^-15/" Nienstag den 13. Mebrnar iKs«. «Vkr wurde das so wichtige und merkwürdige Fest deK Geburtstages Sr. Majestät unsers besten Monarchen mit inniger Rührung und den herzlichsten Wünschen für allerhöchst Dero langeö und glückliches Leben gefeyert: Sowohl am Vorabende als bei Anbruch der Morgendämmerung dieses festlichen sehnlichst;her-bergewunschenen Tages wurde die hohe Feier den Stadtbewohnern und jenen der Umgebungen durch zahlreiche Pöllersalven und durch ein allgemeines Geläute von den sämmtlichen Kirchen und Kapellen der Stadt verkündet. Um 9 Uhr Vormittags be-gab sich die hochwürdige Pfarrgeistlichkeit im Ornate unter dem Vortritte der Bürgerspitals» und Infiitutsarmen, der zahlreichen Jugend der beiden hierortigen Hauptschulen und des Lehrpersonals, nnd begleitet von den Beamten der k. k. Staats-«nd Bezirkzherrfchaft, den Stadt- und Gemeinde-Vorständen, den sämmtlichen Honoratioren unter Herbeiströmung einer großen Volksmenge in Prozession aus dem Pfarrhofe in di-e Stadtpfarrkir-che, ws das Hochamt mit Begleitung der Instrumentalmusik unter Absingung des allgemeinen be-Okisisrnden Volksliedes U!ld den gewöhnlichen Salven der Pöller abgehalten, und dann der kirchliche Lobgesang um flange Erhaltung des allgeliebten Vandesoaters angestimmt wurde. Nach beendetem Gottesdienste kehrte der Zug wieder in Prozession tMd gleicher Ordnung nach rem- Pfarrhofe zurück ^ WV vor dem zweckmäßig decorireen Bildnisse Sr. Majestät,- nach einer dem Gegenstande gemäßen Rede des Hrn. Ortspfarrers an 6o Bürgerspitals-Nnd Institutsarme eine durch milde Sammlung zusammen gebrachte Spende 5 1 st. pv. Kopf vertheilt wurde. Mittags sind die Armen an einzelne Hüus< besitzer vertheilt? rcn diesen mit Gastfreundschaft bewirthet worden, bis Abends da-s abermalige Glok« kengsläute und Pöllersalven den Schluß des rühren, den Festes anzuzünden schienen< in der That aber nur die Losung zu erneuerten Freudenäußerungen gaben, denn eine allgemeine Beleuchtung erhellte die Stadt und umliegende Gegend, Die Bewohner strömten von allen Seiten herbei, zwei Mu« fikchcre durchzogen unter unaufhörlichen Vivatrufen des sie gedrängt begleitenden Volks die Strassen,' stellten sich wechselweise vor den zweckmäßig illunü. nirten städtischen Gememdehause, welches mit dem Bildnisse des hochgefeyerten ^Monarchen gezieret war, und vor dem niedlich beleuchteten Ursulinerin-nen-Conventgebciude auf, und ss wurde an beiden Plätzen das rührende und hschgefeierte Volkslied von der versammelten Menge unter Begleitung der Musik abgesungen» So endete zur Nachtszeit unter Abfeucrung der Pöller , deren Blitze die nahen Berge röcheten, dictz erhabene Fest, für dessen oftmahlige Wiederkehr sich der innigste Wunsch emmüthig aussprach. Kxicst ven 13. Mebruar. Durch em Schiff, welches Alexandria vor 36 Tagen verlassen hatte, erfahren wir die Nachricht, daß das ägyptische Geschwader, besiehend aus einigen Fregatten, Coroetten, Briggs nnd Transport' schiffen, 4» Segel stark in den dortigen Hafen angekommen ist. — In Alexandria herrscht fortwährend tiefe Ruhe, die nur in etwas durch die Ankunft des ResiB der ägyptischen Flotte von Nava-rm gestöret wurde. Auszug eines Schreibens aus Smyrna vom Z. Jänner: -Pier verbreitet sich das Gerücht, Füb» M vi?r babe )> V^.^, ..-> 55n (^^.^ ,'^,„.-I.,.?, und sey mi: ung. Mann, die i>m n°cn. bliebe?:, abgesegelt — Auch spricht man , Lord ^ < )rane hade die Sache der Griechen vcrlanen, ", ^i seiner Goelette nach Europa zurückge-re) unZ habe seinen Neffen ein versiegeltes Schreibe', 'echische Neuerung zu Aegina mit der B^ , .. erbeben e^ e^st fünf Tage nach sei-.