Vriuumeratio«»-Preise: »St Laiba»: «anzj,hrig . . 8 fl. 40 tr. HattMrig . . 4 „ 20 „ »irrteltthritz . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ M, tdrrPost Ganzjährig...........12 fl. Halbtihrig...........6 , Sittteljährig........ 3 » Für Zustellung in« Ha«, •inteli. 86 k., mroe«. S kr. einzelne Ruromtm 6 kr. Laibacher TJ agblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgefendet. »eNcttou: Bahnbofgafse Nr. 16. Gr»e»itto«s- * 3*fereten= Bure««: Kongreßplatz Nr. 8 (Buchhandlung von 3g. e. Klein-«ayr t Fed. Samberg.) I«ferti«*»»reife: gilt die einspaltig« PrtitzM k 4 lt., bei wieder Kolter Sin- ' schaltnng L 8 kr. Anzeigen biS 6 Zeilen 80 kr. Bei grSßeren Inserate» int öfterer Einschaltung entsprechend« Rabatt. Kür complicierten Satz befro* bete «ergittun,. Nr. 107. Freitag, 11. Mai 1877. — Morgen: Pancratius. 10 Jahrgang. Friede vor dem Stiege. ES gibt Stoffe, welche von recht« nach links gestrichen und betrachtet blau, von tinks nach rechts gestrichen schwarz auSsehen. Wenn der Türke die englische Jacke hinausstrich, zrigte sie bisher noch immer die Farbe der Treue; doch wie? — Sollte nicht auch jemand anderer einen Strich an dieser Jacke nach entgegengesetzter Richtung sich erlaubt haben? Einer, der da« Schwarz der Entschiedenheit zu einer europäischen That suchte und fand? Ist doch von russischen Diplomaten viel genug gereist worden! Deutschland, und da« scheint bei seiner bedeutungsvollen, vielleicht abficht» lich ostentierten Ruhr als die begründetere Annahme, Deutschland erwartete den diplomatischen, mit königlichem Gefolge reisenden Agenten. Deutschland war und ist in der glücklichen Lage, nichlS und niemand fürchten zu müssen; warum aber kann eS nicht auf die glücklichere, einer gegen die eigene Erwartung und Borarbeit schnelleren Lösung aller ihm nahen Fragen Europa'« zielenden Anschauung der Machte bei Lord Salisbury (?) hingedeutet haben mit Aeußerungen, wie etwa: „Führt ihr Krieg trit einander wegen der Türkei, einmal müßt und werdet ihr doch Frieden schließe». Wäre <6 nicht besser und klüger und dem Fortschritte unserer Zeit entsprechender, den Frieden vor dem Kriege zu schließen? dann bleiben euch — vielleicht sagt man in Berlin: „dann bleiben uns — nur jene als Feinde, welche den Krieg bezahlen sollen." Wer kann sagen, daß England für die Türkei Krieg führen will? Niemand. Wer leugnet, daß England seine Macht in Bewegung setzt? Niemand. England besetzt Kreta, England hat sich zum finanziellen Herrn von Egypten und vom Suez, tonal gemacht, England hat sich die völkerrechtliche Basis für eine Besetzung und Annection Egyptens erworben. Der Weg nach Indien, da« heißt, dir Ader de« Welthandel«, ist englisch. Napoleon III. dachte richtig, hat aber umsonst gehandelt und gebaut. Bei Friedensschlüffen werden oft die wichtigsten Punkte in suspenso gelassen, und so mag auch da« endliche Schicksal Konstantinopel« noch nicht bestimmt sein; den Berlinern wird es wir den Engländern genügt haben, vorderhand an sich zu denken, da« andere findet sich. Das find Möglichkeiten, über die nachzudenken ein Gebot der Borsicht ist. Aus dem Lager der Czechen. In den Reihen der Unterthanen der Koruna keska ist die Disziplin arg, ja bi» auf den Grund gelockert, der Verwesungsprozeß macht sich breit, die Jungen und die Alten liegen sich wieder einmal fest in den Haaren, der böhmische Löwe brüllt ganz jämmerlich, die Abstinenzpolitik erhielt einen starken Stoß, die Jungen erklärten ihren Eintritt in den Landtag, deshalb furchtbares, hochgradige«, mit Pech und Schwefel begleitete» Aergerni» im Lager der Alten, in Kreisen der Ultramontanen und Feudalen. Der Freundschaftsbund zwischen Jungen, Alten, Feudalen und Klerikalen erlitt einen bedeutenden Riß durch die Ausschreibung und Abhaltung de» österreichischen Katholikentage« in Wien, die Abstinenz der Czechen trat diesmal bei diesem An-lasse sehr merkbar hervor, e« wurde den Czechen zugemuthet, an dem feudal-klerikalen Possenspiel in Wien theilzunehmen, während es denn doch allgemeine Thalsache ist, daß die Vertreter de« Lande» der Czechen der Metropole de» Kaiserstaate- mög. lichst sernbleiben wollen. Der Riß im Lager der Czechen wird täglich größer, sogar da» Organ de» Kardinal« Fürst Schwarzenberg hat den „Alten" die Bundesgenossen, fchaft gekündigt, die Sprache der Klerikalen wird immer heftiger und ruft hitzigen Kampf in den Reihen der Gegner wach. Die „Alten' fangen endlich einmal an, zu begreifen, daß der feudal.klerikale Adel sich der nationalen Partei nur deshalb bedient, um in egoistischer Weise seine Stande-intereflen und die Wiederbelebung seiner erloschenen Privilegien zu fördern, um den Feudalismus zur neuen, üppigen Blüte zu bringen. Die „Alten" werden die bittere Täuschung erfahren müssen, daß die feudale Partei die Allianz mit den „Alten" in der Hoffnung aufgibt, im „verhaßten Wiener ReichSrathe" ihr Ziel leichter zu erreichen, al« in der böhmischen Ladtag«, stube. Endlich treten im Lande der Czechen Stimmen auf, dahin sich äußernd, daß die Abstinenzpolitik unklug, ja unkatholisch und dem Lande Böhmen nachtheilig war. E» gewährt un» volle Befriedigung, diesen Riß im Lager der Czechen zu konstatieren. §teuiffcton. Die Erbin von Thornconibe. Montan nach dem Englischen, frei bearbeitet von Hermine Franlenstrin. (Fortsetzung.) 