Llänurnerationspreise: Für Laibach (sammt Zustellung in'6 Hans): Ganzjährig . . st. 5,— Halbjährig . . „ 2.ZN Vierteljährig . „ l,25 Mit Postversendung! Ga„,jährig. . st, 8,— Halbjährig . . „ 3.— Vierteljährig . „ t.ZO Einzelne Nummer» Z lr. Zeitschrift für vaterländische Interessen. (Erscheint Tinstag und Freitag.) Manuskripte werden nicht zurückgesendet, anonyme Mittheilungen nicht berücksichtiget. Jahrgang V. Laibach, Freitag am 3. Juni 1870. Insertionsgebichren: Für die zweispaltige Petit zcite cider deren Naum bei einmaliger Einschaltung «tr.,2mal8tr., 3mat lNtr. Stempel 'ede«maI3U snc ^ Nrdaktion: Hauptwaä ^ 1 Nr. 3l3, II. SwckV ^> ^ Administration ebc>^ ^ . daselbst in Ottofar K l err'«'' ° ' Buchhandlung. Nr. 44. Wie sollen wir wählen? i. Das Wahlrecht ist zweifelsohne das wichtigste Recht eines jede» Staatsbürgers, dieses Recht auszuüben seine Schuldigkeit, und er macht sich eines schwer zu entschuldigenden oder gut zu machenden Fehlers schuldig, wenn er sich dessen begibt, es wäre denn, daß so schwer wiegende Gründe interveniren, daß eine Wahlenthaltung seinem, seiner Partei, seines Landes Interesse förderlicher erscheint, als eine wenn auch voraussichtlich im Sinne des Wählers ausfal­lenve Wahl, kurz, wenn die Passivität eher zum angestrebten Ziele führt, als die aktive Thätigkeit. Das sind indeß nur Ausnahmsfälle, die wohl im kleinen, im großen jedoch höchst selten vorkommen dürften. Das Recht der Wahl ist gleichsam ein Selbstbestimmungsrecht, es wird dadurch jeder einzelne Staatsbürger — freilich vorerst der­jenige, der das erforderliche Quantum an Steuern zahlt — zu einem Faktor im Staatsleben, der sich mehr oder minder sein Schicksal selbst bestimmen soll. Diese Aufgabe muß sich jeder einzelne stets vor Augen halten, er muß sie für so wichtig halten, als ob ihn im Falle eines mißlichen Ausgangs der Wahl die ganze Verantwortung träfe. Dieses Bewußtsein soll ihn jedoch nicht derart beeinflußen, daß er sich für selbständig hielte, keine Rathschläge annähme, sondern er muß sich mit Gesinnungsgenossen vereinigen zu gemein­samer, erfolgreicher Thätigkeit, die Partei muß da stehen wie ein Mann, wie eine Armee, keine Zwietracht reiße in die Glieder ein, kleine Differenzen, persönliche Vorurtheile sollen dem allgemeinen Wohl zum Opfer gebracht werden, alles soll eines Sinnes sein, denn nur Einigkeit macht stark und garantirt den Erfolg. Zwietracht hat felbst Weltreiche wie das persische und römische zum Zerfalle gebracht, wie viel mehr thut uns Slovenen Einigkeit noth, da man uns fast nicht als ein Volk anerkennt, uns unsere Rechte hartnäckig vorenthält, unsere Forderungen nicht berücksichtigt! Unsere Geschichte ist eine sehr lehrreiche, wir haben so viele bittere Erfahrungen gemacht, daß wir deren nicht mehr bedürfen, sondern füglich zu Nutzanwendungen übergehen können. Von jener Klique, die bis in die jüngste Zeit am Ruder stand und deren Ueberreste auch noch im jetzigen Ministerium forlwuchern, haben wir nichts zu erwarten, Beweis dessen die nicht sanktionirten Beschlüsse des lrainischen Landtages aus der allerneuesten Aera. Wir sind daher als Nation verloren, wenn wir uns einer Klique überlassen, welche sich durch die nachfolgenden Stellen ihres Programms vollständig entlarvt: „Die Deutschen in Oesterreich stehen für ihren nationalen Ver­band und ihre nationale Stellung solidarisch ein. Sie