Donnerstag den 26. Februar 1836. « S ch w e i j. < AusNeuchatel vom Ü. Febr. wird gemeldet: ^ Nach dcr Abschätzung oer Eommissarien haben durch ' den Gewittelschaden und die Ueberschwemmung im ,^ vorigen Jahre eingebüßt: Graubündten » Mill. 977.»5o Fr., Uri 637.064 Fr., Tessm 6.6, ,69 Fr., hei cein lctztern aber ist nur der Verlust oer Pri« patpersonen berechnet. Der Schaden der Gemeinden und des Staats ist noch bedeutender. Die Entschädigungen werden, ungeachtet der reichlichen Beitrage (biS jetzt 546,o55 Fr.) nur sehr gering ausfallen können. (Wien. Z.) F- r a n k r e i ch. Nach Briefen aus Toulon vom 5. Februar war man daselbst mit Ausrüstung einer hinlänglichen Anzahl von Schiffen beschäftigt, um 2000 Mann Truppen und Lo Ossiciere nach Afrika zu bringen. Zwei Drittel sollen in Algier, ein Dlittel in Oran ausgeschifft werden. Man soll den Plan haben sich Belidas zu bemächtigen, und andererseits Ab« del Kader zu nöthigen, Frankreich für den morali« schcn und materiellen Schutz, den es ihm ertheilt, einen Tribut zu entlichten. Einige sagen, das 62ste andere das 62ste Linienregiment werde sich einschif« fen. Die Regierung soll schon die militairischen und bürgerlichen Behörden bezeichnet haben, die nach Belida kommen sollen. Die Abfahrt der Truppen ist auf den ,. März festgesetzt. (Allg. Z.) Aus Algier schreibt man vom Ende deS Januar: Die bürgerlichen Bauten vermehren sich rasch; die europäische Bevölkerung beläuft sich sch^n auf beinahe »0,000 Seelen. Unser Ackerbau ge. winnt ebenfalls mit jedem Tage mchr an Ausleh. „ung. Die Hanoelsvelhältlnsse werden immer aus« gebreiteter, und die Einnahme der Douaneu über» steigt schon die Summe von » ^2 Millionen Fran« ^ ken. Der Hafen von Algier hat 700 Schiffe aller Nationen aufgenommen. Unsere Beziehungen zu den Arabern gewinnen täglich an Wichtigkeit; die Ausfuhr von Häuten, Wachs, Wolle und Oehl war während dieses Jahres sehr bedeutend. Die , Araber wünschen Nichts sehnlicher, als sich uns zu j unterwerfen; dagegen verlangen sie Schutz gegen die Hadjoules, den einzigen Stamm, oer uns unb alle, uns unterwürfige Stämme anfeindet. Die lZolonisirungs. Gesellschaft zu Algier ergreift die schnellsten und sichersten Maßregeln, um möglichst dalo ein glückliches Resultat zu erlangen. (Korresp. v. u. f. D.) Spanien. Die Sentinelle des Pyrenees meltrt auK Nayonne vom 7. Februar: »Vor drei oder vier Tagen sind bci Bergarg zwischen el Pa» sior und einer Eolonne Insurgenttn, welche von Zumalacarreguy befehligt wurde und dcr (Zolcnne Iaureguy's an Zahl überlegen war, zwei Gefechte vorgefallen. Man schlug sich zwel Tage hindurch. Am ersten war elPastor siegreich, am zweiten aber erlitt er großen Berlust und wurde zum Rückzug gezwungen, wobei er bis Villa franca verfolgt wur« de. Die Ehristinos verloren einen Theil ihres (Zon» voi'ö, (Oest. B.) Bayonne, 9. Febr. Den heute aus Na. varra «ingetroffenen Nachrichten zufo lgc hat am 4. Ftbruar ein ernstes Treffen bei Arquijas Slatt ge« funden. Die Truppen der Kdniglnn, aus den l3o» lonnen Lorenzo, Orac» und Beriua bestehend, grif» fcn die (Zarlisten mit Tagesanbruch an. Dcr Kampf blieb lange zweifelhaft; cntlich enlsclietcn zwei von Lorenzo gelichtete ArliNerilsiuckc. All trr 66 vortheilhaftesten SteNung angebracht, richteten sie die großie Verheerung in den Reihen der Sarlisten an. Die Factionisten mußten ihre Stellung ver« laffen, und hinterließen 3»a Todte auf dem Kampfplätze. Die Zahl der Verwundeten beläuft sich auf 5oa. Man hat ihnen 2a Gefangene und viele Flin« ten und Munition abgenommen. Der Verlust Lorenzo's beträgt 140 Todte uno 26a Verwundete. Ss waren 9 Bataillone unter Zumalacarreguy bei diesem Treffen. Die Provinz Biscaya ist durch Gspartero, der sich am 5. Febr. zu Bilbao befand, in Belagerungsstand erklärt. Die Verstärkungen treffen in bedeutender Zahl bei der Nordarmee