Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. kchristleitung und gieraciltung: SSrrlmiooa uliut Jlr. 6. Telephon Sl. — Ankündigungen werden in der Verwaltung gegen Berechnung billigster Sebtidren entgegengenommen. »«»ugSpreise: F0r daS Inland vierteljährig K 24.—, halbjährig K 48.—, ganzjährig K 86.—. Fär da« Ausland entsprechend« SrhShung. — Einzelne Nummern I Krone. Nummer 11 Sonntag den 6. Februar 1921 II3. [46.] Jahrgang Der Brünnrr vertrag. Am 7. Juni 1920 haben SektionSrat Dr. Georg Froehlich al» Bevollmächtigter der Republik Deutschösterreich unb Professor Dr. Antonin Hob»« als Bevollmächtigter der tschechoslowakischen Republik in Brünn »inen Vertrag unterzeichnet, welcher aus der Grundlage der Gegenseitigkeit und in Ergänzung dcö Frieden«vertrageS von Saint« Germain die Regelung von Fragen der Staat«-büraerschaft und des Minderheit«fchutzeS zum In-Halle ha». Der Beitrag, der in deutscher und tschechi-scher Sprache ausgefertigt wurde, tritt nach dem in Wien erfolgenden Austausch der Ratifikation«»»-künden in Kraft und vier Jahre später außer Kraft, soll« er sechs Monate vor diesem Termin von einem der vertragschließenden Teile gekündigt wird. Die Abmachungen umfassen 22 Paragraphen, denen noch ein Schlußprotokoll und ein Annex zum § 6 dcö Antrages angeschlossen ist. Der Bertrag gliedert sich in vier Teile, von denen dcr erste in den ZA 1 bis 16 die Staats« bSrgerschast behandelt, wogegen der zweite Teil in den KZ 17 bis 20 den Minderheitsschutz regelt. Der dritte Teil (ZA 21 bis 30) betrifft da« Verfahren in strittigen Fälleo, der vierte Teil 31 und g 32) enthält die Schlußbcstimmungen. Wir müssen es un« mit Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Raum versagen, die vestim-«ungen de» die Staatsbürgerschaft betreffenden ersten Teiles im Wortlaute wiederzugeben, und Anne» aus demselben Grunde auch den dritten und «ierlen Teil des Bertrage», von denen der erstere in der Praxis wohl nur in AuSnahmSfillen Bedeu» tung erlangen dürfte und der letztere bloß die übli» chen Förmlichkeiten zum Inhalte hat, nicht zum Abdrucke bringen. Dagegen dürfte der zweite Teil des Vertrage», der sich mit den Einzelheiten deS Aas Foröitd. (Sine Lesende) Bon Srete SSlch. Ei» Engel wußte in den himmlischen Stegtonen nichts mehr anzufangen. Er Besann sich |u langweilen. Die gesammelten Himmel«tugenden konnten nicht recht »ur Geltung kommen, da jede Versuchung fehlte, aus «b> Wege zu geraten. Alle lugenden sanken zur Alltäglich-kett herab. Darüber kränkte sich der kleine Engel. Sr »ar trotz seiner Vorzüge ein «enig eitel und wollte beachtet werden. Seine Umgebung aber war ihm an »ollkommenheit noch überlegen. Atß er einmal recht mißmutig durch den Wolken-Vorhang zur Erde blickte, auf der es toll zuging, kam ihm «ine Idee: Rasch suchte der Engel Sottvater auf und trachte Ihm sein Anliegen vor: Er wollte wieder Mensch werden, um den Men» scheu alS Vorbild zu dienen. Mit grobem Eifer schil» derte er den Gegen, den er dort unten stiften könnte, während er alS Enget gezwungen fei, ein unnützes Dasein zu führen. Geduldig hörte ihn Sottvater an. Und al« der Leine Engel zu Ende gesprochen hatte, huscht« ein eigene« Lächeln über Sotivaler« Antlitz, und er sprach: .Dein Wunsch sei dir gewährt. Ich ehr« deinen guten Willen und wünsch« dir viel Glück." Hierauf würd« der Engel hnldvollst entlasse». MinderheitSschutze« in Deutschösterreich bezw. in der Tschechoslowakei besaßt, für die weitesten Kreise im slowenischen Staate von größtem Interesse sein, weil in diesen Abmachungen unseres Wissens zum erstenmale im direkten Einverständnis zwischen zwei aus dem Boden der österreichisch-ungarischen Mon-archie entstandenen Nationalstaaten der Versuch unternommen wird, daS Schulwesen der beidersei-tigen nationalen Minderheiten aus paritätischer Grund-läge zu behandeln. Von dem innern Widerspruche, daß das fluktuierende »schechische Element in Wien mit dem seit Jahrhunderten in den tschechoflowa-kischen Gebieten bodenständigen Deutschtum aus eine Stufe gestellt wird, fei hiebei vollständig abgesehen, obwohl der korrespondierende Prozentsatz der Min-derheiten die sür beide MinderheitSvölker vertraglich festgesetzte Gleichheit im Grunde genommen zu einer faktischen Ungleichheit stempelt. Die §§ 17 biS 20 d:S Vertrage? haben f»l« genden Wortlaut: 8 17. Die beiden Staaten anerkennen bezüg-lich des Schulwesens, daß das der Minderheit nach Artikel 67 deS Vertrage« mit Oesterreich und nach Artikel 8 de« Vertrage« wit der tschechoslowakischen Republik zustehende Recht zur Errichtung, Erhaltung nnd Verwaltung von privaten Schulen und Erziehungsanstalten diese Minderheit von der Verpflichtung zur Beobachtung der im Jnlande geltenden allge-meinen Vorschriften nicht entbindet nnd daß inSbe-sondere durch d»S der Minderheit eingeräumte Auf« sichtSrecht da« staatliche SchulaufsichtSrecht nicht beeinträchtigt wird. Al« Leiter der privaten Schulen und Erziehungsanstalten werden nnr Staatsbürger jene» Staate« zugelassen, in welchem sich der Standort der privaten Lehranstalt befindet. (Au diesem Absätze wurde im Echlußprotokoll unter Punkt 4 vereinbart, „daß für die Frage, ob Durchdrungen von seiner Unfehlbarkeit, die den Menschen zugute kommen sollte, schwebte er lachend von den himmlischen Sefilden der irdischen Atmosphäre zu. In einer stillen Nollmondnacht feierte der Engel feine Wiedergeburt. Die nunmehrigen Eltern waren nicht sehr erbaut über den Sprößling, den ihnen Sott geschenkt. Der Kindersegen hatte stch bei ihnen bereit» fünfmal eingestellt. Sie wußten wirklich nicht, wie sie zu dem sechsten Kinde kamen. Aber weil diese« Kind so still und geduldig in der Wiege lag, höchst selten schrie und feine Augen »oll blauer HimmelSunschuld glänzten, schmeichelte e« sich bald in ihre Herzen ein. Mit Sorgsalt wachten ste über sein Gedeihen und ihre Süte wurde belohnt. Im-mer mehr Vorzüge entdeckten die Eltern an ihrem jüngsten Mädchen. Die Nachbarn konnten stch nicht erinnern, je ein so niedliche«, an guten Eigen-schasten so reiche« kleine« Wesen gesehen zu haben. Sie wurden mit ihre« eigenen Kindern unzufrieden. Dies« wieder waren wütend anf da» kleine Mädchen, da« man ihnen immer al» Vorbild hinstellte. Sämtliche Kinder ließen daher ihren ganzen Vorrat an Bosheit und üblen Streichen an dem Musterkinde au» und ste frohlockten In wonnigem Triumphe, wenn ihnen ein« Schlechtigkeit besonder« gnt gelungen war. Da« Mädchen aber tröstete sich immer rasch, denn der Engel in ihm sprach: »Wenn auch diese kleinen Genossen von deinen lugenden nicht« annehmen, und inwieweit fremde Staatsangehörige als Lehrer an den für diesen Vertrag in Betracht kommenden privaten Schulen und Erziehungsanstalten zugelassen werden, in jedem der beiden Staaten die gegen-wärtig geltende einschlägige Gesetzgebung maß-gebend ist.") DaS den sprachlich?