Deutsche Macht (Kruker „Gissier Zeitung"). •MttU >!»'» tuttTlii »»» •antu« B»r|(il »,» lotrt tat «ivi mit Zuftrll»», «« H»u« m«>»tl«ch I. — M, Mrrtriidlri« |L t.50, I. f.—, «L . ritt tterM|itri| 1 LM. lalMitrtf t. UO, R. (.40. Du ctnjtliu Vhimairc T tx 3»)rratt »», Torif! tci iftms EHctn^lum» tnrlprechcndn ftatatt. »eh«?» 3a(«iw tli mks 8Utt ,»e »ttiniKn»«« fc»«nil«l kH 3»- *at ItlliiM »» NU«rtt«a i*nea(. u. MmintftnUwa Hnin»«. «. 6#te«» «•» »—» Bit Ä«A«ttU4l. — ÜKlaaatutra Mti.ftri. — TOonidcriJtr maftn »>cht iattftfotffi»rt. — liton»au Hi(tn»unm iriAt fctäOTati««. fiL 47. Cilli, Donnerstag, den 11. Juni 1885. X. Jahrgang. Walilreminiscencen. Die Wahlsiege in der Städtegruppe unseres Heimatlandes riefe» in der deutschen Bevölke« ttnit einen ungetheilten Enthusiasmus hervor. Sir die schöne Landeshauptstadt participirte ucht voll an den erstrittenen Erfolgen, welche namcntlid) in Untersteiermark die Co»scq»enzen rmn vorzüglichen Parteiorganisation und stram-«n Disciplin sind. Graz hat in mehrfacher Liyedunq ein Bild politischer Zerfahrenheit pzriqt. und wir begreifen eS heute unschwer. :»fe in der unmittelbaren Umgebung der Stadt der ?IeruS eine so feste Hochburg besitzen kann. 5e bat das Stadtwahlcomitv es verabsäumt, ßlh rechtzeitig nach einem den Traditionen der imrren Stadt entsprechenden Vertreter um)«* «itn. ES liegt nns gewiß ferne, die ausgezeich-neini Eigenschaften des gelehrten Abgeordneten flitter von Carneri und dessen Verdienste um du Zache des Fortschrittes zn schmälern. Allein Ik EtaÄt, welche bisher als die deutscheste galt, durft? nicht einen Vertreter wählen, von dem *te wußte, daß er stets dem rechten, also dem l'nxißizsten Flügel der Opposition angehörte, der alic> niemals ganz aus dem nationalen Stand» jirfw seiner deutschen Wähler stehen könn«. Herr Ritter von Carneri hat dies auch in seiner delanmen Offenheit und Lauter.'eit ganz unzwei-dnttiq ausgesprochen, als ihm das Mandat ange-denn wurde. Er nahm letzteres erst an, als l-aZ Sradwahlcomits, ohne eine Vollmacht vom tlliiemtinenLandeswahlcomit^ zuhaben, erklärte, dch eS von der Forderung, einem eventuellen deutsche» Club beizutreten, absehe. Das Etad!» wahli-omitb in Graz hat durch diesen Schritt, welchen es ohne Beistimmung Jener machte, die da? Programm des Parteitages in Graz »kerjchnebe» hatten, den Ruf der deutschesten Stabt geschädigt. Wenn gewisse Herren in Der Ärlbprediger. Ccuze von ZUphonie Taudel. Als der Pater seine Messe beendet hatte, man ihm die Gefangenen vor. Es war m einer wilden Felsenschlucht der Gebirge von >richulegui. Ein herabgestürzter Felsblock. den km mächtiger Feigenbaum mit seinem ausge-dehnten Wurzelwerk umschloß, halte als Altar gediente und aus Mangel einer andern Altar-decke war er mit einer silbergesransten Fahne der karliktischen Armee bedeckt worden. Zwei halb zerbrochene AlkarazaS benutzte man als Äeibivafserkessel, und wenn der Sakriftan Mi-gvel. der den Messelesenden bediente, sich erhob, im das Evangeliumbuch von der einen Seite « andern zu tragen, so hörte man in seiner !a»che die Patronen klirren und klappern. In tiefem Schweigen hatten sich die Soldaten deÄ Prätendenten Karlos rings im Kreise gruppirt, die Flwte hing ihnen am Bandelier um die kch«ll«r und da« Knie ruhte auf dem am Bo-den liegenden weißen Barett. Die Sonne, die Lftecsonne von Navarra, sandte ihre glühen-den. versengenden Strahlen in die Felsenschlucht hmad. in der sich nichts regte, i« der kein Laut monte, als daß hin und wieder der Lockruf ftr.jt grauen Amsel in die Psalmodien des Prie-skr« erscholl. Er bot einen eigenthümlichen Anblick, die-ser Militärpriester, der inmitten der Krieger- Graz den Professor Dr. Pommer für die innere Stadt nicht annehmen wollten, warum erkoren sie denn nicht Dr. von Derschatta. warum über-ließen sie nicht die Vorstädte ersterem? Herr Ritt.r von Carneri wäre dann dem Großgrund-besitze, dessen hervorragendste Zierde er immer war, erhalten geblieben. Einen zweiten Fehler beging die Handel»-und Gewerbekammer in Graz. Ist es schon an und für sich paradox einen Grafen mit der Vertretung von Handels- und Gewerbeinteressen zu betrauen, so ist es noch paradoxer, daß Männer, die heute einen deutschnationalen Aufruf unter-schreiben, morgen denjenigen als Candidaten aufstellen, der diesem Aufruf widerspricht. Und die« hat Graf Wurmbrand gethan. Graf Wurinbrnid ist fiti Deutscher. — sagen wir, ein Verstandesdeutscher, dessen Nationalgefühl nicht durch die Sprache des Herzens, sondern durch klügelnde Erwägungen regulirt wird. Nach seiner Anschauung sind die Teutsche» be-rufen, den Kitt zu bilden, mit dem die anderen Nationen Oesterreichs zusammengehalten werden, eine Rolle, für die wir herzlich danken. In diesem Sinne will er auch die Einführung der deutschen Sprache als Staatssprache verstanden wissen. Was nützen uns also Parteiprogramme, wenn im Momente der Entscheidung diejenigen, welche die Programme unterschrieben haben, solche desavouiren. Was in den letzte» Tagen in Graz geschah, war gewiß nicht geeignet, die deutschen Unlersteirer zu begeistern, und fände da? Beispiel der Landeshauptstadt in der Pro-vinz Nachahmung, dann müßten, wenigstens die Deutschen der gemischtsprachigen Bezirke vor den Slovene» den Kürzeren ziehen, denn hier hat nicht, wie die Altverfassungstreuen glauben, die Idee de« Liberalismus, sondern die deutsch-nationale Begeisterung den Sieg errungen. Die scharen seinen Dienst verrichtete. Wie sein Dop-pelwesen als Priester und Krieger doch auch schon in seinen Gesichtszügen zum Ausdruck kam! Wie seltsani paarte sich hier die Verzückung mit der Strenge und Härte, das Gesicht war bronce-färben, wie das eines Soldaten, der im Felde steht. Wie leuchteten die kleinen dunklen Augen, wie hoben sich zu beiden Seiten der mächtigen Stirn die Adern so stark ad, als sollten die Gedanken wie mit Fesseln in diesem Kopse ge-halten werden, als unlösliches Eigenthum des-sen. der sie gedacht! So oft sich der Pciester zu seiner Gemeinde umwandte, um mit auSge-breiteten Armen baS Dominus vobiscuin zu lagen. gewahrte man die Uniform unter der Stola, und unter dem zerknitterten Chorhemd erblickte man den Kolben einer Pistole und den Griff eines katalonischen Messers. „Was ha» er mit uns vor?" fragten sich die erschrockenen Gefangenen, und indem sie das Ende der Messe abwarteten, gingen ihnen alle Geschichten der unbändigen Wildheit und Grau-samkeit des Feldpredigers durch den Kops, die sie hatten erzählen hören und die ihn zu einer über die Maßen gefürchtet?» Persönlichkeit in der karlistischen Armee gemacht hatten. Wundervarerweise war der Priester aber an diesem Morgen in milder und ver--söhnlicher Stimmung. Die Feier des Hochamts, der Erfolg, den die ©einigen am Tage vorher Deutschen Unterfteiermarks werden daher in Hinkunst nicht nur gegen die clericalm und na-tionalen Gegner auf der Huth sein müssen, sie werden auch die Aufgabe haben, dahin zu wirken, daß ihre Interessen in Bezug ausHan-del und Gewerbe nicht durch den CultuS von Grazer Sonderbestcebungen gefährdet werden. Wir kennen die Herren, welche sich um die Wirrnisse der letzten Tage ganz besonders ver-dien» gemacht haben. Sie sind zwar weder in deutschen Vereinsoersamlungen zu finden, noch spiele» sie im LandeSwahlcomiiö eine Rolle, sie arbeiten und miniren nur im Stillen. Wir brauchen ihre Namen nicht der Oeffentlichkeit zu übergeben, aber wir werden an sie erinnern, wenn einmal ihre Knopflochschmerzen befriedigt werden sollten. Wir kennen sie, mögen sie im Norden oder Süden horsten. Perbriiderungsfeste. Während man in CiSleithanien nur Wahl-kämpfe sah, herrschten in Budapest Ausstel» lungStaumel und internationale Verbrüderungs-feste mit der unvermeidliche» Zigennermusik. Der Wiener Gemeinderath und der Schrift-stellerverein „Concordia" wurden vomComite und dem Budapester Municipium förmlich umhalst, und da diese beiden Corporationen den deutsch-österreichischen Liberalismus personificiien, so fielen Rede», die dem Grafen Taasse nicht ge» nehm gewesen sein dürften. Das ostentative Fernbleiben der