35. Kamstag den 2. ZeVtember 1837. Historische Erinnerungen ans dem Vaterlande. September. !,. Ttptember >?99« Die neu angelegte Strafe von Planina nach Adelsbcrg wird feierlich eröffnet. 2. » Z>. (vor Christi Geburt). Die Liburnicr entscheiden durch ihre Gewandtheit und die Lcichtigfcit ihrer Schifft den Scesieg bei Actium. Die Republik fällc und macht dein Kaiscrthumc Platz, das sich fast durch ei» halbes Jahrtausend erhält. 2. « l3i3. A»»a/ Herzoginn von Kärnten, eine gcbornc Prinzessinn von Böhmen, die Gemahlinn Herzogs Heinrich Ho,,n Kärnte» , stirbt zu L a i b a ch. .- 6. ,66a. Sc. ?Rajestat, Kaiser Leopold I., trifft in Krainburg ein. s « '594- Ritter Sigmund von Aucrspcrg siirbt zu Ncustadtl, und wird i>, der St. Ruvcrtslirche bci Ncusiadtl begraben. >". «, 1^9. Matthäus, Abt vo» Sittich, stirbt. ^ i3°9. Die Brüder Nudolph, Wilheln, und Hanget von Schärfenberg entsagen jeder Nache „nd Forderung, tse sie an die Herren von La » d estro st , an die Vriidcr Friedrich und Herrmann von R cu te » b » ra , Otio von Sichcrsiein und Mainzel von Hopfcnbach, zu haben vorgaben. Als Schadenersatz erhält Wilhelm von S chärfen bcr g (di<^ Ruinen dieser Vura, sind noch unweitNatschach zu sehen) für seine Gcfanycnbalttiüg durch die Brüder von Neutcnburg 6uu Mark Aglayer-Pfennige. (Viclc-,: Nlei^icldecli. liiztui^ I^^ii^riiliis,) »/,. ^, ,36o. Peter I., Abt von Sittich, stirbt. »,7. « 1660. K. Leopold I. übernachtet, auf der Rnse von Laibach nach Görz, zu W i p p a ch. ^». »» »2t>5. Ulrich III,, Herzog von Kärntcn und Herr der windischen Mark, schenkt dem Gottcshausc von Frcifmgcn allc aüf seinen Gütern ihin zugehörige Leibeigene. ^'. M »566. Die Freiherren Iobst Joseph von Thu rn und Herbert von Aliersperg untern.chmui einen Etreifzug nach Nosnicn, setzen über dcn Flus, Unna, und schlagen den ihnen entgegen rückenden Pascha von Vhlcuna in die Flucht. 27. » 1672, Johann Wcinhard von Valvasor bringt das Schloß Schwarzcnbcrg käuflich an sich. »g. « 898. K. Hrnulph schenkt seinen« Getreuen, Wolthuni, einem Slaven, Besitzungen in der si!dli<5e» Stcycrmarf. so wie das jenseits der Save gelegene Gurkfeld (in z>2i'liku« oiieiNuIidü« (^ 1i.11«,, l.1 iwn,i«iul«. — 'Vicl»?: Archiv für Süddeutschland. , S 0 nne t t des edlen Jünglings Bctteloni von Verona. (Es schildert den Schmerz eines Verlobten, dem die Vraut plötzlich gestorben ist.) Im flüchtigen luftigen Gewand Steig ich i» der Träume Land. >3r schläft!, schlaft endlich, doch — geschlossen liegen Die Augen nun des Wachens trübem Weben, Am Schmerzenlager blicket man daneben Hhr dalbentschlummernd Haupt die Mutter wiegen. !8 o » «z <» t t o (lu L550 Ll 6i^iiu^o ii cloloru cl'uuicl.inAllt« cui <: rtlii.is; scn'Me ^Xei «uoi 80Zni iu Zcelnlei'ü. Dnrmo, nlliu clnrnie: ZNll.> ll)drci il 5uc> ^li, ^romo» H, c^uoi l)»<:ic> celostc: inelililltc) I^lll>1)ro uiateiuo , oll« 1'»vo» kÄciata, Ginladung zur Besichtigung einer der größten Naturschönheiten Krains im Orte Urata. Unftr uncrmicdctcr Custos dcs Landes.-Museums, Herr Freyer, hatte voriges Jahr die hohe Alpe Steiner erstiegen; zurückgekehrt von sclber, ermun-terre er mich, den Orr Urata zu besuchcn, um, un-geachter meiner körperlichen Gebrechen, den Hochgenuß zu haben, unsere Alpen nochmals ganz in der Nähe zu besehen. Dieses Jahr, den 8. August, fuhr ich in Gesellschaft verehrter Freunde und Freundinnen, von Lai» bach nach Oberkrain ab. Den 12. 