präauinrralloo» - preist: Für Laibach «onzjährtg . .. 6 ft. — kr. Halbjährig . , Bierteljährig. . . I , 5ü , Monatli» . . . — „ zg . Mit der Post: von,jährig . . . S fl. — kr. Halbjährig . . . « „ SO , vierteljährig. . . 2 „ id. Zustellung in» Hau« viertel-iährig r5 kr., monatlich S kr. Laibacher ikinzelne Nummern S kr. Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Straklioa: «ahnhosgasse Nr. lü». LkPkLilio« und Zaseralt» Sureau: »ongreßpla, Nr.SL lBuchhandlung von I. r. Kleinmavr L F.Bamderg). Z«scrlioa»vrcise: ?ür die einspaltige Petitzeile S Ir bei zweimaliger Einschaltung ^ Skr. dreimal L 7 kr. JnsertionSftem»el jede«mal SV kr Bei größeren Inseraten und österer Li Illchaltung'entsprechender Rabatt. Nr. 173. Montag 2. AugM. — Morgen: Stefan E. 1869. Ein Gegenanfrus. Mehrere untersteirische Nationale haben — wie bereits gemeldet wurde — beschlossen, eine lebhafte Betheiligung des slovenischen Landvolkes am ^erfassungstage in Cilli ins Werk zu setzen. Die liberale Presse hat diesen Beschluß als einen erwünschten Anknüpfungspunkt zur gegenseitigen Verständigung mit voller Befriedigung begrüßt. Ob jedoch auch diejenigen, welche eine Massenbetheiligung des slowenischen Volkes am VerfassungSkage zu erzielen bestrebt sind, vom gleichen Wunsche beseelt seien, möge aus einem dieser Tage erlassenen Ausrufe ersehen werden, der etliche hundert Unterschriften trägt, darunter Namen von entschieden klerikal - föderaler Färbung, als die steirischen Landtagsabgeordneten Lipold und Voönjak, ferner Dr. Dominkusch, der Redakteur des „Slovenöki Narod" nnd a. m. Der Aufruf lautet: Slovenifche Landsleute! Noch ist nicht ein Jahr verflossen als Ihr, in Folge einer von uns oder anderen nationalen Journalen ergangenen Einladung zu Tausenden Euch auf dem Tabor in Sachseuseld versammelt habet, um jU berathen und zu beschließen, wie das verarmte »nd in den Wissenschaften zurückgebliebene slove- nische Volk seine unfreiwillige Lage verbessern und würdig in eine Reihe mit den übrigen Völkern Oesterreichs treten könnte. Sechzehntausend Slovenen jedes Alters und Standes sprachen es in Sachsenfeld einstimmig aus, daß eine bessere Zukunft ^uch nur dann anbrechen könne, wenn man Euch jene Rechte gewährt, welche bis jetzt in unserem Kaiserreiche »ur die Deutschen und Magyaren genießen. Eben so einstimmig habet Ihr beschlossen, daß dieses nur dann geschehen könne, wenn alle Slovenen in ein Ganzes sich vereinigen. Eure Stimme, die am 7. September des Borlahres im herrlichen Sannthale gewaltig erscholl, verblieb nicht die Stimme des Rufenden in der Wüste; 85.000 Eurer Landsleute auö allen Orten des zerstücktrn slovenischen Vaterlandes gaben Euch indeß auf sieben Tabors brüderlich die Hand und scyten Wort und Hand, Herz und Äopf ein, nicht eher zu rasten, bis wir nicht alles erlangen, was wir als nothwendig erkannt haben. Die nationalen Gegner, insbesonders die nationalen Abtrünnigen blickten grimmig auf das slovenifche Volk, welches aus tausendjährigem Schlafe zu erwachen und seine Menschenrechte zu fordern begann. Unsere nationalen Beschützer, welche in den Landtagen und Zeitungen für das Heil und Glück der slovenischen Nation kämpften, wurden von ihnen angeschwärzt, unsere Tabors verhöhnt, unsere Taborbeschlüsse verlacht. Doch dies alles genügte nicht unseren Gegnern, denn mit solcher Handlungsweise vermochten sic doch nicht die Taborbeschlüsse zu widerrufen und unsere gerechten Forderungen zu verleugnen. Einige Männer, die sich leider Gott schon zu wiederholten malen als die ärgsten Feinde des slovenischen Volkes bewiesen haben, beschlossen, deutsche Tabors auf slove.nischem Boden ins Werk zu setzen, indem sie die Erwartung hegen, hiedurch das slovenifche Volk von seinen Führern zu trenne», zu denen cs ein vollkommen gerechtfertigtes Zutrauen hegte und noch immer hegt. Mit diesen Worten ist die Bedeutung des sogenannten „Versassungstages" in Windisch-Feistriz ausgesprochen. Die Deutschen und ihr nichtdeutscher Anhang, von denen jene Versammlung einberufen wurde, konnten sich wohl überzeugen, daß das slo-venische Volk an ihren Besprechungen sich nicht betheiligen wolle, dennoch beschlossen sie, den 8ten August eine ähnliche Versammlung nach Cilli einzuberufen. Ja, die nationalen Gegner gingen noch weiter. Sie wollen in dem Eichcnwaldc bei Cilli einen Tabor unter freiem Himmel veranstalten. Wie Euch bekannt ist, soll dieser Tabor in Eue rem Namen Beschlüsse fassen, über Eure heiligsten Angelegenheiten, insbesondere soll er es aus-sprechen, daß die in so vielen Stücken zertheilten Slovenen sich in eill Ganzes nicht vereinigen dürfen, daß sic, wie bisher, auch in Zukunft in ihrem eigenen Lande unter fremder Oberherrschaft verbleiben sollen. Theuere Landsleute, Bewohner des Sanntha-leS und des Cillier Bezirkes, die ihr bei den Wahlen auf Tabors und im alltäglichen Leben so männlich und muthig die nationale slovenifche Fahne als Vorbild und Stolz Eurer Landsleute umstandet, wenn Ihr nicht ausgebeu wollet Curc rühmliche Stellung, wenn Ihr nicht dulden wollet, daß Fremde in Eurem Nameu über Eure nationalen Rechte Beschlüsse fassen sollen, wenn Ihr nicht jene Forderungen, die Ihr im Vorjahre auf dem Sachsenfeldcr Tabor so begeistert ausgesprochen, verleugnet und widerruft; wenn ihr die den nationalen LandtagSabgeord-netcn, die sich mit so