Redaction unb Expedition: Bahnhofgasie Nr. IS. Nr. 16. Prilll0»>iratiou«»r«lIe: gilt vaidach: G»n,j. fl. 8 40; ^uftelluna in* Jpau« crtlj. 85 It. Mi, her Post! iPantiaBt. fl. 18. Mlttwoch, 21. Janner 1880. — Morgen: Vincenz. 3ni«tttonepreife: . (Beltige Prlitjeilr » 4 ft., bel 1 C? Ji>* » Wiedetbolungtn »Str. lin« 1 v, *•/1VI. icinen bi# 6 flfiltn 80 (t. Der Ausschussbericht Lber die bosnische Verwaltungsvorlage. Wir haben seinerzeit die Giundziige der Ge-setzvorlage erortert, durch welche die Regierung das VerholtniS Bosniens unb seiner Verwaltung z>, deni 3ie>che zu regeln sucht. Der zur Vorberothung dieser Vorlage emgesetzte Ausschuss des osterrei-chischen Abgeordneienhaiises hat nimmehr seine Aufgabe erledigt und den diesbeziiglichen, vom Abgeordneten Dr. Plener verfassten Bericht dem Plenum des Hanses vorgelegt. Wie dieses mit vieler Sorgsalt abgesasste, Schriftstuck in seineni allgemeinen Theile ertlait, muss die naturliche Enttvicklung der Stellnng Oesterreichs zu BoSnien und der Herzegowina dahin fuhren, dasS aus dem Titel der thulsachlichen Herrschast auch eine sac-tische SlaatLhoheit sich herausbilden miisse. Zwar Habe man es in der Novibazar-Convention siir angezeigt gefunden, gewisse formelle Nechte des Sultans anznerkennen. Doch merde dnrch diese Convenlion die derzeit thatsachlich in Kraft be-stehende Staatshoheil Oesterreich-Unganis in alien Angelegenheiten der Rechtspflege, ber Verwaltung und der Gesetzgebung nicht mi mindesten altcriert, unb werbc es die Aufgabe Oesterreich-Ungarns sein, durch Negelung der verworrenen Verhaltnisse des occupierten Gebietes semen Ausspruch ans eine Stellung zu erharten, welche es zwar thatsachlich einninmit, deren volkerrechtliche Definition abet derzeit mancherlei Schwierigkeiten bieten miisste. Der Bericht verkennt aber auch die staats-rechtlichen Schwierigkeiten nicht, welche die An-gliederung eineS svlchen Occupationsgebietes selbst an einen streng einheitlichen ©tacit verursachen wlirde, da es sich in dem vorliegenden Falle nicht urn eine Ausnahme in ben staallichen Gesammt-organismus, sonbern um ben Anschluss eines Gebietes handelt, das itn Gegensatze zu ben in ben iibrigen Gebielstheilen herrschenben staals-rechtlichen Verhaltnissen unmittelbar vom Mon-archen nach Art finer Kroncolonie mit dictotorischer Gewalt regieit wird. Urn so schwieriger miisse sich die Lojuiig der Angliedernngsfrage bei den dnalistischen Verhaltnissen Oesterreich - Ungarns gestalten, wo den tug umschriebenen gemeinsamen Angelegenheiten die getheilten Budgetrechte der Delegationen unb der beiderseitigen Legislativen gegeiiiiberstehen. Dass die Verwaltung der oceu-pierten Landschasten in das Ressort der gemeinsamen Regierung gehoren, tonne nach der iiber-einstiminenden Anschauung aller Mitglieder des Ausschnsses nicht iu Zweisel steheii. Doch fei anderseits die ^Aufgabe der bosnischen Verwaltung, welche der Stoat auf sich genommeu Hal, sowohl in politischer wie in finanziellet Beziehnng eine so bebeutenbe, dass auch die beiderseitigen Regierungen sich ihr gegeniiber nicht indifferent erhalten und ausschlietzlich der gemeinsamen Re-gierung iiberlassen konnten. Was die Ausschussbeschliisse selbst anbelangt, so ftimmen diese, waS die Stellung Bosniens und der Herzegowina im allgemeinen anbelangt, mit ben in der Regieiungsvorlage niedergelegten An-schauungen iibereiu. Diese Lander selbst konnen demnach als ein dritter selbstaiidiger Verwaltungs-forper angesehen tuerben, welcher unier der ob.er« sten Spitze deS gemeinsamen Ministeriums den beiden Reichshalften, roenn auch nicht vollig gleich-berechtigt gegrtiiibertritt, auf dessen Verwaltung jeboch auch bie beiberseitigen Regierungen und auf bessen Gesetzgebuug theilweise auch die biesseitigen Legislativen Einfluss nehiiien. In Bezug aus die sinanzielle Seite der Verwaltungsfrage gehe zwar die Regierung von der Anjicht aus, dass die Ein« ftinfte Der Lander ouch die Kosten ihrer Administration decken werden. Das fei aber wenigstens im gegenwartigen Momente nicht der Fall und die Regierung selbst Habe itn § 3 ihrer Vorlage angenommen. dass fiir die nachste Zukunft die Kosten der Verwaltung nicht ans Landesmitteln zu bcstreiten find und fiir eine Deckung derfelben durch den Staat, beziehnngsweife durch die beiderseitigen Reichshalften Soige getragen wer^e. Der Bericht billigt ben Vorsclilag ber Regierung, bie Zuschiisse zu ben regelinahigen VerwaltungSauS-gaben durch die Delegationen, die Jnvestitionen, d. h. die auherordentlichen, nicht regelmahiq wie* derkehrenben Verwaltungsausgaben aber bnrch bie beiderseitigen Regierungen bewilligen zu lasfen. Es entspreche bieje Zweitheilung des BudgetrechteS dem Systeme des Gesetzes, Welches einmal den Grundsatz anfstellt, dass die Verwaltung der occu* piertcn Provinzen von der gemeinsamen Regierung geleitet werden soll, anderseits aber auch der dies-seilignt Regierung einen Einfluss auf diese Ver-tualiuiig, nanientlich aber auf die Anlage der Eisenbahnen