Lllibkchkr Taiiblatt. Redaction und Expedition: Bahnhofgassc Nr. 15. Pränumeratioiisvreile ^ ^ J^>srrtlvn«preise Ein- , PriinumerationsPreise ^ ^ ^sertlonrpreise: Ein- .. Nr. 21. Freitag, 25. Janner 1878. — Morgen: PoLMrpus. 11. ZahW Mit d-r Posti G<«>,iiih'.fl.is. ^ <-> s- / ^ i-ig-n bi« S Ztilen 20 ,r. ^ " Zur Ausgleichskrise. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom Mittwoch, den 23. d., sollte die Berathung über den Zolltarif und die Besteuerung des Petroleums in Angriff genommen werden. Nachdem das Zoll- und Handelsbündnis in dritter Lesung genehmigt worden war und der Landesvertheidigungs-Minister den Entwurf eines Militär - Einquartierungsgesetzes als Regierungsvorlage eingebracht hatte, nahm jedoch Präsident Dr. Rechbauer das Wort, um mit Rücksicht auf die große politische Tragweite des Zolltarifs und der Finanzzölle dem Wunsche der Regierung nach Vertagung der Debatte Ausdruck zu geben. Nachdem das Haus keine Einwendung erhob, so wurde die Sitzung geschlossen und die nächste auf Samstag den 26. d. M. anberaumt. Diese Vertagung wird die Regierung benützen, um mit der Verfassungspartei in direkte Berührung zu treten. Auf den gestrigen Tag war die Konferenz der Obmänner des Klubs der Linken, des Klubs des linken Centrums, des alten und des neuen Fortschritts- sowie des Polenklubs, ferner Dr. Herbst, Präsident Rechbauer und der Herren Gomperz und Ed. Sueß, diese beiden als Referenten über den Zolltarif, mit dem Ministerpräsidenten anberaumt. Die „N. fr. Pr." hält es für wahrscheinlich, daß bezüglich des Petroleumzolles auf die Nachgiebigkeit Ungarns gerechnet wird und lediglich der Kaffeezoll (24 kr. per Doppelzentner) den entscheidenden Punkt bildet. Nach ihren Informationen wäre ein großer Theil des Hauses entschlossen, für Erhöhung des Kaffeezolls auf 20 fl. zu stimmen, und es würde sich daher nur noch um eine Differenz per 4 fl. handeln. Der „Deutschen Zeitung" wird aus Abgeordnetenkreisen geschrieben, es könne als That-sache betrachtet werden, daß das Ministerium unmittelbar nach der gemeinsamen Ministerkonferenz dem Monarchen durch den Ministerpräsidenten erkläre, es traue sich nicht die Möglichkeit zu, für die neuerlich festgestellten Ausgleichsvorlagen die Zustimmung des Parlaments zu erwirken, und es sei deshalb bereits seine Plätze berufeneren Männern zu überlassen. Es wurde den Ministern hierauf bedeutet, daß die Krone diese vom Ministerium behauptete Unmöglichkeit nicht als erwiesen annehmen könne. Weder liege in dieser Hinsicht ein Votum des Hauses noch auch nur der Verfassungspartei vor, und die Krone könne sich deshalb vorläufig zu einer Regierungsänderung nicht entschließen. Nach dieser Nichtannahme des Demissionsanerbietens erklärten die Minister, weiter im Amte verbleiben zu wollen. 2.) Donaufestungen. Die türkischen Donaufestungen müssen mit Rücksicht auf die dauernde Rühe und Sicherheit Rumäniens rasiert werden. 3.) Bosnien und die Herzegowina. Bosnien und die Herzegowina sollen aus derselben Basis wie Bulgarien organisiert werden, jedoch wäre gleichzeitig auf eine durchgreifende agrarische Reform Rücksicht zu nehmen. 4.) Rumänien. Rumänien erhält als Compensation für seine im Kriege gebrachten Opser eine Vergrößerung seines Territoriums und wird als unabhängiger Staat anerkannt. 5.) Serbien. Im Interesse der europäischen Ruhe wird Serbien künftighin, mit Aufhebung des bestehenden SuzeränetätsverhältniffeS, ein selbstständiges Staatswesen bilden und soll durch die Kreise von Nisch und Kossowo, sowie durch das Gebiet von Prisrend und die Casa Novi-Bazar vergrößert werden. 6.) Montenegro. Montenegro erhält die ihm in der Konftantmopler Konferenz zugedachten Gebiete, ferner den Hafen von Antivari, sowie das Küstengebiet, welches bisher den Hafen von Montenegro trennte. 7.) Dardanellen. Das Schwarze Meer soll den Handelsschiffen aller Nationen zum freien Verkehre offen stehen. Was die Kriegsschiffe betrifft, so soll die Durchfahrt durch die Dardanellen im Sinne des Vertrages von Unkiar-Skelessi nur den Flotten der Uferstaaten offen stehen. 8.) Armenien. Um die Ostküste des Schwarzen Meeres zu beschützen, verlangt Rußland die Abtretung des Hochplateaus von Armenien, namentlich die Abtretung des Hafens von Batum und der Festungen Kars und Erzerum. 