müssen daher wie ein Mann alle für einen und einer für alle zur kräftigen Ab­wehr zusammenwirken, sobald ein deutsches Interesse in irgend einem Theile des Reiches bedroht ist. Jede auftauchende Frage ist in erster Linie von dem Gesichtspunkte aus zu beurtheilen, ob sie den Rech­ten und Interessen der Deutschen entspricht, und jeder das ganze Reich berührende Vorschlag, wenn er auch an sich oder für einzelne Länder zulässig wäre, ist zu verwerfen, wenn er die nationale Existenz der Deutschen auch nur in einem Lande bedroht." „Aus den gleichen Gründen werden wir jederzeit den Ansprüchen sl ovenisch er Wortführer auf Zerreißung der verfassungsmäßig gewährleisteten Integrität einzelner Länder auf das entschiedenste entgegentreten." Daß auch in unserm Lande das „liberale" Unkraut, welches diese Bliithen zeigt, wuchert, lehrt die Geschichte des vorjährigen Landtages, lehren die Sitzungen eines jederzeit dienstfertige», servile« Vereines, wenn es galt, einem slovenenfeindlichen Regime mündliche oder schriftliche Ovalionen zu bringen; dieß lehrt die hartnäckige Ignorirung des §. 19 der Staatsgrundgesetze in Schule uud Amt, die offen geäußerte Freude über das Scheitern der Potocki'schcn Ausgleichsverhandlungen, das Verunglimpfen verdienstvoller Volts männer in der „liberalen" Presse, in Vereinen, öffentlichen Vcrsamm lungen u. f. w. Alles das sind Früchte jenes Samens, der im Laufe der Jahre in unserm Lande Wurzeln geschlagen uud nun dieselben nach allen Richtungen auszubreiten sucht, um dem Nationalismus Boden wegzunehmen und dauu selbst das ganze Land für sich z> okkupiren oder einem auswärtigen Potentaten in die Hände zu spielen. Es thnt also vor allem Wachsamkeit noth, daß uns der Feind nicht überrumpele. Die Sorglosigkeit hat schon manchen in's Ver derben gestürzt, mancher ist ein Opfer seiner Unthätigkeit geworden. Was einzelnen Passirt, kann auch Nationen treffen; die Nationalität aber ist das höchste Gut jedes Volksstammes, ihm dieselbe rauben heißt ihn vernichten, zum Sklaven eines anderen Volksstammeö ma­chen, ihn aus der Geschichte streichen. Die Nationalität ist ein Palladium, um das wir uns alle dichtgedrängt schaarcn, das wir mit Gut und Blut vertheidigen müssen. Nirgends befindet sich dieses Palladium in größerer Gefahr, als bei den Wahlen. Es in diesem Kampfe verlassen, hieße es direkt in die Hände jener liefern, die es um jeden Preis zu erobern suchen und das wäre Verrath an der eigenen Mutter, am Heimatslande. Daher müssen wir es solchen Händen anvertrauen, die sich in der Vertheidigung desselben bewährt, die es aus hartnackigen Kämpfen wieder unverletzt jenen zurückgebracht, von denen sie es erhalten, die auch in Hinkunft volle Garantie bieten, unbegränztes Vertrauen verdienen. Diese Garde des Palladiums, die kräftigste Schutzwehr der Nation find unsere Abgeordneten, Man­ner, die unsere Rechte vertheidigen, wo dieselben angegriffen werden, die ausziehen in den politischen Kampf als getreue Söhnedie niemals ihre Nation,die ihrer Pflicht sich stetsgegebene Wort einlösen,die vernichtenden WellenRenegatenthums, die fichund es zu überschwemmen der flovenischen Mutter , ihrenGlaubenverleugnen, bewußt das den Wählern der kräftigste Damm gegen des Nemökutarismus und über unser Land ergossen drohen. Diese Männer haben sich im parlamentarischen Kampfe der leider zu früh geschlossenen vorjährigen