»»»«»,,WU P»,!» 0ln 1»^ TS. «»»»«»III,» imiMIlW»» W»»»« »n» »««I» «»< »r. »»«> »»lWO^ ch ?III»In<»>itl«» Ii llnH»»»» M» t «I»,»» «»,»»«» »Ii,,,« »Ii', iso VI»n»t»q, 6»n 6. luni 1S2S «. KboiiiiMMil Aiiichkmo ch kä>etd«e: G. 4 (V«n«,ltung> ö«ug»pf«i««: 22 l)t«. »mtDtl«» 2« vtn. 6»et« ?o«t moaiU. N Ol», wf ^ kdktAO mo««. SS VI» ? dt» S V!» WW6M 5>wml«fr Aaribmrr AMm Eisenbadnkataftwvde 14 Tote, 80 Verletzte. ^ Das Unglück vom Lokomotivführer verschuldet. P a r i S, 5. Juni Der Na6iinittaqAschncllzug Paris—Nantes ist drei Kilometer vor Vtation Nantes entgleist. Die Wirkunq wnr eine k,itl,üwpha-!or Losomotivfichrer, der eine Verspätnui^ einbrins^en wollte und das Tenipo lilierniiißig sicigett,?. Morgen-Ausgabe Vräflbmt Äkmora wird erkommunlzlett? Fortschreitende Zuspitzung des spanischen Kirchenkonfliktes yrniÄffnn?; des Mandatsverzichts der geistlichen Abkeordneten. B e r l i n, 5. Juni. Zwischen dcul Z^ati-kan uii^ führenden Zentruln'>krctsen »verdcn sieg<'nwärtig ^l^^erliandlunclen darirber !?efiihrt ob es nicht Aiveckmcibig sei. die katk>!?lische ^^^eistlichtcij der vordersten parlainentari schon ^roUt znri'iclMzichcn. Das würde be-ticlik'n, das', eine Reihe prominenter '^n-triliii^ZabjieDrdueler, ivie Prütat i-^au-' scix'r, Leicht (von der bntzrischcn Bolksp^irtei»^ Nlil^ka und Tr. 3chreil>cr, ihrc Matidate nie! 'dl.'rll.'jien ! M a d T i d, 5. Mai. Der Papst siat an die spanische i'jeijllich.' keit und das spanische Polt eine Enzyklika gelichtet, die sich niit der Lage der Kirche in Spanien befaszt. Ter Papst echel't jcharfen Protest geqen die kürzlich von den Korteö verabschiedete Gesetz, in deni dei: religiösen Orden und Äongregatioln'n u. '/gliche Art von Unterrickit nntersajit wird. Bon >ienilern deS kanoiuscheil Rechtes wird angedeutet, das'. Präsident Alcaln Zamora sowie alle katl)olischen Parlainentsinitsilie-der, die fiir die Gesetze i'lber die relissioseu Orden in Spanien stimniten, aiil"i,wt!sch der Exkonununitntion verfallen snen Diese Ansicht wird in ^Lerbindung mit u'.i-r '^^e'l-e von kanonischen Mas;nahnten geäi.s',ert, die das spanische (5visfopat Zusanunenlniii«^ Nlit mehreren politischen Masnmhnien d^r letzten Zeit verhängt hat. So ist auch der Besuch von Laienschulen bei strafe der koininunikation verkioten. Die spanisäie Bischi'se haben einen Hirtenbrief gegen das Ges(!.; erlassen. Der Pro-tcst der Bischöfe richtet sich insbesondere gegen die fnr Ende des Jahres angeoi^dnete Schließung sänUlicher von Priestern' und Ordensleuten geleiteten Schule.i, die hellte etwa ein Drittel aller Schulkinder erziehen. Dcr .^"»irtenbrief wendet sich ferner geilen die Ein-sührnng der staatlichen Liiien'fthulcn, gegen die Einnlischnng des Staates in ^Nrchen- u. Glaubensangelegenheilen, gegen die Misl-achtnnli des Papstes und iiec,en die Enteig-ilnng kirchlicher BesilUiuii/r nsn,. Schliesslich wird an die kanonischen Stvafen der Ei'koni-ninnikation erinnert, die qex^eil .>ie Peif^il-qer der .^Nrche ausdrill'lich oder stillschweigend verhängt zu iverdeu Pflegen. Furchtbare Erpwfion Dreißiq Oeltanks in die Lust qeflogen Bei Asthma und Herzkranktzeite». Brus«. Md! 5!uttql.'nle!den. Skrofulose und Rachiti-? Schild-drü'X'llverqrös'.eruna und Kropsbildun« »st die! der ?iss>.'r3 omi nnis'.i'r Vichtiqkeit. Altkeriibm!? i')inusir. — l8..'is> Valalaikakonzeu. ^ i SMil-Tnrni'rlwngen. ... ^iinsinche' l^eistliche Musik. — Abend,»in'ik. ^ Bccgri?d 20..'i0 Nussisch^' sieistliche Mniik. _ ??. !ii Nachtninsik. — Wien 1!>.l<'» >^?onzert. — l.') ?lt''i'nldverlinstaltnng. — ^'^i;ieu-nerinnsik. — Heilsberq?s) .weiterer ''lbewX Breslau ?l> .^'»örspiel. 