« Minderheiten in den vor» erwähnten Artikeln eingeräumte Recht, ihre eigene Sprache in diesen Schulen und Erziehungsanstalten nach Belieben zu gebrauchen, bezieht sich nur auf die Unterrichtssprache und den internen Gebrauch in der Schule, nicht aber aus den den allgemeinen Vor-fchriften über den Sprachgebrauch unterliegenden amtlichen Verkehr mit Ausnahme de« in dienstlichen Angelegenheiten im Schulgebäude sich abwickelnden Verkehre« de« Schulleiter« und der Lehrkräfte mit den Organen der allgemeinen Schulaufsicht erster Instanz. § 13. Die beiden vertragschließenden Teile aner. kennen, daß in der Schulgesetzgebung und Verwaltung die privaten Schulen und Erziehungsanstalten der Mehrheit und der Minderheit gleich zu behandeln sind. Unter ,6coIe« et autres ILablissernenta d'^ducation« im Sinne de« Artikels 67 de« Ber-trage« mit Oesterreich und des Artikels 8 des Ber-trage« mit der tschechoslowakischen Republik sind all« privaten Schulen und Erziehungsanstalten zu verstehen, welche im Jnlande nach den bestehenden Gesetzen als solche errichtet werden können. Hiebei wird festgestellt, daß im Zeitpunkte deS BertragSab-fchluffe« in diesem Belange die Gesetzgebung der beiden vertragschließenden Teile eine übereinstimmende ist. Dieser Stand der Gesetzgebung wird sür die Dauer der Geltung des vorliegenden vertrage« im Verhältnisse der beiden vertragschließenden Staaten zu einander für maßgebend erklärt. Z 19. Da in der tschechoslowakischen Republik nach dem Gesetze vom 3. April 1919, Z. 189, dich mit Steinwiirfen öder anderen Herausforderungen «erführen wollen, d«in« Sanftmut abzusteifen, fo verzage nicht I Gedenke, daß e» noch Kinder find, denen da» richtige verftändnl» für da» vollkommene fehlt l Sei zufrieden mit dem Erfolg, den du bet den Erwach» senen bereit» errungen! Nicht allzu fern Ist die Zeit, in der du ihnen Lehrmeister fein darfst." Da« Mädchen blüht« zu einem reizenden Wesen heran, da» seinen Verheißungen voll entsprach. Noch öfter al» früher würd« e« Gegenstand allgemeiner ve-wunderung. Aber da man stch bekanntlich an da» vollendetste Kunstwerk gewöhnt, wenn man e« immer vor Augen hat, so gewöhnten stch auch die Leute an den Anblick de« holdseligen Geschöpfe» und nahmen seine Tugenden al« selbstverständlich hin. Die Schule de« Leben« setzte allen stark zu. DaS herangereift« Mädchen versucht« nun durch Entfaltun« all seiner Vorzüge die Leute zur Nachahmung zu bewegen, um ihnen da« Leben zu erleichtern. Nach unendlichen vemübungen brachte da» Mädchen die Menschen endlich dahin, daß sie e» sich einander al» Beispiel vorhielten, wenn sie in Streit gerieten und stch Srobheiten an den Kopf warfen. Die bei solchen unerfreulichen Selegenheten oft erwähnte Tugendheldin kam da allmählich in Mi?» kredit. Schon au» Trotz lehnten die Menschen den R»t der Widersacher ab, obwohl e« ihrer Meinung nach nicht allzu schwer gewesen wäre, di» Vorbild nachzuahmen. So kam eS, daß sie die ihnen unb«- Seite 2 E. d. G. u. v., den nach Inkrafttreten kieset Gesetzes errichteten privaten Volksschule» da» Oeffent-lichkeitrecht zukommt, verpflichtet sich die österreichisch« Regierung, den privaten Volksschule» der tschecho. slowakischen Minderheit, welche nach dem Jnkraft-treten diese« Vertrages errichtet werden, unter der Voraussetzung, daß diese den gesetzlichen Erfordernissen entsprechen, da» Oeffentlichkeltsrecht gleichzeitig mit der Bewillignng der Errichtung zu erteilen. Jeder der beiden vertragschließenden Teile kann einer solchen privaten Volksschule, fall« eS das öffentliche Interesse verlaugt oder andere wich-tige Gründ« dafür vorliegen, das OeffentlichkeitS« recht absprechen oder auch die Schule vollkommen sperren. Eine Schule, welcher da« Oeffeotiichkei tsrecht abgesprochen wurde, kann diese« Recht wieder er-wirken, wenn ihr Erhalter nachweist, daß die Gründe, die den Verlust de« OeffentlichkeitirechteS herbei-führten, beseitigt sind. Die Bestimmungen der zwei vorhergehenden Absitze sind sinngemäß auch auf die bereits beste-henden privaten Volksschulen anzuwenden. Bezüglich der übrige» privaten Schulen und Erziehungsanstalten behalten sich beide Teile ihren RechtSstandpunkt über die Auslegung deS Artikels 67 de« Vertrages mit Oesterreich und deS Artikels 8 de« Vertrages mit der tschechoslowakischen Repu-blik vor. In der tschechoslowakischen Republik wird die deutsche Uni« ichlSsprache, in der Republik Oesterreich die tschechoslowakische Unterrichtssprache leinen Grund sür die Verweigerung de» OcffcntlichkeitSrechtes bilden. 8 20. Die beiden Staaten behalten stch vor, «in Uebereinkommen über die Auslegung und die Handhabung des Artikels 68 de« vertrage« mit Oesterreich und des Artikel« 9 de« Vertrages mit der tschechoslowakischen Republik, insbesondere aber über die Worte .proportioa consiäörablo', „villes et districts* und »lacilitöz appropriö»* in einem späteren Zeitpunkte abzuschließen; bis dahin haben sie hierüber freie Hand. Unabhängig von den eben erwähnten Fragen und ohne ihrer endgültigen Regelung irgendwie vor« zugreifen, vereinbaren die beiden BntragSstaaten vorläufig folgende« Der österreichische Staat verpflichtet sich zu veranlassen, daß zn Beginn de« Schuljahre« 1920/21 in Wien für Kinder österreichischer Staat«, anflehöriger tschechoslowakischer Sprache auf Grund ihrer Anmeldungen öffentlich Volksschulen mit tschechoslowakischer Unterrichtssprache in geeigneten Lokalitäten nnd unter Verwendung sprachlich und auch sonst vollkommen qualifizierter Lehrkräfte in dem Umfange errichtet werden, daß auf eine Klasse wußten Fehler unter der MaSke der Eharakterstärke beibehielten und schließlich eine offenstchtliche Abneigung gegen da» Mädchen empfanden. Da sie ihm aber mit dem besten Willen nicht« nachsagen konnten, die Freude, e« „entlarven" »u können, ausblieb, zogen sie stch «»dgültig von dem Mädchen zurück. Instinktiv fühlten sie, daß es mit ihm eine eigene Bewandtnis haben müsse, denn ein solche« Geschöpf war nicht von ihrem Fleisch und Blut. Immer vereinsamter wurde da» menschgeworden e Wunderwesen. Selbst von feinen Eltern und Keschwi-(lern trennte e» eine unüberbrückbare Kluft. Bitter beklagte es die Berbohrtheit der Menschen, di« gegen ihr Wohl wüteten. Jedoch der Engel in ihm gab seine Absicht noch nicht verloren. Er sprach: „Wenn die Allgemeinheit dir nicht gleichen will, so versuche doch die Seelen einzelner »u retten. Lobenswert wäre allein schon die Tat, eine» Menschen »ar Voll-kommenheit zu verhelfen." '/ 1 Da« Versuchsobjekt fand stch bald. EtwaS ver-schüchtert machte daS Mädchen die Bekanut-schaft eine« jungen Menschen. Weil er ein Fremder war und nicht von alle» Tugenden wußte, die eS befaß, fing er bald Feuer für di« holde Maid und unterhielt sich eingehend mit ihr. Dieser Mann mit dem träumerischen Blick, txa scharfgemeißelten Gesicht«» lügen, der prächtigen Haarlocke hatte kein alltägliche« Cillier Zeitung i» allgemeine» durchschnittlich dieselbe Schülerzahl entfalle, »ie bei deutschen Volksschulen, wobei ein Mindestdurchschnitt von 42 Schülern angenommen wird. Die Anmeldung wird derart rechtzeitig 'zu erfolgen hab«», deß die Durchführung der Maß-nahmen zu Beginn des Schuljahres 1920/21 ge-sichert ist: zur Feststellung der Kenntnis der tschecho-slowakische» Sprache bei de» sich zur Aufnahme meldenden Kindern sind Kommissionen zu bilden, in welche auch Vertrauensmänner der tschechoslowakischen Eltern als Mitglieder zu berufen find. Nachdem in der tschechoslowakischen Republik den Kinder» fremder Staatsangehöriger deutscher Sprache der Besuch der öffentlichen und private» deutschen Schulen in ber tschechoslowakischen Repu-plik ohne Ausnahme bereit» gestaltet ist und sich die tschechoslowakische Regierung verpflichtet, diese Ge-stattung aufrecht zu erhalten, sagt auch die ister-reichische Regierung ihrerseits zu, daß de» Kindern tschechoslowakischer Staatsangehöriger der tschecho-slowakischen Sprache der Besuch der tschechoflowa-kischen öffentlichen und privaten Volksschulen in Oesterreich gestattet wird. Diese Kinder bleiben bei den öffentlichen Volksschulen sowohl bei der Berech-nung der Anzahl der zu errichtenden Klassen und Schulen, als auch bei der Berechnung des Durch-schnitte« der Schüleranzahl in einer Klasse außer Betracht. _ Politische Rundschau. Inland. Aus dem Verfassungsausschusse. Am I. Februar ist der von der Konstituante eingesetzte BerfafsungSauSschuß zusammengetreten und hat sogleich mit der Beratung deS Verfassung?