Wr1k»«eratio»S -Preise Für Laibach: O««zjShrig . . 8 fl. 48 tr. Halbjährig... 4 „ 20 .. «irrteljShrig . 2 „ 10 .. Monatlich „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig...............12 fl. Halbjährig............... ü „ Uierieljährig............. 3 „ Für Zustellung ins HauS diertelj. 25 k., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 fr. ♦ DtlwttM Bahnhof-affe Kr. 182 Expedition- & Inserate» » Bureau: Congreßplatz Nr. 81 (Buch» Handlung von Jgn. v. Klein-mayr & Fed. Bamberg.) Jusertionspreise: Für die einspaltige Petitzeile L 4 kr., bei zweimaliger Einschaltung ü, 7 kr., dreimaliger ä 10 kr. Insertionsstempel jedesmal 30 fr. Bet größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechenden Rabatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Nr. 68. Donnerstag, 26. März 1874. — Morgen: Maria 7 Schmerzen. 7. Jahrgang. Das Klostergesetz. Der confessionelle Ausschuß hat nun auch das Klostergesetz zu Ende berathen, und der vom Berichterstatter Dr. Razlag verfaßte Bericht wurde im Hause vertheilt. Der Ausschuß hat in der Regierungsvorlage bei 15 Paragraphen Aenderungen vorgenommcn. und der vom Ausschuß zur Annahme empfohlene Entwurf enthält nun 33 anstatt der frühern 29 Paragraphe. Die wesentlichsten der vorgenommenen Aenderungen sind folgende: Im § 2 wird die Genehmigung zur Errichtung eines Ordens vom Kultusminister im Einvernehmen mit dem Minister des Innern abhängig gemacht. § 3 hat in der Fassung des Ausschusses zu lauten: „Gesuche um Ertheilung dieser Genehmigung hat der Diöcesanbischof dem Landeschrf und dieser mit dem von ihm eingeholten Gutachten der Vertretung jener Gemeinde, in deren Gebiet die An-fitbtung beabsichtigt wird, dem Kultusminister vorzulegen. (Zusatzantrag des Ausschusses:) Dem Gesuche müssen die Satzungen (Statuten, Ordensregeln u. s. w.) der Genossenschaft in doppelter Ausfertigung beiliegen." Im § 4 wird auch die Vorlage der Bestimmungen über den Austritt gefordert. § 5 hat nach dem Ausschußantrag zu lauten; „Die Genehmigung darf nicht ertheilt werden, wenn die Genossenschaft nach ihrem Zwecke oder noch dem Inhalt ihrer Satzungen der öffentlichen Ordnung, den guten Sitten oder staatSwirthschaft-lichen Rücksichten widerstreitet oder den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht, entspricht." Die folgenden drei Paragraphe sind vom Ausschuß eingeschaltet, sie lauten: „§ G. Die bestehenden Vorschriften, durch welche der Eintritt von Ausländern in inländische klösterliche Genossenschaften oder in deren inländische Niederlassungen beschränkt wird, bleiben auch fernerhin aufrecht. § 7. Das Sammeln milder Gaben außerhalb der klösterlichen Gebäude und Kirchen kann nur solchen klösterlichen Genossenschaften gestattet werden, welche sich vorzugsweise der Krankenpflege widmen. § 8. Veränderungen, welche während des Bestandes einer klösterlichen Genossenschaft in den im § 4 bezeichueten Verhältnissen eintreten, sind der staatlichen Kultusverwalt,mg sofort anzuzeigen." Im 8 12 ist die Jngerenznahme der staatlichen Behörden auf die Bestellung eines Genossenschaftsvorstandes ähnlich wie bei Pfründenverleihungen normiert. Im tz 13 ist der Eintritt in einen Orden oder in eine Eongregation von der Zustimmung des Vaters oder des Vormundes und in beiden Fällen auch von der Zustimmung der Pflegschaftsbehörde abhängig gemacht. Der erste Satz des § 14 erhält vom Ausschuß folgende Fassung: „Wenn ein Mitglied einer klösterlichen Genossenschaft aus derselben austritt, woran es nicht gehindert werden kann, oder aus derselben ausgeschlossen wird, erlöschen alle in seiner Zuge- hörigkeit zu der Genossenschaft begründeten Rechte und Pflichten, sowie alle aus dem Grunde dieser Zugehörigkeit bestandenen Beschränkungen in der Verwaltung feine? Vermögens." Dem letzten Alinea des § 19 hat der Ausschuß folgende Fassung gegeben: „Die Local-Obern von Ordens-Convente», welche nach der Verfassung des Ordens einem Provinzial unterstehen, bedürfen zy allen den gewöhnlichen Wirtschastsbetrieb überschreitenden Rechtsge--schäften der Zustimmung dieses ihres Vorgesetzten, wenn derselbe österreichischer Staatsbürger ist und in Oesterreich seinen ordentlichen Wohnsitz hat." Zu § 21 (Genehmigung' zu Stiftungen und Schenkungen über 1000 fl.) beantragt der Ausschuß folgenden Zusatz: „Diese Bestimmungen finden auch Anwendung auf die Einbringung von Geld und Geldeswerth bei dem Eintritte eines neuen Mitgliedes in die Genossenschaft, füwk auf jeden Erwerb , wenn die Gegenleistung der Genossenschaft oder eines Mitgliedes derselben in religiösen Handlungen oder Sachen oder in kirchlichen Vvrlbeiler». besteht. Letztwillige Anordnungen zum Vortheile klösterlicher Genossenschaften müffcn gerichtlich edev notariell errichtet werden." 