Nr. 83. Pränn Ml rat i»n«Pl«t>l Im «omptoll ganz'. N. il, hlllbj. 5.K0. »ür ble Znstellun» »n« Hau« hall»l. by ll. Vi!t dn Post «anzj. fi. l», halbj. st. ?.5<>. Dinstag, 14. April »». »> li. n. <. w. I»s«,ti,«»ß?«ptl jebe»». «0 »». 1874. Amtlicher Theil. b«^. ^ ""^ ^ Apostolische Majestät haben mit Aller-tl«?« Entschließung vom 3. April l>. I. dem Sec< /°^"lhe Franz Uysel eine systcmisierte Mlnlslerial. s,^!lelle im Finanzministerium allergniidigst zu ver-'"" »eruht. Prelis m. p. b^f^' ^ ü"b l. Apostolische Majestät haben mit Aller-li°l Entschließung vom 3. April d. I. den Ministe-^tcrelüren des Finanzministeriums Joseph Mensi un?^ ^' Klarbach, Anton Ritter v. Nitbauer ° >!Mz Mayer, jedem taxfrei den Titel und Cha-llk .?. '^"" Sicllonsrathes allergnädigst zu verleihen "^l. Pretis m. p. bzzCe. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller' w ^"schließung "°l" ^- slpril d. I. dem Hilfs-'ler.Directionsadjuncten deS Finanzministeriums Morlz ^/sner taxfrei den Titel und Charakter eines Hilfs-"«directors allergnädigft zu verleihen geruht. Prelis m. i>. ^ Der Ackerbauminister hat den Forstinspeclor in ,^ttMall Mathias Obertircher zum Forstrathe >ll,z/.'". U. April 1874 wurde in der l. t. Hof- und Ttaat«- liih^ " »n Wien da« I?l Stillt be« Reichsgesetzblattes in siinnnt-P«»??) Ausgaben aueaegeben und versendet. ^ 3>'^e enthält unter !«?!< Kundmachung be« FiuauzmiliistcnumS vom iil.März l>, w ""^^" Lrmä'chtiguug der Efposilur des im Vahnhufc i« «Hbersbach in Sachsen aufgestellten l. l. NcbcuzollamtcS 2lr. z-z l Klasse zur Vlustlittsbehaudluug von Vier; 25 m ^krordnung des Minisieriums des Innern vom ". Miirz iy?4. mit welcher rinc Instruction filr HeliaM' ^, 8?? "assen Wirt.; I8?!l ^^"rdnung des Ministers de« Innern vom 1. April bu ^uburck die Ansdehnung der sogenannten Eisru- di « ^»llveulion betreffend die Verpflegung crlranltcr und ^ ^«rdiguuss verstorbener Staatsaugshünger so wie die ""dehnuug der mit mrhrercn Staaten bestehenden Lou- lNllon, Iietrrffcnd die Uebernahme der uisprllnglichcn Slaals- 'Mdrigcn auf das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen kundgemacht wird. >^^ (Wr. Zlg. Nr. 82 vom 11. April.) Nichtamtlicher Theil. Iournalstimmen vom Tage. h«ttA""tlichl Blätter bringen an leitender Stelle ^lll??Nt,n zu den Verhandlungen im Herren-''m^ vsllrrelchlschen Reichsralhes über die con- Dl^, ^" Gesetze. ^tn «l, Erzeugung vom Siege der Verfassungsparlei ll'llt h'Ue Vlglter au«; auch das .Vaterland" H, "s höchst wahrscheinlich hin. n^t." presst" ist überzeugt, das Herrenhaus '"dil t Traditionen von 1868 nicht untreu werden, '"f bit t>°^ ^lsem Anlaß einen historischen Rückblick htl,l> it«, /"inen ConcordatSdebatten und schildett ein- dctr ^ "^inblge dreitägige Debatte, auf welche »ll„ I^llltt" und „Vaterland" messen die ^ltt, «? beltenhause. Ersteres hält den Sieg der lü^tn U" für gesichert; sie bildet die Partei des d!>l <« nil. ^" tmpfängl. Das ..Vaterland" , ln der elften Hlrrenhaussitzung tz^^enz^ " ..ohne daß man daraus staatsrechtliche V^ ^lt staa,« "' ^kfc". addiert namentlich jene hinzu. <. Heinle "I /gliche Eompeteuz nicht anfechten, aber V^ltdemW ' "'^^ "" Ruthen desRadkalis. "">»>!!"°" lnebr l^^ linzudämmen und lömmt zu dem ^bo^. lvtn» ^ Stimmen, womit t« gerade nicht 3^ Si.« ""lh nicht wahrscheinlich sei. den con- ! lll t ,^" i" «ringen. ^lli^^ls3,"'^"sle" läßt sich über die Haltung des . " 3r<,«.""" Episkopales zur ersten conses. >üs^tN G^""nhll.,se eröffnete Debatte über die con. l V" in ^ "^lt durch das Eintreten der Kir. M Änl«, ? parlamentarischen Kampf ein ganz M "lsl. Durch den Mund der hohen kirch- lichen Würdenträger erfahren wir aus bester Quelle, wie sich die Kirche angesichts der vorliegenden Gesetzentwürfe zu der Staatsgewalt stellen will, was wir von dem Widerstandr des Klerus zu fürchten oder von der staats« klugen Gesinnung des Cpislopati» zu hoffn haben. Daß die Kirchensürsten sich si:< alle Fälle im Prinzip gegen die Vorlagen sowohl >ls yegel, die denselben zugrunde liegenden leitenden Gtsichlepunlte aufsprechen werden, das war vorauszusehen. Der Klerus acceptierl nun einmal jene Staats souveräneläl nicht, welche sich auch übn die Kirche erstrecken und dieselbe nicht als gleichberechtigte Macht neben sich anellenuen und dulden will. . Der alte Ausspruch der Prlesterschafl, daß man Gott mehr als den Menschcl, aehorckt» milsse, bildet noch immer die ultimo nüio de« Episkopats, mit welcher die Kirche gegen den Staat umsomehr im Vortheil ist, als es natürlich ganz im Veliebcn der Bischöfe steht, alles, was ihnen gutdünlt, für den Witzen Gottes auszugeben. So lange sich die kirchlichen Function«« in dem Prin« z'pielilampfe. welchen sie gcgen die Staatsgewalt führen, auf den Willen Gottes berufen, begeben sie sich auf ein Gebiet, wohin ihnen leine Argumentation zu folgen vermag und darin liegt wohl das offenbarste Eingeständ» nis sür die Schwäche ihrer Sache." „Nun die Kirchenfürsten haben eben wieder ihren Standpunkt gemahlt, von welchem sie leine noch so bün« dige Beweisführung über die Rechte des Staates abbrin. qm wird. Ls ist ihr verfassungsmäßiges Recht, ihre Meinung über die vorliegenden Gesltzeütwürfe im Herrtn-haust auszusprechen und indem sie dies thun und sich dadurch auf den Boden der Verfassung und dtS Rtichs-patlamentS stellen, ttlennen sie die Staats sou verü-netäl, welche sie bestreltcn, ausdrücklich an. Cardinal Rauscher ist sogar noch viel weiter gegangen. Se. Emi« nenz haben in ihrer Rtde das uewiß werlhvolle Gestand« nis abgelegt, daß der vorlieacnde Gesetzentwurf zur Rc-gtlung der äußeren Rechtsverhältnisse der katholischen Kirche wenig mehr enthält, als was der Regierung bereit« durch die bestehenden Gesetze zugesichert ist. Wie nehmen sich diesem Geständnisse gtgenüblr die stein, erweichenden Klagen der Bischöfe und der llerlcalen Pattei. sührer über die entsetzliche Bedrückung des Glaubens und die furchtbare Verfolgung der katholischen Kirche aus? Selbst die Vorwürfe, welche der Lardinal auS Anlaß der Einbringung des obigen Gesetzen'wurfeS gegen die Regierung erhebt, werden durch dieses sein eigenes Geständnis entkräftet; denn wenn das neue Gesetz nichts anderes enthält, c.lS was die Staatsgewalt schon auf Grund der bestehenden Gesetze der Kirche gegenüber zu thun berechtigt war, so ist für den Episkopat gar leine Veranlassung vorhanden, über daS Eindringen der Staatssouveränetät in daS Gebiet der Kirche Beschwerde zu führen." „Daß Cardinal Raufcher am Schlüsse seiner Rede sogar die Zerstörung dlS Christenthums als den Zweck der interconfessionellen Gesetze hinstellt, kann man wohl ebensowenig für Ernst hallen als die