ein. Der Moniteur vom 12. Februar enthält fol« gende Nachrichten aus Spanien: Da 5 Earlisten-AatailloneElisondoaufs Neue blockirten, so kam der Oberst Ocana am 7. der Stadt mit 2000 Mann zu Hülfe. Nach einem An« griffe, in dem die Belagerer alle Anstrengungen ge« gen ihn richteten, stellte er sich in dem Dorfe Ziga auf, wo er von Mina abgeschickte Verstärkungen erwartet. Am 10. war bereits eine 2oo Mann siarke Avantgarde an der Gränze der Aldudes ange« langt. Der General Mina hat aus Pampelona vom 2g. v. M. an einen seiner Freunde in London geschrieben, und ihm unlcr Anderem Folgendes mit« getheilt: .Martinez de la Rosa sagte in derPracu. radorenkammcr, die Nordarmee besteht aus 4i bis 32 Millionen Realen der Armee zusandte, doch kein Heller dieses Geldes seit acht Monaten nach Biscay« ging. Daher das dortige grenzenlose Elend.« Die neuesten bis zum 6. Februar reichenvel? Madrider Briefe und Zeitungen enthalten nichts von Belang. Hr. Martinez de la Rosa verwaltete fortwährend interimistisch oas Portefeuille des Kriegsministcriums, obschon er selber unpäßlich war. Man sprach mit Bestimmtheit davon, daß General Gspeleta, welcher eben in Madrid an« gekommen war, dieses Portefeuille erhalten werde. Die Procuradsrenkammer hat in ihrer Sitzung vom 3. d. M. die Summe von ,,982,072 Fr. zur Bestreitung der PolizeiauZgaben mit einer Mehr« heit von 22 Stimmen (72 gegen 5o) bewilligt, od-schon sich der Procurador Alcala Galiano sehr 04-wider sehte; zehn Procuradorcn stimmten garnicht. — Der vormalige Minister und Staatörath Pizar-ro, Mitglied der Kaminer der Proceres, ist kürzlich eben. als er den Sitzungssaal verließ, vom Schla-ge gerührt worden und zwei Stunden darauf ge< siorden. (Oest. B.> V 0 r t u ss a l. Briefe aus Paris (in der Gazette de France) melden, daß Don Miguel am 23. Jänner von Rom verschwunden ist, und daß der französische Bothschafter wegen dieses Prinzen zu 6i?ita»Vecchia und Genua hat vergebliche Nachforschungen anstel. len lassen. Diese Nachricht erregte Aufsehen in den politischen Zirkeln. Dan Miguel und seine Ge» fährten scheinen die grösitc Sorgfalt angewendet z« haben, ihre Pläne und Schritte verborgen zu halten. Man vermuthet indessen allgemein, der Prinz wolle in Spanien oder in Portugal landen. Nie!« 67 le.Ht bat er schon jetzt den Boden seines ehemali. j ü«n Königreichs betteten. In diesem Falle, bemerkt dee Albion, wird die Lage der Dona Maria zwi. schen ihrem ehemaligen Verlobten und ihrem der. malign Gatten eine der seltensten seyn, m welcher sich jemals eine Prinzessinn befunden hat. (B. v. T.) Großbritannien. Die englischen Kolonien in fremden Welttheilen gewähren fast durchgehends einen erfreulichen Anblick und versprechen auch fül die Zukunft ein fortschreitendes Gedeihen. Schon erheben sich auf der OMste Australiens drei Städte; auf der West. feite dieses Continents ist die neu gegründete Eol> nie am Schwanenflusse im Aufblühen, und die Colonie Van'Diemensland halte nicht nur Mittel gefunden, im Jahre ,353 ihre ganze Administra« tion zu bezahlen, sondern sogar 9Zoo Pf. Sterling «uf Beförderung der Einwanderung zu verwenden. Das Gleiche läßt sich von dem Vorgebirge der gu« «en Hoffnung sagen. Man hat dort menschlichere und politischere Mahrcqeln in der Behandlung der Hottentotten und Kaffcr« angenommen; besonders haben die Bemühungen der mährischen Brüder eine beträchtliche Aenderung zum Besseren hervorge« bracht. Die Hottentotten waren im Jahre »625 sulch einen Eabinettsbcfehl für frei erklärt worden, VnH das Gouvernement hatte ihnen einen eigenen District angewiesen, um ihnen den Erwerb von Tändeleien möglich zu machen. Die Umstaltung, welche diese Maßregel in einer durch Sclaverci und barbarische Behandlung seit so langer Zeit degradir-«rn Mcnschenrace hervorgebracht hat, ist eben so erfreulich al3 überraschend. Diese Hottentotten« solonie