8 23 lautet in der Fassung des Ausschusses: ..Die staatliche Genehmigung erfolgt unter ausdrücklichem Vorbehalte aller Rechte dritter Per fonen. Dieselbe kann aus einen Thal der Zuwendung beschränkt und an die Bedingung dtc Ieuilletou. Ueber die Erhaltung der Materie und der Kraft als oberstes Gesetz des Weltalls. IPopulär-wissenschaftlicher Bortrag zum Besten des traimfcheii Schulpsennigs von Professor I. Finger.» (Fortsetzung.) Doch gibt es eine wichtige Klaffe anderer Naturerscheinungen, bei welchen an dtn Körpern eine viel tiefer gehende Aenderung vor sich geht, bei welchen sich auch die charakteristischen Eigenschaften der Körper ändern. Es sind dies die sogenannten chemischen Erscheinungen, von denen ich Ihnen einzelne, deren Kenntnis für das Verständnis des folgenden noth» wendig fein dürfte, vorführen will. In dieser Glasschale sehen Sie Wasser vor sich, in welches 2 Platinplättchen eintauchen, über welchen sich 2 mit Wasser gefüllte, oben geschloffene Blasröhren befinden. Das eine Platinplättchen ist, wie Sie sehek,, durch einen Kupferdraht verbunden wit dem einen Ende oder Pole dieser elektrischen Batterie, da« andere Platinplättchen auf dieselbe 3bife mit diesem unteren metallischen Ambos diese« TelegraphentasterS, während die Axe dieses Messing. Hebels und daher auch dieser an der Axe befindliche Messinghammer gleichfalls durch einen Draht in Verbindung steht mit dem anderen Pole der Batterie. Bringe ich also entweder durch Wederdrücken des Hebels oder durch Drehung an dieser Schraube den Hammer in Berührung mit dem AmboS, so ist eine durchwegs aus Metallen bestehende, nirgends unterbrochene Leitung von dem Platinplättchen zu den Polen der Batterie oder ein sogenannter Stromkreis hergestellt. Sofort circuliert dann durch die ganze Leitung und durch das zwischen den Platinplättchen befindliche Wasser ein sogenannter elektrischer Strom. Ich drehe also einfach an dieser Schraube und sofort sehen Sie als unmittelbare Folge des elektrischen Stromes eine unerwartete Erscheinung. Das Wasser an den Platinplättchen scheint zu kochen, es steigen von denselben lufi förmige Bläschen. Gase durch das Wasser aus, welche sich im oberen Theile der Glasröhren fummeln. ES ist dies nicht etwa Wasserdampf, was sich hier bildet und die Erscheinung kein Kochen des Wassers, denn der Dampf hätte sich doch bei seinem Durchgang durch das ganz kalte Wasser wieder zu tropfbarem Wasser condeit« fiert, auch sehen Sic, daß nur an den Platinplättchen diese Gase aufsteigen. Diese beiden Gase sind nicht nur wesentlich von dem Wasser, aus dem sie ent» standen sind, verschieden, sondern sie haben auch unter sich wesentlich verschiedene Eigenschaften, wie ich zum Theil später zeigen werde. Das Gas in der linken Röhre, das, wie Sie sehen, einen halb so großen Raum einnimmt, wie das andere, ist Sauerstoff, das in der rechten Eprouvette Wasserstoff. Es hat sich also hier ein Theil des Wasserin 2 Gase verwandelt. Das Wasser hat sich in feine beiden gasförmigen Bestandtheile chemisch zerlegt,, indem die Kraft, mit der diese beiden Bestandtheile im flüssigen Wasser vereinigt waren, die sogenannte chemische Verwandtschaftskraft, durch die Kraft de» elektrischen Stromes überwältigt wurde. Eine solche chemische Zersetzung führt den Namen der chemischen Analyse. Diese beiden gewonnenen gasförmigen Be-standtheile de» Wassers kann man nicht weiter zerlegen, sie sind somit das, was man chemische Elemente nennt. Es ist also das Wasser nicht, wie es Jahrhunderte lang geglaubt wurde, ein Element, so wenig wie die weitere« Elemente der Alten, Feuer,. Luft und Erde, sondern statt dieser 4 metaphysischen Elemente kennt die gegenwärtige Chemie nahe an 70. Thut man Kreide in kleinen Stückchen in eine Anlage in österreichischen Staatspapieren geknüpft «erden." ; Der folgende § 24 ist wieder vom AuSschusie aus eigener Initiative eingeschaltet; er lautet: „Zur entgeltlichen oder unentgeltlichen Erwerbung von unbeweglichen Gütern durch klösterliche Genossenschaften ist ein Reichsgesetz erforderlich. Rücksichtlich der Veräußerung oder Belastung solcher Vermögenschasten gelten die Bestimmungen der Ministerial.Verordnung vom 20. Juni 1860, R.-G.-Bl. Nr. 162, und vom 13. Juli 1860, R. - G. - Bl. Nr. 175, mit Ausschluß jener Anordnungen, wonach derartige Geschäfte der Genehmigung seitens der päpstlichen Curie unterliegen." § 25 lautet nach dem Ausschußantrage: „Die Genoffenschaftsvorstände find verpflichtet! der staatlichen Kultusverwaltung von Jahr zu Jahr Ausweise über den Stand des Genossenschaftsvermögens und die im Laufe des Jahres eingetretenen Veränderungen vorzulegen." Die Motivierung der vorgenommenen Aende-rungen ist von klassischer Kürze. Der Berichterstatter geht die einzelnen Aenderungen der Reihe nach durch und fügt bei jedem Paragraph, der geändert wurde, eine kurze motivierende Bemerkung, und zwar in der folgenden Weise bei: § 13. Zur Beschränkung unveräußerlicher Menschenrechte ist bei Minderjährigen die Genehmigung der Pflegschaftsbehörde erforderlich, welche gesetzlich schon bei weit weniger wichtigen Angelegenheiten Pflegebefohlener vorgeschrieben ist. § 14. Die Bestimmungen dieses Paragraphs entsprechen dem Grundsätze der Selbstbestimmung des Menschen und den geänderten Beziehungen zur frühem Genossenschaft. § 21. Die hier vorkommenden Aenderungen der Regierungsvorlage sollen Gesetzumschiffmtgen möglichst hintanhalten, weil selbe gegen die öffentliche Moral verstoßen und in einem geordneten Staatswesen nicht begünstigt werden können. § 23. Es liegt im allseitigen Interesse, daß das inländischen klösterlichen Gemeinschaften zugewendete Barvermögen auch im Jnlande fruchtbringend angelegt werde. § 24. Wirtschaftliche Rücksichten des öffentlichen Gemeinwohles rechtfertigen die Bestimmung dieses Paragraphs." Der Schluß dieses Musters eines Motiven-berichte« lautet: „Das hohe Abgeordnetenhaus wolle dem angeschlossenen