^'^-^^^ Montag, 4. März 1889. 108. Jahrgang. Macher Zeitung. "lOl'e : „ealbache, ^« bl< 1> Nhl vormiltllg«.— llnsranN«l:e>Ni>l<' ««brn nicht «»genommen ilnb Vinnu<«ipte nichtznlückgtst«U!. ^ Umtlicher Weil. «lllerhijHs/ 3'd l' Apostolische Majestät haben laut Ue'bante „ ^«dschreibens vom 24. Februar l. I. dem Tr.h'""d Professor an der Wi.ner Universität >e .weit'^'«'^°fer d"' Orden der eisernen d'O zu w! ^ ^ mit Nachsicht der Taxe allergnä-° ""leiyen geruht. ^MMr^!'^^^^^^ Testat haben mit ^diast . Mleßung vom ^.Februar d.I. aller-M« h^:^" Watten geruht, dass dem Statthalterei-^"llolnn ^"""" '" G"z Gustav Ritter von ^rucksiHt,« °,°"lässlich bcr von ihm aus Gesund-^yestand >, "betenen Uebernahme in den dauernden ?'t seiner ^i l'x; ^"^ der Allerhöchsten Zufriedenheit "^ung bekam l^" ^""^" "'^ vorzüglichen Dienst» U"Wt'er E^ Majestät haben mit ^'"'sterial K '^'^"«« v°m 2-i. Februar d. I. dem ^^nc"nt m""" des Ministeriums des Iunern ^H-Ord»nii «"^d das Ritterkreuz des Franz-^^!^allergnädigst m verleihen geruht. MchtanMcher Weil. ^ Die Budget-Debatte. ^ktenhH^^'batte gestaltet sich in unserem Ab- ^itio^ '>e "ach österreichischer Gewohnheit und Miedensten?°'Ng zu einer Erörterung über die > ökoz" "c^^n des Staate« und der Nationali. en^'unqerer N."'.'d s^'alkn Lebens von größerer V^p«dischen^^^»keit und erlangt dadurch einen ^"ame w..^""ter. Findet man diese Gewöhn- V> Müsf "K 6?chtfertiat. so wird man auch » ""debH '.d°ss dte beiden ersten Tage in der H>m^etenhause7 .^ Budget, die Sitzungen des Üblich Hulks vom 27. und 28. Februar, sich T^aatez kis>"?" UchMen. Die Finanzverwaltnng «^ Das^'^ "ings nicht t>3, K„rnp»nkt de? >ni>.?^l die «vA 'ch^arn in dieser Richtung ist 3^ die der Finan^ «Vllei,. f'',," "ermag. Man findet eben wenig ^^'' ^«n i,,^ «.:. I^^^ hervortreten, welche qegen die Finanzverwaltung sich verweudrn ließen, und so muss man stillschweigend anerkennen, dass die Finanzverwaltung das leistet, was unter den gegenwärtigen Bedingungen, unter den gegebenen Veihälmissen nur immer erwartet werden kann. Ein deficitloses Budget ist im Leben der modernen Staaten eine Erscheinung, welche selbst die Kritik der Opposition entwaffnet. Als erster Redner in der Budget < Debatte hatte, wie seit Jahren, so a ich diesmal, der Abg. Carneri das Wort. Es ist auch bekannt, dass dieser Redner der Opposition stets mit philosophischer Oetragenheit die Lange des Pessimismus über den Staat und die Staatsverwaltung ausgießt. Wir kennen den Grund nicht, aber dieses Jahr war der Abg. Carneri, obgleich ihn. wie regelmäßig, der Beifall seiner Partei lohnte, in der Attaque viel matter, als es sonst der Fall gewesen. Das Wehrgesctz wird von ganz Oesterreich alö eine Nothwendigkeit angesehen, und es hat somit keinen Sinn, dass der Abg. Carneri den Finanzminister wegen der Ausgaben zur Rechenschaft ziehen will, die das Wehrgesetz möglicherweise im Gefolge haben kann. Die Kritik des Alig. Carneri war jedenfalls eine derartige, dass sie in den beiden ersten Tagen nicht zur Nach« ahmung reizte; auf diesem Wege sind keine Erfolge zn erzielen. Wie man auch über die Entwicklung des Par« lamentarismlls denken mag. insoweit ilt denn doch ein Fortschritt zu constatieren. dass zur Kritik nicht die Leidenschaft und nicht der Parteistandpunkt genügt, sondern dass man Thatsachen anführen muss, um ein bestimmtes System oder bestimmte Principien zu tadeln, man mnss vor allem nachweisen, durch welche Mittel man es besser zn machen verstünde. Das hat aber der Abg. Carneri nicht versucht, und ein solcher Versuch wäre ihm auch kaum gelungen. Im wesentlichen drehte sich die Debatte der beiden ersten Tage — sonderbar genug bei einer Buda/t> Debatte — um die Frage des Conservatismus nnd Liberalismus, und man hörte Erörterungen darüber, welche Taktik die conservative Partei einzuhalten habe und inwieweit eine Fühlung zwischen der Rechten und Linken vorhanden ist. Die zweitägig/ Debatte gestaltete sich somit zu einer Untersuchung über parlamentarische Zustände und Verhältnisse. Der Abg. Scharschmid unternahm es, gegenüber liner anderen Richtung zu drängenden Ingend die Principien und Errungenschaften des Liberalismus in eiu helles und schönes Licht zu setzen. Man kann jedoch kaum von einseiligen Verdien' sten der liberalen Partei sprechen, nachdem die obersten Factoren des Staates alles gethan haben, um die Einrichtungen und Gesetze in Oesterreich so zu gestalten, wie die Zeit es verlangt, ohne dass man dabei einen Parteistandpunkt als maßgebend betrachten durfte. Das Ministerium Taaffe hat alles, was Dr. Scharschmid als liberale Errungenschaften bezeichnet, sorgfältig ge« hütet, und man muss dem Abgeordnete der Opposition dafür dankbar sein, dass er an jene Elemente erinnert, welche gerade auf der Linken die größte Feindseligkeit gegen den Liberalismus bekundeten. Abg. Lienbacher vertrat seinen Sonderstandpunkt mit Geschick, er kann als Deutscher nicht mit den Con-servaliven der Rechten gehen und als konservativer nicht mit den Liberalen der Linken. Er steht als Mann für sich und bildet seine eigene Partei. Der Abg. Dr. Lienbacher tritt ein für die confesswnelle Schule, und er erklärte sich mit Entschiedenheit gegen jene Confer« vativt'n, die nicht seiner Freundschaft sich erfreuten, von denen er sich aber trennte, weil er nicht der Majorität sich unterwerfen will. Er kämpfte also, wie er sich auiz» drückte, gegen die Minorität in der Majorität oder, um es zu wiederhole», gegen die Conservativen im Lager der Rechten. Es wurde hier sozusagen ein haus» licher Streit ausgefochten, der diejenigen nichts angeht, die wohl daran thun, über den Parteien zu stehen. Der Staat kann nicht nach dem Programme dieses oder jenes Parteimannes regiert werden, sondern es muss die Frage entscheidend sein, ob das, was ge-wünscht wird. auch im allgemeinen nützt oder fördert. Der Abgeordnete Eoenhoch unternahm es am folgenden Tage, die Anklagen Lienbachers von seinem Pirteistandpuntte aus zn widerlegen. Die Polemik hatte überwiegend einen persönlichen Charakter, und es muss jedenfalls hervorgehoben werden, dass die Vläsrr der Parteibrille, welche der Abgeordnete Ebenhl'ch trägt, noch viel schärfer gefchliffen sind, als die Gläser der Lienbacher'schen Brille. Die Behauptung, dass Kirche und Religion Tag für Tag in der österreichischen Presse den rücksichtslosesten Angriffen ausgesetzt seien, stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein. Die kirchliche Frage steht überhaupt nicht mehr im Mittel' punkte der Discussion, es sei denn. dass durch nn< gestüme Forderungen eine solche Discussion herauf-beschworen würde. Das religiöse Gefühl wird jetzt Feuilleton. Nach dem Ural. "t"e"izzen von Franz Heger, ein ^3en .. V. ^rnK die ' H'berfüllung der Waggons schützt °Ra)Mer »^e Anzahl derselben, ans welchen ist. anderntheils die ^°wn«6uae^ dass das Pnblicum im bH?. durch «^ l"' communicieren darf. da die "H lwd. Zad /"^ Wecken miteinander ver- »« ° VtttA^ "gM sich von selbst eine gleich- ^"^re, welche sich ein?n !"» öw bausch n. oder einen schlechteren mit einem ^A?