letzten Stunde noch der Urlaub oder die Freikarre verweigert wird. Ein weiterer Uebelstand wurde durch den vom Bahnmeister Wernsberger ausgearbeiteten Dienstturnus geschaffen, der insoweit eine Verschlechterung beinhaltet, daß die Wächter zwei freie Tage verlieren und zum Ueberfluß sieben Nächte hintereinander Dienst haben. Ein bißchen mehr Gerechtigkeit und Entgegenkommen könnte den Bediensteten schon geboten werden, dem jugendlichen AuShilssbahnmeister würde sicherlich keine Perle auS seiner Krone abgehen. Linz. (K. k. Staatsbahn.) ES ist nichts Neues mehr, daß die BahuerhaltungSarbciter und Wächter den verschiedenen Schikanen der einzelnen Vorgesetzten auSgesetzt sind. Daß aber auch deren Frauen davon betroffen werden, dürste einzig dastehen. Da ist in Linz bei der neuen Donaubrücke ein Wächter, welcher die Strecke Linz Umfchlagplatz und Urfahr zu begehen und die kleinen Reparaturen zu besorgen, dann beim Verkehr der Züge Linz-Urfahr die Brücke abzusperren hat, denn dieselbe dient auch für den Straßenverkehr, und bei Nacht muß sie auch beleuchtet werden. Daß der Wächter den ganzen Tag zu tun hat, kann sich jeder leicht vorstellen. Die Reinigung der Brücke hat die Wächterin zu besorgen, wofür sie per Stunde 14 H. bekommt und diese Zahlung ist dem Herrn Inspektor Schlar-b a u m zu viel. Am 1. Juni 1. I. kam die Wächterin in die Kanzlei dieses Herrn, um ihr verdientes Geld zu holen. Herr Schlarbaum empfing diese sehr barsch. „Die Brücke ist schlecht gereinigt und gestern abends, halb 9 Uhr, war dieselbe nicht beleuchtet." So brüllte er weiter: .wo waren Sie gestern?" Die Wächterin gab ihm zur Antwort, daß sie ihren Sohn ein kurze» Stück Weg begleitet hat, da sagte der feine Herr: .Ja freilich, im Gasthaus waren Sie, Sie sind eine faule Wächterin, ich werde Sie versetzen lassen, auch zum Kochen des Schweinefutters habe ich kein Holz und Kohle für die Wächter." Jq glaubt denn Herr Schlarbaum, baß die Wächter gut gezahlt sind, daß sie sich ins Gasthaus setzen können? der glaubt der Herr, daß dir Wächter und seine Kinder Schweine sind, daß er ihnen kein Brennmaterial geben will, damit sie sich auch etwa« kochen können? KremS. (An die k. k. Heizhausi eitung in Wien.) DaS Maschinenpersonal der He»zhauSexpofitmsleitung Krems an der Donau wurde bei der Heizhausleitung Wien btttltch, daß das AuSleeren der. KM« am,Tender dnrS die z^ManSarbeiter geschehe. Seitens der Heizhausleitung wurde dies zugestanden. Die Wpofitursleitung will aber dieses Zugeständnis mit dem Hinweis verschleppen, daß der hierzu erforderliche Arbeiter noch nicht bewilligt sei. VZeiterS erlaubt sich das Personal anzusrageu, ob eine k. k. Staatsbahndirektion mit dem vom Expositursleitcr Herrn I e l l i n e k bisher praktizierten Vorgang der Maschinenreinigung einverstanden ist, daß zur Entfernung des Schmutzes an den Speichen und Fremmen der Lokomotive durch Bespritzen mit heißem Wasser (manchmal sogar nach erfolgter Reinigung der Lokomotivsteuerung) dies geschehe, was zur Folge hat. daß eine Verrostung und Versandung der Lokomotivbestandtcilc sowie eine Lagerverunreinigung eintreteu kann. Um Abhilfe bitten die Betroffenen. Mährisch - Ostrau. (Paschawirtschaft in der §e i z h a u S l e i t u n g M ü h r i f ch - O st r a u - O d e r f u r t.) eit der letzten Veröffentlichung sind zwar die Misthaufen im Heizhausrayon so ziemlich verschwunden, jedoch treten sie aus allen anderen Gebieten viel krasser hervor. Diesmal wollen ivir die ungerechte und einseitige Diensteszuweisung seitens des Herrn Heizhausleitcrs Schwarz näher beleuchten. Es scheint, daß diesem Herrn einige Speichellecker aus Herz gewachsen sind, sonst könnte cs nicht möglich sein, daß das übrige Lokomotivpersonal zum Nagen am Hungertuch verurteilt ist. Trotz mehrmaligem Intervenieren der Vertrauensmänner bei der k, k. Nordbahndirektion und die gegebenen Zugeständnisse der löblichen k. k. Direktion, die in keiner Weise bis heute durchge-führt sind, sind wir zu der Ueberzeugung gelangt, baß unser Herr Heizhausleiter über sich keine höhere Instanz zu haben scheint. Es besteht derzeit ein Turnus für 22 Partien mit nur auserwählten Prerauer Zügen, welche wieder von den Lieblingen des Herrn Inspektors Schwarz geführt werden. Wir sind aber 150 Streckensührer, von denen 128 jeden Monat zusehen müssen, wie die Kriecher des Herrn Heizhauspaschas, 22 an der Zahl, einen dreifachen Verdienst einheimsen; zum Beispiel ist es nachweisbar, daß einige von den Protektionskindern Bis zu 145 Kr. an Koblenprämien allein erzielen, dagegen die bis heute wild Herumsahrcnden bei der Prämienauszahlung nur die Listen unterschreiben dürfen und mit schwerem Herzen und ohne einen Heller nach Hause gehen können. Nach der letzten Intervention bei der k. k. Nordbahndirektion erging der Auftrag an die Hciz-hausleitung, den bestehenden Turnus aufzulösen und sämtliche Streckenlokomotiven mit doppeltem Personal zu besetzen, was heute noch nicht geschehen ist. Auf Befragen unserer Vertrauensmänner, warum der Turnus nicht aufgelöst, eventuell nicht gewechselt wirb, erklärte der Heizhauspascha: .Der Turnus wird nicht gewechselt, da das lauter alte Führer sind!" Wir erlauben uns an die löbliche k. k. Nordbahndirektion eine höfliche Anfrage zu stellen, ob selbe mit dem unkorrekten Vorgang seitens unseres Herrn Heizhausleiters einverstanden ist, da wir doch ganz bestimmt wissen, daß der Herr Sektionsches Baron BauhanS nur mit einem zufriedenen Personal arbeiten will. Wie die 30prozentige Aufbesserung der Nebengebuhren aus der Montanbahn aussieht. Zu den Linien der k. k. Nordbahn gehört auch eine Eisenbahn, welche die gesegnete Montanbahn von Mährisch-Ostrau heißt. Es haben zwar wenige von ihrer Existenz eine blasse Idee, aber dafür ist es dem daran beteiligten Personal lebhaft im Gedächtnis. Die Uebelstände treten im krassen Maßstab bei dem Maschiuenpersonal hervor. Man muß in verkehrter Stellung wegfahren, so daß man im Winter, ohne irgendwelchen Schutz zu haben, vor Kälte halb erstarrt, und in den anderen Jahreszeiten, von dem häufigen Regen bis auf die Haut durchnäßt, öfter 15 Stunden und darüber hinaus Dienst machen muß. ES wird für unabänderlich angesehen, was doch bei einigem guten Willen sehr leicht zu ändern märe. Jetzt kommt aber der größte Uebelstand, baß man auch einen Magen hat, in welchem es berumrumort, ohne daß man ihm gerecht werden könnte. AlS voriges Jahr mit großem Pomp verkündet wurde, daß die Fahrgelder um 30 Prozent erhöht werden, dachte sich das ganze Personal» jetzt sind wir auf lange Zeit aller Sorgen enthoben. Aber wie steht die Sache in Wirklichkeit? Seit dem 1. Jänner 1909 hat das Montanbahnpersonal von der 30prozentigen Aufbefferung keinen roten Heller gesehen. Nachdem auf der gesegneten Eisenbahn meistens lauter Führer Dienst machen müssen, die den horrenden Gehalt von 900 bis 1000 Kr. beziehen, von welchem sie aus daS Quartiergeld noch daraufzahlen müssen und die Nebengebühren nach Art des FahrtaggeldeS Klasse B verrechnet werden, ist es den betroffenen Lokomotivführern nicht möglich, einen höheren Verdienst von 40 bis 50 Kr. inklusive Kohlenprämien verdi-neu zu können. So ist es vorgekommen, baß bei der letzten Auszahlung der Kohlenprämien manche nur bi» zu 1 Kr., wogegen die übrigen gar nichts erhielten. »Ein mbitz sollte sogar gesagt haben, nächsteSmal müßt ihr zur Auszahlung noch Geld mitbringen." Jetzt hoffen wir, da uns die löbliche Direktion die 30pro-zeutige Ausbesserung zugesprochen hat, daß wir in kürzester Zeit aus unserer verzweifelten Lage befreit werden. Die betroffenen Lokomotivführer von Mähris ch-O st rau-Oderfurt. Linz. (Wächterdienst auf berPyhrnbahn.)Am 80. April 1909 wurde die Wüchtcreinteilung der Strecke K i r ch-dors-Selzthal-Pyhrnbahn vorgenommen, welche für das Personal sehr ungünstig ausgefallen ist. Denn bereits alle Wächter bekämen eine Strecke von 2200 Metern und auch noch Mehr zu genießen. ES ist hier noch der 18stündige Dienst und 9 Stunden Ruhezeit eingeführt; e8 muß also ein jeder Wächter in seinem 18 Stundcndienst feine Strecke dreimal begehen. Eine Begehung daS sind 2200 Meter und dreimal soviel macht eine Summe von 18.200 Metern, jetzt soll er noch Nägel Und Schrauben anziehen, Geleise messen, im Sommer GraS putzen, im Winter Schnee schaufeln. Diejenigen Wächter, welche mit ihrer Strecke in eine Station oder durch eine Station kommen, haben auch noch bei jeder Begehung die Weichen zu kontrollieren und in das in der Station aufliegende Dienstbuch einzutragen. Am 24. Mai kam von feiten der BahnerhaltungSsektion Kirchdorf noch der Auftrag, baß jene Wächter, welche in der Nähe der Station sind, die Vor- und Einfahrtssignale zu beleuchten und die Laternen zu reinigen haben, also noch eine Zuwage, aber daß ein Organ von der BahnerhaltungSsektion Kirchdorf herausgekommen wäre und hätte sich die Laternen augeschaut, nein. Wir stellen ftst, daß bereits alle Laternen defekt sind und ihrem dienstlichen Zustand nicht mehr entsprechen. Bei einer Laterne ist ein Einsatz, der überhaupt nicht hineinpaht, bei einer anderen ist die Jeder gebrochen, bei einer dritten hält die Schraube nicht beim Einsatz, wenn das Signal gestellt wird, fällt durch das Schütteln der Docht hinein Und löscht an«. Wie lange wird das noch fortbauern und ein Unglück ist geschehen, und wo ist dann der Schuldige? Zn einer Strecke, wo Schnellzüge verkehren und so eine Diensteinteilung! Wir ersuchen daher die k. k. Staatsbahndirektion Linz dringend einzuschreiten und hier Remedur zu schaffen, bevor ein Unglück geschieht. ES ist unmöglich, einen solchen Dienst noch weiter anstandslos zu versehen und wir lehnen jede Verantwortung ab. Auch die Wohnungen der Wächter wurden schon drei bis vier Jahre nicht geweißigt, weil die BahnerhaltungS- r W. Die Sektion Kirchdorf hat nicht in den Irrten» sektion Kirchdorf feinen Maurer für Hygiene kein Verständnis, wo» _ «orten der Staatsbahndirektion Bin* liegt' Bndweis. (Heizhaus II.) Fortwährend laufen bei u»S Klagen ein über die schlechte Behandlung, die den Arbeitern durch deo Lekbauschej Herrn Zubanik urteil wird. Nr. 18 m9** «ifendah»e».