- ,, - >c i^ erbrachen. Dasse'^e wird auch aus Konsiantinopel vom -,, Jänner gemeldet. Cochrane hat diesen 3^ach« achten zufolge, Griechenland verlassen, und isi aus snner Reise nach Frankreich zu Sira angekommen» Von Faboier spricht man das Nämliche. — H a-, milton soll nach England zurückberufen worden senn, und sieht im Begriff nächstens dahin abzurei-W (0. ^.) RöniZreich bevver Kicilien. Neapel, den 22. Jan. Der Guß der coloffa-len Statuen Carls III» und Ferdinands I. isi vom Hrn. Luigi Righettj glücklich vollendet^worden; beide Werke sind sehr gelungen, und stehen an Vollkommenheit den besten Arbeiten oieserArt nicht nach. Mm Gusse dieser Statuen in Bronce wurden 3^,aoo Pfunde dieses Metalls in großey Stücken, deren g?3ßtss 9000 Pfund wog, geschmolzen. DieGchmel-Mng geschah m 6 Stunden , der Guß selbst m 5 Minuten, Der König besichtigte das Werk, und ertheilte dem Künstler die schmeichelhaftesten Lob-lKrßch?, (B. v. T.) V r e u I e n. Berlin, vom 26. Ianner. Man spricht von Zusammenziehung eineö großen UbungslagerK bey Neiffe. Im März oder April sollen sich sämmüichö Mesische Regimenier, so wie ein Theil der pomer-fchen, preussischen und märkischen Corps, rersam-w.eln, und unter den Oberbefehl des Feldmarschüllö Grafen v. Gncisenau gestellt werden. (Salzb. Z.) Am 5. Februar ein Viertel vor 1 Uh? begab sich der König von dey Ministern und Grsftwürd/n-trZgern begleitet, zur Eröffnung der Session der Kammern durch die Gallerie des Museums ins Lou-vre; die Herzoge von Orleans, von Chartres unß der Dauphin gingen vor dem Könige her. Eine Salve von 21 Kanonenschüssen verkündete die Annäherung Sr. Majestät. In dem sogenannten Mosaik-, saale wurde der Konig von den Deputationen de? Psirs und Deputirten empfangen, mit denen er sich stmgk Augenblicke unterhielt, dann in ßm. ^'>^>5'aa! sich begab und auf dem Throne nieder« lien. Ein allgciueineö: EZ lebe der König! errcnte längere Zek. Rechts vom Könige befand sich der Dauphin, links der Herzog von Orleans, hinter dem Dauphin eer Herzog vcn ChartrcZ. Vor und links dem Könige stand der Kanzler von Frankreich. Rechts und links auf den Stufen des Thrones standen die Minister, Staatsministcr, Marschällc, Großkreuze und Kommandeurs der Ehrenlegion und des Ordens des h. Ludwigs, sechs Staatsräthe und sechs Requetenmeister. Die Pairs standen vor und links Sr. Majestät. Die Frau Dauphine, die Herzoginnen von Berry.und Orleans befanden sich auf einer Tribune, mit dem Herzog von Bordeaux und Mademoiselle. Die Versammlung stand, bis dcr König sagte: „Meine Herren Pairs, setzen Sie sich," und der Kanzler von Frankreich den Deputirten erklärte, daß Se. Maj. ihnen erlaube, sich niederzusetzen. Dcr König hiclt hjerauf folgende Redc: „Meine Herren , Ich fühle immer dasselbe Vergnügen , wenn Ich Sie um memen Thron rersammett sehe, und Ihnen die Lage Frankreichs darstelle. Meine Ver« Hältnisse zu dm Mächten von Europa sind fortwäh° rend freundschaftlich und befriedigend. Nur die Angelegenheiten des Orients biecen einige Schwie« rigkeuen car: acc^ dcr Verrra-,,. d)a Ich mit dem K.' nige v 0 n E!- a, land i'.i'. ^ ^ -.'! -'. ,'^'aiser von Rußland u''ccr;eichncl habe, be!nm!u:e die Grundlagen de? Pacification von Griechenland, und Ich habe al< Ica (2...a.., den Viderstand der ottomanni^ scheid Pfcric bosicgcn werden. Die uzivorhcrgcsehe» ne Schlachr vcn Na'.'arin war ebcn so sehr eine Ge-lcgenhcit dcs Ruhms fur unsere Waffen, als eines dcr glänzendsten Ume^psänder der Eintracht der dr^i Flaggen. Die Halbinsel war lange Zeit für uns cinc Veranlassung zu Opfern; diese nähern-sich ihrem Ende: Spanien von Seite seiner Gränzen beruhigt, beschäftigt sich fortdauernd mit dn Sorge, in feinem Schooße den bedauernZwurdi. gen Kcim bürgerlicher Zwisiigkeiten zu ersticken; Alles zeigt mir au, daß Ich ganz unverzüglich, m Uebereinstimmung mit dem Könige, meinem Neffen , meine Soldaten ihrem Vaterlande wieder schenken, und meine Völker einer peinlichen ,Vasi werde entledigen können. Eine strenge Blockade, die so lange dauern soN, bis Ich die Genugthu, ung erhalten habe, die Wir der Dey schuldP isi,, h.