Perspective auf die Zertrümmerung Oesterreichs, welche die Annahme der Vorlagen zur Folge haben soll." „Natürlich sprechen die Bischöfe alle im Namen der Kirche. Wer ist denn nun aber die katholische Kirche? Der Episkopat allein? Gewiß nicht. Denn zur Kirche gehören doch ohne allen Zweifel auch alle dltjenigen, welche sich zu ihr bekennen, alle Gläubigen also. auch die Laien. Der weitaus größte Theil der Katholiken in Oesterreich aber stimmt den Maßregeln der Regierung und nicht den Ansichten der Hier» archie zu. Die Majorität der beiden Parlamenlshänser besteht fast nur aus Katholiken, und doch halten es diese Katholiken mit ihrer religiösen Ueberzeugung für voll. kommen vereinbar, für die conslssiomllen Gchtze zu stimmen. Dilse einzige Thalsache widerlegt schlagend alle Behauptungen, welche die Kirchensürsten über den religiolisfcindlichen Eharatter der fraglichen Gesetzvorlagen aufgestellt haben. Die neuen Gesetze mögen vielleicht für die Aufiechlhaltung der bisherigen Machlsphäre der katholischen Hierarchie gefährlich sein. eine Gefahr für die lalhollfche Kirche und den katholischen Glauben bergen sie nicht in sich. Unmöglich könnte sich sonst in den beiden Häusern des Reichsrathes eine Majorität von katholischen «bgeordneten für jene Gcsctze erklären. In. dem wir fo fprechen, anlicipieren wir alwdings die Entscheidung des HerrenhllUsls, aber wir sind desselben so sicher, daß uns sclbst das unvermuthtte Erscheinen des Herrn Grafen Leo Thun und seiner feudalen Genossen nicht einen Augenblick in unserer Ueberzeugung wankend machen kann. Wenn übrigens der Klt.ru« sich das Wort des sardinals Rauscher zu Herzen nimmt und sich fortan von jtder politischen Agitation fernhält, so sehen wir schöne, friedliche Zeiten für Oesterreich kommen. Die Staatsgewalt wird dann der Waffen gar nicht bedürfen, welche ihr die neuen Gesetze bieten, und es wird dann die Vollerung dieser Gesetze, statt das Zeichen zum erbitterten Kampfe zwischen Staat und Kirche zu geben, vielmehr eine Aera des Friedens und der Versöhnung anbahnen." Im „N. Frembbl." lesen wir über die Maß. regclung der ruthenischenGeiftlichen, welche im Reichsralhe für die confefsionellen Gesetze stimmten, folgendes: „Man hat es bei dem drakonischen Einschrei« ten des Erzbischofs Sembratowlcz mit der ersten praktischen Nutzanwendung der in der päpstlichen Ency» llica dem Episkopate gegebenen Instruktionen zu thun. da es constalielt ist, daß der Erzbischof. der mit seinen Diöcesanen ohnehin leinen allzu großen Verkehr pflegt, erst nach dem Einlangen jenes Actenftückes, und zwar geraume Zeit nach demselben jene Maßnahmen traf. Ueber die Stellung, welche die Regierung gegenüber die» fem Vorfalle einnehmen wird, ist noch nichts positive« bekannt, doch liegen — wie der Correspondent der „Vo» hemia" bemerkt — zwei Nnhaltspunlle vor, aus denen sich ttlennen läßt, daß die Regierung in entschiedener Weise vorzugehen gewillt ist. Das erste ist die Note des Grafkn Andrassy an den Grasen Paar in Rom. welche die in der Encyklica an den Episkopat gerichtete Aufforderung zur Widersetzlichkeit gegen die staatliche Gesetzgebung kategorisch zurückweist. Man kann daraus schließen, daß die Regierung die dort angekündigten Entschlüsse auch ins Praktische zu übersetzen wissen werde, da sie sonst den Anlaß nicht genommen halte, die Encyllica zum Gegenstände einer so hochbedeutsamen Kundgebung zu machen. In dem speciellen Falle selbst ist es bereits Thatsache, daß die Regierung den Gemäß-regelten, nichtsdestoweniger die ihnen zukommenden Do« talionln aus dem Religionsfond einfach anwies und damit bekundete, daß die vom Erzbischose in seiner Nechlssphäre geübte Jurisdiction auch in dieser ihre Begrenzung findet. Für die Staatsverwaltung hat sich der Status, in dem sich die rulhenischen Geistlichen vorher befanden, auch heule nicht geändert, und das „Vaterland" irrt sehr, wenn eS mit einem unverhohlenen Behagen aus diesem Anlasse schon den ersten durch die confefsionellen Gefetze hervorgerufen«« Conflict constalielt. Den Conflict haben nicht die confefsiomllen Gesetze, sondern der Erzbischof Sembralowicz hervorgerufen, denn fo gut er heule seiue Kleriker wegen ihrer Stlmmgebung in den confesfionellen Fragen maßregelt, so gut kann er sie nächstens dafür bestrafen, daß sie beispielsweise gegen die Dotierung der lemberger Technil auS ReichSmilteln stimmte?. Die Maßregelung ist und bleibt ein «piflopaler Willlüract und die Staats» Verwaltung wird dafür zu forgen wissen, daß er in den Grenzen episkopaler Jurisdiction bleibe." Parlamentarisches. Das erlauchte Herrenhausmitglled Anton Graf Nuersperg trat in glänzender auch mit poetischen Blumen geschmückter Rede für Annahme der konfessionellen Gesetzvorlagen ein. Wir lassen dcn vollen Inhalt dieser Rebe hier nachfolgen: „Wenn friedliche Landleute des Morgens zur Ar-beit auf daS Feld hinausziehen, um die gestern begon« nene Kultur heute fortzusetzen, und wenn sie den Acker be» seht finden von einer Menge von Menschen, welche ihnen dieses Terrain streitig machen, ihnen die Werkzeuge au« den Händen reißen und sie an der Forlsührung der Arbeit hindern wollen, so kann ihnen wohl nicht an« ders zu Muthe sein, als uns, indem wir in diesen Tagen einen ganzen Heerbann in Mitra und Tatar, in Panier und Rüstung mit modernen und antiken Waffen heranziehen sehen, um uns daS Feld unserer berufsmäßigen Thätigkeit zu bestreiten und an der Fortsetzung unserer begonnenen Arbeit zu hindern. Es sind darunter Gäste, welche sich nur zu gewissen Zeiten ln diesem hohen Hause blicken lassen und dadurch manifestieren, daß es große staatliche Angelegenheiten gibt, welche ihnen gleichgiltig sind. dagegen particular« Interessen, welche ihre besondere Aufmerksamkeit und Theilnahme in An« fpruch nehmen, wenn diese partikulären Interessen auch nicht immer gerade Interessen des Staates sind. Wer sind die Gegner, welches sind die Motive oder Vorwände dieser Vesitztsstöruug? E« sind in erster Linie die hochwürdigen Kirchensürften. welche, vielleicht weniger innerem Wlllensdrange als einem äußeren Gebote folgend, gegen die vorliegenden Gesltze Einsprache erhoben haben. Mir scheint es, daß e« nicht gerade die 388 Bestimmungen dieses Gesetzes sind, welche ihr Mlsfallen erregen, sondern, daß ein Gesctz überhaupt auf lirchen-politischem Gebiete von der österreichischen Geschämig ausgeht. Die Fahne des Concordats heutzutage aufzuhissen, heißt einen bereits entschiedenen Rechtsstreit neuerdings aufnehmen. Wenn die Kirchenfürsten die gesetzlichen Be« ftimmungen nur insoweit anerkennen wollen, als sie mit dem Concordate in Uebereinstimmung stehen, so stellen sie sich damit