Mttwoch, den?/. Jänner t87S. XII. Iahrgamg. Die „'Ll.irburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Äiittlvoch und Freitag, 'preise — für MarvurL: t;. lns HauS monatlich lO kr. — mit Pvstversendung: ganzjähri^i 8 fl., l^tUlijälzrig 4 ,i., lg L fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr: fürZustellun-leliährig L fl. JnsertionSgeliiihr 6 kr. pr. Zeile. /ür dit wirthschastliche /ttiheit drr Prclsk. II Mor'l'urg. 3(1. Jänner. Wir sr'Ue:> uns sriiflich über den Entschluß der Ret^ielung. die Anzkigrsleucr aufzn-tieben; doch beivt.^n uns andere Grlmd^', lvenn lvir d t Bcfrciun.; der Z'ttut,gSprlsse von oitser Bürde v«lanl^?n. Die Regierung bclont nur die Lchwicrig-keil tinrr „r^Uiortell^n Vemtssung" ; tv>r ober legen daö (?>^elv'.cht auf dic R'chtsfkcige. Der Staat, welcher zur Deckung der Aus-v.'n jedem seiner Gcnosskn nur einen Beitrag sord.rn dirf, weicher dem »^iermögen dei!-scll)tn itn Verliältn-ß zur LeistUli,^ssahigfeil d-r übrigen entspricht, dieser Staat hat kein Nechl. «ein.n Büst^er notl btsonderS zu besteuern, wenn dieser von der Ocssentlichk.it durch Anzeigen in den Zeitungen Gebrauch macht. Der Etaat, lU'Icher seine ^^teuerbeauitlN wählt und bezahlen u.uv. darf den Verleger eineS öffenilichen VlatteS nicht zivingen. il)m als un-besoldeter verantwortlich r Zleuereinüehiner zu dienen. D.r Tiaat. ivelcher sitr die wirthschastliche Wohlfuhrt uud sür die grituge Eulwicklun.^ se,tt,r Bürg-r jolgen inup. hintirlt dieser Aus-j^abe gerad'ju el.kgej^egen, lv^nn er durch die Anzeigest^ uer k^en grschästlichei, Verfall r, daS Suchen und ?^'>ttden der Ar^iei! erschtv rl, den tvirthschastlichen und geistig n Aufschwung de» Presse lahmt, die Veiall.^elnnn rung und Ver-mohlseiluug eines unentbehrlichen Mittels der Volkötiildung hindert. Elltscheiden uluß hier wie bei jeder an-deren Steuer das Rechl «.U'!". Entspricht eine Steuer dem Glundsitzs der Gerechligkeit, so läßt sie lich gewißauch durchsülzren. ohne g,gen diesen ld^rnttdsa^ IM G^riNjistlN zu oerstosjen. Ist eine Steuer jedoch nach den Forde»ungen l'er G rrch. ligkeit verivcrflich, dann mnh sie auf.^ehoben lverden — ime Dilechführung auch tfoch so leicht und verlock.'lid sein. Diese Leichtigkeit ist die gksälirlichste Verderberin der StaatSivietlis-iiast; dlrsc Lelchll.^keit HU n.nnenliich in Oesterreich kine Steuerpolitit zur Folge, die am Vesser-lverden nur dann nicht V-rziveiseln laßt, iveni» ivjr unermüdlich, ur.beugsant verharreii bei dein Bannec der Gerechtigkeil.t Um dieser Gerechtilikeit ivillen muß die Anzeigesteuer sollen und lj't diese Frssel einmal von der Presse geno'iimea. dann lnüssen »vegen derselben Gerechtigk.it auch die übrigen abgeslrcist werden: die Kauiion, der ZeitungAstempel, das Pslicht zemplar, daS Vccbot deS sroelt N crkauses. ^,arnS Ulli drei Viertel Perzent gefallen, hilft alle Todtrede-Politik nichts. Der Fortschritt im fernen Asien bietet auch dem Gelde mehr Sicherheit ! Der kleine Thiers spielt sich mehr und mehr auf Adolf den Großen hinaus. Wäh-rend der Präsident von Nordamerika gesonnen ist. lin Juni Paris zu besuchen und sich mit Thiers nach Wien zur Weltausstellung zu begeben, ist dieser noch unschlüssig und dürfte er ivahrscheinlich daheitn blriliin: er könne, heißt es. nur dann als Vertreter Frankreichs nach Wien gehen, ivenn dort ein Kongreß der europmschea Herricher stattsillde. Zur Geschichte des Hages. Die Si^un,eii deA Abgeoldnetenhauset' haben ivicder begonnen', aber die Hoffnung, die o r l a g e. betreffend die unmittelbare n W ahle tt auf dem tische zu finden, ist zu Wasser geivorl'en — die alte eivige Zan-derpolitik, lv.lche die Gegner nicht gt'vinlit und daö Vertrauen der elgeu.n P »rl. i ich vächen muß! Dlk Mihersolg des Anl»t>ens in London muß die llngarn nicht »v e n i g v e r« stimmt haben! ll>»d Angesichlö der Tlnusache) gleicbztttig an der Th 'nse die Slaalspapiere Japans uin z.vei Perjenl g.stiegen uitd die llli- Vcrinifeht^ )^aebrichten. ussisches Heerwese n.) Zm Dienste befinden sich zur Stunde 739.000 Mann; Beurlaubte gibt es 62I..0l)0. Die Zahl der Hinterlader ü'^elsteigt den zur vollen Ausrüstung des HetleS nöih'gkn Bcdarf um 420.000 Stück. (Die erste Zeitungsaazeiae in Deutschland.) Der Einste, ivelcher in Deutschland die Zeitungspresse zu einer Anzeige benüple, !var Dr. lÄoitlied Bauer. Pastor in Leipzig; er brachte 1822 den Tod ieiner Gallin auf diesem Wege „Tagblatl") zur Kenntniß der Einlv hi'er. Theils um diesen Schritt zu recht-feiligeu. theils um zu Nachalimung aufzufordern, erließ B.iuer zugleich eine längere Ansprache an ülc Bürger, in der er auf die Vortheile dieser Neuerung aufm rksam machte, wie auf die Er« sparnlß von Zeit. Lauferelen und Kosten. Leider lvar aber des Tiommclsel! damals noch Virl zu diek, uud anderseits, liier laS damals Zeitungen! N e tt i l l e t o tt. Der erste ./ail im neui'it Äinte. PotN Versilsstr der „neuen deutscheii Zeitbilder.'