€ Art Weitung: ««chauSgafle Rr. 5. HoM> R»- tl, litoait«a. •liidliitci täflli« out lalu^nu 6« 6ena- ». SXur-■icl v»a tl—II Ut Mm. Badlichtttbfa »nS« »ich« «*4s«8tl>»i, »»««>> M»l Mi tkrMltiiiui tegea tartnii kn hlul tcfl-«Mla BIMI>ic» MM»>» M BtrtaDalgntrn i'ic»*-na4i(o?. »I.«r-tschk Wucht» rtie Se;ng«dedm«nnge, r«rch »i« Po« dc,°i-ti: ««rtkIMrt, ...II* (■Mim . . . . K MI •an«afctia. . . . K 1TM Y»I «11(1 «tl S»ft'0»»l »> I«ul ! VtesotK« 1'» WctKimril . . . K » -H-Idjaiing . . . . X «•— Ga«kjri, .... X !*•— gilt* XalUnt rrdShi» fUk H« oat Uehitzt»» Killt, Samstag den 31. Oktober 1914. «ln«otz der Klugheit des älteren Pitt nicht zu bewegen, mit ihnen ein Bündnis einzugehen. ES erinnert ganz an die Erfahrungen, die vor dem jetzigen Kriege Fürst LichnowSki machen mußte, wenn man liest, waS Napoleon I. von ihnen sagt: „ES gibt nicht» so Gefährliches, so PersideS, als offizielle Unter-Haltungen mit englischen Diplomaten. Die englischen Lügen waren für mich eine Lektion, die meine Methode für alle Zeiten änderte. Seitdem habe ich in offizieller Form über politische Angelegenheiten nur durch Ver-mittlung meine» Minister» de« Aeußeren mit ihnen verhandelt. Die erhitzte Phantasie der Lombarden ließ vor 66 Jahien sogar unseren alten Vater Radetzky im italienisch-österreichischen Kriege 1846 eine große Niederlage erleiden, «eil er eine Stellung bei Äoito am 8. April aufgeben mußte. Darau« ward «in kolossaler Sieg gemacht, ebenso wie jetzt mit Mühlhaufen vor der deutschen Besetzung. Nur die Ordensverleihung hatte der Poinearv von heute vor dem damaligen piemontesischen König Karl Albert voraus. Wie in unfern Tagen dem Russen sind bisher nur mit Kavallerie gesolgt, die stellenweise von unseren Nachhuten angefallen und zurückgeschlagen wurden. In Galizien sind die Russen in den letzten Tagen mit stärkeren Kräften über Drohobycz gegen den Raum von Turka vorgerückt. Sie versuchen gegen den südlichen Flügel und Flanke unserer Ausstellung nächst Stary Sambor einzuwirken. Ihre Angriffe scheiterten. Am unteren San wurde heftig gekäwpst. Zwei russische Korps gingen südöstlich NiSko bei Zarzecze und Ulanow über den San. Unsere Truppen warfen sie wieder über den Fluß zurück. Wir machten zahl» reiche Gefangene. Bei JaroSlan ist die Lage unver-ändert. An unserem Südstügel bei Stary • Sambor wurden in den letzten Tagen wiederHolle russische Angriffe abgeschlagen. Die beherrschenden Höhen von Starasol und jene westlich StarySambor sind nach wie vor in unserem Besitz. Die Russen erlitten schwere Verluste. Em'» unserer Motorgeschütze vernichtete ein im betonierten Höhenbau befindliches russisches Depot, in welchem große Mengen von Artilleriemnnition aufgestapelt waren. Südlich Stary - Sambor wurden vie gegm Turka gerichteten russischen Angriffe, welchen wohl die Tendenz innewohm, unseren Südflügel zu um« fassen und einzudrücken, vorgestern abgeschlagen Un-sere Truppen gingen nun zum Gegenangriff vor und eroberten gestern die Höhen südlich Turze, einer Ortschaft nordöstlich von Turka. In diesem Kampfe zeichnete sich besonders unser Landsturm aus, der mit unvergleichlicher Bravour die feindlichen Stellungen stürmte und zahlreiche Gefangene machte. Die mit starken Kräften versuchte Umsassung unseres Südflügels ist daher vorläufig als gescheitert zu betrachten. Die Gesamtzahl der in der Monarchie inter» nierten KriegSgesangenen betrug am 28. d. 649 Offiziere und 73.179 Mann, nicht eingerechnet die auf beiden Kriegsschauplätzen sehr zahlreichen, noch nicht abgeschobenen Gefangenen auS den Kämpfen der letzten Wochen. angeblichen Siege von Mühlhaufen die Niederlagen von Lüllich, Longwy, St. Quentin, Maubeuge. Antwerpen und andere folgten, so kam damals am 6. Mai der Sieg von Santa Luzia, wo bekanntlich unser Kaiser die Feuerlauf« erhielt. Er war damals 17 Jahre alt, während jetzt der Prinz von Wales mit 2l Jahre« noch nicht uniformiert und ausgebildet genug ist. Auch bei der Belagerung Sebastopols entstand wenige Tage nach der Landung der verbündeten Engländer und Franzosen eine „Tatarennachricht' über eine furchtbare Niederlage der Russen. Der Vortragende hob in seinen weiteren AuS» führungen die Ähnlichkeiten, die sich im Verlause des jetzigen Krieges mit dem deutfch.französischen 1870 bis 1871 ergeben, hervor. Damals wurde der Krieg bet Saarbrücken durch eine Aktion eingeleitet, die man wie» nerilch als Frozzelei bezeichnen könnte. Drei Infanterie-kompagnien und zwei Ulanen-Eskadronen täuschten den Franzosen eine große HeereSmacht vor Vierzehn Tage lang bereiteten sich diese auf den Angriff vor, den end-lich General Froffard mit zwci Armeekorps unternahm. Er war sehr betreten, als er vom Bürgermeister von Saarbrücken vernahm, daß er zwei Armeekorps gegen drei Kompagnien und zwei Eskadronen aufgeboten hatte. Trotzdem meldete Napoleon III. der Kaiserin, daß „ungeachtet der Stärke der feindlichen Stellung einige Bataillone hingereicht haben, um Saarbrücken zu nehmen.' Vor der sogenannten Einnahme von Mühlhausen wurde darauf Bedacht genommen, diesen Ort mit fran-zösiichen Gesetzbüchern, Landkarten und Trikoloren zu Seite 2 Bon Ostpreußen dringen die Deutschen immer tiefer in da» Gouver» newent Suwalki gegen Augustowo und Wilna vor. Dadurch kommt die Wilnaer Armee in die Gefahr, abgeschnitten zu werden. Anderseits können die Deut-sehet den über Warschau und Miawa vordringenden russischen Heeresmassen in den Rücken fallen. Der Bormarsch unserer Truppen in Serbien. Unsere Savetruppe.i haben in den verflossenen Tagen westlich von Mitrowitza trotz heftigen seind-lichen Feuer» binnen zwei Stunden eine Por.ton-brücke errichtet und über diese stärkere Kräfie beför-' bett. E» gelang in Serbisch - Mitrowitza den in guten Betondeckungen befindlichen Feind nach hart-näckigem Widerstände zu vertreiben. Unsere Infanterie konnte sich, gestützt von Artillerie, auf dem Terrain von Zazawiza und Serbisch Mitrowitza ent« wickeln und gegen Kriove vordringend, das von den Serben geräumte Serbisch-Mitrowitza besetzen. In der Sladt waren nur wenige alle Leute. Die Trup« pen sicherten sich gegen heimtückische Uebersälle und setzten ihren Lormarsch fort. Verstärkte serbische Truppen stellen sich zwischen Mitrowitza-Nocsai auf. Nordöstlich von GluSci be-findlicht serbische Batterien beschossen den SüdanS-gang vo» Mitrowitza. Unsere Infanterie, unterstützt von Artillerie, griff im Sturm die Serben an, ver-jagte sie und besetzte nach zweistündigem Kampfe Noesai. Der rechte Flügel besetzte inzwischen Zaza-viza und keilte sich damit in die serbische Front ein. womit eu« serbischer Rückenangriff verhindert wurde. Die Serben zogen sich auf GluSci zurück, wer« den von un» in der Macva umklammert und wer-den nach Besetzung sämtlicher Gemeinden an der Save und an der Drina im Halbkreis zurückgedrängt. Der Bormarsch vollzieht sich unter sehr günstigen Verhältnissen. Beschießung deSLowcen. — Ein gelungener Ue verfall aus Antivari. Am 10. d. wurden die montenegrinischen Ar-tilleriestellungen aus dem Lowcen in wirkungsvoller Weise durch ein österreichisches Flugzeug, da» ein Maschinengewehr und Bomben mit sich führte, an-gegriffen. Der Flieger ließ mehrere Bomben in die Stellungen der Montenegriner fallen, die den Aero-plan vergeblich beschossen. Gleichzeitig nahm die schwere Schiffsartillerie den Lowcen unter heftige« Feuer. Die Beschießung Übte in den feindlichen Stellungen starke Wirkung. Der EckundungSflug bei Flugzeuge» hatten vollen Erfolg. Am 18. d. erschien morgen» eine österreichisch-ungarische Flotille überraschend vor Antivari. Die österreichische Flotte war von einem Hydroplan begleitet, der über den Hafenanlagen von Antivari seine Kreise zog und zwei Bomben abwarf. Die österreichischen Torpedo» boote eröffneten ein heftige« Feuer auf die Hafen-anlagen, schössen mehrere Lagerschuppen in Brand und zerstörten die erneuerte Radiostation. Versorgen. Genau wie vor 44 Jahre», «o vor der Kinnahme Saarbrücken» Pariser Zeitungen meldeten, e» seien beim Ministerium de« Janern schon ,ahlreich« Bewerbungen um die Stelle eine« UnterprSfekte« in Saarbrücken eingelaufen. Zu den phantastischen Eizäh-lungert über unseren und den deutschen Kaiser gibt ei ebenfall« verblüffende Analogien au» dem Jahre 1870. Der .National" schrieb nach der Schlacht bei Metz: „König Wilhelm ist verrückt geworden. Die heftigen Gemütsbewegungen, in welche ihn die Schlachten vom 14., 16. und 13. Oktober »ersetzt haben, in denen die Blüte de« deutschen Adel« niedergemäht wurde, hatten schon sein Gehirn erschüttert. Die entsetzlichen Szenen bei den Steinbrüchen von Zaumont haben ihm vollend« den verstand geraubt.