10. Kapitel. Dalyell macht Fortschritte. Mademoiselle Zoe empfing am Ausgang der «mghalle die Frau, welche fie ot« ihre Mutter zu »«rächten gelehrt worden war, nicht sehr warm und 'Rundlich. ..Mr. Dalyell," sogte Mr». Ryan, „das ist ""ine Tochter Lolette. Lolly, mein Kind, das ist -"tr. Dalyell." Der junge Monn verbeugte sich höflich. Miß ette thot dasselbe, während ihre schwarzen Augen prüfend betrachteten. Die arme Mademoiselle Zoe hotte sehr wenig Erfahrungen von Gentlemen. Die Männer, welche mit ihr in Berührung kamen, waren die Besucher von Bmgleg» Singspielhalle, oder andere Leute diese» Schlage». Sie Hatte Romane gelesen und sich ein Bild von ihrem künftigen Matmc geschaffen. Diesem Ideale war sie so treu, ol» ob e» eine lebende Wirklichkeit gewesen wäre, und sie schenkte keinem ihrer zahlreichen Bewunderer au» der Singspielhalle auch nur einen freundlichen Blick. Ihr Ideal war dem Helden ihre» Liebling»-romane» nochgebildet. Er war ein Gentleman, artig, fein, reich, mit einem prachtvollen Hause, in welche» er sie al» Herrin einführen sollte, ein fürstlicher Mann, der sie anbeten würde. Aber sie war noch keinem Manne begegnet, der diesem hochfliegenden Ideale nahe kam. Kein Gentleman von Geburt oder Erziehung Hatte je ein Wort zu ihr gesprochen. Al» sie Dalyell mit scharfen, prüfenden Blicken betrachtete, die Feinheit seiner Wäsche, den eleganten Schnitt seiner Kleider sah und die vornehme Haltung, die er hatte, sowie die noble Art, mit der er sich vor ihr verbeugte, da zuckte e» in ihr auf, daß hier endlich ein echter Gentleman sei. Ein Gentleman, dessen Erscheinung verrieth, daß er der großen noblen Welt angehörte — eine Welt, die von ihrer Singspielhallen-Existenz so weit entfernt war, al» der Himmel von der Erde entfernt ist. Er war mit diesen Gedanken beschäftigt, al» Miß Ryan da» Stillschweigen brach und mit voller, starker Stimme unb ziemlich laut sprach — mit einer Stimme, welche ihn unangenehm berührte, weil fie weder weich noch wottlingend war. „Wie hot ihnen die Vorstellung heute Abend gefallen, Mr. Dalyell? Ich meine natürlich die von Mademoiselle Zoe?" fragte fie mit etwa» selbstbewußtem Kichern. „Nun, ich — aber entschuldigen Sie mich, Miß Ryan. Ich möchte Ihnen meine Meinung lieber nicht abgeben." „Aber ich bestehe darauf, mein Herr," antwortete sie, und e» war etwa» Gebieterische» in ihrem Tone, welche» Dalyell verrieth, daß ihre kecken schwarzen Augen wieder so zornig blitzten, wie vorhin unter dem Eingongsthore der Singspielhalle. „Welch' ein Temperament!" dachte er. „Wenn ich dich gewinne, meine holde Dome, wirst du binnen einer Woche gezähmt sein, das ist sicher." (Fortsetzung folgt.) /m. Reichsrath. 254. Sitzung de» Abgeordnetenhauses. In der Spezialdebatte über das Wucher-gesetz werden Amendement« gestellt, worüber der Aujjschuß zu berichten haben wird. Das Haus nimmt die Zuschrift der Staats» schuldrn-KonlrollSkommission, betreffend die Nichtaufnahme einer provisorischen Kreditoperation von 25 Millionen Gulden in den Ausweis über den Stand der Staatsschuld ju Ende des ersten Semesters 1876, zur genehmigenden Kenntnis Der Gesetzentwurf, womit für Galizien und die Bukowina Bestimmungen zur Hintanhaltung der Trunkenheit getroffen werden, wird genehmigt. ES folgt hierauf die Wahl in die Regnicolar-Deputation. Vom Kriegsschauplätze. Der türkisch.rumänische Krieg hat am 8. d. thatsächlich begonnen; am 8. d. nachmittags haben die Türken aus Widdin und die Rumänen ou» Kalafal ein längeres und lebhafte- Feuer eröffnet, welche« erst bei Einbruch der Nacht eingestellt wurde. Die Kaserne und da« Zollgebäude in Kalafat wurden zerstört, die Kirche beschädigt. Rumänischer, seit« wurde Widdin in Brand gesteckt. Eine offizielle Note dementiert die Nachricht, daß die rumänische Armee mit der russischen Lrmee verschmolzen oder von russischen Komman» bunten befehligt werden wird. Giurgewo, der Brückenkopf von Rustschuk, wurde durch die Russen besetzt. Da« russische Centrum concenlriert sich mit großer Raschheit auf der Linie Turnu-Magurelli-Giurgewo-Oltenitza. Nach einer RecognoScierung auf dem rechten Donau-Ufer gegen Matschin sind die Kosaken wieder nach Braila zurückgekehrt. Aus Armenien werden keine Gefechte, nur eine langsame, aber stetige Vorrückung der Russen gemeldet. Der rechte Flügel hält sich noch in den Grenzgebirgen östlich Tschuruksu auf und nimmt Recognoscierungen gegen die Ostküste des Schwarzen Meeres vor. Die Türken haben Tschuruksu und das anderthalb Meilen davon entfernte moha-medanische Dorf Legwa geräumt. Die türkischen Monitor« beschießen von Zeit zu Zeit die russischen FortS Poti und St. Nikolai. Die Nachrichten über angebliche Erfolge der Russen auf dem asiatischen Kriegsschauplätze ent» behren jeder Begründung. ES ist kein Theil türkischen Territoriums vom Feinde in Besitz genommen. Bei Kars hat sich die Situation noch nicht verändert, nur wird gerüchtweise gemeldet, daß die von Erzerum als Unterstützung für Mukhtar Pascha anrückenden Truppen bei Saganglug, einem Gebirgssattel sieben Meilen südwestlich KarS, concentriert werden. Gegen Ardahan stehen nunmehr entscheidende Operationen bevor. Der linke russische Flügel rückt auf der Straße von Bajazid nach Erzerum gegen Hamur vor und sucht über