IV- t4t Mittwoch dm 85. UovMber 1874. im. Jahrgang Die Zeitung" erscheint jeden Sonntl'.g, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig ö s^.,halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. so kr; süröustellusg ins Haus monatlich lv kr. — mit Postversendnug: ganzjährig 8 sl., l)all)jäl)rig 4 fl., viertelichrig 2 fl. Jnsertionßgebiihr L kr. pr. Zeile. itder killt Halbhtit! Marburg, 24. November. D«r AuKschliß deS AbgeordnetenhanskS zur Bcrathung d«S VoranIchlageS für 187ö bravtiagt, die RegitkUttg auszuforveln, sie mö^je noch tväh-rlud der jetzigen Berjammluug des RkichSrathes eine Vorlage machen, daß der ZeilungSstempel auf die Hälfte herabgesetzt werde. Dieser B«schluh ist ivöUlich und wirtlich eine Halbheit. Lcßi sich der fragliche Stempel überhallpt rechtfertigen, dann möge «r bleiben -» trenn aber nicht, so muß er fallen. war Mnister Bach ein andrter Mann. Die Ae'tuntlkn zu unterdtücken mit Ausnahme der RegicluNtisblütter, ivüre auch seiner Allmacht nie gelungen und Hütte auch nicht zu seinem jr-snitisch-poltttschen Plan, getaugt; ihm lag nur daran, die Zahl der .Unabhängit^en" möglichst zu beschränken und den Bestand ders-lben zu erschweren unter '-/lnderrm auch durch Vertheurrung dcr Pteise — durch dtN ZeitungSstlMpel. In ziveiter Reihe brfand sich die Staatskasse, die auch unter Bach nie voll genug war. Die Btlfassung^mäßigktit und Aktion soll den Gegensaß bilden zur VerfassungSwidrigkeit und Aeattion dtS Bachsch^n Systems. Nun wohlan! so hotten wir auch bezüglich der Zri-tungSpresse bissen Cegensah scst, h'bkn wir die Einsicht und dtn Muth, eine grundsiitzliche For-drrung ouSzusprechcn — die gänzliche Aufhevung ditseS StemprlS zu begehren. lös handelt sich um die Förderung deS PrehgeschästeS, UM die wirthschastliche Früheit drS gedrulkttn Wortes, um die Steuerfrrihcit eines unerltbehrlichen KulturmittelS! Majjrtgtln grgtll die »rnt Nrlitnkranithtit. (Dtt'klchlist, Verfaßt von Herrn Dr. Mulls und vom Malburger Weinbauvereine t? der letzten Sitzung — 14. Nov. ^ angenommen.) Etv. Exzellenz! Der Weitlbau ist die reichste, ost einzige Quelle dtS Einkommens eineS gr oßenTheile« der Bevölkerunti SleiermarkS; die durch deS Auftreten der tl^Moxera vastatrix in der nächsten Nähe drohende Gesal)r hat datier mit Recht die Bevölkerung mit bangen Besorgnifstn ersiillt, lvelche um so begründeter sind, iveil seit dem lLr-scheititn derselben in Klostelnenburg bedeutende Quantitäten WurztlrebtN von dort ln die verschiedenen Thrilk deS Landes eingesühlt, jc, nach Spiels'ld in diesem Jahre sogar Wurzelreben auS Frankreich bezogen worden sind, da nicht alle »Äetnbauer so vorsichtig wtnen, wie der Wein-bauvereitt iN Marburg und die LandeS-Obst» und Weinbauschule' in Marburt,, tvelche seit dem I. 1872 nicht eine Rebe auS Klosterneuburg bezogen habkn. Bisher ist z var von dem Voikowmen dieseS Insektes im Lande noch nichlS bekannt gewoiden. aber die leichte und schnelle Verbreitung desselben macht die größte Bo»slcht nothvendig und eS ivird die nächste und dririgendste Ausgabe aller Weinbauer, so «vie auch der hohen N'gietung sein, die lrilksamsten Maßregiln zu ergreifen, NM in erster Linle die Gefahr der Einschleppung von Auß'n zu verhindern, und dai»n dieselbe dort, wo sie cluftreten sollte, sogleich im Begtni^e zu entdecken, damit die Maßregeln zur Vertilgung noch zu tiner Zeit getrosftn werden können, tvo die angestektien Flächen noch keine große Auk-dehnung gefundei» haben und d»e Bewältigung der Gefahr «»och im Bereiche der Möglichkeit liegt. Die Sicherstellung der sogleichen Entdeckung deS JttsrktlS, wknn dasselbe bereits an irgend einem Orte eing-schleppt lvordeu sein sollte, ist eine schivierigt, uvd ^ie Furcht der Weingarten-besitzer vor dein durch die nothwendiger Welse zu versügendc AuSrolinng der infizlrte« Pflanzungei» sür sie «ntstehtnden Schaden ivird diese Aufgabe noch eischveren und die in manchen Fallen za eiwartende Wideispänstigklit derselben und die Weigerun.i, ihre Pflitizungen pretS zu geben, der Dulchsühiung der nöthigen Maßregeln HW« detnd in der» W g treten. Es muß daher im ganzen. Lande ein Organismus g'schasfcn k^'erd n, der mit der nöthigen EL'kutivtjeivolt ausgerüstet ist, eS muß ein Gesetz erlasslN iverden, melcheS diesem OrganiKmus. so