lur Annst, Wifi'enschatt und geselliges Leben. Nedigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. ^ 3V. Montag am AI. September 5843. M<^ - Von dieser Zeitschrift er,cheincn wöchenilick zwei Nummern, iedesMal ein halber Boaen. Der Preis des Blattes ist in i!aibach »»nziadrigü, »»^ ^ ialbjähria z li. Durw die t. f. ^ost unter Onuverr mir porlosreier Zusendung aanzsühria », dülbiäbrig 4 sl. C. W., und wird halbiäbria oor»u?° bej»h!l. Alle l.k. Postämter »comen Pränumeralion nn. I n Laiba« vränumerirt man beim Verleger am Raun, Nr. lyl>, im ersten Olocie. Das Herz. Nc s Kindes Herz ist ein Kirchlein, Freundlich, einfach und schön < D'rm schall! frohlockender Lngel Seliges Harfcngctön, lind durch die farbigen Fenster Flimmert das Morgcngold, Beleuchtet der bunten Wände Nilderchc» wunderhold. Des Jünglings Herz ist ein Tempel, Hoch, in luftigem Styl , Ein Wallfahrtsort fü.r die Jungfrau, Dem Schönen einssch'res Asyl. Der Vessa heilige Flanune Lodert mächtig empor, Und donnernd und stürmend, doch lieblich, Echalll's Vom erhabenen Chor. Es schwebt ein mystisches Dunkel Um den Opfcraltar, Es zieren die Wände gar viele Bilder, strahlend und llor. Der friedlichen Hauscopclle, Gleicht das männliche Herz, Die Flamme lodert nur Einer Göttin dort himmelwärts. Hier hält man nur stille Andacht Ohne begleitenden Chor, Es öffnet diese Capclle Nur auch noch der Freundschaft das Thor. Der öden Verfallenen Kirche Die ganz verlassen dort steht, Von Niemand besucht, nur von stille». Heiligen Schauern durchweht, Ist ähnlich das Herz des Greises; Unter ihrem Gestein Sind Grüfte verstorbener Freuden, Schlummert todtes Gebein. Jos. ?. Vuchto. Krams natürlicher Neichthum aus der Lage der Provinz.*) Wirft man einen Blick auf die geographische Lage der Provinz Kram, so sieht man sich genöthigec, in ihr eine '> Aus dem in Nro. 31 dieses Vlattcs angezogenen handschriftlichen Vpe­li»e des Dr, und Prof. Hlubel. vorzügliche Güterquelle anzuerkennen. Die Nähe der Do­nau und ihre täglich an Vollkommenheit zunehmende Schiff­fahrt setzen Krain mir Hülfe der Save in die kürzeste Ver­bindung mit dem Orient, während die Nähe des adriati­schen Meeres den Verkehr mit dem Occidente erleichtert. Es scheint die Zeit nicht mehr fern zu sein, wo die Fabel, die man von Jason erzählt: ?Er habe das Schiff, auf dem er aus Kleinasien auf der Donau und Save nach dem alten Nauporrus (Oberlaibach) kam, von da in das nillrs »ärilUieum übertragen lassen» aufhören wird, eine Fabel zu sein. Denn nach Wegräumung der Hindernisse, welche der Schifffahrt auf der Donau und Save im Wege stehen, erscheint Salloch nächst Laibach als ein Hafen von Constantinopel, und nach Anlegung einer Eisenbahn Krain als ein großer Stapelplatz für den Verkehr zwischen dem schwarzen und dem adriatischen Meere. Doch da ich bei der gegenwärtigen Schilderung von Thatsachen ausgehen muß, so will ich mich bei Bildern, deren Verwirklichung erst der Zukunft-Generation vorbe­halten ist, um so weniger aufhalten, als noch die Monu­mente von dem seiner Zeit zwar fruchtlosem Bemühen der Herren Stände Krains wenigstens eine ähnliche Idee im Kleinen zu realisiren, noch heut zu Tage den heimathlichen Boden zieren, indem die Spuren eines verunglückten Ca­nals, um die Save mir der Hauptstadt zu verbinden, noch immer bei Kaltenbrunn unterhalb Laibach sichtbar sind. Die Thatsachen, welche ich hier berühren will, sind: t. Daß Krain als Srappelplatz des adriatischen Mee­res für den nördlichen Verkehr erscheint. Bis Laibach werden die Colonialwaaren geschlittelt, und die Erzeugnisse des Nordens, welche für den Süden bestimmt sind, auf großen Frachtwägen gebracht. Erstere werden nach West, Nord und Ost, letztere aber nach Süd auf eine gewechselte Art des Transportes verführt. Diesemnach erscheint die Hauptstadt als der Central­punct der Bewegung, mithin auch des Lebens der ganzen Provinz. Tausende werden durch ihre Pulsfchläge weiter bewegt, und kehren nicht etwa, entkräftet, wie es sonst bei 254 einer gewöhnlichen Circulacion des Blutes der Fall ist, son­ dern neu belebt zum Centralpuncte der Bewegung wieder zurück. Dieses gegenwärtige Princip des Lebens ist zugleich der zureichende Grund, welchen die Behauptung rechtfer­ tiget: daß Kram unter allen Provinzen der österreichischen Monarch!