-entwurfeS begonnen. Die Allsloweoifche BolkSpartei und der kroatische Nationalklub verlangten, daß der BersassungSanSschuß die ersten vierzehn Tage keine Sitzungen abhalte, weil dieser Zeitraum nach dem Wortlaute der Geschäftsordnung zur Eingabe von VersassungSvorschlägen bestimmt sei, blieben jedoch mit ihrem Antrage in der Minderheit. Dagegen stimmten die Mitglieder der radikalen und demo-kralischen Partei, denen sich die Vertreter der Land-ardeiterpartei anschlössen. Die drei Parteien stellen im versafsung«au«schusse eine zwar knappe, aber immerhin arbeitssähige Mehrheit dar. Für die Erledi« gung deS BersasiungSentwurfeS ist dem Ausschüsse «in Termin von 40 Tagen zugemessen worden. An den Beratungen deS BerfasfungSauSschusieS werden im Sinne der Geschäftsordnung keine ZeitungS-berichterstatter teilnehmen; um aber die Oeffentlich-keit über den Fortgang der Verhandlungen auf dem Lausenden zu halten, sollen täglich die steuo-graphischen Protokolle veröffentlicht und erklärende und zusammenfassende amiliche Mitteilungen ver-lautbart werden. Aussehen. AlleS deutete darauf hin, daß in ihm An» lagen zu Vollkommenheit schlummerten. Eifrig begann da« Mädchen, Emfluß auf ihn auszuüben. Je mehr e« sich aber in die heilige Auf-gab« vertiefte, je mehr Tugenden eS entfaltete, desto einsilbiger wurde der junge Mann. . . Mit Schrecken gewahrte da« Wundergefchipf die gegenteilige Wirkung, die ein solche» verhalten hervor« rief. Er wurde immer kühler und da« Mädchen fühlte ob dieser verblüffenden Tatsache nicht mehr al« Engel, sondern al» Mensch, al« liebende« Weib. Wer weiß, wie weit e« mit den beiden noch gekommen wäre, wenn der Jüngling nicht die Geduld verloren und tn Anwandlung eine« unheimlichen Gefühles, da» die Nähe de» Mädchen» verursachte, vorzeitig da» Wette gesucht hätte.--- Dies« ärgst« Enttäuschung vernichtete da« arme Geschöpf vollkommen. Der Engel in ihm schwieg, denn mit einem so irdischen Schmerze im Herzen war «» gewiß kein Geschöpf Gelte» mehr. Im ärgsten Jammer jedoch erinnerte stch die Schwergeprüfte daran, daß sie erst Im Begriff gestanden, eine Sünde zu begeh«», und fand so d«n Mut, Gott recht innig anzufleh«n, er möge ste von der Erde erlösen und ihr ein gnädiger Stichler fein. Und so geschah «». Bald darauf lag ein Neiner tiefbetrüSter Engel zu Gottvater» Füßen, derselbe Nummer 11 Tagung des Wlrtfchaftsrates. 3 u Belgrad find Vertreter verschiede»«, wirt» schafllicher Körperschaften, v«r «llem Vertreter der Industrie und des Gewerbe», eingetroffen, am an den Beratungen des Wirtschaftsrates, der seine Sitzungen im Handelsministerium abhalten wird, teilzunehmen. De« Indusiriellelive^.nd in Gl»we» nien vertritt Jng. Luklje, das Gewerbefirderung«' amt Jng. Turnsek, dir Eisenindustrie Jn>. Dr. vidmar, Dr. OderSnel und Generaldirektor Noot (Jesenice), die Gewerbetreibenden Rebek, die Laibacher Handels» und Gewerbekammer Präsident Knez und Sekretär Mohorii, die Strohhutindusirle Frau, Eerar aus Stob bei Domschale usw. Für die Beratungen sind, wie auS Belgrad berichtet wird, von den einzelnen Ministerien umsangrelchc vsrarbeiten geleistet worden. Da« wirtschaftliche finanzielle Komitee hat «inen Entwurf ou«gearbeitrt. der «it Rücksicht auf den geänderten valutastand eine Revision aller Einfuhr- und Ausfuhrzollsätze vorsieht. Ueber die Resorm de« Zollversahren» und über die Revision des Zolltarife» wird SektiouSchef Todorovic referiere». Für die Tagung de« Wirt« schaftSrate« gibt sich in allen wirtschaftlichen Kreisen Slowenien« da« regste Interesse kund. Die Mandate der Radl« Partei Wie der Belgrader Dnevnik meldet, gedenkt die Regierung mit den streikenden Radieianern kurze» Prozeß zu machen. Sie will die Mandate dieser Partei für ungültig erklären »ad in den betreffenden Wahlkreisen Neuwahlen ausschreiben. Da» zitiert« Blatt rät aber von solch radikalen Maßnahmen ab, weil dadurch der Widerstand ln der kroatischen Be-völkerung nur noch verstärkt und die Unnachgiebig-keit der nenzewählten Abgeordneten versteift werden könnte. Anderersett» sei es auch nicht angängig, den Großteil de« kroatischen Gebiete« in der Konstituante unvectreten zu lassen. Die Regierung müsse sich vor Augen halten, daß e« leichter fei, den Kamps mit Radi! aufzunehmen, als ihn erfolgreich zu beende». Ein weibliches Komplott ln Fünfklrchen. Die Grenzpolizei in Fünfkirchen hat in dieser Stadt eine geheime Organisation ausgehobe», wel-che hauptsächlich aus Dimen bestand und ein ge-fährliches Komplott gegen den SHS-Staat ge-schmiedet hatte. ES sollte tn den Gassen von Fünf» kirchen eine Kundmachung sür den Einmarsch magyarischen Militär« veranstaltet und dem in der Stadt anwesenden Chef der Ententemission, einem franzö-fischen Major, ein schriftlicher Protest gegen die Willkürlichkeiten der sozialistische» Sladtvertre'uug überreicht werden. Die Fäden dieser Verschwörung ll.gen, wie die Polizei festgestellt Hit, in den Händen unbekannter Horthy Agenten auS Ungarn. Ein serbisches Blatt über die deutschösterreichische Krise. Die Novisader serbische Zeitung Jedinstoo bingt, wie wir dem deutschen BolkSblatt entnehmen, über die lebensunfähige deutschösterreichische Republik einen Aussatz in welchem eS u. a. heißt: Als die Oefter» reicher erkannten, daß die schönen Worte Renner» nur leere Versprechungen seinen, schenkten sie bei den neuen Wahlen ihre Stimmen der christlich sozialen Partei, welche den Anschluß Oesterreich« an Deutschland Engel, der damals al« Beglücker der Menschheit freu-dig ausgezogen war. Nun forderte Gottvater den Be-richt über sein weltliche« Ergehen. Da erzählte ihm der Engel die Leidensgeschichte und al« er zu schildern begann, «ie e» ihm bei de« Bek ganifieren, damit wir aus diesem Gebiete stark und widerstandsfähig werden, denn in dem künftigen Wettbewerbe der Völker wird nicht derjenige siegen, der die stärksten Kanonen hat, sondern derjenige, der wirtschaftlich stark und leistungsfähig ist. Austand. Minderheitsschutz ln DeutschSsterreich und der Tschechoslowakei. In der Sitzung des Prager Abgeordneten-Hause» vom ÄS. Jänner beantwortete Minister Dr. Benesch die Anfrage der tschechischen National» sozialistea üb« daS tschechisch« Schulwesen in Wien. Der Minister erklärte, er habe bet der letzten Beratung de« Völkerbünde« in Gens darauf hinge-wiesen, daß Deutschösterreich die Friedensbestimmungen hinsichtlich der tschechischen Minderheiten nicht ein-Halle, und sich dafür eingesetzt, daß dieses Land in den Völkerbund ausgenommen werde, damit e« vor dem internationalen Forum sür die Erfüllung seiner Verpflichtungen verantwortlich gemacht und * nr den übrigen Mitgliedern des Völkerbundes k«ntrolliert werden könne. Da« Ministerium des Aeußern widme den Verhältnissen der tschechischen Minderheit in Wien die entsprichAufmerksamkeit und werde sich auch künftighin dafür einsetzen, da| die zwischenvölkischcn Verträge strenge elngchaltTff werden. In der Sitzung de« HauptauSschusse« deS deutschösterreichischen Nationalrate« in Wien vom 26. Jtnncr bemeikte der Bundeskanzler Dr. Mayr gegenüber dem Wunsch« des Abgeordneten Dr. Angerer auf Schaffung einer eigenen Abteilung für Minderheitsschutz im Bundeskanzleramt: Minder-heitSschutz und MiuderheitSschutzdestimmungen hängen enge zusammen mit den Aufgaben deS Völkerbundes, sür welche im Bundesministerium de« Aeußeren eine eigene Abteilung schon errichtet worden Ist. Die Tschechoslowakei und die bolschewikische offensiv«. Der tschechisch« Außenminister Dr. Benesch er-klärte dem Korrespondenten deS Giornale d'Jtalia, er glaube daran, daß e« wieder zu einer bolsche-wikischen Offensiv« kommen werde. Die Möglich-leiten eine« russisch.polnischen Krieges feien nicht ge-ringer, al« fie e» im vorigen Jahre gewesen seien. E« ist notwendig, daß Polen und Rumänien vor-bereitet seien. Man müsse die Augen offen halten und auf alle Möglichkeit«» vorbereitet sein. DaS bolschenmische Regime habe sich, anstatt daß e« ver-nichu, worden wäre, befestigt. Zum Kampfe gegen den Bolschewismus wären