Ürrtrattnng: «othantgass« Nr 6. ttlrttil «l. j,. talc rattca Scwgi « "«nnse» tn* tu M tMfti: »N«tclj«rts ßatbjsgrtf . . . . K «4» ■atmucl« . ... H litt tfMt <1 1111 «U j^StOlM n* H»a« i «»aaili« — etmcijüfert« . . ■ » — . . . H •iBjjaecij . K U-— »III« «LfUat frtUtu M Ml »MBOfpAdttt; I!« btrtlkmi «tBjjrirtu-t« mcsnannU gtlua d>« tut IStt-dwatm =rx>« atm aoswaUk «in Kitt brriifllmns: .■•tttfttauaeta manat Mc B~»a(:iina jer-re ««*111 »« MIll«« fc*. ® rtüfctta ), der Sekretär der deutschen Arbeiterpartei Gatter« mayer, Dr. Guggenberger (Trieft), Kammerrat Kaubl und der Vertreter des Alldeutschen Vereines sür Kärute» Pros. A»gerer. In dieser Versammlung gelangte nachfolgende E»tschließ»»g einstimmig zur Annahme: Wir geben der Ueberzeugung »uSdruck. daß die Neuordnunz der Verhältnisse in Oesterreich nur von den Leben», »otwendiqkeiten de« Staate« und nicht vom Beifall unserer Feinde und den bei ihnen zurzeit gerade herrschenden Anstchte« über die beste Form staat-licher Einrichtungen bestimmt werden kann. Die Be-tätiguvg eine« zielbewußten StaatswillenS bei der Z>as Wuster einer Krau. von H. Zarrn. Ja, Frau Trude ist da« Muster einer Fra». Sie ist tugendhaft, hübfch, stets gut und sauber ge-kleibet ■ im HauSwesen geht alles wie am Schnür-che«; fie ist sehr vernünftig, hat keine Launen, ist stet« fleißig, »ersteht zu rechnen — waS kann man »och mehr verlangen!? Und doch fühlt sich ihr Mann kreuzunglücklich »eben ihr. Warum hat er sie geheiratet? Weil ihm ihre kühle Reinheit, ihre Schönheit unerreichbar und darum so begehrenswert erschienen war. Ihre junge «eele zu wecken, zu bilden hatte ihm den Einsatz eine« ganzen Lebe»« wert geschienen und wie kläg-lich nun da« Resultat! Wa« nützt es Felix, daß er sich einen Esel schilt, einen Narren. Da« Faktum, das zwischen ihm und seiner T»»de eine chinesische Mauer ist, die jede« Sichver-ständigen zur Unmöglichkeit macht — bleibt. Er geht seiner Wege — fie spinnt sich immer zu Hause ein. Er sucht außerhalb de« Hauses Zer> streuung, Anregung — sie wiid immer mehr zum privsaischen HauSmütterchen, steift sich auf ihren Psffichteiser — ihre Tugend — ihre Unübertrefflich, kein al« Gattin und Hausfrau und will nicht sehe», dajß fie sich dadurch immer »ehr dem Gatten entfremdet. Wie zum Hohn auf ihre ganze Veranlagung, ihm pedantische Gewissenhaftigkeit hat da« Schicksal inneren Umgestaltung kann unser Ansehen bei Freund und Feind nur erhöhen. Wir sind nach wie vor von dem Vertrauen iu den Sieg unserer und der ver-bündelen Heere erfüllt und wollen in uue» schütter» licher Bundestreue bi« zum Ende an der Seite des Deutschen Reiche« ausharren. Es ist nur die Schwäche der leitenden Staatsmänner, gewiß nicht der Kriegs-läge zuzuschreiben, wenn unsere Feinde eine Mittel-bare oder unmittelbare Beeinftussung unserer inneren Verhältnisse versuchen wollen. Wir weisen jede Ein-Mischung unserer Feinde in unsere inneren Verhält-nisse auch bei FriedenSverhandlungen als demütigend und unser vaterländische« Empfinde.» auf« tiefste ver> letzend zurück. Die politischen Vorgänge der letzten Wochen haben gezeigt, daß »ine Durchsetzung de« Osterpro-grammeS nur von einem nachdrücklichen Bekennini« der ganzen deutichen Bevölkerung zu den darin ent-haltenen Forderungen zu erwarten ist. Wir halten an diesen Forderungen unverbrüchlich fest und bitten alle unsere Mitarbeiter, mit verstärktem Eiser für ihre Verbreitung in der Bevölkerung und den An-fchluß an sie z» wirken. Wir begrüßen im Hinblick aus diese dringend notwendige Arbeit den Antrag te« Herrn Abg. Dvdernig auf Aushebung der poli-tischen Zensur und fordern des weitere» auch die Beseitigung der Hindernisse, welche der politischen Betätigung durch die Beschränkung de« Versamm-lungsrechte» entgegenstehen. Daß der Deutsche Nationalverband feine Stel-lung zur Regierung von ihrer Haltung abhängig macht, und dadurch wohl eine Politik der freien Hand ankündigt, begrüßen wir und sprechen die Ge-nugtuung au«, daß da« Verbleiben der deutschen Minister im Kabinett Elom.Martinic die Wirkung haben wird, die sich der Deutsche Nationalverband davon verspricht. Den große» sozialen Forderungen unserer Zeit muß im Interesse der breiten erwerbenden Volks-schichten unbedingt Rechnung getragen werden. Die deutschbewußten Partein müssen aber nach wie vor, und heute mehr denn je, mit allen ihnen zu Gebote stehende» Mitteln, dem unheilvollen Treiben, sowohl der internationalen Sozialdemokratie, wie de« Fi- sie dem Künstler vermählt, dem die Boheme so tief in Fleisch und Blut sitzt, daß ihm Ordnungsliebe, das Sparstzstem seiner Frau ein Dorn im Auge, sein Heia, zum Adscheu geworden ist. Und Felix knirscht in ohnmächtiger Wut u»ter der täglichen Folter. Im Grunde eine schwache Na-tur, haßt er den häuslichen Kleinkrieg und hat es längst ausgegeben, den „Starrsinn" seiner Frau zu brechen. Mag sie unermüdlich mit Besen und Wisch-tuch durch die Wohnung gehe» uud all die kleinen Unordentlichkeiten de« Gatten korrigieren, die Stühle in Reihe und Glied aufstellen wie Soldaten, dort rücken und schieben, glatt streichen und zupfen — er flieht vor so viel „Spleen", wie er e« bei sich nennt, in sein Atelier, dem einzigen Ort im Hause, wo er sicher ist vor der Gattin Ordnungssinn; denn vor dem Chaos, da« dort herrscht, vor de» »ackien Figuren und Aktstudien flieht Frau Trude entsetzt, in ihren heiligsten Gefühlen verletzt. Voll BerständniSlosigkeit, ja Verachtung begegnet sie dem Treiben in jenem .Bueuretir»" ihre« Manne«. Da kommen unangemeldet Felixe»« Freunde, bleiben solange es ihnen beliebt; bald sieht Frau Tr»de die«, dann da« andere weibliche Modell ins Hau« treten. Laute», ausgelassene« Lachen schallt bi« in ihre Räume herüber; »ft erklingen die Sai» ten einer Laute. Sie verbirgt sich dann im hinter-sten Zimmer, weint sich au« und begegnet ihrem Gatten mit »och mehr Zurückhaltung und Hoheit. Sie begreift ihn nicht. Seine Welt ist nicht ihre Welt. Sie verachtet 42. Jahrgang. nunzkapitals, welches Unser Volk und unseren Staat, sowie die Kämpfer an den Fronten um alle Früchte ihres heldenhaften KampseS zu bringen droht, ent-gegentreten. Ebenso wurde folgender Antrag deS Herr» Zng. Szermak einstimmig angenommen: Der Ar-butszusichuß de; Deutschen Klub« wird braustragt, durch Aufstellung von Forderungen sozialer und wirtschaftlicher Art den so notwendigen Ausbau der Osterbegehrfchrift zu verwirklichen. Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Rußland und Rumänien. Die Berichte des österreichischen GeneralstabeS. Amtlich wird verlautbart: 2. Mai. Im Raume nördlich der Oitozstraße wu.de ein Vorstoß russischer Abteilungen restlo« ab-gewiesen. Sonst stellenweise lebhaftere Artillerie-titigkeit. « 3. Mai. Front des Generalobersten Erzherzog Joses. Ein Vorstoß mehrerer feindlicher Kompanie» gegen unsere Stellungen im Putnatale wurde unter blutigen Feindesverlusten abgewiesen. 4. Mai. Front deS Generalobersten Erzherzog Josef. Gester» abend« brach der Angriff eine« r»s-fischen Regiments vor unseren Stellungen nördlich de« SufitaialeS zusammen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabe«: v. Höfer, Feldmarfchalleutnant. Die Berichte der Deutschen Oberste» Heeresleitung. 2. Mai. Front deS Geueralfeldmarschatl« Prinzen Leopold von Bayern. In mehrere» Ad-schuitten war die russische Feuertätigkeit und ent» sprechend die unsere lebhafter «1« iu letzter Zeit. Front de« Generaloberste» Erzherzog Josef. Zm Grenzgebirge der Moldau griffen nach starke« Feuer mehrere russische Bataillone »nsere Höhenstel- die Menschen, mit de»en er umgeht. In ihre» Augen sind jene Leute «lle grundschlecht, verdorben — entsittlich!. Ihrer Spießbürgermoral graute vor dem leichtgeschürzten Geschwätz, der tollen AuSge-lassenheit und Sorglosigkeit, der sich ihr Mann bin gibt. Auf ihrer juugen Stirn graben sich schon jetzt die Sorgensältchen ein. Wv sie »ur konnte, sparte sie und legte beiseite. Ihr ahnte, daß eine« Tage« der Ruin da fein würde und was dann? Felix der-diente schönes Geld; doch da« Geld rollte ih« durch die Finger s« glatt uud schnell — fie aber hatte von Kind aus die Rechtschaffenheit al« Richtschnur ihres Lebens anzusehen gelernt. Schulden — d«r Gedanke schon ist ihr schrecklich. Wa« der Galle so leicht auffaßte — da« nimmt fie unendlich schwer — ihm gilt das Leben al« et» Fest der Freude, da« man bis zur Neige auskoste» muß — nur keine Sorgen! Frau Trude sieht daS Leben als eine Prüfung an — ihr ist'« die Vorbereitung für ein besseres Jenseit«. Man hat seine Pflicht zu erfüllen, sei» Pfand zu verwalten. DaS Leben, wie'« der Gatte mit seinen Freunden lebt«, scheint ihr sündhaft. I» Anfang hat sie da« Felix vorgestellt, der yat fie ausgelacht. Später ist er rauh geworden und hatte die lästige Moralistin von sich abgeschüttelt. .Du hättest einen Beamten oder einen Krämer heiraten sollen, meine Liede, nicht aber einen Künstler!