P.iitu nii.itiJ. u pcc isc: F il r Laibach: Nanzjährig . . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. • . Ü „ 10 „ Monatlich . . - „ 70 „ Mit der P o st: Ganzjährig . . . 11 fl. - Ir. Halbjährig . • - 5 „ 50 „ Vierteljährig. • - 2 „ 75 „ gilt Zustellung in« Hau« viertel- Laibacher jährig 25 tr., monatlich 9 ft. Einzelne Nummern G kr. Nr. 49. XnplttiL Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. ti t > n k t i e ti: Bahnhofgasse Nr. 132. Expedition un- Znscratcu-{turrntt: Kongretzpla^ Nr. 81 (Buchbandlunx von I. v.KleinlnayrLF. Bamberg). Insertionspreise: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr. bei zweimaliger Einschaltung ä 5 fr. dreimal u 7 kr. JnsertionSslempel jedesmal .10 tr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Mittwoch, 1. März 1871. — Morgen: Simplizins. 4. Jahrgang. Uebcr die Bedeutung des deutschen Kampfes entnehmen wir einer Rede, die bei einer großen Volksversammlung in Cincinnati gehalten wnrde, die folgenden Stellen, die als eine amerikanische und republikanische Stimme über den gewaltigen Krieg gerade jctzt im Augenblicke des Friedensschlusses gewiß ein großes Interesse für sich haben. In der erwähnten Rede heißt es: Deutschland kämpft für die Freiheit und gegen die Willkürherrschaft nach dein Tage von Sedan nicht minder, als vor diesem Tage, obschon die Herrscher von Frankreich jetzt Jakobinermützen tragen und sich Republikaner nennen, und obschon man dein obersten Heerführer der Deutschen eben eine Kaiserkrone aufgesetzt hat. Es gibt in diesem Augenblick weder in Frankreich noch in Deutschland eine wirkliche Republik. Allein die Deutschen streiten für die Herrschaft des Geistes, aus dein die Republiken geboren werden. Jede wahre Republik beruht auf einer Summe von Instinkten, Gewohnheiten, Erkenntnissen, Verhältnissen u. s. w., die in Deutschland wenigstens feem Keime nach vorhanden sind, wovon sich aber in Frankreich kaum eine Spur entdecken läßt. In Deutschland wurzelt die Freiheit im Boden unver-tilgbarer Instinkte und wächst zusehendes im Sonnenschein großer, welterlösender Gedanken, denen die abendländische Welt mehr als einmal ihre Befreiung von dem Druck geistiger nnd sonstiger Knechtschaft zu verdanken gehabt hat und auf bereit Rechnung auch ein großer Theil dessen zu setzen ist, was hierzulande mit Recht Freiheit genannt wird. Es ist nicht gut, ethnologische Rubriken zu machen und nationale Tugenden oder Laster in Bausch und Bogen dem eilten Volke zu- und dem ändern abzusprechen; titbesj die Geschichte lehrt, daß die inoderne Freiheit überall germanischen Ursprungs ist. Es mag sein, daß daö keineswegs von den glänzenden Vorzügen der Germanen herrührt, sondern einer gewissen Besonnenheit zuzuschreiben ist, die man in Frankreich „teutonische Trägheit des Geistes, Schwerfälligkeit und Unbeholfenheit" zu »eitnenpflegt; Thatsache aber b'cibt, daß nur bei germanischen Völkern die Freiheit im Geleite der Ordnung und der Fortschritt im Gefolge des Friedens auftritt. Es hat in Frankreich zwar Republikaner gegeben, wie es dort aufgeklärte Menschen gegeben hat und noch gibt; im ganzen und großen aber besteht das Verdienst der Franzosen um die politische und geistige Freiheit hauptsächlich darin, durch den Unfug, den sie im Namen der Republik und der Aufklärung getrieben, beide auf lange Zeit in Mißkredit gebracht zu haben. Es gibt iudeß noch einen anderen, sehr nahe liegenden Gesichtspunkt, von welchem ans die Wahrheit, daß Deutschland für die europäische Freiheit kämpft, jedem sofort einleuchte» muß. Das größte Hinderniß, auf welches die europäische» Völker bei ihren Versuchen, wahrhaft freisinnige Institutionen zu gründen, überall stoßen, sind die stehenden Heere. Deutschland hat große stehende Heere erhalten müssen, weil es in sich zerstückelt und außerdem fortwährend von Frankreich bedroht war — weil es immerfort zum Austrag innerer Zerwürfnisse und äußerer Ver-lheidigungskämpfe gerüstet sein mußte. Diese Heere werden überflüssig, sobald Deutschland den Frieden innerer Einheit gewonnen und seinen französischen Nachbar gründlich von dem Wahn geheilt hat, in Europa »ach Willkür schalten zu könne». Wenn Frankreich der Rolle eiues große» eroberungssüchtigen Militärstaates entkleidet ist, wird auch der gefürchtete Militarismus Preußens oder DentfchlandS immer mehr in de» Hintergrund treten, und dann wird die Freiheit, statt vor Pariser Koulissc» bei großem Geschrei und Waffenskandal in blutrothem Kostüm zu schauspielern, still und geräuschlos i» die friedlichen Wohnungen der Menschen und in die Stätten der Arbeit ihren Einzug halten. Sie wird da sein, ehe man sie lärmend proklamirt hat, und auf den Plätzen, wo man ihr huldigt, wird man weder Guillotinen errichten, nach Mitra llenfen auf-fahren. Die wahre Kultur ist eine Zwillmgsschwester des Friedens, und diese Kultur gebiert die Freiheit eben so unfehlbar, wie die Bliithe hervorbricht ans der knospenden Pflanze. Kulturformen nnd politische Institutionen können weder durch die magische Gewalt eines plötzlichen und rasch verfliegenden Enthusiasmus hervorgezauberi. noch nach einem füllst liehen Sistem mechanisch koustruirt werden. Eine Re publik, die Bestand haben soll, läßt sich weder im Nu aus einer Blendlaterne au die Wand werfen, noch in wenigen Tagen oder Wochen auö ein paar buntfarbige» Brettern zusammenfügeu; noch weniger läßt sie sich