- Seite 18 Wir wollen tot diesmal noch mit der Aufzählung spezieller ltg hatten da wir Herrn Zubanik noch für besserungS- Gleichzeitig müssen wir an dieser Stelle den Herren Whdra und Sauraner zurusen, sich einigermaßen zu mäßigen, ansonsten wir gezwungen wären, den gleiß und die Pünktlichkeit dieser beiden Herren etwas näher zu beleuchten. Neugebackene Werkmeister und umgestaltete Hetzer sollen immer bedenken, daß man durch brutale Behandlung bei den Untergebenen niemals Achtung erwerben kann. . , Jglau. (Oesterreichische Nordwest bahn.) Der ,etz,ge Borstand der Bahnerhaltung trachtet soviel als möglich, sich auf Kosten der Aermsten der Armen — der Oberbauarbeiter — bei der Direktion Liebkind zu machen. So hat er unter anderem den Oberbauarbeitern die halben Tage vor Weihnachten, Silvester, Faschingdienstag, Ostern und Pfingsten, trotzdem sie von der Direktion bewilligt wurden, weggenommen. Die Direktion hat im Jahre 1907 den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 20 H. bis 40 H. zugestanden. Wie macht eS aber der Herr Inspektor Chantarutti? Er gibt den Arbeitern Soßmütig (?) 6 H. bis 10 H., aber nur denjenigen, welche bei m gut anaeschrieben sind. Auch läßt er niemanden den bewilligten und bezahlten Erholungsurlaub antreten. Bei den Profefsioniste» ist e« noch krasser: Dieselben haben einen Taglohn von Kr. 2 88, von dem sie sich den Werkzeug kaufen und instand halten müssen. Die Oberbauarbeiter erwarten, daß sie endlich zu ihrem Rechte gelangen und ersuchen die hohe Direktion, dem Herrn Vorstand die nötigen Weisungen zu erteilen, sonst könnte eS zum zweitenmal Vorkommen, daß ein Schotterzug auf der Strecke beladen stehen bleibt. Amstetten. (Heizhaus.) Wer unsere hiesigen Verhältnisse länger kennt und dieselben immer beobachtet, wird finden, daß sich in letzter Zeit eine Strömung bemerkbar macht, welche durchaus nicht im Interesse der Arbeiter gelegen ist. Bei der am 5. Mai erfolgten Ausnahme von Kohlenarbeitern spielte schon die zweifelhafte Protektion eines der schwarzen Partei «»gehörenden Maschinmeisters eine bedeutende Rolle, da alle Vormerkungen vollständig außer acht gelassen wurden. Die k. k. Staatsbahndirektion in Villach würde sehr gut tun, wenn sie das Verhältnis zwischen den Vorgemerkten und den Aufgenommenen einer Kontrolle unterziehen möchte. Die Arbeiter werden in und außer Dienst beschnüffelt und bei Urlaubsbewerbungen wird ein rüder Ton angeschlagen, den wir absolut für die Dauer nicht ertragen wollen. Dem rüden Ton ist es zuzuschreiben, wenn im Innern des Untergebenen jene Bitterkeit hervorgerufen wird, die schließlich in Hatz oder Verachtung ausartet. Zum Schluß bemerken wir noch, daß ein „Außi-schrneiß er" aufgetaucht fein soll, der bereits nach seiner Aussage irgendwo jemanden außig'schmissen hat. Da dieses Bürschchen erst von der Schulbank entlassen wurde, so dürfte wohl in diesen Worten mehr Phantasie als Wahrheit enthalten sein. Oder wurde gar dieser Jüngling schon wo gegerbt und hinanögeseuert? Sein Benehmen ist darnach. Wien. (Südbahnhof.) Seit neuerer Zeit werden die Portiere, der Südbahn zum Schulbesuch kommandiert, wo diese anstatt Vorträge über die verschiedenen Kurse und Anschlüsse in den Hauptstationen zu höre», mit dem Bremsbrutto und der Geschwindigkeit der Lastzüge belehrt werden. Die Portiere sind gewiß keine Gegner der sachlichen Aufklärung, doch soll die Schule für die Betreffenden einen praktischen Wert haben. Auf allen ausländischen Bahnhöfen, ja sogar Bei dem geringsten Hotelbesitzer finden wir für den Portier eine entsprechende Loge, wo gleichzeitig das Kursbuch aufliegt, um bei eventuellen Anfragen die richtige Auskunft geben zu können. . Bei der verkehrsreichen Südhahn ist diese zeitgemäße Einrichtung nicht zu finden. Wohl ist am Südbahnhof ein Kabinett mit der Aufschrift „Portier" vorhanden, doch ist dort ein Zeitungsverfchleitz eingerichtet. Es dürste doch der Südbahn nicht schwer fallen, den Por-tleren m der angedeuteten Richtung Rechnung zu tragen. r Wien°Heiligenstadt. (Ein in t e lligenterMafchin-führer). Ein Genosse schreibt »ns: Am 30. April hatten die Oberbauarbeiter in Heiligenstadt Lohnauszahlung und gingen w die dortige Kantine. Der alS Gast anwesende Lokomotivführer Hornik verließ, als er so viele Oberbauarbeiter kommen sah, die Kantine und sagte zu den daußenstehenden Leuten: „In der Kantine stinkt 's, daß es nicht zum aushalten ist.' Da es nachweisbar in der Kantine nicht stinkt und sonst nur wenige Gäste anwesend waren, so dürfte dieser absonderliche HtnweiS nur den Oberbauarbeitern gegolten haben. Die Obcrbauarbeiter von Heiligenstadt verwahren sich entschieden gegen derartige Beleidigungen nnd waren gezwungen, im Wiederholungsfälle schärfere Abwehrmittel anzuwenden. Steiuach-Jrdning. Wie schon bereits erwähnt, ist unsere «tation durch mehrere Postenträger und Bauchrutscher beehrt, deren Hauptprinzip ist, das andere Personal in infamster Weise zu denunzieren und verleumden. So wurde auch vor kurzen, cm Genosfe ein gänzlich unschuldiges Opfer dieser gemeinen Innigen. Für diese Denunzianten wäre eS wahrlich besser, uor der eigenen Tür zu kehren als bei anderen herumzuschnüffeln. "°ei dieser Gelegenheit wollen wir zugleich eine kleine Episode aus dem Leben unseres Herrn Platzmeisters auszeichnen. Erhielt da derselbe am 20. Mai die neue U»terbeamte»S-uniform, mit der er gleich am Abend zur Maiandacht ging, um ®ott zu danken für die Gnade und ihn zu bitten um Verleihung eines Degens, da daS Sigimlgeben mit der Fahne sich für ihn nicht mehr schickt und somit der Degen als sehr notwendig erachtet wird. Nur wenn Herr Vorstand am Platze ist, wird fein Blenfteifer derart groß, daß er sogar die Wägen unterlegt, um leine Tätigkeit vor Augen zu führen. Da wir nicht geneigt sind, weher Abbitte iioch Sühne zu leisten, ivird derselbe gebeten, über Mett Artikel nicht zu viel in Aufregung zu geraten, wie es im "tzten Artikel dem Herrn Sportsinann erging, der uns mit '""pper Not einem Nerveuchoc entging, da >vir daS, was wir ichreiben, immer aufrechterhalten. . Zugleich möchten wir den neuen Herrn Vorstand Bitten, nicht auf diese Zuträger und Kriecher zu achten, sondern womöglich sich von allem selbst zu überzeugen. Außerdem ersuchen die k. k. Staatsbahndirektion ein Augenmerk auf diese «rüder- und Schwagerwirtschaft zu richten. Lochorbodeu. Eine schofle Behandlung wurde unlängst «Wem christlichen Bahnrichter zuteil. 20 Jahre schon ist derselbe «m Dienst der Staatsbahnen und als Vorarbeiter und Bahn-ychter in Verwendung, Nachdem nun durch Abgang die definitive Ernennung erfolgen sollte, wurde der Mann als Aushilfsbahn« Nchter ernannt. Vorher hatte dieser langjährige Baynarbekrer «r.3-80 Taglohn und nun als auf fystemisterten Posten Be-einen Taglohn von bloß Kr. 2'90. Die Reduzierung ToglohneS als Anerkennung einer 20jährigön Dienstzeit Blieb "lo)t als Einzelerscheinung brutaler Willkür bestehen, sondern die “°Meti k. k. Staatsbahnen gingen um einen Schritt weiter und verweigern die Auszahlung der UeBerstunden. Ursache solcher ^»»stände ist immer die Geneigtheit, dem Ortspfarrer zulieBe ««leibe keiner Organisation Beizutreten. Also hinein in die Organisation 1 i, Titz (Ober-Innthal). In einer unserer Nachbar. Nationen, deren Ehef für gewisse Leute sehr zugänglich sein soll, ™ Diensteinteilung nach den Wünschen der Das L hoi-ve. °*chbe1 Stebmbefchästigung zu Wtbmtn. Dafür haben sich alle diensthabenden Wächter während der Zugs-raufen an allen StationS- und Magazinsarbeiten zu beteiligen. Außerdem haben die Wächter vom unteren Posten nach Schließung der Wegschranken die Aus- und Zuladungen beim Postzug 12 zu besorgen, weil StationS- und Magazinsarbeiter für die Nebenbeschäftigung der Akkordholzverladung geschont werden müssen. Mit Zug 41 kam in der Endstation ein Reisender mit großem Gepäck an, dessen Reiseziel über Buchs ging. StationS- oder Magazinsarbeiter sind aber nicht zur Verfügung. Dtt: Kondukteure vorn Zug 41 müssen mit dem Schnellzug 309 Regie nach Landeck fahren und haben daher ihre ZugSauSrüstung zum Schnellzug zu schleppen, weshalb das Reisegepäck um neun Stunden spater mit Postzug 13 »ach Buchs gekommen ist. Der Reisende hat Zeitversäumniskosten gefordert und die Staatsbahn hat geblecht. Doch was liegt daran, wenn nur die Holzakkordarbeiten als Nebenbeschäftigung ungestört im Betrieb bleiben. Wenn während der Abwesenheit der Wächter die Zugschranken in boshafter Weise geöffnet werden und ein Unglück passiert, macht dies alles nichts aus, die Akkordholzverlader müssen geschont bleiben. Pfingstmontag hat der Bahnmeister Hansjetl Beim Distanzsignal eine drei Bis vier Meter lange Zaunlatte auf dem Geleise liegend gefunden. Schnellzug 201 ist darüber hinweggefahren ohne daß etwas passiert wäre, aber es könnten bei Abwesenheit der Wächter infolge geöffneter Schranken andere Unglücke entstehen. Die Kanzleireinigung ist den Station?