PräsllMkralioll» - Prri>r. Für Laibach Saot1»hr>g . . 6 st. — tr. Halbjiihrig . . . Z . — . Bierreljahrig. . i , L« » Monatlich . — „ Lv , Mit der Post: Ganz>ährig . . . S st. — kr. Halbjährig . . . 4 „ SV . BierleltLhrig. . . ü , iS , Für Zustellung ins Hau» viertel-sihrig SS kr., monatlich 9 kr. ikiszelne Nummern S kr. Laibacher blatt Lkdakli»»: Bahnbolgafie Nr. l»i. Lkpedililin »vd Zllsrralrii-Lareau: «ongreßplay Nr 8l(Buchharidiui> von I.». Kleinmavr L F.Bamberzl Zoftrliourprnsk: Fiir die einlPallige Petitzetle L kr. vei zweimaliger Einschallung L Ski. dreimal L 7 kr. JnsertionSftemvel jedesmal Sv!r. «!ei größere» Inseraten und östc«r Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 60. Dienstag, 15. März. — Morgen: Heribert. 1870. Zur Unfehlbarkeit des Papstes. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Der erste Eindruck, welchen die in unserem gestrigen Blatte nach der „Köln. Ztg." mitgetheilte Definition der Unfehlbarkeit des Papstes hervorruft, ist der eines liefen Bedauerns. Es gibt wenige Zeugnisse, welche so auffällig beweisen, bis wohin sich der menschliche Geist verirren könne, als jenes Schriftstück, in welchem die Behauptung ausgestellt wird, daß der römische Pontifex niemals irrcn könne. Die ganze Ungeheuerlichkeit dieser Behauptung wird dadurch nur wenig abgeschwächt, daß hinzugefügt ist, diese Unfehlbarkeit komme dem Papst nur zu, „wenn er als höchster Lehrer aller Christen aus-trete" und insoweit es sich um Sachen des Glaubens und der Moral bandle. Es wird stets im alleinigen Ermessen des Papstes liegen, wann er sich die obige Funktion beilegen will, und was die Beschränkung auf Sachen des Glaubens und der Moral betrifft, so weiß man ja. welche Ausdehnung man diesen an und für sich hinlänglich weiten Begriffen in Rom zu geben versteht. Fast noch auffälliger als die Behauptung der Unfehlbarkeit selbst sind die Beweise, durch welche sie in der obigen Definition unterstützt werden. Dieselben reduzircn sich auf den Hinweis, daß der Papst der Nachfolger Petri sei, auf den Christus seine Kirche habe bauen wollen, und für dessen Wirksamkeit als Apostel Christus den Segen des himmlischen Vaters heravgcfleht habe. Das Evangelium selbst lehrt, wie schwer und wie oft gerade dieser Apostel sich auch nachdem noch geirrt habe, und wie er von Christus deshalb wiederholt mit milden und harten Worten zurechtgcwiesen worden ist. Wie kann also der Papst auf seine angebliche Statthalterschaft für diesen Apostel seine Unfehlbarkeit gründen, ganz abgesehen von den groben Jrtthümern und Bergehungen, denen ganze Reihen von Päpsten, welche sich ebenfalls diese Statihalterwürde beilegten, notorisch, gerade in Sachen des Glaubens und der Moral, anheimgefallen sind? Ein Rückblick aus die Geschichte der Päpste ist in diesem Momente eben angezeigt, da die katholische Welt gezwungen werden soll, den Mann aus dem päpstlichen Stuhle für Gott selbst zu halten. Wir geben dieselbe nach einer von der „N. Fr. Pr." gelieferten Zusammenstellung. Vom heiligen Petrus bis auf Pius IX. hat es 297 Päpste gegeben, darunter 24 Gegenpäpste und eine Päpstin; 19 Päpste haben Nom verlassen, 35 regierten im Ausland. 8 Päpste regierten nicht länger als einen Monar, 40 ein Jahr, 22 bis zu zwei Jahren, 54 bis zu fünf, 57 bis zu zehn, 51 bis zu fünfzehn, 18 bis zu zwanzig Jahren, und nur 9 Päpste regierten mehr als zwanzig Jahre. Von den 297 Päpsten wurden 31 sür Usurpatoren und Ketzer erklärt. Von den 282 legitimen Päpsten starben 64 eines gewaltsamen Tades. 18 Päpste wurden vergiftet, 4 erdrosselt, 13 andere starben auf verschiedene Weise; Slesan VI. erdrosselt, Johann XVI. verstümmelt, Johann X. erstickt, Benedikt IV. starb mit der Schlinge am Halse. Von Johann XIV. wird erzählt, er sei gleich Gregor XVI. Hungers gestorben. Gregor VIII. wurde in einen eisernen Käsig gesperrt, Cölestin V. starb durch das Einschlagen von Nägeln in seine Schläfen u. s. w. Die Päpste von Avignon nicht gerechnet, wurden 26 Päpste abgesetzt, vertrieben, verbannt. 28 Päpste konnten sich nur erhalten, indem sie die sremde Intervention herbeiriesen. Von der Gesammt-zahl der Päpste zeigten sich also 153, mehr als die Hälste, unwürdig. Pius II., Sixtus IV., Jnnocenz VIII., Alexander VI., Paul III. hatten trotz ihres Gelübdes Kinder. Leo VI. soll ein Weib gewesen sein; er oder sie starb im Kindbett.- pöperit paMa pgpilliiw, sagten die Zeitgenossen. Da« berichtet die Geschichte über die Menschen, welche auf dem Stuhle Petri faßen. Kann da im Ernste von Unfehlbarkeit die Rede sein? Urban V. legte das Bekenntniß seiner Fühlbarkeit ab und un terwars sich den Korrekturen, welche das Konzil über ihn verhängen würde, die Päpste Viktor III. und Hadrian VI. beichteten öffentlich ihre Sündhaftigkeit. Während der Schismen exkowniunizirten und verdammten Päpste und Gegenpäpste zum größeren Ruhm ihrer Unfehlbarkeit sich gegenseitig. Wenn wir die verliebten Abenteuer der Päpste erwähnen, wenn wir die Rolle präzisiren wollten, welche im Papstthum die Frau gespielt hat, da würde sich seine Sündhaftigkeit, feine Fehlbarkeit, seine Mensch lichkeit erst recht offenbaren. Die Geschichte der päpstlichen