Macht! TaMlitt. Rcdactivn und Expedition: Babnlwf^asse Nr. 15 PrLnllm«rationspreise! Inserlioniipreile: Ein- Nr. 194. Montag, 25. August 1879. — Morgen: Zephyrin. 12. Jahrg. „Bleiweis hat's gesagt." Wie man uns von verläßlicher Seite meldet, ist die Petition der nationalen Landtagsminorität den Weg aller Makulatur gewandert, um nach kurzem, aber geräuschvollem Dasein im dunklen Schöße des ministeriellen Papierkorbes eine mitleidige Aufnahme zu finden. Alles, was mit dieser neuesten politischen Seifenblase der Natio-nal-Klerikalen erzielt wurde, beschränkt sich demnach auf einen neuen Beweis, welcher ganz unglaublicher Lügen und Verdrehungen die „Anführer" der Nation fähig sind, wenn es sich um Bekämpfung der politischen Gegner handelt. Ohne Rücksicht darauf, daß die scheinheiligen Klagen wegen angeblicher Unrechtmäßigkeit der letzten Landtagswahlen bereits in der Verisicationsdebatte vom September 1878 vollinhaltlich widerlegt wurden, hatte man die Dreistigkeit, in der Auflösungspetition sich darauf zu berufen, daß die Wahlen von 1877 unter einem so großen Regierungsdruck stattgefunden hatten, daß eine freie Stimmenabgabe der Bevölkerung unmöglich war. Die erwiesene Thatsache, daß sich bei dieser Wahl die politischen Beamten jeder Agitation enthielten, daß viele Beamten national wählten, ja noch mehr, daß sogar einige der maßlosesten nationalen Agitatoren dem Richterstande angehörten, wird einfach ignoriert und dabei noch dem Publikum und der Regierung das Märchen erzählt, daß durch die Nichteinrechnung des Eindrittelzuschlags zu den direkten Steuern die „Nation" um ihre Rechte, beziehungsweise um ihre Vertretung im Landtage verkürzt worden sei. Letzteres ist einfach eine absichtliche Unwahrheit, für welche die nationale Landtagsminorität den Beweis schon deshalb schuldig bleiben müßte, weil nach den eminenten Majoritäten der einzelnen Wahlacte des Jahres 1877 deren Endresultat auch bei einer anderen Auffassung der gesetzlichen Bestimmungen über die Einrechnung des erwähnten Zuschlags ganz das nämliche gewesen wäre. Recht hübsch wird die freilich erst in neuester Zeit entdeckte Loyalität der National-Klerikalen durch den Vorwurf der Illegalität illustriert, welchen die Petition der Landtagsminorität der jetzigen Landesvertretung an den Kopf wirft. Denn offenbar hatte man in dem Momente, als man diese Beschimpfung aussprach, ganz darauf vergessen, daß der Rechtsbestand eben diesem Landtage, welchen man als eine ungesetzliche Versammlung hinzustellen beliebte, von unserem Kaiser selbst dadurch anerkannt wurde, daß er die von denselben gefaßten Beschlüsse, darunter die so hoch wichtige Schulgesetznovelle, sanctionierte, daß er die Verhandlungen desselben zur Kenntnis nahm und ihm außerdem für seine loyale Haltung die allerhöchste Anerkennung aussprechen ließ. Um aber ähnliche Versehen für die Zukunft zu verhindern, möchten wir die National-Klerikalen doch darauf aufmerksam machen, daß die wahre Loyalität nicht etwa blos in einigen neben der nationalen Tricolore der Eitalnicas ausgehängten schwarz-gelben Fahnen, sondern zunächst in der pietätvollen Achtung Ausdruck findet, mit welcher man den Beschlüssen des Kaisers begegnet. Ist es aber loyal, indirekt zu behaupten, daß die Krone die Verhandlungen einer illegalen Körperschaft genehmigt hat? Die Petition der Landtagsminorität beruft sich ferner auf die Ergebnisse der letzten Reichsrathswahlen und folgert daraus, daß die Landtagsminorität eine unnatürliche sei. Dieser Schluß erscheint für den ersten Moment nicht übel gewählt. Aber es fällt sofort in sich selbst zusammen und verliert eine jede Beweiskraft, sobald man in Erwägung zieht, daß die Majorität bei den Reichsrathswahlen durch eigenartige Verhältnisse und durch höhere politische Rücksichten erzielt wurde, daß er nicht den Nationalen, sondern dem Regierungseinflusse zuzuschreiben ist, und daß letzterer weniger im Sinne der elfteren, als vielmehr im Sinne der Conservativen sich geltend machte. Sind Baron Schneid, Graf Hohenwart, Graf Marghkrr national? Gewiß nicht. Sie gehören eben der conservativen Richtung, oder wenn wir wollen, dem feudalen Elemente an. Da nun die Wahlen für den Großgrundbesitz den Sieg der verfassungstreue Kandidaten ergaben, so bleiben für die Allianz der Nationalen und Klerikalen nur fünf Mandate. Wo ist denn hier die „natürliche" Majorität, wem es trotz des unnatürlichen Bündnisses zwischen einem Grafen Barbo und einem Vosnjak doch nicht gelang, mehr als die Hälfte der erledigten Mandate zu ergattern? Was aber der ganzen Angelegenheit trotz aller Verdrehungen und' Tendenzlügen der National-Klerikalen eine humoristische Seite verleiht, das ist die Berufung darauf, daß Bleiweis das Dogma der Illegalität des Landtags ausgesprochen habe. „Bleiweis hat's gesagt" — dieser prachtvolle Satz wird den, Ministerpräsidenten natürlich nur i'ater der Voraussetzung entgegengehalten, daß Graf Daaffe in hinstrebender Demuth und Unterwürfigkeit vor dem infalliblen Nestor der National-Klerikalen jede weitere Ueberprüfung der gegen den jetzigen Landtag vorgebrachten Gründe überflüssig' findet. Was