-riullmeranoas-preisk: Für Laibach: »ä^rig rs !r,, ^ouallich » kr. ^'l>etue Nummern tz kr. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt: Manuskripte nicht zurückgesender. i? c L a k t i 0 » : Äabnbofgasie Nr. i.'j, Lrpcdiliou und Inseratra tiurran: »onyrehxlal! Nr. 81 iBuchdandliu g von I. »,:t!einma>>rL F. Bamberg>, Znscrtionsiircisc: Wr die einspaltige Petitzeile s k bei zweimalig, r Einfckalkung L vkr dreimal L 7 kr. Jnsertion«flc,n»cl jedesmal SV kr. Bei größeren Inseraten und öftere» Einschallung entsprechender Rabatt. Nr. 134 Freitag, 14. Juni 1872. — Morgen: Vitus. 5. Jahrgang. Die Civilehe — eine Todsünde. (Schluß.) ^ ..Weit über ein Jahrtausend, nachdem das ^-hristenthum in Europa zur herrschende» Religion geworden, blieb die Ehe noch unter dem Schutze der bürgerlichen Gesellschaft und des gemeinen Ncchics. Aber die Einmischung der Priester, die >eit Gregor VII. selbst familienloS im Dienste einer auswärtigen, despotischen Gewalt waren, ließ nicht auf sich warten. Man wußte sich vorerst in die Gnnst der Frauen zu setzen, die Verlobten sollten vor der bürgerlichen Vereinigung wenigstens die Absicht der Eheschließung in der Kirche offenbaren. Nicht lange dauerte es, so stellte man den Satz auf, der Seelsorger habe die Zulässigkeit des Bündnisses zu erörtern, bis man endlich geradezu mit der Behauptung herausrückte, die Ehe fei ein Sa -er a ment, der kirchliche Act sei das allein giltige für die Schließung derselben, die geistliche Gerichtsbarkeit dürfe ausschließeud bei Ehestreitigkeiten in ^"mmnen werden. Wie gewissenhaft man ^ Werke gegangen, möge aus Folgendem cr-dem Worte „8iiorLw6iituui ^ welches Iprünglich Eidschwur, insbesondere Soldateneid bedeutete, übersetzen die Bearbeiter der Bibel das öriechjschx Wort Geheimnis. Bei alte- rn lateinischen Kirchcnschriststellern bedeutet daher ^eramontum auch jede geheimnisvolle Lehre oder Sache, ja das Christenthum selbst. Heule braucht Man das Wort in der Kirchensprache zur Bezeichnung einer heiligen Handlung, welche unter äußeren iwiiensälligen Zeichen innere geistige Güter vermit-Als besonderes Merkmal eines Sacramentes ^bt der Katechismus an, daß es ein von Christus selbst eingesetzter feierlicher Gebrauch sein müsse, wobei der, der ihn würdig begehe, durch sinnliche Mittel und Zeichen gewisser göttlicher Gnadenwohl-thaten theilhastig werde. Nun findet sich aber in den Urkunden des Christenthums bei der Ehe nicht die leiseste Spur einer Einsetzung durch Christus, uud kein Gottesgelehrter der Welt hat bis jetzt eine solche zu beweisen vermocht. Nichtsdestoweniger wurde auf der Kirchenversammlung zu Florenz l439 uud auf der zu Trient 1547 die Ehe unter die Sacramente ausgenommen und die Lehre von den sieben Sacra-menten zum Glaubensartikel der römischen Kirche erhoben. Die Art und Weise, wie man. die Einmischung der Kirche in das Heiligthum des Familienlebens begründete, war eine einfache Lüge. Ueber-haupt wurde der römischen Hierarchie bei ihren Praktiken, bei ihrer fortgesetzten Begünstigung der Lüge, bei der sorgfältigen Pflege des Wahn-, Wunder- und Teufelglaubens unter den Massen die heilige Schrift immer uubequemer. Sie wurde daher einfach escamolirt. Legendeufammlungen und fromme Trakiällein wurden in Menge verbreitet uud gelesen, die heilige Schrift, das unverfälschte Wort Gottes aber dem Laien verboten, und als die Albigenser, Waldenser, Wiklef, Huß und Luther sic in die Sprache des Volkes übersetzten, sogar durch Henkershand verbrannt! Tradition und Pfaf-fenlegendcn sollten das Evangelium gänzlich zudecken, der große Unterschied zwischen dem ursprünglichen Christenlhume der Evangelien und dem römischen Papstthume nicht bemerkt werden. Aber dabei blieb man nicht stehen. Christus und die Apostel lebten arm. Mäßigkeit, Uneigen-nützigkeit, Selbstlosigkeit sollten die sittliche» Grund- lage des christlichen Lebenswandels bilden. In den früheren Jahrhunderten der Christenheit wurde der Krämergeist in der Kirche noch nicht geduldet, eingedenk dessen, daß Christus selber die Krämer und Schacherer aus dem Tempel hinansgepeitscht hatte. Der heilige Augustiaus weigerte sich ausdrücklich, Vermächtnisse, welche Familienväter für die Kirche bestimmt hatten, auzuuehmen, weil dadurch die Kinder an ihrem Erbe verkürzt würden. Der heilige Chryfostomus ermahnte die fromme Matrone Olympias, mit ihren übertriebenen Schenkungen an die Kirche inneznhalten. Doch das dauerte uicht gar zu lange, die Kirche nahm alsbald alles an, und ihre Diener konnten sich nicht fett genug mästen. Ungeachtet die meisten Schenkungen an die Kirche Liebesgaben für die Armen waren, kan» man sich kaum etwas empörenderes denken, als die fauleu Bäuche der Klosterhocker uud Mönche uud das weltliche Prassen und Schwelgen der hohen Kirchenfürsten und Aebte, die sich Nachfolger der Apostel nennen. Als der weltliche Besitz, die frommen Stiftungen nnd Schenkungen der Gläubigen, der Reliquien- und Amuleteuschacher, der Ablaßvcrkauf rc., nicht mehr ausreichen wollten, um das zahllose Hof, Stall-, Jagd-, Kammer-, Küchen- und Kel-lergesinde mit den Lustschlössern und der Maitressen-wirthschaft der Kirchenfürsten zu unterhalten, wurde man höchst erfinderisch in allerhand Speculationen auf den Aberglauben des gemeinen Volkes und auf die Sündenangst der Vornehmen. Die bisher durch das Sündenbekenntnis und die Rene und Bnße erlangte Absolutio» wurde verkauft. Der vornehme reiche Sünder zahlte eine Summe, und er ward als eugelrein erklärt. Um vieles Geld wurden besondere Altäre uud Bilder in der Kirche privilegirt JeuilleLon. Tagebücher meiner Nilreise. Lou Aranz Wnllner. II. Serie. 