Laiblllhkr Tmblntt. Red action und Expedition: Bahuhofgasse Nr. 15. ßränumctalionetiteift: 2^ ^6r Laibach: Ganzj fl. f_*0; Insertion« preise: Sin« Zustellung i»8 Hau« vrtlj. 25 tr. “it der Post: Ganzjähr. ft. 12. Vom Tage. Montag, 3. Februar 1879. — Morgen: Veronika, 12. Jahrg. Das Reichsgesetzblatt veröffentlichte am 1. d. den neuen Handelsvertrag mit Italien und das mit diesem Staate geschlossene Viehseuchen- Übereinkommen. Der Wiener Korrespondent der „A. A. Ztg." kritisiert die Versassun g spartei in Oesterreich in folgendem kurzen Artikel: „Noch bevor sich das Abgeordnetenhaus des Reichsraths ins Grab legt, ist die Verfassungspartei des Hauses gestorben, und vielleicht gibt es kein Ostern für sie. Wo ist sie denn jetzt zu suchen? In dem Rumpf der Linken, der ihre Führer und hervorragendsten Mitglieder abhanden gekommen? In dem neuen Fortschrittsklub, der sich aus den Ausreißern rekrutiert? In der alten Fortschrittspartei, welche der Andrassy-Haß zur Allianz mit ihren Todfeinden von der Rechten getrieben? Im linken Centrum, wo das Ministerium als solches die Verfassung ist? Nun, schade wäre es nicht, wenn Parteien aussterben würden, die nur so lang einen Sinn hatten, als es Kämpfe um die Verfassung gab, als die Verfassung der Verteidigung bedurfte, die aber obsolet geworden sind, seit kein Mensch mehr daran denkt, an der Verfassung zu rütteln. Die Zukunft gehört jetzt der Partei, die da auszieht, die Bedingungen einer Reichspolitik zu schaffen, den beiden Reichshälften zu laffen, was der beiden Reichshälften ist, aber das Reichs-ganze zu einer Stellung zu erheben, in welcher es lediglich nach Maßgabe der gemeinsamen Interessen und unbeirrt durch irgend welche centri-fugale Strebungen den Aufgaben des Ganzen gerecht zu werden vermag, es zu dieser Stellung zu erheben nicht mit Zertrümmerung oder Verschiebung der gegebenen Grundlagen, sondern mit ihrer organischen Entwicklung und Weiterbildung." Das „Maulkorb"- Gesetz wurde im Justiz-ausschusse des Bundesrathes wesentlich gemildert, indem die Verweisung an den Strafrichter gestrichen, der Ausschluß aus dem Reichstage höchstens für die Dauer der Legislaturperiode zugelassen, der Verlust der Wählbarkeit endlich als unzulässig erklärt wurde. Die Wahl Grevy's zum Präsidenten der französischen Republik hat in ganz Frankreich den besten Eindruck gemacht. Die Vorgänge im Canton Tessin erregen großes Aussehen in der ganzen Schweiz. Schon vor längerer Zeit durchlief die Presse die Nachricht, daß im Canton Tessin eine Verschwörung existiere, die nichts geringeres als die Losreißung des Cantons und seine Vereinigung mit Italien bezwecke. Das wird nunmehr bestätigt; der Bundesrath soll im Begriff stehen, eine Untersuchung einzuleiten. Die infolge der schlechten Verpflegung zutage getretene Gährung in der türkischen Armee hat lebhafte Besorgnisse im Palais hervorgerufen, und wurde deshalb beschlossen, die Konstantinopler Garnison nach und nach zu entfernen und durch geduldigere und lenksamere Truppen zu ersetzen. Einige Transportdampfer haben schon einen Th eil der Kavallerie nach Porto-Lagos und Salonichi befördert und werden dafür etliche Bataillone von Canea nach der Hauptstadt bringen. Es ist fraglich, ob dies alles nützen wird; denn da nach einer ziemlich sicheren Schätzung alle finanziellen Hilfsquellen in zwei Monaten vollständig erschöpft sein werden, ist zu befürchten, daß die Armee mit den Revolutionären gemeinsame Sache macht. Nach Mittheilungen, welche die Grazer „Tagespost" aus Wien erhielt, hat die Pforte noch einen Versuch gemacht, die Mächte für eine Intervention gegen gewisse Härten des dem Abschlüsse nahen definitiven Friedens mit Rußland zu gewinnen. Es ist ihr nach vorhergehender Verständigung der Mächte unter einander die Antwort zutheil geworden, daß Europa sich nicht befugt erachte, irgend einen ändern Einfluß auf den betreffenden Friedensschluß zu üben, als sich zu vergewissern, daß derselbe in keinem Punkte die Festsetzungen des Berliner Vertrages auch nur indirekt beeinträchtige. Zur Ministerkrisis. Die neuesten Wiener Blätter signalisieren ein Ministerium Taaffe. Dem „Eastern Budget" wurde unterm Lösten v. M. aus Wien mitgetheilt, daß die ministerielle Krisis gleich nach Beendigung der Reichsrathsdebatten über den Berliner Vertrag in definitiver Weise zur Lösung kommen muß; man wird sich dann über die große Frage, ans welche Elemente die neue Regierung sich zu stützen haben wird, entscheiden müssen. Die Opposition, welche die Führer der deutschen konstitutionellen Partei gegen die auswärtige Politik der Regierung gemacht, machen es letzterer fast zur Notwendigkeit, sich von der Führerschaft jener Partei zurückzuziehen, die es darauf abzusehen scheint, die Monarchie zur Thatenlosigkeit zu vernrtheilen, ohne Berücksichtigung der Lage Europa's und der Gewalt der Ereignisse. Die Majorität des Hauses hat sich nun zwar offen von ihren früheren Führern loS-gefagt und die Konsequenzen der bisher befolgten auswärtigen Politik angenommen; allein ihre Stimmen würden die Annahme des Berliner Vertrages seitens