kann dem Grafen Daaffe Dr. Bleiweis sein? Diese Frage haben sich die Verfasser der famosen Petition wol gar nicht gestellt. Zum Ueber-flusse war aber Vater Bleiweis bescheiden genug, die im Memorandum enthaltene Apotheose seiner eigenen Person noch eigenhändig zu fertigen. Angesichts dieser heiteren Kundgebung eines sich selbst vergötternden Größenwahns werden wir unwillkürlich an jene römischen Kaiser der letzten Periode des Weltreiches erinnert, welche ihren eigenen Standbildern Weihrauch streuten. Die ehemaligen Jungslovenen nehmen sich recht gut im Gefolge der klerikalen Kreaturen eines Mannes aus, der im altersschwachen Eigendünkel kein Bedenken trägt, Jemlleton. Die Geheimnisse der Residenz. Nachtstücke aus dem Leben. Roman von F. Klinck. (Fortsetzung.) „Daran darfst du gewiß nicht zweifeln, mein Kind," entgegnete der Graf mit zum Himmel erhobenen Augen, „aber es thut mir leid, daß du selbst nicht das aus den Händen deines Vaters annehmen willst, was dir gebührt. Hoffentlich besinnst du dich eines Bessern. Meine Jahre sind gezählt und ich sehne mich nach einem menschlichen Wesen, welches mich mit wirklicher Sorgfalt und aufrichtiger Theilnahme umgibt — das alles kann ich nicht von Leuten erwarten, die ich bezahlen muß. Ich freue mich, daß du wenigstens so viel Vertrauen zu deinem Vater hattest, um zuerst zu ihm zu kommen; fremde Menschen taugen nicht zwischen uns. Wir werden bald ins Reine kommen, Julie, bringe mir nur zunächst den Trauschein." Bis jetzt hatte der Graf sein Spiel bewuu-dernswerth dnrchgeführt, aber die Hast, zu seinem Ziele zu gelangen, ließ ihn einen Fehler machen, den er, wie er sofort sah, nicht so leicht wieder gut machen konnte. Er hatte die unerfahrene Julie bereits vollkommen in der Schlinge gehabt; sie fing an, seinen Worten Glauben zu schenken und in der That manches für Verleumdung zu halten, was sie seither über ihn gehört hatte. Die letzten Worte des Grasen rissen sie aber auf einmal aus ihrem Traum; sie fand sich am Rande eines Abgrundes, zu welchem nur noch ein Schritt gehörte, um auf Nimmerwiederkehr hineinzustürzen. Sie zitterte vor Furcht und Aufregung und trat einen Schritt weiter von dem Grafen zurück. „Niemals, Herr Graf," entgegnete sie unerschrocken, nun zum vollen Bewußtsein erwacht, mit wem sie es zu thirn habe. „Den Trauschein meiner verstorbenen Mutter werde ich nie aus meinen Händen lassen, Sie können Ihre Ehe mit Helene Streitmann auch durch andere Dokumente als giltig ausweisen. Meine arme Mutter hat sich betrügen lassen, und das hat ihr nicht allein ihre Ehre, sondern auch ihr Leben gekostet. Ich will vorsichtiger sein, um ihretwillen; ihr Kind soll nicht, wie sie gefürchtet, namenlos sein, wenn es auch nie den Namen, der ihm gehört, führen wird. Verzeihen Sie mein Mißtrauen, Herr Graf, wer so traurige Erfahrungen gemacht hat, ist, denke ich, entschuldigt." Die Zornader auf der Stirn des Grafen schwoll bedenklich an, aber er nahm seine ganze Selbstbeherrschung zusammen, um den GefühlS-ausbruch zu verbergen, da er wohl wußte, wie äußerst vorsichtig er sein mußte, nun er einmal JulienS Argwohn erregt. Merkte sie seine wahre Absicht, so war er der Betrogene und der Eclat, den nothwendig die Bekanntmachung seiner frü Heren Verbindung hervorrufen würde, war unausbleiblich. „Ich verzeihe dir deinen Argwohn gern, Julie, du magst auch recht haben, keinem Menschen zu trauen, selbst deinem eigenen Vater nicht," sagte er mit trauriger Stimme. „Ich möchte nur wissen, wie du zu einem solchen betrübenden Seelenzustand gekommen bist — so jung und schon so voll Mißtrauen! Willst du nicht wenigstens den Platz einnehmen, der dir gebührt? Mein Haus steht dir jederzeit offen." seine Worte mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit zu umgeben. Noch interessanter ist es aber, daß Dr. Vosnjak kein Bedenken trug, durch Unterzeichnung der Petition die Illegalität seiner eigenen Stellung im Landesausschnsse zu behaupten. Oder sind vielleicht nur jene Ausschutzstellen legal besetzt, bei deren Verleihung das nationale Votum den Ausschlag gab? Eine ungeschickte Nachäffung der czechischen Parteitaktik hatte der in Rede stehende Schritt der Nationalen wol nur die Aufgabe, die öffentliche Meinung aufzuregen. Und um dieses Zweckes Willen nahm man kein Bedenken, die constitutio-nellen Prinzipien der Wahlfreiheit, das Ansehen des Landtags und die Autorität des unter nationaler Mitwirkung gewählten Landesausschusses zu schädigen. Unbekümmert darum, daß zur Zeit, eis die liberale Partei sechs Abgeordnete im Reichsrathe zählte, es derselben niemals einfiel, die Auflösung des nationalen Landtags zu verlangen, sucht man kleinlichen Parteizielen zu Liebe die Grundlagen des Parlamentarismus zu unterwühlen. Glücklicherweise hat Graf Taaffe in dieser Beziehung doch noch eine bessere Anschauung über Constitutionalismus und konstitutionelles Staatswesen, als die verfassungsfeindliche Minorität des Landtags, für welche Bleiweis als politischer Abgott und Dr. Voänjak als dessen Profet gilt. Aus dem czechischen Lager. Noch ist die Wahlreform für den böhmischen Landtag nicht