dadurch Herstellen, daß man das alte Gebäude der Despotie zur Abwechslung roth anstreicht, wie die Franzosen das neuerdings wieder versucht haben. Man kann der Freiheit nur dadurch zu wirklichem Leben und thatsüchlicher Existenz verhelfen, daß man die Bedingungen schafft, unter denen der Geist, der in den Menschen wohnt und in der Geschichte treibt und drängt, langsam und allmälig, aber mit stets wachsender Kraft seine wahren Formen, die eben die Formen der Freiheit sind, zur Gestaltung bringt. ___________________________________________ Nach dem Kriege. Die Depesche über erfolgten Abschluß des Friedens traf in Berlin noch Sonntag Nachts Jeuisseton. Napoleon der Dritte. Ein Rückblick auf sein Emporkommen und Regime. Bon A m a n d v. Lerchenfeld. III. (Schluß.) Kurz nach der Luxemburger Affaire trat eine Krisis in Italien ein, wo Napoleon, in Folge des JSreifchoaveit verübten Plüsches auf Rom, den fiifivt r et Septemberkonvention eklatant herbeige-pttifvrt* • utlb entschieden für die Rechte des Papstes J ' "'dem er die feit 1866 aus Rom zurück-Lm9C/a" .kuppen dahin rückbeorderte. — Men-m1 glänzender Beweis des charakterlosen frtiifeuno der so lange zwischen der Be- J und der Hebung des jungen Italien i 5 mmi!fl1toll^tc. bis sein Programm au einem Interessen austuackt^' T c6 9Ctabe entgegengesetzte >Mere,ieu ausmachte, als zehn Jahre früher. Sol- fe .no und Mentana! Die Konfroutiruitg dieser b iben Namen stellen Thatsache» klar, von denen mchts mehr ben Exfranzofenkaiser rein zu waschen Die inneren Wirren nahmen überhanb. Schon zu Anfang bes Jahres 1867 räumte Napoleon bein gefctzgebeuben Körper bas Recht ber Interpellation ein, nahm ihm aber baS Recht ber Abresse, bas er feit 1860 genoß. Die Opposition gewann an Macht uitb Ansehe», boch gab es unter ihr auch hinlänglich korrumpirte unb charakterlose Männer, welche ihrem alten politischen Glaubensbekenntnisse untreu würben unb zur Verherrlichung bes Empire betttselben reuig in die Anne zurückkehrten. Unter biese rangirt vorerst Emile Ollivier. Gustav Rasch schreibt in bem jüngst veröffentlichten Werke „Aus bem Schulbbuche Louis Bonapartes" folgendes über ihn: „Im gesetzgebenden Körper hat Ollivier nicht allein seine Freunde, sondern auch sogar seine Feinde überrascht, als er eines Tages mit seinem Renegatenthiim herausrückte und erklärte, daß er sich mit dein Empire vereinbaren wolle, weil es nun d a sei; er wolle daö Empire — diese mit Blut, Lüge, Gewaltthat und Korruption ganz erfüllte Regierung — mit der Freiheit versöhnen und es ganz demokratisch machen. Natürlicherweise war er der Mann, der diese Ausgabe zu verwirklichen allein im Stande war. Zu Beginn und zu Anfang jeder Katnrnersessiou pflegte er seit dieser neuen Schwenkung nur Reden zu Hai ten, worin er sich selbst als den Mann der Noth- weitdigkett feierte unb dem Lanbe vorznspiegeln suchte, baß bas bespotische Empire itt vierunbzwanzig Stun-beit ein „liberales Musterempire" werden könne, sobald e r nur Minister sei. — Emile Ollivier, der ehemalige glühende Republikaner, der spätere Führer der prinzipiell gegen das Empire opponireitden Mittelpartei, wurde nacheinander Justizminister, Großsiegelbewahrer, Minister des Auswärtigen — ber Farßenr bes liberalen Empire." — Sic! So kam bas ereignißvolle Jahr 1870. Das Plebiszit bilbete bas letzte Experiment zur Macht-befestigmtg Napoleons, boch würbe mit biefem Flitter nur bas morsche Gerüste bes Thrones überklebt, nicht erstaurirt, unb nach bem wuchtigen Schlage von Seban brach bas Empire in sein früheres Nichts zusammen. Der letzte französisch - beutsche Krieg war bie Folge ber seit ber Luxemburger Affaire geherrschten Spannung zwischen bcn beiben Großmächten bics- unb jenseits bes Rheins, und Napoleon erklärte mit überreizter Empsinblichkeit in der spanischen Thronkandidaturfrage König Wilhelm den Krieg. Europa befand sich in ähnlicher Lage, wie mehrmals in den früheren Dezennien, doch fanden 'sich die Ai ächte zu keinem Kollektivschritte bereit, der einem rein binaftischen ehrsüchtigen Vorhaben die Spitze hätte abbrecheu können. Vor allem ein, wurde aber erst gegen Mittag veröffentlicht, z Darnach wurde der Borfriede im Reichskanzleramte b zn Bersailles am Abend unterzeichnet, unter Bor- t behalt der Zustimmung der National-Versaiiimlung, c deren Mitglieder indessen zum größten Theil vcr- s traulich von den bereits vereinbarten Friedensbe- fc dingungen verständigt wurden. Auf Belsort wurde 1; deutscherseits erst am letzte» Tage der Berhandlun- r gen verzichtet. Die FriedenSbedingnngen sind sonach: c Abtretung von Elsaß und Deutsch-Lothringen mit x SOietz, Entrichtung von fünf Milliarden Franken Kriegskosten, in drei Jahren zahlbar, während wcl- r cher Zeit Gebictstheile in Lothringen und der c Champagne, so Nancy, dann die Festungen Belsort und Sedan, auch der Mont Balerie» besetzt bleiben. 