wie doS SkuchengesetzdeitSeuchenkommissionen, den nölhigen WirkungSkleiS sicherstellt, und end-lich muß dahin gelvirkt werden, olle Weingarten« besitzer zur thätigsten Mitivirknng i>ei der Durch-ss'schung der Weiligärten anzaspornen. Ich habt in dlessk Richiung in der Sitzung de» lZ.sNtra!auSschuss.S der stclrrm. Landivirthschafts-Gesellschast Ailträge über die Organisirung von Kommlssi0i,en bei allein Btz»rksl)auptmannschasten und i:ber daS den Wcingarlenhrsttzern gegenüber zu ergreiseade Belsohren ein,gebracht, welche ohne A < U i l t < t P u. Aer atte Schmuggler. Von Ludwig Rosen. (Schluß.) „WaS habe ich Ihnen nicht AHeS zu ver-daoken, mein Fräulein!" rief er lebhast. „Ohne Sie wäre ich ohne Ziveifel alS daS Opf r der Rachsucht gefallen, durch Sle ist mir nicht bloS daS Leben belvahrt, sondern auch ein eben so de» deutender olS unerivarteterZuivachS äuhein Glückeb zu Th'il geivolden." „Ich habe mich recht g fk'U?," sagte sie herz» lich, „daß Ihnen eine glückliche lLnthüllung Ihr, Familie und Ihr Erbe wiedergegeben hat. Ich selbst habe hietbei nicht daS geringste Verdienst, denn eine That läßt sich nie nach ihren zufälligen Folgen, sondern nur nach ihrem etgkntllchen Werthe schätz?«. Ich wollte iveiter nichtS, als Sie vor einer Gefahr schützen, über welche mich der Zufall il» Kenntniß gesetzt hatte, ich konnte na, türlich nicht entfernt ahnen, daß meine lK-tdeckung so tiefgreifende Folgen für Sie haben uud mich um einen Vertvtndten bereichern tvürde." ^Ja, daS ist wahr," rief er, .wir sind ja verwandt! Denn tvenn ich auch vor der Welt VÜne Abkunft von der Familie LohfelS picht betveifen kann und will, schon um dessen willen Vicht, dem ich die Enihüllung deS GtheitnuisseS veidanke, so bin ich doch von der Wahiheit der Enthüllung überzeugt. Zu rnciner Freude scheinen Sie diese Ueberz^uguug zu theilen, da Sie mich als Verivandten betrachten.'' „G^wiß, ich theilc sie." „Aber ivie stimmt dvmit die Nachricht, die mir Wlnrich mitget^k'lt hat, daß Sie daran dächten, den Waldhof zu verlassen?" Sic senkte wieder d^s Gesicht und eiwiderte: „Es veifteht sich wohl von selbst, daß ich eben darum, weil ich in Ihnen den rechten Erben er-kenne, mein Anrecht ausgebe, tvelcheS ja nur aus dem 3rrtl)um deS AuSgrstortier'seil'S der Familie Lohfels b'ruhte, und daß ich Ihnen also dtN Platz räume, der einzig Ihnen zukommt." Sitellenberg schüttelte den Kopf. „Ich werde diesen Platz nie einnehmen," jagte er, ^tvenn ich S>e vorher darauSverdrängen mübte l Sie haben mir solche Beiveis, elncS lies gksühlvollen Herzens gegeb.n, daß ich überzeug! sein kann, Sie veistehrn U!>d würdigen meior Empfindung in diesem Falle; Sie wissen recht gut, daß ich eiukS Besitzes niemals froh iverden würde, wenn aus ihm der Fluch lastete, meine Retterir» einer Zufluchtsstätte beraubt zu hc-ben. Es wäre eine Grausamkeit, wenn Sie einen solchen Gedanken noch einmal laut werden liißkN." „Aller Sie iverdeil," sagte sie schüchtern, ,doch das HauS Ihrer Väter lvieder in eineu ivü^dijten Stand setz'N lassen, Sie werden vielleicht dlN Kriegsdienst verlassen uud hier wohaen wollen, Sie begreifen also--" Er unterbrach sie: „Ich kö' nie ja iin WolsSgrund wohnen, aber fo t mit aller Nückh«ltung l Warum sollich 3l)rem schönen Herzen gegenüber meiN Herz nicht siel und offen aussprechen? Wohnen bleiben müssen Sit uun einmal schlechterdings auf dem Waldhof, t'och warum sollen wir nicht zusammen darauf wohnen? DaS Schicksal !zat unS in diesem einsamen Witlkel der Erde auf sUlsame Weise nahe g'brlicht, mein H rz hat sich rasch und bestimmt entichieden; erkennen auch Ste in den Fügungen deS SchilkialS eine sührende Hand der Vorsehung, und vereinigen Sie Ihr Geschick mit ^em Mtii'igeu, beglücken S'.e mich durch Ihre H^nd, iverl^en Sie die Meinigel" Thekla» wandte daS Haupt um, daS auS ti.ser Pu purröthe in völlige« Erblassen überge-gangen tvar. W Niger stürmisch, abee mit saitstcr Eindringlichkeit fuhr er sorl: „Halten Sit meinen Antrag nicht für übereilt und unzait, in meinem Herzen ist er sür-ivahr gereist genug, U"d der Drang der Verhältnisse, Ihr eigener Entschluß, den Waldhof v r^ Zweifel bereits an daS hohe Ackerbauministerium eingelangt sein werden. Das dringendste Btdilifniß ist meiner un, moßgeblichtn Meinung nych die sogleiche Borlage eines Gksetzks zur verfassungsmäßigen Behandlung in dem eben tagenden RtichSr.