Gesetzentwürfe feine Zustimmung erteilen und erklären, daß die Petition '/, der Stifts-Prälaten von Niederösterreich und Salzburg, Zahl Glasflasche und gießt durch einen GlaStrichter ver» dünnte Schwefelsäure zu den Kreidetheilchen, so gewahren wir sofort eine heftige Einwirkung der Schwefelsäure auf die Kreide, die nichts anders ist, als kohlensaurer Kalk. Die Schwefelsäure schäumt heftig auf, es entwickelt sich ein Gas, das man durch eine gekrümmte Glasröhre unter die Mündung einer umgestürzten mit Wasser gefüllten und in eine Wanne getauchten Flasche leitet, so daß sich das Gas, ähnlich wie beim früheren Versuche im oberen Theile der Flasche ansammelt. Das sich hier entwickelnde Gas ist Ko h l e n s ä u r e, ein Gas, das Eigenschaften hat, die weder mit den Eigenschaften der Schwefelsäure noch der Kreide, aus denen sie doch entstanden ist, irgend etwas gemein haben. Ebenso ist aus der Kreide ein ganz anderer Körper, der in eine andere Gruppe des Mineralreichs gehört, nemlich Gyps d. i. schwefelsauer Kalk geworden. Cs ist also auch hier eine chemische Aenderung vor sich gegangen. Die hier entwickelte Kohlensäure ist nicht, wie Wasser-ftoff und Sauerstoff, ein chemisches Element, sondern sie besteht, wie schon der Name andeutet, aus zwei anderen Elementen, nemlich Kohlenstoff und Sauerstoff. (Fortsetzung folgt.) 1111/A. H., sowie jene •/* der Stiftsvorsteher in Böhmen und Mähren, Zahl 1153/A. H., durch die Annahme des vorliegenden Gesetzes als erledigt att-zusehen sind." Politische Rundschau. Laibach» 26. März. Inland. In der Montagssitzung des Abgeordnetenhauses begründete der Abgeordnete Prato den Antrag der Südtiroler auf Lostrennung des Trent ino von Tirol und brachte die Prüfung des Vorschlages durch einen Fünfzehner-Ausschuß in Antrag. Da konnte es sich die Vorhut der czechifchen Opposition nicht versagen, wieder einmal daS Gespenst der „historisch-politischen Individualitäten" an die Wand zu malen. Prazak und Lienbacher, die sich in Deutungen der von ihnen nicht anerkannten Grundgesetze ergingen, um die Inkompetenz des Reichsrathes zur Wierung der vorgeschlagenen Verfassungsänderung zu beweisen, wurden von Dr. Herbst schlagfertig widerlegt, indem er der „staatsrechtlichen Opposition" als Spiegel ihr Verhalten gegenüber dem Hohenwart'schen Ausgleichs-antrage vorhielt. Die Frage der Cvmpetenz ist allerdings zu lösen, aber sie ist nur zu lösen durch den Reichsrath. Daher hat derselbe auch correct gehandelt, als er mit großer Majorität die Einsetzung eines Ausschusses zur Vorberathung der wälschtirolischen Frage beschloß. Hieraus wurde der Gesetzentwurf betreffs der Ertheilung von Slaats-vorschüssen wegen der vom Borkenkäfer verwüsteten Theile des Böhmerwaldes und der Handelsvertrag mit Schweden angenommen. Bei der Budgetdebatte wurde die Resolution betreffs der Ausscheidung der Kultusangelegenheiten aus dem Bereich des Unterrichtsministers nach längerer Debatte abgelehnt. Zur Resolution betreffs der Veräußerung passiver Religionsfondsgüter empfahl der oberösterreichische Abgeordnete Zeilberger die Rückgabe der Güter Gleink und Garsten an den linzer Bischof. Dechant Pflügt erblickt in der Vorenthaltung dieser Güter eine Eigen-thumsverletzung. Der Unterrichtsminister weist diesen Vorwurf zurück, da die diesfälligen Verfügungen der Regierung auf kaiserlichen Entschließungen beruhen. Die oberwähnte Resolution ward angenommen. Das Reichsgesetzblatt enthält das von beiden Häusern des ReichSraths beschlossene und vom Kaiser sanktionierte Gesetz, betreffend die Steuerfreijahre für Neu-, Um- und Zubauten. Die Wiener Zeitung brachte einige bereits seit tängerm mit Bestimmtheit in Aussicht gestellte diplomatische Ernennungen. Diejenige des Grasen Zichy - Vasonykeö zum außerordentlichen Botschafter bei der hohen Pforte wird auS naheliegenden Gründen in Petersburg und im russischen Gesandtschaftshotel zu Konstantinopel mit weniger geteilter Stimmung ausgenommen werden, als in Pest und Wien. Graf Zichy wird sich als der richtige Mann für feinen Posten erst zu bewähren haben. Die Ernennung des gewesenen General-Direktor« der wiener Weltausstellung, Geheimraths Freiherrn v. Schwarz-Senborn, zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister bei der Regierung der nordamerikanischen Vereinigten Staaten befriedigt die öffentliche Meinung doppelt, weil sie hierin eine neue Anerkennung der Verdienste des Herrn v. Schwarz sieht und weil dieser, angesichts der amerikanischen Weltausstellung, auf seinem neuen Posten Oesterreich wieder bessere Dienste leisten kann als irgend ein anderer. Wir erwähnen noch, daß mit der Ernennung des Freiherrn v. Ca-Uce (der als Ministerpräsident für China, Japan und Siam und als Generalkonsul in Shaugai von Ritter v. Schaeffer ersetzt werden wird) zum diplomatischen Agenten und General-Consul in Bukarest dieser für Oesterreich so wichtiger Posten endlich wieder definitiv besetzt worden ist. In der Unterhaussitzung entwickelte der neue ungarische Ministerpräsident am 23. d. M. das Regierungsprogramm. Er warf einen Rückblick auf die Ursachen der bedauerlichen Zustände und auf die Entstehungsgeschichte des neuen EabinetS und bezeich-nete als die Hauptaufgabe der THStigkeit der neuen Regierung die Heilung der schweren finanziellen und wirtschaftlichen Gebrechen und als Vorbedingung hiezu die Reformen