Höfe weiß so viel wie die der berüchtigtesten Dinastien von grausamen Ermordungen, schrecklichen Familien-Tragödien und grauenhaften Ausschweifungen aller Art zu erzählen. Die Institution des PapstkhnmeS an und für sich bleibe ganz außer dem Spiel. Die Päpste selbst waren trotz der Gött lichkeit, welche das kanonische Recht ihnen beilegt, herrschsüchtig-, gewaltthätige, wollüstige Menschen ohne Zucht, Sklaven ihrer Leidenschaften und bela den mit den Jrrlhümern und Lastern ihrer Zeit. Ueber den projektirten Wahlreform-Gesetzentwurf werden folgende Einzelnheiten bekannt: Der Entwurf zerfällt in zwei Theile. Der erste besteht au» zwei Artikeln und normirt die nothwendig werdende Abänderung der Dezemder-Vcrfassung. Der zweite Theil ist „das Wahlgesetz für das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes" selber und zählt 55 Artikel. Das Wahlgesetz normirt, wie schon bekannt, die Vcrdop- Jeuilleton. Eine Kinderbitte aus Schweden. In Malmö ist ein Knabenverein zum Schutze junger Vögel begründet worden. Ein Mitglied desselben hat die Redaktion der „Hamburger Nach, ichten" mit der Zusendung der Vereinsstatuten beehrt und zugleich um Veröffentlichung des nachstehenden Aufrufs der Malmö r Knaben an die deutschen Altersgenossen beiderlei Geschlechts ersucht. Wirtheilen diesen Auf-ruf mit, ohne demselben, wie es der Einsender wünscht, vorher eine Umgestaltung zu geben. Für einen Fremden weiß der Pertreter des schwedischen Knobenvereins dm deutschen Ausdruck zutraulich genug zu trcffen, jedenfalls so verständlich, daß wir dem Schreiben Unrecht thä'-en, wenn wir die kleinen Unbeholscnheiten seiner Vortragsweise einer akademischen Strenge zum Opfer brächten, worunter der naive Charakter der Zuschrift Schaden litte. Der Aufruf ist von Malmö den 2. Dezember datirt und lautet: „Geliebte Kinder, Knaben und Mädchen Deutschlands. Die Gnade und der Friede Gottes sei mit Euch! Habe die Ehre, Euch zu berichten, daß eine Vereinung von Knaben in Malmö, Schweden, geschlossen ist. Siebenhundert Knaben sind bereits in diese Vereinung eingegangen. Sie grüßen die Knaben und Mädchen in ganz Deutschland. Von den Zeitungen unterrichtet, daß eine Vereinigung von Knaben sich in Belgien gebildet hätte, wollte ich eS versuchen, eine solche Vereinung in Malmö zu bilden, um die kleinen Vögel zu schützen. Es ist geschehen, Regeln sind geschrieben, und von den königlichen Beamten sanktionirt. Die Regeln sagen: „D>e Vereinung muß durch den Hauplmann auch in Verbindung mi» ausländischen Knaben - Veieinungen gesetzt werden." Ich wage es also die Knabenvereinungen in Belgien zu bitten, uns ihre Adresse zu geben, um mit ihnen Briefe wechseln zu können, ihre Regeln und ihre Wirksamkeit kennen zu lernen. Die vorhergenannte Vereinung ist also „die Knabenvereinung in Malmö, kleine Vögel zu schützen," genannt. Sie wollen in Zukunft die klei- nen Vögel wohl behandeln und sie nicht mehr schädigen, berauben oder ihre Nester zerstören u. s. w. ^Jch sende Euch hiermit, geliebte Kinder. Knaben und Mädchen, die Regeln, welche die Knaben von l Malmö angenommen haben, um ihnen zu gehör chen und sich dadurch zu richten. Ich bitte Euch, habt die Güte, diese Regeln zu lesen, wenn die Zei tnngsredaktionen die Güte gehabt haben, sie in Eure Sprache zu übersetzen. Die Knaben und Mädchen in ganz Deutschland sind hiermit gebeten, den Kna den von Malmö einen halben Silbergroschen oder so etwas zu schicken, wenn sie die Güte haben wollten. Alle Knaben und Mädchen Deutschlands sind darum freundlich gebeten oder angesucht. Die Vereinung will es versuchen ein HauS zu bauen, ein großes Haus, groß genug, eine Ver sammlnng von zwei- oder dreitausend Knaben ein» zunchmen, wo sie zweimal im Monat und ebenso viele Mädchen zweimal monatlich zusammenkommen, naturhistorische und andere Vorlesungen zu hören. Ein zweites Stockwerk, um ein Kinderhaus, ein Waisenhaus für arme, hilflose, leidende Kinder z« werden. Die Vereinung wagt cs, oder vielmehr ich wage es im Namen der Vereinung, auch die pelung der bisherigen Zahl der Abgeordneten unter Beibehaltung der bestehenden Gruppen auch bei der direkten Wahl. Nach den bei den Abgeordneten-Konserenzen bekannt gegebenen Wünschen soll jedoch statt der Zahl von 406 Abgeordneten (gegenwärtig 203) die Zahl von 418 Depntirten den Reichs- rath bilden. Die Wahlen werden schriftlich vorgenommen, im Gegensätze zu dem bisher bestandenen Modus der mündlichen Stimmgebung, durch welche dem Terrorismus bei den Wahlen Thür und Thor geöffnet war. Gegen die nationale Opposition richtet sich speziell der 8 l9 des Wahlgesetzes, der wörtlich lautet: Als ReichstagSabgeordneter ist ohne Unterschied der Landesangehörigkeit jeder wählbar, welcher das österreichische Staatsbürgerrecht seit mindestens drei Jahren besitzt, selbst in einer der Wählerklassen wahlberechtigt, das dreißigste Lebensjahr vollstreckt und schriftlich an Eidesstatt gelobt hat, „daß er im Falle seiner Erwählung in den Reichsrath an den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses theilnehmen und überhaupt daö erhaltene Mandat als Reichsrathsabgcordneter nach seinem vollen Umfange vcrfassnngsmäßig, getreu