zugesteht. Da ncimlich die gemeinsame Regierung ben Delegationen, die osterreichische Regierung aber dem Reichsrathe verantworllich ist, so erfldre es sich von selbst, dass auch das Budget'echt in der oben erwahnten Theilung geiibt werde. Uebrigens hatten sich alle Mitglieder bes Ausschnsses in ber Anschauung geeinigt, bass bie fiir Bosnien unb die Herzegowina sowohl von den Delegationen a's vom Reichsrathe dewilligten sinanziellen Leistungen nut als Vorschiisse anzusehen und als solche in Verrechnung zu bringen uiib in Evidenz zn halten seien, damit fiir fiinstige volkerrechtliche unb staaiS-rechtliche Auseinanbersetznngen ein sestes Guthaben ber Monarchie unb ihrer beiden Theile, sowie fine feste Last ber occupierten Limber sixiert fei. Vesterreich-Ungarn. In ber MontagSsitzung bes osterreichischen Abgeordneten* houses font ber Antrag Lienbachers zur Debotte, IeuilleLon. Der Schattenriss eines VerbrechenS. NovcLe von A. JLger. (Forljcpnng.) Da die Hebamme unb Floras Madchen von der Miihe unb Aufregung bes TageS erschSpst waren, hatte ber Arzt gebeten, Froutein Watperg mSge iiber Nacht die Svrge fiir die Kranke iibernehmen, und Jvhauna hntte sich bcreit erflart. Sie sand Flora in. sanstem Schlummec u»d legte sich in emcm gifbeuzimmer. Halb angekleidet auf ein Sopha; jetzt in bet Stille der Nacht iibermannte sie das stets wieder zum Schweigen grbrachtc Bewusstsein ihrer Cage: Sie liebtc den Mann einer anderen — einer anderen, die ihr Gliick mit dem Gleichmnthe der Gewohnheit hinnahm — fie liebte ihii und ware von ihm geliebt Worden, hatte jene aiidere nicht von jeher zwijchen ihm uiib ihr gestanden. Sie liebte mit alter Gtut eines leidenschaftlichen Herzens und war selig, wenn dort und da ein sreunblicher Blick, tin theitnehmendes Wort die Einsamkeit ihres Her zens erhellte, wahrend jene im Bollbesitze seiner Liebe unb Treue sich nicht ein einzigeSniat zu dem Mefiihlr ihrrs GliickeS aufschmingen konnte. Ein unruhiger, bleiartiger Schtaf fenkte sich auf bie Erregte herab; sie traumte: Sie selbst war Hetrn v. RodcnsteinS Gattin, fie die Mutter seines Kindcs, unb Flora ftrebte nach ihren Rechten, nach ihrem Leben. Sie selbst lag an Floras Stelle und die Feinbm lauerte im Nebenzimmer unb de-reitele mit heuchlerischer Miene den Todestrank; aber sie hatte die Falsche burchschant, diese solite an ihrer ftatt zugrunde gehen. Durch eine der im Tranme so haufig vorkornmenden mid naturlich scheinenden Metamorphosen fubstituierte sie den Kiirper der Freundin ihrem eigenen und nun war eS um jene geschehen; denn a lies Unheil, welches sie ersann, richlete sich aus fie selbst zuriick. Bor dem Fenster, gerade dem Bette gegeniiber, lauerte, Einlass begehrend, der Tod, den jene gerufen, um sie zu ergreifen, unb der nun die BSje selbst er-sassen sollte, die ftatt ihrer an daS Krankenlager hingestreckt lag. Ungeduldig ruttelte er an dem Fenster, der Sturm heulte dazu. Johannas Stellvertreterin am Krankenlager ricf angstlich um Hilse. Johanna sreute sich ihrer Bedrcingnis, aber sie ward ungeduldig der ZSgeruug; sie ftrebte sich zu erheben und ver-mochte es nicht, denn daS Gift fchlich lahmend und erkcillend durch ihre Ahern; jetzt mufSte der Tod tommen oder die Brrwandlung Verier ihre Kraft. Mit einer ungeheueren Anstrengung raffte sie sich auf, schleppte sich zu dem Fenster und bff« nete dieses. Herein hujchte der Tod mit erhobeuec Hippe auf die Fexidin zu; eisige Kcilte Vcibreitete ec iiin sich, laut heulte ber Skurm unb von dem Lciger her erfcholl ein Hilferuf. Jetzt fthing tin Fenstcrstiigel an, tin Schauer rieselte butch Jo« Hannas KSrper, sie riss bie Augen weit auf uiib stottb hell id itch iiimitte bei KrankenziininerS, durch brfsen geSffneteS Fenster ber Wintersturm bie Schneeflocken hereinmirbelte; in bem Bette aber ihr gerase gegeniiber so6 Flora hoch aufgrrichtrt mit der Mieitc tiessten Entjetzens und ftarrte der Nahenden entgegen. indent sie ausries: „Der b5fc Blick, der bfije Blick — Johanna, toarum tSdtest bu ntich?" Johanna, noch von ben Bildern deS wirren Tranmes mit Hass gegen die Feindin erfiillt, hSrte ben SchreckenSruf unb empsanb eine Art wilder Be-fciebifltmg iiber Floras Angst wie in ben Tagen bet Ktndheit, roettn sie ihre Colleginnen in bet Pension in Schrecken versetzt hatte. — Lctttgsam, langsam und uiihbrbat nohlt sie mit stierem glanj-losen Blicke — da plStzlich stieh Flora einen gelletiden Schrei aus und sprang aus bent Bette. Im Augen* blicke war Johanna voll zartltcher Sorgsalt. an welcher die Agrnden det staatSanwaltschastlichen Functionare ben Gemeindevorstehern ubertragen, daneben aber biefc der Verpflichtung entheben will, der Hauptverhandlung anzuwohnen und in dieselbe einzugreisen. Lienbacher, welcher mit seinem Vor-schlage im dieSbeziiglichen Ausschusse in der Mino-ritat geblieben war, begrundet seinen vom Abgeord-neten Fiirnkranz, Madejski und Wolski bekampften Antrag damit, dass die Institution der staatS-anwaltschaftlichen Functionare dem Staate alljcihr-lich