ält Algier in Schranken, dient zu seiner Straft, 53 und beschützt den französischen Handel. In entfernten Seegegendcn und unter der unsichern Herr-sckaft entstehender Regierungen hat unsere Flagge einige Anfälle erfahren; Ich habe indessen befohlen , auf gerechten Wiederersatz zu dringen , und zugleich Maßregeln verordnet, welche das Eigenthum Meiner Unterthanen in der Folge gegcn jede Beschädigung sicher stellen werden. Wenn Ich demnach, meine Herren, einen befriedigenden Blick nach Auswärts werfen kann, so bietet der innere Zustand Meines Königreichs nicht geringere Be» weggründe der Sicherheit dar. Sie werden aus den Ihnen vorzulegenden Actenstückm ersehen, daß, wenn der Ertrag der verschiedenen Steuern einiger Abnahme unterworfen war, die Quellen des öffentlichen Reichthums keine andauernde Ab-wtiHung erfahren haben. Außerordentliche Umstände haben einen Ucberschuß in den Ausgaben ver» Znlaßt, für dessen Deckung gesorgt werden musi. Ich habe Meinen Ministern befohlen. Ihnen Re-chenschaft darüber abzulegen, und ihnenvorgeschne-ben," beständig mit strenger und wohl verstandener Sparsamkeit zu verfahren. Ich hade Meinen S^n berufen, bei den Militärbeförderungcn den Ver. mittler zu machen. Die Armee wird in dieser neuen Verfügung das sicherste Zeugniß Meines Wohlwollens für sie sinden. Die fortschreitende Entwnke-tung des Handels- und Kunststeißes, dieses Ruhm) t?r friedlichen Staaten, hat ihre Bedürfnisse er« höht, und fordert zugleich zahlreichere Absatzwege. Ich habe deswegen verfügt, daß ein in ihrem In, teresse ernannter Minister den besondern Auftrag erhielt, Mir alles dasjenige vorzuschlagen, was geeignet seyn kann, ihrer immer wachsenden Thätigkeit beiZustchen. So innig auch die Verhältnisse sind, die zwischen der Religion und der Erziehung der Menschen statt finden, so schienen Mir doch der öffentliche Unterricht und die geistlichen Angelegenheiten eine abgesonderte Leitung Zu erfordern, und Ich habe deswegen eine Trennung derselben befohlen. Da Ich die von Meinem Bruder Meinen Staaten bewilligte Charte, deren Aufrechthaltuug Ich beschworen habe, immer mehr zu befestigen ge-ssnnen bin, so werde Ich darüber wachen", daß man mit Weisheit und Reife.daran arbeite, unsere Gesetzgebung in Einklang mit ihr Zu bringen. Einige bedeutende Fragen der öffentlichen Verwaltung wurden Meiner sorgfältigen Erwägung ror-Hk!egt. In der Ueberzeugung, das die wahre Stä?, ks der Throne, nächst dem göttlichen Schuhe, auf der Beobachtung 5n Gesetze beruht/ habe Ich be^ fohlen, daß diese Fragen'emer tiefen Prüfung unterworfen werden, und ihre Erörterung die Wahrheit, das erste Bedürfniß der Fürsten und der Völ« ker, leuchtend an den Tag brmgen soll. Weine Herren, das Glück Frankreichs ist der Gegenstand aller Meiner Wünsche und aller Meiner Gedanken. Um es zu sichern / werde Ich das starke und beschützende Ansehen, das Meiner Krone gebührt, zu bewahren wissen. Auch zahle Ich, meine Herren, viel auf die Mitwirkung Ihrer Belehrungen und die Uebereinstimmung Ihrer Gefühle. Die Auf« fcrderung Ihres Königs zur Eintracht wohlgesinn-» tcr Männer kann nur von Herzen vernommen wer« den, die geneigt sind, ihr Gehör zu geben, und ihr zu entsprechen." — Nach dem Schlüsse dieser Rede verlas der Kanzler, nach Einholung der Befehle Sr. Majestät, die Oidevformel für die Pairs, die so lautet: „Icl' schwöre, dem Könize treu ^.l ser n. der il. nmmt!onc! len (^ l' alte und dc n ttese6'.; des Ko ^en, und mich in Allcm w zu b^i- ^ir einen guten im? l.'pa« lcn Pair von Frankreich 5^>emt." Daiauf ^u'^.t dic neu krenten Pans 5eel>l',t. Der 5^n'!.r er-öffnete Hieram den De>.uurte.!