91 Konzert. Nachtninsik. - Poste Parisien 20.'i0 l^!lis^iken zert. _ London-Regional Konzert. — S2..W Tanzntilsik. ^ Miihlacker 20. !0 Vcoin ^ert. Nülsi?__?.'; Tanzinn- sik. — veipzkq Sieqfric^d-Wac^ner' ^'llbewd. Bukarest 50 ^estabcnd. — 21 ?^!)lk.?Iieder. -- Rom 51 Syniph-oniekonzert. - .'^i!r?ch IN.15 Waqners Oper „Nienzi". — Lanfep.berg ^lonzert. — P^rq li?.l0 ^.'ie^erabend. ?I K^onzert. ^ -.^2.15 Zeit-c^enössische???ltsik. — Oberltalsen 20.45 Dantes — ?l..W KoiilAt»ienanff!'is?runs!. - Miinchen 20.05» Tschaikowskis Oper ..Piano Danke". - Vndnpest S0..'V) Nne^^rische Volkslieder. — ?1.4!>'l5>horsonzert. _93.1!'? ^azz. _ Warschau S0 ?^rzesinskl,s Oper Chopin". 2li Tanzinirslk. ^ Daventry-Nn-tional 10.20 Orchesterkonzert. — 2l.20 Kain mermnsik. 22.-10 Tanznnlsik. - Königs, wusterhanfen 21 Tanzabend. — 23 Nackt, musik. N e w I) o r k, ü. ^nni. ^n Lonji Oeach ssial!f.n nien) ereignete sich ein filrchtlmrev Explo>!t0ttsun^lll'lä. Oellanls der ^)ti.l?f!eld Oel-'Gesersschafl flogen in c>ie Uuf,. Vi^^lie, wnr.delt 20 Tote und 20 Verlehte .zezählt Die Erplmion war bis Pa'ndi'na zu'h^^r.'n. 20.000 '^)t'enscheir nn'^ der tu'.')!ich .'ine!,: !5'rdbel,rl'ie. D^.'r ' Teil deo der lsoinvan', .v'l)!',-!"? den Oelfeld.'" '''neden nDs'feüü^i'ir N e N' y Ii r k, i"). ^'ulni. 'I^i'i der i''r>i!;'' -'^c'v Unszsüsles <'.> '.'laszvsch^'inlich cinim.' Äanern, el>i' d'e l^enai'e der ''i «festi^estellt U'eld>'n kann. T.i-? gan^'^e 'lefiiet, ans de.il s!si, etwa "0 'Deltanf.) den, nuir it-'-fer! nach der ^vylnsion in uien s.chülll. ?!<> Sfiireie iier durch wnnlden eerlehten ^I-ersonen ' '' da.^ >trach^'n lind '^^^rften ti.'r 'üia^nluen''"-.->»end('n ^ichrits-in!'tien, -is-?' «die in'^ l>.'rbvit^ce:lten Aer/,le und sN'ouseu'^'s'.!'!'''''''' die ^^'erletUen nach AnlaM von Nolli'rl'än-Sen in >iranlenn)agen l^erlnden. In einen, .üranlenhan.^ niaren inu.rs'.ali, iv^'nizzer Mi-nnten 17 !'!'rs'!'s'^!? Persi?ni'n einsi^'l'riert N'i>r-den. der Un^VsückGellc' balle sich nl-^lui^Id ei-i'^e .gewaltige '"Renschenuienq^» l'iiieitiu'in'.'lt, .die die '^ireeiicii ,'.i!r '''^efä»,'..f!iiiii de-^ ^veners b"binderle. D!.' ".^><'ei,icheii!,!a>i'' entfern» ' 'Nlch dann nicht, als di«' Polizei be-nachen !i<'s'„ das', die l''!<'sahr nx'il^rer d r'il s>.>hr .1,'as' 'Vi, iali-' 7v-'iier -I.iv „„,,'5 traiii>(licr. a-s INI ^'-är.^ jenes (>Iebiet durch ein lN,.!'--' '^'rdbe?^'en si?iingei!icht worden ist, I stl.z ^.'-eiisch'Illeben zn,n Opfer i'!c" ^er ersten (5rblosion w:i' 'x'n-s' der ?^^elN!'Nsi. das', es sich iini ein '!> , '.'i^t!el>en handle. ?er bis iel.n anae richieie ^ack'schaden ,ni'd ans lii^er 12 '.liil-I'!)nen T'-islar l^eschättt. Riksenbrand !n Paris. Pari s, ü. ^uini. Iu eilieni Pariser Ver-orte vernichtet>i' norsiestern ein (^nosiseiter l00.VM Alsohol die ii, einee Sabril lagerten. Da da-' gan/,e nmlicc^ellde ^-?>:eriel in Gefahr .o,n-, nuirden ninfani^r.'ich^' '-Lor-ficht^cmaßilali'nen c^etroffen. Die Permählnnff Leopold Wölflings. 'Ä e r l i n, ü. Juni. Auf deni Standes-antt in der Berliner Aorfladt Niederinr bereits ^iveunal verli-eirate^, das ei-stenial mit einer Schweize rin. dann mit einer Düntschen. Beide ^h?n ivurden geschieiden. Seitie Gattin 'st eine ^^razs einfacher .?»erkunft. Nachdem ling in der Schnviz. in Wieu, Polen u. Berlin allc niAgIich>en Vernfe auss^eübt hat, ver-schasift er sich gecjenwcirtig in Berlin einen kleinen Verdienst durch Vorträge in Vorstadt tiii^'!/, naill.'lülich n'en,» ein mit Crelg^ niüen an.