ß«ck> M« ? p5GßO vlk» 160 vv. e,»v»-»nt WÜok«ntllek I» Ki«sÄ «wttdNchKück kz«wi> K»»s«»G SekrMlvttung. V«rW»»«ung vn^ vu«kö,uvkO,ck: I»z«fid»s. .»»«»«v «Uo» 4 7«l«pt»on iat»n«fd«n Z4. 0sst«M«»« Ick «WW ft0chp«Ho d«!iu»»,ch«^ kir. 43 DonnOsHtsy, cken 14. ^eb?u»r 1929 v. K?>anL«MHat»-/^i»n«k«« ti, z^»ttl>os: ^Usticsv, UI. ch ^«ugAps«!»»: ^koiin, mon»tl. 22 VIn, ru»!s!I»n L >i. s'osf A vln» lüs 6»» bdelg« mon»U. HS vilu iün«il»umin« < dt» 2 l)>n. VlarburgerAeitu NkschW» der im»ma«om»l»n sozlalWchen «onseren» TU. L o ndo n, IS. Feber. Ter Bollzugsrat der internationalen fo-zialist's'^^cn Konfereiiz beMte sich au.f der ge. strllien Sitzunk, mit d?r Abrüftttny. Man bc-schlaf, einen AuHsckust c-inzusotzen, in dem T^utsckiland durch vtto Wels vertreten ist. "Der Allsschlch soll ein Programm sür die ^urchsllhrun^ l^^er allj^vmeinen AbrÜistung ^-ilisnrl'eiten ' Otto Bauer (Oesterreich) er. stattete den'Bericht des Minderheitenaus-lchusscs. Zur Mindetheitensrage wurde et-uo Entschließung angenanmnen, die verlangt: 1. ?ltt(idehnunfl des internationalen Schut-nuf nationale Minderl?eiten, besonders nus 'di^' d^'uischc und slawische Minderheit in die bt'^her hiervon ausgeschlossen ^^>civen. Allödchnnng de'Z internationalen Schut ze? auf die nationalen Minderheiten in dem !?innt, das^ dik'Zenige nationale Minderheit, die eine l)omogene Czr,lppe in thrinn Bezirk darstelle, Sicherheiten sllr eine da»» f«ft zur v«»z« e>«gefteM — Mehrere Züge «m Sch«ee stecke» ßebUebea — Wachleute ve»e«i»«Mel«oi i» de» SiSöle« — 43 Sra» ÄStte in der Bukowina Noch keine Aussichten auf eine günfiiae Wendung der Hochdruck- Wetterlage zo Dampfer elnoefroren B e r l i n, 12. Feber. Son der westlichen Vstsse kommen beunru-hllsLnde Nachrichten. Etwa M Danchfer, von dc'nen die Mehrzahl die englisch?», schwedi schen, norwegischen, estnischen und polnischen ^lagsicn fi'l-hren, find im Eise festgcraten n.«d sianalifieren lnn Hilfe. Sie haben zum Teil feinen Proviant, zum Teil haben sie. Hava ric erlitten und können nicht mehr manövrieren. Die Linienschisse „Säsleswig-Helstein" llnd „Elsaß" find wieder auSgelaitfen und setzen ihre Bemühungen, die Sl^ffe auS deni (5is zu befreien und sie in Gleitzügen nach dem nächsten Hafen zu bringen, fort. Nach dem der Verband der Reeder in Hamburg die gesäihvdeten Schiffe mit Flugzeuge«! zw»? Tage wug mit Proviant auS den Beständen der großen Reedereien versorgt hat, tverdeil nunmehr voir der Reichsregierung Flugzeu qe der Lufthansa eingesetzt, um die Mann schast der bedrohten Schisfe niit den nvtivcn bilden LebenSniitteln zu versorgen. Börsenberichte 3 ü r 1 c I?. i3. k^sber. Vvviso: Vvo-«r»«! 9.lZ5, Paris 2l).3l5, l^anäon 25.24 k^ev^orii 5l9.9l1, prax 15385. >Vien 7Z.06. Löl-iin !23.40. « ^ a x r o b, 13. lieber. Vvvlson: >Vlen Lerlin 1362. ^silan6 298.15, l-on (lc>n 27^ 6^, k^ev^'vork 56.86. Paris 222.5? pr-ls 168.60. ?iir!eji 1095.90. « j u i> l j s n Ä. 13. feber. Vovlsvtl lZerlin I.)52. lZuclaipest 993. ^ürick iNY5.90, >Vlen 8l10.54. I.onc!on 276.64. k>ke>vvor!< 56.86. ?»ris 222.52. prsx l 58.60. I riest 298-15. - kitelltva (0elä) Leljslia 158. l.a'daclier Kreckt 125. Xre. cljtsnstait 175. VevLe 120. I^uZe 260— 280, öeZir 105. öauL«'.u'!attde lz,'? »irnsen, a',.l dann ^ie (^e'c^l)r lustehe, 0'.», I.:ccrn zu .''eu. TnmlnelpladS' turgerparteien werden könnte. Tie elvigen uni'lberlegten Neden iiber die ^tönigS- nnd namentlich die !?»absburgerfrage nnd die ewigen nnliberlegten Temonstrationeil gefährden nicht nnr die wirtscho'tlichen Interessen Ungarns, sondern auch die Aussichten für eine Revision, da deren Vcrwirklichnng im großen Maße von dein Wc'hlnwllen sol-clier Faktoren abhängt, von denen es kein («eheinnlis ist, daß sie gegenüber dein Hause .^'-absburg eine ablehnende Haltung einnehmen. Wenn Ungarn die .^^abSbnrger restau« rieren sollte, so wird es wiederum nur flir die Interessen dieses HanseS blnten und wird in einen iliric'g verwickelt werden, ans deln eS nicht einlnal so viel retten wird, als eS jet^U besitzt. 5el^ütren 5ie 8lek vor «ler Eriove! vle lVtctel»t»näifSNlxkeit xexen ctiese !tl0kt, vcnn Sie clie vvt>l5ctimeckenden !)r ^«nöes'z vervencte». eltiRltltck ln »tlen uaä Auf dem Bodenlee nimmt die MSbildung »vra^ul-» ru elaem mt5tLea 5»ei»e. 4S> Mmmer '48, ^ ISWSKSWIW«» '^onnerSTag, 1^. Mer lvZÄ. Das Sedeimntt von Aurolzmiwßer kSer ist Karl Schapeller? iDii: „Arbeiter-Zeitung- bringt ci?^cn Ar« tikcl von <5ln:rd Epirg, in dem von geheim-nisvollen Umtrieben auf dcm Cchlosse Au-lolMÜnster iil Obcrösterrcich erzielt wird. Veses Cchlost, dciS früher dem (trafen Ar-co-Vülley gehörte, wurde kiirzlich von einem pensionierten Postofsizial namenc' !>tarl '.schQppcÄer uin I^OO.OtXl gekaust. Dann kaineil Baumeister, Ltünstler, Architekte«i und Maler in das stille Dorf Aurolzmnnster und das baufällige Echlos; wurde auf !as Herr« lictTste restauriert :^?urz darauf l^>erden die Bewohner des Ortes von neueui in Erstaunen gesetzt. Grosse Kisten iiiit geheimnisvollen Retorten, sonderbar geformten Flaschen niid unbekannten Wcrtzeug.'n tomuien au) allk^r '^Äelt, der Schlof;herr richtet ein Laboratorium ein, cine Maschinenhalle, ja ein eigenes (Elektrizitätswerk, (^^elehrle M^inner kommen nach E6)los', Aurolzmi'lnster, .nn init '5chap-peller zu diskutiere«?, denn er ist nach ihrcil Aussagen „eiuer der grösjten Eutdecker a^^er ^'jeiten", ein Welterneuerer. Aber es ^'eute, die anderer ?lnsicht sind: Z-alschnlüi^« zer, Geheimbiindler, ^'doch'^erräte.- ioll er sein, falsches l^'eld od. bUstgase, zunl Aainp--se der Reaktion ^egen die Republik bestimmt, sollen in d'n Werkstätten Schlosse? hergestellt werden. Ter Schl^'^herr ioll S'erbin-düngen mlt Flu st i^^lnd'iciaräy, init Na-dossy, ini^ Hitler u. Weihelm den Zweiten haben. ^'S erschien auch einl .^omlnission der oberösterrcichischen ^'ande''reg:erun.i auf Echlos; Anrolzmünst'r, !ihec seine ^.^eiuchcr hztten ordnungsmäf;!q^ '^olunienle und Ne Beamten mus'iten ilch l'.'ie>er cii!?enn'n. Drei seiner Fre-l.d.' -chcinie ?tie>er^ schrift l>erfas;t. Woher ZchciMller 'o^eld hat, weis; niemand, auch wlis er üiit funeui sonderbaren (Gebaren vorhat, nicht. Cinnial hatte er in einer Redl angedeutet, er werde Teutschland rineiu ungeahnt.''