^the, wtlchcs die Durchführung der nölhigen Mahreg'ln sicherstellt und alle bei dtk Durchführung ders,lbtn zu Tag? tretenden Handluvgen, die gerijinet sind, das Gelingen der von der Regierung »ngeordnettn Maßregeln zu vereiteln, und l>ie Gefahr der Ver-brcitul'g des JusekteS herbeizuführen oder zu ver-mehren, der strengsten Ahndung unterzieht. Ein solches GeleK könnteauchdie Ausfühlung der im ösfentlichkn Jntkresse nothwendig werdkndrn Maßregeln nicht nur beim Auftreten der ReblauS, sondern anderer die Landeskultur bediohender ähnlicher Erscheinungen, wie z. d. des Borkenkäfers :e. regeln . . . Zur Geschichte des Hages. Von einem Sißungstage zum anderen hofft und harrt doS Abgeordnetenhaus auf die Erklärung, welche Stellung dte Regieiung zur Eisenbahn-Frage nehmen werde. Dns entscheidende Wort mnß jc» doch einmal gesprochen werden — je eher desto besser. Daß atier die Regierung dieses Wolt spricht und nicht die Vertretung und «oä: weniger das Bolk, ist einzig und allein das Berjchulden drr beiden letztere»'. Ünd die Cisenbal)N»Frage gehört zu den Lrbcnssragcn unsrrcr Gejammt-wirthschaft. Im Streite mit der weltlichen Macht hat Rom einen Wideistand gefunden, welchen e« nie geahnt. Die englischen B schöst erklären nämlich, daß sie den Gesetzen den Ge. horsam nichl verweigern dürfen und Rücksich' nehmen müssen aus den Volkscharokter und aus die polittschkn Vert^ältnisse Englandei. Und IX. hat nlcht gedroht, noch weniger velflucht, sondern die Bischöfe nach Rom brrusen, damit sie dort die nölhigen Fragen genau solmuliien, welche der Kongregation zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Brandlegungen und Mordbrennereien, dte während einiger Monate in Nnßiand stattgefunden, haben die Pcttrst>urger Regierung bestimmt, die Neuorganisation drr Sich<:hetlS« Polizei in Angriff zu nehmen. Da im Staate des Selbstherrschers dte Polizei ot)er nicht so sehr gegen Diebe, Räuber Utid Mörder zu dienen hat, als vielmehr gegen die freiheitltchen Jdkhm und Henliette ein Einverständniß get^enseiliger Neigung statlsinde, und tveil lch drmnach bls ehltlcher Mann doppUt c>uf meiner Hut sein Muhle. Ber, trauen Sie mir, und Sie sollen eö gewiß nic, mals zu bereuen haiien. Doch Sie schweigen — — sind Sie eben so enischteden gegen eine solche Verbindung, wie ich sie mit glilhender Seele Wünsche?" der Bevölkerung mit größerem Mißtraue« be-trachtet, alS von den Gaunern und Mordbrennern. Nermischte Nachrichten. (Heerwese n.) In Belgien lvird beabsichtigt, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen und soll die Dienstleitung nach preußischem Borbild geordnet werden. (Berg-Eisenbahnen.) Der Rigi in der Schtveiz erhält bekanntlich im Sommer 1875 eine zweite Eisenbahn, welche auf entgegengesetz» ter Seite der bisherigen (über Vitznau) den alten, früher allgemein begangeneu Weg über Goldenau, Kloster „Maria zum Schnee" und Rigi-Stoffe! einschlägt und zur Kulmhöhe gelangt. Die Arbeiten sind jetzt so weit vorangeschriltten, daß die Eröffnung dieser Bahn aus den 1. Juni 1875 festgesetzt tverden kann. Bisher mußte man den gleichen neuen Weg hinabfahren, den man herauf gekommen; die Eröffnung dieseS zweiten, östlichen WegeS gestattet jetzt den Rigi-Reisenden den Bortheil: den elnen Weg hinauf und den andern zum Herabfohren zu benützen. Beim einen wie beim andern hat man Gelegenheit, die großartigsten LandschaftSbilder in aller Ruhe betrachten zu können. (Lösch Wesen. G u t S-Fe u e r w e hr e n.) Die „Zeitung für Feuerlösch-Wesen" schreibt: Wie sich das Feuerlöschwesen immer m«hr ver-vvllkommnet, davon gibt der Umstand einen ersreulichen Beweis, daß einzelne größere land-wirthschaftliche Güter jetzt tüchtige Feuerwehren organisiren, um bei einer vorkommenoen Feuers-brnnst sofort eine geübte schlagsertipe Schaar in's Treffen zu führen, ehe fremde Hilfe aus dem Plutze sein kann. Neben der großen Sicherheii, ivelche diese nützliche Einrichtung dem Gut, bietet, besteht noch der Bortheil, daß die männlichen Dienstbotkn, zu einem militärischen Körper vereinigt, auch außer dem Lö>chdienst eive gewisse Diecipltn und Unterordnung unter die Borge, setzten, die gewöhnlich die Chargirten der Feuer-wehr sind, on