behufs der Vereinfachung de» Verwaltungsapparates und die Herstellung des Gleich» gereichtes. Weiters werde die Regierung bemüht sein, die legislative Arbeit nicht durch Habeiziehung neuer, nicht hieher gehöriger Fragen zu tjemmen und Spaltungen vorzubeugen. Der Ministerpräsident erbat sich hiezu die Unterstützung aller Parteien. Ausland. Die Mehrzahl der deutschen Blätter enthält an erster Stelle patriotische Betrachtungen, welche den am 22. d. stattgehabten siebenundsiebzigsten Geburtstag des Kaisers Wilhelm zum Gegenstände haben. Von thatsächlichem Interesse ist dabei die Mittheilung, daß oas s ä ch-fische Königspaar persönlich in Berlin eingetroffen ist, um dem Kaiser seine Gratulation abzustatten. Die vielfach verbreiteten Gerüchte, nach welchen die Stellung des sächsischen Hofes zur deutschen Reichs--regierung eine nichts weniger als sympathische sein sollte, erweisen sich sonach als grundlos. Bei dem Gratulationsempfange der Generalität, in deren Namen Feldmarschall v. Wrangel die Ansprache hielt, entgegnete der Kaiser mit deutlichem Hinweise auf die Differenzen, welche hinsichtlich des Militär g e s e tz e s zwischen Parlament und Regierung obwalten, es scheine ihm wiederum über der Armee eine Krisis zu schweben; vier Jahre lang habe er gekämpft, um die Armee zu den großen Erfolgen geschickt zu machen, welche errungen worden feien, und er habe dabei nicht den Zweck im Auge gehabt, Kriege herbeizuführen, sondern den Wunsch, den europäischen Frieden zu sicher. Nach diesem Ausspruche ist nicht mehr daran zu zweifeln, daß die Regierung an ihrer Militäroorlage festhatten wird, und die kaiserliche Intervention hat offenkundig die Tendenz, auf die widerstrebenden Parteien des Reichstages eine Pression auszuüben. Italien feierte am 23. d. mit patriotischem Pomp das fünfundzwanzigjährige Jubiläum feines Königs Viktor Emanuel, welchem von den meisten Souveränen Europas bereits am Tage zuvor beglückwünschende Handschreiben zugegangen waren. Die neuen Forts, welche Paris schützen sollen, sind auf der Westseite und auf der Südostseite bereits abgestochen, und demnächst werden die Erdarbeiten beginnen. Die militärische Special-Commission ist draus und dran, das Land in unge« meffene Ausgaben zu stürzen, welche zur Deckung von Paris und der Ostgrenze dienen sollen. Sachverständige schätzen die Kosten des angenommenen allgemeinen Vertheidignngsplanes anf nicht minder als 650 bis 700 Millionen. Thiers, den man wiederholt für diese Idee zu gewinnen suchte, war derselben nicht günstig. Nach seiner Meinung hätten 200 Millionen für die wirklich notwendigen Arbeiten äuögereicht, und er meinte, wohl nicht mit Unrecht, bevor man so viele Festungswerke baue, müsse man sich eine Armee schassen. Original-Correspondeuz. M. Lritnieritz, 20. März. (Friedhofangelegenheit.— Zustimmung. — Hochwasser.) Endlich nach zweijähriger Verzögerung ist unsere Friedhosangelegenheit, worüber ich Ihnen seinerzeit berichtet habe, zum Abschlüsse gebracht. Als zu jener Zeit unsere Gemeindevertretung ein Grundstück anschließend an den alten Friedhof angetauft hatte, not eine Beerdigungsställe für alle Verstorbenen ohne Unterschied der Confefsion zu errichten, da fetzte daS hier-ortige Dekanatamt alle Hebel in Bewegung, unt den Gemeindedefchluß zu vereiteln. Ein acht Bogen starker Reeur» wurde bei der hohe» k. k. Statthalter«^ gegen den Gemeindebeschluß eingebracht, der abmcieU* befrieden wurde. Und somit ist die Gemeinde, 9<* stützt auf das Sanilältgesetz vom 30. April 18« berechtigt, eint Rahestätte für Verstorbene ohne Unterschied de» Religionsbekenntnisses zu errichten. Es wird auch sofort fr,sch an« Werk geschritten, um dem Wahlspruche unsere- erhabene« Lehrmeister» Jesu Christi, der da sprach: „liebet euch unter einander," gerecht zu werden. Hier in unserer Stadt leben Katholiken, Protestanten und Juden friedlich neben einander; nur nach dem Tode werden sie geschieden. Nun fällt auch diese Scheidewind, und sie können auch nach dem Tode friedlich nebeneinander ruhen. Gewiß ein großer Fortschritt unserer aufgeklärten Zeit. In der heutigen Au-schußsitzuug wurde auch der einstimmige Beschluß gefaßt dem Ministerium und der verfassungstreuen Majorität de» Abgeordnetenhauses für die bei der Becathung der confessionellen Vorlagen eingenommene Haltung die vollste Zustimmung und Anerkennung auszusprechen. Durch die starken Schneefälle und Regengüsse in jüngster Zeit ist die Elbe so stark angewachsen und droht aus den Usern zu treten. Bei der jetzigen Jahreszeit ist, da der Eisstoß vorüber, kein großer Schaden zu befürchten. — Da wir sehr wenig Winterfrüchte gehabt, so begrüßten unsere Landwirthe die jetzige Witterung mit Freuden. Local- und Provmzial-Augelegeuheileu. — (Gemeinderaths- ErgänzungS-wahlen.) Der Gemeinderath entschied in der letzten Sitzung über Vortrag deS Herrn MagistratSrese-renten über 62 Reclamationen inbetreff der Richtigstellung der Gemeindiwählerlisten für die bevorstehenden Gemeinderaths - Ergänzungswahlen. Diese Wahlen werden vom dritten Wahlkörper am 13., vom zweiten am 14. und vom ersten am 16ten April vorgenommen werden. Die Wahl deS Vorsitzenden und der gemeinderälhlichcn CommiflionSmit-glieder für diesen Wahlact wird, wie bisher, dem Herrn Bürgermeister überlassen. — (Betreffs de» ueuen Realfchul« gebäudes) nahm der Gemeinderath