»rz„»kka"» l» r>r«isk: Für La,vuch »LSjlährig . . . » 1>- «« kr. halijL-ng - - - 1-2«. «-cc-llthrt«. - . i . >0 . «,ü«rli» . — . 70 , Mir der Post: »La,jährig . . . II fl. - k«. K<.L!-d,i4 . . . z , 50 «i« 'Ijichrig. . . ° . 7» . El» Lokellllog ja» Hau» vierteljährig SL kr., moucttich S kr. «n^Ive «immer- « kr. Laidacher Tagblatt. Anonyme Mitth-ilungen werden nicht Lerückfichngt; Manuscripte nicht znrückgesendel. Nkdaclio ll: »ahnholgafie Kr. »s» Lkvrdilioa und Znscrat», «srcau: S:ugreßplatz Nr. «I lBuchhaudlm, vor, I. v.jk'.einm-vr L A. Lxnberzi Znserlioa»»rnsr: giir die einlpallige Petitzeile S kr dei zweimaliger Einschaltung k Skr dreimal L 1 kr. Solertiourstemvel jedeim»! üü kr. Bei größeren Inleralen und oster«» tiulchalrung eutlprechender «oLotl. Nr. 221. Donnerstag, 26. September 1872. — Morgen: Cosmas u. Damian. 5. Jahrgang. Monnements -Linladung. Mit 1. Oktober 1872 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt." Bis Ende Oktober 1872: Für Laibach ...............................70 kr. Mit der Post...............................95 kr. Bis Ende Dezember 1872: Für Laibach ...........................2 fl. 10 kr. Mit der Post............................2 fl. 75 kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. DE" Auf das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonnirt werden, doch muß das Abonnement immer mit Schluß eines Monates ablaufen. Zum Föderalistencongreß. Einige föderalistisch-klericale Führer, die wie Ertrinkende nach jedem Strohhalm greifen, haben in letzter Zeit den Splrk eines Föderalistentages in Innsbruck auftauchen lassen, der am 22. Oktober d. I. zusammentreten soll, haben aber bis jetzt nichts erreicht, als den klassenden Riß im Lager der Ver-faffungsgegner in grellster Beleuchtung erscheinen zu lassen. Nach dem Willen der Veranstalter wollte man sich zu einer gewaltigen Activn emporraffen, welche Glicht bloS die Monarcheiibegegnung in Berlin zur .Unbcdcutendkeit zusammcnschrumpsen lassen, sondern auch die österreichische Verfassung uud ihre Anhänger wie mit einem Schlage zerschmettern sollte. Alle Männer aus den verschiedenen Ländern des Reiches, weiche den Wiederaufbau der Monarchie „auf der -efch'-chtlichen Gruudlage derselben anstreben," sollten in Innsbruck sich zuiammenfindrn; es sollten da ers chevien die Cjrchen, welche die Zeiten Ottokars des Przem yslidcn oder die Herrschaft der Fundamen- talartikel herdeisehnen; kommen sollten die Polen mit Smolka an der Spitze, welche glauben, Oesterreich sei nur dazu noch gut genug, ihnen znr Wiederherstellung des Jagellonenreiches behilflich zu sein; auch die Slovenengrößen durslen da nicht fehlen, die noch immer vergebens nach den erträumten Herrlichkeiten „SlovenienS" ausschauen. Vor allem aber schienen berufen die nationalitätsioseu feudalen Junker, die Sprößlinge jener Abenteurer aus aller Herrn Länder, die in Wallensteins Scharen dienten und ans den Trümmern uns Gräbern der gemordeten und auSgetriebeneu Protestanten in Böhmen ihre Herrschaft gründeien. Eia freudiges Willkommen endlich riefen diesem Stelldichein aller reactio-nären und abgewirlhschasteten Parteien in Oesterreich entgegen die Anhänger des Concordates, welche die Monarchie nur nach den Satzungen des Sylla-bus und der neuesten Papstdogmen reconstruiert wisse» wollen und die nirgends fehlen, wo eS im trüben zu fischen gibt. Bekanntlich wird cs die Aufgabe der nächsten zarlameutarischeu Aclion fein, durch Dotierung der Wahlreform auf Grundlage des directen Wahlsystems die Verfassung vor jedem söderalistischen Attentate sicher zu stellen. Darum wurde gerade dieser Zeitpunkt gewählt, darnin werden gerade jetzt die ungeheuersten Anstrengungen gemacht, um noch vor dem Zusammentritte des Reichsrathes sich über einen großeu Reichsrathsstrike der Tiroler, Slovenen und Polen zu eiuigen, und dann mag die Versassuugs-pariei zusehen, wie sic uoch einmal eine vollzählige Reichsvertretung zusammenbringt. Selbstverständlich — so argumentieren die Herren — ist dann der Rcichsrath gesprengt, das Ministerium gestürzt, der Föderalismus wieder zu Ehren gebracht. Aber die Sache hat denn doch ihr Häkchen. Es ist nämlich vorläufig uoch ganz unentschieden, ob es im gegenwärtige» Augenblicke überhaupt möglich, eine gemeinsame Berathnng aller versassungsfeind- lichen Elemente zusammenzuführen. Einmal sehen wir die nlrramontane Partei in zwei große Lager gespalten, von denen das eine unter Führung des Eardinals Rauscher vo» den Föderalisten nichts wissen will, sondern mit der Regierung und dem Staate seinen Frieden zu machen gesonnen ist, weil es eben seine Wurzeln noch im Staate und im Volke sucht, während das andere noch zur Declaran-tenpartei hält; ja wir sehen selbst unter der Fraktion der schwarzen Czechcn in Tirol eine Privatfehde entbrennen, die erst ausgelragen sein will. Nicht minder tobt zwischen den Declaranten in Böhmen und Mähren hitziger Streit, und sind die letzter,, gesonnen, die unfruchtbare Negation aufzugeben und im nächsten Landtage zu erscheinen. Von den Polen wird höchstens Smolka nach Innsbruck gehen, und seine Zustimmung zu den extremen Beschlüssen dürfte gewiß" nicht maßgebend für die übrigen Vertreter Galiziens sein. Was die paar Slovenen und Klerikalen betrifft, so macht ihre Abwesenheit den ReichS-rath durchaus nicht beschlußunfähig, ja was die Enthaltung der erster» oder die der