den Tag legen. (Zum vierten Maie begnadigt.) Rozsa Sandor wird nicht am Galg>n sterben, sondern ist zu lebenslänglichem Kerker begnadigt worden. Diese Begnadigung ist beriitS die viert?. sFleijchverb rauchS-Verei n.). In Graz wurde auf Veranlassung deS stei-rmärki-schen Beamrenvere'nS ein ^Fleisc^konsum-Berein" gebildet. Zweck des letzteren ist, den Mitgliedern bliligercs Fleisch zu beschaffen; ein Anlheiljchein beträgt 5 fl. Er legte die Hand auf ihr Haupt und drehet» eS sanft um, so daß er ihr ins Angesicht schauen konnte, und er sah, tv e U"ter den gesenkten Wimpern hervor einige große Thränen über die nun wieder in Purpur erglühenden Wangen rollten Und als sie n un die Wimpern erhob, und als ans der Tiefe ihrer AugkN ein warmer ent-Mckender Strahl seinem ängstlich forschenden Blick begegnete, da bedurfte er keiner weiteren Antwort, da wußte er, daß er glücklich war, und schloß die Liebliche in seine Arme. Xl. Bei der späten Rückkehr zum WolfSgrund fand Schellenberg einen Bri.f von dlM Freiherr« von dem Busch vor, worin dieser ihm sreudevoll seine Beiloizung meldete und seinen stürmischen Dank aussprach, da nur die Ausopferung des Freundes eS ihm möglich gemacht habe, zu dem ersehnten Ziele zu gelangen. Schellenberg wandle die Nacht dazu an, dem Freunde seine eigenen Erlebnisse zu berichten, jedoch so, daß die eigentliche Schuld deS unglücklichen Marx verschwiegen blieb, über welch» er nun einmal für immer einen dichten Schleier werfen wollte; er erklärte sich seinerseits sür nicht Marbnrger Berichte. (Schadenfeuer.) Im Berghause der Kohlengewerkschaft Trifail brach am 14. Novem ber Abends Feuer auS, welches zum Glücke noch rechtzeitig entdeckt wurde und mit Hilfe der GeuS» darmen Zeroschek und Sattler, der gewerkschaftlichen Feuerwehr und der Grubenarbeiter sofort gelöscht werden konnte. Der Schaden beträgt nur 109 fl. Die Ursache deS Entstehens ist noch nicht bekannt. (B i e h d i e b st a h l.) Beim Grundbesitzer Johann Lechner in Ober-Rothschützen haben zur Nachtzeit melzrere Gauner daS Schloß der Stall-thüre aufgebrochen und zwei Kühe im Werthe von 140 fl. gestohlen. (W e i n b a u s ch u l e.) Die BezirkSverlrc-tung Leibnitz hat einen Freiple'tz in der hiesigen Weinbauschule gejtistet, ivelcher mit Begiuk des nächsten UnterrichtsjahreS verliehen wird. Bewerber müssen im dortigen Bezirke heimatbe-rechligt sein und haben ihre Gesuche bis 20. Dezember bei dem Bezirksausschuß Leibnitz zu überreichen. (Aus der letzten Sitzung des Ge-meinderathes. Entgelt sür die Ausnahmein den Gemeindeverbandf) Gelegentlich der Liusnahme in den Gemeintever-band, über welche in der letzten Sitzung des Marburger OrmeinderatheS (19. November) Verhandelt worden, entspar»« sich eine längere Debatte. . Der Berichterstatter, Herr Mareo, hatte be» antragt, die Ausnahme nur unter der Bedingung zu bewilligen, daß dasür 100 fl. gezahlt werden — als Entgelt für je Gebühr entrichtet werden soll, ein LandeSgesetz nöthig sei; weniger dankbar, weil nur sein Eintreten für den Freund ihn auf den Weg zu seinem Glück ge-führt hatte. Aber er begnü,tte sich nicht damit, sondern er seßle eine Denkschrist auf, worin er die großen Nachlhtile entivickelte, welch» für diese Grenzbe-zirkr ouS der Schmuggelei entstanden. Die B»r» Handlungen Mit dem Nachbarstaale wegen einer Zolltinigung hallul sich biS jeht zerschlagen, aber die Tenksch'ift wieS nach, wie die Zugeständnisse, weiche verlangt wurden, nicht im Berhältniß ständen zu der Berarmung, Berlvilderung und Entsittl'chung der Grenzbewohner, und sie legte eS daher der LandeSregierug warm aus Herz, lieber einige Ansprüche sollen zu lassen und eine Vereinigung heibeizusühren. Der Präsident der Regierung dieser Provinz, der ja nun der Schtviegervater deS LieulenanlS von dem Busch wurde, hatte den bedeutendsten Einfluß aus die Entscheidung dieser Frage, Ulld daher bat Schellenberg seinen Freund dringend, bei Uebergabe der Denkschrist deren Inhal» angelegentlichst zu bevorworten. AlS er darauf auch noch sein Abschiedsgesuch aufgesetzt halte, legte er die Feder nieder, löschte die Lichter auS und sah der Morgevröthe, welche eben die Berg-spitzen vergoldete, mil hoffnungsreicher, glücklicher Seele «entgegen. Die Antwort'.», welche Schellenberg aus im Vemetndestatut