Mezugspreise jiir Dstereichr-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2' — jiir Amerika: ganzjährig D. 1-25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werdennichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück, gesendet. Gottscheer Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Manderniappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottl-Keer Moten in Gottfchee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schristleitung des Hotttcheer Moten in Gottschee. Anzeige» (Jr.jcrate) werden nach Tarif berechnet und von der Ver. waltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott» scheer Bolen erhältlich. Postsparkassen-Konto Str. 842.285. Verschleiß stelle: Schul-gaffe Str. 75. Wr. 16. Kottschee, am 19. August 1911. Jahrgang VIII. Hauptversammlung des Gottscheer Bauernbundes. Die diesjährige Hauptversammlung des Gottscheer Bauernbundes findet Sonntag den 27. August um 3 Uhr nachmittags im Gastgarten des Herrn Anton Kresse in Schalkendors statt. — Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Erstattung des Jahresberichtes. 3. Kassabericht. 4. Wahl von drei Rechnungsprüfern. 5. Ersatzwahl in den Ausschuß. 6. Landwirtschaftlicher Vortrag. 7. Allfälliges. ™-Die P. T. Mitglieder werden hiemit freundlichst eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. Der Bundesvorstand. Des Kaisers Geburtstag. Mit banger Sorge blickten im Frühjahre Österreichs Völker nach dem ungarischen Königsschlosse Gödöllö, wo der greise Kaiser aus Gesundheitsrücksichten weilte. Trotz der günstig klingenden Nachrichten über das Befinden des geliebten Monarchen zitterte in allen patriotisch fühlenden Herzen angesichts des hohen Alters unseres kaiserlichen Herrn und angesichts der geringen Schonung, die er sich auferlegte, schwere Besorgnis. Und nun feierte Kaiser Franz Joseph gestern im besten Wohlbefinden sein 81. Wiegenfest. Aus Millionen und Millionen Herzen treuer Österreicher stiegen heiße Gebete zum Himmel empor, daß der liebe Gott unfern Kaiser erhalten möge bis an die äußerste Grenze des menschlichen Daseins. Keinen zweiten Herrscher gibt es auf dem ganzen Erdenrund, der nicht bloß von seinen Landeskindern, sondern von allen Völkern der Welt so verehrt würde, wie unser Kaiser. Und nicht bloß etwa die 81 Lebensjahre sind es, die die erhabene Person Seiner Majestät so überaus ehrwürdig erscheinen lassen. 63 Jahre trägt unser geliebter Monarch die Kaiserkrone — sie ward ihm oft genug zur Dornenkrone. Und all das große, schwere Leid, das ihn getroffen als Kaiser, als JBater, als Gatte, als Bruder — ein Leid, das einen weniger Starken zermalmt hätte — der Kaiser ertrug es m schlichter Duldergröße, die in der Geschichte ebenso beispiellos dasteht, wie die hohe, abgeklärte Weisheit, mit der er ein Reich lenkt, das an Regierungskunst und Regentenweisheit unvergleichlich höhere Anforderungen stellt als jedes andere Land auf der weiten Erde. Pflichtgefühl und Gottvertrauen waren es, die unfern Kaiser auch in den schwersten Augenblicken des Lebens ungebrochen aufrecht erhielten. 1 Mein Kaiser! Viel Wehs hast du erfahren, Ein hehrer Kreuzzug war dein Erdenlauf. Das Leid, das du erlebt in sechzig Jahren, Wiegt ein Jahrhundert lautern Glücks nicht auf. Sag' an, wer kühlte deine heißen Wunden? Wer ließ dich tragen, was sonst Herzen bricht? Wer hielt dich aufrecht in den schwersten Stunden? Es war die milde Trösterin — die Pflicht! Mit diesen Worten huldigte der vaterländische Lichter Kernstock im Jahre 1908 unserem Herrscher. Seither sind wieder drei Jahre vergangen und trotz der wachsenden Last der Jahre beseelt den Kaiser noch immer das gleiche, einzig dastehende Pflichtgefühl. Seine seelische Kraft und seine unerschütterliche Arbeitslust sind so groß, daß die Geschichtsschreiber der Zukunft gerade mit diesen Charakterzügen den Kaiser Franz Joseph am markantesten und aufrichtigsten zeichnen werden. Schon seit Jahrzehnten ist es ein besonders sehnlicher Wunsch, den der Kaiser im Herzen trägt: Friede unter seinen Völkern! Noch ist dieser Wunsch nicht in Erfüllung gegangen, noch ist das schwierige österreichische Problem nicht gelöst. Es wird aber und muß gelöst werden. Möge es unserem kaiserlichen Herrn, dem väterlichen Freund aller seiner Völker, beschicken sein, den die Aufwärtsentwicklung unseres Vaterlandes hemmenden Streit der Völker zu bannen. Möge an die Stelle des verderblichen Hasses, der zerstörend wirkt, edles Wettstreben, edler Wetteifer treten im Arbeiten und Schaffen für das gemeinsame große Reich sowohl, als auch sur das eigene Volk! Das wäre die schönste Krönung des großen, inhaltsvollen, fast schon drei Menschenalter umfassenden Lebenswerkes unseres Monarchen. Gott erhalte, Gott schütze und schirme unfern Kaiser! Der Kampf gegen die Keligion. Unter diesem Titel schreibt das „Grazer Volksblatt": „Die verschiedenen Angriffe freisinniger Blätter auf die religiösen Vereinigungen an Mittelschulen beweisen, daß es sich um einen systematisch geführten Feldzug der „Los von Rom"-Leute gegen diese rein religiösen Einrichtungen handelt. Im Jahre 1909 entstand am Staatsgymnasium in Gottschee eine Marianische Studentenkongre-gation. Die Wut der „Los von Rom"-Cligue gegen die Kongregation üon ^n9' eS setzte eine geradezu skandalöse Hetze gegen dieselbe in den verschiedensten Zeitungen ein. Lüge, Verleumdung Verdrehung und Denunziation waren die Waffen, die man gegen die Kongregation gebrauchte, aber ohne Erfolg. Eine Anzahl von Gymnastalprofessoren stemmte sich ebenfalls gegen die Gründung. Der Laibacher evangelische Pastor Dr. Hege mann erstattete am 1. Dezeinber 1910 gegen den Religionslehrer des Gymnasiums, der als Präses der Kongregation fungiert, eine Strafanzeige wegen Übertretung des Vereinsgesetzes. Auch diese Denunziation half nichts. Die Landesregierung für Krain bedeutete der richterlichen Behörde daß die Kongregation