da» loyale Anerbieten des krainifchen Sparkassevereines, wornach im neuen Gebäude die nöihigen Lokalitäten zur Unterbringung der Ob e r r eal f ch u l e auf die Dauer von mindestens fünf Jahren gegen dreijährige Kündigung ohne MiethzinS überlassen werden, im Prinzipe an, und beantragte, daß das Erfordernis der Realschul. Realitäten durch eine au» Mitgliedern des LandeSauS-fchuffes, der Geuieinderaihe», des Sparkassevereines und *>er Oberrealschul-Direction festgestellt, sofort die Bei-^azsleistung der Commune zu den gewöhnlichen Ge-bäudeerhaltungS-, «ssecuran,- und zur HauSweister-dotation fixiert und vonfeite des Magistrates ohne Verzug das geeignete eingeleitet werde, damit die Oberrealschule in dem neuen Hause baldigst untergebracht werde. — (Der Weltpriester Herr Friedrich K r i l n o r) wurde zum wirklichen Religionslehrer an der StaaiSrealschule in Laibach ernannt. — (Zum Schadenfeuer in Stoschze.) Wir erhalten vom löblichen Stadtmagistrat Laibach eine Zuschrift, die angeblich eine Berichtigung der in Nr. 66 unseres Blattes enthaltenen Notiz über den «Brand in Stoschze" enthalten soll. Die Zuschrift lautet: „An die löbliche Redactwn des .Laibacber Tagblattes" hier. Die im .Laib. Tagblatte" Nr. 66 tom 23. d. unter der Aufschrift „Brand in Stoschze« pachte Notiz, wird dahin berichtigt, daß der städti- Feuerwächter Mathias Dermota seinen Ver-Dichtungen vollkommen genau nachgekommen ist, nach- er den wahrgenommenen Brand unverzüglich sietamt» und bei der löblichen f. k. BezirkShauptmann-M)<*ft Laibach, in deren Rayon das Feuer war, gerne!« hat. Da die Ortschaft Stoschze laut § 3 der veuerlösch.Ordnung für die Landeshauptstadt Laibach Jahre 1870 nicht zu jenen Ortschaften gehört, ki denen Brände durch Kanonenschüsse zu signalisieren >™l>, durfte der Feuerwächter die Allarmkanone ^«ht lösen. Stadtmagistrat Laibach, am 24. März rr7*. Für den Bürgermeister: Jera«.* Hierauf haben *** nur folgende» za erwidern: Unter« 5. August 1873, Z. 135, hat der Gemeindevorstand von Jeschza an die löbliche Gemeindevorstehung in Laibach da» Ersuchen gestellt, dieselbe möge sich gütigst verwenden, daß im Falle einer Feuer»brunst in der OrtSgemeinde Jeschza, bestehend aus den Dörfern Kletsche, Säule, Jeschza, Mallava-, Stoschze, Tomatschou und Jarfche da» Signal mit einmaligem Abfeuern de« Kanonenschüsse- auf dem Kastellberge gegeben und eine Feuerspritze hinau-gesührt werbe. Gleichzeitig erklärte sich der Gemeindevorstaud von Jeschza bereit, die allfälligen Kosten dankbar vergüten zu wollen. Diese- Ansuchen der Gemeinde Jeschza wurde vom Stadtmagistrat Laibach bereit- am 8. August 1873 dem laibacher Feuerwehrhauptmann Herrn Doberlet behuf» feiner Meinungsäußerung über die Ausführbarkeit de» Ange« suchten zugestellt und die unterm 20 September 1873 im bejahenden Sinne erfolgte Erledigung de- Feuer« wehrau-schusseS dem Stadtmagistrat übermittelt. Die positive Behauptung obiger Zuschrift, daß die Ortschaft Stoschze „nicht zu jenen Ortschaften gehöre, bei denen Brände durch Kanonenschüsse zu signalisieren sind", erscheint daher dem Laienverstande zum mindesten unbegreiflich. — (Zur Einsegnung der Leiche de» Grasen Alexander Auersperg in Gö r^) tragen wir nach folgendes nach. Die herrlichste FrÜhlingS-sonne lachte aus dem azurblauen Himmelsgewölbe hernieder, als am 21. d. M. Punkt 3 Uhr sich der Trauerzug von der Billa Teufenbach in Penrna, wo der Verstorbene die letzen Tage seine» Leben» verbracht hatte, gegen die Pfarrkirche in Bewegung setzte, wo durch den Pfarrer deS OrteS die Einsegnung der Leiche erfolgte. Hieraus nahm der Zug unter dem Geläute aller Glocken seine Richtung durch die Stadt Görz zum Bahnhofe, wo der Leichnam nach einer abermaligen Einsegnung mit dem von Italien kommenden Abendzuge nach Laibach überführt wird, um dort in derFamilien-gruft beigefetzt zu werden. Die Herren Grafen Rudolph AltemS und Lanihieri, Forstmeister Dimitz und andere hatten als letzten Beweis ihrer Freundschaft und Hochachtung für den Verblichenen prachtvolle Blumenkränze auf dem Sarge niedergelegt. Unter den zahlreich erschienenen Leidtragenden erwähnen wir den Statthalter Baron Ceschi, den Landesprästdenten-Slellver-treter von Kraut, Fürsten Metternich, den Landeshauptmann von Kraut, Herrn Kaltenegger, mehrere Gemeinderäthe von Laibach, ferner den Bezirkshaupt-mann von Gurkfeld, Grafen EhorinSky. den Präsidenten der Seebehörde in Triest, Herrn v. GutmannSthal, RegierungSrath Rott, Statthaltereirath Großer, Dom-probst Baron Codelli, sowie alle Spitzen der Behörden und zahlreiche Vertreter des Adels von Görz. Ueber die letzten LebenSstunden deS Verblichenen erfahren wir noch folgende»: Am Morgen de» 19. d. ließ der Graf, der wohl fühlte, daß da» Ende feiner Leiden herannahk, feine Familie zu sich kommen. Er nahm nun Abschied von seiner Gemalin, segnete seine zwei Kinder und sprach: Betet für mich; ich werde für euch beten. Um 12 Uhr mittag» verlor er Sprache und Bewußtsein, die er nicht wieder erlangte. Erst nach einem sechseinhalbstündigen, harten Kamps endete der Tod fein Leiden. — (Verlegung des Militärspitals.) Ueber die vorliegende Petition mehrerer GewerbSgenos-fen, betreffend die Verlegung deS Militär-Ver-pslegSmagazin» und de» Militärspitals in andere Stadttheile, faßte der Gemeinderath folgende Beschlüsse: 1. Das hohe ReichSkriegSministerium ist zu ersuchen, da» k. k. Militär-StationScommando in Laibach anzuweisen und zu ermächtigen: mit der Stadt-gemeinde Laibach inbetreff obiger Dislokation m Verhandlung ,u treten. Bei dieser Verhandlung wären die ärarischen Depotgedäude in Selo für das Militärspital und ein anderer Stadttheil für das VerpflegSmagazin in» Auge zu fassen. Die AuSmittelung des von der Stadtgemeiade Leibach zu leistenden Aequivaleute» für die bczeichneten ärarischen Gebäude und die Entscheidung der Frage der Bestellung eine» passenden Grund-terrain» zur Unterbringung obgenanuter Militäran-stalten hätte commissionell zu erfolgen. 