MillionenArmcen nnd Milli»rden-Bndget« notwendig. Der Bolschewismus köno« durch innere Aktionen unmöglich vernichtet werde». Rußland gegenüber müsfe eine ganz neue politnche Linie eingeschlagen werden. Die Verletzungen zwischen England und Amerika. Daniel F. Eohalan, Mitglied de« obersten Gerichtshöfe« de« Staate« Newyork, hat eine Bro-schüre veröffentlicht, welche die Beziehungen Englands zu Amerika scharf beleuchtet. Der Verfasser be-schuldigt England einer amerikafeindlichen Politik nnd behauptet, daß der Kampf zwischen England und den vereinigten Staaten auf der ganzen Linie entbrannt sei. >uf der Pariser Friedenskonferenz hätten e« die Engländer verstanden, die allerwert vollsten Vorteil« für sich herauszuschlagen. Die Vertreter Amerika« wären so wenig vorsichtig ge. Tillter Zeitung Wesen, daß die Frage der Freiheit ber Meere nicht einmal zur Erörterung gekommen fei. England habe stch zur Oberherrschaft über die ganze Welt empor-geschwungen, habe also daS erreicht, fwaS ange» stiebt zu haben Deutschland al« verbrecherische Schuld angerechnet wiirde. Feiner beschäftigt sich die Broschüre mit der englischen Wirtschaftspolitik und beweist klipp nnd klar deren amerikafeindliche Tendenz. ' ' * Dle vierzehn Krlegspunkte de» Zahre« 1921. In französischen Blättern wird berichtet: Im Jahre 1921 liegen mehr KriegSursachen vor u»L al« im Jahre 1914. DaS ist da« Urteil von M. Scelle. Piosefsor de« internationalen Rechte« an der Universität von Dijon, über die gegenwärtige europäische Lage. Er legt seine Ansichten in folgenden vierzehn Puuklen dar: 1. Die Teilung der asiatischen Türkei birgt Möglichkeiten sür eiuen sofortigen Konflikt in sich, selbst unter den Alliierten selber. Bier oder fünf Nationen werden in diesem Kriege .engagiert" sein. 2. Die Konkurrenz aus dem Balkan ist erbitterter al« je. 3. D»S Abkommen über daS Saargebiet enthält Bedingungen, die in der Zukunft zu einem schweren Konflikt führen werden. 4. Im Ruhrgebiet kann jeden Moment der Ausstand losbrechen. 5. Das Flickwerk der Rekonstruktion von Polen, der Danzinger Korridor und die Isolierung von Ostpreußen sind Wespennester von Unruhen. 6. Oderschlesien ist ein« brennende ifrage; die Frage von Teschen hat Polen und die Tschechoslowakei in schärfsten Gegensatz gebracht. 7. Bclrifft Jugoslawien. 8. Da« reaktionäre Ungarn erwartet feine Stund«, um über die Nachbarn her-zufallen. 9. Deutschösterreich kann nicht allein leben. 10. Bulgarien, verärgert und heimtückisch, plant eine R>vanch«. 11. DaS größere Griechenland, er-richtet durch den Vertrag von Scvre», ist eine ab-surd« und unmögliche Vorstellung. 12. Rumänien ist bedroht durch seine Nachbarn an der besfarabischen und stebenbürgischen Flanke. 13. Die englisch-ameri-kanische Rivalität kann folgenschwere Auswirkungen in der Zukunft haben. 14. Der Antagonismus zwischen Japan und Amerika ist ein weitere« böse« Omen. Ueber das ganze dunkle Bild wirft der «schatten deS Bolschewismus einen noch düsteren Schein. _ Aus Stadt und Land. Der tschechische Auhenminister Dr. Benesch ist aus seiner Reis« nach Rom am 2. Februar um 6 Uhr ab«nds in Celje durchge-sahren, Aus dem Bahnhofe hatt« sich ein zahlreiches Publikum angesammelt, welche« den Staatsmann mit lebhaften Zurufen begrüßte. Im Namen der Stadt Celje hielt der Geren« Dr. Met an ihn eine kurze Begrüßungsansprache. Der Zug hatte in Celje einen Aufenthalt von 10 Minuten. Trauung Am 4. Februar fand in der Marienkirche in Celje die Trauung de« Herrn Johann Jelltnz mit Fräulein Marlha Putan, Tochter de» allseit« bekannten Herrn Kaufmanns Luka« Putan, statt. Vermählung. Herr Architekt Franz Dusin Petelin hat sich in Ljubljana mit Fräulein Fedora Danila Jvavck, Tochter deS verstorbenen N««ar« und Landtagsabgeord rieten von Tolmin, vermähl«. Die Vermählung fand in der serbischen Kapelle der Draudivision statt. — Den Segen erteilte den Neu. vermählten der Belgrader Srzpriester Nikola Tri-sunovic-, den Trauakt vollzog Proto jenj Dimittij Jankovtt, Militirkurat »er Draudivision in Ljubljana. Evangelische Gemeinde. Der SoneSdienst findet um 10 Uhr im Gerneindesaale statt, wobei Senior May predigt über „Den Mann der Tat". Im Anschluß daran versammeln sich die Kinder zum JugendgotteSdienst. Aus der Gemeindewirtfchaft Wie wir erfahren, ist dieser Tage die Entscheidung der Ljub-ljanaer Regierung hinsichtlich.der von der Gemeinde bereits anfangs diese« Iahn« Verlautbarten Er-hdhung sämtlicher Gemeindeabgaben, selbstverständlich rückwirkend ab 1. Jänner 1V2), eingelangt. Die Regierung bestätigte die Verdoppelung der vorigen Umlage auf die HauSzinSsteuer aus 160# ; de« scchSprvzentigen Wasserheller« auf 12% de« sogenann. ten pauschalierten Wafs-rzinseS, lehnte hingegen die Verdoppelung deS Zintheller« (wie bisher 10#) und die Wiedereinführung des 10$ig?n Schulhellers ab. Die Gemeinde wird durch noch größere Spar-famkeit den Aussall, den sie durch die Ablehnung der obigen Erhöhungen erleidet, wettzumachen trachten müssen. Seite 3 Die staatliche Zinkhütte in Celse vor der Katastrophe. Unter diesem Titel schreibt die Ljubljanaer Juzoslavija u. a. folgende«: Wie unsere gesamte heimische Industrie hat auch die Zinkhütte, die einzige Unternehmung dieser Art in Südslawien,mit ungeheuren Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben den allgemeinen Teuerungiverhältnifsen sind d>e SrzeugungSkosten außerordentlich hohe. Dazu kommt noch der unglaublich, unwahrscheinlich hohe Ausfuhrzoll, fo daß die Zinkhütte au« der inter-nationalen Konkurrenz vollkommen ausgeschaltet ist, während fie im eigenen Lande nur einen unbedeutenden Teil ihrer Produktion absetzen kann. Daher häufen sich die Vorräte von Tag zu Tag immer mehr an, so daß heute 100 Waggon Ware im Gesamtwerte von 25 Millionen Kronen in den Magazinen liegen. Außerdem sind noch 40 Waggon Rohmaterial im Werte von 15 Millionen vorhandt«. Diesen Reich-turn kam die Unternehmung nicht in Geld umsetzen, verschulde mehr und mehr und nähert sich einer unausbleiblichen Katastrophe, wenn nicht d'e Regierung im letzten Augenblicke noch ihre Haltung ändert nnd, da e« doch ein Staatsunternehmen ist, durch entsprechende Maßnahmen, durch die Aenderung ihrer Zoll- nnd Steuerpolitik, diese« äußerst wichtige Unternehmen dem Lande erhält. Die Blatternepldemle scheint immer be-drohlichere Formen annehmen zu wollen. Der Tabak-Hauptverlag mußte geschlossen werden, weil die ver» käufenn an den Blattern erkrankt ist. ES nimmt einigermaßen wunder, daß trotz der eifrigen Be-mühungen deS Stadtphyfikate« und trotz Durch-führung aller erforderlichen Maßregeln die Seuch: Boden ^gewinnt, während in der KriegSzeit, al« unsere Stadt als Etappenort Einschleppungen »in-gleich mehr ausgesetzt war, von einer eigentlichen Seuchengesahr nicht gesprochen werden konnte. Die Bevölkerung wird in ihrem ureigenen Interesse aufgefordert, sich durch die Impfung, soweit sie sich bi«her derselben nicht unterzogen hat, vor der eminenten Gefahr der Ansteckung zu schützen. Einführung numerierter Sitzplätze auf den SHS Bahnen Wie wir erfahre», befaßt man sich im Schoße deS BcrtehrSrninisterium« in Belgrad mit der Idee, auf den Hauptlinien der SiaatSbahuen SHS d^S System der numerierten Sitzplätze in den Eifenbahnkoupö« einzuführen, die schon einige Tage früher gegen Erlag einer gr wissen Taxe in den größeren Städt«n t Belgrad. Zagreb, Ljubljana, Sarajewo, Rovifad, Zemun usw.l zur Ausgabe gelangen würden. Für die deutfchösterreichische Staats-bllrgerschaft sind, wie au« Wien berichtet wird, 112.451 Gesuche eingebracht worden; hievon wurden 111.784 berücksichtigt, 634 abgelehnt; 33 Gesuche harren noch der Erledigung. Geld au» Porzellan. DaS deutsche Finanz» Ministerium beabsichtigt, nene« au» Porzellan herge-stellte« Geld in den Berk«hr zu bringen. Die