spruchreif geworden, und schon wird ,,l czechischen Blättern darüber Klage geführt, daß Dr. Schmeykal die Ausarbeitung der Vorlage verzögert und hinausgeschoben habe. Wie dagegen die „Presse" bemerkt, ist dieser Vorwurf vollständig gegenstandslos. Die Vollendung der Vorlage wurde nur von der Mitte auf das Ende dieses Monats verschoben, nachdem es sich als sicher herausgestellt hatte, daß vor dem Zusammentritt des neuen Abgeordnetenhauses die Landtage nicht mehr einberufen werden. Die Reform der Landtags-Wahlordnung kann aber verfassungsmäßig nur im Landtage stattfinden und auf frühere Verhandlungen und Abmachungen zwischen Parteivertretern oder Vertrauensmännern würden sich die deutsch-böhmischen Abgeordneten unter keinen Umständen einlassen. Diese Thatsache hindert nun allerdings die czechische Presse nicht, ihre Forderungen betreffs der Wahlreform zu formulieren und sie in dieser Gestalt als unerläßliche Vorbedingung für den Ausgleich hinzustellen. In erster Linie figuriert darin eine Abänderung des Wahlmodus für die Großgrundbesitzergruppe. Um zu verhindern, daß die feudal-nationale Partei „Nein, Herr Graf," erwiderte Julie, „es wäre Unrecht, wollte ich die Stätte verlassen, welche die arme Waise aufnahm, als sie einsam und verlassen in der Welt dastand. Ich bin mit meinem bescheidenen Lose vollkommen zufrieden." „Du bist fehr stolz, mein Kind, und bitten kann ich dich nicht, dich mir altem Manne zu opfern, weil ich das Recht dazu verwirkt habe," jagte Graf Horn mit kläglicher Stimme. „Versprich mir aber wenigstens, mich nicht ganz zu vergessen, sondern mir oft deine sonnige Gegenwart zu schenken, die ich bis setzt,, freilich unwissend, welchen Schatz ich ungehoben ließ, entbehrte. Versprichst du mir, oft zu deinem Vater zu kommen?" „So oft und so lange Sie es wünschen," Sab Julie zitternd zur Antwort. Das arme iiädchen war noch nicht klug genug, einem Manne, wie Gras Horn gegenüber; sie war ein schwaches Rohr in seinen Händen, wol zum Mißtrauen geneigt, aber doch auch wieder zu unerfahren, um dies Mißtrauen festzuhalten. Sie glaubte einen Theil seiner Worte nur zu gern, wenn sie ihm auch nie verzeihen konnte, was er ihrer Mutter Leides zugefügt. Sie fand zahllose Entschuldi- von den Verfassungstreue» bei den Wahlen ma-jorisiert werde, will die „Politik" entweder die Einführung desSisterns der Wahl nach territorialen Bezirken, wie in Galizien, oder aber die Eintheilung des Großgrundbesitzes in verschiedene Gruppen nach der Steuerleistung, wie in den Fundamentalartikeln bestimmt war. Andererseits soll durch die Reform die Vertheilung der Mandate der Städte und Landgemeinden nach irgend einem konsequenten Prinzip zu stände gebracht werden; mit dem Linsengerichte einiger Stimmen sei niemandem geholfen. Die hiedurch in die Minorität gerathenen Deutschen sollen Garantien erhalten durch Trennung des Landtags in zwei nationale Curien, wie gleichfalls in den Fundamentalartikeln projektiert war. Daß die Deutschen Böhmens einem solchen Zurückgreisen auf die Fundamentalartikel sehr mißtrauisch gegenüberstehen, ist leicht begreiflich. Auch von czechischer Seite scheint man hie und da einzusehen, daß alle große Forderungen der nationalen Sache nur schaden können. Wir schließen das insbesondere aus einem Artikel des „Pokrok", in welchem gesagt wird: „Wenn in einzelnen czechischen Zeitungen Anträge und Forderungen laut wurden, mit denen die Deutschen oder Verfassungstreuen nicht übereinstimmen können, so wäre zu bedenken, daß berufene Instanzen zur Vorbringung von Forderungen ja doch nur der czechische Abgeordneten-klub oder dessen Vertrauensmänner einerseits und andererseits die Regierung, die noch keine Sünde gegen die Deutschen begangen habe und die gesetzgebenden Körper seien." Serbo-kroatischer Bruderzwist. Wie der „R. fr. Pr." aus Ragusa geschrieben wird, ist der schon bei Gelegenheit der Reichsrathswahlen zutage getretene Conflict zwischen den Kroaten und Serben zu einem politischen Kampfe auf Leben und Tod geworden. Die beiden Parteien, welche „Rarodni List" noch vor kurzem als die zwei herrlichen Blüten desselben nationalen Astes bezeichnet?, liegen sich jetzt förmlich in den Haaren und sagen sich wechselseitig die größten Grobheiten. Uebrigens geht aus den jetzt zur Veröffentlichung gelangenden Fehde-Artikeln hervor, daß der Zwist schon lange vorhanden war, bevor er in der jetzigen Art zum Ausbruche kam. Bezüglich der Zukunftspläne konnten sich die Nationalen nie über ein concretes Programm einigen. Für die einen war immer Kroazien das Land der Verheißung, das Land, von welchem die Jngoslaven die Mittel zu ihrer Regeneration in intellektueller und politischer Beziehung zu erhalten hofften. Für Kroazien schwärmte namentlich der nationale katholische Klerus. Für die Serben, gütigen, sie hielt ihn für leichtsinnig, aber nicht für schlecht, und das war bereits ein großer Fehler, obgleich bei Graf Horn Strenge und Sanft-muth gleich schlecht angebracht waren. Mit Triumph bemerkte er, daß er keinen so ganz schlimmen Eindruck auf das Mädchen gemacht hatte, und da er nun einmal die Bahn des Sieges betreten hatte, mußte