Bezugspreise Für Vsterreich-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2 ■ — Für Amerika: ganzjährig D. 1*25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Gvttscheer Me Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Gottscheer Woten in Gottschee, Hauptplatz Ztr. 87. Berichte sind zu senden an die Schriftkeitung des Gottscheer Woten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif be< rechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. P ostsparkass en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Ar. 2. Oottschee, am 19. Jänner 1910. Jahrgang VII. Antwort auf einen unfreundlichen Neujahrsgruß der „Gottscheer Nachrichten". Zur Jahreswende pflegt man sich gegenseitig zu beglückwünschen und alles Gute zu wünschen. Auch die Tagesblätter, selbst die grimmigsten und verbissensten, stecken in ihren Neujahrsaufsätzen gewöhnlich eine freundliche Miene auf und schreiben in gewinnendem Tone. Anders die „Gottscheer Nachrichten". Gleich in der ersten Nummer des Jahres 1910 brummt und knurrt dieses Blatt in seinem Neujahrsaufsatze so unbändig, daß dem Leser die Stimmung fürs ganze Jahr verdorben wird. Statt eines freundlichen Neujahrsgenius erscheint ein keifender, zahnlückiger Alter mit struppig-borstigem Haare, den Besen in der Hand, und schimpft und schimpft. Zuerst werden die „weisen Stadtväter" vvn Gottschee niedergebügelt; an der „Seifenblasenpolitik der Stadt Gottschee" wird kein gutes Haar gelassen; die altliberalen Bürger hätten die politischen Interessen des Landes um ein Linsengericht an die Gottscheer Geistlichkeit verkauft (!), ihre Führer seien Sklaven des Klerikalismus geworden (!), ja sie seien soweit gesunken, daß sie den „Boten" zum Anwalt ihrer Wünsche und Beschwerden gemacht hätten (!). Solcher politischen Verruchtheit habe der neue Herakles „Deutsche Bauernpartei" ein jähes Ende bereitet. Dieser jugendlich-freiagrarische Held habe kühnen Mutes die verwischten Trennungslinien zwischen dem Gemeindehause diesseits und dem Pfarrhofe jenseits der Rinse wieder neu markiert und die politischen Taschenspieler in der Stadt in die Vereinsamung versetzt. — Das ist so ungefähr die Schimpflitanei, mit der die Städter in strafendem Hofmeisterton abgekanzelt werden. Es war ja auch wirklich schon zu arg, daß die Bürger der Stadt Goltschee weder Herrn Dr. Karnitschnig demütigst die Steigbügel halten, noch Herrn Hans Jonke in Mosel ehrerbietigst die Hand küssen wollten. Solche Majestätsbeleidigungen verdienen selbstverständlich schwerste Strafe, verdienen Acht und Bann und wirtschaftlichen Boykott, damit die respektlosen Bürger in Sack und Asche Buße tun und allmählich vielleicht doch zur Einsicht gebracht werden, daß die „Deutsche Bauernpartei" unter dem Kommando des Herrn Hans Jonke in Mosel, vor dem in Wien selbst Minister zittern und in Laibach die Herren vom Landesausschusse das Knieschlottern bekommen, die alleinseligmachende ist und neben sich keine anderen Götter dulden darf. Noch schlimmer als die Bürger von Gottschee kommen selbstverständlich unsere heimischen deutschen Priester weg. In Afrika werden bekanntlich viele Europäer vom Tropenkoller befallen; der Herr „Nachrichten"-Schreiber aber bekommt so ungefähr zwei- bis dreimal im Jahre einen grimmigen „Pfaffen"koller-Anfall; da muß er sich denn jedesmal so recht gründlich ausschimpfen, damit er's dann wieder, wie gewisse Quartalsäufer, eine Zeitlang ohne Schimpfdelirien aushalten kann. So ein ganz klein wenig hat sich der nette Herr übrigens schon gebessert. Früher nämlich waren seine galligen politischen Quartalergüsse immer förmlich gespickt mit Schimpfworten auf die bösen „Pfaffen", von denen er am liebsten jeden Tag einen zum Frühstück vortranchiert haben möchte, wie Vater Polyphem seligen Angedenkens seine Griechen. Jetzt ist der Schimpf-bold doch schon ein bißchen sparsamer geworden mit seinen Schimpfrosinen, die seinen journalistischen Kugelhupf für radikale Feinschmecker besonders lecker und appetitlich machen sollen. Man sieht, der Mann macht Fortschritte. Wenn's so weiter geht, ist gegründete Aussicht vorhanden, daß aus einem wilden Zulukaffer mit Zeit und Weile doch noch ein Halb- oder Ganzeuropäer werden kann. Zuerst bekommt also der „brave Gottesmann" von Mösel seinen Klapps, dann wird der „schwarze Oberkanonier" von Rieg angerempelt, hernach wird im Pauschalwege allen „pfäffischen Kampfhähnen" grausamblich der Kopf gewaschen. Nun, die geistlichen Herren werden sich dadurch ihren Humor nicht trüben lassen; sie denken sich: Wenn einer auf der Straße Unrat aufhebt, um anständige Leute damit zu bewerfen, beschmutzt er sich nur selbst damit die Finger. Entschiedenste Verwahrung müssen wir aber dagegen einlegen, daß man sich erdreistet, unsere heimischen deutschen Priester der „nationalen Geschlechtslosigkeit und Pflichtvergessenheit" zu beschuldigen. Gottschee kann sich glücklich schätzen, daß es in den gegenwärtigen sehr ernsten und schwierigen Zeiten deutsche Priester besitzt, die zu ihrem Volke halten und für dessen nationale Rechte furchtlos einzustehen jederzeit bereit sind. Eine Niedertracht ist es zu behaupten, unsere deutsche Geistlichkeit betreibe um „fetter Pfründen" willen (wo gibt es solche in Gottschee?) eine deutschfeindliche Politik. Verehrtester Herr, der Sie so gewissenlos mit Verleumdungen um sich werfen, machen Sie doch die Augen auf und schauen Sie sich Ihre eigene allernächste Umgebung an! War's nicht einer Ihrer Busenfreunde, der den Verkauf deutscher Huben in Gottschee an Slawen hier in die Mode gebracht hat? War's nicht auch wieder der nämliche Busenfreund von Ihnen, der nach dem Verkauf des PetscheschenHauses in Gottschee brieflich einem slowenischen Advokaten in Laibach, einem Deutschenfresser ärgster Sorte, seine ergebenen Dienste anbot bei dem eventuellen Verkauf anderer deutscher Häuser an slowenische Heißsporne? Das ist völkische Pflichtvergessenheit, das ist nationaler Verrat, der um fetter Sporteln willen die Sache der deutschen Heimat um Judaslohn preisgibt! In den Reihen der deutschen Priesterschaft werden Sie, Herr „Nachrichten"-Schreiber, vergeblich nach einem Manne suchen, der als nationaler Gaukler und radikaler Wortführer nach außen hin seine Brust mit dem schwarz-rot-goldenen Bande