Landtagssession so rühmlich hervorgethan, unseren Standpunkt so klar gestellt und so mulhvoll gegen die Angriffe einer von Wien aus inspirirten, aus Deutsch­thümlern und Renegaten rckrutirten, fanatisirten, exaltirten und auf den ministeriellen Rückhalt gestützten Klique vertheidigt, daß wir ge° trost ausrufen können: „So lange wir solche Männer haben, ist unsere gerechte Sache nicht verloren." Und solche Männer haben wir, wir haben deren eine genügende Anzahl, so daß wir uns nach anderen Vertretern nicht umzusehen brauchen. Wozu sollen wir auch Fremde zu Vertretern unserer Interessen herbeirufen, wozu Fremde n voreilig unser Vertrauen schenken? Selbst angenommen, daß dieselben auch den Willen haben, unsere Rechte zu wahren, unsere Forderungen zur Geltung zu brin­gen; könnte n sie dieß? Kennen sie die Bedürfnisse des Landes, der Wähler so genau, daß sie aus eigener Ueberzeugung zu handeln im Stande waren, daß sie selbst bei dem besten Willen den Forderungen Nachdruck verschaffen würden? Zudem lehrt ja die täg­liche Erfahrung, daß wir uns immer selbst betrogen, so oft wir Fräsen und Versprechungen glaubten, denn diese find billig und die gewöhnlichsten, weil einzigen Mittel derjenigen, welche ein Mandat zur ersten Stufe benutzen, um dann auf der Leiter ministerieller Gunst über den Rücken der Wähler hinweg zu steigen. Sie ver­gessen, ja verhöhnen dann jene, die sie als Mittel zu geheimen Zwecken benützt haben, und sind die gefährlichsten Feinde im Lager unserer Gegner. (Siehe Dr. Klun.) Hütet Euch vor dieser Sorte! Programm. Die am 17. Mai in Marbur g versammelten slovenischen Patrioten Untersteiermarks haben ein Programm festgestellt, auf dessen Grundlage sie ihre Kandidaten für die bevorstehenden Landtagswahlen empfehlen wollen. Das Programm lautet: I. Slovenische Forderungen in staatsrechtlicher Beziehung. 1. Die Vereinigung aller Slovenen ist unser Schwerpunkt; die Gebiete, in welchen wir leben, haben keine Rechte, sind keine rechtlichen Faktoren gegen unsere Nation , sondern die Nation ist eine moralische Person, die als solche ihr persönliches Recht auf das vereinigte Staatsleben in einem österreichischen Kron­lande niemals einbüßen kann. 2. Wir fordern die ungesäumte Einführung des Gebrauches der slovenischen Sprache in allen öffentlichen Regierungs-, Landes-, kirch­lichen und Schulangelegenheiten für Slovenen; zugleich erkennen wir dieselben Rechte allen anderen Nationen zu. 3. I m Interesse der Justiz fordern wir fchon jetzt ein Ober­landesgericht für alle Slovenen, mit dem Sitze in Laibach, 4. Da nach den jetzigen Erfahrungen die Majorität des steieri­schen Landtages den oben angeführten Forderungen nicht hold fein wird, so wollen wir mit anderen österreichischen Föderalisten uns in Verbindung und in's Einvernehmen setzen. Feuilleton. Der Klatsch. (Fortsetzung.) Die Wirkunge n des Klatsches sind dreifach: auf den Klatschenden, auf den Beklatschten und auf die Umgebung. Die erste Richtung haben wir theilweise schon beleuchtet. Aus einem Wesen, welches bestimmt ist, himmlische Rosen in's irdische Leben zu flechten, macht die Klatschsucht etwas, wofür man eigentlich keinen Namen hat, der bezeichnend genug wcne, es wird zu einem Zerrbild verunstaltet, ohne Herz, ohne ein edles Gefühl, gleich dem wühlenden Wurm, der da wühlt, nicht aus Bedürfnis) oder getrieben von rasendem Hunger, sondern aus purer