finde fit eine solche Bestim-muvg uicht. ver gegenwärllge Fall dürfe «ichl nach dem dürgirltchen Gesetzbuch bkurthetlt wer-den, sondern es sei daö politische Gesetz über den Heimalverband hier entscheidend. Würde der Antrag der Sektion angenommen, so tväre dieö eine Verletzung de« Gesetzes und wüßte der Redoer in diesem Falle sein Separotvotum zu Protokoll geben. Her? Direktor Perko sprach sür die Ausnahme der Gefuchst,Uerin und auch sür die Zahlung eines Entgeltes aus Grund etneS Ueber-eiakommenS, sand aber die beantragte Summe zu hoch; eS möge dieselbe weit herabgesetzt werden, da bisher solche Ansprüche noch nie gemocht worden. Herr Karl Flucher betonte, daß noch zwei Gesuche dieser Art vorliegen; er sürchte, daß der Gemeinderath bei unentgeltlicher Ausnahme in den Gem-indeverband mit solchen Gesuchen überschwemmt würde und besürworte den Antrag der Rechtssektion. Herr Johann Gtrstmayr hielt die Gemeinde Vertretung nicht für berechtigt, ohne Bewilligung des Landtages solche TaIeu einzusühren. Die Grazer dürfen solche Zahlungen fordern, aber sie haben daS Recht dazu in ihrem Gemeinde» ftatut. Herr Giistmayr erinnerte, daß er schon vor sechs Iahren darauf gedrungen, eS möge elae solche gesetzliche Bestimmung erwirkt tverden; tu Deutschland z. B. bestehen Toxeu sür die Aufnahme in den Gemeindeverband schon lange und seien dieselben such noch höher, belaufen ßch blS auf drei hundert Gulden, je nachdtM die Gemtinde ein Dorf, ein Marktfiecken oder eine Stadt ist. Der Redner erklärte sich grundsätzlich sür die Ausnahme gegen eine Taxe und möge in dieser Beziehung Vorsorge getroffen »Verden, daß die Gemeivde vom Landtage die Bewilligung erhält. Herr Max Baron Rast berief sich aus den §. 6 des Gemeindestatutes, nach welchem sür die Ausnahme mS Bürgerrecht eii>e Taxe verlangt werden könne, die aber 20 ft. nicht übersteigen dürfe. Der Redner ersucht-, den Unterschied zwischen Bürgerrecht U"d bloßem Gemeindeverband ins Autit zu s, sie«. Wenn die Frau Macher um'S Bürgerrecht fich beworben hätte, so hätte der Ge-meinderath nicht mehr als 20 fl. fordern könne; da fie aber nur die Ausnahme in den Ge-meindeverband wünsche, soll fie 100 fi. zahlen. Herr Direktor Perko beantragte, die Frau Macher nach dem bisherigen MoouS aufzunehmen, dann aber nach dem Antrage deS Herrn Gilstmayr einen Paragraph dem Statut beizu- en, daß die Gemeiudevertrktunz künftig berechtigt sei, auch für die Aufnahme in den Ge-meindetielband eine Tore zu beziehen. Hklr Marco gab seinen Gegnern zu, daß bisher die Ausnahmen i» dcn Gemeindevkrband ohne Tare ersolgt seien; von einer Tare sei allerdings im Statut keine Rede, allein die RechtSsektion glaube, daß zu dieser Forderung daS bürgerliche Gesetzbuch vollkommen berechtige und daß die Gemeinde mit der Gesnchstellerin den Verlrag abschließen könne unter der Bedingung, daß Aufnahme und RechtSgennß gegen Entgelt zugesichert rr^erden. WaS nicht verboten sei, das sei erlaubt. Dieser Fall sei von prinzipieller Bedeutung und sollte die Gemeindeveitre-tung den Versuch machen. Entweder zahle die Frau Macher diese 100 fl. und sie wird aufgenommen — oder sie wolle diese Gebühr nicht entrichten, dann kommt der Bertrag nicht zu Stande und die Gesuchstffen Nachlheil wir erst dann in seiner schrecklichsten Gestillt würdigen, wenn bei sorlgesetziem Brillenmißbrauch daS Auge den tienst verjagt zum Nachthe'l unserer dadurch zu früh abgeschlossenen Lauftahn und wir dann die Schmälerung unserer AilerSversorgung dem thö-richlen Brillinivahr,, also uns selt»st klagend zu-schrebei'. Der Leichtsinn, d.r so gerne auch bei den »esten Augen mit Brille, Lorgmtte, Binocle tc. Par.de macht, ist schuld — nlcht so sehr die Bank. Freilich kann man nicht in jedcr Bank gut ltzen, aber in jeder Bant kann m^u schlecht sitzen, besonders, ivenn man den richtigen Sitz nicht ennt, ihn nie gekanat oder daS Schiessitzen sich zur Geivohnhkit gemacht hat; ei-, lledelstand, »er sich ln Kanzleien uad ivureaur so häufig ladet, den jeder aufmerksame Vater bei seinem Kinde sattsam und osl zum Verdruß wahrnehmen muß. Die Bank allein thut eS also nicht, sei sie nun eine sogenantc Muster» oder eine gewöhn-tiche Bant, io jeder auch der besten — kann man schlecht sitzen. DeShatb sel die unablässig strenge U berivachung