schmückt, in seinem weiten Sacke aber einen gespickten Beutel versteckt hält, der weiß-blau-rote Verschnürung trägt. Was die Südmark anbelangt, so täten die Herren wohl am besten, darüber zu schweigen. Auch deutsche Priester waren vor wenigen Jahren tu Gottschee noch Mitglieder dieses Schutzvereines. Es war nationale „Pflichtvergessenheit", daß man im Jahre 1907 radikalerseits die Siidmark als Kampfverein gegen den christlichsozialen Bauernbund ausspielte und so den Christlichsozialen die weitere Teilnahme an der Südmark einfach unmöglich machte. Seit der schnöden, mißachtenden Behandlung, die den Christlichsozialen bei der Hauptversammlung der Südmark im vorigen Jahre in Graz seitens der Schönerianer und Radikalen zuteil ward, hat dieser Verein die Sympathien so ziemlich sämtlicher christlich gesinnten Deutschen verloren. Die Christlichsozialen betätigen ihre nationale Schutzpflicht im Deutschen Schulverein und in der „Ostmark". Nach allem dem, was vorgesallen ist, wäre es eine Selbsterniedrigung und Selbstentwürdigung, wenn sie sich noch weiter einem Vereine aufdrängen wollten, dessen leitende Kreise den Christlichsozialen gegenüber Geringschätzung an den Tag legen. Und dann die Prahlerei mit den „Erfolgen" der liberalen Bauernparteil Was hat denn diese Partei bisher tatsächlich geleistet? Tönende Worte und schillernde Projekte, die heute geboren wurden und am nächsten Tage bereits eingesargt waren! Wo sind denn die Molkereien und die Käsereien, wo sind die „freiheitlichen" Raiffeisenkassen, wo ist die Agrarbank (I) — lauter Dinge, die bei der Gründung der liberalen Bauernpartei so großtuerisch versprochen wurden? Geflunker, nichts als Geflunker! Bleibt also als einzige „Tat", die übrigens auch erst noch ins Werk gesetzt werden muß, die landwirtschaftliche Ankaufsgenossenschaft mit dem Charakter eines Konsumvereines. Und wer ist es, fragen wir, der von diesem Vereine den Hauptnutzen haben wird? Die Bauern? Diese kommen ja, infoferne fie weiter entfernt von der Stadt wohnen, nur selten nach Gottschee, haben also auch nur wenig Gelegenheit, vom Konsumvereine Waren beziehen zu können. Die Sache verhält sich vielmehr im großen und ganzen so, daß die Bauern ihr gutes Geld hergeben sollen, damit die Herren Beamten und die sonstigen Konsumenten in der Stadt billigere Einkäufe machen können. Lange wird übrigens diese Herrlichkeit wahrscheinlich ohnedies nicht dauern. Dem Gottscheer Konsumverein wird es voraussichtlich nicht viel besser ergehen als dem Konsumvereine in Niederdorf, von dem die Bauern schließlich nicht nur keine Dividenden bekamen, sondern beim endlichen Zusammenbruche noch brav darauf zahlen mußten. Man wirft uns sonderbarerweise auch vor, wir hätten Aussprüche des Fürsten Auersperg über die Deutsche Bauernpartei und ihren Ankaufsverein mißverstanden oder gar gefälscht (!). Solchem unbegründeten Anwurfe gegenüber müssen wir der Wahrheit gemäß feststellen, daß es ganz im Gegenteile die „Nachrichten" und ihr Anhang sind, die die guten Ratschläge des Fürsten bezüglich der Organisation des Genossenschaftswesens in Gottschee nicht nur mißverstanden, sondern geradezu miß achtet haben. Die „Nachrichten" luden bekanntlich Se. Durchlaucht ein, sich über den zu gründenden Ankaufsvereiu zu äußern. Fürst Auersperg folgte dieser Einladung und riet in einem Aufsätze in den „Nachrichten" dringendst davon ab, daß sich der Ankaufsverein wie ein Basar (Konsumverein) mit dem Verkaufe aller möglichen Waren befasse, was ein Unding sei. Und wie wurde dieser gute Rat beherzigt? Weder die „Nachrichten" noch die liberale Bauernpartei kehrte sich an die Worte des Fürsten, man befürwortete und tat vielmehr das gerade Gegenteil. Jedermann in Gottschee weiß, daß der sogenannte landwirtschaftliche Ankaufsverein, entgegen der Warnung des Fürsten, wie ein wirklicher Konsumverein Verbrauchsartikel aller Art führen wird. Einen besonders feinen Takt können wir in einer solchen Vorgangsweise wahrlich nicht erblicken, wenn man nämlich von jemandem zuerst einen Rat erbittet und dann gerade das Gegenteil von dem tut, was angeraten wurde. Gewisse Vorgänge in der Filiale Gottschee der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft beweisen ferner, daß die abmahnenden Worte des Fürsten selbst dort nicht die gebührende Beachtung fanden, wo man es am allerehesten hätte erwarten sollen. Der Sekretär dieser Filiale setzte seine Agitation für den Ankaufsverein ganz ungescheut fort. In manchen Kreisen verbreitete sich nunmehr ganz mit Unrecht die Meinung, Fürst Auersperg sei trotz alldem im Grunde doch für den zu gründenden Verein!! In überschwenglicher Begeisterung besingt der Herr „Nachrichten"-Schreiber die Siegeslorbeeren der liberalen Bauernpartei bei den Gemeindewahlen. Dem Siegeszug über Malgent, Altlag, Langenton, Tschermoschnitz, Unterlag, Rieg sei durch die Zertrüm- merung der „klerikalen Hochburg" in Schalkendorf ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt werden. Mit Verlaub I Hat denn die neue liberale Bauernparte in Malgern, Altlag, Langenton usw. überhaupt Anhänger? Und wird nicht im „Nachrichten"-Aufsatze selbst über den Abfall der Rieger gejammert? Ist also der Siegeslorbeer nicht schon so ziemlich wieder verdorrt? Der liberale Wahlsieg von Schalkendorf mit der Mehrheit einer einzigen Stimme kann umso weniger ein Ruhmesblatt genannt werden, als er mit Mitteln sehr fragwürdiger und zweifelhafter Güte errungen wurde. Tritt übrigens einmal das neue Gemeindewahlgesetz in Kram in Wirksamkeit, so werden sich die Siege der liberalen Bauernpartei in vielen Fällen in Niederlagen umwandeln, überall dort nämlich, wo die tatsächliche Mehrheit der Bevölkerung christlichsozial ist. Die christlichsoziale Partei gibt überhaupt nicht sehr viel auf Erfolge oder Mißerfolge des Augenblickes, sie sieht über das Heute und das Morgen hinaus in die Zukunft, sie betreibt nicht eine Politik der kurzen, sondern der langen Sicht. Den Bauernbund nennt der Artikeloerfasser spöttisch eine bloße Tischgesellschaft. Es diene ihm zur Wissenschaft, daß diese „Tischgesellschaft" mehr als 700 Mitglieder zählt. Es ist fraglich, ob die liberale Bauernpartei eine gleiche Mitgliederzahl aufzuweisen in der Lage ist. Wenn die liberale Bauernpartei mit ihrem