>X "berhaupt ein solcher noch 2 ""tfindet ^ °h"e Umsteigen während ^sttt^ '" Wl^?^^'^ndrn. kalten Steppenwind. ?gs tin?^orat ^'W durch doppelte Thüren und der Waggons ist aller- ^ch ^ "ur kleine eiserne Oefen ^""V'? durch K lässt die Beleuchtung, welche ^^«««« H' ^sin7«lkrzen erfolg? manches zu ° »na" „ > and„' m ber "ur kleine Uebelslände, 3 der ^."'eßt. P: "" Aquemlichkeiten verschwinden, ^"bHen Be^u?^ wohlthat ist die Mögliche ie>d^ °leichn>ähig; zur ^ Um?" er Net 'H leder Passagier ausw- ^t>en sN"a mit sich fichrt, ein unter 'Mr bequemes Lager herrichten. Da die Fahrt über die russischen Ebenen nur sehr wenig Abwechslung bietet, so concentriert sich die Aufmerk» samleit der meisten Passagiere auf die größeren Stationen, wo die ewig hungrigen Mägen derselben befriedigt werden können. Es ist unglaublich, welchen Appetit der gesunde Russe entwickelt, wenn er sich auf Reisen befindet. Ich habe vielfach Reisende beobachtet, welche alle 3 bis 4 Stunden eine vollständige Mahlzeit zu sich nahmen, deren letzte in der Regel gegen Mitternacht eingenommen wurde, ungeachtet der zahllosen kleinen Zwischenessen, zu denen der Aufenthalt in fast jeder Station verleitet. Demgemäß sind auch die russischen Eisenbahnstationen, namentlich die größeren, in Bezug auf die leibliche Verpflegung mit einer Opnlenz aus» gestaltet, die bei uns in Mst-Europa so gut wie un-bekannt ist. Sehen wir uns daher das Leben nnd Treiben auf einer solchen Station etwas näher an. Hält der Zug auf einer Station, so geht es in Rnssland ohne einen Aufenthalt von einigen Minuten nicht ab; kaum dass bei den directen Züqen eine ,m> wesenlliche Abkürzung cintntt. Bei den Zügen, welche Wagen dritter Classe führen, gibt es da immer eine größere Bewegung, da die Passagiere meist den Pro-viant bei sich führen und nur Brot oder heißes Wasser für den Thee kaufen, welch letzterer in ganz erstaun, licheu Quantitäten während der Fahrt bereitet und vertilgt wird. Trinlwasser ist für diese Gattung uon Reisenden auf jeder Station in einem großen Bolllch vorhanden, der denn auch meist stark umlagert »st, namentl.ch zur Morgenzcit, zu welcher der gemm,? Mann die nothdürstigste Reinigung an sich emfach „i der Nähe dieser Bottiche vollzieht. Caj. Vodka (Schnaps) und Piruöti (kleine, meist mit gehacktem Flelsche. aber auch mit Süßigkeiten gefüllte, warme Fleischpasteten) sind so ziemlich auf jeder russischen Eisenbahnstation zu haben. In Zwischenräumen von 3 bis 4 Stunden kommt dann immer eine größere Station mit ordentlichem Buffet, in welcher der Aufenthalt 20 bis 40 Minuten, manchmal, namentlich an Kreuzungspunkten, anch länger dauert. Da steigt denn alles aus und eilt nach dem geräumigen Speisesaale, der am Abende in einem wahren Meere von Lichtern strahlt. Wir sprechen hier von den Wart- und Speisesälen für die bessere Classe von Reisenden; denn im Wartsaale des gemeinen Volkes «da ist es fürchterlich». Doch der Ethnograph muss sich an alles gewöhnen, und so versäumte icll selten ?ine größere Station, um auch einen Blick auf das «Volk» zu werfen. Die meisten Passagiere lagern hier um ihr zahlreiches Gepäck auf dem unfagbar schmutzigen Fußboden; auf demselbru wird auch der niemals fehlende Caj bcr.itet; man hat Mühe, sich zwisch-n den eiu-zclnen Gruppen durchzudrängen. Die Atmosphäre ,n diesem Raume ist von widerlichem Fuselgeruche erfüllt, der mit dem Gerüche nach Juchten und Tabaksqualm einen unsagbar unharmonische!, Dreillmlg aibt der a>, die Gnuchsnerven die denkbar größten Ansprüche stell«, Einschließt man sich noch. wie ich es manchmal that. „m recht mit dnn Volke z» fühlen, zu dem dicht um> laaert.n Buffet vorzudrängen 'lnd sich em Gläschen Vodla - notabene solche, wie sie das Volk wntt -zu erobern, so hat mau alle fünf Sinne in einem Maße angestrengt, dass eine schleunige Flucht dringend geboten ist. Und so eilen wir denn auch aus der Hölle in den Himmel, der freilich in diesem Falle ein simpler Laibacher Feilung Nl. 52. 41 s> 4. MärzM^ weit mehr geachtet, als es früher der Fall gewesen, und gerade conservative Abgeordnete sollten es an» erkennen, wie die Dinge unter dem Einflüsse des herrschenden Systems in dieser Richtung sich gestaltet haben. Indessen ist es noch immer besser, dass der Abgeordnete Ebenhoch bei der Rechten bleibt, als dass er Freundschaft mit jenen Elementen der Linken sucht, zu denen er sehnsüchtig hinüberblickle, die aber in ihrem Programme auch einige Punkte haben, die einem echten Conservative!: nicht gefallen können und nicht gefallen dürfen. Der Abgeordnete Ebenhoch hat zum erstenmale gesprochen und sich rhetorisch ganz gut aus der Affaire gezogen. Von deutscher Seite sprach noch der Abgeordnete Dr. Menger über die Rede Lienbachers. ohne jedoch Bedeutendes vorzubringen. Ferner der Abg. Dr. Magg, der es unerhört findet, dass zwei Professoren des Wiener akademischen Gymnasiums ihren Platz auf der Rechten genommen haben. Wir glauben, es liegt im Interesse der Linken, auf solche Dinge nicht einzugehen und über die politische Gesinnung von Professoren und Lehrern keine Untersuchung anzustellen. — Von Seite der Polen sprach der Abg. Iaworski, um speciell Forderungen im Namen Oaliziens vorzubringen, sonst war das jung« czechische Element in der Debatte durch den. Abg. Dr. Herold und die Slovenen durch den Abg. Suklje ver» treten. Abg. Prof. Woldrich führte sich mit einer fach-lichen Rede über die Frage des Bauernstandes gut ein. Im ganzen blieb die Debatte in den Linien der Mäßigung; die Gesinnungen kamen mit Aufrichtigkeit zum Ausdrucke, aber man blieb in den parlamentarischen Grenzen. Trst in der Nachtsitzung ereignete sich eine stur« mische, unparlamentarische Scene. Es ist bekannt, dass das südslavische Element in politischer Beziehung sich schlecht mit dem italienischen Elemente verträgt. Das ist in Dalmatien und auch in Istrien der Fall. Der Abg. Dr. Vitezii beklagte sich in längerer Rede über die dem italienischen Elemente eingeräumten Begünstigungen. Er wurde dabei fortwährend von dem Vertreter eines anderen istrianischen Wahlbezirkes, dem Abg. Dr. Vergotini, unterbrochen und ließ sich zu einem höchst unparlamentarischen Ausdrucke hinreißen. Diese überkräftige, für das Parlament unpassende Ausdrucksweise versetzte das Haus in Aufregung; es bildeten sich zwei Parteien, die eine für den südslavischen Abgeordneten, die andere für den Abgeordneten italienischer Nationalität. Das Beste, was der mit dem Vorsitze betraute Vicepräsident Dr. Ehlumecky thun konnte, war, die Sitzung zu schließen. Der Zwischenfall kann als charak^ teristisch für gewisse Gegensätze angesehen