gar nicht unter das Vereinsgesetz falle Nun begann unter stillschweigender Duldung der Vorgesetzten eine infame Hetze der freisinnigen Mittelschüler gegen ihre katholischen Kollegen. Aber auch dieser häßliche Kampf blieb wirkungslos. Am Ende des Schuljahres zählte die Kongregation unter 166 katholischen Schülern der Anstalt 44 Mitglieder. Diese hatten sehr gute Erfolge Seite 122. r I zu verzeichnen; in Ziffern ausgedrückt, waren die Kongreganisten um 17 Prozent bessere Schüler als die anderen. Bei der diesjährigen Matura, der ersten an der Anstalt, waren unter 7 Abiturienten vier Mitglieder der Kongregation und der einzige Schüler, der die Reifeprüfung mit Auszeichnung bestand, war ebenfalls Kongreganist. Da somit alle Unterdrückungsversuche versagten, griff man zu dem gemeinsten Kampfmittel, das den verbissenen Freisinnigen zur Verfügung stand. Der Ausschuß des Gyinnasialunter-stützungsvereines in Gottschee beschloß am 20. Juli 1911, Kongreganisten jede Unterstützung zu verweigern. Die Studentenkongregation wird aber nicht ausgehungert werden können. Fleißige und milde Hände werden sich überall gerne finden, um diese tapfere Schar von jungen Glaubenshelden, denen der unduldsame Freisinn so tiefe Wunden geschlagen hat, mit dem Notwendigen zu versehen. Wenn es der Gymnasialunterstützungsverein und seine Hintermänner über sich bringen, armen Studenten die statutengemäße Unterstützung deswegen zu entziehen, weil dieselben sich offen als Christen bekennen, so werden sich sicherlich Katholiken genug finden, die den wackeren Sodalen von Gottschee helfend unter die Arme greifen. Eine christliche Studentenlade wird gegründet. Möge es gelingen, der unduldsamen Clique zu beweisen, daß christliche Mittelschüler in Österreich noch nicht vogelfrei sind." Gründung des Anterstützungsvereines „Christliche Studentenlade" in Gottschee. In ganz Österreich-Ungarn dürfte es keine Marianische Kongregation geben, die vom Freisinn so heftig verfolgt würde wie die Studentenkongregation am Staatsgymnasium zu Gottschee. Man hat diese Kongregation — um sich eine große Blamage zu holen — wegen „Geheimbündelei" gerichtlich angezeigt; man schreibt in freisinnigen Blättern gegen sie Brandartikel auf Brandartikel, wobei auch der Unterrichtsminister und der krainische Landesschulrat heftig angegriffen werden; man beschimpft, schmäht und verhöhnt die braven, charaktervollen Kongreganisten; man veröffentlicht sogar Namensverzeichnisse von ihnen, um sie so in gewissen Kreisen an den Pranger zu stellen; man hetzt auf die Kongreganisten ihre freisinnigen Kollegen und Mitschüler und sucht durch abscheuliche Lügen und Verleumdungen die Bevölkerung gegen die Kongreganisten aufzuhetzen und einen Boykott gegen sie in Szene zu setzen: kurzum, es ist eine Art von Martyrium, das man der Studentenkongregation in Gottschee bereitet. Da aber alle Unterdrückungsversuche und Gewaltmittel bisher ohne Erfolg blieben, hat nun der Freisinn zum vermeintlichen Todesstreiche gegen die Kongregation ausgeholt: der Gymnasial-Unter-stützungsverein hat nämlich beschlossen, den Kongreganisten jede Unterstützung zu entziehen, bezw. zu verweigern. Die Studentenkongregation in Gottschee soll also ausgehungert und auf diese Weise vernichtet werden! Um diesen brutalen Angriff abzuwehren, haben gerecht und christlich denkende Kreise beschlossen, sofort einen eigenen Unterstützungsverein für Schüler am Staatsgymnasium in Gottschee ins Leben zu rufen, und zwar unter dem Namen „Christliche Studentenlade". Die Satzungen dieses neuen Vereines sind bereits behördlich genehmigt und es hat uns der Vereinsausschuß folgenden Aufruf zukommen lassen: Aufruf und Herzliche Mitte! Es dürfte wohl überflüssig sein, von der Bedeutung der Marienverehrung für das religiöse Leben ausführlich zu reden. Ebensowenig kann man sich verhehlen, wie wichtig die Jugendfürsorge besonders für die Gymnasialjugend ist; aus dieser rekrutiert sich ja zumeist unsere Intelligenz, die geborenen Führer des Volkes. Sind diese von den christlichen Ideen tief durchdrungen, dann bangt uns nicht beim Blick in die Zukunft; unser Volk wird christlich denken und handeln. Beide Ziele erreichen zu helfen, ist aber keine Orga- nisation so' befähigt wie die Marianischen Studeutenkongregationen; das lehrt die Geschichte und die Erfahrung, das beweist die überall zutage tretende wütende Hetze des Freisinns gegen die Marianischen Kongregationen; er spürt den Fuß der Unbefleckten, die ihm das Haupt zertritt. Am k. k. Staatsgymnasium in G o t t s ch e e trat vor zwei Jahren eine Studentenkongregation ins Leben; sie sollte unter der hiesigen Gymnasialjugend ein Sammelplatz aller jener Jünglinge werden, die festen Willens sind, sich Glaube und Tugend in der gefährlichen Jugendzeit zu bewahren und vor den Verführungen des stets wachsenden Freisinns zu beschützen. Aus kleinen Anfängen — 13 Schüler wurden das erstemal ausgenommen — hat sie sich nach jeder Seite ganz prächtig entwickelt; zurzeit zählt sie 44 Mitglieder (28 Sodalen und 16 Kandidaten), gewiß eine schöne Zahl unter 166 Schülern des Gymnasiums. Unerschrocken betätigte die jugendliche Schar das religiöse Leben zur Freude aller gutgesinnten Katholiken, leistete aber auch in der Schule Tüchtiges, was die Klassifikation bewiesen hat. So berechtigt die Kongregation zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft. Darum ist es nicht zu verwundern, daß die Kongregation den ganzen Haß des hiesigen Freisinns zu kosten bekam. Die zwei Jahre ihres Bestandes waren Jahre schlimmster Verfolgung. Nicht wählerisch in den Mitteln, beschlossen nun die Feinde und Gegner jeder christlichen Betätigung, die Ko ngregation auszuhungern! Am 20. Juli I. I. hat der Ausschuß des hiesigen Unterstützungsvereines für dürftige Gymnasialschüler den Beschluß gefaßt, fortan den Kongreganisten jede Unterstützung zu verweigern. Gegen diese jeder