Laibachn TaMtt. Rcdaction und Expedition: Bahnliosgasse Nr. 15. Nr. 12. Pränumerationsrreise: Für Laibachs Ganzj. fl. «'<0; Zustellung in» H-u« vrtlj. SS Ir. Mit der Post? Ganzjähr. fl. IL. I»Ierli°»«»re>Ie: Sin^ .. — , Dienstag, 15. Jänner 18<8.—Morgen: Marcellus. HSLUUL ll.Zah^ Ist die Türkei verloren? Scheinbar, schreibt die „Augsb. Allg. Ztg.", nähert sich die Türkei allerdings der Lage, welche gewöhnlich den Besiegten zwingt, um Frieden zu bitten und die Bedingungen des Siegers zu erfüllen, wenn sie auch noch so hart sind. Der Feldzug des ersten Jahres hat sowol in Asien als in Europa mit der vollständigen Niederlage der Türken geendigt. Plewna und Kars sind gefallen. Erzerum ist umzingelt, der Balkan ist überschritten und Sofia befindet sich in den Händen der Russen. Und Rußland begnügt sich nicht mit diesen Erfolgen, es scheint sich auf noch längeren und härteren Widerstand oder auf größere Pläne vorzubereiten, denn seit vier Monaten ist fast jeden Monat ein neues Armeecorps aus dem Innern Rußlands an die Donau gerückt, und immer neuer Nachschub wird gemeldet. Allein auf der ändern Seite darf nicht vergessen werden, daß die Russen in der ersten Hälfte des Feldzugs sowol in Asien als an der Donau den Kürzeren gezogen hatten und daß sich das Kriegsglück erst wendete, nachdem sie ihre Streitkräfte verdoppelt. Gleichwol hat sich Plewna einer dreifachen Uebermacht gegenüber vier Monate behauptet, und noch ist das Festungsviereck an der Donau unerschüttert, ja sind Widdin, Rustschuk, Silistria, Varna und Schumla noch nicht einmal regelmäßig belagert. Die Donau ist im Eisgang begriffen, und bei der Schwierigkeit der Uebersteigung des Balkans könnten die russischen Heere einem nur halbkräftigen und entschlossenen Feind gegenüber in die allergefährlichste Lage gerathen. Es muß in Betracht gezogen werden, daß die Beobachtung des Festungsvierecks an der Donau allein eine große Armee erfordert, daß aber jenseits des Balkans mit jedem Tagmarsch vorwärts die Chancen der Russen sich verschlechtern und die der Türken sich verbessern, weil jene von ihren Hilfsquellen sich entfernen, weil diese denselben fortwährend näher rücken, weil jene ihre Zufuhr durch unzugängliche Gebirgspässe bewerkstelligen müssen, diese aber de« leichtesten Transportwege, dem Meere, täglich näher rücken. Selbst wenn es den Russen gelingen sollte, Adrianopel zu nehmen und bis vor Konstantinopel zu rücken, so wäre noch nichts verloren, wenn die Türken nicht an sich selbst verzweifelten. Ein einziger Personenwechsel, welcher an die Stelle des unfähigen Ränkeschmieds Mahmud Damat Pascha den genialen und energischen Mithad Pascha setzte, würde leicht noch in der zwölften Stunde eine völlige Schwenkung des Kriegsglücks Hervorbringen können. Dies kann schon auS der bekannten That-sache geschlossen werden, daß die meisten Fehler der türkischen Feldherren auf dem Kriegsschauplätze von der unberufenen Einmischung des Kriegsraths herrührten, an dessen Spitze Mahmud Damat stand. Die Entfernung dieses Ulenden und die Einsetzung einer wahrhaft patriotischen und fähigen Regierung würde die gegen»ärtige Stimmung der Bevölkerung von Konstantinopel, welche an allem zu verzweifeln beginnt, leicht in Begeisterung Umschlagen machen, so daß sie, da ihre Zahl zwischen 1.200,000 und l.bOHOOO Menschen, also wenigstens 200,000 wehrfähige Männer betragen soll, allein ein ganzes Heer hervorstampfen könnte, welches im stande wäre, jeden Angriff auf die Hauptstadt abzuschlagen. Man darf dabei nicht vergessen, wie sehr in den letzten Jahren die Widerstandskraft der Türkei unterschätzt worden war. Als die Türken im Jahre 1875 nicht einmal der Insurgenten in der Herzegowina Herr werden konnten, da glaubten die Serben im Sommer 1876 einen militärischen Spaziergang nach Konstantinopel machen zu können! Und im Jahre 1877 mußte das ungeheuere, 80 Millionen Einwohner zählende Rußland nach vielen Niederlagen seine ganze Kriegsmacht aufwenden, um nur sein „Prestige" wieder zu retten, denn von einem militärischen Spaziergang ist es auch jetzt noch weit entfernt. Dazu kommt nun noch die finanzi'Lttr Lage; allerdings ist die Türkei bankerott, a^rm-dafür zahlt sie auch keine Zinsen, während Ruß^^' land, um seinen Kredit aufrecht zu erhalten, eine jährliche Zinsenlast von 107 Millionen Gulden zu tragen hat, welche infolge der enormen Steigerung des Goldagios sich in Wirklichkeit noch bedeutend höher stellt. Andererseits fließen der Türkei fortwährend Unterstützungen von ihren Glaubensgenossen in Asien (besonders Indien) und Afrika zu, wovon die in den Händen der Gefangenen