^ (Forts.tzuug.) „DaS Mädchen lebte s.itdem hier bei ihren Eltern. Sie leben gut; im Hause ist beinahe Ueberstuß; das Äiädchen hat sogar Pu^sachcn. und kein Mensch iveiß, 'voher die Leute das Alltö nehmen. Ich habe Verdacht, daß mun Echlvager die F.nnilie unterhält und daher noch immer mit der Per'on in ein m V-rhältnisse stcht." „llnd lvorauf gründet sich Ihr Verbricht?" ^Das ist es tlieu; ich habe eigentlich keinen Grund dafür. Das Mädchen ist hüt^sch und s.hr Verschlagen. ÄlteiN Sänvager ist ein eben so entschlossener wie Verschlossener Mann. Die Ler mu» nein Schwager, der sie unierstülzen kiinnte." „In tvelchktn Nufe steht die Familie Schmid?" „Man tveiß nur das von »Huer', »vaS ich eben sagte." „Und daS Mädchen besonders t „Ehe sie zu meineln Schivager in den iDienst kam, soll sie leichtfertig gelvesen sein ; scitdein lve.ß lNan nichlö m hi' ihr i.igen " „Wie lange loar i,< in dem Dienste?" „Kaum rin ballicS I.ch. Da ivollte M''ine Schwesjcr Verlrauliet^keilen zivisch.n dtn beid n bemeikt haben. ui»d das Niadchen inußtc anS dem Hause. Mein Schii'ager hat sie hineinae-brocht.'^ Sie haben seitdein nichlö von einer Verbindung Ihres Schi'ajelS inil d-rn ^^iävi^en gehört V" „Nichls." „Ihr Schivager besucht dis Haus nicht?" „Ich hade Nl^ts davon eesahren." „Man hat die Beiden niemals beisamnlen gesehen?" „Niemals." „^le lnüssen gesteliea. dasj <'a5 Alles Uin-ftände fjiid. t^ie ivelt niehr geg n, als für Ihr.'» Verdacht fplechen." „Ich ivciß das, und doch kann ich tnich nicht frei von ihm Nlacheii." Es ging mir beinahe, wie dcn Manne. Ich li'ß ihn in «in ouderes Zimmer abtreten ; eS konnte fein, daß ich seiner später noch bcdurste. So sollte eS se.ii. Ich ivollte sel^t die Nichte Mahlers ver« ^nehmen, wurde al:er nochrnals daran verhindert, ^(^in Krlininalbote Meldete mir, der Fleischer Äiahler loünfche dringend, »nich auf der Stelle .'zu sprechen. Ich ließ ihn sofort vorsühren. trat ruhig, kalt, aber doch Mit einem eig.nt'jümlichen Ausdrucke festen Entschlut'jkS ein. „Herr Kriutinaldirek:or, ich habe übtr Alles nachged.icht, und ich muß Ihlien etwaS anvertrauen, so schtver es mir auch lvird." Ich suh ihn erivartungsvoll, aber auch foischend. mißtrauisch forschend aii. Daß er mir kein Geständnis abzulegen habe, zeigte dieseS völlig allen Gefühls, namentlich aller Reue baare Gesicht. Er begegnete »udeß ineinem Blicke mit voller Festigkeit. Cr sul)r fort: „Sie haben Arsenik in der Leicht gesunden?^ „Ja." „In Preußen kann man nur schlver Arje-nik bekommen; nur aus den Apotheken uns dann nur gegen einen Schein von der Polizei." „So ist es." ..Aber im Hannoverschen ist man nicht so strenge." Wohin ivollt: er mit dieser Einleitung? Ich lieth vergebens. „Woher ist Ihnen dies bekannt?" fragte ich ihn. „Ich habt ost davon sprechen hören." Vckug, der Versuch blieb vereinzelt; k.»um duß im Jahre 1822 noch ein einziger Bün,er, kin Zinugießcr, eS wagte, dieses Beispiel ntichzuahmen uvd seue Hochzeit im „Ta^zblalt" bekannt zu geben. Iln Jahre 1823 fand nch auch noch tili vorurtheiitfreier Senator in Würzen, der aus diese Weise seinen Leipzis^kr Freunden Ul,d Verwandten die Gcbult seine» siebenten Eöhnchens anzeigte. (Eisenbahnwesen.) Auf den preuß» schen Bahnen nird nun die Anordnung des Hau delsministerS auSgesilhrt, nach welcher alle Zü,;? mit einem Medizinkasten ctu.'i^erüstel sind, um in Unglücfsfäll'n oder bei plötzlichen Erkrankullqen sofort Mittel für die erst, Nolh zur Hand liaben. Der Kasten kostet 00 Thaler. ist unges^ilzi 2 Fuß lang. 1 Au^ breit und 1 Fuß iioch und liat innen einen abgefücherlen Einsetztasten. Auf dem Vöden liegen 12 Tafeln Watle und die Brr-baadstasche, in dem Einsetzkast«!» folgen zunächst eil, Besteck von ärztlichen Instrumenten zum G -brauch für einen eliva im Zu,le befindlichen Arzl, ferner Scheere. Holzschienkn. Wickcltiänder, Kompressen. Btnden. 