9.) Kriegsentschädigung. Rußland erachtet es für gerecht, daß die Pforte eine Kriegs-entschädignng zahle, und dieselbe dürste im Ver- Die Friedensbedingungen. Auf außerordentlichem Wege erhält das „N. W. Tagbl." Kenntnis von den russischen Friedensbedingungen. Dieselben bestehen in folgenden Punkten: 1.) Bulgarien. Bulgarien umfaßt das Gebiet von der Donau bis Adrianopel, eventuell bis zum Flusse Mariza. Rußland legt im Interesse der europäischen Ordnung und um künftige Conflicte zu verhüten, Werth darauf, daß dieses Gebiet in möglichst lose Verbindung zur Pforte gebracht wird. Bulgarien zerfällt in zwei durch den Balkan getrennte Provinzen, in Cis- und Transbalkanien. Beide Theile sollen jedoch nur ein Parlament haben und durch einen von den Bulgaren zu wählenden Hospodaren regiert werden, welcher nur der bulgarischen Nationalversammlung verantwortlich wäre. Das Verhältnis zur Pforte soll in einem jährlich an den Sultan zu zahlenden Tribut seinen Ausdruck finden, dessen Höhe der aus den Ergebnissen der letzten Jahre zu berechnenden Durchfchmttsziffer der reinen Einkünfte des betreffenden Gebiets zu entsprechen hätte. JeuiLleton. Die Dardanellenstraße und ihre Befesti-gungen. Im Hinblick auf die zu einer Entscheidung sich zuspitzende militärische Lage in Rumelien dürfte ein Blick auf die vielgenannte Meerenge der Dardanellen nicht ohne aktuellstes Interesse sein. Diplomaten und Militärs haben ihre Aufmerksamkeit derselben zugewendet, und sie mag beiden von gleich hoher Wichtigkeit erscheinen. Vor allem darf nicht übersehen werden, daß Adrianopel von Gallipoli, dem nördlichen Sperrpunkte der Dardanellen, nur 25 deutsche Meilen, Konstantinopel aber von der zweiten Häupstadt 30 deutsche Meilen entfernt ist, eine Bedrohung des ersteren Platzes bei Fortsetzung der Feindseligkeiten über die Capitale Thrakiens hinaus somit noch näher liegt, als die der türkischen Metropole selbst. Gleichwol ist anzunehmen, daß eine Action der russischen Jnvasionsarmee gegen die Dardanellen schon im Hinblick auf die augenscheinlich unabwendbaren politischen und militärischen Complicationen, welche dieselbe zur Folge haben könnte, kaum stattfinden dürfte. Gegenüber England wäre dies ein aggressiver Schachzug, der an übermüthiyer Provokation kaum etwas zu wünschen übrig lassen würde. Daß die Pforte selbst den wunden Punkt der Meerenge bei Gallipoli gegenüber einem von Norden oder Nordwesten vorrückenden Feinde empfindet, beweist die erhöhte Aufmerksamkeit, welche sie demselben im Laufe des letzten Sommers in militärischer Hinsicht zuwandte, indem sie den Obersten Baker mit der Herstellung von Befestigungen an dieser Stelle betraute. Vorher, wo die Dardanellenstraße selbstverständlich eine ausschließlich maritime Bedeutung hatte, die sie nach der Natur der Sache wol auch immer behalten wird, hatte man nur die eigentlichen Seesperren im Kanal selbst vor Augen, namentlich aber diejenigen am Südende und in der Länaenmitte desselben. Während des letzten orientalischen Krieges hatten die Alliierten in Gallipoli nur einige Erdschanzen aufgeworfen, die bei der damaligen gänzlich gefahrlosen Lage völlig überflüssig waren. Von Altersher steht hier nur noch em niedriger, viereckiger Thurm, angeblich das Werk Bajazids I., der mit seltenem Scharfblick in Gallipoli eine höchst wichtige militärische Etappe auf dem Wege von der füiheren Sultansresidenz Brussa nach Adria» nopel erblickte. Um so blinder verhielt sich dem Verluste dieses Hafen- und Sperrpunktes gegenüber Joannes Paläologos, welcher der Meinung war, „einen Schweinstall" verloren zu haben, an dessen Besitz nichts gelegen sei. Thatsächlich aber stand den damaligen Osmanen mit der Eroberung des vonseite der Byzantiner mit so großer Geringschätzung behandelten Platzes ganz Thrakien offen, und wie die Geschichte lehrt, fand Murad I. auf seinem Zuge nach Adrianopel kein Hindernis mehr, das seiner Eroberung Schranken hätte setzen können. Wie von Gallipoli die Machtentfaltung der OS-manen auf europäischem Territorium ihren Ausgang genommen hatte, so könnte heute dieser Punkt zu einem Defensiv-Bollwerke werden, dem, namentlich im Hinblick auf eine eventuelle „fremde" Hilfe, eine entscheidende Rolle in politischer wie militärischer Hinsicht vollauf gesichert erscheinen müßte. Die Stadt Gallipoli ist ziemlich weitläufig, jedoch nahezu ganz aus Holz erbaut. Der Handel ist sehr lebhaft und wird namentlich von den zahl- hältuis zum Kriegsaufwaude nicht viel unter 1»/r Milliarden Rnbel betragen. 