von Plewna gefundenen Münzen Heugnis ablegen. Ferner kommt Rußland der Krieg theurer zu sieben als der Türkei, weil es in der Ferne kämpft und weil seine Truppen weniger genügsam sind als die türkischen Soldaten. Lassen wir die Frage einer etwaigen Hilfe Englands ganz außer Spiel und werfen wir einen Blick auf die finanziellen Hilfsquellen Rußlands. Als Rußland Ende April vorigen Jahres den Krieg begann, hatte es 88 Millionen Rubel für die Mobilisierungskosten ausgegeben, wovon 40 Millionen vom Ueberfchuß des verflossenen Rechnungsjahres herrührten und 48 Millionen dem neuen inneren Anlehen von 92 Millionen entnommen waren. Der Rest der Anleihe, 44 Mill., war bereits am 13. Mai verausgabt, und die Reichsbank begann Vorschüsse zu machen, zu welchen die Mittel mit der Notenpresie geschaffen wurden. Sodann wurde die sogenannte orientalische Anleihe gemacht, welche die Summe von 165 Mill. Rubel eintragen sollte und bis zum nächsten Februar abgewickelt sein muß. Endlich kam im November vorigen Jahres die auswärtige Anleihe von 307>/, Mill. Mark, von denen aber nur 69 Mill. gezeichnet worden sein sollen. Diese dienten zumtheil dazu, um Vorschüsse von Berliner Bankiers zu decken; da indessen der Verkauf unter der Hand seinen Fortgang nimmt, so kann immerhin angenommen werden, daß wenigstens ungefähr 33 Mill. Rubel dafür im verflossenen Jahr ein-gegangen sind. Somit haben die Anleihen sammt Jemileton. Ueber Laibach vor fünfzig Jahren. (Schluß.) Der Monarchenkongreß 1821 endlich, wenn er auch in geschichtlicher Beziehung nicht zu den angenehmen Erinnerungen zählt, gehört jedenfalls zu den bedeutendsten lokalen Ereignissen. Laibach beherbergte damals Se. Majestät den Kaiser von Oesterreich, den Kronprinzen, die Erzherzoge Franz Karl, Ferdinand d'Este, Kaiser Alexander von Rußland,. König Ferdinand von Neapel Mit Gemalm, Herzog Franz IV. von Modena mit dem zahlreichen Hofstaate, den Ministern, Gesandten von Großbritannien, Frankreich, Sardinien, Preußen, Sachsen, Baiern, Neapel, Toscana, Rom, Portugal, Hannover. Hessen-Kassel, Dänemark, dem deutschen Bunde und vielen anderen Deputierten und F.emden von Rang. — Erwünscht wäre es, wenn dieser Versuch eines geschichtlichen Bildes aus der Vergangenheit unserer Landeshauptstadt nicht allein durch geschriebene und gedruckte Quellen, sondern auch durch lebendige Berichte von Zeitgenossen vervollständigt werden könnte. Zu letzterem dürste freilich nach der Natur der Sache wenig Aussicht mehr vorhanden sein. eS müßten dies Jugenderinnerungen der ältesten unserer Mitbürger sein. Sollte aber der Geschichtschreiber künftiger Zeiten nach gedruckten Quellen greifen wollen, um die Kultur unserer Hauptstadt in« zweiten Decennium unseres Jahrhunderts zu schildern, und es fiele ihm zufällig das Büchlein in die Hände, worin Bibliothekar Jäck in Bamberg unser Laibach im Jahre 1822 beschrieben hat *), so dürste sein Urtheil eben nicht günstig auSfallen. Charakteristisch und typisch für jene eisen-bahn- und telegrafenlose Zeit ist das Büchlein allerdings, und es müßte einen greisen Zeitgenossen recht wie ein Gruß aus ferner Jugend anheimeln, während es den Sohn der neuen Zeit wie ein kaum verstandenes Curiosum mit unwillkürlichem Hunwr anmuthen mag, wie es eben dem Verfasser *) Gräz, Laibach, Triest re. kurz beschrieben vom könijil. Bibliothekar Jäck zu Bamberg. Weimar 1824. dieser Skizze ergangen ist. Unser Bibliothekar hat sich zu lange von den Reizen der Kaisersladt fesseln lassen, er fährt über Bruck nach Graz (oder Gräz, wie er schreibt), wo ihn das Gasthaus „zum goldenen Rössel", am Eingänge der Vorstadt Mariahilf, aufnimmt und „die schönste der vier äußerst munteren Kellnerinnen mit dem angeordneten Frühstück, welches ein anmuthigerer Dialekt vom kleinen Munde, ein bezaubernderes Auge und Näschen im blühendsten Lilien- und Rosenteint, ein schlankerer Wuchs, gepaart mit kräftiger Jugendfülle, nicht besser hätte empfehlen können", erfreut, — wir können nicht umhin, diese blumenreiche Stelle zu citieren, als eine wahre Oase in der Wüste eines trockenen, wunderlichen und nicht sehr correcten Stils. — Für die Weiterreise nach Triest, wohin ein unternehmender Wiener Kutscher den Reisenden in 5'/, Tagen zu befördern verspricht, versieht sich dieser unter anderen mit gelbledernen Ober- »ud Unterdecken, weil man ihm „allgemein die Nachtquartiere von Untersteiermark, Krain und Jllyrien als sehr schlecht geschildert hat." Außer den Kunstmerkwürdigkeiten dnn obengenannte» Ueberschnß im verflossenen Jahre mindestens 330 Mill. Rubel eingebracht. Nach dem Ausweis der russischen