Zerstörungssucht und blassem Neide, weil er häßlicher ist, als andere Wesen der Schöpfung. Wohlwollen, Herzensgüte, Menschenfreundlichkeit und andere Tugenden einer schönen Seele sind der Klatfchschwester allmälig entwichen und haben dem blassen Neide, der Heuchelei, Schadenfreude, dem Men­schenschenhasfe, der Sucht zu schaden und zu zerstören, Zwietracht zu säen, Platz gemacht, diese zerwühlen ihr Inneres, fremdes Glück nagt an ihrem Bewußtsein, des Nächsten Lob verzerrt ihre Gesichts­muskeln und gibt dem edel geschaffenen Antlitz etwas teuflisch-fratzen­haftes, nur fremdes Elend ist Balsam für ihr zerwühltes und von Neid zerrissenes Innere. Diese Spezies der Säugethiere, die nur von der Ehre und dem Unglücke anderer lebt, ist selten glücklich, selten erhellt ein Freudenstrahl ihre Züge, und selbst dieser ist kein Sonnenstrahl, sondern das Zucken eines fahlen Blitzes. Doch soll man nicht glau­ben, daß sie bei solcher Verfassung und Beschäftigungslosigkeit müssige Stunden hätten, im Gegentheil, kein Staatsmann ist beschäftigter 5. Die slovenische Nation anerkennt — im Wunsche nach einer Veränderung unserer Verfassung auf föderalistischer Basis — nur die Armee-, Finanz- und Handelsinteressen als gemeinsame. 6. Alle übrigen Angelegenheiten gehören in den Nessort der Landtage. II. Forderungen, die Kirche betreffend. 1. Die Slovenen haben nichts dagegen, daß Andersgläubige, welche die vollständige Glaubensfreiheit genießen, mit ihnen die gleichen Staatsrechte besitzen; als Katholiken fordern sie jedoch, daß auch die katholische Kirche alle ihre inneren Angelegenheiten selb­ständig verwaltet. 2. Da uns an der Erziehung unserer Schuljugend im christ­lichen Geiste alles gelegen ist, so wünschen wir die nochmalige Re­vision und derartige Verbesserung des Schulgesetzes, daß in der selbständigen Organisation der Schulen auch der katholischen Kirche der gebührende Einflnß bei der Schulaufsicht zuerkannt werde. 3. Das Knchenvermogen ist gleich jedem andern unantastbar. III. Forderungen, andere gemeinsame Angelegen­heiten betreffend. 1. Vereine zur Förderung der Landwirthschaft, allgemeinen Bildung u. s. w. sollen nach Bedürfniß auch aus dem Laudesfonde unterstutzt werden. 2. Ein Fortschritt in der Landwirthschaft ist nur möglich, wenn aus dem Landesfonde für die Regulirung unserer Flüsse, Anlage und Erhaltung guter Straßen mehr verwendet wird. 3. Wi r fordern eine genaue Kontrole bei der Anlegung des neuen Katasters, damit wir nicht mit Steuern allzusehr überladen werden. Zugleich wünschen wir, daß bei dieser Gelegenheit unsere Grundbücher so geordnet werden, daß sie mit dem neuen Kataster in völlige Uebereinstimmung treten, und daß infolge dessen der reelle Kredit gekräftigt werde. IV . Alle übrigen Fragen werden der freie» Einsicht unserer Abgeordneten überlassen. Als Kandidaten für den steirischen Landtag werden, so weit wir bisher darüber unterrichtet sind, die nachfolgenden Herreu em­pfohlen: Für die Umgebung Cilli Dr. I. Vosnjak (der zweite ist noch nicht bekannt); für Lutlenberg I . Kuto v ec, Grundbesitzer; für Marburg Notar Dr. Radey und Dr. Srnec; für die Um­gebung Pettau Michael Her man. Die genannten Herren sind dem oben zitirlen Programme beigetreten, nur Herr Dr. Srnec brachte ein anderes Programm, worin nur einzelne Punkte genauer detaillirt sind, das aber sonst von jenem nicht abweicht. als sie, keiner