« zur Anlegung von svlchen Fabriken, welche ent­ weder Colonialartikel «erarbeiten, oder Producce aus ein­ heimischem Material verfertigen, deren Transport kostspie­ lig und gefahrlich ist, am geeigneisten erscheint. Wirft man zugleich einen Blick auf die vielen noch nicht benutzten Kohlenlager, so erscheint auch der Beisatz gerechtfertigt, daß Hierlands überhaupt auch solche Fabri­ ken mir Vortheil angelegt werden können, welche viel Brenn­ material erfordern. Um diese Ansicht zu erläutern, sei es mir erlaubt, ei­ nige Fälle aus der Wirklichkeit anzuführen. Es ist allgemein bekannt, daß der Transport der Baum­ wolle sehr erschwert erscheint, während das Gespunst aus ihr zu den einfachsten und leichtesten Transportartikeln ge­ hört. Während also die Inhaber von Baumwollspinne­ reien, welche von der ersten Handelsstadt der österreichi­ schen Monarchie entfernt liegen, nicht nur mit größeren Kosten das Material beziehen, sondern auch den Transport des^Kalo ^) und die größere Gefahr tragen, findet der Fabrikant des Stapelplatzes in diesen Nachiheilen den Vor­ sprung vor dem nördlichen. Es steht daher zu erwarten, daß die im Jahre 1838 zu Laibach von einem Engländer, Namens Moline , angelegte Baumwollspinnerei in kurzer Zeit zur Vlüthe gelangen, und andere zu ähnlichen Un­ ternehmungen veranlassen werde. Bei der Raffinirung des Zuckers beträgt das Kalo circa 29 Procent, welchen der nördliche Fabrikant gleich dem Verarbeitungmaterial verfrachten muß. Wenn man einerseits bedenkt, wie kostspielig und ge­fährlich der Transport der Glaswaaren ist, und anderer­seits in Erwägung zieht, wie reich die Provinz an Quarz und Brennstoff aller Art ist, so ist man in Verlegenheit, die nicht unbedeutende Zufuhr von Glaswaaren aus dem Norden, und das Bestehen einer einzigen, auf das ordi­närste Geschirr beschränkten Glasfabrik einem andern Grunde, als dem Mangel eines entsprechenden Unternehmunggeistes zuzuschreiben. 2. Wie geeignet Kram zur Anlegung von Fabriken erscheint, ergiebt sich auch bis zur Evidenz aus der zwei­ten Thatsache. Auf den Marktplätzen von Krain erscheint nicht nur das Getreide der Kornkammer der österreichischen Monar­chie, sondern es tritt auch das russische und ägyptische Ge­treide in die Concurrenz. Es ist daher Krain, wie natür­lich, ein Stapelplatz für den Getreidehandel dreier Welt­theile. Der Abgang be>>» spinnen betragt nach Ken neun l ,!? Un«e pr .Lsuno. Wer also wu.ono Ctr. Baumwolle »erarbeitet, 0er erleidet e.nen Verlust »<>„ «57z Clr (M«c-Lull°c h in seinem Compto.r­-yandbuche, Stuttgart und Tubingen «17 S. ,zu ) "">l""" Der Fabriksarbeiter ist also mit seinem Bedarf an Lebensmitteln nicht an die bloßen Erzeugnisse des Landes gewiesen; der Fabriksherr befindet sich in der Lage, einen stabileren Ealcül bei seinen Geschäften anzulegen; und jene Bewegungen der arbeitenden Volksclasse, vor welchen so häufig selbst die heiligsten Rechte erzittern, erscheinen bei zureichenden Lebensmitteln sehr problematisch. (Fortsetzung folgt.) Wilder aus der Ferne. 2. Reisebilder. Von Lduard Site sius. (Als Probe aus den, noch ungedruckten Werte: »Spaziergang in die Alpen uom Traunsiein bis »um Montblanc.