Mtu n g. Nr I2U. Pränii merat < ? nc> Prei « : Im Comptoir ^anzj. si. 1l, f',ill'i. sl. 5..5N. Fiir die Znstcllxiiq iüS Hans !)l,ll>j. 5», tt. Mit dcr Post g>i>,zi. sl. 15, h.ill'j. s>. ?.5>u. Mittwoch, 7. Juni Vnsertionsgebil hr bis 1!) ^lcii: imaltlol»., ^>». 80 lr., 3m. i st.z sl'nst pr. Zcilc 1>». ü lr., 2»>. « lr., 'Nil. l<> lr. l>. s. >v. ^njcvtioi!<up^I icd^<»i. !!»lr. l87l. !WW^ Des h. Feierta<;ec< wegen or-scheint die nächste summer an« ^reitsi:^. ^Nichtamtlicher Hck^ Tvicu, ^i. Juni. Sc. Excellenz dcr Handclsministcr Dr. Schacfflc hat b^trcffs der beabsichtigten Einführung des postalischen Sparkassen-, Lebens- l, nd Rentenversicherung s w csc us in Oesterreich nachfol gendru mit Allerhöchster Entschlicßnng vom W. Nlärz d. I. rcsolvirtcn alle run tcrt h än i g stc n Vortrag erstalltt: ., A l lcrg n ädi gster Hcrr! Eu. Majestät haben mr bei Ucbertragung des Handclslninistcriums allergnadigst den Auftrag ertheilt. Alles, mas an mir lkgt, innerhalb meines Ressorts aufzubieten, um der wirthschaftlichen Hebung und Sicher-stcllung des bürgerlichen Mittelstandes und der arbeitenden Klassen auf dem Wcgc praktischer gesunder Reform jcdcn nur möglichen Vorschub zu leisten. Demgemäß habe ich untcr Ar.dcreni des Näheren die Frage inS Auge gefaßt, ob nicht die in England eingeführte nnd dermalen in anderen Staaten zur Ein^ führung empfohlene Benützung der Post für das Sparwesen, sowie für die Lebens- und Neutenversichcrung dcs kleinen Mittelstandes und der arbeitenden Klassen auch in Oesterreich platzgreifen und in einer unseren eigenthümlichen Behältnissen angepaßten Weise verwirklicht werden lön>,U)lia Sparcinlaac», ^c-bcns- und'NentcuUtt'sichcrungspl'ämicn '" kleinsten Bc-tläg!,'» wie solche von den Klassen dcs unteren Mittel slanoes und dcr Lohnarbeit allcin zurückgelegt werden können, gesammelt, uach Belieben des Einlegers uud Versicherten spater an jedem anderem Postamte fortgesetzt uud endlich als Sparcapital, Vcrsicheruugscapital oder Altcrsreutc zurückbczahlt. Hiedurch wird einerseits das Spar- und Versicherungswesen der unteren Classen mächtig angeregt und Mit dcr thalsächlichen Freizügigkeit der arbeitenden Clas-scn aufs einsachstc in Einklang gebracht, andererseits taun dem Lebens- und Rentenvcrsichcrungswesen der klei-ncn Leute, welche nur in kleinen Beträgen uud iu kur-z^n Periodcu Prämicncinlagcn zu machcu fähig sind, eine Erleichterung gelben werden, welche die mehr auf die wohlhabenden Mtlclllasscu berechneten und dcr gleich-uiäßia. verzweigten postalischen Agcntie culbchreudcn c>e-> wölznlichcn Versicherungsanstalten zu gewähren kaum in der Lage sind. Diese einfachen Gedanken lagen der Gesetzgebung Vnqlands ;u Grunde, als dieses Land dcr Selbsthilfe n!le Postaüslaltcl,, welche Bcful,niß zu Geldanweisungen (,M0u0Mär08) haben, z» Kasstnorgancu dcs Sparwcscus, neuerlich anch dcs Lcdcns> und Rcnlenucrsichcrungswcscns Nq'lallctc. Ich muß aiinchlmn, daß denselben Gedanken auch für Oesterreich die Rcalisirbarleit nicht im vorhinein ab-^csp^chen wcrdcn kann. Allerdings werden nach dcr «c^'dencn Finanzlage die durch die Slaatspostanstall gc-sammelten und durch sic ^rückzahlbaren Spar- und Neutcnvcrsichcrnngsbcträgc nicht wohl dcr Slaatoschulo-^rwalluna zuacführl wcrdcn können wie in England, sondern cs müßtcu die bcstchcnocn odcr ucu zu g, ündcudcn Spar« nnd Vcrsichcruügsiüstltutc untcr dcr vullcu Cou-l'ulc dcr Ocffcnllichlcit, ganz unabhängig von den Slaats-, si"a»M, mit dcr bankmäßigen Vcwirthschaftung dcr Ep,n- nnd Pcrsichclnug^'iiilagctl bctraüt wcrdcn. was 'uicdcr bei Vcrücksichtignng drr Creditixstilutc dcr ein-^lncn Lander ciucm zwcllcn aroßen Zlucckc: dcr stör-^rnnc; des ErcditcS, namentlich des Ncalcicditcs dlcujt-^u- gcmachl wcrdcn konnte. . . Eine ' derartige Einrichtung würde, wcuu stc ,ich "'dnütic, als anöfnhrbar erweist, iu ^l!!f>.hm!g dcs Vcr-slch^niigswcscns den wcilcrcu Burlhcil lnclc», daß dic ^'Ullreich^,, i» ihrer Vcrcinzclnng lcbcnslii'fahigcn. c,ncr ^nrd^ici, Ncchmlngssührnng und Dcckni'^c'capltals-Äc-lechninn, ,.,,<„.,,.'.»^».. i!,,l?>siüjmnas- und Verfichcruugs- !vclcii!c ü>nrch Vcriniltlung dcr Post an dcr Wohlthat mohsszcordnelcr und zweckniähic, bcanfsichtigter großer Vcrsichcrungöinslitlliioncn bithciligt wcrdcn könnten. Die Lösnng dcr Aufgab in eincr dcn Verhältnissen dcr diesseitigen Ncichshälftc praktisch culsprcchcndcn Wcisc wird nicht leicht scin. Ändcrcrscit^ erscheint sie nicht im vorans a!ö Unmöglichlcit. Gelänge sie, so wäre ei>, mächtiger Hebel dcs wirth-schafllichcn Forlschriilcs und dcr praktischen versöhnenden Socialrcform gcwo»nen. Dcmczcu-äß erachte ich es für zweckmäßig, die erforderlichen reiflichen Studicu in dcr Frage a»stclle>i und zunächst in England an Ort und Stclle die gecigucicu Ulttc:snch!!!l,)cn iibcr die Ergcbnissc odcr bczichliugelwcisc Schwicriglcitcu dcr postalischen Gpal> und Velsichcrnngsvmuiltluilq veranstalten zu lassen. Würden die Rcsultalt dieser Unlersuchnng günstig sein, so wäre dcs Wcilercn noch die Prüfung m-d Adaptirung dcei Inslitutes für die cigcnihnmliHcn Bcrhällnissc unseres Staatöwcscns mit bcsoudcrcr Sorgfalt uud Umsicht durchzuführen, Hienach hadc ich angeordnet, daß ein im Post' mauipnlntionedknstc crfahrcncr Beamter dcs Handcls-ministcriums zusamiuen mit cincr in englischen volts-wirihschaftlichcu Vcihällnisstn bewanderten Persönlichkeit dic c?forderlichen Erhcbungcn an Ort uud Stelle sofort pftcgc. uud haltc ich mich verpflichtet, hicvon Eu. Ma jcstät allcruntcrthänigstc Anzeige mit dcm wcitcrcn Bc-uicrkcn zu crstaltcn, daß dcr fragliche Abgcsandlc dcö PostdicnstcS dcn Auflr^ erhalten hat, die ncuestcu Eiurichtungcn der englischen Postauslalt überhaupt zu studiren, um für alle Fälle dcn zu machenden, übrigens nicht bcdculcndcn Neiscaufwand für dcn Staat zu fruc-tificircn. Den Entwurf dcr Allcrhüchstcu Entschließung lege ich ehrerbietigst bci. — Wicn, am 22. Älärz 1871." Auf Gtimd dcr übcr diescn allcruntcrlhäniastcn Vortrag ciftosscncn Allcrhöchstei, Eütschlicßlmg vom ^ttsic» Mar; l. I. ist seither die Eiitseiidiiüg eiucs hdherci, Aeail'tcn dcs Haüdclsüiiinftcriumö nach Londm, zn dem in dcm Vortrage crwälMcn Zweckc veranlaßt worden. Politische Uebersicht. Laibach, 6. Juni. Durch die Ernennung Stefan Bitto's zum ungarischen Iuslizministcr ist dic Stelle des ersten Viec-prüsidcnteu im Pcstcr Abgeorduetenhause und jene des Viccprasidentcn der ungarischen Delegation erledigt. Für die erstere ist der gegenwärtige zweite Viccpräsidcnt Bcla Perczel in Aussicht genommen, dcr als zweiter Vicc-präsidcnt durch Ioscf Bano erfctzt würde. Als Vicc-präsident dcr Delegation wird August Trefort gcnannt. Dcr Franziskaner P. Mcdaruus in Preß bürg, welcher jüngst aus dcm Oiden austrat, veröffentlicht eiuc gcharnischtc Erklärung gegcn die Iufallibili-tät, „welche ein denkender Mcüfch, dcr feiner Würde bcwußt ist, nie annehmen wird." Paris ist ruhia, wie einst Warschau, — cs herrscht die Nuhe des Orabcs, unterbrochen unr durch Salucn. wclchc die Hinrichtung gefangener Eommuuisteu vcrlüll-dcn. „Das