> dev eiterreichischen >tai'erzeit läu't. Mittagessen per Telephon. „-verlangen Si^ die Nilinme,- ^>hrer ,^ei-tnuji. sie l<'zal)lt ^^hre Zeche'." la-^ ist der neueste Netlainetrick einil^er Pariser ')iestan-ranls. Täglich erscheint i,, der Pariser Zeitung „Paris Midi" unter der U.'t'erschrift „Paris Midi lä'dt ein!" eiile ?ifte von si'ih-rei'den Speisebänsern n,ld zugleich die genaue Angabe, wie inan zn eiileut Schlemu,er essen konlinen kann _ nienn man ein nienig Gliick hat. Täglich bestiinint das Los drei Nuiniuern zwischen 1 nnd l00. Also etwa 7. 2!i nnd 5H. Der 7., 2Z. nnd 5)K.. der von einein der angefichrten Restanrants aus die ?l!edaktion anruft unter der Losnng „Mittag essen, Pl hat nn^d sich so daranf freilt, das^ innn, nuch nx'nn i?:ait nicht zn den drei (!^-noablte!s l>ört, doch anf der Stelle essen iiin»^. 5o lm« ben Wirt, Zeitnng n„d l^'»isl-, w'nn auch oft fiir eigenes Geld, ihre ^-rende. Bei .Hamorrhojd-,rleiden, P:'s> punq, D.N'iurissen, As'szessen, Harndrang. 5'en-unMeber, jirei'zs7?m?er'>en, 'yf heit, >">erzPolicen^ ^ch^nin^desau^asseu der l'''el'ra,lch natürlichen Bilteri?'as^er'7 iinuier an>''ueb!ne s5rl>''chie» rnng. ?lmii /.ehnson sl'cgt nach Ain'rika. !?lui') ,'"^oh!,se:< '!^!i.'>liioil und 'hr ÄiNin bereiln, angenl'^i^on ein'n teren 7vlug nor, der — n^eini er. N'a-. r/'n allgeuieul l)osft ... i'elii'>it, ei'üe l-zenaüil'e fliegerische Leisliiiui dn'.'stelsl'n lo^rd. >c!e ^^xil -len tn'ichste nienn «''ie ilisse günstiger si>?l>, zu», ersten d'uel^eü "-l'ig London^A'e!nuarf«siarten. Vi.'lx'r l^al-en die Ozeanflieaer ii>k,ner die kürzeste ^^o.ne oon liste zu i«)!",'!? luit einer freiwilligen >'>dev nn freinnlligen Landunq ans Neuf'nidl!'^!>> .ie^ lunniueii. jst ein ^^'i.'^^uouien, eigeullich nur ein rie''!!-!.'r, 1000 l^uillone„ fassender Petrolenultank n?it !^l,"lge!u. lie Maschin»? halt-e urlNriinalich sieben Pläne, vou denen '!>nf ab!non!!ert wunden. n,n Nanin znr Mitnehme oon inog« lichst viel Breilnnstosf zn /^^iiffen. T^e schine erreicht so eine Geschwindigleit '^'is zu (>(X)0 Meile,!. l-p ^ Line lcleine Isdiene - sber eine unersetZiNcke Vt^irkuog. vock nur 6ie eckte Il^ablette garantiert schnelle I^ellunk! Xopi-scdmerien unä A^i^räne. Ls kein ?>rsmi6on clme L»^er - Xreu^ «uk Packung un6 ?»bl«tte. r^e^cirei« W > H' V^rtl-etun.^ I<. cl. t'iuicv^i ^nnouee rex. unter L. t'ir. S4SZ vdealstohl daS ein^ zifle in der Weltgefchiichte im 17. Jahr, hunt^crr in ^üdainerida offenbart. Es lohnt sich, die l^'chichte dieses einzigartigen Experimentes der Vergessenheit zu entrelhen. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts bega-kc'n sich nlehrere spanische Missionare, die Iesuitenväter Moketa, Antonio Montoja» ?)!cndosi und fünf andere nach Paraguay. Sie fanden dort wil>de Einsieborene. die nil!^ ^innialdie priintivsten Errungenschaften der Kultur kannten. Die Missionare lehrten diese Kanttibaleil Ackerbai» uild andere »rÄtzli« che Geiverbe. AllinÄhlich wuchs im tropischen Nrn>ald eine Siedlung mU anschließenden L^ldern, großen Häusern, Ztirchen und Schulen. Die Iesuitenväter «studieMn selbst die Sprache der Wilden, erfanden eine Grasn« matik dieser Sprache, die sie mit Worten aus dein lateinischen und spanischen Sprachschatz so-lvie nrit Ausdrllcken aus mcheren Indianersprachen bereicherten. So en>tstand die erste Schriftsprache eines indianisch^, Kan-nibalenstamnies. Die Indianer erlernten so-qar die Buchdruckerkunst, und nun geschah Sonderbare, daß die ersten geographischen und etnographischen Bücher über diesen heute noch kauni erforschten Landstrich von den Eingeborenen selbst gedruckt wurden! Die Mission in Paraguay vevlvaudelte sich allmnhUch in eine religiöse l^eineinschaft Die Kirchenväter sorgten nicht nur für das leibliche Wohl ihrer Schutzbefohlenen, sondern erzogen einen vollständig wilden Stautm zu einer ethischen Kulturauff^ifsung dez Lebens. In diesein