Gerechtigkeit und Menschlichkeit hohnsprechende Gewalttat mußte Abwehr geschaffen werden. Der Kongregation freundlich gesinnte Kreise haben deshalb einen neuen Unterstützungsverein „Christliche Student ent ade" ins Leben gerufen, um diesen brutalen Angriff entschieden und erfolgreich abzuschlagen. Wenn es auch Opfer kostet, wir bringen sie gerne, denn die Kongregation ist unser „Fürchtenichts". Da wir aber allein zu schwach sind, um unsere Kongreganisten, die zumeist Söhne von armen Hausierern oder ganz mittellosen Kleinbauern sind, ausreichend unterstützen zu können, treten wir hiemit an Ew mit der ergebensten Bitte heran, die Zwecke unseres neuen Vereines, dessen Satzungen im Auszug beiliegen, kräftigst und geneigtest fördern zu wollen. Je größer die Wohltat, desto größer wird unsere Dankbarkeit sein, desto größer wird aber auch Ihr Anteil sein an dem großen Werke, das wir zu vollziehen haben: Rettung der christlichen Ideale im Gottscheer Lande! Gottschee, im August 1911. Der Vereinsvorstand. * Auszug aus den Satzungen des Mnterstühungsversiues „LyriNticheStudenten- kade" in Hottschce. § 1. Der Verein heißt „Christliche Studentenlade" und hat seinen Sitz in der Stadt Gottschee. § 2. Zweck des Vereines ist die Unterstützung dürftiger und würdiger Schüler katholischen Bekenntnisses am Staatsgymnasium in Gottschee und an der mit demselben verbundenen Vorbereitungsklasse. Nach Maßgabe der vorhandenen Mittel können auch solche katholische Hochschüler sowie Studierende der Theologie an Diözesan-lehranstalten unterstützt werden, welche früher als Schüler des Staatsgymnasiums in Gottschee vom Vereine Unterstützungen genossen haben. In erster Linie sind Mitglieder Marianischer Studentenkongregationen zu unterstützen. § 3. Die Unterstützung besteht in Beiträgen: a) zur Anschaffung von Schulbüchern und anderen Schulerfordernissen; b) zur Kost und Wohnung; c) zur Kleidung und Beschuhung; d) zur Bestreitung von Krankheitskosten und anderen Aushilfen; e) zum Schulgelde und anderen schulbehördlich vorgeschriebenen Taxen. — Die Studentenwohnungsfürsorge des Vereines hat sich nach Tunlichkeit auch mit der unentgeltlichen Vermittlung von Wohnung oder Verpflegung der in §2 bezeichnten Studierenden bei katholischen Familien oder (z. B. in Städten mit Hochschulen) in christlichen Studentenheimen zu befassen. § 5. Der Verein besteht a) aus wirklichen Mitgliedern, b) aus Ehrenmitgliedern. Wirkliches Mitglied kann jedermann werden, der a) entweder einen Jahresbeitrag von mindestens 2 Kronen entrichtet, oder b) ein für allemal einen Betrag von mindestens 50 K als Gründungöbeitrag für die Vereinszwccke spendet (Gründers, oder c) durch Spendung von Kost (Freitische), Kleidung und dergl. einen dem festgesetzten Jahresbeiträge mindestens gleichwertigen Beitrag im betreffenden Vereinsjahre leistet. — Zu Ehrenmitgliedern können von der Hauptversammlung solche Wohltäter oder Mitglieder ernannt werden, die sich um den Verein hervorragende Verdienste erworben haben. Wir empfehlen hiemit den Unterstützungsverein „Christliche Studentenlade" allen unseren Landsleuten sowie allen Freunden der Heimat und der studierenden Jugend auf das wärmste. Mögen alle nach Kräften die gerechte und gute Sache des Vereines gütigst unterstützen, damit das christliche Wesen in der studierenden Jugend von Gottschee keinen Abbruch erleide. Milde Beiträge unv Spenden bittet man zu senden an den Unierstützungsverein „Christliche Studenten lade" in Gottschee Nr. 121 (Pfarrhos). Aus Stabt und Land. Gottschee. (Das Namensfest des Kaisers) wurde gestern in Gotlschee in der herkömmlichen Weise feierlich begangen. Um 9 Uhr vormittags zelebrierte Hochw. Herr Dechant Ferdinand Erker unter geistlicher Assistenz in der Stadlpfarrkirche eine feierliches Hochamt mit Tedeum, dem die Behörden, die Stadtgemeindevertretung, Vertretungen der Schulanstalten, die sreiw. Feuerwehr in Parade, die Gendarmerie und viele Andächtige beiwohnten. Die öffentlichen Gebäude waren beflaggt. — (Vom Finanzdienste.) Das Präsidium der k. k. Finanzdirektion hat den k. k. Steuerassistenten Herrn Josef Krak er vom Steuerreferate in Stein zum Steueramte in Nassenfuß versetzt. — (Beförderung) Herr Pros. Julius Krek wurde in die 8. Rangsklasse befördert. — (Mietwertsauslage.) Die 5%ige Mietwertsauflage der Stadtgemeinde Gottschee (Stadt Gottschee und Mooswald) ergibt heuer ein Erträgnis von 4733 K. Das erste Quartal wurde nicht eingehoben, weil die notwendigen Vorarbeiten soviel Zeit in Anspruch nahmen, daß eine Verspätung eintrat. — (Unglücksfälle.) Dem Aufseher Martin Osner beim Kohlenwerke in Gottschee wurde am 11. d. von einer zu spät losgegangenen Dynamitpatrone die linke Hand bis zum Gelenke abgerissen. Auch am Gesichte erlitt er schwere Verletzungen. Der Schwerverletzte wurde in das Landesspital nach Laibach überführt. — Als die 84 Jahre alte Gemeindearme Maria Kropf aus Gottschee am 11. d. beim dortigen Kohlenbergbaue die Eisenbahnstrecke übersetzen wollte, wurde sie von einem mit Kohle beladenen Wagen überfahren, wobei ihr beide Beine abgerissen wurden. In lebensgefährlich verletztem Zustande wurde sie ins Landesspital nach Laibach überführt. — (Die Brigade- und Divisionsmanöver) finden heuer in der Zeit vom 28. August bis 4. September in dem Übungsraume zwischen Planina, Großlupp, Littai, Unterlog, Treffen, Zagradec, Groß-Pölland, Laas und Niederdors statt. — (Verlegung des Wiederholungsunterrichtes.) Der k. k. Landesschulrat hat den Wiederholungsunterricht vom Beginne des Schuljahres 1911/12 bis auf weiteres in allen Bezirken auf die Zeit vom 15. Oktober bis Ende April verlegt. — (Unwetter und Hagelschlag.) Am 10. d. erhob sich um 2 Uhr nachmittags plötzlich ein nahezu orkanartiger Sturm, dem sofort ein Gewitter mit ungewöhnlich starkem Hagelschlag folgte. Die herniederprasselnden, vom Sturm an die Häuser gepeitschten, in dichten Massen fallenden