fein eigenes Gefühl der Sicherheit ihm schon vorwärts helfen. Wo er täuschen konnte, unterließ er es nicht, hatte er doch alle derartigen Künste bis ins Kleinste durchgemacht und war beinahe jedesmal siegreich gewesen. „Sieh', Julie," fuhr er nach einer Pause fort, während welcher er das Mädchen scharf beobachtet hatte, „die Leute halten mich für schlecht und wissen nicht einmal, daß gerade sie es sind, die durch ihr ewiges Gerede mich dazu machten, was ich bin. Man hatte schon giftige Pfeile der Verleumdung für mich bereit, als man noch nicht den leisesten Grund dazu hatte; ich verabscheute die Menschen und bemühte mich nicht, ihre Verleumdungen zu widerlegen, es wäre mir sonst leicht geworden, mich ebenso rein und makellos hinzustellen wie andere, ohne daß ich darum ein Haar besser war. Wo andere im Verborgenen dagegen — und hieher gehören sämmtliche Bekenner der griechisch-orientalischen Religion mit dem orthodoxen Popen an der Spitze — sind Kroazien, die kroatische Sprache und selbst die jugoslavische Akademie in Agram so ziemlich ein Greuel. Rar Serbien kann nach ihrer Ansicht die erste Rolle in dem Zuknnftsprogramme der Jugoslaven spielen, nur die serbische Sprache, als die schönste und reinste unter den südslawischen Jsiomen, verdient als slavische Knltursprache allgemein anerkannt zu werden. Dieser Conflict, welcher in Dalmazien zwischen Kroaten und Serben ausgebrochen ist, wird von den Montenegrinern ans das tiefste bedauert. Der „Glas Cernogorski" richtet deshalb eindringliche Mahnungen an die Nationalen, von der Fehde abzustehen und die frühere Eintracht wieder herznstellen, damit die nationale Partei mit derselben Energie wie zuvor ihre heiligen Zwecke verfolgen könne. Das Blatt trachtet den Frieden zwischen beiden Parteien wieder herznstellen, indem es den Beweis beizubringen sucht, daß Serben und Kroaten gleiche Aspirationen haben und daß die Herstellung des dreieinigen Königreiches sowol von den Kroaten als von den Serben als ein höchst erfreuliches und für die politische Zukunft der Jugoslaven wichtiges Ereignis anerkannt werden müsse. Die Wiedereröffnung der rumänischen Kammern. Vorgestern wurden nach Ablauf der einmonatlichen Vertagung die rumänischen Kammern mit einer Botschaft des Fürsten Carol eröffnet, welche die Vorlage der auf die Revision der Verfassung bezüglichen Aktenstücke in Aussicht stellt und gleichzeitig die Hoffnung auSspricht, daß das Parlament die infolge des Berliner Vertrages unaufschiebbar gewordene Lösung der Revisionssrage in einer den internationalen Interessen Rumäniens entsprechenden Art zur Austragung bringen werde. Mit dieser Erwartung stimmt jedoch die Nachricht eines Bukarest« Korrespondenten der „Presse" »icht überein, nach welcher die Deputierten aus der Provinz in weit aufgeregterer Stimmung in die Hauptstadt zurückkehrten, als sie dieselbe verlassen hatten. Namentlich sollen die Vertreter der Curie des Handels und der Gewerbe von ihren Wählern in sehr bindender Weise verpflichtet worden sein, der Regierung in der Judenfrage gar kein, aber auch nicht das geringste Zugeständnis zu mache» und nur allein für das bekannte Projekt der Majorität des Kammer-ansschnsses, nämlich die individuelle Jndigenats-Er-theilnng an die Inden, zu stimmen. Allerdings werden noch mehrere Tage dahingehen, bis die Minister, die heute im Auslande weilen, namentlich sündigten, da that ich es öffentlich; ich hielt es nicht für nöthig, Menschen gegenüber den Schein zu wahren, und ich freue mich jetzt, ihnen einmal Gelegenheit zu geben, mich in meiner wahren Gestalt zu sehen. Sie sollen sich selber überzeugen, daß ich mich nicht scheue, Ihnen zu zeigen, wie weit ich mich von meinem Stande und meiner Stellung entfernte, als ich die Tochter des Cal-culators heiratete und deren Kind ich jetzt zugleich als das meine präsentiere. Ja, Julie, jetzt erst freue ich mich, baß du mich kennst, ich wollte, ich hätte dich früher gekannt und darnach gehandelt. Aber noch ist es nicht zu spät, um wieder gut zu machen, was ich verschuldet. Du sollst schon in den nächsten Tagen sehen, daß dein Vater es wenigstens jetzt aufrichtig mit dir meint, daß du dich täuschtest, als du glaubtest, ich fordere den Trauschein deiner Mutter in schlechter Absicht. Schon in wenigen Tagen soll ihr letzter Wunsch erfüllt fein, du wirst einen Namen haben und wenn du willst, eine bedeutende Stellung selbst bet Hose entnehmen. Ich kenne den König, er liebt mich, und es wird mir nicht schwer werden, feine Zustimmung zu diesem Schritte zu erhalten." (Fortsetzung folgt.) Minister Boerescu, hier Eintreffen und somit eigentlich Hand ans Werk gelegt werden kann. Allein auch bis dahin wird die Regierung in osficiöser Weise erfahren haben, daß sie in dieser Frage aus eine Majorität in der Deputiertenkammer schwerlich zählen kann. Auch der Minister des Innern, Co-golnitfcheanu, welcher am 20. d. von einem mehrtägigen Ausfluge nach der Moldau heimkehrte, soll sehr niederschlagende Eindrücke dort empfangen haben. Man verhehlt sich in Eingeweihten Sphären durchaus nicht, daß die Situation eine Gestaltung angenommen habe, welche