10 Pfund Cdarpic, 100 Stecknadel, Zwirn. Wachs. Heftpslastcr, englisches Pflaster, zwei große Becken von Cisenbleäj. Dlc Arzneien bestehen auS Hofmannstropfen. Oplum-tinklur. ^/, Pfund Zucker, ferner Bleiessig, Am-moniokgelll. Karbolsäure. Jedem Kasten lst linc auiführliche Instruktion für den Zugführer tieige' geben, mit der er sich genau bekannt zu machet hat. Dieselbe enthält so elnfache aber praktische Rathschläge, daß selbst in ziveiselhasten Fällen nur ein Nachschlagen erforderlich ist. (.,M ocht National t^efühl lebendig!") Seitdem Ungarn zum Ausland? gelzörl. ziehen bekanntlich außerordentlich viele Pclsonen des Königreichs, namentlich Deutsche, vor, „in den im Reichtrolhe vertretenen Königreichen und Ländern" die Gemeindeangehörigkeit zu erwerben. In zahlreichen Fällen geht die Sache aber nicht so glatt ab. Woljl erlangen die Bewertier um die österreichische Staatsbürgerschaft die Zunche -rung der Aufnahme seitens der kaiserlichen Bel)ör-den, allein stets mit der Oedinjjuug. daß sie sich binnen sechs Monate« mit der EntlassungSbeivll' ignng der königlich ungarischen Behörde auszuiveisen haben. Diese Enilafsungen liNt^e» gewöhnlich Nicht zur rechten Zeit ei», i'o duß die Parteien gezwungen find, bei den österreichistzen Bcl)öi^den um Frlsterstreckungen einzuschreiten. Es wurde „seinerzeit" von ungarischer Seite viel und st.irk über schleppenden GeschnstSgang geklagt. Nun besteht eine „nationale Regierung" und die „Bon wem?" „Wir Fleischkr sprechen oft davon. Sie wissen, man mengt dem Bieh Arjenik unter das Autter; eS wird fetter davon, b.kommt eiN bes» jcreS Aussehen." Ich schwieg. Er machte eine Piuse. D^inn suhr er mich fest anblickend fort: ^Sic fragten mich vorliin nach der Nichte meiner Frau.^' Ich schwieg wieder, konnte ober noch im» mer nicht errathen, ivohin er ivollte. „Das hat mich aus sonderbare Gedanke« gebracht. DaS Mädchen wohnt dicht an der hannoverschen Grenze und ist oft über diese ;^e^ gangen ; sie hatte auch drüben eine Vekuin'.schaft." Ich ließ ihn immer sprechen, oline ihm zu antworten. WaS er mir auch zu sa^jen liatte, er sollte es einzig und c,llnn aus sich selbst h r-aus sagen; um so objektiver konnte ich ineiner» seits seine Angaben würdigen. Er sprach immer pauseniveise und schien eine Bemerkung, eine Frage von Mir zn erwarten; aber um so mehr beobachtete ich jenes Gchiveigen. Er sprach weiter: „Sie hat eine Bekanntschnft mit eiU'M schlechten Menschen, der nicht nach Preußen zurückdarf. Der Mensch ist ein Verbrecher. Er hat schleppung ist noch ärg^.^ls srither. Jetzt ist sie lvenigstens „natiana1!"/!V^en die U'igarn. n t e r r i ch t in der HauShal-tungS künde.) Der Tiadtichulralh von Graz hat beschlossen, a» den Mädchenschulen den Un» kerricht in der HauShallungSkunde einzusültren. Marburgcr r a n d st i s tun g.) Beim Grundbesi^er Franz Potolschnik in Loka, Bezirk Marburg, entstand am 25. Jänner ein Brand, welcher einen i5cha^>cn von 1ö0 fl. veritisachte. Die Gebäude ivllren tiis zur Höhe von 300 fl. versichert. Dieses Feuer soll gelegt ivorden sein und ist der Verdacht ein so bestimmter, daß man den Fall bereits gerichtlich angezeigl. (Äi^ungderBezirkSvertretung vom 27. Jänner. Fortsetzung.) Anstatt deS Herrn Dl^. Waltner. der ausgeschieden, ward Herr Dr. Stöger in die B^zirkSverlretun^, gewählt; die Bersammlung genelzmigt diese Äal^l nach dem Antrage des Bezirki^ausschusseS. H rr Ob nann Seidl erstattet Bericht über die Bezirk^rechnungen sür die Jahre 1870. 1871 und !.»72 und btantra.;t, zur Prüfung derselben einen DreierauSschusj zu wä!)lcn; diesen Ausschuß bilden die Heiren: Jol)ann Glsstmayr, MatlliaS Löschnig und Julius Pfrimer. Dem Antrage deS BrzitkSauSschusseS, daS Schulgeld sür alle schulbesuchenden Kinder deS Bezirkes im vollen Betrage aus die Bezirkskasse zu übernehmeit, wird beigeslim nt. nachdtM der Berichterstatter Herr Odmann Seidl denselben kurz begründet. Die Lehrer van St. (Aeorgen, Ober- St. Kuttigund, Unter- St. Kuniguiid, Wttschein. Heil, jkreuz. St. Nikolau. St. Maria in der Wüste und der Obeilehrer von St. Lorcnzen ai» der Kärntnerbahn ersuchen um eine Zulage. Da vom Landtage allen Lelirern eine Zulage von lZ0 fl. lieiv.lligt ivorden und in Beiücksichtigung der b^d n'igten L ige u'serer Veziikskasse, beantragt der Ausschuß durch seinen Berichterstatter Herrn Obinann Seidt die Atiiveisung. Der Redner betont außerdein auch, daß die NestUlilUiig der Lel)rergehalle nothivendig sei uad daß man durch Nichtbeivilligung solcher Zulagen den Landtag eher z>vin,ien ko^tne, seine Pflicht zu ersüllen. Herr Direktor Pelka ivunscht, dte Bezirksvertre-tnn.