Staate herrschte eitel Wonne und Friede. Bon den glückliä^^a Ber l)ältnissen in der neuen Geineinschnft wnr-den bald Miärchen erzählt. Portugiesen und Spanier ans Sao Paolo in Brasllien, sog?' nannte Mameluken, d. h. Menscheniäger — dieser Ausdruck fand sp5tcv eine grofio Ver-Invi-tung ilnd wurde oft in einer falschen Be deutnng angewandt — drangen eines Tages in das friedliche Gebiet ein, nm dort Meir-sch^mnateriail, das sie ftir ihr schändliches Gelverbe brauchten, zu fangen. Mutig entschlossen verließ der ganze BvlkGannn, aus etwa Menschen bestehend, seinen Wohnfist, mn eine neue ruhige Stätte der Niederlassung zu su6>en. Dieser Exodus ist eines der großartigsten und wenig bekann« teil Kapitel der Kolonialgeschichte. Die ganze Aktion wurde von Iesuitenvätern mit unglanblicher Energie geleitet. An der Spitze eines unendlichen Zuges von dunklen Eniigranten stand der Pater Bernarino de Eardonas. Nach unendlichen Strapazen fanden 1!^>0.5-jährige Befteihen seines Berlages mit Freude als wohlhabender Mann feiern. Wie sieht der Stoff aus. der dem erfindungsreichen Nankee zu diesen Erfolgen verhtilf? Hier einige Beispiele aus seiner Sannn-lung. Alle Volkblutpfevde stain'lnen von einer der drei Stuten, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus deui Nahen Osten nach England gebracht wurden, die Türkin Berly, der Arakerin Darly und der Berberin Godofine. Jnt brasilianischen Urnmld lebt vine sel-tene Gattung von Riesenspinnen, deren Ge-^ ivebe so dick und fest ist, daß nicht nur große Insekten, sondern auch Vöael in dem Neb Angefangen und von den Spinnen ausqe-sau^ iverden. Die eingeborenen Indios nennen diese Spinne die Vogelfresserin. In Süd-Indien befindet sich ein altes Bni^ha-Denkmal aus porösem (^stein. Bon dem Standbild sind nur noch der Sockel und die l^liße Buddhas übrig geblieben, während die ganze steinerne Gestalt spurlos verschwunden ist. Nicht Stürme und Regenschauer ha^n die Statue vernichtet, sondern dn Alberglaube vieler Generationen indischer Frauen. Sie glaubten und glauben anch heute noch daran, daß ein Mückchen des Buddha-Denkmals, zu Pulver iz^roieben und verzehrt, eine wundertütige Wirkung ausübe. Nach dem Genuß deS heiligen Pulvers kann nämlich jede ^chschwazigere Hindufrau ruhig der Entbindung entgegensehen: fie hat keine Geburtswehen zu befürchten. Me Bereinigten Stanten von Amerika existieren als utmbhängiger Staatenbund 157 Jahre. Davon waren nur 51 Jahre friedlich, 106 Jahre der Geschichte der USA standen im Zeichen des Krieges. Unter allen lebettden Bühnendarstellern bekoinmt der chinesische Schmispieler Me-Lang-Fan die größ^ Gage: 60 Millionen Dinar jährlich. ^ spielt ausschließlich Frauenrollen. Von den berühmtesten Filin-stars abgesehen, kann sich kein europäischer oder ameviikanischer Theaterprominenter mit diesen, gelben Kollegen in bezug auf die Gage mefsen. 5^ den Adern KlwpatraS floß kein ein- ziger T-ropfen ägyptischen Blutes: diese uiel besungene uild gelesene Königiin auf oenl Throne ^ Ptolemäer war eine reinrassige Griechin. Das Menschengeschlecht ist undankbar. Kein Mensch kam auf den Gedanken, dem Urvater Adam, deni jeder von uns sein ir. disches Dasein verdankt, bis sich r.t Baltimore im Jahre 1900 ein gewisser James Bvady entschloß, den ersten Menschen, den Begründer all unftres Glücks und Elends in Bronze zu verewigen. Köstlich ist die vom Spender am Sockel des Denkli?als angebrachte Inschrift. Sie lautet: „Den, Urvater Adanl von James Brady in dankba» rer Erinnerung " Der KuriositäteiMeferant John Hicks hat besonderes Interesse Mr historische Ueborl:s-ferungen. Seine Korrespondenten in de? ganzen Welt sind beauftragt, unbekannte oder völlig vergessene g^chil in Szene. Die Ltämpfe standen lieuer im Zeichen eines sport lichcu und gesellschaftlichen Ereignisses, das; bchvil iiilnildischcn Flu^^balllünstler in fünf offenen .