- Diese Steinbrüche von Jaumont sind so klein, daß man ste nur auf ganz besonderen Epezialkarten findet. Dort sollen angeblich 70.000 Deutsche gefallen sein, während die Steinbrüche kaum für 70kolajewitsch würde stch in einem ähnlichen Falle w>»hrschei»lich nicht ander« benehmen, von ihm sag» Pobjedono»jcw, da» bekannte verstorbene geistliche Haupt der hl. Synode, »er würde, wenn e» in seinen _Wucht_ Eröffnung der Feindseligkeiten zwischen Rußland und der Türkei. Donnerstag griff im Schwarzen Meere die russische Flotte die türkische an. Die türkischen Schiffe brachten einen russischen Minenleger und einen Tor-pedobootzersiörer zum Sinken. Ein russischer Kohlen-dampser mit 13 Offizieren und 87 Mann wurde weggenommen. Die türkische Flotte hat keine Verluste. Sebastopol wurde mil Erfolg bombardiert. Die Petersburger Telegraphenagentur meldet: Zwischen 9l/t u.id 107, Uhr vormittag» hat ein türkischer Kreuzer mit drei Schornsteinen in Theo-dosia den Bahnhof und die Stadt beschossen und die Kathedrale, die griechische Kirche und die Speicher im Hafen sowie die Molen beschäsigt. Ein Soldat wurde verwundet. Das Gebäude der Filiale der russische» Bank für auswärtigen Handel geriet in Brand. Um halb 11 Uhr dampfte der Kreuzer nach Südwesten ab. In Nowo-Rofsijsk ist der türkische Krenzer „Hamidie" angekommen und hat die Stadt auf-gefordert, sich zu ergeben und da» Staatseigentum auszuliefern mit der Drohung, im Fall« der Ab-lehnung die Ztadt zu bombardieren. Der türkisch« Konsul und sein« Beamten wurden verhaftet. Der Kreuzer ist wieder abgefahren. Neue Heldentaten der „Emdnt". Nach einer amtlichen Pelersburger Meldung aus Tokio wurden der russische Kreuzer „Zemcug" und ein französischer Torpedojäger aus der Reede von Pulo-Pinang durch Torpedoschüsse des deutschen Kreuzer« „Emden" zum Sinken gebracht. Der Kreuzer hatte sich durch Anbringung eine« vierten falschen Schornsteine» unkennllich gemacht und konnte sich aus diese Weise den vernichteten Schiffen unerkannt nähern. Der Aufstand in Südafrika. „Mattinv" meldet au» London, daß die revolutionäre Bewegung De Wet« in Südafrika täglich bedenklicher wird. Die Rebellen feien ausgezeichnet bewaffnet, gut geführt und hätten fast alle Ein-wohner Heildronn» sür sich gewonnen und die dortige Zentralregierung gefangen genommen. Unsere Verluste. Bi» zur 36. Verlustliste, die am 26. Oktober ausgegeben wurde, zählte die österreichisch-ungarische Arme« 11.169 Tote und 65.490 verwundete, «n und für sich ist die Anzahl der Toten gewiß keine geringe, aber im Verhältnisse zur Zahl de» Riesen» Heere», intbesondere aber im Verhältnisse zu den ungeheuren Verlusten der Russen ist ste al» sehr gering zu betrachten. Die Russen haben allein in den Kämpfen an den masurischen Seen weit mehr Tote zu beklagen gehabt, al» wir während de« ganzen bisherigen Feldzuge» gegen Rußland und Serbien. Di« obige Summe ist übrigen» geeignet, verschieden« phantastisch: Gerüchte gründlich zu widerlegen. Kram paßte, den lieben Herrgott arretieren und die Ge-rechtigkeit meistbietend verkaufen." Auch im Jahre 1370 erzählte nach der Schlacht bet Metz der damalige französische Kriegsminister Graf Palikao in der Deputiertenkammer öffentlich: „Die Preußen haben um einen Waffenstillstand nachgesucht, um thre Toten zu beerdigen.' Einige andere Lügen liefen gleich mit: „Die Preußen haben ihre» Vormarsch auf Bar le Due eingestellt und daS ganz« KürassierkorpS deS Grafen viSmarck ist vernichtet." Alle Welt wußte, wie «S mit Metz steht, nur der französisch« Senat nicht. Noch sechs Tag« nach der Schlacht kniff er mit der Ausrede au», „Marschall Bazaine sei mU so wichtigen Sorgen beschäftigt, daß er der Regierung noch keinen Bericht einsenden konnte." Und auf energische« Drängen meinte er am 27. August: „Wenn er auch wüßte, wo sich die Preußen jetzt befänden, so würde er e« nicht sagen, um — Mac Mahon nicht in feinem Operation«-plane zu stören. In Wahrheit sei da« französische Heer näher zu Berlin als das deutsche zu Pari»." Später wurde da« freilich modifiziert. ffi« hieß, „wenn Bazaine u> d Mac Mahon siegen, dann stünden di« Franzosen Berlin näher al» die Deutschen Pari«" — ja, dann allerdings! Auch damals drangsalierte man die vom Kriege in Frankreich überraschten Deutschen ebenso bar« barisch wie heute. Auf den Krieg gegen Wehrlose, Kinder, Frauen und Greise, verstand sich da» ritterliche Bolk der Franzosen schon damal» meisterlich. Der Deputierte Eugen Pellclan war der einzige, der den Mut fand, in der Kammer sich gegen diese Barbarei aufzulehnen, aber der Minister Element DuvernoiS hatte die Schamlosigkeit, Nummer 8Z 18 Millionen Truppenreseroe». Dem „B. T." wird geschrieben: Da in Deatsch-land sowohl wie in Oesterreich-Ungarn der ungediente Landsturm überhaupt noch nicht oder nur i» ganz verschwindendem Maße zu den Waffen einze-zogen ist, so ist, wenn auch in den Freiwillige» sich eine große Anzahl von Männern des ungediente» Landsturmes befinden, »ach zuverlässigen »chätzim« gen die Zahl der ungedienten Landsturmmänaer im Alter von 20 bi» 45 Jahren in Deutschland mui-bestens 7 Millionen Mann zu schätzen. Für Oester-reich-Ungarn wird die Ziffer der noch nicht eisge-zogenen Landsturmpstichttgen auf 5 Millionen Man» geschätzt. Für beide Länder zusammen ergibt sich also die Zahl von 12 Millionen Mann ausbil-dungSsähiger Soldaten. Zieht man hiervon eme» Teil der Ziffer der noch nicht eingestellten .Frei« willigen", die zum Landsturm gehören, mit eiwa 2 Millionen Mann sür Deutschland und Oesterreich zusammen ab, so ergibt sich noch eine weitere Truppenreseroe sür Deutschland und Oesterreich. Ungarn von 10 Millionen Mann, da? heißt, et stehen von der dienstfähigen männlichen BerÄlke-rung im Alter von 20 bi» 45 Jahren einschließlich der Kriegsfreiwilligen noch 14l£ Millionen Mali» in Deutschland und Oesterreich-Ungarn nicht unt» den Waffen. Diese Zahl erhöht sich endlich noch weter um schätzungsweise dreidreiviertel Million» Mann, fall« die Höchstaltersgrenze von 45 aas 50 Jahre hinauf und die MindestalterSgrenze v» 20 auf 16 herabgesetzt wird. SlleS in alle» ist miihin di« Truppenreserve Deutschlaud und Oester-reich-Ungarn» an kciegSsähiger Mannschaft auf B Millionen zu schätzen. Der Anschlag auf einen österreichische» Truppen führe r. Der Anschlag, von dem in einer der letzt» amtlichen Meldungen au» dem KriegSpressequartier die Rede war, wurde auf den nunmehrigen Oberst Fischer, welcher sich in kurzer Zeit vom Raaz» eine» Major» bi» zu dem eine» Obersten emp«-arbeitete, verübt. Oberst Fischer hat sich besonder« durch die Verfolgung der in die Bukowina einße« drungenen Russe» unvergängliche Verdienste erwor-ben und hat sich besonder» bet der Rückeroberuiz von Czernowitz ausgezeichnet, ja, man kann sage», daß durch seinen kühnen Handstreich die Landet-Hauptstadt der Bukowina wieder in unsere Häide gekommen ist. Er wurde deswegen zum Oberstleit-nant befördert. Bei einer Autofahrt wurde aas Oberstleutnant Fischer, welcher sich den Beina»» „Russenschreck" redlich verdient hat, vo» eine» rumänischen Lehrer au« Dornawatra, name»« GabrieleScu, ein Attentat verübt. Gabriele«» feuerte auf ihn fünf Revolverschüsse ab, die glücklicheres! ihr Ziel verfehlten. GabrielcScu wurde sofort »a-haftet. Bei der Leibesvisitation fand man Rubel \ak außerdem eine Liste. Der Mann wurde sofort euui verhöre unterzogen, welche« ergab, daß Gabriele»« zu behaupten, daß die Preußen mit einer Majrqel dieser Art zuerst begonnen hätten. Zur Veschöaigvtz dieser entsetzlichen Greueltaten, dem Augemrugfteche» da Verwundeten usw., haben die Belgier massenhaft Liga in die Zeitungen neutraler Staaten lanzierl. So z. >. soll «in deutscher Offizier einen belgischen k^thsltsche» Geistlichen erschösse» haben, weil er bei th« ei» «ich-buch gesunden hab«, in dem er schreibt, daß der EiataH der D-utschen in Belgien ihn trauriger gestimmt Hit«, al» die Erzählung von AttUa, Alarich und Tschiagitid^ die er in seiner Jugend gelesen hab«. Sin« häufig in Umlauf gesetzt« Kriegtlüge ist tf den Einfall d«« GegnrrS in da« eig«n« Land »l« K0e zu bezeichnen, in die er plump hineingeriet, ffriozen Niederlagen der Deutschen wurden massenhaft alt fc> richte deutscher Zeitungen ausgegeben. Sehr beliebt ßn> ferner Erschießen, Gefangennahme und Tod der feiid> lichen Heerführer. Der deutsche und bayerische Kroiprtii, unser GenetalstabSchef und andere Feldheere» iturto reichlich mit solchen LiebeSnachrichten bedacht. Sie tl früheren Feldjüg.m, so vermochten auch i» diese» die Lügen die wenigen Nentralen nicht auf die Seite m>?mr zahlreichen Feinde zu bringen, obwohl ihnen da nw Plätze genug angeboten wurden. E« zeigte sich auch fetzt wieder die Lüge trügerisch und vergänglich lezcnül« der Wucht der Tatsachen. Der Sieg wird auch fcltcoui erfochten unter der Devise: Wahrheit besteht ua!> üijt vergeht! l'iUBOiCT 82 wm kn russische« Behörden gedungen war, Oberst-leutnant Fischer ju ermorden oder zu sangen, woraus ein Prei« von 80.000 Rubeln gesetzt war. GabritleScu wurde sofort standrechtlich erschossen. Man hat in Erfahrung gebracht, daß auch noch gegen eine weil höhere Persönlichkeit, nämlich gegen der» ehemaligen Statthalter von Galizien, Dr. BobrzynSki, ei« Anschlag geplant war, aus dessen Kops eine bebeuteub höhere Summe ausgesetzt war. BobrzynSki, dessen rugenseindliche Gesinnung bekannt ist, ist bei den Russen sehr verhaßt. Oberst-leutnant Fischer wurde anläßlich de» glücklichen AuSgangeS de» Anschlages zum Oberst ernannt und erhielt auch eine OrdenSsuSzeichnung. Der Meuchelmord al« Krieg « waffe. Die schändliche Kriegführung unserer Feinde hat in dem bekanntlich russischcrseitS sür dieErmor-dung eine« österreichischen TruppensührerS auSgefetz-ttn Sündengeld von 80.000 Rudel einen kaum noch zu übertressenden Gipselpunkl erreicht. Rußland weicht freilich mit dieser neuen Schandtat nicht von der politischen SittlichkeitSlini« seiner Geschichte ab. Gist, Dolch, Strick und Bombe waren von jeher beliebte Hausgeräte der russischen Politik ! Und der zedungene Mörder ei» ständiger Statist in den Kulissen der moSkvwitischen Geschichte. Ja, der politische Meuchelmord hat in Rußland sogar seinen theoretischen „Philosophen" gesunden, jenen Dani. lewSky, der den Standpunkt vertrat, eine sittliche Verantwortung habe der Mensch nur gegenüber der aesellschastlichen Gruppe, der er selbst augehöre. Mit einer solchen Moral steht da« Moskowitertum allerdings würdig an der Seite feines serbischen verbündeten. Weniger selbstverständlich scheint es ans deu ersten Blick, in diesem Bunde auch Frank-reich und England zu finden. Doch ist nach den bisher auch von diesen „Kulturvölkern" gelieferten Proben scheinheiliger Verlogenheit und schamloser KampfeSwcise nicht zu erwarten, daß sie sür die Schmach ihre? Spießgesellen etwa« anderes als be-schönigende Entschuldigungen finden werden, wen» sie e» nicht vorziehen, diesen Schlag in ihr eigenes Gesicht voisichtig ganz zu verschweigen So sällt auch diese jüngste Schmach zugleich auf alle drei Mitschuldigen diescS ruchlosesten aller Kriege. Da-mit nicht genug, daß ihr haßersüllter Neid die Politik Europas vergiftet und die Welt in das blutigst« Abenteuer aller Zeiten gestürzt hat, werden