außerhalb des Bodens der Verfassung. Auf diesem Standpunkte stehen die Declaranten, die Resolutionisten und Fundamlnlal-Artikler und alle diejenigen, welche unter dem Mantel der Resolution andere Zwecke verfolgen. Ihre Tendenzen sind btlannt. In dlesem hohen Hause sind sie nicht gefährlich. Endlich gehören zu den Gegnern dieser Gesetze-Männer, die auf dcm Boden der Verfassung zu stehen meinen, ihre Prinzipien anerkennen, aber sich dcn Folgerungen entziehen — Männer, de 'en vielleicht das richtige Verständnis der Zeit, der Muth zur That gebricht. Sie erinnern mich an das Kmd. welches die Nothwendigkeit einer schmerzlichen aber heilsamen Operation einsteht und doch immer den Muth verliert, wenn es zu derselben kommen soll. Die Grenze zwischen staatliche und kirchlicher Gewalt ist eben da. wo das Dogma, der Gluube. der Gereich des Gewissens aufhört und das kirchliche Leom in feinen Aeußerungen und Thaten sichtbar in das äußere staatliche Leben übertritt. Der Staat hat die Verpflichtung, die Reckls? ordnung aufrecht zu erhalten, er hat die potssti^ a Doo ebensogut auf stlnem Gebiete, w'e die Kirche auf dem ihrigen. In diesem Sinne bekenne ich mich zu der vlll angefochtenen Omnipotenz des Staates. Eine Ueberschreitung dieser Grenze ist doch nur von jener Seite zu besorgen, welche sich in der Allocution vom 22. Juni 1868 einen Eingriff in die österreichische Ge> setzqebung erlaubt hat: nur von jener Seit,, welche dit noch in dm Geburtswehen begriffenen gegenwärtigen Gesetze von vornherein verwirft und zum Widerstände, zur Nichtanerkennung auffordert, welche ihrc reichen Mittel benützt, um zum Widerstände gegen die Staats« gesetzt aufzufordern. Diese Uebergriffe und nicht blos die in der Gesetzgebung entstandenen Lücken haben an dem Zustandekommen dieses GcsftzeS gearbeitet. Indem man u"s auffordert, uns auf den Boden des Concordats zurückzuversetzen, muthet man uns zu. daß wir die Gesetzgebung znm Rückschritte oder zum Stillstände verurthcilen sollen. Mau muthct uns nichts Gerin^ercS zu, als jene Erniediigung und Demüthigung, welchen nach schweren Unfällen sich der Kaiser Roth» bart in Venedig unterziehen mußte, als er sein stolzes Haupt unter die Pantoffel des Papstes Alexander III. neigte und zu dieser Erniedrigung noch die Sllbstbe-schimpfung beifügte, daß er eS bereue, von arglistigen Verführern und bösen Buben verleitet worden zu sein. Ich glaube, wir können sa^en: „Gottlob, jene Zeiten sind vorüber." Man nennt dieses Gesetz nicht opportun; allein was dem einen opportun, ist es dem andern im minderen Grade, und da möchte ich doch die Opportuniläl der Gegner nicht als slhr berücksichtigenSwcrth erachten. Soll es nicht opportun sein, daß Oesterreich, indem es fast gleichzeitig mit Deutschland, Italien und der Schweiz von einer außerhalb des Staates stehenden Macht angegriffen wird, zu wenigstens analogen Mitteln schreite! ? Man verlangt ein vorläufiges Einvernehmen mit der Kirche. Unter dem Ministerium Potocli, dessen Vor» fitzenden ich heute zu meinem Bedauern auf der Seile unserer Gegner sehe, während er im Jahre 1868 auf der unserigen gestanden, kam schon in dcr Thronrede vom 17. September 1870 eln Passus vor, der Vor< lagen zur Regelunq des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in Aussicht stllle. Es war l,lso schon oa> >mals von Verhandlungen abgesehen worden. Wenn man ! aber ein Einvernehmen mit den Ordinariaten und der Curie verlangt, so hieße dies einen Theil der Gesetzgebung in die bischöfliche» Ordinarialstanzleieu und in die ^Eurie übertragen; und daS kann sich lein Staat ge« fallen lassen. ! Man droht uns mit Gefahr. Von einer Kirche, ! welche die legitimen Ansprüche der Völker berücksichtigt !und sich mit den Bedürfnissen der Zeit ins Einverneb/ ^men seht, ist leine Gefahr zu besorgen. Der Kampf könnte nur von der Hierarchie ausstehen, dtnn die Kirche isi und bleibt der Friede, be-! sonders wenn sie die Reformbedürfnisse amrlennt. Döllinaer !hat — vor dem Jahre l870 — anerkannt, »daß sich in der Kirche der Rost der Misbräuche, der abergläubische Mechanismus immer wieder ansetze; der rrforma-torische Geist müsse in das Bewußtsein des Klerus ein-dringen". Ein Klerus, über welchen dcr Staat seine schützende Hard hält, wird wohl nie staatsfeindlich scin können. Die sogenannte Freiheit der Kirche, unter welcher die Oberherrschaft in weltlichen Dingen verstanden wird, kannte nicht anders erlauft werden, als durch eine Herabwürdigung der Kirche zu weltlichen Zwecken; o«e Religion wurde zu politischen Aufgaben verwendet und nur dadurch ist die symbolisch bedeutungsvolle Thatsache be» grelflick, daß Kaiser Rudolph I. nach seiner Thronbesteigung sich bei der Gelehnung in Ermanglung eins Scepters eines Crucifix:« bedient hab», und doch hat Rudolph ebenso wie seine Nachfolger den Mu'h gehabt, seine Autorität gegenüber der Kirche aufrecht zu halten. Typisch als ein Gegner des Kaisers Rudolf und der damaligen Reichsgewalt ist ein Vschof. Bernhardt von Seckcu. welche all Acnollmächt,gter Köni^ Ottolars, als Meister der pclitischen Intriguen zwischen Rom und dem Hoflager des Königs Oltolar hin- und herreiste. Dieser wurde auf dem Tage zu Augsburg im Jahre 1275 von Rudolph, als er sich der lateinischen Sprache bedienen wollte, zurückgewiesen, er möge vor dem deutschen Ka'fcr auch deulfch und nicht römisch sprechen, und mir ist bei der gestrigen Debatte oft eine Mahnung gekommen, man möge auch hier weniger römisch und mchr deutsch, wenn auch in gut österreichischem Accent: sprechen. Die neuere Zeit perhorreeciert den Misbrauch der Religion zu politischen Zwecken, sie stellt das heilige Zeichen deS Kreuzes dorthin, wohin es gehört, in die Hciligthümer des Altars zur allgemeinen reinen Verehrung. Ein Wiederergreifen des wirklichen Scepters ist die Aufgabe, welche in diefem Gesetze zu lösen versucht wird. B:vor roch Christus jene oft citierten Worte gesprochen: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist," warcn die Juden zu ihm gekommen und wiesen ihm die römische Sttucrmünze vor und Christus fragte: „oujus 08t imgSO, Iiaoo ot lmporZcriMo" und wenn wir die« s?s au« der Initiative der Regierung mit der Zustimmung des Kaiscrs hervorgegangene Gesetz vor uns ha« bcn, so möchte ich an den loyalen Sinn der verehrten Mitglieder dieses hohen Hause« die Frage und die Mahnung richten: „cu^us 63t jm3.F0, ^aeo ot 8NM'-geriptio". Wenn auf das amerilanifche system hingewiesen wird. so möchte ich darauf aufnmksam machen, daß dieses System, welHcS auch meine Sympathie hat, auf dem jungfräulichen Boden von Amerika gewissermaßen selbst gewachsen ist, während cS bei uns vielleicht das System der