Prikmmeratio*»- Preise Kür Laibach: Ganzjährig . . * fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . - 10 „ Monatlich . . — >, 70 „ Laibacher MitderPost: Ganzjährig.............IS fl. Halbjährig............. « . Likttrljährig 3 » Für Zustellung in« Hau» »lertelj. 25 fr., wonatl. 9 kr. Einzeln, Nummern 6 kr. Ü7357 TJ Nrtz«ctio«: Bahnhosgaffe Nr. 16. ErVrdttt«nS-L Juftrale«-Bureau: Longreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-mayr & ge». Bamberg.) J«sertt«n»i>retse: Für die einspaltige Petitj ä, 4 tr, bei roieterbeltej Icbaltung 4 3 kr, Anzeigen bis 5 Zeile Anonyme Mittheilungen »fiten nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet. Bei größeren Inseraten öfterer Einschaltung entsp! chender Rabatt. Für complicierten Satz besen» bert Vergütung. Dienstag, 13. Februar 1877. — Morgen: Aschermittwoch. 10 Jahrgang., Eine ministerielle Abschiedsrede. Das gesummte ungarische Ministerium hat seine Demission gegeben, der Kaiser und König Franz Josef hat dieselbe angenommen. Ministerpräsident TiSza ergriff in der am 10. d. stallgefundenen Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses das Wort, um über die Beweg» gründe des Rücktrittes Ausklärung zu geben. Herr v. Tiszo betonte, daß er stets ein Heil nur in der Errichtung der selbständigen ungarischen Bank gesehen habe, daß er aber bei seinem Amtsantritt derartige politische Verhältnisse vorgesunden, die ihn zwangen, hievon abzugehen, umsomehr als auch die Geldverhältnisse im allgemeinen ungünstige waren. Er hat sich daher unter Wahrung des Rechtes Ungarns aus eine selbständige Bank in Unterhandlungen eingelassen. Der Verlauf derselben ist be-tonnt. TiSza erklärte, alle« gethan zu haben, um einen Bruch zu vermeiden, der sowol für den Staatshaushalt als für den einzelnen Bürger von Uebel werden mußte. ES blieben jedoch die Verhandlungen trotzdem resultatlos, besonders über den Punkt wegen Zu sammensetzung des Zentrolorgones konnte eine Eini gung nicht erzielt werden. Hier begegneten wir einer Forderung, welche wir seiner Ueberzeugung nach, ohne Schmälerung des staatlichen Ungarns nicht annehmen konnten, und da keine Nachgiebigkeit zu erzielen war, wurden die Verhandlungen abgebrochen. Herr von TiSza sagt weiter: „Möglich, daß manche aus diesen Punkt weniger Gewicht legen; wir waren jeeoch der Ansicht, daß man eine Brr»! füaung, die obligatorisch ausspricht, daß, waS’immer geschehen, was immer die Aktionäre selbst verlangen mögen, die Bürger des ungarischen Staates im Sinne des Gesetzes dauernd in der Minorität sein müssen — ohne Verletzung der staatlichen Würde der Nation nicht acceptieren könne. Wir waren der Überzeugung: wenn man zu-gibt, daß in einer solchen vorn politischen Gesichts-1 puntie scheinbar geringfügigen Sache die Stellung des Staates geschädigt werde, sd bedeute dies so , viel, als Thür und Thor zu öffnen, damit die« auch in andere» Fragen verflicht werde. Unter solchen Umständen mußten wir — ob« wol ich nicht leugnen kann, daß auf diesem Wege sowol für den Staatshaushalt als für die Kreditverhältnisse der Einzelnen Uebelstände sich ergeben können — einen Versuch machen, ob es nicht möglich sei, die Realisierung der selbständigen Bank in unsere Hand zu nehme«. Ich muß wiederholt und entschieden aussprechen, daß von niemandem das diesbezügliche Recht de» Landes in Zweifel gezogen wurde. Und wenn es jemanden gegeben hätte, der e« in Zweifel zieht, so wäre derjenige, der es im Vereine mit uns vertheidigt hätte, der gesetzliche König von Ungarn gewesen. Doch die Bedenken des um das Wol seiner Staaten und Ungarns besorgten Monarchen waren so groß, daß die Behebung derselben uns — möglich wegen unserer schwachen Kraft — nicht gelang. Unter solchen Umständen haben wir e« für unsere Pflicht erachtet, unsere Demission einzureichen, die Se. Majestät a. g. anzunehmen geruhte. ES bleibt demnach nichts andere» übrig, als da« Hau» zu bitten, e» möge seine Sitzungen bis zu dir Zeit suspendieren, bis Se. Majestät hin» sichtlich der neuen Regierung verfügt hoben wird." Das neue Banlstatut. Der Entwurf des zwischen der österreichischen Regierung und der Na'tionalbank-Berwaltung zustande gekommenen, jedoch von der ungarischen Regierung nicht acceptierten neuen Bankstatuts enthält nach den vorliegenden Mittheilungen der „N. fr. Presse" folgende Bestimmungen: Das Privilegium soll der neuen österreichischungarischen Nationalbank auf zehn Jahre ertheilt werden. Dieselbe wird durch ein Zentralorgan, den Generalrath in Wien, und durch zwei Direktionen (je eine in Wien und Pest) vertreten. Der Wirkung«, kreis des Generalrathes ist folgendermaßen festgestellt : Der Generalrath vertritt die Bankgesellschaft nach außen, gerichtlich und außergerichtlich, und ist zu allen statutenmäßigen Verfügungen berechtigt, welche nicht der Generalversammlung' Vorbehalten sind. Der Generalrath leitet und überwacht die Verwaltung des Vermögens und den gestimmten Geschäftsbetrieb der Bank von Oesterreich-Ungarn. Ihm ist die Bestimmung der jedem einzelnen Geschäftszweige zuzuwendenden Geldmittel und die Festsetzung der Geschäftsbedingungen, dann die der Bank zustehende Entscheidung übet die Errichtung oder Aufhebung von Filialen, sowie die Führung des Feuilleton. Das Geheimnis des rothen Hauses. Roman von Arnold Werner. (Fortsetzung.) Pauls Kopf sank auf die Brust herab. Die