ungari-sche» Minister bei den Festivitäten zeigte, daß man eine antitaasse'sche Demonstration nicht mit-machen wollte. Gewisse Blätter schlugen daraus oposiiionelleS Capital, und erinnerten an den ungarischen Succurs im Jahr« 1870 gegen die Hohenwartische Fundamentalarnkelära, a» deren Sturz übrigens weniger Andrassy und Lon>)ay, errungen, vielleicht auch die Weihe des Oster-tage« hatten ihren Einfluß auf den merkwürdi-gen Gottesmann ausgeübt und in seinem Ge-ficht war ein sonst nicht vorhandener Zug von Güte und Freundlichkeit lesbar. Sobald der Gottesdienst beendet war, rief der Priester die Gefangenen zu sich heran. Es waren etwa zwölf Soldaten der republikanischen Armee. Die armeu Teufel waren halb todt, theils vor Mü-digkeit infolge der Schlacht am Tage vorher, theils au» Angst vor ihrem Schicksal. Auf dem Stroh einer Scheuue, in die man sie nach dem Tressen, bei dem sie gefangen genommen wa-ren, eingesperrt, hatten sie die Nacht in banger Furcht und Sorge verbracht. Bleich, matt, hung-rtg und durstig, so drängten sie sich einander, wie die Herde, die man in den Hof etneS Schlachthauses treibt. Da« Heu und die Strohhalme, die an ihren Uniformen hingen, das Leder-zeug, das sich auf der Flucht verschoben hatt« und währrav der Nacht noch mehr in Un-ordnung gerathen war, der Staub, der sie von der H.lmspitze bis herab zu den Lederstieseln bedeckie — daS alle« Ueß sie sofort auch äußer-l»ch als die Besiegten erkennen und bewies, daß sich die moralische Ermattung zu der phisischen Niederlage gesellt hatte. Der Fetdprediger blickte sie einen Augen-blick an und ein triumphirendes Lächeln um-spielte seinen Mund. ES machte ihm Vergnügen. 2 als Graf Neust, Cardinal Rauscher und der sächsische Kronprinz das Hauptverdienst hatten. Nun kommt aber die Kehrseite. Vor Kur« zem wurde die erste Deputation de» böhmischen AgricuIlurvereineS. zumeist Feudal« und Tsche-chen von der ungarischen Landwirlhsch«fts-Ge-sellschaft glänzend seiirt; dabei betheiliglen sich auch der Finanz-, Ackerbau- und HanbelSmi-nister, allerdings als Mitglieder der Gesell-fchaft, und Graf Szapary überhäufte dir böh-mischen Gäste mit Schmeicheleien, jedoch alles in deutscher Spreche. Nun schlagen daraus die tschechischen Blätter Capital zu Gunsten der tschechisch-ungarischen Allianz, deren Zustande« kommen Ladislaus Rieger seit Jahren betreibt. Leute, die di« Strömung in den ungarischen Kreisen einiger Maßen kennen, behaupten, daß dies« trotz aller Champagner-Schaumverbrüde-rangen sehr realpolitisch handeln werden: denn im kommenden Jahre muß der sinancielle AuS» gleich und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach mit demRegimeTaaffe und der tschecho-polakischen Mehrheit im Reichsrathe geschlossen werden. Die Ungarn werden leichter mit der in vier oder fünf Clubs gespaltenen Majorität, wobei auch aus die Connivenz des Polenclubs zu rechnen ist, pactiren, als mit der geschlossenen liberalen Partei, in der ja centralistische Ten-denzen herrschen. Daher werden sie auch vor-läufig sich in die cisleithanischen Dinge nicht einmengen. Sobald jedoch der Ausgleich fertig ist. d. h. die Cisleithanier wieder über den Löffel barbiert sein werden, wird man vielleicht überlegen, ob die föderalistisch-slavisch« Stömung in Oesterreich nicht für den Dualismus und die transleithanische Nationalitätenfrage gefähr» lich werden könnte. In letzterem Falle wird Herr von Tißa nicht anstehen, dem Beispiele des Grasen Andrassy zu folgen und seinen mäch-tigen Einfluß bei Hofe geltend zu machen. Sein Wort wird dann um so leichter Gehör finden, als die militärischen Kreise ohnedies bei jedem Anlasse die Nothwendigkeit der deutschen StaaiS-spräche betonen und auf die Gefahren ausmerk» sam machen, welche bereit» der Einheit der Armee drohen. Internationale Verbrüderungen jedoch bleiben immer ephemere Erscheinungen, welche nie« malS den Gang der Ereignisse, wenigstens in Oesterreich, beeinflussen werden. Korrespondenzen. Graz, 9. Juni. (O.-C.) [D i e Handels-kammerwahl.j Ganz so ruhig, wie man «S erwartet hatte, verlies die Wahl in der Grazer Handels- und Gewerbekammer denn doch nicht, und gerade die „Deutsche Wacht" darf eS sich zur Ehre rechne«, etwas Stimmung die republikanische» Soldaten in so jammervollem, ermatteten, zerlumpten Zustande zu sehen, wäh« rend die Karlisten, ?«ren Reihen sich aus den naoarresischen und ^bastischen Bergbewohnern rekrutierten, stattliche, gut ausgerüstete Gestal-ten waren. ,Viva Dios, Kinder!" begann er in einem Anflug von guter Laune. „Die Republik er» nährt ihre Vertheidiger höchst kümmerlich. Ihr seht so mager au», wie die Wölfe in den Py-renäen, die, sobald die Berge mit Schnee bedeckt sind, ins Thal kommen, weil sie der Fleisch-geruch und das Licht in den Häusern anlockt. Wer der guten Sache seine Dienste weiht, sieht allerdings anders aus. Wie wär» Kinder — wollt ihr einen Versuch machen? Werst diese verdammten Helme fort und nehmt dafür das weiße Barett. So wahr, als heute das heilige Osterfest ist, verspreche ich euch, daß ich denje-nig«n, welche jetzt rufen: „ES lebe der König !" das Leben schenke, und daß ich sie unter unsre Truppen aufnehmen will; sie sollen es so gut haben wie unsre Soldaten." Bevor der gute Pater noch geendet hatte, warfen alle ihre Helme auf die Erde, und die lauten Rufe „Es leb« der König. Es lebe der Feldprediger!" hallten von den Felsenwänden wieder. Die armen Teufel! Sie hatten solche Furcht vor dem Tode, und all' die guten Sa-chen, die da im Schutz der Felfen brieten und „N«tsche Wicht." gemacht zu haben. In letzter Stunde noch be-gab sich eine Deputation von Kammermitglie« der» zum Grafen Wurmbrand, von demselben eine Erklärung über Dessen künftige Parteistellung verlangend. Graf Wurmbrand bemerkte, daß er eine solche nicht geben könne, sprach jedoch die Versicherung aus, daß er womöglich in noch größerer Opposition gegen die Regierung stehen werde. Obzwar diese Antwort die Kam-mermitgkieder nicht vollends befriedigte, so wurde Herr Graf Wurmbrand doch gewählt, denn eS war keine Zeit mehr einen neuen Candidaten aufzustellen, welcher der Mehrheit der Kammer-Mitglieder entsprochen hätte. Gegen Herrn Ja-cob von Syz. welcher von einigen Kammerrä-then unter der Moiivirung, daß er aus den Boden des Programmes des steirischen Partei-tage» stehe, vorgeschlagen wurde, sprach Herr Remschmiedl, welcher betonte, daß Syz ein Feind des Gewerbestandes sei. Dem Begehren des FabriksbesitzerS B l e i ch st e i n e r. die Sitzung behufs einer Besprechung zu unterbre« chen, denn er könne weder einen Gegner der Gewerbereform, noch einen Gegner des deut>ch-nationalen Programmes wählen, — wurde nicht Folge gegeben, uno so fiel die Wahl aus Grafen Wurmbrand, von den, die heutige Num-mer des clericalen „Grazer Volksblanes" nicht mit Unrecht sagt, „daß dessen Eandidatenrede einem Faustschiage auf die überspannten Deutsch-nationalen gleichkam." Er erhielt 25 Stimmen; 8 Stimmzettel waren für Syz und 4 Stimm-zettel leer abgegeben worden. Gottschee, 8. Juni. (O.