2. Da« hohe ! Ackerbauministerium ist u« die Bewilligung zur Um- gestaltung de» k. k. Beschäldepot» in eia Militärspital zu ersuchen. 3. Zur Unterstützung des arbeitslosen GewerbSstau de» sind al» Nothstand-baute» r, zu beantragen: a) der Aufbau eine» zweiten Stockwerke» auf der f. k. Militärkaserne in der Peter-vorstadt; b) der Neubau von Dikasterialgebäudeu in Laibach zur Unterbringung der Kanzleien für k. k. Finanz-und übrige Behörden, wodurch ein! Ersparung von Miethzinsen eintretm und Wohnungen für Parteien ge# monnen würden, ad 1, 2 und 3 wird der Magistrat beauftragt, die diesbezüglichen Petitionen an da- ReichS-kriegs-, Ackerbau- und Gefammtministerium zu verfassen. — (Vierter populär - wissenschaftlicher Vortrag.) Der gestrige Vortrag de» evangelischen Pfarrer» O. Schack zum besten de» krain. Schnlpfenuig« versammelte im neuen Realschulgebäude wieder ei« ungemeiu zahlreiche» und gewählte» Publicum. Der Vortragende hatte sich zum Vorwurfe .die . Wechselwirkung zwischen der Poesie und dem Aufschwünge der Völker* gewählt und im anderthalbstün-digen freien Vortrag da» schwierige Thema in recht anregender Weise zu erschöpfe» gesucht. Indem Redner den fortschreitenden Entwicklungsgang der Hauptkaltur-völker alter und neuer Zeit in einigen kurzen aber lebendigen Strichen skizzierte, wie» er an der Hand der Geschichte den Aufschwung dichterischen Schaffe»» und Hervorbringens und dessen innigen Zusammenhang mit der politischen Machtentfaltung der Völker nach. E» liegt in der Natur des menschlichen Geiste», d»ß er zuerst die Dinge außer sich sieht und dann erst fei» Auge in das eigene Innere richtet. Daher entwickelte sich bei allen Völkern zuerst jene Art der Poesie, welche äußere Begebenheiten, die von mächtiger Einwirkung auf da» gefammte Volksleben geworden, darstellt, die sogenannte Epopöe oder die Heldenpoesie. Epische oder Sagenpoesie ist daher alle älteste Volkspoesie, die ändern reichlich fließenden Urquell nationalen Geistes» lebens schöpft. Au- der Entstehung de- Volk-epo-au- dem naturwüchsigen Leben und Kämpfen der Völker ergibt sich auch mit innerster Notwendigkeit dessen Wesen. Als die dichterische Einheit und Zusammenfassung de» Volksliederschatzes, in welchem ein Volk fei» gesammteS Sein und Handeln, Denken und Empfinde» niedergelegt hat, muß es möglichst alle Seiten der Bolksthümlichkeit umfassen, muß eS ein dichterische» Gesammtbild der allgemeinen Welt» und Volkslage fein. So enthalten die ältesten Bücher der Bibel, die Bücher Moses, der Richter und der Könige die Stammessagen de- israelitischen Volkes. Es kommen darin nicht etwa blos einzelne dichterische Stellen, wie der vom Redner citierte Lobgesang Mose-' nach dem Durchzug durch da- rothe Meer oder das Siegeslied DeborahS und Baraks nach der Besiegung SiseraS vor, sondern wir haben darin eben die Stammes-, Wander- und Heldeu- . sagen deS israelitischen Volkes. Auch ist e- ein Jrr-thum, wenn die hebräischen Lieder als die ältesten und ursprünglichsten bezeichnet werden. ES ist längst erwiesen und durch Denkmale erhärtet, daß die Hebräer ihre Vorbilder in den alten Aegyptern hatten, datz die Form ihrer Hymnen, Psalmen und Lobgesänge, ja daß selbst die EigenthÜmlichkeit der sich in abgemessenen parallelen Gliedern bewegenden Rhythmen ihrer Poesie schon bei den Aegyptern sich vorfiadet. ES ist in neuester Zeit sogar die Sage von der Sünd- > fluth in weit ursprünglicherer und reicherer Form ta den Keilschriften Babylons aufgefunden und entziffert worden. Freilich fehlte den Hebräern der HomeroS, der die einzelnen von einander unabhängigen Volkslieder zu verbinden und zu einem in sich einheitliche« und geschlossenen Kunstwerke zu erheben vermocht hätte. Die feste, geschlossene künstlerische Einheit, die den. Semiten unerreichbar, die Zusammenfassung und dichterische Klärung der naturwüchsigen VolkSpoesie zur Epopöe ist dagegen den Ariern vorzüglich gelungen und darunter am vollkommsten dem kunstsinnige» Volke der Griechen. So ist die ungefähr 1000 Jahre v. Chr. entstandene Ilias die einheitliche Zusammen-sassung der griechischen Kriegssagen, die Odyssee die Zusammenfassung der aus Hau» und Familie, aus Wander» und Schifferleben bezüglichen Sogen.. (Schluß folgt.) — (Meyer» Couversatioullexikou.) 3. Auflage. Bibliographische« Institut Hiedburghauseo 1874. Die großen politischen Umgestaltungen der letzten Jahre, die mannigfachen Fortschritte in den Wis» senschaste», die sich gleichfalls io dieser Periode vollzogen, wachten die bereit- einige Jahre alten letzten Ausgaben der CooversationSlexika veralten. 