am Kat River hat'schon eine Miliz von »Zoo Mann, commandirt von ihren eigenen Ossi«' zieren; ihr Äckerbau ist blühend, und sie versehen alle umliegenden Garnisonen mit Getreide; sie haben eine große Anzahl von Sanälen gegraben, versehen ihre eigene Polizei, haben neue Schulen mit eingebornen Schulmeistern, und die Sicherheit des VesiheS ist jeht so groß, daß man bis jetzt unnöthi.) gefunden hat, einen Friedensrichter in ihrem Di-stritte zu ernennen. In politischer Beziehung sind sie für die Sa^tZolonie von großer Wichtigkeit, in. dem sie die Sicherheit der Gränze gegen die An« griffe der Kaffern vollkommen hcrgestM und sogar-Religion, Handel, Ackerbau und gute Gcsi.mun gen unter ihnen verbreitet hkben. (<^. 1'.) Die beiden in London angekommenen türkischen Offiziere sind dem Herzoge von Wellington vorgestellt worden. Der einzige Zweck ihrer Reise be« steht darin, England zu sehen und seine Ginrichtungen kennen zu lernen. Sie sind von der groß-herrlichen Garde. Der Eine, Asmi Bey, ist ein Sohn des vorigen Ministers der auswärtigen An« gelegcnheiten. Der Sultan hat sie Hrn. Urquhart anempfohlen. Der Herzog von Wellington, der sie mit großer Höflichkeit empfing, äußerte bei der Unterredung, die er mit ihnen hatte, sein Bedauern darüber/ daß sie London zu einer so traurigen und finstern Jahreszeit besucht hätten, worauf der Eine erwiederte: »Seit wir in England sind, ha« den wir täglich neues Licht gesehen und haben kci-nen Grund, uns über die Dunkelheit Ihrer Alms' sphäre zu beklagen.« (Oest. B.) Der Graf Pozzo die Borgo «st am 6. Abends auf dem Dampfdoote »Wellington« in Dover angekommen, und am 9. Morgens von dort nach London abgereist. (W. Z.) Am 2o. Iän5N> war Eadincttsrath im auswärtigen Amte, der über 5 Stunlen dauerte. Auf den 2t. rvar ebenfalls ein CabinettSrath einberufen, dem alle Minister beiwohnen sollten. Die spani» schen Angelegenheiten sollen ein Hauptgegenstand der ministeriellen Berathungen seyn. — Nach dein Morning'Herald heißt es in den bestunterrichtelcn politischen Zirkeln Londons, daß die Sendung del Lords Fitzroy Sommcrset nach Spanien die Been« digung des Bürgerkriegs zum Zweck habe. Angeblich soll Don (Zarlos ein Iahrsgehall von 5o,oo»^ Pf. St. angeboten werden, wenn er seinen An«^ sprüchcn auf den Thron entsage; außerdem spricht man von Vorbehalten zu Gunsten seiner Familie, falls die junge Königinn ohne Nachkommen sterben ' sollte. (Korrcsp. v. u. f. D.) Die Eröffnung des Parlaments ist auf den »9. Februar festgesetzt, und das Unterhaus wiro noch an eben diesem Tage zur Wahl seines Spre« chcrs sckreilcn; der König wird sich aber erst am 24. oder 25. ins Parlament begeben und die Thronrede halten, da zuvor noch verschiedene Förmlichkeiten, z. B. die Eidesleistung, die Prüfung ver Vollmachten »c., zu beseitigen sind. Nach Privatbriefen aus Konsiantinopel im Morning. Herald rüstet Ruhland eine Flotte ve« 2b bis 3o Schiffen im schwarzen Meere aus, wäh»', rend zuqlcicb die Forts am Poncus SuxinMvölNgi in Bertheidigungsstand gesetzt wcrden. ""^"''"' Der (Zaurricr Zibt folgende, nach feiner An- ^6 ficht möglichst genaue Schätzung der gegenseitigen Stärke der Parteien im Untcrhause: Antimini« sierielle I70, Älinistcrielle 237, Zweifelhafte5».— Die Blätter beider Parteien streiten sich im Vor« aus darüber, wer bei der Wahl des Sprechers ob' siegen werde. Die Gerüchte von Veränderungen im Ministerium dauern fort, roch dürfte ein Mi-Ulsterwechsel van der Wahl des Sprechers in kci» nem Falle eintreten; ob nacd der Entscheidung dieser wichtigen Frage, ist zweifelhaft, da das Schick» sal des Ministeriums erst durch die Berathung der Antrrortadresse auf die Thronrede entschieden wer« den dürfte. (Korrcsp. v. u. f. D.), Während die Morn ing. CH ro nicle mit großer Zuversicht behauptet, daß Hrn. Abcrcrom-bl/il Erwahlung zum Sprecher keinem