poStnins v ckrrsvi 8N8 psvSalirsna. Bezugspreise für das Inland ganzjährig X 36 - halbjährig l< 18 — Für das Ausland ganzjährig X 72 — halbjährig X 36 — Zür Amerika ganzjährig O. 2'50 ^Mccr Wng Erscheint am I. und 15. eines jeden Monates. «eslellungen iibernmmN die Ikerwattung der Kottscheer Zeitung in Gattschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriltleitnng der Hattscheer Zeitung in Gottschee. Anzeigen (Inserate) melden nach Taris be> rechnet und von der Ver¬ waltung des Blattes übernommen. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück¬ gesendet. Bastsparkasseii-Konto Nr. 10.957. Ar. 13. Koöevje, am 1. Juli 1921. Jahrgang HI. (18). Zur Aeachtung! Jene, welche die Bezugsgebühr für das zweite Halbjahr noch nicht beglichen haben, mögen dies mit Benützung des beiliegenden Erlagscheines ehestens tun. Unsere deutschösterreichischsu Freunde aber werden gebeten, die Jahrcsgebühr auf 100 öst. Kronen zu ergänzen, da wir infolge Er¬ höhung der Portogebühr von 40 auf 80 Heller sonst draufzahlen müßten. Pie Aerwaktung. Cine deutschvöltnjche Versammlung. Der Schwerpunkt des Deutschtums in unserem Staate liegt nicht in Steiermark, noch weniger in der krainischen Landeshauptstadt und auch in der Gottscheer Sprachinsel nicht, sondern er liegt unten im Banat und dessen nächster Nachbarschaft zur rechten und zur linken Seite. Bor bei¬ nahe zweihundert Jahren sind hier schwäbische Bauern angesiedelt worden, die im Laufe der Zeiten den vorgefundenen sumpfigen Boden zu einem Ackerlande umgeschaffen haben, dessen Fruchtbarkeit weit bekannt ist. Die Zahl der schwäbischen, zumeist bäuerlichen Bevölkerung beträgt dort gegen¬ wärtig mehrere Hunderttausend, was gut drei Viertel aller Deutschen Jugoslawiens ausmacht. Der Zahl und auch der wirtschaftlichen Stellung nach kommt ihnen deshalb die Führung unter den deutschen Staatsbürgern zu und wie sie dieser Rolle gerecht zu werden gedenken, interessiert die anderen begreiflicherweise in hohem Maße. Auf den Verlauf der am 5. Juni in Karlsdorf abgehaltenen Haupt¬ versammlung des Schwäbisch-deutschen Kulturbundes, bei dem die Schwaben unter sich Heerschau abhielten, waren darum auch die übrigen Volksge¬ nossen im Reiche gespannt. Gerne gestehen wir es ein, daß die Tagung auch für uns ermunternd gewirkt hat. Über 2000 Menschen hatten sich da zu gemeinsamer Beratung zu¬ sammengefunden und wenn auch der Bauernstand am stärksten vertretet: war, nahmen an der Versammlung auch die übrigen Stände geistlich und weltlich teil; und gerade diese Einigkeit für die Ziele des Kulturbundes, läßt weitere schöne Erfolge in der Zukunft erwarten. Eingeleitet wurde die Versammlung durch einen Festgottesdienst und daß dies nicht leere Formsache war, sondern die Gesinnung dec Teilnehmer zum Ausdrucke brachte, davon zeugten sowohl die an'diesem Tage gehaltenen Festpre¬ digten als nachstehende Worte aus der Begrüßungsansprache des Bundes¬ sekretärs Dr. Graßl, eines Laien und ehemals hohen österreichischen Be¬ amten: „Möge es Gottes Wille sein, unser vielgeprüftes deutsches Volk im Kulturbunde zusammen zu schweißen auf der Grundlage christlicher und zugleich deutscher Gesittung, auf daß es vor Versumpfung, vor dem