des Reichsraths nicht sicherstellen, wenn sich denselben nicht diejenigen der Polen, Klerikalen und anderer Elemente beigesellten, welche der conftitutionellen Partei sonst feindlich gegen« überstehen. Für den Augenblick mag eine solche Vereinigung heterogener Elemente den Zwecken Feuilleton. Tante Fausta's Schuld. Erzählung von Harriet. (Fortsetzung.) II. Es war ein verwittertes Häuschen, das an der Straßenecke einer Bergstadt lag und von den Leuten nie anders als das graue Haus „Jungfer Törtchens" bezeichnet wurde. Demselben gegenüber stand eine steinalte Kirche, vielmehr eine Kapelle, die vor Jahren einem Häuschen Andächtiger zn ihren religiösen Gebräuchen Dienste geleistet hatte, jetzt aber völlig leer und unbenützt war. Die gemalten Engelsköpfchen sahen gar trübe durch dichtes Spinngewebe auf den verödeten Raum nieder, durch den einst Orgelklänge und fromme Lieder hinzitterten. Eine treue Freundin befaß da§ Kirchlein; es war eine prachtvolle Riesenlinde, die ihre kräftigen Zweige weit über das moosüberwucherte Dach desselben erstreckte; unter ihrem Schatten tummelten sich gar oft die Kinder aus den Nachbarhäusern, wenn die Sonne zur Rüste ging. Hinter dem Kirchlein breitete sich eine herrliche Wiesenfläche aus. Eine wundervolle Fernsicht bot der grüne, blumengefprengelte Rasenteppich ! In dem Beschauer derselben mochte sich manch’ sehnsuchtsvoller Gedanke regen — und wenn Dann eine Schwalbe zwitschernd über die Steinmauern im Sonnenlichte hinschwebte, denn die Frühlingsboten hatten sich in den Fenstervertiefungen ihr Sommerheim gebaut, da ward die Sehnsucht in der wanderlustigen Menschenseele, weit, weit in die Welt hinaus, mit dem blaugefieberten Gesellen fliegen zu können, noch heißer, tiefer, unnennbarer!--------- Aber nun zu bem Hause! „Jungfer Dortchen", vielmehr bas ehrsame Fräulein Dorothea von Barenmuth, würbe vor mehr als vierzig Jahren in bem grauen Häuschen geboren und erzogen; später verlebte sie eine lange Zeit in Dresden, kehrte aber wieber in ihr liebes Geburtsstädtchen zurück, zu ihren Eltern, um denselben ihr einsames Alter zu verschönern, als die einzige weit jüngere Schwester sich vermalte und mit ihrem Manne weit fort übers Meer, nach der alten Hansestadt H. zog. Das Fräulein drückte in dem Häuschen den Eltern die Augen zum letzten, besten Schlafe zu; zuerst der Mutter, dann dem Vater. Die Schwester in H. wollte Dortchen immer bei sich haben, allein das alternde Fräulein konnte sich zu keiner so weiten Reise entschließen und schrieb zurück: „Ich will in meinem Elternhause sterben und auf dem schonen, freien Bergfriedhofe begraben werben; ba mag es sich so friedlich ruhen!" So vergingen Jahre; stille einförmige Jahre — ohne Sonnenschein, ohne Freude für das einsame Fräulein und die alte Köchin Ursula, die die einzige Hausgenossin Jungfer Dortchens blieb. In dem einsamen Herzen mochte sich vielleicht zuweilen die Wanderlust nach dem stillen Bergfried-Hof und der Ewigkeit, die er in sich schloß, regen, denn ihr Erdensinn war ohne Ziel und ohne Zweck! Da kam an dem Abende, wo ich dich, lieber Leser, mit dem grauen Hause und seiner Bewohnerin bekannt machte, ein Brief mit fremden Schriftzügen aus H. für Dorothea. Sein Inhalt versetzte sie in furchtbare Aufregung; die ganze Nacht hörte sie Ursula, die ihr Schlafkämmerlein neben dem des Fräuleins hatte, seufzen und klagen, entsprechen; allein die auswärtige Politik der Monarchie wird öfter von einem Zusammenwirken des Parlamentes abhängig werden, und dürfte eine solche abhängige Stütze nothwendigerweise den Einfluß des Staates abschwächen. Man ist daher bemüht, eine befriedigendere Vertheilung der Parteien zu bewerkstelligen. Einige der einflußreichsten polnischen Mitglieder unterhandeln mit den Czechen, um dieselben zum Aufgeben ihrer bisherigen passiven Haltung und zu einer activen Betheiligung an den Reichsrathswahlen zu veranlassen. Zur Abwehr der Pest. Der Ministerpräsident Fürst Auersperg hat im Abgeordnetenhause nachstehende beruhigende Erklärung abgegeben: „Die Regierung ist sich ihrer schweren Verantwortung bewußt und wird gewiß alle Maßregeln eintreten lassen, welche zur Sicherung der Monarchie gegen die drohende Pestgefahr nothwendig sein sollten. Es sind in Übereinstimmung mit der ungarischen Regierung und mit der deutschen Regierung in dieser Hinsicht Beschlüsse gefaßt worden, denen sich nunmehr auch die Vertreter Rumäniens, nachdem sie wegen der Kürze der Zeit den Verhandlungen nicht hatten beiwohnen können, nachträglich angeschlossen haben. Der deutsche Vertreter ist nach Berlin zurückgereist, und es ist uns bereits telegrafisch angezeigt worden, daß mehrere Punkte, die in Wien vereinbart wurden, auch von der deutschen Reterung angenommen worden sind. Ich glaube, er erste Punkt, welcher die alsbaldige Entsendung von Aerzten betrifft, ist in diesem Augenblicke wol der wichtigste, und ich kann dem hohen Hause versichern, daß die Aerzte nicht erst befragt zu werden brauchen, um abzugehen, sondern daß vielmehr unsere Aerzte jede Stunde bereit sind, Sbald Deutschland uns von der Absendung