Reichsbank vom 24sten Dezember unserer Zeitrechnung hat die seit einem Jahre begonnene außerordentliche Ausgabe von Noten die Summe von 293.850,000 Rubel erreicht. Demnach sind in den letzten nenn Monaten des verflossenen Jahres für die russische Kriegsführung wenigstens 630 Mill. Rubel oder 70 Mill. pro Monat an außerordentlichen Kriegslasten anf-gewendet worden. Dieser Dnrchschnittsanfwand ist in den ersten fünf Monaten geringer, in den vier letzten aber bedeutend hoher gewesen, weil in den letzteren die russischen Streitkräfte um wenigstens ein Drittel erhöht waren. Das russische Handelsorgan „Birfchewyja Wjedomosti" hatte die außerordentlichen Kriegskosten bis zum September per Monat auf 50 Mill. Rubel angeschlagen. Nun kommt noch dazu, daß das Goldagio seit dieser Zeit enorm gestiegen nnd natürlich die Preise in Rußland entsprechend in die Höhe getrieben worden sind. Die außerordentlichen Kriegskosten können daher für das jetzt begonnene Jahr nicht geringer als auf 100 Mill. Rubel per Monat angeschlagen werden. Nachdem die letzte Anleihe gescheitert ist, so ist Rußland auf die Notenpresse als seine einzige Hilfsquelle angewiesen. Für den Fall nun, daß Rußland zu einem zweitjührigen Feldzuge schritte, würde es geuöthigt sein, den Notenumlauf, welcher nach dem Answers der rnssischen Reichsbank vom Ende des vorigen Jahres bereits 1030 Millionen Rubel überstiegen hat, um monatlich 10<> Mill. Rubel zu vermehren, so daß bis zum Oktober der Gesammtnmlanf auf 2000 Mill. Rubel sich erheben würde. Natürlicherweise würde aber dann die Ent-werthnng der Noten bei diesem Uebermaße der Emission in so starker Progression fortgeschritten fein, daß schon in der Mitte des Sommers die Kriegskosten nicht inehr mit der jetzt erforderlichen Summe von Noten gedeckt werden könnten. Mit anderen Worten: die Fortsetzung des Kriegs in diesem Jahre treibt Rußland nothwendig in den Staatsbankerott. Soll es unter solchen Umständen durch übertriebene Forderungen auch noch riskieren, England mit in den Krieg zu ziehen? Wir sind der Meinung, daß nur das Vertrauen auf die Stärke der englifcben Friedenspartei die Härte der russischen Bedingungen diktiert. Daher sehen wir mit der größten Spannung der Eröffnung des britischen Parlaments entgegen. von Graz, wobei auch das Johannenm aebürende Würdigung erfährt, schildert uns Herr Jäck, wie er die „vorzüglichsten" Straßen der schönen Jaco-minivorstadt „durchlaufen", „wohin sehr viele lebenslustige junge Leute und Vornehme sich begaben." Hier „wogten Hohe und Niedere ganz ungezwungen einander entgegen, was erst seit der letzten Anwesenheit der Franzosen stattfinden soll. Ehemals schied sich der Graf, Freiherr, Ritter, Honoratior oder Staatsdiener genau vom Bürgerlichen ; jetzt aber ist die lästige Scheidewand der beiden letzten wenigstens nicht mehr so auffallend sichtbar." Der bürgerlichen Grazer Lebensgenuß und Art wird nun kurz und prägnant geschildert: „Der milde Abend gestattete den Bürgerlichen den Aufenthalt unter freiem Himmel vor den Gasthäusern in starkem Wein- und Fleischgenuß wie zu Wien; wir fanden die meisten Menschen stark gebaut, gut genährt und nach Landessitte anständig gekleidet, ohne kleinliche Aefferei französischer Formen." Am 10. September verläßt unser Reisender Graz, nachdem „Wirth und Kellnerinnen im „goldenen Rössel" sich bei der Abreise so human als bei der Politische Tagesgeschichte. Laibach, 15. Jänner. Anläßlich der Ankunft der ungarischen Minister in Wien bringt die „Montags-Revue" ein förmliches Programm für die Begleichung der in Bezug auf den Ausgleich «och bestehenden Differenzen. Betreffs des Baukstatuts — so bemerkt dieses offiziöse Blatt — besteht eine wesentliche Differenz nur mehr über den Titel, weil das Pester Ministerium darauf beharrt, daß die Bank die Bezeichnung „Oesterreichisch-ungarische Bankgesellschaft" führen solle. Die „Montags-Revne" glaubt indessen, daß die österreichische Regierung sich kaum veranlaßt finden dürfte, einen solchen Vorschlag dem Reichsrathe zn machen. Die Achtzigmillionen-Schuld dürfte bestimmt sein, die Basis für das Compromiß in der Restitutionsfrage zu bilden. Bezüglich der Finanzzölle scheine es gewiß, daß man nngarifcherfeits die Ermäßigung des Satzes für Petroleum auf drei Gnlden accep-tieren werde, wenn in Wien der Kaffeezoll anf 20 Gulden erhöht wird. In jedem Falle werden die Besprechungen der nächsten Tage die Ausgleichsfragen zum Abschlüsse zu bringen haben. Die russischen Friedensbedingungen präcisiert das offiziöse Blatt in folgender Weise: 1.) „Volle Unabhängigkeit Rumäniens, ohne daß dasselbe