OTfrilniM pMC*n« » (9t0ftBU Deutsche Zeitung — Organ für Die deutsche Minderheit im Dravabanat — i Qt*l«ni»9« mik« 6, X«lt9|M Bt.21 (inttnubon) I fit da, Inland l vlerteljShrig «0 Dia, hatbfährig 80 Dw, in Nr B«a»aUmng M billigsten entgegengenommen f ZStzriß 160 Dia. Fiir da, Tiutand entsprechend« Erhöhung. Einz«lm»imn»r Dia IM Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Tonntag j Celje, Donnerstag, den 26. Februar 1931 I 56. Jahrgang Nummer 17 Die wirklichen Ursachen der Weltwirtschaftskrise Die Erscheinungsformen der allgemeinen Welt-Wirtschaftskrise find Absatzstockung und Arbeitslosigkeit. Auch vor dem Kriege hat es Konjunkturschwankungen gegeben. Es ist ober ein großer Irrtum, wenn man glaubt, die gegenwärtige Desorganisation des inter-nationalen Wirtschastsapparates sei weiter nichts als eine ins Riesenhafte gesteigerte Konjunkturkrise, die nach einiger Zeit von selbst wieder ins Gleichgewicht kommt. Man beachte nur die erstaunliche Ungleichheit der Geldmärkte! Während in einigen Ländem Kapital im Ueberfluh vorhanden ist und auch zu niedrigen Zinssätzen nicht nutzbar gemacht werden kann, ist in anderen Ländern (Held auch zu hohen und höchsten Zinssätzen nicht zu bekommen. Die häufigen Goldverschickungen, die verhältnismäßig oft und plötzlich erfolgen, können nicht wie früher in ihren Rückwirkungen auf die Wechselkurse sorg-siltig eingestimmt werden. Die Unordnung auf dem Geldmarkt hat wieder ihre unmittelbaren Folgeer-Ichrinungen für das Warengeschäft. Nun hört man vielfach die häufig schon als Dogma betrachtete Meinung, die Weltwirtschaftskrise sei eine Krise der Ueberproduktion. Das ist schon deshalb nicht richtig, weil auf der einen Seite ein Ueberschuß an Waren herrscht, auf der anderen Leite breiteste Massen diese Waren bitter nötig haben, sie aber nicht er-werben können. Eine Ueberproduktion an Gütern und Waren ist tatsächlich nicht vorhanden, wenn auch, wie es geschehen ist, riesige Getreidemengen einfach verheizt werden oder Kaffee ins Meer gt* schüttet wird. Etwa 320 Millionen Menschen haben heute die industrielle Produktion in der Hand. Das Bierfache an farbigen und industriell unbeteiligten Böllern ist aber, absolut genommen, als Abnehmer-schaft vorhanden. Es kommt lediglich darauf an, etwa 5% mehr abzusetzen, und die Produktions-krise in der Welt ist überwunden. Wir erleben also nichts werter als ein ungeheuerliches Versagen des Berteilungsapparates, der durch den Krieg und die Kriegsfolgen finanzpolitisch und wirtschaftspolitisch in Unordnung geraten ist. Die Menschheit, d. h. die zahlenmäßig nicht allzu große Schicht der Politiker und Finanzmänner der Erde, hat bisher nicht den Mut, aus dieser Erkenntnis die Folgerung zu ziehen, d. h. auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete die von dem politischen Siegerwillen diktierten Maß-nahmen abzubauen. Welche ökonomischen Borgänge haben sich im Kriege und in der Nachkriegszeit abgespielt? Amerika hat Riesenmengen an Gütern während des Krieges über den Ozean geschickt. Es verlangt nun die Be Zahlung, obwohl diese Güter nicht produktiv ein-gesetzt, sondern in die Luft gesprengt worden sind. Eine Gegenbewegung in Waren ist nicht möglich, da Amerika selbst alles produziert und sich