ersten Versuche waren allerdings nicht ganz zufrieden, stellend, weil die einzelnen Stücke zu groß ail«. fielen. Jetzt ist e« aber det Reichs-Porzellanfabrik in Meißen gelungen, eine schöne Serie diese» Geldes von 20 Pfennig di» zu 20 Mark zu erzeugen. Die Münzen sind sehr handlich und die 20 Mark-stücke haben etwa die Größe der früheren Taler. Da» porzellanene Geld ist von großer Härte und Dauerhaftigkeit. Sei,:« Farbe ist grau und die Ränder sind mit einer goldenen Kreislinie geziert. Wenn dieses Geld «nf den Boden fällt, zerspringt e« nicht. Auch Brasilien interessiert sich für diese Neuheit und hat eine größere Menge Porzellangeld in MUßen bestellt. Wirtschaft und verkehr. Einstellung de« Güterverkehrs Ja. folge der Anstauung von Waggons in den E»«n-dahnstationen nördlich der Save gibt die Zagreber Eisenbahndirettion bekannt, daß vom 1. bi« ein-schließlich 10. Feber die Annahme und der Transport jedwedkir Brutto?, ausgenommen lebendes Brutto, Kohle, Eisenbahn- und Militärsendungen, eingestellt wird, sowohl für die Station Belgrad, als für den Transtiverkehr über Belgrad. Krise ln der gementsadrtkation. Die Zkinerilfaduk in Zidanmost hat schon vor einem Monat ihre Tätigkeit wegen Mangel an Stück-kohle um die Hälfte reduziert, jetzt aber noch di« drei l.tzten Oefin ausgelöscht. 250 Arbeiter sind ohne Verdienst. Die Fabrik ist imstande, täglich steben Waggon Portlandzement zu erzeugen, bedarf aber dazu vier Waggon der besten Slückkohle. B'S zum 15. Dezember v. I. empfing die Fabrik Seite 4 (Eiltier Zeitung Nummer 11 ein bis zwei Waggon dieser Kohle pro Tag, von da weiter aber erhielt sie nicht einmal einen Waggon entsprechendes Heizmaterial mehr. Unser Handelsverkehr über Saloniki. Italienischen Blätlermeldungen zufolge hat sich die südslawische Regierung an Griechenland mit dem Ansuchen gewendet, cS mögen skr den südslawischen Handel über den Calouitier Hasen gewisse Be-günstigungcn gewährt werden. Dem Gesuche zusolge sollte Jugoslawien m diesem Hasen eine freie Zone erhalten, in welcher die sür Jugoslawien bestimmten Transitwaren ohne irgend welche Hasen» und Zoll-gebühren eingelagert werden könnte». Jugoslawien würde die nötigen Gebäude und Magazine auf eigene Kosten erbauen und in Staub halten. Süd-slawische Schiffe und Schiffe mit Waren für Jugo-slawien sollen dieselben Begünstigungen haben wie die griechischen Schlffe. Für den freien Verkehr Die katastro-phalen Folgen des langwierigen Weltkriege» sind namentlich in unserem WirtschastSleben nicht ausgeblieben. In sämtlichen Kreisen, besonders aber unter den WirtschaftSpolilikern, ist man ernstlich bemüht, Mittel und Wege zu finden, um dem nach dem Kriege eingebrochenen Elende baldigst ein Ende zu machen. Hierin tun sich besonders die Anhänger des freien Verkehrs, die so genannten Libre-Echan-giften hervor. Immer mehr bricht sich die Ueber-zeugung Bahn, daß nur daS Verschwinden der bestehenden Zollgrenzen zwischen den einzelnen Staaten die wirtschastliche Entwicklung der Völker ermöglichen wird. In dieser Richtung hat in Frankreich und England, in Amerika und m mehreren nordischen Staaten, zuletzt auch in der Schweiz und Italic», eine kräftige Akiion eingesetzt. Unlängst fanden schon internationale Zusammenkünfte der Anhänger de« freien Verkehrs in London und Brüssel statt, demnächst soll eine derartige Zusammenkunft in Amsterdam stattfinden. An der Spitze dieser Be-wegung stehen in England der angesehene Eobden« Club, in Frankreich die Liga der Libre-Echangisten. Der Cobden Club hat sich unlängst auch an den gewesenen Zagreber Haiidelskamoursekretär und her-vorragenden volkswirtschafllichcn Fachmann Herrn Milan Krcs!, welcher Ehrenmilglied des Klubs ist, mit der Bitte gewendet, an der Gründung einer ähnlichen Organisation in Jugoslawien zu arbeiten. Unfer Handelsverkehr mit der Schweiz. In der Schweiz herrscht, wie die Zagreber Handels-kammer berichtet, sür unseren Markt giojje« Interesse und daS schweizerische Nachweisbüro sür Bezug und Absatz von Waren in Zürich ist bereit, schweize-rischcn Industrien und sonstigen Unternehmungen unsere heimischen Firmen, welche gute Referenzen, darunter zumindest eine von eincm Geldinstitute, besitzen, zu empfehlen. Bezüglich der Ein- und AnS-fuhr nach der Schweiz können sich die Jntereffenten bei dem Zogreber schweizerischen Konsulate Prerado-viceva uUca 2, informieren. Der Rückgang des Dollars. Der hohe Stand der fremden Valuten, namentlich des Dollar«, hat di« Einsuhr auS den westlichen Staaten fast ganz unmöglich gemacht. Die Folge davon war. daß di« Weststaaten und Amerika keinen Absatz sür ihre Waren fanden und bereit« zu ArbeuSein-stellungen schreiten mußten. In den letzten Tagen beginnen nun die westlichen Valuten, tn erster Reihe der Dollar, zimlich stark im Kurse zurückzu-gehen. Während noch vor wettigen Tagen der Dollar auf unserer Börse nahezu 150 war, konnte er zu Ende dieser Woche zum Kurs« von 138 kaum noch Käuser finden. Die übrigen fremden, namentlich die westlichen Valuten, halten sich noch sest, werden aber auch bald der allgemeinen Baifsetendcnz folgen müssen. Der Dollarsturz ist für un« von großer Bedeutung und wird wahrscheinlich bei den jetzigen Kursen auch nicht stehen bleiben. Die Wirtschaftskrise der Schweiz. Wie au« Gens gemeldet wird, sängt der unnatürlich hohe Stand der Schweizer Währung an, sür daS Land gefährlich zu werden und hat schwere wirt-schaslliche Krisen hervorgerufen. Wie BundeSpräsioent Schultheß mtttcilt, beträgt daS Defizit der Handelsbilanz eine Milliarde. Die Ausfuhr stockt, die Ein-fuhr auS dem Auslande steigt täglich. Da beim hohen Stand der Valuta kein Mensch mehr Schweizer Waren kaufen kann, liegt die gesamte Industrie darnieder. Die Autowobilsadril Piclet Picqiard in Genf und die weltbekannte Schokoladesabrik Cailler haben geschlossen, und im Jura ist die große Schweizer Uhrenindustrie fast völlig ausgeschaltet. Ja den großen Slädten mehrt sich täglich die Zahl der ArbeiiSlosen, die weder vom Staat, noch, trotz der gesetzlichen Borschrist, von den Untermhmeru auSreichcnde Unterstützung erhalten. Im Stadirat ist vorgeschlagen worden, zum Schutze der «in-heimischen Industrie die Einsuhr der fremden Waren einzuschränken, ein bei der Größe der Krisis unwirksames und auch gefährliches Mittel, das vielleicht Gegenmaßregeln zur Folge haben könnte. Dle Naoigazione Lidera Triestina erhöht ihr Aktienkapital von 80 auf 100 Millionen Lire. Der 16 Stunden Tag. Aus Wien wird un» geschrieben: Kürzlich wieS ein Jadustriever-treter darauf hin, daß in Deutschösterreich zum großen Teile der 16-Stunden Tag bereit« ringe-führt sei. Dnob große Aufregung in einem Teile der Arbeiterschaft. Im Verlause der Enquete über den Preisabbau ist aber nachgewiesen worden, daß tatsächlich der 16 Stunden-Tag eingeführt ist, und zwar in der Weise, daß eine große Zahl von Per-sonen außer ihrer Hauptbeschäftigung zu einer Nebenbeschäftigung greisen muß, um sich da» zum Unterhalt nötige Einkommen zu verschaffen. Generell trifft das für die Beamten und Angestellten zu, soweit letztere nicht in öffentlichen Unternehmungen bedienst« sind. Der Straßenbahnschaffuer ist nicht aus eine Nebenbeschäftigung angewiesen, weil sein Lohn ausreicht und er gegebenen Falles durch Streik die Erhöhung erzwingt. Dasselbe ist bei fast allen qualifizierten Arbeitern der Fall. Anders ist e« bei den sogenannten Privatangestellten und den meisten Staatsbeamten. Diese arbeiten heute in der Tat 16 Stunden. ES gibt also heute zwei Kategorien von Arbeitern, die eine, im allgemeinen sozialdemo-kratische. arbeitet zumeist nur 8 Stunden, die andere, nichtsozialdemokratische, dagegen In der Regel 16 Stunden. Die deutschöfterreichischen Gründungen im Jahre 1920. Im Jahr« 1920 wurden in Deutschösterreich 