Alaschkert und KagüSman die Verbindung mit dem Corps Loriö - Melikoff herzustellen. Politische Rundschau. Laibach, 11. Mai. J«la«d. In den Sitzungen des österreichischen Abgeordnetenhauses soll vor Pfingsten eine Unterbrechung eintreten, deren Dauer noch nicht bestimmt ist, die aber jedenfalls nur eine kurze fein wird. Die letzte Sitzung vor Pfingsten soll Freitag den 18. d. ftattfinben und hieraus eine Vertagung bl« gegen Ende Mai erfolgen. Im Eisenbahn,»- schusse erstattete Abgeordneter Dr. Ruß Bericht über den Gesetzentwurf, betreffend die eventuelle Erwerbung der garantierten Eisenbahnen durch den Staat. Der Ausschuß acceptierte die im Berichte ausgestellten Prinzipien, daß die Erwerbung bei voller Uebernahme der Prioritäten zu erfolgen habe, baß zur Basis der Erwerbung die Zinsengarantie zu machen sei unter der Bedingung der concessionsmäßigen Uebergabe, wobei die geleisteten Vorschüsse des Staates nicht in die Kaufsumme mit einzurechnen seien. Ausland. Nach Bericht der „Augsb. Allg. Ztg." bricht sich auch in russenfreundlichen Kreisen Berlins die Ueberzeugung Bahn, daß Deutsch» (and gegen Rußland Front machen werde, falls letzteres seinen gegebenen Versprechungen untreu werden und auf Gestaltungen im Balkangebiete hinarbeiten sollte, welche die Interessen Deutschlands und Oesterreich« verletzen könnten. Selbst die „National-Zeitung" kann nicht umhin, darauf hin-zuweisen, daß Bismarck in der Reichstagssitzung vom 5. Dezember 1876 ausdrücklich versichert habe, Deutschland behalte sich unter allen Umständen freie Hand, um eventuell einer selbstsüchtigen Politik Rußlands entgegenzutreten. Sämmtliche Journale begrüßen die englische Antwort auf Gortschakoffs Note als mannhafte Verwahrung gegen die russische Brutalität und konstatieren freudig die bedeutende Wendung, welche dadurch in der Situation eingetreten. In Paris circuliert das Gerücht, England verstärke feine Position im persischen Golf. Die „Morning Post" meldet: „Das englische Kriegsamt designierte den General Simmons zum Befehlshaber der Armee, die eventuell nach dem Orient abgehen würde." ES verlautet, daß einem etwaigen Bruche Englands mit Rußland der Bruch Oesterreichs mit Rußland auf dem Fuße folgen müßte. Eine serbische Kriegserklärung würde den sofortigen Einmarsch der Oesterreicher in Belgrad nach sich ziehen. Die UnabhängigkeitSerklärung Rumäniens soll am 12. erfolgen. Alle Rumänen vom 20. bis zum 40. Lebensjahre sind aafgefordert worden, sich für den Empfang van Waffen bereit zu halten. Die Regierung will eine Armee von 120,000 Mann mobilisieren. , > Die italienischen Journale bezeichnen die im Senate erfolgte Ablehnung des Gesetzes über die Mißbrauche des Klerus als staatsfeindlich; sie sei eine Schande für die Nation. Der belgische Senat sei liberaler als der italienische. In politischen Kreisen befürchtet man, die nachtheiligen Folgen des Beschlusses für die allgemeine Politik der Regierung werden bald hervortaten. Das Ministerium wird, unbeirrt durch den Senatsbeschluß, sein entschiedenes Festhalten an der bisherigen Kirchenpolitik dadurch manifestieren, daß es das Gesetz, welches der Zivilehe obligatorischen Vorrang vor der kirchlichen Ehe einräumt, sofort einbringen wird. Es bestreitet dem Senat die konstitutionelle Berechtigung, das Kabinett zu stürzen. Die ordentliche Skupschtina tritt anfangs Juni zu einer längeren Session zusammen. Wie man versichert, wird der KriegSminister einen umfang-reichen Reorganisation-plan für die Armee einbringen. Infolge Initiative der Pforte wurde am 8. d. am Javvr und im Südwesten die Grenzlinie zwischen Serbien und der Türkei durch eine serbisch-türkische Kommission in der alten Richtung festgesetzt. Die Behauptung, man wünsche russischerseit« die Theilnahme Serbien« am Kriege und treffe Maßnahmen, diese Theilnahme in Betracht zu ziehen, ist unrichtig. Rußland vermeidet es angeblich, Ser« bien in Mitleidenschaft zu ziehen. ____________________ Zur Tagesgeschichte. — Eine Frevelthat. Der Grazer „Tagespost" wird aus St. L a m b r e ch t unterm 8. Mat geschrieben : Heute vormittags 9 Uhr ist eine kleine Hütte der Rherit-und Dynamit-Fabrik, die ungefähr 60 Pfund Rherit enthielt, mit vier Arbeitern in die Luft geflogen. Das sofort in Gegenwart von zwei Gendarmen aufgenommene Verhör sowie die Aussagen zweier Ortsbewohner haben als unzweifelhaft ergeben, daß der mitverunglückte Arbeiter «linar in böswilliger Absicht, wahrscheinlich durch Entzünden eines Kapsels, die Explosion hervorrief. Klinar wurde seit einiger Zeit scharf beobachtet, weil man mit Recht vermuthete, er habe sich Veruntreuungen zu Schulden kommen lassen. Heute hatte ihn der Direktor noch verhört und ihn ersucht, zu gestehen, damit er straflos auSgehe. Von der Kanzlei begab sich Klinar in die Hütte, wo er nicht beschäftigt ist und welche zu betreten er kein Recht hatte. Dort befanden sich drei Arbeiter, welchen er feindselig gesinnt war — und fünf Minuten darauf fand die Explosion statt. Wiederholt soll er im Orte geäußert haben, „er gehe in die Lust*, und ein Ortsbewohner, der herauskam. sagte unterwegs: „Wenn der Klinar dabei war, so hat der's gethan." — Der letzte Schillerl 8m 8. d. M starb in Stuttgart der Major außer Dienst v. Schiller, ein Enkel des großen deutschen Dichters Friedrich