- und Magymsarbeitern ausgebürdet. In anderen Stationen haben dies StationSreinigungSfrauen zu verrichten. Für solche Arbeiten ist ja ein Pauschalbetrag ausgeworfen. Aber die Station?- und Magazinsarbeiter verrichten derlei Arbeiten in der Regel gratis. Meran. (Von der k. f. Staatsbahn.) Das Werkstätten- und Heizhauspersonal wurde verflossenes Jahr mit einem lungen Maschinenadjunkten namens Franz Hacke» beglückt, welcher, bevor er von Landeck nach Meran kam, schon einige-male den .Eisenbahner", sowie daS Fachblatt der Lokomotivführer geziert hatte. Durch sein grobes Benehmen machte sich Herr H a cken beim ganzen Personal so unbeliebt, daß höheren Orts oftmals Beschwerde über den „gebildeten" Herrn, nach dessen Meinung der Mensch erst beim Adjunkten ansängt, geführt werden mußte. Nur einige Anssprüche des feinen Herrn feien hier wiedergegeben. Ein geprüfter Heizer, welcher von der Lokomotive hmtnterfiel und sich leicht verletzte, erhielt, als mehrere Tage später der Herr „Adjunkt" das Unfallsprotokoll aufnahm, die liebenswürdige Antwort: „Wenn Sie sich gleich lieber ganz zerstoßen hätten, wäre eS mir lieber, dann hätte ich wenigstens weniger Arbeit." Einen Oberheizer, der durch einen erlittenen Unfall nur leichten Dienst machen kann, schrie der Herr des öfteren an: „Wenn Sie nicht mehr den Dienst machen können wie vor zwanzig Jahren, schauen Sie, daß Sie zum Teufel kommen.'' Solche Beispiele von den seinen Manieren dieses Herrn könnten wir nach Dutzenden bringen, wäre es uns nicht leid um den Raum im „Eisenbahner". Und jetzt muß er gehen von Meran. Durch feine unausgesetzten Quälereien des Personals lief Beschwerde aus Beschwerde ent, obwohl cS der Herr verstanden hat, so manchen Beschwerdeführer vom Hofrat seutzuhalten, bis ihm doch der Boden zu heiß wurde und er demnächst nach Feldkirch versetzt wird. Auch Herr Werkmeister FobeS verlaßt uns und geht »ach Laibach, und können wir die dortigen Genossen nur bedauern, wenn sie unter die Fuchtel dieses Schreiers und Jesuiten kommen. Wir sind herzlich sroh, daß wir thn los werden. — Eine Anfrage erlauben wir uns an den unter dem Protektorat des Inspektors Kögel stehenden „Unterstützungsverein der Bozen-Meraner Bahn", wann die heurige Generalversammlung stattfindet ? Ist vielleicht der Rechenschaftsbericht noch nicht zufam menge stellt? Stlngenfurt. (Südbah n.) In der Iirkularsainmlung A per April 1909, mit Zirkular 165, wird von der Direktion den Bahnwächtern eine neue Diensteinteilung angekündigt, und zwar mit 18 und 19 Stunden Dienst und 8 bis 9 Stunden Ruhepause. Nach 7 Nächten Dienst, die achte Nacht Ablösung. Diese Dienst-einteilung wird noch schlechter, als die bisherige. Mit Einsetzung dieser Diensteinteilung werden sich viele Wächterversetzungen ergeben, woraus die Bahnerhaitungsscktion Klageiisurt folgendes Zirkular an die Bahnmeister versendet hat: Zahl 497. K l a g e n f u r t, am 25. April 1909. An die Herren Bahnmeisterl Nachdem der Termin für die Einführung der neuen Diensteinteilung noch nicht festgesetzt ist und eventuell noch etliche Mona te bis zur Einführung ver- Streichen werden, so wollen Sie die Baymvächter ver-tändigen, daß die Bebauung der zugeiviesenen Grundfläche vorgenommen werden kann. Im Falle eines Postenwechsels muß ein gegenseitiger Austausch, beziehungsweise Ablösung der angebauten Grundflächen borgenommen werden' Der SekiionSvvrstand: F u ch s e l iv. p. Also, glaubt der Herr Vorstand genug für seine Wächter vorgesorgt zu haben, wenn er bestimmt, daß die Wächter bei der Versetzung die Saaten cintauschcit müssen. Mit Schaden ist's immer, weil was einem paßt, paßt dem anderen nicht. Herr Vorstand 1 Ginge es nicht, daß -die Wächter auf Ihre Anordnung gleich auch Weib und Kinder eintaufchen? Schon ryegen der Uebersiedlnng wär's Bequem.......... Wer kann es glauben, daß der Wächter seine Baufläche reichlich oder genügend düngen und sorgfältig mit Ausopferung seiner Ruhezeit Bearbeiten wird, in der Voraussetzung, daß er es demnächst für etwas UnBekanntes auf Kommando Umtauschen wird müssen. So kommt der Wächter auf jeden Fall zum Schaden. Warum sind die notwendigen Versetzungen nicht gleich, vor Besorgung der Felder angeordnet ivorden? Andererseits hätten die Wächterversetzungen im vorhinein für die Zeit nach der Ernte Bestimmt werden sollen, damit jeder nach seinem Bedarf seine Grundfläche angebaut hätte. Vielleicht genügen diese Zeilen zur Einsicht maßgebenden Orte, damit diese Versetzungen bis nach der Ernte angeordnet werden. Leoben. (K. k. S t a a t s b a h n.) Unsere Nazi haben vor einiger Zeit einen Verlust erlitten, ein „Obernazi", der Herr Nagler, wurde nach Villach, Staatsbahn, versetzt. Wir gratulieren den dortigen Kameraden zu dieser Perle des Deutschtums. „Den Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden", das ist ja ein Schlagwort, das unter den Rettern des deutschen Volkes gangbar ist. .Herr Nagler hat als eifriger Kamerad wacker mii-geholfe», dasselbe in die Tat umzusetzen. Er hat nämlich bei sich selbst angefangen und in einer Art, die geeignet ist, die schönsten Erfolge zu zeitigen und daher weitere« Kreisen zur Beurteilung und eventuellen Nachahmung empfohlen werden kann. Die alten Deutschen tranken immer noch eins, ehe sie gingen, das war auch bei Nagler der Fall, wenn inan bei so vielen Anlässen dabei sein muß, dem deutschen Volke Hilfe zu bringen und „Heil" zu rufen, so ivird die stehle trocken, sie braucht Stofs. Der Geldbeutel verträgt das nicht, ergo muß eine Neücneimmhme gefunden werden. Die FleifchbestcUnng ans Krain hat Herr Nagler jahrelang für eine große Zahl von Eisenbahnern besorgte, das Geld des deutschen Volkes ivurde von ihm an einen slowenischen Geschäftsmann übermittelt. Weil es Kamerad Nagler mit der Abrechnung nicht genau nahm und stets ein ziemlicher Keft im Bormerk stand, f0 überzeugte sich der Fleischhauer persönlich, ob unter den Eisenbahnern von Leoben so viele schlechte Zahler vorhanden sind. Das Resultat war für Nagler ein sehr beschämendes, denn es stellte sich ein Abgang von nahezu 400 Kr. heraus. Dieser Fleifchskandal bildete ein Stadtgespräch. Nagler blieb doch noch der gute Kamerad, feine Tat wurde von feiten der Station und der Kameraden auf daS mildeste beurteilt. Die epottdn au* der Fleischbestellung Blieben au», denn der Fleisch- hauer ließ sich nicht länger zum Besten hatten, eS mußte nuu für einen Ersatz gesorgt werden. Nagler war damit nicht verlegen, außer Fleisch brauchen die EisenBahner auch Brot, der deutsche Recke Nagler bestellte nun von der tscMchi-s ch e n Dampsbrotsabrik Budwets das Brot. Nun ist auch dort ein kleiner Rest von rund 600 Kr. ausgelaufen. Ob Naglet mit diesem Brotgeld feine frühere Fleischschuld gedeckt hat, ist unwahrscheinlich, von solchen Grundsätzen ist Nagler ziemlich frei. Wie gesagt, die Rettung des Deutschtums in Leoben hat einen vielverheißenden Erfolg gehabt. Herrn Nagler mag der Abschied nicht leicht geworden sein, hat er sich doch seinerzeit gegen die Versetzung nach TarviS mit Händen und Füßen gewehrt. Wenn das alles, was Nagler sich zuschulden kommen ließ, ein Sozi getan hätte? Dem wäre es nicht gut ergangen. Versammlungsberichte. Wiefa-Oberleutenödorf. Sonntag den 9. Mai fand in Scharfs Gasthaus eine öffentliche Eisenbahneroersammlung statt, in welcher Genosse WodiSka, Personalkommissionsmitglied, über den Bau von Personalhäusern in der Station Oberleutensdorf referierte. Gänserndorf. Am 6. Juni l. I. fand in Gänserndorf eine Wächterversammlung mit folgender Tagesordnung statt. 1. Die Einreihung der Wächter in die Gruppe in der Diener und die sich bei diefer Eintetgung ergebenden Mängel. 