Schriftlewmg: Ra« Nr 6 lrl.pdon «I. »I. >»»«r»rta». e tettflunlt: läjtlÄ <»> >»«n»hme in e«»#- v. (>««• lage^ Mi 11—ltutr turm. fontMnibrn «xrdr» nicht » lüäjtgtfetfl. namntlolt Sin-« ndnnjrn «tot dnitckstchlig!. ■ ■lUnbtgüitgen »>m»t kic SfrBiltuag jNfit ^rrcvtnura der biltgf) ttft-(ffttCun Srtubrcn ratarjm. - 8ti wi-dkltol»»««» vni»-snaio«, i'tc ,®cit(4|f B«tl- (t|4d»t tctcn WittuniS und «brnM. tO.MC. Bervalttmq: RatKauSqass, Nr. J Telt»hoii Nr. II, iittmrton. Vrzngsdedmqllvze» Durch Mc fast ftqogea: WfrtfljSSria ...KIM H»I»i«»,iz . ... K ( «0 Gamj hrtg . . . . I l i »0 «litt mit Austellu,, inl Hai» i Vbiutli« . ... K I I« SiCTMlUitti ...»»— H«Idj»h.i, . . . K •— ««mjwirig. . . . K u - »iir« »»«land ertzStzrn sich »>r L«,»g4qed^dr«>> »m die dther,» K«rKii»ilils»-Beb!I»rot. Eii>g«Irttrti «d»i>> n»r»t« «eUrn d» »»r Ar. 102 H M. Wittwoch, 22 Z)ezemöer 1909. 34. Zayrgang. Nach drr Grfchüsts-lirdnungsrrsorm. Bom Reichsratsabgeordneten Dr. E. Wcidenhoffer. Die fechsundachtzigstündige Dauersitzung, die das Abgeordnetenhaus in der verflossenen Woche ab« hielt, und ihr überraschender, ja verblüffender Ab' schluß, sind politische Ereignisse von allergrößter Tragweite, und so ist «S wohl angebracht, sich mit der neuen Lage und ihren politischen Konsequenzen auseinanderzusetzen. Fassen wir nochmals zusammen, waS sich er-eignet hat. Die slawische Union wollte dem Adge-ordnetenhanse und insbesondere den deutschen Par-teien ihren Willen auszwingen und begann wegen der Forderung, bei der im Anzüge befindlichen Re-konstruktiv« des Kabinetts mit sechs Ministeriellen bedacht zu werden, eine mutwillige Obstruktion. Die Möglichkeit, daß diese Obstruktion mit einer eventuell sehr lange andauernden vollständigen Lahmlegung des Zentralparlaments verbunden sein könnte, schreckte die slawische Union durchaus nicht, im Gegenteile, eine derartige Wendung der Dinge schien ihr will-kommen. Wider Erwarten begegnete sie jedoch bei den anderen Parteien einem entschiedenen Willen zum Leben, da diese den Kamps mit ihr ansnahmen und die Obstruktion in einer Dauersitzung niederzuringen beschlossen. Dieser Beschluß wurde auch durchgesührt. Als nun einige Tage und Nächte bereits verronnen waren, und als die Kräfte der Obstruierenden sich bereits ihrem Ende zuneigten, entschloß man sich aus dieser Seite des Hauses zu einer unvermuteten und von Niemandem geahnten Wendung, indem man durch Einbringung eines 38. Dringlichkeitsantrages eine GeschäftSordnnngSänderung in Vorschlag brachte, die jede Obstruktion und damit jede Möglichkeit einer Lahmlegung des Zentralparlaments für immer aus-schließen sollte. Niemand verhehlt sich — nnd eS wird von den Antragstellern selbst nicht ernstlich ge-leugnet — daß dieser Weg, zu einer Geschäfts-ordnuugsäuderuug zu gelangen, ein gesetzwidriger war, dzß er einem Staatsstreiche verzweifelt äh». lich sah. Die dentschsreiheitlichen Parteien, die das Per-fassungsieben in Oesterreich nnd seine ruhige und gesetzmäßige Entwicklung für die unbedingte Voraus-setzuug stabiler Verhältnisse und politischer und wirt-schädlicher Wohlfahrt ansahen, mußten sich gegen diese frivole und gewalttätige Kur, der das Par-lammt »nterzogen werde» sollte, mit allem Nach-drucke wenden nnd sich dagegen verwahren, daß aus dieser fchamlofen Rechtsbeugung irgendwelche Fol-gerungen für die Zukunft abgeleitet werden. Es spielte aber für uns noch eine zweite Er-wägung eine große Rolle: Seit den Zeiten Badenis, wo eS einen gewaltigen Kampf um die vitalsten Rechte unseres Volkes galt, haben wir an eine Ob-strnktion gar nicht mehr gedacht, dennoch hatten wir, als ein der Kopfzahl nach eine Minderheit in diesem Staate darstellendes Volk, daß Bewußtsein, daß wir. wenn eS auf einen Kampf ans Tod und Leben an-käme, in der geltenden Geschäftsordnung und der ihr innewohnenden Möglichkeit der nationalen Notwehr eine Waffe besitzen, deren wir uns dann wieder mit Erfotg bediene» könnten. Durch die GeschäftSord-nungsänderung ist uns dieser äußerste Rückhalt ge-nommen worden und wenn wir auch, wie nochmals hervorgehoben werden soll, nm unsere nationale Existenz nicht bangen, so müssen wir nnS doch sagen, daß wir in Zukunft bei Eintritt einer solchen völ-kischen Not nicht mehr mit parlamentarischen Mitteln auskommen werden, sondern die Abwehr außerhalb de» Parlaments organisieren und durchführen müssen. Wor Weihnachten. In Winternebel hüllt die Welt sich ein, Schnee deckt die Felder und des Gartens Beete; Da wirft Weihnachten seinen hellen Schein Bon sern schon lieblich in der Menschen Städte. Erwartung schon willkomm'ner Gaben lenkt Dem Fest entgegen froher Kinder Blicke; Doch sorgend manche Mutter wohl bedenkt. Wie diesmal sie das arme Bäumchen schmücke. O, die ihr wohnt in wolligweichem Nest Und die ihr gern austeilet milde Gabe, Der Armut denkt ein wenig vor dem Fest, Daß sie vorher schon sich zu frenen habe. „Trüb, trüb der Himmel und die Welt so leer!• So hört' ich klagen vor dem Fenster heute Ein Böglein, das nach Fntter flog umher — „Schlimm, schlimm, schlimm ist die Zeit für arme Leute. Johannes Trojan. Der Künstler. Nach dem Schwedischen von Kurt Bergner. Er war hochgewachsen, schlank und schmal-schultrig und sei» verschossener Rock hing lose um seinen Körper. Er wohnte in einem kleinen Zimmer im vierten Stocke in Frau Weidners Künstlerpen« sion. Das Zimmer war einfach, fast dürftig möbliert; doch am frühen Morgen strömte das Sonnenlicht dnrch da» Fenster herein n»d fiel gerade in die Ecke, in der die Staffelei stand. Mit jedem Tage wurde fein Antlitz bleicher und der Zug um seinen Mund schärfer. Wenn Frau Weidner seinen sast lautlosen Schritt aus der Treppe hörte, öffnete sie manchmal die Tür. um ihn zu begrüßen, und dann schüttelte sie hinterher ihren behaubten Kops in Gedanken an seine müden, ver-härmten Züge. Die Wohnung unter ihm wurde von fröhlichen jungen Künstlern bewohnt, die nahmen mit. was der Tag brachte, und vergaßen die Sorgen beim Glase. Eines Tages fiel es ihm aus, daß es unten lebhafter war als gewöhnlich. Als er an der ge-schloffenen Tür vorüberging, hörte er eine klare, schöne Frauenstimme singen, dann lautes Lachen uud Gläserklingrn. Er blieb eine Weile stehen und lauschte dem munteren Treiben. Als er dann in sein Zimmer hinauskam, schien eS ihm, als sei eS heute »och einsamer, noch kleiner und kälter als gewöhnlich. Am nächsten Morgen erfuhr er durch seine prächtige Wirtin, daß die jungen Künstler ihr LieblingSmodell, Helene, wiederbekommen hätten; sie habe die Bühne verlassen nnd sei zurückgekommen, um ihnen als Modell zu dienen. Aus dem vorstehend dargelegten Gedankengang, ergab sich mit zwingender Notwendigkeit unsere Haltung. Wir mußten gegen die dringliche Behand-lnng stimmen, waren jedoch, nachdem dieser Rechts-bruch dennoch vollzogen worden war. bemüht, die Geschäfts» dnn igsänderuug selbst möglichst so zu beeinflussen, daß die Knebelung aus das unumgängliche Mindestmaß eingeschränkt werde, und daß sich die neue Ordnung der Dinge gegenüber den mnt-willigen Störungen, wie wir sie von slawischer Seite seit zwei Jahren beobachten konnten, wirksam er-weise. Es ist uns dies nur teilweise gelungen, denn der sogenannte Hausknechtparagraph ist gegen unsere Stimme» angenommen worden uud auch die Ein-sühruug der deutschen Geschäftssprache konnten wir bei dieser Gelegenheit nicht durchsetzen, obwohl ge-wiß jeder Unbesangene zugeben muß. daß eine Resorm nnserer parlamentarischen Mißstände