v. Schiller, dessen Mannesstamm hiemit erlischt. — Flüchtlinge. Diesertage sind abermals 1600 Bosnier über die Grenze nach Kroazien geflüchtet. Eine Deputation bosnischer Flüchtlinge überreichte dem General Mollinary ein Gesuch um Verlängerung der Unterstützung, welche ihnen entzogen wurde. — Schwedische Zündhölzchen. In der großen .jtinbhölzerfabiit jn Jönköping sind im vorigen Jahre nicht weniger als 199.797,000 Schachteln mit Zündhölzer« »er-eitigt worden, welche einen Werth von 2.850,840 Kronen repräsentieren. Die Anzahl der Arbeiter war 923, wozu noch 900 Personen hinzugerechnet werden müssen, die zu Hause beschäftigt werden. Lokal- und Provinzial-Augelegeuheiten. Der Krieg und die nationale Presse. „Slovenski Narod" ist Ikriegstrompeter erster »lasse geworden, er ist das getreue Echo der russischen Sieges» Hymnen; waS nicht seinem eigenen geistigen Boden entsprossen, läßt er sich von seinem Korrespondenten aus Rußland — natürlich aus reinster, echter, authentischester Quell« — berichten. Einer dieser nationalen Referenten schreibt: „Und so ist es also in Erfüllung gegangen, was so herzlich alle begeisterten Slaven wünschten: Rußland nahm die Lösung der ortentalisch-slavischen Frage in seine Han». Ich bin überzeugt, daß ihr Slovenen mich beneidet, daß ich alles inmitte jener Nation hören und sehen kann, jener Nation, die von ihrem Zar so sehnsuchtsvoll die Kriegserklärung erwartete. Ihr beneidet mich auch deshalb, weil ihr in Rußland den slavischen Staat ersten Ranges sehet — weil ihr in Rußland jenes Einzige sehet, ohne welches die verschiedenen slavischen Elemente eine Null wären — weil ihr in der russischen Armee jene große Macht sehet, die einzig und allein mit großem Erfolg gegen alle dem Slaven» thume seindlich gegenüberstehenden Mächte auftreten kann." Der für Rußlands geistige und kulturelle Größe schwärmende Korrespondent sagt weiter: „Wir sehen in der Geschichte kein zweites Wunder, daß sich zwei so großartige Prinzipien in einem Körper vereinigt hätten, wie in Rußland, nämlich da« Prinzip der Menschlichkeit und der Humanität. Rußland unternahm noch nie einen so populären Krieg, wie diesen gegenwärtigen!* In einem zweiten Artikel sagt der selbständig kombinierende diplomatische Agent der Nationaldruckerei: „Ruß> land muß siegen 1 Jeden Slaven muß die Erscheinung mit froher Hoffnung erfüllen, daß gegen den erhabenen Krieg unserer Brüder, der Russen, denen Gott Glück schenken wolle, nur veraltete, faule, ungerechte, bornierte Elemente austreten. AlleS, was gesund ist und eine gesunde Zukunft vor sich hat, ist für das Slaventhum, oder ist wenigstens kein ent' schieden» Gegner desselben." Monsignore „Slovenec" ist im Bunde mit „Narod" und „Novice" der dritte; auch er rührt für den nordische« Koloß die Kriegstrommel, er nennt den Kaiser von Ruß' land den friedliebenden Zar, er schildert die Greuelthate« der Türken und meint, daß nun die bedeutungsvolle Zeit gekommen sei, in welcher die Länder deS osmanischen Reichs wieder in den Schoß der katholischen Kirche zurückkehre« sollen. „Slovenec" schließt seinen hochpolitischen Leitartikel mit der Bemerkung: „Kriege gab es immer und wird e# immer geben; Kriege reinigen die Luft, kräftigen die 9& tionen und schärfen den Geist. Möge uns der Krieg ein« bessere Zukunft bringt», um bas bitten und beten wir t« Gott!" Die Lxtase für tie Sache Rußlands, richtiger für den Panslavismus, hat in Len Spalten unserer nationalen Blätter bereits bedenkliche Formen angenommen. Würde uns zur Charakterisierung des Inhaltes der in den Heimat-litten nationalen Blattern erschienenen und für Rußland schwärmenden Artikel die Bezeichnung „unsinnig" oder „blöd-finnig* nicht so nahe liegen, wir müßten wahrlich den Ausdruck „Aufwiegelung" oder „Hochverrath" wählen. Unsinn und Blödsinn ist es, zu behaupten, daß Rußland jenes Land ist. wo Menschlichkeit und Humanität blühen; Aufwiegelung und Hochverrath ist es, die ruhigen Bürger Oesterreichs sür den Panslavismus angeblich gegen die Türkei — richtiger gesagt: gegen das De urscht hum in Oesterreich — in den Ärieg zu Hetzen! Individuen, die behaupten, daß gegen den russisch-tür-tisclen Krieg nur veraltete, faule, ungerechte und bornierte Elemente auftreten, solle» nicht in einem Redactionsbureau, sondern in einer Separatzelle der Irrenanstalt Platz finden. Unsere heimatlichen nationalen Blätter nennen die «Neue freie Presse" und das „Laibacher Tagblatt" — Türkenblätter ; beide, „Freie Presse" und „Tagblatt", verdienen diese Bezeichnung in der Erwägung der eminenten Leistungen des Kleeblattes „Narod", „Slovenec" und „Novice" sür die Sache Rußlands durchaus nicht. „Slovenec" bemerkte: „Kriege fchärfen den Beist"; ist dieser Satz Dogma, so wünschen wir, „Slovenec" wäge so bald als thunlich in den Krieg ziehen und seinen beiden nationalen Kollegen gestatten, ihn auf diesen Kreuzzug begleiten zu dürfen. Die in sloveuischen Blättern zum Ausdruck gelangenden hochgradigen Simpathien für die Sache Rußlands werden auch in de» „Blättern aus Kärnten" nach Gebür persifliert. Das genannte Blatt schreibt: „Die Nation wird, wie Dr. BleiweiS in seinem Kartosselblatt sagt, mit Vergnügen Opfer bringen, wenn nur der AuSgang des Krieges für Rußland günstig ist und der Türke aus Europa vertrieben wird. — (Der Herr