fieberhafte Röthe, die sein Gesicht bedeckt hatte, war einer plötzlichen Blässe gewichen. „flu» Mitleid für mein angebeteteS Weib," murmelte er, „bestehen Sie nicht darauf, mein Geheimnis kennen zu Urnen." . Herr von Valserres blieb ober fest. Er sprach mit entschiedenem Tone: „Wenn Sie meiner Bitte hartnäckig widerstehen, so befehle ich Ihnen al» Vater, als ein Vater, dessen Pflicht es gebietet, für die Zukunft feiner Kinder zu sorgen, mir die Ursache Ihre» geheimnisvollen Kummers einzugestehen." Paul sah ihn wie verzweifelnd an. „Sie wollen es, mein Herr?" „Ich fordere es und habe das Recht dazu!" Ein schwerer Seufzer entrang sich der Brust des jungen Mannes. Eine neue Röthe, die Glut der Scham, färbte sein Antlitz, und mit entschlossenem Tone versetzte er: „So erfahren Sie den«: Ich habe Ihre Ehre mit dem Vermögen meines Onkel« gerettet und Ihre Tochter in den Stand gesetzt, in dem Glanze, an den sie von Jugend auf gewöhnt war und den sie nur schwer entbehrt haben würde, fortzuleben. Aber daß ich das that, war ein Verbrechen, denn dies Vermöge» gehört mir nicht, e« ist mir nur als Depot in die Hände gelegt worden." „Unglücklicher, was muß ich hören!" rief Herr von Valserres erschrocken. „Rein, nein, doS kann ja nicht sein." »Und doch ist es so," sagte Paul, alle seine Lebensgeister zusammenraffend. „Aber hören Sie mich erst bis zu Ende, ehe Sie mich verdammen." Und nun erzählte Paul seinem Schwiegervater olles, was der Leser schon in den früheren Kapiteln erfahre« hat, und daß cs der Uebemdimgsfunft feines Freundes Leon von Courtenay, nachdem er deren Gründe lange bekämpft, doch endlich gelungen sei, ihn dahin zu bringen, so zu handeln, wie er gehandelt habe. „Und wenn ich auch jetzt den Versuch machen wollte, mein Vergehen zu sühnen, es ist nicht möglich, da das Feuer den nachgelassenen Brief meine« Onkels zerstört hot und nur einige unzusammenhängende Worte von dessen Inhalt übrig geblieben sind. Und nun verdammen, verabscheuen Sie mich. Ich werde es geduldig ertragen." Herr von Valserres, der sich wieder gefaßt, hatte Pauls Geständnis, ohne ihn zu unterbrechen, angehört. „Unser gemeinsamer Freund Eourienay,' sagte er dann, „halte nach den klassischen Gesetzen der Welt im ganzen recht und die Mehrzahl würde ebenso urtheiten. Aber ich gehöre nicht dazu, und wie ich soeben erfahren habe, Sie auch nicht. Die Quelle Ihres Vermögens ist unrein und weder Sie noch ich sind befugt, e» zu beruhten." „Ja, ich fühle, dem ist so!" rief Paul. „Aber wa» ist zu thun? Rathen, helfen Sie mir. Sie sehen, wie ich leide." „Verschieben wir die Sache bi» auf morgen," versetzte Pauls Schwiegervater nach kurzem Nachdenken. .Dann sollen Sie meint Antwort erfahren; ober heute kein Wort zu Ihrer Gattin, ich bitte darum." Hypothekar-, Kredit« und Pfandbriefgeschäfte« nach den hiefür bestehenden besondere« Statuten vor-behalten. Der Generalrath bestimmt die allgemeinen Grundsätze und erläßt die besonderen Weisungen für die gesammte Geschäftsführung, ändert oder ergänzt diese Anordnungen nach Bedarf und überwacht und sichert deren Befolgung. Der Generalrath wählt aus seiner Mitte für die Dauer eines jeden Geschäftsjahres ein Exekutiv Comits. Der Generalrath bestellt für alle Zweige des Dienstes das erforderliche Personal. Der Wirkungskreis der Direktionen ist btt folgende: Die Direction in Wien und die Direktion in Pest bestimmen von Zeit zu Zeit, in welchem Verhältnisse die vom Generalrathe für alle österreichischen, beziehungsweise für alle ungarischen Bankplätze für da« Eskompte- und für das Darlehensgeschäft bemessenen Gesammtsummen auf die einzelnen österreichischen, beziehungsweise ungarischen vankplätze zu vertheilen find, und setzt von Zeit zu Zeit die äußerste Grenze fest, bis zu welcher der Bankkredit in jedem dieser beiden Geschäfte von ein-zelnen Firmen und Personen benützt werden kann Die Direktionen erstatten dem Generalrathe Berichte über die Benützung des Bankkredit«, stellen dies fällige Anträge und treffen in den Fällen des Artikels 64 die ihnen vorbehaltene Entscheidung. Der Generalrath besteht aus einem Gouverneur und vierzehn Generalrälhen, von denen neun Oester, reicher und fünf Ungarn sein müssen; von letzteren sollen vier ihren Sitz in Pest, einer der zugleich Mit glird des Executiv Lomitö« ist, in Wien haben. Der Generalrath wähle zwei Bize-Gouverneure, einen an« der Mitte der österreichischen und ungarischen Mitglieder, welche Vize-Gouverneure zw gleich Vorstände der beiden Direktionen find. Da« Exekutiv-Comils besteht au« vier Mitgliedern, von denen eine« ein Ungar ist, und au« zwei Ersatzmännern. An den Sitzungen de« GeneralratheS nimmt je ein österreichischer und ein ungarischer Re gierungS-Lommiffär theil. Die Direktionen in Wien und Pest bestehen aus je acht Mitgliedern, die Staatsbürger der betreffenden Staaten sein und ihr Domicil am Sitze der Direction haben müssen. Der Vorsitzende der Direktion ist der Vize-Gouverneur. Sämmtliche Funktionäre find auf drei Jahre bestellt. Dieselben werden in folgender Weise gewählt, respektive ernannt: den Gouverneur ernennt der Monarch auf Antrag der beiden Finanzminister die Generalversammlung wählt 14 Genecalräthe von diesen sind vier Ungarn und vier Oesterreich» zugleich Mitglieder der beiden Direktionen. Die anderen vier Mitglieder jeder Direktion werden vom Generalrathe ernannt. Bezüglich