4. P h i l ä. g, Bom 13. bis 16. Jänner 1872. Drte« 0" Kalabscha bis Dendur bricht au vielen wall Wi',six„sa„d bis über deu Granit- auf ei» "ngcfähr wie die Lawine in den Alpen zarte Sand ö^i>rend niederstürzt. Der glänzende, dem ar,«.„ gelben Schneefeldern, er raubt ihn „äln'l "bier Zoll für Zoll den Boden, der fetzen, Zwingt ihn, seinen Stab weiter zu Zerstörte»^ kommen an verlassenen Dörfern, an der Ata» , ^Husten vorbei, an Burgruinen aus ^eberreü ^ ^ lienau so aussehen, wie die über an Ritterburgen. Wir fahren voraus de,- an Höhleu-Tempeln, meist ^nreibc» cgyptischcn Zeit, oft in schönen Säu- Tri,mm"halte», '»eist aber in Schutt und Ewer Ki,»s,s-wunderlich geformte, wie von weckst,, ' r aufeinander gethürmte Felskolossc beiden^ 'u°"°tonc„ Wüstenhügeln ans weiten. Eine Strecke von ungefähr zwei englischen Meilen hat ein Heuschreckenschwarm bis auf das letzte keimende Atom abgcsrcfscn und die ganze Hoffnung der Bauern vernichtet. Die Männer, die zu uns ans Ufer kommen, tragen ei»e» Dolch, der mit einem Riemen am nackten Oberarm befestigt ist, und am Gürtel ein gewundenes, zweischneidiges scharfes Messer. Um den Hals, wohl auch am Leib haben sic Ledertäschchen hänge». AmulctS gege» Verzauberung, die sie sehr zu fürchten scheinen. Gegen Abend hatten wir vor Sonnenuntergang, der den ganzen Horizont wieder mit Hellem, flüssigem Gold überzog, das reizende Schauspiel einer Fata Morgana. Mitten auf dem Fluß, in dem wir den von der Sonne bestrahlten Weg, wie auf einer goldenen Brücke langsam fort zu gleite» schienen, sahen wir eine grüne Insel von unbeschreiblicher Frische der Vegetation, mit einem kleinen See. Langsam zerrann zu unserem Schreck die ganze Luftspieglung, als ob der Strom sie verschlungen; es ist „Wasser des Scheitan", meinten ruhig die an die wunderbare Erscheinung gewöhnten Schiffsleute. Der Neumond zeigte in einem zierlichen, kaum merkbaren, horizontal liegenden Streifchen feine Ankunft an, während der übrige, ganz sichtbare Theil als schwarze Scheibe erschien. Die Sandseldcr in einer weiten Ausdehnung bieten, wie ich schon früher erwähnte, bei Sonnennntergang nnd im Vollmondlicht genau dieselben Erscheinungen, wie beim Alpenglühen die Hochgebirge in der Schweiz. Es sind aber Farben, wie sie kein Maler mischen kann, ohne den Vorwurf der gröbsten Uebertrcibung ans sich ;n laden. Die Berge im Hintergrund schließen das schöne Landschaftsbild so vollständig ab, daß man glaubt, auf einein großen Binnensee zu fahren. So spärlich hier die Vegetation sichtbar wird, so prächtig gestaltet sich in der Glut der Tropensonne alles, was da reift. Lupinen uud andere Hülsenfrüchte blühen in den frischesten bunten Farben, die Duinpalme, welche uicht wie die Dattel in einer einzigen «nächtigen Krone sich aufwölbt, sondern sich i» viele fächerartige Zweige spaltet, so wie die Tamariske und die Nilakazie, finden wir in mächtigen, schattenspen-denden Ricsenexemplaren vor, auch komme» wir öfters bei unseren Fußwanderungen an Mimosenbüschen vorbei, deren fingerlange, feste und elastische Stacheln unsere Kleider nicht ohne stückweisen Tribut loölasfcn. Es ist schwer von Korosco an, wo die Kara-waueustraße durch die große nubische Wüste nach Kartum mündet, ans dem Gewirr der verschiedenen Pilgerströmungen die Eingeborne» heraus zu finden. Wir finden hier schon auf den ebenholzfchwarzen Hänptern den Wollschädel des Negers, während ein so daß jeder, der zu ihm pilgerte und vor ihm belete, eine gewisse Zahl von Jahre» Ablaß der Sünden genoß. Dazu allüberall da; Messelesen um Geld, die Entweihung des Sacramenles für nichtige Zwecke der Reichen und Vornehmen. Es erregt Slanneu, wenn man die Blätter der Geschichte umschlagt und findet, wie lange die christlichen Bevölkerungen fich den wälschen Unfug ihres PriesterlhumS haben gefallen lassen. Der päpstliche Stuhl wurde unter französischem Einflüsse nicht nur in Mignon, sondern auch in Rom von Menschen besetzt, von denen man nicht zu viel sagt, wenn man sie moralische Ungeheuer nennt. Papst Johann XXIII., Alexander VI., Leo X. und so manche andere unfehlbare Inhaber des päpstlichen Stuhles waren Scheusale, Wucherer mit dem Heiligthum der Religion, die förmliche Taxen erfanden, nach welchen sic den Ablaß für alle möglichen Sünden seilboten, die überdies wie Sultane lebten und mitunter Nonnenklöster zu ihren Haremen machten. Solche Männer, die frevelhaft alles Familienleben zerstörten, führten das große Wort in der Ehegesetzgebung. Das von der Ver-nunft gebotene, vom gemeinen Recht aufrecht erhaltene Berbot der Ehe zwischen Eltern und ihren Abkömmlingen, der Schwieger- und Stiefeltern mit den Schwieger- und Stiefkindern, der Geschwister, der Oheime mit den Nichten, der Tanten mit den Neffen, erweiterte