Laibacher Zeitung. ,?/ R43. Mittwoch am 35. Juni R8K« 'Vl^^'^'^^".'^^..^" ^.'^,i>^ mit "lilsilabine der Sonn- ui,o Fcierwqe, täglich, und fostct sainint den Beilagen in, Coinvtoir ganzjährig 11 st., halbjährig ö ft. 30 fr, mit D.e La.bacherZc.tm.q "'^ '^' '' ^^''7'"' ^ b" lb ä h^ « ff. Mr die Zustellung in's HauS sind ball.fährig 3U kr. mehr zu extnchtm. Mit der V°st Porto-Kreuzband m« ^mn^on g«nz ah !g !2 st.. ?ldr,7c <5 ss, halbjährig 7 st. 30 fr. - In seratio „ sg cbüh r fur eine Spaltenjeile oder den Raum derselben, fur e.n-frei gau^ahr.g unter ,ssnnzband und ssedn.ck r ^re^ ^ ^^ ^ ^Inserate bis ,2 Zeilen losten 1 ff. für Z M.l. 50 kr. für 2 Mal und 40 lr. für l Mal einzuschalten, ist ua'ch^m "pr'V "'" "' ^""'"^" ^' ^' ^"' 2uscrti°nSstämpel" "°ch ,0 kr. für cinc jedes.naligo Einschaltung hinzu zu rechum. Nichtamtlicher Theil. Corrcspondenzeu ^s/K« Mailand, 22. Juni. „ ^ (^ __ HUßittwoch den 18. Juni langte FM. Graf Nadetzky in bestem Gesundheitszustände in der f. k. Villa zu Monza an, woselbst der Statthalter der Lombardei, Graf Strassoldo, sich schon seit eini< gen Wochen aufhält. Letzterer nahm auch an der großen, am 19. d. M. hier stattgefundenen Frohn-leichnams-Prozcssion Theil, zu welcher alle Civil-und Militär.Vehördcn geladen waren, und die von ^ dem herrlichsten Wetter begünstigt war. Ueberhaupt haben wir nun schon seit ein Paar Wochen einen stets reinen und wolkenlosen Himmel, welcher dem Gedeihen der Feldfrüchte bisher sehr vorthcilhast war; auch belästigte uns bisher noch keine große Hitze, da die Temperatur durch beständige Nordwinde abgekühlt wurde; doch wünscht jetzt der Landmann etwas Regen, und zwar noch vor dem Schnitte des Kornes, der in Bälde Statt finden dürfte, da die sehr üppig stehende Frucht veinahe schon zur Reife gediehen ist. Die achte Rate des lomd. - vcnct. Anleihen?, wclche im Monate Juli zahlbar ist, wurde von der k, k. Delegation der Provinz Mailand den Häuser-und Grundbesitzern auferlegt. Am Pfingstmontage war großer Andrang in der Kirche des Blinden. Instituts zu St. Marco, wo bei Gelegenheit des Festes und damit verbundenen Ablasses von den Zöglingen deö Instituts, die man bekanntlich mit großer Sorgsalt zu trefflichen Musikern heranbildet, eine herrliche Gcfangs. Messe mit Instrumental.Begleitung ausgeführt wurde, die selbst eine Composition eines Zöglings dieser mildthätigen Anstalt, Angelo Bianchi, ist, welcher, obwohl nur im Alter von I!) Jahren, sich schon in Mailand den Nuf eines ausgezeichneten Komponisten und Flötenspielers erworben hat. Tief rührend wirkte auf dic Versammlung die reine und sympathische Stimme einiger dieser jungen unglücklichen Knaben und Mad-then, die der himmlischen Gabe des Lichtes beraubt, und, von ewiger Finsterniß umgeben , ihren einzigen Trost in der Neliqion und in der Musik suchen müs. sen, welchen sie, nach ihren immer heiteren Mienen zu schließen, auch finden. Auch die Kleinkinder-Bewahranstalten, deren es gegenwärtig in Mailand acht, d. h. eine für jedes Stadtviertel gibt, feierten vergangene Woche ein erhebendes Fest, um das Andenken ihrer dahingeschiedenen Wohlthäter zu ehren, unter welchen letztern s'H jl'mgst besonders ein Professor des k. k. Gymna. siums bemerkbar machte, der seine ganze Have (ungefähr 200.000 Zwanziger) denselben legirte. Der Probst Ratti, einer der Gründer und thätigste Vorsteher dieser lobenswerthen Anstalten, sprach schöne und beredte Worte, um