seiner erzte benachrichtigt, sofort abzugehen. Auch ist alles derart vorbereitet, daß, sobald die Zustimmung der deutschen Regierung einlangt, alle sonstigen Maßregeln vereinbarungsgemäß unsererseits sofort in- Leben treten können." „Ich möchte nur davor warnen, den Sensationsnachrichten zu viel Gewicht beizulegen und ihnen zu viel Glauben zu schenken. Es ist vereinbart worden, daß alle offiziellen Mittheilungen veröffentlicht werden, und zwar nicht allein jene, welche an die österreichisch-ungarische Regierung, sondern auch jene, die an die deutsche Regierung cinlangen. ES besteht ein fortwährender wechselseitiger Austausch aller offiziellen Mittheilungen, »nd die Regierung wird dieselben, sobald sie einlangen, dem Publikum augenblicklich mittheilen. Daß ich das Recht habe, diese Warnung auszu-sprechen, geht auS einem Telegramm von gestern aus Astrachan hervor, das durch die Gefälligkeit der Direction der Carl Ludwigbahn mir eben mitaetheilt wurde. Dasselbe lautet (liest): „Übertriebene Nachrichten, entweder Sensations- oder irrthümliche. Es wäre erwünscht, wenn Ihre Aerzte sich schleunigst überzeugen würden. Wet-ljanka, wo Krankheit enstanden, seit zehn Tagen kein Kranker mehr. Im Dorfe Selitri drei Kranke, sonst nirgends. Wir sind davon sehr weit entfernt, ohne geringsten Verkehr." „Ich kann nur wiederholen: Die Regierung wird gewiß die nothwendigen sanitären Maßregeln im Auge behalten, sie muß es aber auch ver-meinden, unfern Handel und Wandel mmöthiger-weise aufs tiefste zu schädigen, und ich kann nur wiederholen, daß das hohe Haus die Beruhigung haben möge, daß das vollständigste Material über diese Angelegenheit gesammelt worden ist und daß alle Vorkehrungen getroffen sind, um dieser eminenten Gefahr, welcher die Regierung keinen Augenblick sich verschloß, auf das energischeste zu begegnen." Das russische Ministercomite beschloß folgende Maßregeln gegen die Weiterverbreitung der Pest: 1.) Den Minister des Innern zu ermächtigen, das Dorf Wetljanka niederbrennen zu lassen, wobei die Einwohner desselben anderwärts, jedoch in dem Bereiche der Qarantäne, dislociert werden sollen und eine Entschädigung für ihr bewegliches und unbewegliches Eigenthum erhalten; 2.) den Minister des Innern zu ermächtigen, dieselbe Maßregel auch auf andere Dörfer und einzelne Gebäude, wenn nöthig, zu erstrecken; 3.) der Eiviladministration behufs des Quarantänedienstes die nöthige Truppenzahl sofort zur Verfügung zu stellen; 4.) alle zur Ergreifung der Maßregeln gegen die Epidemie nöthigen Ausgaben auf Rechnung des Reiches zu nehmen. Tagesneuigkeiten. — Ueber die Verwaltung in Bosnien schreibt man bet „D. Ztg." aus Brod: „Das ehemalige türkische Regime in Bosnien war dem Handel und der Industrie gegenüber sehr conlant, respektierte internationale Verträge, war in Zollangelegenheiten nie disficil und namentlich dem Transitohcmdel gegenüber entgegenkommend. Nicht so die neue k. und k. Landesregierung für Bosnien und die Herzegowina. Zwar ließ sie sonderbarerweise die türkischen Zollgesetze unangetastet, und in den meisten bosnischen und herzegowinischen Zollämtern sitzt derselbe ottomanische Gjumrnkdjija (Zolleinnehmer), der daselbst schon vor dem 29. Juli 1878 gesessen war, aber die Handhabung der Gesetze ist eine geänderte. So ivurde z. B. von der Landesregierung in Serajewo, ohne daß dieser Amtshandlung eine diesbezügliche Kundmachung vorangegangen wäre, und ohne den geringsten gesetzlichen Grund, für solche Transitowaren, welche von unser« österreichisch-ungarischen Zollämtern mit einer vorschriftsmäßigen Transitobollete versehen wurden, die Zurückweisung befohlen. Welch' enormer Schade dadurch den hiesigen Handelsleuten zugefügt wird, kann man sich vorstellen, wenn man weiß, daß einzelne Kanflente ihr gesammtes Vermögen in bosnischen Geschäften engagiert haben. Und solche unberechtigte Zurückweisungen kommen nicht etwa vereinzelt vor, sondern erfolgen regelmäßig bei allen Grenzzollämtern. Ist es schon an und für sich eine Anomalie, daß heute zwischen Bosnien-Herzegowina und der Monarchie überhaupt noch Zollschranken bestehen und dem österreichisch-ungarischen Handel störend im Wege stehen, so ist die Vexation bezüglich der Transitowaren, die via Bosnien neue Absatzwege suchen, geradezu absurd. Gedenkt die bosnische Kommission des auswärtigen Amtes auf diese Weise den heimischen Handel und die Industrie zu unterstützen?" — Das Volksschulwesen im Küsten-lande macht, wie der „Pr." aus Triest berichtet wird, nur langsame Fortschritte. Es würde sich vielleicht vieles weit günstiger gestalten, wenn nicht einzelne Aussichtsorgaue so sehr den nationalen Schimmel tummeln und wenn sie der Lehrerschaft statt nationaler Machwerke gediegene deutsche pädagogische Schriften bieten würden. Wo der Staat seine Hand aufthut, da faßt die gute Sache alsbald Wurzel, wo es jedoch nur auf die Gemeinden allein ankommt, bleibt der Schulkarren meist im Schlamme stecken. Wir sehen das bei den Lehrmitteln, mit welchen sich die Schulen zusehends bereichern, weil sie ihnen von den Schulbehörden, das ist Vom