und gewissenhaft ausüben wolle." Eine Konsequenz dieses Deputirteneides ist die weiter folgende Bestimmung, daß Stimmen, welche auf, in der Kandidatenliste nicht eingetragene (mithin nicht beeidete), Personen gefallen, an Bedingungen geknüpft, oder denen Aufträge an den zu Wählenden beigefügt sind, nicht gezählt werden sollen. Politische Rundschau. Laibach, 15. März. Es ist in Wien die freilich nicht offizielle, aber vollständig verbürgte bestimmte Mittheilung eingcgangen. daß der Papst, allen an ihn gerichteten Vorstellungen zum Trotz, weder in eine Vertagung des Konzils, noch in ein Fallenlassen des Unsehl-barkeitS-Dogma's willigt. Wenn die österreichischungarischen Bischöfe in ihren Entschließungen bisher theilweise noch schwankend waren, so sind sie es jetzt nicht mehr: sie werden so zeitig in ihre Diözesen znrückkehren, daß sie den betreffenden Beschlüssen, die sie nicht hintanzuhalten vermögen, aus dem Wege gehen. Bevor ich Priester wurde, war ich Oesterreicher — mit diesen Worten hat ein hervorragendes Mitglied des Episkopats seinen Standpunkt charakteiisirt. Der Wiener Korrespondent der „Jtalia" erzählt. „die österreich ische Polizei habe Briefe in die Hände bekommen, welche angeblich interessante Aufschlüsse enthalten über die Organisation der sozial demokratischen Partei. Denen zufolge exi-stirt in Europa eine Gesellschaft, die sich die Ausgabe gestellt hat. Oesterreich. Frankreich nnd Ruß- Eltern, Herren und Damen, so auch die Schulmeister zu bitten, den Knaben und Mädchen behilflich zu sein, uns ein kleines Hilfsgeld senden zu können, und wir wollen allen dafür unseren herzlichen Dank sagen. Die Mädchen sind in unseren Regeln aufgefordert, auch eine Vereinung zu schließen und wir wollen ihnen darinnen behilflich sein. Sie sind in unsere Bitte einbegriffen und dies ist die Ursache, daß auch die Mädchen in England, Amerika, Deutschland und Frankreich hierdurch aufgefordert und gebeten sind, uns zu helfen. Viele Tropfen machen Bäche und viele Bäche können Ströme bilden, und viele Hände können große Werke thun. Helfen Sie unö einen kleinen Gedanken in ein großes Werk zu realisiren. Gott mit uns und Euch! Haben Sie die Güte, Ihre Beiträge an A. O. Ohrlander. Malmö, Schweden, zu senden. A. O. Ohrlander, Nr. 20. Die große Gartenstraße Nr. 20. ?. 8. Die Redaktionen deutscher Zeitungen sind sämmtlich angesucht, diesen Brief und die Regeln zu reproduzirm. A. O. O." land sozial zu desorganisiren. Die Gesellschaft hat ihren Hauptfitz in der Schweiz, eine Sukkurfale in London, eine in Berlin, von denen der letzteren besondere Bedeutung zukommt. Die Gesellschaft theilt sich in zwei große Fraktionen, von denen jede ihre eigenen Agenten hat. Die eine der Fraktionen hat speziell die Aufgabe, die Arbeiter gegen die Kapitalisten aufzuwiegelu, die zweite beschäftigt sich dimit, die Armeen zu bearbeiten. . . Die Partei ist in so viele einzelne, einander heftig bekämpfende, theilweise wie z. B. in Berlin sogar mit der Regierung gehende Fraktionen gespalten, daß ein Plan von solchem Umfange wie der obige entschieden aussichtslos wäre. Es mögen sich einzelne Querköpfe mit solchen Projekten tragen; eine zu diesem Zwecke organisirte Partei dürfte es kaum geben. Die Ko'rtes fangen an, die bisherige Wirtschaft satt zu bekommen; nach Erledigung der organischen Gesetze wollen sie ihren konstituirenden Charakter ablegen. damit auch ihre souveräne Gewalt, und als gewöhnliche KorteS weiter tagen. Serrano sollen die Prärogative der Krone verliehen werden. Zur Tagesgeschichte. — „N. Fr. Pr." versichert, der Justizminister Dr. Herbst sei entschlossen, sein Portefeuille nieder-zulegen und sich in das Privatleben zurückzuziehen. Auch bemerkt das genannte Blatt, daß der Justizmi-nister sich ohnehin nur schwer zur Annahme seines Portefeuilles überreden ließ. — Samstags fand in Wien eine allgemeine S etz er ver s a ui mlu n g stattt, an welcher ungefähr tausend sinkende Setzer theilnahmen, Die Stimmung der Versammlung war eine gedrückte und ein Korrespondent der „Tagesp." glaubt mit Bestimmtheit versichern zu können, daß es den Eigentümern der Wiener Druckereien unter den gegebenen Umständen leicht fallen würde, einen Ausgleich herbeizuführen, wenn es ihnen um einen solchen ernstlich zu thun ist. Es wäre Sache der Arbeitgeber, den durch den Uebermuth einiger Hitzköpfe schwer geschädigten Setzern' auf halbem Wege entgegenzukommen, ihnen freiwillig jene Zugeständnisse zu machen, die unter den gegebenen Umständen gemacht werden können, vor allem anderen aber den irregeleiteten Setzern einen ehrenvollen Rückzug offen zu lassen. Ein solches Vorgehen würde auch auf die übrigen Arbeiter einen guten Eindruck machen und auch jenen Arbeitgebern, die gerne auf die Ueber-macht ihres Kapitals pochen, zeigen, daß unser wirth-schaftliches Leben nur durch ein freundliches Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gefördert werden könne. — Wiener Blätter melden, daß der mnth-maßliche Mörder des vor 6 Jahren ermordeten Uhrmachers Melichar jetzt wahrscheinlich entdeckt Der Inhalt der Statuten (Regeln) des Mal-möcr Knabenvereins gehl im Hauptsächlichen so deutlich