grotze Kosten mache, und meint, dass eS am natttrlichsten ware, wenn die staatSanwaltschaft-lichen Fnnctionen wegen Uebertretungen den Ge-meindevorstehern zufielen, welche ja ohnedieS in vielen Fallen auch die Vorerhebungen zu pflegen hcitten. AlS Berichterstatter der Majoritat bes AuSschusseS, welche die Ablehnung des AntrageS Lienbacher in Vorschlag bringt, fungierte der Abg. Dr. Josef Kopp. Im Wehransschusse deS Abgeord-netenhauseS wurde Graf Clam-Martinitz zum Referenten liber den Gesetzentwnrf betreffs Ein-fuhrung fitter Militartaxe bestellt. Beziiglich der Durchfuhrung des Rekrutierungsgesrtzes fur das Jahr 1880 erfldrte der Landes-VertheidigungS-minister General Horst, dass die Assentierung heuer in den Monaten Marz und April stattfinden werbe, um ein gleichmahiges Vorgehen mit Un-garn zu erzielen. Im GesammtauSschusse berungari-schen Delegationen wurben vorgestern von den gemeinsamen Ministern Mittheilungen iiber den Stand der Verwaltung in den occupierten Landern gemacht, welche fiir den Fall ihrer Be-wahrheitung allenthalben mit grShter Befriedigung entgegengenommen werden miisSten. Die Minister erklarten, dass es der Monarchic in verhaltniS-matzig kurzer Zeit gclungen ist, in die verwahr« loSten Zustanve Ordnung zu bringen und eine geregelte Berwaltung einzurichteu; dass ferner die gegiuiidete Hvffnung vorhanden ist, die Steuer-unv Agrarfrage eiuer allmahlichen, alien Betheiligten gunstigen Lbsnng zuzusiihren. Leider konnten die Minister kein flares Bild dariiber verschaffen, wit sich Enmahmen und AuSgaben in den occupierten Landern gestuttrn weiden. In bieser Nichtung be-schrankten fie sich auf allgemeine Versprechungen, boch waren Baron Haymerle unb Baron Hofmann in ihren AuSsuhrungen so ausrichtig, auSdrlicklich zu beionen, bass von Ueberschiissen selbst fSr die nachsten Jahre keine Rede sein tonne. Nachdem dec „P. Lloyd" bereitS vor Wochen die Nothwendigkeit einer Regeneration bes isngarischen Ministeriuni8 geprebigt, hat ihrer Seite, brachte fie zu Bette unb suchtc fie zu etwarnten nub zur Besiniuiiig zurilcfzutufen; beideS vergeblich. Herr von Rodenstein unb bit Frauen tourben geweckt. Der herbeigerufene Arzt toanbte etfolgloS seine gonje Kunst an; Flora lag biS zum Morgen in heftigem Delirium unb verschieb gegen Sonneuausgang in Krampsen. Johanna aber sank an ihrem Sterbelager besinnunzstoS auf ben Fuh boben hin. Den 15. August 18 . ., 18 Monate nath bem Lobe seiner ersten fflcmahtin vmnahtte sich bet Ritt-meister Rubolf v. Robenstein mit FrSulein Johanna Walperg. Zioeimal war ber Traunngstag festgesetzt unb roieber verschoben roorben, tueil bit Braut am Sorabenbe von Neroenansallen evgriffcn tourbe. Auch bicSmat fah fie leibenb aus, unb alS fie sich dem Altare nSherte, um baS Abendmahl zu empfan* gen, sank fie plStzlich ohnmachtig in bit Arme ihres BrSutigornS; inbessen erholte fie sich balb roieber unb bie heilige Hanblung nahm ohne weitere Sto-rung ihreu Fortgang. Here von Robenstein hatte sich nach bem lobe seiner Gemahlin alSbalb zu seinem Regimente be* geben, wahrenb Fraulein Johanna sich mit miltter-licher ©orgfalt seines kleinen ©bhnleins anuahm. 6r hatte nach Jahresfrift seine BSerbung angebracht nunmehr auch bet »Magyar OrSzag" alS bar Organ ber .vereinigten Opposition" die Idee tints ntutit FustonsministeriumS. mit Ausfchlufs btr Ptrson Tiszas, aufgegriffen. Wit daS oppositio-nelle Blatt meint, sollte daS Regterungsprogramm dec Fusionisten folgenbe Hauplpunkte enthalten: Annahme ber durch die biSherige auswartige Po-litif geschaffenen fiage mit dem Bestreben, die Aus-gaben fiir Bosnien durch die rigenen Einnahmen des Landes zu detfen; die Steuern seien zwar nicht zu verringern, aber burch gerechtere Ver-theilnng ertraglicher zu machen; bit Verwaltungs-Ausschiisse sollen abgeschafft, bie Administration centrolisiert unb ber Berstaatlichung imher gebracht werden. Auf volkswirtschaftlichem Gebiete sollen Anstrengnngen gemacht werben, um bie „Nach-theile" bes Ausgleiches mit den bsterreichischen Landern zu paralysieren. Dagegen ertlart Cserna-tony im „($llenbr\ dass Tisza bleiben werbe, so lange er eine Majoritat hinter sich hat, unb bass er geht, sobald er im Parlamente eine Niederlage erleidet. Tisza werbe nie seine Ministercollegen, bie in ben schwersten Tagen bei ihin uusgehalten haben, salltn lassen. Das Organ ber uufjersteit Linktn, „EgyeterteS", will von btr Fusion uberhanpt nichtS wissen unb schlieht seinen Artikel mit bem Wunsche, bie liberate Partei unb bie vereinigte Opposition mdgen einander auffreffen und auf biefe Art Raum fiir bit eigene Partei schaffen. Auch in Cisle ithanien wird bie Mi-nisterfrage roieber einmat aufs Tapet gebracht. Unb zwar will bas „Vaterlanb" wissen, bass bem= nachst bas Fauteuil bes UnterrichtSministers blei-bcitb besetzt werben soll. Nach auberen Versionen soll auch bas Portefenille bes Finanzministers balb in ststt Hiinbt kommtn. Nur ist nicht recht ab-zusehen, wer, b. h. welche Partei gegenwartig