Zukunft, unmöglich abcr das der Gegenwart sein kann. Wir hätten noch eine Unmasse historischer Rechte beiseite zu schassen, bevor wir auf die Gl^ läge kämen, auf welcher dieses System btluhl. Gölhe fa)' „Amerita, du hast es besser, Als lluser Kontinent, der alte. Hast leine verfall'ncn Schlösser Und leine Basalte. Dich plagt nicht zur unrechten Zeit Nutzlose« Erinnern, vergeblicher Streit." Ich kann nicht unausgesprochen lassen, daß ein ^ misser polizeilicher Hauch durch diefeS Gesetz weht, >" mich nicht angenehm berührt. Allein wenn man ^ staatspolizeilichcr Hilfe in früherer Zeit eine Privilegs AuSnahmsstellu'ig erklommen, so muß man eS sich ^ auch gefallen lassen, mit polizeilicher EhreneScoite in ° üvimale Stellung zurückgeleget zu werden. , Religion und Glaube wird durch das vollief Gesetz nicht beeinträchtigt; denn welcher Staats^" hätte die Vermessenheit. der Menschheit OMer raube" l «rollen, welche leine Weisheit der Welt ihr zu ers^ vermag, darum hat es leine Gefahr, daß die östeUt cbische Gesttzgebuna im künftigen Vcllaufe der DM> allenfalls bei der Iacobinermützc in die «ehre 8^ werd?. ., Es ist leine Bewegung so groß und rein, daß eS verhindern könnte, daß in ihrem Namen AuM, tungen stattfinden. Eln Beweis dafür ist selbst daS ^ stecUhum, auf dessen Namen so viel verbrochen und s sündigt wurde. Ich möchte da an Dupauloup "ln"^ welcher an den streitbaren Louis Veuillot schrieb: ,,^ ziehen ls vor. daS Wort Liberalismus als zeitgt^ Waffe zu gebrauchen, statt es richtig und ernst z" '^ nieren." Wenn man den Llvcralismn» zu sclnen "'" Tendenzen und menschenfreundlichen Ideen defi^' will, so wird man leine sehr entfernte Verwandt und zugleich das Bedürfnis habe, daß diefe Sen°" wieder aufgenommen werde. Geläutert und aellart ^ sein Geist durch unsere Tage mit derselben Vatcw' liebe, mit derselben Liebe für das Volkswohl, «m ^ selben Heiliahaltung der Krone und ihrer Rechle. Wen« in seinem Geiste an die Lösung unserer Aufgabe«" dann erfüllt das hohe Haus nur eine heilige Pl"" wenn eS offene Augen hat für die Bedürfniss« ^ Zeit, ein warmes Herz für das Reich «nd , > Voll. Nach dem Gesagten kann es wohl keinem Ä" . unterliegen, für welchen Antrag ich stimmen werde. ^ lich für den Antrag der Majorität der Commisslo^ Zur Lage in Frankreich. ^ Der ..Moniteur" richtet an die Legitimis" folgenden Mahnungsruf: ^< «Wir fehen mit Bebauern, baß ein «ewlss^ ,^ theil der legitimistifchen Partei auf eine falsche«eu ^ lung seiner Interessen und der der conservative" ^ beharrt und sich einbildet, daß man nacl, den u ^ die monarchische Frage nochmals aufstellen lsn"^ .^ scheint, daß man in diesem Sinne einen seldM ^ ausarbeitet, der die Wiederaufnahme der PropA'"^ Dahirel fein würde. Ferner foll der Graf v. ^°" l>« nach den verbreiteten Gerüchten entschlossen '"'^1 Geschäfte selbst in die Hand zu nehmen und t" "^ Wie Schauspieler.* Ane Erzählung von Wilhelm Marsano. (Fortsetzung.) XIII. Der andere Morgen fand die Gesellschaft in voller Thlitigteit. Fritz halt« den Wirtb. indem er alleS im voraus bezahlte, dazu vermocht, das Frühstück in einem geräumigen Zimmer seines Hauses zu ordnen. Um neun Uhr versammelte sich alle, und zwar in ihren besten Gewändern, wodurch das Ganze einen aben» teuerlichen Anstrich erhielt. Denn manche hatten keine eigene, sondern blos eine Thcatergardelobe, in welcher ste auch hier erschienen. So trat Madame Leidenqual, die gestern die Königin Elisabeth gespielt, und wie in alten Bilderbüchern die Kaiser und Könige, auch in ihrer Echlaslammer die Klone aufbehielt: in einem schwarzen Gewände ein, auf dem siloerpapierene Sterne funkelten, in welchem sie ehedem die Königin der Nacht gesungen, als ste noch eine Stimme gehabt. Doch war das schwarze Firmament ziemlich schadhaft, und durch die zerrissenen Wolken glänzte leine Sonne! — Die Friedenstaube erschien in einem Kleide, wel' ches ln grauer Fabelzeit die Fatt>e der Unschuld trug. und hatte dazu eine Art von römischem Mantel als * Vergl. Nr. 80 d. Vl. Shawl umgeworfen. Aurora hatte sich ins Indische übersetzt, mit fliegendem Haare und mit Federn a/ziert. Der Director trat in seinem bereit« bekannten Costume ein, ihm folgten die Olympier. Der Eine von ihnen. Herr Tausenbschön, ein süßer, zarter Jüngling, von beiläufig 40 Jahren, spielte Ehe« valiers und Leute von Welt, ohne wahrscheinlich in seinem Leben weder den einen, noch die andern gesehen zu haben. Er trug enganliegende Beinkleider von Hochgel-bem Nanking mit grauen Kamaschen, so daß er wie ein Storch aussah, der durch einen Sumpf geschritten, ein sehr langes, breitgestrelftes Gil6t, aus dem vorn ein breiter, weißer Busenfreund hervorragte, welcher aber durch sein besonderes Rauschen, seine papierene Ablunft verrieth. Ein hellgrüner Frack schloß sich viel zu enge und zu lurz an die schlanken Glieder. . Der F' ack gab sich olle Mühe, der Weste vorne an Länge gleich zu kommen, abcr vergebens; die breiten Streifen ragten unten wie eine Schärpe höhnisch hervor. Der Mann war in diesem Anzüge gleichsam wie eine Wlese zu schauen, auf welcher Gänfeblümlein sprießen. Der Zweite, Herr Lebermlyer, spielte chargierte Rollen, polternde Alle und Vösewichte. Er trug einen gestickten Frack, dazu breite Pumphosen, auf den Kopf hqlte er in Ermargsung eines Hutes, eine Art von Turban gestülpt, und zeigte so «ine genaue Verbindung des Abendlandes mit dem Oriente. Um die Höhe seiner Kunst schon mit dem Organe zu bezeichnen, sprach er immer ln der Fistel. Der Dritte, Herr Rosenfrisch, spielte eigentlich zweite Liebhaber, Landjunler, Gediente und D»" ^ war auch gewöhnlich der Soufleur. Seit de" ^ gangenen ersten Liebhaber hatte er bei der ^! ^,< denselben vertreten, und war daher im Herzen ^ sten gegen Fritz erbittert, der ihn wieder a«S " t'"° baren Rollenfache herausschleudern sollte. ^^ill< Gattung von Uniform an, mit Aufschlägen "« ^ von rothem Papier, an seinen Füßen "'"' ^ ^ Ritterfporen. Er trug diefes Coftllm seit °"H"b gern. wo er darin zum ersten male den 6" ^,M Kabale und Liebe gespielt. Er war auf '"^ssttlll> in dieser Nolle sehr stolz, weil er bei der ^ ^ von dem Pudlicum nur dreimal ausgelacht"" ^ L° bei ihm ein seltenes Ereignis, und ihm st" , ausrufen« galt. „s DA Wiesel aber kam in einem Schlaf"^ ^. 2)' tors, und hatte dessen Nachtmüh« auf dem " ust ^c ehemalige rothe, damastene Schlafrock f^Westl^ kleine Figur herum, wie das rothe Meer. ^t ^ meinte: er hoffe von dem Platze, wo er «" ^ ".. stye, erst am «bende. oder besser zu fts". ^ h!