viel Aufopferung und mit aller Kraft für Eure Rechte und für Euer Glück annehmen, gcgebenen Vollmachten nicht wiederrufet, wenn Ihr das alles nicht wollet, und wir wissen es, daß dies nicht Euer Wille sein könne, so erscheint am 8. August um halb 11 Uhr früh im Eichenwald bei Cilli. Kommet alle, die Ihr Euch des erhabenen Tabors in Sachsenfeld erinnert, kommet alle, denen die Ehre des slovenischen Namens und die slovenifche Redlichkeit am Herzen liegt, kommet alle und sprechet ohne Furcht auS: Die Beschlüsse des Sachsen selber Tabors sind noch heutzutage unsere unwandelbaren Beschlüsse! Es lebe Slovenien! Am besagten Orte werden Euch nicht nur die Unterfertigten, sondern auch andere Freunde und Fürsprecher des slovenischen Volkes erwarten. Wir erwarten Euch um so mehr, da es gilt, der Welt zu zeigen, wie eiumüthig und eines Sinnes wir mit unseren Abgeordneten und Vertretern sind. Daselbst wollen wir ein Zeugniß ablegen, daß wir nur darum Jeuilleton. Bon der ostasiatischen Expedition. Einem Privatbriefe eines Mitgliedes der ost-»siatischen Expedition ddo. Honkong. 5. Juni, entnimmt das „N. Fremdenblatt" folgende interessante Daten: Unser Empfang in Kapstadt war ein überaus herzlicher. Deutsche, Engländer, ja selbst die bedächtigen Holländer überbotcn sich in Artigkeiten ^us gegenüber, Landpartien, Soireen, Hausbällc re. ließen uns kaum zu Athem kommen, man war Ärmlich in Verlegenheit, welcher Einladung man »°lge leisten sollte, und noch rüstigerer Füße und «och ausdauernderer Lungen hätte es bedurft, um oll den liebenswürdigen Ladys gefällig zu sein. Das Sprachhinderniß mußte weichen, der große ^heil der dortigen tiLvts voläs spricht nebst dem Englische,, holländisch, und dieses wußte als Vermittler des Deutschen dienen, wobei es freilich öfter interessante Mißverständnisse gab. Dies genirte wenig, die Zeichensprache half in der Noth aus und die blonden Schönen ließen es sich nicht verdrießen, die nordischen Barbaren — die geborenen, besten Tänzer der Welt, wie sic uns nannten — im Kro-quetspiele zu unterweisen. Bald entspann sich cine Art Familiarität, die Damen kamen auch ungeladen an Bord, anscheinend, um die Schiffe zu sehen, weist aber mit dem Wunsche. Tanzunterricht zu nehmen, was bei der Bereitwilligkeit unserer jugendlichen, lebensfrohen Kadeten auf keine Hindernisse stieß. So mancher der unseren mag sich angeheimelt gefühlt haben, und wäre nicht ungern noch länger in Kapstadt geblieben; selbst sehr hohe Persönlichkeiten schienen nur ungern zu scheiden. Endlich mußte dies geschehen, nachdem unsere kommerziellen Begleiter von ihrer Exkursion aus Port Elisabeth rückgekehrt, wo sie ihrem Ausspsuche nach einen gleich freundlichen Empfang gefunden hatten. Verleidet ward uns der Aufenthalt durch plötzlich eintretende länger anhaltende Böen, die die Kommunikation störten und denAufenthalt auf der Rehde unsicher machten. Vor Jahren war die Kapstadtrhede der vielen Unglücksfälle wegen berüchtigt, doch be- müht sich die Regierung durch zweckmäßige, großartige Hafenbauteii dem Uebclständc zu steuern, was ihr auch mit schweren Kosten gelingen dürfte. Ob aber selbst dies den Verfall Kapstadts hindern wird, ist cine Frage, die ich mindestens bezweifle, den» schon jetzt nimmt der größte Theil der Kauffahrer bei den Fahrten nach Ostasicn eine andere Route, und dürfte die Eröffnung des Suezkanals einem Theil des ostasiatischen Handels andere, kürzere Bahnen erschließen. Gegen den 20. Februar verließen wir die unS licb gewordene Kolonie, nachdem wir noch kurz vorher das Schauspiel der ParlamentSwahlcn genossen, bei welchen cS zwar minder viel Blessirte als bei den Wahlen jenseits der Leitha gab, aber sicherlich eben so viel Schlägereien setzte. Ungünstige Winde hinderten unsere Fahrt, wir verloren mehrere Tage, ehe wir uns vom Kap losmachten und die Wcst-regionen erreichten. Eine häßliche See förderte gerade nicht die Reiseannehmlichkeiten, auf die furchtbar heißen Tage Kapstadts folgte bei unserem südlicheren Vorrücken empfindliche Kälte, die bei der großen Feuchtigkeit und drm andauernden Nebel- kämpfen, damit zur Wahrheit werde das erhabene Wort unseres erlauchten Kaisers: „Oesterreich sei ein großes Vaterland das mit gleicher Gerechtigkeit, mit gleicher Liebe umfängt und groß zieht den Vortheil und die Eigenthümlichkeiten aller seiner Nationen, sie mögen die eine oder die andere Sprache sprechen!" Die Deutschen werden an diesem Tage für sich uoch andere Belustigungen und Gastereien veranlassen. An diesen können wir so lange nicht Theil nehmen, bis sic uns uicht beistimmen, daß unsere Bestrebungen gerecht seien. Wir wollen uns nur an der öffentlichen Versammlung bc-theiligen! Dabei wollen wir ernst, friedlich, nüchtern, jedoch entschieden sein; wir wollen niemand beleidigen und uns auch von niemandem beleidigen lassen: so werden auch unsere Gegner sich überzeugen, daß das slovenische Volk gegen keine Nation einen Haß hegt, daß es jedoch allein entscheiden will über seine Gegenwart und Zukunft. Wie stets, soll insbesonders den 8. August der weise Spruch uns leiten: T b II e niemandem Unrecht, dnldees aber auch nicht! Es leben die Slovenen, es lebe Slovenien! Aus den Delegationen. Reichsräthliche Delegation. Äuch die Freitagssitzung des Budgetausschusses der Delegation war der Fortsetzung der Berathung des Staatsvoranschlages