tiroler Klericalen betrifft, so weiß jedermann, wie erwünscht dies der VersassüngSparlei in Krain und Tirol wäre, da dir Anwendung des NothwahlgesetzeS dein Relchsrathe frische verfassungstreue Kräfte zuführen würde. Es ist ferner nicht unbekannt geblieben, daß die nationalen und ultramontanen Abgeordneten beider Länder im Dezember vorigen Jahres die Gründe der Beschickung oder Nichtbeschickung wohl erwogen und daß sic, obwohl mit schwerem Herzen, sich für erstere entschieden, um so ciuc verfassungstreue Vertretung zu verhindern. Wir wüßten nicht, daß diese Gründe heute an Kraft verloren halten, im Gegentheis. Und gesetzt auch, es gelänge den Föderalisten, den beabsichtigten großartigen Strike durchzuführen, die verfassungsmäßige Activn zum Slillstand zu bringen, trauen sich diejenigen, die ihre Regierung«, sähigkeit zunächst durch einen brutalen Act der Zer, JeuilleLon. Die Maschinen sind geheizt. Die berfrircr „Post" bringt folgende Schilderung aus dem Arbciterleben, deren Inhalt theil-weife an Coppu's bekannten „Strike der Schmiede" erinnert: „Die Maschinen sind geheizt", meldete der Versammlung sinkender Arbeiter der Pflng'schen Fabrik eine Bekanntmachung des Directoriums am Montag der ersten Feierwoche — das hieß denn Wohlwollend: noch wartet die Arbeit und der Verdienst Eurer ; komme, wer Lust hat. Die Versammlung stieß die Einladung störrig zurück. — „Die Maschinen sind geheizt" — hüß es auch in de», Placat, das am Eingänge der Fabrik angchestet hing; der Trotz der Arbeiter spazierte stolz, die Hände in den Taschen oder die Arme uiilcrgesaßl, daran vorüber und hohnlachle und sang im Chorus: „Eiu freies Leben re." — Eine schöne, lustige Bum-vielwoche — diese erste; Geld war ja da, man uahm'S vom Ersparten, die verschiedenen Strike-kassen schossen was zu — und so fort die nächste Woche auch; solch' Leben schmeckte im Grunde ja süßer, als so sechs schwere Arbeitstage um kargen Lohn an der Drehbank sich abzumaroden — die Maschinen sind geheizt — pah! Wie das schmerzliche Gackern jener Heime, die Entlein ansgebrüiet hat und eiueS Tages angstvoll am Ufer hin- und hcrläuft, da die Treulosen aufs Wasser gegangen — just so ohnmächtig scholl und verhallte der Ruf der Fabrik: „die Maschinen sind geheizt" — vor tauben Ohren; im Sinne der Trotzigen stand es fest, che nicht stricte all' ihre Forderungen bewilligt wären, kehrten sie nicht um, so lange schwammen sie luftig in ihrem Elemente weiter. Der Trotzigsten und Lustigsten ciner war der Schlosser M., zu Anfaug — aber lange nicht, heute steht er seit zwei Tagen schon wieder an seiner Arbeitsbank —seinen Kameraden ein Beispiel, wie sie'«, einer nach dein ändern, wohl werden sämmt-lich auch thun müssen. Nur daß es ihn zuerst gezwungen hat — und wie tranrig, wie erschütternd! Der Schlosser M. hatte ein Weib und vier Kinder daheim gehabt — eine starke Familie für einen Arbeiter, nicht wahr? Jndeß sein hübscher Verdienst war doch bisher noch stets zureichend gewesen, sie ehrlich und satt zu nähren; freilich zurücklegen ließ sie nichts davon. Nun, als er mit den ändern die Arbeit unüberlegt eingestellt — da war die schwere Frage: wie ohne Verdienst, ohne Ersparnis jetzt leben? die anderthalb Thaler aus der Strikekasse wöchentlich — kaum für einen hungrigen Menschen hinreichend — was sollen füns anfangen damit? Er setzte sich überdies erste Bedenken leicht fort : „Versetzen wir, was wir haben!" Gut, ja! Uud so waudertc ein Stück der kleinen Wirthschast nach dem ändern zum Trödel — die Hälfte des Erlöses für die Familie, die Hälfte für ihn zum Flanieren, Kneipen, Spielen mit den muffigen Kameraden — das Leben währte so sorglos von seiner Seite — 14 Tage-lang, bis eben das letzte Stück auö dem Hause war; das Geld dafür nahm er schon zu zwei Dritteln an sich und nur ein Drittel ließ er der Famitie — als er da einige Tage später des NachtS einmal hcim-kehrte, fand er Frau und Kinder in bitterer Noch; siörung beweisen wollen, oere» höchste staalsmännische Leistung, als sie das Ruder iu Hunden harten, die ^undainnitalartikel, nur das Hohngclächter der Welt erweckten, wirklich die Kraft zu, heute mit ihren Experimenten durch-,«dringen > Schau die Feststellung eines gemeinsamen Programms stößt aus unüberwindliche Schwierigkeiten, da die föderalistische Opposition in eine Menge Gruppen gespalten ist, die kaum noch zusammcnhängen, vou denen jede ihre Sonderiiitercssea auf Kosten aller ändern verfolgt, so daß es an Zwist und Hader unter ihueu niemals gebricht. Kein einigendes Band verknüpft das ganze, mau müßte denn den gemeinsamen Haß gegen die moderne Cultur und deu modernen Staat und dessen Träger, das Deutschthum, dahin rechnen. Da;u ist der Glaube an die Unsehlbarkeit der Führer laugst geschwunden, das Vertrauen erschüttert, die Partei-diseipliu gelockert. Höchst bezeichnend ist es endlich, daß als erster Programmpunkt der Födcralistcncoiiscrcnz die „katho lischen Grundsätze" angcsctzt sind. Wie wir unsere katholisch polnischen und nationalen Pappenheimer kennen, können diese „katholischen Grundsätze" wohl iu nichts auderm gipfeln, als daß mau Beschlüsse heroorzurufen versuchen wird zu gunsten des Unfehlbaren, in „Gefangenschaft schmachtenden" Papstes, zu gunsten der verfolgten, ans Deutschland anSge-lriebenen Jesuiten, Beschlüsse für Wiedcrhcrstcllnng des Concordatcs, Beschlüsse gegen die freie Schule, Beschlüsse