^konknrrenzen vereinigte. Am .^nhlreichften war die Beteiligung aus Za« i^reb, von wo fast korporaliv die Mannschaften des „Ha^k", N.T.K, und des Zaqreber Eis lanfvereines l^ekommen waren. Recht l;ut war auch Ljnbljana vertreten. Cpielkräftige Wettbewerber kamen auch aus (^elje und nicht zuletzt aus Majspcrk. Selbstverständlich lvaren anch die heimischen Koryphäen alle versanlnielt, die Mehrzahl aus deti Reihen „Napids". Ain bärtesten umstritten war erwartungsgemäß das Herreneinzel, wo sich ^0 Wettbewerber gegenüberstanken. Als Sieger ging der bekannte und sympathische Sporls-nianll a r l e k Friedrich s.^a?k) alö Sieger hervvr, der im Entscheidungskanlpf ge-sen den stark ermüdeten, aber recht talentierten Froebe (Z.K.D.) mit k:4, tt:3, K.3 die Oberhand behielt. Den dritten Plap besetzten Hitzel und S i v i c. .Hitzel hielt flcki trotz unzulänglich-?« Trainings ausge-i^cichnet. Er schlug recht überzeugend den ehemaligen Staatsmeister .^^reso Friedrich mit !I:9, 6:.'?, M ar er mit t!:3 nnd MikuliL mit 6:4, 6:4. Auch 5 ivic landete gegen Ing. Malanscc ittit 6:0, 8:6 einen beachtenswerten Sieg. Llarlek Friedrich sckilng in der Bor-runde noch T r u de n mit tZ:S, 6:8 nnd Holzinge r mit 6:4, 6:4. Auch das Dameneinzel brachte spannende .^t'nnipfe, wenn auch die Staatsmeiste-rin Frau Gostiva wieder weitaus iiber-lesien war. Sie siegte der Reihe nach gegen Frl. Kovaö (A.8..^.) mit K:l, 6:l, gegen Frl. Lirzer (Rapid) mit 6:0, 6:1 und gegen Frl. r i b a r (Maribor) mit 6:2, l'i 6. Auch Frl. K o v a die den zweiten schlug recht sicher Frl. B li s mir lii.'i, 0:2 und Frl. Skoberne mit 6::.», l5:l. Ten dritten Preis nahnten Frl. L i r z e r, die Fran T h a l IN a u n mit 4:6, 6:1, tt:1 sckilng nnd Frl. B l ai s für sich in Anspruch. Das Herrendoppel mustte im Schlusz kämpf zwischen den Brüdern Friedrich nnd Dr. K r n i c—M i k u l i e i <1 beim Stand l:6 6:4 wegen Dunkelheit abgebrochen »Verden. Der Kampf wird, da alle vier aus Zagreb sind, in Zai^reb zu Ende geführt werden. Karle! und KreSo Friedrich behielten erst nach harten! Kainpf gegen F r o e b e—M a r e r mit 11:9, 5:7, 6:4 die Oberhand. Letztere schalteten Hitze l— HolztN'ger mit 6:4, 7:5 aus, die Brüder F r i e d r i ch dagegen Trnden-D acar mit 7:9, 6:2, 6:2. In der oberen Hälfte gewannen Dr. r n i c—M ikulöiö gegen M iti c-^.H agenauer mit tt:I, 12:10 und gegen Maste k—B o g l a r mit 6:0, 10:8. Mit! ö—.Hagenauer schlugen Leyre r—G asparin n,it 6:2, 6:3. Das Damen dop pel war eine glatte Angelegenheit für Frau G o st i s a und Frl. B l i s, die Fran Krau ß—L irzer mit 6:1, k:? und Frl. W e st e n—Frl. S k o-berne mit K:0, (;:4 besiegten. Fran Kran st nnd Frl. L i r z e r, die deu zwei-teis Platz besetzten, schlugen Fran BabiS und Frl. .Hribar mit ^ a r, Direklor Jirov-^el iA.T.^^t.» nnd der Sc-kretär des technischen Au'Zschusse'Z 5i o j a I. ^'i^anns Dr. Maru^ie, der sich vonl Ersten Vizepräsidenten des SSK^ Maribor Ersten Staatsanwalt Dr. I a n k- I die Funktionäre des SS^f. Maribor vorstellen lies^, wohnte anch persönlich der Preisverteilung bei, bei welcher Gelegenheit Prof. S e u n i ! an die illustren (väst«^ und vvls^^ählig ver-sanimelte Tcnnisgeineinde einige begeisterte Worte riäitete. Die Veranstaltung verlief klagl^'S, wofür sich insbesondere der innsich-tlge Turuierleiter B a i sertier die agile»! Funttionäre G i ll y, o o S und 8 e-« pee verdient gemacht hak^tn. Die jugoslawischen Fechtmeisterschaften M a r i b o r, 5. )uni. Wenn auch der Fechisport bei uns noch nicht in die breit<'sten il^iassen gedrunj^cn ist, so erfreuten sich doch ^anislag, Sonntag und Montag die aufgetragenen Staatsnieister-schaften im Fechten deiniech eines auszeror-dentlich regen Zuspruches. Insbe'^nöere die grohe Aladenlie an! letUen Abend wies einen ansgezeichnetn Besuch auf. Tic Kämpfe stan-d'en durchwegs ans licachtensiverter l^^öhe nn'd nahnien grösstenteils einen anregen«!