durch Hochschutzzoll gegen ausländische Waren abschließt. Es soll also Bargeld gezahlt werden, d. h. es geht in größtem Umfange eine Geld- und Goldver schiebung vor sich, der keine Gegenbewegung an Gütern entspricht. Durch Dawesplan und Houngplan find die Zahlungsoerpflichtigungen nun Deutschland auferlegt worden. Das aus Deutschland herausge- preßte Geld läuft auf komplizierten Wegen mit zahllosen Währungsübertragungen über Frankreich, über England, Italien, über die Balkanstaaten und endgültig nach Amerika. Hierdurch entsteht die ge-fährliche Unruhe auf dem internationalen Geldmarkt. Da Deutschland aus normalen Ueberschüssen diese Verpflichtungen nicht ableisten kann, ist es zu einer Zwangssteigerung, zu einer unnatürlichen Anstachelung seiner Ausfuhr gezwungen und muß Dumping treiben. Während 1924 Deutschland» Anteil am Welchandel 6% betrug, ist er 1930 auf 12% gestiegen und hat den Friedensanteil überschritten. Besonders England emfindet diesen Einbruch in seine Märkte mit stärkstem Unbehagen. Nachdem Deutschland anfänglich sich in Amerika auf den ver-schiedensten Wegen das Geld für seine Tributlei-stungen geborgt hatte, muß es nun nach dem Grund-satz des geringstmöglichen Nutzens, durch Unter-bietung der eigenen Inlandspreise und durch radi-kale Rationalisierung, d. h. Steigerung der Arbeitslosigkeit, seinen Verpflichtungen nachkommen. Im Endergebnis gehen die deutschen Geldleistungen nach Amerika, ein Teil bleibt in Frankreich hängen, so daß in diesen Ländem die ja bekannte unfruchtbare Kapitalanhäufung eintritt. Es ist ganz undenkbar, daß dieses wahnwitzige System für mehrere Menschen-alter beibehalten werden kann, wie es der Poung-plan vorsieht. Weiterhin sieht man immer noch nicht ein. daß sich das psychologische Verhältnis zwischen Europa und den übrigen Ländern seit dem Krieg« entscheid dend verschoben hat. Die Ausschaltung Europas aus der Weltwirtschaft hat überall zur Gründung eigener Industrien geführt. Diese Entwicklung ist in Nordamerika, in Japan, ja in Südamerika, Ehina, Südafrika zu verzeichnen. Als Europa wieder an alter Stelle einspringen wollte, dachten die neuen Länder gar nicht daran, ihre neuen Industrien ab-zubauen, sondern begannen sie mit Zollmauern gegen die Konkurrenz des allen Erdteiles zu schützen. Inzwischen war ja auch eine grundlegende geistige Umstellung in der farbigen Well vor sich gegangen. In unbegreiflicher Verblendung haben England und Frankreich eine halbe Million farbiger Truppen in den Krieg eingesetzt und haben den Krieg der weißen Menschen gegeneinander in die Kolonien und in die Wohngebiete der farbigen Rassen ge-tragen. Mindestens eine Viertelmillion Farbige sind als Missionare der Aufklärung gegen die Vor-Herrschaft der weißen Menschheit in ihre Heimat-gebiete zurückgekehrt. Nicht umsonst hat man den Ehinesen beigebracht, daß das Eigentum des weißen Mannes, d. h. in diesem Falle des Deutschen, vogelfrei sein kann. Der Chinese hat seine nicht nur auf die Deutschen beschränkten Folgerungen daraus gezogen. Der ferne Osten, der nähere Orient und Afrika sind in einem Auftuhr, der mit dem von englischer Seite beliebten Schlagwort Bolschewismus nur äußere Agitationsformen gemeinsam hat. Die Welt steht erst am Anfang dieser