widcr die Juden uud die gottlose Presse u. s. w. u. s. w. So heischeu es doch die „katholischen Grundsätze." Hätte etwas noch gefehlt, nm den unter Pauken- und Trompetcnschull angekün-deten Föderalistencougreß lächerlich zu machen, dieser „erste Programmpnnkt" allein hat daö zuwege gebracht, er läßt deu ganzen Schwindel als eine katholisch politische Krähwinkliade erscheinen. Polüijche Ruudjchün. Vatüach, 26. September. Inland. Vorgestern trat in Pest der Bud-getajlsichuß der österreichischen Delegation zusammen. Er hat seine Berathungen mit dem Erfordernis des Ministeriums des Aeußeru eröffnet. Referent dieses Postens ist Dr. van der Straß, der schon seit mehreren Jahren als Berichterstatter dieses Ressorts figuriert. Stoff zu Erörterungen dürfte höchstens der ungewöhnlich hohe Dispositiousfond bieten, deu Graf Andrassy begehrt. Auch lassen sich die Gegner der liberalen Politik unseres Miiiisrerinmö des Aeußer» diese» Posleu nie entgehen, ohne einen Stoßseufzer über deu unglücklichen, obdachlosen Papst anzubringeu. Diese Klage gewinnt keineswegs an Ernst und Bedeuiuug dadurch, daß sic Jahr für Jahr au demselben Orte. uud iu derselben Weise wiederholt wird. Was die verlangten 440.000 fl. als Dispositiousfoiid des Ministers des Aeußern be- trifft, dürfte dieser Posten wohl gleich allen auderu vorerst ob seiner Zweckmäßigkeit und Nothwcndigkeit geprüft und erst nach dem Ergebnis dieser Prüfung ganz oder nur theilweise bewilligt werden. Mit Befriedigung nehmen wir Kenntnis von weucrcn Schritten des Uilterrichtsministers gegeu den uugesetzlicheu Bestand ultrainvmancr Winkelschuten und Eollegieu in Tirol. Die Energie, mit welcher Herr v. Stremayr, einer Aufforderung beider Häuser des Neichsrathes Folge leistend, gegen die geistlichen Gymnasien vo>ging, deren Lehrkörper aus ungeprüften Professoren besteht, trägt ihce guten Früchte, wie dies speeiell an dem ncuerrichieten StaatS-gymnasium in Bozen sich erweist. Eine Eorrespondenz ans Tirol bringt nun Kunde ciues weiteru ähnlichen Einschreitens. Der Unterrichtsmiuister hat einem, ohne behördliche Bewilligung existierenden Jesuiten Collegium in Brixen das Recht entzogen, österreichische Privatzöglinge aufzunehmen. Der Unterrichtsminister ließ sich in diesem Verbote durch den unsere Verhältnisse charakterisierenden Umstand nicht beirren, daß die gesetzwidrige Ausnahme von Zöglingen in das erwähnte Jesuiteu-Eollegium seit einer Reihe von Jahren vou den Behörden stillschweigend geduldet war. Erfreulich im Jmeresse der Schule wäre es, wenn anch eine andere, dem Leiter unseres Uuter-richtswesens zugeschobene Absicht verwirklicht würde, das Vorhaben nämlich, Prioatschüler nur an Staatö-oder öffentlichen Mittelschulen, die zu den ersteren im Verhältnisse der Reeiprocität stehen, zur Prüsung mit staatsgiltige» Zeugnissen zuzutasseu. Der Leichtigkeit, mit welcher bisher vou Privatschülern au geistlichen Gymnasien stacusgiltige Zeugnisse erworben werden konnten, wäre dadurch eiu Ende gemacht, was im Interesse des Unterrichts nur zu wünschen ist. Herr Dr. v. Stremayr braucht hiebei nicht besonders versichert zu sein, daß die Versassungs-partei derartige Thateu seinerseits lieber sieht, als etwa Bemühungen um Abänderung des tiroler Schul-aufsichtsgesetzes zu gunsten der »iteriealeu. Alle Hvsfnungcn der Staatsrechtlichen zerstieben wie Spreu, so auch der Föd eralisten-Eon-greß in Innsbruck, der trotzdem cr nur mehr noch ein katholischer werden soll, vollständig F asco machen wird. Das „Pragcr Abendblatt" hat das richtige getroffe-i, indem es betout: „Die Kirche hat überhaupt mit der Staatsform absolut nichts zu schaffen, uud die Bezeichnung „katholisch föderalistische Partei' ist somit nichts weiter als ein bloßes Aushäugschild, hiuter welchem sich ganz andere Ziele verbergen. Das behaupten nicht blos streug verfnsfungslrene, fvuderu auch gut kirchliche Blatter, denen man Sin» uud Herz sllr die katholische Sache wahrlich nicht absprecheu kaun. Mögen daher gewisse Elemente, denen der Rest von Slaalscinheit, der uns noch geblieben, ein Doru im Auge ist, ihre söderalisiischen Couveutikel abhallcu wie uud wo sie wolle», die Bevölkerung, welche treu zu Oesterreich steht und die Religio» nicht zum Deckmantel für egoistische Zwecke herabgewürdigt sehe» will, wird wohl denselben unter alle» Umständen fernebleiben." Das ist auch die zutreffendste Antwort auf die Motivierung, durch welche die „Tiroler Stimmen" den Eongreß zn retten suchen. Die widerwärtige Asfaire I. S. «skrejsovsky's hat eiu Intermezzo von - tragischem Interesse mit sich gebracht. Eines der Werkzeuge des „gerathcn-steu SohueS der Nation," der vorgeschobene Herausgeber Hodek, ist iu der Untersuchungshaft plötzlich von Irrsinn befallen morden. Der Telegraph meldet mit erschütternder Kürze: „Er bezeichnet sich als schweren Verbrecher, lacht, weint und stößt furchtbare Flüche über Skrejsovsky aus." Wir haben diesen Zeile» nichts hinznznsetzen. AnStand. Erfreulich ist die Nachricht, daß ein Gesetzentwurf über Einführung der obligatorischen Civil che dem nächsten Preußen Landtage zugehen soll. Das wäre jedenfalls die beste Garantie dafür, daß eS der preußischen Regierung mit ihrem Kampfe gegeu die Ultramon-tanen wirklich ernst ist; denn dasjenige Feld, auf dem dieser Kampf die" besten Früchte bringen kann, ist vor allem die Ehegesetzgebung. — In Bezug auf deu A l t k a t h o li ke u - Co n g r e ß in Köln wird ans Berlin geschrieben: Unter de» fremden Gästen, welche zu dem in Köln stattfinLenden Altkatholiken-Kongreß angemeldet find, wird der Name des Adjutanten des russischen Großfürsten Konstantin, Herrn Kirejcsf, uud zweier russischer Gelehrten ausgefallen fein. Der Schluß, daß das Erscheinen des Adjutanten des Großfürsten anf dem Congresse ein Zeugnis sei sür das Interesse des Großfürsten für die altkatholische Bewegung selbst, ist nicht nur naheliegend, sondern auch durchaus berechtigt. Die Sympathie der in Rede stehenden russischen Kreide für die altkatholische Bew.