Älcnschculebcu", schreibt cin Eorrcspondcnt dcr „Köln. Z.", „ist hier nicht mehr wcrth als eine Ehasscpotlugel; man erschießt mit einem Fanatismus, als hänge von den Tauscndci, dcr Opfer die Rctluna des Landes ab; man erschießt nicht blos dic Mordlircnncr dcr Eoiniluiiic, sondern anch vicle dcr geschicktesten Ar^ beitcr von Paris, die sich du, Verhültuisscu gefügt halten, um dic täglichen ^0 Sons zu l)e;ichcn, weil keine Arbeit vorhanden war "... In dcr Kirche Saint Sulpicc fand mau 400 Insurgenten im Hemd, die sich krank stellten; sie wurden mit ihrcn falschen Aerzten crschosscu. Ein Dcputiitcr wollte wissen, daß vom Montage bis ! zum Dienstage bcrcits an tue 0000 Iiisurgcntcn füsitirt wordcu scicn; Leichenwagen fahren dic Hingerichteten nach dcm Garten dcs Luxembourg, uach dem Equarc St. Jacques, nach dcm cingczaimtcü Platze St. Lazarc und nach cmdcrcn Pnnklel! von Paris, wo Erde zn Grübcrn vorhanden ist. So wurden in dcn anfgcwo,'-fcncn Gläbcil am Eintrachtoplatz 200 Hingerichtete cin gescharrt. Da man Scuchcn fürchtct, so wird man sich iuit dcr Dceinficirung bccilcn müssen. Im Lager von Satmy wurden untcru Andern anch 1<> Deutsche er- schössen." ! ^Via» c>zäh000 Leichen axf dcm ' Ehamp dc Mars eingescharrt wurden. Unter den Hin- gerichteten befinden sich natürlich viele Unschuldige. Doch das kümmert dic wilden Prätoriancr Mac-Mahons nicht. Die Frage wcgen dcr Prüfung der Wahlen dcs Prinzcn Ioinville und des Herzogs von Anmale hat die Aufmerksamkeit der Berliner amtlichen Kreise in hohem Grade crrcat. Man verhehlt sich dort nämliä, durchaus nicht, daß damit nicht blos zu.lcich das Schicksal der Ncpublik, sonderu auch das dcr Imperialisten entschieden werden wird. Letzteren hätte man, wie dcr ..5k. V,-Ztg." von dort versichert wird, gcrn den Sicg über die anderen Parteien gewünscht, weil man zu ihncu noch das meiste Vcrtramu hat, daß sie zu cincr Politik dcr Wicbervclaeltnng sich nicht werden hinreißen lasscn. Am meisten scheint man die Wicoeraufrichtiing dcs legitimen Königthumes zu fürchten, weil dicscs dic giöj;-tcn Garantien eincr Wiedercrstarlung Frankreichs bietet und weil dcsscn Grundsätze im Großen und Ganzen die französische Politik cmf Wege verweisen würden, die von denen der deutschen Poiilik wcitab licycn. Die Pariser und Vcisaillcr Iournalt ertheilen dcm Antrage Bruncts (Aufhebung der Verbnnnungsgescyc) ihre Zustimmung und sctzen voraus, daß derselbe in dcr MontagSsitznng von dcr Nationalversammlung anac-nommcn wcidcn wird. Die liocralcn Blätter crllünn dabei, daß, wcnn der Exkaiser Napoleon von dcr Aufhebung dcr Verbannung Gebrauch machcu wollte, er, den bestehenden Gesetzen gemäß, als Obcrcommandant dcr Armee wcgru der Capitulation von Sedan vor ciu Kriegsgericht zu steUcu sci. Die „Debats" enthalten die osficiösc Mittheilung, daß Lambrccht d.ls PortcfcniUe dcs Inncrn. V. Lefranc das dcr öffentlichen Arbcilcu nnd General Cissey daS dcs Krieges erhalten werden. I. Favre und I. Simon würden in ihren betreffenden Ministerien verbleiben. Dcr Dienst dcr Privat-Telegra-phic soll heute, li. Juni, wieder aufgcnommc» wcrdeu. Am 2. d. wurde bei dcr Banlsuccursalc in Straß-Kinn dic crstc Rate dcr KriegSentschädialma (40 Viilliu-nen in Noten) aczahlt, dcicn Verwendung vornehmlich für clsässisch.lothringische Kricgsschädcn in Aussicht gc-l,omnicn ist. Dcm Vcrnchmcn uach findet dcr große Alt -kath o l ikc n t ag im September in München statt. Deputationen aus allen Ländcru sind in Aussicht genommen. Man erwartet unter Anderen auch den P. H yaz i n t h, General Moltke wird Anfangs Septeinber uach Portugal reisen, dann nach England kommen und uuternimmt von London aus ein Rcifc nach New-Iorl. Dcr Conflict zwischen der Pforte uud Egyptcn ist definitiv zum Auslrag gelaugt. Die suzcränc Autorität dcr Pforte wird nochmals zum feierlichen Ausdruck gebracht, ebenso aber auch die priuilc-girtc Stellung des Vicclönigs. Der letztere bewilligt alle Forderungen dcr Pforte, die Pforte dagegen ver» zichtct fortan auf seine Bevormundung iu Finanz« angclegcnhcilcn und bchält sich nur die Gcuchmignng jeder neuen Sleuerbelastung scincr Unterlhaucn vor. Zwei Illtrrpclllltwnrn im nngarischrn Abglllldnctcnhllusr. Im Pcstcr Abgcordl'clcnhausc wurden zwei bc« incrkcoc'wcrlhc Intcipcllalioncn an die Negicrung gc-richtet. Dic einc Intcipcllalion betrifft das Vcrhaltcu neacn das Begehren, etwaige Paiiscr Flüchtlinge auszuliefern. Die andere Inlcipcllation die Vcrkündignng der Unfehlbarkeit. Die Intcipcllation Iranyi's lautet: Ich bcabfichtigc un den Hcrrn Äiiuistcrpräfidcnten eine Interpellation hinsichtlich dcs Ansuchens zu richtei,, wclchcs die Vcrsaillcr Regierung au das Ministerium dcs Acubcrn in Betreff der Auslieferung ctwa auf östcr-rcichisch-ungarischcs Gcbict sich flüchtender Mitglieder dcr Pariser Commune gestellt haben soll nnd von dein ick aus dcn Zeitungen Kenntniß erhalten habe. (Hört! Hört!) Ich glaube, cs ist unnöihig, erst zu versichern, daß ich das Vorgehen der Eommnnc weder hinsichtlich dcr Slaalsgcslaltnug, uoch hinsichtlich dcr Lösnng dcr Arbcitcrflacjc billigte und billige. Und was dic gräßlichen Thalcn dcr lctzlcn Zeit betrifft, so wcnde ich mill) als cin Frcund Frankreichs, als ciu Frcnud dcr Frei hcit nnd als ein Freund dcr Civilisation mit Entsetzen von dcnsclbcn ab. Allcin mit dcn Mördern und Mord brenncrn dmf man die Manner nicht verwechseln, die für einc — wenn auch falsche, aber doch in ihren Augen richtige - Idcc kämpften. Diese sind nur als politische Verbrecher zu be« 944 trachten. Ich hoffe, daß die ungarische Regierung gleich dcr englischen einen Unterschied machen wird zwischen den g mcii'cn Verbrechern und den politischen Flüchtlingen; ja ich hoffe, daß die Vclsaill.r Regierung selbst einmal dcll neutralen Regierungen dankbar dafür sen, wird, daß sie ihr ni
d daß der Minister dci? Aeußcrn dies Ersuchcn d^ii ^iiüister-Pläsidcntcn Ungarns und CiSlcithaniens zur Enischeiduug nbermütelt hat, so frage ich den Herrn Minister-Präsidenten: 1. Hat er das ermähnte Ersuchen empfangen und w^Nü ia, was will er dicobczügll',!, beschließe»? 2. Will er das Haus dessen versichern, daß cr cincSthcils die Auslieferung gemeiner Verbrecher, wem, von Fall zu stall ihre Schuld nachgewiesen wird. nickt verweigern, andcrnthcils aber hinsichtlich der politische» Pe.brechcr daö heilige Völkerrecht des Asyls wahren wird?' Die Interpellation Ernst Simonyl's lautet: Bekanntlich hat das in, vorigen Iahte in Roix versammelt „cwescnc Concil die katholische Religion vollständig verändert. Nun mag zwar Jeder glaube», was ihm bc-^ liebt, allein man darf fordern, daß I.dcr die Gesetze! des Landes achte. ! Die Blätter haben mitgetheilt, daß ein Visltof dtin Unterrichtsministcr erklärte, cr habe trotz des M8 p1iK?0ti das Dogma der Insallilnlität prollamirt. Nachdem nun das ^ i)1ll(,'6ti besteht; nachdem die Regierung in einer hier im Hause abgegebenen Erklärung constatirt hnt, daß sie es aufrecht erhalte, fo hat der Mann, der sich in solcher Weise gcgcu das bestehende, Gesetz auflehnt, bewiesen, daß man ihn nicht an dcr ^ Spitz: einer DiöM lassen dürfe. Mhaftcr andaittrndcr ^ Beifall.) ! Redner will in dieser Angelegenheit an den Eul-, tusminislcr cine Interpellation richten und cr wünscht, daß die Antwort jedenfalls noch vor Vertagung des Reichstages ertheilt werde: denn wir sehen, daß in Prcßbnrg durch rohe Excesse die Ruhe gestört wird, in^ Pest sich ein katholisches Casino bildet, im gangen Landc^ sich eine gefährliche religiöse Agitation verbreitet und wir ^ wollen wissen, woran wir sind. Dic Interpellation, lautet: > 1. Ist die von den Blättern mitgetheilte Nachricht > wahr, daß der Bischof von Sluhlweißenburg dem Cul-^ tlisnunister erklärte, er habc das Dogma der Infalli-bililät publicirt? ! 