2. Die Forderungen der Wächter und Blocksignaldiener auf der am 13. Junik. I. stattzufindenden Reichskonferenz der Wächter. Vorsitzender Genosse Geller erteilte zu diesen zwei Punkten dem Referenten Genossen Sommerfeld daö Wort, welcher sich in ausführlicher Weife feiner Aufgabe entledigte. Weiters sprach noch Genosse Galle über Organisation und Agitation, worauf sich eine Debatte entspann und folgende Resolution beschlossen wurde: „Die heute in Czernys Restaurant stattfindende Wächter-und Blocksignaldienerverfammluiig erklärt, sich den Forderungen der Wächter- und ölocksignaldiener der f. k. österreichischen Staats-bahnen voll und ganz anzuschließen und speziell ihren Vertretern den Auftrag zu geben, für die bis jetzt übergangenen Wächter und Blockfignaldiener der Mittelstufen einzufetzen, daß diesen die Vorrückungsfristen gekürzt werden, um ihnen die Gelegenheit zu geben, in die nach Dienstjahren gebührende Gehaltsstufe einzurücken. Ferner bestehen sie aus die Ausdehnung der Nachtzulage und Bewertung der Wächterhäuser. Hiitteidorf. (Versammlung der Lokoinotiv-s ü h r e r a it w ä r t e r.) Am 7. d. M. fand in P o t s ch s Gasthaus (vormals Zeilinger) eine von der hiesigen Ortsgruppe ein-berufene Versammlung der Lokomotivsühreranwärter statt. Der Vorsitzende Genosse Hartenthaler «öffnete die Versammlung mit einer kurzen Ansprache, in welcher den anwesenden Lokomotivführeranwärtern die Ursache auseinander-gesetzt wurde, welche zu der heutigen mißlichen Lage der älteren Anwärter geführt hat. Er erinnerte sie an die Zeit, wo sich die Lokomotivführerstellvertreter eben um nichts kümmerten, darauf bauend, daß die damals bestandenen günstigen Ernennunas-verhältniffe auch in Zukunft anbauern werben, ein Irrtum, der leider zu spät erkannt und auch jetzt noch nicht von allen richtig erfaßt, sich eben bitter rächt. Er forderte des weiteren die Anwesenden aus, zu beobachten, wie in den gleichen Fehler auch die jetzt Heranwachsende Anwärterschaft verfalle, indem sie ebenfalls, aus die jetzt in Aussicht stehende Reform der Avancementsverhältnisse dieser Kategorie vertrauend, sich nun auch um nichts mehr kümmern. Es wird auch hier wieder die Reue zu spät kommen. Der nächste Redner, Genosse Smej kal, schließt sich den Ausführungen des Vorredners an; nur in dem einen Falle, welcher die Heranwachsende Generation betrifft, könne er mit Genugtuung festftellen, daß im Heizhaus Wien I eine Generation der Lokomotivsühreranwärter heranwächst, welche einst eine Zierde des Führerstandes fein wird und ihm die frohe Zuversicht verleihe, daß die Zukunft der Anwärter sicher geborgen fei. Ueber den Stand der ErnemiinngSangelegenheit gab nun Genosse Smejkal folgende Erklärung ab: Das k. k. Eifen-bahnministerium habe ihm und Genossen P r e u ß als Vertreter des Lokomotivperjonals durch Herrn Ministerialfekretär Doktor Paul die bestimmte Zustcherung gegeben, daß alle dieiemgen Lokomotivführeranwärter, welche im Jänner 1909 ein volles Jahr in der Gehaltsstufe von 1100 Kr. verbracht haben, rückwirkend mit 1. Jänner 1909 zu Lokomotivführern ernannt werden. Er betone ausdrücklich, nicht in der Lage zu fein, als PerfoimtfommifftonSmitglicb z» ersuchen, daß die Abgabe dieser Zusicherung noch einmal ober in einer noch präziseren Form erfolge, da das Eisenbahnministerium sowohl aI8 die Personalkommission die Sache ernst nehme und auch selbst ernst genommen werden ivill. Genosse D e l e j S ! i Vorredners und verweist zur die seinerzeitigen Ausführungen ____________ . heurigen Frühjahr, Bei welcher Gelegenheit letzterer sogar die Zahl der zur Besetzung in Aussicht genommenen Posten im Ausmaß von 102 für Bestimmt cm gab. Als man dann eilte Deputation wählte, welche unter Führung des ReichsratSabgeord-nete» Tomschik bei Herrn Hofrat Ko 1 iSko vorsprach, um zu sondieren, wie viel von dieser Zahl als Netto zu betrachten sei, so war das Resultat dieser Vorsprache, daß von der Zahl 10 2 die mittlere Ziffer die verläßlichste sei. Er könne das Fazit dieser Vorsprache überhaupt nicht fassen, da die dafür vorgefchützte Erklärung, Herr Hofrat K o l i S k o wäre nicht genau informiert gewesen, doch bei dem heutigen Stande der Fernsprechtechnik nicht stichhältig erscheine, da es buch zu ermöglichen sein müsse, daß das Eisenbahnmimstenum eme Verbindung untereinander herstelle. In Erwägung des eben geschilderten Vorganges beantrage er daher, an die Organisation heranzutreten.: sie möge Vorkehrungen treffen, daß einer noch heute zu wählenden Deputation in kürzester Zeit eine bestimmte Zusage in dieser Angelegenheit erteilt werde. Diesem Antrag wurde zugestimmt und derselbe einstimmig zum Beschluß erhoben. Genosse El a Biait gab ferner Befürchtung Ausdruck, daß trotz der Zustimmung der maßgebenden Persönlichkeiten die Sache dennoch scheitern könne, da immerhin die Möglichkeit bestehe. daß Se. Exzellenz der Herr Eisenbahnminister die Forderung der Anwärter nicht berücksichtigen werde. Diese Befürchtung, welche auch die Versammlung teilte, wurde sofort zerstreut durch die Ausführungen des anwesenden Kollegen Löschner, welcher der Versammlung mitteilte, daß er in weiser Vorahnung der Entwicklung dieser Angelegenheit für diese Gefahr schon vorgebaut habe, da er schon persönlich mit Sr. Exzellenz über diese Angelegenheit gesprochen habe, wobei er die vielsagende Versicherung erhielt, daß Se. Exzellenz den Anwärtern nicht feindlich gesinnt sei. Kollege Lüfchner hebt ausdrücklich hervor. eS fei feine Gewohnheit, nicht mit dem Schmied!, sondern nur mit dem Schmied zu sprechen. Und er habe es immer verurteilt, wenn solche Deputationen bei Hofräten oder MinisterialfekretärS vorsprechen, wogegen er nur mit dem Minister in solchen Sachen verkehre. Die Ausführungen des Kollegen Löschner ließen e3 klar erkennen, daß cS durchaus nicht Stolz ist, welcher ihn hindere, mit Hosräten zu verkehren, sondern nur das Interesse qzt der Sache. (!) E r habe auch mit dem früherem Eifenbahnminister in dieser Angelegenheit Fühlung genommen und nur dessen vorzeitige Pensionierung, was durchaus nicht e r veranlagte, habe tS verhindert, daß die in Rede stehende Angelegenheit nicht längst geordnet fei. Nach Wahl einer viergliedrigen Deputation schloß der Vorsitzende mit einem kräftigen Schlußwort die Versammlung. Seite 14 „Der Giseuvayrrsr." Nr. 13 Görz. (St. k. StacitLbnhne n.) Am 26. April I. I. fand in Görz eine zahlreich besuchte Versammlung der Eisenbahnbediensteten statt, die sich mit der vom k. f. Eisenbahn-tninijiircium ungeordneten Entziehung der Freikarten beschäftigt. Nach den Ausführungen der verschiedenen Redner wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen: Die am 26. April 1909 in Görz tagende Eisenbahner-Versammlung erhebt Protest dagegen, dah Bediensteten, die ohne ihren Willen auS weiten Entfernungen nach Görz versetzt wurden, die Ausnützung ihres Urlaubes durch Entziehung der Schnellzugskartenwäh-r e n d b e st i m m t e r M o n a t e illusorisch gemacht wird. Für eine große Anzahl Bediensteter ist eine Reise in die Heimat zur Unmöglichkeit gemacht, wenn sie im Personenzug zurückgelegt werden soll. Die Versammlung fordert daher: Die Verordnung des k. k. Eisenbahnministeriums, welche den Bezug der Schnellzugsfreikarten während der Monate Juli, August, September einstellt, soll widerrufen werden. Tie Praxis der Trieftet k. k. StciatSbnhndirektion, welche, dem Erlasse vorgrcifend, schon jetzt keine Schnellzugs-kavten gewährt, soll eingestellt werden. Die Bediensteten aller Kategorien fordern die Versammlung auf, gegen die Entziehung Stellung zu nehmen und solidarisch für die Er* Haltung des bisherigen Rechtes zu kämpfen. Himberg. Die Ortsgruppe Himberg hielt am 6. Juni in Trautmannsdorf eine öffentliche Eisenbahnerversammlung ab. in welcher Genosse SpieL von der Zentrale in zweistündiger Rede über Zweck und Nutzen der Organisation und die Sozialversicherung referierte. Hierauf sprach Genosse Kainz auS Himberg über die neuen ©teueroorlagen der Regierung. Zum Schlüsse besprach der Vorsitzende Genosse Geiger die von den Eisenbahnern ins Leben gerufene und von ihnen selbst verwaltete Eisenbahnerversicherung, zu der Genosse Spie8 einige Aufklärungen gab. Nach einem Appell des Obmannes an die Anwesenden zum Beitritt in die Organisation wurde die Versammlung mit dem Lied der Arbeit geschlossen. Amstettcn. Am 6. Juni tagte im Arbeiterheim Amstetten eine Versammlung des VerschubpersonalS, in der Genosse Deker als Mitglied der PetstmaKommisfion zur allgemeinen Befriedigung der Versammelten Bericht erstattete. Gmünd. (Ein e tschechischn a ti o n ale Bl am a ge.) ES ist eine allbekannte Methode der Nationalen, in Versammlungen hinter verschlossenen Türen ihre Gegner zu verleumden und ^u beschimpfen, dagegen in der Oeffentlichkeit feige aus-zukneifen. Zu diesen traurigen Volkshelden zählt auch der Abgeordnete Fresl. Im Monat Mai verschrieben sich die tschechischnationalen Eisenbahner von Gmünd denselben zu einer Versammlung, um durch ihn, alS ihr Messias, von der gegenwärtigen Lage etwas zu hören. Nach gewohnter Slrt'verlor Herr FreSl bei der erwähnten Versammlung, zu welcher auch einige Sozialdemokraten Zutritt erlangt hatten, den Fuoen der Sachlichkeit und verflieg sich nach üblicher Weise in die Verleumdungen der Sozialdemokraten, bezeichnte deren Errungenschaften als das Machwerk der „Jed-nota' und die bevorstehende Herausgabe der weiteren Zugeständnisse, zum Beispiel die Automatik, durch die Annexion alS verloren. Gegen diese Bemerkungen protestierten die anwesenden Sozialdemokraten, bezeichnten Herrn FreSl als einen Lügner und erboten sich, hierfür in einer öffentlichen Versammlung den Beweis der Lüge zu erbringen, da ihnen in der bezeichneten Versammlung daS Wort