><'n Verlauf. Der Veranstliltnnii wohnten auch Banns Dr. M a r u ^ i L und Vi^v^banus Dr> Pirkiuajer sowie zahlreiäie ani)ere illustre Vertreter ^es öfienllicben Leb-en-^ persönlich bei. Das lebbaftesie Interesse wurde jed<'nfalls der olyinpischen Siegerin Frkinlein Ellen Prei s; entgeg'enqebracht, die allerdings wegen einer V^'rlelulni^ die Klinii^.' rüsten laffen mußte, daiieg<'u aber umso tatkräftiger in der Jury inilwirlte. Montag altends war Ellen Preis; (^ies!en>stand einer besonderen Ehrung des biesigen ??echt?lubs. bei niel^ cher Geleftcnhoit Direktor Dr. ToniinZek an sie einige sMne Worte richtete. Dagegen st-ellte si'ch nns die Trainerin der Weltniciste-riu Frau Minna B e r n i k - e r a l i kZ! Die Meisterschaften selbst ergaben nackist«-henge Siegerlisten: Damen: Juni oren : 1. ANein (Hakoah, Subo» tica), 2. Payer s.^lirija, Lj^ubl-jana), 3. Fürih (Matabi, Zagreb). ^ > S e n i o r e n : 1. Tav6ar sFlirisa, Ljub. ljana), 2. Müller sMakabi, Zagreb),'5!)ri' stian (Vel. Beoterek). .Herren: Junioren-Florett:!. ?!lkoli6 (Obilie, Vel. Beükerekl. 2. ^1er8i<" (Flirüa, Ljublsaua). 3. Ing. Althofer (Makabi. Za- Junioren-Degen: l. Dr. Sichler iMaribor), 2. Stein sMakabi. Zagreb'», 3. Stern (Makabi, 5?agreb). I u n ! o r e n - S ä b e l : 1. Lömentbil (>>!kaoah, Subotica), 2. Weis; (Makabi, -Zagreb), 3. ViLar (Maribor). Senioren-Florett: 1. Marion lIlirija, Lsublsana), 2. Pengov s^lirija, Ljubljana), 3. Ing. Arnstein (Makabi, Zagreb). S e n ! o r e n - D e g nö-bliert, im Zentrum der Sladt an Fräulein zu vermieten. — Cvetliöna ul. 13/1. «871 Mbliertes oder unmöbliertes Zimmer zu vermieten. Mvevi-ua, Tomiiiöev drevored l2. 6865 23 Lei^.» 8 ^uka»l»nev, 6X9 l)in«r 16'--4x65 Dm«' 14'— Vroxvriv X»i»e. Bollgatter, 65 cm Rahmenlichte, ichuellnufeud. in sinmand-sreiem Znstande, zu kaufen gebucht. Gest. Anträge unt. „Gatter" an die Aerw. 6862 Bessere Möbel, Herreuzimiuer, Speiseziminer nnd Schlafzimmer, zu kaufen gesucht. Gefl. 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('l^re's; sah sie ei'.ipor in das braune li)ciicl)t des Mannes, das weder Bejahung noch Abnehr verriet. ?teinl)err ssinli nicht hini'lbcr in den gro-s'>V!, 3aal, N'ao ^rau Li nn>t Gliilk und Be-fril^diailnli erfi'lllte. >^reunde kamen an den Tisch, i'.nl den sich bald eine fröhli'chc Run-»^le qebil! et liatle. Die reizende Milesso, strah li'r.d iln>d in sprudelndster Laune, kam kaum heruuier voiu ^^^arlett. Doch so scharf sie ^Iuls?s>l>in hielt, nirc^ends war das ble.sse l^e-ii^'t «der ^.^l'alorecn nnter den Tanzenden zu sehen. l5'i.l^!ich entdeckte sie sie an einem kleineu Crltisch hinten, imnitten einer 5char voil ivräckcn. Tie Zigarette zwische»! den lan i^eil ?vingern drohend, saß sie in de'.n blauen Tab.ikdilnst, der sie une eine ?t.i-olke '.nntiab, nnd hörte der 'liede eines bebrillten (^laiz-sopfe^ zn, den Li als den ^inanznnnister cr kannte. 