das kanonische Recht auf das unnatürlichste; es untersagte selbst die Verbindung zwischen Dritt- und Andergeschwisterkind, so daß die Seitenverwandschaft noch im vierten Gliede ein Hindernis bildet; ja es übertrügt das gleiche Verlöt auch auf die Seitenlinie der Schwägerschaft, lbschon das mosaische Gesetz, das doch für göttlich i.ijpirirt auSgegeben wird, de» Schwager zur Ehe mit der kinderlos verwitweten Schwägerin sogar verpflichtet, nm dein verstorbenen Bruder Nachkommenschaft zu erwecken. Nun hat sich aber die Kirche in sämmtlichen verbotenen Graden der Ver-wandtschaft oder Schwägerschaft die Ermächtigung Vorbehalten, gegen Erleguig einer gewissen Summe die Dispensation zu ertheilen, ohne im geringsten Skrupel zu fühlen vor dem Verletzenden, das dieser MiSbrauch für den Armen haben muß, der bei den Mittellosen für unsittlich, für eine mit den ewigen Höllenstrasen belegte Todsünde erklärt sieht, was der Reiche und Bemittelte für Geld haben kann. Der Staat ist demnach nur in seinem Rechte, wenn er den Anspruch der Kirche auf alleinige Be-urtheilung und Beherrschung des ehelichen Verhält-nisses als unbegründet verwirft. Auch der Staat ist eine sittliche Macht, und insofern die bürgerlichen Wirkungen der Ehe den allgemeinen Zustand mit berühren, hat er den allernächsten Beruf, dieses Ve» hältnis zn benrtheilen, zu regeln und zu beherrschen. Dabei bleibt es dem Gewissen eines Jeden überlassen, sich zum bürgerlichen Acte auch die kirchliche Weihe zu verschaffen. Wenn das Staatsgesetz eine Ehe für zulässig erklärt hat, so ist damit dem Bürger das Rech:, sich unter diesen Bedingungen zu verheiraten, zugesprochen, und keiue theologische Kritik, kein cleri-caler Fanatiker hat das Recht, ihm dieses zu verkümmern. Aber unwürdig ist es des Staates und das Institut der Ehe herabsetzend, wenn er bloS die fakultative Eivilehe, diesen Noth- und Verzweif-lungsbehelf der Verlobten, denen der Geistliche die Trauung verweigert hat, gestattet. Der Staat muß daS Institut der Ehe wieder ganz an sich nehmen; legt sich der Staat den Beruf bei, eine Ehe unmittelbar zu genehmige», so muß diese Cioilehe wie iu Frankreich obligatorisch gemacht, d. H. in jedem Falle verlangt werden, dann wird es einem fanatischen Pfaffen nicht mehr einfallen, von Coucubinat und Todsünde zu faseln und die Gewissen zu ängstigen. Politische Nmldschau. Laibach, 14. Juni. Inland. In der vorgestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses legte der Finanzminister einen Gesetzentwurf betreffs Erhöhung der Dotation des Hofstaates von 3,üö0.000 auf 4,050.000 Gulden für die cisleithauische Reichshälfte vor. Der Gesetzentwurf wird dadurch begründet, daß die bisherige Dotation aufs knappste bemessen sei und bei den allenthalben gestiegenen Preisverhältuissen trotz aller Sparsamkeit den nothwendigen Ansprüchen nicht mehr genüge. Die Erhöhung sei daher zur Vermeidung des Deficits im Hoshaushalte unumgänglich nothwendig. — In derselben Sitzung brachten Dr. Fuchs und Genossen folgende Interpellation ein: „Gedenkt der Cultusminifter die katholischen Seelsorger anzuweisen und zu verhalte», daß sie iu den von ihnen geführten Matriken auch die die Altkatholiken betreffenden Eintragungen in diese Matriken vornehmen, oder solche Eintragungen in diese Matriken durch RegiernngSabgeordnele zu verfügen, oder für die Altkatholikeu die Führung eigener Matriken zu veranlassen? Zur überstaudenen Ueberschwemmungsnoth in Böhmen bemerkt die „Bohemia" : „Vou den ver- schiedensten Seiten komme» Mitteilungen zu, welche constatiren, daß die werkthätige Hilfe, die der Statthalter bei seiner Bereifung den von dem großen Elementar-Unglück betroffenen Gegenden und Gemeinden allüberall brachte, den besten Eindruck hervorrief. Die intensive Aufmerksamkeit, welche anderer Stamm sich die schönen Haare in der Mitte beschnitten wachsen läßt; ich empfehle diese höchst kleidsame Haarfrifur allen europäischen Dandys. Ein großer Theil der Bevölkernng geht bis auf den Schurz nackt, andere tragen große weiße Decken, wie eine Toga um die Achsel geschlagen und malerisch drappirt, ein kleinerer Theil bedient sich der reichen Fallenkleidnng der Bedninen. Die Weiber tragen das Gesicht unverhüllt, die triefend fett gesalbten Haare in tausend Zöpfchen geflochten, sie sind an der Stirn und um den Hals mit dünnen Goldplatten behängen, in dem linken, durchbohrten Nasenflügel tragen sie einen größeren, im Ohrläppchen einen starken, an der obern Ohrmuschel einen zweiten kleinen Ring, am Oberarm uud Fußknöchel dicke silberne Spangen. DaS schöne, wenigstens meistens schön geballte Geschlecht ist sehr zuthunlich und wenig schen, doch möchte ich keinem Chawage rathen sich die geringste Frechheit zu erlaube», wenn er nicht Lust hat, den Versuch zu machen, wie tief eine nubische Lanze oder ein krummer Dolch i.i europäisches Fleisch cinschneidet. Die nubischen Weiber stehen, im Gegensatz zu den Egyptierinnen, in Bezug auf ihre Sittlichkeit im besten Ruf, wie auch der Nubier fester, besonnener und im Handel viel ehrenhafter ist, als der Araber. In Korosko stiegen wir, durch widrigen Wind festgehalten, ans Land und gingen einige Stunden zu Fuß am Ufer entlang. Ein