^ mi)ge aus (Arü »den der Konsequenz i^>e Gc« suchstcller nicht erhören; d.'iiN 'liillsahre man diesen L-^hrern, da.in kamnlen die übrigen nuch und d e Bersamm'ung mäsj alle gleich behind-deltt. Der Antrag wird zuin Beschluß erhoben. das Mädchen aus schlechte Wege geliracht; schon hier, als sie bei mir im Hause ivar." Er machle eine läiigcre Pause. Ich sah ihn fragend an. Cr schien mit sich zu berathen. ob er ivelser sprechen solle. ..Weiterl" s.>gie ich kurz. Und nun fuhr er rascher und ohne sich zu unterbrechen sort: „Das Mädchen zeigte leider keiuen guten Charatter; sie ivar hart, roh gegen meiner Frau, die ihre Wohlthäterin iliar- d.,rum muhte sie auch aus dein Hausc. Sie jchl-d damals in Hltp und Zorn und mit der Drol)ttng von unS, .'vir sollten noch an sie denken. Meine Frau be-biett sie dennoch lieb. Sie halte ihr in iliren» Testamente fünshundert Thaler verinacht; sie hat VleS nicht zurückgenoinmen." Noch eininal machte er eine Pause. Dann sa;te er langsain die Worte betonend: .,Das Ältädchen lvußte von demBerniächt-niß; meine Frau hatte eS ihr selbst gesagt." Er schwieg und s.th jetzt einerseitö mich fragend an. Ich mußte sprechi^«^. „Haben Sie mir noch inehr mitzutheilen „3v ivüßte sür den Au.»ei»blick nichtS." „Äie halten nach dem, waS sie mir sagten, ^hre Nichte der Bergiflung verdächtig „Ich habe von keinem Verdachte gesprochen, Herr Direktor; aber ich hielt eS für meine Die Bezirksvertretung Umgeb»m^ÄH?az bringt zur Kenntniß. daß sie vier Stiß^ien von je 150 fl. für Zöglinge der LehrersAlle in Graz gestiftet und hofft, die Bezirktvertretung Mamburg iverve in ähnlicher Weise vorgehen. Der Bezirksausschuß erklärt durch den Berichterstatter Herrn Dr. M. Reiser, daß er den Gründen beistimme, welche die Grazer zu diesem Beschlüsse veranlaßt; er beantragt, vom Jahre 1373 an Vier Stipen« dien zu je 150 fl. für Zöglinge der hiesigen Lehrerschule zu beivilligen. Diese Stipendien sollen zunächst Angehörigen des Bezirkes und wenn solche sich nicht bewerben, Steiermärtern überhaupt verliehen werden — unter der Bedingung, daß sich der Betreffende am Schluß eineS jeden Jahrganges über seinen Lernerfolg ausweise und nach Ablauf des ganzen KurseS sechs Jahre an einer Volksschule deS Bezilkes als Lehrer diene. Die Verleihun,^ dieser Stipendien ist Sache des Bezirksausschusses. Herr Direktor Perko findet diese Absicht zivar löblich, aber dem Vernehmen nach gebe es überzählige Stipendien und darum sei es bester, mehrere der noch unbesetzten Posten von Unterlehrern im Bezirke mit einer Subvention zu bedenken; er beantrage, acht solche Stellen mit je 75 fl. zu dotiren. Herr Rruter unterstützt den Antrag deS Bezirks-auSschufftiZ. Nicht allein im Bezirke, sondern im ganzen Lande sei Mangel an Lehrern; rs werden häufig Stellen ausgeschrieben und es meldet sich Niemand. Graz und Knittelseld seien mit gutem Beispiele vorangegangen. Der Bezirksausschuß erkenne in der Gründung solcher Stipendien ein wirksames Mittel der Atihilfe; er beabsichtige dadurch, junge Leute zu ermuntern, deren Verhältnisse es ihnen nicht erlauben, auf eigene Kosten die Bildungsanstalt zu besuchen. Herr Anton Hohl spricht sür den Antrag deS Bezirksausschusses, nachdem seine Zweifel, ob die jeßige Bezirksvertretung so kurz vor der Neuwahl noch kompetevt sei, durch den Obmann beseitigt ivorden. Herr Direktor Perko sagt zur Vertheidigulig seines Antrages, daß nach Gründung von Stipendien noch drei, vier Jahre vergehen, ehe die Zahl der Lehrer sich vermehre; »Verden aber heute schon Subventionen für unbesehte Lehrerstellen ausgeschrieben, so können wir hoffen, daß aus Bezirken, ivo eS solche Subventionen nicht gibt, Lehrer sich beiverben. Herr Johann Girstmayr erklärt sich nicht gegen die Gründung von Stipendien, glaulit aber. Pflicht, Ihnen über alles initzutheilen. waS ich ivußte. » „Warum haben Sie das Mädchen in Ihr HauS zurückgebracht?" ..Meine Frau hatte »nich darum gebeten, uitd dann erfuhr ich auch, als ich in der Gegend war, Ivo sie diente, daß sie mit dem schlechten Menschen dort in einem fast täglichen Verkehr stehe." „Warum duldete ihre Herrschast diesen Verkehr?" „Sie mußte ivohl. auS Furcht vor dem Menschen, der in der Gegend berüchtigt genug ist. An der Grenze ist solch' Gesindel zu Allem Bösen fähig." „War daS Mädchen bereit, Ihnen zu folgen ?" Sogleich. Es ist mir hinther aufgefallen." „Wie heißt jener Mensch?" „Friedrich Beck. Er ist von