jedoch zum Königreiche erhoben wird; 2.) volle Unabhängigkeit Serbiens mit einer ganz kleinen Gebietsvergrößerung; 3.) volle Unabhängigkeit Montenegro's mit einer entsprechenden Gebietsvergrößerung, welche jedoch nicht in der Sutto-rina erfolgen darf, weil Oesterreich hiegegen wie gegen eine Gebietsvergrößeruug Serbiens Einsprache erhebt; 4.) Autonomie Bulgariens mit einem christlichen Gouverneur unter türkischer Oberhoheit, weil Oesterreich ein Uebergreisen Rumäniens über die Donau nicht zugibt; 5.) Abtretung der Paschaliks Batum, Kars und Erzerum in Kleinasien." Es sei nicht ausgeschlossen, bemerkt das Blatt weiter, daß die Pforte sich vor Auuahme dieser Bedingungen an die Mächte wende. Gegenüber deu verschiedenen Versionen über die Dardanellen - Frage, nach welchen bald Oesterreich und Deutschland sich gegen die Zulassung blos russischer und türkischer (?) Schiffe und für Oeffnung der Meerenge für alle Staaten ausgesprochen haben sollen, bald Rußland die anze Angelegenheit fallen gelassen habe, erfährt asselbe Blatt von unterrichteter Seite, daß über diese Fragen überhaupt weder eiu diplomatischer Ideenaustausch gepflogen noch von irgend einer Seite angeregt worden, der zu Forderungen, Entgegnungen oder Vermittlungsvorschlägen hätte Anlaß bieten können. Ankunft benommen." ,Wir übergehen nun die Fahrt durch die schöne Steiermark auf der alten Poststraße Cilly-Franz-Egg ob Podpetsch. Der „schauerliche Anblick einer kahlen Kieshaide und eines sumpfigen Moores" bei der Ankunft in Laibach macht unseren Wanderer so traurig, daß ihn auch die Heiterkeit" des Tages nicht ermuntern kann. Die Stadt Laibach ist in dichte Nebel gehüllt, ihr Eingang an der k. k. Posthalterei und Hauptwache vorüber ist nicht einmal gepflastert. Regelmäßiges Pflaster findet sich überhaupt nur in der einzig lebhaften Domgasse, „woselbst auch die meisten Häuser des Kongresses wegen weiß übertüncht wurden." Hier stergt der Reisende beim „schwarzen Adler" ab, mit dem er aber durchaus nicht zufrieden ist, denn der König der Lüfte bekommt von ihm die seltenen Beinamen „schmutzig" und „gemein." Es geht nun an den Besuch der Kirchen, Bibliotheken und Schulen. Die Kirchen werden ziemlich kurz abgefertigt, die Domkirche soll dem 16, Jahrhundert entstammen! In der Lyceal-bibliothek lobt Jäck den von Wilde angelegten Katalog, er läßt sich zum Professor „Rawitsch" Indem die „Presse" diese Mitteilung der „Montags-Revue" beistimmend bespricht und nur noch manche nähere Aufklärung für wüuschei iswerth erklärt, bemerkt sie, inbetreff der Dardanellenfrage, daß, wenn die Sache sich so verhalte, der „reichsten Tage" noch gar manche verstreichen werden bis-zum Abschlüsse jenes Waffenstillstandes, „welcher auch deu Frieden zur unmittelbaren Folge haben soll, es wäre denn, daß Zeichen und Wunder geschehen, Rußland Europa durch aszetische Selbstverleugnung seiner liebsten Aspirationen überraschen oder Disraeli (Lord Beaconsfield) seine staats-nrännische Lanfbahn als Quäker abschließen will. Die telegrafisch geineldete Abordnung des englischen Mittelmecrgeschwaders nach der Levante erscheint der „Presse" unter diesen Umständen als ein Anachronismus. Vom russisch-türkischen Kriegsschauplätze wird indessen stetiges Vorrücken südlich des Balkans gemeldet. Auch in Asien scheint die Entscheidung nahe, denn Erzernm ist bereits vollständig blockiert, und eiue Ueberrumpelung ist auch hier so gut wie bei Kars denkbar. Die Russen nehmen inzwischen deutsche Glückwünsche in Empfang. Der „Russische Invalide" veröffentlicht einen Tagesbefehl des interimistischen Gardekomman-danten Baron Bistrom, durch welchen mit a. H. Genehmigung ein Brief des preußischen Garde-kommandauten Prinzen August von Württemberg an den Kaiser Alexander publrciert wird, der die Glückwünsche des Prinzen zu den russischen Siegen ausspricht. Der russische Tagesbefehl sagt am Schlüsse wörtlich: „Die in dein Schreiben des Prinzen von Württemberg ausgesprochene schmeichelhafte Aufmerksamkeit für unsere siegreichen Brüder wird «ach meiner festen Ueberzeugung mit um so größerer Sympathie ausgenommen werden, als sie ans den Reihen des ruhmvollen und tapferen Gardecorps kommt, welches dem großen und mächtigen Lande angehört, auf dessen aufrichtige uud erprobte Freundschaft unser thenres Vaterland mit Recht stolz sein kann." Vietor Emanuel wird nächsten Donnerstag in der Pantheonkirche zu Rom begraben. König Humbert hat auf allseitiges Andringen verfügt, daß die sterblichen Ueberreste des Begründers der italienischen Einheit der Koma cg.Mg.1e erhalten bleiben sollen. Bezüglich der