für das Reichskriegsministeriums gewidmet. Den Borsitz führte Del. Ritter v. Hopfen. Bon Seite der Regierung waren anwesend: Reichskricgs-minister Freiherr von Kuhn, SektionSchef von Früh, Oberintendaut Schlosser, Oberstlieutenant Horst, Oberst KöveS, Reichsfinanzminister Freiherr von Becke und später Reichskanzler Graf Benst. Die Sitzung begann um 10'/^ Uhr und endigte nach ü'/rstündiger Verhandlung um 3^ Uhr. Dr. von Fignly fnngirte als Referent über den Titel 2 des Kriegsbudgets (beim allerhöchsten Hofe in Dienstleistung stehende Stabs- und Oberoffiziere :c.) und stellte den Antrag, diesen Titel auf das Budget des allerhöchsten Hofstaates zu übertragen und denselben demzufolge hier zu streichen. Dieser Antrag, soweit derselbe in den Kompetenz der Delegation liegt, wurde vom Ausschüsse geuehmigt. Sodann berichtete Dr. Rechbauer über die Titel 3 (Truppe», L. höhere Kommandeu und Stäbe, in der Regierungsvorlage eingestellt mit 1,605.677 sl.) Referent beantragt, diesen Titel nach Streichung von 305.677 fl. mit 1,30(X000 fl. zu bewilligen, welcher Antrag schließlich zum Beschlüsse erhoben wird. Üebergehend zu Titel 4, Truppeukörper und allgemeine Trnppen-Auslageu, eingestellt in der Regierungsvorlage mit 22,984.825, wird vom Referenten beantragt, diesen Titel zugleich mit den Titeln Natu- ral-Verpflegung, Mannschaftskost und Montur- und Bettenwesen in Verhandlung zu nehmen, welchem Anträge sich der Ausschuß anschließt. Der Referent berichtet nun über diese 4 Titel, nnd beantragt nach einer längeren Auseinandersetzung und Begründung hiesür die Bewilligung von 47 Millionen Gulden, sammt einem Abstrich von 3,334.720 Gulden, wobei er auch auf den bezüglich der Mon-tnrs'Liefernngen mit dem Konsortium Skene abgeschlossenen Vertrag hinweist, Nach ziemlich lebhafter Debatte nahm Dr. Rechbauer, als Berichterstatter die Debatte schließend, das Wort, um in eingehender Auseinandersetzung noch einmal die von ihm beantragten Abstriche zu begründen, wobei er besonders hervorhob, daß, wenn das unbedeckte Defizit im Betrag von 4,000.000 fl. irgendwie beseitigt werden solle, dieses nur durch Abstriche beim Armeebudget geschehen könne, wenn man nicht die Permanenz des Defizits als Regel akzeptiren wolle, was man denn doch nickt könne, ohne die Kraft des Bolkes zu schädigen. Diese müsse aber in erster Linie erhallen werden. Ferner wies der Berichterstatter auch aus deni von dem gegenwärtigen Minister des Innern Dr. Giskra verfaßten Berichte bei Gelegenheit der ersten Berhandlung, welche im Reichsrathe über das Budget gepflogen wurde, uach, daß dieser sich für ein Normal-Budget von 76 Millionen zu eiuer Zeit ausgesprochen habe, wo wir noch das Festuugsviereck in Italien und die deutschen Bundeöfestungen zu besetzen hatten, man müsse also jetzt noch mit einer verhältnißmäßig geringeren Summe anskommen Reichskanzler Graf Beust ergriff sodann zum Schlüsse das Wort, um auf eine im Verlaufe der Debatte gefallene Aeußerung des Dr. v. Figuly bezüglich der Kriegsbefürchtungen zu autworten. Bezugnehmend auf eiue Aeußerung, die vor seinem Erscheinen in der Sitzung gefallen sei und welche im Gegensätze zur offiziellen Versicherung die Situation als gefahrdrohend und den Krieg als mehr oder weniger nahe in Aussicht stellend bezeichnet habe, müsse er sich dahin äußern, daß er Bedenken tragen würde, sich in dieser Weise ansznsprechen, nicht allein lvegen der zu befürchtenden Beunruhigung, wenn er es sagen würde, sondern weil er auch überzeugt sei, daß in diesem Augenblicke der Friede nicht bedroht sei; er sei aber auch der Ueber-zeugung, daß es möglich sein werde, die Gefahr, welche in Folge der allgemeinen Lage in der Zukunft dem Frieden drohen könnte, zu beschwören. Aus der ungarischen Delegation. Die ungarische Delegation verhält sich gegen die Absicht der österreichischen Delegation, die Einkommensteuer des österreichischen Lloyd ans dem gemeinsamen Budget zu streichen, entschieden abwehrend. Einstweilen liegt zwar blos der Beschluß der Kommission für Aen-ßereS hierüber vor, es ist jedoch wahrscheinlich, daß sich diesem Beschlüsse auch die Delegation mit derselben Stimmeneinheit anschließen wird, mit welcher ihn ihr Komitee saßte. Ans Spanien liegen heute sehr widersprechende Nachrichten vor. Nach der einen ist für den Augenblick alles beendet und die karlistischen Banden befinden sich in voller Auflösung; »ach der anderen soll der karlistisckic General Tristany mit 6000 Mann in Spanien eingerückt sein. Die erstere Meldung scheint etwas übertrieben; noch viel unglaubwürdiger aber ist die zweite, die schon deshalb gegründete Zweifel erwecken muß, weil es nicht denkbar ist, daß eine solche Zahl sich auf französischem Boden habe vereinigen können, ohne daß die französischen Behörden davon in Kennt-niß gesetzt worden wären. Die „France" glaubt, das Madrider Kabinet scheine die weitere Entwicklung des Aufstandes nicht uugeru zu sehen, um ihn so mit allen Kräften, über die cs verfügt, zu vernichten und ihm mit einem Schlage ein Ende machen zu können; ein Verfahren, welches da» Hof' blatt nicht ansteht, ein mindestens sehr gewagtes zu nennen. Wie der „Rappel" schreibt, ist dem Gouverneur des Fort« vou Montjuich, welches Barcelona beherrscht, die Summe von 40.000 DuroS, (220.000 Franks) übergeben worden, um deu Platz am St. Iakobütagc