-C.) sZ u den ReichsrathSwahlen.s ES waren un-würdige, empörende Vorgänge, di« sich am 5. d. M. b?» der engern Wahl zwischen Schukle und Margheri in den Städten und Märkten Unterkrains abspielten. Man hört geradezu un-glaubliche Geschichten: der geübt« Terrorismus hatt« bisher in Krain nicht seinesgleichen. Der Aera Winkler blieb es vorbehalten, einem Stre-der wie Schukle zu Liebe eine Bewegung her-vorzurufen, di« «inem völligen Aufruhr glich. Ihr Verdienst ist es. Recht und Billigkeit hie-bei aus den Kops gestellt, jedes politische An-standsgesühl verhöhnt und die „freie Wahl" zu einem Possenspiel herabgwürdigt zu haben. Wenn man bei der Verisicirung nicht blind und taub ist für alle die Willkürlichkeiten, die haar-sträubenden Pressionen, die Jedermann, sei e» nun Deutscher oder Slovene, auf« schärfste ver-urtheilt, muß diese Wahl ungiltig erklärt wer-den. ES sei gestattet eme kleine Blumenlese der Ungeheuerlichkeiten, die nur in Gottschee diese Wahl begleiteten, anzuführen. Die Beamten der politischen Behörde erhielten den stritten Auf-trag, ihre mit dem Namen Schukle's augefüll- kochten und von denen der Duft zu ihnen drang, waren gar zu verführerisch nach all dem erlit-tenen Mangel. Selten nur mag dem Präten-denten Carlos ein Hoch so aus tiefste« Her-zensgrund« gebracht worden sein, wie «s seilen» dieser Leute geschah. „Man gebe ihnen schnell etwas zu essen," befahl der Priester lächelnd. „Wenn die Wölfe so laut heulen, haben sie scharfe üähne." Die Gefangenen entfernten sich mit ihren neuen Waffenbrüdern. Nur einer von ihnen, der jüngst«, blieb unbeweglich vor dem Pater stehen. Seine stolze und entschlossene Haltung stand in seltsamem Widerspruch zu seinen kindlich«» Zügen, ein kaum bemerkbarer Flaum be-deckte seine blassen Wangen. Der Rock, den er trug, war vi«l zu groß für ihn, «r bildete aus den Rücken uud an den Aermeln mächtige Fal« ten, er fiel über das feine Handgelenk und ließ durch seine Weite di« ga»ze Gestalt noch jün« ger und zierlicher erscheine». Wie Fieberglut leuchtete e» in seinen Augen — es waren die großen Augen des Arabers, deren Feuer an spanischer Flamme entzündet ist. Der Blick dieser flammenden Augen fiel de« Feldpredi-ger auf. „Was willst du noch?" fragte er. „Nichts. Ich erwarte nur, daß du über mein Schicksal entscheidest." „Dein Schicksal ist das deiner Gefährten. 1835 ten Stimmzettel vor der Abgabe dem Bezicl«. hauptmann vorzulegen. Unter der Bürgerichai-, suchte» vornehmlich drei Individuen Summn zu gewinnen, von denen eines nur deutscher £«• müthigkrit sein« Anwesenheit verdankt, während sich die beiden andern auch keiner Iympaid« erfreuen, dieselbe aber durch eine größere Per-tion .— Liebenswürdigkeit erzwingen zu konna glauben. Einer dieser Ritter ohne Fuchl sprachen wurde. ÄlS das nicht verfing, a> schien bei letzterem ein gewisser Prestlmk, sei» neS Zeichens Fli^schustsr, nunmehr aer 3» trauenspersoa bei der Bezirtshauptmannschasl, mit der directen Anfrage nach dem Preise seiner Stimme. Dem Gastwirh Röthel wurde »® blümt der Nachlaß einer Strafe wegen Gesällt. Übertretung, dem Religionslehrer am hiefuja Gymnasium. Herrn Komlijanec, die Bezirtt-schulinspectorSstelle zugesagt, dem Spengler in» Aichmeister Hutler mit der Kündigung des Ach-amtes gedroht, kurz, jeder Wähler, bei dc» die „Politischen" eine schwache Seite voraus setzten, wurde bei dieser gepackt und mit Bn> sprechungen zu ködern gesucht. Die meisten m> verstanden, wie es aber in jedem größeren >?-> meindewesen Halbe und Unverläßliche gibt, so auch hier. Um solche in Sicherheit zu wiegt» und vor Verlegenheiten zu schütze», theilte «« doppelte Stimmzettel aus, den einen für ta Regierung»- den andern für denParleicandidilii, so daß sie nöthige» Falls unbequeme» Fragn» Sand in die Augen streuen konnten: ein Vorgeju. wozu sich jeder selbst den Commenlar mach« kann. Die Mameluken WinklerS thaten ihre digkeit, sie thaten sie so gut, daß ihr Herr«,» Meister vorläufig wenigstens seine Aceuve ha!« kann. Nur ist zu fürchten, daß fte im Ueber« eiser übers Ziel schössen, denn wie ich h#», wird ein Protest gegen die Gültigkeil der vorbereitet. In Möttling sind »ämlich 24 Zu» nie» von der Landbevölkerung abgegeben w» den. sonach gesetzlich unzulässig. ES wäre die-unter normalen Verhälnissen ein hinreichend« Grund, Herrn Schukle zu Fall zu bringe», ä möge daher nicht zu früh frohlocken, es wäre oug-(ich, daß der Berificirungsausschuß, selbst ictni er d«n von ode» grübt«» Druck als standv erkenne» sollte, dennoch ein Haar in der ZiM Ich habe niemand ausgenommen, sondern euch alle begnadigt." „Die andern sind Feiglinge und Ser-räther. Ich allem habe in ihren Rus nichl m-gestimmt." Der Priester erbebte und sah \tm scharf an. „Wie heißest du?" — „Tonio Vival." -„Woher bist du i — „Aus Puycerda." -Wie alt?" — „Siebzehn Jahr." — „Hat denn di« Republik keine Männer mehr, daß sie schon Knabe» zu ihrer Vertheidige anwirbt?" „Man hat mich nicht angeworben, Pato. Ich bin freiwillig mitgegangen." „Weißt du denn nicht, du Tolltostf» daz ich mehr al» ein Mittel habe, um dich j» zwingen, „Es lebe der König!" zu rufen „Ich verachle deine Mittel!" ruf der Jboie mit stolzer Handbewegung. „Du willst also lieber sterben l>" — .Hin» dertmal lieber." — „Gut den» — du icirt sterben!" Der Priester gab ein Zeichen und s«> fort stellte sich ein Peloton, zur Epoxu» bereit, dem Verurtheilten gegenüber aus, 8c mit keiner Wimper zuckte. Angesicht» der Verachtung, dieses Heldenmuthes kaum« der Priester eine Regung de» Mitgefühl» doch ich unterdrücken. 1885 fmtat irab Schukle von der im Schweiße seines Z,gesichte» »klommen«, Höhe stürzen. Liibach, 8. Juni. (O.-C>) fZur Wahl Professor Schukle's in Unterkrain,j welche schon seit Monaten von sich reden machte md nunmehr zu dessen Gunsten entschieden mr!e. signalisin die slovenische Presse ein Nach-fsiel. Der Verisications-Ausschuß soll nämlich bestimmt werden, die Annullirung dieser zu be-«nagen. Die „radicale Partei" in Krain hat. — »ohl etwa» spät. — nach vollzogener Wahl die Entdeckung gemocht, daß ein Theil eines Laodwahlbezirke» mit den unterkrai-»ischen Städten und Märkten mitgestimmt, und dadurch di« Wahl Schukle» entschieden habe. 8ie dem auch sei, wir möchten hier constatiren, daß die ehrenwerthe slovenische Presse in dieser interessanten Wahlaffaire aus einmal die Existenz von Deutschen in Unterkrain — u. z ab« gesehen von Gottschee — zugestanden hat, und daß sie. mit „SlovenSki Narod" an der Spitze, die Gerechtigkeit der deutschen Wähler, und da-mit deren Stimmen gegen Schukle in die Schran-len rief. In der That haben sich tie Deutschen ««schloffen, für Margheri einzutreten. Dies ist geschehen, und die Deutschen werden ihre Gründe dafür gehabt haben. AuS diesem Verhalten folgt jedoch keineswegs, daß jene flovenifche Presse, Bricht die Deutschen Unterkrain» stets in der adärmlichsten Weise behandelt, und die sich »amntlich über die Bewohner Gottschee'«, deren Sprache und Sitten in frivolster Weise zu be-listigen pflegt, für den Fall einer Neuwahl aus die Summen der Deutschen Unterkrain» für Zivtcke der slavophylea Ultra» so ohneweiterS rechnen darf. E» ist in der dunklen Geschichte de» krainifchen Deutfchthum» der Jetztzeit wahrhastig ein glänzende» Blatt, aus dem die 104 teulschen Stimmen verzeichnet stehen, die au» de« unkerkrainifchen Städten für den allgemein geachteten Dr. v. Wurzbach, den deutschen Can-dttoten. abgegeben worden sind, und wirklich bat diese männliche That, diese Kraftäußerung «heblich mehr gewirkt. olS die schönsten Pro-teste und Erwägungen jeneS Parteiausschnittes, dessen politische Ueberzeugung und nationale» Be-»ichtiein Herr von Schwegel repräsentirt. Diese 104 Mann sammt Anhang und Zuwachs, welcher sich au» Deutschen bilden wird, die dem Trafen Margheri vor der Canditatur Würz-dach'S ihre Stimme zu geben zugesagt hatten, n) die nunmehr ihres Wortes entbunden sind, »erden der slovenischen Schandpreffe nicht zu Killen sein, und wohl den eigenen geraden Weg »atideln. Schjostem, 9. Juni. (O.