sie vor dem Urteil der Geschichte auch die Schande zu tragen haben, die gemeinen Massen deS Meuchelmorde« in den offenen und ehrlichen Soldatenkampf getragen zu haben. An die polnischen Juden. Ein Aufruf im Jargon. K r a f a u, 24. Oktober. Die „Gazeta Pos-uanSka" veröffentlicht einen Auftuf, den da» deutsche und das österreichische Armeekommando an die rus» fischen Juden in Russisch-Polen gerichtet haben. tai im jüdischen Jargon versaßte Schriftstück lautet: „Der mechliger Marsch vun unserer Armee hat gezwungen die despotische russische Regierung zur antlausen. Unsere Föhnen brengen eich Recht md Freiheit: gleiche Bürgerrechte, Freiheit vom Slauden, Freiheit zu arbeiten ungestert in alle Ziveiztn vun ekonomischen im kuturellen Leben in «in Geist! Zu lang Hot ihr sick geplogt dem eisernen moSkowitischen Joch! Wi Freind kummen mir zu eich, die barbarische fremde Regierung iS auS! Gedenkt deS Austreiben, woS man treibt tag-iezlich die jidische Massen vun seine eingesessene RalamauS. Gedenkt Kischinew, Homel, Bialustok, Eiedletz, und viel Hunderter andere blniige Pro-grome«! Gedenkt dem BeiliS-Prozeß un die Arbeit min die barbarische Regierung zu verbreiten dem schrecklichen Lügen von Blntgeruch bei die Juden: Asau Hot der Zar gehalten sein monarchisch Wori, rvoS er hat gegeben, elendig in die Klemm! Er ist jetzt wieder in die Klemm'. — Ob, dos i* di Siboh vun seine Versprechungen! Eier hei-liger Chauw iS ajetz, zusammenzunehmen alle krsltn, mitzuarbeiten bei die Befreiung Wendet sich «it dem größten Vitochau zu di Kommandanten vun msere Militär in die Oerter, woS einen nohent zu eich. Alle Sorten Lieferungen wellen bald un gut tezohlt. Bah»! dem Weg, zu bezwingen in ganzem dem Sfannnne un zu brengen dem Nizochann vun Freiheit un Gerechtigkeit! Die obere Leitung vun die verbindet deitschen un csterreichisch - ungarische Urimcs." vclgische Schadenersatzforderun gen an England. Au» Antwerpen wird gemeldet: Ueber sünjzig große Antwerpener Handelshäuser haben wegen Vernichtung großer Warenvorräte durch die Eng« länder vor deren Abzug auS Antwerpen dem amerikanischen Gesandten in Haag Entschädigung«« anspräche gegen die englische Regierung i« der Höhe von 230 Millionen Franken angezeigt, da die Ver-nichtung der Werte nicht während der Verteidigung, sondern erst nach der Räumung durch da« abziehende englische Korp« erfolgt sei. Aegypten. Ju den letzten Tagen lief di« bemerkenswerte Meldung ein, daß die indischen Truppen, die von England nach Aegypten gebracht wurden waren, wiederum nach Frankreich weitergeschickt und durch die aus dem Wege nach Europa befindlichen austra« lischen Truppen ersetzt werden sollen. Bekanntlich hatte sich infolge der Gewaltmaßregeln deS eng-sehen GouverneuerS in Aegypten der eingeborenen Truppen eine solche Erregung bemächtigt, daß man sie entwaffnete und nach dem Süden schickte. In-dische Truppen sollten an ihrer Stelle den Dienst in Aegypten versehen, allein e» scheint, daß infolge der Erregung, die durch die ganze islamitische Welt geht und auch die indische Bevölkerung erfaßt hat, auch die nach Aegypten gebrachten indischen Truppen sich al« für die englischt Politik nicht verläßlich er-wiesen. Nach englischen Angaben standen in Aegypten normal 6000 Mann englisch« Truppen, die bereit« vor Beginn de« Kriege« durch weitere englische Territorialiruppen auf 17.000 Mann erhöht wur-dtn. Unterdessen hat man aber erfahren, daß von diesen inzwischen 8000 Mann nach Indien geschickt wurden, u n den Ausstand daselbst zu bämpsen, und dann die englische Regierung sich entschlossen hat, die au« Australien kommenden BundtStrupptn in Aegypten zurückzuhalten. Wiederum nach englischen Angaben würden dann in Aegypten 5>0.000 Mann englische Truppen stehen, doch dürste die Ziffer zu lwch gegriffen sein unv e» mit 30.000 bis 85.000 Mann fein Bewenden haben. Daß man in England über die Entwicklung der Dinge in Aegypten ebenso besorgt ist, wie über die in Südafrika, ist begreiflich. Aegypten ist der Schlüssel zu Indien, und wenn die Stellung der Engländer in Aegypten vernicklet wird, dann ist kaum abzusehen, wie sie sich in Indien halten sollen. ES wird also für den weiteren Verlauf deS Krieges sehr bedeutungsvoll sein, was in Ägypten geschehen wird. Aegypten ist der Schlüsselpunkt der Macht« stelluug Englands im Mittelländischen Meere und in Asien. England hat durch die ihm beliebte Kon-fiSkation Aegypten» alle Verträge verletzt und da-durch auch den Suezkanal seines internationalen Charakter« beraubt; damit sind rechtlich aber auch all« Vorrechte hinfällig geworden, di« England in Aegyptkn befaß. Ob England« Stellung in Aegyp-ten noch im weiteren Verlaufe des Krieges ver-nichtet werden wird, läßt sich heute noch nicht ab« sehen; eine Neuordnung der europäischen Verhält-nisse nach dem Kriege ist . aber ohne die Wiederher. stellung der Souveränität der Pforte und der Recht« des Khedive mit Ausschluß jeder bevorrechte»«« Stellung Englands nicht dtnkbar. Der S»r,i.jriv>irr Prozeß. Der inmitten de» Kriegilärm« durchgeführte und darum kaum beachtete Prozeß gegen die Mörder de« österreichisch-ungarischen Thronfolgerpaare» hat doch be, deutsame neue Mitteilungen über die hochverräterischen Umtriebe gegen Oesterreich-Ungarn gebracht. Da« umfang-reiche sogenannte „Dossier", da« nach der Voruntersuchung über den Mordanschlag von der österreichischen Regierung den Mächten »ur Einsicht übergebe» wurde, hat zwar ein« Fülle von Einzelheiten mitgeteilt, au« denen klar hervorging, daß alle gegen Oesterreich Ungarn gerichteten hochverräterischen Machenschaften ihren Ursprung im Königreiche Serbien hatten. Dargetan wurde auch, daß die serbische Mitwirkung keineswegs eine« gewissen offi« ziellen Anstriche« entbehrte. Man war aber nach Bekannt» gab« diese« .Dossier«" doch noch immer der Meinung, e« nur mit untergeordneten Regierung«organen in Ser-bien zu tun zu haben. Die Durchführung der Haupt-Verhandlung gegen die Mörder zu Sarajewo hat nun da volle Klarheit gebracht. Schon einer der Hauptangeklagten, der Setzer Eabiinowitsch, der die Bombe gegen den Wagen, in welchem da« Thronfoleerpaar saß, geschleudert hat, die Seit« 3 Wirkung«!»« blieb, hat bei seiner Einvernahme erzählt, daß er durch di« Vermittlung de« Direktor« der ser-bischen Staat«druckerei in Belgrad, an der er beschäftigt war, dem serbischen Kronprinzen in etwa« später Nacht» stunde vorgeführt wurde und daß er mit diesem ein« Unterredung hatte, über deren Inhalt er keine Mit« teilung machen wolle. Ja der «eiteren Folge hab«» nun mehrere Zeugen bestätigt, daß zwischen den zur Beibreitung hochverräterischer Gesinnung unter den Serben in Oesterreich und in Ungarn gedungenen Agenten und dem Kronprinzen von Serbien recht innige Beziehung«» bestanden. So wurden zur Zeit de« Besuche« der Agramer Universität«jug«nd in Belgrad im Jahre 1912 zwei Hochschüler (österreichische Staatsangehörige) vom ser» bische» Kronprinzen Alexander in Audienz empfangen. Bet dieser Unterredung wurde über die Verbreitung der südslawisch«» Idee unter deu südslawische» Hochschülern ln den Schulen in Oesterreich-Ungarn gesprochen. Di« Agramer Universitätijugend hatte damal« auch, wieder Zeuge Dragan Bublitsch aussagte, von der Belgrader Regierung Geldmittel bekommen und bald darauf er-folgte der Mordanschlag gegen den Banu« von Kroatien. Auch der Luka Jngitsch, der e« auf da« Leben de« kroatischen Statthalter« abgesehen hatte, war einer jener Begünstigten, die sich der persönlichen Bekanntschaft de« serbischen Kronprinzen rühmen durften. Der Zweck der von Belgrad au« eingeleiteten südslawischen Studenten« bewegung war nach den Angabe» von Zeugen de« Sarajewoer Prozesse« die Vorbereitung der Revolution im Falle eine« Kriege« Serbirn« gegen Oesterreich« Ungarn. De«halb seien auch die kroatischen Studenten, so oft einer von ihnen nach B«lgrad kam, vom Krön« prinz«» Alexander oder von einem serbischen General empfangen worden. Al« dann dem Luka Zugitsch, der den Mordanschlag auf den Banu« von Kroatien verübt hatte, in Agiam der Prozeß gemacht wurde, hat ein serbischer Unlversität»professor au« Belgrad allen An-geklagten Grüße de€ Prinzen Alexander nach Agram Aberbracht. Da« sind so einig« Einzelheiten auS dem Prozeß gegen Princip, Cabrinowitich und Genossen. Sie ver» dienen wohl festgehalten zu »erden, wenn auch der Verlauf der Ding« seit dem Sarajewo«? Mordanschlag deutlich bewiesen hat, daß nicht die Revolverschüfst de« Princip die Veranlassung zum jetzigen Kriege waren, sondern nur da« Zeichen zum Lo«schlagcn. Diese Ein» zelheiterf verdienen in einer besonderen Schrift verbreitet zu werden. Jedenfalls aber sollten sie bei den Fried« «• Verhandlungen nach Abschluß de« Kriege« aul dem Tische der Unterhändler ihren Platz finden, damit diese auf Grund gericht«ordnung«mäßiger Akten in der Lage sind, den Anteil der serbischen Regierung und der serbischen Hofkreise an den hochverräterisch«» Umtritben gegen Oesterieich-Ungarn festzustellen und damit zugleich zu urteil«», ob di« österreichisch-ungarische Regierung sich derartige gegen den Bestand de« eigenen Staate« gerichtete Umtrieb« im serbischen Königreich« weiter ruhig gefallen lassen sollt«. Am 28. d. vormittag« würd« da« Urleil gefällt. Die Angeklagten Ilitsch, Cubrilowilsch, Kerowitsch, Jowanowitsch und Milowitsch wurden zum Tode durch den Strang, Kerowitsch zu lebenslänglichem schwerem Kerker, Princip, Cabrinowitsch und Grabe, zu 20 Jahren schweren Kerkers, Baso Eubrilowitsch zu 10 Jahren schweren Kerker«, Popowilfch zu dreizehn Jahren schweren Kerker«, Kranjcewitsch und Gjukitsch zu zehn Jahren schweren Kerker», Stjepaoowitsch zu sieben Jahren schweren Kerker« sowie Zagorac und Marko Perin zu drei Jahren schnüren Kerker« verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Gegen dir Fremdlinge in drr deutschen Spracht. 