zu verrathen. Der Gouverneur aber habe das Geld den Behörden überantwortet, und die Verschwörer seien verhaftet worden. Auch Pampeluna soll, wie bereits kurz erwähnt wurde, nahe daran gewesen sein, durch Verrath den Karlislen in die Hände zu fallen. Ju der Nacht zum 25. d. entdeckte der Brigadier Laguuero ein Komplot, welches zum Zwecke hatte, sich der Zitadelle zu bemächtigen. Das Fehlschlageu dieser Verschwörung ist für die Karlisten ein harter Schlag. Auf die Stadt Taraucou versuchte eine Bande am ö. Abends einen Angriff, wurde aber von den Freiwilligen der Freiheit mit blutigen Köpfen heim-geschickt. In Madrid selbst haben die Karlisten nur einen sehr geringen Anhang. Einige Leute mit baskischen Mützen, die sich in der Toledostrahe zeigten, wurden von dem Volke verfolgt, eingeholt und durchgcprügelt. Die Anstrengungen der Karlisten, Leute anznweibcn, hatten auch nicht den geringsten Ersolg, obwohl l4 Realen täglich geboten wurden. Soldaten der spanischen Armee, welche sich unter Don Carlos Fahnen einreihen lassen wollen, verspricht Don Carlos den Grad eines Unterlicuteuanls, den Sergeanten den Grad eines Hauptmanns und so fort. Er selbst, der Prätendent, hat nach dem „Rappel" den spanischen Boden schleunigst wieder verlassen, und Mt sich in der Nähe der Pirenäengrenze auf, bereit, sie wieder zu überschreiten, sobald seine Aussichten sich bessern sollten. wettcr das Bordleben unbehaglich monoton werden § ließ- Am 10. Marz hatten wir den zweiten Todes-l fall auf unserem Schiff-. ein Infanterie-Gemeiner erlag einem ^eberabszeß und wurde mit den gebührenden Ehren dem nassen Grade übergeben. — Bis zum 14. März segelten wir im Eskadrever-bande, ein schweres, langanhalteudes Wettcr verhinderte uns, trotz aller Anstrengungen die Position cinzuhalten. Wir und nicht minder „Donau" preßten nun nach Möglichkeit Segel, jeder hielt es für eine Ehrensache, früher in Singapore einzutref-fen. Günstige anhaltende Brisen und ein freundlicheres Wetter belebten nun in Bälde das Bordleben, es wurde» verschiedene Wetten betreffs unseres Eintreffens in der signalisirten LereiuigungS-station geschlossen; selbst der Ausläufer einer Cy-klone, deu wir kurz uach der Trennung zu bestehen gehabt, vermochte nicht, unseren heiteren Ton zu stören, und bot dieser Zwischenfall für mich insofern? ein Interesse, als unsere braven Pilotagler all' die Verlaufsstadien zutreffend in voraus angesagt hatten. Auf den Westwind folgte eine nur ! kurze Windstille, und nach kaum 24 Stunden be-! grüßten wir sreudig den Freund der Seefahrer, den > Passat, der uns unter vollen Segeln rüstig nordwärts brachte. — Ende April empfahl sich uach einem heftigen Niederschlage der Passat, wir lageu aus kaum 200 Meilen von der Hundastrabe in deu Windstillen, die Tropensonnc machte ihre Rechte geltend, und wir empfanden deren Wirkung nach den zahlreichen Niederschlägen doppelt. Bier peinliche Tage brauchten wir zur Zurücklegung einer Strecke, die wir unter Dampf leicht in 24 Stunden zurückgelegt hätten, endlich waren wir der Einfahrt in die Straße so uahe, daß die Feuer angezündet, und die Maschine in Bewegung gesetzt wurden. Nach kaum zweistündiger Fahrt kam uns zu großer Verwunderung, unser Admiralschiff, welches wir schon längst in Singapore gewähnt, in Sicht. Offenbar hatten wir eine bessere Route ein-gehalten, denn die „Donau" hatte bereits zwei Tage unter Dampf zugebracht, während wir, bekannt als schlechterer Segler, erst kurz vorher geheizt. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 2. August DaS „W. T." erhält aus Graz die Mitteilung. daß an Herrn v. Kaiserseld iu den letzten Tagen ein vertrauliches Schreibe» cingclanscn sei, iu welchen, derselbe gefragt wird, ob er die Statthalter er von Steiermark zu übernehmen bereit sei. Die Antwort soll bejahend ausgefallen und die amtliche Publikation der Er»en»n»g in nicht langer Zeit zu erwarten sein. Herr von Mecsery hak schon eine Wohnung in einem Privathause gemiethet und wird dieselbe bald beziehen. Das „Linzer Volksblatt" kann versichern, daß dem Bischof Rudigier bereits die sichere Kunde zugekommen, daß ihm die Kardinalswürde zugedacht ist, uud daß er dieselbe mit Beginn des allgemeinen Konzils erhalten werde. Die Budgetkommission der ungarischen Delegation hat bei Berathung des Militärbudgets einen Beschluß gefaßt, der von prinzipieller Bedeutung ist, wenn er durchdringt. Als nämlich Stratimiro-wicz die Frage anregte, warum denn die Priester der griechischen Konfession jenen der katholischen sub-ordinirt sind, perhorreszirte man dieses Verhältniß-Man beschloß, die Armee des katholischen Charakters zu entkleide», indem man die katholischen gnst- lichen Oberbchörden einfach auflöst; dadurch wird rin Abstrich von 50 Prozent bei dieser Post möglich. Zur Krakauer Klostergeschichte hat die Regierung — wie mehrseitig verlautet — den Beschluß gefaßt, dem Krakauer Kloster der Karmeliterinnen die Dotation zu entziehen, welche es bisher aus Staatsmitteln genossen. Auch hat sich die Regierung mit dem Bischöfe von Krakau ins Einvernehmen gesetzt, die baldige Aushebung des Klosters anzubahnen. Die vom „Konstitutionnel" gemeldeten Mi-utärentlaffungen in Frankreich sind un-^chtig. Es stehen nur die alljährlich gewöhnlichen Beurlaubungen von 18.000 Mann nach beendigter Truppeninspektion und antizipirte Entlassungen