ohne Festlegung einer einheitlichen Verhandlungssprache immer nur ein elendes Stückwerk bleibt. Ziehen wir nun die Bilanz, so ergibt sich vor allem, daß zu wehmütigen Klageliedern aus unserer Seite uud zu cinem Triumphgeschrei aus slawischer Seite zunächst kein Anlaß besteht. Gewiß, eS ist uns nicht gelungen, die tschechisch-slowenische Obstruktion anfS Hanpt zn schlagen, und dadurch diese Parteien so in« Unrecht zu setzen, daß ihr Einfluß auf un-absehbare Zeiten gebrochen worden wäre. Aber es ist uns dies nur deshalb nicht gelungen, weil sich die genannten Parteien durch die vollständige Preis-gebung ihres bisherigen Standpunktes der Nieder-läge durch die Flucht entzogen haben. Wir waren es immer, die das Zentralparlament sorderten und die es auch jetzt vor der Zertrümmerung dnrch eine mutwillige Obstruktion zu schützen trachteten! Und nun sind eS die Slawen gewesen, die im Gegensatze zn ihren bisherigen antonomistischen und zentrifugalen „Sie hat ein EngelSgesicht", sagte Frau Weidner. An demselben Tage noch sah er sie, als er ans dem Wege zu seinem Zimmer war. Die Tür zn ihrer Stube stand offen, sie saß am Fenster auf einem niedrigen Stuhle, den Kops zurückgelehnt. Sie trug ein hellrotes kleid mit einem großen, weißen Matrosenkragen. Die Sonnenstrahlen fielen über ihr blondes Haar, gleichsam eine Glorie um ihren schönen Kops bildend, und plötzlich empfing er eine Inspiration. Er wollte sie malen, genau so wie sie dasaß, von Sonnenstrahlen umspielt, und das sollte sein Meisterwerk werden. Ob sie ihm wohl sitzen würd«? Er wollte sie fragen und alle guten Geister bitten, daß sie „ja" sage. In der Nacht träumte er von seinem Bilde. Er war glücklich im Traume. Als er erwachte, schien die Sonne bereits hell ins Zimmer. Schnell kleidete er sich an, ohne aus sein gewohntes ein-saches Frühstück zu warten, ging er hinunter und klopfte vorsichtig an ihre Türe. Er hörte drinnen schnelle Schritte und als er die Tür öffnete, stand sie vor ihm. Er bettachtete sie ausmerksam und mit des Künstlers reiner Lieb« für alles Schöne. Er hielt es für unmöglich, daß dieses schöne, junge Geschöpf ilim sitzen werde: wie eine Märchenprinzeß erschien sie ihm! Und sein Mut sank. Sie sah ihn sragend an. Seite L Bestrebungen daS Zentralparlament nicht nur an-erkannten, sondern durch eine Reform derGeschästS-ordnnng auch noch selbst so stärken mußten, daß sie sich dem gesamtstaatlichen Drucke lange nicht mehr so leicht wie bisher, also so ost als es ihnen genehm war, werden entziehen können. Die Slawen haben nicht einmal den von ihnen noch gestern angestrebten Erfolg, die Tagesordnung dauernd zu verrammeln, und nur gegen große Zugeständnisse srei zu geben, erreicht. Denn wir sind tatsächlich zur Tagesordnung gelangt, ohne daß in der Zusammensetzung der Re. gierung oder aus einem anderen Gebiete den Slawen ein Zugeständnis gemacht worden wäre. Wir aber werden uns nicht etwa aus Verdruß darüber, daß die letzte parlamentarische Campagne sür die slawische Union nicht mit der verdienten Niederlage endete, in den Schmollwinkel zurückziehen, und damit zugeben, daß bei einer neuen Machtver-teilnng im Staate ohne uns gerechnet werde. Das deutsche Volk in Oesterreich ist nicht deshalb unter den Einzelvölkern das zahlreichste und trägt nicht deshalb den weitaus überwiegenden Teil aller Steuer« lasten, um dann, wenn es auf dem Gebiete der Staatserhaltung seine Pflicht getan hat, sich bei der Frage der Machtverteilung und des Regieren» als einen Faktor behandeln zu lassen, den man acht-los bei Seite schieben, über den man zur Tagesordnung übergehen kann! Der Verpflichtung, die Politik des Volke« in diese Bahnen zu führen, wird sich wohl keine der deutschen Parteien entziehen und von dem Verhalten der deutschen Abgeordneten in der Zukunft hängt es wesentlich ab, daß die parla-mentarische Neuordnung trotz ihrer gewaltsamen und merkwürdig anmutenden Gesetzwerdung nicht zum Nachteile sür das deutsche Volk ausschlage. polilische Rundschau. Herrenhaus. In der gestrigen Sitzung des Herrenhauses wurde die GeschästSordnungsreform in zweiter und dritter Lesung angenommen. Fürst Schönberg er-stattete namens der Kommission den Bericht. Znm Worte hatten sich gemeldet: pro Minister des Innern Freiherr v. Haerdtl, Dr. Freiherr v. Plener, Graf Franz Thun nnd Graf PininSki. Sodann referiert Freiherr v. Schwegel über den Weltpostoerttag vom 26. Mai 1906. Dem Weltpostvereine wird die verfassungsmäßige Zustimmung ohne Debatte erteilt. Abgeordnetenhaus. In der 19. Sitzung vom 21. ds. wurde die erste Lesung des ErmächtiguugSgesetzes er-ledigt, und dann noch eine Reihe kleinerer Vorlagen „Ich bin Helene", sagte sie einfach. ..Wünschen Sie etwas von mir?" Ihr freundlicher Ton beruhigte ihn. „Ich möchte Sie malen", stammelte er eifrig. .Würden Sie mir wohl sitzen? Ich wohne hier oben, und wenn Sie mir jeden Morgen eine kleine Weile schenken wollten, wäre ich Ihnen sehr dank-bar. Es soll ein bedeutendes Bild werden." Sie lächelte nicht und sagte ohne Zaudern mit ihrer einschmeichelnden, schönen Stimme: „Ja, ich werde morgen kommen, wenn Sie wollen." Er lebte den ganzen Tag wie in einem Traume. Endlich winkte ihm Ersolg und Glück. Daran zwei-felte er nicht einen Augenblick. Es sollte ein großes Gemälde werden, und er war sicher, daß er aus der Ausstellung den Preis dafür erhalten würde. Schon der Gedanke an dieses Glück machte das Blut in seinem kranken Körper schneller und wär-mer fließen. Er senszte ungeduldig, als ihm ein schmerzlicher Gedanke durch den Kops fuhr. „Vielleicht", flüsterte er, „vielleicht kommt eS zu spät! Ach wenn ich daS Bild nur noch fertig bringe." Am nächsten Morgen war er lange vor der Sonne aus. Er säuberte alle seine Pinsel und stellte eine neue Leinwand aus die Staffelei. Seine Wan-gen glühten fieberhast, als er auf ihr Klopsen ant-wortete. Deutsche Wacht in Verhandlung gezogen. Am Schlüsse der Sitzung kam eS zu mehreren Zwischenfällen. So gebärdeten sich die Sozialdemokraten bei dem Anttage über die BersichernngSpflicht der Bauhandwerker wütend, daß ein Antrag des Abgeordneten Edl. v. StranSky angenommen wurde, und machten ihrem Unmute durch stürmische Psuinise Luft. Die deutschen Ab-geordneten, namentlich Jro und Malik, drohten ihnen unter Heiterkeit dc» ganzen Hauses mit der Ausschließung wegen dieses lärmenden Borgehens. Die Vorlage betreff« des Ermächtigungsgesetzes wird dem Volkswirtschaftlichen Ausschüsse zugewiesen. Berichterstatter Dr. Licht (deutschsortschriltlich) berichtet sodann über den Gesetzentwurf, betreffend die Dauer der Arbeitszeit und den Ladenschluß im Handelsgewerbe, und über daS HandlungSgehilsen-gesetz, wobei er auch an daS Herrenhaus daS Er-suchen richtet, die Entwürfe rafchest zu verabschieden. Beide Gesetzentwürse werden ohne Wechselrede in zweiter und dritter Lesung angenommen. Das Budgetprovisorium. Unter dem Vorsitz deS Obmannes Dr. Frei-Herrn v. Ehiari und in Anwesenheit des Minister-Präsidenten Dr. Freiherrn v. Bienerth. des Finanz-Ministers Dr. R. v. BilinSki, des Ministers für Lande. Verteidigung v. Georgi, des Eisenbahnministers Wrba und des Leiters des AckcrbauministeriumS, Sektionschess v. Pop, hielt der B u d g e t a n S s ch n ß am Montag vormittag eine Sitzung ab. Abgeordneter Dr. Korosec macht dem Minister-Präsidenten den Vorwurf, er habe bei der Ab-stimmung über die bosnische Agrarbank die parla-mentarische» Minister verpflichtet, ihre Stimmen entgegen