Schlossen hatten größtenteils die Größe von Tauben- eiern und ein Gewicht von mehr als ein Deka. In der Stadt Gottschee und in den benachbarten Ortschaften fielen weit mehr als 1000 Fensterscheiben dem Unwetter zum Opfer (am Gymnasium allein über 100, in der Arbeiterkolvnie des Kohlenwerkes mehrere Hundert usw.). Auch die Ziegeldächer erlitten manchen Schaden. Blätter und unreife Früchte bedeckten in Massen den Erdboden und an den Feldfrüchten sowie in den Gärten gab es große Verheerungen, insbesonders in Altlag, Malgern, Kletsch, Seele, Klinüorf, Schalken-dorf, Gotisches, Mooswald und in einem Teile vou Grafenseld. Die kahlen Flächen des Lienselder Nocks waren von den Hagel-schloffen so dicht bedeckt, daß sie wie Schneefelder aussahen — eine Winterlandschaft mitten im heißen Hochsommer I Hafer, Mais, Gartengewächse usw. wurden vielfach zugrunde gerichtet oder wenigstens sehr stark beschädigt. Im Walde wurden vom Hagel massenhaft Zweige und Blätter von den Bäumen heruntergeschlagen. Zum Glück dauerte das Unwetter nur wenige Minuten, sonst wären die Verheerungen noch viel größere gewesen. Die Wetterwolke kam in einer Breite von etwa 3 Kilometern aus der Gegend von Malgern-Seele herangezogen, entlud sich zwischen Mooswald und Grafenseld und zog über den Lienselder Nock ins Hinterland. Selbst ältere Leute erinnern sich nicht, in Gottschee jemals einen Hagelschlag mit so großen Schlossen erlebt zu haben. Der angerichtete Schaden dürste über K 100.000 betragen. — (Studentenkongregation.) Die Ausschließung der Mitglieder der hiesigen Studentenkongregation von jeder Unterstützung durch den Gymnasial - Unterstützungsverein hat überall das peinlichste Aufsehen erregt. Gerecht und unvoreingenommen denkende Freiheitliche geben zu, daß diese ungerechte und parteiische Vorgangsweise nicht dazu beitrage, das Ansehen Gottschees zu erhöhen. In den christlichen Tagesblättern wird der größten Entrüstung und Empörung darüber Ausdruck gegeben und man fordert zu Sammlungen zugunsten des neugegründeten Unterstützungsvereines „Christliche Studentenlade" aus. Es sind auch bereits Beiträge von auswärts (Steiermark, Triest, Linz usw.) eingelausen oder in Aussicht gestellt worden. Man hat darauf hingewiesen, daß die hiesigen Bürgerkreise und Gewerbetreibenden den ungerechten Beschluß des Gymnasial-Unterstützungsvereines gewünscht oder verlangt hätten. Man muß da wohl unterscheiden zwischen künstlicher Mache und natürlichem Empfinden. Es ist einfach unwahr, daß das Gerechtigkeitsgefühl der hiesigen Bevölkerungskreise im allgemeinen schon so verdorben wäre, daß Akte der offenbarsten Ungerechtigkeit als Forderungen des Volksempfindens und Volkswillens hingestellt werden können. Das wäre ja das jämmerlichste sittliche Armutszeugnis für Gottschee. Wahr ist vielmehr, daß hinter der Hetze nur ein paar Herren stecken, die den Bürgerkreisen nicht angehören und heute oder morgen Gottschee wahrscheinlich wieder verlassen werden. Die Bürgerschaft soll dann die schlechte Suppe auslöffeln, die ihr solche Herren eingebrockt haben! — (Todesfälle.) Am 9. d. starb in Marburg nach langem Leiden, versehen mit dem heil. Sterbesakramenten. Frau Natalie Spinlre geb. Scaria, k. k. Prosessorsgattin, im 43. Lebensjahre. —• Am 11. d. M. starb in Gottschee nach kurzem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, Herr Matthias Verderber, k. k. Postmeister i. R., Haus- und Realitätenbesitzer in Rieg, in seinem 77. Lebensjahre. Der Verstorbene war schon längere Zeit infolge vorgerückten Alters etwas kränklich und sein Zustand verschlimmerte sich plötzlich aus einer Reise in Laibach infolge eines Sturzes aus den Stufen einer Stiege. Am 10. d. wurde der Schwerkranke nach Gottschee gebracht; wegen seines Zustandes — der Kranke war bereits bewußtlos — war es nicht inehr möglich, ihn nach seinem Heimatsort Rieg zu führen. Tags daraus starb er. Die irdischen Ueberreste des Dahingeschiedenen wurden Sonntag den 13. d. M. nachmittags vom Sterbehause (Hutterhäuser) aus nach Rieg überführt und dort aus dem Ortsfriedhofe im eigenen Grabe zur letzten Ruhe bestattet. Der Verblichene war eine allgemein bekannte und sehr geachtete Persönlichkeit und steht auch bei seinen Landsleuten und Verwandten in Retz noch in bester Erinnerung. Er ruhe in Frieden! I 1 l lg — (Die „Nachrichten") sind außerstande, die Ausführungen des „Boten" über die große Ungerechtigkeit der Ausschließung der Studenten, die der Kongregation angehören, von jeder Unterstützung durch den Gymnasial-Unterstützuugsverein zu widerlegen und versuchen diesen ungerechten Gewaltstreich dadurch zu beschönigen, daß Männer wie die Herren kais. Rat Bürgermeister Loy, Gymnasialdirektor Dr. Riedl und (der Antragsteller) Forstmeister Schadinger, „denen doch kein Mensch den Borwurf von Übereilung und Oberflächlichkeit1 machen kann", für die Ausschließung gestimmt hätten. Nun war es aber bekanntlich gerade Herr Gymnasialdirektor Dr. Riedl, der in der betreffenden Ausschußsitzung selbst Bedenken äußerte, ob der Beschluß denn doch nicht statutenwidrig sei. Bon Herrn Bürgermeister Loy, den wir als einen gerecht denkenden Mann kennen, glauben wir annehmen zu dürfen, daß ihm die Abstimmung kein sonderliches Vergnügen bereitet haben dürfte. Tatsache ist, daß auch in manchen freiheitlichen Kreisen der Stadt angesichts der ungerechten Verfolgung und der fortwährenden rohen Anrempelungeu der Kongre-ganisten die Stimmung bereits vollständig umgeschlagen hat und man dieses Benehmen offen verurteilt. Es kann schließlich doch kein Gerechter es billigen, Gute zu verfolgen, und zwar bloß deshalb, weil sie gut sind. — („Christliche Studentenlade".) Das Landespräsidium hat die Bildung des Vereines „Christliche Studeuteulade" in Gottschee zur Kenntnis genommen. Der Verein hat sich bereits konstituiert und feine Tätigkeit begonnen. Die gründende Versammlung fand am 7. d.M. in Gottschee