werden; ist jedoch an sich ohne jede ernstere Bedeutung. Verhandlungen des Reichsrathes. - Wien, 1. März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die General« debatte über das Vudget fort. Herr Vitezic hat nicht, wie er ursprünglich beabsichtigte, das Verlangen gestellt, heute seine gestrige Rede fortsetzen zu dürfen. Für diesen Fall wäre ihm vom Präsidium das Wort nicht ertheilt worden, da dasselbe der Meinung war, dass, wenn auch formell dem Herrn Vitezic das Wort nicht entzogen wurde, dieser dennoch durch die Aufhebung der Sitzung des Wortes verlustig wurde. Als erster Redner sprach Abgeordneter Stemmender, welcher den Antrag einbrachte, die Abstimmung über das Eingehen in die Svecialdebalie bis zu dem Zeitpunkte zu vertagen, da die Regierung eiu Gesetz über die Personaleinkommensteuer vorgelegt haben wird. Nach Steinwender erhielt der Landeshauptmann von Krain, Dr. Poklukar das Wort. Nach diesem folgten Abg. von Plener und dcr Finanzminister Dr. von Dunajewsli. Die Sitzung nahm folgenden Verlauf: Das Haus schritt sofort zur Tagesordnung und sehte die Generaldebatte über den Staatsvoranschlag für 1889 fort. Die Abgeordneten Dr. von Plener und Dr. Steinwender haben ihre Plätze in der Rednerliste gelauscht, und gelangte daher T>r. St eiu Wender zum Worte. Derselbe polemisierte zunächst gegen den Abgeordneten Ouklje und bestritt insbesondere die Behauptung desselben, dass die Bevölkerung Kiirntens aus germanisierten Slovenen bestehe. Kärnten sei vielmehr seit 1200 Jahren von einer starken Majorität Deutscher aus dem bajuva-rischen Stamme bewohnt. Redner wandte sich dann gegen den Abg. Ebenhoch, welchem er vorwirft, dass ihm das nationale Gefühl fehle, wenigstens das für die eigene deutsche Nation. Redner kritisierte die Finanzgebarung der Regierung und erklärte, dass er und seine Gesinnungsgenossen kein Vertrauen zu einem Finanzminister haben können, der die Verstaatlichung der Nordbahn hintertrieben habe. Er verlange eine Aenderung des ganzen Steuer» systems, insbesondere aber die Einführung der progressiven Personal'Tinkommensteuer, und er werde nicht eher für das Eingehen in die Sftecialdebalte über das Vudget stimmen, bis die Regierung einen solchen Entwurf vor-gelegt haben werde. Redner stellte den Antrag, die Abstimmung über das Vudget bis dahin zu vertagen. (Bei» fall links.) Abg. Dr. Poklular machte darauf aufmerksam, dass dieser Antrag seinen Zweck nicht erreichen werbe, weil erfahrungsgemäß auch dann, wenn die Regierung die progressive Einkommensteuer einbringe, dieselbe doch noch lange nicht angenommen sei. Was das diesjährige Budget anbelange, so sei es ein sehr erfreuliches, da es mit einem Ueberschusse abschließe. Redner kam sodann speciell aus die Gebaudesteuer zu sprechen und plaidierte für eine mildere Handhabung der diesbezüglichen Bestimmungen. Er ergeht sich ausführlich über die Art und Weise, wie eine Abänderung dieses, insbesondere für Tirol, Trieft u. s. w. äußerst drückenden Gesetzes vorzunehmen wäre. Auf das Budget übergehend, hob Redner speciell jene Punkte desselben hervor, welche für sein Heimatland Krain von Wichtigkeit erscheinen. Hieher gehöre im Ressort des Ministeriums des Innern insbesondere das Capitel Straßenbau. Durch einen aus dem Ministerium des Innern herabgelangten Bescheid sei in der Anlage der Wagensperger Straße, nachdem endlich die seit 1854 geführten Unterhandlungen zu einem erfreulichen Resultate geführt hätten, plötzlich ein Hindernis geschaffen worden, welches den Bau dieser wichtigen Verkehrsstraße wieder auf unabsehbare Zeit hinausschieben würde. Redner richtete an Se, Excellenz den Herrn Ministerpräsidenten als Leiter des Ministeriums des Innern die Bitte, die Interessen des Verkehrs gegen solche Hemmnisse in Schutz zu nehmen. Auch andere Straßenzüge Krains seien einer gründlichen Umgestaltung bedürftig, so die Straße von Rudolfswert nach Landstrah, welche so beschwerliche Bergrücken ük steige, dass der Postwagen immer bei den Ste'S""» der Straßen von den Passagieren verlassen werden n> > Auch was die Wasserstraßen des Landes anbelange,« Redner, dass die Regierung das Nöthige vorlehren w^ um die sich allerorten geltend machenden M^e „ und nach zu beheben. In Bezug auf den NsenM wünscht Redner insbesondere die Förderung ^ ^ der Localbahn nach Stein zur dortigen ärarischen ^>, fabril. Inbetreff der Sanitätsverhältnisse seine« V"'^ landes gebe er sich der Hoffnung hin, dass selten ^ Negierung alles Mögliche aufgeboten werden wurde. ^ Versäumtes nachzuholen und die Weitervcrbrellung Krankheiten hintanzuhalten. Bezüglich des WirluW" ^ des Ackerbauministeriums anerkennt Redner, dass ' ^ biete der oberen Save mancherlei nützliche A^em ,^ führt worden. Auch die Regulierung der WildtM ^ Wivpach-Thale sei mit Erfolg in Angriff genl"""^M es seien Summen hiefür eingestellt, die eine 8"e ^ Durchführung erwarten lassen. Nachdem N""" ,^ anerkennend sich über einige Entwässerungsardel ^ mehreren innerkrainischen Kesselthälern ausgespr^^ "^ besprach er die Maßnahmen, die bisher zur EntnM ^ des Laibacher Moores getroffen worden, und ß ^< Wunsche Ausdruck, dass wenigstens ein Theil der ^ ten möglichst rasch in Angriff genommen "«d ^ ^ nöthigen Summen in den Voranfchlag eingesteut , damit die Bevölkerung endlich der ständigen Ue^^ mungsgefahr los werde. Auch zur Karstaufforstun^ man endlich größere Summen verwenden, die stcy ^ verzinsen würden, da Land- und Forstwirtschas ^ der allgemeine Verkehr viel dadurch gewännen. .^ schwerden, die über das Volksschulwesen in Kra" ^, worden, seien der eingehendsten Berücksichtigung ,^ h«, Unterrichtsministers wert, namentlich möge ""1 ^ Landesschulräthen ihren auf Beobachtung der Staa» ^, gesetze abgelegten Eid in Erinnerung bringen. ^^ Verhältnis der Slovenen im Küstenlande zu den ^^ dort wohnenden Nationen anbelange, so könne er ^^ dass dieselben mit allen anderen in Frieden leve ^ dass sie namentlich den Italienern ihre natwn" ^, nicht missgönnen, dass sie aber auch für sich ^hll» in Anspruch nehmen wollen, ihre Nationalität z und zu schützen. mllns^ Abg. Dr. v. Plener weist hin auf "" ">" „O< werte Reform in der Behandlung des Staats" ^ ges, indem nämlich die stetig wiederkehrenden« ^ße? tenen Positionen getrennt werden sollen v"N V.!chtlB^ ordentlichen und solchen, welche sich auf neue E"!" ^ beziehen. Die erste Kategorie könnte schnell, A„„r>"l berathung und ohne Debatte erledigt werben, «" el' zweite Kategorie würde eine eingehende Pl > ^ ,l heischen. Was das vorliegende Vudget be"^.