Begräbnisfeierlichkeiten sind auf Befehl des Papstes an die kirchlichen Behörden alle Schwierigkeiten beseitigt; Pius IX. hat auch hier wieder bewiesen, daß er an Adel der Gesinnung weit die Fanatiker aller Zungen überragt, in denen der Ultramontanismus gepredigt wird. (offenbar: Rebitsch) führen, „dessen Civilisation über die herrschende seiner Umgebung sehr erhaben ist", dann zu den Buchhändlern Lifcht (?) und Korn. Bei ersterem kauft er einen Laibacher Gouvernementsschematismus für das Jahr 1821 um 2 fl. 24 kr. Seine Nachfrage nach einer neuen historisch - statistisch - topographischen Besckreibuug von Laibach ist vergeblich, während doch der vorhergegangene Kongreß, infolge dessen unter ändern auch die französifche Sprache „sehr herrschend" geworden, dazu die Veranlassung gegeben haben sollte. Man versichert ihn, daß während des Kongresses die Abfassung eines solchen Werkes um so weniger erlaubt worden wäre, als die Polizei damals den profanen Reisenden nicht einmal erlaubte, sich der Stadt auf zehn Meilen im Umkreise zu nähern, sie mochten aus welcher Gegend der Windrose immer kommen! Es werden nun die höheren Schulen besprochen, wir erhalten aber nicht viel mehr als ein Verzeichnis der Gegenstände und Professoren, unter welchen letzteren auch der — unglücklicherweise schon 1819 verstorbene — Vodnik figuriert. Nachdem unser gelehrter Freund sich durch die Güte des Bibuy- Zur Tagesgefchichte. — Der älteste Mann in Europa. Am >0. v. M. starb in Triest der Greis Anton Mi-klavcic, welchem nur inehr drei Monate fehlten, nm 114 Lebensjahre voll zu zählen. Derselbe war am 10. April 1764, also fünf Jahre vor der Geburt Napoleons I., geboren. Mehrere Freunde beschlossen, für den Verstorbenen, welcher vielleicht der älteste Mensch Europa's ist, ein feierliches Leichenbegängnis zu veranstalte». — Literarischer Nachlaß des Herrn Thiers. Die „Liberte" ist in der Lage, ein vollständiges Verzeichnis des literarischen Nachlasses des Herrn Thiers mitzutheileu. Derselbe nmsaßt außer einer ungeheuren, die verschiedensten Materien berührenden Korrespondenz: 1.) eine ganz vollendete Geschichte der mit Deutschland wegen Regelung der Kriegsindemnität und mit den Banqniers und Kreditinstituten wegen der auf dieselbe bezüglichen Finanzoperationen gepflogenen Unterhandlungen; 2.) fragmentarische Auszeichnungen über verschiedene politische Begebenheiten uuter der Regierung Lonis Philippes — Aufzeichnungen, welche Herr Thiers unter dem Kaiserreich nach dein Auslande schaffen ließ und die noch nicht in den Besitz seines Testamentsvollstreckers gelangt sind; 3.) die Geschichte mehrerer Episoden aus der Zeit der Präsidentschaft des Herrn Thiers, so der Anfänge der Nationalversammlung von Bordeaux, des Lebens in Versailles während der Commune, des Rivet'fchen Antrags , des Wahlkampfes zwischen Remnsat und Barodet u. a.; endlich 4.) leider unvollendet, das schon im Jahre 1862 begonnene naturphilosophische Werk über Ursprung uud Bestimmung des Menschen, nach den vorliegenden Bruchstücken zu urtheileu eine Art von spiritnalistischer Kosmogenie, in welcher Herr Thiers seine aus dem Studium der Natur geschöpfte Ueberzeugung von der Unsterblichkeit der Seele niederlegen und rechtfertigen wollte. — Die Sonne als Küchenfeuer. Aus Vorderindien laugt durch den Londoner „Graphic" die Garküchenneuigkeit an, daß man in Bombay sich die Speisen (und zwar nicht blos die Eier im heißen Sande) nicht mehr am Feuer, sondern dnrch die Sonne kocheu uud schmoren läßt. Das Kochgeschirr besteht aus Kupferkesseln, inwendig verzinnt und anßen schwarz lackiert. Darüber ist eine Glasglocke angebracht, die eineu Zoll heißen Luftraum nm das Gefäß schafft und am Boden eines konischen Reflektors angebracht ist. Der Apparat ist im stande, die Hitze vierthalb Stunden lang zu erhalten. thekars Kallister über die „literarisch-artistischen" Verhältnisse Laibachs unterrichtet, erbittet er sich noch einige Belehrung über die politischen, „weil die „Laibacher Zeitung", welche wir nebst mehreren gleichartigen österreichischen und italienischen Blättern neben mannigfaltigen Formen von süßem Zwieback im großen Kaffeehause nächst dem Gu-bernialpalaste, am Neuen Markt, antrafen, bis zu uns, nach Bamberg, sich noch mcht verbreitet hatte." Folgt nun eine Aufzählung der Behörden und ihres Personals, mit dem Beisätze, daß trotz dieses Beamtenheeres und des bedeutenden Speditionshandels, der ansehnlichen Gerbereien und Manufacturen in Seiden-, Fayence- und chemischen Produkten doch die ganze Stadt, bis auf die Dom-strahe, sehr „todt" sei. Von dieser Straße kehrt unser Gast auf