das Andenken dieser Mildthätigen der zahlreichen Versammlung in Erinnerung zu bringen, und forderte zugleich dieselbe auf, von dem begonnenen Werke wegen der Mißgunst der Verhältnisse nicht abzustehen, und diese Anstalten, wel. che, indem sie der Verwahrlosung und schlechten Er. ziehung so vieler Kinder aus den unteren Classen vorbeugen, die moralischen Grundsätze verbreiten, und so den Keim mancher zukünftigen Verbrechen ersticken, mit nicht zu erkaltendem Eifer stets unterstützen zu wollen. Aus dem Preßbnrger Districte, 20. Juni. — H! — Man hört jetzt bei uns keine andere Klage als iene über Steuerdruck, und es ist in der That wahr, daß die Zahlungen an die öffentlichen ' Cassen noch nie so groß waren, als eben jetzt. Von vielen Seiten wird eingewendet, daß man Ungarn noch so lange mit einigen Steuergattungcn hatte verschonen sollen, bis die Verhältnisse geregelter und vorzugsweise günstiger sind; allein der Staat bedarf nicht nur höchst nothwendig der Zuflüsse aus allen Kronländern, sondern es liegt ja auch im Principe der Gleichberechtigung, nicht ein Land zu belasten, und das andere der Last zu entheben. Frei--lich trägt in Ungarn der stockende Verkehr viel dazu, «bci,daß die Steuerzahlung weh, sehr weh thut; allein es dürste wohl der Zeitpunct nicht mehr fern seyn, wo auch in dieser Beziehung ein regeres Leben eintreten wird. Die Steuern werden übrigens mit vielem Nachdruck eingetrieben; doch gibt es auch eine Masse Protestationcn und ^Petitionen, manch, mal auch nur, um die Entrichtung der Steuer auf die lange Bank zu schieben. — Die Aussichten auf ein fruchtbares Jahr sind nicht mehr so glanzend, wie früher; der Juni. der sich Anfangs äußerst giin. stlg zelgle, lst tN, höchst laumg« Patron geworden, denn Wind und Regen wechseln mit schwüler Wii-terung ad. An den Kirschen haben die Landwirthe bereits großen Schaden erlitten, denn einige Tage vor der vollständigen Rcife war anhaltender Negen, der fast Alles faulen machte; Gärten, deren Kirschen-ertrag man auf 60 fi. C. M, rechnete, tragen kaum sür 20 fi. C. M. Hält der Rtgcn an, so leidet auch die Frucht außerordentlich, und die allezeit fertigen Speculanten erhöhen bereits »ie Gelreidepreife. — Trotz der Masse Kupfergeldes, das jetzt geprägt wurde und noch geprägt wird, sieht man bei uns nicht nur auf dem Lande, sondern auch in Prrßburg selbst sehr wenig; kaum wird eß eingenommen, verschwindet es auch aus Nimmerwiedersehen, und sonderbarer Weise reizt das neue Kupfergeld so, daß man es, trotz seines niedern Werthes, weit lieber hat, als das alte, und schon Mancher sür zwei Münz-kreuzer 6 kr. W. W. zahlte. — Die Viehseuche will sich noch immer nicht verlieren, obwohl die trefflichsten Maßregeln dagegen ergriffen werden; be. reits wurde der Viehmarkt i» der benachbarten Stadt Tirnau eingestellt, und auch andere Ottc wurden abgesperrt. Obwohl der schlimme Gast in der Nähe, sind doch unsere Fleischhauer nicht mit dem Preise gestiegen. Oesterreich Trieft, 23. Juni Unsere heutigen erwähnens. werthen Nachrichten, schreibt man uns aus Athen vom l7. Juni, lassen sich kurz zusammenfassen: Die Kammern sind gestern nach vierzigtFg'grr Rast wie. der zusammengetreten, ohne jedoch eine Sitzung gehalten zu haben, weil die Deputirten noch nicht in beschlußfähiger Zahl beisammen sind. — Der Erb. prinz von Oldenburg ist «m 12. von sein« Reise nach Constantinopel zurückgekehrt und wurde in Py-^ raus von Ihrer Majestät der Königilf herzlich em-l pfangen. Se. Hoh. wirv seine Rückreise nach der Heimat nicht, wie bestimmt war, über Neapel, son. dem mittelst des am 24. von Pyräus abgehenden Lloybdampfels über Trieft nehmen. — Das von ^ einigen Journalen verbreitete Gerücht, daß der Fi-nanzminister Cristides und der Kriegsminister Oberst Spiro Millios zurücktreten werden, hat sich ebenso wenig bestätigt als jenes, daß acht ober zehn neue Senatoren gewählt werden sollen. Der neue Mini.