L a n d e s p rä s i d e n t Ritter v. W i d m a n n) ist mit dem gestrigen Schnellzuge von Wien nach Laibach jurückgekehrt und stattete sofort dem in Laibach zur Inspektion des Artillerieweseni anwesenden »rtillerie-Jnfpektor FZM. Herrn Erzherzog Wilhelm enien Besuch ab. — (Personalnachricht.) Doktorand Zida -ritsch wurde zum Assistenten auf der hiesigen geburtshilflichen Klinik ernannt. — (Ernennungen.) Der Justizminister hat zu Bezirksrichtern ernannt: den BezirkSgerichtsadjunkten in Jllyrisch-Feistriz Wilhelm M artinak für Loitsch, den BezirkSgerichtsadjunkten in Boitsberg Lorenz Söls für Schladming, den BezirkSgerichtsadjunkten in Har,be>g Ludwig H e s ch l für Mautern und den GerichtSadjunkten bei dem KreiSgerichte in Rudolfswerth G-org S t r u c e l j für Jllyrisch. Feistriz; ferner den BezirkSgerichtsadjunkten in Krainburg Ferdinand Start auf sein Ansuchen zum GerichtSadjunkten bei dem Landesgerichte in Laibach, und hat den Auskultanten Franz Trenz zum BezirkSgerichtsadjunkten in $i6ttting ernannt. — (Auf dem hiesigen Schiebstande) ging gestern wieder recht lebendig zu, die Theilnahme an dem A«stschießen war eine rege; die von einem Wiener Etablisse-">ent sehr nett ausgestatteten Bestdecorationen erzielten großen 2«fall. Die prächtige Lage und reizende Umgebung der Neuen Schießstätte, die überraschend weite Aussicht find Mächtige Magnete zur Anziehung der Spaziergänger, die >N der dort befindlichen Restauration auch gewünschte Stär-ung finden. Gestern gewonnene Beste: Auf der Feld-'ch'ibe (400 Schritte): l. Best: Theodor Tschinkel *U 79 Einheiten (in 1 Lage ä 5 Schuß): 2 Best: Joses a r i, mit 7ti Einheiten. — Auf der S t a n d f ch e 1 b e y!60 Schutte, tiefster Schuß): l Best: Jofef Loren, i; ' : Franz Regorschek. — (DieMilitärmusikkapelle) brachte gestern ^achmillags — von */,6 bis 7 Uhr — im Pavillon in der «i'rnalle- ein sehr hübsche» Programm zur Ausführung. «mmtliche Gesellschastskreise Laibachs fanden in den Reihen n Zuhörerschaft zahlreiche Vertretung. — (Die städtische MusikvereinSkapelle) onzertierte gestern im Glassalon der Kasinorestauration und «npfing sür ihre guten Leistungen verdienten Beifall. Herr & ®e'6 fe6te in der Erwägung, die Existenz s«r Kapelle, beziehungsweise ihrer Mitglieder, im verlause der Frühjahrs- und Sommersaison ficherzustellen, den löblichen Entschluß, mit der MusikoerrmSkapelle in der benachbarten Steiermark, in Fiume, Bischoflack, Krainburg, Stein, Veldes und in anderen bedeutenderen Orten deS Landes Krain Konzerte zu geben. Am 12. 13. und 14. d. wird die hiesige Zivilmusikkapelle in Lilli und an fünf Abenden in der künftigen Woche in Fiume konzertieren. — (Heimatliche Kunst.) Fräulein Jda Kühnl hat soeben sechs wolgetroffene Porträts aus dem Familienkreise eines hiesigen Handelsmannes vollendet, und werden diese im Schaufenster der hiesigen Buchhandlung v. Klein-mayr & Bamberg zur Besichtigung ausgestellt. — (Der berühmte Gelehrte Rud. Falb), defscn Eintreffen in Laibach ,n Aussicht gestellt wurde, hielt diesertage auch in Marburg zwei wissenschaftliche Borträge. Hierüber äußert sich die „Marburger Zeitung" in folgenden Zeilen: „Nachdem Falb feine Vorträge über KoSmogenie und Erdbeben in 48 Städten Oesterreich«, Deutschlands und der Schweiz mit großem Beifalle gehalten, besuchte er am Schlüsse feiner wissenschaftlichen Wanderschaft auch die zweite Stadt seines Heimatlandes und bereitete uns die Freude und den Genuß, aus feinem eigenen Munde seine epochemachenden Lehren zu vernehmen. Wenn auch im großen Kasinofaale, welcher dem Gelehrten zu seinen Vorträgen zur Verfügung gestellt wurde, manche Marburger Familien, tie dort im Fasching in Seide und Edelsteinen prangten, bei dem gegenwärtigen Anlasse, wo es der Wissenschaft galt, durch ihre Abwesenheit glänzten, so mag dies durch die Tendenz der Vorträge erklärlich sein. Im ganzen und großen wir jedoch die Intelligenz Marburgs aus allen Kreisen zahlreich vertreten, uno lebhafter Beifall belohnte den Redner. Der klare, jedem Gebildeten faßliche Vortrag, die Menge der theils neuen, tHeils in neuer Form vorgebrachten Thatsachen fesselte die Zuhörer, die bis zum Schlüsse in ungeteilter Aufmerksamkeit und zeitweise in sichtlicher Ausregung ausharrten, ungtmein, und jeder verließ den Saal mit dem Wunsche, recht bald wieder Gelegenheit zu haben, Sehnliches zu lernen. Wir behalten uns vor, den Inhalt der betten Vorträge nach Maßgabe des uns zur Verfügung stehenden Raumes ausführlicher zu besprechen." — (Südbahn.) Die Aktionäre der Südbahn-Gesell-schast wurden in Kenntnis gesetzt, daß die Generalversammlung der Gesellschaft nach Art. 19 der neuen Statuten von nun an in 88 i t n zusammenzutreten hat. Die 23. (ordentliche) Generalversammlung wird auf den 30. Mai l. 2. vormittags 10 Uhr nach Wien einberufen. Gegenstände der Tagesordnung sind: 1.) Mittheilung des Jahresberichtes, 2.) Genehmigung des Rechnungs-Abschlusses für 1876, 3.) theilweise Erneuerung des Verwaltungsrathes. — Der Generalversammlung lönnen nur diejenigen Actionäre teiwohnen, welche mindestens 40 »clien besitzen und dieselben spätestens 14 Tage vor dem Zusammentritte der General-Versammlung bei einer der nachstehenden Kassen hinterlegt haben: in Wien bei bet k. k. pr. tifterr. Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, in Triest bei Morpnrgo und Patente, in Frankfurt a. M. bei M. A. Rothschild und Söhne, in Berlin bei S. Bleichröder, in Hamburg bei L. Behrens und Söhne, in Pari« bei der Depotkaffe der Gesellschaft (»tue Lafitte 17), in London bei 91. M. Rothschild und Söhne, in Mailand bei der Hauptkaffe der Gesellschaft, in Genf bei Lombard, Odier und Comp., in Lyon bei P. (Balline und Comp, und bei Veuve Marin, Pons und Comp. — (gegen die deponierten Actim werden Depositenscheine und Legiti> mativnskarten zur Generalversammlung ausgefolgt. Die zur Theilnahme an der Generalversammlung berechtigten Actio näre können sich durch einen anderen Aktionär vertreten lassen, der selbst das Recht der Theilnahme hat. Im Set. tretnngssalle muß tie auf ter Rückseite ter Legitimation«' karte vorgedruckte Vollmacht von dem Vollmachtgeber eigen händig auSgesüllt und unterzeichnet unt spätestens bis zum 27. Mai. I. I. in Wien bei bet Liquitatnr tu Gesellschaft (Sütbahnhos) vorgewiesen werben. — (Aus tem Künstlerieben.) Der 16jährige Violinvirtuose Kr m a konzertierte auch in Linz. Die Linzer „Tagespost" sagt: „Krejma Überrascht durch einen prachtvollen, markigen Ton, eine sehr betentente Technik unt eine Gesühlswärme im Vortrage, die zur Bewunberung Hinreißen, wenn men bas jugendliche Alter des Künstlers in Rechnung zieht. Dabei fällt die klassische Ruhe angenehm auf, mit ter et die schwierigsten Passagen bewältigt, lieber Haupt zeichnet fein Spiel eine gewisse Vornehmheit «ul, welche nebst der gewinnenden äußeren Erscheinung unwillkürlich an den jungen Liszt erinnert. Wenn der Mann hält, was der Jüngling verspricht, dann geht Herr Krejma auch ohne Zweifel in jeder Beziehung einet großen Zukunft entgegen." " (Aus der Bühnenwelt.) Dem in hiesigen Theaterkreisen noch in gutem Andenken stehenden Tenoristen terrn S t o 11, derzeit in Prag, soll nach dem verstorbenen hraterdirektor Treumann eine Erbschaft im Betrage von 8000 fl. angefallen fein. - Fräulein v. Ja lens ka. aus ihrem vorigen hiesigen Gastspiel noch im guten Andenken flehend, feiert in Prag Triurnpfe. — Fräulein Orgeni «warb sich in Nürnberg großen Beifall. - Herr Rieger wurde für die BreSlauer Bühne engagiert. Die neue Irrenanstalt. (Fortsetzung.) Indem wir den Pensionäriract gänzlich verlassen, wenden wir uns in die nächstgelegene Abtheilung -er ruhigen Unheilbaren und Epileptiker. Diese Abtheilung ist bezüglich ihrer Einteilung und Anordnung der Anstaltsräume sowie hinsichtlich ihreS St-stkms genau so behandelt, wie die Abtheilung der ruhigen Heilbaren und ReconvaleScenten, nur ist hier die Belagsweise den Bedürfnissen dieser Abtheilung accomodiett. E» sind nämlich in dem Schlafzimmer im ersten Stocke, an welchem uns unser Turnus zuerst »orbeiführt, 8 Epileptiker, und in jenem am ändern Ende gelegenen Schlafzimmer 6 Ungebildete untergebracht. Ferner find in dem Schlafzimmer des zweiten Stocke», welches dem Pensionäriract am nächsten liegt, 6 Gebildete, im ändern Schlafzimmer 6 Ungebildete placiert. Da im Übrigen das bei der Abtheilung ter ruhigen Heilbaren unt ReconvaleScenten Gesagte gilt, so verfügen wir uns in tie Ablheilnng der Unruhige« aller heilbaren unt unheilbaren Formen. Diese unt tie vorige Abtheilung haben hinfichllich des Prinzipes der Einteilung und Gruppierung der Räume ganz gleiche Normen und find von einander durch ein selbst, ständig abgeschlossenes Stiegenhaus (Nr. 3) getrennt. Die Belagsweise ist jedoch hier ebenfalls den Verhältnissen dieser Abtheilung angepaßt, und eS find im ersten Stocke die Heilbaren, und zwar in dem der Stiege zunächst liegenden Schlafzimmer 6 Ungebildete, im entern Schlafzimmer 6 Gebildete untergebracht. Die Belagsweise im zweiten Stocke entspricht jener im ersten Stocke, nur sind hier die Unheilbaren placiert. Die Beheizung der Abtheilung der Unruhigen wird durch eine Eentralheizung bewerkstelligt, und es wurde hiesür eine Luftheizung mit Wasserverdunstung in Aussicht genommen. Zu bemerken ist noch, daß mit dieser Abtheilung der hufeisenförmige Zweistockbau abschließt, und ti£ sowol tieft als auch tie Abtheilung ter ruhigen Unheilbaren unt ter Pensionäre in ihrer ganzen Ausdehnung unterkellert find. Diese Keller enthalten Räume für Brennmaterial und Depot« für jene Anstaltserfordernisse, die durch Feuchtigkeit nicht Schaden nehmen. Die hosfeitigen Ausbauten sind jedock, wie der ersterwähnte, mit Auknahme einer Apparatenkarn-met nicht unterkellert. Wir verfügen uns über die Stiege Nr. 3 in den Par-terrecorridor und begeben une, im Eorridor weiter schreitend, in den enstoßenden Parterrebau, der den Unreinen und Paralytiker» zum Aufenthalte dient. vom Eorridor dieser Abtheilung, der sich von den früheren Abtheilungen fortsetzent hinzieht, treten wir zunächst in ten Tagraum, von wo aus man mittelst einer fattft absteigenden Rampe in den Garten dieser Abtheilung gelangt. Reben tiefem Tagraum liegt, vom Eorridor erreichbar, ein Schlafzimmer für 4 Pfleglinge der ersten und zweiten Berpflegsklasse. In Verbindung mit tiefem schließt sich tas Wärter» zimmer für 2 Wärter an, unt in ter weiteren Fortsetzung, mit dem Wärterzimmer verbunden, befindet sich ein anderes Schlafzimmer für 4 Pfleglinge ter dritten Berpflegsklasse. Zwischen diesen beiden Schlafzimmern einerseits, und