den „ungepflasterten" Neuen Markt zurück zur „freien Ansicht des alten Schlosses und seines Ehrfurcht gebietenden Eichen- und Buchenwaldes" und verfügt sich endlich auf das Postamt, wo man so freundlich ist, ihm sogleich die Abreise zu „bewilligen". Dies in Kürze ine ganze Ausbeute einer gelehrten Tour durch das vormärzliche Laibach. Lokal- und Provili;ial-Ä.llge!egenheijeil. Original-Korrespondenz. Gott sch ec, 13. Jänucr. Als vor nnu bald zwei Jahren das sogenannte „Brnnner'sche Hans" anf dem Platze zum Verkauf gelangte, erstand dasselbe der strebsame Kanfmann Herr Matth. Rom um einen für hiesige Verhältnisse hohen Kaufschilling, um es zu einem Gcschäftslokale zu adaptieren. Schon damals wnrde ihm von wohlmeinender Seite bedeutet, er möge den Preis nicht in die Höhe treiben , da er bei den beabsichtigten durchgreifenden Aeuderuugen iu die durch das Gesetz vorgeschriebeue Bauliuie werde zurückweichen müssen, weil das Haus ein vorspringendes Eck bildet und die ganze Front verunziert. Er ließ sich aber dessenungeachtet von seinem Vorhaben nicht abbringen, kaufte, wie schon erwähnt, das Gebäude und zeigte dem Gemeinde-amte an, er wolle seinem Zwecke entsprechende Reparaturen vornehmen. Diese erwiesen sich aber dem vorgelegten Plane zufolge als so bedeutend, daß die Gemeinde, die Verschönerung der Stadt, die dadurch möglich geworden, ins Auge fassend, dagegen Einsprache erhob, wenn nicht den Bestimmungen des Baugesetzes gemäß, die gerade Linie eingehalten würde. Herr Rom, der anf diese Weise fast ein Drittel des allerdings theuren Raumes ein-büßen müßte, reeurrierte an den Landesausschuß, erhielt einen günstigen Bescheid nnd will, wie wir hören, schoir im Mai d. I. mit dem theilweisen Umbau innerhalb der alten Grenzen beginnen. Die Stadtvertretuug will aber ebenfalls von ihrer begründeten Forderung nicht abgehen und bereitet einen Recurs an den Landtag vor. Wir wünschen, daß diesem Reenrse willfahrt und damit einem längst gehegten, billigen Wunsche unserer Bevölkerung entsprochen werde, die auf den freundlichen Eindruck, den nufer Städtchen auf jeden macht, stolz ist und gerne die unschöne, entstellende Ecke verschwinden sähe. — (Gemeinde-Umlage.) Der krainische Landesausschuß ertheilte den Stadtgemeinden Rudolfswerth uud Krainburg die Bewilligung, im Jahre 1878, u. z. in erstcrer einen 2öperz. Gemeindezuschlag auf die direkten Steuern nnd in letzterer einen 20perz. Gemeindezuschlag auf die Verzehrungssteuer einzuheben. — (Das hiesige Militär-Platzkom-mando) befindet sich von morgen an im Mahr'schen Hause Nr. 12, Kaiser Josefplatz, ebenerdig rechts. — (Vergnügungsabende.) Das hiesige Offizierscorps arrangiert im Laufe des heurigen Faschings im Glassalon der Kasinorestauratiou geschlossene Geselligkeitsabendc. Der erste findet morgen statt. — (Die Einkommenstenerbekennt-nisse) für das Jahr 1878 sind Vonseite der Steuerpflichtigen in Laibach bis Ende Jänner l. I. bei der hiesigen Stener-Lokalkommission zu überreichen. — (Aus dem Verein sieben.) Der hiesige Turnverein hält Freitag am 18. d. M. abends um 8 Uhr im Klubzimmer der Kasinorestauration seiue Hauptversammlung ab. Nebst der Berichterstattung über die Thätigkcit des Vereines im Vorjahre 1877 und nebst dem Vortrage des Voranschlages Pro 1878 steht auf der Tagesordnung die Wahl der Turnrathsmitglieder. — (Kaminfener.) Heute um halb 9 Uhr früh meldete der Thurmwächter den Ausbruch eines Kaminfeuers im Pauer'scheu Hause auf dem Petersdamm. Es begab sich sofort eine Abtheilung der Fenerwehr auf -ie signalisierte Stelle und fand einen Kamin in vollem Brande. Nach kurzer Arbeit wurde das Feuer gelöscht und jede weitere Gefahr beseitigt. — (Stiftunge n.) Es sind aus der Adelsberger Grotten- und aus der Metelko'schen Jnvaliden-Stiftung Beträge vou je 37 fl. 80 kr. zu vertheilen. Bewerber aus dem Jnvalidenstande haben ihre Gesuche bis 25. Februar l. I. bei der hiesigen Landesregierung zu überreichen. — (Uuglückssall.) Der hier domicilierende Privatier Herr v. Radio aus Triest fiel heute auf der Eisbahn am „Kern" und erlitt einen Bein-brnch. — (Aus dem hier städtischen Sanitätsberichte) für den Monat November v. I. bringen wir nachstehende Mittheiluugeu: Der Krankenstand war im allgemeinen ein mäßiger, jedoch im Vergleich zu dem Vormonat in entschiedener Zunahme, vorherrschend Bronchitis, Rheumatismus, Darmkatarrhe, Tuberkulose, Lungen- uud Banch-fellentzünduugeu. Scharlach, Diphtheritis, Keuchhusten, Varicellen, Typhus und Rothlauf. Die Sterblichkeit war eine sehr mäßige, cs starben 62 Personen, n. z. 29 männlichen uud 33 weiblichen Geschlechtes, darunter 