5ic hatte i^ute Bezie^huirgen, die Zteinherr brach früh auf. „Warum denn'!'" klagte «der dicke »ellinq. der seine C-jeneraldirektorssonien «lern einmal verlegte. „7^eht fänsst's doch sirad erst an, jMNÜt-lich ,zu werden; seien 3ie doch kein Frosch! Wir fahren dann alle zu mir, oder noch besser: in die kleine Tanzbar mn Ning, die letzte Woche eriiffnet wurde. Das ist wache!" habe noch zu tun." Maqnus Stein-Herr hatte sich erHobeu. Und da er so am Tiscl» stand, schien es, als seien die Titzen-i,en irgendwie znianln,enc;eschrunlpft. Die stalesso schlilpste in den Pelz, den er ihr unchin^. Reizvoll hob sich ihr Pikantes Gv-sicht aus der seidigen Wei6>e des .^obelkra« ciens. „Und -ie auch!?" janimerte Kelling. „Lassen Zie uns dc>ch weniMens ?^rau Li hier! Die anderen sind dock) alle .skaffcrn-n>eik»er nitd vermasseln einent blos; die gute LlZ^cls erreicht hatten, standen plöi'Iich .vie hingen weht der junge (^ebler und Zeuu«) Malo-reen vor ihnen. „l'iehen ^ie auch schon? Ich bin müde", tneinte die lchtere, Zteinhcrr ansehend, als sei seine Begleiterin nicht vorhanden. 5ie tat neder ge^kränkt noch vertraulich, fenUich finden wir eine Tare — mein Aa-gv'n ist in Reparatur, und Geblers Schnecken teiupo paßt mir nicht." webler lachte etwas unsicher. Er war bekannt für seine Unvorsichtigkeit, die ihn schon ein schönes ^Uick (^eld gekostet hatte „Darf ich Tie beide in meinein Wagen mitnehnlcn?" tot Steinherr höflich an. Es blieb ihm nichts anderes i'lbrig. Tie blonde Frau nickte. „Wird dci.lk^rd angenommen." Es klang durchaus aleich:nü-tig. Aber den Mann ärgerte es. das; er ihr den Willen hatte tlnl nliissen. Er glaubte nicht an das Zufällige dieser Begegnung. „Der Wagen kommt", meldete der kleine Page, dessen Augen ntit seinen blankgeputzten Messingknöpfen um die Wette funkelten. Diensteifrig rift er die Wastür auf, nin oie .sierrschastvn hinausznlasse,l. Magnus Stein Herr n>ar sein heimliches Idol. „Nanu", lachte l^ebler, die sonderbaren Zickzackturven bemerkend, in denen der langgestreckte gelte Wagen angefahren kam. „^hr Ehauffeur glaubt wc>hl, auf der Eislahn zu sein, das; er so schöne Bogen fährt?" Steinherr rimzelte die Stirn. Sollte de? K^rl schon wieder---Der Wagen kam in schnellstcni Tenipo näher, fuhr vori'iber. wurde so scharf gebrenist, dah cr sich, die Vorderräder in ^r Llrft, un» die eigene Achss'drehte, und hielt dann endlich, halb auf denl Bürzersteig stehend. „Nee, so 'ue Glätte — was i'u das — Bremsck^ kaputt", krähte eine heisere Stim-uie fidel vonl Fichrei^itz. „'n A^nd, Herr Doktor, 'n Abend — immer einsteiglm die .Herrschaften, is schon gut! Olle Vrenlsche kaputt, das Luder . . Tin c^iliekendeZ Ae» rausch zu scharf angedrehter Mechanik. Magnus Steinherr trat an den Wos-'n und öffnete den Schlag. „Ich bin ni' besoffen, .Herr Doktor", beteuerte die StiiN'Me trcu^rzig. „Bloß die Beine, ich kann mch. . Mit einem Griff hatte der Mann ini of. seuen Atendpelz den Inhaber des Führersitzes herausgezogen, sMUtelte ihu lvie ein Bündel alter Lappen und setzte ihn dann hart allfs Pflaster, ohne ein Wort zu vev« lieren. „Einen Monient", latte, das Lelvn eines Einzelkindes iin ivahr sten Sinne des Wortes. Er wurde verwöhnt, verhätj6>clt nnd ^var der Mittelpunkt der Fanlilie. Er hatte keinen ^wnturrenten mehr, der ihul das Fläschchen oder das Flltter streitig nlachite. Spinat, Blunienkohl-blätter nnd Mohrrüden konnte er nun in Ruhe i^erspeisen. Wir i^inder teilten alle Siißigkeiten mit ihiM. Setzten wir uns uüt einein Stück Echoko-lade in der Hand zu ihul, dann gab es kein geschwisterliches Teilen inehr, „Moritz" vctlckilang vielmehr die Schokolade in einem Tenlpo, das ihm den Löweimntei'l sicherte. In der Zkriegsz^it lvar es oft nicht gatdz leicht, seine Ansprüche zu befriedigen, zumal er ein Feinschmecker 'var. Di« schlechtere Milch behagte ihul nicht und ließ ihn auch zienrlich elend lrierden. Die nur noch in spärlichen Mengen gereichte Schokolade, die mehr Mel)l als Lahne enthielt, verschiNmhte er meistens. Einmal brachte er nns in grosse Verlegenheit. Wir hatten (^De zuin ^ll-endessen, und die Butti'i .'''