elenderes Nest, als dies, exiftert selbst im Orient nicht, und das will viel sage». Miserable Lehmhütten wechseln mit offenen, aus Palmblättern geflochtenen viereckigen Baracken. Am Ufer füllen Neger zahllose kleine Schläuche mit Nilwasser für die Karawanenzüge nach Kartum. Es ist dieser Wüstenweg einer der gefährlichsten in ganz Afrika, da der Wanderer nur einmal, in der Mitte desselben, auf halbbrackiges Wasser stößt. Wenn man weiß, daß der kräftigste Mann nicht zwölf Stunden ohne Wasser in der Wüste leben kann und der gefürchtete Chamfiawind, der Schrecken der Reisenden, dasselbe in wenigen Stunden auS-trockuel oder faulig inacht, kann man sich vorstellen, wie bei jedem Schritt, während der vierzehn Tage, in welchem eine Karawane im besten Fall Kartum erreicht, der Tod in seiner schrecklichsten Gestalt ans den Wanderer lauert. Auch der räuberische, un> bezwungene Beduinenslamm der Bischaris hilft die Gefahren dieser Einöde »och vermehre», ohne daß dieselbe», so wenig wie die zahllosen, im Sande bleichende» Knochen neue Wagehälse abschrecke», den Todesweg zu versuchen. (Fortsetzung folgt.) i Baron Koller der Frage, wie die furchtbaren Schaden nach Thunlichkeit gründlich und nachhaltig zu heilen, überall zuweudete, die leutselige Weife nnd eingehende Sachlichkeit, mit welcher er diese Frage mit Gemcindegliedcrn und Gemeiude-Bor« ständen erörterte, die jede Rücksicht auf eigene Bequemlichkeit hintansetzende Energie, mit welcher er überall sich durch eigenen Augenschein von den Verheerungen zu überzeugen trachtete, imponirte einerseits und gewann andererseits die Herzen der Leute in solcher Weise, daß sie nnd fpe-ciell auch der czechische Theil der Bevölkerung durch diesen Besuch lernten, die Wirksamkeit der Regierung mit ganz anderen Augen zu betrachten und ganz anders zu beurtheilen, als es ihnen lMk von den nationalen Organen gelehrt worden war-" Die jüngst gebrachte Meldung vo» einer M o n« a rch e n - Z n s a m m e n k u n ft findet nun ihre Bestätigung. Die „Kreuzzeitung" weiß zu berichlen, daß nicht nur die Eutrcvue erfolgen, sondern sogar in Berlin erfolgen und der Kaiser vo» Oester > reich mehrere Tage der Gast des deutsche» Kaisers sein werde. Ein Jrrtham war also nur bezüglich des Ortes der Zusammenkunft vorhanden, und viel- -leicht da nicht einmal; denn die „Kreuzzeitung" schreibt weiter: „Es scheinen allerdings seitens des Eomitss (für sas Stein-Denkinal) Einladungen an die drei Monarchen ergangen zu fein." Die politische Tragweite der geplanten Kaiserbegegnung liegt auf der Hand. Nicht nur werden die freundschaftlichen herzlichen Beziehungen Deutschlands und Oesterreichs noch mehr gefestigt, der Friede erhält eine ueue Garautie uud — ttis last not loast — die czecheu-freundliche, deutschfeindliche Jntrigne vollends den Todesstoß. — Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Czar — welcher im September jedenfalls in Deutschland weilen dürfte — an dieser Begegnung theilnehmen. Die kroatische Frage cnlminirt darin, ob es der ungarischen Regierung gelingen wird, daß die 31 kroatischen Delegirten für den Reichsrath in Pest der deakistischen Partei angehören. Nur unter dieser Bedingung will Lonyay Zugeständnisse machen. Die nationalen Bläticr erheben keine Opposition dagegen, sondern verhalten sich auffallend neutral, ja sie heben sogar hervor, daß Beide, ihre Parteigenossen und die ungarische Regierung, ihren guten Wille» beweisen müssen, um zur Verständigung zu gelangen. Anslaud. Die beiden Häuser des preuß. Landtages sind durch eine königliche Ordre von: 10. Juni bis 21. October vertagt worden. Der Vertagung waren Sitzungen beider Häuser voraus» gegangen. Im Herrenhause wurde der auf die Vertagung gerichtete Antrag des Grafen Münster vo>» Referenten Grafen Behr-Negendank mit einem H">' weise darauf empfohlen, daß die Jahreszeit für dk Berathung einer so wichtigen Vorlage wie der Kreis' ordnung nicht geeignet sei, worauf Herr v. Kleist' Retzow die Krcisordiiungs-Commissioii gegen de» Vorwnrf der tendenziösen Verschleppung verwahrte-Jm Abgeordnetcnhause referirte Abgeordneter E Friedeuthal über den Vertaguugsantrag uud empA den Mitgliedern, die Ferien zur Propaganda N die KreiSordnungs-Vorlage zu benützen. Der „B. B.-C." bespricht die baieris^^ Zustände in sehr launiger Weise uud zieht folMO' den Münchener Hofkreisen gewiß sehr unange'E Nutzanwendung: „ES scheint der baierischc" / gierung zu entgehe», wie sehr sie durch ih* halten die unitarifchcn Bestrebungen befördert, 'EA Anthcil gerade sie selbst daran hat, wenn d>c o siniiung der Bürger immer weiter über die ^ , zen der Versailler Verträge hinauSgrcift. ^ wer deu Blicken der Menge nicht die inindcste sicht bietet, der provocirt diese Blicke, ^ch gehen; wer von der angestammten Machi v Hilfe erwartet, der erträgt den Gedanken (wenn er nicht gar den Wunsch e"'pst" eine stärkere Macht jene Aufgabe »> ) ziehe." Boshaft, aber gut. Die Reise des Kronprinzen Humbert nach Berlin bildet noch fortwährend das Hauptthema rn der europäischen Presse. Die taktlose, verbissene Art und Weise, in der die Pariser Blätter, sogar der Regierung nahe stehende Journale nicht ausgenommen, den Ausflug besprachen, und