der von der General-Versammlung zu wählende» ungarischen Funktionäre chlägt da« erstemal die derzeitige Direktion der österreichischen Nationalbank acht bis zehn ihrer Ansicht nach geeignete Persönlichkeiten der General-Versammlung vor, die jedoch an diesen Vorschlag nicht gebunden ist. Bei künftigen Anlässen erstattet der Generalrath einen Ternavorschlag für die ungarischen Funktionäre. Diese dürfen auch au« der Reihe von Nichtactionären gewählt werden. Ein Kontroll-AuSschuß au« zwölf Mitgliedern besorgt die Revision der Rechnungen. Die Censur-Comitö« berathen"unler dem Borsitze de« Direktor« am Sitze der Direction und in den Filialen unter dem Vorsitze de« obersten Bankbeamten. Der vorsitzend: Direktor hat gegen die Beschlüsse der Lcnsur-Comilö« da« Veto-Recht; der Vorsitzende Oberbeamte n den Filialen hat diese« Veto-Rechr nur in den Fällen getheilter Stimmenabgabe der Censoren. Von de« Mitteln der Nationalbank werden der ungarischen Direction 50 Millionen Gulden als fixe Dotation zur Verfügung gestellt, wa« jedoch nicht ausschließen soll, daß im Falle vorübergehenden höheren Bedarfes zeitweilig auch über diesen Betrag hinausgehende Geldmittel Ungarn zur Verfügung gestellt werden sollen Der Text der Noten ist zweisprachig. Die Nationalbank korrespondiert mit den ungarischen Behörden in ungarischer Sprache. Die Sitzung«. Protokolle der Direction in Pest werden gleichfalls zweisprachig geführt. Bis zum Jahre 1879 werden in Ungarn sieben neue Filialen errichtet, davon drei oder vier noch im Laufe de« Jahres 1878. Die Bed eckun gsvorfchriften für die Noten der Nationalbant bleiben unverändert. Bezüglich der Frage der A ch t z i g - M i l l i o n e n. Schuld wird nach getroffener Vereinba.ung zwischen Oesterreich und Ungarn über die Antheilopflicht Ungarn» mit der Nationalbank eine gesonderte Vereinbarung über die Tilgung dieser Schuld ge-troffen werden.__________________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 13. Februar. J«la»d. Das ungarische Ministerium begründete sein Demifsionögesuch damit, daß ein Ausgleich auf Basis der ungarischen Forderungen sich unmöglich gezeigt und daß somit, nachdem auch die ungarische Regierung dir Ermächtigung zur Ein-bringung eines Gesetze« bezüglich einer selbständigen ungarischen Bank nicht erhielt, sie sich außer Stande sehe, die Geschäfte weiter fortzuführen. Die ungarischen Minister haben aber auch im Laufe der Unter- handlungen die Ueberzeugung gewonnen, daß der Monarch selbst der Absperrung der Zollgrenze seine Zustimmung verweigern würde, daß also dem Kabinette TiSza jede Möglichkeit benommen sei, sein Programm durchzuführen oder in irgend einer Beziehung die Interessen des Landes fördern zu können. So sah sich da« Kabinett TiSza nach jeglicher Richtung hin in seinen Bestrebungen gehemmt, und e« blieb ihm naturgemäß, nachdem e« sich im Gegensatz zum Monarchen befand, kein anderer Ausweg als die Demission. Die Nachricht eines offiziösen Wiener Blatte», Sennyey sei mit der Kabinettsbildung betraut. ist, nach Meldung der „N. fr. Presse", total unrichtig. Die Verhandlungen mit Sennyey find au« verschiedenen Gründen resultatlos; letzterer kehrt nach Pest zurück. In konservativen Kreisen erzählt man, Sennyey habe vorgeschlagen, die 81 u« g (ei ch «Verhandlungen auf völlig neuer Bast« aufzunehmen» weiter« die Reform der innern Verwaltung auf neuen Grundlage«, eine fistrmatische Eisenbahn-Politik und dergleichen »»zubahnen. Die Nachricht des „Hon," wonach Sennyey eine Reduction der Honved-Armee begehrt, ist gleichfalls unrichtig. Die Honvedfrage ist ganz unberührt geblieben. Angesichts der Stimmung der Wiener politischen Kreise, soweit sie in der Publizistik zum Ausdrucke gekommen, hält man neuerdings ein Kabinett TiSza für wahrscheinlich. Uebrigen« herrscht vollständige Ungewißheit, selbst über die wahrscheinliche Gestaltung der Verhältnisse. „Ellenör" beschäftigt sich sehr eifrig mit der Ausgleichsfrage, er sagt: «Wenn dieser Ausgleich wirklich auf Befehl „zustande kommen muß" mit unserer Erniedrigung, dann wird e« gut sein, ein anderes Mittel unserer Entwürdigung au«-zudenken. Wir find überzeugt, daß mit dem Kabinett die zurücktr-tende liberale Partei ein ruhiger und nicht böswilliger Beobachter welchen parlamentarischen Experiment« immer bleiben werde; wir find überzeugt, daß eine anständige Regierung von dieser Seite keine factiöse Opposition erfahren werde; ebenso bestimmt jedoch behaupten wir, daß die Grenze, an welcher da« Kabinett TiSza gefallen ist, von der Partei niemandem zu Gefallen überschritten werden wird. Wahrhaftig, die österreichischen Freunde werden erfahren, daß e« einen größer« Herrn gibt al« da« Muß, nämlich die Unmöglichkeit." Da« ungarische Amtsblatt publiziert die Vereinigung derOberinspection für Eisenbahnen und Dampfschiffahrt und der Oberinspection. für Eisenbahnbau in eine königlich ungarische Oberinspection für Eisenbahn- und Dampfschiffahrt. A»»la«d. Da» „Journal de«D6batS" äußert sich über die Haltung Oesterreichs in der Und der Banquier blickte nach den Fester« der Billa, an welchen die junge Baronin, ihr Kind auf dem Arme, lächelnd erschien und den Männern im Garten in der lieblichsten Weise einen Gruß zu-winkte. Am nächsten Tage, nach Beendigung de« Früh-stück«, während Pauline ihren lieblichen Knaben auf dem Schöße tanzen ließ, begaben Herr