^ mehr aufzustehen, sondern in tiefem Schl"""^g "^ getragen zu werben. Auch sei die UnterY» M ^ der Gesellschaft so langweilig, daß seil» B^l passendste wäre und gleichsam darauf hi""sHll>fl"'^ Kunst schlafen gegangen, oder der W tz t"^l«" das Publlcum - nur die Gläubiger V^ Der vorhinein bezahlte Wirlh »ar ° ^ »tl ! und «ufnierlsamlelt selbst. In dem Grave ^ 889 b"btn, ihnm einen directeren und persönlichen Impuls i'< geben. Wir wohnen mil licfer Vetrübnis den Vorbereilun-k-'l zu :,!.tM Kampf an, wclchtn wir nutzlos zu licn» s«cn wagen. Wenn es der legitimistischen Partei, oder, um bestimmter zu sprechen, wenn es einem bedeutenden Bruchtheil derselben gelingt, von dem Ministerium 100 Stimmen loszutrennen, um einer monarchischen Restau-latlon nachzulaufen, welche nicht mehr aus einem regelmäßigen Votum der Nationalversammlung hervorgehen lann, so wird die Auflösung nicht mehr auf sich warten lassen. Die Regierung hat leinen Zweifel in dieser Ve-zlehung. Das licgt auf der Hand; auß:rhalb der gegen» wattigen Bedingungen der Majorität besseht leine leben«, fähige Cabinetscombmation mehr. Wii wollen gern zu» a:ben, daß ulU^ den Mitgliedern des Unten Centrums eine unbtstimmte Idee ocheht, wenn die Erz-Legitlmisten und Vonapartisten ausgeschlossen werden, fich der Re-8 erung anzunähern, aber wenn das linle Eentrum nicht °le Anzahl der Stimmen mitbringt, die der gleichkommt, welche es angeschlossen haben will, so werden die Legi-"Misten, welche gegen das Sefttennium den Krieg füh-^n. einfach das Gebäude wieder aufgebaut haben, wel» ^s sie am 24. Mai zerstülcn halfen. Man sagt uns, °°ß die Prinzipien dieses erheischen; aber die Prinzipien Men nicht die dringlichen Forderungen, die ausschlicß-l'lh dem Parteigeist angehören. DeShalb beharren wir ^uf dem Glauben, daß der von den Legitimist«« gegen ^ Slptennium unternommene Kampf nur von weni-«cn Deputierten unterstützt werden wird und das Mi-"limium, wenn es dazu gezwungen wird, den Kamps "«nehmen kann." Politische Uebersicht. «aibach, 13. April . Wie der ..P. Lloyd" erfährt, wirb das Roth' °uch die Depesche an den Grafen Paar über die ^Miche Encyllica nicht enthalten. Graf Nndrassy ^l> aber den Delegationen den wesentlichen Hlt derselben mitheilen. Die Depesche tritt der Ein« ,^ung der Curie in die innern Angelegenheiten Otstcr- Ank energisch entgegen. Der Umstand, daß Graf ^°l°ssy diesen Schritt spontan unternahm, spricht uerdings für die Solidarität zwischen dcm auswül- H" ^lnte und dem Ministerium Auersperg und ge^ M ^°^ Äeruhigung indelreff des weiteren Schick- ^ ber conftsfiontllen Oesttzlntwürfe. Um nicht mehr h>lnll ^"' "^ ^"^ Wahrung des österreichischen Stand« ^l, ^ 5°thwenbig ist, hat man von der unbedingten stilln der Depesche Umgang genommen. 1h -"lollle, Kamele und Volgts.Rhctz wurden am lsnü, '"^^ "°" ^lm Kaiser Wilhelm zu einer llil h Berathung empfangen, um üb-r die Möglich. Olsh^ siehenillhri,jcn Feststellung der von der Regierung Al'tw n sriedenspräsenz starte von 401.659 >>>e O. lchlüssig zu wilden. Im Reichstage ist für ^"tualit der siebenjährigen Festsetzung der Frie. illtico" "^2tle eine große Majorität (Eonservalive. 81 »u ^"'"l' Nallonalliberale) für die Annahme deS ll>l bts^s '°"de gebracht. Die N a l i on a l l i b e r a -^lllerun "°" "°^i" einstimmig, für die volle, von der i» sliy,"s 9«forderte Friedenspräsenzstäile von 401.000 ltlltll.^"' wenn die Feststellung der Friedenspräsenz, k. «iin^sl °"f sieben Jahre erfolgt. ^''"on 1000 Personen besuchte Versammlung von '" Nllln ^ ^" Gesprechung des M ilitürges etzes " d' " ^^^ einstimmig eine Resolution an, t herabsltzlwg der FritdenspräsenzMer nur insoweit anzustreben sel. als hledurch die Ställe und < Krieqstüchiigkeit des ,^ . :« nicht arfährdet wird. ' Dic Vorarbeiten zu der Revision des deutschen Slra fge setzest, uches sind m vollem Gai^e, ihre Förderung hängt indessen von den Gutachten ab, welche von tcn li> 5ts!i:n Vundesr^^ilrulliitn über Nmsang und Richtung der Revision eingefordert worden sino. Es ist noch umulschieoen. ob mau nicht die gesammle Revisions' arbeit mit der Fertigstellung der Strafprozeßordnung vttdmocl, möchte, wie di-s mehrfach als empfehlenswerth blzrel wurde. Gegenüber i>ez„ .,S'lrce, ein Secretär des Präsidenten und ein ehemaliger Beamte der Statthalterschaft von VuraoS, in Bantan« der antamen mit Depeschen, die vom Mlnisterrath nach den Kämpfen vom 25., 2«. und 27. März entworfen wurden. Diese Leute, welche über ihre Mifsion ein gro» ßeS Geheimnis bewahrten, wurden nach Murrieta dem ^ Hcmp'quartier Serranos gebracht, nachdem ihnen ein Dampfer entgegen geschickt wurde. In Sanlander heißt es. daß die Misston dieser Abgesandten mit den angedeuteten Unte,Handlungen im Zusammlnhnnae stehe." Nach Mittheilungen aus Cenlral.Aswl erhält die russische Provinz Turkestan eine neue Organisation, welche von der anderer russischen Provinzen sich nur dadurch unterscheidet, daß die GeHürden unter dem Kriegs» minister, nicht unter dem Minister des Innern stehen wcrden. An der Spitze der Provinz steht der General-gouverneur vonTaschlend mit besonderen Vollmachten. Nachrichten aus Cape« Coast-Castle vom 19ten März zufolge hat der König Ashanti den vom Ge< neral Wolseley entworfenen Friedensvertrag unterzeichnet. Kagesneuisskeiten. — Das Namensfest Sr. l. Hoheit des Kronprinzen Rudolf wird, wie der „P. Ll." meldet, am 17. April im Familienkreise deS allerhöchsten Hofes feiellich begangen werden und steht fur diese Zeit auch der Besuch der Frau Erzherzogin Gisela und ihreS GemalS in Aussicht. Mitte Mai wird Kronprinz Rudolf, wie au« Prag berichtet wirb, Über Einladung des Fürsten Schwarzenberg in Wiltingau eintreffen, besucht sodann Frauenberg und reist nach Besichtigung be« BahnflUgelS VudweiS-Wesselv Über Vudwei« nach Wien zurück. — (Der hochw. Vischof Legat) von Trieft und Copooistria feiert, wie die „Trieft. Ilg." mittheilt, nicht das Jubiläum, fondern das Anniversarium seiner Erhebung auf den bischöflichen Stuhl. >!tl h "^"___ , — !°^ bt^'Ne und grobe Patron sich demüthig und «d. l°"Nle l/^°b ^ der Stolz der Anwesenden und dti lm.'^.ln das wohlthuende Gefühl ansehen, das h Hc^°»Uchteit ^ BcfehlenS entstand. V^Nliun« ." seltene Gast, der Geist des Weines, die Ab ""N » "chUliihle, desto lebhafttr wurde die Un. V ^ lltztn ' bie es sich nicht nehmen ließ, neben hFltisch 'wurde sehr zärtlich gegen ihn. worüber aber ^b ""s'kr i ^ heimlich die Kur machte, grimmige ?"tn w schoß- Rollen und Geliebte an einen ^i/" fch?°r. der wie ein Held der Vorzeit ^li?'nl> ack ' declamierte mehrere Monologe, auf V°lt. die .' ^ aber versicherte wiederholt der 5 ^thtutr ^^ ^"von wissen wollte. m«t der M l^"scndsch«„ «' daß er ein Chursachse sei. ?> z»^ Duett, ""^ Lebermayer hielten sich umarmt «l^"l> lukt.