7. Die traurigste Erscheinung bietet jedoch das Eindringen der Fremdwort? in da« deutsche Famü litnltbcn selbst, die Vergiftung des trauten deutschen Familienkreise« mit einer Unmasf« von Fremdwör« Gerte 4 tttn. Im schlichten deutschen Hause ist daS gut deutsche Vater, Mutter, Better, Base. Muhme, Oheim verdrängt morden und hat dem französischen Papa. Mama, Cousin, Cousine, Tante und Onkel Platz machen müssen. DaS erste Wort. daS da« Kind zu lallen vermag, das Wort, daS die Mutter so hoch beglückt und selig macht, da« Wort, mit dem da« Kind seinen Bater, seine Mutter ruft, nein — eS ist kein deutsches Wort — ein französi-scher Eiudringling. Mit dem ersten Worte gleich, daS man mit großer Geduld dem Kinde lehrt, ver-giftet man bereits die unschuldige Seele, vergiftet man sein deutsche« Wesen. Nicht Mutler, uicht Bater lernt das deutsche Kind lallen, — die kleinen Hände streckt eS empor und ruft: Mama, Papa. Ist das nicht eine unverantwortliche Sünde, die di« deutsche M»Uk aus sich ladet, begeht sie damit nicht einen unveraniwortlichen Frevel geradezu an dem unschuldigen Kinde, das einst berusen sein soll, em nützliche« Glied de« großen deutschen Volkes zu werden? Lag denn ein zwingenKer Grund zur Ber-wälschung unserer guten deutschen Ausdrückt, mit denen wir Bater und Mutter un» unsere Ber« wandten rufen, vor? Sicherlich nicht! Leichtsinn und Nachlässigkeit, mangelndes Bolksbewußtsein und lächerliche Nachahmungssucht — die un» Deutschen gar so sehr eigen ist — haben die Fremden herein-gelassen, hinaus wieder mit ihnen und herein mit unseren guten deutschen Ausdrücken. Und sehen wir weiter nach. Wohin sind denn unsere deutschen Taufnamen geraten? Der Wälsch-teusel hat sie geholt. Biele standen bei unS ohnedies nicht im Gebrauche, die guten deutschen Namen, aus welche ein Aussatz von Adam Müller-GuUenbrunn im Kalender deS Deutschen Schulvereine« sür da» Jahr 1888 in trefflichster Weise hinweist, waren sehr selten, aber wir hatten, wenn auch keine ur-deutschen, so doch deutsch klingende, unserem Sprach-gebrauche vollkommen angepaßte Namen aus dem Lateinischen. Der deutsch« Klang dieser Namen, der tat wohl den Ohren unserer deutschen Mütter wehe, sie konnten eS nicht vertragen, es schien ihnen wohl zu alltäglich, ihr Kind Hermine zu ruseu, es mußte eine Hermance daraus werden und Angelique muß e» heißen, weil wohl Angelika schon zu deutsch (I) und daher zu gewöhnlich klingt, wie schön sind doch Namen wie: Henriette, Balerie, Jenny, Henry, Antoinette, Louis, Jean, Charte« usw. Ganz richtig bemerkte hierzu Müller-Gutten» brunn: „Wird es einem Franzosen einsallen, sich HanS Duraktd, Walter Richepin, Hermann Toque-Im, Wolsgang Augier zu nennen? Er würd« seinen deutschen Namen wie eine Narrenjacke tragen. An solche Ungereimtheiten gewöhnen sich die Angehört-gen anderer Völker nur, wenn sie in der Fremde leben, wir aber tragen die fremden Namen daheim. Ganz unleidlich wird diese Erscheinung, wenn ge-schichtliche Namen in Betracht kommen. Wir wollen flia bloß einen nennen: Napoleon! Zahlreiche deut« che Familien haben mit diesem Namen ihr« Kinder befleckt, und wa« bei allen anderen Völkern unmöglich wäre, erscheint un» nicht al« unstatthaft. Die drei großen Helden de« deutschen Krieges heißen Wilhelm, Otto und Hellmut. Welcher Franzose könnte diese Namen tragen, ohne entehrt zu sei»? Die Namen solcher Männer zu führen, die ia d«r Geschichte deS eigenen Volke« Bedeutung gewonnen habe», ist eine schöne Sitte und « ist bei allen Völkern heimisch, nur die deutsche Gesellschaft hat e« nicht würdelos gesunden, selbst jene sremdeu Namen bei unS einzubürgern, die in der Geschichte die traurigste Rolle spielen." Und wie wir e« bei der Wahl de« Namens sahen, der dem Kind beigelegt wird und den eS zeitlebens dann zu trafen hat, so geht eS in der Franzosensucht noch werter. Einer Bonne wird i» unseren sogenannten besseren Kreisen daS Kind überantwortet, natürlich muß diese Bonne recht gut fran-zösisch und dars womöglich nicht deutsch können, nach der Bonne kommt die Gouvernante mit ihrer fran-zösischen Rüstkammer angerückt und jetzt geht der Tanz loS. Französisch lernen ist eine Hauptsache, französisch muß mcm kennen. — Ich verwahre mich vor allem gegen den Borwurs, al« ob ich über-Haupt gegen das Lernen der französischen Sprache austreten wollte — dem ist nicht so, nur das eine muß bei uns al» Regel gellen, zuerst deutsch ler-neu, aber ordentlich deutsch lernen. Denn bei Gott, der Spruch hat bei un« Deutschen seine vo^e Berechtigung, der da lautet: „Der Deutsche ist ge-lehrt, wenn er sein Deutsch versteht!" — Ein sehr hübsches Beispiel dieser bei u»S so arg auftretenden französischen Seuche gibt Joses Wichuer aus Krems in der „Zeitschrift de» allgemeinen deutschen Sprach- Vereines" : „Selbst in den kleinsten deutschen Städten," heißt eS dort, „schießen da die geborenen und un-gebotenen Französinnen wie die Pilze auf und jedes Mädcheu schwört darauf, es könne, ohne die fran-zösische Sprache erlernt zu haben, unmöglich einen Mann glücklich machen. Sagte ja einmal eine be> häbige Grünzeugverkäuserin zu mir: „Meine Toch-ter ist Braut. Nur noch französisch muß sie lernen, dann kann sie heiraten." Im Vorhergegangenen haben wir an Bei-spielen nur, denn wer könnte sich rühmen, in dieser Beziehung ein vollständiges Bild geboten zu haben, gesehen, wie die Fremdwörter das ganze deutsche Heim, das deutsche Familienleben in der Bezeich• nung und Benennung der gewöhnlichsten, täglich ge-brauchten Gegenstände, sowohl als auch im Verkehre der Famiiiengenossen untereinander, in der Nennung der Familienmitglieder durchdrungen und verpestet haben. Mit Schaudern nur können wir des Unheil» al» echte Deutsche gewahr werden, das wir selbst durch unsere Nachlässigkeit und — sagen wir es offen — durch unsere Denkfaulheit angerichtet haben. Eyolera Werkbtatt. HerauSgegebe« vom f. I. Ministerium deS Innern, Oktober 1914. 1. Die Cholera ist eine übertragbare Krank-hcir. Sie wird dadurch hervorgerufen, daß ein bestimmter KraiikheitSkeim (Cholerabazillus) vom Mund ok» in den Darm gelangt. Die Ansteckung geht in jedem Fall von einem Menschen aus. der die Krank-heilSkeimc in seinen Entleerungen, insbesondere in den Darmentleerungen, ausscheidet. Diese AuS-scheidung findet nicht »ur bei Cholerakranken, son-dern oft auch bei Genesend«» (Dauerausscheider), ij itunter auch bei gesund gebliebenen Personen (Bazillenträger) statt. 2. Die Entleerungen, nicht die AuSatmuugS-luft, nicht die Hautausdünstung, enthalten Cholera-keime. Die Gefahr der unmittelbaren Uebertraguug von Cholera ist geringer, als bei vielen anderen In-seklionSkrankheiteu. Auch die Pflege Cholerakranker ist ungefährlich, wen« jede Beschmutzung mit ihren Entleerungen vermieden wird (im Krankenzimmer nicht essen, trinken, rauchen!) oder wenn bei ersolg-ter Verunreinigung gründliche Reinigung und wirk-same DeSinsektion erfolgen. 3. Neben den Choleraenileerungeu selbst kom-men für die Weiterverbreitung der Krankheit von Choleraentleerurgen beschmutzte Gegenstände in Be-tracht (hauptsächlich Wäsche, Kleider. Geschirr und andere Gebrauchsgegenständc, Abort«, verunreinigte» Wasser, beschmutzte Nahrungsmittel). Bestimmte Beschäftigungsarten, zum Beispiel Flußschiff», Flößer, Hafenarbeiter, die verunreinig-teS Wasser trinken, Wischerinnen, die unbedacht mit beschmutzter, nicht desinfizierter Wäsche umgehen, sind der Cholerainsektion ia erhöhtem Maße ausgesetzt. 4. Da« Fortschreiten der Cholera von einem Ort zum anderen Ort erfolgt im Wege dr» Ber-kehre»; eine Verschleppung durch die Lust findet nicht statt. 5. Man laufe nicht auS Angst vor der Cholera davon, sondern bleibe in seinen gewohnten Verhältnisse». 6. Die wichtigsten persönlichen Schutzmaßnah-men sind: Reinlichkeit des Körper», namentlich Waschen der Hände nach jeder Verunreinigung (zum Beispiel Abortbenützunz), unter allen Umständen vor jeder Nahrungsaufnahme; Reinhaltung der Wohnung (zu-mal von Küche und Abort); Fernhalten von Fliegen usw.; Vermeidung der Verwendung nicht einwand-freien Trink- und Rutz(Spül)wasserS (bedenkliches Wasser abkochen!). Vor dem Genuß verdorbener oder schwerverdaulicher Nahrungsmittel, ungekochter Milch, zu großer Mengen von Obst, Salat, Gurken und dergleichen, vor zu reichlicher NahrungSauf-nähme überhaupt, wird gewarnt. Schlechte WohnungSvlrhältniffe. ungenügende Bekleidung, uugeregelte Lebensweise, Diätsehler, Ua-mäßigkeite» jeder Art, uamentlich Trunksucht, wirken ungünstig ein. Die vielfach marktschreierisch angepriesenen Schutz- und H-ilmiltel (CholeraschnapS, Cholera-tropsen usw.) sind wertlos. Alkoholischen Getränken kommt keinerlei Schutz- oder Heilwirkung gegenüber Cholera zu. In letzter Zeit wird vielfach die Choleraschutz-impsung empfohlen. Ob diese Schutzimpsung vorzu-nehmen ist, hat ebenso, wie die Art der BeHand-lang, fallweise der Arzt zu beurteilen. Nummer 82 7. Zwischen Ansteckung und AuSbruch der Krankheit verstreicht bei der Cholera eiu Zeitraum von einem halben Tag bis zu fünf Tagen t)nkul>a-tionSzeit). Nach fünf Tagen ist daher ein AuSbruch der Erkrankung nicht mehr zu befürchten. 8. Die aussallendstrn KrankhertSerscheinuage» sind bei ausgeprägten Fällen heftige (meist schmerz-lose) Durchfälle (Stühle von reiSwasserähnlicher Be-schassenheii) und Erbrechen; hinzu treten oft unstill-barer Durst. Aufhören der Harnausscheidung, schmerz-haste Muskelkrämpse (namentlich Wadenkräwpse). heiser«, klanglose Stimme, starke Erschöpfung. Die Krankheit kann bisweilen auch ohne schwere Gesundheitsstörungen unter den Erscheinungen eine» bloßen DarmkatariheS verlausen. Sicherheit, ob Cholera vorliegt oder nicht, gibt nur die bakteriolo-zische Untersuchung. 9. In Cholerazeit«n ist dem Auftreten verdäch-tiger Krankheitserscheinungen erhöhte« Augenmerk zuzuwenden. Bei jedem Krankheit»- oder Todesfall an Cho-lera sowie bei jedem auch nur verdächtigen Krank« heitS- oder TodeSsaU sind der Sanitätsbehörde die gesetzlich vorgeschriebenen Anzeigen sofort im kürze-ste» Wege zu erstatten. 