Konsumvereine einmal Fiasko gemacht haben wird, wird sie froh sein müssen, da und dort im Ländchen noch eine bescheidene Tischgesellschaft als traurigen Rest ihrer ehemaligen Anhängerschaft zu finden. Daß auch die alberne Fabel vom „deutsch-slowenisch-klerikalen Bündnisse" (!) zum soundsovielten Male wieder aufgetischt wird, sei nur so nebenbei erwähnt. Jedermann in Gottschee weiß, daß dieses „Bündnis" nur in der Einbildung gewisser Leute existiert hat. Heuchelei ist es, wenn der „Nachrichten"- Schreiber behauptet, für den Verständigungsausschuß eingetreten zu sein. In Wahrheit dürfte kaum irgend jemand anderer in Gottschee so viel gegen den Verständigungsausschuß intrigiert und an demselben herumgenörgelt haben als gerade dieser Herr. Er kann denn nun auch stolz auf einen herostratischen Erfolg Hinweisen: Der Verständigungsausschuß in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung ist durch die liberale Bauerpartei zerschlagen worden! Im Zerstören und Vernichten sind unsere Herren Radikalen und deren Helfershelfer leider ebenso groß, als sie klein mtb ohnmächtig sind im positiven Schaffen. Es soll nun, heißt es in den „Nachrichten", eine ehrliche Verständigung aller Gottscheer angebahnt werden. Als ob es im bestandenen Verständigungsausschusse nicht mit ehrlichen Dingen zugegangen wäre! War es vielleicht eine Unehrlichkeit, wenn durch das Zusammenwirken beider Parteien in mehreren Personalangelegenheiten schätzenswerte Erfolge erreicht wurden? War es eine Unehrlichkeit, wenn für die weitere Ausgestaltung unseres deutschen Schulwesens Anregungen gegeben wurden, die zum Teil schon verwirklicht sind, zum Teil der Verwirklichung entgegengehen? War es endlich eine Unehrlichkeit, wenn sich der Verständigungsausschuß für den Ausbau unseres Straßenwesens, für Wasserversorgungsanlagen und für die Ausgestaltung unseres Post- und Telegraphenwesens einsetzte und auch auf diesen Gebieten Erfolge heranreifen werden? Die Herren von der liberalen Bauernpartei sehen ja übrigens selbst ein, daß eine Verständigung der politischen Parteien in allen gemeinsamen Angelegenheiten im Interesse unseres Ländchens durchaus notwendig, ja unentbehrlich ist, nur möchten sie diesen nationalen Wohlfahrtsausschuß auf neue Grundlagen gestellt wissen. Dagegen wäre schließlich nicht viel einzuwenden. Die Form ist da überhaupt nicht das Ausschlaggebende, sondern das Wesen. Soll der Verständigungsausschuß nicht ein Gefäß ohne Inhalt werden, so müssen seine Mitglieder alle ohne Ausnahme vom richtigen Geiste beseelt sein. Daß unser Volk für den Verständigungsgedanken Sinn und Verständnis zeigt, hat bereits die bisherige kurze Erfahrung bewiesen. Das größte Hindernis einer aufrichtigen Verständigung und einer einträchtigen Arbeit für die gemeinsamen Interessen der Heimat waren bekanntlich ein paar radikale Hetzer und deren versteckte Helfer, denen Verständigung und Friede überhaupt ein Greuel zu sein scheint, weil sie nur vom Streite leben und in der Zwietracht sich wohl fühlen. Will die Deutsche Bauernpartei eine wirklich ehrliche und aufrichtige Verständigung, so scheide sie alle Elemente aus, die die Hetze betreiben und den Haß predigen. Solange in den Kreisen der liberalen Bauernpartei ein Dr. Karnitschnig der spiritus rector, der leitende Geist bleibt, solange die Intrigen des Verfassers des „Nachrichten"-Aufsatzes bei unseren liberal-agrarischen Landsleuten Beifall und Zustimmung finden, ist an eine volle Gesundung des öffentlichen Lebens nicht wohl zu denken. Vom Geiste der offenen und geheimen Verhetzung muß Gottschee genesen, dann erst wird wieder Friede und gutes Einvernehmen einziehen in unsere heimatlichen Gaue. Aus Stabt und Land. Gottschee. (Ernennung.) Seine Majestät der Kaiser hat den Landesgerichtsrat Herrn Dr. Gustav Smolej in Cilli zum Oberlandesgerichtsrat unter Belassnng auf seinem bisherigen Dienstorte ernannt. — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat den bisherigen Supplenten an der Volksschule in Unterskrill Herrn Heinrich Ritter von Turzanski zum provisorischen Lehrer auf feinem gegenwärtigen Dienstposten ernannt.— Aus der zweiten in die erste Gehaltsklasse wurden befördert Herr Josef Göderer, Oberlehrer in Altlag, und Herr Friedr. Kaucky Lehrer in Gottschee; aus der vierten in die dritte Gehaltsklasse Frau Mathilde Ach atz, Lehrerin in Mitterdorf, und Fräulein Anna Pfeifer, Lehrerin in Unterwarmberg. — (Spende.) Herr Georg Pischknr, k. k. Linienamts-Assi-stent in Zaule bei Triest, hat dem hiesigen Gymnasialunterstützungs-vereine durch die Verwaltung des „Gottscheer Boten" 10 K gespendet. Besten Dank! — (Reserveoffizi ere.) Zu Leutnanten in der Reserve wurden ernannt die Reserve-Fähnriche Herren Peter Jonke und Michael Stalzer des Infanterieregiments Nr. 27 und Rudolf Kren des Infanterieregiments Nr. 47. — (Klerus.) Herr Kaplan Fr. Rakovec wurde von Se-mitsch nach Möttling versetzt. — (Todesfall.) Am 3. d. M. abends verschied in Gottschee nach kurzem Leiden im Alter von 48 Jahren der k. k. Steuerverwalter Herr Josef Ja klit sch, nachdem er kurz vorher aus Möttling dem hiesigen Steuerreferate zur Dienstleistung zugewiesen worden war. Herr Jaklitsch galt für einen pflichteifrigen, strebsamen Beamten, der trotz seines bedenklichen, wahrscheinlich vernachlässigten Leidens wenige Tage vor seinem Tode noch so angestrengt arbeitete, daß er in der Kanzlei zusammenbrach und in seine Wohnung getragen werden mußte. — (Genossenschaftskurs.) Am 7. Februar Und an den darauf folgenden Tagen findet in Gottschee ein Genossenschaftskurs für Raiffeisenkassen-Funktionäre statt, auf den wir die interessierten Kreise schon jetzt aufmerksam machen. — (Ermordung eines Pfarrers.) Aus Laibach wird gemeldet: Anfang Dezember v. I. ist der Pfarrer J. Kramarič als Leiche aus der Kulpa gezogen worden. Damals glaubte man, daß er nachts in den Fluß gefallen und ertrunken sei. Mittlerweile wurden Erhebungen gepflogen, aus denen unzweifelhaft hervorzugehen scheint, daß der Pfarrer ermordet worden ist. Man hat am Kopfe der Leiche eine Verletzung untersucht und gefunden, daß sie nicht durch Aufschlagen auf die Steine im Flusse, sondern durch Hiebe, vermutlich mit einem Peitschenstiele, entstanden sind. Der Pfarrer ist dadurch betäubt und dann in