zur Complettierung bes Cabinets ausersehen sein sollte. Zwischen ben Autonomisten unb ber Re-gierung sinb berzeit mancherlei Conflicte in ber Schwebe, unb betreffs ber Versassniigsparlei ist bie Gesammtstellung bes Cabinets noch lange nicht so lueit ausgeflart, als bass man von Taaffe eine fbrmliche Annciherung an die Lilike bes Hauses erwarten komite. Der Vollstandigkeit halber sei hier cine Mel-bung rcgiftriert, welche als Beleg dafur dienen kann, dass Dr. Herbst bei Ablehtiung ber zwischen Ritgtr unb Etitnnt vertinbartenEmmerSbor fer Abtnachungen nur im vollsteu Einverstand-niffe mit den SBertrauensmannern ber Deutschen in Bohmen gchanbelt hat unb dass bemnach biefe viel berusenen Sereinbarungen gerabe von jener Seite ganz cntfchieben zuruckgewiesen wurben, unb bieselbe war mit der Btbingung tines sechS-monotlichen AufschudeS angenommeii worben. Dicnst. lithe Berhaltnisse hatten tinen Urlaub wShrenb beiS BrautstanbeS unmSglich gemacht; bie Znriickhaltung, welche auS ben Briefen seiner Brant sprach, hatte Herr v. Robenstein bem weiblichen Zartsinne zu-geschrieben, welcher an einem faum geschlossenen Grabe bie Freubigfeit bet Liebe nicht erbliihen tie§. Enblich war er zu bet Trauung nach Wien geeilt unb hatte eine anbere gefunben, alS bie er oer» lassen. Dahin war bie frbhlithe Suuue, bie GeisteS« frifche, welche wie Sonnenschein ihre gonje Um» gebung belebt unb erquicft hatte; Johanna mat ernst unb melancholifch geworben; bie wunberbate Elasticilat ihres GemiitheS hatte einer kranlhastcn Reizbarkeit Platz gemacht, welche bie zu Rathe ge* zogenen Aerzte einem feit Floras Tobe zuriickgeblie-benen Nervenleiben zuschtieben. Sah nun Herr o. Robenstein sich auch in einer Hmsicht in seinen Srwattungen gctouscht, so warb ihm bie langst Ge. liebte burch baS ihr tiefes Gemiithsleben betuubenbe Leiden noch theurer, so fLhlte er mit giBjjetet J»-nigfeit, wie viel Ersatz er ihr fchulbig sei. Aon Zeit unb Ruhe erhoffte er bie ©eseitigung bes burch Ansregung unb Echrecken hctoorgerusenen Zustanbes. Wie iuimet ubrigenU JohanuaS Berhalteu, ihre welche barflber bas letzte Wort zu rtden hat. Das „Prager Tagblatt" berichtet namlich, bass Dr. Herbst bie ihm jugegangenen Mittheilungen liber bie Emmersborfer Abmackungen an Doctor Schmeykal, ben Obmann bes SBcrtrauensmanncr* collegiums ber Deutschen in BShmen, abgeschickt Habe. Als spater ein Versbhnungsartikel in bet „Reuen Ptesse" erschien, machte bies in Prag doses Slut. Da man annahin, Herbst sei mit bem Artikel eiimerstauben, beabsichtigten die deutschen Abgeorbnete« eine Šunbgrbung gegen ihn; sir erfuhrcn aber burch Schmeykal, dass gewisse scharspointierte Stellen des Artikels speciell gegen Herbst gemiinzt waren, Weil tetzterer bie' Ab-machungen perhorrescierte. Demzusolge nnlerblieb bie Kundgebung ber Abgeorbneten, welche sich ber Taktik Herbsts anschlosscn, inbem fie die Ab-machungen ingtiorierten. Der Lanbescomnianbierenbe von Ungam, Baron Ebelsheim-Gyulay, erflart in einer Zn-sch-ist an ben „Hon", dass gelegentlich der Pester Tumulie von Seite ber Solbaten nur ber Kulscher Hajnalb erschossen tourbe, nachbem berselbe einen Solbaten niedergefahren unb brei anbere Solbaten mit ber Peiifche geschlagen hatte. In ber Gegenb, wo ber Jurist Schwarz pel, tourbe von ben Solbaten tiberhaupt nicht ge-schossen, es miiffe also ein Revolverschuss aus ben Reihen bes Publicutns ihn getobtet haben. Deutschland. Gegetiiiber ber Rachricht aus-roartiger Blatter, bass ber Herzog von Cumberland bie letzten ihm von Preuhen beziiglich ber hannoverischen Fragt gtmachttn Piopositionen nicht anzunehmen beabsichtige, hat bie „Nordd. Allg. Ztg.- aus Grund anttlicher Jnformationen die Gewifsheit erlaiigt, dass dem Herzog von Sumberlanb gar keine Piopositionen gemacht roorben sinb ober zu machen beabsichtigt werben. Wenn es ber Stduig von Danemaik in roohlroollenber Absicht Biflleicht versucht haben sollte, seinen Schwiegersohn zu einer weniger schroffen Haltnng zu bewegen, als ber Herzog nach bem Tobe seine-Baters angenommen hatte, so wart dies wesent-lich der Ausdrnck der sricbliebenben vermittelnben Gesinnung bieses Monarchen. Die Regierung hot hieruber keine Kenntnis unb wiirbe auch, wenn um ihre Meinung besiagt, ihre Ueberzeugung ba-Hitt ausgesprochen haben, bass Friebensvvlschlage bei bem Herzog von Sumbetlanb kein Entgegen-kommen zu erwarten haben. Dazu hat bet Her* jog zu viel Rathgeber um sich, deren Jnteressen mit bem Prcitendententhum utitreimbar verbunben find unb deren Lebensstellung mit bem Ausgeben besselben ohne Aussicht auf Ersatz hinfallig tourbe. Gemiithskronkheit sich auhern mochte, bus Eine blitb flat unb unbezweifelbar, bass fie mit einer an Ab. gbtterei grenjcnbcn Liebe an ihm Hieng. Ihre gr5&te Oual war eine fortroflhrenbe martembe Angst um chit uub sein fiinb; bei ben unbebeuteiibften An-lassen gerieth fie autzet sich, flagte sich al» leicht* sinnig unb pflichtvergessen on, ja, als ber Kleine eineS Tages beOenktich erfranfte, behauptete