« (Glücke zuführe,,, denn die Macht, d:e er besitz: nnd die cr dem deutschen Volte lc^idmen lnolle, kiznuc alle anderen Vl?lter vernichte»?. Man weis; überhaupt ni6)1, ob uian c.' in:t einenr Träumer, eineul Narren oder i^inein g.'f.'jhrlichen Verlirecher zu tun h''t. LtubenerNathau« abgebrannt e ti d e n, 12. Feber. TaS anS dem En-d^' des 10. Jahrhunderts stamnlendc Rathaus der Ctadt ist heute früh durch Feuer so gut wie vollständig veruichtet worden. Mit dem berühmten Renaissancebau s'nd gleichzeitig die in ihnl aufbewahrten wertvolles! Archive nnd zahlrei6)e seltene Knnsbschähe den Flam-inen zum Opfer gefalleu. Äe Let^dener Feuerwehr, die durch eine Anzahl der Wehren aus denl Haag, Voorschvten nnd Warmond nnterstützt wurde, stand dem Brande ziemlich inachtlos gegenüber, da die Löscharbeiten durch idie strenge Kälte sehr erschwert wurden. Das Rathaus war für eine Million Gulden versichert. 40 Züge elngesteM U«fa«>reiche !verkehrsei>schrlak»»i»« l» .Heute, Mittwoch, den 13. d. M. wurden i.n Bereiche der ^^taatöbahndirckticn Ljub-ljana zwecks ^kolhleuersparnis vorläufig für drei Tage, d. i. bis Freitag, den 15. d. fel' gende Personenzüge eingestellt: 1. Strecke Maribor—LjMjana: Zug Nr. 511/^,12 (Absahrt von Maribor-tzbhf. uin Anklinft in Ljubljana-Hbhf. um 3.50 Uhr) und Nr. lZ27/.')L8 (Abfahrt von Ljnb-ljana UN! 23.W, Ankuuft in Maribor nni 401). 2. Strecke Maribor-^rmo!: Zug Nr. 111l;/1116 (Abfahrt von Maribor um 10.40, Ankunft in OrmoZ unl 12.20) und Nr. 112ö/ 112i» (Abifahrt von Ormo?. um 12.17, Ankunft in Maribvr uin 14.40). Strecke Maribor—Fala: Zug ?!r. 0024 (Abfahrt' von Maribor um 1? 10, Ankunft in Fala uni 17.48) und 5!r. 902^ (Abfahrt von Fala unr 17.53, Ailkunft in Maribor unl 13.41). Strecke Maribor^gt. Jlj: Zug Nr. 2246 (Ab'chrt von ?Naribor un, 13.30, Ankunft in öt. Iii mn 13.58) und Nr. 2247 (Abfahrt von öt. Jlj unr 11.38, Ankunft in Maribor um 15.11) 5. Strecke OrmoZ—Mursta Sobota: Zug Nr. 6714 (Abfahrt von Ormot un! 10.30, Ankunft in Murska Sobota um 12 18) und ??r. 872^7 (Abfahrt von Murska Sobota um 11.15, Ankunft in Ormot um 16.00). l». Strecke Celje—Belenje: Zug?!r. 9134 (Abfahrt von (5clje um 13.30,Ankunft iuBe-lenje NM 15.44) und Nr. 0133 (Abfahrt von Velenje un: 12.00, Ankunft in Cclje um 14.27). 7. Strecke Dravogra^Velenje: Zug Nr. 9131 (Abfahrt von Dravoj^rad um 10.45, Ankunft in Pelenje um 14.22) und Nr. 9132 (Abfahrt von Velenje um 5.45, Ankunft in Dravograd nn: 9.43). 8. Strecke PoljLane-Konjice: Zug Nr. 823ti (Abfahrt von Poljöane um Ankunft in .Eonjice u!N 16.34) und Nr. 8233 (Abfahrt von Konjice um 13.10, Ankm^ft in Poljvane um 14.10) . 9. Strecke Zidani moft—Zagreb: Zug Nr. sN9 (Abfahrt von Zidani most um 14.22, Ankuuft in Zagreb nin ic;.5l») und Nr. 028 (Abfahrt von Zagreb nui 22.(^5, Ankunft in Zidani lnost UN! 24.30). 10. Strecke Rakek-Ljubljann: Zug Nr. e23 (Abfahrt von Rakck NN! 13.15, Ankunft in ^^jubljana U!N 14.35). 11. Strecke Ljubljana-Jesenice: Zug Nc 913 (Abfahrt von Iesenice unl 9.^2, Ankunft in Ljubljana unl N.35) nnd ?kr. 910 (?lb-fahrt von Ljubljaua nin 11. IN, Ankunft in Jeseniti' nm 1tj.i>1). 12. Strecke Ljubljana—ttranj: Zug )!r. 520 (Abführt von Ljubljana uln 17.20, An- kunft in Kranj um 18.09) und Nr. 325 (Abfahrt von Kranj um 13.33, Ankunft in Lsub-ljana um 19.23). 13 Strecke Lj»blja»a_^amnik: Ziige Nr. 8406 und 8465. 14. Strecke LjMjana—Brhnita: Zu.g Nr. 8034 (Abfclhrt von Ljubljana um 13.25, An. kunlft in Vrhnikia um 14.^2) und Nr. 8VS3 (Abfahrt von Vr'hnika unl 9.52, Ankunft in Ljubljana imn 10.A)). 1^. Strecke Sarlovac—Novo mesto: Zug Nr. 0216 (Abfcchrt von Karlovae um 9.00, Ankunft in Novo mesto um 11.28) und Nr. V234 (Abflchrt von Karlovac unr 16.47, Ankunft in Novo mesto um 20 50). 10. Strecke Ljubljima—«ovo mesto: Zug Nr. 9216 (Abfahrt von Novo meft-o um N.4V, Ankunft irr Ljubljana um 14.30) unk» Nr. V217 (Abfahrt von LjMjana mn 13.18, Ankunft in Novo mestc» um 16.03). 17. Strecke GroSuplje-Soöevje: Zug Nr. 9313 (^Abfahrt von AoLovje um 11.41, Ankunft in (Nrosuplje unr 13.35) und Nr. 0314 (Abfahrt von Grosuplje um 14.25, Ankunft in Koöevje uln 10.21). 18. Strecke Novo «ejto—Gttaia-Topl Nr. 1121/ 1122 (Abfahrt von Oakovcc nnl 1.05, Ankunft in Maribor um 6.28). 2 Strecke Maribor—Fala: Zug Nr. V022 (Abfahrt von Maribor um 10.30, An'nnft in Fala.UIN 11.08) und Nr. 9023 (Abfa'irt von Fala un! 11.20, Ankunft in Maribor U!» 11.58 Uhr). Aufnamngsflug aber Nord- und Ostsee TU. H a IN b u r g, 12. Oktober. Ein Fltlgzeug der Luftverkehrsgesellschaft .Hau,bürg mit 360 Kilogramm Proviant an Bord hatte den Auftrag, Schiffe vor der Südspitze Fohn!crns aufzusuchen, vor allem den deutschen Dainpfer „Planet", von dtm gemeldet worden war, daß er sich dort inl besonders bedrängter Lage befinde. Auhsr» dem sollte festgestiellt werden, ob fich Iii dcrl Lübecker und Mecklenburger Bucht w^it"re Schiffe in l^isnot befinden. Das Flugzeug kreuzte über den: genannten Gebiet, ohne^ auch nur ein Schiff oder die Fahrrinne eines solchen festzustellen, sodaf; sich danach I ink (^biete der Litbecker u?ld Mecklenburger Bucht bis zur Irrsel Laland keinerlei Schifsel mehr befinden. Heute soll ein neuer Fluz au^eführt werden. Auch von der deutschen^ Lufthansa ist, wie ^chon gemeldet, ein Fluz, zeughilfsdienst für Nordsee und westliches Ostsee eingerichtet worden. Die nordfrtesi« schen Inseln ivcrden von Flensburg undl Hamburg, die WesLfriesischsn Inseln vcn Norderney aus I?eftogen. Mit der Jnscl^ Amrum besteht noch Dampferverbindunz. Die Stadt der Sedelm>lfftl —tz. L y 0 n , 10. Februar. Der (Ihavakter einer Stadt ist in seinen Tiefen ebenso irrational wie der einer Person. So hat es in diesen Tagen größtes Aufsehen erregt, als der bekannte Forscher L 0« e a r d ein paar statistische Ziffern veröffent lichte, aus denen hervorgeht, daß in der guten Provinzstadt Lyon mehr Menschen jährlich spurlos verschwinden als etwa in Paris, Berlin oder London, nämlich genau 1130, von denen infolge polizeilicher Bc-michungeil sich 406 