den Fluß geworfen worden. Da man weder Geld, noch die goldene Uhr des Ermordeten fand, nimmt man einen Raubmord an. — (Ein Opfer des Alkohols.) Der dem Trunke ergebene 50 Jahre alte Andreas Högler aus Kuckendorf hatte sich Sonntag den 9. d. M. nachmittags einen widerlichen Rausch angezecht und lärmte in gewohnter Weise in den Gassen der Stadt, als er plötzlich zusammenstürzte und verschied. Der herbeigerufene Arzt konnte nur mehr den Tod Höglers feststellen und dessen Übertragung in die Leichenkammer anordnen. — (Das Handelsgeschäft) im Posojilnicagebäude wird dem Vernehmen nach vom Vereine „Merkur" in Laibach, einer Vereinigung slowenischer Kaufleute, übernommen werden. — (Bauernbund und Deutsche Bauernpartei.) In den „Nachrichten" vom 2. Jänner d. I. wird behauptet, der Bauernbund habe den Antrag gestellt, in allen das gemeinsame Wohl betreffenden Angelegenheiten in Gemeinschaft mit der Deutschen Bauernpartei vorzugehen. Das ist, in dieser Form wenigstens, ein Irrtum oder eine Verwechslung. Der Bauernbund hält gewiß überzeugungsvoll am Verständigungsgedanken fest, aber er ist bisher noch nicht in die Lage gekommen, der Deutschen Bauernpartei irgend einen Antrag zu stellen. — (Wissenschaftlicher Bortrag.) Der Reigen der wissenschaftlichen Vorträge am hiesigen k. k. Staats-Obergymnasium wurde Samstag den 15. Jänner eröffnet. Herr Gymnasialdirektor Dr. Franz Riedl begrüßte die in großer Anzahl erschienenen Zuhörer, die sich aus den besten Kreisen der Stadt rekrutierten, und gab dem Gedanken Ausdruck, das Gymnasium sei als wissenschaftliche Bildungsstätte auch berufen, wissenschaftliche Kenntnisse in weitere Kreise zu tragen. Hierauf hielt Herr Prof. I. Fezzi einen ungemein fesselnden, von Erperimenten begleiteten Vortrag über elektrische Entladungserscheinungen in verdünnten Gasen. Der Herr Professor, der bekanntlich ein hervorragend tüchtiger Fachlehrer und Didaktiker ist, wußte den schwierigen und scheinbar spröden Gegenstand in glücklichster Weise allgemein verständlich zu machen, und es erweckten insbesondere die Versuche mit den Röntgenstrahlen das allgemeine Interesse. Mit Spannung sehen wir dem nächsten Vortrage des Herrn Professors entgegen, der die drahtlose Telegraphie zum Gegenstände haben wird. — (Voranschlag der Gemeinde und der Stadt Gottschee pro 1910.) Das Erfordernis der Gemeinde Gottschee pro 1910 beträgt 27.043 K 83 h, die Bedeckung 5663 K 96 h, das unbedeckte Erfordernis mithin 21.379 K 87 h. Dieser Abgang soll gedeckt werden: a) durch Einhebung einer 64% igen Gemeindeumlage von der Gesamtvorschreibung der umlagepflichtigen Steuern per 30.437 K 30 h mit einem Erträgnis von 19.469 K 87 h; b) durch eine Branntweinauflage mit einem Erträgnis von 1900 K, wodurch der Fehlbetrag ausgeglichen erscheint. Das Erfordernis der Stadt Gottschee für das Jahr 1910 beträgt 6162 K, die Bedeckung 2443 K 16 h, der unbedeckte Rest 3718 K 84 h. Dieser ist zu tilgen durch die Einhebung folgender Zuschläge: a) einen 15% Zuschlag zur Verzehrungssteuer auf Wein, Most und Fleisch im Gebiete der Stadt Gottschee mit einem Erträgnis von rund 1700 K; b) eine durch Versteigerung erzielte Bierauflage von 2020 K. Der Voranschlag ist in seinen Einzelheiten wesentlich günstiger als der des Vorjahres; die städtischen Unternehmungen, als Wasser- und Elektrizitätswerk, weisen eine Besserung in den Einnahmen auf, wenn sie auch weit davon entfernt sind, sich selbst erhalten zu können. Die geplante Entrichtung einer Schotter- und Sandmühle, die mit dem Wasserwerk verbunden werden soll, verspricht ebenfalls eine gute Einnahmsquelle zu werden, so daß Hoffnung vorhanden ist, in keiner allzulangen Zeit das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben hergestellt zu sehen. «*; *r.-— (Subventionen für Feuerwehren.) Der krainische Landesausschuß hat mit Erlaß vom 31. Dezember 1909, Z. 13.950, die vom Deutschen Feuerwehr-Landesverbande in Krain beantragten Unterstützungen aus dem Feuerwehrfonds für das Jahr 1909 nachbenannten Feuerwehrvereinen bewilligt und flüssig gemacht, und zwar: Je 200 Kronen: Altfriesach, Gottschee, Reichenau, Schalkendorf und Weißenfels in Oberkrain. Je 100 Kronen: Altlag, Büchel, Graflinden, Hohenegg, Lichtenbach, Lienfeld, Maierle, Mitterdorf, Morobitz, Nesseltal, Öbermösel, Pöllandl, Reintal, Rieg, Schwarzenbach, Unterdeutschau und Unterlag. Zusammen 2700 Kronen. — (Die freiwillige Feuerwehr) in Gottschee hielt am 8. Jänner d. I. im Hotel Stadt Triest ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Nach Erstattung des Tätigkeits- und Kasseberichtes wurde zur Wahl des Ausschusses geschritten. Wehrhauptmann Adolf Fornbach er lehnte jede Wiederwahl feiner Person aus dem Grunde ab, weil sich diesem gemeinnützigen Vereine Leute, die mit Recht als ausübende Mitglieder dabei sein sollten und könnten, ferne halten. Nach vielem Zureden der anwesenden Mitglieder und nach der Zusage des anwesenden Gemeinderates, seine Mithilfe zur Erlangung eines größeren Mannschaftsstandes zu geben, wurden nachstehende Herren in den Ausschuß wiedergewählt, welche die auf sie gefallene Wahl schließlich annahmen: Zum Wehrhauptmann Adolf Fornbacher; Wehrhauptmann -Stellvertreter Gottlieb Marek; Schriftführer Franz Rom; Kassier Hans Hönigmann; Steigerobmann Johann Novak; Stellvertreter Hans Macher; Spritzobmann Alois Jaklitsch; Stellvertreter Hans Lackner; Schutzobmann Georg Hönigmann; Stellvertreter Adolf Hönigmann. Es ist sehr wünschenswert, diesem Vereine das größte Interesse sowie die allgemeine Unterstützung entgegenzubringen. — (Öffentliche Vorträge und ber volkstümliche Fortbildungskurs des k. k. Staatsgymnasiums in Gott« fchee.) a) 33orträge. 1. Vortrag: Samstag den 15. Jänner 1910. Elektrische Entladungserscheinungen in verdünnten Gasen. Professor I. Fezzi. 2. Vortrag: Samstag den 22. Jänner. Reiseeindrücke aus Bosnien. Prof. G. Nafer. 3. Vortrag: Samstag den 29.Jänner. Drahtlose Telegraphie. Prof.J.Fezzi. 4. Vortrag: Samstag den 5. Februar. Tesla-Versuche. Professor I. Fezzi. 