-ster dcs Innern, General Meletopulos, und der Cultus- und Unterrichtsminister Barboglu haben be» reits ihre Portefeuilles übernommen. Das Journal de Constantinople« vom 9. erör, tert in einem vier Spülten langen Leitartikel die unschätzbaren Wohlthaten, die der Sultan der Moldau und Wallachei durch die Entsendung der Com» missare Soliman Pascha und Fuad Essendi, beson» ders aber Achmed Wesiks angedeihen ließ. Se. Hoh. dcr Sultan habe durch diese Wahl zu erkennen ge» geben, wie sehr ihm das materielle und sittliche Wohl seiner „lieben moldo. wallachischen Fürstenlhümer" am Herzen liege. — In einem zweiten Aufsätze hebt das erwähnte Journal hervor, wie viel der Sultan bisher für den öffentlichen Unterricht gethan habe. > Im Lause von vier oder fünf Jahren ist nicht nur das Sckulwcsen überhaupt organisirt, sondern auch der Grund zu einer Universität gelegt worden, die bald ihre Thätigkeit entwickeln wild. Eine Commission ist mit der Abfassung einer guten Sprachlehre und eines Wörterbuches beauftragt. Eine Lücke war noch fühlbar, die nun durch die Grün. dung einer Academic der Wissenschaften ebenfalls ausgefüllt wird. Dieselbe soll aus 40 ordentlichen Mitgliedern bestehen, ihre Correspondenten im In-und Auslande wählen und in monatlichen Sitzungen die im Programm vorgezeichneten Gegenstande ver. handeln. — Briefe aus Constantinopel und Galacz entwerfen uns eine Schilderung von dem tiefen Ein, drucke, den der Rücktritt des Freiherrn von Brück unttr den vielen in diesen Städten wohnenden Oesterreichern gemacht hat. (Trieft. Ztg.) * Wtien, 22. Juni Die unter Leitung des Sectionschefs Czö'rnig bei der Central, Seebehörde in Tliest abgehaltenen Berathungen über den Gesetzksent? wurf der Marine - Inscription sind bereits beendigt; gegenwärtig werden dri der Stalthalterei zu Trieft die Berathungen über den Gesetzcsentwurf der Marine-Conscription gepflogen, wtlcbe ebenfalls binnen Kurzem zum Schlüsse gelangt seyn werden. Es ist demnach die erfreuliche Aussicht vorhanden, daß das wichtige Institut der Marine-Inscription, welches die Grundbedingung zur Entwicktlunss und d,m Gedeihen unserer Kriegsmarine in sich enthalt, in einer d«n Verhältnissen der ö'lklreichiscben Handelsmarine vol^ kommen entsprechenden, und auf den Stand unser« Seebevölkcrung auf das wohlthatigste einwirk«nden Weise in nächster Iutunft (vielleicht bis zum Begin, ne dcs kommenden VerwaltungAjahres) ins L, den trele. * Wie die »pl-aisli« Novm^« melden, ist vom Unterrichtsminist,rium zum Vorsitzenden bei der Com< mission, welche die Aufgabe hat, eine öecko. slavische Terminologie der wissenschaftlichen Ausdrücke zum Unterrichtsgebrauche zu entwerfen, der Bibliothekar Dr. P. «afarik — ferner sind zu Eomrmfsionsglie, dem die Umversitätsprofessoren Fr. L. öelalowssy Oft« und N. V. Tomek, dann der Secretär des cechischen Museums, K. I. Erben, ernannt worden. * Wjr entnehmen dem »iVl. Nil-Iap" folgende Notizen: Der