Staate, geboten werden; dagegen geht es mit den Schulhausbanten kaum vorwärts. Die Schulen sind auf dem flachen Lande bei dem Mangel an eigenen Schulhänsern vielfach in Privathäusern höchst mangelhaft untergebracht. Von einer geregelten Instandhaltung dieser gemietheten Schnllokalitäteu, von einer ordentlichen Beleuchtung, Beheizung und Lüftung derselben kann daher auch nicht die Rede sein. Schreiber dieses hat mitunter Lehrzirnrner angetroffen, so laut und schmerzlich, daß sie kein Auge schließen konnte. Den folgenden Morgen sagte sie kurz und trocken zu Ursula: „Ich muß nach H. und reife noch heute ab!" „Um Gott, überS Meer!" Die Köchin jchlug die Hände vor Schreck über den Kopf zusammen. „Mein Schwager und meine arme Schwester sind plötzlich gestorben. Die Behörde zeigt mir an, wenn ich das arme Friedchen nicht abhole, muß es in das Waisenhaus, und das, Ursula, können wir doch nimmer zugeben!" „Aber der große Bruder, der..." „Der ist auch todt!" stieß Dorothea mit zuckender Lippe hervor. „Auch todt?" Die Köchin wischte mit der braunen Schürze zwei große Thränen ab, die ihr vor Mitgefühl über das Unglück der nahen Verwandten des gütigen Fräuleins in die Augen traten.------------- Sechs Wochen waren vergangen. Da hielt an einem kühlen Maiabend der Postwagen vor dem grauen Haufe. Dorothea und ein zartes Mädchen mit einem durchsichtig weißen Gesichtchen stiegen aus dem- selben und verschwanden rasch in der Hausflur, hinter ihnen schloß sich sogleich das Thor. Ursula weinte Freudenthränen über die Rückkunft ihrer Herrin; hatte sie doch den wunderlichen Gedanken gehegt, H. liege noch ferner von dem Städtchen, wie die Ewigkeit, und Dorothea würde nicht mehr von dort zurückkehren können. Wie das alte Fräulein die Ruhe und Stille über alles liebte, so wurde auch ihre kleine Nichte in derselben auferzogen. Nicht einmal betheiligte sich Friedchen an den fröhlichen Spielen ihrer Altersgenossinnen drüben unter dem Lindenbaume. Es war ein stilles Mädchen, das mit ernsten Augen in die Welt blickte! — Als Dorothea einst durch die Gasse ging, Friedchen an der Hand führend, kam eines der größeren Mädchen auf sie zu gehüpft und hielt ihr einen prächtigen Apfel entgegen: „Komm, spiele mit uns, du kleines blasses Ding, dann wirst du so frisch und roth werden, wie dieser Apfel, den ich dir schenke." Friedchen klammerte sich scheu an Tante Dortchen: „Behalte nur den Apfel, ich mag nicht mit dir spielen!" Das Mädchen steckte die verschmähte Gabe mit einem bitter schmollenden Gesichtchen in ihr Schürzchen und eilte zu den anderen Kindern zurück. Von diesem Tage an verschwor sich die kleine, tief beleidigte Schar gegen Dortchens Nichte: wenn sie- einmal die Schule besuchen würde, dann sollte sie in keinem der Nachbars-kinder eine Freundin finden; das war gewiß eine empfindliche Strafe für das garstige Mädchen, das Mütchens guten, süßen, rothen Apfel zurückwies. — Die Kinder hatten ihren Racheplan nutzlos gefaßt. Friedchen besuchte nie die Schule des Bergstädtchens. Als sie ihr elftes Jahr zurückgelegt, wurde in dem grauen Hanse wieder ein Koffer gepackt, aber nicht etwa zu einer Reise nach H., sondern Tante Dorothea begleitete das Mädchen nach Dresden, wo es in einer der ersten Erziehungsanstalten untergebracht werden sollte, in der nur Töchter aus den vornehmsten Häusern Aufnahme fanden, aber die Direktorin derselben war die Herzens- und Jugendfreundin des alten Fräuleins. Mit schwerem Herzen trennte sich dasselbe von dem Kinde; es hatte ihre Sehnsucht nach dem Bergfriedhof und der Ewigkeit, die er in sich schloß, gemildert, da ihr Dasein plötzlich einen Zweck und ein Ziel gefunden: an dem verwaisten Kinde Mutterpflichten zu üben. (Fortsetzung folgt.) die eher einer Stallung oder Kellerräumen als einem der Bildung der Jngend geweihten Tempel gleichen. Der Schulbesuch läßt ebenfalls noch manches zu wünschen übrig. Der Lehrermangel ist trotzdem, daß in Görz eine Lehrerinnen-Bildungsanstalt und in Tolmein, Dolina, Monfalcone und Castua Vorbereitungsklassen für unsere Lehrerbildungsinstitute in Capodistria bestehen, ein bedeutender. Viele Schnlposten werden noch immer durch Aushilfslehrer, als welche vielfach die Herren Kapläne oder Pfarrer fungieren, versorgt. Auch ist es auffallend, daß unsere küstenländische Lehrerschaft noch immer nichts von einem wohlthätigen Vereinsleben verspürt und ihr pädagogische Zeitschriften nicht selten noch spanische Dörfer sind. Daraus aber ist es auch zu erklären, warum solche Persönlichkeiten häufig nur zu sehr nationalen Extravaganzen verfallen und ganz im Fahrwasser des einen oder ändern verbissenen und deutschfeindlichen Parteiorgans einherschwimmen. Nachdem es an nutzbringenden Anregungen nur zu sehr gebricht, muß auch so manches andere ausständig bleiben, und alles hängt nur von staatlicher, das wenigste von commnnaler Hilfe ab, die oft nur für Parteizwecke zu haben ist. — Zur Abwehr der Pest. Ein Fin-maner Korrespondent des „Ellenör" macht die maßgebenden Kreise auf die Errichtung einer Quarantäne-Anstalt in Trieft aufmerksam. Es ist beachtenS-werth, daß