der arbeitenden Schüter mit raftlojer Korrektur dcS Sitzes ein Gebot dringender Nothlvenbigteit, soll nicht einerseits die körperliche Entwicklung, anderseits daS Auge Schaden leiden, und der künftige Mann den Ruin dcS AugeS und damit den Verlust oft der ganzen Zukunft als Schuld der Schule zu beklagen haben. Viele Schüler schreiben jahrelang ohne den richtigen Sitz dabei, sowie vieie eben so lang In Hiukuust wird übrigens bei den Ergän-zuvgSwahltN jtdeufallt dasür zu sorge« sei«, daß vtejtuigiu, welche nur als ErsaAmSkner mit beschränkter Mandatsdauer zu wählen sind, schon bei der Wahl als solche ausdrücklich bezeichnet werden, wie es auch b/i dm Wahltn der Stadt Graz jederzeit geschieht, und durch eine ent-sprechende Einrichtung der Wahlzetteln sehr leicht zu effettuiren ist. Graz am 22. November 1874. 3n Abwesmhkit des t. t. Statthalters der t. k. Hosralh Neupauer." Nach Verlesung dieser Bersügung sragle der Herr Bürgermeister, ob ein Mitglied zu sprechen wSuj^e. Da Niemand sich meldete, so richtett der Redner einige Worte an die Vertretung; er sagte uuler Anderem; „Wir sind Alle der gleichen Anschauung, daß in Angelegenheiten der Wahlausschretbung nicht bloS der Vürgelmeister, sonder« auch die Vemeinderäthe und alle dabei betheiligten Faktoren ein Versehen, einen Formfehler begangen. Um diesen gehler zu saniren, ist aus Grund des Gesetzes kein avderer Ausweg geblieben, alS der-jenige, welchen ich eingeschlagen Hab». Ich habe mich an das Gesed geklammert, aber die Ueber-zeugung gehabt, daß auf gesetzlichem Wege nur durch Auflösung deS Vemeinderathts zu helfen sei. Im Intenffe dir Geschäftsführung muß ich bedauern, daß so oftmalige Beründerungtn in dieser Körperschaft eintreten, welche störend einwirken und bedeutende Arbeit vermsachen. Ich erlaube wir, den, Herten für ihre vierjähtige Wirksamkeit, während welcher ich die Ehre hatte, Bürgermeister dieser Stadt zu stiu, meinen Dank auszusprechen. Nur durch Ihre Untekstützung ist ,s möglich getvesen, so virle Schöpsungtn ins Leben zu rusen. Zwischen dem Bürgermelsler und dem Gemeinderath besteht keine nahmhastr Differenz, sondern blas eine Meinungsverschiedenheit. Jeder Theil hat starr seftgehalten an seiner Ue« berzeugung. Ich bin von dem obersten Grundsatz nicht abgewich'N, daß jedes Jahr der dritte Theil der Mitglieder auszulosen sei, habe jedoch dem Gemeinderath erklärt, daß ich gerne bereit bin, einen anderen Modus zu aeeepliren, wenn mir ,ln gesetzlich annehmbarer gezeigt wird. Ich bedaure, daß nach meinem Dafürhalten jene Mitglieder, welche diese Angelegenheit in einer öffentlichen Wählerversammlung besprochen, nicht den richtigen Takt beobachtet gegen den Lürgermeister, der korrekt vorgegangen ist; ich bedame dies insbesondere aus dem Grunde, weil nach auswättS hin diese kleine Angelegenheit zu einem t^roßen Ereiguiß auftleblasen worden ist. Ich danke noch' Unsinnige, Absurde, Verderbliche desselben aus, demovstrirte ihm vor, wie Ausklärung und Wij-senschaftev den düsteren Kram großentheils iveg» gesegt hätten uud hoffentlich bald den letzten Rest vertilgt haben würden. Da erzählte er mir tinige »vunderbare Geschichten, die er von Zandern Leuten" gehöit habe, welche solche ebenfalls von Anderen gehört hatleo, und schloß auf gut Psälzisch! „Lieber He'r, eS iS halt so, vir Gewiffes weeß mer vi». Sehe» Sie," fuhr er nach einer Pause fort, »draußen beim Gottlieb F. geht's um, jede Nacht klopft's, rumort's, kratzt's am Hause, auf dem Dache, zieht's den Leuten das Bett weg, tvirst mit Haser und kleinen unreifen Pfirsichen, kitzelt sie im Gesicht, kurz es geht eia Geist im Hause um, und die Leute sind gar zu elend und trank von dem Geisterspnk." Da riß mir denn doch die Geduld. „Wenn Ihr itichts Gescheidteres habt mit in dieses Land bringen können, als die kolossalen lZseleien und Dummheiten, den unsinnigen Hexen- uud Gei-sterkram, so wäre es besser gewesen, das Meer hätte lZuch verichlungen. Ich weiß, wann das K.'sche HauS gebaut wurde, wer es gebaut hat, der Erbauer lebt noch, es ist ein neues Hauß, als eine nene Ansiedelung hat es F. erkaust; zum Henkerl wo wollt Ihr denn da irgendwie mals für Ihr gusammenivirken wahrend der vierjährigen öeitperiode.