5. Vortrag: Mittwoch den 9. Februar. Rosegger-Vorlesung. Professor G. Nafer. Vortrag von Gedichten moderner Lyriker. Frau Professor Berner. Preise: Ein Vortrag 80 Heller. Alle Vorträge 3 Kronen. Für Lehrpersonen und deren Angehörige sowie für Schüler überall die Hälfte. Diese Einzelvorträge werden zu Gunsten des hiesigen Studenten-Unterstützungsvereines abgehalten, die physikalischen Vorträge im Physiksaale, die ändern im Zeichensaale des k. k. Staatsgymnasiums. Eintrittskarten nur au ber Kasse erhältlich. Beginn jedesmal um halb 7 Uhr abends, b) Fortbildungskurs. Dieser bildet zwei Serien: 1. Serie, zweistündig, Mittwoch den 16. Februar und Samstag den 19. Februar. Sprachlebeu und Sprachentwicklung. Pros. Dr. And. Krauland. 2. Serie, dreistündig, Samstag den 26. Februar, Samstag den 5. März und Samstag den 12. März. Einfluß der französischen Romantik ans bie beutfche. Prof. V. Eckerth. Preise: 1. Serie 1 Krone, 2. Serie 1 Krone 50 Heller; für beibe Serien zufammmen 2 Kronen. Für Lehrpersonen unb deren Angehörige sowie für Schüler auch hier bie Halste. Ort: Zeichensaal bes k. k. Staatsgymnasiums. Eintrittskarten nur an der Kasse erhältlich. Beginn jedesmal um halb 7 Uhr abends. Zu zahlreichem Besuche der Vorträge und des Fortbildungskurses labet freundlichst ein die k. k. Gymnasial-Direktion. — (Die Teuerung in Amerika.) Auswanderungslustigen diene folgendes zur Kenntnis: Den Berichten über den wachsenden Wohlstand Amerikas stellt die amerikanische Presse mit steigendem Nachdruck jetzt die Kehrseite dieses Ausschwunges entgegen. Die Lebensmittel werden immer teuerer, der Lebensunterhalt kostspieliger. Aber wenn auch in den höheren Gesellschaftsklaffen die Einnahmen zugenommen haben, der kleine Mann, der Arbeiter, wird trotz allen Fortschrittes immer mehr das Opfer der bittersten Not. Die Verhältnisse sind jetzt derart, daß eine vier- ober fünfköpfige Arbeiterfamilie zu ihrem Lebensunterhalt als äußerstes Minimum ein Jahreseinkommen von 3200 K braucht. Die Statistik zeigt, daß zahlreiche Arbeiterfamilien mit einem Einkommen von 2000 bis 3000 K bereits die Unterstützung der Armenfürsorge in Anspruch nehmen müssen. Denn mit dem vielgerühmten Ausschwung ist keine Erhöhung der Arbeitslöhne eingetreten, währenb die Lebensmittel- preise unaufhaltsam steigen. Das Quantum Lebensmittel, das man heute in New York mit 20 K bezahlt, war noch vor Jahresfrist für 14 K zu bekommen. Der Leiter einer der größten amerikanischen Wohltätigkeitsgesellschaften, Gifford Pinchot, geht in einem längeren Aufsatz, der großes Aufsehen erregt hat, den Ursachen dieses Mißverhältnisses nach und beweist mit Zahlen, wie die Steigerung der Lebensmittelpreise eine Folge der amerikanischen Trustbildungen ist, die durch Zusammenschluß aller Interessenten die Konkurrenz ausschalten und dann die Preise ungehindert in die Höhe treiben. Trotz der erhöhten Kosten des Lebensunterhaltes beträgt das Durchschnittseinkommen einer amerikanischen Familie nur 2400 K, so daß die Mehrzahl der Amerikaner heute nicht nur von der Hand in den Mund leben, sondern sogar dazu nicht über genügend Einnahmen verfügen. Pinchot erklärt, das Volk der Vereinigten Staaten sei das Opfer eines methodischen Plündernngssystems, in dem durch ungerechtfertigte Privilegien die Möglichkeit gegeben werde, die wohltuende Wirkung ber Konkurrenz auszuschalten. — (Sanktionierter L audtagsbeschluß.) Seine Majestät der Kaiser hat den Beschluß des krainischen Landtages vom 28. Dezember 1909 sanktioniert, wornach zur Bedeckung der Abgänge beim Landesfonds vom 1. Jänner 1910 bis zur endgültigen Feststellung des Landesvoranschlages für das Jahr 1910 nachstehende Landesumlagen einzuheben sind: 1.) ein 40 % iger Zuschlag zur Verzehrungssteuer von Wein, Wein- und Obstmost, sowie von Fleisch; 2.) eine selbständige Landesauflage auf den Bierverbrauch mit 2 K per Hektoliter; 3.) ein 40 °/o iger Zuschlag auf alle direkten Steuern mit Ausnahme ber Personaleinkommensteuer und der Erwerbsteuer der Hausierer, mit der Bestimmung allergnädigst zu genehmigen geruht, daß die Einhebung der Landeszuschläge zur staatlichen Verzehrungssteuer durch dieselben Organe und Mittel zu erfolgen habe, wie die Einhebung der Stammsteuer. (Fromme Legate.) Wie man uns mitteilt, hat der im vorigen Monate in der Stadt Retz verstorbene Privatier Herr Josef Verderber der Pfarrkirche in Nesseltal 600 K und der Ortskirche in Stalzern 400 K legiert. — (Bezirksschulrat Tscheruembl.) Wie mitgeteilt wird, hat das fürstbischöfliche Ordinariat in Laibach an Stelle des zum Pfarrer in Adelsberg ernannten Pfarrdechanten in Semitfch, Herrn Matthias Erzar, den Pfarrer in Weinitz, Herrn Georg König, zum Mitgliede des Bezirksschulrates in Tschernembl ernannt. — (Abschaffung von Prämien für die Erlegung von Raubtieren.) Der krainische Landesausschuß hat nachstehende Kundmachung erlassen: Der krainische Landtag hat in der XIII. Sitzung vom 11. Oktober 1909 beschlossen: Die durch den Landtagsbeschluß vom 22. Oktober 1869 für die Erlegung von Raubtieren eingeführten Prämien werden abgeschafst. Dieser Beschluß wird mit der Bemerkung, daß die durch ben ersterwähnten Beschluß eingeführten Prämien auf bie Erlegung wütenber Hunde noch in Geltung verblieben, zur allgemeinen Kenntnis gebracht. — (Hetze gegen die Geistlichkeit.) Die „Nachrichten" betrachten bekanntlich als eine ihrer Hauptaufgaben die Hetze gegen unsere Priesterschaft. Da das Volk, auch viele sogenannte Liberale am Lanbe, treu an Glauben uub Kirche hängt, wagt man es — so gerne man sonst möchte — nicht, bie Religion selbst anzugreifen, sondern sucht einstweilen die Priester verächtlich zu machen, um auf diese Weise der Religion allmählich die Stütze zu nehmen und langsam den Boden zu untergraben. Die Priester schlägt man und die Religion meint manl Ans dieser Gesinnung heraus kommen die wilden Ausbrüche des Priesterhasses in den „Nachrichten", die dort von Religionsfeinden abgelagert werden. Neuesten^ verfolgen bie „Nachrichten" hierin, wie es scheint, eine besondere Taktik; sie versuchen nämlich einen Keil hineinzutreiben zwischen Volk und Priesterschaft, ja selbst zwischen die Christlichsozialen und die Priester. Sie möchten die Geistlichen gerne vom Volke absondern, dem Volke entfremden und so kalt stellen. Vergebliche Mühel Das christliche Volk ehrt und schätzt seine Priester nicht nur als die Führer zum ewigen Heile, sondern weiß ihnen auch dafür Dank, daß sie sich, über ihre strenge Verpflichtung hinaus, nach Möglichkeit auch um die Hebung