2. Beabsichtigt der Herr Cultusminister die Leitung der Diözese noch länger in der Haud dieses, das vicl^ hundertjährige Recht des Königs verachtenden Mannes zu lassen? ! Die beiden Interpellationen werden den betreffenden ^ Ministern zugestellt. ^ Aus Paris. Die Fusillade«. „Paris-Journal" schreibt: Jules Valli'S und Fcrr<; sind, wie man uns versichert, am Donnerstag um 6 Uhr Abends füsilirt worden. Man hatte sie bei der Ge-treidchalle ergriffen nnd n^i, dem Chutelct geführt. Hier, auf dem Platze, wurde» sie als Mitglieder der Commune erkannt, und sogleich ließ si^i aus der Menge der Ruf: „Zum Tode mit ihnen!' vernehmen. Sie machten einen verzcifcltcn Versuch, zn entfliehen, wurden aber sogleich wieder ergriffen. Nnll packle Balles den Officier, der ihn doch bisher nach Kräften gegen die Wuth der Menge geschützt hatte, bei der Gurgel; aber Kolben-nnd Slockschlägc, die auf .xn Rasenden fielen, zwangen ihn, sein Opfer loskläffen. Vor der kleinen Rue des Prötres St, Gcrmain-l'AujcrroiS wollten VcMs und Feriv nochmals culfliche», und wieder stürzte sich der Erstcrc ans den Officicr. Zwei Kolbenschlägc streckten ihn halb bewußtlos zu Boden, und nun wurden er und Fcrr<> aus der Stelle erschossen. Die Mcnc>.e blickte einige Augenblicke aus die deichen dieser beiden Banditen, bann brach sie in frencüsche Beifallsrufe aus. Man ließ die deichen einige Zeit im Kothe liegen. Der seiner Exccnlricilät wegen schon längst bekannte Doctor TonyMoilin. Dclegirter der Commune für die Mairie des li. Arrcmdissements, ist in der Nacht j von Samstag zu Sonnlug von dem im Luxembourg ! tagenden Standgerichte zum Tode verurthcilt worden. Tony'Moilin lebte schon seit längerer Zeit in wilder Ehe mit einer Frau, wclchc sich im siebenten Monate der Schwangerschaft befindet. Er äußerte den Wunsch, dieses Verhältniß vor seinem Tode zu lcgitimiren. Der ^ Präsident des Kriegsgerichtes ließ sogleich Herrn Hörisson, ! du: Mairc des 6. Arrondisjcments, rufen, welchen der !Verurthcilte am 18. Mcir^ aus der Mairie verdrängt halte. Zwei Officicrc dienten dieser Trauung iu oxtru-iM8 als Zeugen. Um 2 Uhr Morgens war die Ceremonie vollendet, und um 5 Uhr hatte der Doctor Tony-Moilin aufgehört zu leben. Valliu, ein anderes Mitglied der Commune, wurde Nestern in ocr Rue Lafayette ergriffen, als cr in aller , GcmnthSruhc die ..Patric" las. Miot, welcher den An-! trag auf Einsetzung des WuhlfahrtS-NusschusseS gestellt halle, soll ebenfalls verholet und Paschal Grollsset soll ! mal! auf der Epnr sein; wenigstens wäre festgestellt, daß der letztere tue Nacht vom Freitag zum Samstag bei einer Freundin, W Ruc Condorcet, verbracht hätte. Von Felix Pyat hat man bis jetzt noch keine Kunde. Der Pclzhändlcr Brunereau in der Nue des Martyrs, bei welchem sich Pyat unter dem Kaiserreiche zu verstecken pflegte nnd der unter der Commune Bclaillons-Chcf war. wurde ergriffen, als cr die Anlage der Barricade», in dem Quartier Notrc-Dame dc Forelle leitete ; cr soll erschossen worden sein. Elienfcllls gerücht-wcisc verlautet, daß Pollicr und Scrailler, Bcidc Aiil glicdcr der Commune, auf der Place des Petits P''>rrs erschossen worden wären. Die Ormordung des Orzbischofs Darboy. Ueber die Ermordung dcS Erzbischoss Darboy und seiner Schicksalsgenossen berichtet P. Evrard, Sergeant-Major vom 1()lx Bataillon, im „Äionitcnr Universcl" folgende Details: „Mousigncur Darboy bewohnte die Zelle Nr. 21 der 4. Division und ich die Zelle Nr. 20. Die Zelle des ehrwürdigen Prälaten war ehedem das Cabinet eines Wärters und geräumiger als die anderen; auch gelaug es, ihm eine» Tisch und einen Stuhl zu verschaffen. Mittwoch den 24. Mai um halb 8 Uhr Abends erschien der Director dcS Gefängnisses, ein gewisser Lefran^ais, der aber mit dem Mnglicd der Com- mune nur den Namen gemein und selbst sechs Jahre l/ im Aagno verbracht hat, an der Spitze von 50 Flide< rirten, worunter ein Pompier, und besetzte mit diesen!^ die Galerie, in welcher sich die Hauptgcfangcncn befanden. N Bald darauf öffnete ein Brigadier von den Gefangen« Wärtern die Zelle des Erzbischofs und ricf ihn leise an. Der Prälat antwortete: „Hier!" Dann geschah das Gleiche mit dem Präsidenten Boujcan, dem Abbü Allard, den Patres Ducoudray und Elcrc und schließlich mit dem Abb^ Degucrry von der Madeleine. Die Gefangenen wurden von den Föderirten in die Mitlc genommen und unler Spotlreden und Insulten die Treppe hinab nach dem Hofe geführt, welcher an die Kranken-abtheiluug grenzt. Hier erwartete sie ein Exccntions-Peloton. Monsigneur Darboy trat vor und richtete an seine Mörder einige Worte der Vergebung; da traten zwei von diesen näher zu ihm heran, warfen sich in Gegenwart ihrer Kameraden vor ihm auf die Knie und baten ihn um Verzeihung. Die anderen Föderirlcn stürzten sich auf sie nnd zogen sie unter Schimpfrcden zurück; dann wendeten sie sich gegen die Gefangenen! und überhäuften sie mit nrucn Beleidigungen. Es« schien dem Commandanten selbst zu viel zu werden;! denn er gebot seinen Leuten Schweigen, indem er mit« einem fürchterlichen Fluche fagte: „Ihr seid hier, ums diese Leute zu füsiliren und nicht, um sie anzuschnauzen!" Die Föderirten hielten den Mund und luden auf Commando ihre Gewehre. Der Pater Allard wurde gegen die Mauer gestellt und zuerst getödtet; dann kam an Monsigncur Darboy die Rcihc. So wurden die 6 Gefangenen erschossen und sic zeigten Alle die größte Nuhc und den größten Muth. Nur Herr Dcgucrry hatte eine vorübergehende Anwandlung von Schwäche, die ab.r eher seinem Gesundheitszustande als der Furcht zuzuschreiben war. Nach dieser tragischen Hinrichtung, dic nur in Gegenwart einiger Banditen nnd ohne Aufnahme eines Protokolls erfolgte, wurden die deichen der uü' glücklichen Opfer auf cincn Wagen der Lyon-Gesell' schaft gelegt, und angekleidet wie sie waren, uach dein P^re^Lachaisc gebracht, wo man sie der Reihe nach in die letzte Abtheilung des Schacht^ai cs hinstreckte, ohne sic auch nur mit Erde zu bedecken." Dic Journale von Pariö veröffentlichen ein Schreib»n dcS SouSgouvcrncurS del Bank von Frankrcic!', Marquis dc Plocc, worm cr erklärt, daß die Baül während der Herrschaft der Commune unversehrt gcbli^ bcu ist. Die Bank hat der Communc blos 9'^ Millie nen ausgehändigt, die sie der Stadt P^riö schuldete u^ 7,2R).