6 Banken mit 106-5 Millionen Kronen, 9 Handelsgesellschaften mit 116-14 Millionen Kronen und eine LandwirtschastSgesellschast mit 6 Millionen Kronen, zusammen 53 Aktiengesell schasten mit 670°04 Millionen Kronen Kapital ge-gründet. Gesellschaften m. b. H. wurden rund 1300 mit 530 Millionen Kronen Kapital gegründet. Die Bodenverteilung in Rumänien. D!e Bodenverteilung an die Bauern ist teilweise in den Vorarbeiten fertiggestellt. ES wurden 3632 Be. sitze im Ausmaße von 1,669.000 Hektar in Besfa-rabien zu diesem Zwecke enteignet. Bon diesen sind sür 498.000 Hektar Buden die Ucbernahmearbeiten bereits sertiggestellt. Der Gesamtwert der bereits übernommenen expropriierten Güter beträgt 80,800.000 Lei. Norwegen von der deutschen Kon-Kurrenz erdrückt. DaS Kopenhagener Morgen-bladet veröffentlicht einen Artikel über den schweren Kamps der norwegischen Industrie gegen die deutsche Konkurrenz. Die deutschen Waren seien 25 v. H. billiger alS die norwegischen. Die Folge sei, daß die norwegischen Fabriken täglich Arbeiter entlasten müffen. Es sei daher nur eine Frage der Zeit, biS der größte Teil der norwegischen Arbeiter brotlos geworden ist. ßisenöaynfaylt. Bon Viktor Ada-Schönfeld. Er stand »eben seiner Haiidtasche auf dem Bahn-steig in RegenSburg und klickte nach oben auf die große Uhr. Ein Reisekorb gesellte sich jetzt zur Handtasche und eine schlanke Gestalt mit lang herabhängendem Schleier nahm daneben Stellung. Auch fie schaute hinauf zur Uhr, t« ging auf zehn. Der Zug kam und dle Handtasche war zu aller-erst obeu, •— Dann saß er schön in einer Ecke, schob sich zufrieden eine Zigarette zwischen die Lippen, sah sich um: draußen, vor der Kupeetür ein Reisekorb; er blickte auf: ja, da stand sie, die Verschleierte. Einige Minuten sag «r noch, mußte aber immer wieder auf den Reisekorb hinschauen. Dann erhob er sich, mur-melte «twa«, die Verschleierte dankte und nahm den Platz ein. Der Korb kam hinauf in» Netz; — «t lehnte sich Im Korridor gegen die Tür. fühlte durch dringend, wa« für Dummheit da» eigentlich war, daß er aufstand. Der Zug fette sich in Bewegung, da kam einer und guckle in da» Abteil hinein, und darauf trat «in anderer heraus, schwer an zwei Taschen schleppend, den Ueberrock hinter sich herschleifend. — Er wandte sich um, im selben Augenblick steckte auch schon die Verschleierte den Kopf zur Tür hinau». Da« heißt: ste war nicht mehr verschleiert, da« Gesicht aber auch so hübsch. Sie nickt«. Auch er nickte und fetzte stch neben ste auf den großartigerweise freizewordenen Platz. Der Schaffner erschien. „Leipzig", brummte der Mann so für stch hin, al» er die Karte zurückgab. „Nach Leipzig?" fragte sie. „Ja" erwiderte er. „Und Sie?" »Ebenfalls." „Fünf Uhr früh/ stellte er fest. Ste lächelte. „Stehend wäre e« etwa» lang gewsrden." .Ja, sitzen ist bester* Ein älterer Herr gegenüber richtete'stch auf, zeigte ein mürrische» Gestcht und klappte den grüen Lampen-schirm zusammen. Zurückgelehnt, cen Kopf recht» oder link», die Beine lang ausgestreckt laben 'alle, so machte er e« nun auch. Dobel kam sein Fiitz an ihre» an, wahr-hastig zufällig. Nachher war'» nicht bloß Zufall, daß fein Arm immer wieder ihren streifte. S» war Absicht, die st« inde» noch nicht zu e«kennen gab. Wie zufällig, so war's . . . Eine Weile. Da?n blieb sein Arm auf einmal neben ihrem und schm!egte sich an. E» waren «nt-scheidend« Augenblicke, den» al» rein zufällige Berührung konnte da» schwerlich noch gelten. So lang und fest. Sie zog aber den Arm nicht w«g. In ihm lächelt« «» . . . Weib . . . Spielerei . .. Nicht» vorher, nicht» nachh«r. Eine Stund« — od«r einige Stunden, warum nicht? Man sieht sich doch niemals im Leben wieder . . . Ein Rütteln ging durch den wagen, ihr Arm löste stch von feinem lo», — zufällig? E» konnte auch absichtlich fein. War'» dieses Rütteln ? Oder benützte sie nur die Gelegenheit, um unauffällig sich zurückzuziehen? — Er rührte sich nicht, wartete, Minuten »ergingen, wur-den zu Viertelstunden ... Da wandte er sich weg, griff mit breiter Bewegung in die Tasche, zündete «in« Zigarette an. Spielerei . . . Und schon zu Ende? — Er müßte erkennen, daß ihn die Sache ärgerte. Er warf die Zigarette weg, trat darauf und e» kam ei» trö> stender Gedanke. Galt die» alle» zusammen ihm, dem Lateinprofessor Friedrich Kühl? Nein, weder da« Rä. herkommen, noch da» Abrücken, —dem Maon schlechtweg galt'S, der neben ste »u sitzen kam. E« hätte auch «er immer sonst fein können! Er wollte versuchen, ein bißchen einzunicken, das schien wahrlich da« Vernünftigste. Trotzdem schob stch sein Arm ärgerlich ein wenig nach recht« wieder — und traf auf ihre». Der Oberarm zog allmählich den Unterarm »ach, — und die Hand. Durch den kleine« Finger spürte er die Bärme ihrer Hand. Nnd wieder stieg au« dem Innern ei» Lächeln auf, fetzte stch «hm auf die Lippen. DaS Wegrücken vorhin, — Taktik war e« . . . Weib! . . . Sind sich alle tleich? . .. Plötzlich zog sich der kleine Finger zurück, Unterarm, Oberarm folgten dieser Bewegung. Lebendig stand ei» Bild vor ihm: ein blonder Frauenkopf. Sein eigene« junge» Weib, wenn eS so dasäße in der Ecke, und der Arm eine« Fremden rückte näher ... und die Hand, die Finger-spitzen . . . würde e« ebenso still, ruhig bleiben, stch hingeben dem Reiz de« Augenblick« ? . .. Er scheucht« den Gedanke» fort, — blickte verstohlen über die Schultern hinweg: war ste «ingr-schlafrn? — Tat er nur so? Von neuem rückte sei» Arm an, sein« Hand preßte stch an ihr«, »er klein« Finger glitt jetzt ihr über die Hand, — da schlug ste die Augen auf uud zog die Hand weg. I» einem Hüsteln darauf war fei»« ganz« Ver-legenheit dria und rasch zog er den Arm ganz an sich. Hatt« er stch allzu weit vorgewagt? Er saß, traute sich kau« zu rühre». „ES geht gar nicht so leicht," sagte Jeta« in»«« Stimme. „Bist du nun beruhigt ? Säße fie dort, die blond« Frau, erginge e« einem Fremden wohl ebenso." Mnkwürdigerweis« jubekle e» doch nicht ia ihm. Er schielt« noch «inmal nach der Ecke hi» und fühlte nicht« al« ein« ärgrrlich« Enttäuschung . . . Sie können nicht schlafen? Nicht arbeiten? Sie hab«n nervös« Schmerzen? Ein Ge-suhl deS Wohlbehag«nS bringt Ihnen Fellers echter Eisafluid! 6 Doppel- oder 2 große Spezial-stascheu 42 K. Staatliche BerzehrungSsteuer separat. Sie leiden an Darmträgheit? Stuhl-Verstopfung? DaS Uebel wird beHoden durch FellerS echte Elsapillen. 6 Schachteln 18 K. Magenftärkend« Schwedische Tinklur 1 Flasche 20 K. Packung und Sorlo separat, aber billigst. Eugen V. Feller in tubica donja, Elsaplatz Nr. 335, K > oatien. Nummer 11 Vermischtes. Da« Janu« kleid. So Hmtc man di« neueste Form der Vesellschaft«toll«ltl» nennen, die jetzt in Pari« Aufsehen errezt, denn «ie der alt» doppel» sichtige römisch« Gott blickt auch diese Robe mit ganz «rschiedenem Autdruck «ach vor» und hint«n, und man rrlrbt dabei di« merkwürdigsten Ueberraschung«». „Man kommt in einen Salon", «zählt davon ein« französisch« Modeschriftstellerin, «und man steht seine best« Freundin, angetan mit einem langen, Pracht» rolle« Sewand von oranzegelbem Samt. Man dringt -sich durch die in Sruppen stehenden Gäste herum, um sie >u begrüßen, aber plötzlich ist st« verschwanden. Man steht stch um, man guckt stch die Augen au«, »irgend« leuchtet mehr da« auffallend« Orangtngelb. Aber da steht ja eine Dame in einer über und über mit Spitzen besäten blauen Toilette. »Die HU doch ganz die Figur mtiner Freundin", denkt man. Man »ritt näher, und nun, da ste stch umwendet, hat man da« leuchtend« Orangegelb wieder vor sich, da« man suchte. Da« Rätsel ist gelöst, die Freundin trägt eine« jener neuen Modelle, bei denen Vorder« und Rückseite völlig «rschicden sind. Diese« „Janutkleid", da« die neueste Form der Gesellschaft«robe darstellt, muß vorn und