« ^"s°lnmen. jeder aber ein anderes ^Hlt nah""'lie ^ zuweilen zärtlich, und die , ' k ° n «lbn^ ^" ^"be zu, wie der Wein in ,^V> yh/"' Niemand hätte heute geglaubt. Vl^^^igln , "°lh Todfeinde gewesen. »?"Uert" b" Nacht wickelte von jeder Speise. V Itk'..^hrerl k.' ^^ mochte welcher Gattung immer 5« >l stl,, Outende Slücke in ein Papier und dabei: „Für. meine Kleine." !>!!"!> ^lstunll glaubt, sie proviantlcre statt des W " bln """«taube hatte vermuthlich nicht M lN'lchm Gh,wl umgeworfen, denn obwohl sie fichtbar weniger von den Schüsseln nahm. so schien sich doch manches heimlich in dem anlilen Fallen« würfe zu verlieren. Auch wunderten sich häufig die neben" ihr fitzenden beiden Freunde, welche sich immer» während unter dem Namen Kastor und Pollux zutranken, daß ihnen die vollen Flaschen abhanden kämen, ohne daß sie selbe geleert. Wiesel aber sprach noch immer sehr wenig, sondern dehnte sich behaglich in seinem Sessel und gab allen Recht, die ihn um ihre Meinung frugen. „Schade, daß Freund Winterhaar nicht mit hier ist," rief er endlich aus. „er gehört doch eigentlich auch unter uns!" Fritz erinnerte fich, den Namcn gestern Abend gehört zu haben, und bat Wiesel über ihn um eine Erklärung. ..El." sprach dieser, ..das ist unser dramatischer Seifensieder, der über seinen verfehlten Veruf lamentiert. Er hätte, spricht er, Schauspieler werden sollen, und spielt auch jetzt aus Leidenschaft mit uns, wenn wir große Stücke geben, ohne sie besetzen zu können, waS bei unS häufig der Fall ist. Du wirft ihn bald zu sehen bekommen. Er steht, wenn er spielt, auf unserem Theater, zeltet nur namenlos da, unter dem Sinnbilde dreier Sterne, von wegen seiner Frau. die noch obendrein diese Sterne seine Unglückssterne nennt. Doch sind Sterne gewiß ein passendes Symbol für einen Lichterzieher, weil dieser auch Licht verbreitet, oder eigentlich das Licht von ihm ausgeht." — ! (Fortsetzung folgt.) — (Tabakverbranch.) Die Vwnah»« ft« die lm Jahre 1873 im allgemeinen Verschleiße abgesetzten «-und ausländischen Tabalfabrilate und Cigarren betragen 57.832,529 ft., jene des Specialitiitenverlanf« 1.758,514 ft., zufammen 59.591,043 ft. Werden hiezu »och die Ergebnisse des Verlaufes im Ullslanoe mit 41.5W fl. und des Blättervellause« an daS Ausland mit 26.629 fl. gerechnet, fo ergibt sich eine Gesammteinnahme von 59.659,540 fl., welche sich im Vergleiche mit den Resultaten der Vorjahr«-periode von 56.630,722 st. um 3.028.81X fi., d. i. um 5 3 Percent höher beziffert. Wird daS Ergebnis deS all-gemeinen Verlaufes nach den einzelnen Kronländern in Be« tracht gezogen, so zeigt sich in diesem Jahre eine Zunahme de« Absatzes: In Niederöfterreich um 1.871.113 ft., in Böhmen um 1.181,412 ft. An inländischen Cigarren wurden im allgemeinen Verschleiße mehr abgesetzt: Um 39.436,164 Stuck feine Virginier, 20.081,063 Stuck Havanna Vri, tanmca, 14.506.753 Stuck ordinäre Inländer, 4 031,480 Stück Pvltorico, 4.028.500 Stück Grenzvirginier, 2.414,092 Stuck gemifchle Virginier, 226.819 Stuck Cuba.Portorico und um 11.131,310 Stlick Papiercigaretlen. Nermindert hat sich der Verlauf. Um 5.149.907 Stuck gemischte Aus» länder und um 3.075,354 Stuck Cuba lit. i). Von dem Mehrverbrauch« an Cigarren der eigenen Erzeugung entfallen auf Steiermall 4.102,471 Stuck, auf Kärnten 1,881,000 Stuck, auf Kr a in 547,309 SlUck. Geringer war der Absatz im Küstenland« um 2.176,133 Stück. Locales. Aus dem Sllllitiitsbcrichte des laibacher Stadt-physilates für die Woche vom 29. Vlärz bis inclusive 4. April 1874 entnehmen wir nachstehendes: I. Morbilität: Dieselbe war noch immer sehr bedeutend. Vorherrschend war der entzündliche KranlheitS. charalter, besonders sntzündungen der RespiratlonSorgane häufig mit großer Intensität auftretend. Die Blalternepi. bemie in entschiedener Abnahme. Vereinzelt acnler Gelenks« rheumatiSmuS, DiphtheritiS, Scharlachfriefel und Masern. N. Mortalität: Diefelbe war in dieser Woche in entschiedener Abnahme gegen die Vorwoche. Es starben nemlich in dieser Woche 21 Personen (gegen 35 in der Vorwoche), von diesen waren 13 männlichen und 11 weiblichen Geschlechte«, 16 Erwachsene und 6 Kinder; daher das männliche Geschlecht und die Erwachsenen entschieden überwiegend an der Sterblichkeit participierten. Die Todesursache in Mücksicht aufs Aller be. treffend, starben im 1. Lebensjahre 1 Kind an Fraise«; vom 2. bis 20. Lebensjahre 6 Personen, und zwar an Lungenödem 3, an Maltern, Herzfehler und Tuberculose je 1 Person; vom 20. bis 60. Jahre 12 Personen, und zwar a« Tuberculose 6, an Erschöpfung, GesichtSrothlauf, Gehirn« entzlindung, Lungenentzündung, Magenkrebs, fortfchreilende Lähmung je 1 Person; über 60 Jahre alt starben 5 Personen, u»d zwar an Marasmus 3, an Lungenlähmung und Magenkrebs je 1 Person. Als häufigste Todesursache traten auf: Tuberculose 7mal, d. i. 29 2 °/,; Lungenödem und MaraSmu« je 3mal, d. i. 12-5"/,; Magenkrebs 2mal, d. i. 8 3 "/„; Vlatlern, Ve-hirn, und Lungenentzündung zc. je Imal, o. i. 3 2 "/, aller Verstorbenen. Der Oert licht eil nach starben im Civilspilale 11, im landschaftlichen Filialspitale 1 Kind, im ZwanMrbeits-hause 2. in der Stadt und den Vorstädten 10 Personen. — Diese letzteren vertheilen sich. wie folgt: Innere Stadt 3, PelerSvorstaol 4, Polanavorstadl 1, Kapuzineroor-stadt 0. Oradifchavolstabl 0, Kralau» und Tirnauvorftadt 1, Karlstädlervorstadt und Hühnerdorf 1, Moorgrund 0. — (Gemeideraths-Ergänzungswahlen.) Vei der gestern stattgehabten Wahl deS dritten Wahl» lürperS wurden die bei den Probewahlen vorgeschlagenen Herren Peter Laßnig, Handelsmann und Realilätenbesitzer, mit 112, und Dr. Johann Steiner, Aovocat, mit 79 Stimmen gewählt. Heute findet die Wahl für den zweiten Wahllörper stall. — (Herrn A. Samassa'S Ausstellungsglocken) Hal die fteiermiirlische Gemeinde Paldan angekauft. — (Der hiesige Nuehilfslllfse.Ver. ein) übergab seinen Rechnungsabschluß pro 1873 der veffenllichleit. Aus demselben geht hervor, daß der Verein im Jahre 1873 mit 2918 Parteien verlehrl, die Ver-lehrssumme 308.244 si. betragen hat und 30 neue Mit« glieder aufgenommen wurden. Dieser Verein wirb sich auf Grund deS Gesetzes vom 9. April 1873 unter der Firm» ..Gewerblicher «ushilfslasseverein mit beschränkter Haftung" constituieren und registrieren. Unter Einem mit obigem Rechnungsabschlüsse wurde daS neue Statut ausgegeben. In der am 12. d. ftattgefundenen Generalversammlung conftatierte der VereinSvorftand Herr I. N. Horal, daß nur durch derartige Vorschußlassenvereine die Volkswirthschaft. Indu. strie und Gewerbe in Böhmen und Mähren lebensfähig er. halten wurden; Redner drückte den Wunfch au«, eS mögen sich im Lande Krain mehrere Borschußvereine bilden. — Aus dem Rechnungsabschlüsse entnehmen wir, baß i« Jahre 1873 von 4b5 Parteien 29,bb4 st. 63 lr. ein gel eg« 530 und an 160 Parteien 28,374 fl. 66 lr. Kapital zu -^ /, <5 be^ aNl wuidm. D^ ^M^M'. Guthabens dei Peremsw^g^d« beiru^ mit Sch/uss /<^^' ,,/ ^. W.) k^,hks>^. ^I ^. ^N B«^^ des Jahres 2873 wurden. 