(X)0 Francs mit Erlaubniß dcr Regierung m" Versailles. Das Schreiben ergeht sich in Lobcöcrhelm^ gen für daS Personale der Bnul, c^sscn feste Hllltllüg es gestattete, dieses Resultat zu erreichen. Pfingstsonntag wurden dic Kirchen wieder eröffnet, anch die Geistlichen nnd Nonncn haben von ihren Klöstern wieder Besitz ergriffen. Die Garnison dcr Aufständischen im Fort Vi»-cenneS hat sich nicht, wic sriiher berichtet wurde, ans Gnade und Ungnade crgclun. Nach langen Vcrhand' lungcn zwischen Vinoy, den Ilisurgenlen uud dem General dcr deutschen Truppen, an w lchcn diese sich gewendet hatten, gewährte Vinoy dcr Besatzung, die NM-rcnd des ganzen Aufslandcs kcinm Schuß abgefeuert lMte, daß sie sich als provisorisch gefangen übergeben möge und später in Freiheit gesetzt werden solle, jedoch nur unter dcr Bedingung, daß sie ihre Anführer uni? Der Einnehmer von Mlodnnc. Novelle. (Fortsetzung.) Madame Dubouig saß am Fenster und benutzte den letzten Schimmer deS scheidenden Tages, um die lecture ,hrcs Audachlsvuchcs zu beenden, als sic ihren Sohn eintreten, seinen Hut bei Seite werfen, und sich mit müder Micnc in ein ihr gegenüberstehendes Fautcml niederfallen lassen sah. Selbst bei dieser zweifelhaften Helle wurde sie von seiner Blässe und der Veränderung jciner Züge betroffen. Was hast Du Michel, rief sie auS, bist Du krank? Du wirst Dich auf Deinen Gäugen erkältet haben. Ncin, Mutter, sagte Michel, nicht daß ich wüßte; ctwaS Kopfschmerz vielleicht. Dann nahm er ein Journal, in welches er lange blickte, obschon es bereits zu ountel war, um die Worte zu unterscheiden. Kurz darauf zog er sich in sein Zimmer zurUck, die Theilnahme um Abendbrot ablehnend. Am folgenden Morgen kam die Mutler zu früher Stunde hinunter und fand ihn vor feinem Schreibtisch sitzend, den Kopf auf die Hände gestützt und träumend. Seine Blässe und die nervöse Spannung seiner Züge war noch auffallender als am Abende vorher, sie machte a'cr tcine Bemerkung darüber, da sie fühlte, daß cr seinen Gcmüthsznstaud ihr verbergen wolle. Gcgcn ncuu Uhr jedoch, da sie ihn noch immer unbeweglich vor sei. nen Büchern sitzen sah, wagte sie ihm zu sagen: Gehst Du denn heute nicht in's Fort. Michel? es ist schon spät. Nein, Mutter, Madame Clarcvaux reist heute ab. Obschon eS ihm gelungen war, diese Worte fast in natürlichem Tone auSzusprcchcn, so täuschte sich seine Mutter dock nicht eine Secunde über die Tragweite dieser Antwort. Diese Einladungen, diese Spazicrgüngc, diese neue Bekanntschaft, welche sie als wohlthuende Zerstreuungen in dem Leben ihres Sohnes gesegnet hatte, sollten sich nun gegen sie wenden und für ihn eine Quelle nagenden Schmerzes werden, schlimmer als dic Apathie, die demselben vorangegangen. Zur sclbcn Stunde fuhr Madame Clarevaux rasch auf dem Wege hin, welcher von Lcsseillon nach Modanc führt. Es stimmte sie traurig, diefc wilde Gegend zu ver> lassen, von der man eine um so dauerndere Erinnerung bewahrt, da das Auge kaum je wiedcr so eigenthümlich strengen und charakteristischen Zügen der Landschaft begegnet; sie bedauerte diefc Tage, die sie frei von jeder weltlichen Etiquette verlebt, und der Abschied von ihrem zärtlich geliebten Bruder bewegte sie tief; vielleicht war fogar in der Tiefe ihres Herzens eine andere uncingc-standcnc Ursache der Trauer in der Aussicht auf ihr gewohntes Leben, das unter feiner goldenen Außenseite nicht immer glücklich war. . . . Als dcr Wagen vor dem Posthausc stehen blieb, wurde die Portiere an ihrer Seite geöffnet und Michel fftrang auf den Tritt, um ein kurzes und letztes Lebewohl mit ihr auszutauschen. Er hatte viel darüber nachgedacht, was er ihr sagen wcrdc. Er hätte mit diesen wenigen Worten alles aussprcchen mögen, was sein Herz an ehrfurchtsvoller Zärtlichkeit uud Anbetung für fie empfand, i» ciuer Weise jedoch, um nur uou ihr verstanden zu werden, als er aber dieses ihm so theure Ge- sicht, diese großen uon Traurigkeit etwas verschleierten Augen, diesen Mund, dessen Lächeln und Worte seit einigen Tagen scinc ganze Welt gewesen waren, wiedcrsal) und dann dachte, daß sie in einigen Minuten für ihn vielleicht für immer verschwunden sein würden, da ;og sein Herz sich zusammen und eine Flulh von Bitte,t.il überströmte dasselbe; cr tonnte sich nur auf die Hand, welche ihm Madame Clarevaux bot, niederbeugen und sie in den sciuigcn drücken. Die Marquise, die seine Bewegung sah, fing aü von ihrer Reise zu sprechen, von dem Bedauern, daö sic mit sich fortnehme, von ihrcm Bruder, welchen stt bat, zuweilen zu besuchen. Michel konnte nicht antworten, er hatte aber den Kopf gehoben und betrachtete sic mit Zärtlichkeit und Verzweiflung, als ob er die gcliel' ten Züge seinem Gedächtnisse noch tiefer hätte einpräge» mögen. Bald verkündete das Knallen dcr Peitsche de^ Postillons, daß der Pferdewcchsel vollzogen sci. Michel machte eine Anstrengung, sagte Madame Clarevaux ui'l leidenschaftlichen Ausdruck Lebewohl, dann prcßtc cr ihre Hand an scine Lippen und entfloh, ohne sich einmal nm-zusehen. Madame Clarevaux zog den Schleier wieder iiw' ihr Gesicht; dieser iu seinem Schweigen so beredt Schmerz war der Wasscrtropfen gcwcscn, dcr den M' chcr überquellen gemacht hatte. Ihr, von den Emotionc" der Abrttsc schon bewegtes Herz trampfte sich zusammen als sie diese letzte Zuneigung hinter sich ließ, die Ibsclw" von kurzer Dauer, doch von so leidenschaftlicher Hinged»'"' war, uud sie vergoß einige Thränen des Schmers. Ach! dcr arme Michel hatte nicht cinmal dcn bitte'« Trost, sie zu sehen! (Forlsetzuuz folgt.) 945 die nach Pincennes gefli'ichteten Communisten ausliefere. Die Garnison llcceptill: onsen Vorschlag nut Jubel, nahm ihre eigenen Osficierc grfangen und ilberlus^'te sic Binoy. Kagesneuigkeiten. — (Wirthschaftsgenossenschafteu.) Die Einladung des Ackerbauministeriums um Mittheilung der Wünsche und Beschwerden der Landwirlhschaftsgesellfchast für die commissioncllcn Vorberathuugen behufs lhunlichstcl Erleichterung der Genossenschaften bezüglich der Steuer- und Slcmpclbclastung ist, wie schon erwähnt, von der t. t. Land-wirthfchaftsgcfellfchast in Wien mit den« Antrage aus unbedingte Steuerfreiheit aller Wirthschastsgenossenfchaflen beantwortet worden. In dem Referate üdcr die Einladung wurde die Dringlichkeit der Bilduug laudwirthschafllichcr Genossenschaften erörtert und behauptet, daß Hierlands die volkswirtschaftlichen Bedingungen, deren die Landwirthschast zu ihrem Gedeihen bedarf, nicht vorhanden feien. Es sei nur als ein höchst erfreulicher Fortschritt zu betrachten, wcnu Angehörige einer Gemeinde oder eines Bezirkes sich zu Genossenschaften vereinen, die eine billigere Beschasfnng von kapital, Anschaffnng landwirtschaftlicher Arschinen, Ausführung von Meliorationen, Ankauf guten öaatgelrcides, Hebung der Viehzucht :c. zum Zwecke haben. Die Gründung von Genossenschaften auf dem Principe der Selbsthilfe fei maßgebend für den Aufschwung der wirthschaflli-chen Production. Es wäre daher Sache des Ackcrbaumini-stcriums, die Bildung solcher Genossenschaften thnnlichst zu fördern und zu schützen, was