5 Der Kampf zwischen den deutschen und sranzösi- > scheu Bevollmächtigten war ungemcin heftig. Die j Berhandlun gen drohten wiederholt zu scheitern. < Der Unterzeichnung gingen in Paris wieder- ! holt Sitzungen der Friedenskommissiou und der an- ! wesenden Minister unter Borsitz des Herrn Thiers t voraus, in welchen die Bedingungen endlich mit I allen Stimmen gegen eine angenommen wurden, j worauf Thiers, Favre und Dufaure sich behufs i Unterzeichnung des Vertrages nach Bersailles bega- i bcii. Auch die Vorstellungen, welche Thiers beim ! Kaiser machte, waren sehr eindringlich, bis letzterer i die Audienz abbrach. Was auf Thiers während seiner ersten, fast I fünfstündigen Unterhaltung mit Bismarck besonders : bewältigend gewirkt zu haben schien, war, daß dieser fast jeden seiner Einwäude mit Zitaten aus dessen 1 Schriften widerlegte. Es war, als ob Graf Bismarck sämmtliche Schriften Thiers' auswendig gelernt und sie im Gedächtniß hatte wie das Einmaleins, und jedes Zitat übte eine ebenso rührende als schlagende Wirkung auf Herrn Thiers aus. Die französischen FricdcnSkomissäre sind noch Sonntag Nachts nach Bordeaux abgereist. Gestern wird dort wohl die erste Sitzung stattgesunden haben. Englische Berichte lassen die Annahme der Abmachungen als zweifellos erscheinen, sie halten nur eine Minderheit von 100 Stimmen für wahrscheinlich, die sich gegen den Friedensvertrag erklären werde. Sonntag Abends fand in Bordeaux eine Bersanimlnng der republikanischen Abgeordneten statt, zu dem Zwecke, um die Gemäßigten zum Beitritt zu dem Proteste der äußersten Linken gegen jeden auf Gebietsabtretung beruhenden Friede» zu gewinnen. Louis Blanc brachte mit einer feurigen Rede zu Gunsten der „unthei baren" Republik für den Augenblick wohl eine bedeutende Wirkung hervor; schließlich war jedoch die Majorität der Versammlung der Ansicht, jede Kundgebung als mv trifft dieser Vorwurf das junge Italien, dessen Regierung sich vor Napoleon stets gebeugt, all seine Machtvergrößerung durch dessen Intervention erlangt , geduldig das Joch der Septemberkonveutiou getragen. Der Einzug in Rom krönte das Werk der Konsolidirnug Italiens, aber es lag gerade an dessen Regierung, int Interesse Frankreichs seine militärischen und diplomatischen Hebel in Bewegung zu setzen. Die Neutralität der übrigen Großmächte gegenüber der französisch - deutschen Differenz ist mehr oder minder gerechtfertigt, sie waren durch verschiedene Wechselbeziehungen in Schach gehalten und ihr Losschlagen hätte ohne Zweifel zn ausgedehnteren europäischen Konflikten geführt, die durch die Passivität der Mächte der Zukunft Vorbehalten blieben. Es liegt auch außer meiner Absicht, in dem Augenblicke, wo ich in dieser kurzen Skizze über Napoleon’« Regime an ihr Ende schreiten soll, eine Fluth von Vorwürfen gegen den Manu zu schlendern, den seit geraumer Zeit die ganze europäische Presse verfolgt und seine Thciteu von den dreißiger Jahren herauf bis Sedan mehr oder minder als Schurkenstreiche und Verbrechen brandmarkt. Louis Bonaparte'S Sistem basirte, wie dies schon oft klar gelegt wurde, nicht in sich selbst, sondern in seiner zeitgemäß abzulehnen, bis die Friedensbedingungen s bekannt sind. Gambetta stellte den Antrag, den Pro- 3 test aufznschieben, bis die National-Versammlung C offiziell mit dem Ergebnisse der Unterhandlungen l sich befassen wird, indem er die Hoffnung ans- a drückte, daß alsdann die ganze Linke dasselbe Verhalten annehmen werde Dieser Mittelweg wurde c angenommen, ohne daß jedoch die Mitglieder der d gemäßigten Linken eine formelle Verpflichtung ein- fc gegangen wären. ci Die „N. Fr. Pr." enthält ein Telegramm, t wornach Sonntag Nachts 40.000 Deutsche in Paris ■ eiligeriickt sind. Itebev die Art und Weise, wie der Marsch der Deutschen durch Paris ausgeführt wird, vernimmt mau, daß zunächst zwei Armeekorps die Stadt besetzen und dort den Sicherheitsdienst bis zun voll- c endeten Durchmarsch sämmtlicher Korps der Pariser t Armee versehen werden, während der Kaiser in den j Tnillcrien residirt. Hand in Hand mit den Einzugs- 5 Vorbereitungen, als da sind: Parademarsch, Dis- j lofatioucu, Bau von Schiffbrücken, gehen die Offen- I sivarbeiteu gegen Paris; so wurde beispielsweise l trotz des Sonntags eifrig auf Fort Isst) geschanzt > und an den Batterien im Norden gebaut, was der ( Aufmerksamkeit der Pariser nicht entgeht und ihnen ' offenbar ein ernstlicheres Nachdenken über ihre wirkliche Lage erweckt, als den Deutschen ihre Orsini- i bomben. — Uebrigens hat der „Rappet" schon vor acht j Tagen die Bewohner der Hauptstadt aufmerksam ge- l macht, daß ihnen „die letzte Schmach" nicht erspart wer- i den würde. Er fügte die verständige Warnung hinzu, daß t man jede provozirende Demonstration vermeiden i möge, da ein vereinzelter Schuß, das vielleicht ganz- i lieh erfolglose Attentat eines tollen Fanatikers, leicht 1 das Signal zur Plünderung oder Einäscherung ganzer 1 Steißen werden könnte. Die Einzngstruppen werde» ' sich, wie cs heißt, ans der Avenue de Neully nach ; den Ehampö ElyseeS, der Place de la Eoncorde und den Tuileriu bewegen, wobei sie den Are de Triomphe de l'Etoille und den Triumphbogen des Karrouffel-; platzeS paffircn werden. Im Tuilerienschlosse wird der Kaiser ein Frühstück entnehmen und dann Abends nach Versailles zurückkehre». Der deutsche Kaiser soll bestimmt haben, daß die 200 Millionen Franken Kontribution von der i Stadt Paris vollständig der Armee zugute kommen. Die Frankreich durch den Krieg verursachten i Ausgaben werden auf 3’/2 Milliarden Franks att-; geschlagen. t In Deutschland hat die Nachricht vom 1 Friedensabschluß natürlich allüberall die leb* t Hasteste greude verursacht. Berlin prangte z. B. auf - die erste Kunde hin im reichsten Flaggenschmuck und | - Person. In der Blüthezeit seines Lebens, wo Geist, e Thatkraft, Energie und Unerschrockenheit mit all - ihren mächtigen Hebeln siegesgewiß