hier." „Weiter haben Sie mir sür jetzt nichts zu sagen ?" „Nein." Ich ließ ihn zurückführen. Seine Angaben hatten doli Eindruck aus mich gemacht. Waren die Thatsalien, die er mittheilte richtig, so berechtigten sie zu einem Argwohne gegen daS Mädchen mindestens eben so sehr, als daö Wenige, was gegen ihn vorlag, zu einem Verdachte gegen ihn. Herr von Taftkiger f^eht die Nothwendigkeit dieser Erhebung nlcht ein; die Besahrung dtr Schlapsenstraße sei unbedeuseud, nur acht bis zehn Erundbesißer benüßen diesklbe. Uebernehme diesen zu Llebe der Bezirk eine so schwere Last, dann werden auch andere Gemeinden kommen ur,d daS gleiche Btrlangen stellen. Würde aber auch dikse Straße zur Bezilksstraße erklärt, so bliebe sie doch immer eine Sactstraße, Herr Mathia» Löschnig schließt sich den AuSsilhrungen seines Vorredners an. Diese Straße habe Herr AndreaS Felber in den Drei» ßiger Jahren gebaut ; er habe freiwillige Beiträge gesammelt, von Konkurrenjbciträgen sei nicht dle Rede gewesen. Herr Direktor Perko spricht silr den Antrag des Ausschusses. Die Schlapfenstraße würde mehr lienüht. wenn sie fahrbar märe. Die Bedeutung dieser Straße für den Bertchr sei immer gestiegen, mit lhrdie UnterstüKung für Bauten. Die Gemeinden öntersberg und St. Peter ivoUen die erforderlichen Kosten nicht tragen, Vie Privaten können es nicht; wenn nicht der Bezirk sich dieser Straßen a.mehme. was soll dann daraus entstehen ? Müssen oann nicht die betreffenden Benj^er einen selzr weiten Umweg machen? L'sse man Billigkeit wallen, na-mentlich im Berglciche mlt nndercn BezukSstraßm. Herr Anton Badl huldigt der Anschauung deS Vorredners. Der Einwand, daß man je^t sehr wenig aus dicser Straße fahre, sei nicht stichhältig, da eS nicht möglich, dieselbe öfter zu benüßen. Herr Johinn Girstmal)c erinnert, daß schon vor zw:i Jahren beantragt worden, diese Straße zur BezirtSstraße zweiter Klaffe zu er-heben. Der Bezirksausschuß habe damals dieses Verlangen zurückgewiesen und behauptet, die Straße sei nur eine Sackstr.^ße. Und dieS werde ste auch bleibeu. Diese Straße werde tvohl begangen, aber sehr wenig beftihren. Die Bezirksvertretung wolle bedenken, daß wir sür diese Straße eine Subvention bewilligt. Herr ZuliuS Psrim-r verwirft den Antrag des Ausschuffes, naulnUllch für' daS laufende Jt^hr, da die Bezirksv.rlretung ohnedem einen sehr hohen Voranschlag zu be villigen tzabe. Wer die Schlapfenstraße ansehe, lverde staunen, wenn er die Kosten einer BezittSstraße zweiter Klasse erwäge. Herr Direktor Perko ist der Ueberzeugung. daß bei der BezirkSwirtizschast daS Jnteresle iq. d,e W^gschale fallen müsse, und da slnde er. daß dns Jntereffe bei der Schlapfenstraße tvichliger. als z. B. bci der Velkastraße. Die Kosten seien nicht hoch-, bis je^t habe man genügende Schutz« bauten ausgeführt und für die nächste Folge braucht man nur einige PriSmen Schotter. Die fragliche Straße sei entweder nothwendig oder nicht ; sie sei aber daS erstere, weil sie schon Jahrelang provisorisch besteht. Herr Johann Girstmayr wiederholt, daß die Schlapfenstraße eine Sackstraße sei und ibleib«. Von Täubling heraufzufahren sei nicht möglich; aus dem Pößuitzthal über Ebenkreuz sei nur dei schönem Wetter heraufzukommen. Die Straße werde zu Wagen nur von wenigen benutzt, vor dem Jahre 1834 sei gar kein Fahrweg gewesen.! Seit zwei Jahren gebe die Bezirksvertretuag/ 600 fl. Subvention für eine so kleine Strecke/ die Kosten einer Bezirksstraße seien viel , größer. Führe man Schotter auf, so werde denselben Inoch Jahrelang das Geschiebe in die Drau hinem drängen. Herr Brandstetter gibt an, warum der Be« jirksausschuß die Erhebung zur Bezirtsstraße be-antrage. Man sage immer, die Gemeint)e» sollen diese Straße erhalten; allein im Gebiete von St. Peter liege dieselbe nicht und die Bürger von LeiterSber.j, in dessen Gebiet s^e zufällig sich be. findet, benüßes Bezirksausschusses, welcher hauptsächlich bezwecke, unbemittelte intelligente Jünglinge für daS Lehrfach entsprechend ausbilden zu lassen. Herr Bezirkshauptmann Seeder beleuchtet den Antrag drS Herrn Perko durch d^S Beispiel von St. Leonhardt; die dortige BezirkSveriretung Hobe sämmtlichen Unterlehrern einen jährlichen Beitrag von 40 fl. beirilligt: dieser Beschluß sei kaum bekannt gewesen, als schon am dritten Tage zlvei Unterlehrer au< dem Bezirke Marburg fich gemeldet. Beffer dotirte Stellen haben gewiß ihre Anziehungskraft. Der Antrag deS BezirkS-ouSschusseS sei auf