wieder eilvfinden; bleiben immerhin W7 gänzlich Verschollene beiderlei Geschlechtes, mit einem geringen Ueberwiegen der F rane n. Die Zahl ist in der Tat phantasti/sch hoch, wenn man sie zu der Bevölkerungsziffer der Rhcneftadt in Beiziehung setzt: mehr als 1,1 pro Millc, was in Großberlin einer Avuree von nahezu 5000 Menschen entspräche! Nun aber versichern die besten Kenner LyonS: Diese 03? Verschwundenen stellen nur einen Bru ch-t e i l dar der Massen — man kann schon nicht anders sagen — die tatsächli6) ihr .Heil': verlassen, ohne daß man iibcr ihren Ver bleib je das Geringste mehr erfährt. Der Leiter des polizeilichen Laboratoriums in! Lyon Profeffor Locard will die Erklärung^ ldieser unheimlichen Tatsache hauptsächlich darin erblicken, daß Lyon seit Jahrhunder ten der-Sih geheilNnisvoNer Gesellschafter und Bünde ift, die sich bis in die höchsten Kreise hinein verästeln. Jedenfalls fällt denl Besucher Lyons sofort das verschlossene sen ganzer Stadtteile auf; aus langen Hau serrerhm bringt sozusagen nie ein Laut auf die Ätraße, die bis in die Höchsteis Stock werke mit starken Läden versehenen Fenster bleiben verschlossen, und als Fremder in eine alte Lyoner FamUie einzudringen ist un gefähr ebenso schwer, als in die Mysterien des Klu-Klux-Klans eingeführt zu werden Noch ein Anderes hängt damit zusammen: Lyon ist ohne Zweifel die f r e u d e l o« s e st e Stadt Frankreichs und vielleicht Europas. Nicht, daß eS an Vergnüguugs Möglichkeiten fohlte: aiber wo man auch die Bewohner beobachte,! N!ag, im KasseehauS im Theater, auf der Straße, sogar bei s- 3>lltiml «MMN Roman von Ludwig L a s k a. Copyright by Marie Brügmann, München. 27 (Nachdruck verboten.) Mit schlafwandlerischer Selbstverständlich keit tat er alles. (5r blätterte im Anschluß-Verzeichnis; lange suchend, fand er die Num mer feines Vetters, ließ sich verbinden und sagte, als man sich meldete: „Falsch ver^'mn-den." Er häilgte ein, wartete noch einige Augenblicke, und dann kehrte er zu Hella zurück. (5r nahni ihre Hand, und sah sie an !nit einem Blick, crls wollte er noch einmal jede Einzelheit der geliebten Züge ihres Gesichts sich unvergeßlich einprägen. Seine Aug!?! waren groß, starr und voller J:m-!ner. .Hella saß nnter diesen ElendsauM verlöre!', in sich gekauert, in einen dunlpsen Schrecken zerflattert, da. Langsan!, jedes Wort betonend, j^den Widerspruch von vornherein abschneidizud, sagte Peter: „Ich muß dich eine halbe Siinide allein lassen. Ich muß unbedingt zur Fabrik fahren. Es ist etivas nicht in Ordnung. M?l!!e Anwesenheit ist dringend erforderlich. Ich beeile mich. Sobald ich zurück bin, fahren wir nach Hause." Pcter sah sich un!, ob ihui niemand zusehen konnte. Cr nahn! Hellas Zlopf Mischen seine .Hände und preßte in einem verzehrenden, schlnerzvollen Kuß seinen Mund c:uf ihre Lippen, .ftüßte zum letzten Male ihre Augen, und sog das Weh der ganzen, herz-zerbrechenden, letzten Minute wie '.inen bitter-süßen Todestrank in seine Seele. Mit letzter Kraft riß er sich empor, und stürzte dem Ausgang zu. Ehe Hella sich besinnen konnte, war die Portiere, die die Tür verdeckte, hinter ihul zusanluiengerauscht. Sie fühlte noch seinen heißen, irren Blick, der sie gestreist hatte, sah noch sein Gesicht, von dein jede Maske gefallen war, das vor ihr staud, nackt, voller Eleird, in weher Not, und das wie ein Phantom verschuiunden war. Die Ahnung, daß irgend etwas Fürchterliches eingetreten sei, überkam sie. Was ging vor? Was war mit ihrem Manne lo5? Sie wollte aufspringen, scbrk'ien, hinter ihin her rennen. Aber wie gelähmt konnte sie sich nicht von ihrem Sitz erheben. Sie vermochte kein Glied zu rühren. Sie strich sich mit einer Bewegung ihrer .Hand über die Stiru, als wollte sie ihre Verwirrung hinwegwischen, lächelte und versuchte niit Anstrengung, das eben Erlebte sich auszureden. Litt sie an Halluzinztio-nen? Was war es? War sie übermüdet oder der Wein zu schwer gewesen? Warum hatte Peter so zerrissen ausgesehen, wie ein Mensch, der i'n Todesangst ist? Dt^r Kellner brachte Zeitungen. Sie begann darin zu lesen, und timfzte nicht, was sie las. Minute um Minute verstrich, eine h^^lbe Stunde verran. Peter kam nicht. Langsam floß die Zeit dahill. Das Restaurant »var noch leer. Es war in den stillen Nachmittagsstunden. Ganz fern konnte man das Naufchen der Straße hören. Ter Kellner gähnte und sah manchmal verstohlen nach der schönen Frau. Er machte sich (bedanken darü!^r, was sie sein mochte, und wunderte sich, daß ihr Begleiter noch nicht zurück war. Eine Uhr schlug vier. Melodisch zitterten die Töne nach. Hellas Angst wuchs ins Uugemessene. Die gotisck)en Buchstaben der Zeitung, die sie ols Amerikanerin nicht gewohnt war, litm ihren Augen weh. Sie sah nach der Tür. Jetzt niußte er kommen — jetzt. Schon vermeinte sie, Peters Schritt zu hören. Aber eS war ein frenrder Mensch, der hereintrat. Vereinzelte Gäste kamen, Halbweltdamen, iit^aliere von zilveifelhaftem Aussehen, Leute, die tagsüber schlafen und erst ge^?n Abend zu leben l»eginnen. Plötzlich wußte Hella, daß Peter sie verlassen hatte. Die (Gewißheit dieser Tatsache überkmn sie niit einem Schlag^'. Nie mehr würde er zu ihr zurlickkehren. Sie sank in sich zusammen und suchte ver zweifelt einen Sinn hinter den irrsmnigen (Scfchehnifsen. Ein brenneirdes Stechen war in den Winkeln ihrer Augen. Jede Fähig keit, das Ungeheuerliche zu fafsen, war in ihr zerflattert. Mit erstickter Stimme rief sie den Kcllller, bat um das Adreßbuch, blätterte in dem ungefügigen Band, sah die Buchstaben T U — B — W — Wa.