-T.) fA l l e r l e i.] Seit der Zeit, da der hiesige Gastwirth Herr „Haft du noch irgend etwas zu sagen ? Lillst du essen? Willst du trinken?" „Nein!" erwiderte der Jüngling. „Aber ich bin ein guter Katholik, und ich möchte nicht vor Gott hintreten ohne zuvor gebeichtet zu haben." Der Feldprediger hatte die Stola und da» Chorhemd noch nicht abgelegt. .Knie nieder," sagte er und nahm dabei selbst aus dem FelS-block Platz. Die Soldaten traten ein wenig bei-seite und der Verurtheilte begann mit leiser Stimme: „Segne mich, mein Vater; ich dir. ein Sünder gewesen —" Während der Beichte krachte und knatterte plötzlich von Gewehrfeuer. Immer heftiger «irde da» Schießen — vom Hohlweg, der in die Schlucht führte, drang e» herüber. „Zu den Waffen." schrien die Wachtposten. Der Priester sprang auf, ertheilte seine I Befehle und commandirte di» Truppen nach «rschiedenen Richtungen ab. Er selbst hatte eine kurze Flinte ergriffen, ohne sich auch nur Zeit zu nehmen, sein Ornat abzulegen. Plötzlich »andte er sich um und gewahrte den Jüng-tilg, der noch immer aus den Knien lag. „GaS thust du hier noch?" „Ich erwarte die Absolution." .Richtig," erwiderte der Priester, „dich hatte ich vergessen." Langsam erhob er seine Hand und legte „PeuMt Michael Bresnig, Herrn Dr. Foregger seine Stimme nicht gab, sind die hiesigen Slo« venen, Herr Notar Katschitsch an der Spitzt, die eifrigsten Besucher dieses Gasthauses, trotz-dem lich Herr Katschisch verschworen hatte, bie-ses Hau» nicht mehr zu betreten; hingegen haben obige Pervaken den Besuch der Gasthäu-ser „Gollob" und „Scharner", wo sie srüher oft einkehrten, gänzlich eingestellt, natürlich aus dem einfachen Grunde, weil letztere für Dr. oregger stimmten. Es wunderte uns blos, wi» err Bresnig. der bekannter Weise im Vor-jähre in den Pervakenblättern aus die gemeinste Art und Weise verrissen wurde, sich noch auf di« slooenische Seite stellen konnt«. — Der Si«g der Deutschen bei den ReichSrotSwahlen für Städte und Märkte hat dem hiesigen Pfarr-provisor Herrn Goveditsch großes Leid berei-tet. Er äußerte sich zu einigt« Personen sehr unwillig darüber. Herr Goveditsch möge etwas vorsichtiger sein und die Deutschen nicht zu Ge-genäußerungen reizen. Sapienti sat. Kleine Hhronik. [Narodnt Dom in Laibach.j Die Gesellschaft zu» Erbauung eine» allgemeinen slovenischen Nationalhauses hielt vor einigen Tagen ihre Generalversammlung ab, in wel-cher die ganze Kläglichkeit de» slovenischen Nationalbewußtsein» in Krain einen ziffermä-ßigen Ausdruck fand. Der Bericht, welcher ohne Zweifel verhältnißmäßig gelinde und besser-färbend gehalten ist. beklagt die große Theil-nahmSlosigkeit der Slovenen in Angelegenheit der Effectenlotterie, welche, trotzdem der Zieh» termin um ein Jahr verschoben und die Nation allwöchentlich mit den feurigsten ZeitungSarti-keln aufgefordert wurde, durch den LoSkauf den Nationalsinn zu bethätigen, mit einem Fiasco endigte. Nach Abzug der Steuern und Gewinnst-kosten werden uur ungefähr 10.000 fl. dem Unternehmen zufallen, zu welcher Summe jedoch Böh-men und Croatien mehr als die Hälfte beisteuerten. Bei den slovenischen LoSverkäuferu blieben, wie der Bericht ausdrücklich erwähnt, uneinbringliche Forderungen in der Höh« von 5700 fl. Das sollt« man denn doch kaum für möglich halten! [D i e Leichenverbrennuug nicht g«st a t tet.j Wte die „Wiener Medicinische Wo-chenfchrift" mittheilt, hat das Ministerium de» Innern im Einvernehmen mit den Ministerien der Justiz und des Cultus die Eingaben, bc-treffend die Leicheverbrennung. selbst die facul-tative. als nicht zulässig zurückgewiesen. Dieser Bescheid de» Ministerium» enthält kei.ierlei we-sentliche Motivirung und beruft sich einfach auf das im großen Publicum dagegen herrschende Borurtheil. sie dann segnend auf da» junge Haupt, da« sich vor ihm neigte. Dann blickte er suchend um sich — das zur Execution bestimmte Peloton war infolge de« unerwarteten Angriffe« nicht mehr zur Stelle. So trat der Priester denn einen Schritt zurück, erhob da« Gewehr, legte auf fein Beichtkind an und schoß e« nieder, daß e« lautlo« zu Boden sank. Les miserables. Ein Rachtbild aus dem Berliner Leben. Es war, wie man zu sagen pflegt, «in wahre« Hunbewetter. Langsam unb stetig rie-,elte feiner Regen herab, untermischt mit Schnee-flocken, die Gasflammen tanzten vom scharfen Nordost getrieben irrlichtartig hin und her. E« war in der zwölften Nachtstunde, wir standen unser drei an der Charlotten- und Leipziger-straßenecke und erwarteten den letzten Wagen der Pferdebahn, der un« hinau» nach dem Geheim-rathSviertel in unser Heim führen sollt«, ob-gleich keiner von un« Geheimrath ist und auch keine Aussicht hat. e« je zu w«rd«n. Der Wagen war mcht zu sehen, wir traten in einen Hau«-flur. da keine Nothwendigkeit vorlag, uns durch-weichen zu lassen. Wir waren gerade im Be-griffe, un« in eine hochinteressante DiScusfion über einen am selben Abend schmählich verlo-renen Null - Ouvert einzulassen, da löste sich «ine Gestalt au« dem tiefdunklen Hintergrunde 3 [V o in Begräbnis Victor Hugo«.] Einige pfiffige Industrielle hatten am Tage der Bestattung de« großen Dichter» Leitern an den Bäume» angelehnt und luden die Schau-lustigen ei», für den mäßigen Prei« von 2 Sou« dies« Leitern sich zu bedienen, um die Bäume zu erkletern. Eine Schaar Neugieriger folgte dieser Einladung und nahm auf den Aeften der Bäume Posto. Al« sie jedoch von ihrem Belvedere herabsteigen wollten, waren die Lei-tern entfernt und di« Entrepreneur» erklärten, daß da» Hinaufsteigen allerdings nur 2 Sou«. das Hinabsteigen jedoch 2 FrS. koste, die selbst-verständlich im Vorhinein bezahlt werden müß-ten. Einzeln« waren muthig genug, den Stamm entlang herabzuklettern, die Meisten jedoch zo-gen e» vor, mit saurer Mieye den erpreßten Tribut zu entrichten und brauchten selbstver-ständlich nach dem Schaden für den Spott nicht zu sorgen. ^Eine neu« kath. Uaiv«rsität.j In «wer seiner letzten Reden that der hollän» dische Abgeordnete Dr. Sharpman den Au«-spruch, daß da« Entstehen einer katholischen Universität in Holland unausbleiblich sein wird. sE i n Wohlthäters Vor etwa Iah-reSfrift spendete unter geheimnisvollen Umstän-den ein ungenannter Menschenfreund dem Wiener Gemeinderath zu wohlthätigenZwecken die Summe von hunderttausend Gulden. Nun hat derselbe Anonymus abermals die Summe von hundert-tausend Gulden zu gleichem Zwecke gewidmet. Die Vermuthungen, die man über die Person dieses geheimnißoollen Reichen geäußert hat. führte» zu keinem positiven Resultat. sW eidliche Beamte in Ruß» land.) Die „PeterSburgskaja Gazeta" meldet, daß wahrscheinlich in nächster Zeit die Gleich-derechtigung weidlicher Beamter mit den män-lichen in Bezug auf einig« Aemter bei den ruf-fischen Eisenbahnverwaltungen als Regel ange» nommen werden soll, und zwar bezüglich der Pötten von Cafsiren, Eontoristen und Rechnung«-beamten. sEin sonderbarer Heiliger) ist in Bengalen aufgetaucht, welcher der „Times of Jndia" zufolge die Gade besitzen soll, un-heilbare Krankheiten zu- kuriren. Während der jüngsten kalten Witterung brachte er 51 Tage in einem Wasserbehälter, in welchem ihm das Waffer di» zum Kinn reichte, zu, und jetzt lebt er in einem sech« Fuß liefen Grabe. Da« Grab ist gänzlich zugemauert worden, mit Ausnahme eine« kleinen Loche« von etwa zwei Zoll im Durchmesser, durch welche» ihm seine tägliche Nahrung gereicht wird, die au» einer Apfelsine oder etwas Granatapfelfaft nebst einer Mandel besteht. In diesem Grabe will er ohne Unter-drechung 51 Tage zubringen. Durch da« er- de« Hausflurs. „Meine Herren," so klang e» un» entgegen, „wollen Sie em gutes Werk thun, so schenken Sie mir zehn Pfennig, damit ich diese Nacht unter Dach und Fach schlafe» kann!" Fürwahr, dieser Appell in einer solchen Nacht von Menschen an Menschen gerichtet, verhallt nicht ungehört; im Nu hatte jeder von un« dreien einen Nickel in der Hand. „Wo werden Sie aber für zehn Pfennig schla-fen können ff so wandte ich mich an den Al« mosen heischenden und überreichte ihm di« drei Groschen. „Besten Dank meine Herren, und wo ich für zehu Pfennig schlafen kann, die« Local ist nur wenige Schritte von hier." „Dann ist die« Local wohl eigentlich eine Penne?" so fragt« ich nrugierig. „Nein, mein Herr» eine eigentlich« Penne ist'« nicht, man schläft auf einem Stuhle." war die Antwort, die meine Freunde «ad mich mit Erstaunen erfüllte. „Kin-der." sagte ich, mich an meine Gefährten wen-denv. „die« Local müssen wir kennen lerne«, wir gehen mit diesem Maa«e, er wird un« führen." Ich will aufrichtig sein. Hald aus Uebrrmuth, halb au« Neugier machte ich den Vorschlag, und so gingen wir dahin, an unserer Seite den neuen Begleiter, der uns mit scheuen Blicken musterte. Nur wenige hundert Schritte, und unser Führer machte vor einem Hause halt, vor dem ein« roth« Laterne, wi« sie vor Re» stanrationen gebräuchlich ist. brannte. „Hier 4 wähnte Loch ist eine Schnur gezogen, bettn äußere« Ende an einer Klingel befestigt ist, die an einem Bambusrohre angebracht ist, um ihn in den Stand zu setzen, im Falle einer Gefahr oder eine« Unglück« ein Signal zu geben. Er b-dient sich der Klingel auch, um