die unter allen Umständen höchst gefährliche Alternative werde herbeiführeu müssen, die da schimm genug lautet: Kammerauflösung oder Rücktritt des Kabinets. Sowol in dem einen wie in dem anderen Falle wäre zu befürchten, daß die conservative Partei die Judenfrage als Mittel benützte, um sich des Staatsruders zu bemächtigen, was mit Rücksicht auf die russenfreundliche Gesinnung der Wortführer dieser Partei keineswegs kräftigend auf die freundschaftlichen Beziehungen Rumäniens zu Oesterreich und Deutschland zurückwirken könnte. Eine Rede Waddingtons. Bei Eröffnung der Generalrathssitzungen des Departements Aisne hat Minister Waddington eine Rede gehalten, deren Wortlaut nunmehr von der „Kölnischen Zeitung" wie folgt skizziert wird: Herr Waddington entwarf zuerst ein Bild über das, was Regierung und Kammern seit vier Monaten vollbracht haben. Er zeigte, auf welche Weise zur allgemeinen Befriedigung die Erledigung der ernsten Fragen bewerkstelligt worden sei, die vor der Ernennung des Herrn Jules Grevy in der Schwebe geblieben seien. Auf die Ferry'schen Gesetze übergehend, bemerkt er, daß der Gesetzentwurf über den Universitätsunterricht ausschließlich politisch sei. aber den Zweck verfolge, den Staat wieder in Besitz seiner unveräußerlichen Rechte zu setzen und zu verhindern, daß eine famose, von den französischen Gesetzen verurtheilte Kongregation (die Jesuiten) fortfahre, einen Unterricht zu ertheilen, welcher den Grundsätzen der modernen Gesellschaft zuwider sei und der schließlich im Sande zur Bildung von zwei Klassen sich feindlich gesinnter Bürger führe» müsse. „Die Gewissensfreiheit, die Unterrichtsfreiheit," fuhr der Minister fort, „sind vollkommen achtnngswerthe Dinge, welche die Regierung achten und denen sie Achtung verschaffen wird, was auch ihre Feinde sagen mögen. Aber man darf die Gesetzentwürfe des Unterrichtsministers nicht falsch auffassen. Dieselben verletzen diese Freiheiten nicht im geringsten; sie beschränken sich daraus, die Staatsrechte wieder herzustellen, die durch besondere Verhältnisse vermindert und die man in ihrer Gesammtheit wieder Herstellen muß." Herr Waddington bemerkte ferner, daß er die Bedingungen der Redefreiheit vollständig zugestehe, daß man die Gesetzentwürfe in ihren Einzelheiten bespreche, daß man die von der Regierung gewählten Mittel für mangelhaft erkläre und man andere als besser bezeichne; aber er erklärte, daß, was die Sache selbst anbelange, es unbedingt noth» wendig sei, dieselbe entschlossen aufrechtzuerhalten, und daß die Regierung entschlossener sei denn je, sie vor dem Parlamente zu vertheidigen. Nachdem der Minister seine Darstellung der inneren Angelegenheiten Beendet, sagte er, daß er nur noch ein Wort über die äußeren Angelegenheiten hinzufügen wolle. „Wir haben", sagte er, „einen absoluten und vollständigen Frieden, und wir stehen in den freundschaftlichsten Beziehungen zu allen Mächten." Waddington ging dann noch auf einige andere Fragen ein und äußerte unter ändern, die Amnestie fei endgiltig geordnet, die Regierung werde nicht gestatten, daß sie nochmals vorgebracht werde. Die Wahl Blanqui's sei gesetzwidrig gewesen, eine Neu. wähl werde nach Ansicht der Regierung nicht minder gesetzwidrig sein. Jubetreff der inneren Angelegenheiten kündigte er. Wenn nicht etwas Unver- hofftes dazwischen komme, neue wichtigE Steuer-entlastungcn an. Dis Generalräthe der Aisne nahmen die Rede des Ministers mit einstimmigem Beifall auf. Graf de Saint Ballier, der französische Botschafter in Berlin, wohnte dem Banket ebenfalls an, sprach aber nicht. Die griechisch-türkischen Verhandlungen betreffs Regulierung der Grenzlinie haben sich gerade nicht der besten Anzeichen für einen günstigen Verlaus zu rühmen. Zwar hatte der griechische Bevollmächtigte Brailas in der letzten Zeit mehrfache Besprechungen mit Mr. Fournier, in welchen er erklärt haben soll, daß die Grieche» sich eventuell mit weitgehenden Coneessionen in Thessalien zufrieden geben könnte». Er sehe ei», daß ei» Krieg zwischen der Türkei und Griechenland für letzteres unheilvoll werden könnte, zumal eine Anspielung Brajlas' ans den bewaffneten Beistand Frankreichs von Fournier mit der Bemerkung erledigt wurde, daß Frankreich mit dem Blute seiner Soldaten mehr denn je kargen müsse. Aber mit dieser friedlichen Zusicherung will die Thatfache nicht stimmen, daß Griechenland in demselben Augenblicke das dritte Aufgebot feiner Territorialarmee unter die Waffen rief, in welchem die Pforte ihre Kommissäre für die Unterhandlungen mit Griechenland ernannte. Diesem jedenfalls zur Unrechten Zeit angewendeten Pressionsmittel gegenüber hält sich auch die Türkei berechtigt, Gegendemonstrationen zu machen. So wird aus Peru die Ankunft einer aus 20 Albanesen bestehenden Petition gemeldet, welche eine Petition, oder, wie in Pfortenkreise» verlautet, geradezu eine nationale Manifestation vorbereitet hat. Es sollen sich Mitglieder aller drei Consessionen in der Deputation befinden, und es ist selbstverständlich, daß man angesichts der Verhandlungen mit Griechenland, welchen Savset Pascha präsidieren soll, mit den Albanesen