besonders durch eine Befreiung von jeder Steuer- und jeder Stempclpflicht erreicht werden würde. — (Postalisches Spar- und Versicherungswesen.) Herr Ministcrialrath Kolbcnsteiner, der mit der Mission, an Ort und Stelle die geeigneten Unler-suchuugen über die Ergebnisse oder beziehungsweise Schwie rigkeilcn der postalischen Spar- und Versicherungsvcrmitllung vorzunehmen su wie die neuesten Einrichtungen der cngli schen Postanstalt überhaupt zu studircn, nach England entsendet worden ist, reist in diesen Tagen von London ab und lehrt nach kurzem Aufeulhalte in Brüssel, wo ebenfalls einige Studien zu machen find, bis zum 10. d. M. mit cinciu fehr reichen Material nach Wien zurück. — (Portofrciheit.) Nach einer Vcrordnnng des Handelsministeriums vom 21. April d. I. find die außerhalb des Amtsortcs wohnhaften Mitglieder des Be-zirlsfchnlrathes den im Gesetz vom 2. October 1865 erwähnten erponirlcn Beamten gleichzuachten, daher ihre Corrc-spoudenzen im Wechselverkchr mit dem Vorsitzenden dcö k. k. Vezirlöschulrathes portofrei zu behandeln sind. Nur müssen derlei Correspoudenzen auf der Adresse mit dem Namen und amtlichen Charakter des Absenders und Empfängers, dann mit der Bezeichnung „in Schulangelegcn-heiten" verschen sein. __(Schnee im Juni.) Am Samstag schneite es m der Umgebung von Klagenfurt; der Schnee blieb zwar in der Ebene nicht liegen, doch war der nahe niedrige Bergrücken der Sattnitz in ein weißes Kleid gehüllt. In Ferlach soll der Schnee einen halben Schuh hoch liegen. — (Eine Antwort Do'llinger's) In Iolge'dcr Ueberreichung einer Adresse der liberalen Katholiken Preß-burg's an Prof. Dollinger hat dieser folgendes Antwort-fchreibcn ertheilt: „An die liberalen Katholiken der lönigl. Freistadt Preßburg! Mit Freude uud mit herzlichem Danke nehme ich die Adresse der Katholiken von Preßburg entgegen. Möge die darin ausgesprochene Gesinnung der Anhänglichkeit an die katholische Kirche und ihre echte Lehre, sowie des Festhaltens an dem Wesen der alten kirchlichen Ordnung sich mehr und mehr als die Ueberzeugung aller intelligenten Katholiken der ungarischen Nation herausstellen. Die Katholiken Ungarns sind die ersten gewesen, welche tlar erkannt haben, daß eine rechtlich geordnete Theilnahme der Laien an der Feststellung uud Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten dasjenige sei, was der Kirche gegen! wärtig Noth thut. In dieser Theilnahme werden sie auch die geeigneten Mitel finden, um sich jenes durch die vali-tanischen Decrete zum vollen Ausdrucke gekommenen Despotismus zu erwehreu, welcher die gesammtc katholische Welt unter die Willkür-Herrschaft einer fast völlig aus Italienern bestehenden Priesterbehörde nnd des mit der Curie eng verbündeten Jesuitenordens beugen will. I. v. Dollinger." __(Auswanderung,) Wie der „Tiroler Bote" schreibt, ist die Wandel lust der Bewohner des oberen Ziller-thalcs fortwährend im Steigen begriffen. Seit Beginn des Jahres sind nnr wenige Wochen verflossen, in welchen nicht kleinere oder größere Gesellschaften nach Amerika ausgewandert sind. Nachdem bei weitem die größere Anzahl der Auswanderer aus gänzlich vermögenslosen Männern besteht, welche von Verwandten und Bekannten nur im Vertrauen "uf ihr ehrliches Gesicht, ohne irgendeine weitere Garantie d"s Reisegeld, durchschnittlich in 200 fl, bestehend, entlehn ""', mnß rühmlichst die Treue und Redlichkeit aller bishc-ugen Auswanderer anerkannt werden, indem sich bisher noch ulcht ein einziger Fall ergeben hat, daß die Rückzahlung des erhaltenen Vorschusses an Reisegeld nicht püntllich sammt Nn'sen erfolgt wäre. Eine natürliche Folge dieser Wander. l"s' fängt sich alxr, wie der „T.B." hinzufügt, bereits an bemerkbar zu machen, nämlich der allmäligc Mangel an U'ngen Arbeitskräfte». - (Die Trümmer der Vend''"N es än lc) wurden sorgfältig gesammelt und vorsichtig nach dem In^ dustneftalast transportirt, wo sie als Modelle zum Neuguß , der Reliefs dienen sollen. -- (Vereitelte Flucht der Commune-Mitglieder.) In der Nacht von Dienstag auf Milt-^ woch. als die Führer der Commune einsahen, daß ihr Los ^entschieden fei und der Verzweiflungskampf ihnen keine i Chancen mehr biete, kamen einige von ihnen auf die Idee, ! den la:,g gehegten Plan zu rcalisiren und mittelst Luft-- ballon aus Paris zu flüchten. Um 10 Uhr Abends kam ! ein Wagen zur Gas'Austalt, wore,!,, Befehl ertheilt wurde, eincu Ballon zu füllen. Die dou befindlichen Insurgenten > waren über diese Vorbereitnng erstaunt, erhielten aber auf ihre dringenden Fragen die Auskunft, daß es sich um Absendllng von Depeschen nach der Provinz handle. Um 2 Uhr Morgens war der Ballon gefüllt. Vier volle Wagen ! kamen um diese Zeit bei der Gaöfabrik an. Als die aus-! steigenden Commune-Mitglieder Miene machten, den Ballon ^ zu ihrer Flucht zu benutzen, brach ein Stnrm unter den anwesenden Nationalgarden cms. die sich der Abreise widersetzte» und die Drohung aussprachen, daß sie auf deu ! Ballon schießen würden. Ein Gardist sagte unter dem Bei ^ fall aller seiner Gefährten: „Bürger, ihr werdet jetzt nicht davonfliegen; ihr habt uns in diese Mäusefalle gebracht, ihr müßt auch mit uns darin bleiben." Als die Commune-Mitglieder sahen, daß eine Flncht uumöglich sei, stiege», sie niedergeschlagen wieder in ihre Wagen nnd kehrten nach Paris zurück, die Einen, um sich zu verstecken, die Anderen, um den Tod wenigstens im Kamps zu finden. — (Die Bevölkerung Londons.) Die Ricsen-summe ist zusammcnaddirt uud die Volkszählung im vo rigen Monat hat für London eine Einwohnerzahl von 3,251,804 Seelen ergeben. Diese Ziffer umfaßt jedoch London im weitesten Sinne, von Woolwich bis Hammer« smith und von Morwood bis Hampstcad, im Ganzen über 122 englische Qnadratmcilen, so daß durchschnittlich 2661 Personen auf die QuadraNneile kommen. Gegen 1861, das Jahr der letzten Volkszählung, hat die Einwohnerzahl Londons sich um nicht weniger als 447.815 Köpfe vermehr». — (Amerikanisch,) Auf dem Begräbnißplah West Laurcll Hill Cemetery in Philadelphia ist eine neue amc-rikanifcharchiteltonische Einrichtung zu sehe», nämlich eine bewegliche Tranercapelle, die von Stelle zu Stelle zur Be-qncmlichkeit der Trauernden ansgestelll wird; „denn", sagt der Yankee-Erfinder, „warum sollteu hundert Personen in schlechtem Wetter stehen und erkranken, weil ein einziger gestorben ist." Aus dem Vcrichtosaalo. Proccß Dvmeni,,. 