«) (Fortsetzung.) Unweit davon fällt der aus dem stachen Thalboden hervorragende Hügel St. Tryphon, auf welchem neben ei­nem alten Thurme ein schöner schwarz und weißgestreifcer Marmor bricht, wegen seiner vereinzelten Lage in die Au­gen, welche ihn zu einem günstigen Uebersichtpuncte über das untere Rhonechal eignet. Wahrscheinlich bestand hier eine alcrömische Observationöwarte, wofür auch mehre da­selbst beim Steinbrechen vorgefundene Alterthümer sprechen. Bald darauf befinden wir uns in dem ganz städtisch gebauten und reizend gelegenen großen Dorfe Bex, dem Ischel des Waadclandes. Hier leerten unsere Gesellschaftwägen einen ansehnli­chen Theil ihres Inhalts aus. Die hiesigen Mineralquel­len sind zur Badesaison eben so beliebt, wie die herrliche Umgebung. Die Salzwerke sind äußerst sehenswerrh; in dem 67? Fuß liefen Schacht Bonillet erblickt man am hel­len Tage die Sterne. Einen Besuch verdienen ferner die nahen weitläuftigen Ruinen des im Jahre 147Z von den Bernern zerstörten alten Schloßes, Duing genannt. Nord­östlich in dem von dem Avancon durchstoßenen Seitenthale foriwandelnd, gelangt man in einer starken halben Stunde nach dem Dorfe Bexvieu mit einem Gradier- und Salz­wcrke, und, die weitere Richtung des in immer großartigere Bergeinsamkeit heranwachsenden Thaies verfolgend, nach etwa zwei Stunden an den Fuß der 10.000 Fuß hohen wüsten Diablerers, von welchen herab im Jahre 1749 ein furchtbarer Einsturz mehre schöne Alpen und im Ganzen den Flächenraum von 3 Ouadraistunden mir seinen Trüm­mern überdeckte und die Devorance-Seen bildete. Von diesem Bergsturze weiter führt am Mont Cheville vorüber ein äußerst interessanter Fußweg, durch das Lizernethal von Ber nach Sion. Ber ist ein Liedlingsstandquartier der Botaniker, welche auf den benachbarten Höhen die reichste Ausbeute finden. Die letzte Wegstunde von Ber nach St. Maurice, wo wir uns wieder auf wallisischen Gebiete be­ finden, führte uns, leider schon bei anbrechendem Abend­dunkel und ungünstigem Wetter, durch eine der herrlich­sten Landschaften. Die Strasse läuft an majestätischen Nußbäumen und zwischen schönen Wiesen hin, welche auf der einen Seite von der Rhone, auf der andern von ei­ner halb von Baumgruppen umhüllten Felsreihe hegräüjt 2HH sind. Gegen den Hintergrund wächst das Felsenamphi^ theater gigantischer empor, und verengt sich gänzlich bei dem berühmten Bergpasse von St. Maurice, als dessen höchste Seitenthürme die „dsnt du midi« zur Linken und die väenl du moi-eis« zur Rechten wolkenan ragen. Bei St . Maurice treten die riesigen Berge, in un­ ersteiglichen Abstürzen gesenkt, auf beiden Seiten so nahe aneinander, daß zwischen ihnen neben der im beengten Felsdette daherschäumenden Rhone, kaum ein schmaler Raum für die Straße erübrigt. Eine massive Brücke, in einem einzigen Bogen von 70 Fuß Länge über den Fluß setzend, und auf alcrömischen Fundamenten ruhend, bildet in dem schmälsten, gänzlich von dem tobenden Gewässer eingenom­ menen Theile des Defile die Gränze zwischen den Canto­ nen Waadt und Wallis. Mittels eines auf dieser Brücke bestandenen, nunmehr abgetragenen festen Thurmes konnte der letztere Canion in früheren unruhigen Zeiten gegen feindliche Angriffe gänzlich abgesperrt werden. St . Maurice, ein durch die örtliche Beschaffenheit auf eine einzige schmale und lange Gasse beschränktes Städt­ chen, war zur Römerzeit unter dem Namen Agaunum ein wichtiger Posten, wo der Tage nach Kaiser Maximi ­ nian auf der Stelle der jetzigen Marcyrercapelle die the­ banische christliche Legion samnn ihrem Anführer, dem heil. Mauritius, hinrichten ließ, von welchem die Stadt den heutigen Namen erhielt. Interessant ist die eine halbe Tcunde entfernte Eremitage „Xutrs dümn du Onx«, 1800 Fuß über dem Thale gelegen, mit einer herrlichen Aus­ sicht und einem in den Felsen gehauenen