68 ist daher natürlich, daß alle drei Verleger der großen EncyNopSdirn: Meyer, Brockhau» und Pierer sich in dem Knschluffe begegneten, mit neuen Auflagen ihr« Reallexika hervorzutreten. Wenn wir nun dem gebil- ,beten Publikum, welche- ein ebenso nützliche- und belehrendes wie unentbehrliches Rachschlagebuch, wie eS ein Konversationslexikon ist, benöthigt, einen guten Sath ertheilen sollen, welche von den drei genannten EncyklopLdien z» wählen sei, so würden wir unbedingt dem Meyer'schen die Palme zuerkennen. Pierer wurde «hnehin «me solche Masse von Fehlern seine« „Universal-lexikonS" nachgewiesen, daß der Verleger sich zur Zurückziehung de« bereit« an-gegebknen ersten Bande« der neuen Auflage und zur Sistierung de- Drucke» de- zweiten genfchigl sah. Darüber wird sich niemand wundern, wenn er erfährt, daß da- große vielbändige ^Pierer'sche Universallexikon" nur einen literarische» Leiter hat, der e- nicht blo- redigiert, sondern auch die sämmtlichen, so weit an-cinanderliegeoden Gebieten an-gehörigen Artikel versaßt. Da- ist bei dem heutigen ilmfange de« Wifsen» wenschenunwözlich. Da« Brock-hau-'sche hat seine Vorzüge, besonder« wo« den biographischen Theil anbelangt, wird jedoch von dem Meyer'schen „ConversationSlexikon" bei weitem, sowohl in der Anzahl als in der Ausführung der Artikel über treffen. Die große Anzahl und die Tüchtigkeit der gelehrten Mitarbeiter ermöglicht eS, letzterem in den wichtigsten Fächern des WiffenS geradezu selbständige Abhandlungen zu liefern, welche auf der Höhe der Wissenschaft stehen, ihren neuesten Fortschritten folgen and ebenso eingehend wie erschöpfend gehalten find. Wenn eS sonach seine Concnrrenten durch innern Werth weit überholt, so thut eS dies noch mehr durch die werthvolle äußere Ausstattung. Das in 240 wöchentlichen Lieferungen Ei 5 Sgr. erscheinende Werk «hält nemlich nicht weniger als 360 Beilagen, dahinter einen ItlaS der Erdbeschreibung mit 87 Karte» in Stahlstich und Chromatolühogrophie, einen Atlas der Naturgeschichte des Thierreichs mit 81 Ta-fein, der Botanik mit 41 Tafeln, der Physik mit 11 Tafel», der Technologie mit 63 Tafeln, der Land« und HanSwirthfchaft mit 16 Tafeln, der Kunstgeschichte «it 22 Tafel» u. f. w. Man abonniert tu Laibach in Lleinmoyr & Bamberg« Buchhandlung. — (Druckfehlerb er ichtigung ) ■ In dem In terete Nr. 196—1 (vom 23. d.) «oll es bei „918.“ richtig lauten: «Die in Commission übernommene" u. f. w. St«»ese«»et. Ellen Kranken Straft und Gesundheit ohne Medizi» vvd ohne Koste». Revalesci&re du Barry oon ConDort Sri»« «*i«ag der beltcetcn Rrnleeelir» de B»rry ja BttnUtfccs, «ab «letttut dieselbe ohn, Bitbljin unb ohne »osttn all, ■tuen', Rerta*, Sangen., 8tbtt., Drülen-, «»Idmbeat», Stbtn-, Wefce» «* «t-r-nl-iden, 4ubnculo|e, edteinbfeAt, «sthma -------ItchkeU, «ntzpfm-,, Diarrhöen, ket< >etben, wafiersncht, Bieter, entotnbtl, Olntaaffld-, aebdldt unb Srbrechen letbft während btt ««»an. Wittemug. Laibach, 26. März. Morgens fast ganz heiter, Morgenroth, schwacher Ostwind. Temperatur morgenS 6 Uhr — 3 0', nachmittags 2 Uhr + 11 1° C (1873 + 13 2 -, 1872 <-6'6‘ C.) Barometer im Fallen737.14 Millimeter. DaS vorgestrige TageSmittel der Wärme 4- 2 5", Las gestrige 4-4", beziehungsweise um 2 3" nnd 0'7U unter dem Normale. Allgewmmcne Kremve. «m 26. März. Hotel Eleftmt. Hauber, Graz. — Zoreoitz, Arke Bauer, Wiener-Neustadt. — Raunicher s. Frau, — Stariha, Tschernembl. — Zauardi, Graz. — Santa rosa, Codroipo. Hotel Europa. Malnig, Pola. — Breuet, Wien. Mohren. Ekl, SLuhmacber, Cilli. — Hubert, Rann. — Redner, Oberktain. — Blazic, Ingenieur, Fiume. — Gabrul, Triest. Bairincher Hof. Feigerle, Reis., Mailand._____________ .5 Paare 85 kr. — und geben Wiederverkänsern angemessenen Rabat: Herr C. J. Hamann in Laibach „zur goldenen Quaste"; Herr Franz Longhino jun. in Cilli, Postgasse. Frankfurt a. D., im März 1874. (184—2) Hob. v. Stephani. WWMWUWUWZUWUUUWWW An die Wähler! serporveuc. Den 24. März. Apollonia Valavec, Znwohners-toittoe, 59 I., Livilspital, Exudatum pleuriticum lBrnstsell-wassersucht. — Agnes Sch in;, Inwohnerin, 66 I., Polaua-vorstadt Nr. 16, organischer Herzfehler. Ursula Perko, HausmeisierSwitwe, 83 I., Stadt Nr. 220, Entkräftung. — Apollonia Presetuik, Hausbesitzerswitwe, h5 I., Livilspital infolge erlittener Verletzung und wurde gerichtlich beschaut. — Maria Rosiua, CiaarrensabrikSarbeiterin, J3 I., Aapu-ziuervorstadt Nr. 84, ruugenlähmuug m «»hrhäfter all ab Arabern “ S» “ Ott die BeTilwitr« bet «taaOlcaet rni to tijnrtcB. *on ein »alb Pfund fU VM, 1 m». 1 w. p. 41t, t ffb. 10 ff., II Pfd. *0 ff., M P,d. M (L - E.-«mlMcitn-BiKuiUn in «üchfe» i ff. » M unbJUJ'tO. - Ä«Tal.,e|*„ »,er, » «,»». t»Wien, W«M»o1i*mm ro**ueeob *«i B.MUUu, |»Mic in «llen Stadien dei guten «P-theker» unb »»«. ^irelhinblern, «ich Vefcnbet da« Ulenet Hau» »ach allen •«laben i'flm VeBnMtlaa »der Nachnahme. Lottoziehimg vom 21. März. Wien: 31 46 39 61 24. Graz: 70 81 74 40 79. __________ t** 8>n. 8. «lein»,tz, ft tzrd. »««dera m La>^r. Therese v. Raab gibt im eigenen sowie im Nomen ihrer Kinder Karl, Therese und Xaver 9iadhrid)t von dem sie tief erschütternden Tode ihres innigst geliebten Gatten, bezielmngs-wetse Vaters, des Herrn Karl v. Raab, f. f. Landesgerichtsrathes in Pension, welcher heute um halb 7 Uhr abends nach langen, schmerzlichen Leiden, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, im 61. Lebensjahre sanft im Herrn entschlief. Das Begräbnis findet am 27. d. um 3 Uhr