sie allen Ernstes, sie mtisse sich tbbten, um sein Leben zu retten, beim in bem Kinbe strafe ber Himmel ihre Sunbhastigkeit. Die Aerzte riethen Herrn v. Robenstein gleich nach bet ffiermahluug, mit seiner Gattin eine I5n-gere Reise burch die Alpen zu unternehmen, uub in ber That iibten Zerstreuung unb Lustveriinberung einen gunstigen Emfluss, unb alS einige Monate nach ihrer ©erheirotung Frau von Robenstein sich Mutter fuhlte, trat ein plbtzlicher Umschwnng in ihrer ©timmung ein; eS fthien, ols sei bet Druck von ihr genomnten, ols leuchte ihr bie Zufunft in erneutem Glonze. Sie war damit eitioetftanben, in bie Heimut zmticfjuf.hren unb erfreute in bem stillen Asyle, welches fie zu ihrem Ansenthalte erwohlten, ihren Gotten unb ihre Umgebung wiedet butch jene anregenbe Lebendigfeit, welche sie von Kinbheil an ollgemein bctiebt gemacht hatte. Frankreich. Die republikanische Union hat ich nun selbst in ihren radicalen Elementen mit >er gemahigten republikanischen Linken zur Unter-'tutzung bes Cabinets Freycinet vereinigt. Be-onders beachtenSwert erscheint in dieser Beziehung )ie Richtung, welche die »Republique Fran^aise", )as Hauptorgan dieser Partei, den PoUtikern eines Anhangs vorzeichnet. Die Radicalen, so ogt daS Organ Gambettas, sollten nicht mit bet Rechten liebaugeln. Das Ministerium musse bis zu den Wahlcn bestchen, weil ein anderes nach ihm unniSqlich sei. In der That btiebc, toenn es den Radicalen gelange, auch dieses Cabinet zu sturzen, nnr die Anslosung der Stammer itbrtg, welcher Gievy roidcrftrebt, die er aber als autzerstes Miltel nichl abwenden konule. — Man sieht, Garn-belta geht seinem Z'ele mil besonnener Ruhe ent-gegen und halt Gievy fur den einzig moglichen Ptatzhalter auf dem Picisibentcnstuhl, nach bessen ruhigem, ordnungsgkmatzen Rucktrilt ihm die Pra-sidentschaft von selbst zufallen muss. Anlasslich der Dementis der monarchistischen Blatter, dass die Mairegierung mit Bismarck ein zartes Verhaltnis aiiznknupscn gesucht Habe, er-innert die »Independence Belgc" baron, dass die Staatsstreich-Regierung auch sonst allerlei Utv geschicklichkeiten begieng. Sie inserierte beispiels weise einen gunstigen Artikel iiber das Ministe« riutn in die »Times" und lirh ben ojficiosen Blattern am glcichcn Tage cine Uebersetzung bcs-felben als eine engllsche Stimme zugehen, wahrenb sich bann herausslellte, bass bas Cityblatt ben Aussatz gnr nicht aufgenoinnien hatte. Italien. Die »Italia irredenta" hat ein neues pvtillsches Journal unter dent Titel »Lega della bcmociatia" gegrundet, an dessen Redaction skhr nainhaste Schriftfteller sich betheiligen und bas von Alberto Mario geleitct wird. Das Blatt ist das Organ eines gleichzeitig eut-standenen, den gleichen Nanun tragenden politi« schen Bereines, welcher, wie onst der italieiiische »National", alle auf die nationale Emancipation hiiiarbcitenben Vcrbindniigen, jetzt alle dernofra-tischen und radicalen Associationen des Landes zn einem gemeinsamen und cinheitlichrn Vorgehen in inneren wie answartigen politischen Fragen ver« einigen soil. Zunachst soll es sich daruni handeln, bei der in Aussichl stehenden Berathung der Wahl-tesornt fiir ein moglichst demokratisches Wahlgesetz zu agilieren; auf dem Programme sieht ttaturlich das allgenieine Stimmrecht. Die Bedeutung bet „Lega" ist burin zu suchen, dass sie bei der revolutionary Vorgeschichte der matzgebenden politischen Fuhrer der gegeuroartigen Kammermajoritat und der derzeitigen Minister ihre Verbindungen bis in die osficiellen Regierungskreise crftreckt. In Rom Als indcssen die Zeit ihrer Nieverkunst Heran7 m.hte, ward sie wieder unruhig und aufgeregt, sie war nachts von cntsetzlichen Troumen heimgesucht unb den Tag fiber in fieberhaster Spannuiig. Jn-dessen gicng die Entbindung glficklich voiistatten. Wie Floras Knobe erblickte auch Johannas Kind an einem stiirmischen Winterabende das Licht der Welt; alS alles vorfibet unb die Nacht herein-gebrochen war. tanchten vox JohannaS inneren Blickeii die Erinnerungen von einst mit erneuter Ge-Walt empor. Sie erinnerte sich bes Augenblickes. da sie zuerst bei Nennung ber Gefahr. in welcher ihre Jngendfrenndin schwebte, einen Strahl wahn-sinniger Freude ihr Herz durchzucken gefuhlt, sie erinnerte sich jeneS SpaziergangeS, ber sie mit sfin-diger Gliickseligkeit ersfillt hatte; sie erinnerte sich ihrer Trannie und detz HasseS gegen bas arine, unschulbigc Opser, welches hilflos gelegen, wie sie jetzt lag, Welches ihr vertraut hatte unb durch sie gestorben war. Ja, durch sie; Johanna mochte sich betauben, mochte ihre That beschSnigen wie sie wollte, eS war nicht anders — wie hatte sie auf Vergebung hoffen, wie hatte sir einen eiuzigen Augenblick ft oh fein kvnnrn mit dieser Last auf ist daS nur zu wohl bekannt und man weih bes« Halb auch, waS man fiber die arntlichen Dementis der Broschiire Jmbrianis sich zu denken hat. E» zahlt man doch, Frau Cairoli spiele miluuter auch ein bisschen Jmbriani. Sie viihrne sich bei jeder Gelegenheit, in