Anfragen nach seinem Befinden zu beantworte». Das Klingeln bedeutet, daß er sich wohl befindet. Der Heilige stieg in da« Grab mit einem Bett, einigen heiligen Büchern, zwei oder drei Fla-scheu Rosenwasset und einigen Phiolen Rosenöl, worauf die Oeffnuug zugemauert wurde. Ring«-um wurde Erde ausgeschüttet und Blumen da-rin gepflanzt, die, da sie regelmäßig begossen werden, bübsch gedeihen. De« Rosenwasser« bedient sich der Heilige zum Waschen seine« Gesicht«, seiner Hände uno Füße, ehe er seine Gebete verrichtet. Kürzlich langte »ine Geldan-Weisung an seine Addresse von Bombay an, welche zusammengerollt durch da« Loch in das Grad geworfen wurde. Bald daraus sandte der heilige Mann den unterzeichneten Empfang«-schein auf d«mWb»n Wege zurück. (Da »r kem Llch« mitgenommen hat, so leuchtet ihm zum Lesen und Schreiben wohl seine eigene Heilig-feit ?) (350 Menschen verschüttet.] In Haughlhon, Grafschaft Durham i in England) fand ein» Explosion schlagender Wetter statt, bei welcher 350 Bergleute verunglückten und von den einstürzenden Erbmassen begraben wurden. (Ein merkwürdiger Selb st» Mordversuch.] Ein iH-jährige« Dienstmädchen in Bromberg, das von seinem Bräutigam verlassen worden war, versuchte auf eigenthümliche Weise sich den Tod zu geben. Nachdem die Unglückliche gebeichtet und ihre Kleider und sonstigen Hadseligkeiten an Verwandte vertheilt hai'e, ging sie in den Wald um dort zu ver-hungern. Fünf Wochen soll sie nur von Quell-wasser und etwas Sauerampfer lebend dorl zugebracht haben, bi« sie von Reisigsammlern in ganz erschöpft,»« Zustande, in einer dichten Schonung auf Tüchern und Decken liegend, gefunden wurde. Man brachte sie nun zu ihrer in der Nähe wohnenden vecheiralheten Schwe-ster in Pflege. |E i n e n Beitrag zum Kapitel des Aberglauben «1 liefert der „Odcssky WjcHtnik11 mit folgender Mittheilung. Der griechische Gencralconsul in Odessa, Vunna und dessen Bruder kauften im podolischen Gouoer- > nement ein Gut und verpachteten dasselbe an einen Bulgaren. Zufällig hörte es von dem Tage der Ankunft des neuen Pächters in der Umgegend des Gutes auf zu regnen. Diese Er-scheinung schrieben die Bauern der Ankunft des Bulgare» zu, welcher den Rege» durch Zaube-rei vertrieben haben follte. Ohne sich lange zu ist'«." sagte er, voraussetzend, daß wir nicht weiter mitgehen würden. Doch ich sagte ihm, daß wir die Schlafstellen selber sehen wollten, und fo ging'« durch einen stockfinstren Flur, bann über einen Hof, bet durch au« Parterre» räumen bringende« Licht ungewiß erleuchtet war. Wir stauben vor einet Gla«thüte, noch zögerte unser Begleitet, boch al« et uuse« bestimmte Absicht erkannte, öffnete er, unb wir traten ein. Einige Secunben wahrte e«, ehe unsre Augen sich an da« durch zwei herabgeschraubte Ga«-flammen hervorgeruseue Halddunkel gewöhnt hatten, dann aber bot sich unseren Blicken ein merkwürdige« Schauspiel bar. Um die Tische herum laß eng an einander gerückt Mann an Mann, den Kopf auf den Tisch gelegt und schlief. Doch auch an den Wänden stand Stuhl au Stuhl mit schlafenden Gästen, die den Kops gegen die Wand lehnten, außerdem schien e« »n«, daß auf einem Billard, welche« entfernter vom Eingänge stand, dunkle Gestalten lagerten. Recht« vom Eingange aber, ganz am Ende de« langgestreckten Raume« brannte übet einem Schanktische eine helle Gasflamme, hinter dem Schanktisch gewahrten wir eine mit Geldzählen beschäftigte Frau. Nachdem da« erste Etstau-uen überwunden war, traten wir aus dem Dunkel hetau« unb näherten uns, unsern Be-gleitet zur Seile, betn Büffet. Wir traten in ,,pe*tW« Macht." besinnen, nahmen die Bauern den Bulgaren fest und fetzten ihn in einem Brunnen, wo sie ihn auch zwei Tage sitzen ließen. Vielleicht hätte der Bulgare noch lange in der improvi-sirten Wanne sitzen können, hätte e« nicht plötzlich geregnet. Dann erst zöge» die Bauern den schon halbtodten „Verschwörer" au» dem Brunnen. >A u ch eine B i 11 st e l l e r i n.j Kürzlich erschien bei uner ber höheren Regierungsbehörde» in Petersburg ein alte« Mütterchen in zerrissene» Kleidern, welches dem betreffenden Beamten eine Bittschrift überreichen wollte. Wie der „Pet. List." berichtet, kramte sie längere Zeit in ihren Taschen umher und zog endlich ein zusammengelegte« Papier hervor. Lächelnd sah der Beamte sie an und fragte, was sie eigentlich wünsche. „Ich bitte um Unnterstützung, flehte die Alte. „Was Sie mir da gereicht haben, ist aber ein Billet der Reichsbank über 1000 Rubel," entgegnete der Beamte. „Ach. entschuldigen Sie, ich habe mich vergriffen!" stößt die Alte hervor und fördert nun in der That die Bittschrift ans Tageslicht. Im Ne-benzimmet wurde nun eine kleine Taschenre-vifion ber Bittstellerin vorgenommen und — man fand noch zehn eben solcher Billette bei ihr vor. [D et Hecht al« Vogelftesse t.] Ein Bürget in Dtiefen kaufte einen ziemlich schweren Hecht, in dessen Magen sich beim Schlachten eine — Bachstelze vorfand. Von derselben war nur erst etwas von den Fleisch-theilen verdaut. („Elektrische Sprossen."] Die jungen Damen, welche das Sonnenlicht hassen, da eS den zarten, rosenrothen Anflug der wei-ßen Wangen durch ein bäurisches Roth ersetzt, werbe» wohl dem elektrischen Licht ewige Feind-schaft schwören, wenn sie ersahten, daß dieses i» seiner Wirkung sogar der Sonne übet ist. Die Grlehrten habe» eS entdeckt: schon das Licht einer elettrischen Lampe, dessen Stärke nur 1000 bi« 2000 Kerzen beträgt, verändert unsere Gesichtsfarbe nach einer Stunde, und Lampen von 10.000 bis 20.000 sollen in kur» zet Zeit die Haut intensiv rothen. Wenn die elektrische Lichtfluth »n den Theatern noch mehr zunimmt, so wird vielleicht noch eine neue Krankheit entstehen: „elektrischer Sprossen" als Seitenstück zu den berüchtigten „Sommer» sprossen." . [,äic transit gloria rnunili.*] Unter bieser Ueserschrift ladet am schw >rzen Breit der Berliner Universität ein früherer Studios»^ der Medici» die Kommilitonen zum Besuche seines Restaurants ein. (Schlaue Umgehung.] Ein Marjeil-ler Kaufmann starb, der mit 25.000 Francs angefangen und in seinem Geschäfte Millionen den Lichtkreis der das Büffet erhellenden Flamme, die Frau sah auf, und als sie uns erblickte, fuhr ein metkwütuiget Zug beS Erstaunens über ihr Gesicht. Sie rief einige Worte hinter ben Büffetschrank, hinter welchem jetzt ei» gro-ßer Mann hervortrat. „Was wünschen die Herren?" so wurden wir angeredet. Wir ver-langten Bier für un«, für unsern Führer etwas zu essen und ein Gla« Grog. Wir sahen un« nach Stühlen um, in wenigen Augenblicken waren sie gebracht; wir hielten nunmehr ge-nauere Umschau. Unsere Ankunft hatte die dumpfe Ruhe d»r Räume vollständig gestört, überall reckten sich Köpfe in die Höhe, richteten sich neugierige Augen auf uns und näherten sich ftagwütdige Gestalten unserm Platze. Am AuSgange de« Local«. so weit wir das Dunkel zu durchgingen vermochten, stand ein Haufen dunklet Gestalten. „Was ist den» geschehen?" so wendeten wir un« fragend an unsern Führer und dieser erklärte, daß man uns für Polizei-beamte hielte, die an der Thür stehenden er-warteten nur ben Moment, um eventuell sofort entfliehen zu können. Sie hatten gewiß etwas auf bem Kerbholz, doch wir beruhigten unsern Begleiter und nach wenigen Minuten hatten wir eine Musterkarte von Gestalten um un«, die nur die Großstädte beherbergen: Gefallene, Obdachlose, Verwahrloste und gewerbsmäßige 1885 gewonnen hatte. Er hinterließ einem Freunde das Vermögen mit der Bedingung, daß er ihm 25.000 Fr. in den Sarg lege. Der Erde sucht» nach einem Mittel, um sich dieser Ber-pflichtung zu entziehe«, und entdeckte schließlich folgenden Ausweg: „Halt! ich lege ihm «tue« Chek bei, et kann ihn dann einlösen wann « will." (Verwandtschaft.] Herr: ,,-ind c:e mit der Dame verwandt ?" Student: „Nur sehr entfernt. Sie ist die Kaffeeschwester von der Schwester meines Eouleurbruders." (Der Gipfel der Faulheit.) 1: „Ich sage Ihnen, dieser Mensch, der B., ist io faul, daß es ihm sogar beschwerlich wird, Du Umdrehung der Erde mitzumachen." Deutscher Schutverein. Storv, 8. Juni. (C.