Bewegung, die nicht mit Maschinengewehren und Gasbomben unterdrückt werden kann. Politische Rundschau Inland Gegen die deutsche Minderheiten-schulabteilung in Celje Am Freitag, dem 20. Februar, fand eine Sitzung des Ttadtschulrates in Celje statt, auf welcher mit allen Simmen gegen die Stimme des GR Dr. Georg Skoberne der Antrag des Stadt-schulratsmitglieds Dr. Juro Hrasovec angenommen wurde, daß das Unterrichtsministerium in Beograd und die Banaloerwaltung in Ljubljana telegraphisch ersucht werden, die an der staatlichen Volksschule m Celje errichtete deutsche Parallelabteilung aufzuheben. Ferner nahm auch die am Sonntag, dem 22. Fe> bruar, in Celje tagende Hauptversammlung des Sokolgaus Celje eine Resolution gegen die deutsche Schulabteilung an, dje telegraphisch dem Herrn Ministerpräsidenten und dem Herrn Unterrichts minister mit der Bitte um Aushebung dieser Schul ableilung übermittelt wurde. Diese Resolution besagt u. a. folgendes: „Die Hauptversammlung des So-kolgaus Celje. in dem 35 Vereine und 3 Kompagnien mit nahezu 7000 Angehörigen eingegliedert'sind, hat nach dem Bericht über die Errichtung von deutschen Abteilungen an der städtischen Schule in Celje festgestellt, daß für die Errichtung dieser Ab-teilunyen keine tatsächliche Notwendigkeit besteht und daß die Errichtung einer deutschen Schule schädlich für die nationalen und staat-' lichen Berhältnisse an der Nordgrenze unseres Staates ist." Gründung einer Deutsch > Jugosla wischen Gesellschaft in Beograd Aus einer am 20. Februar an der Beograder Universität stattgefundenen Sitzung, an der hervor ragende Vertreter des öffentlichen Leben» der Haupt stadt teilnahmen, wurde die Gründung einer Deutsch ' Jugoslawischen Gesellschaft beschlossen. Zum Vorsitzenden der Gesellschaft wurde der Universitätsprofessor und bekannte Historiker Dr. Stanoje Stanojevii gewählt und in den Vorstand traten unter anderen ein die ehemaligen Minister Dr. Nineic und Dr. Belizar Jankovii, der Gesandte a. D. Jovan Jovanovic und die Unioersitätsprofessoren M. Trifunac. Dr. Jovan ovie und Burjan, der General d. R. Dr. Michael Petrovii, Sektionsches Osman HadZit und Rechtsanmalt Dr. Blajic. Die auf dieser Sitzung beschlossenen Satzungen der Deutsch-Jugo-slawischen Gesellschaft sind von den Behörden bereits genehmigt. Professor Stanojevic gab über die Ziele der Deutsch > Jugoslawischen Gesellschaft folgende Erklärung ab: „Unsere Aufgabe ist durch die Sätzungen bestimmt. Wir werden in erster Linie auf kulturellen! und dann auf wirtschaftlichem Gebiete an der Annäherung unseres Volkes und der großen deutschen Nation arbeiten. Wenn auch durch die Satzungen unsere Aktion nicht erschöpfend vorgezeichnet ist, sehen wir sie doch klar und die erste Manifestation wird die Abhaltung der deutschen Kunstausstellung in Beograd und Zagreb sein. Wir denken an die Errichtung eines Klubs, der der erste deutsche Klub in unserer Hauptstadt wäre." Die Versammlung beschloß, Tochtervereine der Deutsch-Jugoflawischen Gesellschaft in allen größeren Zentren, besonders in Zagreb, Ljubljana und Novisad, zu begründen. Protestversammlung der Zagreber Vereine gegen die Terroraktionen Am Freitag abends fand vor dem National-cheater in Zagreb eine von den Zagreb« Vereinen