aus dem oben abgedruckteu Ausrufe hervor, daß wir aus den 12 Paragrafen seines Textes nur das folgende hervorheben. Jeder im Alter vom 6. Jahre an bis zum 15. stehende Knabe ist zur Mitgliedschaft berechtigt. Die zu übernehmenden Verpflichtungen erstrecken sich auf den Schutz alter Bäume und junger Baumpflanzungen. Dabei wird den Mitgliedern ein sittliches Betragen und die rücksichtsvollste Höflichkeit zur Aufgabe gemacht, sobald sie Vögel oder Bäume gegen die Frevel anderer Personen in Schutz zu nehmen haben. Paragraf 10 empfiehlt den Knaben ferner, ein hilfreiches Benehmen gegen Schwache, Arme, Blinde, Kranke, und dringt überhaupt darauf, daß eine zartfühlende Achtung allen, und auch den geringsten Mitmenschen, ganz besonders aber noch der Ehrwürde des Alters, erwiesen werde. Paragraf 12 endlich fordert die Stadt- und Polizeibehörden zur Unterstüz-zung der VereinSthätigkeit auf. Natürlich tragen die Mitglieder ein Abzeichen und die aus ihrer Mitte gewählten Oberen der Verbindung eine Litze an ihren Kopfbedeckungen. sei. In Teplitz wurde der Advokatenschreiber Knaff wegen dieses Verdachtes verhaftet. Die Verhaftung fand auf Requisition des Wiener Strafgerichtes statt, nachdem das Teplitzer Gericht die Meldung erstattet hatte, daß die Personsbeschreibung, welche die Behörde seinerzeit von dem mnthmaßlichen Mörder MelicharS entworfen, genau auf den genannten Advokatenschreiber passe, der sich, wie noch ausdrücklich hinzugefügt wurde, auch sonst noch in mehrfacher Beziehung als ein verdächtiges Individuum erwiesen habe. — Die Aufhebung der St e mpelp s lichjt der in der Militärgrenze erscheinenden Zeitungen und periodischen Blätter wurde vom 1. April 1870 ab genehmigt und zugleich gestattet, daß für die bis dahin aus den Ländern der ungarischen Krone in die Mili-tärgrenze gelangenden stcmpelsreien Zeitungen von der Einhebung des Stempels abgesehen werde. — Ueber das Duell zwischen dem Jnfanten Heinrich von Bourbon und dem Herzog von Montpenfier melden Madrider Telegramme: Die Gegner machten drei Gänge. Beim ersten Gange schossen sie in einer Entfernung von 10 Metern aufeinander, ohne daß jemand getroffen worden wäre. Der zweite Gang in einer Entfernung von 9 Metern blieb ebenfalls resultatlos. Beim dritten Gange in einer Entfernung von 8 Metern hatte Heinrich Bonr-, bon den ersten Schuß, sehlte jedoch und erhielt eine Kugel in den Kops, die ihn sofort tödtete. Der Herzog von Montpenfier zeigte während des Duelles selbst sehr viel Kaltblütigkeit, war jedoch nach demselben sehr aufgeregt. Es mußte ihm zweimal zur Ader gelassen werden. Ueber die Veranlassung des Zweikampfes ist noch nichts Näheres bekannt; jedenfalls war sie politischer Natur. Der Jnsant Heinrich war der Bruder, des Königs Franz de Assisi, Gemals der Ex-Königin Jsabella. Jnsant Heinrich (sein Vater war der I»-sant Franz de Paula (Onkel der Jsabella) wurde geboren am 17. April 1825; er wurde bekanntlich in Folge eines Konfliktes mit dem Hofe am 11. März 1867 durch ein königliches Dekret seiner Würde als Jnsant entsetzt und lebte seitdem in Frankreich. Wahrscheinlich wollte er sich der Prätendentschaft des Herzogs von Montpenfier, des Schwagers von Jsabella, entgegensetzen und büßte nun dieses Unternehmen mit dem Tode. Lokal- und Provinzial-Angelegeuheiten. Lokal-Chronik. .— (Truppe ndurchmarsch.) Gestern Nachmittags 4 Uhr kam das aus Dalmatien rückkehrenhe Regiment John hier durch. Dasselbe wurde am Bahnhofe von den Offizieren und der Musikkapelle des Regimentes Huyn empfangen. — (Benefiz e.) Am kommenden Donnerstag gibt unser allseitig beliebte Orchesterdirektor Zappe zu seinem Benefize die unseres Wissens hier noch nie zur Aufführung gelangte reizende Oper „Figaro's Hochzeit" von Mozart. Abgesehen von der Schönheit dieses Meisterwerkes, verspricht diese Aufführung UM einen um so selteneren Genuß, als mit Ausnahme Anders (die Oper hat bekanntlich keine hervorragende Tenorparti) sämmtliche erste Kräfte unserer Bühne beschäftiget sind, die Damen Eder, Römer und Allizar und die Herren Beck und Wendlik. Wir glauben, Herrn Zappe ein volles Haus, diesem einen großen Genuß versprechen zu dürfen. — (Slovenis che Chöre) vom Musikdirektor Nedved sind soeben im Verlage bei Zeschko und Till erschienen. Es sind 3 Hefte, das erste enthält die Chöre „NH äom", „koxotmk", das zweite „vü-movirm," „I'öStzm lovöevs," (Jagdlied), und daS dritte „Lvsriäi," „Slovsuskki, äsLsIg,." Alle diese Chöre zeichnen sich durch schöne Melodie und guten Stil aus und haben sich einige dieser Lieder, wie zum Beispiel „kopotiiik^ und „vomovina" bei unseren Sängern gerade zu eingebürgert. Doch sind diese Kompositionen mit Ausnahme des Chores „NH äow" 'und allenfalls „Llovvaskrr, äsLsla," welche sich mehr dem Charakter des Volksliedes nähern, nicht als Volkslieder, sondern als Kunstgesänge zu betrachten, ähnlich, wie wir sie an Nedved'schen Kompositionen auch im Deutschen zu hören Gelegenheit hatten und wie sich einige derselben auch in deutschen Sängergesellschaften bereits eingebürgert haben, zum Beispiel seine Chöre „Selig, wer da wandern kann" und das reizende Ständchen „Nächtlicher Gruß." Nedved hat bereits