Ver¬ sinken in öden Materialismus, der den Tod bedeutet, bewahrt werde. — Ein Leben ohne Gottesfurcht und ohne Ideale ist ein fortgesetztes Sterben. — Dessen wollen wir eingedenk bleiben und Glauben und Volkstum un¬ serer Väter hochhalten." Zur Behandlung gelangten dann kulturelle und deutschvölkische Fragen. Eingehend wurde die Schulfrage erörtert, wobei nicht nur das Recht auf genügende Anzahl im deutschen Geiste geleiteter Volksschulen, sondern auch die Berechtigung auf Errichtung oder Ausgestaltung deutscher Bürger- und Handelsschulen, deutscher Gymnasien und einer deutschen Lehrerbildungsanstalt betont wurde. Auf Erfüllung dieser Forderungen würde man nie verzichten. Für allseitige Ausbildung des deutschen Volkes will der Kulturbund Sorge tragen und darum seine Tätigkeit über das Banat hinaus, auf alle Deutschen in Jugoslawien erstrecken. Wir wissen, daß das nicht im Handumdrehen geschehen kann und trotz Hilfe des Bundes noch vieles unserer eigenen Arbeit überlassen bleiben wird; dennoch wird jeder von uns die zugesagte Hilfsbereitschaft der biederen Banaler Schwaben freudig begrüßen. Was in der Karlsdorfer Beratung über die Deutschen in Slowenien gesagt worden ist, verdient wörtliche Anführung: „Am schlimmsten — heißt es da — sieht es in Slowenien aus, wo unsere Volksgenossen nahezu alles eingebüßt haben, was in Jahrhunderte langer Kulturarbeit geschaffen wurde. Nachdem man ihnen alles genommen. Schulen und Vereine und wirtschaftliche Positionen, mutet mau uns zu, daß wir keine Gemeinschaft mit ihnen suchen, sondern die um ihr nationales Sein rin¬ genden Brüder einfach ihrem Schicksale überlassen. Mit Entrüstung weisen wir diese Zumutung zurück, und was noch deutsch fühlt in Slowenien, soll wissen, daß wir uns eins und einig fühlen mit ihm und zuversichtlich dem Tage entgegenharren, der die Einbeziehung des Deutschtums in Slo¬ wenien in die Organisation des Kulturbundes ermöglichen wird. Heil ihnen, die im Leide gestählt sind. Wir geloben ihnen, die Treue zu hallen für und für." Die Gründung einer Ortsgruppe des Kulturbundes, dessen Sitz in Neusatz rst, wird; so wollen wir hoffen, noch im lausenden Jahre auch aus Gottscheer Boden durchgesührt und damit kommen wir aus der bis¬ herigen Vereinsamung und der sie begleitenden resignierten Fahrlässigkeit einmal heraus. Wie stellt , sich der Schwäbisch-deutsche Kulturbund zur staatlichen Neuordnung? „Staats treue und Volks treue" lauter hierüber sein Programm und diesem ist er bisher immer so gewissenhaft nachgekommen, daß es einfach selbstverständlich ist, wenn von der Versammlung die Ab¬ sendung eines Huldigungstelegrammes an den Regenten beschlossen wurde. Der Regent dankte der Versammlung für den Ausdruck der Ergebenheit. Es fiel niemandem auf, daß die Versammlung auch von Serben besucht und von der serbischen literarischen Gesellschaft begrüßt wurde. Auch das Unterrichtsministerium hatte zur Versammlung seinen Vertreter entsandt und die Worte, mit welchen dieser seine Eindrücke über die Tagung aus¬ drückt, sind gleich ehrenvoll für ihn, wie für die Versammlung. „Noch immer stehe ich ünler den angenehmen Eindrücken, welche ich von der über alles gelungenen Festlichkeit und aus ihrem schönen One mit mir nahm. Ich danke allen herzlichst für die liebenswürdige Freundlichkeit und die mir erwiesene Zuvorkommenheit. Mein für die Dcuischen günstiger und wohlwollender Bericht an den Herrn Minister ist fertig. Viele Grüße Ihrem fleißigen Volke." Die bisherige Tätigkeit und die besprochene Versammlung des Ku!