einberufene Protestversammlung der Zagreb« Bür- Seite 2 Veatsche Zett»»g Nummer ff gerschast statt, in welcher gegen die bekannten Ter-Trakte in Zagreb Protest eingelegt wurde. In der hiebei gefönten Resolution wurde die Regierung aufgefordert, energische Schritte nach allen Richtun-qv« hin zu unternehmen, damit in Zukunft derartige verbrecherische Handlungen, deren Urheber im Ausland sitzen^ verhindert werden. Ausland Revolverattentat auf den albanischen Konig in Wien Auf den zu Heilzwecken in Wien weilenden König von Albanien Achmed Zogu wurden am 2«. Februar abends, als er nach der Vorstellung m der Oper fein Automobil bestiegen hatte, von zwei ehemaligen albanischen Offizieren mehrere Re-oolverschüsie abgegeben Der Ad>utant Alajor To-Vvlai. der den König mit seinem Körper deckte, wurde durch fünf Schüfe gelötet, der Hofminister Libahooa erhielt einen Durchschuß am Unterschenkel. Dieser Letztere sowie der König hatten auch die Revolver gezogen und aus die Angreifer geschossen, die jedoch unverletzt blieben. Die Attentäter, Aziz Eami und Udok Gjelossi mit Namen, wurden von den zum Schutze des Königs anwesenden Wiener Detektiven »osort festgenommen. Die Polizei hat nach dem Attentat alle in Wien lebenden albanischen Emigranten verhört und zum größten Teil verhastet. Diese Leute werden aus Oesterreich ausgewiesen «erden. König Zogu wird trotz des Attentates weiter in Wien bleiben und seine Kur fortsetzen. Das Hotel „Jmperial", in dem er wohnt, ist von Kriminalbeamten so stark bewacht, das; niemand unbeobachtet zu den Zimmern des Königs vor-dringen kann. Die Wirtschaftskrise in England Der englische Schatzkanzler Snowden erklärte dieser Tage, daß das Defizit des Staatshaushalts in dem am 3t. März zu Ende gehenden Budget-jähr 5V Millionen Pfund Sterling betragen werde. Die Steuerkraft der englischen Bevölkerung sei aber so ausgeschöpft, daß neue Steuern ausgeschlossen seien und die Regierung wahrscheinlich bloß die Großgrundbesitzer neu besteuern werde. Das finanzielle Gleichgewicht Englands stört vor allem die . immer mehr anwachsende Industriekrise. Die Eisen-Produktion in England fiel z. B. auf 800.000 Tonnen, so daß im vergangenen Jahre sogar Rußland mit 900.000 Tonnen Eisen England übertroffen hat? Macdonald über die Gründe der Weltwirtschaftskrise Der englisch« Ministerpräsident Macdonald hielt am 23. Februar abends auf einem Bankett der Handelskammer von Birmingham eine Rede, in welcher er feststellte, daß an der gegenwärtigen Wirtschaftskrise weder die Produktion noch der Konsum schuld seien. Die Bevölkerung sei bereit, noch mehr zu konsumieren als vorher, sei aber in-folge der mangelnden Kaufkraft hiezu nicht imstande. Deshalb können die Produzenten ihre Ware nicht so verkaufen, daß ihre Fabriken vollbeschäftigt wären. Solange zwischen Konsum und Produktion nicht das richtige Verhältnis hergestellt sei, werde es keinen Frieden auf den Weltmärkten geben. Die sozialistische Internationale für die fünftägige Arbeitswoche Auf der Sitzung des Vollzugsausschusses der sozialistischen Internationale in Zürich wurde die Meinung der sozialistischen Internationale ausge-sprachen, daß das Problem der Arbeitslosigkeit am besten durch die Einführung der fünftägigen