an die AuSfüh-t rnng fo manchen verwickelten Platte« schreiten konu-k ten,' stand des Kaisers und seines Reiches Ansehen t ans seiner höchsten Höhe, die Macht des Empire - auf seinem Kulminationspunkt; wie jene weltbewe-g genden Faktoren zn erlahmen begannen, fiel die e Macht Frankreichs und sein RegierungSsistem. Der 't Ausüber eines solch:» Sistemes war daher von h allem Anfänge her an sich selbst gebunden, er mußte it als Volk handeln, um diesem zu beweisen, daß der BonapartiSmuS sein einziges Gluck, der Eäsa-h riSmnS die einzige haltbare Regierungsform sei. » Mit der Devise: „L’empire c’est la paix“ fesselte Louis Bonaparte die Nation an sich, und die glück-it liehe» Kriege, die die Glanzepoche i» dessen Regie-r rnng bezcichncteit und bezcichttc», gaben dem kai-e ferlicheit Ausspruche den nöthigen historischen Hin-i- tergtund. So lange die Kraft des Geistes, die Kon« ie sequenz der Durchführung und zum großen Theil x auch die günstige Laune des Glückes keine Dishar-S motiic zwischen den Wünschen der Nation und ;6 jenen ihres Herrschers aufkommen ließ, erwies sich ir das Sistem als uuiibertreffbar — mit den, Alter» :r des Mannes, mit der Erschlaffung der geistigen frohbewegte Menschenmassen durchiuogtm die Straße». Abends sollte eine große Festbeleuchtung stattfinden. Ein Ausschuß hat sich gebildet, um mit dem wirklichen Friedensschlüsse i» ganz Deutschland eine allgemeine Friedensfeier zu veranstalten. Der Berliner „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Note Bismarcks vom 17. d. an die Vertreter des Nordbundes, welche neuerdings nachweist, daß die französischen Truppen wiederholt Sprenggeschosse anwendeten und die Genfer Konvention neuerdings mehrfach verletzt wurde. Politische Rundschau. Laibach, 1. März. Das Abgeordnetenhaus des Rcichsrathcd erthcilte am Montag dem Handels- und Schiffahrtsvertrage mit Siam, China und Japan, ebenso dein Handelsverträge mit Spanien seine Zustimmung. Voraus ging die Wahl von vier Mitgliedern und zwei Ersatzmännern in die StaalSschuldenkontrols-kommission. Gewählt wurde» zu Mitgliedern der Kommission v. Meude mit 101, Dr. v. Perger mit 100, Steile mit titi, Dr. Bauhaus mit 69 Stimmen. Zu Ersatzmännern wurden gewählt: Dumba und Leitenberger. „Warrens Wochenschrift" schreibt: Der Friede in Oesterreich muß dadurch hergestellt werden, daß sich eine Majorität int Lande bildet, so groß, um die Sondergelüste der Minorität hoffnungslos zu machen. Der ist kein Staatsmann, obgleich vielleicht eine sehr wohlwollende Persönlichkeit, der wähnt, eö könne binnen wenigen Wochen oder wenigen Monaten ein idillischer innerer Frieden in Oesterreich hergestellt werde». Ei» echter Staatsmann muß es wissen, daß Jahre konsequenten Kampfes dazu noth-wendig find, um de» Staat einheitlich mächtig aufzurichten, aber er darf vor diesem Kampfe nicht zn-rnckschrecken. Indem er ihn mit gerechten Mitteln führt, werden die Massen des Bottes sich hinter ihn schaareii und die Schwierigkeiten überwindbar machen, welche sich seinem Streben enkgegeilstellen. Während Preußen ans Königreichen Provinzen macht, kann Oesterreich wahrlich nicht Provinzen zu Königreiche» werden lassen, ohne hieiuit seinen eigenen Untergang zu besiegeln. Die „Times" äußert sich über die Friedensbedingungen, dieselben seien hart. Sie fügt hinzu: „Die Zeit für einen anderen Uuterlieuteuant, wie Bonaparte, wird kommen, der die Franzosen gegen die Deutschen führen wird, die nicht immer einen Bismarck und Moltke haben dürften." Ein Leitartikel der „Daily Neros" schließt mit | dem Satze, daß die Deutschen mit Beute belade» Kräfte, mit dem vorsichtigen Abwägen der Umstände und dem energielosen Handeln brach der Eäsaris-mus moralisch zusammen, und durch die Katastrose vott Seda» faktisch. Das Kaiserreich war mit Louis Bonaparte gealtert, das Sistem mitsamint ihrem Träger ein — Grabeskandidat. Das Verbrecherische und VerabschettuitgSwiir-dige ott Louis Bonaparte liegt i» der Wahl der Mittet behufs Realisirnng seiner Absichten, in der Korruption uni> in dem beispiellosen Leichtsinn in • Provozirnng von Kriegen. Alle größeren „Bewegungen in Waffen" feit zwei Dezennien sind mehr oder minder die Konsequenzen bonapartischer Politik und die europäischen Großmächte wurden die längste Zeit hindurch gegängelt, als sei jedes höhere Selbstbewußtsein in ihnen untergraben gewesen. Hätte Louis Bonaparte seine Kraft nicht an der Berroirk-tichung eines verfehlten Sistemes vergeudet, und hätte er vor allem mtbcrtt nicht gege» das unantastbare Dogma des Selbstbestimmungsrechtes der Volker mit beispielloser Zähigkeit und mit Anwendung der haarsträubendsten, verbrecherischste» Mittel gearbeitet, er wäre nicht einem solch' entsetzlichen' doch verdienten Ende entgegengegangen. — Die Zeit richtet alle Verbrechen. Ende. heimkehren, aber im Gedächtnisse der Besiegten den gegen den Berauber zurücklassen. Die französische Regierung will nach dem Frieden sofort die gesammte Armee-Einrichtung abändern. Die Grundlagen der neue» Einrichtung wären nach einem Bordeauxer Telegramm folgende: Die Armee würde in ihrer Gesammtheit verabschiedet werden. Nur jene Offiziere aller Grade der regulären Armee würden beibehalten, welche nach einer Prüfung den Beweis geliefert haben, daß sie der von ihnen bekleideten Stellen würdig sind. Die Altersklasse 1871 wäre der Kern der neuen Armee. Das Avanßement nach der An-ziennetät