des öffentlichen und wirtschaftlichen Wohles annehmen. Das neuestens ins Volk hineingeworfene Schlagwort von der Unfreiheit der Priester verfängt nicht. Gutes zu tun haben die Priester genau die nämliche Freiheit wie die Laien. Die Freiheit, Schlechtes zu tun, wird aber ein anständiger, christlicher Laie ebenso von sich weisen als ein braver, pflichtbewußter Priester. Die Freiheit hat eben für jeden wirklich Guten ihre Begrenzung durch die Pflicht. Mit dem Schlagworte, die Priester hätten mit der Politik nichts zu schaffen, ist man vor Jahren liberalerseits auch in anderen Ländern fleißig hausieren gegangen und mit welchem Erfolg? Das Volk hat von Jahr zu Jahr immer mehr erkannt, daß die Hetzer gegen die Priesterschaft nicht seine wahren, aufrichtigen Freunde sind; es hat sich von diesen Hetzern mit Abscheu abgewendet und der christlichen Sache so auch im öffentlichen Leben zum Siege verhelfen. Wir in Gottschee machen jetzt einen ähnlichen Entwicklungsgang durch; auch bei uns wird das christliche Volk, auch das jetzt noch im liberalen Lager stehende, wenn es einmal sich von den noch vorhandenen Vorurteilen befreit und die Hohlheit des radikalen Gauklertums durchschaut hat, immer mehr und immer überzeugter sich um das christliche Banner scharen und so der christlichen Sache zum vollen Siege verhelfen. — (Landtag.) In der 18. Sitzung des krainischen Landtages am 11. Jänner d. I. wurde u. a. der Dringlichkeitsantrag, betreffend die Stellungnahme gegen die beabsichtigte Erhöhung der Weinkonsumsteuer, verhandelt. Durch diese Maßnahme würde, wie Abg. Hladnik ausführte, einerseits der Weinkonsum und anderseits der Weinbau, der sich bereits jetzt nicht mehr recht lohne, empfindlich geschädigt werden; zudem wären die Weinbauern zahlreichen Schikanen ausgesetzt und die für ihre Arbeiter Wein kaufenden Landwirte würden davon wahrscheinlich absehen müssen; endlich würde diese neue Steuer im ganzen Reiche nur etwa sieben Millionen Kronen tragen. Im Dringlichkeitsantrage wird gegen die Erhöhung der Weinsteuer protestiert und das Landtagsprästdium beauftragt, diesen Beschluß den zuständigen Ministerien sofort zur Kenntnis zu bringen. Abg. Hladnik beantragte überdies noch zwei Resolutionen, betreffend den steuerfreien Versand von kleineren Weinmengen zu besonderen Zwecken sowie die Erniedrigung der Weintransporttarife auf den Eisenbahnen. Der Antrag wurde samt den Resolutionen einhellig angenommen. In der nämlichen Sitzung wurde ferner über eine Reihe von Rechnungsabschlüssen Bericht erstattet und eine Anfrage, betreffend einen Gesetzentwurf über die Regelung der Weiderechte, beantwortet. In der Sitzung am 14. Jänner wurde vom Abgeordneten Jaklic eine scharfe Interpellation eingebracht, betreffend die ganzjährige Ausstellung von Legitimationen für Hausierer und die schnellere Erledigung von Gesuchen um Ausübung des Hausiergewerbes seitens der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Gottschee. Abg. Gras Barbo berichtete über seinen selbständigen Antrag, betreffend die Errichtung eines Jungviehhofes zur Aufzucht von Jungtieren. Abg. Demšar bemerkte dagegen, daß er sich vom Standpunkte des Kleinbauern damit hauptsächlich aus dem Grunde nicht befreunden könne, weil durch die Errichtung eines Stierhofes den Viehzüchtern Konkurrenz gemacht würde. Besser wäre es, den Viehzüchtern Prämien zukommen zu lassen. Die Angelegenheit wurde an den Landesausschuß abgetreten behufs weiteren Studiums und zur Berichterstattung in der nächsten Session. Abg. Jaklic berichtete namens des Verwaltungsausschusses über die Weißkrainer Bahn. Es wurde der Antrag des Verwaltungsausschusses angenommen, welcher lautet: Das k. k. Eisenbahnministerium ist zu ersuchen 1.) sich jetzt, da die Trassenreviston der Weißkrainer Bahn durchgeführt ist, sofort für jene Trasse zu entscheiden, die für die Bevölkerung von Krain vom größten Nutzen wäre. 2.) Das k. k. Eisenbahnministerium wird ersucht, den Bau der Weißkrainer Bahn sofort in Angriff zu nehmen. — (Marianische Studentenkongregation.) In den „Nachrichten" vom 2. d. M. wird behauptet, die marianischen Kongregationen seien unter Mittelschülern nicht erlaubt, weil an Mittel- schulen keine Vereine existieren dürften. Das ist wohl nichts anderes als eine bewußte Lüge, da dem betreffenden Zeitungsschreiber jedenfalls bekannt sein wird, daß die marianische Studentenkongregation in Gottschee von der obersten Unterrichtsbehörde des Landes ebenso erlaubt worden ist, wie die gleiche Kongregation am Gymnasium in Rudolfswert und wie viele andere Studentenkongregationen in Wien, Innsbruck usw. Eine niedrige Verleumdung ist es, wenn weiter gesagt wird, die Gottscheer Geistlichkeit wolle mit der Kongregation die christlichsoziale Parteipolitik unter die Studenten hineintragen, um dieselben in zwei Lager zu spalten. Die marianischen Kongregationen haben bekanntlich mit der Politik nicht das Geringste zu schaffen, sie sind Vereinigungen rein religiöser Natur. Man hatte in Gottschee leider die Beobachtung machen müssen, daß von gewissen kirchenfeindlichen Heißspornen wiederholt der Versuch gemacht worden war, in den Kreisen unserer studierenden Jugend irreligiöse Propaganda zu machen. Solchem frevelhaften Beginnen gegenüber mußte ein Damm errichtet werden, der allen Gutgesinnten vor Verführung zur Glaubenslostgkeit möglichst Schutz zu bieten geeignet ist. Und dieser schützende Damm ist eben die marianische Kongregation. Mtterdorf. (Jagdergebnis.) Von Juli bis Dezember des abgelaufenen Jahres wurden auf der hiesigen Jagd 64 Rehe, 27 Hasen, 10 Wildenten, 2 Dachse, je ein Fuchs, Edelmarder, Uhu, Nordseetaucher, Storch und eine Wildgans geschossen. Das Verdienst, der beste Schütze in der Saison gewesen zu sein, gebührt dem Herrn Pestl. Er allein knallte 15 Rehe und 8 Hasen nieder. — (Sammelbüchsen-Ergebnis.) Die Sammeltürme der Ortsgruppe des Deutschen Schulvereines enthielten hier bei Georg Petsche 12'39, bei J. ©amide in Malgern 3 93, bei M. Perz in Koflern 8'12, bei M. Siegmund O'OO Kronen. An die Hauptleitung wurden am Ende des Jahres insgesamt K 113'19 eingesandr. Die Mitgliederzahl betrug 44. — („Bote" und Bauernbund.) Der „Gottscheer Bote" hat bei uns 45 Abnehmer, der Gottscheer Bauernbund 101 Mitglied und 10 