ein recht großes Aussehen zu erregen sucht. Was die Ernennung der türkischen Unterhändler anbelangt, so scheint man dabei Savset Pascha auf einen Urias- posten gestellt zu haben; denn es ist mit Sicherheit vorauszusehen, daß die Zugeständnisse, welche man den Griechen auf alle Fälle machen muß, die Popularität (Saufet Paschas nicht vermehren werden. Fällt aber dieser Mann, dann ist für Mahmud Nedim freier Spielraum, und die russische Diplomatie hat dann auf dem Umwege der griechisch- türkischen Grenzfrage das erreicht, was sie schon seit langem anstrebt: die unbestrittene Herrschaft ihres gefügigen Günstlings. * * * * Im neuen niederländischen Ministerium sind Conservative, „Ultramontane" und „Liberale" im seltsamen Mischmasch durcheinander gewürfelt. Wol, weil zwei „Sterne erster Größe" nicht nebeneinander leuchten können, ohne sich gegenseitig zu verdunkeln, hat Baron van Lyndeu, der Kabinetssormator und Minister des Aeußern, das Auge von Heemskerk auf feinen kirchlich und politisch geistesverwandten Genossen Baron Six gewandt, der außerdem als langjähriger Gouverneur der Provinz Zeeland eine tüchtige Routine in der inner» Verwaltung für sein Departement mitbringt. Möglicherweise hat sich auch Heemskerk zurückgezogen, um beim Hereinbrechen einer neuen Krisis als letzter Nothanker dienen zu können. Tritt er selbst vorläufig nicht aus den Schauplatz, so finden wir doch in den Herren von Goltstein und Taaiman Kip die alten Colonial- und Marine-minister wieder, während Herr Klerck, der Kriegsminister ad interim, mit dem ihm mehr zusagenden Departement für „Waterstaat", Handel und In- dustrie bedacht wurde. Diese drei Staatsmänner sind „eonservativ-liberal" oder „liberal-conservativ", gehören mit einem Wort zu den zweideutigen Politikern. Der neue Kriegsminister. Artillerie-Oberst Reuther, hat keine politische Vergangenheit, sondern nur als Militärschriftsteller einen guten Namen. Er ist eifriger Katholik. Die Männer aber, die dem neuen Kabinet den eigentlich charakteristischen Stempel aufdrücken, sind dir beiden der Leydener juridischen Fakultät entnommenen Professoren, der National» Oekonomiker der alten Schule, Dr. Vissering, der das Finanzdepartement übernimmt, und Justizminister Dr. Moddermann, der an der mit der Ausarbeitung eines neuen Strafgesetzbuches beschäftigten Kommission betheiligt war. Beide hervorragende Liberale, deren Ernennung wol nur eine captatio bene-volentiae der „liberalen" Kammermajorität ist, damit diese den Herren das Regieren nicht von vornherein unmöglich machen. Vermischtes. — EinschlauerStuhlrichter. Ungarische Blätter erzählen: Auf dem Sajo-Szt.-Peterer Markte kaufte ein nach der Gemeinde K. zuständiger Jude von einem dortigen Bauer eine Kuh um 65 fl. und erlegte allsogleich den Preis; bann bat er ihn, die Kuh nach Hanse zu treiben, da sie ohnehin in derselben Gemeinde wohne». Der Bauer erklärte sich hiezu bereit und behielt auch den Viehpaß. Am abend wollte der Käufer die Kuh holen, allein der Bauer sagte, vorher solle der Betrag von 65 fl. erlegt werden. Es kam zum Prozeß, den der Jude verlor, da et nicht beweisen konnte, daß er die 65 fl. erlegt habe. Nachdem er sich entfernt hatte, sagte der Stuhlrichter zu dem zurückgebliebenen Bauer: „Na, seid Ihr zufrieden? Ich habe den Juden bestraft." — „Freilich bin ichS." — „Aber ich wurde beim doch auch etwas verdienen ?“ — »Ja, 10 fl. will ich Ihnen sogleich geben, wenn es Ihnen nicht zu wenig ist." Und damit reichte er dem Stuhlrichter eine Zehn-Guldennote. Dieser prüfte die Note und sagte: „Freund, wo habt Ihr diese Note her? Sie ist falsch, dafür erhaltet Ihr wenigstens zwei Jahre Kerker." — „Aber der H . . . von einem Juden hat mir ja sechs solche Noten und einen Fünfer für die Kuh gegeben I“ Der Stuhlrichter ließ den Bauer festnehmen und zeigte ihn dem Kriminalgerichte an. Die Kuh ward dem Käufer übergeben. — Theaterexccß in Baden. In der Badener Arena kam es diefertage bei bet zum Besten des Kapellmeisters Schreyer stattgehabten Vorstellung der Oper „Der Postillon von Lonjnmeau" zu einem argen Skandal. Einem Herrn im Parterre beliebte es, feinen Fuß auf die Lehne der vorhergehenden Sperrsitzreihe zu legen. Sein Nachbar machte ihn auf das Unschickliche dieser Situation wiederholt aufmerksam, doch vergebens. Es kam zu heftigem Wortstreite, der bald in Tätlichkeiten ausartete, so daß die Vorstellung unterbrochen werden mußte, bis vier Mann der Sicherheitswache sich des Ex-cedentcn, der sich nach Kräften wehrte, mit Anwendung von Gewalt bemächtigt hatten. — Unsicherheit in Rumänien. Man meldet aus Bukarest vom 20. d. M.: Vorgestern wurde in der Nähe von Racaciune ein Zahlmeister der rumänischen Eisenbahn, welcher in Begleitung mehrerer Arbeiter mittelst Draisine die Strecke befuhr, von einer Anzahl Gauner überfallen. Dieselben nahmen dem Zahlmeister nicht nur 15,000 Francs ab, sondern erschlugen auch einen Arbeiter, welcher den Versuch gemacht hatte, sich zur Wehte zu setzen. — Wallfahttsbahn. Der „Deutsche Merkur" enthält folgende Korrespondenz aus München: „Mittwoch den 16. August wurden in der Kammer der Abgeordneten die Berathungen über den Eisenbahngesetzentwurf fortgesetzt. Abg. Dr. Jörg empfahl die Linie Neumarkt-Landshut mit sehr gewichtigen Gründen. Er sagte: Diese Linie, welche fast ununterbrochen die alten baierischen Gnadenorte berührt, wird eine große Wallfahttsbahn werden. Der Staat soll "Iso aus dem Aberglauben des Volkes Nutzen ziehen! Wir haben nicht gelesen, daß unter den Mitgliedern der Kammer, welche doch nicht blos das materielle, sondern auch das geistige Wohl des Volkes fördern sollen, ein Claudius oder Agobard aufgetreten sei." Loka!