der 1863er Klasse mit 18.000 Mann bevor. Trotz der derzeit in Paris angenblicklich Harschenden Stille scheint man sich doch in St. ^loud keine Illusion darüber zu machen, daß derselben heftige Stürme folgen dürsten, wenn man >'ch nicht zu durchgreifenden Konzessionen entschlösse, wenn namentlich die Berathungen des Senats wirkungslos im Sande verliefen. Man schreibt der „Presse" diesfalls aus Paris vom 28. v. M.: „Aus vollkommen verläßlicher Quelle kann ich Ihnen melden, daß in den letzten Minister-Konseils der Kaiser selbst entschieden darauf bestand, die Gcwährnngcn Wüßten eine Wahrheit werden; man dürfe dieselben uicht verwässern und verklausuliren, sondern müsse sie sogar ansdehncn. Er bewilligte die Initiative der Kammer und das Recht motivirter Tagesordnungen. Rouhcr's Kasuistik trug nicht den Sieg davon und darum zeigt sich das „Publik" noch einigermaßen gereizt. Der Kaiser, versichert man weiter, sei eventuell bereit, daö Sicherheitsgesetz und selbst die offiziellen Kandidaturen über Bord zu werfen und die Dezentralisation zu inauguriren. Bestätigt sich dies, dann wird sich wohl noch über den größten Slein des Anstoßes, über die Ministcrverantwortlichkeit ein -tvort der Beschwichtigung reden lassen, und man sich vielleicht mit der faktischen Verantwortlichkeit begnügen, wenn nur sonst alle Garantien wahrhaft konstitutionellen Lebens gegeben sind. Alle Antile werden geöffnet, um die tomprimirten Dämpfe der Unzufriedenheit abslrömen zu machen. Die Kaiserin allein wird den 15. August in Korsika seien«; die Jacht, welche sie dahin führen soll, >>'t bereits in Marseille stationirt." „Die hie und da ausgetauchten Besorgnisse, ^könnten dieReibungen, welche zwischen der Pforte und Egipten zu Tage treten, einen ernstlichen Konflikt im Gefolge haben, sind durchaus unbegründet. In Konstantinopel denkt Wan, trotz aller Bemühungen Mustapha Fazyl-^aschas, nn nichts weniger als an einen Bruch mit Egipten, zumal man dort nur zu gut weiß, daß Wan sich bei einem solchen kaum besondere Lorbeeren holen würde. Wie wenig man Seitens der Pforte eine Verwirklichung der gegen den Khedive anS-^esprochcncii Drohungen denken konnte, ebenso sehr 'eftt dagegen die Bermnlhung nahe, daß man hier ^"kischerseils wieder nni:s jener bekannten Manöver "fsührte, um dem Khedive seinen Staatsschatz zn e>le,cht„n. Zur Tagesgeschichte. - — Der große Fisiologe' Professor Dr. Johannes -purkynje ist im 82. Lebensjahre gestorben. Der-etbe wurde am 17. Dezember 1787 zu Libochowitz " Leitmeritz in Böhmen geboren, und in der Piari- I enschule zu Nikolsburg erzogen. Nachdem er drei >iahrc als Lehrer dem Orden «»gehörte, verließ er "^lben, um in Prag den silososischen Kursus zu lachen. Er bekleidete hier später eine Hauslehrer-le^le und studirte Medizin. Im Jahre 1819 zum okwr der Medizin promovirt, wurde er Assistent der natomie und Fisiologic in Prag, blieb vier Jahre si-n . ^ Stellung, bis er 1828 einem Ruse als Pro- II - Fisiologie und Pathologie an der Breslauer folgte- Erst 1849 kehrte er als Professor üchologie an die Prager Hochschule zurück. Pur- kynje schrieb mehrere größere Werke, welche in der medizinischen Welt verdiente Anerkennung fanden, und betheiligte sich vielfach an gelehrten Journalen und Sammelschriften. Neben seinen medizinischen Arbeiten pflegte er das Studium der slavischen Sprache und Literatur. Bemerkenswert!) ist unter anderem eine gelungene böhmische Uebersetzung von Schiller's lirischen Gedichten, welche Purkynje 1841 in Breslau erscheinen ließ. Bis vor wenigen Wochen war er an der Prager Universität thätig, wo er durch seine Vorlesungen und seinen Einfluß auf die Stndirenden einen großen Antheil an der Fortbildung der Fisiologie hatte. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Tagesordnung) zu der am 3. August Nachmittags 5 Uhr stattsindenden Gemeinderaths-Sitzuug: Allfällige Interpellationen, Wahl eines Gemeinderathsmitgliedes für den Verwaltungsrath des Elisabeth-Kinderspitals, Vorträge der Finanz-Sektion: 3. wegen Feststellung der Präliminare sür das Jahr 1869; b. in Betreff des städtischen Inventars; 6. wegen Gestattung des unentgeldlichen Medikamentenbezn« ges für die städtischen Diener und Wachmänner; ä. über das Gesuch des Dorfes Außergoritz in Betreff der Suppausgründe. Antrag der Bausektion in Betreff der Schotterlieferung für die zu makadamisirenden Straßenstrecken. Hierauf Geheime Sitzung. — (Zur Theilnahme an dem landwirh'-schastlichen Unterrichte in Wien) sind von der hiesigen Landesregierung aus der großen Zahl der Bewerber folgende Schullehrer bestimmt worden: I. Thiima von Radmannsdorf, I. Tfcherin von Sairach, F. Sajk von Predaßl, I. Erker von Altenlack in Gottschee, BlasinS Tramfchek von Gurkfeld, Wenzel Sturm von Möttling, Kasper Gasperin von Präwald, I. Levitschnik von Eisnern, F. Schkerbinz von Höslein, Georg Uranitsch von Preßer. — (Eine Emeute unter den Sträflingen) auf dem hiesigen Schloßberge ist heute Nachts ausgebrochen. Es sollen dieselben sich in ihren Schlafzimmern förmlich verbarrikadirt haben. Da die gewöhnliche Wachmannschaft zur Bewältigung des Aufstandes nicht ausreichte, wurde Nachmittags eine Kompagnie des hiesigen Regiments Hnyn zu Hilfe genommen. Hoffentlich wird es, wenn die Sträflinge den Ernst der Situation ersehen werden, ohne Blutvergießen ablansen. — (Todesfall.) Der