zur Widerlegung der Tatsachen nicht erteilt wurde. Die Sozialdemokraten stellten eS nun Herrn FreSl frei, ab 23. Mai, das ist vom Tage der Versammlung, im Jahre 1909 einen Tag selbst zu bestimmen, an welchem er der gedachten Versammlung beiwohnen könnte. Trotz dreimaliger rekommandierter Schreiben durch Genossen T e i r y ch fand Herr FreSl keinen einzigen Tag im Jahre, um in der Oeffentlichkeit die von ihm ausgestellten Behauptungen zu vertreten und sich dadurch des Vorwurfes der Lüge zu entledigen. Nun beriefen die Sozialdemokraten eine öffentliche Versammlung für den 14. Juni 1909 ein, kündigten hierzu den Abgeordneten FreSl und Genossen Brodecky aus Prag alS Referenten an in der Erwartung, datz eS das Taktgefühl de» Herrn FreSl, welcher in der ersterwähnten Versammlung daS bestimmte Versprechen gab zu kommen, nicht zulassen würde, derselben fernzubleiben, da sie hauptsächlich seine Person berühre. .Herr FreSl, der Volksvertreter, bekam bai Hasenpanier und kniff aus. Genosse Brodecky widerlegte in dieser Versammlung in feinem äußerst sachlichen und sehr trefflichen Referat die lügenhaften Behauptungen FreSl8, besprach die gegenwärtige Lage und bevorstehende Herausgabe der Zugeständnisse des Eisenbahnministeriums und die Sozialversicherung, für welches ihm lebhafter Beifall zu teil wurde. Ueber den Parlamentsmusikanten Herrn FreSl, welcher durch sein AuSkneisen bewiesen hatte, daß Offenheit und Wahrheit nicht zu seinen Tugenden gehört, hat die Oeffentlichkeit neuerdings das Urteil gefällt. Er hat damit sich und seinen .Bratern" eine Niederlage bereitet, wie sie nicht anders hätte eintreten können. Und solche Volksvertreter wollen ehrliche Menschen in den Kot zerren und Vertrauen votiert haben. In Gmünd hat Herr FreSl sich selbst die Grube gegraben und den Trauermarsch hierzu eigenst geblasen. Seine treuesten Anhänger hat er durch diesen Vorgang zum Denken bewogen und hierdurch seine Feigheit bewiesen. Bus den Organisationen. Wiener-Neustadt. Die Ortsgruppe Wiener-Neustadt hielt am 7. Juni 1009 in Neunkirchen eine § 2-Verfammlung ab, in welcher Genosse Ad. Müller über den Wert der Organisation und über die Sozialversicherung referierte. Bodeubach. (Sterbekasse.) Laut Beschluß der am 13. Juni 1909 ftattgefimdcnm außerordentlichen Generalversammlung treten am 1. Juli 1909 folgende Bestimmungen betreffs Einführung einer Sterbeunterstützung in Kraft: 1. ES werden bei jedem Sterbefall, ganz gleich, ob ein Mitglied selbst oder dessen Frau stirbt, 20 H. an Sterbeunter-siützungbeitrag eingehoben. EinMitglied, welches diesen Beitrag nicht Zahlt, geht aller weiter unten beschriebenen Rechte verlustig. Außer den etwa vorkommenden Sterbefällen werden am 1. Juli und 1. August je 20 H. eingehoben, um einen verfügbaren Fonds für unvorhergesehene Fälle zu haben. 2. Der auszuzahlende Betrag gilt für das Mitglied sowie dessen Frau; stirbt daS Mitglied zuerst, so ist die Frau genußberechtigt, sobald sie den von Fall zu Fall zu zahlenden Beitrag von 20 H. weiterzahlt. 8. Bet jedem Sterbefall werben 140 Kr. ausgezahlt. Diese Bestimmung gilt bis zur nächsten Generalversammlung. 4. Wirb «in alteS Mitglied, welche» keine Provision bezieht, arbeitsunfähig, f» kann dasselbe mich ohne regelmäßige Mitgliedsbeiträge im Genuß dieser Unterstützung bleiben, sobald e» den Unterstützlingsbeitras v»n 20 H. von F«ll iu Fall weiter leistet. 6. Wird ein MNglled der Dodenkmcher Ortsgruppe versetzt und Übertritt in die Ortsgruppe oder Zahlstelle seines neuen Domizils und eS besteht dort keine solche Einrichtung, oder eine Einrichtung, die schlechtere Bedingungen hat, so erhalt eS Mt Steibtouofc von der Bodenbacher Ortsgruppe, wenn eg von Fall i« gart die 20 H. an die hiesige Ortsgruppe einzahlt. Dasselbe mutz jedoch feine ununterbrochene Mitgliedschaft beim Allgemeinen Rechtsschutzverein Nachweisen können. Besteht dortselbst in der Ortsgruppe dieselbe Einrichtung, so hat es dort beizutreten. Ebenso übernimmt die Bodenbacher Ortsgruppe die einer ändern Ortsgruppe ungehörigen Mitglieder bei etwaigen Versetzungen. 6. Wer von den gegenwärtigen Mitgliedern vom 1. Juli an innerhalb dreier Monate sich nicht dieser UnterstützimgSeinrich-tung anschließt, kann nicht mehr daran teilnehmen. 7. Diejenigen Mitglieder, welche bei drei Sterbesällen nicht einzohlen, verlieren die fflenußberechtigung. 8. Sobald der Kassier von der Wahrheit eines Sterbefalles überzeugt ist, hat er sofort den Betrag auszuzahlen. 9. Der Genuß der Sterbequote erlischt mit dem Austritt auS der Gewerkschaft, mit Ausnahme des Punktes 4, oder sobald der Betreffende nicht weniger als 900 Kr. Pension bezieht. 10. Jene Mitglieder, welche durch vorzeitige Entlassung au3 dem Rechtsschutznereiti austreten, können, sobald sie nach-weisen, daß sie einer Organisation angehören, welche dieselben Ziele verfolgt, der Sterbequote durch Ausschußbeschluß teilhaftig bleiben, wenn sie von Fall zu Fall die 20 H. einzahlen Sollte in diesen Bestimmungen ein Passus enthalten sein, der für die Mitglieder von Nachteil wäre, so hat die nächste Generalversammlung darüber zu beraten und zu beschließen. Verschiedenes. Himmelskratzer und Untergrundbahn. Es ist selbstverständlich, daß der Ban von Untergrundbahnen mit dem Gewichte der Häuser rechnen muß, die den Boden, durch den sie ihren Weg graben soll, belasten. Die besten Erfahrungen in den Schwierigkeiten dieser Frage lassen sich in den amerikanischen Großstädten sammeln, wo die Himmelskratzer einen Rekord im Hausbau ausgestellt haben, den nachzuahmen oder gar zu tibertreffen die europäischen Städte bisher glücklicherweise noch keinen Ehrgeiz verspürt haben. Ueber das Gewicht solcher Riesenhäuser und die Rücksichten, die daraus für den Bau von Untergrundbahnen entstehen, hat der Ingenieur Purdh im Institut der amerikanischen Zivilingenieure einen beachtenswerten Vortrag gehalten. Dieser geht von den Verhältnissen aus, die bei dem Bau des großen HauseS für die „New York Times“ stattfanden. Diese Gebäude wurde auf einem Platz errichtet, unter dem die Untergrundbahn hindurchgeführt, und es entstand daraus die Aufgabe, einerseits das Gebäude, andererseits die Bahn vor gegenseitiger- ungünstiger Beeinflussung zu schützen. Das Haus erhielt 23 Stockwerke und eine Höhe, vom Pflaster ab gerechnet, ovn 329 Fuß oder fast 100 Metern. Ueber dem höchsten Stockwerk befindet sich noch eine Observatorium und eine Laterne, deren Dach noch 10 Meter höher aufragt. Andererseits reichen die Erdgeschosse noch rund 15 Meter unter das Niveau der Straße hinab. Das gesamte tote Gewicht des Gebäudes ist 15.000 Tonnen oder l1/, Millionen Kilogramm. Damit die Züge der Untergrundbahn nicht bas Fundament erschütterten, damit andererseits der Tunnel nicht durch das Gewicht des Gebäudes gefährdet wurde, mußten beide vollständig unabhängig voneinander gemacht werden. Es gelang, die Fundierung so herzustellen, daß zunächst nicht die geringste Erbitterung durch die fahrenden Züge verursacht wurde, jedoch stellten sich solche mit der Zeit mehr und mehr ein, und es mußten Untersuchungen mit dem Erdbebenmesser augestellt werden. Endlich wurde eine völlige Abstellung des bedenklichen Uebelstandes erzielt. Der Tote wird vor Gericht zitiert. Ankündigungen im „Amtsblatt" müssen doch eine ungeahnte Macht haben! Wenigstens traut ihnen das k. k. Bezirksgericht für die Obere Neustadt PragS eine solche Macht zu, indem es im „Amtsblatt" eine Verrufung einrüden läßt, durch welche der am 27. Juni 1907 verstorbene Dekorateur Karl Toma6ek aufgefordert wird, sich binnen Jahr und Tag bei dem Bezirksgericht zu melden und feine testamentarischen Verfügungen zu treffen. Die Vorrusung, welche im „Amtsblatt“ zur »Prager Zeitung" vom 28. Mai d. I. abgeoruett ist, lautet: „DaS k. k. Bezirksgericht für die Obere Neustadt in Prag gibt bekannt, daß am 27. Juni 1907 Kar! ToinaSek, Dekorateur in Prag 91.-6.1356-11., gestorben ist, ohne eine letztwillige Verfügung zu hinierlafsett. Weil dem Gericht der Aufenthaltsort Karl TomaSekS nicht bekannt ist, wird er ansge-fordert, sich innerhalb eines JahreS, von dem tiefer angeführten Datum an gerechnet, bei diesem Gericht zu melden und fei» ErbSbekenntnis zu überreichen, widrigenfalls die Hinterlassenschaft den Erben, welche sich melden und dem für sie bestellten VerlaffenschastSverwalter Herrn Alois Schurka tu Prag N.