-nnd Provinzial-^ngelegenheiteir. — (Herz, was willst du noch mehr!) Nicht zufrieden mit der verlangten Slovenisierung der Bahnen und der Lehranstalten und unbefriedigt durch das voraussichtliche Fiasco der famosen Petition um Auslösung des Kramer Landtags, haben die national-klerikalen Vertrauensmänner ein neues Kind ihrer frohen Laune in die Welt gefetzt. Weil es mit der Organisierung einer politischen Verwaltungsprovinz „Slovenien" denn doch ein Häkchen hat, sind die Herren zur Ueberzeugung gekommen, daß die Errichtung eines alle theilweise von Slo-venen bevölkerten Gebiete umfassenden Oberlandes^ gerichtssprengels ein nationales Bedürfnis ist. So erfreut wir nun auch wären, wenn unser Laibach Sitz einer neuen Behörde würde, so können wir doch diesem Verlangen keinen Geschmack abgewinnen. Denn offenbar läuft der Wunsch der national-klerikalen Vertrauensmänner nur darauf hinaus, den unabhängigen Richterstand ihren nationalen Gelüsten unterthan zu machen. Zum größten Glücke gibt es aber in den verschiedenen Ministerialbureaus noch Papierkörbe genug, um dergleichen Kundgebungen und Memoranden in ihr geheimnisvolles Dunkel aufnehmen zu können. — (Ernennung.) Der Bezirksgerichtsadjnnct in Adelsberg, Herr Nicodemus Raunicher, wurde zum Kreisgerichtsadjuucten nach Bihae in Bosnien ernannt und zu diesem Behnse auf die Dauer von zwei Jahren beurlaubt. — (Abmarsch der Garnison.) Gestern um halb 5 Uhr morgens sind von Laibach das Reservekommando des Infanterieregiments Freiherr v. Kuhn Nr. 17, die beiden Reservekompagnien des 7. und 19ten Jägerbataillons und die Batterien Nr. 12 und 13 des 12. Artillerieregiments in die Concentrierung nach Adelsberg abgerückt, und blieb von den Fußtruppen blos eine verstärkte Wachabtheilung in Laibach zurück. — (Dammabrutschuug.) Wie man uns berichtet, hat gestern bei Laase eine Dammabrutschnng stattgefunden, in deren Folge der Nachtverkehr auf der betreffenden Strecke eingestellt werden mußte. Da bereits heute früh der Verkehr in der gewohnten Weise wieder ausgenommen werden konnte, scheint die Abrutschung keinen besonderen Umgang gehabt zu haben. — (Bürgermeisterwahl in Stein.) Bei der infolge Rücktrittes des bisherigen Gemeindevorstehers Herrn Johann Kecel nothwendig gewordenen Ergänzungswayl des Gemeindevorstandes der Stadt Stein wurden zum Gemeindevorsteher der bisherige Gemeinderath Hausbesitzer Herr Franz Exler und zum Gemeinderathe Herr Julius Stare, Haus- und Realitätenbesitzer in Stein, gewählt. — (Pserderotz.) In Laserbach im politischen Bezirke Gottschee sind unter den dortigen Pferden Fälle von Rotzkrankheit ausgetreten, infolge dessen sosort seitens der kompetenten politischen Behörde die im Thierseuchen-Normale vom Jahre 1859 vorgeschriebenen Schutzmaßregeln angeordnet wurden. — (Zum Falliment derFirma Ohr-fanbei und Sohn in Klagensnrt), dessen mögliche Folgen eine von uns im Samstagsblatte reproducierte Notiz der „Klagenfurter Zeitung" besprach, bringt das citierte Blatt die Nachricht, daß die Direktion der Nationalbank, den ungünstigen Zeitverhältnissen Rechnung tragend, der Geschäftswelt gegenüber die größte Conlanz übt. lieber das Falliment selbst wird berichtet, daß die Passiven nahezu 400,000 fl. betragen, welche Summe jedoch in den vorhandenen Activen, größtentheils Jndu-strialien, namentlich Blei- und Steinkohlen-Berg-werken, Steinbriichm unh Cementfabriken, nur theilweise Deckung finden dürfte. * * * AuS Bischoflack wird uns vom 24. d. geschrieben , daß die beiden Lehrer Edmund Lacheiner und Carl Bernard an der dnrch das uuqualificier- bare Benehmen eines angetrunkenen Kaplans her« vorgerufenen Störung des letzten Geselligkeitsabends unschuldig sind. Die beiden genannten Herren haben wol durch ihre Mitwirkung an den Gesangsvorträgen viel zur animierten Stimmung der Gesellschaft bie-getragen, aber in keiner Weise an jenen Reibereien theilgenommen, welche die vorhandene Heiterkeit Durch das überflüssige und taktlose Hereinzerren des Nationalitätenhaders zu stören den traurigen Beruf hatten. — Wir nehmen von dieser theilweisen Berichtigung unseres in Nr. 191 des „Laib. Tagblatt" enthaltenen Berichtes um so lieber Notiz, als wir es als die erste publizistische Pflicht anerkennen, allen-allssigen Unrichtigkeiten oder möglichen Mißdeutungen unserer Nachrichten aus freiem Antriebe und nicht erst auf eine gerichtliche Weisung hin entgegcnzutreten. * * * Jdria, 24. August. Heute wurde unsere Stadt durch einen hohen Besuch überrascht. FZM. Baron Kuhn ist hier um 10 Uhr vormittags eingetroffen und nach einem dreieinhalbstündigen Aufenthalte über Sairach nach Lack abgereist.