Zugange. Ich übernachtete in dem guten Hotel d' i/niun, und setzte am 22. August mit zwei neuen Reisegefährten bei fortwähren­dem Regen die Fahrt nach dem obern Wallis fort. Durch eine geraume Sirecke bleibt das Thal sehr enge, und er­weitert sich erst bei dem kleinen Dörfchen Evionaz, welches die Stelle des alten Epaunum bezeichnet, das, im Jahre 317 der Sitz eines Conciliums, im Jahre 582 von einem Vergfalle der »dout du midi" verschüttet wurde, wovon ein ziemlich hoher, größcencheils bewaldeter Trümmerhügel Zeugniß giebt. Hier ist ein günstiger Standpunct zur Betrachtung der geognostisch-merkwürdigen Felskolosse, „deut du midi« und „dont du morcle", welche das Defile bei St. Mau­rice bilden. I n Form, Felsart und Schichtenbau über­einstimmend, bildeten sie einst offenbar ein zusammenhän­gendes Ganzes, welches die überwältigende Macht der Rhone endlich auseinanderriß. Der Fuß dieser Riesenberge von »000 bis 10.000 Fuß Meereshöhe besteht aus dem Urgesteine der Centralkette, auf welches die Kalksteinflötze, nach Nordwesten senkend, aufgesetzt sind; bei 8000 Fuß MeereShöhe zeigt sich bei Beiden eine mächtige Lage ver­steinerter Muscheln und darüber eine Schichte Eisensteine. Eine Viertelstunde später hielten wir vor der berühmten Pissevache, einem der schönsten Wasserfälle der Schweiz, der meine Bewunderung gewiß in weit höherem Grade er­regt haben würde, hätte ich nicht kurz vorher die weit großartigeren Wasserfälle im berner Oderlande gesehen. Er stürzt im Ganzen etwa 270 Fuß, senkrecht aber höch­stens 1Z0 Fuß hoch, aus, einer von der »deut du midi' und der noch höhern gerade am Tage der großen Fin­sternis; gelegt wurde, und zwar von einer Henne im Dorfe Chizola, ungefähr eine Meile von Roveredo, am Morgen des 8. Juli 1842. Dieses Ei ist auf einer Seile platt gedrückt und darauf ein Cirkel eingeprägt, von dessen Umkreis Strahlen auslaufen, so daß sich die Abbildung der Son­nenscheibe nicht verkennen läßt. Die Oberfläche dieses Krei­ses ist etwas erhaben, was sich mehr beim Angreifen, als beim bloßen Ansehen finden läßt; bei leichten Betastungen wollten Einige sogar verspürt haben, wie die Mondscheibe über die Sonnenscheibe gelegt sei. — Wir begnügen uns mit der einfachen Erzählung dieser Thatsache, von der sich die meisten unserer Leser mir eigenen Augen überzeugen können.« — Daguerveotypbilder aus Möttling. (Beschluß.) Einige Minuten Vor ü Uhr trat auch schon der erhabene Moment ein, und die lauten Ausrufungen der Beobachtenden bekundeten, wie sehr sie dos prächtige Schauspiel intercsssre. Aller Blicke hingen bewaffnet und unbewaffnet an, Sonnenlorper, und man ließ zur Ehre der Astronomie laute Nravos erschallen. Allmählich dringt die dicke Mondscheibe, wie ein schwarzes Unthier, vorwärts, gleichsam als ob es ousgesand! wäre, der flammenden Himmelsleuchte das Strahlenlicht auszublasen. Die arme Erde stand Todesängsten »us, sie fühlte mit einer fieberhaften Aufregung den Entgang, der Wohlthaten, welche ihren leblosen und lebenden Geschöpfe» Wachsthm» und Gedeihen verleihe» und welcher sie durch Einfluß der blei­ chen Luna plötzlich beraubt zu sein zitterte. Es wird immer dunkler und dunkler, der goldene Schein, der kurz vorher Berg und Thal mit einem schimmernden lichte erhellte, erbleicht zu fahlem Lichte, alle Gegenstände nehmen eine andere Färbung an, die laue Luft selbst wandelt sich in die fröstelnde Nora, unwillkürlich knöpfte man die leichten Nöcke zusammen, die anwesende Dame mußte sogar ihr Uin­ hängluch umnehmen, und die Beobachter befällt eine Unbehaglichteit, von der sie sich keine Rechenschaft geben können. Noch ein kleiner Thcil der Sonne in sichelförmiger Gestalt ist sichtbar — noch ei» Augenblick und — die Mondscheibe deckt beinahe ganz die wohlthucnde