7lugust in Moistrana, eine Stunde ob Aßling, bei früher Morgenstunde angelangt, standen die einspännigen Wägen (lll-ipx«) der dortigen Insassen bereits bereit, um unsere Gesellschaft aufzunehmen. Wir fuhren vier Stunden, in das Vorgebirge hinein, und langten um H.2 Uhr Mittags bei den Kohlhütten in Urata an. Wir befanden üns hier, unmittelbar an dem kahlen Fuße des Triglou, des Steiner und des Zimir. Ein wahrlich erhabener Anblick, diese Colosse von der Basis bis zur Spitze bewundern zu können. Kein Wölkchen trübce dle Ansicht, man glaubt sich auf die Alps selbst versetzt, und ist von diesen umschlossen, ohne den Wagen verlassen zu haben. Ein beseligendes Gefühl bemeisterts sich der, ganzen Gesellschaft, ohne Anstrengung den höchsten Berg-spitzen unserem Alpen so nahe zu stehen, und sie vom Fuße bis zur Spitze übersehen zu können. Einen derlei Anblick kann man sich gewöhnlich nur nach zehn - bis vierzehnstündigem angestrengten Klettern verschaffen,. und hier erreicht man ihn zu Wagen. Wir berührten mit unsern Händen den ewigen Schnee, wlr erfrischten damit unsere Getränke aus der krpstattklaren Quelle Vilter^c?. Eine unfern liegende Hütte der Hirten bietet erfrischende Ziegenmilch und Schotten (5liut2) zur Labung dar. Wir sahen die drei verabredeten Wahrzeichen, die rothe Spur der drei Steine, welche Herr Freyer den zehnten August bei Ersteigung des Triglou, von der höchsten Spitze desselben, über den grünen Schnee (das ewige Eis), welches in einer großen Lagerung unter der Spitze des Berges geschichtet ist, hcrabrollte, von der cisenfäroigen Erde gefärbt. Wir sahen den steilen, kaum zu erkletternden Stel» ner, welchen Herr Freyer voriges Jahr erstieg ; wir sahen den gespitzten Zimir ein Dreieck um uns bilden, welche alle unser Hände berühren konnten. Wir berauschten uns, eine Stunde lang an diesem herrlichen Anblick, als der Wind anfing, Wolken von der I'oßllls^Iiel-sa über den Steiner zn wälzenz wir traten fröhlichen Muthes den Rückweg an, und langten nach achtstündiger Abwesenheit in Moistrana an, wo ein frugales Mahl uns erquickte, nach welchem wir nach Würzen ins Nachtlags, fuhren. Man kann sonach diesen in seiner Art cinzigM Ausflug von Laidach, ohne aller Anstrengung, in drci Tagen machen. Auf dem ersten Drittel des Weges sieht man den Wasserfall I^rltzknig, der jene, welche den Wasserfall der s2vj2H noch ' nicht gesehen hsbcn, crgetzen - wird', weil das Wassc, über die Halde Höhe des Falles in Staub auf» gclöset sich erhebt, und in den Sonnenstrahlen ein buntes Farbenspiel bildet. Die Fahrt nach Urata ist romantisch schauerlich, da es schöne Berg-und Waldpartl,-.n gibt, da man an gähcn Abstürzen und unter schauerlichen, wagrecht gespannten Felsen fahren musi, auch die Unebenheiten der Straße selbst den Körper tüchtig schütteln, somit das Gemüth des Besuchers fortan in Anspruch genommen wird. 139 Will man jedoch bedenken, daß die Pferde, welche die Reisenden ziehen, das ganze Jahr hindurch wenigstens dreimal die Woche diesen Weg machen, und daß nur ein Führer bei 4 — 6 Fuhren sich befindet, somit diesen Weg, sich selbst überlassen, ohne allc üble Folgen betreten, bei den Reisenden aber jedes Pferd seinen Führer hat, so schwindet vollends jede kleinliche Furcht, und man kann sich gerrost den herrlichen Eindrücken, welche diese unbcschreibbar schönen und erhabenen Szenen auf das Gemüth machen, hingeben und sie in vollen Zügen genießen. Ich schmeichle mir, mcmen lieben Landsleuten einen wesentlichen Dienst zu erweisen, indem ich Sie hiermit ermuntere, diesen Standpunct Urata zu besuchen. Alle jene, deren physische Kräfte nicht gestatten, die Hochalpen zu ersteigen, vorzüglich das schone Ge-schlecht, sollen dahin wallfahrten, und die Herrlichleiten der Natur, was bisher für sie unmöglich war, ganz in der Nähe zu bewundern, und den Schöpfer zu preisen, der so herrliche Wunder, mit so geringen Kosten und Anstrengung anzusehen gestattet. Möge recht bald eine Gesellschaft diesen herrlichen Ort besuchen, um überwiegende Zeugenschaft meiner