* Ach, sie fühlt — er hatte rech», so recht! Und weil sie ihn doch heimlich noch immer liebt, auch felsenfest an die UnlöSbaikeit der heiligen Stile 2 Deutsche Wacht Ung nördlich de« OitoztaleS an; sie wurden verlustreich abgewiesen. 3. Mai. Zwischen Sufita- und Putnatal ist ein russischer Angriff verlustreich in unserem Feuer zusammengebrochen. 4. Mai. In den Karpathen glissen drei russische Bataillone ohne jeden Erfolg unsere Stellung nörd-lich des SusitataleS an. Gegen Frankreich und England. Berichte des Großen Hauptquartiers. 3. Mai. Heeresgruppe des Kronprinzen Ziupprecht. Dcm anhaltenden Artillcriekampf der letzten Tage ist auf beiden Scarpe Usern tieuie früh Trommelfeuer gesolgt. Dann haben in breiter Front neue englische Angriffe begonnen. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Bei günstiger Beobachtung erreichte die Kampftätigkeit der Artillerien und Minenwerfer gestern große Stärke. Besonders an der Bergfront, zwischen Bau-xaillon und Eraonne, längs deS AiSne—Marne-Kanals und an den Höhenstellungen nördlich von Prosnes war der Feuerkampf hestig. Die Fluztätigkeit war über und hinter den Stellungen bei Tag und Nacht sehr rege. Der Feind verlor in Lustkämpsen 8. durch Noilandung rtnes, durch Abwehrfeuer »on der Erde 7 Flug« zeuge und einen Fesselballon. 4. Mai. Heeresgruppe oeS Kronprinzen Rupprecht. An der Arrasfront ist zwischen Achkville und Queont auf :!0 Kilometer Breite ein neuer eng -lischer Durchdruchsvrrsnch von bis 17 Divisionen nach stärkster artilleristischer Kraftentsaltung ge'chei-tert. Bon Tagesgrauen bis spät in die Nacht bra-chen die wiederholt gesührten Angrisse der Engländer vor unseren Linien und in unseren Gegenstößen zu^ sammen. Nur in Fresnoy ist der Feind eingedrun-gen; bei Bullecourt sind ihm kleine Teile unseres vordersten Grabens verblieben. Der Kamps geht heute früh weiter. Die Haltung unserer Truppen war wieder unübertressbar. Außer schweren blutigen Verlusten büßte der Feind über 1000 Gefangene ei». Die Bereitstellung starker englischer Kavallerie, lüdöstlich von Arras, zeigt, welche Hoffnungen die Engländer auf diesen Angriff gesetzt hallen. Heeresgruppe deS deutschen Kronprinzen. Nord-lich bei Linie SoissonS—ReimS ist die Artillerie-schiacht im vollen Gange. Zu besonderer Heftigkeit steigerte sie sich zwischen der AiSne und dcm Bri-mont. Durch unsere Batterien wurden die hier an-gefüllten feindlichen Gräben unier Vernichtungsseuer genommen. Laon wurde erneut durch Die Franzosen beschossen. Bei und westlich Braye sowie dem Win« terberg (westlich llraonne) brachen mehrere französische Angriffe im Feuer unserer Infanterie und Artillerie verlustreich zusammen. Der Krieg gegen Italien. 4. Mai. Amtlich wird Verlautbart: An der ganzen Front die üblichen Artillerie- und Minen Ehebande glaubt, leidet sie doppelt, quält sie ihn mtt ihrer jetzt stummen Anklage. Er ist ihr Mann, sein Leben unmoralisch, leichtsinnig. Sie stützt >lch aus ihre Tugend. Was ihr Felix von Anpasfungs-licht des WeibeS, vom «echt seiner Individualität als freier Künstler redet, ist ja alles Unsinn. Er braucht ja nur ein korrekter, ordentlicher Mensch zu werden. Tat sie nicht ihre Pflicht? Plagt sie sich nicht redlich — tagein, tagaus bis in die Nacht, verzichtete sie nicht auf jede wellliche Freude, nur um ihre Pflicht zu erfüllen? Darf er verlangen, daß sie sich «n den Strudel seines LebenL stürzt, um ebenso leichtsinnig und gedankenlos hinzulebcn in SauS und Braus wie er? Sollte sie vielleicht zn den seichten Scherzen seiner Freunde lachen? Die Modelle, bezahlte Ge schöpfe, in ihrer Gesellschaft »ulden ? Nein uud lausendmal nein! So gehen sie ne beneinander hin — jede« mit verbissenem Grimm — er voll Mißachtung gegen ihren Krämergeist, ihren beschränkten Horizont — sie voll Indignation seinem Leben und Streben gegenüberstehend, immer gewappnet mit der eigenen Vollkommenheit; ganz Hoheit, nur Hoheit all seiner Menschlichkeit gegen-über, nur Hoheit nn5 Unverständnis, selsenfest von der eigenen Untadelhaftigkeit und Unfehlbarkeit über-zeugt — stet« rechneud, sorgend, sich muhend, gan^ Tugend, ganz Pflicht, daS Muster einer Frau und doch---- werserkimpfe. Bei Görz versuchte der Feind emerr Gasangriff. Dank der Wachsamkeit unserer Truppen und ver Güte unserer Schutzmittel mißlang der An-riff, der unS keine Verluste brachte. Unsere braven flieger schössen gestern im Lustkampfe drei feindliche Apparate über der Karsthochfläche und einen bei Flilsch ab. Der Stellvertreter deS Ehess beS GcneralstabeS: v. Höfer, Feldmarschall Leutnant. Das große Ringen im Westen. Der unter schweren Verlusten sür die Franzo-en gescheiterte neue große Angriff in der Eham-?agne am 30. April würbe durch schwerstes Arlil« eriefeuer vorbereitet imb mit mehrere» Teilvorstö-zen gegen den Hoch- und Keilbeig eingeleitet, die »dessen alle blutig abgewiesen wurden. Die mit Sturmtruppen aufgefüllten sranzö.rschen Gräben wurden an vielen Stellen unter stärkstes Vernich-tungsfeuer genommen, fo baß die Franzosen schon vor dem großen Hauplangriffe schwere Verluste bat» teil. Nach einer erneuten Feuerwelle von größter Heftigkeit folgte nachmittags um 2 Uhr der geschlossene sranzösischc Hauptangriss gegen die Hoheustel« ringen nördlich von Prosnes bis westlich Baude-incourt. In einer Breite von 11 Kilometern gingen rische sranzösischc Kr äste mit starker Wucht gegen unsere Stellungen vor. Durch unsere Feuerwirbel wurden die Sturmkolonnen an vielen Stellen schon wahrend des Vorgehens zusammengetrommelt, vernichtet und zur Umkehr gezwungen. An anderen Stellen, wo dir Franzosen in unsere Gräben ein-zubringen vermochten, wu-den sie im Nahkampse mit Handgranaten und durch Gegenstöße sosori wieder leworseu. Im erste» Anprall der kräftig vorstoßen-den französischen Massen war der 4 Kilometer nörd-lich ProsneS gelegene Hochberg verloren gegangen. Unsere Kolonnen gingen zu einem sosortigen Gegen-angriffe vor und »ahmen dem sich verzweifelt weh-renden Gegner den Hochberg wieder ab. Sie trugen den Gegenangriff über die eigenen Stellungen hin« aus und brachten dem Gegner blutige Verluste dei. Auch am Polleberg erlitten die Franzosen eine schwere Niederlage. Nach wiederholien wütenden Feuerwellen versuchte der Franzose am späten Abend und in der Nacht durch Einsatz rasch her»ugeführ> ter Kräfte das Schicksal deS Schlachttages zu seinen Gunsten zu wenden. Trotz größler blutiger Opfer und ungeheuren MunitionseinsatzeS scheiterten auch diese Angriffe vollkommen. Der Krieg in den Lüften. Bericht des ö st erreich! sch-ungarischen F l o 11 e n k o m m a » d o s. Am Abend des L. Mai belegten unsere See» stugzenge das Pumpenwerk Cobigoro im Gebiete btr Pomündung mit Bomben und kehrten ohne Verluste zurück. Am selben Abend wiederholten andere See-flugzeuggeschwader die Angriffe aus die militärischen Keige Tiger. Die Sultane von Djokjokarta und Lurakarta (Java) pflegen zur Feier ihres GebuUStageS groß artige Tigergesechte zu veranstalten. Längst hätte ich schon gern ein solches gesehen und so war ich hochersreut, als mir im Jahre IS» . in Djokja, der Hauptstadt des erstgenannten Sulians, Gelegenheit dazu winde. Kämpsen sollten ein wilder Büffel und ein ebensolcher Tiger. Als ich aus den Fcstplatz kam. war dieser schon von Scharen von Eiugeboienen umlagert; auch sbie Tribünen der Europäer waren schon fast besetzt, doch erhielt ich noch ein recht gutes Plätzchen Bald nachdem ich'» mir bequem gemacht, erschien der Sultan mit Gefolge, von den Emgeborenen dadurch begrüßt, daß sie 'sich glatt aus den