in mehrfachem Kunstgenre sein entschiedenes Komposi-tions-Talent meisterhaft bewährt und wir wünschen dem talentvollen Komponisten einen Erfolg, wie ihn sein Fleiß und sein künstlerisches Streben auch verdienen. Die Ausstattung seiner sechs slovenischen Männerchöre ist schön, der Preis von 60 kr. für Partitur und Stimmen je eines Chores ein gewiß billiger zu nennen. — (Oberösterreich ein nrslove irisches Lan d.) Der untersteierische Pfarrer Davorin Tersten-jak, der sich durch feine kühnen etimologifchen und archäologischen Forschungen das volle Anrecht auf die Bezeichnung des flovenifchen Kolumbus im Gebiete der Archäologie erworben hat, unternimmt nun seine gelehrten Streifzüge auf dem klassischen Boden Oberösterreichs und findet, wie zu erwarten stand, in den lateinischen Ortsnamen der dortigen römischen Kolonien lauter echt slovenische Bezeichnungen, daher Ober-österreich schon zur Römerzeit von Slovenen bewohnt gewesen sein muß. So z. B. stammt der lateinische Name der Landeshauptstadt Linz vom slove- nischen Lentsche her, was soviel als Bug oder Beugung (ützxuw) bedeuten soll, indem die Donau daselbst eine Biegung macht. Noch in einer aus dem !). Jahrhunderte stammenden Urkunde des Freisinger Bischoses Hitto sollen Familiennamen von Slaven Vorkommen, die in der Umgebung von Linz lebten, mit denen jener Brschos in Verhandlung stand, so z. B. Igupiseo, nach Terstenjak ^ukisil, wahrscheinlich ein Urahn des jetzigen dalmatinischen Abgeordneten aus den Bocche di Cattaro. Das uralte Lorch (I^u>rig,6nm) wird nach dem gleichnamigen Flusse vom slavischeu lavoriti „sanft rauschen" abgeleitet. Wels (Ovilia) hieß bei den oberösterreichischen Slovenen Völis und bedeutet eine Viehweide. Ja sogar der Name Lampach ist echt slovenisch, wie aus der römischen Benennung 1'61'Aol^pL zu ersehen ist, letzteres bedeutet den Markt (tsrz;) Lape, aus Lape hat sich Lapach und später Lampach entwickelt, lauter Bezeichnungen für einen sumpfigen Ort. Wenn schon Oberösterreich dem gelehrten Herrn Pfarrer eine so reiche Ausbeute an slovenischen Ortsnamen bietet, dann dürfte ihm wohl der Beweis nicht schwer zu führen sein, daß einst die Wohnsitze der Slaven über die ganze Erde vom Nordpol bis zum Südpol verbreitet waren. " (Theater.) Lortziugs „Undine" übt noch immer ihre alte Anziehungskraft; obwohl am Sonntag binnen einem Monat bereits zum fünften male gegeben, war das Haus dennoch in allen seinen Räumen gefüllt und belobnte die Leistungen der Sänger mit mehrfachem Beifalle. Daß wieder besonders Frl. Römer und Herr B e ck zahlreichen Applaus errangcn, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. - Töpfers „Pariser Taugenichts," dieser leichtsinnige und doch so gutherzige Schelm , fand an Frl. Kotta „ n eine rreffliche Darstellerin. Daß sich Frl. Kottann einigemale versprochen und an manchen Stellen undeutlich gesprochen, entschuldigen wir gern aus Rechnung von Louis' überspru-delndem jugendlichem Ucbermuthe. Das Publikum beehrte die Darstellerin mit mehrfachem Hervorruf Non den übri Pu Mitwirkenden erwähnen wir Hrn, Müller, dessen »General Morin" zu seinen besten Leistungen zu zählen ist. —xp- Ans dem Gerichtssaale. Schlußvcrhandlung in der Jantschberg - Iosefs-thaler-Affairc. (Fortsetzung.) Nachdem in der am Samstag Vormittags abge-haltenen Verhandlung lediglich eine Menge auf die Verhandlung bezugnehmender Schriftstücke, unter anderem der Sektionsbefund des Jakob Rode, in welchem konstatirt wird, daß Rode nicht an einer Schuß- sondern an einer Stichwunde gestorben sei — verlesen, und hierauf vom Vorsitzenden das Beweisversahren für geschlossen erklärt worden war, wurde die gestrige Verhandlung mit Plaidojers ausgefüllt, und zwar Vormittag mit dem des Staatsanwaltes, Nachmittag mit dem der beiden Vertheidiger. Der Staatsanwalt erinnert vor allem an die Lage des Jantschberges, der jährlich von einer kleinern oder größern Schaar von Touristen besucht werde. Noch niemandem sei etwas Leides von den Bewohnern desselben geschehen, alle genossen ihr gewünschtes Vergnügen. Auch die Turner wollten nur des Vergnügens wegen die Natur genießen, allein diese Lustfahrt habe sich in eine traurige Anklage gegen eine Anzahl von Bewohnern des Jantschberges verwandelt; die jedoch, die die Bauern verführt und gehetzt, haben sich rechtzeitig dem Gesetze zu entziehen gewußt. Er wolle nicht den Thatbestand noch einmal wiederholen, bemerke nur im kurzen, daß die Turner, nachdem sie vorher vorschriftsmäßig ihren Ausflug angemeldet, den Jantfch-berg wirklich erstiegen hatten, von erhitzten und aufgehetzten Bauernhorden angegriffen worden waren, daß ihnen dieselben die Fahne weggenommen, sie geprügelt und sohin nach allen Seiten des Berges verfolgt hatten, die Turner ermüdet herunter gekommen, Mahr schwer verwundet, andere mehr oder weniger verletzt worden seien. ES sei gewiß, daß dieser Angriff schon früher besprochen, vorbereitet und sohin ausgeführt worden sei. Den Gerüchten, die vorher zirkulirten, konnte unmöglich ein Glauben beigemessen werden, indem ja selbst acht Tage vor dem 23. Mai der Pfarrer den Turnern zugesagt, daß sie am Jantschberge nichts zu besürchten