10.) Occupation. Bis nach erfolgter Zahlung genannter Kriegsentschädigung wird eine russische Armee in Bulgarien Zurückbleiben. Die Occnpationstruppen wären aus dem der Pforte zu zahlenden Tribut zu erhalten. Anch hätten dieselben über Aufrechterhaltung der Ordnung zu wachen, bis Bulgarien sich eine nationale Armee gesMffen hat. Vom Kriegsschaichlatze. Nach einer Wiener Banquiersdepefche wäre Gallipoli bereits ym 22. d. von der russischen Avantgarde erreicht worden. Inzwischen dürften etwa 8- bis 10,000 Mann unter Suleiman Pascha theils zur Sicherung dieses wichtigen maritimen Punktes, theils zur Bedrohung der russischen rechten Flanke während des Vorrückens gegen Konstantinopel, bei Rodosto (am Marmarameer zwischen Gallipoli und Konstantinopel) und Tschorlu (nordöstlich von Rodosto landeinwärts), etwa 25-bis 30.000 Mann unter Mehenied Ali Pascha und schließlich 15,000 Mann in der Linie Derkosch-Tschekendsche concentriert worden sein. Nachdem die Rllssen südlich des Balkan kaum mehr als 100.000 Mann haben, welche durch die vielen nothwendigen Detachierungen noch bedeutend zusammenschmelzen, so dürfte die Türkei durch die momentane militärische Situation immerhin noch so viel Zeit gewinnen, als dem englischen Parlamente nöthig ist, um seine Beschlüsse zu fassen. Zu der griechischen Bewegung telegrafiert man den „Times" aus Athen vom 20. d.: „Die Truppen in Chalcis haben den Befehl zum sofortigen Abmarsch nach der Grenze erhalten. Einer der besten Infanterie-Offiziere ist an der Spitze einer znmtheil aus Deserteuren von der Armee bestehenden Bande, auf dem Wege nach Thessalien, in Chalcis verhaftet worden. Er hatte sein Werbebureau in dem Hause einer der Ehrendamen der Königin aufgeschlagen. Viele Familien — man schätzt sie auf 200 — langten gestern von Volo an. Die hiesigen Griechen fühlen inehr als Mitleid für diese Flüchtlinge. Sie fürchten, daß das russische Vorrücken und die versprochene Befreiung der slavischeu Provinzen die Muselmänner nach griechischen Distrikten treiben werden, wo sie die Eingebornen vertreiben und dem Hellenismus ein Ende machen würden. Die Krisis besteht fort, und Kurios Trikoupi ist ernstlich unpäßlich." reichen Griechen schwunghaft betrieben. Ueber den Umfang und die Stärke der neuesten Vertheidi-gungsarbeiten liegen zwar keine eingehenden Berichte vor, doch dürfte es im allgemeinen nicht schwer fallen, sich trotz dieser Unkenntnis ein ziemlich zutreffendes Bild von deren Anlagen zu verschaffen. Die Landenge, durch welche hier der thrakische Chersones mit dem Festland in Verbindung steht, besitzt kaum eine Breite von 8000 Meter; beide Küstenseiten, sowol die am Marmara-Meer als jene in der Bucht von Saros, besitzen tiefe, vorzügliche Anlaufsplätze für Kriegsschiffe größten Tiefganges. Eine Absperrung dieser Landenge nach Norden hin, um die übrigen Dardanellen-Forts an der europäischen Küste im Rücken zu decken, wäre im übrigen nicht die erste Maßnahme dieser Art an den denkwürdigen Gestaden des Hellespont. Bei Gallipoli ist die Meerenge ungefähr eine Meile breit. Im Südosten liegt Lamsaki am garten-und waldumzogenen Gestade der astatischen Uferseite, genau der Aegospotamos-Mündnng gegenüber; weiterhin beginnt sich die Wasserstraße allmälig zu verengern, bis zu jenem öden Geröllgestade, Die indirekten Steuern und die öffentliche Gesundheitspflege. *) „Die Gesundheitspflege hat ein heiliges Recht und eine ernste Pflicht, in Bezug auf indirekte Steuern ihr Wort zu erheben, denn es gilt dem Volkswohle." Von diesen Motiven geleitet, unterzieht der als Arzt und Hygieniker berühmte Prof. Reel am in der von ihm redigierten Zeitschrift „Gesundheit" die im deutschen Reiche beabsichtigte Einführung der indirekten Steuern, namentlich für Tabak, Bier, Branntwein, Kaffee nnd Petroleum, einer eingehenden Kritik und versucht an der Hand hygienischer Erfahrnngen und Beobachtungen, den Beweis zu liefern, daß die Besteuerung von Branntwein, Bier und Tabak für düs deutsche Reich nicht nur zulässig, sondern geradezu geboten erscheint, während die gleichfalls geplante Besteuerung des Kaffees und Petroleums hygienisch durchaus unzulässig sei. Der eingehenden Erörterung Reelams entnehmen wir die folgenden Stellen, die für die österreichischen Leser von nmso größerem