1V. Kranke und Krankheitsverdächtige sind ab-zusondern. und zwar am zweckmäßigsten im Spital. 11. Personen, die auS «iner Choleragegend ein-langen, unterliegen einer sünstägigen sanitätSpolizei-lichen Ueberwachung am Ankunftsorte (ohne Ver-kehrSbeschränkung und persönlich« Belästigung). Bei besonderer Ansteckungsgefahr (namentlich auch bei Bazillenträgern) kann isoliert« Beobachtung ang ord-net werden. 12. Wirksamer DeSinsektion (fortlaufende Des-infektion am Krankenbett, SchlußdeSinsektion) sind zu unterziehen: die Entleerungen der Krank« (Stuhl, Erbrochenes, Harn) sowie alle Gegenstiod«, die vom Kranken verunreinigt wurde» oder vcrun-reinigt werden konnte» (zum Beispiel Bett- und Leibwäsche, Kleidungsstück«, Eß- und Trmkgrschirre usw.). 13. Der öss«ntlich«u Gesundheitspflege ist ia Cholerazeiten erhöht« Aufmerksamkeit zuzuwenden. Offenkundige sanitäre Uebclstände sind zu behebe» (vor allem hinsichtlich Wasserversorgung und Besei-tigung der Abfallstosse, ebenso Mißstände im Lede»«-Mittel verkehr, bei Massenbeherbergungen usw.). I» Oiten mit guten sanitären Verhältnisse» (guter Wasserversorgung, einwandfreier Beseitigung der Abfallstoffe) wird die asiatische Cholera nicht einheimisch und kann, auch wenn Erkrankungen ein-geschleppt werden, mit Ersolg bekämpft werden. Aus Stadt und Land. Heldentod. Am 25. d. ist der Hauptma»« de» 87. Jnsanterieregiment» Herr Ernst Brosch aus dem serbischen Kriegsschauplatze gefallen. Der frühere Belgieroberst gefallen. In einem Nachtgefecht bei PrzemySl ist am 16. d Oberstbrigadier Karl Weber, Kommandant der 55. Jusanteriebrigade (Friedensstandort Triest) ze> sallen. Oberst Weber hatt« bis End« August bal Grazer HauSregiment Nr. 27 befehligt und b«J Regiment in den ersten Schlachten gefühlt. Da»» wurde «r zum Brigadi«r befördert. Der Name de» heldenmütigen Kommandanten wird im Gedächtniß« der steirischen Lande«iöhne in Ehren sortleden. Todesfall. Donnerstag ist m Graz da Rentner und frühere KaffeehauSbesitzer Herr Fruj Hausbaum im Alter von 52 Jahren nach lasze» Leiden verschieden. Dom Ariegsfiirforgeamt des fc. u. fc. Reichskriegsministeriums, Graz, werde» wir um Aufnahme der Mitteilung ersucht, daß all« bisher beim KriegSfürsorgeamt eingelegten Spende» von Wollwaren, WinlerauSrüstungSgegenMn»«», Naturalien, Tabak. Zigaretten, Zigarren, T«, ucker, gedörrtes Obst, bereit» aus den »Srdlichei riegSschauplatz in den Bereich deS dritten Lor^» mit den Ersatzsormalione» abgegangen sind. Die Spenden haben also ihren Zweck, raschesten« i» ihn Bestimmungsorte geleitet zu werden, vollkomme« er-reicht. Beförderung im Lehramte. Der Lmr- deSausschuß hat een Hauptlehrer an der Lande«-lehrerinnenbildungSanstalt in Marburg, Herrn Hm« Sepperer, in die achte RangSllasfe befördert. Trauung. Am 28. d. fand in der Psan-kirche zu Rann an der Save die Trauung de« Sich-ter« Herrn Dr. I. Kristl, mit Fräulein Jda Laij aus Rann statt. Nummer 82 Schülersammlungen für die ver- mundeten. Da in den Militärspitälern Bedarf » Wäsche und anderen Erfordernissen, insbesondere auch an Rauchzeug, vorhanden ist, veraxstaltet die Direktion der Mädchen bürgerschule durch Schule-rinnen der Anstalt eine Sammlung, sür welche den Gammlerinnen von der Direktion eigene beglaubigte Lammelbogen auSgesolgt werden. Nur die Jnhabe-rinnen solcher beglaubigten Sammelbogen sind zum Eammeln bcr.cchligl. Mögen die jugendlichen Mit-ardeiterinnen an dem edlen Werke in ihrem sreudi-grn Bemühen offene Herzen und offene Hände finden! Für die Soldaten im Felde. Die von tat deutschen Frauen in Cilli eingeleitete Sammlung reu Stricksachen und warmer Wäsche für die im Felde stehenden Soldale» ist von schönem Erfolge legleitet. Es wurde» weiter« gespendet: 168 Schnee-Hauben, 5 t Kniewärmer, 72 HalSwärmcr, 90 Puls-■öntur, 24 Paar Handschuhe. 6 Paar Stutzen, 6 Stück Ohrschützer, 50 Hemde», 50 Holen, 50 Kuß!>zpveu und 48 Paar Socken. Die genannten Lachen wurden bereits an den FrauenhilsSauischuß » Graz für daS heimische 87. Infanterieregiment tdg «liefert. Für das Rote Kreuz spendeten mehrere ilnz«sieute der Firma D. Rakusch anstatt eine« ' Arabkranzcs für den velstorbenen Chef Herrn Julius »-kusch 30 K. Drohe Spende für das Rote Kreuz. : tie Bezirks.'»ankenkaffe Ti'ffer hat dem Zweigv^rein M\ dcS Roten Kreuzes den namhaften Betrag von WO K gewidmet. Spende für das Rote Kreuz. Frau Iizuste Dikin, Gutsbesitzerin auf Schloß Einöd, Ibeirnittelte abermals eine große Spende für das Iesnvespital unseres ZweigvereineS und zwar drei flitzend warme Woll Hemden und drei Dutzend warme Bollunterhosen. Maria und Werner Dikin übermit-Wtcn 1000 Stück Zigaretten. Herzlichsten Dank! Aus Anlaß der Geburt eines stram-men Jungen hat der Schlossermeister und Haus-desitzcr Herr Gottfried Gradt dem Zweigvereine Tilli (Stadt) des Roten Kreuzes für Familien von Kingerücktcn aus Eilli einen Betrag von 50 K ge-spendet. Heil! Für das Rote Kreuz langten weiterS umstehende Spenden ein: Kommerzienrat Franz Vvschnagg stall eines Kranzes zu Allerheiligen für seinen Bruder HanS 50, Eheleute Josef und Josifine Martini 20, Fritzl Martini 10, Herren Neufeld in 5('0, Verwalter Klementschitsch statt Grab-schmuck 4. Gottfried Gradt >uS Anlaß der Geburt me« SlammhallerS 50, Frau Emma Siegl auS Menftein statt Grabjchmnck für Frau Therefe «ulerbach 20, Familie Kalischnig statt Arabfchmuck p Allerheiligen 10 K, Familie Oberst Zaninger ». Imalienheim statt Giusischmückung 10 K. Namhafte Spende. Die Gemeinde Bischof-ktf tat für daS Reservespital deS ZweigvereineS tt'Oi (Stadt) deS Noten Kreuze« 700 Kilogramm lepjel gespendet. Für die Reservisten und deren Fa-milien spendeten die Herren Neufeld iu Stocö WO «. Für das Silberne Kreuz spendeten die Chclevte Josef und Josefine Martini 20 K. Für die verwundeten Soldaten in CWi spendele Frau Ella Wvschnogg al« Weih-uchiöaabe statt Blumenschmuck zu Allerheiligen 100 8. Soldatentag. Am 2. Dezember vollendet min erhabener Kaiser daS 66. Jahr seiner glorreichen Regierung. Ein Freudenfest für alle Böller Lcherreich Ungarns, daS dieselben nicht würdiger unt besser begehen können, als wenn ste auS Mro Anlasse unserer sür Kaiser und Reich im §tl»t stehenden tapferen und ruhmreichen Armee ttffroi&tig gedenken. Die Vermittlungsstelle Steier-«if de» KriegifürforgeamteS Graz, Sporgasse 29, «»iislaltet gemeinsam mit der Zweigstelle Marburg diekfe Amtes mit Genehmigung des k. u. k. Reichs-fciegiimnifttiiumS (Zentrale des KriegSiürtorge-nncs) und der k. k Steiermärkischen Sianhalterei cm 6. Dezember einen Soldatenlag als Eiinne-rzuzifeier an die Thronbesteiguug Kaiser Fian; Z-ies dessen Erträgnisse zum Teile den Wiiwen u» Weisen der auf dem Felde der Ehre verbliebe-nrn Landebdrüder. zum Teile einer Weihnachls-di'herung der im Felde stehenden Soldaten < es drnicn Armeekorps zugeführt werden sollen An Mifeoi Soldatenlage sollen Geldspenden gesammelt itld alle vom KriegSiürsorzeamle deS k. u. k. ZwchskiiegSrninisteriumS herausgegebenen Kriegs- v rutsch c Zvacht erinnerungSartikel durch eine weit aulgreifende Wer-düng und Gliederung im ganze» Lande zum Ber-kaufe gebracht werde». Jeder Steirer, der am häus-lichen Herde deS Friedens in der Heimat teilhaftig ist, gedenke jener, denen wir diese» Frieden durch die heldenmütige Abwehr der anstürmenden Feinde des Baterlandes verdanken. ES ergeht daher an alle arbeilSsreudigen Mitglieder deS Landes Steicrmarks bereit« jetzt die Bitte, in den einzelnen Orten Ausschüsse für die Veranstaltung dieses SoldateritageS zu bilden und mit der Vermittlungsstelle Steicrmarks dc« KriegsfürsorgeamteS Graz, Svorgasfe 29, beziehungsweise für Untersteiermark mit der Zweig-stelle Marburg diese« AmleS das Einvernehmen zu Pflegen. Meldung eines Vermißten. Der bisher vermißte Resavelentnanl deS Landwehrinsaitterieregi-mentes und Professor am Erste» StaalSgymnasiuin in Laibach, Rudolf Groselj, hat seinem Baier, Ober» postlontrollor i. R. BartholomänS Groselj in Laibach, dieser Tage im Wege des amerikanischen Konsulates in Stockholm einen von der russischen Kriegszensur vidierte», von ihm selbst unterfertigten Brief zukom-men lassen, in dem mitgeteilt wird, e« sei ihm nach einer , am 21. August auf dem nördlichen Krieg«-fchauplatze erhaltenen schweren Verwundung der rechte Unterarm abgenommen worden, die Wunde sei schon in Heilung begriffen und er befinde sich als russischer Kriegsgefangener in einer Heilanstalt in Lemberg. Reformationsfest. Morgen Sonnlag findet in der evangelischen Christuskirche um 10 Uhr vor-millagS die Feier des ResormationSsesteS statt. Herr Psarrer May wird predigen über Cen „Sieg des G.aubens'. Unsere große gelt spiegelt sich in hun-derttausend Einzelheiten, von welchen vielleicht gerade die erhebendsten vor der breite» Oeffentlichkeit nicht bekannt werden. In die Kanzlei des Deutschen Schul» Vereines kam vor einiger Zcit ei» Fräulein, daS sich bereit erklärte, für die Zeit des Krieges täglich 50 bedürftige Kinder zu speisen Daß ihr Name ge-nannt werde, hal sich die edle Wohltäterin auSdrück-lich verbeten. Postpaketverkehr mit Ungarn. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz teilt mit, daß nunmehr der Privatpostpaketverkehr mit den ungarische» Komitaten Abauj Torna, Borsod, Hajdu, HeveS und Zemple» wiider zugelassen ist. Im Berkehre mit den Orten Debreqen, MiSkolcz, Er-lau, GyörgyöS, Saioraljpslichtet, dem Kriegfürforgeamt mindesten« 10.000 Kronen zu überweisen. Wa« tut aber die Millionenfirma Ringer? Nicht einmal da« Unglück, daS der Krieg über Taufende von braven Soldaten bringt, ist ihr heilig. Nicht nur, daß sie sür österreichische Krieg«, fürsorgezwecke nicht« hergibt, mißbraucht sie obendrein noch da« Rote Kreuz für Reklamezwecke Denn al« Mißbrauch muß man es bezeichnen, wenn die Singer Co. in ihren Filialen in reklamhafler Weise Sammelbüchsen de« Roten Kreuze« aufstellt. Dagegen hat die Singer Co, wie eine Notiz im Blatte „Ruökoje Slowo" vom 9. {22.) August besagt, sür die Familien der russischen Eingerückten 250.000 Rubel gespendet. Mag nun die russenfreundliche Firma künftig trachten, ihre Erzeugnisse in Rußland an den Mann zu bringen. Gute Oesterreich» und Deutsche werden von nun ab nur mehr die Er-zeugnisse österreichischer und reichSdeuischer Fabriken kaufen, die jenen der Singer Cv. in Qualität und Leistungsfähigkeit zumindest gleichkommen, dazu im Preise aber bedeutend billiger sind". Verhaftung eines flüchtigen Betrü gers Der bei einer italienischen Holzsirma in Franz als Kohlenbrenner bedienstet gewesene Leo-pold Cecconi wuide Ende September nach Hinter-lassung größerer Schulden flüchtig. Am 23. d. wurde er von der Gendarmerie in einem Walde bei Schwarzenbach in Kärnlen unter Holzarbeitern ent-deckt, verhastet und dem KreiSgerichle in Cilli überstellt. Vermischtes. Englisches Stoßgebet. Ihr bösen Deutsche», gebt jetzt Acht, Die Brilen stehn auf stolzer Wacht, In jedem Winkel finden sie Epione ,.Made in Germany". Verräter lins«, Verräter rechts, Bald männ-, bald weiblichen Geschlecht«, Aus, sangt sie ein und fesselt sie Mil Kelten „Made in Germany". Und nehmt bei jedem Schritt und Tritt Zum Schießen eine Waffe mit. Doch traut auch diesen Dingen nie, Auch sie sind „Made in Germany'*. Der Alte aus dem Meeresgrund Ist mit den Deutschen auch Im Bund, Aus seine Hilse bauen sie, Neptun ist „Made in Germany". Drum schlagt ihn tot, den alten Mann, Und schasst uns einen andern an. Da« unsre Schiffe spüren nie Torpedo« „Made in Germany". Schütz, Herr, un« vor dem Zeppelin — Und dann — erhalt un« unfern Spleen, Denn einen größern gab iS nie Der ist nicht „Made in Germany". HSnSchen. Ein unerwartete« Wiedersehen mit ihrem totgeglaubten Gatten konnte dieser Tage die Frau eine« im Felde stehenden Handwerkers au« Berlin feiern. Es hindelt sich dabei um eine Frau \ Läck, der vor etwa 14 Tagen vom Regiment ihre« Manne« mitgeteilt worden war, daß ihr Gatte mit anderen Kameraden gefallen und beerdigt .norden fei. Die junge Frau erhielt gerade den Besuch meh-rerer Freundinnen, die sie zu trösten versuchten, al« plötzlich sich die Tür öffnete und der totgeglaubte Gatte eintrat. Die Frau siel vor Ueterraschung in Ohnmacht. Al« sie da« Bewußtsein wiedererlangt hatte, fiel sie freudestrahlend dem Gatten um den Hate. 2« stellte sich herau«, daß der Heimgekehrte in jenem Gefecht schwer verwundet und in ein Feld-lazarelt gebracht worden war. Das russische „Vaterunser". Au« dem Feldbriese des Fähnrichs Heinz Swoboda ent« nehmen wir folgendes rnisische« „Vaterunser": „Väterchen Nikolaus, der du bist in Petersburg, vertilgt werde dein Name, dein Reich verschwinde, dein Wille geschehe weder im Himmel, noch aus ?rden; bezahle deine Schulden, die du bisher nicht bezahlt hast deinen Schuldiger«, führe sie nicht nach Sibirien, sondern erlöse sie von dir, dem größten Uebel und deinem Reich, ohne Kraft und Herrlich-seit, in der Hölle brate in Ewigkeit! Amen. Eine Prophezeiung für das Jahr 19 l 4. Im Al'öttinger Kloster, wurde auf Perga« ment geschrieben, ans dem Jahre 1641 eine Prophe-zeiung von einem Mönche aus Allötting folgenden Inhaltes gefunden: „DaS Ende «914 wird sehr ereignisreich. Ende Juni geschieht ein scheußlicher Menschenmord auS Poliiik, der KriegSgreuel zur zur Folge hat. Im Juli bereiten sich große Ding« vor. Ansang» August erfolgen acht Kriegserklärungen von den Regierungen der europäischen Staaten. Oesterreich und Deutschland gehen siegreich vor. Deutschland erringt fortwährend Siege. Oesterreich gewinnt ebenfalls erfolgreich: Schlachten. Die Mo-nate September und Oktober fordern Millionen von blutige» Opfern. Zu Weihnachten diktieren zwei Kaiser den Frieden sür Oesterreich und Deutschland. Die Folge davon ist, daß Belgien von der Landkarte verschwindet, Frankreich ein Kleinstaat wird, Ruß« lands regierende Familie unter entsetzlichen Greuel ermordet wird und England seine Macht zur See einbüßt. Neben den verbündeten Staaten entsteht unter der Führung eines Asialen ein Slawenreich von ungeheurer Größe, das aber iu Jahrhunderten von Germanen überstuiet wird, und eist dieser neue Weltenbrand wird alles Leid der Nationen bannen. Ein Achtjähriger prophezeite den Krieg. AuS Osen-Pest wird gemeldet: Ein kleiner Osen-Pester Knabe trat vor beiläufig einem Jahr« mit einem Kiewer Altersgenossen zwecks Austausche« von Briefmarken in einen regen Briefwechsel, und eine Ansichtskarte, die der klein« Russe seinem Osen-Pester Freunde s«ndete, bildet heute ein interessantes Aktenstück zur Vorgeschichte dc« Weltkriege«. Der Kiewer Junge sendete am 12. April eine AnsichtS-karie nach Osen-Pest, deren deutsch geschriebener Text folgendermaßen lautete: „Lieber NikolauS! Ich vor bereite mich zu Prüfungen. In Kiew ist so warm wie im Sommer. Ich glaube, daß in jetzigem Jahre wird ein großer Krieg sein." Diese« Schrei-den ist keine Prophezeiung, keine kindliche Phan-taste, sondern ein wichtige« Dokument, denn zwei Onkel de« kleinen russischen Jungen sind — russische GencralflabSoffiziere. Schrifttum. 73 österreichische deutsche Vaterlands-lieder» darunter O, du mein Oesterreich, G»tt erhalle, Wacht am Rhein sind soeben in der Hofmusi» kalienhandlung Carl HaSlinger, Wien 1., Tuchlau-ben 11, in zwei Bänden erjchienen (Preis für Kla-vier 1 20 K, sür Violine, Flöte uiw. 72 Heller pro Band). Zwei Textbücher (76 patriotische Lieder ent« haltend), kosten pro Heft 12 Heller. Ein patrioti- - scher Liederkran, „Wir müssen siegen" in prächtig« Ausstattung (für Klavier 1 80 K) ist, wie alle übn-gen Werke in allen Musikalienhandlungen oder direkt vom Verlage erhältlich und köunen wir dieselbe» allen deutschen Musikfreunden besten« empfehle». Der europäische Krieg. Historische Xta> stellung der KriegSereigniffe von 1914". Bon R. Hemberger. Mit »ielen Illustrationen, Porträt«, Karten und Plänen. DaS Werk erscheint in zirk« 40 Heften, jedes mit vier Bogen Inhalt, Gwj« oktavformat, zu 50 Heller. (A. Hartleden'« Verlag in Wien.) Wir alle sind Zeugen von Geschehnisse», die an Furchtbarkeiten alles übertreffen, was die Welt je erlebt hat. Was sind die Kriege von ei»ß gegen den Zusammenprall der Millioneuheere, der sich jetzt vollzieht! Der Dreißigjährige Krieg mit seinen Schrecken und seinem Elend, die napoleoin« schon Feldzüge, ja selbst der Deutsch-Französische Krieg und der Krieg zwisch«n Rußland und Java» sind kaum mehr als Episoden, wenn man die Flucht-barkeit der modernen Wassen, wenn man die Zahl der Kämpfer in Belrachl zieht, die in diesem cui» päischen Ringen einander gegenüberstehen. Gerat« in dieser Zeit, die sich noch kaum Rechenschaft »der sich selbst geben kann, beginnt daS groß angelegt« Geschtchiswerk: .Der europäische Krieg", eine hiit» rische Darstellung der KriegSereignisse, im geeigneten Momente zu erscheinen. Noch glühend den gewaltigen Eindrücken der letzten Woche», » Banne de« Miterlebten wird der Verfasser ein Zck-gemälde entwerfen — seine Vorgeschichte anSifiljc darstellend —, das den Tatsachen wirklich qei wird. DaS Erleben der Gegenwart soll den Gr deS GeschichtSschreiberS führen; denn nur fo hu e« möglich werden, ein zuverlässiges und treue« B ld der Geschehnisse zu geben. Hemberger« Weck „Der europäische Krieg" ist keine KüegSchroiuk titl Zeitungsberichten zusammengestellt, sondern ein mt-ste«, historische« Werk in fortlausender Reihenfolge der großen Ereigniss«, die sich jetzt vor un« ad-spielen. Helichtss-?at. Wien. 28. Oktiber. Die besondere Erwerbsteuer. Der VerwaltungSgerichtShos verhandelte he»le über eine Beschwerde des Berg- und Hülteniveiket Store gegen die Finanzlandesdirektion in Grq wegen der besonderen Erwerbsteuer. Die Beschwert« richtete sich insbesondere gegen die Nichtanerken» der Passivz'U en eine« der Gewerkschaft ge» Darlehens als SteuerabzngSpost. ferner zege» di« Nichtanerkennung der Auslagen für Kirchenbauz» Der VerwaltungSgerichtShos wies die Beschwerde all unbegründet ab. In der Begründung wird bezüglich der Passivzinsen aus die früheren Erkenninisse, b«> züglich der Auslagen sür Kirchenbauzwecke darin' verwiesen, daß die kirchlichen Baubeträge als Zuschlag zur Erwerbsteuer anzusehen seien. Hingesendet, Für unsere tapferen Soldaten, fc* Anleitung zur Herstellung gestrickter BekleidungsiM sür unsere Soldaten ist soeben in H. Tütnmfa Verlag in Chemnitz erschienen und durch alle B» Handlungen zu beziehen. Da« kleine Schristche» nur 10 Pfennig und unterrichtet die Frauen ida da« Stricken von Kopfschützern, Fausthandschuh Kniewärmern, Leibbinden, Pulswärmern und an von unseren im Felde stehenden Soldaten so gebrauchenden Bekleidungsstücken. Ein Teil des Jta gewinne« ist zum Besten der Kneg«sürsorge. MATTONTS EINZIG IN SEINER ] ANALYTISCHEN BESCHAFFENHEIT. BESTES ALT9EWÄHR FAMILIEN 6ETRÄNK. t- + * silESSHÜBLER OmM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. K»«»t»ft»bcila«e »er »Deutsche« Wacht" i« Killt. Nr. 4t »Die Süomarl" «rschemt jede» vonntaq atS unentgeUlich« Beitag« fflr bi« ü«(ex bn .D«uttt«n VBaAf. — Stnuln ist „Die eslbmnrt" nicht käuftich. 