hat mehr zu lhun. Da gibt's etwas zu erfahren, dort muß man sich genauer informiren, hier sich nach Details eines pikanten Ereignisses erkundigen, dort eine unbekannte Person aus» spioniren, Dieustbotenmeinungen hören, dann die Stoffe fortiren, sie tlatfchfähig machen, die Frau von V, beim Morgenkaffee mit einer Sensation machenden Geschichte überraschen und sich überhaupt auf die Sitzung vorbereiten. Demnach bleibt kaum so viel Muße übrig, um die Katze n zu füttern. Katzen sind nämlich das einzige Thier­geschlecht, das man leiden kann, und zwar infolge verwandter Eigen­schaften wie: Heuchelei, Neid, Nachstellung, Raubsucht; man fühlt sich zu den Thierchen unwilltürlich hingezogen. Die Hauptaktion der Mission dieser edlen Seelen entwickelt sich jedoch erst in der Sitzung su äsux, eu ti'ois, srr ^u»trs; hier sind sie nicht nur geistig, sondern auch körperlich thätig, wie wir schon früher erwähnten. D a entwickeln sie alle ihre geistigen Gaben, ihre Talente, ihre Erfahrungen, Erfindungsgeist, Nusschmücknngs» und Entstellungskünste zum Verderben der menschlichen Gesellschaft, die nicht würdig ist, sie zu ihren Mitgliedern zu zählen. Frau H. erfreut sich eines unbescholtenen Rufes, sie lebt glücklich mit ihrem Mann , ihre Kinder sind Muster von Erziehung, ihre materielle Lage ist eine sehr befriedigende. Frau L. soll sich jedoch keines guten Rufes erfreuen, sie soll mit ihrem Manne nicht glücklich leben, ihre Kinder sollen Muster von schlechter Er­ziehung sein, ihre materielle Lage soll eine miserable sein, so will es die heilige Vehme, die nichts unangetastet läßt. Aber wie ihr beikommen? Trotz aller Mühe läßt sich schlechterdings keine Blöße an ihr entdecken, ihr Aufwand entspricht dem Verdienste des Mannes und seiner gesellschaftlichen Stellung, sie empfängt keine verdächtigen Besuche u. s. w. Diese Frau ist schon seit lange der Angelpunkt der lieben Seelen, der Stein, au dem sie ihre Zungen erfolglos ab­ Die Wahlen für den steirischen Landtag finden statt wie folgt: 23. Juni für die Landgemeinden, 27. Juni für die Städte, Märkte und Handelskammern und 30. Juni für den Großgrundbesitz. Wie der „Slov. Narod" aus verläßlicher Quelle erfährt, wird die Re­gierung die Deutschthümler unterstützen, aus Furcht, daß die Slo­venen den Reichsrath nicht beschicken. Lokales. Lllibach, 3. Juni. -— ^2anl>tagßwahlen) finden zufolge einer Kundmachung des Landespräsidiums in Krain an folgenden Tagen statt: Die Wahlen der Landgemeinden am HV . Juni ) die Wahlen der Städte und Märkte I» . Juni ; die Wahlen für den Groß­grundbesitz Z . Juli . — Die Wählerlisten für die Stadt Laibach liegen beim Magistrat ans. Wir erlauben uns hier die ?. I'. Wähler ganz besonders darauf aufmerksam zu machen, daß jeder dieselben einsehen und das Recht der Reklamation dagegen, wenn es nöthig ist, ja gewiß geltend machen möge, welche auch bis zum letzten Augenblicke berücksichtigt werden muß. Sollte jemand auf welcher Seite immer auf Schwierigkeiten stoßen, so wird er ersucht, dieß dem Vereine „81av6uij2," bekannt zu geben, der dann die weiteren Schritte thun wird. — (IllNjöberg-AfflNic.) Das Oberlandesgericht in Graz hat das Urtheil des k. k. Landesgerichles in Laibach gegen die in der bekannten Ianjöberger Turner-Affaire Verurtheilten dahin abgeändert, daß einzelnen Delinquenten ein größeres Strafausmaß zuge­sprochen wurde. Demnach wäre