3 aibach, 5. Juni, Nach Beendigung der Anklage schreitet der Vorsitzende zur Periiehmimq dcö HaMbeschnldigtcn und übergeht nach Besprechung des Zeitpunktes, um welchen Domcnig znr Ueberzeugung seiner Zahlungsunfähigkeit gelangte und der dies-falls von ihm mit einzelueu Gläubigern' gepflogenen Aus-gleichsverhandlungen, anf das erste' Factum der Anklage, nämlich auf die Veruutreuuug zum Schaden der Baronin Johanna v. N., mit welchem er des Zusammenhanges wegen auch den zum Schaden der genannten Baronin angeblich verübten Betrug in Vcrbinduug bringt. Domcuig gibt an, von der Baronin Johanna v. R. den schrifllichen Auftrag erhalten zu haben, 26 Stück Anglo-bankactien um den fchon früher mit ihr vereinbarten Preis! per 404 fl. per Aclie anzukaufen. Er habe in Folge dieses Auftrages feinen Agenten Sch. in Wien telegraphisch beauftragt, 35 Stück Anglobanlaclien anzulaufen. Dieser An-tanf fei durch Sch. in Wien an der Abendbörse des 4ten August um 395 fl. per Stück effecluirt wordeu. Der Baronin habe Domenig jedoch die Actien, da er dieselben billiger, als er erwartete, bekam, nicht um den festgesetzten Betrag von 404 fl. per Stück, sondern um401fl. per Stück berechnet. Die Baronin habe hieranf den Kaufpreis der 2»! I Aclicn, ohne dieselben zu erhallen, mit 5>perc. Mctalliques im Nominalwerlhe von 18.100 fl. bezahlt, wobei sich für dieselbe mit Rücksicht auf den Cours von 62.25 ein Guthaben von 953 fl. 21 kr. ergab. Hievon habe Domenig der Baronin 351! fl. 21 kr. bar ausbezahlt, den Rest per 600 fl. jcdoch von ihr zu dem Zwecke erhalten, um für sie 5 juuge Anglobankaclicn einzulaufen. Zu diesem Zwecke feien auch die 26 Anglo, bantaclien bei Sch, in Wien belassen wordeu, damit die selben bei der Anglobank zum Behufe der Anmeldung der 5i jungen Anglobankacticn vorgcgewiesen werden lonnlen. Sch. habe jcdoch ungeachtet wiederholter Betreibung die jungen Actien nicht angemeldet, uud so seien die alten 26 Stück Aclieu im Depot bei Ech. geblieben, bis Domenig in Folge des rapiden Sinkens der Course genöthigt war, sein Depot bei Sch. und daher auch die fraglichen 26 Stück Actien zu verkaufen. Vorsitzender: Warum haben Sie die Anglobanl-actien der Baronin nicht früher ausgefolgt, da dieselben doch fchon bezahlt waren? Angeklagter: Ich konnte sie von Wien nicht verlangen, da sie wegen der Anmeldung der jungeu Acticn dort sein mußten. Vors.: Warum habe Sie die Aclien nicht bei der Anglobank rechtzeitig vorweisen und die jungen Actien nicht anmelden lassen? Angelt.: Ich habe Sch. wiederholt beauftragt, die Actien in die Bank zn geben. Die bezüglichen Briefes müssen vorhanden sein. ! Vors.: Derlei Briefe wurden nicht vorgefunden uud kann auch im Copirbuche nicht nachgesehen werden, da dieses von Ihnen uud zwar, wie die Anklage behauptet, absichtlich beseitigt wurde. Haben Sie der Baronin gesagt, daß die Papiere bei Sch. in Wien sind? Angetl.: Das habe ich der Baronin nicht gesagt. Vors.: Sie haben der Baronin gesagt, daß ihre Aclien bei der Anglobant dcponirt sind. An gell.: Das habe ich nicht gesagt. Vors.: Mit dem Schreiben vom 1. September 1869 haben Sie Sch. beauftragt, für den Fall des TodeS Napoleons das Depot nud daher auch die fraglichen Actien zu verkaufen, uud mit dem Schreiben vom 12. October 1869 haben Sie dem Sch. den unbedingten Ver-laufsauflrag gegeben. Angekl.: Die Acticn sind mir anvertraut worden, ich mußte sorgen, daß sie verkauft wcrdeu, bevor die Course noch tiefer sinken. LGR. Pcrko: äie habcil die 26 AnglobanlActicn für die Baronin gekauft, die Baronin hat sie bezahlt, jcdoch nicht bekommen, obwohl Sie ihrer eigenen Angabe nach nichts anderes zu thun gehabt hätten, als die Actien bei der Bank vorweisen, die >ungen Aclicn anmelden und sohl» die Actien sich einsenden zu lassen. A n gcll.: Das kann ich nicht lengnen. Staats auwa lt: Wem gehörten die 26 An' globankaclien, nachdem die Baronin den Kaufpreis fnr die-felbcn bezahlt halle? An gell..- Der Baronin. Staatsanwalt: Wer hat den Auftrag zum Verkaufe der fraglichen Aclicn gegeben? Angctl.: Ich. Staatsanwalt: Wie tonnten Sie llber eine fremd: Sache ohne Ermächtigung von« Eigenthümer desselben disponircn und fchließlich dieselbe ve.kansen? Auge kl.: Weil ich in der Noth war nnd weil ich leine Hoffnung hatte, dieselben auslösen zn können. Vors.: Sie haben der Baronin die Actien zu 401 fl. per Stück verrechnet, obgleich Sie dieselben um 395 fl. per Stück angelanst haben. Angekl.: Es war ja der Kaufpreis mit 404 sl. per Stück verabredet nnd ich habe ohnehin, weil ich sie günstiger kanfle, freiwillig .'5 fl. per Stück nachgelassen, Vors.: Sie haben an Sch. an Zinsen und Provision für 35 Aclien 88 fl. 65 kr. bezahlt und der Baronin diesen vollen Betrag angerechnet, obgleich ans sie nur ein Bclrag von 79 fl. 10'"/g.. tr. entfallen ist. Der Angeklagte weiß hierauf nichts zu erwiedern. Hierauf wird zur Vernehmung der Zeugin Johanna Baronin R. geschritten. Diefelbe erzählt im wesentlichen den Sachverhalt so wie der Angeklagte, nur hebt sie ausdrücklich hervor, daß sie dem Domcnig nicht einen bestimmten Preis von 404 fl. per Aclie zugesichert, sonder» ihn beauftragt habe, die Actien fo billig als möglich, und zwar nach dem Tagescourse zu kaufen, ferners, daß Domenig ihr ausdrücklich erklärt habe, daß die alten Actien bis 20. August zum Vehnfe der Behebung der jungen Bankacticn in der Anglobant dcponirt bleiben müssen. Schließlich gibt die Zcngin an, daß Tomcnig und seine Frau nach der Concurscröffnung ihr Ausgleichsvorfchläge gemacht haben, welche jcdoch von ihr nicht aczeptirt wurden. Hierauf werden vom Vorsitzenden die in dieser Angelegenheit zwischen der Baronin N. und dem Angeklagten einerseits, uud dem Angeklagten und Sch. in Wien andererseits gewechselten Briefe vorgelesen. Von diesen heben wir namentlich den Brief der Baronin an Domenig hervor, in welchem sie denselben beauftragt, die Aclien zum billigsten Tagescourse einzukaufen; dann den Brief des Domcnig an Sch,, mit welchem er dicfem nicht fämmtliche von der Baronin erhaltene Mclalliques, fondern nur folchc im No-miualwerlhc von 16000 fl. mit der Weisung übersendete, solche nur um 63^ fj. zu verkaufen nnd ihm aus dem Depot Lombarden und Frcmcobank-Aclien einzuschicken; fcr-nerö die Briefe des Domenig an Sch. vom 1. September uud 12. October 1869, in welchen er Ech. beauftragt, sein Depot zu verlaufen. Schließlich beschließt der Gerichtshof, einen Sachverständigen im Wcchselgcschäfle über die bei Bestellungen von Wcrlhpapicren, die diesbezüglichen Provisionen u. f. w. bestehende kaufmännische Usance einzuvernehmen, uud wird der Handelsmann und Wechsler Herr I. C. Mayer sogleich vorgeladen uud nach seiuem Erscheinen als Sachverständiger in Eid genommen. Nachdem der Vorsitzende ihm das in Rede stehende Geschäft zwischen Baronin N. und dem Angeklagten auseinandergesetzt und die diesbezüglichen Corrcsponden-zcn vorgelesen halte, werden zuerst vom Vorsitzenden, dann von den LGN. Pcrto und Rechbach, sowie von dem Staats-anwalte uud Vertheidiger verschiedene Fragen an den Sachverständigen gestellt, welche dieser in der Hauptsache dahin beantwortet, daß die Baronin R., da sie den Angeklagten mit dem Ankaufe von Anglobanl-Aclicn zum Tageocoursc beauftragt halle, dieselben auch hätte nehmen milssen, wenn sie um einen höhcrn Betrag als um 400 fl. wäreu angekauft worden, daß Domenig nach kanfmännischcr Uebung verpflichtet war, ihr die Actien um jenen Preis zu verrechne», um welchen er sie eingekauft hat, daß ihn, jedoch das Recht zustand, eine Provision sowie die Vcrgiiluug des Portos zu beanspruchen, daß die Provision in der Rege! mit '/^ Percent berechnet werde, demnach im gcgenwärli^ gen Falle ungefähr 34 st. ausgemacht hätte. Hicmit fchloß der erste Vcrhandlnngstag. 