der Stellungnahme ihrer Parteigruppen abzugeben, während ihnen! die Abstimmung über die GeschästSordiinngSresorm freigegeben wurde. Abgeordneter Marckhl polemisiert gegen die Ausführungen des Abgeordneten Dr. ltorosec. Die Partei des Dr. Korosec möge nicht vergessen, daß gerade dieser Abgeordnete und seine Partei eS wa-ren, die jede Tätigkeit zn Gunsten des Volkes über-Haupt, also auch des slowenischen Volkes durch so lange Zeit unterbunden haben. DaS Budgetprovisorium wird dann in der Spezialdebatte mit mehreren vom Abgeordneten Steinwender beantragten Abänderungen angenommen. Die Aufnahme des Antrages bei den Siidflawen. Der vom Abgeordneten Dr. Kramar ausgearbeitete Entwurf einer GefchäftsordnungSreform be-gegnete im Südslawischen Verbände einer nichts weniger als begeisterten Ansnahme. Die Obmänner Dr. Jvcevie und Hofrat Dr. Ploj erklärten, daß man dieser Frage mit der größten Vorsicht gegen-übertteten müsse. Auch Abgeordneter Hosrat Ritter v. Vukovic trat dieser Ausfassung bei und meinte, daß auf dem vorgezeichneten Wege eine Gesundung des Parlamentes schwer eintreten werde. Abgeord-neter Professor Peric sprach sich entschieden gegen den Vorschlag Kramar ans, den er in seinen tiefern Gründen Nicht ersassen könne. Die Slawische Union, „Sie kommen so zeitig, Fräulein", sagte er höflich. „Wollen Sie, bitte, dort am Fenster Platz nehmen." Helene gehorchte. Ihr gewöhnlicher froher Uebermnt versagte in Gegenwart dieses ernsten ManneS, es war etwas so Vornehmes und Zurückhaltendes in seinem Wesen, er war so verschieden, sehr verschieden von allen anderen Künstlern, die sie kannte. Er arbeitete fleißig unter tiefem Schweigen. Ab und zu ttasen sich ihre Blicke, und dann flog eine warme Röte über ihr Gesicht. Nachdem sie eine Stunde gesessen hatte, dankte er ihr und öffnete ihr mit einer tiefen Verbeugung die Tür. DaS gleiche Schweigen und der gleiche Fleiß herrschte auch bei all den anderen.Sitzungen; nur der Straßen-lärm störte die Stille. Er zeigte Helene das Bild nicht, ehe es fertig war und nur noch ein paar Pinselstrich« sehlten. Als sie es dann sah, fuhr sie aus vor Ueberraschung. Selbst sie erkannte, daß es ein Meisterwerk war. Besonders das Gesicht betrachtete sie immer wieder. ES war ein Antlitz von ungewöhnlicher Schönheit, es atmete Reinheit und Güte, ein Frauenhaupt, umstrahlt von allem Schönen und Hohen, was es gibt. Einen Augenblick stand sie atemlos; dann fragte sie erstaunt: „Sehe ich so aus?" Nummer 102 führte Redner aus. habe beschlossen, dieser Regierung nichts zu bewilligen. Infolgedessen haben die Herren das Parlament in jene Situation gebracht, >n der eS heute steckt, und nun frage er. der ein Gegner jeglicher Obstruktion ist, wie soll man das verstehen, daß diejenigen, die bislang in der heftigsten Be> fehdung des Parlamentarismus sich betätigten, plötz lich den Drang in sich fühlen, das Abgeordneten-Haus aus dem Sumpse der Obstruktion zu reißen? Wäre eS nicht besser rnea culpa auSzurusen und einzusehen, daß man genügsam gezeigt, wie weit man mit den slawischen Parteien zu kommen ver-mag, und nun möge man in die Tagesordnung ein-tteten. Da allein wäre der richtige Ausweg gewesen. Auch der Abgeordnete Dr. Tresic wendete sich gegen die Erteilung so weitteichender Befugnisse an den Präsidenten, der einfach hiedurch zum Diktator de« Parlamentes gemacht werden würde. Er erklärte, mit dem Vorredner den Antrag unbedingt zu be-kämpfen. Abgeordneter Biankini brachte gleichfalls zahlreiche Argumente gegen den Antrag auf Ge schästSordnungSresorm vor und verwies daraus, daß er schon in der parlamentarischen Komission der Rechten im Jahre 1897, als eS sich um die I«-r Falkenhayn handelte, sür die Freiheit der parlamen-tarischen Tribüne eingetreten sei. Es wurde der Beschluß gesaßt, sür die Behandlung des Antrages Kramar nur dann einzutteten, wenn alle Parteien mittun. Slowenische Stimmen über die neue Geschäftsordnung. Der „Slovenec", daS Organ der Abgeordneten Schusterschitz und Krek, war schon am SamStag (13. Dezember) voll von Triumphartikeln über den slawischen Schachzug gegen die Deutschen und die bevorstehende Ueberrumpelung. Er schrieb: „Ein großes entscheidendes Ereignes spielt sich im Wiener Parlamente gegenwärtig ab. Die sia-wischen Abgeordneten führen einen großen Kamps um die Gleichberechtigung (!) des Slawentums. Wir wissen, was dies bedeutet! Wenn den Slawen die Gleichberechtigung zugestanden wird, dann hat die deutscht Hegemonie cm Ende, ein Ende haben die hundertjährigen Ungerechtigkeiten (!). Ja noch mehr! Die Slawen befinden sich der Zahl nach in großer Mehrheit und wenn ihnen die Gleichberechtigung garantiert ist, dann ist ein Umschwung des Herr-schenden Systems nur noch eine Frage von kurzer Zeit. Das wissen auch unsere Gegner. Darum wird auch schon seit 10 Monaten ein wilder Kampf ge-schlagen, ein Kamps, wie ihn daS österreichische Parlament noch nicht gesehen hat. denn keine der vorangegangenen Obstruktionen hatte auch nur ent-sernt jene entscheidende Bedeutung, wie die jetzt be-triebene Obstruktion, welcher in der Tat eine geschicht- „Ich malte Sie, wie ich Sie sah", antwortete der Idealist mit leuchtenden Augen. Helene eilte in ihr Zimmer hinunter. Da faß sie stundenlang und blickte aus die Wand gegenüber. Die war bedeckt mit Pastellbildern, eines stellte eine in schreiende Gewänder gehüllte Zirkusreiterin dar. die gerade im Begriffe stand, einen Lustsprung zu machen- ein anderes stellte Helene selbst in rotem Trikot dar. Sie sah die Bilder an, doch ohne sie zu sehen. DaS Gesicht, das vor ihrem Auge stand, war bleich, mit sest geschlossenen Lippen, tief blauen Augen, reichem, braunem Haar, daS eine magere Hand nervös von der hohen weißen Stirn zurückstrich; manchmal ballten sich die bleichen Hände vor Ver< zweislnng darüber, daß sie nicht den rechten AuS' druck fanden und dann arbeiteten sie wieder fleißig, als könnten sie niemals ermüden. Plötzlich brach sie in ein Schluchzen aus. sie sprang auf, trat an ihren Toilettentisch, nahm einen Spiegel zur Hand und prüfte mit traurigen Blicken ihr Bild. Dann zog sie langsam all ihre kostbaren Ringe von den Fingern und legte sie in ein Schub-sach, nahm die Rose aus dem Haare und warf sie in einen Winkel, zog ihr Lieblingskleid, das rote Matrosenkleid, ans und ein schlichtes, graues an. Den ganzen Tag saß sie allein beim Fenster und antwortete kaum auf die munteren Grüße, die man ihr durch die geschlossene Tür zurief. Bis tief in die Nacht hinein saß sie, den Kops auf die ver- Nummer 102 liche Wichtigkeit zukommt. — Wie meisterhast die vom „Slowenischen Klub" besvlgte Taktik ist, beweist der Antrag Krek, welcher zu den bedeutsamsten ge« hört, die je im österreichischen Parlament eingebracht wurden und welcher mit einem Schlage die Situation klären, sür alle Zeiten die Behinderung der Arbeit«, fähigkeit des Parlamentes verhindern, und die erste und wesentlichste Borbedingung sür eine solche Regie, rung und ein solches System schaffen wird, wie sie einzig eine logische Konsequenz eines aus Grundlage des allgemeinen uud gleichen Wahlrechtes sein könne». Wenn der Antrag Krek angenommen wird, wird daS deutsche System fallen nnd niemals wieder erstehen, weil wir -dann ein Parlament besitzen werden, das keine deutsche Obstruktion und über-Haupt keine parteiegoistische Eigenmächtigkeit zu lürchten balvn wird. Die Obstruktion der slawischen Abgeordneten war ein meisterhafter Zug, weil sie