der Form eines Scherzes dem deutschen ,owie dem osterreichischen Gesandten zu fagen, dass fie als Trentiner Dame (sie ist cine geborne Sizzo be NoriS) auf bas Trento Auuexionsanspifichc mache. Unter solchen Umstanben barf man wohl neugieng fein, was bie vorvorgestern in ber ita* lienifchen Dcputicrtcnkammer eingebrachtc Interpellation fiber bie Vorgange bei bent Lcichen-begdngniffc bes Generals Aocjzana ffir Rcjultate liefern wirb. Bcraussichtlich wtrb bie conservative Partei bicse Gelegenheit benfitzen, uni bet der an bie Jlitopellationsbeantwortuilg sich ait* schliehenben Debatte ber Regitrung Vorwurfe rnegen ihrer Schwachc gegenfiber ben aufreizeudeu Agitationen ber Annexionspartci zu machen. Uni ber answartigen Bcziehnngen willen muss die Regierung sich gegen bcrlei Vorwfiise zu schiitzeu suchen, wobti sie aber boch witber Daratii „u achten hat, bass fie belt Auhangent ber „Jrrc-denla", ihren platomscheii Freiiiiden, nicht zu nahe lritt. Es sieht demnach oiler SSahrscheiulichfeit ein ministeneller Eierlanz in Aussicht, wie er in solchen Augelegenheiteit in Italien schon wiedcr-holt ausgesfihrt wurde. Vermischtes. — Herbe Strafe. Dem »Pesti Hirlap" wird aus Zala-Egerheg geschrieben: Der Renbeker Jnsasse Samuel Nal'inek war vor einigen Jahren jainmt seiner Familie nach Serajewo fibersiedelt unb hatte bort ein Wirtshaus erSffnet. Jm vorigen Jahre pachtete er ein anderes Wirtshaus unb tcichte zurn Zwecke ber LSjung seines Cvntractes fiber bos {inhere WiitehouS ein Gesnch bei bcrn vsterreichisch-ungarischen Conjulat tin, welchem Ge-such er 15 fl deilegte. Hieiuber gerielh ber Consul bermahen in Zorn, dass er ben Nabinek zn achttagigem Kerker verurtheilte. Dainit noch nicht znfrieben, lieh er ben Unglfickiichen in der strengen Winterszeit zu Fuhe von Serajewo nach Zala-Egerheg abschieben. Diese Reise hat dreihig Tage ill Anjpruch genommen. Die siebzigjahrige Mutter des Unglfirklichen niochtc die entsetzliche Tour mit. Sie kamen in einem unbeschreiblichen Znstande in Zola-Egerheg an. — Flammentod einerWahnsinnigen. In Grotzkikinba hat sich am 12. b. Mila KalinoviL, die 22jdhtigc Tochter eines bortigen Jnfafsen. welche schon jeit geranmer Zeit periodischc Wahnsinns- ihrem verbrechcrischen Herzen. — Plbtzlich fiber-kam sie namenlose Angst, ihr Gehin, brehte. ihre Pulse flogen, es war ihr, als ware sie vom Wahn-sinne ergriffcn — mit einem letzten Refle von Be-wiisstsein schellte sie hcflig ber Warterin: »Mein Kinb! wo ist mein Kinb? — jch will es sehcii", ries sie hestig, als diese schloftninken trschicti. — Die angstliche Weigernng der Frau versetzte sie in immer grvhere Ansregnng, endlich willsahrte jene ihrem Diangen, brachte das Kind unb legte eS in bie Arme der Mutter. Mit zitternden Handen riss diese die Hfillen von dem tleineni Leibe und sank mit einem gellenben Schrei zuriicf. Das Kind tnig einen ganz unsSrmlichen Kops auf einem verkrfip-pelten KSrper. Von nun an betrachtete sich Johanna als cine Verurtheilte; sie war schuldig, brim die Strafe hatte sie ereilt. eine entsetzliche Strafe! In ihrem Kinde lebte der Flnch ihrer That; es kbtr, eS wuchs unb breitcte sich aus; deni: in deni siecheii, elenden KSrper cntwirfclte sich ein ISsartiges, schaben-froheS unb rachsfichtiges Gemiith, bit Frucht ber Suude, der eS fein Dascin verbankte. (Forljttzung foltit.) anfSlle hatte, in ben mit ©troh geheizten Ofen bei Wohnhauses gestiirzt, aus welchem sie die Ange-HSrigen nur mit Mfihe noch lebmb, boch an dem Oberkorper verbrannt, herauszuziehen vermochten. Die Unglfickliche verlangte noch unter deu ffirchter« lichsten Dualen in fortwahrendem frShlichen Ge« fange nach einem Spiegel, urn das eigene entstellte Jammerbild anzusehen. Der schnell herbeigenisene Gemeindearzt verinvchte nichtS mrht anrzurichten unb nach einigen Stmiben gab bas arme Mdbchen ben Geist auf. — Aus Petersburg wird gemeldet: Kfirz-lich kamen drei jnnge Manner in bie Wohnnng eines ©eistlichen, welcher in ber Jsaok-kathebrale bestaiidig gegen bie Lehren unb das Trcibeti bet Nihilisten ciferte, unb liehen sich butch bit D>ene» jchaft bei m geiiannten Gciftlichen anmelben. Dieser vermuthcte aus ben Worten des Dieners, boss bie Persouen, bie ihit zu sprechen wiiiischten, nichts GnteS vorhatten, lieh ber Vorsicht halber einen Wdchtet kominen unb empfieng in beffeu Beisein den Besuch. (Smer bet jungen Lente eiklorte, bn|8 sie zu ihm gekvinmen seien, urn ihm zu fagen, bolšje con ihm in befsen Prebigten beleidigt seien, in welchen er die jetzi^e Jugend ongreise, unb boss er ihiien fofort sein Wort geben musse, hinsort nie wehr AehnlicheS von ber Kanzel hcrab zu fagen. Als nun bet Geistliche eiklorte, bass er nie bavott abstehen loci be, das zn fagen unb zu prebigrn, was ihm seine Pslicht und sein Gew sse» vorjchreibe. jog derjenige, welcher ben Geiftlichen zur R>de geftellt hatte, einen Revolver hetvor und legte auf ben Geiftlichen an. Es gclang beni anwesenden Wachter, ihm bie Waffc zn entreifjen unb ihn nebst