der Brennpunkt des Seehandels der Monarchie, Triest, eigentlich keine wirkliche (gehörig eingerichtete) Ouarantäne-Anstalt besitzt. Die aus den Contagionsgegenden des Orients nach Triest gehenden Schiffe pflege» meistens im Fimnaner oder in den dalmatinischen Häsen wenigstens eine formelle Quarantäne zu halten, wenn jedoch das Con-taginin eine große Ausbreitung gewinnt, so überflutet es nicht nur Rußland, sondern mich die Balkan-Halbinsel, Klein-Asien und Egypten, welch' letzteres ohnehin ein ständiger Pestherd zu sein pflegt. Die im Orient verkehrenden gesammten Schiffe müssen unter Quarantäne genommen werden, und auch Triest braucht eine gehörig eingerichtete Quarantäne- Anstalt. Es ist zwar wahr, daß der Seeverkehr selten die contagiöfen Seuchen zu verschleppen pflegt. Als die Pest jahrelang in Egypten wüthete, wurden die aus Alexandrien in den Fiumaner Hafen eingelaufenen Schiffe zwar unter Quarantäne gestellt, es kam aber kein einziger Fall von Pesterkrankung vor, nicht einmal unter der Schiffsequipage. England, welches mit allen Orient-gegenden am häufigsten in Berührung kommt, pflegt die Desinficierung der Schiffe und die Quarantäne-Verhängung sehr leicht zu nehmen. Was jedoch England betrifft, so erklärt sein Fernliegen von den Seuchenplätzen die Sorglosigkeit der englischen Regierung. Aus Alexandrien kann kein Schiff, wenn es auch beständig unterwegs ist, vor 12 Tagen in England eintreffen, so zwar, daß die Schiffe durchschnittlich mehr als zwei Wochen zur Fahrt von Alexandrien nach England brauchen, Segelschiffe aber in der Regel eine noch längere Zeit. Während dieser Zeit aber Würde sich auf den Schiffen schon während der Reise das Contaginm entwickeln, wenn sie den Stoff dazu mit sich schleppten. Mit den österreichisch-ungarischen Häfen jedoch ist die Coin-munication eine raschere, ja wenn die Pest in den türkischen Provinzen und Griechenland ausbricht, ist die Gefahr für »ns unverhältnismäßig größer als für England. In Fiuine ist zwar jedermann überzeugt, daß das Contagium, wenn es überhaupt eingeschleppt wird, nicht zur See, sondern von Galizien und Rumänien aus zu Lande in die Monarchie gelangen wird; deshalb muß aber doch auch für den Schutz au den Seeküsten vorgesorgt werden, damit wir nicht rathlos stehen, wenn uns die Gefahr schon im Nacken sitzt. — Eine originelle Geburtsanzeige. Im Jnseratentheile des Innsbrucker „Tiroler Boten" findet sich folgende Anzeige: .Schrecklich ist'S und leider wahr; willinge mein Weib gebar! llesammt sind frisch und g'sund; Dieses thnt den Freunden kund Ludwig Graf Sternberg." Lokal-und |)rimin?ial-Angelegenheiten. — (Zur Anschaffung von Feuerlöschrequisiten) erhielt die Gemeinde Nesselthal eine kaiserliche Spende im Betrage von 100 fl. — (Die philharm. Gesellschaft) wird die silberne Hochzeit unseres durchlauchtigsten Kaiserpaares durch ein Festkonzert feiern. — (Personalnachricht.) Der Herr Landeshauptmann Dr. R. v. Kaltenegger kehrt mit dem heutigen Wiener Schnellzuge nach Laibach zurück — (Ernennung.) Das Oberlandesgericht in Graz hat den Rechtspraktieanten Herrn Robert Bamberg zum Gerichtsansenltanten für Krain ernannt. — (Handelskammer.) Die von der krai-nifchen Handels- und Gewerbekammer einstimmig, also auch unter Zustimmung der nationalen Minorität vollzogene Wiederwahl der bisherigen Präsidenten Herren Alex. Drev und Carl Lnckmann — zweier Männer, welche den volkswirtschaftlichen, industriellen und gewerblichen Interessen stets die wärmsten Vertreter waren und deren gemeinnütziges Wirken auch aus anderen Gebieten des öffentlichen Lebens volle Anerkennung findet, ist geeignet, die allgemeine Befriedigung hervorzurufen. Wir freuen uns, dadurch neuerlich die Unrichtigkeit der seinerzeit erfundenen Nachricht, daß einer dieser Funktionäre eine Neuwahl nicht annehinen werde, con-statieren zu können. — (Tagesordnung des hiesigen Schwur ger ichtsh ose s.) Am 3. Februar: Anton Vehar wegen Brandlegung; am 4. Februar: Josef Poklukar wegen Nothzucht; am 5. Februar: Graf Emanuel Lichtenberg wegen Nothzucht; am 6. Februar: Franz Dolenz wegen Betrug; am 7. Februar : Mathias Mandelj wegen Brandlegung. — (Staatsfubveution und Vorschüsse) Der Budgetausschuß des österreichischen Abgeordnetenhauses hat in das Budget pro 1879 bei der Post „Subventionen" als fixe Jahressubvention für Krain den Betrag von 175,000 fl. und bei der Post „Vorschüsse" einen mit fünf Perzent zu verzinsenden Vorschuß für Krain im Betrage von 64,000 fl. eingestellt. Für die Kronprinz Rudolfbahn wurde eine Subvention von 5.966,000 fl. beantragt. — (Der Verein der Aerzte in Krain) zu Laibach hält Mittwoch den 5. d. M. um 6 Uhr abends eine Vereinssitzung ab mit folgendem Programm: A. Innere Angelegenheiten: 1.) Richtigstellung des letzten Sitzungsprotokolles; 2.) Mittheilung der Einläufe; 3.) Verleihung der Löschuerstif-tung; 4.) Beschlußfassung über eine Zuschrift des Ausschusses des österreichischen Aerzte-Vereinsver-bandes: a) ob Gründung von ärztlichen Sparund Vorschußvereinen, b) ob Gründung von Vereinen für öffentliche Gesundheitspflege. — B. Vorträge: 