Bauch warfen, von den Europäern durch Erheben von den Plätzen. Die Vorbereitungen zum Kampf waren äußerst einfach. Die Leibgarde des Sultan, prachtige braune Gestalten in malerischem .Kostüm, nnr mit langen Lanzen bewaffnet, stellte sich i: vier Gliedern au und bildete einen weiten «reiv. In diesen Kreis wurden zwei große Käfige gestoben und geöffnet. Ein javanischeS Kommanbo und >ie Garbe fällte die Lanzen. Aus dem einen Käfig trat cin starker Karbomo (wilder Büffet) hervor, der fitfc '»ruhig umsah, er witterte die Nähe deS Feinde? Gleich daraus kam aus dem anderen Behälter mit chmeidigen Bewegungen ein ausgewachsener mö cher Tiger hervor, der den Büffel scharf in« Auge hf-tr Anlagen von Villa Vicentina und von Valona mit beobachtetem Erfolge. In Valona entstanb hiedurch ein riesiger Br»nb, der von heftigen Explosionen xgleitet unb aus mehr »lS 50 Seemeilen zu sehen war. Trotz heftigen Abwehrfeuers sind alle Flug-zeuge unversehrt zurückgekehrt. Bombenwürfe feinb« licher Flieger im Raume von Trieft verursachten nur unbebeutenben Schaben. Der verschärfte U Boot Krieg Melbungen beS Wolfs Bureaus: Eines unserer Unterseeboote hat am 21. April die für bie Erzverschiffung aus Nordafrika wichtigen Hafcnanlagcn bei Guraiza (westlich von Algier) wir« ungsvoll beschossen. Eine Erzladcbrücke ist einge-türzt, eine zweite sehr beschädigt. Der Chef beS Admiralstabe« bet Marine. Türkischer Kriegsbericht. Mitteilungen beS türkischen Hauptquartiers: 3. Mai. Jrakfront: Die feindlichen Verluste im Gefechte am Eohem am 30 April bürsten sich aus 2000 Mann belaufen. Die Gesamtzahl unserer Toten und Verwundeten beträgt nicht ein Viertel dieser Summe. Sinaifront: Stärkere feindliche Kavallerie, die am rechten Flügel in östlicher Richtung vorgehen wollte, geriet in unser Feuer, machte sofort kehrt und lzing etwa 20 Kilometer zurück. Stärkeres feindliches Äriilleriefeuer gegen Gaza uud Umgebung. Der Gegner machte zeitweilig Feuerüberfälle. Aus Stadt uuft tand. Kriegskreuze für Iiviloerdienste. Außer den bereits mitgeteilten Verleihungen erhielten noch in Untersteierdas kriegskreuz für Zivilver dien sie 2. Kl.: Landesgerichtsrat Dr. Joses Kolnik in Cilli, Bezirksrichter Dr. Johann Premfchak in Cilli, Bezirks,ichier und GerichtSvorsteher in Franz Josef Zdolsek; daS KriegSkreuz für Zivilverdienste 3. Kl.: Richter in Muretf Johann HoUy. Kanzlei -offizial des LandeSgerichtes Graz Jojef Kahler (der feit Kriegsbeginn Leiter deS Mardurger kreisgerichr-lichen Gefangenhauses ist), Kanzlei-Odervorsteher des KreiSgcrichtes in Cilli Jakob Mejarec, Kanzlist des Bezirksgerichtes Arnfels Alfred Strauß, »anzleiober-ofsizial des Bezirksgerichtes Rann Johann R. von Billefort; das Sriegskreuz für Zivilverdienste 4. Kl.: AmlSdiener deS Cillier KrelSgerichtes AloS Hribar, Gcjangeuvberausfcher der Strafanstalt Marburg Ste-pbcm Koban, Üanzleioberofsiziant bes KreiSgerichteS CiU, Heinrich Toplak, Gefangenoberauffeher beS Cilller KreiSgerichteS Franz Topolovsek. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag finde« in der EhristuSkirche um 10 Uhr vormit-tags ein öffentlicher GemeinbegotteSdievst. um 1! Uhr ein KindergotteSdienst statt. Atemlose Stille herrschte unter der Menschen-menge. Der Büffel nahm eine Kämpserstellung an und "erwartete mit gesenkten Hörnern den Angriff des TigerS. Letzterer sah balv auf seinen Gegner, bald aus die umgebenden Lanzenträger und peitsche in höchster Ausregung mit dem Schweife seine Weichen. Endlich duckte er sich zum Sprunge nieder. Man hätte eine Frucht zur Erde fallen hören, fo still waren die Zuschauer. Der Büffel ließ ein dumpfes Brüllen iiören. Noch ein, noch zwei Se> künden höchster Spannung. So setzt der Tiger zum Sprung an, aber nicht aus den Büffel springt er zu; nein, im letzten Augenblick hat er sich gewendet und im mächtigen Satz fliegt er über die vier Glieder der Lanzenträger hinweg mitten aus die einsetzt aufschreiende und nach linti und rechts auS-einanderstiebende Menge der eingeborenen Zuschauer hinein. Er denkt aber nicht daran, jemand ein Lei-des zu tun. Weit ausgreifend, den Schweif einge-klemmt, facht er das Weile zu gewinnen und ist nun bald in dem nahen Sawas (Reisfelder) »er-fchwunden. Nachdem sich die augenblickliche Panik gelegt, bricht allgemeiner Jnbel lo« und freudig erregt winken die Javaner dem stolz erhobenen Hauptes bastehenben Büffel zu, dem Sinnbild ihre? Volke«. Enttäuschung herrschte bei den Europäern und auch ich verließ den mit so großer Erwartung betrete»« Fcstplatz einigermaßen unbefriedigt Solche Feigheit hält« ich einem Tig'r nicht zugetraut. Nummer 36 Deutsche Wacht £ i. e 8 Kaiserin Geburtstag Anläßlich des Ge« b«rtStageS unserer Kaiserin findet am Mittwoch, den S. d. um 9 Uhr vormittags ein Festgoltesdienst für die evangelische Schuljugend statt. Der Festgotte»-dienst für die Gesamtgemeinde wird am kommenden Sonntag de» 13. d. um 10 Uhr vormittags abge-halten werden. Todesfall. Am 4. d. früh ist in Marburg der Buchdruckereibesitzer Leopold Kral k. Herausgeber der Mardurger Zeitung im 02. Lebensjahre ver-schieden. Namhafte Spende für die Stadt' armen. Herr Oberleutnant Falter, Gutsbesitzer in Gairach hat für die Armen der Stadt Cilli den Be-»rag von 500 st gespendet, wofür der wäimste Dank ausgesprochen wir?). Eillier Kriegsküche. ES ist nicht nur der Druck der Verhältnisse, welche der städtischen Kriegs-küche in Cilli einen immer wachsenden Zuspruch ge» bracht Hai, sondern die geradez» mustergiltige Leitung und Durchführung des Betriebes hab«» diese wohl» tätige Änstalt der Stadtgemei'ide Cilli zu einem von der großen Allgemeinheit dankbar?» empfundenen wert» vollen HUssmnteln .n der schweren Zeit gemacht. Bon Tag zu Tag steigert sich der Besuch der striegS küche und nichl nur die Güte, sondern auch daS Ausmaß deS Gebotene.» findet bei den zahlreichen Besuchern und Abnehmern dankbarst den Beifall. Im Monate April wurd>n in der städtischen KrieqSküche 4811 Svppenportionen, 5684 Gemüseportionen und 2012 Fleischportionen verabreicht, wozu noch 2662 Portionen kommen, die unentgeltlich an Arme ver-abreicht wurden.' Die Oberaufsicht des W'rtschafts-betriebes hat in liebenswürdiger Weise Frau Leo-poldine Rakusch übernommen und widmet sich dieser schönen Aufgabe mit rastloiem Eifer, Ihr stehen al» Leiter der Organisation die Gemeinderäte Leopold Wambrechtfammer und August de Toma in uner-müdlicher Tätigkeit zur Seite. Dieser umsichtigen Leitung ist es zu danken, daß unsere Kriegsküche zum Segen der minderbemittelten Bewohner unserer Stadt eine tadellose Wirksamkeit entfaltet. Es muß auch hervorgehoben weiden, daß von wohlhabenden Krei-sen durch Spenden der edle Zweck eifrig gefördert wird; so sei erwähnt, daß die SelchermeisterSgattin Frau Junger seit Beginn der KnegSküche täglich um 3 K Euppenbeilagen spendet. Frau Jeschonnig in Arnborf hat der striegSlüche mehrere hundert Kilo-gramm saure Rüben zugewendet. gur Brotkartenausgabe. Bei jeder Brotkartenausgabe weiden die in der Ausgabestelle erscheinenden Personen nachdrücklichst darauf auf-merksam gemacht, daß die HauSlisten, auf Grund deren die Verteilung der Karten erfolgt, zxverlässig bi» zu einem bestimmten Zeitpunkte bei der städti-scheu SicherheitSwache abzuliefern sind. Die Hau»-listen für die am 12. Mai stattfindende Ausgabe hätten di» zum 3. Mai einlangen sollen. Nun aber fehlen wir jedesmal fo auch diesmal eine ganze Reihe von HauSlisten, fo daß die Verteilung der verschiedenen starten an die einzelnen Parteien bezw. Häuser insofern« erschwert wird, al« bei nachträg-licher Berücksichtigung der später eingelangten Haus-listen stets Berichtigungen der bereits zurechtgerich-leten Karlen erfolgen müssen. Bei den sich immer mehr häufenden Arbeiten deS AmleS können derar-tige Außerachtlassungen »on Anordnungen deS Stadt-amte» nicht hingenommen werden nnd c» wird darauf aufmerksam gemacht, daß daS Stadtamt in die-ser Richtung mit rücksichtsloser Strenge vorzugehen genötigt ist. C» wird daher allen Hausbesitzern bezw. Hausbesorgern nahegelegt, aus die richtige AuSsÜI-lung und rechtzeitige Ablieferung der HauSlisten be-svndereS Augenmerk zu lenken, wobei auch die ein« zelnen Parteien in ihrem eigenen Interesse auf die