^ ge' nicht zu leugnen, dass sich die Finanzen "t^hi^ bessert haben, was aber bei den so vermehrten ^M aus dem Brantwein, dem Tabak u. s. w- !""' ^i lich sei. Redner weist nach, dass die erW ^s t>° weinsteuer von den Producenten bereits s""' ^b" Consumenteu überwälzt sei; übrigens ""^. äe D'A bei ein viel besseres Geschäft als die diess""» ^ ^ Hälfte. Redner bemerkte auch, dass auch der ^hel"" Vrantweinsteuer zu hoch bemessen sei, ebenso ^^ der Zuckersteuer. Dies sei aber nicht bloßd"-^- russischer Vahnhof'Speisesaal ist. Hier ist Comfort; hier sieht man, dass der civilisiertere, d. h. in besseren Verhältnissen lebende Russe auch etwas auf das Aeußere hält. Dieser grelle Contrast, wie er sich in dem eben geschilderten Bilde auf jedem größeren Bahnhofe zeigt, zieht sich durch alle russischen Verhältnisse. Nirgends fällt dem Beobachter der Gegensatz zwischen reich und arm, Uebermaß und Dürftigkeit. Pracht und Verkommenheit so auf als in Russland. Man sucht immer das verbindende Mittelglied, das sich nirgends recht zeigen will, und empfindet immer die gewisse Kluft, welche sich durch da« ganze öffentliche Leben in Rufs« land hindurchzieht. Im Spcisesaale finden wir alles in vollster Thätigkeit. In der Regel finden wir hier zwei getrennte Buffets aufgestellt. Auf dem einen derselben stehen riesige Samovars, jene zur Bereitung des Thees in ganz Russland so unentbehrlichen Geräthe. Der Thee, «liaj», wird stark gesüßt, immer aus Gläsern getrunken und nie mit Rum verseht; etwas Sahne «Slivki» oder eine Zitronenscheibe bilden die einzige Zuthat. Mitunter werden auch Fruchtsäfte als Zuthat verwendet. 2aj heißt also in Russland Thee ohne Rum, im Gegensatze zu dem Getränke, welches bei uns diesen Namen führt. Auf diesem Buffet stehen auch auf großen Schüsseln die fchon erwähnten, meist warmen Piruski. die auch immer einen starken Absatz finden. Das zweite Buffet ist jenes, auf welchem die Za-kuska serviert wird. Zakuska ist das in Russland all« gemein übliche Voressen vor einem größeren Mahle. Selbst der gemeine Mann muss seine Zakuska haben, wem, dieselbe auch nur aus einem Gläschen Vodka und einem Schmtlchen Brot besteht. Bei den wohl« habenden Elassen ist dieses Voressen ziemlich opulent; es besteht au« fleischbelrgten Brötchen. Eaviarschnitten Sardinen, geräucherten Flschen u. dgl. Immer gehört dazu aber ein Gläschen Schnaps, in der Regel auch deren zwei, welche zu Beginn uud zum Schlüsse des Imbisses genommen werden. Man zahlt auch nur die Auzahl der genommenen Gläschen Vodka; der Imbiss, den man beliebig wählen kann, ist in diesen Preis schon eingerechnet. Hiemit kommen wir von selbst auf das Lieblingsgetränk der Russen: Vodka, auf deutsch: Wässerchen, zu sprechen. Schon dieses fast zärtliche Diminitiv gibt uns einen Maßstab für die Vorliebe, welche der Russe für das gebrannte Wasser hat. Der Ausdruck Lieblings, getränt darf uns aber nicht etwa zu der Annahme verleiten, dafs der Durchschnitts-Russe Vodka ebenso trinkt wie wir Bier oder Mein. In den Städten bleibt wohl das Hauptgetränk Caj, der so richtig das Na-tionalgetränk des Russen ist. So dürfte es auch theil« weise auf dem Lande sein, nur dass hier dem Brant-weingenusse stellenweise — wenigstens was die Quan« tität anbelangt — mehr gehuldigt wird als in den Städten. In letzteren ist neuerer Z?it durch die Errichtung zahlreicher Theewirtschaften, welche vom Volle außer« ordentlich stark frequentiert werden, sehr viel zur Verminderung des Vranlweingenussks gethan worden. Lei« der sitzt letzteres Uebel nach dem übereinstimmenden Zeugnisse verlässlicher Berichterstatter in manchen Land« strichen so tief, dafs ganz andere Mittel angewendet werden müssten, als es die heute beliebten sind, um dieser an dem Marke des Volkes zehrenden Krankheit nach und nach etwas zu steuern. Doch wir haben uns schon wieder etwas weit aus unserem Bahnhofspeisesaale entfernt und eilen nun rasch wieder zurück zu den mit zahlreichen Blumenvasen, Weinflaschen lc. besetzten Tischen, auf welchen in rie- ---------------------üblich N sigen Schüsseln die für den Hungrigen s? " ^. ^, te'ndcn Speisen in großer Auswahl bereM'" „ v jeder Schüssel ist der Preis einer Pol^" W.'"H zeichnet; man wählt nach Belieben und laA^jels,^ man einem der vielen herumstehenden ^^,) se>" Bezeichnung für Kellner, auf deutsch: MN^Dl" Wunsch durch eine internationale Geberde z . gibt, das Gewählte servieren. . jli ^ Da« erste Läuten, welche« bei UN» FH, Europa meist ein hastiges Zahlen und v ^"g, hervorruft, läfst der Russe mit der glop""^ « ruhe auf sich einwirken, ohne sich auch "" pel^' ,ü steu zu beeilen. Erst das zweite 2^ ^F,^ ihn. sich langsam zu erheben und auf oe .^t , gehen, aber nicht um dort einzusteigen ^ " P<^ ,V die Musterung des Zuges und der ande^'^he^ vorgenommen, was mit Muße erst nach ^ .^ Cigarrette geschehen kann. Olo^.. ft Beginnt endlich nach dem dritten "'^hlel''. der Zug wirklich Anstalten zu machen. a?s M^ ist noch immer Zeit genug, in einen bei'"» ^ . einzusteigen; während der Fahrt such " schH s mählich, aus einem Waggon in den anor M , seinen früheren Platz wieder zu errel^ ^ ö^l>> mächlich und langsam; man hat l" >. gM, / Russland, und obwohl man den Aub",l< " Hlt^ hundertmal im Taqe zu hören below«".' z» gut. dies nie wörtlich zu nehmen und " > ^ setzen: warte geduldig. ,. ^l. "^t ^ Endlich kommt man doch an l"" o ^Mv he< man die nöthige Portion Geduld hat,'" hje v' sich auch auf Reisen in Russland "'^ sonders nöthige gute Laune. Nr. 52.__________________________________417________________________ 4. März 1889. l". sondern ^"'""'wler überhaupt zu hoch gegriffen ""He sei . ^ ^^°"' bass Ungarn alle Anstrengungen Kritil'd^"^" Zuckerindustrie zu heben. Nach einer 3kbner .,?^'2llen Positionen des Budgets wendet sich habe k" " politischen Thätigkeit der Regierung. Sie macht unk l > ^" Staatsrecht ihr Compliment ge-Nieiiei, ss " ^"^ bie Urheberin des nationalen nung Ml, ^"^ °" s" leinen Appell und keine War-sladischen P ^°^ °b" an die denkenden Politiker der czechisch. N?! l'.^^ben müssten einsehen, dass das "" dnnn I> 5-"^ hervorragende Rolle in Oesterreich Analen ^ s^^ !"^ben könne, wenn es sich einer ^en Uc^l ?^^^nkung unterziehe. Seine andermal un^ ?. -? " °ber seien mit dem österreichischen ÄlH diirssp 3" ^^^^ Ulld Zukunft nicht vereinbar, ^lchc/in ^" ^^" "'k""ls hoffen, die Geduld der 2°Ichehel/ n '"^nen zu erschöpfen. DieS werde niemals t>l»l» sein, 3" . Hülste übergehend, bemerkte Redner, Umhabe i!" ^"e Gehässigkeit gegen das Christen-^ Duldsam,-. " ^" ^"lon Christi die Verkörperung ^schhe t «n "^'^ s"vie den größten Befreier der ^l'stentbum °^" die Rechte betreffe, so sei ihr Ehrten Q."" ^" Religion der Pharisäer und Schrist-^'Wr M^^^ ^^ Bildung des Volkes auf das Nurbe «ich. ^ yerabdriicken und predige Unduldsamkeit. ^ betross^ ^k"' das größte Unglück, das Oester-'^leit,um n"°" Fanatikern benützt, um ihre Unould-^ sei e^^"!'^" ^Mlns zu zeigen? In Oester- ^lchen in z7""lolldierung nicht möglich, so lange die 3"2 sind 5 dauernden Opposition gegen die Regie- . "schen auf !