im Rücken von gan» verschiedener, möglichst gegen-tätlicher Farbe und ebensolchem Sloff sein. Polret »eigt »um Beispiel Modelle, die vorn blau und hinten schwär, sind, Douillett Toiletten, die vorn von den Schultern bi« zn den Füßen Ku« farbiger Spitze be-stehen und im Rücken moosgrünen Samt zeigen. Ale dies« Toiletten strd tn gerade herabfallenden majestätischen Linien gehalten und viel länger al« in den früheren Jahren. Die meisten Röcke «nd«a tn langen, den Boden fegenden Schleppt«, di« ober nicht unbedingt herab-fallend getragen werden müssen, sondern auch aufge-steckt al« Draperien den Rock »leren können. Je nach Bedarf läßt man ste dann herab, und ste sehen oft wie lang« Fischschwänzi au«. Der kur»e Rock mit starker Betonung der Hüfte, wie er von «inigen Häusern lanciert wurde, ist nur für di« Gesellschaft»-kleider junger Midchf« angenommen worden; er steht nur schlanken und kleinen Figuren. Die großen und die reiferen Damen wirken vul besser in den maje» statischen und dabei anmutigen Rob n. die ohne jede besondere Hüftbetonung einen harmonischen Fluß der 18) (Nachdruck verboten.) - Der Australier. Roman von Hedwig u wenig! Dermaleinst am jüngsten Tag, bei der Auferstehung deS Fleische« — da kann ste ruhig liegenbleiben I" Frauenleben in China. Boa dem Leben der Chinesin berichtete kürzlich Dr. Lambertz, der künftige Leiter der Ostafi«uabteilunz deS AuS-landSiustitute» in Stuttgart, auf Grund der Ein. drücke, die er in fünfzehnjährigem Aufenthalt in China gewonnen hat. Unter anderem sagte Dr. Lambertz: Zn China ist die soziale Grenzlinie zwischen Mann und Fcan sehr scharf. Bon einer Gleichderech'igung der Geschlechter kann gar nicht die R:de sein, sondern die Fan gilt als untergeordnet und als dem Manne zu« strengsten Ge-horsam verpflichtete S.'laoin. ES ist dieS daS lo° gliche Ergebnis der Tatsache, daß die Chinesen ihren S!aat aus Grundlage der Fimilie unv der ietät aufgebaut haben, vie Familie ist alles, da» ndioiduum nichts. Uad weil die Familie alles ist, bekommt die Fcau erst Bedeutung, wenn sie «inen Stammhalter geboren hat, der die Familie wieder fortzusetzm vermag und den Ahnenkult weiter treiben kann. Fcägt man einen Familienvater, wie-viel Kinder er hat, so nennt er nur die Söhne, und chinesisch: Sprichwörter sagen: „Auch Mädchen sind ein kleiner Segen" oder „Mädchen taugen zu gar nichts". Die Erziehung der Mädchen ist nur wieder auf das Ziel der Ehe und die Fortsetzung der Familie gerichtet. Bon frühester Jugend an wird ihnen strengster Gehorsam gegen den Gatten gepredigt, den sie sich aber nicht selbst aussuchen dürfen, sondern die Familie dcS Manne» sucht die Frau sür den Sahn aus. Auch der Bräutigam be- Als Korff sich von den Boikmannschen Damen verabschiedet hatte, begab er sich sofort nach seiner Wohnung. Er hatte Dagmar gestern belogen, uls er ihr sagte, daß er dienstlich verhindert sei, nach Schönau zu kommen. Er hatte heute überhaupt keinen Dienst, außer am srühen Bormittag. Mit einem nicht gerade erhebenden Gefühl hatte er, ehe er zu» Bihnhof ging, die Bisiten-karte mit DagmarS Worten erhalten und gelesen. Sein Bursche überbrachte ihm dieselbe mit dem Buch:. Korff hoffte nun, den Brief der Komtesse, von dem diese aus der Karte geschrieben hatte, daheim vorznfiaden. Mit der RichmittagSpost mußte er, seiner Berechnung nach, eingetroffen sein. Natürlich ärgerte er sich setzt sehr, daß er sich durch seine Uebereilung den günstigen Abgang, von dem Dagmar geschrieben, verschectt hatte. Aber immerhin war ihm ein Stein vom Herzen, daß alles so glatt gegangen war. und daß ihn Dagmar nicht zu halten beabsichtigt«. Ee war doch nun wiedrr frei in der Lage, sein Schicksal günstiger zu wenden. Und wenige Minuten war er noch froher darüber. Er traf unterwegs seinen Kameraden Kurt von Treplitz. Dieser sagte zu ihm: „Na, mein lieber Heinz, du hast ja wieder einmal Glück gehabt. Hmte kann ich dir wirtlich gratulieren, und zwar dazu, daß du keine zarten Beziehungen zu Komteß Riedberg angeknüpft hast.' Korff zog finster die Stirn zusammen. „WaS soll daS nun wieder? Hast du ver-gefsen, daß ich dich ersucht habe, den Name« der Komleffe nicht mit dem memigen zusammen« zubringen.' „Nein, nein, da» habe ich nicht vergessen. Du wirst mich gleich verstehen. Denke dir, in Schtnau hat e» diese Nacht nach unserem Weggang« noch eine Katastrophe gegeben." Korff sah betroffen auf. »Eine Katastrophe? Wie meinst bn daS?" »Herr von Schönau hat stch erschossen. Er ist vollständig ruiniert, auch das Vermögen seiner Frau uad seiner Stieftochter ist verloren." Korff hatte sich gefaßt. „Zch kann dir nur sagen, Kurt, daß «ich diese Nachricht sehr erschüttert. Wir haben alle in Schönau viel angenehme Stunden verlebt und sind stets auf die liebenswürdigste Weise bewirtet worden. E» schmerzt mich aufrichtig, eine so traurige Kunde Ctite 6 kommt vor der Ehe die Braut nicht zn sehen. So kommt eS, daß Liebesheiraten fast ausgeschlossen find. Liebt der Mann ein Mädchen, da» er der Familie wegen nicht heiraten darf, so «immt er sie sich zur Konkubine und tatsächlich herrscht neben der osfizi«lle« monogamen Ehe eine weitverbreitete Polygamie. Hat die Familie det Bräutigam! eine Frau für den jungen Mann ausfindig gemacht, f» schickt sie zunächst einen Heirat«v«rmittler zu der Familie des Mädchen» und bittet um die genaue Angabe der Geburtsdaten, damit da« Horoskop ge« stellt werden kann. Dann wird wieder nach de» Traumbuch das Datum für die Eheschließung sestgesetzt und schließlich findet der schriftliche Austausch der Eheeinwilligung unter den Eltern der jungen Leute statt. Es werden Geschenke gewechselt und der Bräutigam zahlt eine Mitgift au die Familie der Braut. Endlich schickt der Bräutigam der Braut den roten Palankin, eine Sänfte, iu der er die junge Frau zur Hochzeit abholen läßt. Er empfängt sie in der Wohnung seiner Eltern sitzend uad di« Braut fällt vor ihm zu Boden. Bei dem Hochzeit»« mahl, da» zum erstenmal die jung» Frau bereitet, bedient sie ihren Gatten und die Schwiegereltern und darf selbst erst nach der Beendigung de« MahleS essen. Ihr ganze« Leben ist fest an die SchicklichkeitSlehre deS Konfuziu« gebunden. Wie sie im Elternhause die Magd der Mutter war, muß sie nach der Verheiratung der Schwiegermutter dienen. Eine chinesische Frau darf nur einmal heiraten. Ist der Mann gestorben, so kann fie höchstens die Konkubine, niemals aber wieder die legitime Frau ein,« Manne« werden. In der Regel treibt ihre Familie sie aber zum Selbstmord und auch die Re-giernng fördert diese .anmutige" Sitte, indem sie Frauen, die sich selbst in ein beffereS Jenseit« befördert haben, threnbigen zn setzen verspricht. Entsprechend der gering«» Einschätzung der Frauen sind auch die ScheivungSgründe deS chinesischen Rechte«: Diebstahl, Unzucht, AuSsatz, lli.srucht-barkeit, Ungehorsam gegen die Schwiegermutter, Eifersucht. Echwatzhaftigkeit. Und trotzdem eigentlich da« Schicksal jeder Frau mit diesen Gründen von der Willkür ihre« MauneS abhängig ist, sind die Ehescheidungen in China uicht häusiger als in de» europäischen Ländern. zu vernehmen. Ader verzeihe, wenn ich dich jetze verlasse. Ich muß nach Hause, da ich dringend Arbeiten zu erledigen habe." Und mit kurzer Begrüßung ging Korff schnell davon. Treplitz sah ihm mit einer hämischen Grimasse nach. .Immer drapiert er sich mit edlen Gefühlen. Nur schade, daß ich ihn durchschau«! Jetzt kann ich mir sehr gut d«nken, weshalb er gestern abend s» heftig abwehrte, was er am Nachmittag so ge-schmeichelt aufnahm. Ec hat Lunte gerochen, daß etwa« faul ist in Schönau und hat stch deshalb salviert. Ich habe doch gute Ohren und sehr wohl vernommen, daß er die Komtesse nur beim i'or« namen nannte. Nun, er ist ein schlauer Fuch« und hat beizeiten den Rückzug