42 Erwachsene und 20 Kin« der; als häufigste Todesursachen wurden coustatiert: Tuberkulose, Schlagfluß, Lungenödem, Scharlach und Keuchhusten. Es starben: im Zivilspitale 26, im Elisabeth-Kinderspitale 1, im städtischen Verso» guugshause I, im St. Josessspitale 1, in der innern Stadt 13, Petersvorstadt 3, Polana 6, Kapuzinervorstadt 2, Gradischa 2, Krakau und Tirnan 2, Karlstädtervorstadt und Hühnerdorf 4, Moorgrund l Persou. Im Zivilspitale standen 626 Kranke i» Verpflegung, hievon starben 26 und entlassen wurde» 213; in die Irrenanstalt wurden 5 nene Kranke ausgenommen; im Garnisonsfpitale befanden sich 205 Kranke, hievon genasen 104 und starb I. — (Erdbeben.) Aus Kraiuburg, den 13. d. M., wird uns geschrieben: „Hente, kurz nach 3 Uhr morgens, wurde hier eine Erderschütterung wahrgenommen. Es erfolgte nach vorhergegangenem donnerähnlichen Rollen ein heftiger Stoß von Nordost nach Südwest. Gläser in den Schränken schlugen zusammen, Stubenvögel scheuchten auf, auch bemerkte man des Morgens, daß das Eis anf der bereits gefrorenen Kanker durch Sprünge arg zerrissen wurde. Das Phänomen, welches wie ferner Donner verhallte, währte 3 bis 4 Sekunden." — (Faschingschronik.) Donnerstag den 17. d. M. findet in Krainburg ein Handelsball statt. Das mit dem Arrangement betraute Comite setzt alle Hebel in Bewegung, um diesen Ballabend elegant und den Wünschen der Theilnehmer entsprechend in Szene zu setzen. Die Militärkapelle des Jns.-Reg. Erzherzog Leopold besorgt die Ball-mnsik. — (Beschälwese n.) Die krainische Landesregierung hat zur Köhrnng (Untersuchung) jener Privathengste aus den politischen Bezirken Stadt und Umgebung Laibach, die zum Beschälen verwendet werden wollen, den 26. Jänner 1878 bestimmt. Hievon wurden die Pferde-Jnhaber aus den benannten politischen Bezirken im Wege des Amtsblattes der „Laib. Ztg." mit dem Bemerke» verständigt, daß die Köhrnng am erwähnten Tage um 10 Uhr vormittags auf dem landwirthschaftlichen Versuchshofe in der Polanastraße vorgenommen werden wird, sowie daß Blankette für die Deck-registcr und die Deckscheiue wie bisher in der Druckerei „Klein und Kovac" in Laibach bezogen werden können. — (Wolf erschlagen.) Wie dem „Slov. Narod" aus Dobrava bei Kropp geschrieben wird, hat der dortige Insasse Johann Debeljak dieser-tage einen Wolf mit einen Pfahle erschlagen. — (Kronprinz Rudolfsbahn.) Der Inhalt jener Petition, welche die Laibacher Handelsund Gewerbekanimer au das Handelsministerium zu dem Zwecke richtete, daß eine Aenderung der Fahrordnung auf der Rudolfsbahn platzgreife, um den wiederholt geschilderten Bedürfnissen des Lokalverkehres zwischen Laibach-Villach zu entsprechen, hat, wie der „Klagenf. Ztg." aus der Umgebung Villach berichtet wird, in allen an der Bahnlinie Villach-Laibach gelegenen Ortschaften lautes Echo gefunden. Eine Reise von Villach nach Laibach und zurück gehöre dermalen nicht zu den Annehmlichkeiten, denn man brauche jetzt auf dieser nur 131 Kilometer langen Strecke eine Fahrtzeit von 10 Stnn- de». Die in Rede stehende Villacher Korrespondenz beklagt, daß die Linie Laibach-Villach jedweder entsprechenden, comsortablen Restaurationslokalität entbehrt, bemerkt weiter, daß der Lokalverkehr zwischen Laibach-Villach nach Eröffnung Tarvis-Udine durch Einführung einer kurzen Fahrtzeit wesentlich gehoben werden könnte, und betont schließlich, daß eine günstige Erledigung der Laibacher Petition im Interesse der materiellen Vortheile zweier Provinzen und in jenem der Rndolssbahn selbst gelegen, und deshalb diese Frage an maßgebender Stelle einer wohlwollenden Würdigung zu unterziehen wäre. — (Ans den Nachbarprovinzen.) In der Nacht zum 12. d. wurden in der Nähe von Agram mehrere Wölfe verspürt und gesehen; cs werden Treibjagden veranstaltet werden, um diese ungeladenen Gäste, die auf Raub ausgehen, unschädlich zu machen. — Im Orte Verhovec nächst Agram warf eine Kuh vier lebende Kälber; dieses fruchtbare Thier wird auf der Pariser Weltausstellung zur Ansicht vorgeführt werden. — In Innsbruck wurde am lO. d., um !0 Uhr 12 Min. nachts, ein Erdbeben verspürt. — Der Vertrag zwischen der belgischen Gesellschaft und der Graz-Köflacher Bahn wurde unter solchen Bedingungen Vonseite des Handels- und Finanzministeriums genehmigt, daß cs sehr fraglich ist, ob angesichts der Proteste mehrerer Actionäre gegen die Beschlüsse der Generalversammlung eine definitive Genehmigung vonseite der Regierung erfolgen werde. — Der an der Volksschule in Weitenstein angestellte Lehrer I. Sch. wurde wegen Verbrechens der Schändung, begangen durch Uusittlichkeiteu während