k. k. ungarische Statthalter Baron Geringer, wurde auf seiner Rundreise überall ehrerbietigst empfangen; an mehreren Drttn wurden Triumphbogen errichtet, und die Städte beleuchtet. Bezeichnend ist seine Aeußerung, daß er keinen glänzenden Empfang erwarte, sondern streng verlange, daß die Beamten ihre Pflichten gegen die Regierung wie das Volk püncllich erfüllen, und dadurch sich vor ihren Vorgesetzten auszuzeichnen streben. — Ein provisorisches Gemeindegesetz für Ungarn ist im Entwürfe fertig; es gründet sich auf die richtige Ver. lretung der Interessen und entspricht allen billigen Anforderungen. — Der Herr Statthalter forderte d«n Großwardciner Bürgermeister, Hrn. Ioh, Csorda, auf, die Gemeindeangelegenheiten dieser Stadt zu regeln und das erwähnte Gesetz versuchsweise durchzuführen. 5 Nach zjner Vorschrift des Finanzministeriums sind alle Steueramtspractikanttn verpflichtet, Behufs einer Anstellung sich einer Prüfung aus dem Steuer.-fache zu unterziehen, und die bereits Angestellten haben dieselbe nachzutragen. * Von der bosnischen Gränze wird uns v. 18. d. berichtet! Mahmud Bey, Skander-begs Adjutant, ist in Mostar eingetroffen. Mehrere Bewohner von Mostar und Blaga sind wegen ihrer Betheiligung an dem unterdrückten Aufstande ge.-sanglich eingezogen worden. * Neueste Nachrichten aus Montenegro melden Folgendes: Der Senat von Montenegro versprach der eben zu Cettigne befindlichen Deputation der Herzegowiner Christen, gegen Erlag einer ansehnlichen Geldsumme, die augranzende christliche Bevölkerung nicht mehr zu bculiruhigen. Der Montenegriner Gruizza, welcher das dießfalls bereits erlassene Verbot übertrat und einen Herzegowiner Christen tödtete, ward zur Strafe erschossen. Uevrigens wurden von den Montenegrinern gelegenheitlich noch zwei Türken getödtet, wobei aber auch die Angreifer mit Wunden übel zugerichtet wegkamen. Die Vojwoden von Grahowo und Gregussi haben sich, Jeder von 20 Mann gefolgt, nach Baniani begeben, um mit den Familien von Mirkovitz und Loprivizza, mit denen sie lange in blutiger Fehde gelebt hattcn, Frieden zu schließen. Prag, 20. Juni. Mit so bedeutender Anerkennung man auch allseitig das Wirken des hohen Unterrichtsministeriums würdigt, so muß doch andererseits zugegeben werden, daß die Klagen, die in neuester Zeit abermals über die gedrückten Verhält, nisse unserer Volksschullehrer aufsuchen, keine unge. gründeten und müßigen sind. Ich hatte Gelegen, heit, mehrere höchst trostlose Fälle solcher Verhältnisse kennen zu lernen, und muß gestehen, daß die Schilderungen, die bisher von dcm Lose manches Lehrers in tie Oeffeutlichkeit getreten sind, keineswegs übertrieben waren. Es ist wohl wahr. daß das ganze Gebäude unseres Unterrichtssystems erst im Entstehen begriffen ist, und es der bedeutendsten Anstrengung bedarf, um die Solidität und Zweck. Mäßigkeit des Gebäudes sicher zu stellen; aber das Verlangen, das Ministerium möge, wenigstens so lange die Verhältnisse eine directe Betheiligung an der Verbesserung der Scbullchrtivelhältnisse nicht gestatten, inderect mit aller Energie auf die Gemeinden wirken, und diese zur Hebung der materiellen Lage veranlassen, ist gewiß nicht unbillig zu nennen. Min destens sollte festgesetzt werden, daß namentlich das dem Lehrer Gebührende ihm auch zur rechten Zeit gegeben werde, wobei wir leider in den Landgemein den noch eine große Renitenz zu beklagen haben. Eine Belehrung von Seite dcr