—, endlich Wackermann, und notierte sich die Adresse, die Straße, die Nummer der Wackermannschen Fabrik. Beinl Zahlen der Rechnung schob sie dem Kellner einen Züvanzigmarkschein zu, wehr^ te ihm das Herausgeben und bat ihn, ihren und ihres Mannes Handkoffer aufzube'vah ren. Sie würde sie später abholen lass^. Auf der Straße umgab sie Helles, grelle? Sonnenlicht. Schmerzlich geblendet, schloß sie sekundenlang die Augei!, und schritt dann weiter, müde und frenid. Sie fragte einen Schutzmann nach einem Auto. Der Beamte zeigte ihr einen ::ihen Halfeplatz, an dein Taxameter standen. Dort stieg sie in einen, und ließ sich nach der Wackernlannschen Fabrik fahren. Während der Fahrt überkam sie eine feste Entschlossen heit. Sie inußte imter allen Umständen Klarheit haben und wissen, was es mit den! rätselliaften Verschwinden ihres Mannes auf sic!) hatte. (Fortsetzung folgt.) < «M«». «K'N. » Numnttr ?alnschf.m Muster der Kunde auf „neu" hergestellt wird, das heißt eS wird an seinem Aeuße. ren jene Reparawr vorgenommen, dis not wendig ist, um anständig unter Leiitsn zu erscheinen. Man wird beim Betraten deS Ladens sofort in eine Kabine ^leführt, m der umn sich auskleidet. Ein sauberer Pti'Ia-ma liegt bereit, in den man schlüpft. Der Kunde betritt dann eine andere Kabine, wo ihm die Haare geschnitten werden, euch kann er sich dort rasieren, ondulieren, m.'lni-küren oder pediküren lasien. Mittlsvveile wandern seine Kleidungsstücke in die Schnei derwerkstatt, wo sie nach einem neuen Vir-fahren gereinigt ung gebügelt »Verden. Kleine Unebenheiten, wie Löcher, fehlende Kni^p fe und .Henkel werden sofort ausgebessert. Ja, nach Beendigung der Prozedur, die nicht länger als eine halbe Stunde dauert, bekommt der Kunde noch gratis eine Schuhe geputzt. Will jemand die eine oder andere Sache überspringen so kann er mittlerweile in der Kabine ein kleines Schläfchen halten oder telephonieren, auf Wunsch sogar Kaffee trinken. Die vollständige ^^rrich tung auf neu, also Rasieren, Vaarschneidsn, Kleiderbügeln kostet 3.V0 Mark, waS immer hin das Vergnügen wert ist. Nach der ??re-quenz, die daS Geschäft aufzuweisen bat. zu schließen, wird es ^ld Nachahmer finden. Ju dem vollständigen amerikanischen Cti-stem, bei dem sogar dem Kunden das Hemd gewaschen, die Oberwäsche auf Glanz gebügelt wird, l^ben sich die Unternehmer freilich noch nicht aufschwingen können. WiltlWMMli .^>,^iSep.a ul, v (1. Stock).. ^ Zehn Jahr« nach dem Friedensschluß ist irgend jemand darauf gekommen, daß in den Verträgen, die diese Welt neu verteilt haben, ein Stück Land vergessen worden ist. Dabei ist das Land gar nicht so klein, doß man eS leichthin übersehen könnte. Ez itt nur unwirtlich und von Menschen unbe-ioohnt, und webl also niemand dort ^var, der mit Berufung auf die berühmten vierzehn Punkte Wilsons sein Selbstbzstim-mungsrecht hätte geltend machen können, so flimmerte sich auch weiter niemand nm dieses Besitztum.Aber so ganz wertlos scheint das Land am Ende doch nicht zu sein. ES birgt ^ angeblich — sehr reiche mineralogische schätze, die freilich noch nicht im einzelnen erforscht sind, und in seinen südlichen Teilen beherbergt es sogar eine verhältnismäßig manigfaltige Fauna und Flora. Und jetzt hat dieses merkwürdige Land auf einmal einen Jnteresienten gefunden, der eS, ohne viel zu fragen, einfach annektit^rte: Die. Union der russischen Sowjetrepubliken verwndete dieser Tage, daß sie das Fr a n z-Josephs-Land dem Gouvernement Archangelsk einverleibt hat.. . Dieses Franz-JosephS-Land, daS in den Friedensverträgen vergessen worden ist, war einmal zweifellos österrcichisch-ung.ni-scheS Eigentum. ES war so sehr die unbestrittene Hoheitssphäre der alten Doppelmonarchie, daß in den sast fünfzig Jal)ren zwischen seiner Entdeckung und jenem Tag, an dem das Habsburger Reich zerfiel, die Diplomaten auch nicht ein einziges ?^al einen Anlaß fanden, darüber zu stteitcn oder tiefgrüniZige Noten Ku wechseln. Man ivar in dem Punkt nicht neidig gewesen und dieses bescheidenste Surrogat eines Kolo iial besitzes erweckte nirgends in der Welt Sch?el sucht und Habgier. Aber das Mutterlind war doch manchmal sehr stolz auf diese einsame Inselgruppe in der Antarktis gewss^'n, stolz mit der natürlichen Einschränkung, die hier die Selbstverspottung erzwang. Es ließen sich so viele lustige Scherzworte über diese Heimat der Eisbären und Pinguine prägen, daß man bestimmt freiwillig darauf niemals verzichtet hätte. In der VorkrlegS-zei.t hat eS beim Gschandtner und Stalshner, beim Wimberger draußen u. in allen diesen DoradoS des Wiener Vorstadtfaschings keln Maskenfest gegeben, auf dem nicht ein Gast aus dem Franz-Josephs-Land mit sehr viel Würde uni> noch mehr dicken Watte-Keidcrn paradiert hätte. DaS Phantasiekostiim des österreichischen Kolonialbewohners ivar bei solchen Anlässen ebenso beliebt wie liiliig und as darf doch gewiß als ein Beweis d?r Popularität und inneren Anteilnahme an dem Schicksal dieses Landes angeführt werden. Aber eS geschah in d-m alten Kaiserreich auch noch mehr, um sich tagtäglich dieses Besitzes ausS Neue zu erfreuen. Weit unten in den Wiener Donau-Augen, wo dem Großstadtlärm entrückt mitten in dem brti ten Strom ein paar ausgedehnte Jnl^ln liegen, hat der VolkSmund dem ganzen Ge biet zur Rechten d. ReichSlstraße t^n Namen „Franz-Josephs-Land" gegeben, um so zu jeder Zeit an dieses fernste Stück der öster-reichi'ch-ungarischen Monarchie erinnert zu werden. „Als 1873", so schreibt der verdit'nst volle Wiener Chronist Eugen Guglia, „die Teilnehmer der von Paver und Weyprecht geleiteten österreichischen Nordpolexpedition, welche unter anderem das Franz-Joseohs-Land entdeckt hatte, nach Wien zurückkshr-ten und hier begeisterte Aufnahme fanden, nannte der Begriinder des ersten Gasthauses an der Reichsstraße dasselbe „Zum Franz-^sephS-Land'. Allmählich bildete sich Vier ein SonntagSzug nach dem „Franz Josephs-Land" und als längs der Reichsstraße noch andere Gaisthäuser entstanden waren f.,Zum Nordlicht", „Zum Nordvol"). übertrug man den Namen Franz-Joseph-Land auf das ganze Augebiet u. dasselbe wurde, nachdeni sich auch Bootsverleiher, Schaubuden, sch'eß hallen und Ringelspiele angesiedelt hatten, ein« Art neuer Prater, der durch den Rudersport auf der alten Donau sein beson« deres Gepräge erhielt. Auch im W!nter herrscht hier jetzt lebhaftes Getriebe, denn an Wochentagen gehen von den Wiener EiSwerken hunderte beladener Eis'vogen über die Kronprinz Nudolf-Brücke nach Aien ab, während an Sonntagen dem Eissport gehuldigt und in den Wirtshäusern konzertiert wird . . Das alles war freilich in den VorkrligS-jahren und in jener glücklicheren Zeit, ein