namentlich Lehren, die sie bei dieser Gelegenheit Italien iu erthcilen für nothweudig erachteten, haben jen-leits der Alpen viel böses Blut gemacht. Die „Ga-Ma d'Jtalia" macht sich zum Dolmetsch der Ge-luhle des italienischen Volkes, wenn sie die sranzö-I^chen Insolenzen in energischer Weise zurückweist. -oewndere Beachtuug verdient der Schluß des Ar-"bls: „Wir wünschen, lautet derselbe, den Frieden sind wohl zufrieden mit der Freundschaft eutschlands. Wir werden im Nothfalle zeigen, daß ^ vremdlinge der Weg nach Rom nicht mit ist pflückenden Lorbeern bedeckt Frankreich nicht feindlich, aber es «b, daß l,i Versailles clericale Bestrebungen vor-sind, während wir in Berlin aufrichtige freunde haben. Wir wiederholen: wir wollen den Mieden und wollen nicht vom Auslände abhäugcn." Die neuen spanischen Cortes entpuppen >>ch als eine urreactionäre Versammlung. Jetzt Wollen sie die verfassungsmäßigen Freiheiten beschränken, was ihnen um so leichter gelingen wird, als die Republikaner sich an den Berathungen und Abstimmungen fast gar nicht mehr betheiligen. Zur Tagesgeschichte. „Auch an die kirchlichen Würdenträger ist Ulcht zu vergessen. Bisher hc>t keiner jener Hochge-orenen, kein einziger Cardinal-Aristokrat auch nur eine Hand gerührt. Der Olmützer Fürsterzbischof, der lahrlich Hunderltausende zu verzehren hat, verhält sich Die Kirche gibt keinen Kreuzer her, für d' ^ Leichen nnbestattet liegen, wenn nicht te Grabeinsegnuug gezahlt wird. Die unglückseligen edl ^"^"kn haben den Obolus als Trinkgeld für den En Fährmann Charon in den Mund zu nehmen Ergessen. Sie haben daran vergessen, daß selbst der o "ich, umsonst ist." — Also schreibt in einem den czechische» Ueberschwemmten gewidmeten Artikel ein Fisches Blatt — die „Nar. Listy". ^ Die „Nizaer Zig." berichtet ausführlich über ""Naturereignis, welches jüngst in den Kreisen von Riga, Wenden und Wolmar schwere Verheerungen °nrichie,e. Unter Anderem erzählt sie Folgendes aus .Uasch: Es hatten sich zur Beerdigung eines Kindes tzeute auf dem Kirchhofe befunden, und kaum ^ vorilber, so bemerkten sie, daß eine Hera Gewitterwolke mit fürchterlicher Geschwindigkeit st- ^ derselben zu schützen, wollten eiwa 20 Faden vom Grabe entserni liegende Aua,husche» erreichen, doch vergebens, im selben vollstg !'^ erfaßte sie die Windhose, hob die Menschen Ander" 3."' ^e Höhe, ui» sie weit weg zu schleudern ; der ^e bereits niedergesallen waren, wurden auf fallende gerollt, noch ander- durch auf sie 12jcihrj '"ne ""d Bäume sofort erschlagen. Ein war das bei der Beerdigung zugegen schleudert Winde etwa 30 Faden weil geschadet , ^ Boden geworsen, daß der Hirn- drocheü Schultern, wohl auch das Genick ge- Muiter und cs als verstümmelte Leiche der Hütuna'^ergegeben ,vurde. Ein Weib, das auf der das auf d^' erschlagen und ein Mädchen stümmelt dakKartoffeln steckte, dermaßen ver-Die d-n S Abend deS anderen TageS starb. 5 Fuk sink,- . ""Abende, mit Kalk gemauerte, als ob s,, ^ Steinmauer wurde dermaßen demolirt, S °i vo? zerschossen worden wäre, ja 10 iZaden Emk ^ ^nß im Durchmesser sind bis d°s vor den, schleudert '«orden. Ein Pferd. Waaen angebunden war. ist mit dem w-it in den »aden das ..r ?^^.^'"""^w°rfen worden, wobei .k. — Die fünf Milliarden. Dem deutschen Reichstage ist ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, welcher die Vertheilung der französischen Kriegsentschädigung betrifft. In den beigefügten Motiven erhalten wir eine authentische Uebersicht über die eingegangenen und noch zu erwartenden Summen, über die gemachten und noch zu machenden Verwendungen aus diesem Fonde und über den unter die Kriegführenden (Norddeutscher Bund, Bayern, Württemberg, Baden und Hessen) zu verrheilenoen Ueberschuß. Eingegangen sind bis jetzt von der vertragsmäßigen Kriegscontribulion zwei Milliarden, ein JahreSzins der restirenden drei Milliarden mit 140 Millionen, die Contribution der Stadt Paris mit 200 Millionen und an Steuern, welche während der Occupation in Feindesland erhoben wurden, circa 55 Millionen Francs, oder auf deutsch rund661.500.000 Thaler; noch zu fordern sind drei Milliarden oder 780,000.000 Thaler, in Summe 1.441,500000 Thaler wozu noch jedesmal im März der beiden folgenden Jahre 40 Millionen Thaler Zinsen dieses Restbetrages kommen werden. Von vorstehender Summe ist bereits ein Gesamnnbetrag von rund 285 Millionen Thalern für Reichszwecke verausgabt oder reservirt worden, und da sich außerdem ein Gefammtbedarf von nahe an 300 Millionen Thaler ergibt, so bleiben von dem Fond von 1441 Millionen zur Verlheilung 856 Millionen. Dazu kommen noch im Jahre 1873 und 1874 an Zinsen 80 Millionen; man wird daher, wenn man auch annehmeu will, daß noch weitere Reichsautgaben auf den Contributionssond später werden angewiesen werden, mit Sicherheit auf eine überschießende Veriheilungssumme von pl. m. 900 Mil. lionen rechnen dürfen. Bon dem Ueberschusse werden drei Viertel (675 Millionen) nach dem Maßstabe der militärischen Leistungen, ein Viertel (225 Millionen) wird nach der Bevölkerung unter den norddeutschen Bund und die vier Südstaaten vertheilt. Auf den norddeutschen Bund würden mithin im Ganzen rund 700 Millionen entfallen. Die