Behörden oder der Geistlichkeit könnte hierin Vieles thun; die Gemeinden selbst aber wären aufzufordern, nach ihren Mitteln alles aufzubieten, um die drückende Lage der Lehrer zu verbessern. Prag hat in dieser Hinsicht viel geleistet, lrotz dls schlechten Zustandes seiner Fi- nanzen hat das Stadtverordnetcncollegium die Ge. halte der Lehrer fortwährend erhöht, und andere Städte in Böhmen, deren Finanzen mit Berücksichtigung der Einwohnerzahl und der stets bedeutenden außerordentlichen Auslagen, deren sich eine Provm-zialstadt nicht entschlagen kann, könnten sich an dcm Vorgehen der ersten Sladt des Landes ein beherzi. genswerthes Beispiel nehmen. Außerdem wären auch strengere Normen für die Befreiung vom Sckulgelde in den untern Schulen sehr wünschenswert!); denn es ist kein Geheimniß, welcher Unfug damit getrie. den wird. Innsbruck, 2l. Juni. Gestern Abends trafen Se. Majestät der König Ludwig von Bayern sammt Gefolge von Rom hier ein, nahmen das Ab.-steigquartier im Gasthause zum österreichischen Hofe, und setzten heute Morgens 4^ Uhr die Reise über Tegernsee nach München fort. Preßburg, 20. Juni. Man schreibt der »Preßdurger Zeitung" aus Wien: Die Nationalbank ist damit beschäftigt, eine der für den Handel am meisten ersprießlichen Reformen durchzuführen. Sie schreitet nämlich mit Energie zu der Errichtung von Filialen in den wichtigsten Städten der Mon< archie. In Pesth wird schon binnen wenigen Mo» naten das dort zu errichtende Filiale dcr Bank in voller Thätigkeit sich befinden, und diesem wird un-mittelbar die Gründung eines ahnlichen Etablisse-ments in Triest folgen. Die beiden größten Handelsstädte Oesterreichs werden dadurch mit Creditsan-stalten versehen, welcher sie so sehr bedürfen; dem Handel wird dadurch ein wesentlicher Vorschub ge-leistet. Zwar benutzen die Pesthcr, noch mehr aber die Tricster Kaufleute schon jetzt die Ereditsquelle der Bank, indem sie durch Vermittlung der Wiener Banquiers von ihnen ausgestellte Wechsel derselben verkaufen. Doch ist diese mdirccte Weise, sich den Credit der Bank zu verschafft,, , nicht bloß mit de„ verhältnißmäßig beträchtlichen Auslagen der Provision an die Vermittler verbunden, sondern der Triester Platz wird dadurch in Abhängigkeit von den Wittier Banquiers erhalten, welche durch Entziehung! des gewährten Credits und Einstellung der Accepts! lion der Tratten der Hafenstadt große Verlegenheit bereiten können. Manche Speculation unterbleibt in Triest, weil der dortige Handelsstand sich das hiezu nöthige Geld nicht unter sechs Percent zu schaffen im Stande ist, trotzdem die Bank bekanntlich nicht mehr als vier Percent für die von ihr escomptirten Wechsel verlangt. Doch die Provision dcr Wiener Banquiers, welcder zu entgehen nicht möglich ist, erhöht so sehr den Zinsfuß in den Kronländern. Ferner kann der Triester Kaufmann mit fremdem Gelde keine längeren Operationen unternehmen, weil ihm der Credit, welchen er genießt, nicht gesichert ist, und von der Willkür der Wiener Bankhäuser abhängt. Diesen beiden Uebelständen bringt die be-reits beschlossene Errichtung von Bankfilialen die nöthige Abhilfe. Diese emancipiren den Credit der Handelsstädte und machen ihn von der Willkür der Wiener Geldmänner nicht weiter abhängig, und bewirken femer, daß daselbst, wie in Wien, der Zinsfuß für Wechsel erster Firmen sich nicht höher als auf vier Percent stellt. Italien. Der „Clero cattolico« enthält die