- Herr Johavn Girstmayr stellte den Antrag, der Gememderath wöge durch Erheben von den Sitzen dem Herrn Bürgermeister siir seine unermüdliche Amtsthätigkeit den Dank der Gemeinde ausdrücken. Dies geschah uud nach eintM kurzen Dankworte des Herrn Bürgermeisters wurde die Sitzung geschloffen. Msere JidWegefeltschaste«. Der wundeste Fleck unseres Assoziations-Wesens find die Industriegrsellschaften. Die meisten derselben danken ihre Cristenz einer gänzlichen Verkennung des Gedankens uud Prinzips, welches der Bildung der ersten Aktienvereine zu Grunde log. Weshalb kam mau denn überhaupt ursprünglich auf di, Idee, Aktienunternehmungen ins Leben zu rufen? Doch nur daruin, weil mit vereinten Kräften geleistet werden sollte und nur mit vereinten Kräften geleistet werden tonnte, was dem Einzelnen nicht möglich war. So entstanden die Eisenbahnen unl» war in dreißig Iahren ein Verkehrsnetz vollendet, welches auf andere Weise ols aus Aktien niemals zur Aussührung hätte kommen können. Auch die ollerersten Jndusirieunternehmun-gen susten noch aus gesunder Vasis. So lange der Atveck der Gründung noch eine totale Neubildung eines industritllea Etablissements war, kann überhaupt von einer Abirrung des Assoziationsgedankens vom richtigen Pfade nicht gesprochen werden, und genau so lange waren auch die Folgen der Gründungen nur ivohllhä-tiger Natur. Da kam die neue Aera. Man begann einen dem ursprünglichen gmiz eutgegengese^ten Weg einzuschlagen. Statt nämlich mit vereiatin Kräften ein ganz neues Unternehmen ins Leben zu rufen, begann man schon bestehende Etablissements einfach in Aktiengesellschaften umzuwandeln, statt — was der einzige vernünftige Sinn der Assoziation ist — anzustreben, was einem Privaten ollein nicht möglich gewesen wäre, übelbot mc»n sich, um, was li^iazelne ohne Afsozie,-tion geschaffen hatte«, ihnen lizitando abzunehmen und in zahlreiche Antheile zu zersplittern. Die Konsequenzen dieler verkehrten Gedah-rung blieben nicht aus. Die sür die Konsumenten so wohlthäiige Kontnrrknz tvurde eingedämmt. einen Gkist hernehmen, der darin fein Wesen trei» ben soll f" Alle Vernunftgründe und Auseinandersetzun-g'N schienen wenig zu verschlagen und Alles bei ihm in dem „nize Gewisse« weeß mer ait^' zu gipfeln. Ich beschränkte mich endlich daraus, ihn auSzusragea, ob außer d-r F.'schen Familie noch irgend Jemand in d,m Hause verweile, und erfuhr, daß eine Familie von „Grünen", so pflegt man dle neuen Einwanderer zu titutiren, Bekannte F.'s aus der alten Welt, eia UnterkiZM-mea daselbst gefunden, biS sie für sich eine Heimath gewählt haben würden, di« Söhtle aber sich an Nachbarfarmer verdiogt hätten. Nun hatte ich den Faden, fragte genau Alles, tvas die Einwanderer betraf, auS, ermittelte, daß sie selbst gern den F/fchen Platz erwerben möchten, und setzte dem ZV.j wie später dem F. auseinander, daß der ganze Spuk daraus angelegt ivar, dem Letziern die Farm zu verleiden uud ilzn zum LoSschlag zu bestimmen. Zur Erweiterung der Geschichte trug noch bei, daß ein Amerikaner und »in Schmied, als sie in dreiviertelseligem Dusel das Geisterhaus besuchten, um sich von der grausen Mär zu überzeugen, mit Steinwükfen regalirt «vurden, wie sie versichkrten, von lSeifierhand, da meilenweit auf der Praikie keine Steine zu fiilden ^ud. (Fortfetzung folgt.) statt augefacht zu werben, uud uichtsdeftoweuiger ehemals blühende Etablissements gänzlichem Ruine entgegengeführt. Wie das kommen tonnte 7 Zwei gleich starte Faktoren haben hiezu mitgewirkt. Erstens der Umstand, daß für viele Geschäftszweige die Form der Mtteugesellschast überhaupt nicht patzt, indem der Apparat ein zu komplieirter uud die Regie demgemäß eine zu theuere wird. Zweitens der hohe lSrwerbungspreis, der sür die Umwandlung aus einer Privatunternehmuug in einen Attieu-verein gezahlt werden mußte. (Hohenwauger Gewerkschaft, Guntramsdorfer Fabrlk u. s. w.) richtSbezirk St. Leonhardt, brannten am 18. November das Wohnhaus und die Wirthschafts-gedäude des Grundbesitzers Mathias Lupscha gänzlich ab. Dat Feuer entstand um 3 Uhr Mor' gens und dürste gelegt wordin sein. (Zur Erinnerung au Tegett-h o f f.) Das „k. k. ObersikLulmereramt" hat dem Stadtrathe Marburg eilte Tegetthoff-Medaille gesandt; diese besteht auS gediegenem Silber und stellt ia halberhabener Arbeit dar: auf der einen Seite das wohigetroffene iSrustdild des Admirals (von T. Tantenhayo) mit der Inschrift: „Wilhelm von Tegetthosf" — auf der anderen Seite die Siegesgöttin mit dem Kranze und darunter die Worte: „Helgoland, S. Mai 1864 — Lissa, 20. 