Ar heitswoche gelöst werden könnte. Hiedurch könnte ein großer Teil der arbeitslosen Arbeiterschaft wieder «ingestellt werden. Die Agrarkonferenz in Paris Am 23. Februar trat im französischen Außen Ministerium am Ouai d' Orsay die Agrarkonserenz von 24 europäischen Staaten zusammen. Die Kon-serenz wurde von Außenminister Briand eröffnet, der m seiner Rede feststellte, daß die Teilnahme von 23 Staaten ein neuer Beweis für die die europäische Solidarität sei wie auch dafür, daß die Krise gelöst werden müsse, die namentlich auf den Staaten Ost- und Mitteleuropas laste. Aus Stadt und Land Ein französischer Admiral in Beograd. Am 24. Februar traf der französische Admiral Emile Guepratte in Beograd ein. wo er stürmisch gefeiert wurde. Der Admiral hatte im Jahre 1915 nach dem Rückzug der serbischen Armee die serbischen Militärtransporte im nordasrikaniichen Hafen Biserta empfangen und in umfassender Weise für sie Sorge getragen. Ansturm auf die Notarstellen. Am 15. Februar war die Frist für die Ansuchen um Verleihung der Notarstellen im ganzen Staate abgelaufen. Für 330 Stellen wurden 740 Gesuche eingereicht. Um die 10 Stellen der Stadt Zagred z. B. reichten 98 Bewerber ein. Ermordung eines Zagreber Hochschul» Professors. Der pensionierte Zagreber Universi-tätsprosessor Dr. Milan Suflaj wurde dieser Tage, als er abends seiner Wohnung zuschritt, überfallen und wit einer Hiebwaffe am Kopf so schwer verletzt, daß er an den Folgen der Verletzung starb. Dr. Suflaj arbeitete an einem Werk über Albanien, zu welchem Zweck er vom 1l. bis 18. Jänner I. I. in Albanien geweilt hatte. Er war seinerzeit von der ungarischen Regierung zum Unioersität-professor in Budapest ernannt und später vom damaligen Banus Baron Rauch gegen den Willen des Universitätssenats auf die Zagreb« Universität versetzt worden. Zur Erklärung des Uebersalls bestehen zwei Möglichkeiten: entweder erfolgte er aus parteipolitischen Gründen oder aus privaten Ursachen. Liquidierung des Gremiums der Apotheker. Infolge der Neuerrichtung einer Apothekerkammer wurde am vorigen Donnerstag in Ljubljana auf seiner letzten Sitzung das bisherige Apothekergremium liquidiert. Das Apothekergremium war eine altehrwürdige Einrichtung, denn sie bestand, gegründet im Jahre 1832, rund 100 Jahre. Sturmverwüstungen in Italien. Dieser Tage wütete in Sizilien und in Süditalien ein heftiger Orkan, der ungeheure Verwüstungen an-richtete. Die Stadt Polern,o wurde von einer Spring-flut heimgesucht, durch welche die Straßen 2 Meter tief unter Wasser gesetzt wurden. Der gesamte Ver-kehr in Sizilien ist unterbrochen, die Straßen be-finden sich in einem ungangbaren Zustand. Auch die Stadt Eatania wurde überschwemmt. Es sind zahlreiche Menschenopfer zu beklagen. Bei fahler, graugeldcr Hantfärbang. Mattigkeit der Augen, üblem ^finden, trauriger Gemül«slimmuna, schweren Träume» ist es ratsam, einige Tage hindurch früh nüchtern, ein Glas natürliche« ..5ra«N>iosck"Bitterwasser zu trinken. I» der amtlichen Praxis wird das ..