1.) Prof. Valenta über Pilocarpin um muriaticum als wehen- und schweißtreibendes Mittel; 2.) Operateur Jpavitz in Rudolfswerth: über vollkommene Heilung einer Oberschenkelamputationswunde in fünf Tagen. — Zur Beschlußfassung ist die Zahl von mindestens 12 Mitgliedern nach § 20 der Statuten nöthig. — (Ein Bezirks Wundarzt) wird für den Steuerbezirk Loitsch ausgenommen; Gesuche bis Ende dieses Monats an d!e Bezirkshanptmannschast in Loitsch. — (Eine Hebamme) wird in Nenoßlitz, Bezirk Krainbnrg, ausgenommen; Gesuche bis Ende dieses Monats ait die Bezirkshauptmannschaft in Krainburg. — (Ein Erdbeben) wurde am 30. v. M. um 8 Uhr 20 Minuten abends in der Gegend von Littai verspürt. — (Faschingschronik.) In den Restaurationslokalitäten deS Hotels „Europa" fand vorgestern eine Tanzunterhaltung statt, bei welcher der Mangel an tanzlustigen Damen sehr fühlbar war, mehr als 60 Tänzer standen bereit, ins Treffen zu gehen. — Beim gestrigen Tanzkränzchen, welche-der hiesige Militärveteranen»Verein veranstaltete, gaben sich 25 Paare dem Tanzvergnügen mit besonderer Vorliebe hin. Frau Schunko's Küche und Keller spielten die Hauptrolle. Die genannte Pächterin der Restaurationslokalitäten im Hotel „Europa" besorgte mit besonderer Aufmerksamkeit die Bedienung in der Casinorestauration. Dem geehrten Publikum diene zur Nachricht, daß an jenen Abenden, an welchen Tanzunterhaltungen in den Casino-vereinssälen stattfinden, auch die unteren Casino-Restanrationslokalitäten dem großen Publikum zum Besuche offeu stehen — Zu dem am 9. Februar d I. in den Lokalitäten der alten Schießstätte stattfindenden Feuerwehrkränzchcn wurden auch die Mitglieder der philharmonischen Gesellschaft und des Laibacher Turnvereines im Wege der betreffenden Vereinsleitungen eingeladen. — (Depeschenverkehr in Krain.) Bei sämmtlichen 27 k. k. Telegrafenämtern in Krain fand int Jahre 1878 folgender Depeschenverkehr statt: Aufgegeben wurden 37,626 Depeschen, hievon 20,210 in Laibach; angekommen sind 44,171, hievon 22,5 >7 in Laibach; transitierte Depeschen 59,482, hievon 55,712 in Laibach, zusammen 141,279 Depeschen, hievon 98,501 in Laibach, um 14,470 mehr als im Jahre 1877. Für die in Krain aufgegebenen Depeschen wurden an Gebüren 18,511 fl. 35 kr. eingehoben, hievon in Laibach 9941 fl. 25 kr. — (Gauturntag.) Gestern hielten die deutschen Turnvereine von Steiermark, Krain, Kärnten und aus dem Küstenlande in der landschaftlichen Turnhalle in Graz einen Gauturntag ab. — (Eisenbahnbetriebsresultate.) Die Südbahn verbuchte im Jahre 1878 ein Betriebsergebnis von 36-08 und die Rudolfbahn ein solches von 4 13 Millionen Gulden. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Der Männergesangsverein in Klageuf urt zählt 17 Ehren-, 54 ausübende und 338 unterstützende Mitglieder. — Im Monate Jänner sind von den Gerichten in Steiermark über 350 executive Realitätenfeilbietungen angeordnet worden. — In Agram wurde der dortige Advokat und langjährige Gemeinderath. Landtags- und Reichstagsmitglied Herr Mato MrazoviL einstimmig zum Bürgermeister der kroatischen Landeshauptstadt gewählt. — (Landschaftliches Theater.) Fränlein Habrich stellte sich gestern als „Rosalinde" in der Strauß'schen Operette „Die Fledermaus" als Operettensängerin von hervorragendem Range vor. Das Fräulein verfügt über kräftige, volltönende Stimmittel, kann sich einer tüchtigen Schule rühmen, intoniert rein, besitzt eine nicht gewöhnliche, ausdrucksvolle Vorträgsweife, entfaltet im Gesänge große Sicherheit und genialen Schwung, zudem ist das Spiel ein sehr entsprechendes, resolutes, entschiedenes; kurz gesagt, das volle Haus lernte eine sehr gute Sängerin, zugleich gute Schauspielerin kennen, und zeichnete dasselbe die Debütantin durch zahlreiche Beifallsbezeugungen ans. Das musikalische Publikum kann diese neue Gesangs- und Bühnen-kraft mit einem unifoneit „Willkommen!" begrüßen. Frl. Maffa übernahm gestern die Partie der „Adele." Die geschätzte Primadonna wurde in der Antrittsszene mit zwei Blninenbonquetspendcn ausgezeichnet. Um uns eben auch kurz zu fassen, referieren wir der Thatsache entsprechend: daß Laibach eine so nette, elegante, anmuthige, graziöse, eine fo vorzüglich singende und so gut aufgelegte „Adele" noch nicht gesehen und gehört hat, wie gestern. Frl. Maffa feierte förmliche Triumphe, namentlich im großen Couplet des dritten Actes. Die virtuosen Leistungen der beiden Damen weckten auch die übrigen Träger der Hauptpartien, die Herren Sirene berg, Friedmann und V. Maffa, zu gesteigerte- Mitwirkung, der Verlauf der ganzen Operette war ein klappender, gelungener, der Erfolg des Ganzen ein glänzender; das Haus befand sich, elektrisiert von der meisterhaften Aufführung, in bester, befriedigtester Stimmung. Wenn unsere Theaterleitung jetzt, wo es in den Besitz so hervorragender Gesangs-krästc getreten ist, den Moment nicht benützt, wenn sie cs versäumen sollte, jetzt bereits in Klagenfurt, Marburg, Graz, Linz und in ändern Orten auf der Tagesordnung stehende Operetten -Novitäten zu bringen, dann hätte die Direction es sich nur ganz allein