sozusagen das Milieu geschaffen hat. damit der Antrag Krek eingebracht iverden konnt«? uud weil gleichzeitig im Falle der Richtannahme der Beweis erbracht ist, daß es sich den deutschfreiheitlichen Parteien nicht um die ArbeitSsähigkcit des Parlaments handelt, sondern nur um die Erhaltung ihrer Herrschsucht, die von dem Grundsatze: pour le ro> lichen Lage brachten sie den Kreischen Antrag ein. Dieser Antrag bedeutet eine provisorische Diktatur des Präsidenten des Abgeordnetenhauses und mit demselben ist jede Obstruktion, insbesondere der kleineren Parteien, unmöglich gemacht. D«r Krek-Kramarsche Antrag ist äußerst gefährlich. Er ist ein zweischneidiges Messer, welches den slawischen Parteien ebenso gefährlich werden kann, wenn nicht noch mehr wie den deutschen. Die Obstruktionisten haben dir Obstruktion unmöglich gemacht, also ihr eigenes Kind umgebracht. Die Zukunft wird zeigen ob sie ihre großartigen Tiraden nicht zu teuer be-zahlt haben." In ähnlichem Sinne drückt sich der „Narodni dnevnik" aus. ,»»4 UZ »Hl v» t« M ». bi I ut Ans Stadt und Land. CMier Gemeinderat. Für den Finanzausschuß berichtet dessen Ob-mann Herr G.-A. Max Rauscher. Znr Bestreitung verschiedener notwendig ge-wordener Auslagen wurden solgend« Beträge bewilligt: Deutsche Wacht __ für die Landwehrkaserne 3590 K, sür daS Schlacht-htm? 10.730 ft und für das Stadttheater 14.400 K. Diese Beträge haben sich jedoch als zu gering er-wiesen und so wurden diese Beträge überschritten und zwar bei der Landwehrkaserne nm 4910 K, bei dem Schlachthanse um 4270 K und beim Stadt-theater um 3200 K, somit im Ganzen um 12.350 Kronen. Der Unterausschuß stellt den Antrag, eS seie zur Deckung dieser außerordentlichen Gebahrnng und Rückersatz in die ordentliche Gebahrung ein Darlehen in der Höhe von 48.400 K aus der Spar-kaffe der Stadtgemeinde llilli aufzunehmen. Dieser Antrag wird angenommen. Das Ansuchen der städtischen Straßenkehrer um Erhöhung ihres Monatslohnes von t>0 K wird über Antrag des Unteransschusses zurückgewiesen. Dem Wachmann Anton Goliob wird über sem Ansuchen eine Remuneration von 60 K für das Jahr 1909 für die Führung des Parteianmelde-wesenS bewilligt. Den städtischen SicherheitSwachleiit«» Franz Zintauer, Franz Butsch«r, Karl Urch, Jos. Gratschner, Franz Michelak, Simon Kalischnig und Jakob BoSnitsch wird für außergewöhnliche anstrengende Dienstleistungen eine Remuneration von je 20 K bewilligt. Der Berichterstatter verliest sodann eine Eingabe der städtisch«» SicherhcitSrvache um Regelung ihrer Bezüge »nd Pensionsnormen. Der Berichterstatter erörtert eingehend die dermalige» Bezüge der städti-schen SicherheitSwache und stellt sodann sür den Unterausschuß den Antrag, eS würden die Bezüge nunmehr bestimmt wie solat: für den Wachtmeister ein Grundgehalt von 14000 K mit 4 Ouinquenal-zulagen von 200 X. Für den Wachführer ein Grundgehalt von 1000 £ mit Quinquenalzulageu von 200 K, für den Wachmann ein Grundgehalt von 1000 K, nach je drei Jahren eine Zulage von 100 K bis zum Höchstgehalte von 1700 K, die AktivitätSzulage beträgt 240 li und das MonturS-pauschale 1b0 X. Für den Wachtmeister beträgt die Aktioitätszulage 320 K, daS MontnrSpanschale 180 K, für den Wachführer die AktivitätSzulage 300 X, daS Monturspauschale 160 l<. Der Probe-Wachmann erhält als Grundgehalt 920 K, ein Monturspauschale von 150 K und Natnralwohnung. Die Dienstzeit wird ans 35 Jahre festgesetzt. Bon der AktivitätSzulage sind als Pension einrechenbar: für den Wachtmeister 240 K, für den Wachführer 220 lt. für den Wachmann 100 K in der Weife, daß mit dem vollendeten 35. Dienstjahre der ganze Betrag und bei anfälliger vorzeitiger Pensionierung der gleiche Prozentsatz eingerechnet wird. DaS Monturspauschale ist in die Pension nicht einrechen-bar. Dieser vom G.-A. Herrn Dr. Angnst Schurbi unterstützte Antrag wird etnstimmig angenommen. Der Berichterstatter stellt noch den Antrag, eS sei auszusprechen, daß eS in Hinkunft den Wachleuten nnd deren Frauen nickst mehr gestattet fei, Neben-befchäftignugen zu treiben. Auch dieser Antrag wird nach kurzer Wechselrede, an der sich die G.-A. Dr. August Schurbi, Gustav Stiger, Franz Karbeutz schlungenen Arme gelehnt, während die bunte Dame von der Wand geratender zu ihrem Luftsprunge ausholte. Als sie am anderen Morgen nach dem gewohnten Klopfen feine Tür öffnete, fand sie ihn im Bette liegend. Seine Wangen glühten und feine Augen glänzten fieberhaft. „Ich kaun heute nicht arbeiten", sagte er matt. „Ich vermag nicht bis zur Staffelei gehen, und das Bild ist doch fast fertig I" Sie betrachtete ihn aufmerksam und plötzlich erkannte sie die bittere Wahrheit. Eilig lief sie zu einem Arzte. »ES ist die Folge von Entbehrung und Ueber-anstrengnng", erklärte dieser nach einer Untersuchung. ..DaS einzige, was man tun kann, ist, ihm alles so behaglich wie möglich zn machen; es ist ein hoffnungsloser Zustand." Er verschrieb ein Stärkungsmittel und ging. Er hatte solche Fälle gar oft. Mit Anstrengung aller Kraft hielt Helene ihre verzweifelten Tränen zurück. Sie blieb noch eine Minute in dem langen Korridor, ehe sie wieder an sein Bett trat. „Großer Gott", murmelte sie, „laß ihn leben, oder nimm auch mich mit fort." Während des ganzen Tages nnd der ganzen Nacht blieb iu bei ihm. Sie verließ ihn nur, um in das nächste Restaurant zu laufen und eine Menge leckerer Dinge zu holen, die er aber nicht zu essen vermochte. Er kümmerte sich auch nicht um ihre Anwesenheit, meist lag er mit geschlossenen Augen. Gegen Morgen, als sie seine Kiffen ordnete, blickte er aus und lächelte ihr zu in seiner schlichte», fast kindlichen Art. „Wie freundlich von Ihnen, bei mir zu blei-beu", flüsterte er. „Das Bild ist fertig; es gehört Ihnen, wenn Sie es haben wollen." Ihr Kopf sank neben ihm auf die Kiffen und er legte seine Hand einen Augenblick auf ihr blondes Haar. Als sie wieder aufblickte, war er still und friedlich hinübergefchlummert in das große, unbe-kannte Reich. Helene sorgte für alles. Sie ordnete das dürf-tige kleine Zimmer und lauste eine Menge weißer Blumen, um den Sarg zu schmücken. Das Bild vermochte sie nicht zu berühren, es erschien ihr wie ein Heiligtum. Als sie ihn forttrugen, sank sie hinter dem Bette zusammen. Wie eine EntHeiligung klangen ihr diese schweren Schritte »nd harten Stimmen in dem friedlichen stillen Raume. Sie hörte die Leute umhergehen. Sie gingen auch an die Staffelei und zogen den Vorhang zur Seite. Ein Ausruf des Erstaunens. „Da» ist ein Meisterwerk", sagte einer von ihnen, das ist das Antlitz einer Heiligen Seite 3 Karl Mörtl und Dr. Gregor Jesenko betteiligen, angenommen. Nachdem der Herr Bürgermeister den Vorsitz an den Bürgermeisterstellvertreter Herrn Max Rauscher übergeben hat, beginnt der Herr Bericht-erstatter mit d?m Vortrage der Gemeinde« rechnnng für das Jahr 1908. Nach den zum Vortrage gelangten Ziffern des RechenabschluffeS weist derselbe nachstehendes auf: Einnahmen 484.460 K 34 h, Ausgaben 476.287 K 37 >., wonach sich ein Ueberschuß ans den laufenden Ein-nahmen (ordentliche Gebahrung) von 8172 K 77 h ergibt. Nachdem sich an» der anßerordentlichen Gebahrung ein Abgang von ebenfalls 8l7t X 97 h ergibt, der durch vorerwähnten Ueberfchnß von 8172 X 97 h gedeckt wirb, erscheinen Ueberschuß nnd Abgang behoben. G.err Fritz Rasch uud stellt den Auträg. das Anstichen abzuweisen, da der wirkliche Bedars hiefür nicht vorhanden sei. Wird angenommen. Der Obmann des Unterausschusses bringt eine Trennung des WochenmarkteS in der Weise in An-regnng, daß ein Teil desselben iu die RathauSgaffe verlegt werde. Die Verhandlung darüber wird über Antrag de« G.