-guug entspringt zunächst der Abneigung gegen das Papstlhuin uud der Hoffnung auf die Anbahnung einer Verschmelzung der griechisch-katholischen Kirche mit der englischen Hoch-kirche. Die b a i er i s ch e Mi ii i ste r kr i s e ist in ein neues, gänzlich verändertes Stadium getreten. Durch das Scheitern der Mission des Herrn von Gasser ist die RegiernngSunsähigkeit der nllramonta-ue» Partei aufs glänzendste documentiert worden. Damit scheint diese siebcnwöchcntliche Periode zum Abschluß gelangt zu sein, ein sehr ernsthaftes, wenn auch in etwas komischen Allüren sich bewegendes Stück der baierischc» Geschichte. Der vielleicht ctwaS voreilig als künftiger auswärtiger Minister genannte jetzige Finanzminister von Psretzschner ist ein Herr von vielem Geiste, angenehmen Formen und großer parlamentarischer Gewandtheit. Er dürste, soweit seine auswärtige, d. H. deutsche seit gestern schou, klagte ihm sein Kleinstes, hätte ihnen die Mutter kein Stück Brot mehr gegeben, und sie hungerten doch so. Da kam cr zu nüchternem Besinnen. Er sah sein Wcib au — Herr-Gott im Himmel, wie elend, hohläugig! Ja, schlimmer als'ihr Aussehen, bis ins Mark hinein krank fühlte da« arme Weib sich; da sie kein Wort des Vorwurfs je über ihre Lippen gewagt, hatten die stumme Sorge, der stumme Gram um so verzehrender ihr Innere» dnrchnagt, am nächsten Morgen konnte sie von ihrem Lager nicht aufstehen; der Mann mußte «ach dem Arzt gehen. Als er auf dem Weg zu diesem war, au der Fabrik vorüber — las er unwillkürlich wieder jene« Placat an deren Eingang: „Die Maschine» sind geheizt." Diesmal lachte er nicht. Der Arzt kam, schüttelte deu Kopf bedenklich, — verschrieb eine Arznei, und — die letzten Groschen suchte der Mann des kranken Weites zusammen, die Arznei zu holen. Der Weg zur Apotheke führte wiederum an der Fabrik vorbei und wiederum fiel'« ihm mahnend wie ein Mene.Tekel in die Angen: „Die Ma,chinrn sind geheizt!" AchI! Da rief die Ar. beit, rief der Verdienst! — um seines schmerkran-1 kcn WeibeS willen, wie gern wäre cr in der »ach i ste» Morgcusrühc schou dieser Maschiustimme wieder gefolgt — allein der Spott feiner Kameraden, sein Gelöbnis, mit ihueu treu bei der Fahne der Arbeitseinstellung zu verharren — ueiu, es ging nicht. Abcr der Zustaud »cr Kranke» daheim verschlimmerte sich. Der Doktor verschrieb andere Medikamente, auch eine milde gute Fleischsuppe, eine Flasche Rothwei», meinte er, seien unbedingt zur Stärkung nöthig — o Gott, aber in welchem Schubladcuwiukcl hätte sich ein Pfennig vorgesun-deu, nirgends! Wo in der mauerkahlen Wohnung wäre noch ein Stück Hausrath gewesen, da» hätte zum Pfandleiher gebracht werden können? Keine», gar keine« mehr! In der Verzweiflung rannte er zu dem und dem Kameraden: „Erbarm dich, Freund! Um Gotte« willen, leihe mir ein paar Groschen!" Umsonst! Achselzucken, verschlossene Hände überall! Al« cr von seinem trostlosen Ruudgauge heimkehrte, traf er sein Wcib kalt und starr, eine Leiche! — Und seine vier Kinder umdrängten weinend und wimmernd vor Schmerz uud — Hunger den Unglücklichen, der am Pfosten des Sterbelagers saß, gebrochen in die beiden geballten Hanse sein dumpf hämmerndes Haupt gestützt, und dann — eine Flut bitterer heißer Mannesthränen seinen Auge» entströmen lies-„Die Maschinen sind geheizt" schwankend erhob cr sich, gegen Abend schon war's, und schritt hi» zur Fabrik, sich zur Arbeit für den nach-sten Tag anzumeldcu, zugleich auch um eliieu Vor' schuß bei der Directiou zu bitte», damit er >ein Weib wenigsteu» - ehrlich begrabe,, könne. Er wurde ohne Anstand bewilligt Heute steht er, wie ge,agt, wieder an seiner, Drehbank und arbeitet — stumm, convulsivisch seinen Schmerz hinunter. Er arbeitet für seine Kinder jetzt — und ihr seid gewarnt, lockere Gesellen, die ihr noch immer lustig strikt, versucht'« nicht, ihm je wieder zu nah'n mit Ueberreduug oder Gewalt, daß er wieder übertrete zu eurer Fahne; ihr würdet seinen Ricseugroll nur gefährlich aufrittteln, wuchtigem Hammer würde er zwischen euch fahren -Die Maschinen sind geheizt! Politik von ihm selbst bestimmt würde, Voraussicht § lich dem Reiche gegenüber eine loyale, we:iii auch vorsichiigc Haltung annehnien, ohne besondere Ju< timilät, wie ohne Schmollen und Hintergevanken. Vorläufig ist er allerdings noch nicht ernamtt, und! bis zu sciuer wirklichen Ernennung wird vielleicht noch einiges Wasser den Berg hinablaufen. Das große Ereignis für die Pariser ist nicht die Anwesenheit des Herrn Thiers im Elyiöe, sondern die Freilassung des Schriftstellers Edmond Ab ou t. Der „Gaulois" zeigt mit fetter Schrift § an: „DaS gemischle Kriegsgericht hat einen Beschluß gefaßt. Es hat ausgesprochen, daß der That-bestand für seine Anklage nicht vorhanden sei. In Folge