Kriegsschulden des norddeutschen Bundes betragen dagegen 268 Millionen. — Körperwärme beim Bergsteigen. Die Temperatur des KörporS so/l nach den Beobachtungen der Herren Lortet und Marcet beim Besteigen hoher Berge sinken; Herr hortet hat sein Thermometer sogar bis 32" fallen sehen. Diese Beobachtung würde unserer Anschauung vom mechanischen Aequioalent der Wärme insofern entsprechen, als die große Arbeitsleistung beim Bergsteigen eine bestimmte Wärmemenge verbrauchen würde, welche dann nicht mehr zur Erhöhung der Temperatur des Körpers beitragen könnte. Aber schon die alltägliche Erfahrnng, daß bei energischer MuSkelanstrenguuz das subjeciive Wärmegefühl steigt und objectiv sich Schweißabsonderung einstellt, spricht gegen eine Temperatur - Erniedrigung beim Arbeiten. Herr Forel hat im Laufe des letzten Sommers gleich, falls Versuche über das Verhalten der Temperatur beim Bergsteigen angestellt und kam im Gegensatz zu den Angaben der Herren Lortet und Marcet zu dem Resultat, daß die Temperatur um einige Zehntelgrade steigt. Die Methode der Beobachtung war dieselbe. wie die der früheren Beobachter; auch Herr Forel hat die Temperatur an einem Thermometer gemessen, dessen Kugel im Munde unter der Zunge lag. Ein ausreichender Grund für die E>klärung der früheren entgegengesetzten Resultate hat sich aber bei diesen Versuchen nicht herauSgestcllt, es sei denn, daß der Verschluß des Mundes während des Steigens kein vollständiger gewesen. Local- und Provinzial-Angelegenheiten Local-Chronik. — (Die ge st e rn a b e n d s z n m B e st e n der Ueberschwemmten in Böhmen) vom Männerchor der philharmonischen Gesellschaft unter Mitwirkung der Musikcapelle des Regiments Huyn veranstaltete Liedertafel fiel glänzend aus. Ueber 1000 Personen waren anwesend und folgten den einzelnen Programmnummern mit der größten Theilnahme, alle mit großem Beifall, die Mehrzahl derselben mit stürmischen Rufen nach Wiederholung begleitend. Allein auch das materielle Ergebnis ist ein glänzendes zu nennen. Es gingen an Entree von circa 1000 Personen 303 fl. 20 kr. ein, außerdem an Ueberzahlun-gen 100 fl., und 5 fl. nachträglich vom Herrn S. eingesendet. Zusammen 408 fl. 20 kr. Die Spesen betragen 37 fl. 32 kr., so daß der Männerchor ein Reinerträgnis von 370 fl. 88 kr. dem humanen Zwecke zuzusühren in der Lage ist. Die Auslagen stellen sich so nieder, weil der Buchdrucker Herr Millitz 25 pCt. der Druckkosten in Rücksicht des wohlthätigen Zweckes nachgelassen, sowie die des Wetters wegen wiederholten Äsfichen ganz unentgeltlich besorgte. Außerdem hat die GasfabrikSleiiung die Röhrenleitung zur Beleuchtung der Sängertribüne unentgeltlich ausgeführt. Der weitere Bericht folgt morgen. — (Ernennungen.) Der k. k. AuScultant Herr Johann Nabernik wurde zum k. k. BezirkS-gerichisadjuncten in Stein, der Supplent am Staats-, Real- und Obergymnasium zu Rudolsswerth, Herr Dr. August Böhm zum wirklichen Lehrer am k. k. deutschen Obergymnasium in Olmütz ernannt. — (Schub wesen.) Die Grazer „Tagespost" schreibt: In Oberkrain wird von den Gemeindevorständen eine Petition an den Herrn Minister des Innern vorbereitet, in welcher gebeten wird: 1. die Constituirung der Schubstationen bei den Gemeinden zu fistiren; 2. die Revision des Gesetzes vom 27sten Juli 1871. Nr. 88 R.-G.-B., wegen Regelung der > Abschaffung und des Schubwesens einzuleiten, und 3. das Schubwesen außerhalb der Hauptstädte den k. k. BezirkShauptmannschasten unler Mitwirkung der k. k. Gendarmerie, mit Ausschluß der Gemeinden des flachen Landes, zu übertragen. Jedermann, der das Gemeindeleben unmittelbar beobachtet, erkennt eS, daß die Gemeindevorsteher auf dem flachen Lande weder die Zeit noch die Mittel besitzen, um sich dem Vollzüge der Schubgeschäfte zu widmen; daher diese Geschäfte, ihren Händen anvertraut, in den meisten Fällen nicht entsprechend oder gar nicht besorgt werden. so daß ein auf dem Papier geschriebenes Gesetz zum Nachtheile der öffentlichen Sicherheit gar nicht oder ungenügend vollzogen wird. — (Eifenbahnproject Karlstadt-Laibach.) In einer der letzten ReichSrathS-Sitzun« gen beantwortete der Handelsminister Dr. Ban. Hans die vom Abg. Grafen C o r o n i n i kürzlich über die Eisenbahnlinie Karlstadt-Laibach gestellte Interpellation. Der Minister erklärte: Die Regierung verkenne keineswegs den Werth einer directen, den Umweg über Agram vermeidenden Bahnverbin-dnng zwischen Laibach und Karlstadt, doch werde die volle Bedeutung dieser Linie für den allgemeinen Verkehr erst dann evident in den Vordergrund treten, wenn die dalmatinischen und die Orient-Bahnen auS-gebaut fein werden; dann werde die Linie Karlstadt-Laibach das nothwendige Bindeglied zwischen den erwähnten Bahnen und der Rudolfsbahn sein. Dem Handelsministerium liegen derzeit zwei Projecte vor, welche die Verbindung zwischen Laibach und Karlstadt bezwecken und wesentlich die gleiche Richtung verfolgen. Welchem von beiden Projecten der Vorzug gebührt, kann erst nach Vornahme der technisch-militä-rifchen Erhebung entschieden werden. Erst wenn daS Ergebnis dieser Erhebungen vorliegt, kann in die Verhandlungen über die Sicherstellung dieser Linie eingegangen werden. — (Professor