Zweifel un« tcrliege, bleut der Standart dcr Redaction dicscs Blattes jede ihr beliebige Wette an, daß die Wahl auf Sir Gh. Manners« Sutton faNen werde. (Oesi. B.) Gsmannifches Nrich. Briefe aus Bitoglia sind der Ansicht, daß Ta« sil Bussi seinem Unternehmen keine weitere Aus« dehnung zu geben beabsichtige, sondern entschlossen Icheine, sein Streben nach partieller Unabhängigkeit vou der Pforte auf die gegenwärtig von ihm besetz« ten District«: Albaniens zu beschränken. Er soll zu diesem Ende mit dem Pascha von Ianina eine Un« lcrhandlung angeknüpft und sich bereit erklärt ha« bcn, gegen dic garantlrle Zusichcrung gewisser Rechte und Freihtitcn, namentlich innerer Selbst-» standigkeit, eigener Administration und von der Pforte unabhängiger Iustizpflcgc, ferner Befreiung von dem neuen Recrutirungs . Systeme, und ge» genseiliger unbeschränkter Amnestie, augenblicklich die Waffen niederzulegen, und stall der bisheri« gen Abgaben aller Art eine bestimmte eben so grosse Summe als jährlichen Tribut zu entrichten. Briefe aus Seml in meldcn, daß zu Anfang des verflossenen Monats eine unruhige Bewegung in Serbien Statt gefunden t>abe. (äs war auf Befehl deö Fürsten Milosch von dem Nationalgerichte eine Hauptversammlung für den 2. (54.) Februar d. I. nach Kragujewacz ausgeschrieben worden. Während nun Ersterer in Poscharewacz zur Ieier des Weihnachts« und Neujahrsfestes ver« ^rveilte, strömte ein zahlreicher Haufen Irrsgeleite« ler nach Kragujewacz, in dcr angeblichen Absichc, die auf wiederholte Einladung des Sultan» bevor« stehende Reise des Fürsten Milosch nach Konstan« tinopel zu verhindern. Inzwischen scheint dieser ge. sehwidrige Schritt ohne Folge geblieben zu seyn, indem auf das Geheiß des Fürsten der Volkshaufe sich wieder nach Hause begab. Man ist daher zu der Erwartung berechtigt, daß die erwähnte Ver« sammlung ihre Arbeiten friedlich und ungestört zu Stande brjngen dürfte. (Oest. B.) A s i '5/n^ Nach den neuesten Berichten der Cantonblätter bis zum ig. August war der englische Handel mit Ehina einstweilen gänzlich gehemmt, weil Lord Na« pier, statt, wie die chinesische Regierung vorge» schrieben hat, in Macao zu/bleiben und die Erlaub« niß zur Weiterfahrt von hier aus nachzusuchen, sich sogleich mit seinen Schiffen nach Santon begeben hatte. Die GeseNschaft der Hong« Kaufleute hatte darauf sogleich den englischen Kaufleuten angezeigt, daß sie, weil Lord Napier sich den bestehenden Be« fehlen nicht fügen wolle, ferner keinen Handclsver« kehr mit ihnen treiben könnten. Lord Napier halte darauf die brittischen Kaufleute zusammenberufen, und erklärt, daß er dem Befehl des Gouverneurs, nach Macao zurückzukehren, nicht gehorchen wcrve. Er riech dcn Kaufleuten, einen, Handelöausschuß zu bilden, weil sie dünn kräftiger auftreten könn-ten; seine ausgeschickten Kriegsschiffe würden übri. gens bald zurückkehren, und, wenn es zum Schuh der brittischen Interessen nothwendig erscheine, sich unter die Walle der Stadt legen. Doch hoffe er baldige friedliche Ausgleichung. — Nach Privat^ briefen vam 2I. und 25. August w»r diese aber nicht erfolgt, vielmehr cin offener Bruch zwischen Lory Napiel und dem Gouverneur von Canton entstan« den, welcher die briltischen Schiffe unverzüglich mit Beschlag belegte^ so daß also jedenfalls für die nach. stcn Monate in dem Theehandeleine gänzliche Slot« kung eintreten dürfte. Es scheint, daß der Lord einen hohen Ton gegen die höchsten chinesischen Be« amlen angenommen, und dadurch die Sache ver» schlimmen hatte. Gr soll sogar geäußert haben, er werde (Zanlon nur verlassen, wenn ihn eas Ba» jonctt vertreibe. Man besorgt, daß England form» liche Unterhandlungen mit dem Kaiser in Peking werde eröffnen müssen, um sich den Handel mit (Zhina wieder zu offnen. (Korresp. v. u. f. D.) Reoacteur: ^r. 5av. Keinrich. Verleger: Ignaz AI. Vvler v. Aleinmayr.