--, turbundes lassen erhoffen, daß die Schwaben in der Wojwodina ganze Arbeit zum Nutzen aller Deutschen in Jugoslawien zu leisten gewillt sind. Attentat auf den Megenten. Das Preßbüro verlautbart aus Beograd: Heute um zirka 10 Uhr vormittags, als Regent Alexander, nachdem er den Eid aus die Verfas¬ sung abgelegt hat und in Begleitung des Ministerpräsidenten Pcmic zur Besichtigung der Truppen fuhr, wurde aus dem Gebäude des Ministeriums für öffentliche Arbeiten, welches jetzt im Bau begriffen ist, eine Bombe geworfen; dieselbe traf die Säule der elektrischen Leitung und explodierte vor der Ankunft des Wagens, in welchem der Regent saß. Zehn Per¬ sonen, meistens Militär, wurden verwundet; znm Glück aber niemand tödlich. Der Attentäter, welcher sich im dritten Stockwerke des Gebäudes versteckte und nach dem Attentate floh, wurde durch die Arbeiter selbst Jahrgang III. Gottscheer Zeitung — Nr. 13. Seite 50. festgcnommen, die ihm auch zugleich drei Bomben und Revolver abnahmen. Die Polizei konnte nur mit schwerer Mühe den Attentäter vor der auf¬ geregten Menge schützen, welche ihn sofort lynchen wollte. Die Polizei führte den Attentäter sofort in das Gebäude der Stadtverwaltung, wo¬ selbst er angab, Spasoje StojiL, Malergehilfe aus Turska KaniLa, zu sein und daß er aus Novi Sad mit der Absicht, das Attentat auszu¬ führen, nach Beograd kam. Das Attentat verübte er aus seinem eigenen Antriebe. Der Thronfolger Alexander setzte den Gang seiner Besichtigung aussen Teresijen ruhig fort. Aus Stadt und Land. Kocevje-Hottschee. (Staatsseier.) Der „Vertstag" wurde in der Stadtpfarrkirche am vergangenen Dienstag durch feierliches Seelenamt, zu dem alle Behörden und Schuten erschienen waren, in würdiger Weise begangen. Der Tag ist bekanntlich der Erinnerung an die Gefallenen geweiht, die in der blutigen Schlacht auf dem Amselfelde im Jahre 1389 das Leben ließen. — (Von der B ezirks h aup tnicinns ch ast.) Herr Dr. Franz Ogrin ist zurückgekehrt und hat als Bezirkshauptmann die Leitung des politischen Bezirkes wieder übernommen. — (An die Kabinettskanzlei) hat in Vertretung der Stadt¬ gemeinde Bürgermeister Loy nachstehendes Telegramm gerichtet: „An die Kabinettskanzlei Sr. Königlichen Hoheit des Prinzregenten in Beograd. Tieferschüttert über den ruchlosen Anschlag auf das Leben Sr. Königlichen Hoheit bittet die Stadtgemeinde Gottschee den Ausdruck ihrer innigsteu Freude über das Mißlingen des Attentates zugleich mit der Versicherung unwandelbarer Treue und Ergebenheit zur Kenntnis Sr. Königlichen Hoheit bringen zu wollen. Bürgermeister Alois Loy." — (Die neue Verfassung) ist am 29. Juni von der Kon¬ stituante angenommen und somit rechtskräftig geworden. Regent Alexander leistete als erster den Eid auf die neue Verfassung. Jeder Staatsbürger wünscht, daß nun alle Kräfte geeint am weiteren Aufbau des Staates Mit¬ arbeiten. — (Deutsche