„ran; Ioscf"-Wasser darum voruigSweiie angewendete weil eö tnt UtiaiK« vieler krantheitiertcheinunften rasch beseitigt. ??rau; Ioscf-Biiterwas'cr ist in Äpoldeken, Drogerien und Lve»erechand hingen erhältlich. Celje Dirndlball und Heringschmaus des Männergesangvereines. Obwohl wegen der Kürze des heurigen Faschings seit der Siloesterseier des Vereines nur wenige Wochen verstrichen waren, brachte der Verein dank der unermüdlichen und un-verdrossenen Arbeit eines durch keinerlei Launen, Abhaltungen, „Beleidigungen" und Faulheitsan-Wandlungen in seiner Treue zu erschütternden Stammes von Mitgliedern wieder zwei Veranstal-tungen zu stand« — den Dirndlball am 14. und die Heitere Liedertafel am 18. Februar. Leider litt die erstere Veranstaltung unter der unmittelbaren Nähe der letzteren und wohl auch des Skiwettlaufes am IS. Februar. Immerhin steigerte sich der Dirndl-ball dank der Wirkung der herzigen Kostüme, der prächtig-bunten Ausschmückung des Kinosaales und des allerliebsten Steirertanzes, der wiederholt werden mußte, zu einem toll-lustigen Getriebe, welches bis in die Morgenstunden anhielt. Ein Bravo-Braoissimo gebührt Herrn Baumeister Kalischnigg und seinen Mitarbeitern — Damen und Herren — sür die reiche und geschmackvolle Ausschmückung des Kino-saales und des Vereinsraumes, ebenso dem immer-jungen Ehrenvorstand Gradt, der den Steirertanz nach Lanners anheimelnden Klängen einstudiert hatte. Wie dankenswert, uns in dieser Zeit der Niggertänze den alten, poetisch sinnreichen und ästhetisch lieblichen heimatlichen Ländler vor Augen zu führen, jenen Tanz, den Nikolaus Lenau in seinem berühmten Gedicht „Der Steirertanz" so er- Seifend besungen hat! Erfreulich ist es, daß unsere ugend, lauter fesche Dirndl und Buaben, sich ihrer edlen, dabei sehr verzwickten Aufgabe unter der feurigen, belebenden Führung des EHrenoorstandes Gradt mit wirklicher Liebe widmeten. Die grün- »lb roten Girlanden des Saales verknüpften den Dirndlball mit der heiteren Liedertafel am 18. Fe» bruar. Der leider zu kleine Saal wurde diesmal geradezu gestürmt. Das abwechslungsreiche, bunt<^ justige Programm warf alle Zuhörer in «neu Strom von ungetrübter Fröhlichkeit. Mancher wird vielleicht inmitten aller Lustigkeit das Können und >en Idealismus der wenigen Damen und Herren bewundert haben, die einen solchen Abend aus eigener Kraft zustandebringen. Leider herrscht gerade in dieser Richtung bei uns noch immer eine gewiss« Ahnungslosigkeit ... Zu einem Marksteine wurde diese Veranstattung durch das erste Auftreten der neu gebildeten Theatergruppe, welche mit dem Bauernschwanke „Die Schwammerlsuppen" einen Bombenerfolg errang, der hoffentlich auf die weitere Tätigkeit der Theatergruppe belebend wirken wird. Alle Mittwirkenden: Susi (Frau Erika Negri), Simerl «Herr Ferdinand Wusser). Loisl (Herr Werner Stiger) und die Waben (Fräulein Ada Hauswirth) boten einzeln und im Zusammenfiel ausgeglichene, kernige Leistungen, welche ununter brochene Beisallssaloen auslösten. Von ungeheurer Komik war namentlich die Szene zwischen Simerl und Loisl, die wieder einmal zeigte, daß der biblische Sieg des kleinen David über den Riesen Goliath halt doch ein Ausnahmsfall war. Die kundige leitende Hand eines ausgezeichneten, erfahrenen Regisseurs machte sich aufs wohltuendste bemerkbar. Wir sehen neuen Taten unserer mtt so schönen Talenten gesegneten Theatergruppe mit Spannung entgegen. Ueber die Zweckmäßigkeit und Schönheit der neuen Kulissen