und im Wege der Begünstigung würde abgeschafft. Alle Chargengrade, vom ersten bis zum letzten, würden nur nach einem öffentlichen Examen in den Lagern verliehen werden. Die Spezial-Mi-litärschulen würden in die Lager selbst verlegt. Weiter ist auch eine große Umgestaltung in der Administration beabsichtigt. Dieselbe soll das ganze Si-stem vereinfachen, die Sinekure» abschaffen und die Anzahl der Beamten verringern, welche besser bezahlt werden sollen. lieber den Streit zwischen der spanischen und der egiptischen Regierung wird aus Kairo, 26. Februar, folgendes gemeldet: Ein Dragoman des spanischen Konsulats beschwerte sich, er sei bei der Polizei in Kairo mißhandelt worden, wo er sich einfand, um eine Obligation zu rekla-miren. Der Konsul verlangte die Absetzung des Polizeichefs. Die Regierung forderte, daß vor allem in Gegenwart von zwei Konsuln eine Untersuchung eingeleitet werde, und erklärte sich bereit, Genug-thunng zu geben, wenn die behauptete Thatsache als wahr erkannt würde. Der spanische Konsul verweigerte die Untersuchung. Die Regierung zog alle Generalkonsuln zu Ruthe, welche erklärten, daß die Forderung der Regierung betreffs einer Untersuchung vollkommen gerechtfertigt sei. Die neuen Hauptgemeinden in Krain. (Fortsetzung.) !!). Oberpojk (Gornja Pivka) mit 3133 Seelen (,Gillenberg, Ratesewobcrdo, Zagnrje. Parte, Graf-nbrnnn, Konlenze, Jurschitsch, Schambie, Watsch); 20. Wippach mit 4106 Seelen (Wippach, Oberfeld, Goce, Vo£<, Erselj, Stop); 21. Stur ja mit 3096 Seelen (Sturja, Uftja, Planina, Budaine); 22. St. Beit mit 3054 Seelen (St. Beit, kosize, Großpul je, Grije. Pobraga); 23. Zoll mit 1646 Seelen (Zoll, Kreuzberg, Podfraj, Wodi;e, Wischnje. Sanabor); 24. Laas mit 5193 Seelen (Vaas, Allen-'"arft. Grasenocker, Babenfeld, Babnapoliza, Berh, Dane, Jgendorf, Pndob, UÖeof, Koferfche, Lipsenj, Oberseeborf, Dlof, Oblot,chiisch, Pobzirtcro. Nab« ItSet, Weibnik, Pötanb); 25. Obtal mit 4498 Seelen (Gradischko, Saleß, Hitenje, Großoblof, Heil. Geist, Räumt, Stern,ez, Metule. Bösenderq. Nendorf. Wolfsdach, Otaroe. Krajnüe Radlek, Stuben«, Ranne, Topol, Krenienza, Strukclüorf, Eojiiarje, Stndenz. itiende, ®ro§bcrfl( Runarsko. Jerschitfche, Ofredek, Zilee bet Ti. Beit); Sairach mit 4475 Seelen (Zairach. «rcSnif, Dobratschowa, Jovorjevdol, Ledinze, Le °>ne Sairachbcrg, Dole, Opale, Berh); Jdria mit 6982 Seelen (Jelilschen-I; r’’*ffa«loiinit, »oj«fo, Jdria, Unteridria, Mit. o? ' Unterfanomla, Oberfanomla, Karni;e); iru s* to 0 r i e n b e r g mit 2532 Seelen 'Vnrnnrnif 3berSfilog, Kanidol, Sadiog, yamorntf, «Schwarzenberg) • lt . °i‘ L* mit 5226 Seelen (Flkckdors U,, erl°„sch Kirchdorf. Gereu.h, M-dvedj-berdo, P-'k°w-; S>bersche, Hotederschih, Rauuik); o. •' dl an, na mit 3266 Seelen (Planina, Qle> Mannitz. Raftf, Oberplanina, llnterplanina); 31. Zirknitz mit 4807 Seelen (Bigaun, Koschlek, Selschek, Besulak, Grachowo, Niederdorf, Scherounitz, Ulaka, Zirknitz); 32. Bibern mit 2989 Seelen (Bidem, Eesta, Sdenskavaß, Kompott, Pobgora, Sagoriza); 33. Gr o ß l a s ch i tz mit 5879 Seelen (Grvß-laschitz, Auersperg, Bsolnik, Blutigenstein, Selo, St. Gregor, Höflern, Pobpoljane, Luscharje, Ulaka); 34. Reifnitz mit 7545 Seele» (Reifnitz, Oberdorf, Weikersdorf, Dane, Großpölland, Jurjovc, BüchclSdorf, Masern, Niederdorf, <§uüje, Podtabor, Potiskoup) ; 35. Soderöic mit 2558 Seelen (Schig-maritz, Soderschitz, Weinitz, Brückl); 36. Laserbach mit 2609 Seelen (Hrib, Reist, Traunik, Gora); 37. Gottschte mit 2989 Stelen (Gottschee, Katzendorf. Sele) ; 38. Malgern mit 4579 Seelen (Malgern, Altlag, Ebenthal, Koflern): 39. Nesselthal mit 2768 Stelen (Buchberg, Friesach, Reichenau, Kummtrsdors, Nesselthal, Unterdentschan); 40. Obcrmöfct mit 3789 Seelen (Ober-mösel, Reinthal, Skril, Graflinben, Lienfeld, Untei-lag, Schwarzenbach). 41. Ritg mit 3367 Seelen (Rieg, Hinterberg, Slalztrn, Kölschen, Gotlenitz, Morobitz, Tiefenbach); 42. Kostet mit 3829 Seelen (Banjaloka, Fara, Knzelj, Pirce, Suchor, Berh); 43. Oßilnitz mit 3157 Seelen (Oßilnitz, Sürgern, Woseil, ObeigraS, Suchen); 44. MöIlling mit 6363 Seelen (Mötlling, Boschakowo, Radowitsch, Roschalnitz, Draschitsch, Lokwiz, Gabrovec, BojanSbors, Radowiza, Slein-dorf, Dille, Hrast, WufchinSdorf); 45. Gradaz mit 4124 Seelen (Kerfchdorf, Sodjeverh, Perbische, Semiisch, Streklowitz, Dobrawitz. Krasinz, Podsemel, Primostek, Gradaz); 46. Tschemembl mit 7620 Seelen (Tscher-nembl, Loka, Zastava, Deblitsch, Maierle, KälberS-berg, PeterSdoif, Wutorai, Kletfch, Stockendorf, BreSje, Winkel, Weinberg, Adleschilsch, Tribuscht, Weidendorf, Grüble); 47. Weinitz mit 7699 Seelen (Oberch, Golek, Tanzberg. Weltfchberg, Altlinden, Hrast, Neulinden, llcafooce, Weinitz, Preloka, Damel, Schwein-beig, Bojanze); (Fortsetzung folgt.) Zur Tagesgeschichte. — Der Erlaß in Betreff der Theitnahme der Oberrealschule an den R e l i g i o nö übun gen ist, wie jetzt berichtigt wird, nicht vom gegenwärtigen Kultusminister, sondern bereits am 25. November vorigen JahreS vom damaligen Minister Dr. v. Stre-mayr ergangen. — Bei Sandau im Tunnel der Pilsen-Egerbahn hat eine Felsenabrntschung stattgefunden. Der Tnnnel-cingang ist dadurch versperrt, zehn Arbeiter sind verschüttet. Die Rettungsversuche wurden mit aller Energie eingeleitet, die Mehrzahl der Verunglückten ist, wenn auch lebend, schwer verletz!, die übrigen sind tobt im Tunnel aufgefunden worden. Die straf gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. — Im Wieliczkaer und B o ch n i a e r Bezirke stehen in Folge des AnStretenS der Weichsel alle Ortschaften in einem Umkreise von 5 Meilen unter Wasser. Seitens der Behörde werden Nahrungsmittel gesammelt, um sie den Ueberschwemmten zukommen zu lassen. — Drei Bischöfe erkennen die Zivilehe an. Bereits der dritte spanische Bischof, jener von Malaga, hat, wie früher seine Kollegen von Drihuela und Almeria die Gesetzlichkeit des gegenwärtigen Zustandes der Dinge in Spanien anerkannt und seine Geistlichen durch einen Hirtenbrief angewiesen, sich nicht gegen die Einrichtung der Zivilehe und gegen die Führung des ZivilregisterS z» sperren. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Die Probewahl des II. Wa h l -körpers) für die am 7. März stattfindende Ge-meinderathSwahl fand gestern Abends unter reger Betheiligung statt. Herr Franz Ru de sch erklärte vor Beginn der Wahl, ein Mandat für die nächste Zeit nicht mehr annehmen zu können. Die Versammlung sprach demselben einstimmig ihren Dank für sein bis» herigeS pflichttreues und unverdrossenes Wirken im Ge-meinderath auö. Bei der sohin vorgenommenen Wahl gingen nahezu mit Stimmeneinhelligkeit als Kandidaten für den II. Wahlkörper hervor: Karl De sch mann, Dr. Friedrich v. Kaltenegger und Leopold Bürger, bereits bisher Gerneinderäthe. dann Herr Anton La sch an. — (Fleischtarif pro März.) Das Pfund Rindfleisch bester Qualität von Mastochsen kostet 26 tr., mittlere Sorte 22 kr., geringste Sorte 18 kr.; von Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 23, 19 und resp. 15 kr. — (Volkswirthfchaftliche Besprechung.) Herr B.C. Supan, der von der hiesigen Handelskammer zu der von der niederösterr. Handelskammer veranstalteten Enquete über das Transportwesen delegirt ist, ladet die betheiligten Kreise zu einer informativen Besprechung über diesen Gegenstand ein, welche am 4. l. M. Nachm. um 4 Uhr im Magistratssaale stattfindet. Hiebei sollen auch einige andere volkswirthschastliche Gegenstände zur Erörterung qe-langen. — (Verunglückt.) Am 22. Februar 8Uhr Abend« sind der Müller Anton Spenko von Jauchen, Margaretha Jereb ans Peteline und Kasper ©lebt' Inwohner aus Podgoriz, Bezirk Laibach, als dieselben auf ihrer Heimfahrt von Laibach zu der Saveüberfuhr bei St. Jakob gelangten, dadurch, daß das Pferd in die Save sprang, verunglückt. Dem Kasper Slepi gelang es, aus dern Waffer sich zu retten, während die beiden Erstgenannten im Scvefluffe ihren Tod fanden. Ihre Leichen wurden am nächstfolgenden Morgen, 23., unter der Ortschaft Brine, Gemeinde Luftthal, auf einer mitten m der Save befindlichen Sandbank auf» gefunden. Das dem verunglückten Anton Spenko gehörige Pferd mit dem vorderen Theile des Wagens wurde dagegen durch Kasper Slebi und den Uebet-suhrbesitzer Joses ©labeinet aus dem Master gezogen. — (Theater.) Die Produktionen der Rap p o'schen Kilnstlergesellschaft bewähren eine wirklich g.iiiz außervrdeut liche Zugkraft. Bei der gestrigen (der fünften) Vorstellung war das Theater abermals in allen Räumen überfüllt und die Theiliiahme und der Applaus der Zuhörer ungeschwächt aus der Höhe der ersten Abende. Auch die unverwüstliche Posse „Frühere Verhältnisse" fand in Folge der vortrefflichen Leistungen der Fra» Paulmann und des Herrn Stainl eine sehr beifällige Aufnahme. Morgen wird in Folge des ungewöhnlichen Anklangs, den die Ra pp o'schen Vorstellungen bis nun gesunden, noch zwei außerordentliche Produktionen der Gesellschaft stattfinden. Aus dem Vereinsleben. Monatsversammluug des Mnsealvereins am 35. Februar. (Schlich.) Kustos De sch manu legte eint von Ferdinand Schmidt dem M»se»m gewidmete Sammlung ungarischer Silber- und Kupfermünzen vor, worin die meisten ungarischen Könige von Stefan bis zur letzten öie-volutiousepoche vertrete» sind. Ferner wurde ein vom Real schnlprofefsor G I o b v c n i k dem Museum übergebenes Exem Plar der Jencborosc (Anastalica liicrochuntica) vorgelegt. Diese sagenreiche Pflanze, an die sich mancher fromme Aber« glaube knllpft, wird von den Pilgern ans Jerusalem und dein Oriente heimgebracht, ihre Zweige schließen sich im trockenen Zustande zu einer Äuget, welche sich bei eiittretetv der Feuchtigkeit wieder öffnet. • Als ein höchst interessantes, dem Museum zngekoininenes Druckwerk wurde vom Vor tragenden der von, Repräsentantenhanse zu Washington in Nordamerika veröffentlichte Bericht über die im Jahre 1867 in Nordamerika verliehenen Privilegien bezeichnet. Das ganze Werk umfaßt vier starke Bände, wovon zwei den Text, zwei die Abbildungen von 12.300 patentirten Erfindungen enthalten. AlS ein weiterer Beweis der großen Splendi ditüt der nordamerikanische,i wissenschaftlichen Vereine wurden die BereinSschriften des Sm i t h s o n'scheu Institutes in Washington vorgelegt, wovmi auch in diesem Jahre dem Museum und mehreren anderen Vereinen in itratn eine sehr wert«,volle Sendung zugekomnien ist. Unter den natnrhistvrischm Werken dieser Sendung zeichnet sich besonders eine 9Z«fairflc|d|id)te der wirbellosen Thiere von Massa-chussets durch die in Farbendruck ausgeführten prachtvollen Abbildungen aus. — Eiuen sehr schätzbaren Beitrag für die Landeskunde Krains erhielt der Musealverein von seinem Ehrenmitgliede Professor S ck> r ö e r in Wien durch Zusendung des in den Akademiefchristen vor kurzem erschienenen Schlußhestes