Interesse sein dürften, als ihnen bekanntlich ähnliche „indirekte Steuern" zugedacht sind: „Wenn eine dem Staate zu leistende Abgabe als geringer Perzentsatz einer bestimmten ändern, häufig wiederkehrenden Ausgabe zugeschlagen wird, so zahlt sie der Bürger unmerklich, Woche für Woche, Tag für Tag. Sie schmerzt ihn nicht, sie beunruhigt ihn nicht; er hat nicht an sie zn denken, und wenn der Gegenstand der Besteuerung ein richtig gewählter ist, so fühlt er ihn auch nicht. Ganz anders dagegen verhält es sich, wenn die gleiche Summe als direkte Steuer aufzubringen ist. Wird aber durch Aufschlag auf irgend einen Lnxnsgegen-stand die Steuer genommen, so ist sie nicht nnr dem Volke so gut wie nnsühlbar, sondern sie kann sogar zu einem Hilfsmittel der Diätetik und der Volkserziehung im großen werden. Dies ist der Fall bei der Besteuerung des Tabaks, die vom hygienischen *) Wir geben der vorstehenden, uns von einem sehr geschätzten Parteigenossen zugehenden Mittheilung um so lieber Raum, als die in derselben ausgestellten Grundsätze in Bezug aus Tabak, Branntwein, Kaffee und Petroleum von jedermann gebilligt werden müssen, nur das Bier möchten wir vor den ihm gemachten Vorwürfen in Schutz nehmen und in Bezng aus Kassee uud Petroleum «och bemerken, daß der Widerstand gegen jede Erhöhung der betreffenden Zölle gewiß auch einem allgemeinen Bc-dürsnisse entspricht und cs höchst wünschenswerth ist, daß die diesfalls beantragten Finanzzölle wenn möglich vermieden werden, allein in Bezug auf Kaffee muß wol bemerkt werden, daß die unbemittelten Klaffen wol überall aus Kaffeesurrogatc gewiesen sind, ihnen daher die Zollerhöhung keinen Abbruch verursachen würde, während Petroleum allerdings ein ganz allgemeines Bedürfnis ist. Üebrigcus würde die Ausgabeuerhöhnng für jeden Con-fumenten durch die neuen Finanzzölle eben eine so geringe und unmerkliche sein, daß sic keine Störung in seinem Haushalte verursachen würde. Die Red das sich zwischen zwei Felsklipen weit gegen eine steinige Landzunge des asiatischen Festlandes vorschiebt. Es ist die Stätte von Sestos und Abydos, verklärt durch die Liebeslegende Hero's und Leanders, noch mehr aber berühmt infolge des zweifellos hier erfolgten Ueberganges der Armee Xerxes' und jener Alexanders nnter Parmenion. Das nebenan liegende Cap Nagara-Burnn zeigt die » erste türkische Befestigung, wenn man von Norden her kommt. Die Meerenge wendet sich von hier i ab direkt südwärts und erreicht unmittelbar hierauf : ihre schmälste Stelle mit kaum 2000 Meter Breite bei den eigentlichen Dardanellenschlössern Tschanak- - Kalessi auf der asiatischen uno Kilid-Bahri auf i der rumelischeu Userseite. Die alten Befestignngen : bestehen eigentlich nur aus Thürmen und Wall-> mauern, welche noch kurz vor Ausbruch des Krieges mit uralten Geschützmonstren, darunter solchen für : Steinprojektile, armiert waren. Neuestens hat man - nun einzelne dieser Mauern niedergerissen, nament- - lich im Süden von Tschanak - Kalessi (Töpser-; bürg), um jene Krnpp'sche Niesenkanone zu pla-; cieren, welche der berühmte Kanonenkönig seiner-, zeit dem Sultan Abdul Aziz zum Geschenk ge- Standpnnkte nur mit Freude zu begrüßen und mit Dank anzuerkennen ist. In Frankreich, Oesterreich und Italien hat die Besteuerung des Tabaks ihren guten Einfluß ausgeübt. Man rancht in diesen Ländern jetzt weniger als in Deutschland, und man hat größere Sicherheit, für höhern Preis anch bessere Ware zn erlangen. Die wohlthätige Folge davon ist gewesen, daß im Verlaufe der Zeit die Gewohnheit des gedankenlosen Vielraucheus immer mehr und mehr abgeuommen hat. Wie viele zerrüttete Nervensisteme, wie viele Magenleiden und Ver-dannngsbeschwerden, wie viele Fälle von hartnäckiger Schlaflosigkeit, wie häufig Abnahme der geistigen Fähigkeit und Verfallen in Irrsinn trotzdem durch Uebermaß des Verbrauchs an Rauchtabak in den letzten Jahren herbeigeführt worden ist, — — das läßt sich zwar nur annähernd berechnen, daß aber hiednrch eine Schädigung des Nationalvermögens, ein Herabdrückeu der Leistungsfähigkeit des Volkes auf geistigem wie auf materiellein Gebiete bewirkt wird, das ist für jedeu Arzt außer Zweifel gestellt. — Gleiches gilt in Bezug auf Besteuerung von Branntwein und Bier. Der Gennß des erstern vermehrt sich in Deutschland, und es ist durch Wahrnehmungen erhärtet, daß der häufige Genuß des