Pflichttragende» einwirken sollen. Es kommt auch häufig vor, daß Parteien falsche Angaben insbeson-der« hinsichtlich der Anzahl der HauSangehörigen machen. ES sind in dieser Richtung schon mehrere Anzeigen beim Stadtamt eingelang», deren Richtig-keil sich erwiesen hat. Es wird gegen die Schuld-tragende» mit größter Strenge vorgegangen werden. Eine steirische Abordnung in Wien. Freitag erschien eine Abordnung, bestehend au» dem LamdeShauptmann Grafen AttemS, den ReichSralS-ab'geordneten R. v. Pantz, Brandl, Hagenhofer, Pi-schiel, Schoiswohl, Stocker und dem LandtagSabge-ortdneten Wolfbauer, dem BezirkSobmann Nmper unid Stutz, beim Ministerpräsidenten Grasen Clam-Miariinic, beim Minister für Volksernährung Gene-rallmajor von Höfer und beim Landesverteidigung»-münister Freiherr v. Georgi SamSlag sprach die Abordnung beim striegSminister vor, und zwar wegen den Reduktion der Viehlieserungen für die Monate Mtai, Juni und Juli in Steiermark. Die Abordnung hat allseits Anerkennung der Leistungen des Landes gesunden, jedoch derzeit noch keine zustimmende Zu-sage erhalten. Sämtliche Minister ließen sich etngo hend über die Verhältnisse in den Alpenländern und ganz besonders in Steiermark berichten, anerkannten die Schwierigkeiten, die bestehen, und versprachen, »ach Möglichkeit Abhilfe zu schaffen. Deutscher Nationalverband. Aus Wien, 4. Mai, wird gemeldet: Der Deutsche Nationalver-band hielt heute nachmittag eine Vollversammlung ab, um den Präsidentschaftskandidaten für das Ab-geordneten hau» festzustellen. Vormittags hielten be-kanmlich die Agrarier und die Mitglieder der Ar-beitSgemeinfchaft gesonderte Beratungen ab, die Agrarier hatten sich für Dr. Groß entschieden, während die Arbeitsgemeinschaft geteilter Meinung war und sich sür den Abg. Dvbernig auSsprach. Schließlich konnte eine Vereinbarung linier den Fraktionen de» Verbandes dahin erzielt werden, daß man Dr. Groß nominierte. Wie parteiamtlich ver-lantbart wird, gab in der heute nachmittag in der Frage des künftigen Präsidenten des Abgeordneten Hause» abgehaltene» Vollversammlung des Deiitschen Nationalverbaudes Abg. Dvbernig die Erklärung ab, daß er die Kandidatur ablehne und den Verband bitte, einstimmig sür die Wahl feines Obmannes Dr. Gustav Groß einzutreten. Mehr denn je sei es notwendig, daß die Deutschen im Parlamente einig und ge-schlössen ansireten. Der Vorsitzende Dr. Damm dankte dem Abgeordneten Dvbernig für seine loyale ErUä-ruiig, welchem Danke sich auch Dr. Groß anschloß. Dr. Groß erklärte weiter, daß er in keiner Weise die Wahl zum Präsidenten angestrebt habe, daß er aber mit Rücksicht aus die schwierigen Aufgaben, die dem Haufe in der nächsten Zeit gestellt werde», seine Kräfte dem Perbande zur Verfügung stelle. Hierauf wurde Dr. Groß als Kandidat für die Präsidenten-wähl bestimm». Zur Durchsührung der notwendigen Verhandlungen mit den übrigen Parteien des Ab-geordnetenhanscS wurden die Abgeordneten Denk, Keschmann, Pacher und Stölzel bestimmt. Ueber A»trag des Abgeordneten Marckhl wurde beschlossen, de» Abgeordneten Dvbernig schon heute zu ersuchen, seine so oft bewährte straft dem Verbanne z»r Verfügung zn stelle». Die nächste Vollversamniluug des Deutschen Nationalverbandes wird am 10. Mai stattfinden. Wie die „Deutschen Nachrichten" erfahren, haben die Verhandlungen mit den Parteien des Abgeordnetenhauses in der Präsidentensrage bereits begonnen. Durch die wahrscheinlich gewordene Wahl des Abg. Dr. Groß zum Präsideuteu deS Abgeordnetenhauses wird die Obmannstelle im National-verband frei. Wie ans Kreisen der deutschen Abge-ordneten verlautet, kommen hiefiir in erster Linie die Abg. Dvbernig und Dr. Stölzel in Betracht. Wiederholung des Dafnis Lieder abends. Ans allgemeines Verlangen haben sich die beiden Künstler Vckior Heim—Alsons Blümel entschlossen, den Abeud, der einen überaus glänzenden Verlaus n hm (Bericht folgt in der Mitlwochnum-mer) am Donnerstag den 10. d. zu wiederholen, wenn der startenvorvcrkauf ein günstiger ist. Alle, die sich für den Abend interessieren, werden gebeten, sich sobald als möglich einen Platz zu sichern. Vor-merkungen ab heute in der Kanzlei d<» Rechisa»-waltcs Dr. Fritz Zangger. Bahnhofgasfe 1,1. Stock. Städtische Lichtspielbühne. Heute SamS-tag den 5. und morgen Sonntag den 6. ». wiid das Drama „JkariuS' nach dem berühmten Roman „Mikael" von Hermann Bang gegeben. Die Hand-l.ing dieses schönen Films knüpft an die DädaluS-und ZkariuS sage nnd führt uuS in das Heim der bekannten Schauspielerin Lily Beck, aus deren Leben sie Persönliches bringt. Der sinnbildliche Bedanke, der in der Handlung zum Ausdrucke kommt, serners eine wundervolle Regie, die auf wahrhaft künstleri-fchem Höhepunkte steht und das glänzende Spiel der Darsteller drücken dem schönen Bilde den Stempel einer eigenartigen und seltsamen Schöpfung aus, die un« in jeder Hinsicht außerordentlich befriedigt und gefällt. Diesem Film folgt das heilere Lustspiel »Da-nie! in der Löwengrube". Die Spieloidnung sür Montag und Dienstag ist: „Stimmungsbilder aus Corsu" und „DaS Licht im Dunkeln'' in 4 Akten. Ein guter Fang Gestern wurde der Fahnen-flüchtige Anton Jevschenak auS Groß Lipoglava, Bezirk Gonobitz, verhastet. Jevschenak ist ein gefährli-cher Einbrecher und Dieb, der schon 17mal wegen verschiedener Verbrechen verurteilt worden ist. Am 31. März desertierte er zum drittenmal von feinem Truppenkörper, dem 26. Schützrnregimentt. Seit dieser Zeit trieb er sich in Untersteiermark als Zugführer oder al« Kadettafpirant herum und machte die Gegend von Gonobitz, Rohitfch, Windischseistritz und Cilli unsicher. Er verlegte sich hauptfächlich aus das „Requirieren". Hiebei belegte er die leichtgläu bigen Bauern mit Geldstrafen von 20 bis zu 40 K welche er auch gleich einhob. Dieser Tage stahl er der Besitzerin Agnes Mocnik in Kalobje einen Geld-betrag von 2600 st. Mit dem Rande entfernte er sich gegen Cilli. Ueber eine Weisung des Gendarmerie-Postens in St Georgen a. S. gelang es dem städti-sehen Sicherheitswachmann Josef Gratschner im Ver-eine mit dem Gendarmeriepostenführer Sluga auS S». Georgen den Langgesuchte» im Gaslhause „zur grünen Wiese" auszuforschen und zu verhallen. Bei seiner Aichallung gab er an, Steiner zu heißen. Zn seinem Besitze wuiden noch bei 2000 K gesunden. Jevschenak wurde dem Militärgerichte in Laibach überstellt. Der 13. Mai. Der Monat Mai hat uns endlich den langersehnten Frühling gebracht. Maien-monat — Wonnemonat. Man kann ihn mit Recht so nennen. Der Mai ist auch in anderem Sinne ein Wonnemonat unseres Volkes geworden. Am 13 Mai des Jahre« 1880 ist unser größler dem-scher Schutzrerein in Oesterreich — der Denlschc Schu'.verein — ins Leben gerusen worden. Viele Tausende Kinder hat der Deutsche ^chulverein wüh-rend seines 37jährigen segensvollen Wirkens unserem Volke deutsch erhalten, Hunderte Gemeinden sind durch die Errichtung deutscher Schulen und Kinder-gärten durch den Deutschen Schulverein deutsch ge-blieben oder teutsch geworden. Wir alle sind dem Deutschen Schulverein dayer zur größten Dankbar-keit verpflichtet. Der Geburtitag des Deutschen Schul-Vereines, der 13. Mai, bietet »un allen Schulver-einSsreunden treffliche Gelegenheit, diesem Danke in sinnreicher We:fe Ausdruck zu geben. Eine schlichte, einfache Feier, dem ernsten Zeilgeiste angepaßt, ist wohl in jedem Orte, in dem deutschsühlende Herzen schlagen, leicht durchführbar. Wo die Männer fehlen, sollen die Frauen an ihre Stelle treten. Eine Samm-lnng oder Mitgliederwnbung für den Deutschen Schulverein bietet — wenn guter Wille vorhanden ist — auch keine Schwierigkeiten, umsoweniger, als der Deutsche Schulverein alle Behelfe, sowohl sür Gedenkfeiern, (Reden, Gedichte, Lieder. Musikstücke) al« auch für Sammlungen und Mitgliederwerbung zur Verfügung stellt. Zur Durchführung dieser Er-innerungsseiern sind in erster Linie die Ortsgruppen des Deutschen Schulvereines und die deuischen Schul-leitungen berufen. Der 13. Mai ist ein VolkSgedenk-tag im wahrsten Sinne deS Wortes, er soll als solcher vom ganzen deutschen Volke in Oesterreich gefeiert werden. Das sind wii dem Deutschen Schulvereine schuldig. Kurbetrieb in der Saison 1917 in Ro-hitsch Sauerbrunn Der Gebrauch