die Affaire beigelegt, da die Turner dem Vernehmen nach gegen dieses Urtheil nicht rekuriren werden. — (Herr T>r. E, H. Costa) ist vom Verwaltungsrathe des Vot'schußvereines in Innsbruck „in Anerkennung der Verdienste, welche er sich um die Gründung dieses Vereines erworben hat", zu dessen Ehreiimitgliede ernannt worden. ^ (Der Tllbor in 8exaua) war von 6000 Menschen be­sucht; als Obnilln desselben wurde Dr. Lavriö mit stürmischer Akklamation gewählt und von der Volksmenge, worunter auch sehr viel städtische Intelligenz glänzte, freudig begrüßt, die Redner wur­den oft durch Beifallsrufe unterbrochen und die Reden selbst von den Zuhörern mit Begeisterung aufgenommen. Einen wirklich über­raschenden Beifallssturm rief die Resolution bezüglich Slovenien s hervor. Die Versammlung nahm alle zur Besprechung gelangten Punkte mit Beifall einstimmig an. Selbstverständlich befindet sich darunter auch die Forderung, welcher das vom krainischen Landtage wetzen. „Nur einen einzigen Nagel, an den man sich anklammern könnte, ich gäbe meine liebste Katze drum." Der unter polizeiliche Aufsicht gestellte Gegenstand wird Tag und Nacht von Argusaugen bewacht, er bewegt sich fortwährend im Bereiche dieser Dardanellenbatterien, die immer zum Abfeuern ge­laden sind, aber er bewegt sich, als ob er sich der Gefahr bewußt wäre. — — Halt da! „Frau A. ist eine Heuchlerin, sie weiß, daß wir sie beobachten." „Ich hab's auch bemerkt, sie schielt immer nach unseren Fen­ stern und wenn sie uns unterwegs trifft, macht sie, als würde sie uns nicht sehen." „Ja, ja, ich hab's gleichfalls bemerkt." „Dort geht sie, sie hat ein neues Seidenkleid." „Ein neues Seidenkleib! Na, die hat's noch, sie soll lieber ihre Kinder besser kleiden —" „Und auf ihren Mann achtgeben, daß er weniger spielt." „Ah, was sie sagen! Der Mann ist ein Spieler? Ich hab's mir gedacht, weil er häufig das Kaffeehaus besucht." „Das muß ich gleich der Frau von B. hinterbringen; sie ist mit der Frau ^. bekannt, das wird diese ärgern. Na, die muster­hafte Frau! hihi!" Der ganze Chor kichert schadenfroh und freutsich seines Werkes. Fräulein I . ist ein liebes, schönes Kind, seine Erziehung voll­endet, alle Welt bewundert sie, alles liebt sie. Glücklich der Mann, der sie einst sein nennen wird! Das alles soll nicht sein, sie ist dem hohen Gerichtshof ein Dorn im Auge. „Ich weiß nicht, alle Welt findet Fräulein Y. schön, finden sie das auch, Fräulein von Z.?" „Ich? I m Gegentheil! Dieser Mund, das Haar " votirte Schulgesetz entspricht uud welche da« „Laibacher Tagblatt" V le i weis'schcs Gebräu zu nennen sich erfrecht. Sind etwa wohl die Petitionen, welche von einer Menschenmenge, die gewiß 6000 Köpfe zählte, auch Gebräu und wessen? — Zwar degradirt das „Tagblatt" die Zahl 6000 auf 3-4000 , wie es seine liebe Ge­wohnheit ist, weil es die Tabore mit schielenden Augen und Per« kleinerungsbrillen ansieht, allein selbst diese Zahl ist größer, als es die tagblättliche Brigade je war oder sein wird; daher ist es min­destens etwas vorlaut oder unartig von ihm, wenn es in Gegen­stände und Angelegenheiten seine Nase steckt, welche Landes» interessen berühren. Es ist dieß nicht minder komisch, als wenn ein Knabe über Politik spricht. „Tagblatt", bleib bei deinen — Lügen! ^ (Tügblattilldcil. ^) I n einer der jüngsten Nummern des „Tagblatt", das sich in letzter Zeit sehr gut als Welterfrosch