!^cs>?nration de'- Familie stand auf eineut !tleinen Tellerchen vor dem Platz des Besuchers. „Moritz" sollte vorgeführt n'er'den. aber solche Schaustellungen liebte er gatlz und gar nicht. Äin Dorado war die i^tüche, im Zimmer zeigte er sich stets scheuer, zunial )venn frenide Menschen da waren. An denl erwähnten Abend halte ich i>l)n auk> dem Schoß, er witterte schnell das fremde Gegen-ilber, ließ sich nicht mehr halten und setzte geän'gstigt über den gedeckten Tisch. Alles das war ja allerdings damals nicht viel kam ins Rollen. UnglÄcklicheriveisc kam er bei dein Sprung mit den Hinterläiifen auch auf den Bntterteller und durch die Wucht des Abstoßes lvuvde die ganze Butter an die Decke geschleudert, wohin ihr sehnsüchtige Blicke folgten. „Moritz" war stets guter Dinge, an manchen Tagen besonders ausgelassen, nnd die Verständignng zwischen ihn: und ans immer besser. Die Booili^chtung, daß er, wenn die Backröhre des Herdes offen stand» hineinsprang, um an den Backsteinen zu nagen, veranlaßte uns, ihm eincti »ür seine Zähne dienlichen Stein in den .<^äfig zu legen. Daß er Sand zu seiner Verdauung brauch te. hatten wir mit der Zeit auch iu Erfahrung gebracht. Besonders gern spielte er Versteck. Stieß er init dem Kopf gegen nn-seve Beine, so wollte er damit sagen: „Versteckt Euch!" Wie liefen dann aus der Küche auf den Flur, traten in eine Türnische oder versteckten uns hinter einem Schrank. Gleich darauf kam er an, äugte umher und eilte dann in großen S-priw'gen zurück in die i Küche. Wenn er sich dann versteckte ^ nnd das tat er stets am selben Ort, an dem er seinen Partner eten vorher entdeckt hatte — lnußten wir ihn schnell finden, denn lange hielt cr sich in seinem Versteck nicht anf. To wollte er stundenlang spielen. Am Weihnachtsa!bend. wenn wir Kinder noch luit klopfenden .Herzen an der Tür des Weihnachtszimmers sta:lden uud uusere Gedichte aufsagten, n>ar „Moritz" schon dabei, den Wei.)nachtsbaum zu Plündern. Er hob sich dann ain den Hinterläufen und tat sich an der Schokolade gütlich, soweit sie ihm erreichbar war. In lebhaftester Erinnerung ist mir noch der Ausbruchsversuch, den „Moitz" eines Tages unternommen hatte. Es tvar im Som mer, als wir nwrgens gegen 5 Uhr mit dem Ruf: „Ihr „Jl^oritz" ist unt^ii" nicht wenig erschrocken aus dem Ählc^' neckt wurden. Mt Windeseile, noch ir>enige^ als notdürftig gekleidet, stürzte die ganze Familie hinunter. „Moril)" der das Gitter seine.? ^täsigs durch Menstag, den kt. Iun? 1WZ. den stumm fragenden Blick. „Ten Adel führen wir mit Fug und Recht." Sehr schlank und sehr gerade stand er da, den Hut in der Hand. Sein blondes Haar flatterte ini lve-henden Wind. „Ich glaube ^hnen", sagte Steinherr ruhig. Und wieder war jener forschende Ausdruck in seinen Zügen, der Teilnahme ohne Mitleid verriet. Der Betrunkene, der bis dahin still auf dem Steiichflaster gesessen und cor sich hingedöst I^tte, wurde Plötzlich tnnnter, als er das Geräusch des angekurbelten Motors hi^rte und versuchte, aufzustehen. „VNtnehmen, Sie, Herr — ich will mit! Hier ist so kalt", rief er weinerlich und b?» gann vor sich hinzuschimpfen, als die Be^ne wiederum versagten und niemand Mene machte, ihm zu helfen. Ein pcckrouilliererrder Schutzmann kc:m über die Straße. Magnus Steinherr rief ihn herbei und gab ihm seine Knrte. „Er kouimt auf die Wache", versprach de? Hüter der Ordnung und begalb kain, nin „Moritz" zu sehen, und dann sagte: es ist ivirklich ein echter Laiupe." fSchluß.) 006 fit» li,« tt«6>ktioa vck» vrn«l, in l^»rjt»«»» ^ Uit, «»6 «I«»