Rainer Graf.) Zu Kla-genfurt starb unlängst Professor Gras. Am 24. Mai 1811 zu Laibach geboren, trat er 1837 in das Benedictiner-Stist St. Paul in Kärnten ein und widmete sich seit dem Beginne der vierziger Jahre dem Lehramte. DaS Stift verliert in ihm ein würdiges Mitglied, das Klagenfurter Gymnasium einen eifrigen und von seinem Berufe begeisterten Lehrer, Kärnten einen seiner vielseitigsten Gelehrten. Gras war Botaniker, Kenner der Kunst und Literatur, Historiker und Numismatiker, und trotz dieser Bielseiligkeit bewegte er sich in den verschiedenen Sphären nnt der Sicherheit des gründlichen Fachmannes. Er war eine mehr receptive als productive Natur; die Literatur hat von ihm mehrere kleine „Beiträge zur Flora von Kärnten", eine Ausgabe des großen posthumen Werkes des Botanikers Freihern von Wulfen, dann eine „Geschichte des StaaisgymnasiumS von Klagensurt", „Zeittafeln zu Göthe's Leben und Wirken", „Die Feste der Republik Venedig" und mehrere kleinere nusmisma-tische Studien aufzuweisen. — (Slovenisches aus Gör z.) Aus Görz wird der „Deutschen Zeitung" geschrieben: Was den kleinen scavischen Bruchtheil der Bewohner unserer Stadt betrifft, so hat derselbe eine mächtige Slütze am Fürst-Erzbischof von Görz, Herrn Gollmayer, welcher das Knaben-Seminar, sowie das Alumnat für seine Slavisiruugsgelüste ausbeutet, dadurch, daß er den Italienern die Ausnahme in diese beiden den Heran bildung von Geistlichen gewidmeten Institute möglichst erschwert und die 25 von einem Grafen Werdenberg (ob zu diesem Zwecke?) gestifteten 150 Gulden-Stipendien nur flavifchen Studenten zuwendet. Infolge dieser apostolischen Maßnahmen ist bereit« der größte Theil des Diöcesan-Clerus, der, wie überall so auch hier, einen großen Einfluß aus die politische Färbung des Volkes hat, slovenisch. Ferner bcihätigt der hohe Prälat seine nationvle Gesinnung auch dadurch, daß er die besten Pfründen und Pfarrstellen mit slo-venischen Geistlichen besetzt. — (Ueber dieBedeutuug desWaldes im Haushalte der Natur) stellt Herr Eduard Neu in seiner Broschüre nachfolgende sieben Axiome auf: 1. Der Wald befreit die Luft von ihrer überflüssigen Kohlensäure und ersetzt dieselbe durch Aus-athmung von Sauerstoff. 2. Die Gegenwart von Waldungen erhöht die mittlere Temperatur der Nächte und Winter, vermindert abcr die mittlere Wärme der Tage und des Sommers, namentlich aber des Vorsommers und diejenige des ganzen Jahres. Das Waldklima ist mit anderen Worten kühler, zugleich aber weil gleichmäßiger als dasjenige waldloser Länder. 3. Die Waldungen vermehren während der Vegetationszeit die wässerigen Niederschläge und den Feuchtigkeitsgehalt der Luft und vertheilen dieselben gleichmäßiger in den übrigen Jahreszeiten. 4. Der Boden geschonter Waldungen nimmt die ganze Regenmenge in sich auf und vermindert deren oberflächliche Verdunstung; er begünstigt dadurch die Bildung von Quellen und erhöht den niedersten Wasserstand der Flüsse. 5. Dieselbe Eigenschaft geschonter Waldungen verhindert außerdem die Ansammlung großer Regenmengen, die Stauung der Regenniederschläge aus der Bodenoberfläche und macht dadurch in der Ebene die Versumpfung, im Gebirge die Gewitterschäden, in den Flußlhälern die Ueberschwemmnngen unmöglich. 6. Die Wurzeln der Bäume schützen die Krume sür sich vor Abrutschungen «nd im Vereine mit der Streudecke im Gebirge vor Abschwemmung und in der Ebene vor der Entsührung durch die Winde, und endlich 7. De, geschlossene, hoch' stämmige Wald bricht die Gewalt ebenso obgehender Lawine» des Hochgebirges, wie der gewaltigen Siürmc des Flachlandes. — (.Rudolssbahn.) Der Baustand der Rudolfsbahn war mit Ende des ersten Quartals 1872 folgender: Weyer-Rollenmann (11., Meilen), Unterbau 77.g, Oberbau 78,,, Hochbau 43., Percent. Voll-lendungSiermin 11. November 1872. — Klem-Rns. ling.Amstetten (6 Meilen), Unterbau 54.,, Oberbau 30, Hochbau 33., Perceut. — Hieflau-Eisinerj(1., Meilen), Unterbau 7.^, Hochbau 10 Percent. — ViUach-Tarvis (4.,, Meilen) noch nicht in Angriff genommen. Boll-endungStermin 18. December 1873. Wirthschaftliches. (Eifenfchwamm zur W a f s e r - F i ltr a -tion.) Auf die energisch zersetzende Wirkung des schwammförmigen Eisens a is die im Wasser gelösten organischen Substanzen hat die Niederrheinifche Gesellschaft für Nainr- und Heilkunde in Bonn aufmerksam gemacht. Die bisherigen Versuche mit geschmolzenem Eise», Draht u. s. w. lieferten keine praktischen Resultate, weil die Wirkung solchen Eisens eine äußerst langsame ist. Durch die iu angemessener Weise auS Eisenschwamm gebildeten Filter ' kann da- gegen unreines Wasser mit bedeutender Geschwindigkeit durchsiltrireu und dabei so vollkommen gereinigt werden, daß es ohne alle Gefahr zum Trinken zu benützen ist. Das Wasser verliert hiebei nicht an Schmackhaftigkeit und bleibt monatelang klar. Eisenschwamm ist käuflich in beinahe unbegrenzten Quantitäten zu sehr mäßigen Preisen zu haben. Verschiedene Proben von Wasser und anderen Flüssigkeiten aus Senkgruben und Cloaken vor und nach der Filtration durch Eisenschwamm, sowie davon vorgelegte Analysen bestätigten die Wirkung. Sehr übelriechende, dunkel-braune Flüssigkeiten waren nach der Filtration