nachmittags votn Sterbehause am alten Markt Nr. 35 aus statt. Die h. Seelenmessen werden in verschiedenen Kirchen gelesen werden. Der thenre Verblichene wird dem liebevollen Andenken seiner Freunde empfohlen. Laibach, am 25. März 1874. Nachdem Ihr Eurer Pflicht gegen das Vaterland g;niigt, tritt eine andere nicht minder qroße an Euch heran, nemlich die Pflicht Eure Lage. Eure Finanzen zu verbessern. — Jeder Vernünftige weiß, daß die« niemals ohne Ausbietung von Mitteln geschehen kann: cs wird daher für lle erfreulich sein, wenn ich ihnen den Weg öffne, auf welchem sie ohne Unterschied der Parteistellung "WB da« Ziel für ein geringe» Geldopfer erlangen. Ebenso wie es viele Wege gibt, die nach Rom führen, so gibt es auch verschiedene Gelegenheiten sein Glück zu machen, jedoch keine, welche durch die 3C StaatS-Garantie "WB Jedem tie Gewißheit gibt, dak Gewonnene auch zu erhalten, wie die, auf welche ich hiermit die Aufmerksamkeit der Leier hinwenden möchte. Von unserer Finanz - Deputation ansgege--bene Original-Antheil-Lose, welche durch meine auf der Rückseite ansgesertigte Indossierung den Inhabern die Betheilignng an allen Gewinn-Ziehungen bis zum 19. Mai 1874 garantieren und mit welchen Treffer von eventuell 120.000 Thaler, oder 80.000 Thaler, und 40.000 Thlr., 30.000 Thaler, 20 000 Thaler, lü 000 Th.iler, 12.000 Thaler, 10.000 Thaler, 8000 Thlr , 6000 Thlr., 4800 Thaler. 4000 Thlr. 3200 Thlr., 2400 Thaler, 2000 Thaler. 1600 Thlr., 1200 Tbaler. 800 Thaler rc. sc. gewonnen werden können, sind von mir. dem conces-sionierten Einnehmer, für nur „Fünf Thaler" (5 Thlr) oder 8*/« Gulden gegen Einsendung oder Nachnahme des Betrage« zu erhalten. Durch die. Uebernahme einer bedeutenden Anzahl Original-Lose bin ich in den Stand gefetzt, allen Anforderungen zu entsprechen und auch später tinlausenbe Bestellungen zu essecluie-reu, doch liegt cs im Interesse eines jeden, die zu wünschenden Antheil-L»se recht bald zu bestellen, da alle drei Wochen eine Gewinn-Ziehmig stattfindet, welche für die säumigen Cmmit-tenten verloren gehen würde. (192—2) Nr. 665. Ediet. Vom k k. Bezirksgerichte Windischgraz wird bekannt gemacht: E» sei über Ansuchen der Erben nach Agnes und beziehungsweise »ach Johann Hatzin von Windifchqraz die freiwillige Feilbietung des gesummten Nachlasses, als: 1. de« Hauses Eonsc.-Nr. 9 uud 10 ad Magistrat Wiudisch-graj fammt Progel und Gemeindeaiilheilen. laut Inventar« vom 8. Oktober 1873, Z. 2210, gerichtlich geschätzt auf 2. de« Acker« an der Brnunader Knr.-Nr. 26 ud Magistrat Windifch^ra, im SchätzungSwerthe von 700 fl., 3. der dabei befindlichen Fahrniffe, wie selbe in obigem Inventar näher beschrieben uud gefchätzi erscheinen, im Wrtlhe von 192 fl. 80 tr. ,_ bewilligt und zur Vornahme derselben die Tagsatzung liier* getich!« ans den 15. April 1874, vormittags 9 Utzr, augeordnet worden. Die Fahrnisse sind sogleich zu bezahlen uud wegzu-fchasfe» • die Liciianten der Nealiiäte» haben vor dein Anbote ein Baduutt von 1182 fl. und beziehungsweise 70 fl. in barem Gelbe, Soarkass bücheln -der Werlhpapieren zu dem Tagescurse zu Handcu de« Licitationscommipt« zu erlegen. 4f. k. Bezirksgericht Windischgraz, am 18. März 1874. Wichtig für Damen! WoUschweitzblötter, die jede sich unter den Annen bildende SchweißauSbllnstung anziehen und daher nie Flecken in den Taillen der «leider entstehen lassen, halte» alleiniges Lager und verkaufen zu Fabrikspreisen — das Paar 30 ft., (75-6) Isaac Weinberg in Hamburg, Hohe Bleichen 4 l. Wieaer Börse vom 24. März. Staatsfonds. filiere. $ttate, ist ttc. fctif. »ft. in Voft von 1854 pax. =U6. oje tote von 1860, aenst dofe ein iwo, flriintt Prämisnsch. v. 186* (•rundentl. - Obi. UielenBärg. Ungarn ju . . 4 „ Aotlen. Snglo-Banl........... ftebttanftalt .... Dkpofiienbank .... «»complc-ilnstali . . iHenco. 8ant . . . jöanbcKban!........... «änbeiiontenticteln. . »laiionatbant .... CtRetr. allg. San! . Lest. »aittgc|cOf. . . Union - Bant . . . . ütreinlbanl........... Brrlehr«b«nk.......... ti(«i6.y«iiu......... »atl-fubDlg-iyebn. . *«il. Slilabrih-vadn. Half. Htanf3o|tflb. »iaaUba^n . . . «#bba»n............. •cibiiBate 6!t Ü5 69.36 78.10 73.80 C8.- I 88.60 10Z.76110S.lt 108— 109.— 188.-1188.60 73 io: 74 76.50 130 60 m. 76 »1.-865.-35.85 84.- m.- 67 -»0 -ISS.— 18.-104. -140-50 187.76 198 50 198 — 818 50 131— **».— 33.-870.-36.75 84 40 866.-68.-SOI — ISS 5>: 19. S5 104 50 141.50 138.-199 60 199 318.50 143.&tillt4,- Pfandbriefe. «cib War« *üg. iC.Bob..6tebU. bto. in 33 g kalte*, b.® Ing. löob.-#ttblla»ft. 94 50 64 50 80 10 86.- »S. 84.75 90.30 t6.*6 Frioritflts-Obl. i>tann«Oo(eff»8a^n . Okst.-Iiorbwcstkahn. 6iebenbiirget etaaifbaba £Ubb..*ti.ju 600 »r. bto. Bon» «p»>- 101.-84.-83 6« 136 50 109.S6 95 50 ioi.:o 94 »5 83.70 187.— 1(18.50 95.75 liose. 169.- 169.50 Nudolfs-L 13.50 14 541 Wechsel (33ROU.) 841» 84 3i> 111.86 44 30 luglb. 100 ft. |ü*b.B. itianfi. 100 fl. . ■ »amburg . ondon io Wt. *ICtL 100 Staad . 93 90 94.16 5.1.06 111.76 44.S H Union. S0.#teic«1Hle . . . (taut. *af|en(*riii. eitba 6S6 1 8.8S» 1.0» * >06 10 .17-i.«8— 1 60 * 106.60- tetleget und für eit Trlegraphischtr Curtdrrickl am 26. März. Papier-Wente 69- Silber-Renle 73 70 — 186^ StaatS-Anlehen 10260 — Bankaktien 960 — ««W* - London 11176 - Silber 106-35 - 20-Franc» Stücke 8-93. — Redacuvn verantwortlich: Ct tont er Bamberg-