-A. Herrn August Schurbi behuf« Vornahme des Lokalaugenscheines vertagt. Fiir den Mautausfchuß berichtet dessen Obmaun und G.-A. Herr Gustav Stiger. Der Vertreter der vereinigten Brauereien Tüffer und Gachfenfeld sucht um die Mautgebührabfindung sür das Jahr 1910 mit dem Bettage von 50 X an Der Berichterstatter stellt bcn Antrag, dem Gesuche stattzugeben, den Abfindungsbetrag aber aus 70 X zu erhöhen. Wird angenommen. „Der Aermste!" meinte ein anderer, „das ist das Antlitz von einer, die er geliebt hat." Und ehr« furchtSvoll betrachtete er die abgezehrten Züge des Toten. Im Armenviertel, in dem sie wohnt, nennt man sie allgemein ..den grauen Engel", denn sie ist stet» grau gekleidet. Sie Hai vielen leidenden Menschen Trost und Hilft gebracht, und die glauben, den Himmel selbst in ihren sinnen Augen und ihrem gütigen Lächeln zu schauen. Deutsche Volksgenosse«! fördert das Deutsche Haus durch Spenden, Mitgliedschaft und regen Besuch. *Ätn«(nR sntfmd» rnraü. ui .«»chilitii, «'i. Seite 4 Für den Theaterauschuß berichtet der Obmann G.-A. Herr Fritz Rasch über einen Amt»« bericht, mit dem der Vorschlag erstattet wird, zum Schutze des Kessels im Stadttheater an Stelle des zementierten ttesselschachtes einen schmiedeeisernen Caisson herzustellen. Nach einem ausführlichen Be-richte des Obmannes des Ausschusses wird der An-trag gestellt, es sei die Herstellung des Caissons zum Schutze des Kessels im Stadttheater von der Firma Wilhelm Brückner in Graz mit dem Kosten-aufwande von 2730 K zu bewilligen und mit den bezüglichen Arbeiten sogleich nach Schluß der Spiel-zeit zu begiunen. Zum Slusse berichtet der Herr Bürgermeister für den Wasser leit u ngSau sschu ß. Zuerst trägt der Bürgermeister den Entwurf eines Vertrages vor, welcher mit dem Lande Steier-mark bezüglich der Lieferung des WasserS aus der städt. Wasserleitung an die LandeSsiechenanstalt Hochenegg ab-zuschließe» wäre. Es wird cinftir mig beschlossen, den Vertrag nach dem vorgetragenem Entwürfe ab-zuschließen. Ebenso wird ein zwischen der Sladtge-meinde und der t. I. Staatsbahndirektion Äillach abzuschließender Wasserlieserungsvertrag sür daS WächterhauS an der Bahnlinie Cilli—Wöllan in Gabei je genehmigt. Von den gegen die Vorschreibung des Wasser-zinseS eingelangten Beschwerden wird jenen des Karl Himmer, der Luise Hoffmann, der Theresia Patz und des Daniel Walther Folge gegeben, weil dieselben in ihn» Gärten keine Hydranten besitzen, dagegen werde» die Beschwerden der Franziska Sekely, der Keroline Ferjen und deS Karl Mörtl zurückgewiesen, weil die Berschreibungen gerechtfertigt erscheinen. Die Eingabe der Firma Ranzinger und Hinig-mann wegen Abschreibung des Wasserzinse« wird als gegenstandslos erklärt, weil diese Firm den Brant-weinauSschank in der vogengasse ausgelassen hat. ,\ür die .^tadtmühlc wird ein Wasserzins von jährlich 200 Kronen vorgeschrieben und hiebei be-willigt, daß der Hydrant wieder geöffnet und das Wasser zur Bespritzung des Hofraumes und des unmittelbar vor dem Haufe gelegenen StraßenteileS benutz! wird. Hieraus schließt der Vorsitzende die öffentliche Sitzung, welcher eine vertraulich« solgt. Todesfälle. Am Montag starb in Graz einer der letzten Radetzkiveteranen der Oberst i. R. Adolf von Susii im 89. Lebensjahre Oberst Suöiö machte die Feldzüge 1848, 1849, 1859 und 1866 in Italien mit. Er »rat im Jahre 1874 in den Ruhestand und wohnte feit dieser Zeit in Cilli. Gelegenilich einer Reise nach Graz ereilt« ihn nach kurzer Krankheit der Tod. An der Bahre trauern die Witwe und die einzige Tochter, sowie sei» Bruder der Oberst i. R. Anton von Susik. Die Leiche wird zur Feuerbestattung nach Gotha überführt. -- In Wien starb vorgestern plötzlich Fräulein Will»er, Tochter des hier verstorbene» Südbahnoberin-spekiors i. R. Evangelische Gemeinde. Am ersten und zweiten Weihnachtstag finden in der Chrisluskirche um 10 Uhr vormittngs Festgottesdienste siatt. Das heilige Abendmahl wird im Anschluß an die Predigt nur am ersten Festtag gefeiert weiden. Julseier. Die Tafelrunde der deutschen Staatsbeamten in Cilli veranstaltete am 8. d». MtS. im kleinen Saal« des Deutschen HauseS eine Julseier, welche sich nicht nur eine« sehr guten BesucheS er-freute, sondern auch einen recht schönen Verlaus nahm. Hiezu hatten sich außer deu deutschen StaatS- und Landesbeamten mit ihren Familien auch sehr viele deutsche Gaste auS dem Kaufmannsstande und dem Gewerbestandc eingesunden. Die Stadt-gemeinde war durch den Gemeinderat Herrn Karl Teppey vertreten. Der Abend wurde durch zündende Mufikvorträge der Tafelrunde eingeleitet, welcher Liedervortrige folgten. Sowohl die Leistungen der HauSkapelle. bestehend auS den Herren Stanek, Charwat. Wagner und Messarec d. I. wie die Bier-gesänge der Herren Hübner, Fritz, Wirt und Zmyral fanden reichlichen, wohlverdienten Beifall. Berg-kommissär Herr Bauer samt Frau Gemahlin stellten sich wie immer, in entgegenkommendster Weise mit heileren Vorträgen ein. Die Leitungen dieses liebenS-würdigen KünstlerpaareS sind zu bekannt, al« daß sie hier noch besonders hervorgehoben werden müßten. Als der vom Kanzlisten Herrn Pangerc prächtig herausgeputzte Baum entzündet wuide, hielt Steuer-Verwalter Herr W. «lementschitsch die Julrede. Zn feiner trefflichen, zu Herzen gehenden Ansprache, Deutsche Wacht ging der Redner von der Julseier der alten Germanen auS und schilderte die heutige Julseier als deutsches Familienfest. Seiner wirkungsvollen Rede, die in einen beherziguugswerten Mahnruf an die deutschen Eltern ausklang, folgte ein stürmischer Btisall. Zum Schlüsse überraschte noch Herr Doktor Hauke alle Anwesende» mit einigen äußerst gelungenen Rosegger-Borträgen. Auch ihm wurde reicher Btisall. Die Tafelrunde, die eS sich zur Ausgabt gemacht hat, die Kreise der deutschen Beamtenschaft enger zusammen zu schließen, hat mit diesem Abend einen schönen Erfolg erzielt und wir wünschen nur, daß st« in ihrem schöne» Bestrebe» nicht erlahme. Allen Mit-wirkenden sei hiefür auch hier der beste Dank gesagt. Herzliche Bitte! Im hiesigen allgemeinen Krankenhause liege» mehrere Kinder armer Eltern krank darnieder. ES naht das Weihnachtsfest, das Fest der Kinder. Wer wird den armen kleinen Krnnken eine Freude bereiten, da die Eltern meist arm sind! ? ES ergeht daher an alle edlen Menschen-freund«, an die Freunde der unschuldigen Kinder-welt die herzliche Bitte, milde Gaben, fei es Geld, Kleidungsstücke oder Eßwaren, Spielzeug. Christ-baumfchmuck an den Weihnachtstisch der armen Kleinen zu lege». Das glückstrahlende Lächeln, das die bleichen Gesichter der verlassenen kranken Kinder vcrklären wird, mag den edlen Spendern danken. Spende» nehme» die Verwaltungen des Allgemeine» Krankenhauses und dieses Blattes entgegen. Weihnachten. Dieses schöne Fest im Jahre rückt näher, jenes Fest, das uns Gelegenheit gibt, unseren lieben Verwandten nnd Freunden dnrch Widmung eines sinnigen Geschenkes den Ausdruck der guten Gesinnung zu geben. Es ist daher am . Platze, die Bewohner Cillis daran zu mahnen, vor allem unsere heimischen Gewerbetreibenden mit der-lei Austrägen nnd Einkäusen zu unterstützen, damit das Einvernehmen des Bürgers mit dem Kaufmanue der ernsten Zeit entsprechend ein nur gutes genannt werden kann. Hochwasser. Seit dem großen Hochwasser