feinen Gesahrten nut Hilfc ber hecbeigerufeiicii Dieiicrschast ber Polizei zu fiberliefern. — Pr alt if ch. Ein Englander, der kilrzlich beim KSnige Theebau ut Binna Anbienz hatte, et-zohlt: »Wit gclangten, nochbem wit unS vor bem Betreten ber Treppe unfrrcc Schuhe entlebigten, in eine von vetgolbeten Saulen getragene Halle unb passierten in derselben ein doppeltes Spaliet birma« nischet Solboten. alle mit ausgepflanztem Bajonnette und barfutz. In ben nun folgenden Gemachern harrte unset eine echt bitmamschc Ueberraschung. Aus bem Fuhboden ragte iiamtich dichtgedrongt eine Unzohl gespitzter Nagel herauS, so bass wir, ftott bie Herrlichleitin zu bewunberii, vorsichtig bei jedem Schiitte unset Tcltain suchen musstcn. Man erzahlte nils spotcr, es sei diese Muhregel frit alterrher fiblich, bamit bie Unterthunrn beS Hcrrn det Lmce unb Meetc gcnSlhigt warm, sich mit gcjciiftcm Slide ihrem Gebicter zu ttahern." — In ben ©11a6eit Londons wnrden im verfloffenen Jahre dutch Ueberfahien 2Jti Per-fonen getSbtet unb 3399 vetletzt. Local- und provinzial-^ngelegenticiten. — (Die SBohrhcitsliebc beS »Slov. Nat.") In seiner 14. heurigen Rummer ftcflt »Slov. Nat." an bas »Tagblatt" bos Ersuchen, wenit eS schon mit ihm obet semeni Correspoiideoten pole« misieren will, so mbge es dessen Worle auch richtig citietett unb nicht ben Sinn verbiehen, bamit nicht Unwahrheiten, bie in feinen Spa Iten nie* m a I 6 zu lefen waren (Oho!), jenet Leserwelt ansgeburbet werben, welche ben »Natvb" nicht zu Gcsichte befommc. Untersnchen tuir nun, wie ber „Natob" ben Beweis seiner Wahrheitsliebe erbriugt, on ber Hand eines gegebenen Beispiels. »Naroo-behonptet, bass ex in bet von nils mit gevnhtenber Verachtung zuruckgewiesenen Cotrespondenz aus Laibach, welche et in seiner 10. Numiner uerbffvntlichtc, nirgenbs bie Behanptung stehe, boss irgenb jeman* ben bie bentsche Epiache anekle, sondcrn bass nut von beutschcr Grobthucrci unb vom deutschen Chau-vinismuS die Rede sei. $£8ir kSiinen daraus nut aulworten, bass eine gewoltige Poitioii Dieistigkeit boju gehBrt, dos, waS (aunt vor etlichen Tagcn Schwarz auf Weih gebrudt ftanb, kurzweg abtcug« Nkn unb unS tioch tibetdieS der Wortverdrehung beschuldigen zu wollen. Wir kSnnen diese jour-nalistische Feigheit am empfindlichsten dadurch be« strafen, dcis» wir den Lesern dieWorte des „Narod" im slovenischen Texte wSrtlich citieren. In obiger Correspondenz, 12. unb 13. Zeile, heiht eS: ,Nemška nravnost , nemška šega, nemški jezik i. t. d. tako gnjusi, kakor se meni fgnjusi." Nun, Bruder „Narod", iibersetze mir diese Worte ins Deutsche, toenn du dazu die Courage hast und merke dir ein fur allemal, bass der schlechtcste Weg, eine begangene Taktlosigkeit gnt zn machen, darin besteht, dieselbe anderen in dir Schnhe zn schieben oder gar abzuleugnen. Nnsere Leser werden sich aber nach dem Gesagten einen Begriff machen kSnnen, roie strenge sachlich die Er-wideruiigen der clerical-nationalen Presse gehalten zu sein pflegen. — ( K olo s s ale sanitatswidrige Ueberffillung.) Bon 95 Krankcn der medici-nischen Mannerabtheilung liegcn 31 — sage einnnd-dreitzig — aus dem Boden! — Caveant consules! Dem ahnlich sind alle Alitheilungen ubersullt. — (Auslosung dec Geschwornen.) Filr die beim Laibacher Landesgenchte um 16. Februar beginnende erftc diesjahrige Schwurgerichts-session wurden vorgestern auS der Jahresliste folgende Herren ausgelost: A. $18 Hanptgeschworne: Albin Achtschin, Schlosser in Laibach; Curl Alsarei, Bnchhalter in Laibach; JuliuS Graf Bolza, k. k. Hauptmann i. P. in Laibach; Johanu Borštnik, Grundbesitzer in Dule; Jakob Sit, Kramer in Laibach; Franz DidiL, Wirt in Jdria; Franz Do-lknz, HlMdelsmann in Krainburg; Johann Ferlinz, Handelsmaiin in Stein; Gilbert Fuchs, GewerkS-besitzer in ObergSrtschach; Franz Ritter von Garibaldi, k. k OberlandeSgerichtsrath i. P. iu Laibach; Johann Golliasch, Marketender in Laibach; Carl Gollob, Wirt in Oberlaibach; Johann Gostinčar, Wirt in Weutsche; Anton Jclouschck, Muller in Jllyrisch-Feistriz; Anton Klein, Buchdrucker in Laibach; Anton Kotnik, Hausbesitzer in Laibach; Anton Krenijar, Backer in Laibach; Gregor Loch, Gruud-besitzer in Laas; Carl ReichSgras v. Lanthieri, Herr-schaftsbesitzer in Wippach; Alexius Ličan, Muller in Jllyrisch-Feistriz; Joses Lozar, Kramer in Laibach; Jakob Matijan, Realitatenbesitzer in Oberschischka; Johann Mathian. MSbelhandler in Laibach ; Rudolf Naglik, Hausbesitzer in Bischoflack; Binceuz Ogo-rrlc, Wirt in Klanz; Michael Pakik, Handelsmann in Laibach; Ferdinand Plautz, Handelsmann in Laibach; Adalbert Pohl, Handelsmann in Laibach; Josks Pcetznitz, Spaikassekassier in Laibach; Franz Prohinar, Handelsniann in Stein; Franz Regorsek, Handelsmann in Laibach; Dr. Anton Roic, Advo-catursconcipicnt in Laibach; Friedrich Seunig, Such« halter in Laibach; Dr. Valentin Štempihar, ?ldvo-caturSconcipient in Laibach; Franz (Šušteršič, Rea« litStenbesitzer in Oberschischka; Michael Zopitsch, Wirt in