der Kur in Rohitsch Sauerbrunn ist auch in diesem Jahre mög-lich und stehen die hiezu erforderlichen sturmiitel wie Quellen. Bäder usw. zur Versügung. Der Be-ginn der Kui Periode ist mit 15. Mai angesetzt. Be» züglich der Verpflegung der Kurgäste hat das Amt sür Volksernährung erklärt, daß es die hiefür nöti-gen LebeiiSmittel »ach Möglichkeit sichern und Vor-sorge treffen werde, um auch die aus eine bestimmte diätetische stost angewiesenen Kranken zu verpflegen. Aus diese besondere Verpflegung dürfen jedoch nur wirkich Kranke und derselben bedürftigen Besucher Anspruch erbeben. Die Abgabt dieser Lebensrnittel an andere Personen ist strengstens verboten. Zur Sicherung dieser Anordnung wird die Zuerkennung der besonderen Verpflegung an den Vorwei» eine« amtsärztlich überprüften Zeugnisses gebunden «er-den. in welcher Hinsicht behördliche Anordnungen noch zu erwarten sind. Es wird daher jedem Gaste, welcher aus eine besondere Vei pflegung Anspruch zu erheben gedenkt, jetzt schon empfohlen, sich mit einem ärztlichen Zeugnisse, wenn möglich eineS Amtsarztes in seiner Heimat zu versehe», um sich den Bezug einer besonderen Ernährung zu erleichtern. Diese Verpflegung wird nur aus die Dauer der wirklich notwendigen Kur gewährt. Alle anderen Perionen, insbesondere Begleitpersonen und Kinder, können nur auf eine solche Verpflegung rechnen, wie sie allgeme n geboten werden kann. Die Versorgung von Lebensmitteln sür Personen, welche sich die Speisen selbst zubereiten wollen, kann nicht in Aus-ficht genommen werde». Der direkte Einkauf r«n LebenSmitteln im sturorte bei Produzenten, das Ber-senden und Mitnehmen von Lebensmitteln in de» Heimatsort ist verboten, bezüglich der Zureise nach Rohitsch-Sauerbrunn wird mitgeteilt, daß hiezu ein Reisepaß mit der ausdrücklichen Bewilligung zum Betreten bezw. Verlassen des weiteren KriegSgebieteS erforderlich ist. Unfälle. AuS Neuhaus wird gemeldet: Keusch-ler Ferd. Orlcnik in Saverh ist am 1. d. aus dem Wege nsch Sotzka von einem Stege in ein.n Was« •£«:e 4 Deutsche Wacht Nummer sergrab«» gestürzt und ertrunken. — Bei der Orosel-säge in Dsberna wurde der siebenjährige Balthasar Dobovicnik vom Treibradc ersaßt und um das Rad gedreht. Er erlitt Quetschungen und innere Verletzungen Ein furchtbares Erdbeben. Von der Azramer Eidbebenwirte wurde eine Mitteilung a»S-gczeben, wonach die seismischen Apparate vea Äeo-dynamischen Institutes Agram ein geradezu fürchterliches Erdbeben verzeichnete», das in der Geschichte der Erdbeben einzig dasteht. Die Entfernung beträgt 13.000 Kilometer. Trotz der großen Entfernung konnten die hiesigen Instrumente infolge der starken Erdbewegungen kaum Auszeichnungen mache». Bc-ginn des Bebens um 2 Uhr 46 Mi». 23 Sek., abends. Beginn der stärksten Bewegung um 9 Uhr 4'J Min. Von diesem Zei'puukie angefangen bis heute mittags hat sich die Erde noch nicht beruhigt, da nach dem Hauptb.'ben eine ganze Reihe von Nachbeben zn verzeichnen sind, von denen jedes ein-zelne so stark ist, daß cS auch in Agram noch ver-zeichnet werden konnte. Der Herd des Bel-enS dürfte im Stillen Ozean gelegen sein, vielleicht bei Neu-Guinea. Soldatenbegräbnisse. Zn den letzten Ta-gen wurden nachsolgende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Heldensriedhose zur letzten ft he bestattet: am 30. April Infanterist Johann Miszurka, deS JR. 41; am 2. Mai Ldst.-Jiisanterist Martin Fritz, der Train-Div. 3; am 3. Mai Infanterist Dorlo Jokic. JA. 79; am 4. Mai Franz Möckl. Jnsanterist Josef Klein, des HIN 5J0 und ver Infanterist Johann Mocek, de» JR. 18. Schafft Freudeins Leben ! Wir brauchen eine gisunde, srvhe Jugend! Aber Frohsinn und Freude lasten sich nicht mir mchls dir nicht» her-bcsehlcn. Auch zum Freuen müssen wir erzogen werden. Deutscher Jugend soll reichlich Gelegenheit geboten werden, sich in die Schätze deutschen Schrift« »umS zu vertiefen, unsere alten und doch ewig neuen Volkslieder zu singen, die so recht auS deutschem Gemüt entsprungen sind. Keine KriegSnvt hat noch je vermocht, die SangeSlusl der Deutschcu einzu-dämmen oder gar zn ertöten: vielmehr war eS immer die Macht unserer Sänger und Dichter, die unser Volk zu Begeisterung und LebenSsrcude entflammten. Darum begrüßen wir mit Frende die Aufsordcrung der „Deulschösterreichischen Hauptstelle sür Jugend-pflege", daß Hortleiter nud -Leiterinnen die Wälder und Auen mit ihren jungen Scharen singend durch streifen mögen und der wißbegierigen Jugend Rede und Antwort stehen; wo die Jugend leuchtenden Auges weiterfragt uud die Brücken vom graun» Alltag zu höherer, die Schönheit der Welt erfassender Lebensauffassung führen, verbindet Jugendführer und Jugendliche bald daS rechte Verhältnis. Zum Jugendführer taugt jeder gebildete gute Mensch. Wer aber eines Ratgebers bedarf, sei aus de» „ArbeitS-ftoff für Jugendhorte" der „Deutschostecreichischeu Hauptstelle sür Jugendpflege" verwiesen, der vom Verlage in Wie». VIII., Florianigasse H9 sür 4 ft (lii Folgen) jährlich samt den ergänzenden Lieder« heften (bisher zwei zu je 50 Hellern) zn beziehen ist. Ansuchen uin Zuweisung von Heu und Stroh. Ansuchen um Zuweisungen von Heu und Stroh sind zeitgerecht ausnahmslos bei der Be. zirkshauptmannschast bzw. bei dem Stadtmagistrate der autonomen Städte einzubringen, in dessen Be-zirke sich das Unternehmen befindet, welche? Heu, bzw. Stroh benötigt. Das Ansuchen muß eingehend begründet sein und muß u. a. auch die Bezeichnung der Eisenbahnstation enthalten, an welche das Heu bzw. Stroh geliefert werden soll. Nicht begründete Ansuchen werden gleich von der pol. Behörde l. Instanz zurückgewiesen, begründete Ansuchen ent-weder unmittelbar von der pol. Behörde l. Instanz durch Zuweisunz von Heu, bzw. Stroh erledigt, oder aber der Statthalter« vorgelegt, welche nach Maß-gäbe der verfügbaren Vorräte unbedingt notwendige Zuweisungen vornehmen wird. Grundsätzlich können nur Ansuchen von Personen, Unternehmungen u. s. w. berücksichtigt werden, welche nicht zu den Heu> und Strohproduzenten gehören, welche also auf den Ein-kauf von Heu und Stroh angewiesen sind (Nicht-selbstversvrger). Alle übrigen Ansuchen werden gleich von der l. Instanz abgewiesen. Unmittelbare An-suchen an die Statthalter« haben — da sie von der Statthalter« unbedingt an die pol. Behörde l. Instanz geleitet werden müssen — nur Verzögerungen in der Erledigung zur Folge und sind daher im eigensten Interesse der gesuchstellenden Partei auf jeden Fall zu unterlassen. Die tatsächliche Lieferung von erbetenem Heu oder Stroh kann in keinem Falle gewährleistet werden. Vermischtes. Ein Ehestandsausweis. In einem nach Eperiiay fai/rende» Zuge klagte kürzlich eiue Dame ihren Reisegefährten ihr Leid. Sie fahre *um Besuch ihre« im Lazarett liegenden Gatten, besitze aber leider keinen ordnungsmäßigen militärischen Pas-sierschein. Ein Herr aus Epernay, der im Abteil saß, vot sosort seine Hilfe an und riet ihr, nur im-mer ibm nachzugehen. Iu Epernay stiegen die Bei-den zusammen auS. Der Herr durchschritt als Er« ster die Bahnsperre, nachdem er dem Gendarm seine völlig einw.'ndsr.'ien ÄuSweiSpapiere gewiesen halte. Schüchtern trippelte die Dame hinterher und erging sich in wirren EntschuldigungSworteir. aus denen der Gendarm beim besten Willen nicht klug werden konnte. Da drehte sich ihr Reisegefährte um uud lief der Zurückgebliebenen im Tone höchste» Miß-muts zu: »Du Gans, wie lange soll denn daS Ge-fchnatter noch dauern ? Ich habe es satt, hier noch länger herumzustehen!" Sogleich ließ »er Gendarm, der als selbstverständlich annahm, daß ein Mann »ur seine Ehefrau so behandeln könne, die ebenso glückliche, wie ob der unfreundlichen Zurechtweisung verdutzte Dame anstandslos passieren. Wie schlecht Sie aussehen! Inder Londoner ..Daily Mail" wird geschrieben: Der Ge-sellschajlShunne ist dadurch charakterisier», daß er jedermann an« seiner Bekanntschaft und Verwandt-schaft mit kummervollem Tone sagt: „Wie schlecht Sie aussehen, mein Lieber!" Da wir heute fast alle schlecht aussehen und hierunter genug zu leiden haben, ist der Ges«llschaftShunne, den man erschreckend häu-sig antrifft, als ein Verbrecher zu betrachten, gegen den es keinen Schutz gib«, sozusagen als ein geisti-gcr Mörder, der