hätten. Schon in der Untersuchung habe sich gezeigt, daß das, was am Jantschberge vorgefallen, den Deutschen oder Deutschthümlern angemeint gewesen war. Anfänglich habe die Anklage auf Raub gelautet, da es jedoch nicht daraus abgesehen gewesen war, um sich mit der Fahne einen Vortheil znzuwenden, sondern um sie den Nemökutars zu nehmen, wodurch sie etwas höheres, heroisches gethan zu haben glaubten und wozu sie noch zunächst mit den 50 fl. des Dr. Bleiweis und den 2 Eimern Wein verleitet worden waren — habe das Obergericht nur den Thatbestand des Verbrechens der öffentlichen Ge-waltthätigkeit zwölften Falles nach tz 98 St. G. erkennen können. Auch die Staatsanwaltschaft sei vom Anbeginn dieser Ansicht gewesen, finde auch heute keine Ursache, diese strafbare Handlung anders zu qualisizi-ren und verbleibe daher bei der Anklage. Dies vorausgeschickt, wendet sich der Staatsanwalt zunächst deu wegen der Afsaire am Jantschberg Angeklagten zu, um den Schuldbeweis jedes einzelnen zu koustatireu. Wie schon bemerkt, rühre die Assaire aus der Aufstachelung der Leute her. Wessen Kopf diese unglückselige Idee, die Leute aufzustacheln, entsprungen, sei nicht erwiesen; genng, daß die erwähnten Gerüchte existirlen und sich weiter verbreiteten. Am Samstage vor dem Turner-Aussluge seien diese Gerüchte in Kor-bars Wirihshanse das herrschende Gespräch gewesen. Johann Peterea, der mittlerweile gestorben, habe nach Aussage des Jakob Allan in diesem Wirihshause sich vernehmen lassen, er sei in Laibach gewesen und habe von Dr. Bleiweis erfahren, daß Sonntag die Turuer auf den Jamfchberg zu kommen Vorhaben, daß man sie vertreiben und ihnen die Fahne nehmen möge, zugleich bemerkt: Saget dies den Gebirglern re. Auch der Angeklagte Mathias Peterea sei damals im Wirlhshanse des Korbar gewesen und ebenfalls als Mitschuldiger am Verbrechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit in Anklagestand versetzt worden, da auch gegen ihn die Aushez-zuug erhoben Vorgelegen sei. Da jedoch Johann Ben-cic und Josef Mohär ihre ihn belastenden Aussagen während der Verhandlung zurückgenommen hätten, sei der Beweis gegen denselben nicht erbracht und daher Mathias Peterea nicht schuldig zu sprechen. Ueber Aufforderung des Johann Peterea habe Johann Allan den Anlon ägajnar aufgefordert, die Nachricht den Voljavljern zu überbringen und ihnen anfzuiragen, auf den Jantschberg zu kommen und den Turnern die Fahne zu nehmen. Mit welchem Erfolge Anton Hgaj-nar dieses Auftrages sich entledigte, sei erwiesen. Johann Allan und Anton äzajnar gestehen, diesem Austrage Folge geleistet zu haben, und sind daher auf Grund ihres Geständnisses des Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit als Mitschuldige nach tz 5, 98 und 100 St. G. schuldig zu erkennen. Gegen Josef Mohär sei der Beweis wegen Mitschuld am Verbrechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit nicht erbracht, daher derselbe dieses Verbrechens nicht schuldig, Johann Anzur vulgo Jurk, einer der Haupthetzer (wir verweisen auf die frühem Berichte), dagegen der Mitschuld an diesem Verbrechen schuldig zu erkennen sei. Der Staatsanwalt beantragt hierauf in feiner weiteren Auseinandersetzung, die Angeklagten AnZur Johann vulgo Vertarjev, ägajnar Lorenz, Änznr Anton vulgo Jernejov, Anzur Andreas, Omahen Josef, Rojc Josef, Godee Georg, Mohär Anton, Anzur Jakob, Stergar Johann, Marolt Ignaz, AnHur Markus, Mohär Johann, Bratnn Peter, Rome Jakob, Ostrez Johann, Janear Johann, Skubic Martin, An^ur Bar-thelmä,Strnß Andreas, JennikarBernard, An^ur Franz, Jerant Georg und Jerant Martin des Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit nach ß 98 St. G. als unmittelbare Thäter schuldig zu erkennen, weil wider sie der Beweis hergestellt sei, daß sie über vorläufige Verabredung sich ans den Jantschberg begaben, um den Laibacher Turnern Gewalt anthuu und daselbst auch am Gewaltakte thätig Antheil genommen hatten. Dagegen den Johann Bercic des Verbrechens der Vorschubleistung nach tz 214 St. G., dann die Mohär Maria und Kauschek Anton des Vergehens des Auslaufes nicht schuldig zu erkennen; erstere nur wegen Einmengung in die Vollziehung öffentlicher Dienste schuldig zu erkennen. Auf die Vorgänge in Kafchel und Josefsthal übergehend, beantragt der Staatsanwalt, die Angeklagten Grat Josef, Mandel Martin, Leve Johann, Brodar Johann, Gostincar Anton, Borine Anton, Kosmac Lorenz, Lece Johann, Zajc Matthäus, Kalan Franz, Paternoster Franz, Jager Georg und Juvao Bartelmä des Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit nach Z 98 St. G. als unmittelbare Thäter schuldig; hingegen die Angeklagten Franz Surc, Lorenz Kosmae, Franz Gostincar, Anton Robida, Lorenz Perdan, Alexander Stare, Michael Kruöic und Johann Bezlaj dieses Verbrechens nicht schuldig; weiters den Lorenz Kosmae, Franz Kociancic, Sebastian Slapnicar, Josef Vidmar, Valentin Gabriö des Vergehens des Auflaufes schuldig; die Maria Cernauk der Uebertre-tung der Wachebeleidigung und Joses Krußic der Ueber-tretung der Einmengung in die Vollziehung öffentlicher Dienste schuldig, hingegen den Johann Verhouc und Johann Jennikar nicht schuldig zu erkennen. Die