-E.) Die im verga» genen Jahre tun so großem Aufsehen gegrui-dete Ortsgruppe St. Georgen hielt gestern Uin diesjährige Jahresversammlung ab. Zu derlei» ben hatten sich aus Nah und Ferne unsere »a» deren Gesinnungsgenossen eingebunden, um Durch recht zahlreichen Besuch auf die Angnff« Da Pervaken Antwort zu geben. Die Versammliuq nahm einem der Sache würdigen Verlaus. — Dem von Herrn Wiesend erstatteten Ktchw schaftsberichte entnehmen wir, daß der Lorilmiü es unterließ, die Arbeiterschaft an den Tertia heranzuziehen, indem et auf diese Weise die Angriffe zu Schande» machte, welche unser« gegnerische Presse in gewohnier lügenhafter Weise gegen den deutschen Schulverein erhob. Zu Einnahmen waren infolge dessen geringer, al« es ursprünglich erwartet wurde; „wir glaubte» jedoch," sa ue Redner, — „der deutschen Lache mehr zu nutzen, wenn wir nur rein Deutsche Elemente an un« heranziehen, und auf Diese Weise allen Verdächtigungen aus dem gehen." — Bei der hierauf vorgenommene» Vorstand Swahl wurden einstimmig nachstehe»)« Herren gewählt: Dr. Ioh. Siepischnegg, mann; Arthur Wiesend, Schriftsühret; Erich Sieber, Zahlmeister und I. F. -chcscherko, Zahlmeister-Stellvcrtreter. — Herr Dr. 3tt-pischnegg ergriff nun das Wort, um den fc gliedern zu versichern, daß er Alle« aufbiete» werde, um die ihm angebotene Stelle ganz iUi-zusüllen, indem er hervorhob, daß er, obwohl ei» St. Geotgener, ganz im Gegensatze zu den aii-dem Georgenern immer da« schwarzrothgolde« Banner hoch gehalfn habe, und mit ganzer Manneskraft für deutsche Sache, für deutsche Cultur und für deutsche Sprache eingetreten sei. Dies« Ansprache rief eine Begeisterung unter den Arbeitern hervor, wie sie selten de merkt werden kann ; es traten auch sofort mehrere Ar> beitet bet Ortsgruppe bei. — Bezüglich Jet Verbrecher, welcher Ort zu Studien 4 la Zab! Sie ließen sich« munden, unser Bitt und -rillen, abjt auch mancher begehrliche Blick fcastat auf unfern Uhtketten. Doch wir waren sicher, denn Mitleid verschafft Sicherheit und taieii Vertrauen und wir wandten uns fragend a» einen alten Mann mit grauem Haar, Deffa Gesicht, verwittert und vergrämt, von besseren Tagen zu erzählen schien, wie er hierhergcko»-men. „Eine Geschichte, wie sie jeden Tag o«c-kommt." so sagte er, „es ist überflüssig. Darüber ein Won zu verlieren. Mau fällt, keine liilf-reiche Hand ist da, emporzuhelfen, man sinkt immer tiefer. Seit drei Wochen schlafe ich hier die Nacht für fünf Pfennig. Das ist der Schluß I' „Fünf Pfennig?" fragten wir verwundert, „»» ser Begleiter jagte doch zehn! ES war «in»» beschreiblich bitterer Zug, der ben Mund di« Mannes umzog, als «r antwortete: „sie irre», auch hier giebt eS PatiaS. E« giebt eineölaj-sisication des Elend«! Für zwanzig P'emi, schlaft man auf dem Billard, für zehn Pfeiung sitzt man und stützt den Kopf aus den Tisch, flr fünf Pfennig giebt'« nur «inen Stuhl!-- Auf dem Büffett aber standen sie aufgestapeil. Zweifennig- und Pfennigstücke; der Tribut, de» die Elenden dem Schlaf« spenden. Der Krei» um un« lichtete sich, ein jeder eilte seinem Platz« p. 1«85 Wahl eines Delegirten für bie Hauptversammlung in Teplitz wurde beschloßen, den Aussicht»-rath des deutschen Sch»loere>neS um die Ver- tretung zu ersuchet,. — Herr Dr. HigerSperger, lebhaft begrüßt, sprach dem scheidenden Vor« stände im Namen des deutschen SchulvereineS jür sein tactvolleS Benehmen den Dank auS. Er erwähnte, daß. wenn die Einkünfte auch ge-pkn die Erwartung zurückgeblieben seien, der €iiche jedenfalls mehr genützt wurde, als wenn Vtitglieder zuni Beitritte gepreßt worden wären. Hieraus wurde die Versammlung geschlossen. Die Theilnehmer derselbe« blieben jedoch noch längere Zeit beisammen und würzten den traulichen Verkehr durch deutsche Worte und Lieder. [Di? tausendste Ortsgruppe.] Camttag den 13. Juni Abends 7 Uhr findet in Klosterneuburg im Gasthause zur Schießstätte »ie Constituirung der Ortsgruppe Klosterneu-turg und Umgebung statt. Die Gründung die-j« Ortsgruppe erhält dadurch eine besondere Bedeutung, daß sie in der Reihe der Ortsgruppen des Vereines die Zahl 1000 tragen wird. Mehrere Vereine uud zahlreiche Ortsgruppen aben ihre Betheiligung ingemeldet, und steht u erwarten, daß sich die für den Verein so edeutsame Feier der Gründung der Ortsgruppe WM zu einem erhebenden und srohen Feste gestalten wird. Locates und Urovinciates. Cilli, 10. Juni. ^Auszeichnung.] Der Kaiser hat dem ilmiSdiener deS KreisgerichteS in Cilli, Franz Herko, in Anerkennung seiner fünfzigjährigen, treuen und belobten Dinstleistung das silberne Lerdienstkreuz zu verleihen geruht. sP e r s o n a l n a ch r i ch t e n.] Der Be-zirksgerichts-Aojunct in Paternion mit Dien-sle»verwendung in Bleiburg. Herr Earl Gett-scher, wurde über eigenes Ansuchen nach Villach »«jetzt. Weiter» wurden über eigenes Ansuchen rnseyt die Bezirksgerichts-Adjuncten Georg Kn ?os und Thomas Cajnkar u. z. ersterer von >rachenburg nach Paternion, letzlerer von Egg räch Tüffer. sB o n der Universität.] Der Kaiser hal dem Docenten der allgemeinen neueren und neuesten Geschichte an der k. k. Universität Graz. Tr. HanS Zwiedeneck-Südenhorst, den ?»(! eines außerordentlichen Univ rsitätspro-sesior« verliehen. sGoldene Hochzeit.] Der seit vielen Jthren hier domtctlirende und allseits geachtete ieinerzeilige Steuereinnehmer in Oberburg, Hr. Hosts Mainik und dessen Gattin Frau Eä-f'.lia Mainik geb. Hoffer begehen am 14. d. im engsten Famlienkreise das Jubiläum ihrer ror üv Iahren geschlossenen ungetrübten Ehe. Pioge ein gütiges Schicksal den Lebensabend der beiden Jubilare vor allen Bitternissen be-wahren! II m st «irischen Großgrundbe-sitz') wurden gestern zu Reichsrathsabgeord-neun gewählt die Herren: Graf Franz Attems mit 101 Stimmen, Ioh. P. Paur mit 89 Stim-mn>, Baron Hackelberg-Land au mit l00 Stimmn und an Sülle SKittet von Catneti'S Baron Moscon mit 101 Stimmen. Die consetva-liven Großgrundbesitzer waren zur Wahl nicht erschienen. [Die LeobnerHandelskammer] reriieh Herrn Baron Zschock das Reichsraths-»andai. i t v sEin Wahlauftus der Begeta-r> an et.] AuS Graz wird unS gemeldet: Auch die Äegetarianer traten diesmal mit einem Wahl-aufrufe hervor. In demselben wutde det Name det liberalen Kandidaten Ritter von Catneti «he» den deutsch-nationalen Eandidaten Dr. Pommer in Berücksichtigung gezogen. Cat-«ri, hieß e« in dem Aufrufe, kommt von caro (Fleisch). Pommer, dagegen von xomus (Frucht), darum könnten die Vegetariaaer nur Dt. Pom-«er wählen. .Sotjche fP o »t festn m.j Am 8. d., also brei Tage nach det statlgefundenen Reichsrathswahl, erhielten die hiesigen Patteimännet sud oouvort den Aufruf des Landeswahl-Comit^s von Graz aus zugesendet. Dies documentirt wohl am Besten die Verwittung, die in Graz geherrscht haben mag. (In Windifchgraz] roitd Herr Dt. Josef Schell, bishet Advocat in Wolfsbetg (Kärnthen), seine Kanzlei eröffnen. sNeue Feuerweht.] A»S Windisch-LandSbetg wird uns geschrieben, daß daselbst die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr im Zuge sei. Die am 7. d. stattgesundene bera-thende Versammlung verlies glänzend. In circa vier Wochen dürste somit Iteiermark eine Feuer-wehr mehr zählen. jS a n n b ä d e t.] Die Juni-Sonne macht ihte Rechte so intensiv geltend, daß fast Jeder-mann in den Fluchen der Sann Erquickung und Erfrischung sucht. Der Andrang zu den Bade-anstalten war heute ein ganz außergewöhnli-cher. Die Temperatur des Wassers hatte in den Nachmitlagsstunden bereits 19 Grade li. erteicht. Wenn wir dem vorgestrigen LooStage „Meiatdi" trauen dürfen, dann haben wir nicht nur vierzig schöne Tage, sondern auch eine ganz besonders belebte Badesaison zu gewärtigen. sU n t e r st e i r r-f ch e B ä d e r.] In det LandeS-Curanstalt Neuhaus bei Cilli sind bis 31. v. M. llS Gäste zum Curgebrauche ein-getroffen. , i , . , .. >A u s d i e T r o m m e l gekommen.] In Po.strau ließ daS Gemeindeamt am Abende vor der Wahl die Wähler aufmerksam machen, ihre Stimmen dem Eandidaten der national-clericalen Partei zu geben. Herr Dr. Raday wird über die Auszeichnung, auf die Trommel gekommen ;u sein, gewiß seine helle Freude ge-habt haben. jBrand einer Säge.) W»e man uns aus Marburg schreibt, soll dieser Tage die Ettendorfer Säge, Eigenthum des Herrn Liebig in Wien, ein Raub der Flammen geworden sein. sO p s e r der Sann.