Parallelklassen am Gymnasium) fordern Stadl und Land und immer wieder werden wir diese berechtigte Forde¬ rung erheben. Soeben ist eine Verordnung des Ministeriums für Volks¬ aufklärung erschienen, in welcher die Direktionen sämtlicher staatlichen Mittel-, Handels- und Bürgerschulen beauftragt werden, Anmeldungen für etwa aufzustellende deutsche Parallelklassen bis zum 10. Juli l. I. ent¬ gegenzunehmen, damit ein Überblick über diese Anstalten gewonnen und die notwendigen Vorkehrungen rechtzeitig in Angriff genommen werden können. Stellt diese Anordnung auch in erster Linie eine Antwort auf diesbezügliches Ansuchen der Deutschen in der Wvjwodina dar, so ist sie doch auch uns ein Wegweiser. Und sicherlich hätte der Oberschulrat die Wiederaufstellung deutscher Klassen am hiesigen Gymnasium schon lange verfügt, wenn nicht immer wieder von hier aus die Sache Hintertrieben und so dargestellt würde, als wenn mit jedem Brosamen, den man den Gottscheern zuwirst, die nationale Existenz unserer Slowenen in Gefahr käme. Der neue Herr Bezirkshauptmann könnte da am ehesten mit Er¬ folg aufklärend wirken. — (S t e rb e fall.) Frau Emilie C e r n stein, Gattin des Hosrates Ottokar Cernstein, ist am 25. Juni in Eberstein (Kärnten) nach längerem Leiden gestorben. Sie ruhe in Frieden. — (Zum Schutze der Kunstwerke), seien es Zeichnungen, Gemälde, Statuen, alte Münzen und Medaillen oder überhaupt Gegen¬ stände von geschichtlichem Werte, hat die Landesregierung im Berord- nungswege bestimmt, daß solche Gegenstände ohne ihre Bewilligung nicht ins Ausland veräußert, noch, falls sie im Besitze öffentlicher Körperschaften sind, im Inlands verkauft werden dürfen. Dawiderhandelnde verfallen empfindlichen Freiheits- und Geldstrafen. Bloß Werke lebender Künstler oder solcher, die noch nicht über 20 Jahre verstorben sind, -können ohne vorherige Erlaubnis veräußert werden. (Die neuen Einkronennoten) oder Noten zu 25 Para sind in Zagreb-Agram gedruckt worden und schon im Verkehr erschienen. Die alten sind nun endlich verschwunden. So sollte man es auch mit den eisernen Sechserln machen, die trotz Gültigkeitserklärung schwer mehr anzubringen sind. Nicht einfach ungültig erklärt sollen sie werden, sondern gegen Verabfolgung neuer Münzen bis zu einem bestimmten Termin ein¬ gezogen werden. — (SchützteuerSprachgutl) Im kroatischen Amtsblatt „Na¬ rodne Novine", so entnehmen wir dem Neusatzer Volksblatte, erließ der Unterrichtskommissär Dr. Alaupovic einen Erlaß, man möge „BeL", „Praha", „Mletci" und nicht Wien, Prag, Venezia schreiben, denn jedes Volk müsse eifersüchtig seinen Wortschatz schützen und bewahren. Sehr gut, wir sind damit vollkommen einverstanden, aber dieses Prinzip muß dann für alle Sprachen, für alle Völker gelten. Agram, Esseg, Neusatz, Laibach, Marburg, CM, Gottschee gehören ebensogut zum Sprachschatz der deutschen Sprache, wie Zagreb, Osijek, Novi Sad, Ljubljana, Maribor, Celje, KoLevje zu jenem der serbokroatischen und slowenischen. Warum verwehrt man dann deutschen Blättern den Gebrauch der in der Mehrheit viel älteren deutschen Orts¬ bezeichnungen? Oder ist es vom sprachlichen Standpunkte aus nicht eine Anomalie, wenn das „Agramer