statt. In den Vereinsausschuß wurden gewählt die Herren: Dechant Ferd. Erker, Obmann; Prof. Franz Watzl, Schriftführer; Schulrat Jos. Obergsöll, Zahlmeister; Stadtkooperator Andreas Kraul and, Ökonom; Pfarrer Jos. E p p i ch und Oberlehrer Georg Erker in Mitterdorf als Ersatzmänner. Unsere geehrten Landsleute werden herzlich gebeten, die Zwecke des Vereines nach Kräften zu unterstützen. Gütige Beihilfe wird umso dringender erbeten, als der Verein gleich anfangs größere Auslagen zu bestreiten hat, indem für eine größere Anzahl von Schülern die Schulbücher anzuschaffen sind und bei mehreren armen Studierenden auch für Kost und Wohnung entsprechende Beiträge zu gewähren sein werden. — (Ein Gottscheer Riese) namens Georg Fritz, der erst kürzlich von Nordamerika heimgekehrt war, wurde am 5. d. bei der Nachstellung in Laibach assentiert. Er ist 190 Zentimeter lang und wiegt 120 Kilogramm. — (Wegen der Cholera in Triest) ist die fünftägige sanitäre Überwachung aller aus Triest ankommenden Personen angeordnet worden. — (Wasserabgabe an die Bahnstation.) In der Sitzung der Stadtgemeindevertretung am 7. d. wurde der Vertrag mit der k. k. Staatsbahudirektion in Triest wegen Wasserabgabe aus der städtischen Wasserleitung an die hiesige Bahnstation genehmigt. Es wird also demnächst der Rohrstrang der Wasserleitung bis zur Bahnstation verlängert werden. Den größeren Teil der Kosten trägt hiebei die Unterkrainer Bahn. — (Der Zuckerwucher.) Da durch die Trockenheit und Dürre den Zuckerrüben Gefahr droht, ist der Zuckerpreis binnen zwei Monaten — wir schreiben diese Zeilen zu Ansang der zweiten Augustwoche ■— bereits um 6 K gestiegen, also um 6 Heller das Kilogramm. Und vielleicht ist dies nicht die letzte Preiserhöhung. Die unverschämte Preistreiberei tritt noch mehr hervor, wenn man die Zuckerpreiserhöhungen seit Februar 1911 ins Auge faßt. Von Ende Februar bis Ende Juli sind die Raffinadepreise um 12 K pro 100 kg erhöht worden. Der Gewinn der Raffinerien beträgt per Meterzentner K10 80, wovon K3'50 an die Rohzuckerfabrikanten ab> geführt werden. Unbehindert vom Staate kann also das Zuckerkartell die Bevölkerung ausrauben und Wuchergewinne einheimsen. Bekanntlich fallen den Rohzuckerfabriken durch die Vergütung von 3 K 50 h 1 Nach der Meinung des „Nachrichten"-Schreibers scheinen also die Herren Dr. Röthel und Prof. Dr. Krauland, die,, mich für die Ausschließung stimmten, Leute zu sein, die vom Vorwurf der Übertreibung und Oberfläch- lichkeit nicht absolut freizusprechen wären. seitens der Raffinerien jährlich 14 Millionen Kronen als müheloser Gewinn zu. Wie viel Millionen die Raffinerien selbst mühelos einstecken, läßt sich nicht sofort feststellen. Wie die Bevölkerung von den Zuckerjuden ausgebeutet wird, das ergibt sich mit einem Vergleich mit Deutschland. Während am 15. Juli ein Kilo Zucker (Raffinade) in Prag 78 3A h kostete, war der Preis in Dresden 42 Pfennige, also nicht einmal 50 h. Allerdings ist bei uns auch die Zuckersteuer höher. Die Zuckerrüben stehen schlecht und das läßt eine geringe Ernte befürchten. Es wäre daher begreiflich, wenn wegen dieses Mangels an Ware die Zuckerpreise im kommenden Winter erhöht würden. Voriges Jahr war eine glänzende Rübenernte und Europa ist daher mit Zucker genügend versorgt, mehr als in früheren Zeiten. Es herrscht also jetzt noch keine Zuckernot und ist daher gegenwärtig noch kein Grund zu einer so starken Preiserhöhung vorhanden. Das Vorgehen des Zuckerkartells stellt sich bloß als ein schändlicher Raubzug dar, dem die Bevölkerung wehrlos gegenüber steht. Es werden absichtlich zu Anfang jeden Monates meist bloß fünf Prozent Zucker vom Kartell zum Verkauf freigegeben, der übrige (reichlich vorhandene) Zucker aber versperrt gehalten, um auf künstliche Art eine Zuckernot herbeizuführen und dadurch eine Preiserhöhung durchzudrücken. Es sollten doch mindestens allmonatlich zehn Prozent freigegeben werden. Man sieht, wie notwendig in Österreich ein Gesetz gegen den Kartellttmcher ist. Mittlerweile ist der Preis wieder etwas gestiegen. — (Spritzen der Reben nach Hagelschäden.) Jeder Weinbauer muß im eigensten Interesse mit der nötigen Menge von Kupfervitriol versehen sein, um sofort, schon am nächsten Tage, nach Eintritt eines Hagelschadens die Rebanlagen spritzen zu können. Wenn er dann erst ein Gesuch an den Landesausschuß macht und dieser Erhebungen einleitet usw., kann es 3—4 Wochen dauern, bis er Kupfervitriol bekommt, und dann ist es zu spät und das Spritzen zwecklos. Der krainifche Landesausschuß hat mit Rücksicht darauf beschlossen, nach Tunlichkeit und nach Maßgabe des vorhandenen Kredites ärmeren Weingartenbesitzern, welche vom Hagel stark betroffen worden sind, nachträglich eine Subvention für die von ihnen tatsächlich verwendete Menge von Kupfervitriol zu gewähren. — (Fachschule.) Im Fachschulgebäude werden während der Ferien mehrere kleine Reparaturen vorgenommen werden. — (Meldungen der zeitlich beurlaubten Mannschaftspersonen der Landwehr.) Das Ministerium für Landesverteidigung hat verfügt, daß die Meldungen der zeitlich Beurlaubten Personen des Mannschaftsstandes der Landwehr in Orten ohne Garnison bei dem etwa dort befindlichen Landwehr-Evidenzbeamten oder Landwehr-Bezirksfeldwebel (Landesschützen-Bezirksoberjäger) von nun an zu entfallen haben. Sonach haben sich die zeitlich Beurlaubten in Orten ohne Garnison nunmehr lediglich bei dem etwa dort befindlichen Gendarmeriepostenkommando zu melden, beziehungsweise diesem ihr Ankommen und Abgehen bekanntzugeben. — (Handwerkertag in Klagenfurt.) An dem Reichshandwerkertage, der anläßlich der Landes-Handwerkerausstellung am 13., 14. und 15. d. M. in Klagenfurt stattfand, beteiligten sich aus Gottschee elf Handwerksmeister. Den Gottscheer Handwerkerverein vertrat an dieser großen Tagung als Abgeordneter Herr Schuhmachermeister Franz Prenner und die Genossenschaft Herr