gan.i^s „Backhendl mit Salat" n?ch sechzig Kreuzer kostete, waS in die heutige um manches wertlosere Schilling-Wälirung umgerechnet einen Schilling und Meiund-siebzig l^iroschcn ausmachen würde. Ab?? um dieses Geld kriegt man jetzt im Fran^-^z-sephS-Land kaum einen bescheidenen Jansen-kaffee mit einem winzigen Stück Guglh^ipf. Dafiir ist die Umgebung um so vieles nobler und lustiger geworden und sckion ein Paar Wegminuten davon entfernt liegen die großen Wiener Strandbäder, die jetzt genau so mondain sind wie die am Lido oder in Sylt od. Norderney. Die rul)ige Beschanli»<)« keit der kleinen Gasthäuser hat aber ^urch die Nähe dieser modernsten aller V>.'rli.:ü-gungsstätten nicht gi^litten und der Wiener geht auch heute an den schönen Sommerabenden gerne in sein Franz-Iosepbs-Lmd, wenn er auch nicht mehr viel daran d^nkt, woher der Name stammt. Noch eine Erinnerung an das wirkllche Franz-JosevbS-Land gibt es in Wien und sie ist ebenso bekannt wie da? idyllische?lu-land an der Donau- Das berühmte Bild von Payer „Nnie zuri^ck!". das im Staats-muieum neben ?)efrea0er?' „Letztem Nu^sie-bot" und dem farbenprächtigen „Triunipf der Ariadne" von Hans v. Makart hängt. Es ?^!at. in Leben^-''i'r^kn die ervedition nnd sie sand es Nowasa Semlia: iecki^ig Ingeln. di<' sich d"r''f» breitl' in d''''i »len sfsil'i^en und die von ibren ^Vrgnk-^^^sePbK-l)^»^,^^ fienannt wurden, ^ilf^c-s-^-ind und da? Kronprinz Nu'^r'Is» ^and ae^ören zn der östs''<>l'n dieser d^ei Inselaruv>ien und auch snns^ 'iat .nan'^er l^eixiravhiskb'' ^^unft noch irgend einen H^i-u^itnamen bekommen. Die Gcsr^^c^ite die'C' östc'rreifsii'.'^'i'n ^1?>>rd« volervedition war einmal in allen 'Äi'kiul-büchern HN les^n nn^ d'? i'irt'r wunderbaren Erretuug muteten sast wie ein Märcb'-'n an. Die ..7<'a!'t^be^s" war vvm l^ise eingeschlossen und konnte nicht nedr freiaem?"^it werden und so sich d'e kühnen Forscher entschließen. daS treu« Schiff in Stich zu lasien. um auf Schlitten das offene Meer zu erreichen. Zwei Monate dau'rte der aualvolle Kamps geqen daS Mien der Natur und als inan endlich die auf Schlitten mitgcführten Boote ins Gasser bringen konnte, wurde noch zwei weitere Wochen Tag und Nacht gerudert, uni jüd-wärts zu kommen. Bis endlich ein russischzS Schiff die völlig erschöpften Menschen aufnahm und in ihre Heimat zurückbrachte. Man soll nicht sentimental werden, aber irgendwie in seinen Kindheitserinnerungen war der Oestereicher ja doch mit seinem Franz-Josepkis-Land verbunden ge»vesen. Das; man in der Nachkriegszeit daran vt'r-gessen konnte, tut nicbtS zur Sache. Es haben ja. wie man siebt, auch andere darauf ver« gessen gehabt. Aber es war bis heute doch noch der letzte Nest der österreichisch-ungarischen Monarchie geblieben. Nun hat eS sang- und klanglos seinen Besitzer gewechselt. Richard Wilh. Pol isla. 2viä«l l)ie neas /V/' Kü<«e//>e«nt7' äbonn«m«nti «t«, Das NeinRe und bo< gevbt Buch der WeN Dil? Bibliothek der Akademie der Wisien-schgs'ten in Leningrad feiert in diesem Monat das Fest ihres zweihundertjdhrigen Bestehens. In den Sammlung der Bibliothet befinden sich zwei merkwürdige Bücher. Eine Miniaturausgabe der Werke des russischen Fabeldichters Krylow ist in einem Buch ent^ halten, dessen Fornmt einige Millimeter kleiner ist als eine Briefmarke. Dieses Unikum wurde im Jahre I8ü5 von der Staatsdruckerei in Petersburg als Kuriosum angefertigt. Bei dem Setzen dieses einzigartigen Exemplars benutzter^ die Setzer eine Lupe Die Lettern waren aus reinem Silber gegosien. Ein andres Buch, das gleickzzeittg als Unikum bezeichnet werden darf, wurde in der Akademie der Wissenschaften im Jahre I8öS gedruck. Es ist eine Beschreibung der Krö-nung des Zaren Alexander des Zweiten. Daß Buch wiegt S-t Kilogramm und ist anderthalb Meter lang. Der Text ist mit herrlichen .Kupferstichen geschmückt. ?^S Riesenbuch wurde erst vor kurzem im PalaiS deS Groß« fürsten Konstantin in Strelna, einem Vorort Leningrads, gefunden. Der Einband ist auß Saffianleder, die Ecken sind in Bronze gefaßt. Kurze Nachrichten t. Eröffnung des neuen Palais dsr U?H beiterkammer. Am !7. d. M. wird in Ljub« Ijana das neue Palais der Arbeiterkammev '. ..'rlichst eingeweiht und semer Bestimmung ^ übl'rlies'cn werden. Zur ^ier wird bereits i ani Samstag der Minister für Sozialpolitik ^ Dr. D r i n k o v i ü eintreffen. t. Tugend und ?hr Lohn. Ein Leser de? „Prager Tagblatts" in Wien, der seit anderthalb Dezennien in demselben HauS wohnt, erzäÄt folgende Geschichte: Unser Aufzug ist nicht automatisch, sondern muß von der .Hausmeisterfamilie bedient wer-de^^. Die Tochter Marie des .HmiSmeisterS ist sehr hiibsch und hat sich einem Verufe gewidmet, der in Wien noch immer eine? der leichtesten für hübsche Frauenzimmer ist. Ich stehe beim Likt und läute. Plötzlich erscheint aus dem kleinen dunklen Loch de« Portierswobnung eine strahlende Erscheinung in Lackschuhen, Seidenstrümpfen, Pelz Mantel. Eine Wolke von Parfüm umgibt mich. Ich mache dem Mädchen, daS ich seit ihrer Kindheit kenne, mein Kompliment über ihre Eleaanz. „5^", sagte sie lächelnd, „wann m'r halt urntlich arbeit't, nach?« kann m'r sich hübsche Sach'n kauf'n." « Im Verhältnis zur Kopfzahl der Nn« wohner wendet die Sckn>eiz für Armenun-terstü<^nng mehr auf als jedeS andere Land der Welt. Leute, die an erschwertem Stuhlgang leiden und dabei von Blutüberfüllung des Unterleibes, Wallungen nach dem Gehirn, .Eopfsclvmerzen, .Herzklopfen geplagt, mch von Mastdarmscl)leimhauterkrankungen, Fissuren, Häuiorrboidallnoteu, Fisteln gequält werden, nehmen zur Darmreinig'mg früh und abends je etwa ein viertel GlaS natürliches „Franz-Io«>f"-Bitt'!r^vasser. Leitende Aerzte chirurgischer Anstalten erklär-n, daß vor und nach Operationen da? Franz-Josef-Wasser mit bestem Erfolg angewendet wird. ES ist in Apotheken, Drogerien und Mineral-wasierhandlunacn erkältlick^ ^ /Isicals QAF^»K»FIc Sadreshouptverfommluno der Feuerwedr sl.ie F r e i w i N i g e F c il c r »v c h r und deren N c t t un g s a ü: c il u ns, in Maribor hält ^Acnnstag, den 1'» ^cÄru» ar 1329, um 20 Uhr im ^^s^'Ulij^s'anle dj?.z Tepots (Korosla cesta 1'.', ?. Sto:?) ihre Iah reshauptverscmimlung ab. Sollte zur an'ie« qebenen Zeit die erfordcriimc Anza'il der ausübenden Mitglieder nickit erschienen sei^, so findet an demselben Tage unl halb llhr eine zweite Hauptvcrsaininlunl^ mit de? glc'-hen TageSrrdnnnst 5ci jeder Etimmenanzahl besdilus'.fähl'^ ist. Tagesordnung: l. Genehmigung der Pechandlungsschrift über die vorjährige Hauptvcrsamm. lung vo-m -A. Jänner 1O2ö. ?. Tätigkeitsbericht über das abgelaufene .