-C. 1414 übergeben wird. K. k. Bezirksgericht für die Obere Neustadt in Prag, Abteilung VI,, am 10. Mai 1909. Am Ende gehört das Bezirksgericht für die Obere Neustadt gar einer geheimen Sekte an, welche an die Wiederkehr deS Messias bis zum 10. Mai 1910 glaubt und die Auferstehung der Toten erwartet. Literatur. Don der ».Neuen Zeit" (Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 38. Heft des 27. Jahrganges erschienen. AuS dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Wilhelm Wolff. — Der Hansa-bnnd. — KropotklnS Geschichte der französischen Revolution. Bon Heinrich Eunow. — AuS dem Dreiklaksenhaus. Von H. Ströbel. — Zur Einführung der bayerischen Magistratsverfassung in den rheinpfälzischen Stadt- und Marktgemeinden. Bon Herrn. Stern-mele-LudwigShasen a. Rh. (Schluß.) — Literarische Rundschau: William English Walling. Russia’s Message. Von N, R. — Zeitschristenschau. Die »Reue Zeit' erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen» Postanstalten und Kolporteure zum Preise von Mk. 3 25 per Quartal zu beziehen; jedoch kann Dieselbe Bei der Post nur per Quartal abonniert werden. DaS einzelne Heft kostet 25 Pf. trobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. >er „Wahre Jacob" bringt in Nummer 13 des 26. Jahr-ganges ein Porträt deS verstorbenen Redakteurs der „Holzarbeiter-zeitung", Genoffen Ernst Deinhardt, nebst kurzem Nachruf. Die Nummer enthält sodann die farbigen Bilder „Im Dread-nouM-Fieber" und »Sicherheitsvorkehrungen" sowie die weiteren Illustrationen „Die schrecklichste Strafe", .DaS neue deutsche Reichswappen", „Auf dem Tempelhofer Feld* „Die Sphinx vom Königsplatz", »DaS gute Herz", „Aus Berlin", „Lazarettgeheim-niffe", .Konservative Steuerwissenschaft". „Höchste Tapferkeit", „Vaterlandslose Gesellen", .Der rus,ische Polizist in Verlegenheit" und „Der Sprung über« Zuchthaus". Der textliche Teil der Nummer bringt die Gedichte „Monarchen-Entrevue"» „Mumpitz"» „Par nobile kratrurn“, „Der arme alte Mann“, „Träunte", „LourdeS" und „Fiat juBtitia —- sowie außer zahlreichen kleineren Beiträgen noch die größeren satirischen Feuilletons „Halleluja 1", „Junker", „Wie das Papiergeld entstand” und „Der Retter de« Vaterlands". Der Preis der 16 Seiten starken Nummer ist 10 Pf. Herwezh. In der so schnell bekannt gewordenen »Goldenen KlassikeMbliochek* deS deutschen VerlagshmiseS Bong & Lo. ist jetzt auch eine vollständige Ausgabe der Werke Georg Her-weghS, von Hermann Tardel besorgt, erschienen. Henvegh darf heute beanspruchen, rein um feiner dichterischen und geschichtlichen Bedeutung willen gelesen und ge« ***** NMMNk Q MulWiüiMitBW.ia 'MM WWW wmf würdigt zu werden, unabhängig von feinen politischen Tendenzen, die ihm einst seinen frühen Ruhm und die ungeheure Wirkung verschafften. Der Herausgeber hat denn auch alles getan, um dem Leser eine objektive Beurteilung des Dichters zu ermöglichen. Außer den „Gedichten eines Lebendigen", auf denen im wesentlichen bis heute Herweghs Ruhm beruht, sind die Sammlungen „Gedichte und kritische Aufsätze“ und die nach seinem Tode erschienenen „Neuen Gedichte“ hier zum erstenmal wieder abgedruckt. Eine ausführliche Darstellung des interessanten Lebenslaufes, Einleitungen zu den einzelnen Sammlungen und erklärende Anmerkungen unterstützen Genuß und Verständnis der Werke auss glücklichste. Die Ausgabe ist nach den Grundsätzen der „Goldenen Klassikerbibliothek“ auss beste ausgestattet. Der gediegene ©in* band, daS holzfreie Papier und der große, klare Druck lassen nichts zu wünschen übrig. Streng durchgeführte Vers- und Zeilenzäblung, reichliche Register erhöhen die Benutzbarkeit nicht unbeträchtlich. AlS vortrefflich auSgesichrte Bilderbeilagen zieren den Band ein Porträt und eine tzandschriftprohe Herweghs. Erwägt man, dah die Ausgabe trotz all dieser Vorzüge für den geringen Preis von 2 Mk. zu haben ist, so wird man mit seiner Anerkennung für diese neueste Leistung des Berlags-hauses Bong & Co. nicht zurückhalten und die Ausgabe den weitesten Kreisen zur Anschaffung empfehlen. Mitteilungen des ZenkralftkretariaLs Rechtsf chutzburcau. Es ist uns zur Kenntnis gekommen, daß eS noch heute Mitglieder gibt, welche nicht wissen, o b u n d wo dieSpre ch st u n d e st a t tjfi n d et. Wir wollen daher nochmals nicht nur den Mitgliedern, sondern auch den Funktionären folgende Mitteilung nachdrücklichst in Erinnerung bringen. Allen P. T. Funktionären und Mitgliedern diene zur Kenntnis, datz die Abhaltung der Sprechstunde durch das Ableben des Herrn Dr. G. F r i e d keinerlei Unterbrechung erleidet, da sein Nachfolger Herr Doktor G. Harpner nach wie vor diese abhalten wird. Die Sprechstunde findet jeden Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends in den Lokalitäten des Rechtsschutz b u r e a u s. Wien, V/1, Zentagasse 5, 1. Stock, Tür 17, statt und die Mitglieder werden im eigenen Interesse ersucht, von diefer juristischen Sprechstunde zahlreich Gebrauch zu machen. Fällt auf Dienstag ein Feiertag, so wird die Sprechstunde tags zuvor, das heißt Mon-t a g abgehalten. Wir bemerken ausdrücklich, dah die Vorsorge getroffen wurde, daß die Sprechstunde pünktlich um 7 Uhr abends beginnt und daß bei derselben entweder Dr. Harpner persönlich oder sein Stellvertreter Doktor Katz anwesend ist. Sollten die Genossen die Sprechstunde so wenig besuchen» wie es bis jetzt der Fall war, dann wird die Sprechstunde aufgelassen, Gleichzeitig ersuchen wir neuerlich und dringendst die geehrten Ortsgruppenfunktionäre, bei Einsendung von Rechtfällen und Unterftützungsgesuchen keine anderen Angelegenheiten (Organisations-, Agi-tationS-, Administrattons- oder Redaktionsangelegenheiten) zu vermengen und daS Papier nur auf einer Seite zu beschreiben, wenn auf einem Blatt Papier mehrere Rechtsangelegenheiten ausgenommen werden. Desgleichen ersuchen wir dringend, bei Einsendung von Rechtsfällen nicht nur den vollen Namen des Petenten, sondern auch seine Diensteigenschast und Mitgliedsnummer anzuführen, wie auch nebst einem kurzen aber doch klaren Bericht über den Rechtsfall alle auf diesen bezughabenden Dokumente als: Unfallsfragebogen, Bescheide. Pensions- und Provisionsdekrete rc. einzusenden. Bei UnterftützungSgesuche« find auch neben der Be-aründnna deö Gesuches der Gehalt, Lohn und die so«, stiae« Einnahmen fl wie die Anzahl Der Kinder an. z,»führe«. Sollten die k. 1. Genossen unserem berechtigten Wunsch auch diesmal nicht nachkommen» so erkläre« wir» nicht in der Lage zu sein» solche Schreiben beantworten zu könne«. DieRedaktionen derFachzeitungen .Zrizenee“, „Kolejari“, „Zelezniöar“ werben ersucht, vor st ehenoeNotiz gefällig ft abdrucken zu wollen. Mit Parteigrutz DaS Zentralsekretariat (Rechtsbureau) I. A.: DuSek. Gingesendrt. (flffit diese Rubrik übernimmt die ttobettlen keine Seranlwortung.) F1 se Achtung! Oesterreichischer Arbeiter-Kalender 1910. Es ergeht hiermit an alle Funktionäre der Arbeiter-BildungS-, Allgemeinen Gewerkschafts- und Arbeiter-Turnvereine sowie ferner an alle anderen Arbeitervereine» die keinem Verband angehören, daS bringende Ersuchen, daS genaue Adrefsenmaterial an die Wiener Volksbuchhandlung Ignaz Brand u. Komp.. Wien,S.Bez.,Gumpendorferstraße 18, bis spätestens 15. Juli b. g. einzusenden, damit daS alljährlich im .Oesterreichischen Arbeiter-Kalender" enthaltene AdressenverzeichniS der Genauigkeit und Vollständigkeit nicht entbehrt. Heiligeustadt. Unter dem Titel: .Theorie und Praxis" brachte die „Oesterreichisch-ungarische Eisenbahner- Zeitung' viel Unsinn und Verleumdungen gegen meine Person. Ich finde es aber in Anbetracht der anonymen Angriffe in einem gegnerischen Blatte, als unter meiner Würde, daraus zu reagieren. Denn mit feigen anonymen Schufte polemisiert man nicht. Im übrigen erwarte ich mit Vergnügen die im letzten PafluS des Artikels angebeuteten „Beleuchtungen" Karl Janouschek» Lokomotivführer in Heiligenstadb. «9K1W!* «»d WaisenuuterstSlrimgSverein *« Kanzleidicner der privilegierte« österreichisch-»»««- bahngefellschast — — ---------------- ... zugunsten deS seit 1. Sinnet 1884 bestehenden Unterstützungsvereines sftt W»twe» und Waisen bet ümzleibtenet der St. <£. äk abgchattene Kränzchen hat einen Reingewinn mm Kr. 1836W Nr. 18 „Der Gisenbayner." Seite 15 Grammophone Schallplatten Musik-Spieldosen Automaten Bei Gründung dieses Vereines konnte nur eine Unterstützung im Betrage von 50 Kr. an die Hinterbliebenen eines verstorbenen männlichen Mitgliedes ausbezahlt werden; erst die Reingewinne der jährlich veranstalteten Kränzchen, die durch die Munifizenz unserer edlen Gönner und Spender jedesmal eine beträchtliche Höhe erreichten, ermöglichten es, den ursprünglichen Unterstützungsbetraa sukzessive erhöhen zu können, und wurde bei der am 12. Mai l. I. abgehaltenen XX. ordentlichen Generalversammlung der einstimmige Beschluß gefaßt, die Abfertigungen an männliche Mitglieder mit 400 Kr., an weibliche mit 200 Kr. bis auf weiteres zu fixieren. Seit dem Bestand des Vereines wurden 12.190 Kr. nach 52 männlichen und 2335 Kr. nach 23 weiblichen Mitgliedern zur Auszahlung gebracht. Gegenwärtig hat der Verein 1 Ehrenmitglied, 153 männliche, welche monatlich 20 H., und 134 weibliche, die per Monat 10 H. an Beiträgen zu leisten haben. In Anbetracht des wohltätigen Zweckes, welchen der Verein verfolgt, bittet der Ausschuß unsere hohen Gönner und Spender, dem Verein auch fernerhin ihr Wohlwollen zu bewahren, wofür er aus diesem Wege den innigsten Dank zum Ausdrucke bringt. Sprechsaal. An alle Ortsgruppen, Zahlstellenleiter und Vertrauensmänner. Wir ersuchen freundlichst, die Unterschriftsbogen der Petition zur Sozialversicherung der österreichischen Eisenbahner bestimmt bis 1. Juli 1909 an die Zentrale, Wien, V., Zentagasse 5, einzusenden. Sic Zentrale. An die Mitglieder der Ortsgruppen Ober-lentensdorf, Kiostergrab, Moldau, Turn, Weiß-kirchlitz, Teplitz, Dux, Bilm, Brüx, Obernitz, Postelverg, Saaz