946 Locales. — (Amtliches.) Das k. t. Oberlandesgencht iu Graz hat den Adjunclen des t. t. Bezirksgerichtes ^ittcn Julius Ledenigg zum Gerichtsadjuucten bei dem k. k. Lcmdesgerichte in ^'aibach iiu Wege der an^esuchten Ueber-schung ernannt. Ferner hat das t. k. Oberlandesqericht den Sebastian Gregorz, Obcraussehcr in der k. k. Strafanstalt in Laibach, zum Kanzlisten bei dem k. l. Bezirksgerichte Neumarttl ernannt. — (Meteorologisches.) Sueben erschien von I. Chavanne ein auch für unser Vaterland wichlia.es Werk: „Die Teniperciturverhältnisse von Oesterreich-Ungarn, dargestellt durch Isothermen." Isothermen sind bekanntlich die Linien gleicher mittlerer Monats- u»d Iahreöwärme. Dieselben wurde» vom Verfasser auf Grund der Resultate der meteorologischen Stationen ermittelt, deren Zahl, das ehemalige österreichische Kronland Lombard»-Venetien inbe-griffen, 415 betrug. Davon entfallen auf Krain 9 (Adcls-l'erg. Feistriz in der Wochein, Gurkfeld, Idria, ^aibach, St. Magdalena, Obergörjach, Nudolfswerth, ^ loulmt irr-thümlicherweise auch als „Neustadtl" mit abweichcuder See-höhc vor — Stein). — (Aus Oderkrain, 5. Juni,) schreibt unser Correspondent: Nach heute mir zugekommenen Nachrichten, hat der Schneefall, dessen ich ehegestern erwähnt, im sogenannten Thalc von Aßling bis an die Grenze großen Schaden verursacht. Bor allem sind die Obstbäumc sehr stark beschädiget worden, iu dem sich der Schnee au das ^aub festklebte und so die Bäume tuickte. Die Alpcnwiesen sind alle dicht beschneit, und da die Heerden die Alpenweiden schon bezogen haben, so mußte, so weit es thunlich war, Heu auf die Alpen getragen werden, um das Vieh nicht verhungern zu lassen. Da die Temperatur eine ungemein niedrige war, und es gestern Abend aufhörte zu regneu, so war, wenn es sich in der Nacht ausgehcitert hätte, ein starker Reif zu befürchten, der jedoch glucklicher Weise nicht eintrat, da es sich erst heute Vormittags ausheiterte, und so sind die Hoffnungen auf eine gute Ernte bei uns hier noch nicht getrübt. Gestern, Sountag, Nachmittag kam ein Ertrazug mit mehr als 100U Wallfahrern vom ^'»schari-berge u« ^ees an, von wo aus die Wallfahrer nach Ärezje gingen und dann von der Station Podnart wieder mittelst Vahu weiter fuhren. Schließlich muß ich noch erwähnen, - daß die Begunschiza-Brücke nun wieder ganz neu hergestellt wurde, und daß 15 neue Ärücklinge gelegt wurdeu. Möge man nun auch die fchou sehr schlechte Veldescr Brücke bald einer gründlichen Reparatur unterziehen. — (Pädagogische Literatur.) Soeben erschien vom Herrn Oberlehrer Franz Govelar iu Igg ein slovenisches Handbuch der Naturlehre „I'l'iwdttp^.jli /H I^iicl^o 60I0" in Fragen und Antworten, mit cinem Anhang zur Wiederholung uud Themata für schriftliche Aufgaben enthaltend. Daß Buch ist ein erfreulicher Beweis oeö iegen Eifers der trainischen Lehrer für ihren Beruf und dürfte seinem Zwecke, die Naturlehre in den Voltsschulen vollkommen einzubürgern und den Sinn für die Natur anzuregen uud zu verbreiten, fo viel uns schon eine fluchtige Durchsicht erkennen ließ, vollständig entspreche». Zu bezu-hen ist das auch äußerlich sehr hübsch ausgestattete Büchleiu bei I. Gionlini in Laibach und beim Verfasser in Igg (Post Brundorf). — (Conferva tor.) Ein kurzer Gefchäflsausweis dieser vor zwei Jahren in Wien gegründeten Gesellschaft zur Versicheruug gegen körperliche Unfälle liegt unferer heutigen Nummer bei.__________________________ Eingeseudet. Die delicate Heilnabnmg UevlNeuclül« (5erlifica lcu üher (^m'süngen, die aller Medicin get!»hl: Ccrlifical Nr. 06471. Prnne!lo> (dei Mondovi), den Ä>. October !«»>!>. Mein H>err! Ich !">»> Sie versichern, das, seil ich pon der wunder vollen ilovia^u'l!, ,,w «u,rl7 Gebrauch machle. da<< heisil seit zwei bahren, fMe ich die Veschwerllchleiten meinei! Alters nicht mehr, noch die Last meiner 81 Jahre. Meine Beine sind wieler schlanl geworden; mein Gesicht ist so a,nt, das, ich keiner Brille bedarj; mein Magen ist starl, alö wäre ich 3a Jahre alt. K»r.,, ich fiilüe ,»il<, ve»j in,,!: ich predige, ich liörc Beichte, ich besuche ssranlc, ich mache ziemlich >,i,^e Ätcise» zu Fnfz, ich siihlc meinen Verstand Ilar »nd „lein ^edächt,iis< ^irischl. Ich ersuche Sie, diese Erklärung zn verösfenllichcn, wo und wie Sie e? wünschen. Ihr ganz ergebener Adt',5 Peter La stell», Uac!l,'r«-^!leu!. und Pfarrer zu Prnnctto, Kreis Mondovi. Ätahrbaftcr al« ssleisch, erspart die Ilsvllle^idr« bei Erwachsenen und Kindern 5» Mal ihren Preis in Arzneien. In Blechbüchsen von ^, Pfund ft, >.5», 1 Pfund fl. 2.5(1, 8 Pfuud sl. l.5><>, 5, Pfund sl. U», l^ PfllNd sl. ^0, 24 PfllNd st. i!u«ollllü>lla>^üfurl P. Birnbachcr, iu Graz Gebrüder Obcrran zmayr, in I»»i>l>rncl Diechtl H Franl, in Nnz Hajelmaycr, i» Pes! Töröl, iu Prag I. Fürst, in Brunn F. Eder, sowie in alle« Städte» bei guten Apolhelern uub Sfteccrcihäudlern z anch vcr-fcndct dac< Wiener Hauc« nach allen Gegenden gegen Postanweisung oder Nachnahmen. I,, !,!>«>!! !!l'ln„'l,<^,. !,,!<>>,'>»>,,,1^,'C :»1>OI' l>l>! lic/.»^ >Ic>!' l!>>^^- !!><,'!!! t!»,'Il»!!il!>!! 0> ^!l!!>!-I^,^c>, >'l,^!,>s«!'ti^t 8>!,!l c>!>3 V(,'!'ll'lNie» Ol>!0!'-s!!ll8 «Ilül!» U!,0l'! <^>> K!!'!, !,iei!N!« 0I^ol>!>l!,l»?ü ^1,0!'!»^!!, ^I)3ut?,. Dili ^Vl!ß».N! üirci'I'iil,!!'!,!!I-II^I!(llU!^^ H^«»lz»>» l>«»«»« >>!!!' !>>!< l >M8!i!'t?!N l^IZllo 0! 5:(; Wir machen hirrdinch auf die im hcittigm Vlaltc stclMdc Aiüioucr drr Hcrrm H Steilldecker i>» (fo. in Hainburft bcsoildcrö ailfmcrlsam. Lö handelt sich hier um Original-Lose zn ciiicr so rcichl,ch mit Ha»lU.Ocmi»!icii au^g^stattttrn Verlosung, daß sich cmch ill nns^rr G^l'iid eine schr lcdhastc Betheiligung ummisschei! läsjt. Diesel Niilniichmen verdient um so mcl,r da« uolle Vlllraiiei,, l!id»iii die büs!^» Stacilögaraittien geboten siild >md anch »orlieiiaiiüles Ha»ö durch ein slclZ streng reelles Handeln iliid Anzahlung zahlreicher Gewiuuc allseits dclamit ist. ^ Da Iulcresscilleu so augelegeullich empfohlen, daß wir nicht » > nmliin löuucu, auf die im i>ntia.cn Vlattc befindliche An- W > uouce detisellieu ganz besonders hinzuweisen, W Ucucstt PgL (Original-Telegramm der „Laibacher Zeitnug.") Ivicn, 0. Ium. (Ncichsrath.) DerPl^sioclU theilt mit, daß Gustav Groß und Tomschitz ihre Mandate niederlege». Tagesordnung: Finanzgesetz, Brestel trägt de» Commissiolislicricht vor. Der Fiuanzmiinster bcüietft, die AuSschußvorlagc betreffe »ur ocii Voranschlag, während über das Schicksal der gleichzeitig cmgelnachttn finauziclleu Vorlagen Schweigen herrscht; cr müsse dicö bedauern, cbensowie, daß das vom Fmanzausschlisse ausgcwicscue Deficit ziffclmäßig richtig, aber sachlich ;u niedrig gegriffen sci. Dcr Finanzminislcr wcisl nach, der Finanzausschuß habe mit Unrecht n-cmchc lHin-nahmssützc erhöht, manchc Auö^beusätzc ucrlil>gc,t, so daß cS iinllwlillch sein werdr, die MlSschlißansätzc cilizu-halle». Nach der Ncftlil des Äcrichterslattcrö crllält dcr Präsident, gcgci« das Budget scicn eingettage« : Franz Oioß. Gistla, Htl'ycrhoffn', Rechbaucr, Skcne; für das Vudgct: Smolka, Wcigel, Plcncr, Kovacs, Pascotim, Ginzl, Chllimccki. Oelz, K.itz. — Groß l'ckämpft hrftig dic Ncgicrungsftolilit und stellt schließlich dcn molivirten Antrag: cS sei in die Verallillug dcs Voranschlags derzeit nicht ciuzligchcn. Tcr Autrag wird vo» der äußerslcn ^iiilc», der ganzen einten, ansgcnoiniücn Plcncr, und zwei Großgrundbesitzern untcrsliiht. Smolln motivirt die Nothwendigkeit, die Mittel zu bewilligen, mit dcr Nothwcndig-teit der Staatsexislenz; seine Partei stehe zur Regierung, weil sie die Urvcrzenglmg i,icht theilt, daß cine Reaction zu befinchtcn, dafür binge auch daS Wott des Kaisers. Oiökra führt ans, die Vudgcluevwei^'l'ni'g b^zwcckc nur, die Regierung zum Appell an die Wähler z» uela»!