692 Darlehen im Oesammlbe/rage von 13b,I15 ^ erfolgt und 850 fällige Darlehen im Gejammtb-lrage von 172,670 ft, prolongiert. — An Zinsen wurden im Iah« 1873 eingehoben 5370 ft.; der Reserve« fond beträgt mit Schluß 1873 10.595 st. 49 tr. Der Revisionsauyschuh erklärte die volle Uebereinstimmung der Iahresrechnung pro 1873 mit den Resultaten in den Geschäftsbüchern. — Die Gesammtempfänge im Jahre 1673 betrugen 172.655 fl. 56 lr.; die Gesummt» ausgaben 172.453 fi. 15 lr. — (Die Section des lrainer Nlpen verein es) hielt gestern eine Betsammlung ab, in welcher Herr Graf Alphons Nuersperg über Aneroid und Höhenmessungen sprach. Sonntag den 19. d. macheu die Vereins-Mitglieder — bei gunstiger Witterung — einen Ausflug aus den Nanos Herr N. Rudholzer stellte verschiedene sehr interessante und praktische Instrumente sür Nlpenfreuude und Botaniker zu Höhenmessungen n. a. Zwecken aus. Diese Instrumente werden zu äußerst billigen Preisen abgegeben. — (Die Plenarversammlung der Phil-harmonischen Gesellschaft), welche am Lounlag den 12. d. im landschaftlichen Redoutensaale stattfand, war sehr zahlreich besucht. Herr Dr. v. Schrey ergriff das Wort. dankte im Namen der Gesellschaft dem adgetrctenen GesellschastSvorstande Herrn Dc. Ritter v. Schöppl sUr sein vieljähriges Wirken und beantragte dessen Ernennung zum Ehrenmitgliede, welche einstimmig erfolgte. Der Ge» genftand der Berathung bestand in dem vom Funfercomilo infolge Beschlusses der letzten Generalversammlung ausgearbeiteten, aus 64 Paragraphen bestehenden Statutenenlwurfe. Die Herren Dr. v. Schrey und Dr. Schaffer sprachen gegen die im betreffenden Motivenberichte gegen die Direction gemachten Porwulfe; Herr Dr. KeeSbucher gab sachliche Aufklärung; Herr Dr. Steiner als Berichterstatter des Funfercomilö« illustrierte den Standpunkt des letzteren. — Inder Generaldebatte ergriff zuerst Herr Dr. Ke es bacher das Wott, betonte das derzeit all' gemein herrfchende Prinzip der Verantwortlichkeit der Direction gegenüber der Generalversammlung. Herr Dr. Schaf-ser beantragte die Annahme des Stalulenentwurfes als Substrat der Debatte; Herr Dr. Ritter v. Besten eck stimmte dem Vorredner bei; Herr Bürgermeister Desch-mann erklärte eine Reform als nothwendig. Hierauf wurde Dr. Schaffers Antrag angenommen und die Spec i al-deballe «öffnet, deren Verlauf wir morgen mittheilen werden. — (Die erste Opernvorstellung) der philharmonischen Gesellschaft findet Donnerstag ten 16. d, statt. — (Herrn Blumlachet's Zitherconcert) erfreute sich eines recht zahlreichen Besuches, insbesondere aus den Kreisender vornehmen Gesellschaft. Der verdienstvolle beliebte Concertgeber und seine Zöglinge, unter letzteren in erster Linie Herr Peltan und Frl. Kundcra, empfingen lauten und wiederholten Beifoll. Von den Zitherpiecen sprachen die Reverl« „Die pilgernde Schwalbe" von Umlauf, Proch'S „Nlpenhorn" und jene für 6 Zithern ganz besonders an. Das Octelt des dramalischln Vereins efcellierte mit 2em fteirischen Volkslied- „Der lustige Bua" von Keller. Herrn Blumlacher ist zu dem gestrigen günstigen Erfolge zu gratulieren; in Hinkunft wird sich die Zuhörerschaft auch mit weniger Zühclpiecen zufrieden stellen. Eine Serie von zehn Zilherpiecen wirkt im Con-cerlsaal ermüdend. ______ __________ Stimmen aus dem PMicum. Motto: ,,«ebl' vor cig'ncr Thik'!" Glücklich jede Großmacht, die tapfere Generale nnd tllchtige Generalstäbler in ihren Reihen zählt! Glücklich auch jene Polen« taten, jene Angehörigen der „sechsten Großmacht" — der Presse —, die wahrheitlicbcnde, erfahrene und unabhängige An» walte der öffentlichen Meinung in ihrem Solde hallen! Leider besitzt nicht jedes Blatt einen Radetzly, einen John; der Lorbeer deS Ruhme« und der Unsterblichkeit ist nicht jedem Journalisten zugänglich! Nur ein hiesiges Blällchen lann sich, wie scinc Ausgabe, vom 11. d. nachweist, des Glückes rühmen, in dem geehrten Feuilletomstm X einen Journalisten feinster Qualität zu besitzen. Wir missen nichl, geholt dirler feine geistreiche Feuilletonist ztohrn'ia^U mHrMria/PralM genommen ,/, //, EMvdm kk. d'.c zunächst ihre Todten zühlen oder sich «n gefth/oollrs K/avierspiel ane'lgmn ^Mm-, vovc 'vvnkvMy, kux. den Verfasser des Feuilletons „Auch" IournatMl e« l>e« sieihen hoher Chargen zu finden, denn Gemeiner lann er wohl nicht mehr sein! Eines iedoch wissen wir gewih, daß Herr X eine ocrwcgeuc, scharfe, verletzende Klinge führt; er fand es sur angezeigt, dem Localbcrichterstalter des vorliegenden Blattes Nase und Ohren abzuschneiden, eine Procedur, die sonst nur im himmlischen Reiche gang und gäbe ist. Zählt ein solcher Vorgang „auch" zu den gepriesenen Vorzügen der „Journalistik"? Wir geben zu, der angegriffene Berichterstatter ist auf dem Felde der Journalistik und Berichterstattung weder ein Radchly noch ein John, weder ein Hauslil noch Schelle; aber unsere« Wissens besitzt«: „Schule", deren Aneignung ihm mit schlechten Witzen und ehrenrührigen Warten nicht abgestritten werden taun. Der angegriffene Berichterstatter genoß diese „Schule" in frühester Jugend von seinem väterlichen, seinerzeit der wiener Hostapelle angehangen Lehrmeister; er genoß diese Schule beiden wiener Professoren Mayseder und Helliucsberger. Die nachweisbaren Thatsachen, daß er durch mehr als vierzig Jahre echte Kammermusil betrieb; bei Aufführungen der Streich Quartett- und Qlmttettcamposi! "nen von Haydn, Mozart, Beethoven, Onflow, Spohr, Schubst, Mendelssohn, Veit, Schumann u. a. wirtlich die „erste Violine" spielte; dafj er in Znaim, Brunn, QlmUtz, Wien u, a. O, auch in Piolinconcertpiecen von Mayseder, Jansa, Klrmeni, Lipinsli, Ernst, Beriot, Lafout, Vieuflemps, Joachim u, a. öffentlich auftrat^ daß er zu Neujahr 1874 eingeladen wurde, die Orchesterdircclorstelle der neuen Elitc-Musilkapellc in Wien zu Übernehmen; die Thaisache endlich, daß er die Bühnenzuständc in Mähren und Böhmen, Nieder- und Oberösterreich, Schlesien und Salzburg kennen zu lernen Gelegenheit hatte, dürste« wohl hinreichende». Beleg sein, daß er Our uon ölol! recht gnt zu unterscheiden weiß, daß er die Qualification und Berechtigung, in Theater- und Musitsachen müzulhalen und mitzurathc», wohl besitzen dürfte, leider von seiner strengtrilischen Feder nnr höchst selten Gebrauch macht. Der sehr geehrte Feuilletonist X scheint noch wenige Theaterberichte in fremden