> Am 0. d. ertran-ken in der Nähe des Felsenkellers ju Römer-bad die sechzenjährige Restaurateurstochter He-lene Hübler und die Magd Theresia Fersli, während des Badens in der Sann. Die Leichen det beiden Vetunglückten wurden erst am nächsten Tage gefunden. jK i n d e S m o r d.] Die ledige Dienstmago Apollonia Lorger in Ponigl steckte ihr neuge-bornes Kind kopfüber in einen Tops und goß in letzteren dann eine Flüßigkeit. Selbstredend trat der Tod des Kindes rasch ein. Die un-natürliche Mutter wurde bereits dem hiesigen KrelSgerichte eingeliefett. jE x c e s s e.] Am Abende des verflossenen SonntageS war die Wieiterstraße in Cilli der Schauplay aufregender Excesse, welche von meh-reren Lederergehilfen provocirt wurden. Die Ge-dachten hatten nicht nur die Gäste im Schank-zimmer der Stadt Graz mit Stöcken bearbei-tet und hinauSge'agt, sondern auch auf der Straße Jedermann insultirt, der ihnen in die Nähe kam. Ein Polizeimann wurde bei seinem Einschreiten mit einem Ochsenzi mer so heftig geschlagen, daß der von ihm bereits Arretirte die Flucht ergreifen konnte; Landwehrmänner zogen, um den Polizeimann vor weiteren Miß-Handlungen zu schützen, die Seitengewehre. Nicht unbedeutend wurden be» den Excessen die Kul-scher Konez und Plachre verletzt. — In der gleichen Nacht gab eS auch in der Bahnhof-gaffe einen argen Scandal, welcher die Be- wohner au» ihrer Nachtruhe störte. * * IEiit beachtenS werthes Z e u g-Mühlscheib«, Post Kratzau, Böhmen. Euer . geboren! Apotheker R. Brandt's Schwei-zerpillen habe ich erhalten, und bin ich mit dem Erfolge sehr zufrieden. Gewöhnlich habe ich mit ungenügender Stuhlausleerung zu thun und da-durch entstehen die Mangel an Appetit und sonst noch andere körperliche Beschwerden. Bei Anwendung Ihrer Pillen aber wird die AuS-leerung genügend, in den Gedärmen wird e« 5 lebhafter, kräftiger und der Appetit viel reger; auch die GemüthSstimmung wird lebhafter und freudiger, ich kann daher Ihre Pillen nut sehr loben und jedem Menschen bestens empfehlen. In welch großen. Ansehen die Schweizerpillen in meiner Familie stehen, beweist der Umstand, daß ich seil ungefähr 4 Jahren (so lange ge-brauche ich die Pillen) 24 große Dosen verbraucht habe. Es ist nur zu bedauern, daß man in den Apoth'ken nur selten die echten Apotheker R. Brandt'schen Schweizerpillen be-kommt, gewöhnlich bekommt man nachgemachte und solche sind oft der Gesundheit mehr schad-lich als nützlich. Zeichne mich in vollkommen-stet Hochachtung Jht ergebenster Eduard Wagner. Da in Oesterreich verschiedene Nachahmun-gen von Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen existiren, so acht, man genau dataus, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kteuz in rothem Grund und de» Namenzug R. Brandt'S trägt. Literarisches. f„D eutsche Wochen schrif t,"] Ot-gan für die gemeinsamen nationalen Jntereffen Oesterteichs und Deutschlands. HetauSgeaebeu von Dt. Heinrich Ftiedjung, Wien. l. Teinsalt-straße 11. Inhalt von Nr. 23, vom 7. Juni 1885: Die Wahlen in Wien. Bon H. Fr. — Die Wahlen. — Fisch hos und WalterSlirchen. — AuS dem deutschen Reiche. Bon Carl Pröll in Berlin. — Die Zollunion zwischen Deutsch-land und Oesietreich-Ungarn. — Feuilleton: Antike und moderne Tragik. Von F. v. Kaps-Effenther. — Literatur, Theater und Kunst: Briefe von Nicolaus Lenau. — Waldlilie Von L-ophie Gräfin von Khüenberg. — Novelle: Unser Stammtisch. Zeitbild von Joses Bank. — Bücherschau. — Probenummern gtatiS und franco. Eingesendet.*) An Herrn Dr. Rada > in Marburg! Als ich am Wahltag« (2. Juni) in Marburg bei dem Hotel „Stadt Wien" vorbeiging, vor welchem Sie in Gesellschaft mehrer Herren standen, halten Sie sich nicht geschämt, mir mit der nur Ihrer aufstrebenden Nation eigenen Liebenswürdigkeit höhnend zuzurufen: „ob ich nicht beim Todtenmahle der Liberalen bleiben und in das Grablied für selbe miteinstimmen werde." Ich hatte eben Eile nach Hause zu kommen und es war keine Zeit mehr zu verlieren, um den Zug nicht zu versäumen, daher konnte ich Ihnen damals aas offener Straße nicht die gebührende Erwiderung geben. — Heute kann ich Sie versichern, daß es mir ungemein leid thut, daß ich der geselligen Vereinigung der li-beralen Wahlmänner serne bleiben mußte, denn wenn auch unser Candidat, der echte Volks-mann Dr. Schmiderer, in der Minorität blieb, so wurde doch ein Fest gefeiert, da« wohl eher einem Siegesfeste als einem Todtenmahle glich, wo alle Intelligenz und GeisteScapacitäten ver-treten waren? Ich frage Sie witziger Herr Doc-tor, was könnten Sie denn von letzteren in Ihrem dunklen Lager ausweisen? Haben auch Ihre unvergleichlichen Gesinnungsgenossen, im Bunde mit den „Gesalbten des Herren" unter Prosanation de» Allerheiligsten diesmal dem Streberthume zum Siege verholsen, — so kann ich Sie doch versichern, daß der Geist, der bei der ländlichen bis jetzt von der schwarzen Ca-marilla genassührlen Bevölkerung zum Durch-bruche gelangt, sich nicht mehr hinnen läßt. Ich pflege nicht Gleiche« mit Gleichem zu vergelten; aber hochverehrter Herr Doctor ich bedaure doch vom Herzen, daß S i e mit Ihrer Städte-Eandidatur nicht durchgegriffen; denn dadurch ist unser Parlament um eine Zierde gekommen und Urttersteiermark wäre durch das Quartett Hopfenmicha, Bo^idar Reich alias Raik, den deutschen Slovenen Baron Gödel und durch Ihre gewiegte Persönlichkeit würdigst ver- ') Fttr Form und Inhalt ist dir Redact,on nicht verantwortlich. 6 .Z»«tsch- Mußt- 1885 treten. — Seien Sie liebe« Doctorchen über-zeugt, daß mein Bedauern über Ihren „Durch-fall" au« aufrichtigsten Herzen kommt; ich wünsche Ihnen eine baldige Erholung. Ein liberaler, deutscher Wahlmann, de« Marburger Üandwahlbezirke«. Pöltschach. 6. Juni. MATTOI» rrltfl«' ta Ttt- und Ersrisctiiniispträat. erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrh. Kwari^i Maitoiii. Karlsbad und Wien. FotKswirtyfchasttiches. sDie Staatsschuld unter dem Ministeriu m Taaff e.^Der AuSwei« der Staatsschulden - Control» Commission für Ende 1884 enthält eine Reihe ebenso interessanter al« wichtiger Ziffern. Der Schuldenstand Oesterreich« rerpräsentirt die colossale Ziffer von 3782 Millionen Gulden, und wenn es in dem bisherigen Tempo weiter geht, wird die vierte Milliarde der österreichischen Staatsschuld rasch complet sein. DaS Ministerium Taaffe hat während seiner nun bald sechsjährigen Regie» rung in sehr ausgiebigem Maße dazu beigetra-gen, da« Schuldbuch de« Staate» zu bereichern. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Vermeh-rung d.r Rentenschuld in dem Quinquennium von dem Regierungsantritte des Ministerium« Taaffe bis Ende 1884: tn»t 187» «lt»t 1IW4 «rjtniibtT 1«7» Millionen Gulden 4 2percentige Notenrente . . . 1312 23 1335 14 + 72-91 4 2percentige Silber-Rente . . 994-35 997-21 2 86 4percentige österr. Goldrente . . . 320-85 340-85 -J- 20-00 üpercentige österr. Papier-Rente. . — 154 41 -j- 154-41 zusammen . . . 2627-43 2877-61 250 18 Um eine Viertel-Milliarde ist also die Staatsschuld in fünf Jahren gestiegen, und jedes Jahr Taaffe'sche Regierung hat Oester» reich eine Vermehrung seiner Schuld um 50 Mil-lionen Gulden gebracht. Diese Ziffern allein er-setzen jede oppositionelle Kritik. Die Vermehrung der Goldrentenschuld rührt aus der Zeit, in welcher Baron fcriegsau Finanzminister war. Di« üpercentige österreichische Papier-Rente, di« Schöpfung de« Herrn von DunaiewSki. hat eS in kaum vier Jahren auf die stattliche Höhe von 154-41 Millionen Gulden gebracht. ^Die Grazer Handels« und Ge-w e r b e k a m m e r) sprach sich in ihrer vor« gestrigen Sitzung gegen die Errichtung von Ja-formationS-Bureaux zum Zwecke der Auskunft»-ertheiluust über Creditverhältnisse von Firmen auS. [© i s«n b a l) n b i ü d t n.] Der „F. Z." wird gemtldet: Nachdem bisher innerhalb der ungarischen LandeSgrenze nur zwei Eisenbahn-brücken über die Donau existiren, werden bei Preßburg, ferner entweder bei Baja oder an Stelle der bisherigen Dainpffähre bei GomboS (ersteres wahrscheinlicher) zwei weitere Eisen-bahnbrücken projectirt. [Eine internationale Geslü- &e l a u S st e l l u n gj findet diesen Sommer in openhagen vom 1.