von Valferre« >«d Paul sich in den Garten. Ersterer führte ihn «ach einem ziemlich weit zurück gelegene« Pavillon, »o beide sich niederließen. »Ich habe seit gestern reiflich über die von un« besprochene Sache nachgedacht," begann er, „und eine« Theil diese« Morgen« damit zugebracht, zu versuchen, die übrig gebliebene« Worte au» dem Briefe Ihre» Onkel« zu entziffern, und bin zu der festen Ueberzeugung gekommen, daß wir kein Recht haben, auch nur einen Sou« von der Hinterlaffen schaft Ihre« Onkel« für un» zu verwenden.' Paul antwortete nicht. Eine Thräne glänzte in seinem Auge. Seine Gedanken beschäftigten fich mit Pauline, feinem Kinde. Heute reich, würde« beide morgen der Armuth verfallen fein. Herr von Balferre» fuhr fort: „Also die« Vermögen, von dem Sie in den verflossene« achtzehn Monaten bereit« eine Million verausgabt haben, muß vervollständigt werden. Sie ijaben mir meine Ehre mit achthunderttausend Franken gerettet. Aber diese Summe ist nicht verloren, da ich meine Besitzungen in Trocadsro noch nicht verkauft habe. Bor ungefähr zwei Jahren waren fie weniger werthvoll al« heute. Werden fie jetzt verkauft, so wird der Erlö« daraus die Summe übersteige«, die Sie mir geliehen. So können wir die« an der Erbschaft Fehlende wieder ergänzen. Aber unsere Zukunft ist deshalb doch nicht ganz hoffnungslos. Nachdem ich liquidiert, sind mir noch verschiedet» alte und nicht beträchtliche Forderungen eingegangen. Diese Villa ist noch unser Eigeuthum, und wen« Pauline ihre Diamanten verkauft, so werden un« ungefähr zehntausend Franken Rente jährlich bleiben. Ich kenne meine Tochter, obgleich an ein glänzende« Leben gewöhnt, besitzt fie doch Opfermuth genug, wenn e« fich darum handelt, die Gebote der Pflicht zu erfüllen, und die Entsagung de« Wolleben« wird ihr keine Thräne kosten. Außerdem sind unsere Aussichten in die Zukunft nicht so schlecht, wie c« augenblicklich den Anschein hat. Ihr Barontitrl eröffnet Ihnen verschiede« gute Earriöre«. Wir besitzen einflußreiche Verbindungen. Es wird nicht schwer sein, für Sie eine Stelle bei irgend einer Gesandtschaft und für mich ein Konsulat in einem Handelshafen zu erlangen. Also Muth, mein Sohn, Mulh! Noch brauchen sie nicht zu verzweifeln." Paul warf fich in die Arme feines Schwieger-vaters. „O, daß ich Ihnen mein Herz nicht schon rüher eröffnet habe!" rief er mit glänzenden Blicken. „Uebrigen»," fuhr der Banquier fort, „möge die ganze Sache der Welt vorderhand ein Geheimnis bleiben. Nur Herr von Lourtenay weiß davon, aber er ist ein Ehrenmann und wird schweigen. Hören Sie, wa« jetzt zu thun: Wir brauchen ungefähr zwei bi« drei Monate, um meine Besitzungen in TrocadSro zu verkaufen. Ich werde meinem Notar dazu die Vollmacht geben, und während dieser Zeit bereiten wir un« auf die Veränderung unserer Lebenslage vor. E« wird fich wol ein höflicher Arzt finden taffen, der Ihrer Gattin einen Winteraufent-halt in Italien vorschreibt. Mit zehntausend Franken ist man dort beinahe reich. Wir reisen bald dahin ab» und Pari«, welche« diese Abreise ganz natürlich finden wird, wird un« in einigen Monaten vergesse« haben. Nach zwei Jahren werden diejenigen unserer orientalischen Frager „Wa- Oesterreich anbelangt, so überrascht uns seine Haltung nicht, wir können ihr nur zustimmen. Jene, welche dem Lord Salisburygrsagl haben, daß die österreichischen und die englischen Interessen im Oriente dieselben sind und daß eine Verschiebung der Verhältnisse deS oltomanischen Reiches, sei es unter der Form der Er-richtung von tributären Staaten oder unter der Form einer fremden Occupation einiger Provinzen, in Wien auf großen Widerstand stoßen würde, haben die Rolle, welche Oesterreich zukommt, voll-ständig verstanden. Nur durch seine konservative Politik wird Oesterreich feinen legitimen Einfluß in Europa wachsen sehen; e» würde sich zugrunde richten, wenn es sich jenen revolutionären und erobernden Unternehmungen anschließen würde, welche demselben währen» der letzlen Jahre so verhängnisvoll waren." Die serbische Regierung ließ dem Vertreter der Hohen Pforte die Erklärung zukommen, daß jwar der fürstlichen Regierung ein dauernder Friede ebenso am Herzen liege wie der Pforte, doch wünsche Serbien, daß die Pforte in eitiem besonderen Punkte ihre GrenzregulierungS-Vorschläge stipuliere, denn in der Regulierung sei vor allem eine gesunde Bast« für den dauernden Frieden zu erblicken. Die meisten der Präliminarbedingungen würde dir Landesregierung ohne Anstreben der Pforte im Wege der Gesetzgebung regeln. Gegen die Anwesenheit eines türkischen Konsul« wird nichts eingewendet. Die serbische Re-gierung erwartet, daß die Pforte den obigen Wünschen entsprechende Ergänzungen zu den Präliminarvorschlägen machen und sobald als möglich ihre Antwort rrtheilen werde. Der „ToloS" erörtert die Klagen der deutschen Presie über die deutschfeindliche Stimmung der russischen Organe und sagt: „Die innigste Freundschaft, die wir mehr und mehr zwischen beiden Mächten sich befestigen zu sehen wünschen, ist kein Hindernis für die Selbständigkeit und Freiheit der internationalen Action, welche Deutschland für sich beansprucht und welche wir auch für unser Vaterland wünschen." Der russische „Regierungsanzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, wodurch die seit 50 Jahren bestehenden und durch Kaiser Nikolaus gegründeten akademischen Marinekurse fortan Nikola-jeff'fche Marine.Akademie benannt werden. Zur Tagesgejchichte. — Pariser Weltausstellung. Der Abgeordnete D u m b a wird in der morgigen Debatte über die Bewilligung des Kredites für die Beschickung der Pariser Weltausstellung den Vermittlungsantrag stellen, einen Kredit von 400,000 st. in das Budget einzustellen. Gleichzeitig wird der genannte Abgeordnete erklären, daß die weitere für die Ausstellungskosten erforderliche Summe im Betrage Freunde, welche an unserm Park vorübergehen, sich kaum noch erinnern, daß derselbe unser Haus ein ge-schlossen, und nicht fragen, ob es verkauft ist." «Sie sprechen goldene Worte, mein Vater!" sagte der junge Mann bewegt. „Aber Sie vergessen einte.