__________________________ iitiiitcrung. Laibach. 25. August. Nachts Gewitter mit starken Regengüssen, tagsüber trübe, schwül, schwacher West. Wärme: morgens 7 Uhr + 17 6", nachmittags 2 Übt + 22 6" C. (1878 + 19 4»; 1877 + 26 01 G.) SÖacunictcr 736 60 Millimeter. Das vorgestrige TageSmitlei der Wärme 22 2°, das gestrige + 211°, beziehungsweise um 3 9" und 31° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 2130 Millirn. Regen. Ängekommene Fremde am 23. August. Hotel Stadt Wie». Pusitsch, Saisniz. — Ulried, Prag. — Herling, Blaste, Gußmami, Trinkt, Kausleute, und Lausel, Reisender, Wien. Hotel Elefant. Dr. Novat, Advokat, Oswiecim (Galizien). — Lauriö, Lehrer, und Schönecker, Graz. — Paradeiser, k. k. Ministerialbeamter, s. Frau, und Zilger, Beamter, Wien. — Stratztaneh, Oberbeamter, und Rommel, Kfm., Triest. — Weltpriester, Laibach. Mohren. Schmeidek, Rndvlfswerth — Hartmann, Buchhändler , Agram. — v. Scharps, Buchhändler, Siein-amanget. Baierischer Hof. Zanelli, Privatier, Verona. — Albert, Büchsenmacher, tiivuto. — Demsar, Laibach. Kaiser von Oesterreich. Leve, Lustthal. — Richter, Halle. Am 24. August. Hotel Stadt Wie». Hentschel, Reis., Wien. — Tvlmay, Private, Budapest. — u. Müller, Bergingenieur, Bern. Hotel Etesant. Baron Kuhn, Feldzeugmeister, und Ba-lentsits, Oberst, Graz. — Berlali, Assecuranzinspektor, s. Familie, und Jaksich, Agent, Triest. — Kotnik, Gutsbesitzer , Oberlaibach. — Marso, Privat, Agram. — Hartmann, Beamter, und Zurhaleg, Kausm., Wien. — Pevic, k. k. Beamter, Karlstadt. — Gregors s. Frau, Radkersburg. Hotel Europa. Elsner, Reis., Graz. — Bednarz, Land-wehrbezirts-Feldwebelsgattin, Neustadtl. Mohren. Dr. Dreschirn, em. Universitätsproseffor, Wien. Kaiser von Oesterreich. Lutzker, Geschäftsmann, Wien. Lebensmittel-Preise in Laibach am 23. August. Weizen 8 fl. 77 tr., Korn 5 fl. 20 kr., Gerste 4 fl. 55 kr., Safer 2 fl. 76 kr., Buchweizen 5 fl. 20 tr., Hirse 4 fl. 55 tr., Kntnrntz 5 fl. — tr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. — kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr,, Schweinfett 74 kr., Speck, rischer 58 kr., geselchter 64 kr.. Butter 75 kr. per Kilogramm; Eier 2 tr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 58 tr., Kalbfleisch 56 kr., Schweinfleisch 62 kr., Schöpsenfleisch 32 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 51 kr., Stroh 1 fl. 16 fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. — tr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 ft. per 100 Liter. Gedenktafel über Die am 2 7. 91 u g u st 18 7 9 stattfinbenden Li-citationen. 1. Feilb., Kosnik'sche Real., Hotemes, BG. Krainbnrg. — 1. Feilb., Sive'sche Real, Pakn, BG. Oberlaibach. — 1. Feilb., Pirc'sche Real., Großniracov, BG. Gurkseld. — 3. Feilb., Rupnik'sche Real., Kleinkall, BG. Rndvlfswerth. — 3. Feilb., Taneik'sche Real., Jgglack, BG. Laibach. — 2. Feilb., Muha'sche Real., Großubelsko, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Cnnder'sche Real., Jarsche, BG. Laibach. — 3. Feilb., Jakopin'sche Real., Strille, BG. Laibach. — 3. Feilb, Jntichar'sche Real., Suscha, BG. Laibach. — 3. Feilb., Virant'sche Real., BerbiSje, BG. Laibach. Telegrafischer Kursbericht am 25. August Papier-Rente 65 3b. — Silber-Rente 67 45. — Gold-Rente 78'55. — 1860er Staats-Anlehen 124 10. — Bank-aetien 821. — Kreditactien 258 —. — London 116 45. — Silber —. — K. f. Münzdukaten 5 49. — 20-Francs-Stücke 9 25. — 100 Reichsmark 57 05. Verstorbene. Den 23. 91 u g u ft. Franziska Kastelic, Arbeiterstochter, 11 Mon., Polanastraße Nr. 57, Diphtheritis. — Wilhelm Detter, Handelsmannssohn, 4 Mon., Unter der Trantsche Nr. 2, Fraisen. Den 24. iS u g u st. Maria Taskar, Tabakfabriksarbeiterin, 25 I., Getreideplatz Nr. 1, Auszehrung. — Theresia Sterle, Spenglersgattin, 27 I., Hiihnerdorf N. 4, Danntubereulose. Danksagung Für die vielen Beweise der ehrenden Theil-nähme bei dem Begräbnisse des Herrn Thomas Wernig, insbesondere aber für die schönen Kranzspenden sagen den tiefgefühltesten Dank die trauernden Hinterbliebenen. Ein Lehrling von angenehmem Aenßern, nicht über 14 Jahre alt, der sich über die nöthige Schulbildung mit guten Zeugnissen aus-weisen kamt, findet in einer Schnittlvarenhandlung hier Aufnahme. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes. (394) 3-1 Als Haushälterin SS* ein Fräulein, gesetzten Alters, hier oder auf dem Lande unterzukommen. Dieselbe ist praktisch in der Küche, Haus-wirthschast und Feldwirthschast. Auskunft im Zeitungs-Comptoir. (395) 3—1 GUeiMz, Stämme, behauen und unbehauen, in allen Dimensionen, Pfosten und Bretter für Stufen und Kanäle, Zaun- und Gartenpflöcke bei (381) Emil Mühleisen, Laibach, Brühl Nr. 27. In der vom hohen k. f. Ministerium für Cnltus und Unterricht mit dem Oeffentlichkeitsrechte autorisierten Privat-Lehr- Erziehungs-Anstalt für Mädchen 3-, der Irma Kuth in Laibach beginnt das I. Semester des Schuljahres 1879/80 am 15. September. Die Programme werden aus Verlangen portofrei eingesendet. Druck von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Hans Kraus.