die Zukunft berechnet. lener deS Herrn Perko auf die Gegenwart. Der Antrag deS BeziiksauSschusseS tvird zum Beschluß erhoben. Herr Dr. Reiser beantragt im Namen dcS BezirkSauSschuffeS. dem Fond der AusstellungS-kommiffion Marburg einen Beitrag von 150 fl. zu widmen. Da eS sich um die Vertretung deS fteirischen Weinbaues gelegentlich der Wiener Weltausstellung handle, so erscheine der Antra.; vollkommen begründet. Wird angenommen. Die Gemeinden St. Peter und LeiterSberg sind um die Erhebung der Schlapsenstrliße zur BezilkSstraße zlveiter Klasse eingeschritten. Der Bezilktausschuls (Berichterstatter Herr Dcivid Harl-mann) beantragt, zu willfahren ; Bau und llnter-haltung dieser Straße wären dann Sache deS Bezirkes und hätten bei Elementarschäden St. Peter und LeiterSberg je ein Achtel der Kosten zu übernehmen. Die Art und Weise, wie alle jene Verdachtsmomente vorgebracht waren, tvaren zwar nicht geeignet. Vertrauen zu erwecken; aber das konnte überhaupt die Art und Weise ditfes kalten, besonnenen. Vorsichtigen Mannes sein. Dazu kam: eine salsche Denunciation, nur eine falsche Insinua tion gegen daS Äliädchen mußte sich leicht herausstellen und bildete dann sofort ein nicht unerhebliches Anzeichen gegen ihn. Als verständiger, sogar kluger und berechnender Mann, wie ich ihn nach Allem schon jetzt ausfaßte. mußte er Beides sich selbst sagen. Und dennoch, jenes frische, fröhliche Kind eine Glftmörderin? Cs ivollte und wollte mir nicht tn den Sinn. War ich aber iu tneinem vielbewegten In-c^uirentenleben nicht schon mehrfach tn noch schlimmerer Weise ge- und enttäuscht worden? Ferner, mußte nicht der Mensch, der wider besseres Wiffen das völlig unschuldige Kind als Mörderin anklagen konnte, ein so vollendeter Bösewicht sein, tvie sie mir, was ich sreilich auch schon davon gehört haben mochte, in jenem vielbewegten Leben noch nicht vorgekommen lvaren? ich halte wohl falsche Dcnunciationen erlebt, aber bis dahin nur entweder von sehr stupiden Verbrechern, oder von solchen, die durch die Kraft der gegen sie vorhandenen VerdachtSgründe und durch ihre eigenen Lügen und Wiedersprüche mo- mentan völlig den Kopf verloren hatten. Ein Fall so volle^ndeter Bosheit, wie er hier vorliegen müßte, war mir bis jetzt fremd geblieben. Ich mußte übe, das Mädcheii nähere Aus-kunft haben, ehe ich zu ihrer Vernehmung schritt. Ich ließ ihren leidlich.'tt O.kel. den Fleische« Kopp, wieder hereinkommen. Er war ein or-dentlichkr, einsichtiger Mann, von dem ich die Wahrlieit erwarten konnte „Ihr Schwager Mahler hat be! seiner Rückkehr vorgestern Abend eine Nichte mitgebracht?" „Ich habe eS gehört." „Kennen sie das Mädchen näher?" Der Ma,in hatte die ersten Worte kurz, kalt gesprochen. Jetzt antwortete er mit einer gewissen scheuen Zurückhaltung. „Ich habe daS Ä1!ädchen wenig gesehen." „Sie ist doch auch Ihre Nichte?" „Die Tochter meines verstorbenen Bruders. Aber mein Bruder führte kein gutes Leben; ich hatte deshalb keinen Umgang mit ihm; und nach seinem Tove nahm meine Schivester, die Mahler, das Mädchen zu sich." „Und lvie betrug sie sich gegen Ihre Schtvester?" Es kostete dem Manne Ueberwindung zu antworten. „Es kommt mir sehr viel, AileS auf die vollständige Wahrheit an," bemerkte ich ihm. Er überwand sein Bedenken. „Wenn ich es Ihnen denn sagen muß — ich fürchte, auch daS Mädchen ist auS der Art geschlagen, tvie ihr Vater. Meine Schwester hat sich oft Mit Thränen in den Augen über sie tickla.st. Sie war ungehorsam, widerspenstig, wollte immer nur ihrem eigenen Willen folgen ; dabei ivar sie heftig, jähzornig." „Sie mußte daS Haus Ihrer Schwester ver-, lassen?" „Vor ungefähr einem halben Jahre. ES war nöthig, wenn endlich Friede im Hause sein sollte.'' ,DaS Mädchen hatte Bekanntschaft mit einem jungen Menschen gemacht.?" „Muß ich auch daS sagen?" „Es kommt mir auch gerade Viel darauf an." Man sah es dem Manne an, wie er nur mit großem Widerstreben zu seinen weiteren Mitthelluugen sich entschließen konnte. „Ja, sie hatte eine Bekanntschast. Hier lebte ein Bursch, der zu nichts Lnst halte. a!