Strase sei bei den des Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit Angeklagten nach tz 100 St. G. mit schwerem Kerker von 1—5 Jahren, und zwar bei Lorenz Hgajnar mit 3jährigem, bei Lence und Jager 2 ^jährigem, bei Johann An^ur, Anton Anzur, Omahen und Zajc 1'/r jährigem, bei den übrigen Angeklagten mit Ijähngem schweren Kerker anszumessen. Die wegen Vergehen oder Uebertretungen Beschuldigten seien zu der geringsten gesetzlichen Strase zu verurteilen. Nachmittag ^4 Uhr erhält Dr. Ahacic, Vertheidiger von 25 Angeklagten, das Wort. Sichtlich ergriffen bemerkt derselbe, er würde in der nun bald geschlossenen traurigen Angelegenheit von der ihm zustehenden Redefreiheit den umfassendsten Gebrauch machen, wenn er nicht befürchten müßte, die beiden Parteien im Lande noch erregter zu machen. Gewiß sei es, daß die Angeklagten aufgehetzt und verleitet worden s^ien, wer dies gethan, wer dieser Ausbund der Gesellschaft sei, ob er dieser oder jener Partei angehöre, sei nicht erwiesen; aber es sei durch Turner und andere Zeugen konstatirt, daß die Bewohner des Jantschberges gegen die Turner aufgeregt gewesen, dies um so mehr, als einige von letztern denselben bewaffnet enlgegengetreten waren. Er empfiehlt seine Klienten der Milde des Gerichtshofes und bemerkt sodann, er sei von seinen Klienten beauftragt zu erklären, daß sie festhalten an dcn Worten des Dichters: „Eiche und B.rg wanken, nie wankt die Treue der Slovenen," und daß dieselben auch fernerhin Oesterreich und dcm Kaiser treu bleiben wollen, und ruft schließlich mit schluchzender Stimme ein halbersticktes „Zivio" auf Kaiser und Reich aus, in welches schüchtern ein Angeklagter einstimmt. Sohin bedankt sich der Herr Bertheidiger beiden, hohen Gerichtshöfe für die humane und zuvorkommende Behandlung, die derselbe seinen Klienten gegenüber die ganze Verhandlung hindurch bethätigte. Dr. Rudolf, Bertheidiger von 14 Angeklagten, bereits das zweitemal Bertheidiger bei einer so großen und ausgedehnten Verhandlung, bedauert vor allem, Leute vertheidigen zu müssen, von denen mehrere noch heute glauben, daß sie mit dem Angriffe auf die Turner ein gutes Werk verübt hätten, daß weiterS die Urheber der Äffaire nicht ausgeforscht werden konnten und somit straflos ausgegangen seien. Er plai-dirt für Nichtschuldigsprechung seiner Klienten, eventuell empfiehlt er dieselben der Milde des hohen Gerichts* Hofes. Schluß der Verhandlung um 5'/, Uhr Nach mittags. Mittwoch den 16. d. M. 9 Uhr findet die Urtheilsverkündigung statt. ________________ Wir juchen für unsere Buchdruckerei einen mit den unbedingt erforderlichen Real- oder Mmnasialkenntnifsen ausgerüsteten Knaben als Lehrling oder Praktikanten. Näheres in der Druckerei. L. v. Kli innutzi X kamdei». Witterung. Laibach, 15. März. Nachts halbheiier. Eisbildung auf seichten bewässern. Lormittags sonnig, Nordwind, mäßig in den Alpen Schneewehen. Wärme! Morgens 6 Uhr - 2.8», Nachmittags 2 Ubr -s- 2.4° (1869 -j- 6.1°, 1868 -j- 7.2°). Baronie t e r W6.99"'. Das gestrige Tagesmittel der Wärme — 0.6°, um 2.8" unter dem Normale Der gestrige Riederfchlag (Schnee) 1.08.'" ________ Augekommene Fremde. Am 14. März. Weiner, Kaufin.. Wien. - Mörike, Kanfm., München. — Petfcbe, Äaufm.. Ort. — Andra-sic, Kfm, Hamburg. — Jaklitfch HandelSm., Gottfchce. — Drahokoupil, Reifender, Wien. — Wolf, Kaufmann, Wien. — Sigmund, üandelsm., Gottfchee. Moefer, Radinannsdorf. — Gnezda, Kaplan, Moräutfch. — Waudtner, HandelSreif., Wieu^ — De-beljak, Pfarrer, Hösleiu. — Klinar, Knrat, Sturja. — Taucar, Pfarrer, Oberkrain. — Dr. Menzinger, Ober-krain. — Frau Wagner, Graz._________________________ Verstorbene. Den 14. März. Josef Monfredo, Inwohner, alt 90 Jabre, ins Zivilspital sterbend iiberbracht. — Herr Auto» Äaringer, k. k. Oberlietttenanl in der Armee, starb im 41. Lebensjahre in der Stadt Nr. 200 an der Entkräftung. — Dem Herrn Franz Hangthaler, k. k. Landes-Haiiptkaffe Offizial, fein Kind männlichen Geschlechtes, alt Stunde, nvthgetauft, in der Polanavorstadt Nr. 64 am Nabelschnur-Brande. _____________ Theater. tufe zu Stufe 5 Actrn. Morgen: Bose Zungen, Schauspiel in 5 Acten. Ums gewandt in allen Näharbeiten, insbesondere aber in der Kleidermacherei, wünscht in diesem Fache Beschäftigung. — Näheres in der Expedition dieses Blattes. (106—1) Heute: Do» Atufe zu Stufe, Nolksschauspiel iu 5 Aetrii. ahrhtilsgettene Anerkennung Diese xnto 8L(I>v livtritkt nLmIiob «lic belcannte uncl berübmte knstberiii-rstnipssla, ^velebs in >Vien, Lognergssse ^ir. 2, von tlem Isknarrte lleren Dr. popp (largostellt viril, ilvssen ül>rigv ^abiuuittvl: ^»Ltberin-Null(lvL8svr, /k>bi>i>ulvvr, »idi rrueb überl>aui>t Mn/, besouclvrv Vor/.