Branntweins nnd Liqnenrs weiter nach Süden gedrungen ist, und daß in Gegenden, in denen man früher ausschließlich Weiu trauk, *) jetzt, nachdem das Bier sich daselbst mehr und mehr eingebürgert hat, anch der Branntwein jetzt einen größern und häufigeren Zuspruch findet. Nicht der Krieg und seine Einflüsse, nicht der Mangel an Religiosität, noch der materialistische Zug unserer Zeit hat die Roheiten und jene Snbordinationslosigkeit herbei-geführt, von denen Gerichts- und Polizeiacte jedes deutschen Landes Kunde geben, sondern die unglaubliche Zahl von „Kneipen", welche Woche für Woche in allen größeren Städten den schon vorhandenen hinzugefügt werden und in denen Bier nnd Branntwein, die beiden verdummenden Dnselgetränke, fast ausschließlich verbraucht werden. Längst ist bekannt, daß durch den Gewohnheitsgennß des Branntweines das Sittlichkeitsgefühl der Bevölkerung sich abstumpft — und daß Gemeinheiten aller Art über-handnehinen. Bekannt ist auch, daß im Kreise Can-terbury iu England über 1000 Gemeinden bestehen, in denen kein Bicrhaus uud kein Schnapsladen sich findet; der Polizeibericht schreibt: Wo man ein Dorf ohne Bierhaus uud Branntweinladen findet, da herrschen Friede uud Ueberfluß. — Man kennt also das Wirksame Mittel gegen Verbrechen und Verarmung; — statt jedoch das Mittel zur Anwendung zu bringen, thut man das Gegentheil und ertheilt täglich neue Schankconcessionen. Wenn die *) Auch in Krain bemerkbar. macht hatte. Erwägt man, daß gerade von dem genannten Punkte aus der ganze südlicke Theil der Dardanellen bis zur Ausmündung der Sec-straße ins Aegäische Meer beherrscht zu werden vermag, so liegt zweifellos in der Position des asiatischen Dardanellenschlosses die Hanptkraft aller Seebefestigungen zwischen Kum-Kaleh im Süden nnd Gallipoli im Norden. Außer der alten Töpferburg wurden neuestens auch drei andere Batterien, Medfchidje, Köfche-Bnrun und Nagara-Burun mit Krupps verschiedenen Kalibers und Zwanzig-und Sechsunddreißig - Psündern armiert. Kilid-Bahri am europäischen Ufer besaß früher gleichfalls einen imposanten Geschützpark von alten, leider nicht mehr zweckdienlichen Kanonen, darnnter auch solchen mit dem Wappen der venetianischen Republik, und ganze Berge von Steinprojektilen von der Größe derjenigen, die man noch immer im Graben der Stämbnler Landmauer und des Schlosses Rumeli-Hissar am Bosporus sehen kann. Mit diesen Antiquitäten hat inan gründlich aufgeräumt und die meisten Stücke dnrch Krupps, angeblich 15 an der Zahl, ersetzt. In der Nachbarschaft von Kilid-Bahri befinden sich noch weitere ndirekte Besteuerung durch Erhöhung des Preises den Verbrauch verringert, und wenn zugleich eine sorgfältige Ueberwachuug der Nahrungsmittel die Fälschung verhütet, durch welche etwa der Preis ausgeglichen werde» könnte, — dann wird die indirekte Steuer auf Bier uud Branntwein ein Segen sein, und wir können sie nur loben und preisen. — Ganz anders lautet der Ausspruch der Gesundheitspflege in Bezug von Besteuerung auf Kaffee- und Petroleum. Beide sind keine Luxusgegenstände; beide siud heutzutage höchst dringend nothwendige Lebensbedürfnisse. Kaffee ist das echte und wichtigste Proletariergetränk. Für den Vornehmen ein Luxus-, für den geistigen Arbeiter, der sich gut nährt, ein Genuß seiner Thätigkeit und viel richtiger durch Thee zu ersetzen — ist der Kaffee für den Armen und Unbemittelten die größte Wohlthat; denn er befähigt denselben, mit der körperlichen Nahrung, die er sich zuführt, auszukominen. Französische Arbeiter habeu diese Thatsacheu bereits 1850 festgestellt. Bei kärglicher Kost und Kaffee gedeiht der Arbeiter zwar nicht besonders, aber er vermag doch zu leben und zu bestehen; er vermag zn arbeiten und sich und seine Familie zu ernähre» — während er bei kärglicher Kost und Branntwein körperlich und geistig herabkommt und schließlich ins Elend versinkt. Wenn dem so ist, so fügt der Staat sich selber und einem großen Theil der Bevölkerung einen empfindlichen Schade» zu, sobald er den Kaffee besteuert. Das hieße muthwillig dem Elende und der Verarmung Thür und Thor öffnen — das hieße muthwillig sich Hindernisse bereiten, an denen es der gedeihlichen Entwicklung ja wahrlich nicht fehlt. — Die Besteuerung des Petroleums wäre kaum ein geringeres Unglück, seitdem es als hellstrahlendes Licht in die düsteren Kellerwohnungen des Armen