strasloS umherspaziert. Jeder Ar.t weiß, daß die Leute mit strahlendste' Gesundheit sich sosort schlecht sühlen. wenn man ihnen sagt, daß sie schlecht auLsihen. Darum ist der „Fieund'. der unS wegen unseres schlechten Aussehens bemitleidet, ein moderner Siraßenräuber, seine Freundschaft ist eine MaSke, ein Bedauern ist der Dolch, den er unS in die Brust stößt. Der Gesellschaftshunne ist zu jeder Tageszeit nud an jedem Ort anzutreffen, er begrüßt uus feierlich, drückt uns herzlich die Hand nnd flü-. steil dann mit der Gebärde und dem Ton innigster ■ Sympathie: „Sind Sie krank? Sie sehen so furcht bar schlecht auS." Und wenn er fortgegangen ist, fragt man sich - Sehe ich zu» aui? Rein, ich bin dünner geworden, ich fühle mich abgespannt, ich bin schlecht genihr», und schließlich begibt man sich als ein wirklich kranker Mann räch Hause, der Gesell-schastshunne hat sein Werk verrichtet. Und wenn die Nervosität, die man Kriegspsychose nennt, in letzter Zeit bei un» in England so mächtig zunahm, so ist unbedingt er als einer der Hauptschuldigen zu ver-urteilen. Sammelt Kräuter Geistlichkeit, Lehrer und Bürger» j melster werden gebeten, bei der Bevölkerung anregend zu wirken. Sie Firma BROD» KUNZ, WIEN, XIX . POKORNYOASSE 7, send«« aus i Wunsch eine KrXuter-Uete und k« | zahlt für gesammelte Blumen, BMtter und krüuter sehr hohe Preise. Traget bei zu den Erfordernissen I des Vaterlandes/ Hin Interview mit dem Ernährungsminister. Der ErnähnuigSmiursrer G.M. Höfer außen« sich zu einem Vertreter der „Brürer Zeitung" über die Frage der Ernährung bis zur nächsten Ernte sowie über die Mängel des gesetzes. DaS bemerkenswerte Gespräch, m der Form von Frag« und Antwort, lautet: Frage: Müssen wir uu» infolge der Witterung, die die Ernte hinausschiebt, aus weitere Einschrän-kungeu gefaßt machen? Antwort: Weitere Einschränkungen kann ich nicht vorher sagen. Die Verhältnisse sind aber im Krieg fo kompliziert, daß man beinahe vvn den Er> eignissen des Tages abhängt. Die Versorgung Oesterreichs wird sich in der kommenden Zeit wesent-lich aus die rumänische Zufuhr stützen müssen. Aller, dings gibt es immer ganz unberechenbare Trans, portfchwierigkeiten. Selbst für den Fall, als weitere » Einschränkungen notwendig sind, werden sie klein Die behördlich konzessionierte Vermittlung für Realitätenverkehr der Stadtgemeinde Cilli besorgt alle Vermittlungen von Realitäten sowie Tauschgeschäften zu den günstigsten Bedingungen. Bei derselben si d gegenwärtig mehrere Stadthäuser, Landwirtschaften und Realitäten aller Art und in allen Preislagen vorgemerkt und es werden Anmeldungen und Aufträge auf Ankäufe und Verkäufe entgegengenommen. Auskünfte worden im Stadtamte (Sekretär Ilans Bleehinger) erteilt. fwf'fV fV'TTTf TT??f t VTTTV f r P,V.W.V.VW.V.WAWA".W.V.' TTTTTTTTTTTT MM. ölütter zur Unterhaltung und Belehrung für. Haus und Familie. 5»»«tast»bell»st« der „Vnltiche» Macht" i» Ktllt. Nr. 18 b>« „»üb mart" «scheint |eoen Sonnrag atS unmtaettliche Beilage sür die Lese« ^er „Deutsche« Wacht". — Einzeln ist .Die ©Abwart" nicht käuflich 1917 ^Nachdruck verboten.) vöen von Vvünau. Griginalroman von Rarl liebt. „Alsdann, wa» gibt» da zu reden? Die zwei sind sür einander wie geschafsen. Basta!" — Daß Robert ein bischen schwerblütig ist, ungemein „gesetzt" für sei» Alter, gibt dem Grafen, der, hellsichtig ge-nug, sich nicht gerade al» Vvrbild erzieherischer Qualitäten betrachtet, vermehrte Garantien sür da» Glück seiner Tochter. Ganz gut, wenn ihre« Lack-fischübermut ein wenig die Flügel gestutzt werden. Auch der Umstand, daß der augehend« StaatSkanzler die nächsten Jahre im Ausland praktizieren muß, ist nur zu begrüßen. Breuberg hat »ft darüber geseuszl, daß die Wiener Luft „für unsere junge« Leute* etwa» Verweichlichende» hat, und ein Leben i» der Fremde ist für ein junge» Ehepaar ein ganz vor- zügliche« Mittel, sich rasch und dauernd aneinander-zuschließen.^ Komleß Mizzi verzog daS Mäulchen, als sie vernahm, Robert hafce sich verspätet und auch keine telegraphische Aufklärung gegeben. Nur d»r Grünauer Förster hatte auf Schönhag» Depesche vor einer Stunde geantwortet, der junge Herr sei statt am Morgen erst gegen Mittag drsußen abgefahren. Der Baron bedeutete feiner künftigen Schwiegertochter, Robert fei also unterwegs und man könne sich in» dessen beruhigt zu Tisch begeben. Weiß der Himmel. waS für ein ärgerlicher Zwifchenfall den gewiß sehr Ungeduldigen heute draußen festgenagelt hatte. Er klagte ja schon den ganzen Winter über die Saum-feligkeil der Bauarbeiter. ES handelte sich um die Restaurierung des Stamm-schlöffe« an der mährischen Grenze, wo da« junge Paar seine Flitterwochen verleben sollte: die zwei Urlaub«monate, die dem Attache, »or Antrilt seines Posten« bei der Gesandtschaft in Stockholm verblieben. Jetzt wußte man also, daß Robert nicht vor Sieben auf de« Franz Jofcf« Bahnhofe eintreffen könne und verlor auch kein Wort mehr über die Gründe feinet Ausbleiben«. Aber da» notgedrungene Zuwarten ließ doch keine rechte Stimmung mehr auf-kommen. Erst al» man beim Dessert angelangt war, nahte die Erlösung, da man acht Pferdehufe die stille Villenstraße heranjagen hörte, da« Juckerzeug eine« Fiaker« auf Gummirädern, und nun den charakteri-stifchea Ruck des jähen Anhalten« vor dem Tore. Mit dem Rufe: ..Da ist er!" stürzte die Komtesse an da» Hochparierrefenster und wollU da« Rolcau Hochziehen. Die allgemeine Heiterkeit, die sich hinter ihrem Rücken erhob, ließ fie da»on absteh.'u. Immerhin schien jetzt wenigstens die leise Miß-stimmung auf allen Seiten gebrochen. Breuberg, der allzeit fidele Witzbold, begab sich mit dem fchäumen. den Champagnerkelch in der Rechten in« Vorzimmer hinaus, dem künftigen Eidam einen mit einer launi-gen Strafpredigt verbrämlen Empfang zu bereiten, »nd drinnen freute sich alle« auf eine lustige Szene. Breuberg kam aber unerwartet früh wieder her« ein, allein und merkwürdig verdutzt. Er berichtete kurz, Baron Robert bitte um die nötige Frist, sich umzukleiden und erfuche gleichzeitig die Anwesenden sich einstweileu in ihrer Unterhaltung nicht im gering, sten stören zu lassen. Da« war leicht gesagt. Mizzi warf einen an-klagenden Blick aus den nicht minder verstimmten Hausherrn und hüllte sich, den Neckereien ihre« Va-ter« trotzend, in ein gekränkte« Stillschweigen. AlS diese« allmählich geradezu verheerend um sich zu greisen drohte, machte Schönhag den Borschlag, Kaffee und Likir im großen Salon einzunehmen. Da« ge-drängte Beifammensitz-n war nachgerade allen uner-träglich geworden. Bald nach den beiden Lakaien, die mit den Servierbrettern im Salon erschienen, trat auch Ba-ron Robert ein, so unauffällig, als fei er nur we-nige Minuten fern gewesen. Gerade diese stille Art machte einen beengenden Eindruck. Sein nach ameri konischer Mode vollständig rasierte« Gesicht war außerordentlich blaß; Smoking und schwarze Kra-walte ließen die« besonder« hervortreten. Da« ver-bindliche Lächeln, mit dem er von einem zum an-dein ging, hatte etwas unheimlich Starre«. Man konnte darauf wetten, dag er nicht wußte, wen er im Einzelnen begrüßte. Lchönhag bekam aus feine verstohlen hinge-worfene Frage keine Antwort. Roberts Augen such-ten nur die Braut, und al« er sie entdeckte, die sich beleidigt in eine Fensternische zurückgezogen hatte — wandte er sich wie erschrocken ab. Sie war die Ein-zige, die er nicht begrüßte. Breuberg pürschte sich mit teilnahmsvoller Miene heran. ,Na, Bertschi, wie gehtS? DaS Kopfweh noch nicht gut? Sag mir nur, wie kann ein Diplomat, was doch eine Art von politischen Geschäftsreisenden ist, sich von e n bischen Eifenbahnger:.mpcl fo alte-rieren lassen? — Geh, nimm dir einen Kognak!' Robert zögerte, aber als ihm der Graf ein Gläschen aufdrängte, leerte er e« mit zufahrender Hast. Dann Holle er tief Atem. Sei« Blick wurde freier. „Siehst, was das sür eine Wirkung tut? Jetzt bist gleich ein anderer. — Mizzi, geh her! Spiel nicht die Trotzige, wenn du schon hörst, daß er nichts dafür kann wegen der Verspätung I" Die Komtesse verließ ihren Schmollwinkel und hängte sich an den Arm des Bräutigam«, ihn umer tränenglitzernden Augen anlächelnd. „Ich hab schon gemeint, daß du mich im so-genannten Drang der Geschäfte ganz »ergessen hast." Robert berührte liebkosend daS Haar an ihrer elfenbeinweißen Stirn und lächelte schmerzlich. „3m Gegenteil. Ich habe immerfort an dich gedacht — unausgesetzt . . Da brach er ab, um mit einem Seufzer, ganz unwillkürlich, wie e« schien, hinzuzusetzen: „Kind, wenn du wüßtest. . „WaS, was?" Jetzt war ihre Besorgnis nicht mehr kindisch. Ueber sein Gesicht war eS wie ein Kramp? gegangen. X»r *vl, wir tx sich gnoattfam julawmfnnatym, konnte einem bange machen. „Sei zu«. Mizzi! Wir reden noch darüber, müssen darüber reden. Aber nur heute nicht I" .Du hast einen Verdruß gehabt in Grünau I Ist wa» beim Lau geschehen?" „Nein, nein. ES ist nur —" Da stockte er schon wieder. Sie ließ nicht locker. Vielleicht ein Arbeiterstreik, Unterbrechung des Re» novierungSwerke», Hindernisse, die ihre Freude, den Mai draußen zu »erbringen, zu Wasser machen könnten. Ob eS am Ende gar eine Verschiebung der Hochzeit bedeuten könnte? „Auch da« ist möglich", erwiderte er gequält. „Aber bitte, laß uns nicht heute davon sprechen! Mir ist der Kops so »oll — verzeih! Ich muß mir alle« erst zurechtlegen — und zunächst mit de« Va-ter reden.