dessen wird Edmond About Samstag früh in Freiheit gesetzt werden." Dazu schreibt der „Gaulois": „Wir wünschen uns Glück zu dem Abschlüsse, den die traurige Affaire gefunsen hat, und wir zollen gern der Unabhängigkeit des E a-rakierö unsere Huldigung, von welcher die deutsche Rechtspflege soeben eine Probe abgelegt hat; die Justiz hat den von der Verwaltung begangenen Fehler in loyaler Weise gntgemacht." Zur Tttgesgeschichte. — G r o ß e r S l u r m i n F i u m e, In der Nachl vom 19 ans den 20, k. wüchete in Ftume, wie dem „P. N," geschrieben wird, ein solch hefiger, »ul Regen verbundener Sturm, wie man ihn in jener Gegend seit' 1848 nicht erlebt hat. Der Starm-wirbel, der von der Meerseile kam, pack,e zuerst die k. k. Marine-Schwimmschule und hob das Breuer-gebäude so rasch wie eine Flaumfeder vom Boden empor. Einzelne Theile wurden vom Winde.sogar bis Dreuova geiragui, Das Dach selbst wurde aus der seurignoer Straße abgelagert. Zwei Matrosen, die in der Schwimmfchule geschlafen haben, fielen glück licherweise ins Meer und konnten sich durch Schwimmen reuen. DaS Eisengitter an der Akademie wurde der ganzen Länge nach zu Boten gestreckt und zerbrochen. Zahlreiche Baume wurden samml der Wurzel aus dem Boden gerissen, und ein fünfziajähnger Baum wurde in der Witte wie ein dünner Stab auS-einandergebrochcn. Fensterscheiben, Jalousien, HauS-dächer, Schindeln, Blume» re. wirbelten lustig in der Luft umher. Hunderte und Hunderie Vögel gingen elendiglich zu Grunde. Die ganze Verheerung war das Werk einiger wenigen Sekunden. — Guauohöhle in Ungarn. Einige Stunden oberhalb Gran in Ungarn befindet sich zwischen Labailau nnd TurdaS eine größere, zumeist aus Dachstcinkalk bestehende Bergmasse, '-ln dem südlichen, überaus steilen Gehänge diese- Berges, von welchem auS man bereits die am gerade gegenüberliegenden, Berae befindlichen Sieinbittche auf rochen Liaömar-nior wahrnimml, befindet sich im Gestrüpp fast versteckt der Eingang einer unregelmäßig gestalteten Hohle im Dachsteintalk, welche sich Uber eine Bierielstunde weil in den Berg hinein erstreckt. Et» eigen,HUmlicheS Ouicken und Zwitschern macht den Besucher auf z„hl-reiche Fiedeiniäuse aufmerksam, welche die Hohle zum Äusenlhalt erwählt Halen. Die „Ergebnisse" dieses Ausenlhalteö sind stellenweise in einer Mächtigteil von mehr als sechs Fuß am Boden der Hohle abgelagert, linier allen Umständen ist hier ein ausgezeichnete. Dilngstoff vorhanden, der an Interesse gewinnt als Seileustück zu jenem ezyplischen Fledermaus-Guano, bon welchem vor einiger Zeit Popp eine ausführliche Analyse publicierte. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. Local-Chronik. — (Bei der N ä tiona lb a n k» Filiale in Laibach) hat aus Antrag de- Binkoorstande» «nd infolge Ansuchens der Localdireciion die Bank-direclion den Maximalcredit für jede einzelne Firma von 50.000 fl. aus 100.000 fl. erhöht. — (Die Alten und die Jungen.) Heute am 26. d. M. werden die neuen Ausschußwahlen für die slovenische ,Ma»ica* vorgenommen. Die Zurit« stungeu zu diesen Wahlen haben wieder einmal den Zwiespalt im nationalen Lager bloß jelegt. Aus der einen Seile stehen Bleiwels und Costa mit der Wahlliste der „Alien," auf der ändern Dc VoZajak mit der Candidatenltst: der „Jungen." Man darf- aber ja nicht glauben, als ob vieser Zwiespalt etwa tief ins Leben der Partei schnitte. Aus dem Rahmen der national klericalen Opposition gegen die Verfassungs-Partei tritt die zeitweise Befehvung durchaus nicht heraus, mögen sich auch die Führer in den öffentlichen Organen noch so sehr hermnerreißen und gegenseitig mit Koth bewerfen. Es ist dies so eine längst eingebürgerte nationale Sitte, die sich genau so bei den C;echensührern wiederholt. Wie dort Rieger und Pa-lacky mit den Uiiramontanen liebäugeln, Sladkowsky und Gregr sich gern auf die Demokraten Hinausspielen und manchmal sogar hussiltscheAnwandlungen bekommen, so sind hier die Alien cizreactionär und ultramonian, die Jungen möchten gern liberal schillern, getrauen sich aber dennoch nichl offen Mi! der Sprache hervor. Einstweilen handelt es sich wohl nur um Fragen der Macht und des Einflusses. Den Jungen ist es durchaus nicht erust mit ihrem Liberalismus, hinter all dem Lärm und Lveciakel, den sie machen, lauert gar vernehmbar das „öts-toi ä'iei ^6 mötts'" (heb- dich von hinnen, daß ich mich hinfetze.) Ein altslovenischer Patriot nimmt vie Sache etwas gar zu tragisch und gieß', seinen Schmerz im ultramontanen „Grazer Volksblatt" mit folgenden Worten aus: „Es vollzieht sich mit einem Worte auch bei uns Slooenen die Scheidung der Geister in zwei La M." Daran knüpft er sodann die naive Beine, kung: „Die Scheidung ging oder geht eben bei allen Völkern vor sich, eS ist die gleiche Erscheinung bei uns nur etwas später offen geworden." -- (Selbstmord). Heule nachts hat sich der 21jährige FletschhauerSzehilse Jzna; Porenta in dem Hause feines Bruders in der PeterSvorstadt erschossen. — (Verei n swesen,) Der Krankenverein der freiw. Feuerwehr in Laibach hat für die Zeit vom 1. September 1871 bis 6. September 1872 seine Jahresrechnung abgeschlossen. Wir entnehmm dieser Rechnung nachstehende Daten, u. z, Empfänge: Emfchreivgeblihren 12 fl. 70 kr.; MitzUeverbeiiräge 221 fl, 50 kr.; Spenden 311 fl, 14 kr,; Zinsen 3 fl. 34 kr. Zusammen 548 fl 68 kr. — Ausgaben: BereinsauSlagen 249 st, 68 kr. Löhnung 30 