eingezogen. Unsere Gesetzgeber scheinen wenig mit dem Volke in Berührung zu kommen, sonst würden sic nicht haben daran denken können, durch eine Steuer, deren Ertrag im günstigen Falle ein geringer ist, das Angenlicht der Heranwachsenden Generation zu gefährden, den an Helle Beleuchtung gewöhnten Arbeiter seiner Häuslichkeit zu entfremden, die untern Volksklassen noch mehr herabzudrückeu, Noth und Elend hervorzurufeu, deuen zu steuern doch ihre Aufgabe ist." Tagesneuigkeiten. — Kronprinz Rudolf in England. Aus Edinburgh wird geschrieben: „Der Kronprinz von Oesterreich besuchte am Samstag mit dem österreichischen Konsul mehrere Orte von Interesse in Edinburgh, unter ändern die Fabrik der North British Rubber-Company, die Gerichtshöfe, die Universität und das Museum für Kunst und Wissenschaft. Nach mittags besuchte der Prinz den Holyrood-Palast und begab sich hierauf nach Hamilton-Palace zurück, wo er den Sonntag zubrachte. Der Ball, welchen der Herzog von Hamilton am vorigen Dienstag zu Ehren des Kronprinzen gab, war ein glänzender. Derselbe fand in der Tribüne, einem der geräumigsten und prächtigsten Säle Schottlands, statt." — Beschränkte Garderobe. Vor dem Richter des zweiten Bezirkes in Wien erschien am 23. d. M. ein Vagabund, welcher ans der Wohnung des Schneidergesellen Johann Holzleitner auf der Favoritenstraße ein Beinkleid und eine Weste gestohlen hatte. Nachdem der Dieb vernommen war, sollte der Bestohlene aussageu. Anstatt seiner meldete sich jedoch eine ärmliche Frauensperson. Richter: Sie sind ja nicht der Johann Holzleitner. — Frau: Aber ich biu sein Weib. Er kau» unmöglich kommen. — Richter: Warum denn nicht Wir werden ihn noch einmal vorladen müssen. — Frau: Dann kann er auch nicht kommen. — Richter: Es ist ja aber in seinem Interesse. — Fran: Ja, ich glaubs schon, aber da müssen Sie mir erst seine Hose und die Weste geben, welche ihm gestohlen worden sind, sonst kann er nicht vom Haus fort. — Richter: Ja, fageu Sic mir, was hat denn Ihr Mann angehabt, wie ihm die Kleider gestohlen worden sind. — Fran: Nichts, denn wir waren ja noch im Bett und haben geschlafen. — Richter: Warum sind Sic denn auch so unvorsichtig und geben die Kleider in die nnvcrsperrte Küche. — Frau: Ja, Wissens, mein Mann is halt am Tag vorher vom Wirthshaus spät z'Haus kommen, und damit ich ihn nöt hören soll, hat er sich gleich in der Knchl draußen aus-zog'u. Na, jetzt wird er sichs schon merken, der Kalfakter. — Richter: Sie werden die Kleider ihres Mannes bekommen, damit er bei der Fortsetzung der Verhandlung erscheinen kann. — (Voltaire's Todestag.) Eine diefer-tage von republikanischen Notabilitäten in Paris abgehaltene Versammlung beschäftigte sich mit den Vorbereitungen für eine würdige Feier des in die Ausstellungszeit fallenden Todestages Voltaire's (gestorben den 30. Mai 1778). Unter anderm beschloß man, eine Chrestomathie aus den Schriften des berühmten Philosophen herzustellen und in einer Volksausgabe zum Preise von nur ein Franc zu verbreiten. Außerdem sollen die bedeutendsten Redner das Andenken des großen Mannes in Vorträgen feiern, seine Werke in sämmtlichen vorhandenen Ausgaben ausgestellt, seine hervorragendsten Trauerspiele aufgeführt werden, und endlich ist auch ein Volksfest ins Auge gefaßt. Lokal-und Provinzial-Angelegenheilen. — (Personalnachrichten.) Die Herren Josef Kersnik, Mathias bahnhof-Restauration. — Dem Comite zur Veranstaltung des Handlungsballes gehört auch Herr Franz Schantel als Mitglied an. — (Die morgige Turnerkneipe), welche im Klubzimmer der Kasinorestauration abgehalten wird, dürfte eine der amüsantesten in dieser Saison werden; die soeben in Laibach anwesende Volkssänger-Gesellschaft wird beniüht sein, durch ihre Mitwirkung in derselben das Stillebeu „ein bischen auszufrischen." — (Aus dem Vereinsleben.) Die „Slo-venSka Matica" hält am 13. Februar l. I. in Laibach ihre Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht unter anderm die Wahl des neuen Ausschusses, darunter auch die Ergänzungswahl für die aus dem Ausschüsse und aus dem Vereine ausgetretenen Professoren Max PleterSnik, Franz Wies-thaler und F. Aakelj. — (Gemeindewahl in Radmannsdorf.) Bei der gestern vorgenommenen Wahl der Gemeinde-Ausschüsse sind sämmtliche der liberalen Partei angehörige Kandidaten durchgedrungen. — (Zum Straßenattentate nächst Stein.) Wir brachten vor kurzem einen Bericht über die auf der Straße zwischen Obertuchein und Stein Vonseite dreier Strolche an dem Mühlbesitzer Drolc und dem Handelsmann Fröhlich verübten Attentate. Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, wurde gegen die erwähnten drei Attentäter die Anklage wegen versuchten Raubmordes erhoben. Das hiesige Landesgericht beschäftiget sich bereits mit der Untersuchung dieses Falles. — (Aktiengesellschaft Leykam-Jofefs-thal.) Bei der am 22. d. in Graz vorgenommenen dritten Ziehung der Prioritätsobligationen wurden nachstehende Nummern gezogen: 172, 185, 243, 248, 280, 338, 360, 448, 564. 800, 819, 870, 887, 904, 954. Die Rückzahlung dieser Obligationen im vollen Betrage von je 200 fl. erfolgt vom ersten Juli l. I. angefangen an der Hauptkasse der Gesellschaft in Graz, Stempsergasse 7. — (Bon der Grazer Universität.) Der UniverfitätSsenat hat die Anfrage des Ministers Herrn v. Stremayr, ob eine bauliche Vereinigung der beiden Grazer Hochschulen oder mindestens die gemeinschaftliche Benützung der physikalischen und chemischen Kabinette durch die Hörer beider Hochschulen sich empfehle — ablehnend beantwortet. — (Landschaftliches Theater.) Auch die gestrige erste Wiederholung der komischen Oper „Der Seekadett" Vollzog sich in klappendster Weise vor einem nahezu ausverkauften Hause. Hervorheben Wollen wir heute die guten Leistungen des Orchesters; daß solche endlich einmal aus die Tagesordnung gesetzt wurden, ist ein unbestreitbares Verdienst des überaus thätigeu Kapellmeisters Herrn Andreae. Verstorbene. Den 33. Iänner. Agnes Tomic, Hausmcisterin, 85 I-, Armenhaus, Lungenlähmung. Den 24. Jänner. Franz Toreli, Tischler, 18 I., Zivilspital, Lungentuberkulose. — Agne» Pogazhnik, Inwohnerin, 66 I., Polanastraße Nr. 27, Wassersucht. Telegramme. Wien, 24. Jänner. In der heutigen Abgeordnetenkonferenz erklärte der Ministerpräsident, das Kabinett habe seine Demission gegeben, der Kaiser behielt sich jedoch die Entscheidung vor. Der Klub der Linken beschloß, dem Petroleumzoll nach dem Ausschußantrage, deni Kaffeezoll nur mit 20 Gulden zuzustimmen. Der Fortschrittsklub beschloß, hei früheren Beschlüssen zu verharren. Der Klub des linken Centrums beschloß, auf die Erhöhung des Kaffeezolles auf 24 fl. und auf eine mäßige Erhöhung des Petroleumzolles unter der Bedingung einzugehen, wenn diese Frage mit der Achtzigmillionen-Schuld und mit der Steuerrestitution erledigt werde. Budapest, 24. Jänner. In der Konferenz der liberalen Partei machte Tisza aus der Annahme der Ausgleichsvorlagen eine ernste Kabinettsfrage. London, 24. Jänner. Im Unterhause kündigte Northcote an, er werde Montag einen Sup-plementarkredit für maritime und militärische Zwecke beantragen. Petersburg, 24. Jänner, offiziell. Kasanlik 22. d.: Ein türkischer Train von 20,000 Wagen wurde von den Russen nach heißem, zweistündigem Kampfe erbeutet. Die „Agence Russe" erklärte, im Hinblick auf die Wichtigkeit, welche England Galli-poli beilege, werden die Russen Gallipoli weder occupieren noch angreifen, ausgenommen, wenn türkische Truppen dort concentriert werden und die russische Flanke bedrohen. Konstantinopel, 23. Jänner. Der Ministerrath prüfte die eingetroffenen russischen Friedensbedingungen, welche geheim gehalten werden. Wiener Börse vom 24. Jänner. Allgemeine §taatr-säutt. Papierrente .... Silberrente .... Goldrente.......... StaatSlose, 1839. . „ 1854. . „ 1860. . 1860(5tel) „ 1864. . Grunöealtaftuag«- Obligationen. Galizien........... Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . Ungarn.............. Hyäeee öffeatkiHe Ankekea. Donau-Regul.-Lose Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Aetiea v. Lanken. Kreditanstalt f.H.u.G. ESeompte-Ges., n.ö. . Nationalbank......... Hetiea v. Transport Änteraekmungea. Alföld-Dahn.......... Donau - Dampfschiff-Elisabeth-Weftbayn . FerdinandS-Nordb. . Franz Iosez>h-Bahn . Galiz. Karl-Ludwigb. Lemberg - Ezernowitz-Lloyd-Gesellschaft . . Geld 63 55 67 — 74 65 297 --108 25 114 75 12325 136 75 76 50 78 78S0 103 50 77 25 87'üO 225 — 818 11450 360 — 16850 1975 129 50 244 25 120 75 386 — Ware 63-65 67 10 74 75 299 — 08-50 116 — 123 75 137 86-50 77 25 78-50 59-— 104— 77 75 87-75 225 50 814 — 115 — 361 — 163-85 1980 130-24450 121-25 388 — Nordwestbahn . . . Rudolfs-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Psanäbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- PrioritStr-Oökig. Elisabethbahn, i.