Tagblatt" in Zagreb erscheint und, so setzen wir hinzu, die „Gottscheer Zeitung" in Ko Levje erscheinen muß? — (Kriegsentschädigung.) Wieviel erhält der jugoslawische Staat aus der deutschen Kriegsentschädigung? Den anfänglich Jugosla¬ wien zugesicherten Betrag suchten in letzter Zeit die großen Sieger zu stutzen. Den Bemühungen unseres Finanzministers ist es aber doch ge¬ lungen, daß es bei den ausgemessenen 5'51 °/o bleibt, das sind im ganzen 50 Millionen Goldmark, die Serbien und Montenegro zugute kommen. — (Beiträge zur Geschichte und Landeskunde von Gottschee.) Zu dieser Notiz in der vorigen Nummer unseres Blattes tragen wir noch nach, daß der Preis für das zweite Heft 4 K und für das dritte Heft 5 I< beträgt. Die Postzusendung kostet für ein Heft 1'40 K, für beide Hefte zusammen 2'40 K. Bezug durch die Buchdruckerei I. Pavlicek in KvLevje. — (Schwurgerichts Verhandlung.) Am 9. Juni ist Alois Stine aus Windischdorf, der vor Monaten seinen Bruder mit einer Hacke am Kopfe und Arme schwer verletzte und teilweise erwerbsunfähig machte, vom Schwurgerichte zu zwei Jähren schweren Kerkers verurteilt worden; am gleichen Tage wurde auch über die drei Zigeuner, welche durch längere Zeit Diebstahl m großem Maßstabe betrieben, Gericht gehalten. Anton Hudorovic und Josef Hudorovic, genannt „Landwehr", bekamen je acht Jahre, der jüngere Joses Hudorovic sieben Jahre schweren Kerkers. — (Schnee und Reif.) Daß zur Sonnwendzeit bei uns Schnee fallen könnte, würden wir für unmöglich gehalten haben, wenn uns nicht der vorletzte Mittwoch davon überzeugt hätte. Denn nach einsetzendem Sturme fing es in mehreren Orten zu schneien an und tags darauf fiel im ganzen Ländchen starker Reif, der zumal Fisolen und Kukuruz sehr verbrannte. — (Zuerkennung des Ruhegehaltes.)' Dem gewesenen deutschkrainischen Landesschulinspektor Albin Bel ar wurde die' seinen Dienstjahren entsprechende Pension zuerkannt. — (Aufnahme von Amtspraktikanten bei der Südbahn.) Die Verkehrsdirektion in Ljubljana nimmt eine größere Anzahl von Prakti¬ kanten auf. Absolventen von Mittelschulen und verwandter Anstalten, wenn sie den aktiven Militärdienst hinter sich haben, kommen in Betracht. Dem bei der Direktion einzureichenden Gesuche müssen überdies Tauf-, Ledig- und Heimatschein, das Reifezeugnis, ein Zeugnis über bisherige dienstliche Verwendung, die Bestätigung über den geleisteten Militärdienst und ein nicht über sechs Monate altes Siltenzeugnis beigelegt werden. Mit Ende August läuft der Einreichungstermin ab. — (DiebftahlinderStadtpfarrkirche.) Vor einem Monate wurden in der Kirche vom Altäre weg zwei kunstvoll gearbeitete, reich mit Spitzen versehene Altartücher gestohlen. Mit den Spitzen hat sich die Diebin, eine Frauensperson aus Retje, den Unterrock eingcsäumt, aus den Tüchern aber eine Bluse gemacht. Vier Monate Kerker wurden ihr aufdiktiert und die Kleidungsstücke abgenommen. — (Ein lä st i g e r Ausländer), den man über die Grenze schieben soll, so äußerten sich Tschechen im Parlamente über den serbischen, nicht katholischen Bischof Dositeus, der unter den Tschechen für den Abfall vom katholischen Glauben agitiert, statt zu Hause seine Herde zu weiden. — (Das Wahlrecht der