und Görkau. ES diene den Genossen zur Kenntnis, daß laut einer freiwilligen Vereinbarung vom April d. I. die sämtlichen Ortsgruppenmitglieder zu einer Vereinigung behuss Auszahlung einer Sterbequote zusammentreten wollen, wo jedes Vereinsmitglied 40 H. Beitritt und für jeden Sterbefall 20 H. zu leisten hätte. Wir ersuchen daher alle Genossen samt ihren Frauen, die beitreten wollen, sich beim Ortsgruppen- oder Zahlstellenkassier längsten« bis 4. Juli zu melden, da an diesem Tage eine neuerliche Zusammenkunft in Oberleutensdorf mit 3 Uhr nachmittags in Scharfs Gasthaus, Teplitzerstraße, stattfindet, wo die endgültige Regelung vorgenommen werden soll und der Gültigkeitstermm bestimmt festgesetzt wird. Mit Parteigruß ______________ Ignaz Schneider. An die Mitglieder des Pensionsfonds der Aspangbahn. Ende dieses Monats läuft die Funktionsdauer der gewählten Ausschußmitglieder ab und es wurde die Neuwahl bereits ausgeschrieben. Die Mitglieder des Instituts haben nun zu entscheiden, wem sie ihr Vertrauen entgegenbringen, wen sie mit der Wahrung ihrer Interessen betrauen sollen. Dies dürfen nur solche Männer sein, von deren Charakterfestigkeit man überzeugt ist und die ohne Rücksicht darauf, ob es der Verwaltung angenehm ist oder nicht, die Interessen der Bediensteten zu vertreten gewillt sind. Männer, an die diese Voraussetzungen geknüpft werden können, hat daS Wahlkomitee bereits gesunden und empfiehlt euch folgende Kandidaten: Johann Peters, Adjunkt. Otto Helin, Maschinenmeister. Johann Horaöek, Bahnmeister. Johann Hoffmann, Kondukteur. Genossen, Kollegen I Haltet Disziplin, wählet einstimmig die vorgeschlagenen Kandidaten und zeigt der Direktion, daß ihr °me geschlossene Masse seid, deren berechtigte Wünsche gehört und berücksichtigt werden müssen. Genossen, Wähler 1 Die Direktion verlangt, daß der Stimmzettel vom SBahkr unterschrieben wird, was wir nur als einen frommen Wunsch betrachten. Das Statut verlangt die Unterschrift gar nicht und somit muß es die Direktion ledem Wähler überlassen, ob er den Stimmzettel unterschreiben will oder nicht. DaS Wahljomitee. Offene Anfragen. An die Direktion der Österreichischen Nordwestbahn. . In der Station Trauteyau derOesterreichischenNordwestbahn befinden sich einige Aushilsskondukteure, welche vier acht Jahre in gesellschaftlichem Dienste stehen und schon em Jahr und länger die Kondukteursprüfung mit Erfolg ob» »"egt haben: da dieselben noch nach den alten Normen aufgenommen wurden, wo eine dreijährige Wartefrist nicht Be« jtonden, so wäre es nur recht und bjstrg, wenn dieselben endlich au Provisorischen, beziehungsweise definitiven Kondukteuren er. ,“n.nt würden, da erstens Bedarf an solchen vorhanden und zweitens dieselben ohnehin schon genug geschädigt sind. An die Direktion der Staatseisenbahngesell' schast. Die Arbeiter der Station Laa an der Thaya bekommen am 5. oder 6. d. M. den Gehalt ausbezahlt. Ferner wurden diesen Arbeitern Lohnabzüge für eine zer-W» ne Lusterglaskugel gemacht. Diese Glaskugel ist jedoch bis var >mcht in der Station eingetroffen, trotzdem die Gelder bereits 1 einen, Jahre abgezogen wurden. Um Abhilfe und Aufklärung wird gebeten. die k. k. Böhmische Nordbahndirektion in Prag. Die Wächter sowie Ablösewächter auf der Strecke vo» 3u:'$‘n bis Falkenau H. und Pölitz S. ersuchen die löbliche ^'rekkion der B. N. B. um AuSfolgung der Legitimationen füt mpT^^ilicnangcfjürtßen, nachdem die Photographien und das n.n„, schon am 1. Jänner 1909 den einzelnen Vorgesetzten ab« Wurden. tübiirf, %iter ersuchen die Oberbauarbeiter dieser Strecken die an- ,T Direktion um Bekanntgabe jener Arbeiter, ivelche Anspruch hJ, Atziekohle haben, damit es nicht so weiter geht wie bisher. t6elter, welche schon sechs 9lakire und noch länger dienen. Die Betroffenen. die k. r. Ttaatsbahndirektion in Prag. der neuen Strecke der Station Kosten werden die todw-i,8,e, von nur zwei jungen Oberbauarbeitern öhn'e jede ■tootj 17 Ansicht begleitet. Da nun diese Strecke in einem Gefälle fiiw. -Promille liegt und diese BerkehrSmanipulation ohne Auf-und geschultes Personal nicht der Vorschrift ent- spricht, so wird die k. k. Staatsbahndirektion ersucht, diesen Fahrten die gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden und die schuldigen Organe entsprechend zu belehren. An die k. k. Staatsbahndirektion in Innsbruck. Die Oberbauarbeiter der k. k. Bahnerhaltungssektion Bischofshosen erhielten bisher vor jenen Feiertagen, die auf das Ende des Monats fallen, auf Verlangen einen Vorschuh. Dies ist jedoch seit Dienstantritt des neuen Herrn Inspektors nicht mehr der Fall. Dieselben fragen nun, warum ihnen ein solcher jetzt nicht mehr gewährt wird, und bitten eine löbliche Staatsbahndirektion um Wiedereinführung dieser Begünstigung. A» die k. k. Staatsbahudirektiou in Prag. Das Verschubpersonal der Station Teplitz-Waldthor erlaubt sich die höfliche Anfrage, warum bei den Erholungsurlauben der Verschieber keine Substituten beigestellt werden, da doch in der Station als auch bei der Sektion geschultes Personal genügend vorhanden ist. Das Verschubpersonal müßte wegen Mangel an Personal jede Verantwortung ablehnen. An die k. k. Nordbahndirektion. Die Bediensteten der Station Süßenbrunn fjcben im vorigen Jahre im August ein gestempeltes Gesuch eingesendet betreffs höherer Einklassifizierung des Quartiergeldausmaßes und biS heute keine Erledigung erhalten. Da diese Bediensteten wegen des zu kleineu Quartiergeldausmaßes und Wohnungsmangels bis jetzt von ihrem Gehalte gezwungen sind, einen Teil zur Bezahlung der Wohnungsmiete zu verwenden, bitten die Betroffenen um baldige Erledigung ihres Bittgesuches. Die Betroffene», An die Direktion der k. k. Nordbahn in Wien. Die Bediensteten der Station N a p a g e d l erhalten weder ein Amtsblatt noch Erlaß oder Zirkular zur Einsicht, da nach Aussage des dortigen Stationsoorstandes Herrn Bo § chetti derartige Sachen die Bediensteten nichts angehen. Die Unterzeichneten erlauben sich an die k. t Direktion die ergebene Anfrage, ob dieser Vorgang bekannt ist, und bitten, dem Herrn Stationsvorstand in Napagedl eine diesbezügliche Belehrung zukommen zu lassen. Das Personal beim Verkehrsdienst. An die Bahuerhaltuugssektion in Linz. Die Oberbauarbeiter der Strecke Steyregg fragen eine löbliche f. k. BahnerhaltungSsektian Linz, warum sie die Amtsblätter nicht zunr lesen bekommen, nachdem die Oberbauarbeiter der Strecke Gaisbach-St. Georgen diese erhalten haben. Stehen wir nicht unter einer Sektion? An die k. k. Staatsbahndirektion Wien! Ist es einer k. k. Staatsbahndirektion bekannt, daß für das Maschinenpersonal des Heizhauses Gmünd kein Tnrnus besteht? Durch die willkürliche Bestimmung de8 Maschinenmeisters Herrn BehenSky werden gewisse Organe im Dienste ausgc-beutet, während Lieblingen unbeschränkte Begünstigungen erwiesen werden. Nur durch Einführung eines den Verhältnissen entsprechenden Turniisses, wie er allerorts existiert, könnte hierin Wandel geschaffen werden. Um Abhilfe bitten Die Betroffenen. Allgemeiner Rechtsschutz- und Gerverkschaftsvereirr für Oesterreich. Ortsgruppe pettau. Samstag den 3. Juli, «nt 8 Uhr abends, findet im Gasthaus Simon i tsch die ganzjährige ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Funktionäre. 2. Neuwahl des Orts grupp en a u sschusseß. 3. Vortrag des Gen off e n Kopaö aus Triest. 4. E v e ti t u e l Fe S. Sonntag den 4. Juli, um 10 Uhr vormittags, findet in | Frieden» im Gasthaus Sollet eine besonders für das Sektionspersonal wichtige E i s e n b a h n e r v e r s a m m l u n g statt. Pflicht eines jeden Genossen ist cs, für diese zwei Versammlungen rege zu agitieren und auch selbst pünktlich zu kommen, um zu hören, was mit unseren eingezahlten Beiträgen geschieht und worin die Leistungen bestehen. Nchmt auch eure Frauen mit! Ortsgruppe Zwttta«. Sonntag den 4 Juli, nachmittags, findet im Arbeiterheim eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt, in welcher ein Referent auL Brünn über die .Sozialversicherung" sprechen wird. Vollzähliges Erscheinen erwünscht. Zahlstelle Troppau. Am 23. Juni b. I. findet um 8 Uhr abends im Lokal „Rotes Kreuz", Jaktarstraße, die Generalversammlung und Neuwahl des Ausschusses statt. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Ortsgruppe Marburg I. Samstag den 26. Juni l. I. findet im Konsumverein eine öffentliche Vereinsversammlung statt, in welcher Landtagsabgeordneter Genosse Horvatek sprechen wird. Ferner werden jene Mitglieder, die mit ihren Beiträgen länger als 2 Monate im Rückstand sind, aufgefordert, dieselben ehestens zu begleichen, damit sie nicht ihrer Rechte verlustig werden. Bei Einzahlungen ist stets das Mitgliedsbuch vorzuweisei^ um eventuelle Richtig, stellungen vornehmen zu können. Weiters diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, daß im Monat Juli d. I. die Bibliothek behuss Kontrolle geschlossen bleibt. AuSgeliehene Bücher sind deshalb ehestens zurückzustellen. Ortsgruupe Wels. Um eine gründliche Revision der Bibliothek noch vor der Generalversammlung vornehmen zu können, werden jene Mitglieder, die Bücher «US der Bibliothek entliehen haben, freundlich ersucht, dieselben bis längstens ZS. Juni z u r ü ck z u st e l l e n. Ortsgruppe XV, Fünfhaus. ES diene den Genossen von Brigittenau-Vorortelinie zur Kenntnis, daß von nun an Genosse Karl Adl er betraut ist, Mitgliedsbeiträge sowie Einschreibungen entgegenzunehmen. Ortsgruppe Sriiuu. (K. k. Nord bahn.) Infolge des am 4. Juli d. I. stattfindenden Gartenfestes unterbleibt die für den 3. Juli anberaumte Monatsversammlung. Die Einzahlung der Monatsbeiträge wird jedoch beim Gartenfest vorgenommen. Kichtrua«. Bei der am 6. Juni d. I. stattgefundenen MonatSverfammIung wurden die Genossen I t f i 8 ii g und Richter zu Kassieren gewählt. Die Mitgliedsbücher sind daher jedes Quartal diesen beiden Genossen behusS Abstempelung zu übergeben. Zahlstelle Keud. Bei der letzten Versammlung wurde Genosse Renner zum Zahlstellenleiter gewählt und sind sämtliche Zuschriften an Alois Renner, Weichen Wächter in Lend, zu richten. Ortsgruppe Klsstergrab. Diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Monatsbeiträgen im R ü ck st a n d find, werden freundlichst aufgefordert, dieselben bis zur nächsten Monatsversammlung bestimmt z u bezahlen, da wir sonst gezwungen wären, nach den §§ 6, 7 und 9 vorzugehen. Ortsgruppe Kudweis. Die Mitglieder des Sterbefonds werden aufmerksam gemacht, daß am 22. Mai 1909 unser langjähriger Parteigenosse und Funktionär des Allgemeinen Rechts-fchutzvereines Iran Kalif ch gestorben ist. Die Mitglieder haben daher 20 H. zum Sterbesonds zu erlegen. Ortsgruppe Feldkirch. Es diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, daß in der letzten Mitgliederversammlung der Beschluß gefaßt wurde, daß bis auf weitere- die Monats-versanimlung nicht mehr am ersten Samstag, sondern am ersten Mittwoch im Monat stattfindet. Die nächste Monatsversammlung findet also am Mittwoch den 7. Juli, abends, statt und werden die Mitglieder ersucht, zahlreich zu erscheinen. Ortsgruppe Irltweg. Am Freitag den 25. Juni 190 9, 8 Uhr abends, findet in Richters Gafthof, Zelt-weg, eine freie Eisenbahnerversammlung mit folgender Tagesordnung statt: „Bericht der gewählten VorstanvsuiitgliederderberufSgenossenschast- 1 i ch c n Unfallverfichevungsanstalt der österreichischen Eisenbahne n". Referenten: Genossen Johann Decker uitd Franz Hartl, Vorstandsmitglieder der beruss-genosscnschaftlichenlUnfallversichemngsanstalt. Die Eisenbahner von Zeltiveg und Umgebung werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Briefkasten der Redaktion. Zeh« Gebote für unsere Berichterstatter. 1. Schreibe deutlich! Besonders Namen und Zahlen. Ein Manuskript ist kein Preisrätsel. Du kannst vom Setzer nicht verlangen, daß er das errät, was er bequem lesen können sollte. 2. Schreibe mit Tinte! Bleistift ist Augenpulver für den Setzer. Du verlangst Rücksichtnahme auf deine Gesundheit, nimm also auch Rücksicht auf die Gesundheit anderer. 3. Beschreibe nur eine Seite des PapiereSl Dadurch laßt sich das Manuskript bequem zerschneiden und an einige Setzer verteilen, so daß die Fertigstellung des Satzes beschleunigt wird. 4. Schreibe deutsch! Vergiß nicht, daß die deutsche Sprache deine Muttersprache ist. Die Verwendung fremdsprachiger Worte, die sich durch die deutsche Sprache ersetzen lassen, ist Prahlhanserei, die dir gar nichts nützt. Denn du machst dadurch dein geistiges Erzeugnis für weniger gebildete Leser unverständlich, so daß es seinen, Zweck verfehlt. Und in den Angen des gebildeten Lesers machst du dich wirklich nur lächerlich. 5. Berichte nur, was für alle von Interesse i st! Der Allgemeinheit kann es völlig gleichgültig sein, daß in der Mitgliedschaft anderSwo an Stelle des verhinderten ersten Vorsitzenden Kollegen Soundso der stellvertretende Vorsitzende Kollege Dingsda die von anderthalb Mann besuchte Versammlung am Sonnabend, den 32. vorigen Monats „präzis" um 8 Uhr 69 Minuten abends unter Bekanntgabe folgender Tagesordnungspunkte eröffnete: 1. Protokollverlesen, 2. Verschiedenes; daß unter Punkt 1 der Tagesordnung .Protokollverlesen", der Kassier Kollege Lyz statt des ebenfalls verhinderten Schriftführers Kollegen Abc das Protokoll der vorigen Versammlung verlas, welches ohne Diskussion einstimmig genehmigt wurde;, daß unter Punkt 2 der Tagesordnung „Verschiedenes" die Kollegen Müller und Schulze verschiedene VereinSangelegenheiten besprachen, woraus I der inzwischen erschienene erste Vorsitzende Soundso die anregend verlaufene Versammlung um 9 Uhr 17 Minuten schloß. 6. Fasse dich kurz! Vermeide unverständliche Satzungeheuer. Der fingierte Bericht im 5. Gebot sei dir ein warnen-deS Beispiel. Kurze, knappe Sätze sagen das, was Du zu berichten hast viel deutlicher und eindringlicher wie unentwirrbare Satz-verfchleienmgen. Sag', was Du willst, kurz und bestimmt, Latz alle schönen Phrasen schien; Wer nutzlos unsere Zeit uns nimmt Bestiehlt uns, und: Du sollst nicht stehlen! 7. Unterlasse beleidigende Ausdrücke! Der Redakteur streicht sie dir doch heraus. Wer schimpft hat unrecht. Du kannst deine Meinung in ruhiger Weise wirksamer sagen wie in der Aufregung. Vergiß nicht, baß der Redakteur in die Redaktionsstube gehört und nicht ins Gefängnis. 8. Berichte Tatsachen! Der Redakteur, der das von dir Berichtete zn verantworten hat, muß sich auf dich ' verlassen können. Es muß ihm möglich sein, für alle deine Mitteilungen durch einwandfreie Zeugen den Wahrheitsbeweis anzutreten. > 9. Verarbeite Gelesenes oder Gehörtes selbstständig! Schmücke dich nicht mit fremden Federn. Soll eine des Nachdrucks werte Veröffentlichung anderer Blätter in deiner Zeitung verwendet werden, dann muß es unter Quellenangabe geschehen. Weise daher die Redaktion daraus hin oder sende das ganze Blatt cm. Schere und Kleistertopf besitzt die Redaktion selbst. Sie wird zu dem Verwendeten die notigen Angaben machen. Du ersparst dir dadurch bas lästige Abschreiben und — den Vorwurf des DicbstahlS an geistigem Eigentum. 10. Verzögere nicht die Absendung deiner Manuskripte! Was heute noch hochaktuell ist. kann morgen fhon überholt U»b veraltet sein. Du sorgst durch die Beherzigung ieser und der übrigen Regelt dafür, daß dein Blatt stets aus der Höhe der Zeit gehalten werden kann und somit immer interessant, fesselnd, anregend und beachtenswert ist. Es wird rege gelesen werden und damit seinen Zweck erfüllen. F. T., Nedoinitz. Auf ausländischen Bahnen ausgeschlossen. __________________ Geere Trläder-Blnoolee and FernglSser bester Pariser OjllE und üadjvmhmi der -Seite 16 M$?et Eisenvayuer. Nr. 18 (Ol Belm Einkauf BtraseenbahnvergfitungI f 0°7 lo# —— Haltestelle Sohwenderhof. —— IO f Größer« prozentuell« Rabatt bei Vorweisung oder Einsendung dieser Annonce. Uhren- u. Goldwarenlager Jedes Stück zu sestcm Preise, «u» den Wiener, Berliner mb Pariser Auktions-, Leih- und Versatzämtern ausgelöste Brillante», Diamant-», Uhren, Gold- und Anwelenwaren. Preislurant« gratis. Eigene Reparatur, und UmarbeitungSwerijiStte bei billiger und sauberer Auösührnng. Uebervorteilung gänzlich ausgeschlossen. lieopold Mayers Naehf. Ift*7c XIV., Marlahilferstraese IR7f . Telephon Er. 8186,-------- BWS-- gegenüber dem Franz Josefs-BahnhoL Solideste und beste Einkaufsquello! Politierte Einrichtungen von K 110, 130, 210 aufwärts. Kücheneinrichtnngen K 30, 40, 60. 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LichcxheitSwachmann in Men, spricht hiermit im eigenen, sowie im Namen aller Verwandten für die. anläßlich deS AhlebenS seines innigstgeliebten, unvergeßlichen Bruders deS Herrn Johann Gschank Rond»kt»nr-ZugSfnhrer der Südbahn in Bozen dargebrachten BeiieidSknndgebungen und zahlreiche Teilnahme Leichenbegängnisse allen daran Beteiligten, insbesondere an dem seinen Vorgesetzten für die prachtvolle lichen Dank aus. Bozen-Wien, am 1. Juni 1909. erren Beamten und Herren Berufskollegen ranzspcnde den tiefempfundenen und herz- 30-60 Kronen Hleöenverdienst garantiert in allen Städten definitiv Angestellten durch täglich zweistündige Arbeit. KeineAachüenntniffe, kein Kapital nötig. Anträge mit Ketourmarke an H. I^fannerer, Kall in Airol. Erklärung. EndeSgefertigter erklärt den Bremser Ernst Kroker, Mitglied des Kondukteurvereines in Stadlau, so lange als einen ehrlosen Lügner und Verleumder, bis derselbe imstande ist, über die angeblich vom Gefertigten gemachten Sleußerungen den Wahrheitsbeweis zu erbringen. Stadlau, am 15. Juni 1909. Schwarzenecker Leopold, Kondukteur, «mpstehll sich zur Idjtnmlgm und sorgsälligen Iherflelllmg srgNchrr — Druckarbeiten da: Stifemgtn, Werste, »rosthüren, Btrrinebfldml, Slalulen, Suf-ruft, Ntrstulare, Einübungen etc. ekr., und zur Lieferung een Papier jeglicher Gattung, Luverl» etr. ekr. die Druck« und Ucrlagsanstalt „Vorwärts“ Stvoboda de Ao. Wien, VI., Martahtlferstrallr 89 A. he .Järbetter-BeitmtB". de» .,Eisenbahner" Mid vieler ändern ldzialdemostralischer »littet. a j n Nicht einen Heller kostet Sie meine Jn-struktion, wie man Brüche heilt. Viele Dankschreiben. Schreiben Sie sofort an prn,VII. 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