zuzuschreiben, wenn die Theaterkasse Schaden leidet. Gediegene Novitäten werden der Direction gemachte Vorauslagen mit reichlichen Zinsen eintragen. — Das Samstag zur Aufführung gebrachte allbekannte Lebensbild „Der letzte Nationalgardist" übte keine Anziehungskraft, mehr als 40 Logen waren nicht besetzt. — (AnS der Bühnenwelt.) Wiener Blätter melden, daß der Tenorist Herr Stoll, welcher unter der Direction Kotzky seine künstlerische Laufbahn in Laibach zuerst betreten hat, im April dieses Jahres ein auf Engagement berechnetes Gastspiel an der Wiener Hofoper beginnen wird; als Debütrolle wurde der „Assad" in Goldmarks „Königin von Saba", eine rein lyrische Partie, gewählt. Der Contract Stolls, welcher bei günstigem Ausfall des Gastspieles im August dieses Jahres in Kraft treten soll, lautet auf fünf Jahre, mit steigender Gage. — Herr Arenberg gastierte auf der Klagenfurter Bühne in den Operetten „Fledermaus". „Girofle", „Angot" und „Fatinitza" mit bedeutendem Erfolge. — (Zeugnisse aus Mittelschulen.) Im Hinblick auf die an Realschulen in ungleich größerer Zahl als an Gymnasien vorgeschriebenen obligaten Lehrgegenstände wurde die für sämmtliche Mittelschulen allgemein giltige Norm zur Abfassung von Schulzeugnissen durch Ausstellung eines relativen statt des absoluten Maßstabes abgeändert, wie folgt: Die dritte allgemeine Fortgangsklasse ist einem Schüler zu ertheilen, wenn derselbe in der Hälfte oder in der Mehrzahl der obligaten Lehrgegenstände die Noten „nicht genügend" oder „ganz ungenügend" erhält, wobei ein „ganz ungenügend" gleichzuhalten ist mit zwei „nicht genügend". Diese Bestimmung f}at schon bei der Classification der Schüler nach dem ersten Semester des gegenwärtigen Schuljahres in Geltung zu treten. — (Gegen die Vermehrung der Jahrmärkte) in den Ortschaften des flachen Landes läßt sich eine Stimme in der „Grazer Ztg." vernehmen, wie folgt: „In der That sind die vielen Märkte kein Bedürfnis mehr in einer Zeit, wo man in jedem Markte, in jeder Ortschaft Krämer und Gewerbsleute findet. Diese Jahrmärkte sind zur Qual der Grundbesitzer nur Feier- und Müssig-gangstage für das Dienstgesinde, bieten Gelegenheit zum Nichtsthun, zum unnöthigen Geldausgeben, zum Wirthshausbefuche, und leider auch zu argen Ex-ceffen. Im Orte selbst fehlt es häufig an den nöthigen Aufsichtsorganen zur Aufrechthaltung der Ordnung, und der Nutzen, den die Abhaltung eine» solchen, oft gerade zur Zeit dringender landwirth-schastlicher Arbeiten abgehaltenen Marktes bringt, ist für die Ortsgemeinde ein verschwindend kleiner. Durch die Märkte gewinnen nur die Wirthshäufer." Witterung. Laibach, 3. Februar. Anhaltend trübe, windstill. Temperatur morgens 7 Uhr — 0 6", nachmittags 2 Ubr + 2 6" C. (1878 —10“ 1877 + 0'2" C.) Barometer im Fallen, 734 64 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Temperatur — 0 4°, das gestrige + 01", beziehungsweise um 0'7" und 1’2° über fcem Normale; der gestrige Niederschlag 180 mm. Schnee. Angekommene Fremde am 3. Februar. Hotel Stadt Wien. Schober, Ledersabrikant, Wolssberg. Pendini, Reisender; Bettelheim, Peterka, Schulte, Biach und Neumark, Kauflcute, Wim. — Thoman, Holzhändler, Krainbnrg. — Hren u. Weber, Kaufleute, Gottschee. — Urbantschitsch, Höflein. — Fischer, Getreidehändler, Ungar«. Elefant. Batter und Weiser, Reisende; Rad, Kansmann, Wien. — Sobalevsky, Ingenieur, u. Unterberger, (Mi. — Graf Thurn, k. k. Dragonerlientenant, Enns. — Wagner, Erlachstei». — Paic, k. k. Oberlicutenant, Sera-jcwo. — Rant f. Gemalin, Billichgraz. — Blaznik, Dom-5eile. — Stare, Besitzer, Stein. — Tomsic, Holzhändler, Rakek. Mohren. Krapec, Adelsberg. — Steklasa Maria, Rassen-fuß. — Pirkovic, Pfarrer, Oberponigl. Berftorbene. Den 2. Februar. Mathilde Pogatnik, k. k. Notarswitwe, 38 I., Petersstraße Nr. 57, Lungencmphhsem. Den 3. Februar. Franz Prepeluh, Zimmermanns-kind, 2 I. 2 M., Karlslädterstras;e Nr. 11, Lungenentzündung. Im Zivispitale vom 12. bis incl. 18. Jänner. Den 12.: Joses Barbis, Kaischler 70 I., Hirnentzün-duug. — 13.: Andreas Ztrajnar, Arbeiter, 67 I., Entkräftung ; Jakob Zobel, Schneider, 60 I., Lungenschwindsucht; Helena Francelj, Inwohnerin, 69 I., Entkräftung; Anton Babnik, Bettler, 74 I., Lungensucht; Maria Burjak, Kaischlersweib, 25 I., Kindbettfieber. — 14 : Anna Sla-novee, Arbeitersweib, 68 I., Lungenödem; Agnes Merhar, Inwohnerin, 40 I., Entkräftung; Johann KrHaj, Arbeiter, 65 I., Lungenentzündung. — 15.: Thomas Mesec, Arbeiter, 65 I, Lungenödem; Joses Rupert, Arbeiter, 57 I, Lungengeschwnlst. — Martin Pregel, Fleischer, 24 I, Lungentuberkulose; Maria Makek, Jmvohnerin, 67 I., Schwäche der großen Pulsaderklappe». — 17.; Gregor Knific, Inwohner, 69 I., Entkrästnng. — 18.: Maria Ha fner, Arbeiterskind, 2 I., Seropheln. Gedenktafel über die am 6. F e b r u a r 18 7 9 stattfindenden Licitationen. 