k. k. Normalschullehrer BlasiuS Praprotnik ist am 31. Juli Nachts im Alter von 64 Jahren gestorben. Die Normalhauptschule verliert an ihm einen biederen Schulmann. Er hatte so eben sein 40. Dienstjahr vollendet. — (Ein geheimn ißvoller Vorfall) wird uns nachstehend erzählt: Der Wirth vulgo Sor-tan in der Nähe des Schlosses Kroisenegg führte heute Nacht eiueu Gast, der bei ihm gezecht hatte, auf seinem Wagen fort. Bald nach 1 Uhr kam das Pferd mit dem Fuhrwerk ohne Leitung allein in den Hof gefahren. Die Hansleute fanden den Wirth auf demWagen mit einer bedeutenden Wunde am Unterleibe liegen und den erstereu voll Blut. Es wurde schnell um ärztliche Hilfe geschickt, doch verweigerte der Verwundete jede Auskunft, die über das, was vorgegangen, einiges Licht verbreiten konnte. Die behördliche Anzeige wurde bereits erstattet. — (Exzesse.) Fast zur selben Zeit, als sich obiges ereignete, exzessirten, wie uns mitgetheilt wird, bei den letzten Häusern an der Karlstädter Straße, ebenfalls in der Nähe von Kroisenegg, drei Soldaten und zertrümmerten mehrere Fenster rc. Auf das Hilfegeschrei der Bewohner eilten die Knechte uud Burschen mit Knütteln herbei uud verjagten die Ruhestörer. — Gleichfalls um 2 Uhr heute Nachts ging der Fotograf Herr F. durch die Spitalgasse, die Hände mit einem Stocke auf dem Rücken haltend, nach Hanse. Plötzlich sprang ein ihm begegnender Feldwebel auf ihn ein, biß ihn in das Kinn, so daß die Zahnspuren sichtbar sind, und zog sodann noch den Säbel und wollte Herrn F. zu Leibe. Dieser jedoch, ein starker Mann, entwand dem Rasenden den Säbel uud zwang ihn, ihm zur Polizei zu folgen. Herr F. kann sich diesen Anfall nicht anders erklären, als daß er vielleicht nnvor-sichtigerweise dem Feldwebel beim Vorübergehen mit dem Stocke berührte. — (Die anhaltende Trockenheit) mit der enormen Hitze übt ihren versengenden Einfluß auf das Pflauzeuleben. Die hervorgekeimte Haidensaat kann sich nicht weiter entwickeln, denn sie entbehrt schon durch 14 Tage eines erfrischenden Regens. Viele Stadtbrunnen sind versiegt, auch der 40 Klafter tiefe Bruunen des Kastellberges gibt kein Wasser mehr, und es wird dieses für die Sträflinge aus der Stadt auf den Schloßberg befördert. Bei der tropischen Hitze der letzten Tage, die zwischen 25 uud 26° schwankte, macht sich für unsere Stadt besonders das Bedürfniß entsprechender Badeanstalten fühlbar. Besucher des Ko-lesiabades führen Klage darüber, daß der Eigenthümer jenes Bades sich so wenig die Reinigung des Bassins angelegen sein laste, der daselbst abgelagerte Schmutz soll so sehr an Konsistenz gewonnen haben, daß der Badende nicht in einem Bade, sondern in einer Koth-psütze sich zu befinden meint. — (Wem verdankt Laibach seine schönsten Plätze?) Der Aushebung der bestandenen Klöster unter der Regierung des von den Klerikalen aller Länder viel geschmähten Kaisers Josef II., mit Ausnahme jener des Kapuzinerklosters, die uuter den französischen Interregnum erfolgt ist. Die Freunde der Klerikalen könnten sich nicht im Schatten der Sternallee gegen die Sonnenstrahlen decken, sich bei den Klängen der Musik daselbst keine Rendezvous geben, denn dort wandelten die Herren Kapuziner in ihrem Garten, die Nachbarn der Ursnlinerinnen, die damals wie heute bestanden. Der Brunnen in der Sternallee ist der alte Klosterbrunneu im Garten der Kapuziner. Auch in dem oberen Theile der Schnlallee würden nicht die gleichberechtigte» Bauernfüße dem irdischen Geschäfte nachgehen, sondern die Franziskaner würden im Schatten ihres Gartens daselbst Gott dienen, wie damals, denn das Gimnasialgebäude war ihr Kloster und dort, wo sie heute Gott dienen, thaten dies die Augustiner. Das Verpflegsmagazin beherbergte die Klarifferinnen; das jetzige Spital der Barmherzigen war, ohne Spital zu sein, der Aufenthalt von Elifa-bethinerinnen. Und auf dem Jakoberplatze verkauften die krainifchen Bauern nicht Strohhüte und Holz-waaren, denn er war Eigenthum der Jesuiten, und in dem Redouteugebäude. welches damals das Kloster des vielgcschmähten Ordens war, — hat der Abgeordnete Toman mit allem Rechte, mit hoher Begeisterung und nachdrücklicher Chiromantik in den Sitzungen des Landtages versichert: Jetzt sind wir die Herren. Was wäre aber Laibach ohne seine Plätze? — (Die S om m er l ie de rtaf e l.) Das seit einiger Zeit alljährlich wiederkehrende, und von der Gunst des Publikums ganz besonders getragenen Som-merfest der Liedertafel des Männerchors der filharmo-nischen Gesellschaft fand am verflossenen Samstage im Bahnhofgarten unter ungeheuerem Audrauge von Seite des Publikums statt. Man schätzt die Zahl der Anwesenden anf 1500 Menschen. Unter dem ebenso zahlreichen, als eleganten, und insbesonders durch einen reizende» Damenflor ausgezeichneten Publikum bemerkten wir an hervorragenden Persönlichkeiten den hoch-geborenen Herrn Laudespräsideuteu v. Conrad, den k. k. Sektionsrath Herrman, den Bürgermeister Dr. Suppan, Landesansschuß Deschmann n. s. w. Als Gast war der deutsche Dichter uud Redakteur der Leipziger Säugerzeituug Dr. Müller vou der Werra erschienen, welcher dem Männerchor schon vorher ein Liederbuch: „Liederhort," einhundert Gesänge für deutschen Männerchor mit einer brieflichen Widmung übergeben hatte. Müller von der Werra wurde den Sängern von Dr. Schöppl vorgestellt und von denselben mit