des öffentlichen Unterrichtes, vom Kreisgerichte Cilli zn zweijährigen« schwerem und verschärftem Kerker ver-urtheilt. — (Aus der Bühnenwelt.) Die „Essegger Ztg." berichtet, daß die unter der Direktion des seinerzeit hier als Operettensänger wirkenden Theaterdirektors Herrn Löcs auf der Warasdiner Bühne thätige Gesellschaft wegen schwachen Besuches die Vorstellungen auf 8 oder 14 Tage einstellt und in Cilli auftreteu wird. — Im Stadttheater zu Bud-weis kam es vor kurzem zwischen dein vor vier Jahren hier seine Sängerlaufbahn beginnenden Opernsänger Herrn Pollak (Bassist) und der bekannten Operettensängerin Frau Schenk - Ull -meye r auf offener Bühne zu einem das Publikum beleidigenden Skandal. Schwere Zeiten, Theaterkrach und Theaterskandale, — welch' erfreuliche Erscheinungen in der Bühnenwelt! — (Landschaftliches Theater.) Die kleine Dora Friese machte seit ihrem letzten Gastspiele auf hiesiger Bühuc unleugbar sehr gute, erfreuliche Fortschritte. Als „Maderl im Ballet" docnmentierte Dora bereits einen reichen Fond von Koketterie und vorzügliche Anlagen, um seinerzeit als Koriphäe im Tempel Terpsichorens eine große Rolle zu spielen. In der einaetigen Posse „Der Frisenr Schani" glänzte das „Wunderkind" dnrch echten, urgemüth-lichen Wiener Humor und natürlichen Witz. Die Fortschritte der kleinen Dora traten in der ganz correcten Vortragsweise und richtigen Markierung der hervorragenden Stellen im günstigsten Lichte hervor. Die Kuustcleviu erhielt lebhaften Beifall. Lessers Schauspiel „Unbeugsam" wurde wieder beifällig ausgenommen, durch vorzügliches, wohldurch-dachtcs Spiel excellierten Frau Diipre-Hafsel-wander uud Frl. N. Butze. Das Theater war nur mittelgut besucht, nahezu 50 Sitzplätze und 16 Logeu waren leer. Landwirtschaftliches. (Fortsetzung.) 18.) Zur Hebung der Pferdezucht besteht in jeder Provinz, auch in Krain, eine Landeskommission, welche in organisatorischer und technischer Beziehung für die pferdezüchterischen Interessen thätig ist und consultativ maßgebend vorgeht; in diese Komiiiissioueu haben die Landwirthschaftsgefell-fchaften Vertreter abzusenden. Im Jahre 1875 wurde die Prämiierung der Pferdezüchter in den Stationen Zirkniz, Reifniz, Nassenfuß, Laibach, Wo-cheiner-Feistriz, Radniannsdorf und Kraiuburg vorgenommen; prämiiert wurden 53 Mutterstuten mit Fohlen, 30 junge Stuten, 10 Hengstfohlen und 7 lieenzierte Hengste. Im Jahre 1876 wurden in Kram 23 ärarische Hengste gegen Subvention in Privatpslege übergeben. Die Lipizaner Zucht zählt 30 Mntterstuten mit zwei Hengsten. Im Jahre 1875 sind in Krain 350 Stück Dukaten und 100 Medaillen als Staatsprämien an Pserdezüchter vertheilt worden. Die Pferdeeonfcription in Krain ergab folgendes Resultat: 535 Stück Reitschlag, 3966 Stück Wagenschlag nnd >077 schwere Zugpferde. Bei dem Revier-Bergamte in Laibach sind im Jahre 1875 2354 und im Jahre 1870 2424 Geschäftsstücke eingelangt, und wurden im Jahre 1875 76 und im Jahre 1876 69 Kommissionstage verrichtet. (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laibach, 15. Jänner. Anhaltend heiter, das Barometer seit gestern abends um 12 24 mm. gefallen, schwacher SO. Temperatur: morgens 7 Uhr — 9'6°, nachmittags 2 Uhr — 12° 6. (1877 4 7"; 1876 0 0" »I«-si»- Gtkigati»»«»- Galizien.............. Siebenbürgen . . . -Temeser Bonat . . . Ungarn................ ölaäer« i>ß«alki 50 385 — 11b 50 163 -1985 ISO 50 2^6 25 I^!2 — 386 — Nordwestbahn . . . Rudolfs-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn ........... Ung. Nordoftbahn . Kfmätries«. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Nationalbanl.... Ungar. Bodenkrcdit- PrioriIüt»-ELki^ klisabethbahn, i.Sm. Serd.-Nordb.i. Silber "ranz-Ioleph-Bahn. ?aliz.K-Lui>wigb,i.E. Oest. Nordwest-Bah» Siebenbürger Bahn . Staatsbahn, I. Lm. . Südbahn » s Per-. ,, tL „ . . Kri»»tk«s«. Kreditanstalt......... RudolfSstistnng. . . . Devisen. London ............... EeUsortea. Dukaten. ....... Franc» ............ 100 d. Reichsmark . . Silber .............. Geld iv« — »17 SSL SV 7«rs 1I1 rs «XL» s» ss !»3 — srso I« 7» iU'iS I0V7S 8«^ «4 so IS«-— ios»r s»— i«o »s is-o ii» i SKS S-LIV, »»so 104 >L War 117 »0 iS« — re-7» III L» ivs — >s 75 «8^70 szso s»- IVL — I»I »s 8«»s es-- lL7 — I«s 7S I«o ro S-7K s«»5 i>i r« Telegrafischer Äursdericht am 15. Jänner. Papier-Rente 63 80. - Silber-Rente 67 05. - Sold-Rente 75 10. — 1860er Staats-Anlehen 113 50. — Bank-actien 808.— Kreditactien 223 -. — London 118 90. — Silber 104—. — K. k. Münzdukaten 5 61. — 20-Francs-Stücke 9 49. — 100 Reichsmark 58 65. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.