3uli 1866." Der Sendung war folgendes Schreiben beigelegt: „Ich beehre mich der Stadt Marburg — als dem Geburtsorte des berühmten Seehelden Tegetthoff — ein Erempiar der über meinen allerunthänigsten Antrag zur bleibenden Erinnerung auf ihn geprägten Medaillen zur Aufbewahrung im städtifchen Archive zn übersenden. Wien, am 24. November 1574. Der k.k. Oberstkämmerer: Gf. Ereneville, F.Z.M." (Evangelische Gemeinde.) Das neugewählte Presbyterium der hiesigen evangelischen Gemeinde hat sich am 24. Nov. koastituirt und zum weltlichen Vorsteher (Kurator) Herrn David Hartmann, znm Gemeindekassier Herrn Wilhelm Geuppert gewählt. Am nächsten Sonntag den 29. November um 10 Uhr Vormittag wird abermals ein Gottesdienst abgehalten. Theater. Dienstag den 24. November. „Der Bicomte von Lötorisres", srei nach Bayard voa Earl Blum ; ein tresfiiches Luftspiel. Es ist seiner Weittou darin, der wohl die Sprache, nicht auch die Leiden des wahren Gefühles kennt. Diese Empsindungeu brauseu auf wie das Perlen eines Champagners; die Grazie der Lust, welche lispelt, nicht aufschreit, nur lächelt, nicht lacht, setzt den flatternden, ueckeuden Witz in Bewegung. — Alle Darfteller, welche in dem Stücke beschäsligt waren, verstanden ihre Ausgaben zu lösen. Frl. Strecker (Bieomte von Lötoriöres) hat die gute Erwartung, welche wir hegten, nicht getäuscht. Die ganze körperliche Haltung paßte vortr-fflich zu dem frischen Geiste des ausstrebenden Jünglings. Welch' liebenswürdige Keckheit, .velch' übersprudelnder Humor, welche Tiefe der Empfindung; das war ja über allen Ausdruck. Dir. Dietz spielte den Parlamentsrath ^Dvaßer llsrrn /^lvXANävl' detraut, velodvr dvströdt 3eiii v^irä, ^säsr-mauu uaod Funsel» destvus su entspreodeu. I»lardurA, äsu 26. Xovember 1874. Il0<:IiaeIitullZ3vv11 srAsdengt ?k0t0ArapIi sKtivdls (Zsartvii). D^^I^aetideZtolluugvv äsr von äsn Horren ?Ii0t0AraxIisll äann Leli^vertLsKsr gvmaetiteri köllnen dei mir bestellt i!ver6ell, 6a ioli im össit^s sammtlielier ^^atritüsn diu. (1207 Mchl- imd LmdkSpMKIcii-Gkschitfts-ErWilig. Ich beehre mich hiemit dem geehrten ?. 1'. Publikum anzuzeigen, daß ich meine nach der besten Construktion eingerichtete Kunstmtthle in Zellnttz a/D. in Betrieb setzte, und in Marburg, Märntnergafse Nr. »VV eine Weylyandtuttg eröffnet habe und empfehle ich meine aus schwerster Frucht nur auf trockenem Wege erzeugten Mahlprodukte mit dtn billigsten Preisen und reelster Bedienung zur genügten Abnahme. Marburg, den 25. November 1874. Hochachtungsvoll und ergebenst 1206) Earl Krenthaller. IM' I^kvdtoiibros empükkit 1202_Voväitar vis-S>>-vis llotsi Nodr. EislauWerein. Es wird hiemit zur Kenntniß gebracht, daß obiger Verein sich wegen Mangel an einer geeigneten Eisfläche aufgelöst hat. Die eingezahlten Beträge können beim Kassier behoben werden. Dle in 14 Tagen nicht behobenen Beträge werden dem VergnügungSeomitv zugewiesen. 1213)__v«» Nebenbeschäftigung. Ein verläßlicher Mann wird zum Einkassiren aufgenommen. Einlage 30 fl. Anfrage: Hotel Wohlschlager, Zimmer Nr. 7. Zu sprechen von 12 bis 1 Uhr. Bewerber wollen sich längstens bis 28. d. M. melden. (1209 Ein Vorstehhund, weiß und braun gefleckt, auf den Namen „Hektor" hörend, wit der Steuermarke Nr. 362, ist verloren gegangen. (1196 Der Finder möge denselben bei Herrn Fr. Hütter in Meiling Nr. 21 abgeben. An verkaufen! Eise stllttsefle Anise Nr. 8 mit Kombination in zlvei mit besonderen Thüren, Schlössern und Passepoil-Riegel versehenen Abtheilungen, die obere Kasie mit Tresor und sonstiger Einrichtung für Geld und Wertheffekten, die untere für Bücher:c. ist sehr billig zu verkaufen bei .IvsvL Martini, Schlossermeister in Marburg. (1180 Hmschifllichts Dltiiihch im vorigen Winter geschlagen, vollkommen ausgetrocknet, wird nach Klaftern und auch in kleinerem Quantum verkauft. Auf Wunsch wird selbeS geschnitten und gehackt ins Haus gestellt. Bestellungen werden entgegengenommen und sofort effektuirt in meinem Comptoir vis-ü-vis der Glaehandlung deS Herrn Wagrandl. 11S)_e. 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