1914 (Nachdruck verboten) Kine Weintefe in Ieindesland. Rovellelte von H. Gerbel. Im Glanz der Oktobersonn« lag die französische Landschaft da. Strotzend im Reichtum ihrer Goldtrauben reihten sich die Weinberge und drunlen. wie angelehnt an die Hügel, die schmucken Häuser der Weinbergbesitzer. So klar und lachend und — so friedlich lag dieser gesegnete Ecdenfleck da, als gäbe es nicht wälsche Tücke und nicht wilden, blutigen Krieg auf dieser Erde. Hier laz auch daS Haus und das kleine Wein« gut des Herrn Henry Chaboutain. Einen offenen Brief in der Hand durchstürime an diesem Morgen Chaboutain, ein frischer' Fünfziger, sein Zimmer. Sein Gesicht, das den brünetten TypuS der Südfranzofen zeigte, trug alle Spuren der Erregung. Obwohl zum Enbonpoint neigend, war er jetzt mit auße» ordentlicher Behendigkeit zur Türe, riß dieselbe auf, klatschte noch in die Hände und rief: „Louison! Margut! Angel! Allons, ihr Mäd-chen und bringt die Mama mit! Habe eine verflixte Nachricht erhalten! Jetzt heißt eS handeln, schnell — schnell!" Aus dem Jnngmädchenstübchen in der Man-sarde erfolgte als Antwort ein mutwilliger, kleiner Schrei. Die blondlockige LouiZon, die sich just vor dem Spiegel eine schwarze Schmetterlingsschleife in» Haar steckte, fuhr zurück, jedoch nicht ohne ihrem Spiegel-bilde eine Kußhand noch zuzuwerfen. Die glmäugige Angel aber, di« eine geöffnete Bonbonniere im Schoß hielt, schob noch hastig zwei Brrdunrr BonbonS in den Mund, benutzte einen dritten als Wurfgeschoß auf die Schwester und war dann wie der Wind zur Türe. „Eine verflicht? Nachricht--brr. Wie mag die fein?" „Vielleicht hat dein Juan um dich angehalten," iiecherte Louison. ..Jetzt heißt eS handeln — aber schnell ! hat Papa gedroht. Du sollst unter die Haube, Angel." „Könnt' mir schon gefallen, voila tout! Mit diese* verflixten Nachricht hat 'S schon feine Richtig» keit, wenn'S dem Juan gilt. Seine Bonbons gefallen mir beffer als feine Küsse, ha, haha." Lachend, und sich aus den zierlichen Hacken-schuhen wiegend, stürmten die beiden Mädchen die Treppe hinab. Hier stießen sie auf Margut, die auS der Küche geeilt kam, daraus der Duft der gerösteten Kastanien drang. „Eher Papa hat befohlen und wir sollen Mama mit ins Schlepptau nehmen! Eine verflixte Nachsicht — vielleicht ein deutscher Zeppelin in Sicht? — hu . . * sprudelte sie und tänzelte mit derselben unnachahmlichen Grazie wie ihre Schwester »eben dieser her. Gleich daraus trat das lustige Kleeblatt, in der Mitle die Mama, beim Hausherrn ein. Frau Cha> boutain war eine dicke, brünette Französin, die sich pustrnd ins Zimmer hereinwühlte. ..Hoheit haben besohlen? Ist Poincare vielleicht zurück nach Pari«? Oder ist die Sau über Europa gelaufen?" knixte Louison. Ehaboutain gab ihr einen zärtlichen Backenstreich, denn die Blonde war fein Liebling. Dann aber fuhr er sich aufgeregt mit den gespreizten Fingern durch« Haar. Seine Frau aber rief: „Henry, um Gottes willen, was ist? Du weißt, ich bin anders wie unsere Kinder — bin eine ängstliche Natur, — mir liegt'S schon wie ein Unglück in den Gliedern." Dabei irrt« ihr Blick zu dem Kruzifix über den Betschemel in der Zimmerecke. „Ein Malhenr ist'S sreilich." Chaboutain be-gann wieder im Zimmer auf und ab zu laufen. „Ja — ja, ein Malheur, aber' — listig mit den Augen zwinkernd, rieb der WeingutSbesitzer sich die gänbt, »wir wollt« bfm abhelft», — ich. du, Jeanette und die Mädchen." Louison stieß Angel an und kiecherte : ..Hast du gehört? Abwenden wollen wir daS Malheur, die Eltern und wir drei — wir teilen unS in den Juan, ha. haha!" Margot aber rief: „Eher Papa, so schieß doch endlich ab — wir brennen ja vor Ungeduld — wie lautet denn die Nachricht?" .Habe ich daS noch nicht gesagt?- rief Chaboutain und langte nach »ein Briefblatt. „Nun, einige Meilen von hier sind die ersten deutschen Ulanen erschienen I Freund DüboiS schreibt wir die«, er hat'a aus sicherer Quelle —" Frau Chaboutain ließ einen Schreckensruf aus, ln dem Margut und Angel einstimmten. , „Die Feinde kommen! Herr deS Himmels, dann sind wir verloren! ries die Mutler und ihr Doppel-kinn zitterte vor Ausrcgung. „Ja, dann wir sind verloren/ echoten Margut und Angel, „denn die Deutschen sollen wahre Ban-diten sein, sagt man." Louison aber sprudelte: „Wir? Gott bewahre, so schlimm wird's nicht gleich werden. Aber unser« Trauben werden verloren sein! Die Deutschen wer-den unsern Weinberg plündern —" „DaS war mein Gedanke!" fiel Chaboutain «in und fuchtelte erregt mit d«r Hand in der Luft. „Daher: schnell, schnell ia den Weinberg I Wir müssen di« Trauben noch vor Ankunft der Deutschen bergen I" Dies leuchtet« allen ein. Selbst der Mutter, schwerfällig und angsterfüllt, wie sie war, war der Gedanke ein mächtiger Sporn. Ja, nur rasch in den Weinberg, nur rasch die kostbaren Trauben pflücken, nur rasch, damit nicht noch die Ulanen kamen l Zehn Minuten später war im Weinberg die Lese bereits in vollem Gange. Chaboutain, Frau Jeanette, Louison, Margut und Angel, alle pflückten, pflückten, pflückten. Der sonnenklare Morgen und der herrliche Garten, wo durch gri'ngoldigeS Laub blaue, grüne und goldfarbige Prachttrauben in verschwenderischer Fülle blinkten, dazu die Hast der Arbeit, verscheuch-ten gar bald die gewitterschweren Gedanken, die vor-hin ia allen aufgestiegen waren. Die hellen Kleider der Mädchen lugten durch daS Laubwerk; die mun-ter« LouiSon hatte die Lachlust der Schwestern be-reitS wieder geweckt; Neckreden erschollen; manche Veere verschwand in rosigen Mäulchen und die Körb« füllten sich überraschend schnell mit den kist-lichen Früchten. Da «iSntc ptdhtich von unten herauf: „Bon jour F»a»cais!" Im Weinberge antwortrte ein helle? Schrei. Eine kleine Ulanenpatrouille. mit einem Leut-nant an der Spitze, war es. Prächtige Gestalten, aber heiß vom Ritt und die Zunge klebte. Und oben die schönsten Trauben l Ein Blick — dann stimmte eine kräftige Ulanen-stimme an nach bekannter Melodie: „WaS blinkt dort von der Höh'? WaS blinkt dort von der Höh'?" Und nun fiel nun die ganze kleine Schar ein: „WaS blinkt dort von der Höh'?" ..Halt!' kommandierte der Leutnant,. den die Trauben gerade so lockten, wie seine Soldaten. Er winkte zwei heran — bieder« Handwerker in Frieden»;«» — und erteilte ihnen einen kurzen Befehl: „Aber dar bezahlen?" Inzwischen schwebte die Franzosenfamilie im Weinberge in Angst und Schrecken. Chaboutain hatte bei dem plötzlichen Erscheine» der Ulanen das Schlottern bekommen. Er fürchtete nicht allein sür seine Trauben, er fürchtete auch, daß jeden Augenblick er und d« Seinen niedergeknallt würden. Aschfahl im Gesicht, versuchte er indeß äußer-lich feine Ruhe zu behaupten und pflückte weiter. Anders Frau Jeanette. Bei dem Gruß der Feinde war sie entsetzt zu-rückgetaumelt und Schutz suchend, hinter di« grsüll-ten Körbe retiriert. Dick war sie, hatte sie bei der Retierade zwei Körbe umgeworfen und hockte nun am Boden, die Früchte wieder einzusammeln. Ihr Busen wogte, ihr Doppelkinn schlottert«; das Haupt geduckt, als erwarte sie den Gnadenstoß hockte die Aermfte da und rief insgeheim Peter und Paul und andere Heilige um Schutz an. Wie zwei verschüchterte Gazellen äugten dagegen Margut und Angel durch die Spaliere auf die deut-schen Ulanen herab. Ihre Herzchen pochten in Furcht und Neugierde. Und noch anderes ließ sie lauter schlagen: daS Bedauern, daß diese schmucke Schar ihre Feinde waren. LouiSon aber, di« kecke LouiSon, hatte sich als Zielscheibe ihrer Blicke den Leutnant erlieft. Und sieh« da. auS der Zielscheibe ward flug» eine Augen-weide, die in dem heißen Herzen der jungen Fran-zösin allerhand unvcrnünftige Regungen weckte. Wie fortgeblasen waren darüber Angst und Schrecken — welch «in hübscher, schneidiger Mann dieser Ulanen-leutnant war! Schade, daß sie so böse Menschen sein sollten, diese Deutschen! Sonst, ja sonst — ach, wie gern« Hütte Louison drin VrutanMt Ur schSnste Traube geschenkt! Ja, die Trauben! Auf diese hatten «• die Ulanen offenbar abgesehen. Begehrlich sahen alle zu den Trauben hinaus. Nun machten sie Rast. Und nun Y Nun befahl der Leutnant. WaS ? wußte Louison, da sie deutich nicht kannte, nicht. Großer Gott, am Ende —ein heftige? Schreck Pakte sie — ge. fchah nun gar, w-rs sie alle befürchtet. Die Deut- schen würden den Weinberg plündern und-- schaudernd hörte Louison im Geiste schon ihr TodeS-röcheln . . . Zitternd sah sie jetzt die abgesandten Ulanen den Hügel hinanstürmea und in den Weingarten hinein — Chaboutain, das Gesicht aschfahl, wollte ihnen entgegentrelen, wurde aber von seiner Frau am Rock-schoß zurückgehalten. Wie ängstlich flatternde Bögel drängten sich die drei Mädchen aneinander — „Donnez des raisins !M (Gebt Äeintrauden.) riefen die Ulanen und zogen das Ponemonnaie. Einen Augenblick waren die ChaboutainS wie erstarrt; sie glaubten ihren Augen nicht trauen zu dürfen Im nächsten war der Bann gelöst. Frau Jeanette ließ ihren Mann los, in dessen Gesicht die Farbe zurückkehrte. Ueber die Gesichter der Mädchen aber huschte der Mutwille wie Sonnenlichter. Im Husch, im Nu brachten sie Trauben herbei. „Kosten Sie, Messieurs, ob sie munden!' rief Louison und zielt« schalkhaft lächelnd mit den ein-zelnen Beeren nach den Ulanen hin. Gutmütig gingen diese auf den Scherz ein. „Wie könnten sie anders schmecken als süß, da sie von der Demoiselle kommen?" Und blitzgeschwind verschwanden die Beeren hinter den bärtigen Lippen. Chaboutain ab«r eilte den Hügel hinab und brachte auch dem Leutnant eigenhändig die schönsten Trauben. .Eine köstliche Labe", nickte der Offizier, .hier Euer Lohn." Damit drückte er dem überraschten Weinguts-besitze? ein Goldstück in die Hand. Einige Minuten später war die Stelle, wo die deutsche Ulanenpatrouille Rast gemocht, leer. Ja der Ferne hallte daS Trappeln ihrer Pferde, glänzten ihr« Lanzenspitzen im Sonnenstrahl. Droben im Weinberg aber standen die Chaboutain» und Iahen den entschwindenden Reiter« nach, und konnten sich noch nicht von ihre« Erstaunen erholen. Als ober gar Chaboutain deo Seinen daS Goldstück zeigte, das der Leutnant ihm zum Lohn gegeben, da schlug LouiSon die Hände zusammen und rief und alle stimmten mit ein: „Oai sind doch die Deutschen für prächtig« Menschen, sind doch nicht die Banditen, vvn denen unS erzählt wurde." Und LouiSon rief: „Und waS für ein schöner Mann der Hrrr Leutnant! So rinrn schönen gibt'S in ganz Frankreich nicht!" «Nichdnüt verboten.