« »Und was, mein Sohn?" fragte der ©anquier. •Wie gelangen wir auf die Spur des Erben, dem das Vermögen meines Onkel» gehört?» „Dte nicht verbrannten Worte werden uns leiten," versetzte der »anquier ruhig. „Vor allem müssen wir uns aber an irgend einen jener Agenten wenden, deren Geschäft eS ist, unbekannte Erben und Erbschaften zu entdecken." „Der Himmel stehe uns in diesem Vorhaben bei," sagte Paul. „Aber die arme Pauline, glauben 6ie wirklich, daß Sie den Muth besitzt, dem zu entsagen, was ihr Jugendlebe« im Schimmer wechselnder Freuden erscheinen ließ?" Zum Erstaunen der Sprechenden stand dir genannte junge Dame plötzlich vor ihnen. Da» «i»d ruhtr an ihrer Brust. (Fortsetzung folgt.) von 200,000 fl. im Wege der Privatfubscription aufgebracht werden solle. — Die Studenten-Deputation ist auS Konstantinopel nach Budapest zurückgekehrt. Der Empfang war ein demonstrativer, Taufende waren auf den Beinen, die Strgßen zur Kettenbrücke waren förmlich belagert. In der harrenden Menge waren hauptsächlich die arbeitenden Klassen und Kinder vertreten. Der Zug war ziemlich ärmlich. Da« Banderium bestand zumeist aus Bauern-. Reitern a»s den Vorstädten, im ganzen vierzig, dann ungefähr fünfzig Wagen und halbleertu' Omnibussen und einigen hundert Fußgängern. Am Bahnhof wurde eine Begrüßungsrede gehalten. Alexius Wo8 zdu, welcher namens beider Hochschulen und des BÜrger-LomiitS die Heimkehrenden zu begrüßen halte, sagte, er müsse die Deputation namens der Jugend der Hauptstadt und der Nation begrüßen und ihr den Dank anssprechen, daß sie den Muth gehabt, dasjenige auszusprechen, was jeder magyarische Jüngling insgeheim gefühlt und gedacht, nämlich tie Sim patte für die türkische Nation. Die Deputation ist aus-gezogen als Mandatar der beiden Hochschulen Pests, dagegen zurückgekehrt als Wortführer der gesummten ungarischen Nation, das beweise der enthusiastische Empfang allerorts in Ungarn und ebenso die Aeußeruugen des Parlaments und in der Presse. Die Zeit sei vorüber, wo der Machlspruch der Potentsten und der Konferenztisch der Diplomaten allein Allianzen zwischen den Völkern schaffen konnten. Die gegenseitige Liebe und Achtung seien der Völker mächtigstes Bindeglied. Die Deputation habe den alten Fehler, den Hader der Magyaren mit den Türken gesühnt und das feit 1849 angetnüpste greundschastsband für alle Zeiten besiegelt. Darin liege die Bedeutung der Deputation, deshalb verdiene sie den Dank der ungarischen Nation und deshalb begrüßt sie sreudebewegten Herzen« die Heimkehrenden in der Landeshauptstadt. — FaschingS-Lhronik. Im Kurorte Meran feiert Prinz Karneval Triumfe. Nach Bericht des „Innsbrucker Tagblatt" brachte die erste Februarwoche folgende Tagesordnung: Am 1. d. Tanzkränzchen der Gesellschaft „Fidelio;* am 3. d. Kasino-Tanzkränzchen im Kurhause mit vorhergehendem, stark besuchten Dilettantin-Konzert von Kurgästen; gleichzeitig mit diesem hielt die Gesellschaft .Allegro" im „ bach) hat für Donnerstag den 19. d. M. eine Versammlung ausgeschrieben. Die interessante Tagesordnung dürste die Vereinsmitglieder bestimmen, recht zahlreich im Klndzimmer der Kasino-Restauration zu erscheinen. — (Unfett Volksküche.) Die Liste der Mitglieder des hier zu gründenden VolkSküchen-Bereins enthält bereits eine ansehnliche Reihe von Namen, die Einzeich» nungen in die Einschreibebogen erfolgen in lebhafter Weise. DaS Institut der Volksküche erfreut sich überall, in erster Linie in Damenkreisen, theilnahmSvoller Simpatien; in den verschiedenen Städten, in welchen dieses humane Institut bereits Wurzel gefaßt, stehen Damen an der Spitze desselben. Die geschäftige Hand der praktischen HauSfrau, das leitende Auge der besorgten Frauenwelt überwacht die gefammte Thätigkeit des in der Volksküche beschäftigten DienstperfonaleS, die auf höherer GesellfchaftSstufe stehenden Damen nehmen dieses Institut ganz besonders in ihre Protection; sie wirken in allen Bevölkerungskreisen dahin, daß der Volksküche die erforderlichen Mittel zur Existenz, thrilS in Geld, theilS in Naturalien, zufließen. In Vertretung dieses gemeinnützigen Institute» laden wir die Damenwelt LaibachS ein, diesem Vereine alS „Gchu^damen," denen die Leitung deS Institutes obliegen soll, b eitreten »nd ihre Willensmeinung dem Herrn Stadlkasster H«ngthaler bekanntgeben zu wollen. — (Optische- Institut in k.aibach.) In einer von mehreren Honoratioren gefertigten und uns heute zugekommenen Korrespondenz wir» der Befriedigung Ausdruck gegeben über die Etablierung eines optischen Institutes in Laibach. Dasselbe entspricht, wie die erwähnte Korrespondenz betont, allen Anforderungen, die an ein