lautem Hoch begrüßt, worauf der Gast in sehr verbindlichen Worten dankte. Die Arrangeure des Festes, die Herren Twrdy uud Eantoni, hatten den Bahnhosgarten mit vielem Geschmack festlich geschmückt, und insbesonders war die Sängertribune, vor welcher ein lebender Springbrunnen seinen Strahl in die Höhe trieb, sehr geschmackvoll und reich mit Blumen dekorirt. Die Chöre wurden durchweg mit vieler Prä zision vorgetragen, und erregte der Vortrag der kärnt-ner Lieder einen stürmischen Beifall. Sie mußten wiederholt werden , so wie auch ein Morgenständchen mit Tenorsolo von Abt, welches ebenfalls zur Wieder holung verlangt wurde. Die festlich illumiuirteu Gar tenräume, der Vortrag der Chöre, die munteren Wei sen der Regiments-Kapelle von Huyn-Jnfanterie, und vor allem die laue, herrliche südländische Sternennacht brachten eine Stimmung hervor, welche am besten da durch charakterisirt erscheint, wenn wir berichten, daß man bis in die frühe Morgenstunde hinein sich den Tanzfreuden im Salon und im Garten selbst hingab, und daß der Bahnhofgarten noch ganz voll war, als um '/z 2 Uhr Morgens der Mond am Horizonte in zauberischem Glanze emporstieg und durch sein Sil berlicht den Charakter der südlichen Sommernacht erst ergänzte. — (DaS Schauturnen), welches gestern Abend der Laibacher Turnverein veranstaltet hatte, siel sehr befriedigend aus. Es war die erfreuliche Wahrnehmung daraus zu gewinnen, daß bisher mit lobens werthem Fleiß und Ernst und mit gutem Erfolg ge turnt worden. Unter den ausübenden Turnern waren alle Altersklassen vertreten, vom Schulknaben bis hin auf zum reisen Manne, und war daher der Eindruck der präzisen Gesammtübungen uud der Leistungen beim Riegenturnen ein um so überraschenderer. Das hierauf folgende Kürturnen führte natürlich dem trotz der enormen Hitze ziemlich zahlreich erschienenen Publikum, unter welchem wi'r Vertreter der k. k. Regierung, des GemeinderatheS, der Schule, deö Militärs rc. bemerkten, die besten Leistungen der besten Turner vor, aber wir müssen gestehen, daß wir trotzdem von der Sicherheit, Kraft und Eleganz, mit welchen hier geturnt wurde, überrascht waren, manche der Turner leisteten sogar Vorzügliches und ernteten von den Zuschauern reichen Beifall. Auch eine Riege der Zöglinge der Lehrerbildungsanstalt betheiligte sich an diesem Schauturnen und lieferte den Beweis, daß sie mit gutem Erfolge den Turnplatz besucht hat; die jungen Leute haben feit vorigem Jahre erfreuliche Fortschritte gemacht und turnten recht sicher und gewandt. Mit der Aufforderung, den mit Eifer und sichtlichen! Erfolg angestrebten eigentlichen Vereinszweck auch ferner mit gleicher Lust zu pflegen und einem „Gut Heil!" auf die anwesenden Zuschauer schloß der Sprechwartstellvertreter v. Fritsch das Turnen ab. — Später vereinigten sich die Mitglieder zur Festkneipe im Perleß'schen Biergarten. Eine Reihe ernster und heiterer Trink-sprüche legten Zengniß ab von der gehobenen und fröhlichen Stimmung der Anwesenden. Mit lebhafter Freude begrüßt, erschienen auch mehrere der Präparan-den und nahmen an dem bis spät in die Nacht währenden fröhlichen Treiben Theil. — (Im Tunnel verunglückt.) In der Nacht vom Freitag auf Samstag um 2 Uhr Morgens ging ein Bahnbediensteter eben dnrch den Tunnel bei Divacca, als er einen Zug daherbrausen sah. Er sprang sofort nach der anderen Seite, wo unglücklicherweise ein Zug auch von rückwärts daher stürmte, den Unglücklichen erfaßte, ihm den linken Arm ganz wegschnitt und den linken Fuß jämmerlich zerfleischte. Der Arme wurde ins Laibacher Zivilspital überbracht. — (Fen ersbrunst.) Am 28. v. M. Nachmittags brach in einem Rauchsauge zu Kaltenfeld, Bezirkshauptmannschaft Adelsberg, Feuer ans und äscherte in kurzer Zeit 7 Häuser, worunter znm Theile auch den Psarrhos ein. Angekommene Fremde. Am 1. Angust. Stnckt WI»»«. v. Birti, Handelsm. — Wolf, Handels»!., Mainz. — Dekleva, Magenfurt. — Widmar, Gouovitz. — Cafsauo, Kaufni., Triest. — Dr. Raspel, k. k. Distrikts-arzt, Atzelsberg. — Br. Sardau, k. k. Vizeadmiral, Triest. — Schloß, Werkfiihrer, Triest. — Wiudisch, Private, Triest. — Fischer, HandelSm.-Gattiu, Prag. Pessi, Triest. — Koril, Fiume. — Poltemig, Görz. — Gruden, Postexpeditor, Eernembl. — Sgavec, Lehrer, Triest. — Justmami, Student, Triest. — Treo, Gutsbesitzer, Unterkrain. — Wasic, k. k. Oberlieuteiiaut, Unterkraiu. — Gansmllller, Kfm., Wien. - Potiorct, k. k. Bergbeamte, Jdria. - Pletcrsmg, Giulnasialprofessor, Triest. — Hell, Großhändler Triest. — Graf Lichteuberg, Wien. — Tuchmann, Kfm., Baiern. — Stadler, Pfarrer, Wippach. — Malekovich, Kfm., Fiume.________________________ Verstorbene. Den 31. Juli. Johann Kozjan, Inwohner, alt 45 Jahre, im Zivilspital an der Lungentuberkulose. — Dem Herrn Johann Flore, landschaftlichem Aushilfsbeamten, sein Kind Adolf, alt 3 Monate, in der Stadt Nr 148 an Fraisen. — Herr Blasius Praprolnik, k. k. Hauplschullehrer, alt 04 Jahre, in der Gradischavorstadt Nr. 27 an Herz-lähmnng. Den 1. August. Dem Ätartiii Sedmak, Tischler, sein zweitgeborenes Zwillingskind Jakob, all 7 Monaie, in der Krakauvorstadt Nr. 19 au der allgemeinen Schwäche. — Anton Pozar, Eisenbahnarbeiter alt 30 Jahre, im Zivil spilal in Folge zufällig erlittener Verletzung, und wurde gerichtlich beschaut. Anmerkung: Im Monate Juli 1869 sind 77 Personen gestorben, nnler diesen waren 39 männlichen und 38 weiblichen Geschlechtes.