Laibach; — L. alsErganzungsgeschworne: Jakob Bergant, Greisler; Johann Cešnovar, HauS-besitzer; Balentin HSrmann, Hausbesitzer; Franz Kunaver. Hausbesitzer; Jakob Matijan. Backer; Alois Pardubsky, Hausbesitzer; Franz Simon, Marketender; Josef Tome, Rolhgerber; Heinrich Unterlad-stadter, Schneider; letztere neun sammtlich in Laibach. — (Theater.) In der gestrigen Borstellnng non Horns „Brunne»ii>adchen von Ems" brillierte in erster Reihe die Benefiziantin Fcaulein Bellau dutch eine ebenso seine als wirksame Wiedergabe der Titelrolle. Bei ihrem Ecscheinen mit lebhastem Applans und zwei prachlvollen Kranzspenden be-grltht wusste fie dutch die Behandlung ihreS Parts in den ilbrigenS von wenig dramatischem Geschick ZeugniS gebenden Gang der Handlung eine Lebendig-keit zu bringen, tociche das Publicum roiederholt zu rauschenden Beisallskundgcbnngen hinriss. Neben Frl. Bellau machte sich insbesondere Frau Heinke und die Herren Frederick, Balajthy und Mondheim um ben Erfolg des Abends verdieut. Was Frau Heinke anbelangt, miifsen wir nut bedauern, dass dieser sowohl dutch ihre Buhnenrontine toie dutch ihr kuustlerischeS Mahhalten hcrvorragcnden Dame verhaltniSmahig so wenig Gelegenheit geboten wurde, ihre schauspielerischen Borzrige auch bent Laibacher Publicum gegenuber jut Geltung zu bringen. — (Benefiz.) Morgen wird zurn Benesiz unserer erften Operettensangerin Fraul. Widcmann die unverwiistliche unb ewig zugkraftige Operette „$ie Prinzessin von Trapezunt" aufgesiihrt. Uebri-genS wiirbe eS bieser Zugkraft bort, wo es sich um das Benefiz einet als Sangerin toie als Schauspie. letin gleich vortrefflichen Kunstlerin handelt, gar nicht bediirfen, um fur morgen mit Sicherheit auf ein volles Haus rechnen zu kSnnen._______________________ Witterirng. Laibach, 21. Janner. Heiter, Kalte znnehmend, schwacher Ost. Temperatur: morgens 7 Uhr — 22 4°, nachmiltags 2 Uhr — 1V8° C. (1879 - 3 4«. 1878 — 5 9« C.) Barometer im Fallen, 739 52 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur — 15 8°, um 13 8° unter dem Normale. Angekommene Fremde am 20 Janner. Hotel Stadt Wien. Bonzon, Liege. — Gunst, Reis., Sze-gedin. — Bellak, Fabrikant, Lipnik. Hotel Elephant. Wenzel, Tanzcr, Bruck, Harter und Odendoll, Jlaufleute, Wien. — Mlekuj, ttilteiimarkt. — Steinbrecher, Privatier, und Micori, Privatbeamter, Graz. — Povse, Krainburg. — Okorn, Senosetsch. — ilanp, k. k. Hauptmann, Triest. Baierischer Hof. Alvian, Agent, Laibach. — GoljevsSek, Holzhandler, GSrz. Berstorbene. Im Civilspitale: Den 17. Janner. Agnes Kobiosek, Taglohners-weib, 71 I., LuugenSdein. Den 18. Janner. Johann Icon kar, TaglLhner, 44 I , Lungenentzundnng. — Jakob Urankar, Tagldhner, 66 I., Marasmus. — Jakob Babnik, TaglShnec, 27 I, Lungentubctculose. — Maria Pangerc, Arveiterin, 35 I, Marasmus. Den 19. Janner. Johann Moser. Arbeiter, 28 I., Eiterungssieber. — Georg Kranjc, Arbeiter, 54 I, Exsu-datum pleur. text. — Franz Jelenc, Arbeiter, 24 I., in-folgc znfallig erlittener Bcrletzung. D e n 20. Janner. Anna Berčič, Jnwohnerin, 54I., Hydropa universalis._____________________________________ Gedenktafel uber die am 23. Janner 1680 ftattfinbenben Lici-totionen. 2. Feilb., Lauter'sche Real., Babcnseld, BG. Laas. — 2. Feilb., Zaplotnik sche !>>eal., krainburg, BG. Krainburg. — 3. Feilb., (aabec'sche Real., Sevce, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Bavdck'jche Real., Krainburg, BG. Krainburg. — 1. Feilb., SaSck'sche Real., Gaberje, BG. Rubolsswert. — 2. Feilb., Grahek'sche Real., Nestopclsdorf, BG. Tschcr--ncmbl. — 2. Feilb., Skerbec'sche Real., Altenmarkt, BG. Laas. — 2. Feilb., Mnc'sche Real., Grublje, BG. Tscher-ncmbl. — 2. Feilb,, StesauiS'sche Real., DragatuK, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Mantel'sche Real., Graflinden, BG. Tschernembl. — 2. Frilb., Bertin'fchc Real., Golek, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Strnkelj'sche Real., Sta« richaberg, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Malii’jttje Real., Weiniz, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., vtooak'sche Real., Weiniz, LG. Tschernembl. — 2. Feilb., ©imonilbcrrcntc 71 0 71-20 »olbtcntc RS ifO 83 30 (Staat^lofe, 1854. . . 184 fiU 12h — , 18H0 . . . 13* — 132 25 1860 zu 100 ft. 185 15 135 75 1864. . . 171 — 171 *5 6ranilenl(aftong»- •ltiyelion«e- <3ati)ien........... 6itb«n6tttgtn . . . Icmtitt Oanat . . angete . .......... Had«« lflll«-Lahn . . . Klaak»bahn .... Biibbabn............. Ung, S(otbottba(m . OobencrtbltanMt in ®otb............ in often. Wahr. . . Batlonalbanf .... Ungar, tiobenftcbit. Priotilll«-66!iy lilifabetbbabn, l. Cm. il«tb.»giorbb. t. ©itbei tanj-Oofcpb-flabn )elij.li'l!ubtoigb,l.č Oeit. j(otbmcit«8abi Siebcnbiitgct Sabn SiaaKbobn, 1. Cm. Siidbahn » 3 Per,. k 5 . . {)ri»aff«r<. Crcbitlolc............ Jtubolfllbfl .... Soil««. •.'cnbon............ ti08 — 609 — 18,-761.-8— e«iai,ruB. 28*5 I 8155 6V —jl6i,!0 Dutaten............... Ji.i — 265 0 zo grancf.............. 158 501159 — 100 0. lKii