* „Mit meinem?" „Ja, auch mit dem. Morgen, morgen!" Er nahm ihre Hand v»n seinem Arm und drückte sie innig an die Lippe». Wie er ihr dabei ins A»ge sah — s» stehend und voll Betrübnis — erkannte sie es als ein Gebot der Rücksicht, ihn mit weiteren Fragen zu verschonen. Bald daraus drängte sie nach Hause, und das war wie das »erabredete Zeichen zum allgemeinen Ausbruch. Daß der junge Bar»n ernstlich unpäßlich war, konnte niemand mehr »erkeunen. Als Baron Ferdinand dem Letzten der Gäste da» Geleite gegeben hatte, wollte er auch den Lohn »«abschieden. .Leg dich nieder! Man sieht dir an, du brunchst Ruhe." „Die werd ich nicht so bald finden. — Setz dich zu mir, Vater! Ich habe mir was »om Herzen zu reden." „Sapperlot! DaS klingt ja. als hattest du ein peinv»lle» Geständnis in petto." Schönhag winkt« dem Mischko, der gerade durch den Herrensalon ?am, alle» liegen und stehen zu lassen und nur die Mehrzahl der Lichter abzudrehen. ES schien, als vertrüge Robert deren Glanz nicht recht. Als der Diener hinau» war, küberzeugte sich der Baron selber, daß auch nebenan kein Lauscher sei und ließ zum Ueberfiuß noch die Türvorhänge zusammenfallen, ehe er sich wieder dem Sohne näherte. Der hatte sich in einen der breiten Polsterstuhle ge-warfen und starrte mit zurückgelegtem Haupt zur Decke. „Der Breuberg hat mir gesagt, du hättest der Mizzi etwas wie eine Verschiebung der Hochzeit an-gedeutet. Ist« wirklich an dem?" > sUrchlr, nlib ab«,liaum nicht stattfinden." Baron Ferdinand hob stutzig den Kopf. „Na. das wär ja eine recht erbauliche Reuig' keil. Hat da vielleicht--ein Arzt mit dreingo redet?" „Arzt — wieso?" „Schaust mir tatsächlich darnach auS." „Ach so! Die Nachwirkung des ersten Anstoßes, is ist wirklich, als ob einen ein Raubtier angesal-len hätte — mitten in unserer Kulturzone, der wohl-geordneten, wo man sich dergleichen nicht versieht. Feig sind wir nicht, o nein! Aber unvorbereitet. Wer denkt denn in seinem modernen Alltagsleben an da» Unerhörte? Und nicht einmal ausbrüllen soll man, es mit sittlicher Gelassenheit in sich verarbeiten. Schau mich nicht so verwundert an! Ich bin ja sch»n gelassen; ich habe Zeit dazu gehabt. ES ist mir jetzt nur um dich — ob auch du die Krast aus-bringst, die Konsequenzen der Entdeckung . . .* Robert faßte mit einem Male die Rechte deS Vaters und brach v«ll Mitleid auS; „Armer Papa!" „Jetzt red einmal deutlich, zum Kuckuck? Was ist denn passiert? Du tust ja gerad, als wär das HauS eingestürzt." „So ist es auch. Hau« Schönhag bricht zu-sammen.* „Wa -?" Robert suhr in die Lrusttaschc seines Smokings und holte einen gefalteten Bogen vergilbten Papiers hervor. „Sieh dir das einmal an!" Schönhag griff zu und schlug das Papier au»-einander. Schon die Titelzeile gab ihm einen gclin^ den Ruck. Rasch wandte er das Schriftstück um, eine Unterschrift zu suchen — und erbleichte bis in den Ban, als er sie gesunden hatte. ,.Lie» nur!" drängte Robert leise, die brennen-den Augen aus des VaterS Mienen geheftet. Schönhag hatte kaum die ersten Sätze der Schrift überflogen, da sanken ihm die Arme, und da» Pa-pier fiel zu Boden. R»bert hob e« nicht ohne Mühe aus und legte e» aus den Tisch zwischen ihnen. Eine Weile blieben beide stumm. „Woher hast du das?" fragte der Vater bann mit seltsam »«ändertet Stimme, den Blick in den Teppich zu seinen Füßen bohrend. Robert schien die Frag« zu überhören, stand mit einem qnalvollen Seufzer aus und machte ein paar Schritte durch daS Zimmer. Er hatte viel in sich niederzuhalten. Endlich erhob sich auch der an-der; zu seiner vollen Höhe. Seine Stimme hatte wied?r den alten Klang. 4 „Wie du zu dieser Handschrift kvmmst, will ich Lifs?:;!" Rvderl kehrte zu seinem Lehnstuhl zurück, stütz» die Fiuste auf die Lehne und sah dem Vater vor-geneigten Körper« in« Gesicht. „Nicht wahr, ich brauche nicht zu fragen, ob du von der Existenz des Dinge« eine Ahnung gehabt hast? ES wäre ein unwürdiger Verdacht. Ich habe ihn auch nicht einen Augenblick gehegt. Aber — wenn du diese Frage auch deinem Vater hättest vor-legen können . . .?" „Ich versteh dich nicht. Und fragen, daS möchte ich. Noch einmal: wie und w» ist d«S in deine Hände gekommen? Auf Grünau?' Robert nickte, dann berichtete er kurz, wie der Baumcister heul» mvrgeni eine Mauer durchschlagen ließ, um zwischen zwei Zimmern eine Verbindung»-lür anzubringen. Da hatte mau einen verborgenen Wandschrank entdeckt und in diesem die Handschrift, lose, in einem offenen Umschlag »hne Ausschrift, so daß Robert, dem man sie als dem künftigen Schloß-Herrn einhindigte, sich ohneweiterS de« Inhalt an-eignen durfte. .Daß der Umschlag nicht versiegelt, nicht ein-mal zugeklebt und auch nicht adressiert war, ist umso merkwürdiger, als au« dem Datum bei der Unter-scdrist Kervorqeh», daß diese« Testament ein Jahr vor dem Tode de« E» blasser« nie»«geschrieben wurde. Ä«» «en tintellenten Sttzen ist zu entnehmen, daß e« bei der zuständigen Bejirkshauplmannschast hinter-legt werden sollte. Ist es da, u« nicht geschehen, weil sich der Testalor Abänderungen vorbehalten wollte? Gewiß ist leider nur da« Eine: daß e« in Erman-gelung eine« anderen Testamente« volle Gültigkeit hat und — u»S ruiniert." „Außer dir hat niemand Einsicht darein be> kommen?" Robert verneinte, ohne dem Si'in der Frage nachzugehen: seine Gedanken drängten in eine andere Richtung. „Ich erinnere mich an mancherlei, was du mir vom Großvater erzählt hast, und möchte dich um einige Ergänzungen bitten. Du hast mir nie gesagt, daß zwischen ihm und seinem Vetter Pepi ausge-jprochene Feindschaft geherrscht hat/' So arg wars auch nicht. Sind nur aus ge-spanntem Fuß miteinander gestanden. Kommt in je-der Familie »or, wo einer alleS hat und der andere nichts." .Aber Großvater Aloi« dürste mit der Mög-lichkeit gerechnet haben, daß ihm der Pepi auf Grü na« einen boshaften Streich spielt." „Wer sagt dir das?" „Robert faltete die Stirn, wie einer, der sein Gedächtnis anstrengt. .Wenn ich an gewisse Absondeilichkeiten meines Großvater« denke, an die Einbildungen, an denen er in letzter Zeit gelitten hat . . ." „Wie er schon unter Kuratel gestanden ist. Wer wird an so wa« rühren? Derlei Erörterungen »er-meidet man aus Pietät." „Wenn «s jetzt aber die Notwendigkeit erf»r-dert —- ,.JH s«h« si« "ich« ein." „So muß ich dir gestehen, je gründlich» ich alleS überlege, desto mehr befestigt sich in mir die betrübliche Vermulnnz: Aloi« hat gewußt, daß Pepi Schönhag die Absicht hatte, ihn und seine Nachkommen zu enterben, und seine sogenannten Wahnideen sind der Furcht entsprungen, daß eineS Tage« ein irgendwo versteckte« Testament deS Vetters auftauchen könnte." „Wa« du dir nicht alle« zusammenreimen willst! (Zortfctzung folgt.) Jäger. Von den Bäumen fallen Tropfen, Still streich' ich im Wald umher, Horch' auf meine« Herzen« Klopsen; Waidwund ist'«, getroffen schwer. — Trunt im Dorf« Pöllerkrachen, Tanzmusik und Jauchzen auch. Ja, mein Lieb tut Hochzeit machen Mit dem reichen alten Gauch. * Geld und Gut hat er in Hülle Und sie zieht inS Schlösset ein. Mime, Lieb' und