Kärntner Slowenen.) Die Slo¬ wenen in Kärnten haben ohne weiteres das Wahlrecht für die Gemein¬ den, den Landtag und den Nationalrat erhalten. Jin Landtage haben sie zwei Vertreter. — (Sterbefälle.) Am 15. Mai ist die 62 jährige Maria Jak- litsch aus Zvirlarje-Zwischlern 51 gestorben; am 26. der 48 Jahre alte Josef Kropf aus Zajčji vrh-Hasenfeld 20; am 6. Juni August Kreuz- mayer aus Kočevje 149, 35 Jahre alt, und am 18. Juni der 79 jährige Johann Rom aus Onek-Hohenegg 15. Es ist mehr als auffällig, daß alle drei Männer das Ende selbst herbcigeführt haben. — (Die Verteuerung des Tabakes) hat mit 1. Juli be. gönnen. Die Raucher behaupten, daß die neuerliche Preissteigerung un¬ gerechtfertigt sei, da schon bis nun die Preise übertrieben und die ein¬ zelnen Tabaksorten unter jeder Kritik waren. — (Tanzende Studenten) hat es schon immer gegeben und es besteht gar keine Gefahr, daß in Zukunft diese Kunst unter ihnen aus¬ sterben könnte. Das Tanzen auch als Unterrichtsgegenstand für die Mittelschulen zu bestimmen, dafür lag wohl wenig Anlaß vor. Und doch soll über Beschluß der Oberschulbehörde vom nächsten Schuljahr an Jahrgang lil. Gottscheer Zeitung — Nr. 13. Seite 51. in den Gymnasien auch getanzt werden. Landwirtschaftlicher Nebenunter¬ richt wäre wohl praktischer. — (Die Reserveoffiziere haben sich zu melden.) Das Kommando des Militärergänzungsbezirkes in Ljubljana läßt bekannt¬ machen, daß jene Reserveoffiziere, die sich noch nicht gemeldet haben, dies bald tun mögen, wollen sie nicht des Offisiersranges für verlustig erklärt und zu den Dienstleistungen gewöhnlicher Soldaten verhalten werden. — (Das jugoslawische Guthaben) bei der Oesterrcichisch- ungarischen Bank betrug 10 Millionen Goldkronen, die schon nach Bel¬ grad gebracht worden sind. — (Der deutsche Kasinover.ein aufgelöst.) Dieser in Ljubljana bestehende Verein ist der behördlichen Auflösung verfallen. Ein eigener slowenischer Ausschuß erhielt das auf 10 Millionen berechnete Vcreinsvermögen. Über seine Verwendung herrscht dermalen unter den Slowenen viel Streit. Eine Partei sucht es der anderen abzujagcn. — (Vom Oberschulrate.) Am 23. und 24. Juni hatte er Sitzung. Uns interessiert besonders der dritte Antrag, den hiebei der liberale Lehrervertreter Direktor Lukas Jelenc stellte. Er lautete: „Es soll ein Verzeichnis aller national verdächtigen Lehrpersonen angelegt werden. Genügend alte sollen pensioniert, jüngere an Orte versetzt werden, die national nicht bedroht sind." Über diesen Antrag, so berichten Laibacher Blätter, entspann sich nun eine lange Debatte. Es wurde betont, daß der Oberschulrat dem Denunziantentum, das den Lehre r- standschände, nicht Tür und Tor öffnen dürfe. Im Friedens¬ vertrage von S t. G e r m a i n i st A m n e st i e fürdieVergangen- heit ausgesprochen. Deshalb dürfen gewesene Unkorrekt¬ heiten nicht wiever hcrvorgeholt werden, sondern das gegenwärtige Leben und Verhalten der Lehrerschaft ist maßgebend. Von deutschen Lehrern dürfen wir nicht verlangen, daß sie ihre Schüler in slowenische moder serbische mGeisteerziehensollen. Sie sollen ihr Volkstum lieben, nur sollen sie dabei dem Staate treuergebensein. DiedeutschenLehrkräftedürfen wir nicht