Bürgermeister Franz Klun aus Lienfeld. Sowohl über die Tagung als auch über die Ausstellung sind die nun zurückgekehrten Teilnehmer voll des Lobes. — (Die providentielle Stellung Österreichs.) Wir Österreicher haben wahrhaftig Grund, stolz zu sein auf unser Vaterland, schreib! Franz Zach, denn Österreichs Herrscher haben durch Jahrhunderte die erste Krone der Christenheit getragen, sie waren die Vorkämpfer der christlichen Kultur und Wien war die Vormauer des deutschen Reiches. Österreich stand fast ein Jahrtausend im Mittelpunkt und Österreichs Geschichte bildet gleichsam den roten Faden in der Geschichte Europas und ist daher fast mit allen großen geschichtlichen Ereignissen verflochten. Mögen die Völker Österreichs ihrer ruhmreichen, fast tausendjährigen Geschichte immer eingedenk sein, besonders in unseren Tagen. Solange Österreichs Völker ihrer Vorfahren gedenken, solange die Liebe zur angestammten Dynastie in den Herzen glüht, wird unser Österreich groß und stark sein. Wenn diese Liebe einmal erkaltet, dann wird es in Trümmer sinken. Aber Österreich darf nicht zu Grunde gehen, denn es hat eine providentielle Bedeutung wie kein anderes Reich der Erde. Heute mehr als je. In unseren Tagen, wo der Haß der Völker gegeneinander so unheimliche Dimensionen angenommen hat und der unchristliche Nationalitätenstreit die Menschheit zerfleischt, ist Österreich schon durch seinen bloßen Bestand eine fortwährende Predigt von der Notwendigkeit der Liebe und Eintracht unter den Völkern. Und dann, die Habsburger Dynastie ist gegenwärtig unter den Herrschergeschlechtern der Weltreiche die einzige katholische und daher für die katholische Kirche von großer Bedeutung. Der beste Beweis für diese providentielle Bedeutung ist der grimmige Haß, mit dem die Feinde der Kirche auch das Haus Habsburg heimlich und offen verfolgen. Die Freimaurer und ihre Verbündeten hassen Habsburg fast ebenso wie Rom, weil Habsburg ein mächtiges Bollwerk für die katholische Kirche ist. — (Der Fonds für die Viehzuchtförderung und Viehzuchtgenossenschaften.) Das Ackerbauministerium hat im Herrenhause den Bericht über die Verwendung des Fondes zur Förderung der Viehzucht und der Viehverwertuug im Jahre 1910 unterbreitet, aus dem wir entnehmen, daß zur Förderung der Viehzucht 5 Millionen Kronen aufgewendet wurden, von denen auf Krain 133.442 K entfielen. Hievon wurden in Kram verwendet: für Viehzucht 69.600 K, für Weideverbesserungen 15.500 K. Es wurden also ausgegeben 85.100 K, Rest 48.341 K. In Krain wurde der für Zwecke der Viehzucht bestimmte Teilbetrag zum weitaus größten Teile dem Landesausschusse angewiesen, der ihn insbesonders zum Ankaufe von Zuchtkühen und Kalbinnen und zur Abgabe von Zuchtschweinen zu verwenden hatte. Es wurden ferner dem Landesausschuß gewisse, im Interesse der Viehzuchtförderung, hauptsächlich für Stierankauf, dann auch für Schweinezucht verausgabte Beträge zurückersetzt. Ein kleinerer Betrag wurde vom Ackerbauministerium für die Prämiierung musterhafter Rinder- und Schweinestallungen reserviert. — Sonderbar ist es, daß die Gott« icheer Viehzuchtgenossenschaften mit Ausnahme eines bescheidenen Gründungsbetrages (156 — 200 K) bisher weder vom Staate noch vom Lande Subventionen bekommen haben. Sie befinden sich deshalb in einer sehr bedrängten Lage, da die seinerzeit von maßgebender Seite in Aussicht gestellten Unterstützungen bisher nicht angewiesen worden sind. Wir dächten, das Allerwichtigste wäre doch die Beistellung von guten Zuchtstieren (durch die Viehzuchtgenossenschaften), bezw. die Subventionierung dieser Genossenschaften für diesen Zweck. Was nützen alle Stall- und Wiesenverbesseruugen, wenn es an gutem Vieh fehlt? Sollen sich die Genossenschaften am Ende gar «uflösen müssen? Das wäre eine gewaltige Enttäuschung für unsere Landwirte. Hoffentlich werden aus dem unverwendeten Restbeträge von 48.341 K (für 1910) nachträglich noch die erhofften Unterstützungen bewilligt werden. Man sollte diese Unterstützungen doch vor allem jenen Gegenden zukommen lassen, wo die Viehzucht noch stark im Rückstände ist. — (Einwandererschulen in Nordamerika.) Um den in die Bereinigten Staaten von Nordamerika einwandernden Fremden die Möglichkeit zu geben, sich so schnell wie möglich in den neuen Verhältnissen zurechtzufinden, hat eine Anzahl der größeren Städte sogenannte Einwandererschulen errichtet, in denen den Neuankommenden praktische Einblicke in das Wesen des amerikanischen Lebens und die Wege zur Gewinnung eines Lebensunterhaltes gelehrt werden sollen. So lernen beispielsweise einwandernde Frauen, die Schneiderinnen oder Näherinnen sind, in diesen Einwandererschulen die Herstellung von Kleidern und Wäschestücken nach amerikanischer Art, Dienstboten und Köchinnen werden in amerikanischer Haushaltsführung unterrichtet, wieder andere lernen Buch-mhrung, Stenographie, Maschinenschreiben, Nähen, Putzmacherei, Frisieren, Stickerei usw. Männer und Burschen werden durch erfahrene Werkmeister in Buchdruckarbeiten, Tischlerei, Zimmerei, Holzschnitzerei, Metallarbeiten, Telegraphie usw. unterrichtet. Selbstverständlich wird ein besonderes Augenmerk auf die Erlernung der englischen Sprache gerichtet. — (Wetturnen.) Sonntag den 13. d. M. Nachmittag um 4 Uhr fand in der Turnhalle der Knabenvolksschule und auf der Schulwiese unter zahlreicher Beteiligung ein Vereinswetturnen des Gottscheer Turnvereines statt. Angetreten waren in der 1. Stufe 7 und in der 2. Stufe 9 Turner. Die Bewertung der Leistungen übernahmen in liebenswürdigster Weise die Herren: Oberlehrer F. Scheschark und Kaufmann A. Kresse (1. Stufe), Lehrer Friedrich Kaucky und Glasermeister Adolf Kraus (2. Stufe). Als Sieger aus diesem Sechskampf gingen in der 1. Stufe hervor: F. Hönigmann mit 139 Punkten als erster, I. Keswon mit 118 Punkten als zweiter, L. Rumor mit 116 Punkten als dritter und I. Kren mit 111 Punkten als vierter. — In der 2. Stufe: Fr. Hrieber mit 120 Punkten als erster, I. Pfeffer mit 114 Punkten als zweiter und Kropf mit 106 Punkten als dritter. — (Sommerfest.) Vom herrlichsten Wetter begleitet veranstaltete der Gottscheer Turnverein am 15. August sein Sommerfest unter Mitwirkung einer Abteilung der Musikkapelle des Jnf.