solches gestellt werden können. Nach der uu» vorliegenden Korrespondenz besitzt Herr Maximilian Rexing « r gediegene okulistische Kenntnisse, die er bei AuSwahl und Anpassung der Augengläser mit anerkennungswürdiger Sorgfalt an den Tag legt. DaS Rüge der Glasbedürftigen wirk' durch alle erdenklichen Proben geprüft, und erst nach erfolgter Messung des Sehorganes trifft Herr Rexinger mit Sicherheit das passende Nummero, dabei auf die individuelle Beschäftigung des Brillenbedürftigen entsprechende Rückst»! nehmend. Besonders gesucht werden die bisher noch unbekannt gewesenen Bergkrystallbrillen. Ueberhaupt sind alle in diesem Institute zur AuSwahl aufliegenden Gegenstände technisch vollkommen ausgeführt, namentlich Operngläser. Dieses Etablissement erfreut sich auch vonfeite der Provinzbewohner KrainS lebhafter Beachtung. — (Wünsche und Beschwerden.) Ungeachtet dieser Uebelstand zu wiederholtenmalen in unserem Blatte gerügt wurde, ist die in der Lattermannsallee promenierende Bewohnerschaft LaibachS noch fort da» Objekt, welches von Bettlern der verschiedensten Altersklassen in allen Tagesstunden bombardiert, angebettelt und angejammert wird. Die Lattermannsallee ist der schönste BergnügungSort Lai. bachS, die in derselben angebrachten Sitzbänke sollen dem Publikum und nicht den mit der Jagd auf gewisse viel-füßige Thierchen beschäftigten Bettlern von Profefston als Raststelle dienen. Nachdem dieses vergnügungSterrain im Rayon der Gemeinde Schischka liegt, so richten wir in Vertretung der Laibacher Einwohnerschaft folgende Interpellation an den Gemeindevorsteher in Schischka: Ist die Gemeinde Schischka bereit, in dem ihrer Kompetenz unterstehenden Rayon, wozu auch die Lattermannsallee gehört, eine Sicher-heitswache auszustellen, um dem Uebelstande des Bettel-Unwesens ein Ende zu machen? — vielleicht findet diese Interpellation auch in den Angen der BezirkShauptwann-schaft Laibach-Umgebung entsprechende Beachtung. — (Attentat.) Schon im verlaufe der vorigen Woche verbreitete sich in hiesigen BevülkerungSkreisen dal Gerücht, es hätte« in der Nähe von Kroiuburg einige Burschen an einem jungen Priester ein scheußliches Attentat aus» geführt. Gestern wurde diesem Gerüchte der Beisatz angefügt, daß zur Verhütung eines Skandals und zur Vermeidung alles Aufsehens der angeblich körperlich schwer beschädigte Priester nicht in das hiesige Zivilspital, sondern infolge Einschreitens des bischöst. Ordinariates in ein Krankenhaus nach Graz oder Triest transportiert werde. — (FaschingS-Ehronik.) Auch im freundlichen Wippach, im krainifchen Meran, nahm Prinz Larneval die Huldigung der tanzlustigen Bevölkerung entgegen. DaS am 10. d. M. vom dortigen Vereine „Bralno diuStoo" arrangierte Tanzkränzchen fiel glänzend auS, der Besuch dieses BergnüguugSadendS war ein sehr zahlreicher. Leider hielt sich die dortige Veamtenwelt von diesem Tanzfeste ferne. Ein nicht geringer Theil derselben begeistert sich angeblich für die dortige Ätaluica, in welcher für nationalklerikale Tendenzen eifrige Propaganda gemacht wird, welcher Uebelstand die Annehmlichkeiten Wippach» wesentlich stört und einer wünschenSwerthen Annäherung der Gesellschaft hindernd in den Weg tritt. — Bei der gestern im großen Speisesalon des Hotels .zur Stadt Wien* in Szene gesetzten „Hausunterhaltung* ging eS recht lustig zu, man tanzte bis in die sechste Morgenstunde. — (Wolfsjagd.) Am 31. v. M. wurde in den Waldungen zu Dvbrava nächst Rann ein Wolf anfgefpürt, die Nimrode RannS ergriffen die tüdtende Waffe und nehmen bereits energischen Anlauf auf den ungernfenrn Gast. Der schlaue Wolf erkannte seinen Mann, er durchbrach die zwischen zwei Schützen offene Gaffe, rief denselben boshaft die Worte: „Treff » toutl“ zu, übersetzte die Save und verlängerte so infolge der Fehlschüsse die Dauer seines Reise» paffe«. — (Die „Lai'b acher Schul»eitn ng") bringt in ihrer heurigen Kitten Nummer daS dritte geogra-fische »ild av.6 Ärain unter dem Stichworte: „Ein Besuch auf den Aavornik." «n zweiter Stelle lesen wir die „Eisenba bnvorschristen für die Schule," beziehungsweise die Paragrase 95 bis einschließig 100 der Lisenbahn-BetriebSordnung vom 16. November 1851. An dritter Stelle finden wir „Beifügungen, betreffend Lehr-bücher und Lehrmittel." Diesen folgt eine «unt-schau aus Trie Schulgebiet« in Steiermark, Niederösterreich, Ätoazttn, ÄSeutschland, Italien und England. Bon den sich anschließend«!! L o k a l n a ch r i ch t e n zitieren wir folgende: 1. In der am 3. d. M. staltgefundenen Sitzung des San» deSauSschvsies wurde eine Zufchrifl der t. (. Landesregierung zur Kenntnis genommen, wornach Las Ministerium für KuliuS und Unterricht mit Erlaß vom 4. Jänner d. I., Q. 17,084, mit Rücksicht aus einen Beschluß des krainischen LandeSansschuffeS von 1876 die Bewilligung ertheilte, daß jene BolkSfchullehrer, welche bereits durch 15 Jahre das Lehramt in zufriedenstellender Weife ausüben, ohne ein Lehrbefähigungszeugnis im Sehramte definitiv angestellt werde» können, wen« sie sich zufolge der früheren Bestimmungen daS zur Anstellung als Hilfslehrer oder Unterlehrer erforderliche Zeugnis erworben haben. 2. Am 25. v. M. fand in RudolfsweUh die feierliche Ucbergobe des goldenen Ver-dienstkrcuzes an den tüchtigen Schulmann P. Sigmund Ieray statt. 