ist kein Wort zu verlieren. Der musikalische Teil des Abends wurde mit dem Vor-trage des Walzers „Zeit ist Geld" von Johann Strauß Sohn durch den Vereinschor eröffnet. Der Walzer ist von Meister Strauß unter dem Titel „Accelerationen" nach einer lustig durchdrahten Faschingsnacht hingeworfen und noch am gleichen Abend zum ersten Male aufgeführt worden. Viktor Keldorfer hat dem Walzer einen flotten modernen Teit unterlegt und für Männerchor gesetzt. So ist dieses fesche und zündende Opus unter dem Namen „Zeit ist Geld" wieder ans Tageslicht gekommen. Der Walzer wurde sehr frisch und schneidig gesungen und bildete den passenden Auftakt zum Theaterstück. Die Klavierbegleitung besorgte Herr Heinrich Aab schmiegsam und gewandt wie immer. Für die Er-höbung der durch den Schwank erzeugten frohen Stimmung sorgte das zum Liebling des Publikums gewordene Vereinsquartett. Wir haben die Vorzüge des Quartetts schon so oft und eingehend gewürdigt, daß wir nichts Neues hinzuzufügen vermögen. Das Quartett sang die köstliche„Plakate-Rundschau" von Karl Hlinak, welters die geradezu genial gemachten Variationen über ein altes Thema t Kommt ein Vogel geflogen) von Ernst Sompek und als Zu-gaben „Die Speisekarte" und „Die moderne Lorelei)", beide von Keldorfer. Wie wir zu unserer Freude vernehmen, beabsichtigt das Quartett im Atonale März eine» eigenen Abend zu geben. Wir glauben, uns nicht zu täuschen, wenn wir schon heute pro-phezeien, daß sich der Saal bei dieser Gelegenhei: wieder als zu klein erweisen wird. Zur richtigen Faschingsabschiedstimmung trug auch die komische Szene „Ländliche Konzertprobe" bei, die von den bäurisch kostümierten Herren des Vereines (die Da-mcn waren auch keine echten, so reizend sie auch aussahen, besonders die Herren Heller und Lösch-nigg) dargestellt wurde. Als Chormeister waltete Herr Erich Blechinger seines Amtes und zeigte auch diesmal seine starke, vielseittge Begabung. Manns-leut und Weibsleut erholten sich von dem Schrecken der Probe durch Absingung zweier herziger Steuer-lieber von Franz Blümel.. Kreuzlustig" und „Steirer-bluat", beide gekrönt mit gut singbaren Jodlern. Den Kehraus machte eine unter dem Vorsitze des Vereinsvorstandes Herrn Pachiaffo tagende Aus-schußsitzung des Männergesangvereines, die mit ihren aus dem Leben gegriffenen, im übrigen voll-ständig harmlosen Spässen einen Sturm von Heiter-kcit erregte. Namentlich die Aufklärungen und Rat-schlüge des Obmannftelloertreters und Vereinsarztes owie der Musterchor „In einem kühlen Keller sitz ich hier" werden manche Zuhörer noch in der Er-innerung zum Lachen bringen. Das Hausorchester unier der Leitung des Herrn Baumeisters Louis Kalischnigg, der sich auch um die Herrichtuna und Ausgestaltung der Bühne sehr verdient gemacht hat. spielte unermüdlich und flott auf und bewährte sich auch diesmal als jenes Element, ohne das sich irgend ein Abend des Männergesangvereines gar nicht mehr denken läßt. Alles in allem, muß diese heitere Liedertafel, wie schon im Vorgerichte bemerk?, als die gelungenste Veranstaltung dieser Art in den Nummer 17 Deutsche Zeitung Seit» 8 Die Lastwaven-Preiie: . Din. Normales Las« wagen-Chassis mit einfachen Hinterrädern 52.500 — Normales Lastwagen-Chassis mit doppelten