üsjc»,> und betämpft enlschiedcn den Föderalismus, sMorgcn! FoUsctzu»g dcr Tebatlc.) Gra z. 6. Juni. (Tr, Z.) Die Stalthaltcrei löste den Arbeiterbildungsuercin wcqen staatögcfälnlichcr Uin- lriebe auf. In Folge dessen fanden demonstrative ?Ir< beiter-Zusammenrottullgen stalt. Pest. 5. Juni. Die M!ga,ischcn ^clcqnten wtiden durch dcn Vicepräsidentn Bitto für den 12. Juni „ach Wien zum Beginne der Commissions - Sitzungen ringe' laden. In dcr heutigen Reichstagssitzulig b antwortete der Finanzminister die vor vier Monaten gestellte Intt!^ pellation Eduard Horns, ob das ungarische Ministerium dic Verpflichtung übernehme, das Bank-Privilegium in Ungarn aufrechtzuerhalten. Dcr Munster e,klärlc, die Rcgicnmg hade teine bindende Vcrpftichlnng übcruonüncii, doch das Versprechen gegeben, dc» 8t^u8 pe,(,' Metnlliques mit Mai« und November - Zinsen 59, — 5perr, National - Nnleheii <>!». — 18«0er Staats-Anlehen 100.80. — Vaulactleu 7«2. — Errdil-Actim !li8!>.20. -- Loudou 123.35, — Silber 121,30, — K. l, Müu^ Ducaten 5.85. — Naimleond'or 9.80'/,. Handel und Rudolfswerth, 5. Inui. Die Durchschinllö-Prrisr Mien sich auf dem heutigen Markte, wie folgt: —— ^^r7 Weizen Pcr MetzeN « — ^ Butter pr. Pfund . — 15 Korn „ 5 10 Ekr pr. Stitck . . - > ! Gerste „ 3 «50 Milch pr Maß . — ^ 1» Hafer „ 2 10 Niudfleisch pr. Pfd, - !^4 Halbfrucht „ 5 20 Kalbfleisch „ — ^ 2 Erdäpfel „ 2 20 Tanbeu „ - - linsen „ - — Heu pr Cruturr . 2 2» Crdseu „ — — Stroh „ . 1 '.'») Fisolen „ 4 «0 Holz, barlet«, pr. Klst, « 5'^> ^tiudsschmalz pr. Pfd, — 50 — weiche«, „ — - Schweineschmalz,, 48 Wein, rmh»-.',pr, Eimer 8 - Nv.'ck. frisch, — _ ,_, weißer „ 7 Speck, geräuchert Pfd. — 40 ?lm 5 Imil, >^l«l'«»t. Die Herren.' Baron Berg, ^rsitzer, Nassenfuß, -Lampl, Priester, Ncpnje. — ^eniev/itfm., Wien ^ Dr. Kel' Icr, Advokat, Zara. — Walln^auu, Trieft. - Pateruiouer, Wien. — Pachncr, Trieft. Tauchuev, Kalifm., Wien. -^ ^väß v. Ehrfeld, Klageufurt. — ssrau v. Fischer, Graz. ^<,»,lt KVl,»». Dio Herreu: Tosani, Trieft. — Horal, Poftjccretar, (iwtljckee, — Ncinuilrr, Mediciner, ^ack, — F«u Ehrelircich, Poiwvic, Kotalit, Iujpeclov, Trieft. — Nnard, Gewerlsbcsitzcr, Geldes. — Gluducui!, Gewertbes., Eiöucrn. ll»lv«'l«e>>«»' »ul. Herr Dc Fladnug, Marburg. ^Ncll'lUlUli^ische ^eoliachluil^'il ill Lailwch. ". ^ 3 e-ssS; Ds; - !^ ß , ^ «^ ^ 0 tt Mg,, 323 ^ ^'9^ "SW. schwnch ^Hälfte bell'. „ 23.d? 4-^l!« SW. miiß,g z.Hälfte liew. „7'" 10 Nb. ,'i24.25 -s- 9« SW. schwach f, gauz de,l'. '''"' Wechselnde Bewölkung, Abends uach 9 Uhr WetlerlenchlM in Südwest. Heute Morgens um 3 Uhr Regm. Dai« TageöuulN'l Wärme -^- 10'9°, nm 3'4" uuter dem Nurmale. Vrrauülwrllicher Redacteur: Igliaz li. K lein m a y r. Mlcnlltticht. Wie», 5 Juni. Die Vörse war weuig auimirt mid iu deu Hauplpapieren rttckgäiigig, während gleichzeitig Deuisel, wieder anzogen Zwar uahm der Rückgang uirge»^ ^.___ _______., bedeulc»dc Dimeusioueu au, aber er genligle, nm nicht uur die Samstag Abcuds crrcichleu Auanccu zu uelwischen, sundcrn auch dir Eursc thcilweise unter da'o Nivean ruKl Samstaa Mittags zu drilckm. /U. Allaenieine Vtaaiosch»,ld. Wr 100 fl. Geld Wa^.r> Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: ill Note», verzillsl. Mai-Novcmbcr 58 90 59. , ., „ Februar-August 58 90 59.^ „ Silber „ Iäuuer-Iuli . 69— 69.10 „ „ „ April-October . Waur< ^ühm-u . . . , zu5pa Pramieuaulehru zu 100 fl. ' ö.W.l^st. Einzahl.) pr. Stück 93 75 94 — Wlener ^,0tNN!UNlllaulriiru, luu- ^riu ^vuulr > zahlbar 5 pCt. für 100 fl. . . 87,30 87.50 « Uc^ifn von Vallkinstituten. Oeld Waare, Auglo-izsterr. Bant.....?42,75 243.- ! Bllulucrcin.......25l. - 252.— Bodcn-Crcditllustall .... --," ".7^ Eveditaustalt f Handel u. Gew, . 38b — ^86 20 «ireditattstult, allgem. uugar. . I«'50 110 50 Escomple-OefeÜschaft, u, i>. . . 8^- ^," Frauco-öflerr. Vaul . . , . 116.7^) 11?.- lsellcralbünl .......^- > Haudclobanl.......149.50 150.- Natioualbllnt.......779.— 781, - Uuioubanl.......282 25 282.50 Verriusbllill......107.— 107.50 Verlehröbant.......171.50 172.— «. Actieu von HrausportUliterneli. ^lUUgeu. Geld Waare Alföld-Fiumauer Bahn . . 177.— 178.— Böhm, Westbahn.....256.- 258.— Earl-Ludwig-Bahu.....260.75 261.— DouaU'Dampfschifff. Gelellsch. . 588.— 590. - Elisabrth-Wchbahu.....223.-224. Elisabeth.Westbuhn (^'iliz - Vud- weifer Strecke) ..... 197.50 19850 Ferdiuaud^Noldlulhll . . . 2285 -22Ü0. Mnstnch-i.-Va^sn^-'ljl! . 17750 178.— Geld Waare ssrau'-Ius^'i'^ükn . . 203— 20350 Lemberg-Ezern.-Iassyer-Vadu . 173,50 174 — ^'!olid, Üfterr...... . , 380.- 381. - Oesterr. Nordwcslbahu . , .212 25 212 75 Nudolss-Bahu......I«5-- 165 50 Siebcubiirger Äc-.hu . , , 170.50 1?1.50 Stanlsbuhu.......424,— 42'>.— Sildbahlt . ,......17460 174,80 Süd-iiordd, Verbind. Bahü . 179.— 179,50 TheißBahu ,......246.— 247.— Ungarische Nordostbahn . . 164.-- 165.— Ungarische Ostbahu . . , . 84,25 84.5',» Tramway........219.50 220.— »?. Pfandbriefe (für 100 ft) üllg. «ft Vod^n-Eredit Anstalt Geld Waare verluSbar zu 5 pEt. in Silber 106 25 106 50 .'lo.lu33I.riickz.zu5pEt.iuö.W, 8'..90 87.10 «ütl^uulb. zu 5 M. ö. W. . . 92,50 92,70 Nug. Vod.-Cred.-Auft. zu 5'/, PCt. 89 25 89.75 «2. PrioritätSoblissatiotten. Geld Waare Hl'.f.-Westb. in S. verz. (l. Elnisf.) 95 30 95.70 Ferdinauds-Nordb. in Silb vcrz. K'5,30 105,60 ^rauz-Iosephs-B^hn .... 96.90 97.10 N.Earl.5.'ndw.V.l. S.verz.'i.Km. 104 50 10,',, veft^r. Nordweilbahn ... 9650 96.75j Grl>> Waare Siebend. Gnhu iu Sillier vcrz. . 88 75 8!» ^ Siaatsb. O.3"/^'5.00Fr. „!.Em. 138,— 139.-Kiidli.G. 3'',., « 500 Fr.', pr. Sliick 109,75 l N' ^ sildb.-G. « 200 fl. z. 5" „ für 100 fl. 89 60 8!» 75 Sitdb.-V°u« 6"/« (1870 -74) « 500 Frci! pr. ^tilct ^ . 240- 241 ^ Ung. Ostbahu fllr 100 fl. . . 84.60 84 '.»0 ««. 'privatiosr ^per Slllct.) «ireditaustali f. Handel u. Gew. Oi>ld Wu^ut zu 100 ft ö,W......17050 17 l,-'»" Nudc,If-Stlf>e ÄugOburlj fitr 100 fl iüdd. W. 102 85 103. " Frantsurt >,,M. 100 fl. de»l0 103.10 I<>3^ Hamburg, fitr 100 Marl Ba::c° 90 55 90,>.'t:'« Glld Waarl K. Münz-Ducalei . 5 st. 84 tt. 5 fl. 86 lr Napoll!on<,d'or . . 9 „ 81 „ 9 .. 81 i " Prenß. Cassenscheinc, 1 ,. 81^.. 1 ^82 " l^ni^.r . -21 ., 50 „ 121 ,. ?l> " IKrainische Grundeollastnugs - Obligationen, P^ ^ vi!!„otiru„a: —. - <^eld, — Waare,