vom Jahre 1901 war die von Hochwässern so ost gefährdete Stadt von denselben ziemlich verschont geblieben. Die Sann schwoll zwar öfter« nach nur wenigen Stunden dauernden Regengüssen zu be-drohlicher Höhe an, doch zum Glück dauerten die Regengüsse nicht lauge an und die Wasserfluten verliefen sich ohne erheblichen Schaden. Welchen Schade«5aber dieses scheinbar so ruhige und Harm-lose Flüßchen anrichten kann und zu welcher enormen Gefahr die Sann uns werden kann, wenn ste nicht bald und durchgreifend reguliert wird, hat das letzte Hochwasser^deutlich bewiesen. Auch diesmal genügte nur eine kurz« Regenzeit, welche dem Froste unmitel-tar folgte, um die Sann in bedenklicher Weife auS den Ufern treten zu lassen. Nachdem die Sann schon die Tage zuvor beträchtlich «'geschwollen war. stieg sie gestern ungemein rasch. Um die Mittagszeit war ste bereit« so weit aus den Usern getreten, daß ein Teil des Stadtparkes und die Kellerräume an der „Insel" unter Wasser gesetzt wurden. Um 6 Uhr abend» betrug der Wasferstand 3 20 m (im Jahre 190 l betrug er 4ö0). Gestern nachmittag war die ganze Umgebung von Cilli überschwemmt, der Stadt-park gänzlich überflütet, ebenso das Villenviertel. Auch die Festwiese stand unter Wasser. Dies hat seinen Grund hauptsächlich darin, da>i der Durchlaß der steinernen Brücke auf der Reichsstraße vor der Festwiese zu klein ist, nm die Fluten des gleichfalls ftaik angeschwollenen LahnbacheS durchzulasse». Die Stnuwässer müssen naturgemäß die Festwiese, Giselastraße, und die Gegend deS LahnhoseS überfluten, umsomehr als ihnen auch durch die Reichs-straße ein Damm gesetzl ist. Der Zugang nach Savodna und Tüchern war abgesperrt, daher auch der Schulbesuch ein sehr spärlicher. Sehr bedroht war die Gassabrik; die Feuerwehr mußte von halb 6 Uhr bis 11 Uhr nachtS angestrengt ardeiirn, um das Eindringen des Wassers in den Ofen zu ver-hindern. Der Monat Dezember ist hier sür Hoch-wasser ungewöhnlich; die kritische Zeit ist für unsere Gegend der Monat Oktober und November. Es war nur ein Glück, daß der Reg?» gestern mittag» in einen ausgiebigen Schneefall überging und kühleres Wetter eintrat. Die hochgehenden Wogen und die weißen Usern waren uns ein ungewohnter Anblick. Ob das Hochwasser im oberen Sanntale großen Schaden angerichtet hat, wissen wir nicht. Jedensalls hat das entsesselte Element dort nicht freundschaftlich gehaust, denn außcr viel Holz und Gestrüpp sah man auch Ackergeräte, Thierkadaver und dergleichen herabtreiben. In der Stadt und der nächsten Um-gebung ist ein bedeutender Schaden, außer jenem, welcher durch das Eindringen des Wassers in die Kellerräume und tiefgelegenen Wohnungen entstand, Nummer 102 nicht zu verzeichnen. Gegen 5 Uhr nachm. fiel in der Laibacherstraße der Rechtsanwalt Dr. Juro Hrasover, der sich in die Badeanstalt begeb«n wollte, um ein warmes Bad zu nehme», ins Wasser. Er würd« vom Wachmann Schwarz aus dem unerquicklichen Naß gezogen. Ist diesmal die Stadt von größerem Unglücke im letzten Momente noch verschont worden, so hat sich doch diesmal die Ueberzeugung noch mehr gefestigt, daß nur durch eine schleunigste, umfassende Regulierung der Sann die Stadt von einer unab-sehbaren Katastrophe bewahrt werden kann. Wenn einmal das Unglück da und die Hilfe zu spät sein wird, wird man auch kompetenten OrteS einsehen, daß nnsere Forderungen gerechtfertigt waren. Aus der Theaterkanzlei. (Spielplan für die WeihnachtSfeiertage.) SamStag den 25. Dezember gelangt der beitere Schwank „Die dritte Eskadron" von Bernhard Buchbinder zur Aus-sührung. bei dem das Publikum nicht auS dein Lachen kommt. Diese Vorstellung geht als Wohl-tätigkeitsvorstellung für die Armen Cilli« in Szene. Anfang 6 Uhr. Sonntag den 26. Dezember (Ste-fanitag) finden 2 Vorstellungen statt. Nachmittag» halb 3 Uhr wird bei kleinen Preisen die beliebte Operette „Der fidele Bauer- von Leo Fall gegeben. Seine« Inhalts und der vorkommenden Kinderszenen wegen eignet sich dieses Werk ganz be-sonders zum Befuck, für Kinder. Abends 6 Uhr steht die mit großem Beifall ausgenommene Operetten-neuheit „Ein Herbstmanöver* von Emerich Kalman aus dem Spielplane. Christbaumfeier der Freiwilligen Feuerwehr. Wir machen nochmals auf die Christ' baumfeier der Freiwilligen Feuerwehr, welche am Stefanitage im Hotel Mohr stattfindet auimerkiam Bei derselben wird außer der Cillier MusikvereinS-kapelle. der Männ/rgeiangverein „Liederkranz" und die Sängerrunde der VertragSbeamten mitwiiken. Den Schluß bildet ein Tänzchen. Deutsche Gäste sind herzlich willkommen. Richtigstellung. Die Musik besorgt bei dem am 8. Jänner in Steinbrück stattfindenden Schützenkränzchen nicht die Kapelle deS 87. sondern deS 27. Jnfanterie-RegimenteS. von der Fleischergenossenschaft. Am Sonntag (Stefanitag) findet im Hotel Post um 3 Uhr nachmittag« die Aufdingung der Fleischer-und Selcherlehrlinge statt. Persönliches Erscheinen ist erforderlich^ Auf dem Wege zum 800. Baustein begegnet man »nn schon Zeichnern aller Stände und Gegenden. Opferwillige Volks enosse». die selbst keinen ganzen Baustein für die Roseggersammlung zeichnen können, beteiligeu sich an Sammelb-usteinen und man kann mit Recht sagen, daß daS gesamte deutsche Bolk dieses große Werk fördert. Freilich nicht im gleichen Maße. Die Träger der nationalen Idee und die beste Schutzwehr der hohen Güter uufereS Bolkstumes ist der deutsche Mittelstand. Das ist schon aus den bisherigen Zeichnungen deutlich zu erkennen. In den letzten Tagen sind folgende An-Meldungen von Bausteinen eingelangt: Johannes Zeltner-Dietz, Bozen; Juliu« Dümler, Kolonialgroß-Handlung, Dresden; Gustav Stiger, Cilli; Ingenieur Hermann Gussenbauer, Direktor der Wiener Lokomotiv Fabrik« Aktiengesellschaft, Wien; Hans Heinrich Reclam. königlich sächsischer Kammer zienrat, Leipzig; Karl KnaffI, Vizepräsident der Leobeu > Vordernderger - Eifenbahngesellschast, Graz; F r i tz H a n i s ch, k. k. K o in m e r z i a l r a t. F a-drikant, Graz; Leopold Theyer. Archi-tekt, Baurat. Professor an der techni-sche» Hochschule. Graz; Karl Graf Lamderg, k. k. Kämmerer, Großgrundbesitzer, Landtagsabgeord neter, Pöllau; Sepp von der EnnS, Linz; Rudolf und Elife Dengler. Brauerei, Wien; Ingenieur F«rd. Ludwig, Maschinenfabrik, Graz; Franz A. Pohfelt, Privater, Reichenberg; B Fa. Kastner und Oehler, Manufaktur und Modewaren, Graz; Baron und Baronin Rudolf Jsbary, Wien; Marie Frank, Reichenberg; Familien G«rlich und Waschka, Odrau, M.; Luise Hackeuberg, Osfiziersfrau. Essegg; Karl Dümler, Dresden; Sparkassa Bozen, T.; Jägern dorser Sparkasse, Jägerndorf, Schl.; Marktgemeind« Gleisdorf, Stk.: Gemeinderat N«u»kirchen; Stadt« gemeinde Voitsberg; Sladtgemeind« Gablonz; die städtischen Körperschaften, Bielefeld; Deutsche BozenS, (;l Bausteine); Deutsche Vereine und Körperschaften, Tachan, B.; Ortsgruppe Heiklberg des Vereines für daS Deutschtum im Ausland«; Ein langjähriges Vereinsmitglied in Wien; Lehrkörper des k. k. StaatS-gymnasiumS, KremS: Die deutschen Studenten in Niederösterreich; Verein deutscher RechtSanwälte, Wien; Marburger Kaufmannschaft, Marburg; Saazer Ge» Nummer 102 Denische Wacht Seite 5 «ossenschastSbrauerei, Saaz; Bau-, Maurer- und Steinmetzmeister-Genosseuschast, PerloldSdorf; OrtS-gruppe Dobrzan, B.; Die Ortsgruppen des Deut-sche» Schulvereiues,n Plan. B. Schließlich sei er-wähnt, daß da» Wiener Biirgertheater als Rein-gewinn aus der Festvorstellung anläßlich der Anzen-gruberseier zu Gunsten