fl, — an Mitglieder 50 st, — EonductauSlagen 126 fl. — Zusammen 455 fl, 62 ko. In der steierm, EScompie-bank erliegt ein Kapital von 306 fl. 34 kr. — I'er Krankenvereiri verfolgt edle, humane Zwecke und erfreut sich, wie die Rubrik „Spenden" constaucrl, einer regen Berücksichtigung und Unterstützung von Seite edler Menschenfreunde. — (Irrenhaus — Zwangsarbeitshaus.) Trotz des Zetergeschreies, mit dem man über uns hei siel, als wir aur die Jnhumainiät und Unzweckmäßigkeit der vom LandeSausschusie projezierten Bereinigung beider genannten Anstalten auimerksam machten, trotz der famosen Erklärung eines Fachmannes (?) in der „Laibacher Zeitung" und trotz des unbegreiflichen Votums des Lanvessaniiäisraihes finden sich doch Stimmen in den Kreisen der medicinischen Fachliteratur, welche dies Prvjeci noch unbedingter verwerfen, als wir. Wir bringen daher eine» Aussatz aus der „Wiener inedicinifchen Presse," und zwar auS der Feder deö interimistischen NedacieurS derselben, welcher vor nicht langer Zeit »och Mitglied deS krainischen LandeSsanilätS-ratheS war. Wir bringen diesen Aufsatz Dr. Gausters, wenngleich da« von demselben so hervorgehodene Ent. fetzen vor der Unterbringung so heterogener Bewohner unter ein Dach der geringfügigste der Gründe ist, welche uns daS Pryject des Landesausschusses als verwerflich erscheinen tasten. Unser Hauptgrund ist und bleibt, man schaffe nicht Provisorien und halbe Maßregeln, wo nur radicale Hilfe, eine ganze Thal zum Ziele führen kann. Der erwähnte Aussatz aber lautet: „AuS Laibach schreibt man uns, daß der unglückliche Gedanke, die Irrenanstalt zum Theile in das dortige Zwang»-Arbeu-Hau- zu verlegen, da jene viel zu wenig Raum bietet, diese aber infolge der Errichtung einer eigenen steierischen Zwangsarbeitsanstalt zum Theile leer sei, an dem energischen Widerstande der Regierung sch'iterle. Dieses Project, über das die „Med. Presse" schon vor Monaten Mittheilung brachte, hätte gleich in seinem Beginne erstickt werden sollen; denn es ist wahrlich im Jahre 1872 keine Ehre und kein Beweis für Erkenntnis der Humanitären Pflichten gegenüber den unglücklichen Irren, diese in eine Strafanstalt zn bringen und dort unter einem mit dem ärgsten Äusbunde der Bevölkerung zu verwahren. Man kann mit Bestimmtheit Voraussagen, daß eine Reihe von Kranken durch die Ueberbringung in das allbekannte Haus der Zwangsarbeilsanstalt wesentlich und viele dauernd in ihrem KcankheitSzustaude verschlimmert werden würden, und daß für die Entlassenen und die Familien der Kranken die Unterbringung in dem Haus- der ZunngSarbeusanstalt vom übelsten Einfluß wäre, daß endlich in diesem Hause der beruhigende Geist einer Irrenanstalt und die zweckmäßige Pflege der Kranken kaum zu erreichen sein werden. Man scheut die Kosten einer eigenen Anstalt, deren Noth-wendigkeit schon vor einem Decennium von dem der-malig-n interimistischen Redacteur der „Med. Presse" dargelegt wurde, welcher auch nachwies, daß eine bedeutende Zunahme der Geisteskranken zu erwarten sei und nur eine verschwindend kleine Zahl derselben Pflege in der Landesanstalt finde. Man sorgte nicht rechtzeitig sür provisorisch: Abhilfe und scheut auch Heuer die Kosten, denen man zuletzt doch nicht auSweichen kann. Man rechnet freilich nicht, wie viel Menschenglück und Meufchenwohl, wie viet Arbeit nnd ArbeitS-werthe man durch die eigene Saumseligkeit und Gedankenlosigkeit vergeudet. — (Eisenbahn Villach -Tarvi S. ) Der Bau der im heurigen Frühjahre von der Bau-Unternehmung Fritsch und Theuer begonnenen Eisen-bahn-V-rblndungsstccck- Billach Tarvis schreitet rasch vorwärts. Es wird auf allen Punkten mit möglichster Beschleunigung gearbeitet. Schon jetzt stehen die Steinpfeiler der Drau-, sowie der Gailfluß Brücke fertig da. Im nächsten Monate werden die Eisen-Con-structionen dieser beiden großen Brücken ausgestellt. Es ist trotz der ziemlich schwierigen Terraiu-Verhält-nisfe gegründele Aassicht vorhanden, daß die Eröffnung dieser 4'/, Meilen langen VerbindunzSstrecke noch vor dem concessionierlen Termin erfolgen dürfte. — (Verhaftung von Schülern,) Zufolge einer Ministerial-Veeordnung vom 14, v. M. wurden die Sicherheitsbehördeu angewiesen, von jeder Verhaftung eines Schülers einer öffentlichen Volks- oder Mittelschule, sowie von jeder gegen denselben eingeleiteten Untersuchung und dem eventuell gefällten Enderkennt, nisse, sobald dasselbe in Rechtskraft erwachsen ist, unter Anschluß einer beglaubigten Abschrift des Erkenntnisses (ohne daß deshalb der Vollzug des wider einen solchen. Schüler elwa ergangenen Strasurtheils aufgehoben werden darf) den Vorsteher der betreffenden Schule fosort in Kenntnis zu setzen, Volkswirthschaflliches. Unsere neuen Lanke n. Die „Union", Zeitschrift für Versicherun-en, bringt einen beherzigenSwerthen Artikel, dem wir nachstehende» entnehmen: Im Laufe dieses Jahre- werden eine erkleckliche Anzahl neugegründeter BersicherungS-Anstalten ihre Thä» ligkeit beginnen. Wir werden neue Institute für alle Versicherungs-Branchen bekommen, und die bekannte Jagd auf die Agenten und Acquisiteure der älteren und allen Gesellschaften wird von neuem beginnen. Wir glauben, daß die Herren Agenten durch die Er. eignisse der letzten Jahre gewitzigt wurden und eS sich wohl überlegen werden, bevor sie die Vertretung einer nengegründeten Anstalt übernehmen. Die hohe« Pr» vision-anbote werben