beschränkten Beschreibung zu geben, und ich verspreche jedem einen eigenen Hochgenuß und Zufriedenheit, doch muß schon Tags vorher die Bestellung der Wägen und des Essens besorgt werden. Ich rathe, den Zeirpunct vom 7. August bis 7. September hiezu zu wählen, well gcwöhnlichermaßen in dieser Periode die Witterung schon und beständig — und diese, die Haupterforderniß zu cincr deutlichen Ansicht un-screr herrlichen Hochalpen ist. .Geschrieben den 22. August 1837. Franz Graf Hochenwart. Die beiVcn Inschriften. Zu Anfang dieses Jahrhunderts entdeckte man in cinem großen Marmorbruche von Carrara einen Block, der mit folgender sehr anlockenden Inschrift versehen war-. »Glücklich! wer mich umwenden wird!" Da man nun einen großen Schatz vermuthete, so bildete sich jener Zeit eine Gesellschaft, die zu dieser Arbeit die Kosten bestritt. Endlich war der gewaltige Marmorblock umgewendet, und von seinem alten Standpuncte entfernt. Was fand man, nichts als eine zweite Inschrift, sie lautete: — Recht so! auf der Seite zu liegen, war mir schon längst nicht mehr recht!« Es scheint, nach den italienischen Schriftbuchstaben zuschließen, daß beide Inschriften viele Jahrhundertealt sind. Sonderbar bleibt es, wie in früherer Zeit jene Inschrift unbeachtet bleiben konnte. Die geprellten Actionärs ließen, erbost hierüber, diese zweite Inschrift schnell vertilgen. M i « c e l l e n. In London war man am 20. Mai auf den Ausgang eines merkwürdigen Prozesses vor dem Assisen« Hofe von Old-Bailey allgemein begierig. Ein 42 Jahre alter Porträtmahler, Namens Hammon, war der Ermordung des Seiltänzers Valdwin angeklagt. Er läugnete die That nicht. Hammon stand von jeher in dem unbescholtensten Rufe: er lebte in Frieden mit Jedermann. Vor 3 Jahren ging ihm seine erst 4 Jahre alte Tochter, das einzige Vermächtniß der Liebe seiner verstorbenen Gattinn, verloren — wie? wußte er, trotz den genauesten Nachforschungen, lange Zeit nicht. Er liebte sie als sein Liebstes auf Erden, und sein Schmerz war daher trostlos. Er durchwanderte zu Fuß alle Städte und Dörfer Englands, Schottlands und Irlands^ um sein Kind zu suchen und zu finden, allein vergebens. Er kehrte endlich wieder nach London zurück — trostlos und kummervoll. Am letzten April ging er durch Smithfield, wo er mitten auf dem Markte einen Trupp Seiltänzer bemerkte. Eben hing ein kleines Mädchen mit den Füßen in freier Luft, und den zur Erde gesenkten Kopf drehte es über einem Spieße herum. — Ein Blitzstrahl durchfuhr seine Seele — er erkannte in dem Kinde, welches das gefährliche Kunststücke verrichten mußte, sein armes, seit drei Jahren verlorenes, so sehnsuchtsvoll gesuchtes Kind. ScM3 Gattinn würde, wäre sie noch am Leben gewesen, auf ihr Kind hingestürzt seyn, um es zu umarmen, zu küssen — allein der Vater warf sich auf den Mann, auf dessen Befehl eben das Kind die gefährliche Wagnis) verrichtete, packte ihn mit aller, durch die Wuth erhöhte Kraft, schleuderte ihn gewaltig auf das Steinpflaster und tödtete ihn, — bedauernd, wie er vor dem Gerichtshofe eingcstand, daß er dem Räuber seines Kindes nicht tausend Leben geben konnte, um ihn tausend Mal zu todten. — Die Geschwornen wurden während der Prozeß.-Verhandlung am 20. v. M. bel seiner Erzählung, bei dem Berichte der Augenzeugen tief gerührt,— daS Publikum weinte. Die Rührung stieg, als der unglückliche Vater mit den ergreifendsten Worten erzählte, wie er, als man sein Kind zu ihm ins Gefängniß brachte, dasselbe 140 sonst so liebevoll und artig, jetzt dcmoralisirt und im größten Elende sah. »Es hat mich nicht mehr ge-kannt!« rief er aus. »Verstehen Sle mich: ja cr (der Räuber) hat mir das Lächeln, die Seele meines Kindes gestohlen .... und ich tödtete ihn nur Einmal!