- " ^""^ die Unzufriedenheit der ben Vlin tt "" "'Hl ertragen. Die Zukunft liege Mchtslose y "' ^^^ die Macht, die Gewalt und die 2eordnet»n 5 "'^"a derselben haben. Die deutschen ^ijeln nickt ""^" ^" Pflicht erfüllen. Sie ver-» °ber le°/"s> ^"^""lt Oesterreichs, eben des-I'"""»slystm '"^"Wahrung ein gegen das jetzige Mttert hs f. ^erzeugt, dass das deutsche Volk un-^en linls) ^^' Lebhafter Beifall und Hände-». "ach h»^ ^ w ^iewz,. ?"N Finanzminister Dr. Ritter von ^ ^röffenttl^ "t" ^ede wir in der nächsten Num- °"' w°rauf »7 ?""' IP"« noch Abg. Dr. Pschei- °"t°ate, w.« ^ -3 ehetmayr Schlufs der Debatte ,.. "l die N.. ^"genommen wurde. Der Präsident brach Bossen V«ng °b. Die Abgeordnelen I. Fischer ?^^inis älz Zomm".^" ^'"g. unbeschadet seiner dekodierender Ge^«d«nt des zweiten Corps und der»« ""al-^.s7'?^l ln Wien, mit den Anenden flicht Ä"nterle-I„sp,ctorats betraut. Ebenso h°st?>heil^ die bereits von 3 dez v 5t^"^"' Entschließungen über den ^>l Kath^nen Kronprinzen Rudolf. s^pnl bs^^utag) findet in der Zeit antraf ^, ^a, statt. ^ kaiserlich» l"°ky) bcqab sich Freitaq abends ?^i fol ? ,H llager nach Budapest. Sectionschef ^sch,.?'°Uen demn^c^" ^^'" des zehnten Be-'H^e e n'V^'m niederöstcrreichischen Lan-^Schulbesuch um Errichtung öffentlicher lW^ ^"erschrisf". "" einbringen. Das Gesuch Wen. lüften von Eltern schulpflichtiger Kinder p/Dammes eintt^"""'^rg nach Entwicklung geftF ^"dtaasm ""'!'""NU "ls Eandidat für das . s^^ ^ "bat ,m Städtebezirke Pettau auf-tt, ° l Ueber Auf- >u^°"n cha^ "hielten die Be- ^N^^se'V" m Wege der Statthaltereien. Kn A-gegen"^r^ s<^ jm Vorjahre 7^un, '"ten einw^ ?"^"lerische Anpreisen von d«H "her N^l'N^° ^ jk^ch in dieser >g fo>^üh'^.e Ab«eo?bnetenhaus) ?^H, ^lnister He ^ ^ und 25 der Wehr-d ^ 2" der Kenn l"""") ^rat abermals für die "^«S^atsminitter^ '""gesetz mit wesentlichen Mil- derungen einzubringen. Ungewiss ist, ob die Verlän« qerung des Gesetzes schon in dieser oder erst in der Wintersession beantragt werden wird. Ersteres ist nicht unwahrscheinlich, da die Reichstags-Neuwahlen eventuell schon im Herbste stattfinden. (Frankreich.) Die «France» publiciert einen offenen Brief Michalins an den Iustizminister, worin Michalin erklärt, er sei solidarisch mit Döroulede und billige dessen Protest. Das Einschreiten gegen die Liga erinnere an die schönsten Tage des Empire. (Panama-Canal.) Nach in N^wyork eingegangenen Nachrichten ans Panama vom 26. Febrnar haben taufende von Arbeitern die Meerenge verlassen. Die Arbeit an dm Canalbaut.n ist jcht gänzlich eingestellt. Es wird nur das Nöthigste gethan, um das Risico zu vermeidm. dass die Panama-Canal^Gssellschafl der ihr gewährten Concession verlnstiqgeht. (Process gegen Pastoren.) Im Processe gegen vier Pastoren ans den rnssischrn Ostseeprovinzen. welche angeklagt waien, in ungesetzlicher Weise dem orthodoxen Glauben Angehörige nach dem lutherischen Ritus getraut zu haben, vernrtheilte der Petersburger Senat drei zu viermonatlicher Entfernnng aus dem Amte und den vierten zn einjährigem Gefängnisse. Die Trauungen wurden cafsiert. (Zur Krisis in Italien.) Der Senats« Präsident und der Kammerpräsident sollen dem König empfohlen haben, neuerdings Crispi mit der Cabinets-bildung zu betrauen. — Das römische Amtsblatt veröffentlicht das die Suez-Convention genehmigende lönig» liche Decret. (Die belgische Regierung) unterhandelt mit der österreichischen Waffenfabrik wegen Lieferung von 120.000 Stück Mannlicher-G^wehren. TagesnemMen. Se. Majestät der Kaifer haben der Ermeinde Heinreichs im politifchen Bezirke Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich für die durch Feuer beschä« digten Insassen eine Unterstützung von 400 st. aus der Allerhöchsten Privatcasse allergnädigst zn bewilligen gernht. — (Flottenmanöver.) Aus Pola wird uns geschrieben: Im hiesigen See-Arsenale werden bereits Vorarbeiten zur Indienststellung der diesjährigen Uebungs-Escadre getroffen. Die derzeit in den dalmatinischen Gewässern kreuzende, aus Holzschiffen bestehende Escadre wird Ende März außer Dienst gestellt und Anfangs April die aus den Panzerschiffen «Erzherzog Albrecht» als Admiralschiff, «Prinz Eugen», «Kaiser Max», «Don Juan», «Custozza» und «Tegetthoff». dann dem Torpedoschiffe «Blitz» zusammengestellte Evolutions » Escadre in Action treten. Die taktischen Manöver derselben werden bis Anfangs Juni dauern. Dann werden die Panzerschiffe «Custozza», «Tegetlhoff», «Kaiser Max» und «Don Juan» abgerüstet, dafür aber die Dampfer «Phantasie», «Elisabeth», das Werkstättenschiff «Cyklop», die Torpedoschiffe «Panther», «Tiger», «Komet» und «Meteor» und zwanzig Torpedoboote zur Escadre stoßen, welche nunmehr in zwei vollkommen selbständig gegen» einander manövrierenden Theilen in dieser Stärke bis Ende Juli in Ausrüstung verbleibt. Der Marine-Comnlandant wird dem Schlüsse der Manöver persönlich beiwohnen. Zu der beabsichtigt gewesenen In-spicierung der Flotte durch den Kaiser dürfte es heuer nicht kommen. — (Attentat auf einen Briefträger.) Das Raubattentat gegen den Geldbriefträger Hager in Wien wurde von dem 2 l jährigen Comptoiristen Leopold Rosnowski und dem 19jährigen Handlungscommis Edmund Ianowsli, welche beide beschäftigungslos waren, versucht. Rosnowski mietete vor zwei Tagen unter falschem Namen in der Schönlaterngasse ein Cabinet und gab einen an ihn selbst adressierten inhaltlosen Geldbrief auf. Als der Briefträger ins Zimmer getreten war. schilt, tete ihm Rosnowsti Paprika ins Gesicht und suchte ihn zu erwürgen. Hager gelang es. sich loszureißen; da stürzte plötzlich aus einem Hängelasten der daselbst verborgene Ianowsli heraus und brachte Nosnowsli Hilfe. Der Briefträger packte aber letzteren am Halse und schrie um Hilfe, wobei beide Räuber auf die Straße flohen, wo sie angehalten wurden. Hager trug in der Tasche über fünf« zig Geldbricfe mit 80.000 st. — (Ein Künstlerjubiläum.) Dem Violinvirtuosen Joachim in Berlin wurden anlässlich seines 50jährigen Künstlerjubiläums große Ovationen dargebracht. Zahlreiche telegraphische Glückwünsche aus Wien, England und Amerila sind eingelangt. Der Cultusmlmster übersandte namens des Kaisers die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. Ein Comitö von Verehrern überreichte ihm 100.000 Mall zu Stiftungszwecken. — (Oesterreich isch? Tourist.'" im Orient.) Wie aus Kairo telegraphisch berichtet wird, beslchtlgten die österreichischen Touristen vorgestern be, herrlichem Früklingswetter das Bad Heluan und machten Mter eine Nilsahrt zu den Pyramiden und dem steinernen Wald. In einigen Tagen nach dem Besuche des Suez Canalcs fährt ein Theil der Gesellschaft den Nil hinauf, der an« dere über Jaffa nach Jerusalem. — (Bevölkerung der Vereinigten Staaten.) Nach der letzten amtlichen Statistik ve< trägt die Bevölkerung der Vereinigten Staaten gegenwärtig 01,702.000 Seelen. Während der Jahre 1800 bis 1870 vermehrte sich die Einwohnerzahl um sieben und von 1870 bis 1880 um zwölf Millionen durch Einwanderer, deren Zahl von 1880 bis 1890. nach den bisher vorliegenden Anzeichen zu schließen, 15 Millionen betragen dürfte. — (Ein niedergebrannter Circus.) Der Circus in Manchester, worin eine Indianer-Truppe gastierte, brannte am 26. v. M. kurz nach der Vorstellung nieder. Die Indianer retteten mit genauer Nolh ihr Leben. Fast sämmtliche Pferde verbrannten. Der Circus war übrigens größtentheils aus Holz gebaut, — (Von der Wiener Universität.) Das zweite Studien semester dieses Jahres beginnt an der Wienrr Universität am 25. April. Die Inskriptionen sind vom 18. April bis zum 2. Mai. Local- und Provinzial-Nachnchten. Aus der Handeislammel. in. V. Herr Kammerrath Oroslav Dolenec berick-tete, dass die Geimindrvorstehung von Niederdors um die Bewilligung zur Abhaltung von drei Iahr° und Viehmärkten eingeschritten ist, welches Ansuchen sie bereits in den Jahren 1861. 