Ä. Bereinsjahr. Kassabericht. .j. Bericht der Re6)nuugsreoisorcn. 5i. Wahl des Feuerwehrousschussec-. N. Wahl der Reäinungsrevisoren. 7. Wahl eines siebengliedrigen Kamerad» schaftöausschusse'?. 8. Bestimmung des Iahresbcitrafscs der unterstützenden Mitglieder. WfälligeS. — (Unter diesen Puiikt ^ fallende Anträge sind längstens 2^ Stunden vor Beginn dieser Bcrsamm-lung beim Kommando schriftlich einzubringen, andernfalls sie nicht in Behandlung genommen werden.) Es ergeht cn alle ausülbenden, Ehren- u. unterstützenden Mitglieder, sowie an die Tchutzmannschaft, an Freunde urrd l^i^nner dieser Jnstution die höfliche Einladung, an der Versammlung teilzunehmen. D«e Hauptmann: Hans B ?. Il e r. .n. Vladimir Gojkarow trifft, wie wir nun cruS zuverlässiger Quelle erfahren, nwr AM, Donnerstag, in Maribor ein, unt der Borführung seines Films ,.Die Tanie mit der Mas?e" persiinlich beizuwohnen. m. Die städtischen Autobusse uertchren seit einigen Tagen wieder «luf allen Stadt» unk Ueberlandlinien voll?omlnen normc^I^ doch ist Gefahr vorhanden, daß bei anhaltendem Schneefall wieder Nerlehr-Zstörungen eintreten. Die Linie 3 verkehrt wiedür bis Zg. Duplek, wo jedoF) die Fähre wegen der Eisbildung stilliegt. .t?. BoltSumverfitöt. T^r für Freitag, den 1ö. d. M. anberaumte Vortrag des Herrn Ing. Vere^La? über die wirtschaftliche Rußlands muß wegen Erkrankung L-cs Bortragenden entfallen. — Montag, den ^19. d. M. um 2l) Uhr erscheint der Hochschul Professor Herr Dr. V o u k am Vortrags-tisch und wird über das Thema „Haben die Pflanzen eine ^^eele?" sprechen. Die Aus-fichrungen werden von 'Zahlreichen Lichtbildern begleitet sein. m. Lebensmüde. In selbstmörderisckier Ab ficht brachte sich gestern der 27jährige HMS-crrbeiter Joham: F ü r st aus Ruse eine Stichwunde in der Herzgogen bei. Der erheblich Verletzte wurde von der Rettun,^;-abteilung ins Krankenhaus gebracht. m. Infolge der grimmigen Kälte sind heute zahlreiche Obst- und Gemüseverkäuferinnen sowie auch mehrere Fleischhauer am P?arktplatz nicht erschienen. Erfroren. Der Montag neben der Bahnstrecke bei Pragersko halberfroren aufgefundene 20jährige Franz L c p e j ist gestern im hiesigen Krankenhause gestorben. Bestem wurde der Atjährigs, in Pekre bedienstete Knecht Alois S l c !n c n 5 e k, dem der rechte Fuß erfroren war, ins Kran kenhaus überführt. m. Fremdenverkehr. Im Lause des g^stri-gen Tages sind 22 Fremde in Maribor ein-s'etroffen, davon 3 Ausländer. m. Appell an das PMilum! Da in letzter Zeit die Gasleitungsröhren an niehrecen Stellen infolge der allzu laUen Witterung sprangen, ersucht die Direktion der 'tädli-^chen Gasanstalt die Stadtbewohner, eventuelle Schäden sofort der Gasanstalt anzuzeigen. Zwecks Renovierung der Leiti.mg wird heute die Gaszufuhr von 22 Uhr bis 'norgen ö Uhr früh auf das Minimum her- M a r i b o r, 13. Feber. ak^gesetzt werden. Zur Beruhigung der P. ?. Abonnenten teilt uns die Gasanstalt üiit, daß zur Gaserzeugung Ävhle in genn^icu-der Meilge vorhanden ist. Fischtreioerein Maribor. Ordentliche Lercinsmitgliedcr, n>elche in den Forelle':« dachen fischen wollen, mi^en sich bis 20. d. beim Herrn Kaufmann Greiner, GoSpo^ka ulica 2 melden. "8 nl. Wetterbericht vom Ili. Feder, 8 Uhr: Luftdruck 726, Feuchtigkeit^^messer 0, Biro-meterstand 738, Temperatur —16.5, Windrichtung NW, Bewölkung ganz, Züederschlag Schnee. « Der Pantoffelheld wird heute von Clanson beim HeringschmauS in Belika sc:-varna aufgeführt. Morgen Donnerstag Benefizabend der Familie Clanson. 17-11 ' Telephon'Berzeichnifle sind in der Verwaltung der „Marburgcr Zeitung" zmn Preise von Dinar'15.— pro Stück erhältlich. * Einladung zu dein anl Donnerstag, den 1:1. Februar im Gafthause „Zur Taferne" in .?n nun hatte Paul seiner Angebeteten in einent unbolvachten Augenblick ins Ohr geflüstert: „Aber morgen kommen Sie allein! Ich muß Sie sprechen!" „O ja," hatte Suzanne gelacht. Und jetzt wartete Paul klo-psenden Herzens an der Metro. Plötzlich flammten seine Augen auf. Suzanne. überschritt den Platz, sprang on fahrenden Elektrischen vorbei, wand sich unl rasende Autos mit der Gelenkigkeit einer jungen .Glatze. Doch zum Teufel!, hinter ihr bahnte sich, mit gleicher Grazie, Georgette ihren Weg. . . Seine Freude fiel zu.sam-men. Nun begann das bekannte Spiel. Die beiden jungen Mädchen faßten sich unter, lachten über ein Wort, das sie in: Vorübergehen aufschnappten, über die merkwürdige Bewegung eines Passanten, über ein Nichts — und Paul wankte an ihrer Seite einmal rechts, einmal links, auf schmalen Wsgsn hinterl)cr, wie ein guterzogenes Hündchen. Er tobte innerlich und schwor sich: „Das >!st das letzte Mal!" Bei der Ueberguerung eines Platzes wurden sie getrennt. Paul mußte laufen, nut seine Gefährtinnen einzuholen. Einmal bemerkte Suzanne: „Was ha-ben Sie, .^rr Paul?"'^ „Ich? Nichts." Da lachte M «nsinnig hell. Pmil verzog leine Miene. Er schwvr Rache. Vor der Haus-tiir der Blonden umarmten sich die Frsun-dimien. Paul drückte ihnen 'die Hand und sagte' wie gewöhnlich: „Auf morgen!" Dann schritt er eilig aus, blieb aber an der Ecke vor einem Buchladen stehen und spähte aus den AugeiUvinkeln die Straße entlang. Suzanne verschwand in ihrem Haus, Georgette ging die Paar Schritte zu ih rer HauZtür. Als sie den Schlüsseil umdreh-te, stand Paul neben ihr. „Verzeihung!", keuchte er, „aber das geht so nicht mehr. Jeden Abend hoffe ich, ihre Freundin allein zu treffen, und inimer sind Sie dabei, so daß ich kein Wort hervorbringen kann. Georgette schien nicht erstaunt. Sie antwor tete sanft: „Ich kann nichts dafür, 5^errPatzl Sl^zanne das; ich sie begleite. Ich glaube, darin sind die jungen Mädchen sich ähnlich. Wir sind unsicher, lvenn wir mit einem jungen Mann Mein sind. Manche Männer werden so zudringlich. Davor haben wir Angst. Aber wenn wir zwei gegen einen sind, fühlen wir uns stark. Dann lachen wir ohne Grund. Dann kokettieren unr im Spiel. Das verwirrt nicht unfer Herz.'