Hinterrädern 53.500 — Verlängertes Ford-Lastwagen-Chassis mit eins. Hinterrädern 55.100 — Verlängertes Ford-Lastwagen-Chassis mit dopp. Hinterrädern 56.500 — und eine Auswahl bereit« karowwrter Ford-La«»wagen sowie leichter und schwerer Lieferwagen. Obi?e sind Barpreiw, freibleibend, für Lastwagen mit vi«r. resp, sechs bereiften Ki.,! rn und einem unbereiften Reserverad, franko Lager aller Ford-Haodler in Jugoslavien. Ankauf aas beqnem« Ratenzahlung durch djs Ford-Kredit-System LINCOLN Fords orv FORD MOTOR COMPANY Der neue FORD-Lastwagen ist ökonomisch Die Dauerhaftigkeit ist der bedeutendste Faktor der Wirtschaftlichkeit Der Ford-Lastwagen ist ökonomisch, weil er vor allem dauerhaft ist Die Lebensdauer eines Fahrzeuges ist eine Funktion des Materials, aus welchem es hergestellt wurde. Kein Automobil, ohne Ausnahme auth des teuersten, wird aus besserem Material hergestellt, als es Ford für seine Personen- und Lastwagen anwendet. Deshalb sind seine Wagen so widerstandsfähig und langlebig. Auch wendet Ford die fortgeschrittensten Produktionsmethoden an, wie z. B. die Schweißung durch elektrischen Widerstand, die Anwendung von Preßstahl in großem Umfange usw. 43 Stahlsorten, über 20 Kugel- und Rollenlager sind im Ford-Lastwagen angewendet. Das neue Vierganggetriebe ermöglicht die volle Ausnützung der Motorkraft; das mächtige Sechsbremsen-System gewährt größte Fahrsieher* heit; das Ford-Material, der erstklassige Ford-Kundendienst mit den drei kostenlosen Inspektionen des Fahrzeuges nach den ersten 800> 1600 und 2400 km, gestalten die Instandhaltung des Ford-Lastwagen» sehr wirtschaftlich. -- > Versäumen Sie nicht, diesen ausnehmend ökonomischen und äuc$i schmucken Lastwagen beim nächsten Ford-Händler zu besichtigen, wo Sie auch eine kostenlose Vorführung erhalten können. letzten Iahren anerkannt werden. Küche und Keller des Holeis Skoberne standen auf der Höhe und trugen viel zum Behagen der Zuhörer bei. Das Hudc>sd,estweni>Theater in Celje. Die Beograder (Gruppe dieses berühmten russischen Theaters wird am 1. März abends im hiesigen ctnbtüirslter mit Gogols „Revisor" gastieren. Tanzunterhaltung des Skiklubs Celje. Der Skiklub Celje veranstaltet am 14. März im h Oesterreich. Da» angaiiache DurchreiseTisum wird bei Vorwolsunr dos Meise-uuweisos an der Grenze erteilt. — Bedeutende Kahrpreisbagsinstigungen auf jugonl., ungar. und doterr. Bahnen, auf der Donau, Im Adriatisehen Mo-r, sowi.» im Luftverkehr. — Auskünfte aller Art, sowie Messeausweise (k L>in 50.—) erhtltlieh bei der W ener Hesse A -st., Wien VII., sowie wahrend der Dauer der Leipziger Frühjahrsmesse bei der Auskunftimtelle in Leipiiy, Oentcrr. Messehaus und bei den ehrenamtlichen Vertretungen in p C I IC« Erste Kroatische Sparkasse, Filiale Celje w L LJ L » Tuj«ko prometo» pinarns. Gelegenheitskauf! Mannlicher-Sehönauer Pirscbatntzen Kai. 9 5 mm tadellos erhalten, hervorragende Schussloiatung mit Zielfernrohr, Gowebrfuttoral und Etui samt 20 Patronen preiswert zu verkaufen. Adresse in der Verwaltung dos Blattes. 36042 WobnuDg mit 1 bis 2 Zimmer samt Zubehör von ruhigem Ehepaar bis 1. April oder 1. Mai gesucht. Gefl. An-trSge an die Verwaltung des Hl. 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