verfolgen, weil wir sie auch in slowenischen Ge¬ genden brauchen werden, wenn unsere slowenischen Lehrer nicht mehr fähig sein sollten, deutschen Sprachunterricht zu erteilen. — So selbstverständlich solche Äußerungen lauten, für uns Deutsche sind sie doch etwas ganz Neues. Es ist das erstemal ein Zeichen von ruhiger Würdigung unserer nationalen Wünsche und ein Beweis, daß auch jene unserer deutschen Lehrer, die noch mehr im Hintergründe stehen, wieder mehr hervorircten sollen und für die öffentlichen Interessen ihres Volkes tätig sein dürfen. Stara cerkev - Mitterdort. (Beschlagnahme von Woh¬ nungen.) Das Kommissariat für soziale Fürsorge hat unterm 8. Juni auch unserem Gemeindeamte auf sein Ansuchen das Recht zugestanden, über leerstehende Wohnungen frei zu verfügen. — (Gestorben) ist am 25. April in Cleveland die 36 jährige Theresia Wien, geborene Verderber aus Rain 1. .Walagora-Walgern- (Betrübende Nachricht) erhielt aus Cleveland auch der zum Besuche der Heimat hier weilende Herr Josef Perz. Nach brieflicher Mitteilung ist seine verehelichte Tochter Amalia Birgien am 3. Juni in Seranek Lacke N. I., wo sie sich zur Erholung aufhielt, gestorben. Der Schmerz um ihr einziges früh verstorbenes Kind mag zum großen Teile auch den Tod der erst 29 Jahre.alten Mutter verursacht haben. Lalkavas-Schalkendorf. (Trauung.) Am 12. Juni wurde der Besitzer Leo Koschar in L-chalkendorf 16 mit Josefa Knapst aus Hohenegg 10 getraut. Mozekj-Wösek. (T r a n u n g e n.) Es heirateten am 20. Juni Ernst Gasparitsch aus Schwarzenbach Nr. 3 und Franziska Lackner aus Verdreng Nr. 4; am 27. Juni Johann Schauer aus Niedermösel Nr. 9 und Fran¬ ziska Witrine aus. Otterbach Nr. 16. — (Ster befall.) Gestorben ist am 1. Juni in Unterfliegendorf Nr. 17 Frau Maria Putre im Alter von 60 Jahren. Sie war durch viele Jahre krank und eine fromme Dulderin. Ihre Angehörigen haben sie mit der größten Liebe und Sorgfalt gepflegt. — (Raisfeisenkasse.) Laut Rechnungsabschlusses pro 1920 be¬ tragen die Einnahmen X 175.154 78, die Ausgaben X 169.654 79 und der Geldumsatz X 344.809'56, die gegebenen Darlehen X 55.000 und die Spareinlagen X 91.539'12. — (Von der Schule.) Der Schule in Obermösel wurde die bisherige Lehrerin in Laserbach Fräulein Franziska Eckert zur zeitweiligen Dienstleistung zugewiescn. Fräulein Maria Palauz wurde krankheitshalber beurlaubt. Zwei Lehrkräfte sind aus dem Dienste geschieden. KoLevsKa reka - Wieg. (K i r ch e n g l o ck e n s o nd.) Vom Herrn Josef Pirstitz aus Unterwetzenbach erhielt das Pfarramt aus Brooklyn 75 Doll, als Ergebnis einer Sammlung. Gespendet haben: Johann Pirstitz aus Unrerwetzenbach 20 Doll.; je 5 Doll.: Alois Pirstitz und Magdalena Hönigmann aus Unterwetzenbach, Fanny Leschka aus Rieg, Johann Weber und Mary Kutelmann geb. Weber aus Oberwetzenbach, Josef Kresse und Magdalena Trocha aus Händlern, Mag. Hudolin aus Kölschen, Johann Michitsch aus Händlern 32, Johanna Schneeberger geb. Kaltschitsch aus Prüfe; je 1 Doll.: Mathilde Stampfl aus Oberwetzenbach, Josefa Je- schelnik aus Rieg, Frau Schulling aus Brooklyn, Johann Ostermann aus Hinterberg und Resi Panter aus Unterwetzenbach. Allen Spendern herzlichen Dank. Pfarramt