____________________________ Marktbericht. Laiback, 31. Juli. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 25 Wagen mit Getreide, 2 Wagen mit Heu und Stroh (Hen 20 Ztr. 35 Pfd., Stroh 15 Ztr. 80 Pfd.), 15 Wagen uud 3 Schisse (21 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise. fflttt.« StP anitt.raigp ff-fh. fl.. tr. fl. I tt. SBeijett pv. 2R(}. 4l40 5 6 öutter, *pfutib — 42 — — Äoni „ 2|70 3 — gier pr. —II3 — j— ffierjle „ 2:40 3 - SKilch *r. SDtoß -|10 —- ßafet „ 2-2 G Winbflcifd), ipfs. -|22----------- öaibfrucfit „---------------- 3 39 &albfletfd> „ —122—,— öeibctt „ 2 90 3 IU ©dnoctucfleifd) „ —124 — — öirfe „ 2 90 2;.)0 ©dtöpfenfletfd) „ —15----------- Äufurut? „ 2 95 ^älntbel pr. ©t. — 30--------------- (Svbäpfcl „ 130 £aut)cn „ —llö---------- Stufen „ 3-f>eu pv. Rentner —i70---------- ffivbfen „ 3 20 lötrol) „ —60------------ tfifolen „ 4------------£>o(j, f)ar., ftlftr. 7 80 «tinbfd)mals,^fb. — 49-----------— meid) „------------------5 80 Sd)meineid)m. „ — 44 Sffiein, rotljer, pr. ©perf, ftifd) „ — 34---------------------------- (Simcr---------8 — — geraud). „ — 44------------— weißet, „ 9 — Gedenktafel über die am 3. August 1869 stattfindenden Lizitationen. I. Feilb., Svigel'sche Real., Seuosetsch, 2770 fl., BG. Adelsberg. — I. Feilb., Lenasi'sche Real., Siermca, 2525 fl , BG. Adelsberg.-- 2.Feilb., Knfar'sche Real., Beides, BG. Radmannsdors. — 1. Feilb., Pelz'sche Real., Gnrkseld, 360 fl., BG. Gurkfeld. — 1 Feilb., Kosem'sche Real., Radna, 12925 fl., BG. Gurkfeld. Lottoziehung vom 31. Juli. Wien: 33. 76, 89. 14, 27. Graz: 17, 59, 4, 56, 65. ^ Zahnärztliches Etablissement ^ des - V Ankündigung. W In des Gefertigten, vom hohen k. k. Mi- W nistcrium des Unterrichtes mit dem Leffent- E lichkeitsrechte antorisirten W Privat-Lehr- und Erziehungs-F Anstalt für Knaben A in Laibach beginnt das erste Semester des Schuljahres N 1869/70 DMlt L. Oktober. Das Nähere enthalten die Statuten, welche r Ä; aus Verlangen portofrei eiugcseudet werden. Miiud-AD liche Auskunft ertheilt die Borstchung täglich von ^ 10 bis 12 Uhr am Hauptplatz Nr. Ä7, zweite» M Stock. (223—N K Hol* „ ^ Inhaber uud Borsteher der Anstatt. ^ K. k. aus. priv., bei der Ausstellung 1868 aus gezeichnete Witterung. Laibach, 2. August. Hitze anhaltend, Sttdwestwiiid ziemlich stark. Feder und Haufenwolkcn. Wärme: Morgens 6 Ubr -j- >4.4'>, Nachm. 2 Uhr -f- 24.7". (1868 -f- 17.6"; 1867 -s- 17.8".) Barometer: 324.74'", im fallen. Das gestrige TageS-mittel der Wärme -s- 20.4", um 4.6" über dem Normale. Die Witterung dieser Woche soll maßgebend flir den Winter sein: Wenn es vom 2. bis 6. August sehr beiß ist, folgt ein harter Winter. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: LnZIänclsr, Heimann'schcs HauS uüchst der Hradcczkl,brücke. Die schönsten und besten LAk,,« und I»It-oder ohne Haken und Klaminern, das vorzüglichste, was die Zahntechnik zn leisten im Stande ist, werden daselbst verfertigt und n V«iu, , ^ uud sowie alle auderen Zahnoperatiouen ' ^»auf das schmerzloseste und fchonendste vollzogen. ^ Die Ordinationen besorgt aus besonderer Freund-x» schast ^ Herr IV» . W'. ItlNI»I»I», herzoglicher Leibzahn-arzt uud emer. Dozent der Zahnheilkunde. A Ordination täglich von 9 bis 12 und 3 bis 5 Uhr. § An Sonu- und Feiertagen von 10 bis 12 Uhr. ^ Ausenthalt bis Ende August. (197-8) Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamderg in Laibach, Hun-k-Salbk. 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Nalionalbank . . . Lreditanftalt . . . N. ö. Eocomplc-Grs. Analo-österr. Lanl > Ocst.Bodenered.-A. . Ocst. Hvpoth.-Banl. Steier. ESeompt.-Bk. Kais. Fcrd.-Norbb. . Siidbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabeth-Bahn. Larl-Ludwig-Bahn Siebend. Eisenbahn . Kais. Franz-IosesSb.. Fünsk.-Barcser E.-B. Alsölb-Fium. Bahn . 8S.7S 8».— 82.— 8L.7S 7S.LS ^75». »>2.80 »2».— 40».- 2SS.— 108. t»S. SS4S 281.8« 200. rss rs »7Ü.SV >8S.- IS.1.— 182.— Geld Oest. Hypoth.-Banl. «S.— SUdb.-Ses.zuSooKr. 12!.— dto. Bon« 8 PLt. 247.— Nordb. EM.) W.L« Sieb.-B.(2lK)fl. S.W.) M.— RudolsSb.Mufl.ö.w.) S4.2S Fra„z-Ios. (üUUfl.S.X <14.- !.«»»«. War« 121.»» ,48.— »4.- S2.S0 S4.i» »4.S» 7«!.- 31».— »2«.— 4(14. 2!>k.— 24». 2345 282— 201.- 2.>>».75 18V.SU 189.S» 1S4.— 182.SV Credit Ivo fl. ö. W. . Don.-Dampssch.-Bes zu iov fl. LM. . , Triefler Ivo fl. CM. , t-to. 50 fl. ö. W. . Oscner . 4V fl. ö.W. Salm . , P-lssY . . Aar? . , St. Genoi«, Windisibgrätz 2« Waldstein . 20 , »eglevich . io , RudolsSstift. Ivö.W. Vo«d»«1<»Mon.) LngSb. lvofl.südd.W. 40 4V 4V 4(1 j S7.— I2S.— i S8.IS ! 3b.— 41.— 35.LV ! 37.S» »3.7» 22.L0 22.SV 14.LV 15.- Nation. ö.W. verlosb. Unz. Bod.-Creditanfl. 'Hh.öst.Bod.-Credit. dto. IN 33 I. rückz. «S.35 lvS.ü« si.ao SH.7V »2.ZV II».- »I.8V Franks. Ivv >>. , London io Ps. Sterl. Pari» ioo Franc« . »tio-«-. Kais. D!ün>-Dneaten. -Francsstück . . . >Serein«thaler . . . Silber . . WS.4V I0».V>> 124 7V 4S.«V k 91 SS-> 1.83 I2I.S0 98.-130.--S9.S» 3-.S» 42.-3«.»» 38 S" »4.2S 23.-23.S0 1».-id.»» ias.es io»'» >24.8° 4S.«S 1.SS irr.- Telegraphischer Weckseikours vom 2. August. 5perz. Rente österr. Papier 63.30. — öperz. Rente österr. Silber 72.70. — 1860er Staatsanlehen 103.40. —' Bankaktien 758. — Kreditaktien 314.20. — London 124.60-Silber 121.25. — K. k. Dukaten 5.91.