—6. Juli statt. (Markt - Durchschnittspreise) vom Monate Mai 1885 i» Cilli: per Hektoliter Weizen fl. 7.55 Korn R. 0.37, Gerste fl. 4.60. Haser st. ».77, Suturuz st- 5.37. Hirse st. 5.20, Halden st. 5.37, Srdäpsel st. 2.87 per 100 Jtilopramm Heu st. 2.—. Kornlagerftroh fl. 1.70. Weizenlagerstroh st. 1.45, Slreustroh st. 0.S0. Fl« isch-preis« pro Juni 1885. 1 Ailogr. Rindfleisch ohne Zuwa^e 52 lr.. tialbfleisch —. 69 ti„ Schweinsteisch 56 il 60 (t. Schöpsenfleisch 40 tr. Kourse Der Wiener Aörse vom 10. Juni 1885. Goldrente...........108.30 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 82.50 „ „ in Silber . 83.10 Märzrente 5°/.........98.45 Bankactien........... 859.— Creditact ien.......... 288.20 London . . wista........124.30 Napoleond'or.......... 9.86 k. k. Münzducaten........ 5.86 100 Reichsmark.........60.90 IF'&lix-Orciri.-ajs.g' G 1 I t 1 u vom 1. Juni IHH8. Trleat—Wien. Courirzug Nr. I, Ankunft Cilli ' Dbr 57 Min. Nacht*. Abfahrt , 1 , 59 , , Anschluss Prageihof, Eilzag Nr. 202, ab 3 Uhr 35 Min. Früh. » Marburg — Eilzug Nr. 3, Ankunft CiHi 1 Uhr 18 Min. Mittags. Abfahrt , 1 , 20 , , Anschluss Pragerhof — , Marburg Postzug Nr. 406, ab 3 Uhr Nachm. Postzug Nr. 7. Ankunft Cilli 5 Uhr 37 Min. Abends. Abfahrt , 5 , 42 , » Anschluss Pragerhof Postz. 206ab 8 Uhr 10 Min. Abends. » Marburg — Postzug Nr. 9. Ankunft Cilli 3 Uhr 3 Min. Frth. Abfahrt »3,8, » Anschluss Pragerhof, Ports. 204. ab 9 Uhr 35 Min. Vorm , Marburg, , 404, , 9 » 15 » » Secunden. Nr. 99, Ankunft Cilli 9 Uhr 5 Min. Abends. Secundftrtag 97, Abfahrt Cilli 6 Uhr 15 Minuten früh bis MUrzzuschlag; hat den günstigsten Anschluss nach Ungarn und Kirnten. Anschluss Pragerhof Postx. 204 ab 9 Uhr 35 Min. Vorm. und in Marburg Z. 404 um 9 Uhr 15 M. Gemischter Zag Nr. 101, Ankunft Cilli 8 Chr 46M.*Vorni. Abfahrt 8 , 54 » , Anschluss Pragerhof — , Marburg Postzug Nr. 406 ab 3 Uhr Nachm. WUm—Trlast. Courirzug Nr. 2, Ankunft Cilli 3 Uhr 13 Min. Nachts. Abfahrt , 3 » 15 » „ Anschluss Steinbrück, Postzug Nr. 502 ab 4 Uhr 5 Min. Frth. Eilzug Nr. 4, Ankunft Cilli 3 Uhr 51 Min. Nachm. Abfahrt . 3 . 53 „ , Anschluss Steinbrück Postzug Nr. 504, ab 5 Uhr 15 M Nachm. Postzag Nr. 10, Ankunft Cilli 10 Uhr 25 Min. Vorm, Abfahrt , 10 » 30 , , Anschluss Üteinbrück an Gemischten Zag 512, ab 12 Uhr 55 Min. Nachmittag. Postzug Nr. 8, Ankunft Cilli 1 Uhr 39 Min. Nachts. Abfahrt 45 Anschluss Steinbrück wie bei Zog Nr. 2. Secundärzug Nr. 98 Abfahrt Cilli 6 Uhr, Früh bis Laibach. 17 Secundärzug Nr. 96, Ankunft Cilli 9 Uhr 19 Min. Abds. t. Mörzzuschlag; hat Anschluss aas Ungarn and K&rnten. Gemischter Zug Nr. 100, Ank. Cilli 5 Uhr 51 M. Nachm. Abt » 6 „ — , » Anschluss Steinbrück — Cuurirzügc I and *2 veikehren mit Wagen L, II. and ID. Classe; die Eilz&ge 3 und 4 mit Wagen L und II. Classe. » J. Kopferscmii, Apotheke«; Tränn & Stiisr, Aldis WalW, l Zaiuer in Clllt empfehlm Ihren P. T. Kunden A» cherl'S neueste auSerwählte Specialität: „Iachertin" zur totalen Vertilgung und Ausrottung aller fchädli chen und lästigen Infeeten Alle bis heute bekanntest Jnfecte» pulver oder foitfticjrn Mittel gegen da» Ungeziffer werden vo» dieser Specialität an intensiver Kraft, Schnelligkeit und Sicherheit übertroffeu. Besonders muß davor gewarnt wer den« „3 a $ er l in" ja nicht mit dem gewöhnlichen Jusectenpuiver zu verwech' seln! DaS „Z a ch e r l t n" wird nur in Originalflaschen — nie aber in losem Papier verkauft oder offen ausgewogen! 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Manche Leute leiden an Brust-und Heitenschmerzen, zuweilen auch an Schmer-jtn im Rücken; sie suhlen matt und schläfrig, haben einen schlechten Geschmack im Munde, besonders des Morgens; »ine Art klebrigen Schleims sammelt sich an den Zähnen; ihr Appettit ist schlecht, im Magen liegts ihnen wie eine schwere Last, und bisweilen finden sie in her Mogenhöhle eine unbestimmte Art von Er-schlaisung, die durch den Genuß von Nahrung licht beseitigt wird. Die Augen fallen ein, Hände imd Füße «erden kalt und klebrig; nach einer Weile stellt sich Husten ein, anfangs trocken, »ach wenigen Monaten aber begleitet von grün» lich-aussehenben Auswürfen; der Betroffene suhlt stets müde, der Schlaf scheint ihm keine jiuhe zu bringen; dann wird er nervöS, reizbar und mißmulhig, böse Ahnungen überfallen ih« ; wenn er sich plötzlich erhebt fühlt er schwind« lig. und der ganze Kopf scheint ihm herumzu- !ehen; seine Gedärme werden verstopft, seine 'ant wird zuweilen trocken und heiß, das Blut »ird dick und stockend, daS Weiße im Auge ,miml eine gelbliche Farbe an; der Urin wird spärlich und dunkelfarben, und läßt nach län» jerem Stehen einen Bodensatz zurück; dann bringt « häusig die Nahrung aus. wobei er zuweilen einen süßen, zuweilen einen sauren Geschmack verspürt, und welches oft von Herzklopfen be» gleitet ist; seine Sehkraft nimmt ab. Flecken «scheinen ihm vor )en Augen und er wird »oi einem Gesühl schwerer Erschöpfung und großer Schwäche befallen. Alle Symptone tre-«n wechselweise auf und man nimmt an, daß fast ein Drittel der Bevölkerung dieses Landes iii einer oder andern Form dieser Krankheit leidet. Man hat gefunden, daß die Beschaffen--Hut dieser Krankheit von Aerzten häufig ni yt richtig erkannt worden ist; von einigen wurde sie als Leberkrankheit, von anderen als TyS» pehfie, wieder von anderen als Nierenkrankheit x. behandelt, ohne daß irgend eine dieser ver» ichiedenen Behandlungsweisen erforderlich gewe-im wäre, während der „Shäker-Exlract" dage» ke» in jedem einzelnen Fall die Krankheit voll-ständig beseitigte. Diese« vortreffliche Heilmittel ist bei allen untenstehend angegebenen Apothekern ja haben. Personen, welche an Verstopfung lei-da, benöthtgen „Seigel's Abführ-Pillen" in Verbindung mit dem „shäker-Extract." 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Stock) mit dem Beifügen angeordnet worden, daß die Forderungen auch unter dem obigen Nennwerthe, jedoch ohne irgend wie ge-artete Haftung, dieselbe möge sich auf die Richtigkeit oder sonst einen Umstand beziehen, gegen sofortige bare Bezahlung hintangegeden werden. Das Verzeichniß der Forderungen kann Hiergerichts eingesehen werden. K. k. Bezirksgericht Marburg I. D. U. am 4. Mai 1885. Der k. k. BezirkSrichter Gertscher. lieeller Verdienst ohne Capital nnd ohne Risico bietet fleh anständigen intelligenten Personen, die sich mit dem Verkauf von Los- und Staat»papieren gegen Tbeikaltlungen za befassen wünschen. Offert., sind tu richten an 'las Bantinslitm Bauer & Co. Amsterdam. ((Doppeltes Porto.) 41M— I Mit nur 250 Gulden * kann man ohne jede« weitere Rivieo mit 30 Stuck ÖNterrcichiarlie Credit- irtien Ttuf das Steigen oder Fallen der Course speculiren und monatlich bei gflnstiger Tendenz 8—400 N. verdienen. IC Für CapltullBtemi! 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Du Weib, — ao hehr. — so treu nnd gut. Wohl haben de« Schicksal« Sturme Deinen Lebensgang getrsllr, Doch Dein Muth war nieht gesunken. Nur de» Korpers Kraft entwich. In Liebe — und in Güte Hast Dn den Deinen nur gelebt, — Darum das Herz des Gatten Kein Troste*wort belebt, --In stnmmem Schmerz verloren, Starrt er aufs Todten hatt. — O! Mög' die Zeit gewähren, Was jetzt kein Wort die Macht: „Ein heilig, — still's - Erinnern, An Dich, Marie, — in Grabcmtacht!" CILLI, S. Juni 18.-5. J. vv. Victor Nasko, ltuu- imA 415—6 vorrUthig. FrlNfli«* Mineralwässer, als: öi©sels.-a.toler. GHeicla^At>exerer Constantlnquelle, üallor ToÄ. lEsurls'ba.d.ex Sc^iZsbs'c m.r'. r.ea, 2Ca.rls"o£5.d.er :-aaa.ea, Klausner Stalil-wass«!, Maxiontade: ÜTeuz'brvuia.eii, Franz Josopi^s-<2-u.ollo, I^.Älcccs'y -Quelle. ÄTied-erselters. X^retlft-u-er, X%o2xltsc]a.ex Tez2ipolq.-u.ell«. empfiehlt billigst Eduard Faninger, Cilli. 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