Spender. Weg. (Gestorben) ist am 5. Jänner d. I. Joh. Grill im Alter von 70 Jahren. Er war 32 Jahre lang Mesner an unserer Pfarrkirche. Mit dem Verstorbenen ist zugleich auch der Name Grill in unserer Pfarre ausgestorben. Kotscherl. (Das erste Opfer,) das sich der Tod im heurigen Jahre bei uns geholt hat, ist die 61 Jahre alte Maria Sbaschnig vulgo Tunklin, die am 5. d. M. nach kaum 24Madiger Krankheit gestorben ist. Herzkrampf machte ihrem Leben ein jähes Ende. Uchermoschnitz. (Zur Bahnfrage.) Wir kämpfen einen schweren Kampf, wie um unser Leben, nämlich um die Durchführung der Weißkrainer Bahn durch unser Tschermoschnitzer Tal. Die Ausführung der jetzt projektierten Linie würde unsere Existenz wirklich in vielfacher Beziehung in Frage stellen. Sie ist infolgedessen eine schwere Ungerechtigkeit gegen die Steuerträger, ist aber auch eine Ungerechtigkeit gegen den Staat selbst, weil die jetzt projektierte Linie viel teurer wäre, als die durch das Tschermoschnitzer Tal. Vom Rudolfswerter Bahnhof weg gleich ein Tunnel, die kostspielige Brücke über die Gurk, bei ungleichen, weichen Ufern. Der teuere Bau durch den weichen Boden des Reuter Waldes und viele andere Tunnele. Und der Nutzen, die Rentabilität? Drastisch hat sie bezeichnet ein sehr angesehener Mann: „Was diese Bahn in zehn Jahren verfrachten wird, trage ich auf dem BuckelI" In der Tat, wie eine leere Mühle wird sie klappern von Rudolfswert bis Semitsch. Dabei die kostspielige Versorgung mit Wasser aus dem Rosentale I Wie ganz anders schaut die gewiß rentable Linie durch Tschermoschnitz aus. Die Strecke Rudolfswert-Strascha ist schon gebaut; die nächste Station ist Bad Töplitz, wie bekannt, stark besucht, auch vom Militär. Sonst legt man zu Bädern noch besonders Linien an, hier weicht man einem Bade aus l Brückenbau unterhalb Töplitz über die Gurk bei so schmalem Flusse und festen Ufern, ungemein leicht und billig. Dann kommt eine mäßige Steigung an Pöllandl vorüber nach Tschermoschnitz auf festem, steinigem Boden, wo sogar ein Oberbau ganz entbehrlich wäre. Wollte man in Tschermoschnitz ein Tunnel anlegen, gut, aber man kommt auch ohne dieses mit einem Einschnitt bei Brezen mit mäßiger Steigung durch. Da kommt aber auch die holzreiche Gegend schon bei Pöllandl, während sich bei Tschermoschnitz sogar noch Urwälder befinden. Wie viel und wie schönes Holz geht hier zu Grunde! Jedenfalls hätten dann die Möttlinger und andere Ortschaften das Brennholz viel billiger als jetzt. Tschermoschnitz erfreut sich einer gut entwickelten Holzindustrie, der sieben Dörfer ihre Existenz verdanken; ihre Produkte werden verführt bis nach Möttliug und Gradaz, auf der ändern Seite bis nach Samobor hinunter. Der Staat hat diese Industrie pflichtmäßig unterstützt, jetzt baut er die Eisenbahn stundenweit weg, durch den Wald und gibt ihr den Todesstoß. Unwillkürlich fallen mir die Worte des „Kikeriki" in den Sinn: „In Österreich werden überflüssige Dinge für Staatsnotwendigkeiten erklärt, nur die Staatsbürger gelten für keine Staatsnotwendigkeit, sonst wäre es der Regierung nicht gleichgültig, ob sie leben oder verhungern." Es droht uns eine große Gefahr, es ist die elfte Stunde; deswegen wenden wir uns an alle Gottscheer, sie mögen uns hier beistehen. Eine jede Gemeinde richte an das hohe Eisenbahnministerium einen energischen Protest gegen den Bau der leeren Mühle zwischen Rudolfswert und Semitsch. Die Bahn wird aus Steuergeldern gebaut, deshalb muß die Regierung auf die Steuerträger Rücksicht nehmen, wenn sie sonst ihren Zweck geradeso und noch billiger erreicht. Hier weichen alle Parteirücksichten. Jetzt oder niemals! Nicht nur die Gottscheer, auch andere deutsche Parteien sollen sich diese Angelegenheit etwas näher anschauen; es ist einleuchtend, daß die Gottscheer, weil sie Deutsche sind, bei Seite gelassen worden sind. — Wir wundern uns nur über den Schlaf der Gerechten, der Rudolfswerter. Sehen sie wirklich nicht ein, daß sie bei Ausführung der projektierten Bahn bald eine Vorstadt, in wenigen Jahren die letzte Vorstadt von Kandia sein werden? — (Volksbewegung.) Interessiert Sie vielleicht die Volksbewegung des vergangenen Jahres in unserer Pfarre? Der Tod hat außerordentlich reiche Ernte gehalten, nicht viel für die Größe der Pfarre, aber ungewöhnlich viel für unsere gesunde Gegend: 45 Sterbesälle. Noch überragen sie die Geburten, aber bloß um sieben, wo sonst gewöhnlich über die Hälfte mehr geboren wurden. Trauungen waren nur vier. Heiraten geht man in das honigfließende Eldorado, nach Amerika. Werdreng. (Todesfall.) Am 10. Jänner starb nach längerem Nierenleiden der Schuster Johann Weiß, 58 Jahre alt. Er war ein fleißiger, geduldiger Mann und Vater von 14 Kindern, von denen elf noch leben. Die drei ältesten Kinder befinden sich in Amerika. Werderb. (Unglücksfall.) Die Kohlenfuhrmänner sind fleißig früh und spät. Am 12. Jänner d. I. um 4 Uhr früh fuhren wieder einige nach Verdreng um Kohle, darunter auch M. Perz aus Reintal, der vom Kohlenlieferanten I. Standacher in Verdreng Pferde und Wagen auf Abzahlung hatte. Da es gerade nach Neumond, schlechtes Wetter und deshalb stockfinster war, ließ Perz seine Pferde den Weg allein finden und setzte sich zum Fuhrmann des zweiten Wagens. Doch auch für die sonst sicheren und den Weg gewöhnten Pferde war es zu dunkel. Dort, wo der Weg nach Verderb abzweigt, befindet sich eine große, steilabfallende Mulde mit tiefem Schlunde. Und gerade an dieser gefährlichsten Stelle kamen sie vom Wege ab und stürzten samt dem Wagen in die Tiefe. Der Wagen ging in Trümmer, die starke Deichsel bohrte sich tief in die Erde und brach ab, die Pferde aber schlugen sich halbtot. Das eine verendete an Ort und Stelle, das andere mußte wegen seiner Lebensschwäche an die italienischen Köhler verkauft werden, die es zur Bereitung von Salamiwürsten schlachteten. Altkag. (Operation.) Frau Paula Hönigmann in Altlag Nr. 65 und Frau Hutter Maria in Altlag Nr. 74 wurden ins Spital nach Laibach überführt. Beide werden sich einer Operation unterziehen müssen. Hötteniß. (Gemeindeangelegenheiten.) Der Voranschlag für das Jahr 1910 ist der gleiche geblieben wie im Vorjahre. Zur Deckung der Mehrausgaben wird, wie bisher, ein 72 prozentige Umlage auf alle direkten Steuern und eine 20prozentige