ebensowenig mehr Zugkraft besitzen, al- das Versprechen, sehr niedrige Prämien zn bemessen, «m hiedurch da- „Geschäfte machen" zu er« leichtern. Die Herren Agenten sind hoffentlich kl>»c> geworden und werden nicht mehr so leicht auf de» Leim gehen, stch nicht mehr so leicht al» früher be. schwindeln lassen. Bor wenigen Jahren, al» «lae ganze Sammlung never Afsecuranzen inS Lebe» trat, köderte man die Organe der bestehenden Anstalre« Lurch hohen Provisionssätze; die Sache war neu und verlockend. Am Ende war eS natürlich, daß die Agenten zugriffen, indem doch jedermann gern« die Gele» genheit ergreift, sein Einkommen zu vermehren. Die waßloS niedrig normierten Prämien machten eS auch möglich, mehr Geschäfte zu machen, daß heißt, einen Theil der Clienten der alten Anstalten den neuen zuzuführen, indem leider daS Publicum meistens bei jener Gesellschaft versicherte, welche die niedrigste Prämie verlangte. Heute steht cs ziemlich anders; Publicum und Agenten sind durch die erlittenen Beschädigungen gewarnt und überlegen es sich schon, welcher Gesellschaft man die Versicherung aufzugebeu hat, welche Agentur man übernehmen kann. Es ist genügend bekannt, daß in der letzten Zeit einige Versicherungs-Anstalten zu Grunde gingen ; alle diese verschwundenen Anstalten waren aber schlecht fundiert und schlecht geleilet. Der Mangel an Kapital, die leichtsinnige irrationelle Leitung und maßlose Prä-mienschleuderei beschleunigten ihren Fall, und Taufende von Parteien, welche bei ihnen versicherten und Schäden erlitten, blieben ohne Entschädigung und sind vielleicht zu Bettlern geworden. Eine Legion Agenlen ließ sich beschwatzen, von ihnen Agenturen zu übernehmen, und diese Herren büßlen hart genug ihren Leichtsinn, indem sie durch die Heranziehung des Pu-blicumS zu diesen Schwinbelanstalten ihre früher mühsam erworbene Cliemel verloren und ihre Mitbürger ihnen selbstverständlich ihr Vertrauen entzogen habe». So sind nun diese Herren Agenien an Einkommen »nd Reputation geschädigt, und alles dies darum, weil ihnen die neuen Änstalien eine höhere Provision zahlien. Unsere großen Versicherungs-Anstalten genügen ^rm Versichcrungs-Bedürfntsse vollkommen. Ihre ausgedehnte Organisation, ihr Heer von Agenten, machen «S jedem leicht, Versicherung zu nehmen. Die Kapitalien jeder dieser Anstalten zählen nach Millionen, und ihre Loyalität bei Schadenzahlungen ist doch hin-länglich bekannt. Jeder vernünftig Denkende muß es vorziehen, die Versicherung feines Hab und Gutes oder die Versicherung feines Lebens einer Gesellschaft zu übergeben, welche die solidesten und weitgehendsten Garantien sür die Erfüllung ihrer übernommenen Ver-Pflichtungen bietet, als solchen Anstalten, welche mühsam einen GründnugSsond zusammenbetieln und bei den ersten größeren Schäden zusammenbrechen. Und kann e» der Agent verantworten, wenn er seine Mitbürger veranlaßt, die Versicherung bei der soliden reichen Anstalt aufzugeben, um sie einer derartigen „Neuen", wie wir sie hier geschildert haben, zu übergeben, welche im Falle, daß den Versicherten «in Schoden trifft, die Schadenzahlung nicht leistet? Kann der rechtliche Agent den Muth haben, alle, die ihm vertrauten, muthwillig solcher Gefahr preiSzu-geben'? Wie wir eingangs sagten, werden in diesem Jahre noch sieben neue Anstalten debütieren. Zwei Lebens«, vier Feuer- und eine Hagel-VersichernngS-Giesellschaft werden in die Concurrenz eimreten. Alle diese Anstalten brauchen Agenten und Acquisiteure, und olle diese «nstallen werden eS versuchen, den bestehen-Anstalten ihre Agenten wegzukaperu. Die Sirenenlockungen werden wieder beginnen. Wieder wird den Herren Agenten vorgefafclt werden, daß die „neue" Anstalt dem Publicum ganz außer-gewöhnliche Vortheile bietet, daß die Agenten noch nie so viel Geschäfte hätten machen können, als ihnen dies durch die neue Gesellschaft möglich wird. Und Hilst dies nicht, nun dann wird auf den Egoismus speculiert werden, man wird höhere Provisionen, ja sogar hohe fixe Gehalte offerieren. Tie alte Geschichte wird sich wiederholen, Die Präwicnschleuderei, in Verbindung mit viel zu hohen Provisionen und Spesen, wird von vornherein die neuen Anstalten aus dem Gleichgewichie bringen und die Consiguenzen hieraus liegen klar genug aus der Hand. Hoffen wir, daß die Agenten diese Zeilen beher- zigen werden; hoffe» wir, daß sie sich nicht ködern lassen und treu und ehrlich bei den Gesellschaften ble,< ben werden, die sie jetzt ehrenvoll verneten und durch welche sie nicht riskieren, ihr Einkommen und die öffentliche Achtung zu verlieren. Witterung. Lardack, 26. September. Trübe. Kalter OstwinL. In Len oberen Lä ichien Süd-weftivind. Wärme: Morgens 6 Ubr -j- 11.3, nawmit-tags 2 Uhr > 12.9" 0. >1871 ^ 14.6°; 1870 -s-!5.4".> Barometer 734.t>7 Millimeter. Das gestrige Tages-mütel der Warme -l- 12.2', um 1.9" unter dem Normale. Der gestrige Niederschlag 12.50 Millimeter. _______________ Verstorbene. Den 25. September. Dem Herrn Johaun Schaffer, Handschuhmacher, seine Fron Agms, starb im 71 Lebensjahre r» der Polanavorstadi Nr. 92 an der Entartung der Leber. - Aloisia Gecelj, Magd, all 16 Ivb«, im Civilspilat an der Abzehrung. Jgna; Poreuta, Fleischhauer, all 2'> Jahre, in der St. Pelerövorstcidt Nr. 44 hat sich selbst eischossen. Telegramme. Pest, 25. September. Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation erledigte das Budget dkö gemeinsamen Finanzministeriums; in der Generaldebatte über das Budget des Ministeriums des Aeußern gab Graf Andrassy sehr eingehende und mit allseitiger Befriedigung aufgenommcne Erklärungen ab über das Gesammtgebiet der auswärtigen Fragen, wornach Titel I inclusive den Dieposilions-fond nach dem Regierungsantrage angenommen wurde. Wiener Börse vom 25. September Geld Dari >»rrc.«csle, öft.Pav Geld Ware! . . »L .",0 SL ^r>>. . 84.-5 Z5 75 dko. «S.ioEilb. 7,^ 7, 40! jsse von 1854 . . . 23 25^ Si!i>b..KeI.,llüt>«i»fr. 112.- 112 2Z dto. Bons 6 vLi. —- . 2i>rdb. ,1vo II. LÄ.) 102 75 103.2t >2.5> SIaaI«bah» Pr. Slück 122.— 130.-Slaat«d. Pr. Sl. I8S7 I2K— Iso. Rnd-ll»b.(Lvuk>. »u.-o >>1 -H-au,-Zos.<«x>s.K.i iui.lv Idi.Lv voll I88V, aa»» 102.7s!(>.!.-5 ,'osi »ou 18«v, suvfl 1»3.2> 124 SrLmievtch. ». 18«« . 1^.50 1«« 7z Slkicrrnarl »uL,«;. ^ lärnren. Kran» ll. »üft-uland b lagaril. . zu ö iroal.u. Siav. S richesbürg. . ö FUri«». -iationalban! . Srkditanstalt . ____ ». ». «»coinpre'Aes. 10Z > u»L r»,lo-österr.>Sank . zg-, 00 »w. -B°dencr-d.-N. rx«.- r70 .— O-st. HN>oib.-Banl .> 8«.- IV2 --«trlrr. !kecomvr.-K!. L87 —. »raako - Austria . -Ii28.75 >2S — »«s. Kcrd.^lordb. . 21 01 2^70 Stldk-Hn-H-Icllsch. 208 40 »S.7L »s.- 82 -- 82 25 75 64.— 78.75 8V.L!, 8-4 87>> — »1,8.75 »68. Ü2Ü.S0 »2».7V Kredit ö. iS. ,u iv» ft. LM. . LrirSer IVO ft. ÄM. »to. Sv ft. ö. W. ^lco-r . «0 ft. ö.w Salm . , 4» . P-lffr - . . ^lary . , 40 , Sr. AcnotS. 40 , üündilchgratz 2>> , Ä>aldft«>o . 20 . «rzievl» . 10 185 Lt> I««. - 1v 4U — »I ! 28.50 2V--^ S«.-, »8 -Sj,. —I SV — 21.- 2b.-22.5« »>- Anffekomuiene Fremde. Am 25 September. Sprin;vlo Ankoniv und Sprinzolo Giuseppe St Veit. — Morgenstern, Wien. — SimoiM,, Lichten-wald. — LeSjak, Pfarrer, Landtzraß. — Obscc, Lvvpe-rator, Litlai. — Koprivniker, Sava. — Knecht, Wien. — Svetee, Notar, Jdria — Umet, Veldes. Tinnaüer^ Agram. Genlilli, St. Daniele. — Wcidinaer mit Frau, Triest. - Gewilsch, Wien. T» Unlerbcrger. - Forstel, Kausm., Krain-bnrg. — Le»;l, Kanimanii. — Dr. v. Keller, k. k. Ober-Laiide-gerichlSrarh, Wien. lüiirnz»«. Raic, Triest. — Acschitz samml Frau, Slein. — Jllic, Proscffor, Zara. — Anna von Slreeruviy, Sleier. — Fibinger sammt Schwester, Prag. — Meggiacini, Venedig »af. Lancaric, Bannnlernchmer, Finme.^ -- v. Rauschensels, ^iigenienr, mit Müller und Sohn, Villach. — Dcmschs'r, Lehrer, Seiwseifch. — Dennelj, Lehrer, Adelsberg. " 'V-». Zur Nachricht! Zur Beriihignng aller, welche mich als Geschäftsführer betrachlen, ,eige ich an, daß ich laut hochlöt», k. k. landeSgerichlückien Edu-tc? ddo. Laidach am 31. August 1867, Nr. 4477, eingeschzllet in der >^aibachcr Zeiinng" vom 9. Sepiember 1867, selbständiger ünhaber und Besitzer der Kleiderniederlagen in Laiboch und Gör, bin und cmch alr solcher haiidelSgerichtlich prolokoNierl wurde. Laibach, am 2t!. September 1872. (558 1) ______________.kolirlinl IZacIr. Miurillisie Lieitation. ^1,» V. »I werden im Casino-Getände, 2. Slock in der ehemaligen Baron Schweiger'schen Wohnung, vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 Uhr angesangen eine große Anzahl verschiedener EinrichlungSstiicke, Uhren ;c. licitando veräußert werden. Das Näher, besagen die Anschlagzettel. (55-i-S> Ä»1?iliu1iW»g. In der 1«. «üdelf-ftitt. »oS.ib ".50 rü.Li s» (»IX-a.) 100 fl. stidd.w. ^at>.Si>I»b-rd-Bab». riu 7b 2.>>v.2!> lkacl-Ludwig-Lat» 2»«.- 5» »>ct>enb.Sil-Iivaha !l7!<.—!',!> 5» »iaa««dahn. . . .^re.-»i-7 i. «a»l.grai,,-aol-f!>b. .223. io r». Mst.-Sarcler 72 AI- Sl»>. vlild-ffiiim. Bahn I78.!»17» — «attoa. ö.W. veri,»!> »2 3» !>j.50 «all.vtuvj-Lueaten. tllz. vod.-LrcdUaaft »ag.Sft.Sod.-^redtl »to. iu », rack,. 8S.2; S!>. v t0.Aranc««N 8 !!v «2 7« 42.7» Lit 5.25 8.7r> ».7« > 1>iS 5« 10«. IVS Telegrafischer Cursbericht der Filiale der Ateierumrll. Escomptebank in Laibach, von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 26 Sepiember üperz. MclalliqueS mit Mai- und November-Zinsei, 65 35. — 5perz. National-Anlehen 70.40. — 181,0er Staats Anleben 102.70. — Bankaktien 875. — Credit 331.70. Änglobank 8ll.—. — Fraucobank 128.75. — Lombarden 20^.40. - Unionbank 270.50. - WeLSleibank 315.50. -Baubank 138.80.— Anglobaubank 219.50. — Vereiuöbanl 168.40. - Hypolhekarbauk 228.75. — Tramway 324.—. für Mädchen der Il'liM Ilutll .1 Spitalgaffe Nr 271, beginnt der sechsklassige Unterricht am I. OIttuI,S>- «I. Das Nähere geben die in der obbezeichnelen Wolmnng vor liegenden Programme, welche anch ans Verlangen portofrei eingesendet werden. (505—3) London 109.—. - Silber >08 40. 5.24. — 20.Fr«mc-Sillcke 8.75. K. k. Münz-Ducaten ki-8le öffentlioliö tiötisne Mück-IMmisll in WIIM, 1irittor8tni886 M. 32. ^»1*1 IHiootor. Die Vortrüx«? bexinuen anfangs 0>itokor> Liusclireibuiigvu tiinlen vom 26. 8<.>pto«dor an ststt. — l'rogranimo (inrcli >Uo Direktion (500—l0) Dir'ecto»'. Gedenktafel äber die mn 2 8. Sep. tember l87L stalift,-drnden Licitationen. 2. Fcilb, Skert'sche Real., Hrnäice, BG Laas. — Neliz Rns'scher Besitzlechie, Rodo-teiidors. BG. Siliich - 2le Feilb., Virant'fche Real., Se-merjen, BG. Laibach. Wiens billiafte Ciukaufsquelle in lUMNck, LlM>» M »l!W Kim» Osdriitlsl' I»i6MÄN8ANU8, Bnuernmarkt I t (492 Selbe empfehlen ihr reichliches Lager obiger Arlilel bestens »nd essectuieren Aufträge auS der Provinz gegen Nachiiabttie schnell »nd solid mit 5"^ Kasse Scvnw bei 23) Druck »»L 8t>» *-