^ „Ich aber," schrie Paul, „halte das nicht aus. Ihre Freundin fcheint sich über mich lustig zu machen. Morgen komme ich richt zur Verabredung." „Ach " seufzte Georgette auf. Er sah ihr tief in die Augen, und seilte voll neuer Hoffnung hinzu: „Wenn nichi. „Wenn?" „Ja, wenn Sie allein kommen wollci?» Sie allein. ? ." Er konnte kaum sprechen. Die Schwarze antwortete: „Ich komme. Aber wir wollen uns nicht an der Metro treffen. Place de la Opera. ^Er preßte ihre kleinen Hände. Das Vergangene fchwand. Die Zukunft winkte verheißmigSvoll. Mt den Blonden ist nichts zu machen! Ja! die Schwarzen . . » Atn nächsten Abend stand Paul zur bestimmten Stunde auf der Place de la Opera; unbeweglich, nur seine Augen spähten in die andrängende Menge. Sein Herz laste. Georgette erschien Pünktlich. Doch Hintor ihr stand eine kleine Rothaarige, eine Freundin ^ die sie begleitete ? . .»' Tfteakr md Kunst Ratlonalldeattr in Maribor Ae»erlOire: Mittwoch, 13. Feber: Geschlossen. Donnerstag, 14. F-eber: Geschlossen. Freitag, 15. Feber: Geschlossen. Gamstag, Ig. Feber um 20 Uhr: TajiZ-abend Erna «ovae. Ab. A. Sonntag, 17. Feber um 20 Uhr: Opern-Kon zertabend Aamejeeva.Reralie-Zivko. Kino Burg-Aino: „W a s K i n d e r denEls tern verschweige n". Herrliches Drama. UnionsAiuo; „Ai o d e l l h a u S C r v e t t e". Wiener Schlager mit Jgo Sym, Albert Paulig nnd Tina Gralla in der Hauptrolle. * Wellenbewegung. In der „guten alteit Zeit, in der man von F-ortschrit und Wissenschaft noch ivenlg wußte, hörte ?nan wohl singen und fagen von den Wellen des Meeres, aber man wußte noch nichts v?n den Licht- und Schallwellen, welche sich dann die Physiker bei ihren Erfindungen und Ent deckungen zunutze machten. .Heute kann wohl jeder von der Radiowelle erzählen, die vermöge der Elektrizität Gesang und Musik, die in irgend einem, viele tausende Kilometer entsernten Konzert- oder Theatersaal ertönen, unserem Ohr nahebringen und uns entzücken. ES gibt aber auch Wellenbewegungen, die weniger angenehut und wohltuend auf uns wirken, so die Hitzewelle, die in den Sommermonaten Juli und August über uns hereinbrach und die bis vor kurzen: in ganz Europa herrschende Kältewelle. Diese letztere wird nun von der so gesürchtsten Grippewelle abgelöst, die uns schon wieoer-holt heimgesucht hat. Man ltennt sie auch die „spanische Krankheit" und nicht n,it Unrecht, denn sie hat ilr Spanien ungzfähr 400.000 Menschen befallen. Wir wollen hof^ fen, daß sie r>ei unS nicht in diesem ?luS-maße auftreten wird, aber dennoch zu Vor-fichtSmaßregeln greifen. Wie können wir uns nun am besten vor ihr schützen? Pan-flavin-PafMen und Aspirin-Tabletten sind' die besten Schutz- und Heilmittel gegen diese ilnMvolle .Krankheit u. sollten daber in keinen, .Hause fehlen. »ut«t la Nivldor. ^I«^»«o6n»v» 35! VonRsrVkacl, ßen 1?. I^cikunq'^ ?cummer 4A L^aUcsivtrtsQKa// Mehl- und Getfeldemarkt Zagreb, 12. Fsber. In der vergangenen Woche war die Tendenz, abgesehen von kleinen Fluktuationen, unverändert. Ungeachtet dessen ist die Grundrichtung in Weizen und Mais fest, nachdem die Zufuhren gering sind. Die Richtung des Weizens ist in Anbetracht seines billigen Preises im Verhältnisse zu dem Maisprciso fest. M a i s hingegeil ist infolge der gsriilgen Vorräte und weil man in letzter Zeit selbst in den Produktio.nS-gebieten, und zw. in einigen Teilen dir Bakka und auch in Syrien für den Lokalbedarf zu den hi^chsten Tagespreisen ledeS aufkommende Quantum ausnimmt — ein Zeichen, daß dieser Artikel schwerlich billiger werten wird. Tie ^chweinepreise sind fest. Infolge der verlockenden hohen Fettpreise wird auf dem Land stark gemästet, angeblich bieten auch die hohen Mai^preise noch immer gute Rcch nung. Zur festeren Tendenz deS Maises hat in der letzten Zeit nicht minder die ame rikanische Preispolitik beigetragen, indem vorauHchtlichNordamerika überhaupt .üchtS exportieren wird, und in Argentinien sollen die Borräte infolge d. schlechten WitterungS Verhältnisse für die neue Saat zurückgehalten werden. Besonders in Argentinien hat die Regierung durch die Borstreckung billiger Darlehen an Farmer die Möglichkeit gegeben, mit den Verkäufen zurückzuhalten, um die War? zur richtigen Zeit gut verkaufen zu können. Diese Preispolitik hat sich schon seit einigen Jahren in ltanada durch den bekannt, ttetreidvpool glänMd bewährt Diese Vereinigung von Farmern ist zur eigentlichen Preisregulierung geischaf-fen, deren Spitze gegen alle importierenden europaischen Lmrder gerichtet ist. Bei unS hat die Aufnahme deS amerikanischen Maises so ziemlich aufgehört, einerseits durch den bestehenden A!aximalzoll» andererioits durch die hohen Preise in Argentinien selbst. Die verschiedenen Verkehrsschwierigkeiten bei uns hemmen das Geschäft, doch ist die Aussicht vorhanden, besonders auf ttt!r Aka cr Strecke, den Berkehr in einigen Tagen frei zu bekonnnen. DiesÄben Schwierigkeiten bestehen auch auf der Broder Strecke und ist wenig .Hossnung vorhanden,.daß beson ders auf dieser Linie in kurzer Zeit. Ord nung geinacht wird. Das Mehlgeschäft stagniert vollkommen. Interesse besteht nur für Schwarzmeh le, welche jedoch in geringen Mengen vor-lMnden sind, so daß z. B. schon für Nr. S0()-:-3l)0 Dinar ab Mühle gefordert werden. Die Preise haben sich seit letzter Woche ansonsten nicht verändert. Der EMrt ruht noch immer vollkommen. Die konvc-nableren ausländischen Preise können wir nicht halten und demzufolge ist auch bei der in Aussicht gestellten Refaktie nicht viel zu erwarten. Die Exportmöglichkeiten werden auch erschwert durch die einseitigen Pre'.S-notierungen einzelner heimischer Getreide borsen und zwar Preise, welche höher lauten als die Ware faktisch eingekauft wird, um den Verkäufern in den Produktionsgebieten zur Erreichung höherer Preise an die Hand zu gehen. Dadurch sind wir nicht in der Lage, mit dem Auslände den Konkurrenzkampf aufzunehmen, und so lange diese Börsen keini objektiven Berichte herausgeben, wird es kaum möglich sein, auch nur das geringste Quantum zu exportieren. Diesem Uebel könnte nur dann Abhilfe geschaffen werden, wenn die Unifizierung der Usancen sämtlicher Börsen angeordnet wird. Börsen, welche nicht einmal' den T:>»ieS-verkehr einer Zagreber Getreidegroßfirma erreichen, wissen gar nicht, welchen Schaden sie unserer Volkswirtschaft durch die Irreführung der Preisnotierungen verursachen.