— Der Angeklagte wurde von seinen Nichtern völlig frei gesprochen. Das Volk wollte ihn im Triumphe nach Hause tragen, die Polizei verhinderte es aber. Die Petersburger deutsche, Zeitung schreibt aus Witebsk vom 18. Juni: »Gestern ließ der Scaats-rath vonHi'lbenthal über den Witba-Fluß eine schwimmende Brücke nach eigener Erfindung schlagen. Zu diesem Feste der Uferbewohner hatten sich eine Menge Zuschauer eingefundcn. Die Aufstellung der ^Brücke geschah in der unglaublich kurzen Zeit von 2 Minuten 20 Secunden. Bei Betrachtung des überaus einfachen Systems, nach welchem diese Brücke construin ist, Muß man sich wundern, wie solche so lange konnte UNerfundcn bleiben. Zwei konische Flöße, deren Basis die Ufer berühren, treffen in der Mitte des Flusses Mit ihren Spitzen- zusammen, und bilden so einen gegen den Strom gekehrten stumpfen Winkel, der mächtig jeder einwirkenden Gewalt des Stromes , widersteht. Die kostspieligen und unsichern Anker, die Pfähle, und Kttten der gewöhnlichen Floßbrückc fallen hierbei ganz weg. Kurz, es läßt sich von ihr sagen: sie ist sich selbst genug. Die Möglichkeit ihreö schnellen Aufschlagens, ihre Einfachheit und Sicherheit empfehlen besonders diese Brücke im Kriege, und es ist mit Gewißheit vorauszusehen, daß solche die lästigen Pontons gar bald verdrängen werde. N a ch st o f f. Ein Russe und ein Engländer befanden sich als Passagiere an einem Schiffe, und geriethcn, ohne übrigens heftig dabei zu werden, in Streit darüber, welche von ihren beiden Nationen cm Faustkampf die wirksamste Methode zu schlagen inne habe. Keiner konnte den Andern durch Worte überzeugen, und beide wurden sehr verständig darüber eins: Es sollte Jeder dem Andern seinen wirksamsten Nationalschlag zur Probe versetzen, wodurch allein ein vernünftiges , Urtheil möglich werde. Von der sämmtlichen Schiffsmannschaft als Zuschauer umgeben, stellten sie sich einander gegenüber, und der Nüsse, seiner schmerz- losen Natur sich bewußt, überließ dem Engländer den ersten Schlag. Dieser warf sich in Bo.rposition, drehte im schnellen Wirbel einigemal die Fäuste umeinander, und versetzte dem Russen einen so gewaltigen Schlag auf den Magen, -daß dieser mit aufgesperrtem Munde rücklings zu Boden stürzte, und die Beine gegen Himmel streckte. Mancilte, ihm bcizustchen, und als er sich durch cingegosscnen Num , so weit erholr hatte, daß er wieder athmen und sprechen konnte, nickte er dem Engländer beifällig zu, und stöhnte, sich den Magen reibend-. »Holmich der Teufel! Gut, sehr gut!« Der Zuschauerkreis bildete sich auf's neue, und beide Gegner traten einander wieder gegenüber. Der Russe sah dem Eng-länder scharf in die Augen, und schnell wie ein Schuß, gab cr ihm mit den Knöcheln der geballlcn Faust einen so zerschmetternden Stoß auf die Nase, daß dieser mit einem (?ncl 6aiu! zurücktaumelte, beide Hände vor das Gesicht schlug, und das Blut ihm stromweise über den Mund und die Kleider floß. Er faßte sich indeß augenblicklich wieder, hielt sich mi.t der einen Hand die blutige Nase zu, reichte di« andere dem Russen, indcm er ganz kaltblütig sagte: »Auch nicht übel!" und ging in die Cajüte, um die Wäsche und Kleider zu wechseln. Am Ursprung der Donau. Eilt ihr jugendlichen Wogen, " Die ihr hier der'Nacht entflieht, Vis ihr manches Reich durchzogen, Und als Strom von daunen zieht! Dann gelangt ihr wohl zum Land?, Wo sich Stephans Dom erhebt. Wo an eurem weiten Strande) Friede segnend niederschwebt. Da verweilt in diesen Auen, Prüfend was mein Inn'res spricht: Schöii're Lande mögt ihr schauen, Vcss're Herze», trefft ihr nicht l ^° Donaueschingen am H. September l83i. Jean ,2a« rent. Nedacteur: I-r. Vav. Oeinrich. Verleger: Hgnaz Nl. Svler v. Rleinmavr.