Bestätigung der Nachricht vom Abscblusse eines Concordats zwischen Parma und dem heiligen Stuhle. Letzterer erkennt die Rechte des Herzogs auf den Besitz des Herzogthums, als eines Theiles des Kirchenstaates, vollkommen an. F r a n k r e i ch. Paris, l7. Juni. Die Revisions.Commission hat heute abermals eine sehr stürmische Sitzung gehalten. Cavaignac sprach schroffer als je für die Republik. Charrar erklärte-, sollte der Präsidint wieder gewählt weiden, so würde man ihn nach Vin. cennes schicken. Montalembert erwiederte, daß dieß nicht so leicht seyn dürfte. Sie irren sich, entgeg« nete Raze, man braucht auf Bonaparte nur zu hauchen (8oul'-), und er wird verschwinden. Morgen ist abermals Sitzung. Däne m a r k. — Das dänische Blatt »Flyveposten« will aus ganz zuverlässiger Quelle erfahren haben, die militärischen Verhältnisse Holsteins sollten dermaßen geordnet werden, das das holsteinische Bundescontin. gent eine für sich allein bestehende Abtheilung der holstein'schen Truppen ausmachen werde, wogegen die etwa sonst noch vom König daselbst zu errichten-den Truppentheile eine zweite Abtheilung des hol. steinischen und zugleich einen Theil des dänischen Heeres ausmachen und nur unmittelbar unter der Oberhoheit des Königs stehen würden. Portugal. Lissabon, 9. Juni. Das gestern erschienene amtliche »Diario do Governo enthalt Nachstehendes: „Wir sind zur Erklärung ermächtigt, daß alle Be. richte über angebliche Mißhelligkeiten zwischen unserer Regierung und den Negierungen von Spanien, England und Frankreich gänzlich unbegründet und falsch sind. Im Gegentheil stehen diese Regierungen, da sie die Principien des gegenwärtigen Ministeriums und dessen festen Willen, die constitutionelle Monarchie des Thrones Ihrer Maj. der Königin Donna Maria Segunda, Ihrer Dynastie und die in der Verfassungsactc garantirten Freiheiten aufrecht zu er-halten, kennen, im besten Einversta'ndniß und der herzlichsten Harmor.ie mit unserer Regierung. Amerika. Die neuesten Nachrichten aus New.York reichen bis zum 4. Juni. Man sah dein Eintr,ffen überaus reicher Geldsendungen aus Calisormen entgegen. Täglich werden daselbst neue, sehr ergiebige Golblager ertt. deckt und aus allen Minenbezirken lauten die Bt' richte sehr befriedigend. In Placerville allein beu^ ten 4 Personen eine früher schon vcn andern Gold-! gräbern bearbeitete Mine aus, und erzielen eine tägliche Ausbeute von 1000 Dollars. Der Gesammt. werth des in den ersten 4 Monaten des lausenden IahreS aus Califormen bereits ausgeführten Gold-staubeö wird auf circa 16 Millionen Dollars geschätzt. Die Stadt Valparaiso ist von wiederholten heftigen Erdstößen am 3. April sehr hart mitgenommen worden. Der größte Theil der Häuser ist eingestürzt. Ein ähnliches Erdbeben suchte Guadalupe am I?. Mai heim. Neues und Neuestes. N3ien, 24. Juni. Dem Vernehmen nach bt, absichtigt das Unterrichtsministerium die Erlernung einer zweiten Landessprache in den Polyglotten Kron-ländern den Studierenden als obligates Studium aufzulegen. — Nach den »/Vml»!e8 l!