< zu unnützen Streichen; sein Vater war Exekutor beim LandrathSamte. darum ging dem Burschen auch Manches hin. Dieser sing mit meiner Nichte eine Liebschast an, als er kaum neunzehn und sie noch nicht einmal Vierzehn Jahr alt war. (Fortsetzung folgt.) l'el'zinst N0in k. all nlit / 2 /o alle Einlagen. Hypotljttar-Darlcilicn lverdeii Zli und Lorschiissc liiif Prioritatö-'^liligatioliell :c., G^^ld- lilid Zil^'erülüttzell iü jeder Höhe sten Vediliguiigen t'^ct^cbeli A lll t s st ll ll d e tt: Aieniiag, Aonuerstag und Samstag vt?n l!hr Poriilittat^ lüit Ausiillhine der ^^eierttU^e. Marburs^ aui 2!). Imnier 18.'3. Ctaatsp^^piere, Att dell billig' Die Direktion. u l, .g«'- »VI' üilardui'gvi' lurnvervin e wuUt IlSil! !iic!i, /.n tk^nz klin !. I'vdrus.r 1S7A ?UPN0P''i^pÄNZkokVN <1i« ^eeiirtv !liv8igtZ liurgerscllutl, «^'iu Iii!)!. Ic. liiul tlic» Iv. !<. kleiren ^vamtvn twtiieliZt viiiziulucltzii. Vag Vtv Liula^uu^ou Iiuben nur tür äis detretl'enäell kLisoneu und cleren I'amilieu uul! »'killen c^io uutersiütz^t'iuieu c i>;uc !»l, l!ia wu «n cler üö) vc>iv.u>vei^eit. /-?/?«^ tttche mit Ntbenjimmer ncbst Liellcr. ist aus nuhrcre pachtwcift (^instchtnihine in die betr»ffendt« Padtdedingnisse bei der ^».selti^^lc,, Direklivu, »in »vklche dic bejnqliä'en Offerte bis längstens li). Februar d. I. zu leilen sind. tili Boll der Direl'ti^li der ^^^aiideö-Äiliailsttilt Nohitsch Sauerbrunll. Ommdus. ''°MH^Lizitation einerReattM l^er 0»viul)u8 Ilerin verkellrt «w 1. l^'edrunr ^uiu Vni «oitti»»«ü»« » Einnahme von 2000 fl. und mit einer Ausgabe von 42628 Vttlden, mithin mit einem Abgange von 40628 fl. ge-nehmigt nnd zur Deckung diese« Abganges eine 19°/,igt Umlage aus die direkten Steuern sammt allen landeSfürst-llchen Zuschlägen beschlossen. f,. Der BejirkSauSschnß wird tzeaustragt, sich im Pe-titionSwege an die Regiernng und an die Reichsvertretung dahin zu wenden, daß die aesammte Stenerregnlirung als einheitliches Ganzes inS Leben trete und die Bemessung nnd Einhebnng der Grundsteuee auf Gruud der abgeschlossenen Reqnlirungsarbeiten nicht frül)er erfolge, als bei den übrigen Stenertategorien. Gleichzeitig wird' der Bezirksausschuß beauftragt sämmt-liche steiermärklsche VezirkSvertretungen zum Anschluffe an diese Resolution einzuladen. 6. Zur Bestreitung der Gemeindebediirfnisse werden den Gemeinden: Franheim 35°/„ Jeschenzen 35, Loka 35. Mauerbach 35° „ snr das Jahr IL72 ; für da» Jahr 1373: Gemeinde Iohannesberg 35°/^. St. Lorenzen 40. Tragutsch !^5, Iellovep 30°/g zur Umlegung und Einhebung auf die direkten Steuern bewilligt. Bezuglich der Einschreiten der Gemeinden Frauheim, Lobnitz, Loka, Maria Rast, Walz, Zierberg nnd Zmollnig pro 1673 um Bewilligung zur Umlegnng und Einhebung hiiherer Genieindeumlagen wird der Bezirksausschuß er-mächtigst, die angesuchten Bewilligungen dann zu ertheilen, wenn die Gesehlichkeit der dieSsalligen Gemeindebeschlüffe nachgewiesen sem wird. 7. Das Schulgeld siir sammtliche schulbesuchende Kinder des Bezirkes wird für das Jahr 1873 im vollen Betrage ans die Bezirkskasse übernommen, zur theilnieisen Decknng dieser Kosten werden 10"/^ iicS SteuerordinariumS IM Boranschlage eingestellt und ist die Derknug deS Mehr-ersordernisseS auf Gruud des LaudeSgesetzeS vom 12. De-zenlber 1371 auS dem Landesfonde zll beanspruchen. 8. Die Einschreiten von Lehrern an einklassigen Volks-schulen unl Ersolgting einer Funktionszulage und eitieS Ober-LehrerS nm Ausliesseruiig seines GehalteS werden ab-gelehnt. 9. Für Zöglinge der Lehrerbildungsanstalt Marburg werden vom Schuljahre 1872/3 un auf die Dauer deS 8-jahrigen, eveiitnell 4jährigen Lehrerbildungskurses vier Stipendien u 150 fl. gegründet. 1». Kür den Fond der AuSstellungSkommission Marburg für sieirischen Weinbau zur Weltausstellung wird ein Beitrag von 1.^)0 fl. betvilZiget. 11. Der Be^irksauSschllß wird beauftragt, in geeigneter Weise dahin zu wirken, daß in Hinkunst Grund-steuernachlässe nicht allein fi^i Hagelschäden, sondern siir alle Elementarschäden bewilliget werden. 12. Um Anshebung deS LegalisirungSzwangeS ist sich mit Petitionen an beide Hänser des ReichSratheö zu wenden. lts V0l» i l^Ilu' ./^l)c?lltl8 tVli. I^ostellunxen ^vollen :«.n VV^stliulsr ^erielttvt ^veideu. l)a8 Lomii«. uur SV Kr. ttlis < > i i.Lk i ll-l. l- I^«^808 Lllnl /.ll M^villnen: 100() n i» E« »IN Diese l^ottvi iv eut-lililt iMiz8t^t c!6l,l i'i t r vou 200, :^00, Z00, l00 Dnkntcil. '100 i^il-litzizrultleii, Ol'ij»ilUlI-(>rell8(>ll(lu!l^ ,le8 8<)^vi<.> um tjeiitelllicKsun^ von lu'. siii' /u», lltllill^ clvr 3eiile!Z:Lit ei'suclit. c/e?' /c. ./Z, Diese vititl itUl.1t ziu 1t^i)l;il Lsrolins Kai'l8borgvi' in üilarbui'g. Mit 1 s^rbrlinr «veldcil beiln Hei^hanse attl ^»irntner-Bihill^ose j,l Marbur»^ vier Masll)inellschlvsser aufgenoininttt, welche schon in cilier ^okoluotiv-Fabrik oder ilt einer Eisen!).,hniverkstätle d.i Lo-kvlttctiven gearbeitcr l).