Rieg. — (Reif.) In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni fiel hier starker Reif, der an einigen Kulturgattungen, wie Kukuruz, Fisolen, Kar¬ toffeln, großen Schaden anrichtete. Besonders arg sieht es in den Äckern von Hinterberg, Stalzern und Mrauen aus. — (Die Wasserleitung.) Sprichwörtlich ist sie schon geworden und will man jemanden etwas hänseln, nennt man ihn Wasseringenieur. Es wäre deshalb wohl am klügsten, von diesem Schildbürgerstückchen zu schweigen, um es vergessen zu machen. Allein es handelt sich um zu viel. Ueber 200 Fichtenstämme wurden gestockt, sicherlich zu heutiger Zeit ein Kapital, mehrere Tausend Kronen Jagdgeld wurden leichtsinnig angebracht; da ist es sicherlich berechtigt, wenn immer lauter Rechenschaft hierüber verlangt wird. Heda ihr Männer vom „Wasserkomitee", die ihr taub wäret gegen jede wohlgemeinte Warnung, die ihr die Warner noch ver¬ lästert habet, wer A sagt muß auch B sagen, wer fremdes Gut leichtsinnig vertan hat, muß auch daran denken, es zu ersetzen. Über 800 Rohre liegen an der Trasse und kein Mensch kümmert sich um dieselben, während der Borkenkäfer bereits sein zerstörendes Werk begonnen hat. Was mit diesen Rohren zu geschehen hat, wie die vielen Tausende Jagdgeld angebracht wurden, wer die Prozeßkosten gezahlt hat, das alles sind Dinge, die uns interessieren. Oder sollen vielleicht die aus Übergescheitheit begonnenen Prozesse auch mit Ortschaftsgeld gezahlt werden? Rechenschaft ist unbe¬ dingt notwendig. Dann ist erforderlich, daß Leute, die mit Ortschafls- vermögen so leichtsinnig umgehen, von der Verwaltung desselben möglichst weit entfernt gehalten werden. Schließlich gelte als Lehre auch für fürderhin, daß man zum Baue einer Wasserleitung mehr Grütze im Kopfe haben muß, als gemeiniglich zum Anschlägen eines Bierfassels erforderlich ist. IlemZka Loka - Unterdeutschau. (Verleihung.) Die Leitung des hiesigen Postamtes erhielt Johann Meditz. 1. Wer, Mm. Liüar 8 1 Uscevje, baiiplplalr r» I M SemkcblWren-fisnalmig ima fianüel mit Lsmlerproaiilrten empfiehlt fsigenSe LsnSesprsSukte uns ZpZrereiwaren in fein¬ ster i-uaiität uns in Sen naclmebenSen Preislagen: Seite 52. Gotischen Zeitung — Nr. 13. Jahrgang III. l-LmZsspnoZuktsntiaus 80k. 88!b- Koösvjs-Qottsokss tckaus t-Isrcts en gnns 6-1 en ilelsil Xukurur, XIsis, Wsj^snmstil, Hasse, Qsests, fffirssbvsm, Xuirueu^Aeisss, Xukurrnmssil, : : : : : ffuttsvmsfij : : : : : Vrsaeer UedirAsivsins liefert 2U dilliAstsn LaAes- xreissn unä empsielilt sielr au ob 2um Loinmissions - Vs sinsinkauk ^Veinxrossksnäler unä Kommi88ionllr Vi-SSO ^SsnsiZ Vkilsongssse 4 lelexlion Xr. 146 lelexlron Xr. 146 Zcbön« Kebrnstr; Mkerdrii ist zu verkaufen. Anzufragen bei Karl Erker Gottschee 69. Zur Anfertigung feinster Kerren- und Aamenkleider nach französischem Schnitt sowie moderuker Höerzicher empfiehlt sich felix Pogačnik Ljubljana, Seienburgsva ulica H, I. Stock Inhaber arbeitete in Paris, London und in mehreren anderen großen Städten Europas. :: Konzessioniert« Zuschneideansiakt für Jugoslawien :: Deinste Stoffe für Damen- und Kerrenkleider lagernd. Prompte Bedienung! Solide Preise! Anfertigungen in acht Tagen! 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