1870 und 1885 gestellt hat, jedoch mit Berücksichtigung der im Gottscheer Bezirke bereits bestehenden vielen Märkte, der dagegen erhobenen Einwendungen der marktberechtigten Gemeinden und des Umstand^, dass in der von Niederdorf nur eine halbe Meile entfernten Ortschaft Reifnitz jährlich fünf Jahr- und Viehmärkte und in dem von Reifnitz i'/z Meile entfernten Orte Soderschitz jährlich drei Virhmärtte abgehalten werden, der Antrag auf Abweisung gestellt wurde. Die k. k. Vezirkshllliptmannschaft Gottschee spricht sich über das vorliegende neuerliche Einschreiten der besagten Gemeinde dahin aus, dass sich die Verhältnisse seither nicht geändert haben und die Bewohner der Gemeinde Niederdorf den Einkauf der nothwmdigen Artikel und den Verkauf ihrer Erzeugnisse auf den fünf Jahr« und Viehmärktm in Reifnitz bewerkstelligen können. Da eine Vermehrung der Märkte in der dortigen Gegend weder nothwendig noch wünschenswert erscheint, weil die bestehenden 58 Märkte im politischen Bezirke Gottschee den factischen Bedürfnissen mehr als genügen, Vorliegendenfalls überdies die Nähe der marktberechtig-ten Ortschaften für die Creierung von Märkten in Niederdorf umso weniger sprechen kann, weil die markt» berechtigten Nachbarorte dadurch offenbar Schaden leiden würden, während der Gemeinde Niederoorf durch Bewilligung von Märkten ein großer Vortheil laum erwachsen dürfte; so kann die Section dieses Ansuchen nicht befürworten, und beantragt: Die geehrte Kammer wolle sich gegen die ConcessionKerlhriluug neuerlich aussprechen. — Der Antrag wurde an» genommen. VI. Herr Kammerrath Franz Hren berichtete, dass die Gemeinde Polih im politischen Bezirke Littai um die Bewilligung zur Abhaltung von drei Jahr-mäikten eingeschrittm ist. In ihrem Gesuche führt dieselbe an. dass die Gemeinde 887 Einwohner zählt, die sich ausschließlich mit der Landwirtschaft nno Vich-zucht beschäftigen und ob Mangel eines Marktes ihre Erzengnisse und Vieh schwer an Mann bringen können. Die t. k. Bezirkshauptmannschaft Littai bemerkt hiezu, dass die Gemeinde Politz nach der letzten Volkszählung eine Bevölkerung von 748 Seelen hat und sich ans« schließlich vom Feldbau und theilweise von der Vieh' zucht erhält, dass in dem kaum '/4 Stunden entfernten Weixelburg jährlich 10 Jahr- und Vichmälkte ab' gehalten werden und auch einige Märkte im Laibachrr Bezirke den Bewohnern zur Verfügung stehen, fohin die Behauptung, dass die Insassen der gedachte», Gemeinden nur mit Schwierigkeiten und Zeitverlust ihr Vieh auf Märkte bringen können, nicht stichhaltig ist. Gegen die Bewilligung haben sich die marktberech-tigtrn Gemrmdcn des Bezirkes Littai. und zwar Weixel-bmg und Villichbcrg, dann Studenec des Laibachei-Bezirkes ausgesprochen, und zwar erstere mit der Mo tivierung. dass ihre zehn Märkte mit Rückstcht auf oi<> geringe Entfernung von kaum V. Stunden den Bewohnern von Polih zum Ein- und Verlaufe mehr als genügen dürsten, die Creienmg von Markten m Pol,b selbst aber ihren Märkten offenbar zum Nachthelle gr reichen müsste. - Werden diese Uustände m Berück sichtigung gezogen, so muss dcr Antrag auf Abwns.na. der Petcnten als gerechtfertigt bezeichnet wrrden, und da andere Gründe nicht vorliegen, welche für die Wlll-fahrnng sprechen, so ist auch die Section incht m der Lage, für dieselbe einzutreten. Sie stellt daher den An-traq: Die geehrte Kammer wolle den VeschwsK aus Abweisung sasstn. — Der Antrag wurde angenommen. zflllbacher Zeitung Nr. 5s. 418 4. März lM VII. Herr Kammerrath Johann Perdan berichtete, dass der Gemeinde-Allsschns« von Semic den Beschluss gefasit habe, um die Genehmigung des nach' stehenden Maximaltanfes für den Kleilwerkauf von Nind und Kalbfleisch anzusuchen, und zwar: für 1 Kilo Fleisch vom Ochsen 34 lr., für 1 Kilo Kuhfleisch 32 lr. und für 1 Kilo Kalbfleisch 40 lr. Dieses Ansuchen wird damit begründet, dass derzeit die Fleischpreise in Semic von der Willkür der Fleischhauer abhängen und mit Rücksicht auf die Preisuerhältnisse der Umgebung im gedachten Sinne festzustellen wären. Die Genossenschaft aller Gewerbetreibenden des Gerichtsbezirkrs Mött« ling empfiehlt den Antrag der Gemeinde Semic zur Genehmigung, und die t. k. Bezirlshauptmalmschaft Tschernembl bemerkt, dass der von der Gemeinde beantragte Maximaltarif den Localpreisen der Umgebung entspricht und schließt eine Uebersicht über die Durchschnittspreise von Rindfleisch in Mottling und Tschernembl im ersten Halbjahre 1888 bei, zufolge welcher sich der Durchschnittspreis von 1 Kilo auf 34 V, lr. stellt. Mit Rücksicht auf die geschilderten Verhältnisse wäve dem Antrage der Gemeinde Semic beizustimmen, und die Section beantragt daher: Die geehrte Kammer wolle ihre Aeußerung an die f. k. Landesregierung im obgedachten Sinne erstatten. — Der Antrag wurde an« genommen. __________ — (Aus dem Reichsrathe.) Das Herrenhaus nahm in seiner vorgestrigen Sitzung das Höferechts-Gesetz unverändert an, nachdem der Präsident gegenüber dem Mitgliede Hyn, der für den Paragraph 16 (Recht der Landesgesehgebung zur Beschränkung der Freitheilbar« keit) die Zweibrittel-Majontät verlangte, erklärt hatte, dass er ebenso wie Präsident Dr. Smolla die einfache Majorität als genügend erachte. Der Gesetzentwurf betreffs Gebürenerleichterungen bei Eonvertierung von Gelb« schuldforderungen wurde ohne Debatte angenommen. Im Abgeordnetenhause wurde die Budgetdebatte fort« geseht. Generalredner Hausner constatierte. dass das Deficit verschwunden sei, was ein Veweis der Besserung der Finanzen sei. Redner stellte einige Ausführungen des Abgeordneten Herbst richtig und erklärte, das Versprechen des Finanzministers, im Herbste einen Personal'Einkommensteuer-Entwurs vor« zulegen, sei sehr erfreulich. Redner vertheidigte die Regierung gegen den Vorwurf, dass sie die Nationen nicht versöhnte, und betonte gegenüber dem Abg. Plener, dass die Polen trotz seiner vehementen