3. Die statistische Mittheilung, daß in Kcain unter 1000 Rekruten blos 106 schreiben körnten, ein unbestreitbarer Beweis, wie fleißig die alte Schule im Wein garten des Herrn wirkte und welche Schäden die neue Schule gut zu machen hat. 4. Di# neue Wandkarte von K r a i n wird demnächst ausgegeben werden. 5. Der nächste Berelnsabend findet Mittwoch den 14. d. M. statt. Diesen Nachrichten reihen sich Original-Korrespoii-d e n z r n aus dem Schulbezirke Umgebung Laibach und aus Oberkrain, eine Bücherschau, mannigfaltige Nachrichten, eine Revue über erledigte Lehrstellen in Krain und Danksagungen für Schulpfennig-Spenden an. — Die Original-Korrespondenz aus Äraiitburg konstatiert, daß ein Theil der Lehrerschaft im dortigen Bezirke für die neue Sch nie und ihre segensreichen Wirkungen sich durchaus nicht begeistern will, noch immer der Mentalen schul feindlichen Clique angehört und Rückschritte anstatt Fortschritte auf dem Schulgebiete zu registrieren hat; namentlich f«H die dortige Bezirkslehrerbibliothek unbeachtet und »»benützt im Schranke stehen und es sollen nur kroatische oder serbische Werke und Schriften gelefen werden. Diese Wahrnehmungen find in der That beklagenswert!}. Der Bol^bübner sollte doch endlich zur Einsicht komme», daß die neue moderne Schule vorwärts schreiten muß und mit klerikalen Tendenzen eine Verbrüderung nicht eingehen kann. Die Apostel der ntutn Schule müssen 'die Devise „Ausklärung" und nicht jene der Volksverdummung auf ihren Fahrt?» tragen. Wann endlich wird das Licht des Geistes in den Köpfen der Schulfeinde leuchten? — (Zur Ä a t a fl t ef e in Steinbrück.) Am 15. d. findet, wie die „Lill. Ztg." meldet, in Steinbrück der Durchstich des von den Pionnieren zwischen dem Schutt-legel und dem linken Sannufer neu angelegten Flußbettes statt. Der Wasserstand der Sann ist nämlich noch immer beträchtlich höher, als das normale Niveau des Flusses war, und wäre bet eintretenden Hochwäflern stets eine bedeutende Jnundation des nahegelegenen Terrains, insbesondere auch . er Oelsabrlk zu befürchten. Diesem Uedelstande soll nun tut* den Durchstich abgeholfen werden; das Wasser wird liier Über eine »rt Wehre hinabstürzen und durch die Gewalt desselben wird sich die Flußsohle allotälig ausgleichen, indem die aus dem Grunde liegenden Erd- und Gesteins« mengen hinweggeschwemmt werden. , —(Zur Adrutschnng des A n tt a b e rg es.) Die Vorkehrungen, welche sich bei der enormen Bbrutschung als nothwenbig erwiesen haben, werden nach Bericht der „Lill. Ztg." von den beteiligten Faktoren mit gewohnter Raschheit und Energie eingeleitet. Die Grazer Statthalterei hat zwar nicht für nöthig erachtet, sofort den für die Inangriffnahme der Schutzarbeiten am Annaberge erforderlichen Geldbetrag anzuweise», sie hat aber erklärt, daß der noth-wendige Fonds auf dem gewiß sicheren und namentlich raschen Wege der Konkurrenz von den betheiligten Grundbesitzern eingehoben werden könne. Außerdem aber soll auch ein Sachverständiger, der in Gemeinschaft mit dem Ober-barrrathe Hochenburger am 2. d. bas Rntschterrain am Annaberge besichtigt hat, sein Gutachten dahin abgegeben haben, daß man die in den gefährdeten Gebäuden wohnenden Parteien delogieren, wegen der bedeutenden Kosten aber, welche Schutzmaßnahmen erheischen würden, der Rutschung ihren ruhigen «erlauf nehmen lassen möge. Aber a>»ch der steiermärkische Landeeansschuß hat schon Stellung zu der am Ännabcrgt drohenden Katastrose genommen. Vorgestern nachmittags fand wieder eine koinmiffionetle Besichtigung des Rutfchterrains statt, an welcher sich ein von der Land» fchast abgefanbter Ingenieur beteiligte. — (Flüchtiger Dieb.) In der Nacht zum 19. v. M. wurde, wie der „Eillter Ztg.." berichtet wird, aus einem versperrten Wohnzimmer des dem Georg «olenz ans Rann gehörigen WinzergebäudeS in B i r k d o r s, Gemeinde Wisell, eine größere Menge von Effelten und Kleidungsstücken im Gesammtwerthe von 26 fl. 90 tr. entwendet. Dieses Diebstahls dringend verdächtig erscheint der seit längerem unter Polizeiaufsicht gestellte Jakob Gregl aus Obersuschiz, welcher eigenmächtig die Gemeinde Wisell, als den ihm angewiesenen Aufenthaltsort, verlassen hat und flüchtig wurde. Derselbe ist 51 Jahre alt, groß, stark, hat längliches Besicht, braune Haare, blaue Auge», gute Zähne und trug früher einen schwärzlichen Schnurrbart, welchen er sich aber letzterer Zeit abrafteren ließ. — (Vvltsschulwesen in Steiermark.) Am Schluffe des Jahres 1876 zählte diese nachbarliche Provinz 352 Oberlehrer, 721 Lehrer und 5 2 Unterlehrer, zusammen 1575 Lehrkräfte, welche einen Geldaufwand von 955,200 fl. in Anspruch nahmen. — (Landschaftliches Theater.) Auch die gestrige vierte Wiederholung ter großen komischen «usstat-tungsoper „Fatinitza" vollzog sich vor gut besuchtem Hause. Die nächste Umgebung, auch der Bezirk Lack, waren int Zuscharierraume zahlreich vertreten. — Im Interesse der auswärtigen Theaterfreunde theilen wir mit, daß die Oper „Fatinitza" auch am Freitag den 16. d.M. zur Aufführung gelangt. — Es steht ein längeres Gastspiel des hier noch im besten Andenken stehenden russischen HosschauspielerS Herrn 8 e f s e r auf unserer Bühne in Aussicht. Das erste «»s-treten des werthen Gastes dürste schon diesen Samstag stattfinden. — Donnerstag den 15. d. M. geht zum Bortheile der in tragischen und weiblichen Heldenrollen bewanderten Schauspielerin Frl. Pischek Schillers „Die Jungfrau von Orleans" über die Bretter. Vielleicht äußert sich die eingetretene Fastenzeit im Interesse des klassischen Schauspieles günstiger, als die Zeit des abgelaufenen Larnevals. Frl. Pischek wird die Titelrolle, eine ihrer Glanzpartien, mit welcher die Benefiziantin auf der Troppauer Bühne große Erfolge erzielte, spielen.