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber ranz-Ioseph-Bahn. »aliz.K-Lndwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staat-bahn, 1. Em. . Südbahn L 3 Perz. L 5 „ . . Privatkofe. Kreditanstalt......... Rudolfsstiftung. . . . Devisen. London ......... . GeUsortea. Dukaten........... 20 Franc- .... 100 d. Reichsmark Silber............ Geld 109 25 117-50 254 -78 50 11150 104 5l> 82-60 9810 94 92 50 104 75 *5-5« 100 50 8> 65 — 15450 111 25 93 25 160 75 1350 118-75 ü-61 9-41'/, 58 70 103 »5 War W9-75 118 — 255 — 78 75 110-75 105 — >-9-75 98 25 94 50 92 75 105 — 86 — 101 -86 35 65 25 >55 — 111 50 9350 161- 4'- :18'85 5 62 i'49 58 80 1 >3 4L Telegrafischer Äursbericht am 25. Jänner. Papier-Rente 63 35. — Silber-Rente 66 80. — Gold-Rente 74 45. — 1860er Staats-Anlehen 114 8V. — Bank-actien 812. — Kreditactien 221 75. — London 119 50. — Silber 104-—. — K. k. Münzdukaten 5 65. — 20-Francs-Stücke 9 55»/,. — 100 Reichsmark 5915. Witterung. Laibach, 25. Jänner. Abwechselnd Regen mit Schnee, sehr schwacher W. Temperatur: morgens 7 Uhr -f- 0 2°, nachmittags 2 Uhr -s- 1'4° 6. (1877 0-6"; 1876 — 4 4° 6.) Barometer im Fallen, 717-20 ww. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur -> 11°, um 3-0° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 7 75 ww. Regen und Schnee. Angekommene Fremde am 24. Jänner. Hotel Stadt Wien. Dr. Krauseneck und de Santi, Aich-inspektor, Triest. — Liber, Fabrikant, Seelowitz. - Ott, Engl und Fischer, Me,, Wien. — Tschwitsch, Kausm., Graz. Koggn, Kfm. Hotel Elefant. Obersteincr, Werksbesitzer, Graz. — Pen-dini, Wien. — Kottnik, Besitzer, Oberlaibach. — Petsche, Hdlsm., Altenmarkt. — Arko, Weinhändler, Agram. — Hvala, Forstheger, Javornik. - Kolbl, Pensionist, Jauer-burß. — Mantschitsch, St. Martin. Baierischer Hof. Kautschitsch, Oberkrain. — Grebenz, Handelsmann, Rann. — Valentschitsch, Besitzer, Dornegg. Dan^agung. Der ergebenst Gefertigte betrachtet cs als eine Pflicht, dem hochgeehrten P. T. Publikum für die gütige Thnl-nähme, das geehrte Wohlwollen und den gütigen zahlreichen Besuch, sowie auch für die vielen freundlichen Einladungen in Privat-Familien und den Zutritt in den Instituten und Schulen den tiefgefühltesten Dank auszusprechen und für die gütige Anerkennung, welche meinen abgerichteten seltenen Vögeln zutheil wurde, vom ganzm Herzen zu danken. Die sprechenden Staare sind nur noch bte Sonntag den 27. d. M. am Kaiser Josefsplatz Nr. 12 zu sehen. Einladungen werden bis dahin noch angenommen. (30) Hochachtungsvoll Franz Welsch. Großer Ausverkauf von Resten, so auch billigster Verkauf des gut sortierten Warenlagers bei (17) 13—6 Laibach, Rathausplatz Nr. 7. Trockenes Lrennhch bei (663) 11 Brühl, HauS Ziakowsky Nr. 24 (vorm. Koschier). Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stofs und zu möglichst billigem Preis» empfiehlt Hamann, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch au» gefertigt und nur bestpaffende Hemden verabfolgt. (23) 4 Gedenktafel über die am 28. Jänner 1878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Belst'sche Real., Unterwaldole, BG, Nassen-fuß. — 3. Feilb., Gornik'sche Real.,Unterschwerenbach,BG. Rudolfswerth. - 3. Feilb., Rnper'fche Real., Swur, BG. Nassenfnß. - 1. Feilb, Po-gat cher'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — I. Feilb , Rechberger'fche Real., Klanz, BG. Krainvurg. Theater. Heute (ungerader Tag): Zum drittenmale: Der Seekadett. Komische Oper in 8 Acten von F. Zell. Musik von Richard Genee. Mit nur SV Kr. Diese, vom Magistrate der Stadt Wien zum Besten des Armenfondes veranstaltete Lotterie enthält Treffer von 1000,200, 1 Dukaten 100, 100 1 Gulden 200, 100, 100, / in Gold, 100, 100 / Silber 3 Wiener Kommunal-Lose, deren Haupttreffer II als Preis eines Original-Loses sind zu gewinnen 1 « «> « Dnlaten beträgt, und viele andere Kunst- und Werthgegen effektiv in Gold. stände in Gold und Silber, zusammen 3««« Treffer L'"" «OM« fl. Die Ziehung erfolgt unter Kontrolle des Magistrats am 5. März 1878. Bei auswärtigen Aufträgen wird frankierte Einsendung des Betrages und Beischlnß von 30 kr. für Franco-Zufendung der Lose und s. Z. der Ziehungsliste ersucht. (651) 12—6 MMM Ser NM-ML, M, KM IZ. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.