der Roseggersammlung dieser den Reingewinn von 1000 Kronen zugeführt hat. Wöllan. (C h r i st b a u m f e i e r.) Sonntag den 19. d. M. fand im Saale des Hotels Rak die Ehristbaumfeier für die Kinder der deutschen Schule des Kindergartens statt, zu welcher ein sehr zahl-reiches Publikum erschienen war, so daß viele keinen Platz mehr sanden. Vor der Christbeschernug wurden mehrere reizende Spiele von den Kindern des Kinder-gartens unter der bewährten Leitung der Kinder-gärtneriu Fräulein Olga Risfy ausgeführt, welche reichen Beifall fanden. Es gebührt dem genannten Fräulein alles Lob und herzlicher Dank fiir die große Mühe und Fleiß, die sie den Kleinen widmet. Allgemein bewundert'wurden die schönen Leistungen der Schüler der dentschen Schule, welche Lieder und Gedichte iu lobenswertester Weise vortrugen. DaS Verdienst dieser schönen Leistungen, welche ein ehren-des Zeugnis sür die Lernerfolge an der deutschen Schule sind, gebührt dem Oberlehrer Hern, Karl Weingerl. Wir wünschen nur, daß es ihm vergönnt sein möge, noch rech, lange an unserer Schule in so ersprießlicher Weise zu wirken. Die größte Freude der Kleinen war der strahlende Lichterbanm, welche noch erhöht wurde durch die reichliche Beschenkung mit Stoffen, Kleidern, Schulgegenständen, Bäckereien und dergleichen. Zum Schlüsse wurden die Kinder bewirtet. Es sei auch an dieser Stelle jenen der wärmste Dank gesagt, die dnrch ihre Spenden diese« schöne Fest ermöglichten, insbesondere den Bemühungen der Frauen Smodisch und Wutti, den Fräulein Stesfi Rak und Grete Tischler, sowie dem Herrn Johann Rak für die kostenlose Ueberlasiung des Saales. _ Schrifttum- s'Nullerl. Das bekannte Unterhaltungsblatt fürs deutsche Bergvolk, ließ soeben eine sehr reich-haltige Weihnachtsnummer erscheinen, auS dessen Inhalte wir besonders hervorheben wollen : „Hansel" eine WeihnachtSgrschichte von «laus Hain; ..Puppen", vom Tiroler BlaaS; „Wenn Wände sprächen", von F Autischer; „Einwintern", vom Obervsterreicher Webinger; „Herr, dein Wille geschehe", der Roman eines Bergbauern, von Th. Heil, u. v. a. Bekanntlich bringt s'Nullerl nebst ausgewählten Erzählungen und Liedern auch sehr hübsche Bilder, welche all-gemein Beifall finden. Wir können dieses Blatt daher jedem Freunde gut älplerischer Art aufs beste empfehlen. Ein Weihnachtsgeschenk in Form eine» JahreSbezugeS auf S'Nullerl wird sicherlich auhaltende Freude in jedes deutsche Haus bringen. DaS Blatt kostet ganzjährig K 4, halbjährig K 2 50 uud ist zu beziehen durch die Verwaltung: Graz, Herren« gasse 3 ebenerdig. AuSweiS über die im städt. Schlachthause in der Woche vom 13. bi» 19. Dezember 1909 vorgenommenen Schlachtungen, sowie die Menge und Gattung deS eingeführten Fleische«. i -. .+■. t r.-.-^ra tAu ■S. I yCK?« ♦ ./K.» iV»NrSSWl Cillier Musikverew. >inladimg »u der am Mittwoch. den 29. Dezember 1909 um 8 Uhr abends im Hotel ..«r,herzog Ioha«»" stattfindenden ÄUItsersümmluM Tages-Ordnung: 1. Bericht der Bereinsleitung. — 2. Bericht der Rechnungsprüfer. — 3. Neuwahl. — 4. All fällige». Name des Fleischer« €«ladjtnngfn I. *»'10 >» qwn €tildcn c - •e '■£ U OS « -s (4) Sutschet Ialcb . Friedrich .... «Srenla Johann . eanlchet Mailin unget ..... ,«nf» ..... StoRär Ludwi., . Le«loschel Jalob. Paqer Samuel . Planinz Kran» . Redeuicheftg Joses Sellat Ära«, . . Elelzer..... teuBpan .... Uuwflfl Rudolf . VvUftruber Fran» (Sastrvirte .... Private . . . . ,«!. e _ •c *• M ao E Z I « £>|w « eingeführte« Fleisch in Kilogramm «9 1 u a « »1 1 — 2 _ — — — — — — 4 1 — — — - - - iOt — — — — — — — — — — - 9 — — — - — — — — - 1 2 _ — — — — - — 1 __ — — — — - — — 27 — — 1 11 2 - — - — — — — — — 4 — — — — — — — — — 1 — — — — — — — ! 10 2 — — — — - — — — — ! * _ — — — — — — — - — — — - » 2 — - - t- — — — — — — — — — — 6 — — — — — — — — — 6 — — — — — — — — 5 I I m 2. rt-•0 j (O «S «3 22 180 13 24 53 2 372 Bei der Beschlußunfähigkit der ersten Bcriammlnnfl folgt an demiclben Tage und an demselben Lrte »ine pveite um halb 9 Uhr. welche bei jeder Anzahl von Mitgliedern '!l ^ ^ ^ ; ; Was alles im Theater liegen bleibt, das ist nickt ;u sa;en Natürlich am meisten Pom< padours. Und was meinen Sie nun. was wir neulich in zet>n solcher Dinger gesunden haben, die an einem Tag liegen geblieben waren' «onbonnieren, mit Jav4 ächten Todener Min«ial PasliUen g'sfltli: Das ist uns ein Beweis dafür gewesen, daß die Tomen doch wirtlich alles Gile schätzen wissen und nun k»nnen wir uns auch erklären, worum unsere ÄorsteUungen jetzt gar nicht mehr du>. Leslerreich Ungar»: W.Th.Gunvert, ,. u. t. Ho'lieserant. Wien IV/l, Gros!« Aeugasie 17. Anerkannt »oratü^iiclie Photographische Apparate eigener und fremder Konstruktion. Wir empfehlen, vor Ankatif ein«* Appa-rate« unseren Ratgeber (534 Seiten mit 623 Illustrationen, Preis K 1.80). »erfasst Ton unserem in Fachkreinen bestens bekannten wissenschaftlichen k. o. k. Hof- Mitarbeiter Alb v Paln»«)', der unserem Mannfaktur fQr DatailgescbifW, flr»b :u 30, Tersteht an 1 Photographie gern« Aiuk li f'e j--irlich-*r faculicher Art Fabrik photogr. erteilt, *u Rite n ziehen. PboÄX. R Le«hner (Wilh. Müller) Atelier. \1 len. trsi en 31. 16812 esssjjsiriJ esu« ss«*cs~messic 5 Man abonnier» jederlei! auf das schönste und billigste "FamUien-Witjblatt 8 5 '{VTeogendorfer- Blätter ff______-f • * ra__: £i £!'. „ U.iMaiiat itM<4 f> s B ß 1 G fi Tiünthfn Zeitsdtrifl für Humor und Kunst. Uierteljährlich 13 Nummern nur K 3.60, bei direkter 5S> Zusendung icöthentlidi vom Uerlag K 4.— s> Abonnement bei allen Suckkandlunzen und pollanltalten. verlangen 5te eine 6rahs-Probe-nummer vom Verlag, nlündten. rkealinerltr. 41 Ktin Besucher der Stadt München sollte es versäumen, die In den Räumen .. li^atincrftraSe 4N» bffindlithe. äußerst interenle Nu»-ilciiung von öriainaUeidtnungen der Neggendorker-Llatter zu belldttigen. ^ lägliü geöffnet, eintritt für jedermann frei! KJSS KSi ttJSS E3ä «-53 s I AMERIKA Wer «ich für A. JfM D R Ä i4. \ intsreaaiert erh< ans Wunsch eine Beschreibnnt; der verschiedenen Staaten gratis und franko zugeschickt von F. Missler, Bremen, Bahnhofstrasse 30. Auch kostenfreie Auskunft übet* beste Beförderung nach Amerika- Die KAISER-Schiffe Kaiser Wilhelm II..........2l5 M«ter lang Krönpriaase■«««in Cecilie........215 Meter lang Kronprinn Wilhelm..........202 Meter lang Kaiser Wilhelm d r Gross«......^(Ster ""8 fahren in 6—7 Tagen von Bremen bis New-York, ■r Abfuhrt Dleu*t«C< * Die Kaperschiff* fihr^-n nar r«n Brenn w r aln will, kann frei ohu^ H ud rnisut tmh *ii. iiimiauI hat *U. ß c*»t d'u< zu rt»fhi?M#. Jeder hat b ineu freien Willen, für nein G.'ll tu fihr-jo, wo »ia er w 11 F. JHiHslor. Bremen, ßahahofstrasse 30. Passagier-Befördi-rnng ton Bremen nach Amerika. Australien. A rika. niirlllHto Prttliau K w Ciut« Verpfloitnoff. - fc*: tf 6 Numn:?? 102 SflOO not. begl. Zeugnisse e. Aerzten und | Pri^aien beweise«', daß Kaisers Brust-Karamelle» mit den drei T««"eu Husten Hetserkeit, Verschletmnng, tta-tarrh, Ztramps- u. »cuchhuster | om beste» beseitigen. Palet 20 und 40 Heller | Dos« 00 Heller. Zu hoben bei:! I M x Rauscher, Adler Apotheke in (iilli; Sdjioarnl Jk Co Apoth zhr Aariadils in dilli; ßatl Herrmann in Mail» Ziffer; Han^ Lcdn>d»r. schih, Apoth. z. golb. Adler in | Rann; Aug. Plunger, Salnator- | Apoih'ke, W nd. LandSberg. C. Büdefeldt Marburg u. D., Herrengasse 6, erlaubt sich ihr » p. t. Kundin för Handarbeiten »Her. Art *-i uiipscblen Gx«.»sfs Laser in t« il, angefangenen. (eil» vorge-/i-ichnft. n llundarbeiiea, Stick-, Kt.ick-ued H*kel-\Voll< n Uaraea u Stoffen, Sehr lolelatü Smyrua-Knttpferei QbcrraMohcnilar Blinkt! Anleitung u. Pnspekte gratis n. rauko. isit-Kartcn liefert rasch und billigst Vereinsbucbdrudttrei Ccleja. wird sofort aufgenommen bei Johann Suppan, Anton Seutschnig's Nachfolger, Cilli, Bahnhofgasse. Gelddarlehen an Personen Stande« auf Schuld- jeden schein odr Wechsel ohne Bürgen, tu kleinsten Monatsrate», sowie Hypothekardarlehen besorgt di-kret Alexander Ära-stein in Bndapeat licfel. jtsgasse 7. Re-tounnarke erwünscht. 