Bemerkungen, wie: «parlamentarisches Feilschen und Schachern», sich nicht von ihren den Wählern gegenüber eingegangenen Pflichten abhalten lassen werden. Nach dem Schlussworte des Generalreferenten Dr. Matus wurde das Eingehen in die Specialdebatte mit 13? gegen 44 Stimmen beschlossen. Nächste Sitzung Donnerstag. Der Antrag des Abg. Doctor Steinwender, die Wahl des Abg. Nloch auch auf die Tagesordnung vom Donnerstag zu stellen, wurde nach der Bemerkung des Präsidenten, dass der Gegenstand ver° wickelt sei und mehrere Sitzungen beanspruchen könnte, mit 86 gegen 69 Stimmen abgelehnt. — (Neue Briefmarken.) Wie mitgetheilt wird. sollen mit der zweiten Hälfte dieses Jahres neue Briefmarken von dem Handelsministerium eingeführt werden; ebenso werden neue Kartenbriefe und Briefcouverts aufgelegt werden. Die Arbeiten zur Herstellung der neuen Marken sind seitens der Staatsdruckerei bereits in Angriff genommen worden. — (Ein blutiges Duell.) In Cilli fand Freitag nachmittags um 1 Uhr zwischen dem Guts» besitzer Hugo Poglayen in Misting und dem Besitzer des Ehriftinenhofes nächst Cilli, I. Gyuto. hinter dem Christinenhofe ein Pistolenduell statt, bei dessen drittem Gange Poglayen von seinem Gegner einen Schuss in den Bauch erhielt. Die Kugel drang rückwärts heraus. Poglayen, den man sofort in den Christinenhof brachte, wurde vom Abte von Cilli mit den Sterbefacramenten versehen und erlag kurze Zeit darauf trotz rascher ärztlicher Hilfe der Verwundung. Als Secundanten fungierten auf beiden Seiten Militärpersonen, darunter drei Marine-Officiere. Die Ursache des Duells soll nach der einen Version eine Vermögensfrage, nach einer anderen Familienverhältnisse gewesen sein. Beide Duellanten waren verheiratet. Der Fall ruft in Cilli und Umgebung große Aufregung hervor, da beide Herren allgemein bekannt und sehr beliebt waren. — (Personalnachricht.) Dem Professor der slavischen Philologie an der Wiener Universität Doctor Vatroslav Jag it wurde der Titel eines Hofrathes verliehen. — (Schadenfeuer.) Am 25. Februar um acht Uhr früh brach im Stalle des Johann Erzen in Ho« bovse, Bezirk Krainburg, Feuer aus, welches, durch den herrschenden Wind angefacht, in kurzer Zeit das Wohnhaus, den Stall und die Harpfe des Genannten sammt allen Fahrnissen einäscherte. Wie das Feuer entstand, wurde noch nicht festgestellt. Erjen, welcher nicht assecu« riert war. schätzt seinen Schaden auf 800 fl. Menschenleben ist leine« zu beklagen. — (Lewinsky in Laibach) Der gefeierte Rhetoriker und bekannte Hofburgschauspieler, Regisseur Josef Lewinsky veranstaltete vorgestern abends im landschaftlichen Reooutensaale eine Vorlesung, welche ein zahlreiches, gewähltes Publicum vor der Tribüne des Vorlesers versammelte. Seit Jahren hat Lewinsly als Vorleser Lob und Ehren geerntet. Als Mann von Geist und feinstem künstlerischen Gefühl blieb er dem Sinne und Geiste dieser Kunstgattung getreu, indem er den organischen Unterschied, der zwischen der scenischen und der Kunst des Rhetors herrscht, mit Takt festhielt. Lewinsky hat als Vorleser niemals versucht, sich jene Lorbeeren sammeln zu wollen, die nur dem darstellenden Künstler auf der Bühne, dieser Welt glänzenden Scheines und schöner Täuschung, erblühen, er wollte niemals von der Tribüne dramatisch Wirten, Denn der Vorleser ist seinem Wesen nach Epiker, im Gegensatze zum Darsteller aus der Bühne, und diesen Grundzug der Vorlesekunst hielt Lewinsky immer fest. In seinen Programmen als Nhetoriler fehlen die dramatischen Scenen eigentlich ganz. Dramatische Wirlungen im eigentlichsten Sinne lassen sich auf dem Po« dium trotz allem doch nicht nicht erzielen. Die Dichtung selbst, das Wort allein muss hier voll zu erreichen suchen, wozu sich sonst auf der Bühne eine Reihe von Künsten und Kunststücken verbinden. Und ohne die äußeren sceni« schen Hilfsmittel oder deren mehr oder minder fragliche Surrogate dennoch der Dichtung allein zum Siege zu verhelfen, jene poetische Stimmung hervorzurufen und festzuhalten, welche sowohl die Empfänglichkeit für das dichterische Wort schafft, als selbst schon eigentlich die Wirkung ist, das eben macht die Kunst Lewinsky's als Vor« leser aus, und diesem Zauber uns ganz und völlig hin» zugeben, war uns vorgestern gegönnt. Die Vorlesung, die der Künstler mit Geibels «Blutrache» einleitete, ist in jeder Hinsicht trefflich ausgefallen; die Plastik der Rede und die Schärfe der Eharaltermalerei machten auf das andächtig laufchende Publicum tiefen Eindruck. Der Künstler steht auf der Stufe, wo er innerhalb des selbstgezogenen Kreises, auf seine eigene Weise und mit seinen eigenen Mitteln, reife Kunstwerke zu schaffen vermag. Das Pu« blicum hat dies mit stürmischem Applaus anerkannt, wel« cher Umstand den Künstler bewog, die Anwesenden mit einer allerliebsten Zugabe («Fink und Rose» und «Gar« dinenpredigt») zu erfreuen. — Gestern hielt Lewinsky in Agram eine Vorlesung. — (Allerhöchste Spende.) Se. Majestät der Kaiser haben der Ortsgemeinde Selzach zum Schul« baue eine Unterstützung von 250 fl. aus der Allerhöchsten Privatcasse zu bewilligen geruht. — (Gemeindewahl.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde Unteridria im politischen Bezirke Loitsch wurden gewählt, und zwar zum Gemeindevorsteher Andreas Svetlicic aus Unterlanomlje, zu Gemeinderälhen Franz Mikus aus Unteridria, Andreas Rupnik aus Mitterlanomlje und Matthäus Kavcik aus Unterkanomlje. — (Lev stil-Denk mal.) In Großlaschih hat sich ein Comitö gebildet, welches sich im Vereine mit dem slovenischen Schriftstellerverein die Aufgabe gestellt hat, dem verstorbenen slovenischen Schriftsteller Levstil in seinem Geburtsorte Retje ein Denkmal zu errichten. — (Selbstmord.) Aus Sag or schreibt man uns: Der 56jährige Grundbesitzer, nunmehrige Auszügler Franz Iuvan von Krace, Gemeinde Arzise, wurde am 28. Februar früh durch seinen Sohn Mathias neben feiner Schlafstätte auf dem Dachboden erhängt und be-reits todt aufgefunden. Alle Umstände weisen dahin, dass Iuvan in der Nacht vom 27. zum 28. v. M. einen Selbstmord begieng. Derselbe hatte bereits vor circa fünf Jahren einen Selbstmordversuch versucht, wurde jedoch durch zwei zufällig hinzugekommene Männer gerettet; auch hat er sich in letzterer Zeit wiederholt geäußert, dass er seinem Leben ein Ende machen werde. Mit seiner Ehe» gattin, der eigentlichen Besitzerin des Vermögens, lebte er während der 28jährigen Ehe stets in Unfrieden und wurde von derselben als nicht zum Hause gehörig be« handelt. — (Aus Sairach) berichtet man uns: Beider am vergangenen Donnerstag in Sairach vorgenommenen Gemeinde'Ausschusswahl wurden gewählt: zum Gemeinde' Vorsteher Jakob Kavcic aus Sairach; zu Gemeinde-rathen Gregor Naglik aus Sairach. Urban IeZ aus Dobrakova und Johann Vogataj aus Ledinca. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 2. März. Der Eewerbe-Ausschuss beschloss die Abänderung des KrankencassengesetzeS nach den Wünschen der letzthin abgehaltenen Expertise über die Reserve-Antheile und nahm ferner einen Zusatz an, wonach dort, wo Gewerbe Genossenschaften die Fürforge für erkrankte Lehrlinge übernehmen, die betreffenden Lehrlinge von der Versicherunqspflicht bei den Arbeiter-Krankencasjen befreit werden können. Polu, 3. März. Da« Schiff «Fasana. ist heute nachmittags nach anderthalbjähriger Reise in den indisch-chinesischen Gegenden mit dem Herrn Erzherzog Leopold an Bord in dem Lentralhafen eingelaufen. Budapest, 3. März. Der Komorner GerWh hat heute den Raubmörder Ludwig Kisz, welch" der Ortschaft Izsa da« Ehepaar Kainer und °" Enkelin ermordete, zum Tode durch den Strang urtheilt. , p Nom, 3. März. Crispi wurde nach einer «^ chung mit dem Könige mit der Cabinetsbildung oe°" tragt. , !« Paris, 3. März. Der Iustizminister verlang e der Kammer die Auslieferung Laguerre's. Lalsal« >, über die Affaire der Patriotenliga interpelliert. . Madrid, 3. März. Pigott ist gestern abends ^ eingetroffen und in einem Hotel abgestiegen; er "1^ sich mit einem Revolver im Augenblicke, wo el haftet werden sollte. ^ ., »gg London, 2. März. Das Unterhaus lehnte"^ gsgen 260 Stimmen das Amendement Money» Adresse ab, welches sich heftig tad. lnd über dle ^v» Verwaltung Irlands ansfpricht und Maßnahme" ' dert. welche geeignet seien, die Zufriedenheit des M!"^ Volkes und die' wirkliche Union GrohbritanM^ Irlands herbeizuführen. Die Opposition bereitete^ nell eine grohe Ovation, indem, als Parnell d"" , ^ ergriff, alle Mitglieder derselben sich von 'h"" erhoben und ihn mit warmen Zurufen begrüßten-^ Verstorbene. « Den I.März. Npollonia Ieunitar, Arbeiterin, 2 Hrabchlydorf 24, Tuberculose. ^M' Den 2. März. Josef Cals, hausbesiherS'Sohn. »^ I„ Kuhthal 16, Bronchitis. — Mathias Marböct, Arbeiter, ^^, Polanadamm 50, Pneumonic. — Ferdinand Gogala, ^ seher, 34 I., Domplatz 16, Tuberculose. — Iohan" ^ KutscherS-Sohn, 2 I., Kuhthal 1, Tuberculose. «M«' Den 3. M ä rz. Georg Frant, Müllner, 53 ^" ^ dämm 50, Marasmus. Im Spitale: ^ Den 25. Februar. Agnes Sustersic, 3«"^ «« I., Marasmus. «edie<"' Den 27. Februar. Francisca Vidmar. "" ^ I., 29 I.. Tuberculose. - Valentin Karlin, Arbeiter. ?nLumc»nill clironicll. Lottoziehungen vom 2. März. Wien: 85 32 58 7 A Graz: 80 14 19 17 ^^--^ Meteorologische Beobachtungen in^a^2-< ?A. Mg. 729 7 -5-8 windstill ^ebel^ g.0l> 2.2.N. 7304 26 O. schwach bew" 9 . Ab. 7318 -2-2 O. schwach ^bewöw—^ 7 U.Mg 732-1 -30 O. schwach > benM ".^ 3, 2.N. 732 0 12 O. schwach beM ^ 9 . Ab. 733 7 —22 O. schwach ben») ^ Z ^ I Tag/Zlnittel der Temperatur an den beiden ^? ^tec" und — 13", beziehungsweise um 3-6' und 3 4 Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Nagl^'^-^ Ilür Haube. ^Bss Eine Person, welche durch ein einfaches M'ttcl v,^ ^ rigei Taubheit und Ohrengeräuschen geheilt '"«"^^s^ eine Beschreibung desselben in deutscher Sprache au ^ gratis zu übersenden. Adresse: I. H. Nichols on(M^ Kolingasse 4. Oe- ! W Vom tiefsten Schmerze gebeugt, nebe" ^sz » W fertigten die für sie höchst betrübende Nachr'y' ,F,' » W es dem unerforfchlichen Nathfchlusse G°tttö >' ^' der Landwehr, Besitzer der Kriegsmev« W ins bessere Jenseits abzurufen. ,<^ N" W Hl. Seelenmessen werden in Uaibach " ^ gelesen werden. M Um stilles Beileid wird gebeten. W Arco am 2. März 1889. ,^S W Olga «antoni geb. Hossmann, Oattin^^l, W kantoni, Pri vatier, Vater. — Victor ^ ^lie W Handelsmann, Bruder. — Hermlne "" ^ sl'" W «autoni, Schwestern. — Eugenie, ^ ^lvi"" W chard und Dlga Cantoni, ^'nber.-"^ ^. ^ > Eantoni ged. Ictschminel, S«" « , W Martha und Erna «antom, 419 Course an der Wiener Börse vom 2. März 1889. «««km °M.°«n «»«r«,,».,.. «ft«" "«.„,«...„ «,,,^„ '"»^„«,.«^!^!'!^ «H^ahn«^',«^ ' ^2250 123- «^^^««4 9«9o ^ "^ N"Z"°ri^ „ ' ' '"-an 145 80 «^^^^^° ^ "/„ nieberüsterreichlsche . . , 109 lX, 110 — 5"/„ steirische...... 104 7!» —-— 5"/„ lroatisch? und slavonische . 1«ö - 10« — b°/„ NlbenbUrallche . , . . 104'7b INü'lU 5"/« Temesrr «a»«» .... 10475 K'ü 10! 5«/„ ungarische...... 104 75 1N5'1U Andere öffcntl. Anlehen. Donau-Nea, Lose ü"/„ W0 st, , 124' - 124 5« dto, «nlelhe 1»7» , , 1W,— 1<>? ^ «nleben bei Ej. 5<>«/„ 101- —'— vest, »!,ss, Uanl uerl, 4'/,°/n > >«1 75 INL'Ll, bello . 4"/n . . 99'7N100'lU detto 5Whl. . 4"/« . . W'70 u»0 10 Piiorltäts-Obligationen «iir 100 st!). sserdixand« i>t°rbl)ah!! !tn,. 1»«N I0U-U5 ION 75 Galizlsche tlarl-«ubw!a Nah» /,»/<» - «00 !l0 101 — Velo «iare Ocsttrr. Noidwestbahn . . . iu? »o IN? 9<» Slaatsbahu....... 19» 50 19!»,50 Sübbal,» ll »"/„..... 145 50 14« — » ^ 5°/„..... lül 30 121 »«, Ung. galiz. Bahn..... 10) »o 101 40 Diverse Lose (per Stück). Creblllllse 100 N...... ,85 51» ,8«' - «llary llose 40 fl...... 58^5. s.I ,_ 4"/« Dmiau Dampfsch, wo f,, , ,«4.^ ,.>>s. ^<» Lalliacher Prä,», Vliilch, li« st. zzg 95, 24 üü Ofener iiuse 40 st..... 54-,. ^5 _ PalftuLose 40 fl...... ß2^., <;., 50 «otlM «reuz, üst. Ges. v., 10 fl, ,»55 ,9 95 Mudolph Lose 10 st..... z2_ L2 5,> LalmLose 40 st...... gz ^ 95.5^ S>, Venoi« Lose 40 fl, . . . g«.^ «45,.) Waldstci» lilile Ä> st..... 44^ ^.^. Windisch Vräh Lose li<> st. . . 5» ^ 5» «<> »ew.Lch, d.»"/«Pram,'Vchulb- versch. b. Vobencredltansta« , ,7 — ,»>— Vanl - Altien (per Sliill), «nnlo Oest, Uanl li<»0 st, 60«/„E, ,84 10 13470 «nülverrin, wiener 100 st,. . ,»» 30 ««,!» 90 Äbncr. Ans», «st. 2<»<> st, S, 40«/.. 2«9'5,-Z.)«»0fl.T. 19375 194 25 D», Vobent, Eis, V, 200 st. L, 460 - 470- Ferdinands iliordb 1000 fi. - 2«k 50 Lemb, llzernow, Iassl, - ltisen- baiin Vesellsch. 2W fi. S. . . 230 - 821 — Lloyd.öst. »na,Tr!est50<>fi.llM. 405 — 4<»7 - Oefterr, Nordloeslb. 200 fi. Eilb. 183 -^ 183 50 b!o. (lit, U.) 200fl. E. . .207 50 20« — Praa Dxxer Eisenb, i5U fi.T!lb, 43 5« 44 bl» Nudoipl» Va!)ü 20U fl. Silber ,---------------- Slaa<«eis,»bahn «00 fi. Silber 251 50 ^58— Lübbahn 200 fi. Silber . . . W3 5<»l1N4 — Elld Äordd.iUrrb. Ä.200fl.CM. 1L4 - »Lt 50 tramway »es.,Wr.,170ft. 0. W. »3N — 23« 25 » neue Wr., Prioritüt«- Vctien 100 fl...... 99 50 I0V 50 Ung,'««liz. (tlsenb. 200 fl. Silber 85 50 18« - Velb Wo« Ung. «oroostbahn 200 fl, Silber 179 5« 180 - Ung.Westb,(«aab-Vraz)20<)fl,V. t»3 - :84 — Induftrie-Actien (per Vtüll), Vauges,. «ll», vest. 100 fi. . 91'ktt »»5.U «tgybier «isen und Swhl-Inb. in Wien 10« fi...... UL-50 V4.'^ «tisenbahnw lieihg., erste, W fi. 94'— »5 — »«tlbemuhl», Papiers, u. «8. », 57 75 5,8 75 Liesinaer Urauerei 100 fi. . . ioi — 104 «> Munlan Gesell, österr,-alpine l-8 80 59»». Praner ltisen Znb »es. 200 fl, 345 — 34? — Lalllv larj, Sleiniolilen 80 st, »30 —232- — «Vchlbglmühl», Papiers, »00 fl. «5 - »I«-- «Ltrnrermühl'.Pllpitrf.u.N.-«. 1»9 b<» l»0 — Irisaller K°hlenw.'«es. 70 fi. . 90 - 91- - WaNenf.°«.,Oest inW »n Italienische Uaoinolen (100 L) I 4?ü0 47 70