^bcll llnd sicl) hieiilbkr ,nit guten Zeugnissen anS,v,iseli. — Mtiuner von bis 40 Iahren erhalten den Vlirziis^. l ltllt ' Anzufragen bciln (5hes des Heizh»nlseS. in dn- '').!inj^l'tiIrnl>-'!Z^i^^rstndt 'iZ^onl f. f. I tögt'lichte ^Vkaltillig n ird ll.tun.it jic»'iv»'il '^'«-ilbi lii g d.,- d iti '^Unlischih resp. t^essnl »jcnchtlich nu! 680s) sl. i^«sch>'il;!>l» Nt'.ililül Nib.'^.^tr. .^>4V4 I, U!id tji.zu die F.'lliielungö-lügj auf dul Fel.,>lu.r Itt73Vor»nit'»igs 10 lilu' lkn !^l!e Nr N-l lilük itl de, le-'n !n Niit dem ^lnha'ge aiii^eoid U n.'vis'tn. dnsi di. Pst^dreal t^'U l^ei dies r dillt^'" 'Iliieiuil., ai ch unter der .vüls'lt dei^l'llieii l>intan».el»(li '.uerdn, irild. D.e il>s,n'ss, ll'onnch inslu:- soudeie j.dtl vor ilitichtl^ln Anbole e!N zu .'»I>lnlt^>n dir ^^iutuiious- NvtttiN'ssl,.'!, zu eile-u" H.N, sc.lvie da5 LchähiingS-prolok'N »Iii) d. t b) il. d^ll'it^ ltiakl kiilineil li-dc'.' .''l.og.r. >^ie!jistralttl' lind lll d.r Kanzlei d"!^ v^ell il ?r. hinul'.) cin«^. s'lieli lverten. ttl'j^ li'i> 5. "^ezrNlbcr 1i^72. Eine schöne Kuh ist z»l licrt'uuseu. >03 Allsrnt^e iltt Coulpt^n'r dieses Blattes. (i. 104. i^101 KttlidmaeZsuttg. Die hiesige BezirfSvtl-trctiuig hat in derSihnng voin ^7. l. M. folgeiidc Beschliisse geficht: 1. Die ^)r, Mathias Löschnigg nlid Jnliuö Psriiner. 4. Der Voranschlag über die Eiilnahmeu und Anö-galell des Bezirkes für das Jahr 1tt73 lvird init einer 13. Wegen ehester Verwandlnng der Haltstelle am z^ärntnerbahnhose in eine selbständige Station ist sich an ^ Htnideisministerinm zu tuenden. s 14. Um Herstellung einer Zweigbahn Radkeröburg-Marburg für den Fall der.^onzessionirung einer fteirl-schen Ostbahn ist sich nüt Petitionen an beide Häuser deS ReichSratheö nnd aii daS k. k. HaudelSministerinm zu lvendeu. 15. Der Gemeinde Zellnitz a. d. Drau wird die Ge-nehmig.ing znr Uebertragung il)rer Konzession ,nr Unterhaltung eilier Seilüberfuhr zivischen Zellnijj nnd Maria Rnst an Herrn Johaui, V»'llinayer ertheilt. l(i. Für d,e AuSführnng der Sektion L der im Bau befiiidlichen Straße durch Windiichbühcln nach St. Jakob pro 16I!j wird dein Bezirksaiisschusse uach dem Kostenüber« schlage des BaiioperateS ein .^tredit voil 4330 fl. 15 kr., beivilliget. l7. Der Bezirksausschuß lvird erinächtiget, die söge-ilannte PlatscherbezirkSstraße aiis 3Klafter zu verschmälern. 1v. Das Einschreiten der Geineinden Nosbach und Obcr-St. Knnignud uin Erkläriiiig der von der Langen-thuler Beziiksstrave I. beiin Hailse des Herrn Andreas ^irainz abziveigenden, durch die Geineinden Nosbach und Pohruck zu deii im sogenannten Maiergraben gelegenen Steiubrilcheil führende Gemeindestrasie znr Bezirksstraße ll. Ivird abgelehnt. 19. Die sogenannte Schlapsenstraße, d. i. die Straße von der Eoinmerzialstrape in Marburg nächst dem Bahn-Hose dnrch die Gemeinden Marbnrg und LeiterSberg bis znin Hanse des Ganbe in der Gemeinde St. Peter »vir?' znr Bezirköftrasie !l. Älasse erklärt; die gelvöhnliche Straßen-eihaltiiiig obliegt dein Bezirke allein, zn den durch Abrutschungen llnd Wasst-rschädeii vernrsachten Herstellungskosten haben die Geineiilden LeiterSberg nnd Et. Peter je ein Achtel belzntragen. 2l». Der Bezirksansschust lvird ermächtigt, den zum Draudurchstich iu Untertäubtiug koiikurrireudeu Gemeinden sür Einzalilulig ihrer Kontnrrenzbeittäge nach seinem Er-lnessen Fristen bis zuln 1. November 1873 dann zu er-theileii, wenn einerseits dem Bezirksausschüsse die Einzahlung der aus der Bezirkskasse z», leistenden Borschüsse für den Bau in mehreren MviiatSr.iteu gestattet wird, und anderseits die k. k. Bezirkshauptmaunschaft die Zusicherung gibt, die nach Ablanf der ertl)eilteil Fristen nicht eingezahlten Konknrrenzbeitrage sofort nild ohne »veitere Eininahnung iln politischen Exekutiontlvege hereinuidringen. 21. Der Bericht des Bezirksausschusses über daS vollständige Gelingen deS Draudurchstich^s in Untertäubling wird zur angenehmen Kenntnip geuonimen und der Bezirksausschuß beauftragt, dein Bauleiter, k. k. Herrn BaN'Adjnnkteu Jgnaz Schrey, daiiil sämintlichen k. k. Behörden nnd antonoinen Körperschaften, ivelche sich um die rasche nnd zlvkckmäßiae Dnrchsnhrang des Durchstiches verdient gemacht, den Dailk der BezirkSvertretuirg ans-Ansprechen. BezirkSanSschuß Marburg am 28. Jänner 1873. Der Obmann: jVonrad Seid!. Äeraiitwortllche Redaktion, Druck und ^^ierlag ron Eduard Janschi^ in Marburg. Lt. U.