seiner „Studien über die Mundart der (Mott-schecr." Das mit großem Fleiß zusammengetragene Glossar erhebt sich durch die beigegebeneu Volkssagen nnd Volkslieder über den Charakter einer trockenen Wörtersammlung, es verdient als sehr interessante Lektüre den Freunden der Vaterlandskunde bestens anempfohlen zu werden. Beachtenswerth ist insbesonders die Analogie mancher Gottscheer'schen Volkssageu mit ähnlichen Sagen derSlove-nen. Der Vortragende hob die von Schröer ausgezeichnete Sage vom „Sidelstoin," d. i. Siegesstein, hervor, selbe ist au» beim slovenischen Laudvolke als Sage vom „Silätain“ oder Schlangenstein sehr verbreitet und wahrscheinlich deutschen Ursprunges. Ein in ähnlicher Weise angelegtes Gloffar des slovenischen Volksdialektes in Krain wäre gewiß ein sehr zeitgemäßes und dankbares Unternehmen. Zum Schlüsse sprach Custos D e s ch m a n n über eine Leitmuschel des Podpetscher Kalkes, deren Form ans dem Laibacher Steinpflaster, sowie auf den Treppenstufen mehrerer hiesigen Kirchen und auf den Bausteinen mancher Gebäude durch ihre herzförmigen lichten Umrisse in dunklem Kalke sehr ausfallend hervortritt. Schon H a c q u e t bezeichnet das Laibacher Pflaster wegen seines Reichthums an Versteinerungen als einen sehr anziehenden Gegenstand für geologische Studien. Zu seiner Zeit, d. i. im Beginn der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, kam im Podpetscher Steinbruche nächst St. Anna eine sehr oxidhältige Kalkschichte vor, aus der man jene einer rezenten Herzmuschel (Isocardia cor) sebr ähnliche versteinerte Mnschel leicht anslöseu konnte ; das Museum besitzt mehrere gut erhaltene Exemplare derselben. In den heutzutage abgebauten Kalkschichten ist die Versteinerung mit dem Kalksteine sehr innig verbunden, und nur an den lichten, scharf abgcgrenzten Durchschnitten erkennbar. Hacquet beschrieb sie als Histerolythes und lieferte eine fehr gute Abbildung davon in seiner Oryctografia carniolica. Erst in neuerer Zrit wurde sie als eine Mega lodouart erkannt, sie steht der sogenannten Dachsteiubivalve (Megalodon triqueter), einer auch in Krain hänsig vor-kommenden Leitmuschel des Dachsteinkalkes, sehr nahe und wurde unter dem Warnen M. chamaeformis von Güm -bet in den Schriften der f. Akademie der Wissenschaften beschrieben. In den Kalkschichten zu Raibl tritt eine sehr ähnliche Art (M. carinthiacus) auf. Uebrigens gehört der Podpetscher Kalk den Raiblerschichten an und enthält außer jener Leitmuschel eine große Anzahl von Versteinerungen, die mit jenen von Raibl identisch sind. Als neue Mitglieder traten dem Musealvereine bei: Herr W. 8 in Bart, Professor der Naturgeschichte an der hiesigen Lehrerbildungsanstalt, und Herr Realschnlprofessor Finger._____ _________________________ Eingesendet. Probewahl! Das gefertigte Komitee beehrt sich hiemit zu der anlässlich der bevorstehenden Gemeinderaths - Wahlen beute Abend 1 Ir im Kasino-Glassalon zu veranstaltenden Probewahl für den 1. Wahlkörper: einzuladen. Vom Zentralwahlkomitee. Die delikate Heilnahrung llevalesciere du Barry beseitigt alle Krankheiten,die der Medizin widerstehen,nämlich Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athen,-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blut-aussteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst in der Schwangerschast, Diabetes, Melancholie, Ab magerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Genesungen, die aller Medizin getrotzt, worunter ein Zeug-niß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Plnskow, der Marquise de Bröhan a. A. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Kevalesciere bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis im Mediziniren. Castle Rous. Alexandria Egipten, 10. Mär) 1869 Die delikate Rovalesciöre Dn Barry's hat mich von einer chronischen Leibe^verstopsnng der hartnäckigsten Art worunter ich neun Jahre lang anfs schrecklichste gelitten und die aller ärztlichen Behandlung widerstanden, völlig geheilt, und ich sende Ihnen hiemit meinen tiefgefüblten Dank als Entdecker dieser köstlichen Gabe d. r Natur Mögen diejenigen, die da leiden, sich freuen : was alle Medizin nicht vermag, leistet Du Barry's Revalesci6rc, deren Gewicht wenn in Gold bezahlt, nicht zn theuer fein würde. Mit aller Hochachtung C. S p a d a r o. In Blechbüchsen von »/„ Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Kevalesciere Chocolattie in Tabletten für 12 Tasten fl. 1.50, für 24 Tasten fl. 2.50, für 48 Tasse» fl. 4.50, in Pulver für 12 Tasten fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tasten fl. 10, 288 Tasten fl. 20, 576 Tasten fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du B a r r y L Co. in Wien, Wallstschgaste 8 ; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur und Anton KriSper; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg PiSztory; in Klagenfurt P. Birnbacher; in Linz Haselm ayer; in Graz Oberranzmeyer; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rot tender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachuahme. Witterung. Laibach, 1. März. Heute Vormittags Winddrehung, kalter Ostwind, trüber Tag Regen mit Schnee. Wärme: Morgens 6 Uhr + 2.4", Nachm. 2 Uhr + 2.1" R. (1870 f 3.0“, 13ti9 + 3 2*). Barometer seit heute früh um 4 Linien gestiegen 331.55'“. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 3.4", um 2.2" über dem Normale. Vom Monate März gelten die Banernsprüche: Märzstaub ist Goldes wrrth Nasser März Ist Bauernschmerz. Märzeudonuer macht fruchtbar. Märzenschnee Thut den Saaten weh. Märzenwinde, Aprilregen Verheißen im Mai großen Segen. Viele Nebel im März, viele Gewitter im Sommer. So viel Thaue im März vom Himmel steigen, So viel Reise sich nach Ostern zeigen Angekommene Fremde. Am 28. Februar. Elefimt. Lumpe, Reisender, Padova. — Xreu, Graz. — Cappelletti, Triest. - Czepelka, Ingenieur, Wien. -Milonajo, Marburg. - Krischper, Krainburg. - Kurz-thaler, Wels. — Werenje, Maschineninspektor, Wien. Stadt Wien. Lenk, Graz. — Raieta, Bürgermeister, Dalmatien. — Launiger, «aufm., Augsburg. — Röthel, Kaufm., Gottschee.____________ Gedenktafel über die am 4. März 18 7 1 stattfindenden Lizitationen. 2. Feilb., Jevsovar'sche Real, Dolgoberdo, BG. Littai. — 3. Feilb., Tekavc'sche Real., Höflern, BG. Großlaschitz. -3 Feilb., Znidarsii'sche Real, Malavas, BG. Großlaschitz. — 3. Feilb., Jerom'sche Real, ad Gutenfeld, «G. Laibach. -1. Feilb., Sknbic'fche Real., Pan«, BG. Laibach. - 3tt Feilb., Jakopin'sche Real, Berch. BG. Laibach._________________ Theater. Heute: Sechste Gastvorstellung der Gesellschaft Rapp o. Vorher: Möbcl-Fatalitäte». Schwank m 1 Akt von Anton Bittner. m orgen: Vorletzte Gastvorstellung der Gesellschaft Rappo. Telegramm. Brüssel 28. Februar. Pariser Meldung vom 27. Februar: In dieser Nacht wurde Generalmarsch geschlagen. Die Natioualgarde begab sich in Maffcit bewaffnet nach der Avenue Therres, um sich dein Einmärsche der Preußen zu widersetzen. Mau darf sich auf schmerzliche Ereignisse gefaßt machen. Der Einmarsch der Preußen erfolgt wahr scheinlich am Mittwoch. Telogramm an F. Wertheim «& Comp. in Wien. Ein furchtbarer Brand, genährt durch grofte Vor-räthe von Zucker, LpirttnS und Wachs, vernichtete mein ganzes Kolonialwnaren Magazin; erhalten blieb mir um die aus Ihrer Niederlage in Neapel bezogene feuersichere Kasse, welche dem heftigen Feuer vollständigen VtTider stand leistete und mir den höchst werthvollen Inhalt an Geldern und Werthpapieren rettete. (97) Neapel, 10. Februar 1871. Iflleliele Hiiunorore. | Konkurs- 1 | Ausschreibung. V Bei der gestern slattgefundenen Ge-neralvcrfainmlung der Sparkasse-Lereins-mitglieder wurde die Besetzung von drei Kanzlisten-Stelleu, und zwar eine mit dem Jahrcsgehalte von 700 fl. und zwei mit je 600 fl. gegen Kautionöleistung in gleichen Beträgen, beschlossen. Bewerber um diese Stellen haben 15 bis zum « 24. Mär; d. I. |j£ ihre Gesuche der Amtövorstehung persönlich « zu überreichen und den Nachweis über ihre gf Befähigung, der bisherigen Verwendung, Cg des Alters, der Kenntuiß nebst der beut« H schen auch der slovenischen Sprache, des 65 Gesundheitszustandes und der Kautious-« fähigkeit zu liefern. (96—1) ü£ Laibach, 24. Februar 1871. x Krain. Sparkasse. Wiener Börse vom 28. Februar. Staatsfonds. iperc. Rente, üst-Pav.1 dt», bto. 6ft.in6lI6. iole von 1854 . . . «oje eon 1880, ganze 8ofe von 1860, ijünft. prLmienfch. e. 1864 . Orundentl.-Obl. Steiermark juSlpSt. Ikärnten, »tarn u. Küstenland 5 „ Ungarn . . jU6 , Kroat. u. Slav. 6 » €iebmbäig. „ 5 , Aotlen. flattonalbanl - - Union«Banl . . . trebitanftalt . . . ft. ö. ®ecomt>te-@e|. «nalo-österr. Bant . Liest. Bobencreb.-A. . Oeft. Hvvoth.-Ban! . 6Uier. «»compt.-®!. Franlo - «uftri- . Ketl. Ferb.-Rorbb. Sübbabn-Sesells». . Sais. Etisabelb-Bahn. rarl-Lubwig-Bahn Siebenb. Eisenbahn. Staatsbahn. . . . «elf. Franz-Iofefsb.. Künfl.-Barcfer S.-«. «lfölb-yium. Bahn . Pfandbriefe. ftation.6.H$.ecrlcte. Ina. Bod.-Srebltanst. «llg.öst.Bob.-Lrebit. btO. IN 33U.tlHl. . »etb 5fl.SU 68.80 89.— 94.70 109.— ISS 50 Ware I 59.40* 68 SO 89.50 94.80 109.50 123.70 i Geld Ma,e 86.— 79.75 88.50 75 — 94.- 8650 80.— 84 — 75.50 724.— 246.60 »53.30 925.— 213.80 254.— 90.— 230.— ,101.90 21S0 181.10 219.— 248.20 167.50 379.50 190.25 164.-170.— 726.— 246.80 253.30 930. 214. 256.— 91. 102*16 2125 181.30 219.26 248.40 163.50 380. 190.75 IGS.— 170 50 Oest.Hhpoth.-Ban! . Prlorlt&te-Obllfl:. Südb.-Ges.zu500 tzr. 112.75 113 25 bto. BonS 6 pLt. 240.- 242.— Nordb. (100 fl. TM.) 93 80 94.— Sieb.-B.(200fl.ö.W.) 89.50i 90.— Staatsbahn Pr. Stück 135.50 136.— StaatSb. pr. St. 1867 132.50 133.— RudolfSb.(300fl.ö.W.)I 89.75 l 90.— Fran,-3os. (200fl.S.) 93.90 94.26 Lose, litebit 100 ft. ö. 80. . 16S.— 163.dO Don.-Dampfsch.-Bes. 100 fl. SM. . . 96.— 88.— Triefter 100 fl. SM. . 117.— 18*.— bto. 50 fl. o.W. Osener . 40 fl. 8.ZI 93.10, 93.40 89.— 89.50 106.80 106.75 87.751 88. Ealm P-lffh Slary 6t.@cnol»„ 40 „ «0 . 40 „ 40 „ 80 . 80 . ft. loö.ie. 83.— 39.- 29.— 85.50 31.50 81.50 22.— 16.— 15.10 34.— 40.- 30.— 36.50 32.5V 88.50 $3-17.-16 60 MubisSgrätz Walbflein . RudottSsti' WeoheeI(3Mon.)1 «ugSb. lOOfl.fübb.lß.1 Franks. 100 fl. , „ Ponton 10 Bf. Stert. Pari« 100 sfranc« . Hfinsen. fiatf. ®lün«*®ucaten. 5 83 5.85 80-Franc«stüa . . .! 9.88 I 9.88' BercinSthaler . . .1 1.83 I 1.83 Silber . . . .|i2i.—il82.S6 103. SO 103.65 123 90 103 40 103.75 124.— I Telegrafischer Wechselkurs vom 1. März. 5perz. Rente österr. Papier 50.20. — 5perz. Rente österr. Silber 68.30. — 1860er Staatsanlehen 95.20. ~r Bankaktien 725. — Kreditaktien 252.80. — London l24.10 — Silber 122.25. — K. k. Miinz-Dukaten 5.83. — Ra' poleonsd'or 9.89. X:u.t von 3git c. K!einm-yr & Fev Lamber« in i'aiSait) Lerleger und für die Redaktion verantwortlich: Dttemar Bamberg.