-Rgmts. Nr. 27. Um 4 Uhr nachmittags fand auf der Schulwiese ein Schauturnen statt, bei dem eine stattliche Schar Turner zunächst gemeinsam ausgeführte Freiübungen vorführte und dann, in einzelne Riegen geteilt, am Pferd, Barren und Reck turnte. Dem Geräteturnen folgte das Hindernis- oder Hürdenlaufen und das Staffettenlaufen, den Schluß bildeten Volksspiele. Während des Turnens spielte die Militärmusik mehrere Märsche. — Um 8 Uhr abends fand im Garten des Hotels „Stadt Triest" das Militärkonzert statt. Bald nach 8 Uhr war der geräumige Garten bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und die später Nachkommenden muß>en im Saale Platz nehmen. Die zum Vortrage gebrachten Musikstücke fanden reichen Beifall und die flott spielende Militärkapelle mußte manche Daraufgabe zum Besten geben. Nach dem Konzerte traten die Tanzlustigen in ihre Rechte und erst in der frühen Morgenstunde soll das Fest seinen Abschluß gefunden haben. — (Absatz von Heu.) In einigen Gegenden, besonders in Böhmen und Mähren, dann auch in Ungarn herrscht jetzt schon Futtermangel und es wird im Winter völlige Futternot eintreten. Den Landwirten in jenen Gegenden, wo kein Futtermangel herrscht, wird daher empfohlen, das Heu nicht billig an Händler zu verschleudern, sondern den Verkauf des Heues nur im Wege des betreffenden Genossenschaftsverbandes (in Laibach durch die Gospodarska zveza) oder durch eine andere landwirtschaftliche Körperschaft zu verkaufen, eventuell auch dem Allgemeinen Verbände landwirtschaftlicher Genossenschaften in Österreich, Wien, I. Schauflergasse 6, direkt Mitteilung zu machen, welcher in der Sache das Weitere veranlassen wird. Der landwirtschaftliche Verband in Prag hat der Gospodarska zveza in Laibach mitgeteilt, daß er große Mengen von Heu, Stroh, Fisolen usw. ankaufen werde. Witterdorf. (Für die Wasserleitung.) Die Wassernot, unter welcher gegenwärtig alle Ortschaften leiden, hat einen großen Teil der Wasserleitungsgegner günstiger gestimmt. So haben jetzt mit Ausnahme von dreien alle Besitzer Mitterdorfs ihren Beitritt zur Leitung erklärt und unter den Beitrittserklärungen befindet sich auch die des Gemeindevorstehers. Wir hoffen, daß er bei der nächsten Ausschußsitzung den Mut hat, auch öffentlich für das einzustehen, wofür er persönlich und privat sich erklärt hat. Ein zustimmender Beschluß wird umso eher zu erzielen sein, als sich jetzt der Hauptgegner unter den Notleidenden befindet. Der Windischdorfer Perz muß nämlich bereits wochenlang zum „Ubrich" um Wasser fahren. v — (M i s sio n.) Die durch die Jesuiteupatres Pölz l, Bacher und Žužek vom 6. bis 14. August hier abgehalteue Mission nahm sowohl hinsichtlich des Sakramentenempfanges als der Beteiligung an den Vorträgen einen recht erfreulicken Verlauf. Innerhalb acht Tagen wurden 2200 Hl. Kommunionen gespendet. — (Spende.) Als Vermächtnis der verstorbenen Witwe Maria Rankel in Windischdorf 3 erhielten die Pfarrkirche und die Windischdorfer Kapelle je K 40; die Kirche in Kerndorf K 20. — (Sterbefall.) Am 10. August ist der 24jährige Franz Greisch in Kerndorf Nr. 27 einem lange dauernden Lungenleiden erlegen. Wakgern. (Hagelschlag.) Während die an der Straße gelegenen Äcker beim Unwetter am 12. August weniger gelitten haben, wurden die hinter der Ortschaft sich hinziehenden sogenannten Almäcker hart mitgenommen. Hafer und Kukuruz sind besonders stark verwüstet worden. — (G e m e i n d e w a h l.) Am 14. August fand hier die Gemeindeausschußwahl statt, bei welcher nachstehende Besitzer gewählt wurden: Im ersten Wahlkörper: Johann König, Kletsch 15; Georg Kraker, Grintowitz 6; Johann Schneider, Neubacher 6; Josef Jonke, Kletsch 3, als Ausschußmänner; Ersatzmänner: Georg König, Grintowitz 7, und Josef König, Altbacher 8. Im zweiten Wahlkörper: Plut Franz, Malgern 2; Hutter Franz, Riegel 10; Fink Johann, Kletsch 9; St ine Johann, Altbacher 10, als Ausschußmänner. Ersatzmänner sind: König Ludwig, Neubacher 19, und Hoge Josef, Altbacher 10. Im dritten Wahlkörper : König Johann, Kletsch 12; Zose Franz, Riegl 2; Perz Johann, Tiefenreuter 1; Perz Franz, Malgern 56, als Ausschuß-männer. Ersatzmänner: Sigmund Johann, Malgern 57, und Fink Josef, Tiefenreuter. Von den gewählten Ausschußmäuueru sind acht christlichsozial und vier gemäßigt liberal. Das Ergebnis der Wahl kam für den bisherigen Ausschuß völlig unerwartet. Hätten die bisherigen Ausschußmänner nicht so sehr auf ihre Macht gepocht und wären sie in der Wafferleitungsfrage den Wünschen der Bevölkerung entgegengekommen, hätte man etwas weniger 23 er» wandtschastspolitik betrieben, um Anhänger zu gewinnen und nicht ein zu schüchtern, so wäre der und jener nicht unter den Gefallenen. Dem neuen Ausschuß wünschen wir gedeihliches Wirken. Wösek. (Die Gemeindeausschußwahl) saud am 3. August statt und wurden folgende Herren gewählt: ^Jm ersten Wahlkörper: Johann Schemitsch in Reintal, Franz Hiris in Verderb, Johann Hutter in Niedermösel, Josef Köstner in Niedermöfel, Josef Lackner in Otterbach; als Ersatz Rudolf Weiß in Mösel, Johann Jaklitsch in Verderb. Im zweiten Wahlkörper: Matthias Maichin in Mösel, Johann Wittine in Niedermösel, Rudolf Herbst in Dürrnbach Josef Lackner in Reintal, Matthias Hutter in Unterfkrill; als Ersatz Johann Skiber in Niedermösel. Im dritten Wahlkörper: Hans Jonke in Mösel, Matthias Gafparitfch in Mösel, Josef Lackner in Verdreng, Matthias Jonke in Verdreng, Matthias Verderber in Oberfliegendorf; als Ersatz Johann Lackner in Verdreng, Franz Händler in Unterfliegendorf. In der Untergememde Mosel: Franz Schemitfch in Mosel. In