üzs uusrviebuvn. leb liiebe ^nsiberin-Isknpssts vivclerl>olt 8ell>8t geprüft unrl uu.c:I> >>ei violeu ^Lbiileiäeucleii, velelw von ilivsvr pastri. OebiÄuc!» xomaelit I>ubon, tlw Lvolmelitui,^ iu»vl>t, llsss liie Mekungen lie>-8elben gsnr ausgsreieb-nete 8inll uncl clszg dieselbe cisker naeb meinen 8oi-g-sLItigen üeobsebtungen und ki-fsbrungen voe jecler snilei-n Isbnpssta unbeclingt uncl in jecler keriekung lien Voi-rug verdient. In8be8onclei'e ndei- ,8t diese ^nsibeein-rskn-pastn das sllervoi'ti'effliekste fleinigungsmittel für die läbne und tritt clsciureb gleiobsam in den Nsng eines tniobst unentbebrlivben 6e8undkeitsmittel8; clenn eine grünilliciiv Ileiuigunx (ler 2ü.l>i>i> ist clr»8 beste Mttel, (lieselben gegen Muluiss ru seliütreu, unä lcariöse 2Llmv erzeugen seltleebte VertlLUnox und scbleellte LrnLkrunA, u.I>g««ebeii von den Mn?, entset^lieben uncl qualvollen /ulmselunerüen. velcliv clnreb veräorliene Wlrng vvr-ursaeüt werden. Ls muss somit der ^Vulrrbvit gemüss icnerlcrtnnt >verclen, dass die ^.nattivrill-Zalillpasts. des Herrn 1)r. 1'Ol'I' in ^Vien sieb duid» ibro grossen Vor-niixe vor svdei» äbnlieben derartige» Nittel Iiöebst var-tbeilbakt ansneiebnet und dass dieselbe daber mit Reelit 2uin allgenieinsten und ausgedelintesten Uebrauelie em-xsollleu /u »erden verdient, vas lelc Icierdurek mit insines Samens Ilntersellrikt und Liegel besekeinige und beglaubige, dem Herrn 1>r ?o;ii> es ganu überlassend, von diesem geviss ebenso v?abrbeitsgotreuen wie unpar-teiiseben ^nerlrenntniss jeden 1>eliobigen 6el>rauob xn maeben. . (8—1) Lerlin FNüIl«i. (1^. 8.) Nedixinalratli. 2u >>gbe„ in 1^!, i li u ^>, >>ei I'vtl'iöiL L I'ii'Icer, liri^pvt', .Iu^i-1 kiirinx,!!, .loli. Xrir^l-liovil'/.. l!>I. Älulil- und k. Ll. 8el»uitt ; X , uin >iurx bei k. lil'i^pvr und 8ol». 8el>iiu»ix, lüeibur^' Ilerb.^l, ^tMl>ieke, ^ .1 r d i » l»,i Ilultvr, äjwtbuker; n » do > ss- xvertl, bei ». liir/.oli, u»-i lic'l'KIIlilll» ; 0 u > teld bei Ilölliellv« , ^siudiel^ei' ^ 8 te ! » bei ,I»Ini, ^>>otl,e>>e>^ VV > >> >> n e I, bei Vnt»» Deport, .^jwtlielier; 6 v I-L bei I>a/.7.nr, I'onloni, .Xpoclie- l^er, und ,l. liollvr ; vv l, r t o II b « >' j; Iivi k. tiutllvl'. Kasmo-Aiyeige. Den verehrten x. t. Kafinovercinü-Mitglie-iieru wird hiermit bekannt gegeben, daß in der dies jährigen Fastenzeit in den Bereinslokalitäten zwei Abendunterhaltunqen mit Tombolaspiel re., und zwar am Lt. März und 6. April abgehalten werden. Unfang um 8 Hlljr Ubends. ^aiba», am 12. März 1870. (l05-1) Von der Kasinovereins-Direktion. Die Laibacher gemeckekmik übernimmt Gelder in laufende Rech nung (6onto korrsnt) und vergütet bis auf Widerruf: bei 8tägiger Kündigung 4"/<> ,,:r« „ 4-/2-/.. ,,s« „ „ »"/« ,, Laibach, 12. Oktober 1869. (loi-i) Die Direktion. Zk Epileptische Krämpfe -»G LM- (Fallsucht) (i«;-55) ÄE heilt brieflich der Spezialarzt für Epilepsie Doktor O. I4iIIi«vI» in Berlin, Mittel-straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom 14. März. Lt»a.t»k«nS->. l Geld Ware ^ sp-rc. öfterr. wädr. .> -. ,-jOcst. Hyporh.-Baul . 08.- dtv. Rente, öst.Pav. ^ üi.üii i dt°. dt°. Lft.inSiIb. > ,t »» »»»V. Lose von 18L4 . . . «».75 !»> LL S!>db.- Siebenbürg. „ 2 » Lotis» Nationaldanl . . -Lreditanftatl .... R. ö. EScoinvt--G-I. 8S Anglo-österr. Bank .,L!3.— — Oest. Bodencrev.-A. . S52.— 2SÜ Oest H»»otb.-Bank . »c>.5O I> v bü Stcier. E^comxl.-Bk. !>,->. rS« «ail. Ferd.-Nordb. vi75 ü>S» Südbahn-Gciellsch. KaiI.El>Iabetb-Babn.no2.7.-< >>>3 — Sarl-Llldwig-Bahn !»4, r.-> L,, 5,. Siebend. Eilcnbabii «ais.Fran,-2oIes»b.. >87.- -------- Füllst. Barcler S.°B.!l8».-Ulföld-Fium. Bahn . L7L — x-^»llüvr!sks. ! Nation. ö.W. vertoSb.^ S3.NI S3.S5 Uu». Bod.-Crcdikanst. »0 »>.- Alln.öst.Bod.-Credir. j1»7.7S!IN8.-dt°. iu US.riik«,. . »».-> SU-^ dlo. BonS «pCl. L48.—L48.S0 Nordb. (L0»fl. CM.)^ ÜS.SN S4.-Sieb.-B.(2,>vfl.ö.W.) vo 7u »l.-Rndolssb.^wlfl.ö.W.)! 9S.SL! N.7S Franz-2os.(L00sl.S.)j S«.-! ÜS.A >87 5> >8» l7L - r-ooo. «Lredit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampssch.-Ges. zu lOV fl. CM. . . Tricfter Ivo fl. CM. . dlo. 5V fl. ö. W. L-sencr . 4» fl. ö.W. Salm ... 40 » Palssh . . 40 „ C'arv . „ 40 „ St. Menoi«^ io , "kindilid^räh so Maldstein . z» ^ X^glevich . >0 „ RiwotttiMIt. loö.W. -/«ods«l(3Mi>n.) >uM>. lot-st.IÜdd.W. »ranks. ! fl. , » i-ndon 1» Pi- ^-rert. Paris 10» Francs 'ais.Mitni-Ducaten. ^V-Krancsftüü . . -BereinSkbaler . . . 162.75 IS3 50 ! >.so I0V.- :S4.— 128 > I»g S'> ' >»3 35 >24 2.-> 1S.L5 Telegrafischer Wechsrlkurs vom 15 März f,pi>rz. Rente österr. Papier 01.45. — Sperz. Renn gsterr. Silber 71.25 — 1^60er Staarsanleben 97.90. — Bankaktien 726. - Kreditaktien 282.80. . London 12420. — Silber I2l 15. - K. k. Dukaten 5.82'/, Verleger und M »ie Redaktion verantwortlich: Otkomar Bamberg 8ub8kl'ip1iünkn suf l!ie fi-smiensnleike ' äsr Kgiskrl. Momanisekeii k«xier'un§ »1»» LS. R»iLÄ 16. L87O uolunc; icl, xil OriAiual-IZeäiiiAiin^eli 6iitn6A6ii. ,)6ä«z Obli^ittion xu j?rs. 400 Mminrüo Icostöt kr8. 180 vssv^tiv. ^aupiineifen mit 600.000, 400.000, 300.000, 200.000. Zinsen pr. Obli^tion ^>'8. 12 ^Lkrlieli. ^Lkluiig ä«r 2in36n am 1. ^piil uuä 1. Oklodor, sovviö ävr vorloston ObliZatiougn Assebivlit llg.eb VViüü äss Ls-8itL6r8 iu ?Lri8, Xon8tLutinop6l, ^-Visu, I?ranlcfurt L. Z-l. oäsr ^m3t6r8b6cIiu8lli886 unä 'Iil6uuA8pIau Ai'ä,t>i8. I_. L. l.uelAs;n l^llolr^vn (cli68v 20 ?6rx. unter Houi8V6rtb g-iigtznommen) ru bsriebtigsn. Viö86r Vor8oku88 8!lmmt 3 ?err. Internen ist bei ^inLLklunA äer xvoiten Itiito von I?r8. 75) por 8tü6k unä veboruabmo äer 1nt6iim88oboin6 /.u oränvn. (97—4) Druck vo»I^n. o. «letnmavr L ged. Bamberg M riaivach.