auf die Verzehrungssteuer eingehoben werden. — (Wildbachschaden.) Der Wildbach, welcher unter der Steinwand des Göttenitzer Berges entspringt und gegen Kaltenbrunn zu fließt, richtet in der Nähe von Kaltenbrunn auf mehreren Wiesen nicht unerheblichen Schaden an. Auch der Weg zur Dampfsäge ist nach Regengüssen in einer Länge von etwa hundert Metern infolge des angeschwemmten Gerölles völlig unpassierbar und den Fuhrwerken verlegt. Während nun bei der Tschubrauka und Kulpa und anderen Flüssen bedeutende Summen von Seite des Landes und des Staates zur Eindämmung der Wildbäche verwendet werden müssen, könnte hier mit 500 oder 600 K der herrschende Übelstand behoben werden. Die Ortsgemeinde sowie die Verwaltung der Dampfsäge sollten mit einem diesbezüglichen Gesuche an die maßgebenden Kreise herantreten. — (Zur Geschichte der Psarrgemeiude.) Mit einer der nächsten Nummer des „Boten" werden einige Aufsätze aus der Psarrchronik über Göttenitz veröffentlicht werden. Messettak. (Vermächtnisse.) Der am 11. Dezember 1909 in Retz (Niederösterreich) verstorbene Privatier Herr Josef Verderber hat in seinem Testamente vom 4. Februar 1909 seinen Verwandten in Nesseltal 108.000 K, der Pfarrkirche in Nesseltal 600 K und dem hiesigen freiwilligen Feuerwehrvereine 400 K vermacht. Morovitz. (Verschiedenes.) Im vergangenen Jahre wurden m die Psarrbücher eingetragen: 3 Trauungen, 19 Geburten und 18 Sterbefälle. — Besitzer Georg Poje von Jnlaus 7 wurde aus Krankheitsrücksichten an der Landung in Amerika gehindert und in die Heimat zurückgeschickt. SWanbf. (Tödlicher Unfall.) Als der 51 Jahre alte Besitzer Barth. Pelko aus Unterturn, Gemeinde Töplitz, am 10. v. M. Holzklötze auf seinen Wagen auflud, rutschte er beim Zusammenketten der Klötze aus, wodurch ein Klotz vom Wagen fiel und ihn zu Boden drückte. Dem Pelko wurde der Brustkorb eingedrückt. Er starb nach einer Stunde. Der Verunglückte hinterließ die Witwe mit sieben unmündigen Kindern. Iiedermösek. (Gestorben) ist Ursula Rom, Inwohnerin auf Nr. 14, eine Tante des Gastwirtes M. Schauer. Mosel. (Tod junger Frauen.) Im vergangenen Jahre starben folgende junge Eheweiber: am 22. April Josefa Jonke in Dürnbach 1, 42 Jahre alt; am 11. Mai Maria Weiß in Verdreng 11, 24 Jahre alt; am 24. Mai Josefa Schemitsch in Reintal 26, 21 Jahre alt; am 11. Juni Gertrud Schemitsch in Obermösel 62, 24 Jahre alt. Wien. (Trauung.) Am 30. Dezember v. I. vermählte sich Herr M. Schneider, Kaufmann in Wien-Speising, mit Fräulein Fanni Erker, Tochter des Herrn Anton Erker, bei der Firma Brüder Weber. Viel Glück! — (Hohes Alter.) Am 4. November v. I. starb in Neuberg, Pfarre Tschermoschnitz, die Mutter unseres Vorstandsmitgliedes Herrn Georg Roschitsch, Frau Agnes Roschitsch im Alter von 91 Jahren. Sie ruhe in Frieden! — (Kränzchen der Deutschen aus Gottschee.) Der humanitäre Geselligkeitsverein der Deutschen aus Gottschee in Wien hielt am 9. d. M. im Hotel Savoy ein Tanzkränzchen ab, das bei allem äußeren Glanze den Charakter echt deutscher Familiarität bot. Waren doch hier zumeist bürgerliche Geschäftsleute mit ihren Familien vereint, die, obwohl sie in Wien eine zweite Heimat gefunden haben, dennoch nicht das gesegnete Fleckchen heimatlicher Erde vergessen, das seit sechshundert Jahren bisher noch allen Anstürmen der slawischen Flut wacker standgehalten hat. Erst im Vorjahre wieder hat der Verein durch seine namhaften Spenden für den Deutschen Schulverein bewiesen, daß die Deutschen aus der Gottschee volles Verständnis für die Notwendigkeit einer Wehrkraft der Deutschen Österreichs besitzen. Es ist deshalb ganz in der Ordnung, wenn, wie dies der zahlreiche Besuch des Kränzchens zeigte, auch andere deutsche Volksgenossen an den Veranstaltungen und Bestrebungen derselben ein reges Interesse nehmen. Unter den anwesenden Persönlichkeiten bemerkten wir, soweit uns selbe namhaft gemacht wurden: Gemeinderat Fischer, Herrn Georg Roschitsch aus Wiener-Neustadt, den Obmann des Vereines gelernter Kaufleute Herrn Feldmann, Herrn Köstner jun. samt Schwester aus Hohenau, Lehrer Veith samt Familie, Herrn Bernd aus Apolda in Thüringen, zahlreiche Wiener Kaufleute und Firmeninhaber, Mitglieder des Juristenvereines, des deutschen Hochschulverbandes „CM" usw. Unter den Klängen der Salonkapelle Kraus und unter der Leitung des Tanzmeisters Ludwig Kadur wurde der Tanz von nachstehenden Paaren eröffnet: Fräulein Fanni Köstner — Paul Michitsch, Fräulein Mizzi Veith — Rudolf Köstner, Fräulein Pauline Loske — Rudolf Petschauer, Fräulein Steffi Müller — Alois Philipp, Fräulein Hanni Gippelreuther — Ludwig Materie, Fräulein Irma Müller — Franz Suwa, Fräulein Margarethe Praldy — Ernst Holzel, Fräulein Helene Dorn er — Adolf Kahl, Fräulein Ria Michelitsch — Edwin Furich, Fräulein Hermine Lackner — Karl Hahn, Fräulein Josefine Dorner — Heinrich Mikeska, Fräulein Ritsche Südlich — Karl Pischan, Fräulein Mizzi Michelitsch — Franz Tomanek, Fräulein Mizzi Enbacher — L. Tomanek, Fräulein Hermine Banner — I. Wrbka, Fräulein Mizzi Loske — Max Redlich, Fräulein Anna Schauer — Franz Salondi, Fräulein Mizzi Niederhofer — Josef Misterer, Fräulein Emmy Stäudinger — N. Posselt, Fräulein A. Tutlik — S. Schneider. Die mit dem Wappen der Stadt Gottschee geschmückte Damenspende fand großen Beifall. Daß flott und andauernd getanzt wurde, ist in Anbetracht der vielen feschen Wienerinnen und Gottscheerinnen nicht weiter verwunderlich. Der Kränzchenausschuß, mit dem rührigen Öbmanne P. Michitsch an der Spitze, kann mit Befriedigung auf den Erfolg dieses Abends zurückblicken. Zufrieden und wohlgemut können aber auch alle anderen Teilnehmer sein (und sie sind es auch 1), die nach Schluß des Kränzchens in später Stunde den Heimweg antraten — soweit dies überhaupt der Fall war. So manche von ihnen blieben nämlich noch eine geraume Weile in geselliger Runde beisammen und erfreuten sich nach Alt-Gottscheer Manier am Becherklange und dem Gesänge heimatlicher Lieder. Und es war schon früh am Tage, als sie dem Kaffee Casa piccola den üblichen Besuch abstatteteu. einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene ile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Bei Aleindruckzeile Einschaltung 8 Heller. 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