Sonne. Aber—welche Feder vermag diese Scene in noch s» schwache» Umrisse» zu schildern, die nu» de»,staunenden Auge sich darbeut? Alles sah gcwissermassen gespenstisch, grauenerregend, mystisch »us, die ganze Atmosphäre noom eine nie doac­ wesene dämmernde Färbung an, ein dichter Nebel zog sich an der Erdober­ fläche hin, und der arme Erdcnmcnsch erbebte unwillkürlich, ergriffe» von de,» heiligen Schauer, der ihn a» das Dasein und die Nähe des ewigen, uncrl>ründlichen Gottes erinnerte. Mit eine», Worte, der Ei»druck war allgewaltig! Nach etwa 2 Minuten fing die farbige Nacht allmählich an zu schwinden die Gegenstände ringsherum nahmen wieder ihre gewöhnliche Farbe an, die Sonne hatte dem Monde das gewährte Stelldichein aufgcküudet, und die­ser zog sich beschämt in seine Dunkelheit zurück, wogegen die strahlende Sonne wie eine Königin des Himmels die ihr vorgezeichnetc Bahn in ihrer ganzen Herrlichkeit forlwandelte. Zu bedauern ist es nur, daß so herrliche Schauspiele von der Mutter Natur gar so selten zum Besten gegeben werden. Nemerkenswerih ist es, daß gerade während dcrSonnenverfinsteruna in der hiesigen Stadt auf dem Platze vor dem Iurjevitsch'schen Hause eine ciikelför­lnige Erdvcrseutung Stall fand, die den Zusammcnlauf des größten Thcils der hiesigen Bewohner vcranlaßte. Der Durchmesser diesir Lcffnung »'»chte an der Oberfläche etwa 1 «^2 Schuh betragen habe», die jedoch nach innen allmählich umfangreicher sich gestaltete. Kleine hineingeworfene Steine roll­ten weit in die Tiefe, doch stopften größere Steine die Ocffnmig dergestalt! zu, daß eine an der Sch»ur herabgelassene Kugel mit 0 Schuh Tiefe den Boden erreichte. Daß diese Erdversentung übrigens niit der Sonnenverfin­stcrung in keiner Wechselbeziehungstehe, braucht nicht ersterwähnt zu werden. Weiter habe ich dir, liebe t^rniulii,! zu berichten, daß am >ü. Juli d. I . ein croalischer Bursche von 2ll Jahren im Culpfluhc ertrank, wcil cr beim Baden in einen Wirbel gcrieth, aus dessen verschlingenden Rachen sich loszureißen außer seinen Kräften stand. Zwei Tage nach di>sem Unglücksfalle vernichtete ein furchtbarer Schauer die onzuhoffende Fechsung im Wciugcbirge Nescliz» und Nerzhitz. leider werden die Folge» dieses Hagelschlags mehre Jahre für den Wcinstock fühl­bar bleiben! Auch am ? August verheerte ein furchtbarer Hagclschlag die bisher verschont gebliebenen Wein- und Köruerfcchsungen der Pfarre Semüsch so» gestallig, daß den armen Bewohner» dieser Gegend für den nächsten Win­ter eine traurige Lebensfristung prognosticirt weide» kann. Noch ein Ereigniß fand Statt, welches leider nicht heiterer, als die eben berichteten, klingt. Am l4. August d. I . nachmittags trieb ein Mi­litärgränzer sein mit Mehl bcladenes Pferd, welches überdies sein Sohn am Stricke führte, etwas mehr als gewöhnlich zur Eile an, weilsich ge> willerschwangere Wolle» gerade über seinem Haupte zusamme»zogc» und ihu zu durchnäßcn drohten. Leuchtende Blitze durchkreuzten den Horizont, auf die stäls ei» furchtbarer Donner folgte. Plötzlich schleuderte Jupiter jene» zerstörenden Keil, dem leine Gewalt zu widerstehen vermag, und -^ der Miliiärgränzer sammt seinem Pferde — hörte auf zu sein. -- Der Knabe, der das Pferd führte, tan, mit einem halbuerbrannten Hut daoon um seinen Ungehörigen die traurige Nachricht von diese,» schrecklichen Vor­falle zu hinterbringen. Dies ereignete sich »uf eine,» Kreuzwege zwischen Mölllina und Draschitsch, eine halbe Stunde von Möttling entfernt. — Möge uns der Himmel vor ähnlichen Schlägen bewahren! Mi t dem Wunsche, daß ich Dir , Verehrtcste, künftig fröhlichere Begebenheiten cinbcrichten könnte, verharre ich wie immel Dein nufrichligster I. K-c. Möttling am «8. August l»42. Laib ach. Druck und Verlag des Joseph Blasnik.