be» währt, lefen wir eine erfreuliche Nachricht. Das Blanche» „für Intelligenz, Kapital und Lüge" klagt nämlich in einem Leitartikel, zu dessen Gegenstand es die bevorstehenden Wahlen gewählt, über trübe Aussichten, welche die sogenannte „liberale", präziser: falsch liberale Partei, eigentlich Klique am Lande hat. Diese be­trübende Erscheinung rühre vom Klerus her, welcher auf der Kanzel und im Beichtstuhl das Volk fanatisirt, und es ist der Fort­schrittspartei (?) leider noch immer nicht gelungen, diesen verderb­lichen Einfluß zu brechen. I n diesem Sinne raisonirt das Vlatlchen gegen die vermeintlichen „Wettermacher" am Lande, welche schuld sind, daß die Saat des Nemstutarismus, Nenegatenthums und fal­schen Liberalismus nicht recht aufgehen und blühen will. Wir weinen über dieses „Mißverhältnis^" dem „Tagblatt" zulieb Krotodilsthrä» nen, obschon darauf das Blättchen selbst ein Privilegium genommen. Armer DeZman! Du wirst deine Thränendrüsen vergeblich auslee ren, um dieses „Mißoerhältniß" aufzuheben und die Aussichten für deine Saat günstiger zu gestalten. Von der Witterung in den Städten hofft das „Tagblättchen" mehr, weil es einen Regengus; von oben erwartet, der das nationale Unkraut fortschwemmt. Veäereulo! — Ferner bringt das Blättchen, welches, wie wir schon einmal zu konstatiren Gelegenheit hatten, in Landesgerichts, kreisen so gut vertraut ist, daß es Entfcheidungen :c, oft früher ver­öffentlicht, als dieselben in die Hände der Getroffenen gelangen, die Kunde, der Fürstbischof von Laibach habe ein Gnadengesuch für den verurtheilten Kaplan Herrn I . Koprivnikar bei seiner Majestät vorgelegt, welches nn das Landesgericht zur Begutachtung geschickt ») Unter diesen, Titel werde» wir künftighin alles ungereimte zu reime» «ersuchen, was das „Tagblatt" bringt. Die Red. „Das Haar muß falsch sein!" „Ja , ja, Sie haben recht! Das Haar ist falsch. Dann das kokette Benehmen." „Sie ist ja noch ein Kind und will schon ein Fräulein spielen. Hat vielleicht schon gar ein Verhältniß." „Eins?! Mehrere. Ich bitt' Sie, heutzutage haben ja Schul­ mädchen schon Verhältnisse. Freilich zu unserer Zeit " „Gratulire dem Mann, der sie bekommt." „Was reden's denn? Wer wird so eine Zierpupe heiraten! Nichts als Putz. Sie hat's auch nöthig bei der Menge Kinder. Aber eins soll nicht des Herrn ?). sein!" „Ich hab's mir auch gedacht, es hat gar keine Ähnlichkeit mit ihm. Sehe» sie die Nase." „Ja, ja, das ist mir auch aufgefallen und ich erinnere mich verschiedener Gerüchte. I n die Familie heiratet niemand." „Hihi! Die hat's verdient. Wie froh bin ich, das; ich ihn zu­ rückwies, als er um meine Hand anhielt." „Um meine Hand hat er auch angehalten." „Aber erst, nachdem ich ihm einen Korb gegeben." „Nein, ich gab ihn früher." „Nein, nein, ich erinnere mich gut, es war am Palmsonntag." „Und bei mir war er am Faschingssonntag." „Nein, nein, bei mir war er früher!" „Nein, er war bei mir früher." Nun folgt ein kleiner Zank, der die schöne Gesellschaft für heut sprengt; sie zählen einander gegenseitig ihre Jugendsünden vor, sind jedoch Tags darauf wieder versöhnt, weil natürliches Bedürfnis; und die innige Seelenoerwandschaft einen längern Zwist nicht zulassen. (Forts, folgt.) wurde. Dasselbe ist nach der Versicherung des „Tagblatt", welchem es vielleicht auch zur Begutachtung vorgelegt worden zu sein scheint, weil es dasselbe