wasserhell und geruchlos. Selbst nach vierwöchenllichem Stehen Halle sich in den filtrirten Proben nur wenig Kalk abgesetzt, während in den nichlsiltrirten mehr oder weniger grün bis braun gefärbte Absätze bemerkt wurden. Witterung. Laibalb, 14. Juni Nachts halbheiter. Morgens bewölkt, vormittags Aufheiterung. Wolkenzug aus Nord. Südwestwind mäßig. Wärme: Morgens !!br -s- 14.6", nachmittags 2 u.r -j-23.9 0. ll^71-s 22.5'; 1870 -j-24.5".) Barometer 736.00 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 16.0", um 2.4" unler dem Normale. Angetommeue Fremde. Am 13. Juui. Ritter o. Gambsberg, k. k. Poslsecretär, Triest. — Paternianer, Kaufm., Wien. — Wanzer, New-Vork. — Herzog, Eisenhändler, Graz. — Halbert, Militär-Intendant, Graz. — Svetec, k. k. Notar, Jdria. - Balogh, k. k Hauptmann, Warasdin. — Eisenstätter, Handelsm., Schleinitz «Ungarn.) - Lodes, Forstbeamte, Sava. — Trink sammt Fran, Tarvis. — Schlesinger, Wien. — — Kralj, Besitzer, Steinbrück. — Dollenz, Gutsbesitzer, Nußdorf. — Fangarvlli, k k. Haupttn., Znaiin Luttna, Kaufm., Brünn. — Buchberger, Kauft»., Wien. — Rossegger, Kansm., Triest. — Racmann, Agent, Prag. Pertekel I. und Pertekel L., Studenten, Unter-krain. — Ärenn, Möbelhändler, Graz. Verstorbene. Den 12. Inn i- Johann Zupancii, Bergkiiappc, alt 39 Jahre, im Civilspital an der Grhirnlähmnng. -- Margaretha Prcnik, Köchin, alt 26 Jahre, iin Civilfpital am Kindbettfieber. Den13. Jniii. Mathias Cncnik, Jmvohiicr, all 62 Jahre, im Civilspiial an Erschöpfung der Kräfte. — Dem Herrn Johan» Piruat, Backermcisttr, fein Kind Ainalia, alt II Monate,'in der Polanavorsladl Nr. 60 an der Abzehrung________________________________________________________ Telegramme. Wir», 13. Juni. Der VerfassuugsauSschuß genehmigte de» Bericht über die galizische Resolution. Hierauf wurde» sieben Minorilätsvoten ange-kündigt, theils im Sinne der Einschränkung, theils Erweiterung der Ausschußzugeständnisse, darunter auch der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung. Kmidiimchlmg. Fnr das öffentliche Bade» ist fnr dieses Jahr wie bisher der Gnidaschzabllch ober der Kolesje-Mühle in der Vorstadt Tirnau, an der sogenannten Talavan'schen Wiese, bestimmt. Dies wird mit dem Beifügen z»r allgemeinen Kenntnis gebracht, daß ändern Orls öffentlich nicht gebadet werden darf, und daß das Baden nur in anständiger Verhüllung gestattet ist. SLadtnuuMraL Laiöach am ll. Juni 1872. (352—1) Der Bürgermeister: Desch ina n n. bestes Perganirntpnpier zum Obsteindunsten per Elle (342-.-) 24 kr. „ Lenfpapier, I Packet.........................75 „ „ c»,,1isches Mchtpapier. I Bogen ... 12 „ „ FIie„e»papier, t Bogen........................4 „ „ Motlenpapier, 1 Blatt.......................10 „ Kimdmachnng. Am 26. d. M., vormittags um lO Uhr, wird hieramlö die öffentliche Licilalion für die Ber» mielhuug eiuer Wohunug von 3 Zimmern und eines GefchäftSlocales im Bürgerspitalshause sud Consc.-Nr. 271, und zwar für jedes besonders abgehalten werden. ZtMmagistrat Laibach am N. Juni 1872. (35l —1) Der Bürgermeister' Desch ina nU. Ein tiichtigkrAtqllisltM für NS MM-smicklMW wird gegen fixen Gehalt und gnle Provisionsbediiignngen zur Vereisung des Herzoglhnins Krain ausgenommen. Cantion erwünscht. i346 3) Auskunft ertheilt die Expedilion des „Tagblatt." Lmnpimr Mkl't Ii'inkkl' befindet sich uun in der 8VM N KlM 1. Ltock. (353-1) wo auch noch immer Aufträge auf Bcttfllttttue» nnd Federn angenommen werden. Wiener Börse vom 13. Juni. i-.rrc.rtter'.le, öft.Pav. dto. dto. öst.in Sttv. -je von 1KÜ4 . . . rje von 1^60, ^anzk «oie von 1800, Huuf'.. tträmrensch. v. U'64 . Lierermark znäpiLl. rarere», «rarn Küstenland 5 „ Lngarn. . zub ^ -rval. u. Slav. 5 » tziedenbürg. ^ 5 . «l^rrollalvauk . .Irnon - Bank . . . rrednanftall . . . )i. ö. LScomple»^e). Lnalo-osterr. Bank . Bodencred.-Ä. Oeft Hyvolh.-Bal k . Hrcrer. Eecomvk-'^t. franko - Austria . . 6ais. Kcrd.»Nordb. . Lübbahn-Gcje!L salm . ^ 4V ^ Palsty . ^ 40 ^ 6?ar») . ^ 40 . Sr. Geuors^ 40 . TYtNdischgrätz 20 .. Waloüein . 20 . öteglev^ch . 10 lOö.^r »??vorL»v1i3Mor.'. .tugSv. I00ft.)ltdd.rk Üruakt. 100 st. ^ ^ ^o.idvn 10 Pi. Scer ParK' 100 HrancL rL'LL^s.7.. 92.50 92.70 ätalj. 89.75 90.251x0 urau^Suuü 103.75 104.251 ^2r2'.nSl^aie^ . 88.75, 89.—I*v'1der 191.— 191 50 99.- 120.50 58. 31.50 40 28.50 36— 29.— 24. -22 50 16. 14.50 99.50 121.S0 59. 33 -41^-29-38.-30.-25.-23 17. 15 50 93 80 r-4.-93.90 94.10 lll.80 111 ^ 43 85 43.S» 5.38 5F ^.i>3 8.S4 166—! 166-^ 10^3.511^0 Telegrafischer Cursbericht der Filiale drr Steiermürk. Esromptelmnlr iii Laiblily, von der k. I. öffentlichen Börse in Wien am 14. JnlU- Borbörse. 5perz. Metalliqnes mit Mai- nnd November-Zins^ 65.—. — 5perz. Nalional-A»lehe» 72 4>>. — I86"er Sw" Anlehe» >04.25. - Bankaclien 854. - Credit 344-«» ' Anglobank 332. — . Fiankvbaiik —. — Lombarde» U Unionbank 291.50. — Hhpoihekarbank 211.50. H . „x bank 121.60 - Anglobanbank l«7. - W'chSlerbaub-«-55.50. Wechsler :j23.5<'. ^„Lvn l > ^'^7I,,I,i>cke lO!«.35. — K. l. Mitn,-Ducatcn 5.3V. — 20-Franc « 8.93'/,. — Fest ans London. _ Nrsik voa Jgn. v. »l-ivmahr » fird. «-«brr« tv Laibach. verleqer und für die Redoction veranlworttich: Ottomar «amderq