angrenzend an das Wärterzimmer andererseits, liegt da« Jsolierzimmer. Es ist demnach das Wärterzimmer so situiert, daß die Wärter sowol in tie beiden Schlafzimmer als auch in das Jsolierzimmer direkten Einblick haben. Dem Wärterzimmer gegenüber, hosseits an den Eorridor angebaut und von diesem aus zu begehen, befindet fich ein AuSbau mit einem Vorraum, 2 Aborten nebst Pissoir unt einer Adwaschküche einerseits, und einem Leibstuhlraum, Kleiderdepot und Badezimmer andererseits. (Fortsetzung folgt.) Interessant ist die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glücks-Anzeige von Samuel Heckscher sen. in Hamburg. Dieses Haus hat sich durch seine prompte und verschwiegene Auszahlung der hier und in der Umgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworben, dass wir jeden auf dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle aufmerksam machen. Witterung. i , , Laibach» 11. Mai. Morgen- und vormittags heiter, nachmittag- theilweije dewSlkt, mäßiger GW. Wärme: morgen- 7 Uhr + 14-0», nachmittags 2 Uhr + 17 9« C. (1876 + 112«; 1876 +13 6« C.) Barometer im Steigen 73173 m Da- vorgestrige Tage-mittrl der Wärme + 130*, da- gestrige + 13 3°; beziehung-weise um 0 2* und 0 3° Uber dem «vrmale; der vorgestrig« Niederschlag 2 75 mm, Regen. Angekommene Fremde am 11. Mai. Qrtcl Stadt Wien. Ritter von «otineüi, f. k. Major, Krems,er. — Kresik, Agram. — Zhuber, Fabrikant, Öbervillach. — Wagner, Kfm., und Emkv, Wien. — Taurer, Ksm, Sal»durg. H«1el Elefant. Goldschmied. Reis., Wien. — Perz, Fa. brikant, und vschwandtmr, Asm., fflraj. — Weißen-tmrger, Mannhein. — Fahr, Kaufmann, Darmstadl. — Schwarz, Eagor. aiUI Europa. Fischer Anna, «Sraz. — Fichboch, Wien, adt Laibach. Bjzjal Anna u. Wagner Juliana, Ätain. SaNer Von vefterretch. Weber, Oberkratn._______________ Verstorbene. Den 7. Mai. 6äcilia Rotor, MauthrevidentenS Lochter, 15 3., Karlstädterstraße Nr 14, Lungensucht. Den 9. Mai. Maria Wanitsch, Jnwohner-tochler, 29 I., Jivilspital, LunKntuberkulose. — Johann Äofajl, Knecht, 52 3., Bergweg Nr. 8, Lungenlähmung. — Anton Suschnik, BerzehrungSkeuer. Lusseher, 60 3-, Domplatz Nr. 17, Lungenentzündung. Den 10. Mai. Maria Boz, Dienstmannekind, 8 Mo» Bote, Vegagasse Nt. 9, Lungenschwindsucht.___________________ Ei« Portemonnaie ES, ÄS von 8 bi- 9 fi. und einem Recepiffe wurde Mittwoch abends zwischen 6 und 7 Uhr in der Lattermannsallee verloren. Der Finder wird gebeten, es in der Administration dieses Blatte- gegen anständigen Finderlohn abzugeben. (246) . auf! LebenSmittel-Preise in Laibach am 9. Mai. Weizen 12 st. 35 kr., Jtom 7 fl. fiO kr., (Berste 5 st. 20 lt., Hafer 4 st. 39 tr., Buchweizen 6 fl. 18 tr., Hirse 5 st. 36 tr., «ulurutz 7 fl. 20 tr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 6 fi. 25 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 98 tr., Schweinselt 84 kr., Speck, frischer, 74 kr., Speck, geselchter, 78 kr., Butter 84 kr. per Kilogramm; Tier l‘/g tr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch ß(X tr., Kalbfleisch 50 tr., Schweinfleisch 60 lt. per Kilogramm; Heu 2 fl. £>5 tr., Stroh 3 fl. 5 Ir. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fi. 50 kr, weiches Holz 4 fl. 50 tr. pt. vier L.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 80 fi. pt. 100 Liter. Telegramme. Wien, 10. Mai. Die „Politische Korrespon-denz" meldet: 300 Kosaken übersetzten heute früh von Braila nach Ghiacet und stießen mit Baschi-BozukS zusammen; es entspann sich ein lebhafter, mittags noch unbeendeter Kampf; beiderseits Todte und Verwundete. Bukarest, 10. Mai. Das Amtsblatt bringt ein fürstliches Dekret, wor,u»ch der Fürst das Oberkommando der Armee übernimmt; es veröffentlicht ferner die Ernennung der Armeecorps-, Division«-und Brigade-Kommandanten sowie des General» stabSchefS. Petersburg', 9. Mai. Die Russen besetzten Kagysman ohne Kampf. TifliS, 9. Mai. Nordwestlich von Kars Zusammenstoß russischer Recognoscierungscolonne mit türkischen Truppen. Lebhafter Kampf, große Verluste aus türkischer Seite, Verluste der Russen gering. i Gedenktafel über die um 15. Mai 1877 stattfindenden Imitationen. 3. Ftilb., Kodelja'sche Real., Budanje, 89®. Wippach. — 8. Feilb., Krusit'sche Real, St. Beit, 8®. Wippach. — 3. Feilb., Jaaodnil'sche Real., Lomine, BD. Feistriz. — 8. Feilb., Petttt'I»e Real., Michelstetten, B®. Krainburg. — 3 Feilb., Slerbec'jcheReal., Podgvro, B®. Laos. Am 16. Mai. 3.Feilb.,Marus>i's»e«eal.. Oberlaibach, 83®. Oberlaibach. — 3. Feilb, Zorc'sche Real , Dvor, 89®. Oderlaibach. — 8. Feilb, «orSt'sche Real., Kostreiniz, BW. Littai. Gigenöau ~ Meine (228)4-2 (241) 4-3 Laus I lauf! lauf! lauf I In d' ®radif<6a Hammer 2, Änrgftalkgalf« steht dabei. Auch „J«m Cärtncr" ist's benannt, War vor Zeiten wol betannt; Kannst die Zeichen nicht erschauen, Frage nach den Klosterfrauen. D' Nonnengasse führt zum Ziel. Nun wären Zeichen bald zu viel, Dort bekommst du tittsser Bier, So was war noch gar nicht hier; Auch die üii*< und den W«in, Beides findest du sehr sein. Preis« sind auch gar nicht groß, Dort ist's Schnüren noch nicht loS, Speisen kannst zu jeder Zeit, Mittag«, aBendi, wann'S dich freut, •aBelftfifcslü* ist zu haben, Kannst dich auch im Carlen laben. Alle Henne find auch dort. Nun kennst du genau den Ort, Denk, der Sinn des ®anzen ist: Du ein lieber «ast mir bist! Hochachtungsvoll ergebenster A. Gruber. Line seine Köchin, mit den besten Zeugnissen, sucht bis 1. Juni 1877 eine Stelle bei einer Herrschaft aus dem Lande, «uskuust in der Buchhandlung v. Kleinmayr & Bamberg. (233) 3—2 Verschleiß in Gebinden als auch in Flaschen für Wien, die Provinz und den Export in "Wien, I., Nenngassk Nr. 10 (int Stiftsgebäude). Adresse: „Verschleiß der Klo-sterneuburger Stiftsweine", oder kurz: Hermann I»»ttr»el», Wien,!, Renn-gaffe Nr. 10. Preislisten gratis und franco IT 272ste Hamburger Geld-Lotterie, genehmigt und gnrnntlrt durch die Negierung. Die Haupttreffer betragen ev.: 875.000 350.000 135.000 80,000 60,000 50,000 Beiehsmark etc. etc. . Äusamm-n enthält die Lotterie 42,000 ffle» winne im Betrage von _ . 