Blättern gelesen zu haben, sonst würden ihm die technischen Ausdrucke „in Scene oder Action treten", I „sicheren Anschlag führen", „virtnose Techuit", „eminente Nnan-^ cierung", „gigantische Kraft", „süperbe", „eminent", weder neu noch lächerlich vorkommen. Die Anwenduug dieser mid ähnlicher technischer Signalements war in der abgelanfeucu Saison gewiß am Platze, denn eine Witt, ein Chlumecly, eine Solwey u. a verdienten diese im vollsten Maße. Der angerissene Berichterstatter schrieb unseres Erinnern« hierorts mehr al« vierhundert Theaterberichte; es wäre eine Her-lulesarbeit, jeden dieser Berichte mit Spitzen, Bändern nnd Blumen aufzuputzen. Ein Blatt, welches Reichs- und Landtagsabgeordnete, Gemeinde-, Schul- und Saniliitsrcithe zu seinen Mitarbeitern zählt; ein Blatt, welche« nnr nach Laune, nach Plaisier, allenfalls quar-taliler «der erst acht, auch vierzehn Tage nach erfolgten Thealer-oder Eoncertauffilhrungeii Berichte bringt, hat Muhe, über die Form der Stilisierung derselben nachzudenken, lann deshalb eine schwungvollere Sprache führen, als der angeriff-ne Berichterstatter, welchem die Berichterstattung allein und ü, I», minute obliegt, der gewohnt ist, neue« schnell mitzutheilen. Der sehr geschätzte Feuilletonist X geiselt die Wiederholung technischer Ausdrücke, gciselt die absichtlich in komischer Weile erfolgte Annoncierung der beliebten Operette, geiselt die infolge nicht eingehaltenen ConcertprogrammcS nnd eingeschlichener Fehler aufgetretenen Misnerständuisse, Übersicht jedoch, daß der angegriffene Berichterstatter bemüht ist, die Locolrubrit seines Blattes allein und tagtäglich reich auszufüllen; Übersicht cö, daß jenes Blatt, welchem er sein superfeines Feuilleton widmete, seine Localnotizeu in der Regel fremden Blättern ohne Quellenangabe entlehnt, von fremder Kost lcbt und die L ocalrnb ril auch mit Nachrichten aus Obcrüsterreich oder mit höchst interessanten Artlleln „Ueber den Mänsefraß" ausfüllt. Der angegriffene Berichterstatter stützt sich zweifelsohne auf einen großen Theil des Publicum«, Nicht jedem sterblichen ist es vergönnt, im Speisesalon oder KInbzimmer bei entlorttem Ofuer oder Moselcr zu sitzen und hohe Polilil zu treiben; viele müssen oder wollen sich mit der „Bicrbant" begnügen; es sitzen bei letz» lerer eben auch recht ehrbare und verständige Staatsbürger. Der geschätzte Feuilletonist scheint übersehen zu haben, daß jenes Blatt, welchem er am 11. d. diente, seine ständigen Theaterberichte im vorigen Jahre einstellte, weil der rigorose Referent für seine Minung im Publicum lein Echo fand. Dle Referate des angegriffenen Berichterstatter« wurden seinerzeit von sünfundzwanzigtausend Abonnenten eines m ganz Oesterreich-Ungarn verbreiteten populären Blattes gerne gelesen; anch Laibachs Publicum acceptiert unseres Wiffcnö dk Local-berichte deu angegriffenen Referenten. Wir lönueu nur bedauern, daß sie bei dem geehrten Feuilletonisten X leine Gnade fanden! Wir bedauern, daß dieser geschätzte X nur Kritil über vorliegende! Kritiken libt und nicht auch, da er doch „da« Zeug hiezu" im Uebermaß innehat, als ständiger Berichterstatter „in Äclion tritt." Zum Schlüsse wollen wir dem HerrnZX noch ermneru, d»k mau, um einem tleinen Pruviuzblatte erfolgreich dienen zu können, nicht nur Meister der Gatyre u»d oes Wortschwalle«, sondern auch alls' politische», jndicieUen, finanziellen, land-, forste und > voilswirlUckll'MHtn ^tkxknx >^ ^vv^ ^ »t««»t NV»«». ilreilsheim, Lauser, Holzing", ^ Preitsching, Neiscnde. und Beithols, Ooloscbmicd, Wien- - '" ! Krainburg. - - haffner, Werlöbeamte, Eisncrn. ^ , .^, »«T«> «>»s»«T. Terrany. Äotzen. - Irrouscheg, 6">.^ — Picoli Vianeto und Picoli Teodora, Treviso. - ^- ,<> Nttai. — Ecks. St. Martin bei Littai, — Htriesser, Klage"l l — jtusma, Fiume. — Klemenz, St. Peter. ' ^teiel'i »«»«« «,««>«»p». Susj, Kaufm., Pladan. — K«oV, ^ Z mark. - - Devrt und Srica, Finme. »l«^> l»»l>'«»e»,er »R«,s. i!ulan sammt ssrau. Sittich-' > Ill.^istritz. " « INl»«»»«»,. Petronezit, Villach, — Sucir, Stein. _^<^« Nteleorolliuischl: »el)llachl„l^ell in ^5!^ I «U.Mg. 728.-,., ^. 5.z SW f. schw. bewölkt ^/ 13. 2 ,. N. ! ?ii7.»? ^.16.« W, schwach bewölkt 10 ., Nb.. 724 s» ! ^11 » ^ W schwach , bewölkt ^ > Fortwährend trllbe. warm, schwacher Westwind, ^ p aus Westen. Da« TageSmittel der Wärme -^ ll'^ ' ^ über dem Normale ___^^" ! Velllnlworllicller Nedactenr: Iana, u. Kleillw^^! ^l'^spli^H't^t' Wl'N, 11. April Die Börse war ohne sprunghafte Erholung doch wesentlich gllnstiger m,d da« Vertrauen gelriifligt. Die entschiedene Demcntierung der s l,sl ^,0 ><1»)i s^Vt.z ttlN« lncitcl.n Nlarmnachrichten ermuthigte znr l?emltzung des gefallenen EurseS und mit dieser Reprise hielt die Bcsseruua. der Tendenz aus dem gesammten 6^1»" cfK culation gleichen Schritt. Anlagcwcrthe waren durchaus fest, Rente beider Gattungen sehr begehrt, einige Eisenbahn- und »ccreditierte Industrieactien sogar lebhaft gesucht. In den neu ^^j wiener Eommunaliosen fanden pro 1. Mai Umsätze m,t 100'/, bi« 101 statt Geld War: vl". ) «,>., f . . . . 69 30 6940 hebruar.) """ (.....6930 694" Jänner.) K^«,.«.« < - - 74 l 5 7415 »prll. ) »'«erremt ^ . . . 7495 7415 kose. 1639.......302- 809 — ' 18b4.......9825 9875 . I860.......103 70 104- I 1860 zu 100 st. ... 110 25 110 75 " 1864...... 138 25 138 75 Domllnen.Pjaudbriefe .... H« 25 119 50 «N7u ! «ruud. l ' ' 7^5 ?«2"b Uugarn I laftnng ^ 74>_ 74.50 l>onllu-«e°.ulierung«.L«lt . . . ^6'— 96 20 Unz. «LisenbahncNnl. .... 92 50 93 — Uug. Prämim.Aul...... 77 75 78 — Winl?r «ummunal-Nulehen . . bbib 6535 Ästi«, »,« N«^e». Otld Warc «Nglo.VllNl.......,24 50 125-- Vantvertln......^g__ «b — Nl.deucvldiianstült .... —--. --— «sfditlwftalt .:.... 195 — 195 50 Gic),^!l'M, »w««. , 139— 140- Held Wal? Depositenbank..... 32 50 33 50 Eacompteanftlllt..... «55 - 860 — tzrcuco-Ganl......3125 31 75 Hünbelsbanl ... .78 50 79 - i'ändernunleuuerlln ... .72—73 — Natirnolbaul......955— 957 — Oefterr. »llg. V«t,«orl>hra:'."IoKph litten.....196 50 197 — Lemb.-Czcw>IllssYcBahn. . .150 50 15150 <<fau»l»»ief». Nllgem. öftere. Vobmcredit . . 94 75 95 25 dto. in 33 Jährn, 84— 84 25 «lltionalbaul 2. «5..... 9015 9020 Un«. «obenn-edit..... 86' - 86 50 Vrlo»ltsten. Vlisabeth-V. 1. Lm. . . . 93 - 93 50 sserd.-Nordb. G......10550 10575 tzianz-Ioseph.«......101 75 102-85 Vlll. «!,rl-z.'nbwi«-V., l.«m. .------- __-_. 0ch«r. «orb»tft.V. ... 96 - 86b0 Tiebeubür«« , ^2'b0 83 — «u»«l«b«hn . . 136 — I8 Ä banlbur,.....- - U^ '' > Loub«u.....- ' ' <4 > Pnri»....... ' ' , > Du«..»,, , '"55?:jz!l "iapoleousd'or - -^ " ^« - Kllder ... 10b - " ^ > «raiuischt «wndwtlast^^ s^ > Pri»«ln°ti»run,: «elb v"^ «