gelesen haben muß, sehr schwungvoll abgefaßt und spendet dem Verurteilten volles Lob, soll jedoch, wie das „Tagblatt" verräth, von dem k. k. Landesgerichte gerade in diesem Falle zur Berücksichtigung nicht empfohlen werden. Wir haben guten Grund, diese Mittheilung des „Tagblatt" für verbürgt zu halten, da es, wie gesagt, mit dem k. k. Landesgerichte und auch mit anderen k. k. Gerichten auf dem besten Fuße steht. Die Begnadigung des Verur­,heilten wäre für das „Tagblatt" wieder eine bittere Nuß gewesen, an der es mit seinen stumpfen Zähnen lange zu knacken gehabt hatte. (Journalistik.) Die eiste und zweite Nummer des „krav­uik gloveuski" (Redakteur und Herausgeber Dr. I. R. N a? la g, Druck von R. Milic in Laibach) liegen uns vor. Die Zeitschrift erscheint einen Bogen stark in Großoktau monatlich zweimal. Was zunächst die Sprache anbelangt, ist dieselbe eine fließende, gewandte, befreit von jenem skrupulösen Zwange, dem man in juristischen Akten­stücken und Übersetzungen begegnet und der das Verständniß der­selben wesentlich erschwert; sie ist daher einerseits selbst für Laien leicht verständlich und widerlegt andererseits den oft gehörten Vor­wurf, daß sich die slovenische Sprache wegen Mangel an Ausdrücken als Amtssprache noch nicht eigne, in äußerst glänzender Weise. Die beiden eisten Nummern, welche in eine verschmolzen erscheinen, enthalten nebst einer erläuternden Einleitung über das Wesen der österreichischen Verfassung und die bei der Justiz bezüglich der Amts­sprache bestehenden Gesetze einen wahren Schatz des Wissenswerthen nicht bloß für Juristen und der Gerichtspraris Beflissene, sondern auch für Laien. Wir begrüßen das patriotische Unternehmen mit um so größerer Freude, als dadurch auch jenen k. k. Beamten, welche die Unkenntnis; der slovenischen Sprache so gerne als Ausrede gebrau­chen, Gelegenheit geboten wird, sich darin auszubilden; voraussichtlich werden sie nach diesem Schatze mit Begierde greifen nnd das Un­ternehmen auch materiell unterstützen. — Die dritte Nummer er­scheint am 1. Juli. — I m Interesse solcher Personen, die sich gerne bei anerkannt soliden Getdverlofungen betheiligcn, «erweisen wir auf die in unserem heutigen Blatte befindliche Bekannimackung des Handlungs-Hauses I , Weinberg ^r. in Hamburg. Die so beliebten Vraunschweigel Original-Lose finden allseits ra­schen Absatz und kann dieses Haus auch wegen seiner stets reelle» »nd prompte» Bedienung bestens empfohlen werde». Das Gluck blüht im Weinberge! .... Itttt gute Gelränke, Speisen, sowie auch prompte Bedienung zu s°rgen. ^ 40—2 . Gastgeber. ^3? »^? ^» ^5> ^H^ »^ ^, ^z« ^> ^5 ^ , ^> ^^ ^, »^, «H» iH^ -»H», "H, ^» ^> ^>^> ^ »^> »>z«, ö^> ^ ^3 <^ >z» <6f«, >^ ^ >H3 l^« i^L <^2 >f^ ^ ^3 ^ 3Iiln biete tloui MiieKe tlie llilllll! 100 MW Thaler, im AÜU8tiAen I'alle «,l« nöensten <3e^v!nn bietet 6!e nonosto ßrN88« >in8cn>v»!l^vr !^»nllr8'lttl'ßie>ui!ß ßenlliiuißt nuä gniuntilt iZt, 1^8 v/erclen nur 6e^vinne ß^e^o^en unn^emll88 I^nin­men clurolr 6 Verluüunß'ell im I^llufe von v^eni^en ^lnn^ten 29,000 lüewinu« «ur siclieren Nut8et>eiöun^, cl^runtei- befinden üieti Ullunttrelfe!- ven eventuell Tb«Ier 100.000, 60.000, 40.000, 20.000. 15,000, 12.000. 2mn1 1l).000, 2mlll 8000, 3m°»l 600«, 3,^1 5000. 12M2I 4000. 34mlll 2000, 155mal 1000. 26,mal 400, 383mal 200, 18.600 ä, 47 et«. 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