- Es wäre daher schon in: Interesse des soliden Handels notwendig, daß die Preise den Talsachen entsprechend verzeichnet werden. Die Stagnation hat eine lebhafte Tätigkeit der A g e u t e n ausgelöst, welche mit allung von London und Birmingham findet vom 18. Februar bis 1. März statt, besuchet erhalten beim englischen Konsulat in Zagreb das Rei-sevisuim unentgeltlich. ' X Zur Frage der itrwerdsteuerelnbe. kenntnisse. Da sich für die Erwerbsteuerein-bekenntnisse sehr wenig Interesse kundgibt, macht das hiesige.Handelsgremium alle er als oberste Tugend des guten Polizeiinannes gilt. Zugleich übt er sein Gedächtnis, indem er sich auf gut Glück täglich ein paar Hundert Gesichter einprägt, tvas ihm später unverhosst manch gu:en Fang erlaubt. Dann beginnt die Lausbahn in den „Brigaden"; bis tief ins Mannesalter hinein als bloße Hilfskraft, unter Anleitung eines Vorgesetzten, der den Titel „Brigadier" führt. Die Beförderung erfolgt äu-s'.erst langsam, zuinal in der vornehmsten Brigade, der kriminellen, von der die Fran-zcfen stolz behaupten, sie ssi die Elite aller Polizeien der Welt, die amerilSanischs eingeschlossen! Rein dienstlich werden an alle Leute ganz unerhörte Anforderungen gestellt; sie sind eigentlich immer in Alarnlzu-stand, und von „Ruhe" kann keine Rede hen. Der Chef der kriminellen Brig.il^e, Barthzle-my, sagte uns: Die Zy>hl der geborenen „Spürnasen" ist beschränkter, als man gewöhnlich glaubt. Es ist besser, wenige wirkliche Mnstler ihres Faches, als eine Armee von Handwerkern. Wo aber die Begeisterung fehlt, da ist überljaupt nichts auszurichten. Unsre Leute würden mit dcr gleichen Hingabe arbeiten, wenn sie ihr Brot erbetteln mÄßten! — Das klingt vielleicht ein wenig übertriel"n: man muß nur französische „Kriininelle" azu Werk gesehen baben, um ^u glauben. Großen Wort legt man in Paris auf die freiwilligen oder auch unfreiwilligen Mitarbeiter der Polizei^ hauptsächlich also die bezahlten Angeber unid die — C z rl-c i e r g e n. Das Kapitel ist nicht ganz iau-ber, aber es ist so eng mit der „Allgemeinen Sicherheit" verwachsen, daß die eine nicht ohne das andere denkbar ist Was die richtigen „Berufsspitzel" angeht, so werden sie gemeinhin aus folgende, merkwürdige Weise rekrutiert: Irgend ein junger Mensch macht sich der Polizei verdächtig, sei es wegen um-stürzlerischer Reden oder sonstwie extrava« ganten Tuns. Man spürt nach und entdeckt, daß auch sein imlterielles Leben nicht ganz einwandfrei ist: er hat manches auf dem Kerbholz, ohne dafür jedoch ein regelrechter Uebeltäter oder gar Verbrecher zu sein. Durch geschickte „Bel^andlung" findet man bald heraus: er ist talentvoll, in verschiedenen Waffern gewaschen, und gerade kompromittiert genug, um von einen: normalen Dasein nicht allzuviel mehr zu erhoffen. So wird cr für bestimmte Geschäfte, meist politischer Natur, zum Angeber bestellt, ohne daß ihm natürlich die Möglichkeit des Verrats gegeben ist. Wird er als Spitzel entlarvt, so läßt ihn die Polizei sofort fallen: sie „verbrennt" ihn, tvie es in dcr Berufssprache heißt. Die Geschichte dcr letzten Jahre ist besonders reich an solchen Beispielen: es sei nur an den sensationellen Prozeß um den geheimnisvollen Tod des jungen Daudet erinnert, an geheimnisvolle Existenzen wie Le F k a o u t t e r, den obszönen Buchhändler, oder Germaine B e r t o n, die schöne Anarchistin. Man ist sich natürlick) in den höheren Polizeikreisen bewuszt, daß ein solche? Stisteni in seiner mittelalterlichen Romantik nicht gerade geeignet ist, das Prestige der Allgemeinen Sicherheit zu erhöhen: aber da man NU,: einmal von einer streng wissen-schastlicl>en Organisation des gesamten Po-lizeibetriebs, wie sie in anderen Kulturländern längst durchgeführt oder doch anaestrebt wird, nichts wissen will, muß man eben zu solchen .psychologischen Hilsen" greifen, so moralisch anrüchig sie auc^) erscheinen. Qrgmmopkone u.! cdzüplsten sus Veiksklun». ^ckel-mznn uncj Kind!, ptui. jzm -----»«»»»»»«»M-Aiili--- ve!< ^vÄf. Kleiner /^nieiqer Derfchltdem» Sessel inerden m. prima Rohr liilqcflr'äite?!, auch sämtl. Korb« und Tledreparaturen werben übernommen, P. >mpt und zum d'llliqsttn TaqeSprelS nngefertigt tii?i Jos. Antloga, iii'crbmacher» meistcr, Tifl Sveb^'dc I, ncb. d. stüdt. Vrücit'nwage. !75S Tapezi?r?r-?lrbeiten, Lrahttw» süt^e» Mniratzen. Möd«l u. f. w billigst und bestens nur be! Serval Makotter. Mari bor, itre kova nl. zz MSt-I. alte «lSser. Uh. ren. 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Aleksandrova ce-sta 1/1 ttnl»._1712 sü» Beausfichtigunq u. Wege eines bereits bestehenden Parkes. Da andere GSrtnerarbsiten nicht zu verrichten sind, würde sich der Reflektant verpflichten müssen, auch andere Arb.'iten zu verrichten, und zwar cis Hausdiener (Zutragen des Hol zes, Autowaschen usw.). Anträge mit GehaltSansprüchcn und Nachweis deL! (^ärtnerbernfes sind unt. ?tummer „Za 18>^ü^" an die Publicitas, Zaqreb, (>un duliöeva 11, zu richten. 1743 NkF«re Vedienerii, für S Stun den täglich wird sofcrt ausye-nommen. Borzustellen: OSlak, neues Gemeindehaus, Racij^ner jeva ulica. 1745 Erstklassig« SchahftePPeri» »ird «nlfgenommen. Adr. Verw. 1720 KIcht«, deutsche, von .'V—ZK Jahren, ^v«m scfrtig'en Antritt nach //sn. eve ltöse inljunj!en gusxestslten unc! neue sctistten, tslls Lie Sick ll»s neueste aone55vut» «>«1 I^SnlorGlek« «tar t«rd«i», tirostsi» u.tio«s»»vn?Ur »ncßu-ztelo, Ve«f«?do, unol ».»NLlvletzelinkt gnsclt»tten. oML?« «rua 0RI HK»I« HO»» t^ds!n e75c!iienen! 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