^ daß >^c. M.nestät crl'.u.len. daü s^ .. l '^ . !.legt.'!.. Dc'. ^ :.- ler las den Dei.u^nca ,'olgendc ^!dcs"ouncl rer: ..Ich s^we^c, de.u ^o'i / : . ^' ,v'n, d^ ^ ^^i^ : .'n ^c '< ')en d0:' K. .1 .^ :' zu gehorchen, und miH in Allem so zu betragen, wie cs sich für einen guten und loyalen Deputirten ge-zicmt." Der Aunister dcö Innern begann nun den Namensaufruf, und beinahe dreihundert Derutir-ten umwerteten nach einander: „Ich schwöre es." Hierauf erklärte der Kanzler, auf Befeh! des Kö< nigs, die Session der Pairs- und Devutirtenkam« mer für eröffnet, und lud jeden derselben ein, sich am folgenden Mittag am gewöhnlichen Ort ihrer Sitzungen zum Anfang ihrer Arbeiten einzufinden. Der König wurde auf dieselbe Weise wie bei der Ankunft i» den, Mosaiksaal zurück geleitet. Eine zweite Artilleriesalve verkündete seine Rückkunft nach den Tuillerien. Der wiederholte Ruf: W lebe der König! ertönte nach der Rede, und beglei« tete die Rückkehr Sr. Majestät. Die Kammern werden sich am 6. Febr. Mittags versammeln. Mlg-. Z.) GmtmnnischW Neich. Briefe aus Corfu bestätigen die Sinnahme Vassiladiö durch die Griechen, und das Auß. schiffen der kleinen Garnison nach Misfolungbi. Den Tmken von Anatstiks w^rd? eins Behend 6o zeit von vier Tagen zur Erwägung der ihnen von den Griechen gemachten Propositionen zugestanden. Man versichert die türkischen Streitkräfte, welche sich zu Missolunghi befinden, belaufen sich nicht über tausend Mann, und die Mundvorräche dieser Stadt reichen nur für einige Monate zu. Ein Schreiben aus A eg in a meldet, Ibrakim Pascha habe nach Vernichtung der türkischen Flotte zu Navarin, der griechischen Regierung den sonderbaren Vorschlag gemacht, ihr die vier Festungen, welche er im Pelopones inne habe, auf die Bedingung zu übergeben, wenn die Griechen ihm Carabusa und die ganze Insel Candia durch einen förmlichen Tractat abträten. Alle Candioten, welche sich die letzte Zeit hindurch auf dem Fcstlande aufhielten, haben sich eingeschifft, um in ihr Vaterland zurückzufehren. R a> nieri, ein geborner Candiote und Präsident des griechischen Senates, hat ein Nmlaufsschrclben an alle Baterlandsfreunde ergehen lassen, alle ihre Kräfte im gegenwärtigen günstigen Momente aufzubiethen. Man schreibt aus Zante, daß Ibrabnn Pascha seine Operationen im Innern Moreas nicht fortsetzen könne, und seine Ärmere schon anfange Mangel an Lebensmitteln zu leiden, und cr keine Hoffnung mehr habe, welche aus Aea^-ten zu erhalten. (5'. ül Vcr.) Nachrichten aus Smyrna. Berichte aus Smyrna vom 5. Jänner melden Folgendes: „Die Bot^scl'aftcr ron Frankreich And England baben Vurla am 25, December verlassen. General Guille m i n o t hat sich an Bord der Fregatte Armide nach Toulon, und Hr. Stratford-Canning am Bord der Fregatte Dryad nach Corfu eingeschifft. Von dem kaiserl. russischen Gesandten, Hrn. v. Ribeaupierre, tzer ^ suf seiner Fahrt durch den Archipelagus nicht in unsern Gewässern verweilte, wissen wir, daß er am 22. December Abends zu Syra ror Anker gegangen war. Der französische Vice - Admiral deRi ^« «^y liegt noch immer bei Vurl a vor Anker, wohin auch die russische Fregatte Constantin, welche Hrn. V. Rideaupierre bei den DardaneNen an Bord nehmen sollte, aber verfehlt hatte, am 26. December zurückgekehrt war. — Commodore Ham ilt0 n, dessen Nachfolger Sir Thomas Steines, an Bord der Fregatte I si s, hier angekommen ist, schickt sich an, den Archipelagus mit dem Cambrian zu verlassen.