__________________________ Witterung. Laibach, 13. Februar Morgens und vormittags trübe, nachmittag« einzelne Sonnenblicke, mäßiger SW. Wärme: morgens 7 Uhr + 7 4«, nachmittags 2 Uhr + 10 5° C. (1876 — 8 0«; 1875 — 2 6° C.) Barometer im Fallen, 728'38 mm. Das gestrige Tagesmtttel der Wärme + 7 2°, um 7 6" über dem Normale.___________________________________________ Verstorbene. Den 12. Februar. Johann ftamnifar, Zündhölzcherr-Fabriksarbeiterskind, 2 Morr., Polarrastraße Nr. 60, Lon-vulsionen. K. k. G a r ir i f o n s f p i t a l. Den 4. Februar. Max Seewald, Acceffist der hiesigen Garnifonsapotd'ke, 24 I., Lungentuberkulose. Theater. Hmle: Um 4 Uhr nachmittags: Die verhängnisvolle Fasching« it acht. Poss-: mit Gesang tn 3 Anflügen von Johann Nestrvy. — Aveud» 8 Uhr: Zweiter und letzter Maskenball unter dem Titel: Laibach, roie e 8 tanzt und lacht. Gedenktafel Über die am 16. Februar 187 7 stattfindenden Mutationen. 2. Feilt., Kerun'sche Real., Oberkoschana, BG. AdelS-berg. — 2. Feilb., Sadn'sche Real., Derskonze, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Bratovs'sche Real., Podgritsch, BG. Wippach. — 3. Feilb., Mnc'sche Real, Sleindorf, BG. Möttling. — — 1. Feilb , Paniau'fche Real, Eudnoselo, BG. Tfchernembl. — 1. Feilb., Smreker'fche Real., Rozanec, BG. Tschernembl. — 1. Feilb, Eadoniö'fche Real., Sille, BG. Tfchernembl. — 1. Feilb., Rade'sär Real., Mitterradenze, BG. Lscher» nembl. — 1. Feilb., Magaj'fche Real,, Tfchernembl, BE. Tfchernembl. — 1. Feilb, Pretelii'sche Real., Unterrabenze, BG. Tfchernembl. — 1 Feilb, Medos'fche Real., Drenovec, BD. Tfchernembl. — 3. Feilb., Jurgalii'sche Real., Grüble, BA. Lanbstraß. — Einzige Feilb., Pavlisii'fche Real., Brezje, BG. Tfchernembl. — 3. Feilb, Valetiiti'sche 9teal.r Dornegg, BG. Feistriz — 3. Feilb., Kostelc'sche Real., Ker-maiina, BG. Möttling. — 3. Feilb., Kovaiii'sche Real., Smerje, BG. Feistriz. - 3. Feilb., Radmelii'sche Real., Pob-klanz. BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Zidar'sche Real., Kerschdors, BG. «ladmaniisdorf. — 2. Feilb., Novak'sche Real., Bätsch, BW. Feistriz. — 2. Feilb., Zigmann'sche Real., Kal, BG. AdelSberg. - 2 Feilb, Vidigoj'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. — 2. Feilb.. Zitidersii'schk Real., Feistriz, BG. Feistriz. Telegramm. Pest, 12. Februar. Die Hem» Bitlv, Ghyczy, Szlavy und Tisza wurden eingelade», fich heute beim Kaiser einzufinden, um bezüglich der weiter einzuvernehmenden Persönlichkeiten Vorschläge zu erstatten. Cin Praktikant in einer Gemischtwarenhandlung aus diesigem Platze wird sogleich ausgenommen. Näheres in Müllers Annoncen-Bureau. (67) mmmmmmamammaamammmmmmmmm Gicht- L Rheumatismus, deren Lähmungen und andere innerliche und ilusserliche seither fllr unheilbar gehaltene Krankheiten. Leidenden jeden Grades, denen schon längst nicht mehr in den Sinn gekommen ist, noch dieses oder jenes für ihr Le den zu gebrauchen und die kostbare Gesundheit wieder zu erlangen, ist dennoch eine Hoffnung geblieben, sich von ihrem jahrelangen Elend befreien zu können, mögen die Leiden innerliche oder äusser-ilche, mögen nur einzelne oder alle Körperthelle afficlert sein. Dem Darsteller der Moesslnger-SChen Mittel hat es unsägliche Mühe gekostet, bis es ihm gelungen ist, durch seine neue Heilmethode: Ablagerungen (Verknorpelungen) in verhärtetem Zustande wieder zu erweichen und zum Vertheilcn zu bringen, wodurch allein das Gelenk, resp. die Sehne wieder- in die frühere Lage greifen kann und die Circulation des Blutes wiederhergestellt wird, ferner jene leidenden Theile, welche vorher gekrümmt waren oder infolge der Schmerzen nicht bewegt werden konnten, sowie die leidenden Theile, welche bereits gefühllos geworden waren, wieder zu beleben und zu kräftigen. Die hartnäckigste und langjährigste Kopfgicht wird gelindert in einer Minute und geheilt binnen 8 Tagen. ’’ Man verwechsele diese Mittel nicht mit jenen Zufallsgemischen betrügerischer Kurpfuscherei, die schon rnauilhem uij Augen geöffnet. Der beste Beweis, dass meine Mittel im hoffnungslosesten Zustande noch heilen, ist, dass jedes den Erfolg schon den zweiten Tag verspürt und zwar einerlei, ob es eine schwächere oder stärkere Natur ist. Die Mittel können vom Greise wie vom Kinde gebraucht werden, ferner wird derjenige, welcher seinem Berufe noch nachgehen kann, durch die Kur nicht gestört, mögen nun die Leiden durch Erkältung, Fallen, feuchte Wohnung, verdorbenen Magen, durch Ueberanstrengung der Nerven u. s. w. entstanden sein Ich brauche nicht zu wissen, ob die gewöhnlichen Kuren, wie Schwitzen, Leberthran, Petroleum, Baden, Warmhalten oder sonstige Quacksalbereien, schon angewandt sind, nur bitte ich, kurz das Leiden und sein Stadium zu beschreiben. Bitte um genaue Wohnungsangabe. (33) 3—3 ü. G. Moessinger in Frankfurt a. M. Fracht- und Cilptbriffc mit Bahnstempel stets vorräthig bei I. v. itlcinmnyr & F. Hamberg in Laibach. Druck von Jg. v. Kleinmayr & Ked. Stia rn beig. Verleger: Ottomar Bamberg. Für Cie ÜHcdaction verantwortlich: Frarn Müller