16060 PEKflREK5 * #Tc:ir ... isrdielecmarke der vornehmen Weir und derArisfokraMe |_Nur .n Originalpackehen )■ überall erhältlich# Wohnung im II. Stock, Ringstraase 8, bestehend aus S Zimmern, 2 Dienstbotenzimmer, Köche, Speiseksmmer, Voriimmer, Dachboden- a. Kellerantcil. kommt per sofort xur Vermietung. l)io Wohnung kann jeden Tag von tl bis 12 llhr vormittags besichtigt werden. Anzufragen beim HBuseradmim-strator der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. Gegen Husten nnd Heiserkeit nehme man Dr. Sedlifzky's Gasteiner Zirbelkiefer-lionhons zu lishen in Pack«t«n ä 30 b in d*r Drogerie Job. Fiedler. I nur In OrigKnalabfülluiijs; ist die beliebteste und verbreitetste Ku in-Marke, bietet das Beste an Qualität «n billigsten Preisen. Niederlage bei: ans Wogg, Spezereihandlung, CILLI. Villa Sanneck mit herrlicher Fernsieht, in der nlchsten Nfth« der Stadt Cilli, einstöckig Kit Man-sardenzimmern schönen) Obst- nnd Gemüsegarten, ist preiswert zu verkaufen. .Anfragen sind zu richten unter „Poat-facb Nr. 79. Cilli-, S. Wer sich in den Alpenländern ankaufen will, verlange franko nnd gratis ein Probeblatt der Alpen-ländisehen Verkehrszeitung von der Verwaltung Marburg a [D., Rathausplatz 4. KAYSER Grösstes Spezialgeschäft in Nähmaschinen nnd Fahrräder. Voll kommenste NäHmascUiie der Gegenwart! Bogenschiff (Schwingschiff vor-o.tlfii'kwirU i>iiiend) Ringschiff t"» 1 • ■ «IfiLit Central Bobbin Kunststickerei»I>sjeeigatt. Singer Nähmaschinen schon von 70 K anfwärts. Anton Neger Grosse» Lager bei Mechar Herrengasse Hr, 2 Mechaniker, sirosae Rep iratnr-WerkstÄtte fflr alle ^y^teme, fartiminniich gut und billig. Stattliche Bestandteile. Nadeln, Oel, Scl.iffcbcu etz. sowie auch -imtliche Fnhrrndbe«tandt«ile. — Ralrniahluiifrn. | x < >x 5«>:<>kxok > Richters Anker - Stein - Baukasten wir vor ,.d»n der Kinder liebstes Tpiel ^^baden ku ? rt i es K r* auch drulr X glänzend bestanden. Mit jedem Iah' mehrt sich die Zahl der Bäter, die als Kinder die Anker-Steinbaukasten lieb gewann,» i?aben und nun mit ihren j? •> eigenen Kindern wieder zu bauen anfangen. * Wann t» eine bessere Smpsehlnng gebe»? Sicher nicht, und darum sollte keine Multer versäumen, als e r |i t i und vornehmste« •: Gescheut für ihre Kinder einen echte« Anker Ltein- bautasten aueiuwädlen. DieS geschieht >m dessen nach -er neuen iUu> trieiten Bau-tast?«.Preisliste. die aus Wunsch gern franko zugesandt wird und in der man auch here^ über die Anker Brücken-tasten unv die beliebten Me- teor-Lege-spiele findet. Richters Anker Siein-baukaften und Anker-Brüienkaiten sind k nntiich — . an der Schutz» K marke .Anker" und i» allen feinsten Sp'elwarengeschüslen deS In. und An«Ia»de« >• ,u billigen, no» der Fabrik festgesetzten Preisen vorrätig: man verlanae zu s^ner •** f'öenen 3id>etbfit on*t (Sintouf öuÖrÜdül nttio,.Musikwerke m« runde» TiaHlblechnoienscheiben kommen und wer eine» Sprech. A p v a r a t zu kaufen «Ünkchl 1>er verlange Ine Smech Apparate. Piei»liste! er findet darin die besten Sp>e»apparate vetz ichnei. Nmnme? 102 Devijche Wauft Sei?e 7 Aufgebot. Es wird zur allgemeinen Kenntnis ge-gebracht, dass I. Der Bergmann Franz S z e d n i k, w hnliaft in K^sen, WrQheimtfltraw« 5, Sohn des Tagelöhner» Georg SrcJuik nnd »einer Ehefrau Anna, geborenen Szednik, beide wohahaft in St. Peter, 2 die Köchin Maria Kotaeif, wohnhaft in Gasen, Wellheiuierstrass» 5. vorher in Borbeck und Trebee, Tochter des verstorbenen Ackerers Joseph Kova<5if, inletzt wohnhaft in Trebee nud »einer Ehefrau Theresia geborenen Debclak wohnhaft in Trebee die Ehe miteinander eingeben wollen. Die Bekanntmachung des Aufgebotes hat in den Gemeinden Essen, Borbeck nnd Treb c tu geschehen. Esten, den 29. November 1900. 16071 Der Standesbeamte: J. V. Leggewic. selbständiger Arbeiter der Eisen-, Spe-ierei-. Getreide- nnd Uolzbraoche, gut versiert, derzeit noch in Kondition, wünscht »einen Posten in ein* deutsche Firma iu indem. Brieflieh« Anträge find zu richten an die Verwaltung dieses Blatt««. 16076 Kontorist und Handelsangestellter mit schöner Handschrift wird ausgenommen bti Gustav Pirchan, Marburg. 16090 zu verkaufen wegen Uebersiedlung sind mehrere japanische Seivice, Vasen, Blumen und andere Gegenstände, Gartengasse 3, Parterre, links. 16051 Geschäftslokal bester Posten, ist zu vermieten. Daselbst ist auch eine Wohnung mit 2 Zimmer und Küche zu vermieten. Anzufragen: Bäckereigescbäft Jos. KQrbisch, Laibacherstr. 2. I60Z Fakta- nnd FracUKieue naoh Amerika knnigl. belgischer Postdampfer der ,Red Star Linie' von Antwerpen direct nach New-York nnd Boston eonceaa. von der hob. k. k. Osten. Begierut g Man wende «ich wegen Frachten tu d Fahrkarten an die 10271 Red Klar Linie In Wien, IV., Wledaergrirtel 6, Julius Pnpper, Siidbahnatraaa« » la Innabrack, frani Uolrnr, Bahnhofatraasa 41 la Laibach. 2 Zimmer auf der Insel mit schöner Aussicht, eines hievon möbliert, sind sofort zu vermieten. Anzutragen in der Verwaltung dieses Blattes. A. Feinste Bordeaux u. Rum- Punsche, Ananas Punsch - Extrakt, Bonbons-Spezialitäten von Sarotti, Berlin und "Heller, Wien. Süd- und Dessertfrüchte, Tafel- u. Dessertweiney Champagner etc. empfiehlt Josef llllatic in Cilli. welche vollkommen eingerichtet ist, und günstige Aussichten hat, ist unter günstigen Bedingungen zu verpachten. Näheres erteilt Eigentümer Franz Jonke in Oplotnitz. Beamtenswitwe, perfekt in Schneiderei, auch auf englische Kostüme, gesetzten Alters, ohne Gehaltsanspruch such t Engagement bei Herrschaft oder besserer christlicher Familie. Gütige Zuschrift unter „Auf einige Monate' an die Verwaltung dieses Blattes. ihom Seltene Gelegenheit! Ich habe von einer abgebrannten Fabrik d. ganze Lager prachtvoller schwerer in allemeuesten, schönsten Muttern angekauft, welche ganz unbi.-deutende, kaum merkliche Flecken von Wa»aer ausweisen und sende solche S »Istcia um 0 H gegen Nachnahme. Die Decken eignen »ich für jede beaaere Häutllchktil zum Zudecken von Betten und Personen und sind sehr warm and fein. Otu. Bestes Fabrikat: Marke „Zwerg Echt Galloschen > rassische Krägen, Manschetten, Taschentücher, Kragenschoner, Schirme, Knaben-Anzüge, Kinderkostume und Wetterkrägen in allen Grössen. Feste Preise! Hausschuhe Schwarze I Putzschürzen 1K WinterstrUmpfe 1 Paar 40 Heller Wintersocken 1 Paar 40 Heller Jute-Smyrna-Bettvorleger 1 K Wandteppiche Herbst-». Winterüberrecke ü. Anzüge Extra-Angrbote in KLEIDERSTOFFEN zu enorm billigen Weihnachtspreisen. o Alle Kreise kaufen ihren Weihnachts- WlM! O bei grösster Auswahl solid und billig im Warenhause Bedarf JOHANN KOSS in CILX.L Feste Preise! Divanüberwürfe Reisedecken Flanelldecken Wachstuchschürzen Salonteppiche Bettdecken Tiscndecken Vorhänge Laufteppiche Für die Schriftleilung veranlwortlich: Guido Schidlo. Drucker. Verleger. HerauSffeber: BereinSduchdruckerei.Teieja- i.i CilU