angetreten. Jetzt wird er sich natürlich bei Lisa Bolkmann in« Zeug legen." So dachte er und ging langsam weiter, indem er sich eine neue Z garre anzündete. Korff war schnell weitergegangen. I» seiner Wohnung angrlangt, fragte er hastig seinen Burschen, ob Post angekommen fei. „Zu Beiehl, Herr RittMtister, ein Brief ist angekommen. Er liegt drinne» auf dem Schreibtisch", erwiderte dieser. Der Baron legte hastig ab unb betrat sei» Zimmer. Aus der Schreibtischplatte lag der Brief. Er erkannte sofort Dagmar» Schristzüge und riß den Brief aus. Al» er ihn gelesen hatte, wars er sich in einen Sessel und stützte den Kopf in die Hand. Die Stirn war ihm feucht geworden. Wohl war ihm nicht in seiner Hau». Finster starrte er vor sich hin. »Leicht ist e» mir bei Gott nicht geworden. S» ein süße« Geschöpf auszugeben, ist schwer. E« schmerzt mich, weiß Gott, e« schmerzt mich, daß ich sie in Not weiß. Wenn «an helfen könnte I Man ist doch kein Barbar, und ich habe sie wirklich lieb gehabt, sehr lieb. Aber wie jetzt die Dinge liegen, wäre eS doch nicht g«gangen. Da« sieht sie ja selbst ein, deshalb gibt sie mich frei. Für ein Leben au« der Hand in den Mund sind wir beide nicht ge« schaffen. Und bei ihrer Schönheit wirb ste bald eine gute Partie machen, und dann dankt fie e« mir am Ende noch, daß ich vernünftig war, wenn fie jetzt auch gekränkt ist. Wen» ich das alle« hätte ahnen Seite 6 Cillier Zeitung 11 können, dann hätte ich doch gewartet, V\3 dieser Vriei kam. dann hätte ich mich mit Anstand aus der AffÜre ziehen können. Und für ste w^re esauch nicht so bitter gewesen. Sie hätte eine liebe Erinnerung an «ich behalten. Liebe, süß« Dagmar, weiß Gott, ich nähme auch lieber dich in meine Arme, als eine Andere. Aber es geht doch nicht ohne den verwünsch! en Mammon." Er zündele sich eine Zigarette an. Aber ste schmeckte ihm nicht. Er wars ste in den Aschenbecher und fuhr sich über die Stirn. „Erbärmlich hast du dich benommen, «ein lieber Heinz, da wollen wir nn« doch nicht» weiß machen. Du hättest dich eben vorher über die ver, Hältnisse orientieren sollen, »he du ihr von Liebe sprachst. Aber, wenn einen so ein siißeS Ding mit ihren lieben, goldigen Augen anstrahlt, dann geht eb»n die Vernunft zum Tcuftl. Es hilft alles nichts, Reue ist ein unfruchtbares Gefühl, sort damit." Und Baron ctoiff et hob sich mit einem ener-zischen Ruck und verbrannte DagmarS Brief an einer Kerze. Als er die Aschevreste zum Fenster hinauswarf, war «r schon «it seinen sentimentalen Bedenken fertig geworden. .Letzt hätte es ja doch aul f«in müssen, selbst wenn ich nicht den Rückzug angetreten hätte. Ein Glück für sie und mich, daß nur wir beide um die Sache wisse?. Treplitz habe ich gestern abend energisch zurückgewiesen. Und da» war gut. Er hätte ja sonst denkln können, daß zwischen Dagmar nnd mir irgendwelche Beziehungen bestanden. Und da» ist nicht nötiq. Also seien wir schon zufrieden, daß wir noch so glimpflich davongekommen sind''. (Forts, folgt. -> Der Spar- und Vorschussverein -♦in Celje♦- im eigenen Hause Glavni trg 15 verzinst Spar-Einlagen mit 3y2°/0 täglich verfugbar. Bei ein- bezw. dreimonatlich. KQndigungr höhere Verzinsung Gewahrt Bflrgscbafts- nnd Hypothekardarleben sowie Kontokorrentkredite mit entsprechender Sicherstellung unter den gfinstigsten Bedingungen. Krlagecheine stehen kostenlos rar Ver-_fBgnng._ Ffir Parkanlagen sind zu haben verschiedene Bäume u. Sträucher in der Gärtnerei Alois Z e 1 e n k o, Ljubljanska cesta. Fast nener Stutzflügel Perserteppicb, Ottomane, kleiner echter Lederkoffer, weisse Damen-sebuhe Kr. 38 und anderes zu verkaufen. Adresse zu erfragen in der Verwaltung dos Blattes. s<770 Echter Perserteppich in besonders schönen Farben, zu verkaufen. Taglich von 1—4 Uhr ?u sehen. Wo, sagt die Verwaltung des Blattes. 2677» Einrichtung für eine Kflche, 2 Zimmer, auch ein Damenfahrrad sofort verkäuflich. N&here Auskunft bei 0. Schwander, Kflster, Trubarjeva ulica 2. Kleines Gut mit einem solid gebauten Wohnhaus oder ein Landhaus mit Garten an der Sfldbahn zu kaufen oder zu pachten gesucht. Antr&ge an die Verwaltung des Blattes. 28743 Briefmarkenfrennde erhalten günstige Auswablsendung gegen Angabe von Adresse u. Stand unter «Philatelist 26618* an die Verwaltung dieses Blattes. 1 zu pachten gesucht. Anträge an die Verwaltung dos Blattes. 26775 Tüchtige Verkäuferin der deutschen u. slowenischen Sprache vollkommen mächtig, in der Kurzwaren- und Konfektionsbranche vertraut und ausgelernt, verlässlich, solid, nicht unter 24 Jahre alt, wird sofort mit ganzer Verpflegung im Hause Islr dauernd ausgenommen. Solche die auch von der Schneiderei etwas versteht, wird bevorzugt. Franz Hoinig, Ptuj. Die Firma 1.20RZINI, Graz ersucht, lieh bei EinkSusen dort ihrer Adressen: Papier- und:: Schreibwaren Sackstrasse Nr. 13 Parfumerie VENUS" Albrechtsgasse 9 goflUligrt bedienen tu wollen. Aufzunehmen gesucht ausgelernte Hafnergehilfen bei Steingutfabrik W e s e 1 y & Co., Zalec pri Cslju (Gotovlje). Knabenkleider und ein Kostslm zu verkaufen. Glavni trg Nr. 4, im Hof. Miise, Battei, Waizei, Im» tlglieh i.Mluse Eneugung nnd Versand erprobt radikal wirkender V ertilgungsmittel, für w« Dankbriefe einlaufen. Gegen Ratten n. 12 K; gegen Feldmäuse 10 K; gegen Russen nnd Schwaben extrastarke Sorte 20 K; extrastarke Wanzentinktur 12 K ; Hotten-fclger 10 K; Insektenpulrer 10 u. 20 K; Salbe gegen Menschenlftuae Ka.HK; Lauiaalbe für Vieh 6 n. 18 K; Pulver gegen Kleider- Oe-Krlt- per Kachnahme. Ungezieferrertilgtragsanstalt M. J B n k • r Petrinjska ulica 8, Zagreb 113, Kroatien rar vien do.ii iy ; roirer n.ieiu n. Vflaohellute 10 o. 20 K; Pulver ge^en i flügellSuse 10 K; gegen Ameisen 10 K; Ki tensalbe 14 K. versand per Nachnahi Wir suchen einige tüchtige, erfahrene Mühlenbaumonteure respektive Mühlenbautischler. Adresse in der Verwaltung des Blattes. S6772 KOVINOL flüssig in Flanellen PASTO L fc»t in Blechdoscn garantiert beste SIetallputziiiittel! tEmuger^^IevnikjCelie. Freiwilliger Verkauf. Der sichere Besitzer von Schloss Mayerberg verkauft zu annehmbaren Preisen dortselbst seine Fährnisse: Konzertflügel, Lassenschrank, persische Teppiche, Vorhänge, Ktlchen-einrichtung, Geschirr, Möbel, feine und gewöhnliche Bilder, Silber, Chinasilber etc. etc. Verkauf täglich. Zustellung wird besorgt. Echtes Ultramarin- in Kugeln und Pulverfform nur en gros zu haben beim alleinigen Erzeuger F. Turin in Calje. Aufträge jeder Art fsir Graz und Umgebung übernimmt Anton Stryeck, Graz, Sparbersbach-gasss Nr. 49, I. Stock, LUNGENSCH WINDSUCHT ! Der Specialist fiir Lungenkrankheilen Dr. Pecaik behandelt und heilt häufig Lungentuberkulose. 20 Jahre Erfahrung aus Heilanstalt u. Praxis. Derzeit in St. Jurij ob j. später Celje. En gros En gros Hochprima Salami empfiehlt Raimund Andretto, Ljubljana Salami- und Konservenfabrik. » KORÄNÄ« A.-G. für Handel nnd Industrie, Zagreb, JnriSicew ulica Nr. 6 kauft und verkauft Mais, Bohnen, Hafer und alle sonstigen Qetreide- nnd Mahlprodukte. Stets pro mpte Ware für passive Gegenden am Lager. Telephon 19—20. Telegramme: Koran*. Filialen: Gospiö, Vrhovine, Pitomaöa. Amalle Lang, Stadtkaieierrwitwe, gib* »chmareerflUlt Nachricht tob dem plStalichen Ilinitheiden ihre* lieben Broden, de» Herrn _ Alois Krall Major a. D. Im 20. Landwehr - Infanterie - Regiment, Beattier mehrerer mllitXriseher Autielehnungen etc., KoUnllnakyscher PritaUekretBr welcher in OberBiterreioh auf SchloM Kogl am 19. Jinner 19S1 nacht» plötzlich im 60. Lebensjahr« im Herrn verschied. Kiaem ehrenden Andenken in »einer liebeaVateratadt empfehle ich meinen teuren, dahingeichiedeaen Bruder und bitte um »tille» Beileid. trwf«, Cfrlfßft sttb Herausgeber: »«reinkbuchdiuckrsci „tteleja" in Wie. — S5etenteiertl:4tr echrisilriter: Dr. Fran, Per».