—Die Belagerung des Schlosses von Sci3 wird von den Griechen noch immer fortgesetzt; cö scheint jedoch, daß d« Belagerer keine bedeutende Fortschritte machen, da seit geraumer Zeit niibtZ von ihren Operationen verlautet. Die Türken dagegen brmgen von Zeit zu Zeit den Belagerten Suc- curs an Leuten und LebenZmitteln von der asiatischen Küste, und drohen mit einer bedeutenderen Landung. Die griechischen Fahrzeuge, welche dieBlockadevon Scio handhaben sollten, kreutzen mittlerweile in atten Richtungen auf Raub. Unlängst hatten sie die Keckheit, die franzosische Kriegsbrigg Marsouin anzugreifen, und vor zwei Tagen plünderten sie ein ' englisches Handelsschiff in den Gewässern von Ipsa-ra. Das Nämliche ist der Fall mit den angeblich zur Blockade der Häfen der Insel Candia bestimmten Fahrzeugen der griechischen Marine; ja, was noch mehr ist, der von der provisorischen Regierung zu Agina unter dem Vorwande, die griechischen Piraten zu Paaren zu treiben, ausgeschickte Admiral Sachturi raubt und plündert selbst, anstatt den Räubern daH Handwerk zu legen! — AufSyra, einer der Haupt- Niederlagen der geraubten Schiffs« guter, werden diese von der Räuder-Compagnie um einen Spottpreis losgeschlagen, seit sich daselbst die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft des Grafen Capodistrias in Griechenland verbreitet hat, indem man befürchtet, daß nach seinem Gin» treffen Sequester auf die geraubten Waaren gelegt werden dürfte.—I brahi m P a sch a scheint sich in der M 0 rea nicht zu regen; dagegen trug C hur ch den Aufruhr in das westliche Griechenland, wo sich mehrere Capiwne an ihn angeschlossen haben. In Candia sind die Bestrebungen der Insurgenten ohne Nachdruck und Zusammenhang. Gegen Ne« groponte ist noch nichts unternommen worden, und man steht noch imm'r bci oenVorbereitungen? wohl aber sind einige Bezirke des östlichen Griechenlands, z. B. T a l a n 0 i neuerdings zum Aufstande verleitet worden. In Arca dien ist innerer KrieZ zwischen Rumeliotischen und Moreotischen Haufen. — Am letzten Tage des verflossenen Jahres ist der Haupt-Redacteur des specttkteur O,-i?iN2l, H?. B !a c q u e, ein allgemein geschätzter Kaufmann und zugleich erster Depuiirter des französischen HandelK» standes allhler, auf Befehl des französischen Con« sulats-Verwesers, Hrn. Castaigne, von emem Offizier und vier Mann französischer Marine-Sül« daten plötzlich verhaftet, und an Bord der französi« scken Ko-rvette P 0 m 0 ne gebracht nwrden. Der zwei«-te Redacteur jenes Blattes, Hr. Vigoureux ent^ ging dem gleichen Schicksale nur durch schleunige Flucht. Er befindet sich dermalen an Bord der eng-Men Fregatte Cambrian. GZ wurde Zugleich Beschlag auf die Druckerei gelegt. Dcr 8pscwtenr Oisntal, der bekanntlich schon ein Mal früher auf Befehl des Grafen Guillemin 0 t einen Monat lang suspendirt worden war, hat demnach gänzlich aufgehört. Als Ursache dieser strengen Maaßregel, welche hier großes Aufsehen erregte, werden zwei Artikel aus Smyrna in den beiden letzten Nummern des ägectiNLi- Oriental vom 22. und 2I. Ds-cember angeführt, in welchen mit vieler Freimü« thigkeit über das Benehmen der drei verbündeten Mäcbte gegen die Pforte, und in letzterem namentlich über^ie Politik deö französischen Cabinets gs« sprochen wird. (O. B.) Nev»eteur: Mr« Uav. Mein r i ch. Verleger: Dgnaz Al. OBler v. Rlein «U ^ r.