« l» ?l'l)p»AlNion fi (5 M. pr. Bogen, einen von 3Q Dueaten in Gold und einen zweiten von HO Ducaten. Hicbei muß jedoch ausdrücklich bemerkt werden, daß nur der künstlerische Werth der Novellen den Maßstab gewahreu kann, nach welchem man den Anspruch auf den Preis beurtheilen wird. Die Entscheidung wird von den Herren Grillvarzrr, Hebbel und Hermannsthal, welche gütigst das Prcisrichteramt übernommen haben, gefällt und von der Redaction Ende Octobers l85l durch die «Wiener - und die Augs-durger allgemeine Zeitung« bekannt gemacht werden. Zur Preisdewerdung sind nur jene Novellen geeignet, welche der Tendenz des Familienbuches, als eines Buches zur Unterhaltung und Belehrung häuslicher Kreise in den gebildeten Ständen, vollkommen , entsprechen, und im Umsang nicht unter Einem und nicht überzwei Bogen zu acht dop-pelspaltigcn Seiten in Quart einnehmen. Jede Novelle ist mit der Aufschrift: »Iur Prcisbrwerbunss eingesendet« und mit einer Devise zu versehen, welche letztere sich auf «inem beizulegenden versiegelten, den Namen des Verfassers enthaltenden und erst nach der Preisvertheilung zu eröffnenden Zettel zu wiederholen hat. Die Redaction des Familienbuches behält sich vor, jede der eingesendeten Novellen, wenn dieselbe ihr zur Aufnahme in das Familienbuch geeignet erscheint, auch noch vor dem Ausspruchc der Preisrichter in dasselbe aufzunehmen und pr. Bogen mit 40 fi. C. M. zu honoriren. Die nicht zur Aufnahme in das Familienbuch geeignet erscheinenden Novellen werden ohne Verzug ihren Verfassern zurückgesendet werden, welche zu diesem Behufe eine beliebige Adresse angeben oder einen eigenen Bevollmächtigten in das Redactions. Bureau schicken wollen; lücksichtlich der andern No-vcllfn aber, welche die Redaction zu behalten erklärt, verpflichten sich die Einsender, sie vor Ablauf von zwri Jahren, d. i. vor Ende Octobers I853 nirgends wieder abdrucken zu lassen, weder in Zeit-schristen, noch in einem Buche. Alle Einsendungen sind unter der Adresse der Agentur dts »österreichischen Lloyd" zu Wien, Stadt, Grünangergafsc Nr. 83z — wo auch das Ntdac-tions-Bureau fich befindet — an die Redaction d,S lllustnrten Familienbuches zu richten. Wien den l. Juni ,85l. Die Nedaetion des illnstr Familienbuches. Herausgegeben vom österr. Lloyd in Triest. Verleger: Jan. v. Kleinwayr und Fedo« Bamberg. Verantwortlicher Herausgeber. Ig« Alois v. Kletnmayr. Anhang zur IailmHerSeitunH Telegraphischer Vours«Bericht der Staatgpapiere vom 24. Juni !85l. Staatsschuldverschreibung.» zu 5 pTl. (in , für 250 3. 3l»0 Vanf, «ctie». vr. Stück 12^0 in O. M. Aitieu der Kaiser Ferdinands-Nordbahn zu l000 ff. C. M. .... 13461/4 ?. in (5. M. Wechsel-Cours vom 24. Juni l85l. Amsterdam, für <00 ThalerEunaut, Äthl. «73 l/2 'l Mouat. Nxgsburg, für l00 Gulden Cur.. Ould. 125 3/4 Nf. Uso. Frausfurt a.M., ( für 120 fl. sübd. Ver- t!«sit. Bufarest für 1 Gulden . . . vara 219 31 T. Sicht, (^'ussautinopel, für 1 Gulden vara 364 31 T. Sich!. Geld- uud Silber .- Eourse vom 23. Juni 1851. Brief. Geld. Kais. Viiluz-Ducateu Agio......— 32 7/8 dttt« Naub- bt« .,......— 32 >1/Z NapoIeonSd'or .,......^- ^0.5 Slmverainsd'ur .......— 17.30 Nuß. Imp.rial -......— 10.15 Preuß. D'ors „......— l0.25 Augl. Tovnaiugs ........— 12.22 Silb«ragio ..........— 261/4 fremden-Anmge der hier Augekommeuen und Abgereisten Den 20. Iuui !85l. Hr. Giudice, Privatier, von Wien nach Fiunie. — Fr. Panzoni; — Hr. v. Oer; — Hr. Schmidt, — u. Hr. G°ldol,i, alle 4 Privatiers; — Hr. Go-toi'iio; — Hr. Schilbach, — u Hr, Faberczi, alle 3 Handelsleute, u«d alle 7 vou Wien nach Trieft. — Hr. Guglielmi, Bischof von Scutari, — u. Hr. Gm,-lher, Doctor der Medizin, beide von Trieft nach Wien. Den 21. Hr. Schofman; — Hr. Castelli; — Hr. GutsviUer; — Hr. Kaufmann; — Hr. Dermer; — Hr. Leipold, — u. Hr. Baron Lehman, alle ? Privatiers; — Hr. Maui'ih, Consulats - Kanzler; — Hr. Flaq, Con''ul, — u. Hr. Graf He sen stern , ha», n°v. Offizier, alle 10 von Wien nach Tricst. — Hr. Galvaglli, Privatier, von Wiel, nach Udine. — Hr. Bain, Civil - Ingenieur, von Triest nach Wien. Den 22. Hr. Stange; — Hr. Günter, — u. Hr Violi, alle 3 Handelileute; — Fr. Koßelek; -Hr. Vicentim; — Hr. Mchelu^i; — Fr. Amnüler, — u. Hr. Paulnann, alle 5 Privatiers, — u. Hr. Schimansky, Apochetei , aUe 9 von Wien nach Tiiest. —^ Hr. Plenker, Ministel ial.-Ralh, von Wien nach F,ume. — H,-. Preßel, Privatier, von Wien nach Mailand. — Hr. Goldschmidt, Handelsmann; — H>. Comle Goczolhowsty, Neutier » — u. Hr. Eder, Handlungs'Agent, aUe 3 von Trieft nach W«en. Z. 759. (3) Nr. 1633. Edict. Von dlm t. k. Bezilksgenchle Sillich wild hiemil bekannt gcmachl: Es habe auf Anlangen der Flgu Theresia Iul-mann, duich Hrn. Dr. Oriiqzh, wegen schuldigen «7 fi. 30 lr. ,-. 8. <-. , in di, öffentliche Keilbielung der zu Feldsderq gelegenen, geiichtllch auf >923 fi. 40 kl. geschätzten Oanzhut>c des Johann Eueiner jainmt Wot)«» und Wirllilchaflsgebauben gewiliiget, Ul,d zu deren Hjoluadme drei Tagsatzungeli, als: die erste auf den !. Juli, die zwci'e aus den l. August und die dnlte mit Treffern) 2<>tt,M>0 — ^O,tttttt — 2ft,«00 — I3,««U — 8ttUtt — von Guldens ZttOU — 4000 — 3000 — 2000 — IZOO — LOOO ic. in barem Gelde gewonnen werden. Die Ausbezahlung der Gewinnste beginnt am 12. Juli d. I. im betreffenden Lotterie-Bureau, Hof Nr. 339, in Wien. Ein Los der I. oder II. Classe zur Haupt-Verlosung.....kostet 2^ si. C. M. „ III. „ „ Haupt und einer Separat Verlosung « fl. C. M. „ IV. „ „ Haupr-und zwei Separat-Verloftlnqen IO si. (5. W. Von beiden letzteren Sorten gewinnt jedes Los sicher. — Spiclpläne gratis. In Folge mehrseitig eingelangter Wünsche bleibt die Prälnimeratwn zur Be-tbeilung mit ^4 Stück Losen im Betrage von 400 ft. C. M als Mitgründev der Fonde bis zum 28. Juni eröffnet, und die bezüglichen Anerkennungsoiplome weroen von dem Großhandlungshause I. G. Schütter st Comp., am Hof Nr. 329 ,n Wien, in Vormerkung genommen. Fortan sind ^ose und Tompagniespiel» Actien zu dieser Lotterie bei gefertigtem Handelsmanne in Lalbacl) zu haben, der sich auch nm grafi. Wal dsieln'schm Loftn für den 15. Juli, und mit allen andern Sorten Anlehens-Effecten empfiehlt. Joh. GV. NNutscher. 3, ??5. (2) Bekanntmachung. Gefertigter hat die Agentschaft der k. k. priv. ersten österr. Ver-sicherungs-Gesellschaft in Wien übernommen, und ersucht daher Jene, welche dieser Gesellschaft in Vcrsicherungs-Angelegenheiten beizutreten wünschen, sich an ihn wenden zu wollen, wo man auch die Statuten, so wie dle sonstigen, auf dle Versicherung Bezug habenden Drucksachen unentgeltlich erhalten kann. Laibach den 21. Juni 18.51. Hauptagent, Epccereiwarenhandlung, Platz Nr. 28!. Z7?M (3) ^ ^ Pränumerations - Einladung auf die „Allgemeine österreichische Gerichts - Zeitung" für das 3. Nlmrtal 1951. ^iese Zeitschrift erscheint taglich, mit Ausnahme des Montags, undbrmgtwenigstenö ei"" halben Bogen in Groß-Duart. Der Abonnementspreiö ist für ein Vierteljahr für Wien 2 fl., außer Wien, mit Inbegriff der Zusendung durch die Post, 3 fi. C. M. Die auswärtigen Pränumeramen weiden ersucht, den Pra'numerationß - Betrag an die Redaction (Stadt Nr. 5««, 2 Stock) frankitt einzusenden, und den Name", den Wohnort und die letzte Post station deutlich anzugeben.