} Indische Arauen. Bon H. Steen. Indien steht gegenwärtig im Vordergrunde deS Interesses. Indische Truppen sind bereits auf Frankreichs Boden angelangt. Die Entsendung derselben ist wohl vornehmlich seitens Englands aus der Er-wägung erfolgt, daß eS nicht ralsam ist, europäisch ausgebildete Jndier in der Heimat zu belassen, da gerade ste sich dem aufrührerisch gewordenen Teile der indischen Bevölkerung anschließen und dadurch ein« indische Empörung zu der größten Gefahr für Großbritannien machen könnte. Doch nunmehr einiges über die indische Frauenwelt. In Indien besorgt den schweren Teil der Feld-arbeit meist der Mann, nur leichtere Arbeiten fallen der Frau zu. So besorgt die Jätm des Unkrautes und wo Reisbau stattfindet, das Verpflanzen der Reispflanzen. Während die Männer auf dem Felde tätig sind, füttern die Frauen daS Vieh, flechten Matten und Körbe, spinnen selbstgebautc Baumwolle und bereiten daS Mahl. Natürlich fällt ihnen auch die Beaujsichtigung der Kinder zu. Bei der Rückkehr des ManneS hat die Frau die Pflicht, ihm Wasch-Wasser über Hände und Füße zu gießen. Ist der Mann siegreich und mit Beute beladen von der Jagd heimgekehrt, so preist sie ihn während des WaschenS mit überschwänglichen Reden. Die Dienst-leistung beim Waschen verlangen selbst die noch in den Kinderschuhen steckenden Söhne von der Mutter. In vielen Teilen Indiens ist der Familiensinn stark ausgeprägt und die Liebe der Eltern zu den Töchtern eben so groß wie zu den Söhnen. Bis zum 7. oder 8. Jahre lausen die Kinder beiderlei Geschlechtes ganz nackt umher; dann sangen sie an. Lendenschurz zu tragen. Die Ehe« werden sehr zeitig geschlossen, in Bengalen ost noch im Kindesalter. Knaben von 8 bis 10 Jahren werden mit 6 und 8jährigen Mädchen verheiratet. Allerdings bleiben die Kinder zunächst noch bei den Eltern; doch ist die Ehe durchaus rechtskräftig. Ein Unglück ist es für daS Mädchen, wenn der Knabe frühzeitig durch den Tod dahingerafft wird. Wiederverheiratung ist näm-lich dem Inder etwas ganz Unbekanntes. Nie darf sich die jung» t^rau lotebrr fit>iiistcfrn, nie an bm Bergillgungen ihrer «lter«genosfinnkn teilnehmen, nicht einmal der Trost mitleidige» Zuspnichc« wird ihr gewähr», dagegen trifft sie überall Verachtung, selbst die eigenen Eltern überhäufen sie mit Schmäh, ungen und unmenschlichen Reden. Kein Wunder, daß manchem dieser gequälter Wesen daS Leben zur Last wird und viele Selbstmord begehen, um den Quäle-reien «in Ende zu machen. In manchen Gebieten Indien« ist das Aller der Verheiratung höher, aber selten über 16 respektive 14 Jahre. Di« Verheiratungen geschehen nach alter onen» taliscker Sitte durch Zahlung eines Kaufpreises sei» tenS dcS Bräutigam«, doch muß bemerkt werden, daß vielfach auf den Willen der Tochter Rücksicht ge> nommen wird, diese also keinen Zwang bei der Wahl de« LebenSgesährten erduldet. Aucb ist die Eheschließung mit gewissen Formen, an manchen Orte» sogar mit gewissen Feierlichkeiten verbunden. Eigentümlich ist die bei manchen Stämmen beob» achtete Sitte, daß die Braut immer aus einen ande« ren Stamme sein muß als der Bräutigam. Vielfach nimmt die Frau auch eine ganz geachtete, dem Manne ebenbürtige Stellung ein, fo zum Beispiel bei den KolfS, wo sie meist nicht nur die „Herrin des HauseS" heißt, sondern auch wirklich ist. Ehe-scheidungen kommen häufiger vor als Vielweiberei, die vielfach dem Besitzer mehrerer Frauen Verachtung einträgt. Ucbrigens herrscht in einigen Teilen In-dient, z. B. in den an Tibet grenzenden Gebieten, auch di« Vielmännerei, indem die Söhne eines HauseS durchweg eine Frau haben. Die »US der Ehe stammenden Kinder gehören den Brüdern der Reihe nach. Bei den Todaindern rm Süden der Halbinsel bestand der Vielmännerei wegen in frühere» Zeiten die grau-fame Sitte de« Mädchenmorde«. Man ließ in jeder Familie nur ein Mädchen leben, die übrigen wurden alle ermordet. Im südlichen Indien, im Tamilgebiete vornehm-lich, sind die Familienbande sehr stark, soweit es sich um Mitglieder derselben Familie handelt; trotzdem verkümmert die Gallenliebe auch hier unter der Un-sine de« zu frühen Heiraten». Die jungen Mädchen haben keine Ruhe, bi« sie in die Ehe gelangt find. Wer bi« zum 13. Lebensjahre diese« Ziel nicht er» reicht hat, hält eS überhaupt für unmöglich, je in den Hafen der Ehe einzulaufen. Bei dieser blinden Heiraislust ist eS erklärlich, daß ein leidliches, häuS-licheS Glück zu den Seltenheiten gehört. Diese Er-scheinung zeigt sich fast aberall in Indien und aus ste sind die «eisten Uebelstände im indischen Fami-lienleben zurückzuführen. Deshalb sind auch die Häuser nicht selten, in denen die Frau der niederen eiSnkc ni<%t »»,. »«• .3*'« »>«- g-»dr>»» *>«<*»» Prtigel »hält. Da« hindert aber den Mann nicht, ein« Ehehälfte zu besinge» und den Ehestand poetisch zu verherrlichen. Aus Ceylon machen sich europäische Einflüsse mehr al« in Indien bemerkbar. Sie zeigen sich schon äußerlich in der Kleidung. Die Frauen trage» hier, an den Küsten wenigsten«, meist einen seidenen Rock, eine weiße Jacke, im Haare Kämme von Schildplatt, sowie goldene und silbern» Nadel«, am Hals« und an den Händen Perlenschnüre. Die Ehen werden auf Ceylon in den weitaus meisten Fällen von den Eltern geschlossen, die aus di« Nei-gung des zu verheiratenden Mädchen» nur selten Rück« sich» nehmen. Lange vor der Hochzeit schon beginnen die eigentlichen Hochzeitsgebränche. Der junge Mann heiratet oft fchon mit 16 Jahren, das Mädchen ent. sprechend früher. Die Brautwerbung geschieht stet« durch Mittelpersonen. Stand und Vermögen spielen eine nicht zu unterschätzende Rvlle; einem Angehöri« gen der untersten Kaste mag oiemand seine Tochter in die Ehe geben. Die Frau erfreut sich in Ceylon ziemlicher Freiheit und besitzt fast alle Rechte des Mannes. DieS wird bei den Hochzeitszeremonien auch symbolisch angedeutet, indem Mann und Frau au« einer Schüssel Rei« essen, wodurch bezeichnet werden soll, das völlige Gleichheit zwischen beiden besteht. ES gibt gewisserwassen zwei Arten der Ehe: Digha und Bina. Bei der ersten verläßt die junge Frau das elterliche Haus, um bei dem Manne zu wohnen. Gestaltet sich daS Eheleben nicht nach ihrem Wunsche, so kann sie jtderzrit die Trennung von ihrem Manne verlangen. Willigt dieser ein, so müssen die HochzeiiSgeschenke zurückgegeben werden. Bei der Binaehe zieht der junge Mann in da« HauS seiner Schwiegereltern. Da er aber meist rück-fichtSloS behandelt vird, verläßt er e« oft bald wieder. Ein Sprichwort sagt, daß der vorsichtige Mann nur vier Dinge in das Hau« der Eltern seiner Frau mitnimmt: Sandalen zum Schutze der Füße, ein Talivpotblatt, um sich gegen die Sonnen-strahlen zu verwahren, einen Stab zur Stütze und eine Laterne zur Beleuchtung feines Weges, damit er zu jeder Zeit «nd Stund« den ungastlichen Herd verlassen kann. Bemerkt muß leider werden, daß die Frauen aus Ceylo« nicht selten Ehezänkerinnen sind; jede Haushaltung hat daher ihre Zwistigkeiten. Dazu kommt, daß Falschheit und Hinterlist in allen Verhältnissen auch bei d«n Männern an der Tage«, ordnung sind, so daß auch in den intimste« häus« lichen Kreisen aus Redlichkeit der Gesinnung nicht gerechnet werden kann. Nuwwer 82 venische iUadit Seite 7 Für die Beweise herzlichster Anteilnahme an dem uns schwer betroffenen Verluste durch das Hinscheiden unseres lieben, guten Söhncbens^ bezw. Brüderchens Otto Franz List sowie für die zahlreiche Beteiligung an dem Leichenbegängnisse und für die schönen Kranz- und Blumenspenden sprechen wir biemit unseren tiefempfundenen Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. Z. 42668/14 II 5507. Kundmachung. Der steiermärkisehe Landesausschuss hat beschlossen, zu Zwecken einer gründlichen Ausbildung von Winzern in der amerikanischen Reben-kultur und im Betriebe einer Obstbaumschulo, sowie Anlage von Obstgärten und Behandlung ders;lben auch im Jahre 1915 je einen ständigen Winzerkars und zwar an der: 1. Landes-Winzetschule in Silberberg bei Luibnitz, 2. Landes-Obst» und Weinbauscbule in Marburg, 3. Landes-Winzerschule in Oberradkersburg tu veranstalten. Diese Kurse beginnen mit 15.. Februar und schliesst mit 1. Dezember 1915 ab. In Silberberg werden 26, , Marburg 14, , Oberradkersburg 14 Grundbesitzers- und Winzerssöhne aufgenommen. Diese erhalten an den genannten Anstalten freie Wohnung, volle VerkOstignng und ausserdem einen Monatslohn von 3 Kronen. Die Ausbildung an diesen Kursen ist in erster Linie eine praktische and nur insoweit auch eine theoretische, als dies für Vorarbeiter und selb-Wändige Winzer unbedingt notwendig erscheint. Mach Schiusa der Kurse wird jedem Teilnehmer ein Zeugnis über dessen Verwendbarkeit ausgestellt. Behufs Ausnahme in einen dieser Kurse haben die Bewerber ihre itempelsreien Gesuche bis spätestens 6. Jänner 1915 an den Landes-«uschuss zu übersenden. In diesem Gesuche ist ausdislcklich zu bemerken, in welche der vorerwähnten Winzerschulen der Beweiber einzutreten wünscht, und sind | beixuschliesseu: 1. der Nachweis über das zurückgelegte lö. Lebensjahr, 2. das Moralitätszeugnis, welches vom Pfarramte bescheinigt werden muss, 3. ärztliche Bescheinigung, dass der Bewerber nicht an einer ansteckenden Krankheit leidet, 4. Entlassungszeugnis aus der Volksschule. Beim Eintritt« müssen sich die Bewerber verpflichten, vom 15. Fe-bnar bis 1. Dezember 1915 ununterbrochen im Kurse zu verbleiben und iQra die Ausbildung bezweckenden Anoidnungen der landschaftlichen Ftchorgane Folge zu leisten. Graz, im Oktober 1914. Vom steiermärkischen Landesausschusse: Edmund Graf Attems Anempfehlung. Den hochgeehrten Damen von Cilli und Umgebung erlaube mir meine Kleider-Anfertigungswerkstätte gefälligst in Erinnerung zu bringen und zur Ausführung von Frauenkleidern, Mänteln, Jacken, Blusen etc., billig, in einfacher und feinster Ausführung nach dem neuesten Wiener Zeitgeschmack zu empfehlen. Um Zuweisung werter Aufträge, welche raschest und sorgfältig ausgeführt werden, bittet hochachtungsvoll Marie Buttula, Dimenkieider-Ansertigang, Cilli Rathausgasse Nr. 5, I. Stock. Daselbst werden Lehrfräuleins welche für sich selbst arbeiten, ausgenommen. Freundliche Wohnung bestehend aus zwei Zimmern und grosser Küche, an ruhige Partei sofort zu vergeben. 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