2. Feilb., Brolich'sche Real,, Waisach, BG. Krainburg. — 2. Feilb , Hrovat'sche Real., Bibern, BG. Sittich. — Dielte. Zupankit'sche Real., Maledulc, BG. Sittich. — 1. Feilb., Debevc'sche Real., Bigaun, BG. Loitsch. Lebensmittel-Preise in Laibach am 1. Februar. Weizen 6 fl. 66 kr., Korn 4 fl. 55 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Hafer 2 fl. 76 kr., Buchweizen 4 fl. 55 kr., Hirse 4 fl. 88 kr., Kukurutz 4 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 3 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 90 kr., Schweinfett 76 kr., Speck, ftifcher 52 kr., geselchter 70 kr., Butter 78 kr. per Kilogramm ; Eier 2‘/i kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 50 tr., Schweinfleisch 44 kr., Schöpsenfleisch 36 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 51 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. 50 kr., weiches Holz 5 fl. 50 kr. per vier E.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. Verlosungen. 1860er Staatslose. Bei der am 1. d. M. in Wien vorgenommenen Serienvedosuug wurden die nachstehenden Serien gezogen, und zwar: Serie 204 385 534 1170 1257 1432 1550 1557 1727 1897 1939 2081 2389 2821 3102 4144 4484 4799 4940 5112 5240 5539 5610 5650 5809 5822 6328 6329 6438 6599 6788 6919 7053 7104 7252 7292 7329 7736 7978 8484 8494 8774 8819 8986 9235 9257 9290 9846 9982 10098 10192 10444 10901 11030 11047 11140 11165 11556 11726 12592 12732 12810 13060 13069 13081 13159 13349 13767 13875 13981 14138 14212 14347 14487 14545 15001 15060 15399 15634 15790 16063 16196 16663 17126 17322 17603 18581 18659 18762 18812 19005 19391 19527 und 19550. Die Verlosung der in den obenaufgefüürten Serien enthaltenen Gewinuummeru wird am 1. Mai 1879 vorge nommen. Dank. Für die vielen Beweise herzlicher Theil-nahme anläßlich des Todes unseres uns unvergeßlichen Sohnes und Bruders Lmil Iljuöer v. Hkwg sowie für die zahlreiche Betheiligung an dessen Leichenbegängnisse, und für die vielen prachtvollen Kranzspenden sagt den innigsten, verbindlichsten Dauk die trauernde Familie. Im Hanse Nr. 15, Domplatz, ist eine WolMllg, bestehend aus drei Zimmern, Küche, Speisekammer und Holzlege, für kommenden Georgi zu vergeben. Das Nähere Burgstallgasse Haus-Nr. 7, 1. Stock. (70) 3-2 Kostenlos, also ohne einen Kreuzer Kosten dafür zu berechnen, versendet die Direction der deutschen Berlagsanstalt in Berlin (Kurfürst c n ft r a ß c 127) des berühmten Mathematikers Prof. Rudolf v. Orlic6 in Berlin die neueste Cern o-Oewinnki ste und Aufflärmig über das von ihm erfundene, aus durchaus wissenschaftlicher Grundlage beruhende Lottosplelsistem, für dessen Reellität die bedeutendsten Tornogewinne, wie allseits aus deu Zeitungen bekannt, g l an-»ende Zeugnisse abgeben. gM" Die Direction der deutschen Vcrlagsanstalt ist damit sehr zu empfehlen. (72) Der Referent dieser Zeitung. —y—M—>r~M—m y y ~y AUgemciiu Staats* j fmuid. Papierrente........... Silberrente........... Goldrente............. StaatSlose. 1839. . . „ 1854. . . 1860. . . 18öO(5tel) „ 1864. . . tirundentfaftungs-Obligationen. Theater. Heute (ungerader Tag): Franz Schubert. Operette in 1 Act von Hans Max. Musik mit Benützung Schubert'scher Motive vou Franz v. Suppe. Diesem geht vor: Satan, Tante Kobold oder Ein glücklicher Fa m i l i e n v a t e r. Lustspiel in 3 Aufzügen von C. A. Günter. Wiener Börse vom 1. Februar. 6145 62 70 74 05 310'— 10850 142 75 Galizien .... Siebenbürgen . Temeser Banat Ungarn ......... Ware 6155 62-8(1 74 15 312*— 10»*— 85-50 75 75-60 80- Nordwestbahn . . . Nudolss-Bahn . . . Staatsbahn . . . Südbahn........... Ung. Nordoftbahn Pfandbriefe. Bodenkreditanftalt in Gold .... in österr. Währ. Nationalbank. Andere öffenltiAe Anteilen. Donau-Regul.-Lose . 103-75 Uiig. Prämienanlehen 8t>' Wiener Anlehen . . . 89— Aclien v. Banken. Ikreditanstalt f.H.u.Gc EScompte-Ges., n.ö. Nationalbank. . . . 216- 776-- 76 50 76 25 80-75 104— 80 25 89 25 216 25 778 Actiea ttrenipert-Unternefcmnnflen. «lföld-Bahn.......... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westbahn , Ferdinands-Nordb. . "ranz-Ioseph-Bahn . -aliz. Karl-Ludwigb Lemberg - Czernowitz -Llovd-Gesellschaft . 116 — 116-50 498 - 500 — 108*5011 &9 2045 | 2050 12750 217 26 119-50 572 — 128 — 217 50 120 — 574 — Geld Ware 109-75 110 25 L16-50 117 — 243-50 244*— 63 50 115— 115 25 Ungar. Bodenkredit- Hrioritütr-chbkig. ilisabethbabn, l. (5m. Ferd.-Nordo.i. Silber ranz-Ioseph-Bahn. -aliz.K-Ludwigb.l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Gm. Südbahn * 3 Perz. „ * & » -Krioatkose. kreditlose.......... Rudolfsstiftung. . . Devisen. vondon ............. Celdforten. 110 5» 96 99-75 95— 111 — 96*25 100 — 95-25 91-76 104 86 15 100 — 8565 62 50 159 75 109-75 96 60 160 50 15 50 116 60 5 53 92— 104-5» 86 30 100-50 85 90 62 75 160 — 110 — 96*90 161— 16— 116 7fr Dutotcn . . . . 20 KrancS.............lg-32 ! 100 d. Reichsmark . .157— Silber................|i00*—| 5-54 9 32»/» 57 65 100 — Telegrafischer Kursbericht (im 3. Februar. Papier-Rente 6145. — Silber-Rente 62-75. — Kolb« Rente 74"—. — 1860er Staats-Anlehen 112 30. — Bank-actien 779. - Shebitactien 213-75. — London 116 60. — Silber 100.—. — K. k. Münzdukaten 6'55. — 30°Fran«s° Stücke 9-32'/,. — 100 Reichsmark 57 60. Druck von Jg. v. Kleinmayr & geb. Bamberz. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.