der Untergemeinde Reintal: Matthias Jonke in Oberpockstein; Ersatz Johann Schemitsch in Verderb. In der Untergemeinde Skrill: Johann Hutter in Unterfkrill; Ersatz Johann Putre in Unterfliegendorf. Wieg. (Todesfall.) Am 11. d. M. verschied bei seinen Anverwandten in Gottschee nach kurzem Krankenlager Herr Matthias Verderber, k. k. Postmeisteri. R., Realitätenbesitzer, in seinem 77. Lebensjahre. Der Verblichene war der angesehenste, einflußreichste • Mann im Hinterlande und erfreute sich allseits der größten Hochachtung. Das Vertrauen der Gemeindeinsassen berief ihn wiederholt an die Spitze der Gemeindevertretung und des Ortsschulrates. Auch dem Bezirksstcaßenausschusse gehörte der Verstorbene längere Zeit an. Die Leiche wurde am 13. von Gottschee nach Rieg überführt und auf dem hiesigen Friedhose zur ewigen Ruhe bestattet. Den Kondukt führte Herr Pfarrer Kraker unter Assistenz der Herren Pfarrer von Morobitz, Göitenitz und Masern. Den Trauerzug er-öffnete die sreiw. Feuerwehr unter dem Kommando ihres Wehrhauptmannes Herrn Jos. Erker. Zahlreiche Trauergäste aus nah und fern gaben dem Verblichenen das letzte Geleite. R. i. P- Wössandk. (Todesfälle.) In den letzten Monaten sind gestorben am 25./V. Maria Schauer, leb. Häuslerin, Gutenberg Nr. 17, 65 Jahre alt; am 9./VI. Elisabeth Schusterilfch, verwitwete Landwirtin, Kleinriegel 1, 37 Jahre alt; am 26./VII. Agnes Manßer, Mesnersgattin, Pöllandl 23. 70 Jahre alt. — (Spende.) Fräulein Maria Kump aus Neuberg 48, jetzt in Brooklyn, hat bei Bekannten K 50 (10 Taler) zur Anschaffung einer neuen Altarlampe für die hiesige Pfarrkirche gesammelt und ans Pfarramt abgeführt. Der Gefertigte sagt auch auf diesem Wege der geehrten Sammlerin und den geschätzten Spendern herzlichst „Vergelt's Gott!" Joh. Maußer, Pfarroerweser. — (Dürre.) Da es bei uns seit 16. Juli nicht mehr geregnet hat, macht sich die Dürre bereits allenthalben fühlbar. Selbst das Laub auf deu Bäumen beginnt schon gelb zu werden und abzufallen. Noch mehr haben natürlich die Felder zu leiden. Die Grummeternte ist ganz vernichtet. Zum Hagel jetzt noch die Dürre — fast mehr, als wir ertragen können! Göttenitz. (Goldene Hochzeit.) Am 6. d. M. feierte hier der Besitzer Joses Stampfl Nr. 40 sein 50 jähriges Ehejubiläum im Kreise von Kindern und Kindeskindern. Beide, Mann wie Fran, besonders der Mann, erfreut sich noch großer Körper- und Geistessrische. So manche guten und bösen Tage, Kummer und Freude, haben im Hause Stampfl während des langen Zeitraumes von 50 Jahren des öfteren gewechselt. Die Bevölkerung der Psarr-gemeinde zeigte für die seltene rührende Feier reges Interesse und allseits wurde der Wunsch zum Ausdrucke gebracht, es möge dem Jubelpaare vergönnt sein, noch viele sorgenfreie Jahre zu durchleben und zu genießen. ^ — (Von der Jagd.) Vor kurzem ist Herr A. Traenkl, Rittmeister in R., der sich den größeren Teil des _ Jahres in London, teilweise auch auf seinen Besitzungen in Südsteiermark aufhält, hier eingetroffen, um durch einige Wochen dem Jagdvergnügen zu huldigen. ^ — (Hagel.) Am 10. d. ging in der Richtung vom Kotscher-Hinterberger Walde gegen Pröse ein furchtbares Hagelwetter nieder. Die Feldfrüchte in Hinterberg, Friedhofseite, sind vollständig vernichtet. Rieg berührte das Hagelwetter bis zum Friedhof und richtete auch großen Schaden an. Stalzern, Hirisgruben, Mrauen und Wetzeubach blieben verschont. Die Leute empfinden den Schaden umso schmerzlicher, da auch das vorige Jahr ein sehr schlechtes war. Stemwand. (Blitzschlag.) Am 10. d. M. schlug der Blitz in das Haus Nr. 2 (Schuponsch), ohne jedoch zu zünden ein. Zwei Kinder wurden zu Boden geworfen und erholten sich erst nach längerer Zeit wieder. Hrodetzöerg. (Blitzschag.) Der Blitz schlug zweimal m die Filialkirche ein. Er nahm, trotzdem die Kirche zwei Blitzableiter hat, seinen Weg durch die Mauer beim Rochusaltar, verbrannte die Altartücher und die Vorderseite des Altares und verlor sich aus die Evangelienseite durch die Mauer. Das zweitemal schlug er in die obere Kirche ein, drang durch beide Mauern, ohne zu zünden. Woroöitz. (Volksbewegung.) Im vergangenen Halbjahre sind gestorben: Johann Krische von Eben Nr. 7, 68 Jahre alt; Joses Hndolin von Suchen Nr. 1, 2 Mon.; Anton Lackner, Schuhmacher von Morobitz Nr. 23, 19 Jahre; Josef Greifch von Obertiefenbach Nr. 3, 4 Tage; Anton Briske von Morobitz Nr. M 2 Mon.; Gottfried Michitfch von Jnlanf Nr. 13, 6 Monate, w Personen wurden geboren. Suchen bei Köm. (Schlangenbiß.) Der 10 jährige Peter Hudolin Nr. 1 wurde beim Weiden von einer Kreuzotter zweimal in deu linken Daumen gebissen. Der unglückliche Knabe nahm die Schlange, die sich aus einem Steine wärmte, in die Hand, in gutem Glauben, es sei eine Wurzel. Briefkasten. R 45. Wenden Sie sich an die Vorstehung des Siechenhauses in Laibach. Bei einmaliger Einschaltung kostet die oiergespaltene lileindruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Oie Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Beste!' lungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Magüalena Verderber geb. 3aKIItSCb gibt hiemit im eigenen sowie im Namen sämtlicher Verwandten die traurige Nachricht von dem hinscheiden ihres innigstgeliebten, unvergeßlichen Gatten, bezw. (DnMs, Schwagers und Cousins, des Herrn Matthias Verderber K. K. Moffmeister i. It., Kaus- und IteaMälenSesitzer usw. usw. welcher heute den y. August um halb 5 Uhr nachmittags nach kurzem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, in seinem 77. Lebensjahre in Gottschee ruhig im Herrn entschlafen ist. Die irdischen Überreste des teuren Dahingeschiedenen werden Sonntag den )5. d. ZIT. um halb 5 Uhr nachmittags vom Sterbehause (Hutterhäuser) aus nach Rieg überführt und dort auf dem Vrtsfriedhofe im eigenen Grabe zur letzten Ruhe bestattet werden. Die heil. Seelenmessen werden in Gottschee und Rieg gelesen werden. Kottschee, am