7 Million 470,130 Reichsmark, welche in 7 «Mtoilungen unter Control« de* Staaten enllchieden werden. Der kleinste Gewinn „t bedeutend größer wie der Ankaufspreis eines Looses. flaut offic. Zichuna-pr-grainm kostet 1 ganzes Örlglnal-Loos o.W.fl. 3.50 1 nalbes » ' ' > 1.75 1 viertel > ' > > — 88 (Regen Einsendung de? Betrages in Banknoten, Coupon» ic. ic., mich gegen Postanweisung ober gegen Postnachnahme versendet Unterzeichnete Firma die Originalloose recht,eitig für die erste Ziehung »ach allen Pliitzen. AuS-fllhrliche amtliche BerlooiungSvläne werden jedem Briefe beigelegt und „ach Ziehung die ZielliingSlistc sofort »»gesandt. - Ueber die gewonnenen (Reiber kann sofort 6t8pomrt werden. Für die erste Ziehung werden Bestellungen bii 15. Mal d. J. entgegengenommen yon dem Banlhause J8ENTHAL & Co., von der Herzog!. Direktion angestellte Hauptdebiteure d. Braunschw. u. Hamb. Lotterie. Hamburg. Hauptgewinn ev. 375,000 Mk. Gib®* Die Gewinne garantiert der Staat. Einladung zur Betheiligung an den Gewinn-Chancen der vom Staate Hamburg garantierten «rossen Geld - Lotterie, In welcher «her 7 Millionen 470,000 Mark Micher gewonnen werden müssen. Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld-Lotterie, welche plangemäss nur 79,^00 Lose enthüll , sind folgende: nämlich 1 Gewinn event. 375,000 Mark, speciell Mark 250,DOO, 125,000, 80.000, 60,000, 50,000, 40,000, 36,000, 4 mal 30,000 und 25,000, 4 mal 20,000, 28 mal 15,000, 12,000 und 10,000, 23 mal 8000 und 6000, 56 mal 5000 und 4000, 206 mal 2500, 2400 und 2000, 415 mal 1500, 1200 und 1000, 1358 mal 500, 300 und 250, 25061 mal 200, 150, 138, 124 und 120, 14839 mal 94, 67, 55, 50, 40 und 20 Mark, und kommen solche in wenigen Monaten in 7 Abtheilungen zur sichern Entscheidung. Die erste Gewinn-Ziehung ist amtlich festgestellt, und kostet hierzu das ganze Original-Los nur 3 fl. 40 kr. das halbe dto. nur 1 fi. 70 kr. das viertel dto. nur — fl. 85 kr. und werden diese vom Staate garantierten Orlglnal-IiOse (keine verbotenen Promessen) ge1 gen frankierte Einsendung des Betrages oder gegen Postworschiwss selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. (207) 6—6 Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-Lose auch den mit dem Staatswappen versehenen Originalplan gratis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehungsliste unaufgefordert zugesandt. Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder erfolgt von mir direkt an die Interessenten prompt und unter strengster Verschwiegenheit. Jede Beitrllnug kann man einfach auf eine PoRleinxahliingRkarte machen. Man wende sich daher mit _ den Aultrttgen der nahe be- vorstehenden Ziehung halber bis zum 15. Mai dl. J. vertrauensvoll an Samuel Hecksclier sen., Banquier und Wechsel-Comptoir in Hamburg. Wiener Börse vom 9. Mai. Staatsfonds. 6?etg. Rente, öst.PaP dto. dto. Sft. in etto. Sole von 18M . . . . inte von 1860, ganze iofe von 1860, Füllst. Prämien?-, v. 1864 . Orundeat.-Obl. Siebenbürg. Ungarn Actien. Ilnglo-Bank........ Kreditanstalt....... Beuofltenbent . . . . LScompte-Lnstalt . . Franco - Bank . . . . Handelsbank........ VtattonalBant . . . . Deft. SantaefeOf. . . Union-Bank.......... e«»> I warr I Pfandbriefe. I »eit I so an S7 T0! 57 8V «llg. »st. Bod.-Lredtk. 106 — 186-16 6*'60j 64— dto. in 88 3. lOS-fO 10S-— »totien. ö. KD....... 10i;-75 107-— Ung. Bod.-Sreditanst. 116-76 117 *5 _ , Prloritats-Obl. tauj 3o(e|»«8abn >efU Nordwestbahn verkebrSdank. «lsSld-«ahn . . , Rat! Ludwigbahn Half. Slis.-Bahn Half. St, Joses,b EtaatSbahn . . . Süd bahn.......... 106- . 87--! 87 S* 96 60 86'70 87-60 87 7« 188-25 188 76 68*76 7»- l 6950 78-76 6626 186*80 184 — 630 - 6660 186 — 186-640*— 766 — 768-- 48 — 43-60 78.—| 73 60 91-60 98 60 189 86 199 50 181-60 138 — 118 — 113 60 881 - 1888 — 76 —! 75 6C dto Bons Lose. Weohs. (3Mou.) «ngsbnrg 100 Mark Franks. 10» Marl. fonbon'io'W. feterl Pari« 100 Franc# . Münzen. Sai(. »lünj.SBucaten S0=Ftancefm4 . . . . Deutsche Reichrbank. Silber . . 87-66 87 1t 87-60 87 7f *7-- 166 — 84 161-60 18*6 *8 — 1*9 46 6i-«e 6-1* 10 86» 68-70 118-80 67*6 94-** 18*-; 1»W es'ij »*»Ä bi«' Ä- S» Druck von Jg. v. ÄteinmaDr & Fed. üiambeig. Verleger; Telegrafischer Kursbericht am 11 Mai. Papier-Rente 58.05. — Silber-Rente 64-—. — Rente 70-40. — 1860er StaatS-Anlehen 106-80. — «am actien 767. — Areditactien 13610. — London 129'2°- ^ Silber 11310. - St. k. Münzdukaten 6.11. - 20-Fka"" Stücke 10-33. — 100 Reichsmark 63 45. Für die Redactivn verantwortlich: Franz Müller.