Jugendsülle Ist dagegen viel zu klein. * Wohl, so mag « denn einsam bleiben Im bescheidenen Jägerhau«. Waidwerk soll den Gram vertreiben Bii man still mich trägt hinau». * Dachte einst wvhl treu zu pfleg?» Weib und Kind als liebstes Gut. AuS istS! — Wald, dich will ich hegen Wie mein eigen Fleisch und BlutI A. v»m Wachberg. Deutsche, unterstützet eure Schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen heraus-gegebenen Wirtschaftsgegenstände. L Nummn 36 Deutsche Macht S«te 5 und erttäglich sein. Ich dkmühe mich, aus Siid-Ungarn, wo die Ernte schon Ende Juni beginnt, wo es sehr viel Frühkartossel gibt. Vorräte zu be-kommen, und ich kann sagen, daß ich bei der unga« rischen Regierung vollstem Verständnisse begegne. Das Ende des Monates Mai wird hart sein, im Juni S" doch hoffe ich. durch reichliche Gemüsezusuhren eine eberbrückung der Lage zu schassen. Besorgniserregend ist dies keinesfalls. Wir werden große Fleischmengen aufbringen und zu einem billigen Preis an die Be-völkerung abgeben. Sie wisse», daß die Regierung Geldmittel nicht scheut. Frage: Gedenken Exzellenz in Zukunft den legitimen Handel mehr heranzuziehen, da in der neuen Verordnung ein wirksames Gegenmittel gegen die Preistreiberei geschaffen wurde? Antwort: Ihre Behauptung, die Kaufmann-schaft würde mit tljrcr tausendfältigen Arbeitskraft im gegenwärtigen Momente beispielsweise mehr Karlofset als die Regierung aus den Markt schaffen, ist nicht richtig. Ich berate mich ständig mit den gewiegtesten Händler«, die mir sagten, das vom Er« nährungsamtc erzielte Resultat könne nicht verbessert «erden. Ich bin derjenige, der den legitimen Handel so weit als möglich fördert. Mein Ideal ist die Schaffenskraft des legitimen Handels «it den Macht-Mitteln des Staates in einheitlichen Ganzen zur Zusammenarbeit zu verschmelzen. Allerdings muß jeder Artikel gesondert behandelt werde». Ich stehe mit allen Kreisen der Bevölkerung ununterbrochen in Kontakt. Ich hab« mein Parlament, den Beirat, und passe mich seinen Beschlüssen an. Es wäre schade, wenn der Staat die Kräfte des Handels nicht aus-nützen wollte. Ich bin weit davon entfernt, fo etwas wie eine Militärdiktatur in Ernährungsangelegen heiten zu schaffen. Ich möchte auch nicht den An-schein erwecken. Frage: Da die Preistreiberei durch die neue Verordnung zum Verbrechen wurde, wäre es nicht möglich, daß ein Kaufmann, der von der Anklage freigesprochen wird, den Anzeiger uuter Umständen wegen deS Verbrechens der Verleumdung verfolgen läßt? Wäre das Risiko der Anzeige h'edurch uicht zu grob gemacht? Ware es nicht gut. daß die Preis, priisuugsstelle eine neue Funktion bekäme, als erste Instanz vor dem Untersuchungsrichter noch kurzer Hand den Fall zu pulsen, event, die Anzeige zurilck-zuweisen? Autwort: DaS ist richtig. ES schwebt mir auch schou lange vor, daß die Preisprüfungsstelle vor dem Untersuchungsrichter sich mit dem Fall besaßt. MÄrnfioNrr EINZIG IN SEINER /ANALYTISCHEN I BESCHAFFENHEIT.' BESTES I ALTBEWÄHRTES FAMILIENGETRÄNK. GIESSHÜBLER Kundmachung 1 betreffend die Klassifikation dei* I Pferde im Jahre 1917. Im Sinne des § 11 des Gesetzes vom 21. Dezember 1912, K.-G.-B1. Nr. 235, findet im Aushebungsbezirke Cilli-Stad! die Pferdeklassi-Ifikation statt und zwar: Samstag den 12. Mai 8 Uhr früh vor dem Grossgasthofe Skoberne. Die zur Klassifikation vorzuführenden Pferde müssen zur gleichen und zwar der oben angegebenen Stunde gestellt sein. Die \ orfslbrutig der Pferde hat einzeln au der Hand zu erfolgen und I sind hiebe! auch die zu den Pferden gehörigen Tragtierausrüstungen vorzuweisen. Von den Pferden, die schon hei einer früheren Klassifikation | mit einem Kvidenzblatte beteilt winden, ist aueb das Eviden/.blatt mitzubringen. Gemäss der kaiserliehen Verordnung vom 9. Februar 1916, R.-G.-B1. I Nr. 34. werd n für die Pferdeeinberufung als normal geltende Preise ' nicht festgesetzt und erfolgt die Wertbestimmung eines jeden ausgewählten Pferdes durch Schätzung. Die Einberufung der Evidenzblattpferde kann nach Bedarf sofort erfolgen. Bei der Ps'Meklassisikation 1917 werden »besonders gute und als ! zuebtfuhig anerkannte Stuten" nicht mit Evidenzblätter beteilt. Der Kachweis der Anerkennung als .besonders gute und zuchtföhigo Stute* ist in der Weise zu erbringen, dass die Pferdebesitzer bei der Vorführung . ihrer Pferde vor die Klassisikationskommissiun amtliche Bestätigungen der | staatlichen oder Landes-Tierärzte oder aber die Prämiierungsuachweise. ! beziehungsweise beweiskräftige Auszüge aus den Ziicht-(Stut-)büchrm •vorlegen. Es handelt sich hiebei, soweit nicht ein gesetzlicher Befreiungsgrund I vorliegt, selbstverständlich nicht um einen Rechtsanspruch der Pferde-besitz er auf Befreiung solcher Stuten, sondern um eine in das Ermessen der Militärverwaltung gestellte Berücksichtigung der Zuchtintet essen und es betreit daher auch der Besitz eines Nachweises obiger Art nicht von der Vorführung der Stute zur Klassifikation und von der Ueberlassuog •iner trotz dieses Nachweises etwa zum Evidenzblattpferd ausgewählten Stutp. Die angezeigten Fuhrwerke sowie die bei deren Besitzern vorhandenen I Beitzense, Beschirrungen uud Tragtierausrüstungeu können durch die milt-[ Krischen Vertreter der Pferdeklassilikationskommissionen bei den Besitzern an Ort und Stelle besichtigt werden. Die zur Besichtigung beantragten > militärischen Vertreter werden sich durch eine offene Order ausweisen. Die Besitzer'von Pferden und Fuhrwerken, die der gesetzlichen Verpflichtung zur Vorführung der Pferde vor die Klassifikations-kommission und zur Vorweisung der Tragtieransrüstungen nicht > nachkommen, werden mit Geldstrafen bis zu 200 Kronen — bei üneinbringlichkeit der Geldstrafe mit einer Arreststrafe bis zum Höchst-ausmadse von 1 Mouat — belegt. {Schliesslich wird daraut aufmerksam gemacht, dass mit der Verordnung des k. k. Ministeriums für Landesverteidigung vom 30. Juli 1914, B.-G.-B1. Nr. 179, auf Grund des § 12 des eingangs erwähnten Gesetzes das Verbot erlassen wurde, die Evidenzblattpferde aus ihren Aushebung«» bezirken zu entfernen. IDie Ausheöungsbezirke fallen gemäss § 3 des erwähnten Gesetzes mit dien Gerichtsbezirken zusammen, doch bilden Städte mit eigenem Statut stets einen Aushebungsbezirk. lEine Bewilligung zur Entfernung von Evidenzblattpfcrden aus ihren Auähetbungsbezirken kann nur vom k. k. Ministerium für Landesverteidi-ng erteilt werden. Derartige Gesuche sind ausnahmslos im Wege der zirktshauptmaunschaften (Statutargemeinden) einzubringen. ifttadUmt Cilli, am 5. Mai 1917. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegg. Kundmachung:. Die k. u. k. Heeresverwaltung wird anschliessend an die Pferdeklassifikation 1917 in jedem Orte, wo die Klassifikation stattfindet, einen freihändigen Pferdehandkauf abhalten, wobei die Pferdebesitzer ihre Pferde freiwillig zum Verkaufe anbieten können. Es werden auch Evidenzblattpferde und Hengste angekauft Vom Kaufspreis ist vom Verkäufer die Quittungs- und Vertragsstempelgebühr zu entrichten. Vom Stadtamte Gilli als Behörde I. Instanz. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. pfaff - Häbmascbirie Unübertroffen im Nähen, Stopfen u. Sticken! Neueste SpezialApparate ! w Niederlage bei :: Jos. 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Kienreich, Graz, Naekstrasse 4. ryudtsortetl Vrretnswchdruckrni ^..~ ..Celeia" Cilli. Ohne2>ucker7 Ohne €ssig! Ohne Salycil! ohne jeden j^usaiz überhaupt lassen sich mit -Konservengläser -IforratsMer alle Arten Haaskonserven als angenehme, gesunde n. billige Vorräte mähelos bereit». Die in Rex eingekochten Beeren, Kirschen, Aprikosen, Birnen, Pflaumen, Aepfel, überhaupt alle Obstsorten halten sich bei unverändertem, natürlichem Wohlgeschmacke und grösstem gesundheitlichem Werte ohne jeden Zusatz jahrelang frisch. — Ebenso kann jedes andere Nahrungsmittel, insbesondere alle Gemüse (Sparge1, Bohnen, Erbsen u. s. w.), Fleiwh, Wurst, Pasteten, Pilze, Fische u. s w. auf beliebige Zeit aufgehoben werden. Zu Original-Fabrikspreisen zu haben bei: Moriz Rauch, Rathausgasse 4. Empfehle den geehrten Bewohnern meine vor kurzem eröffnete Tapezierer-W erkstätte im eigenen Hause Gaberje Nr. 81. Johann Jazbec Tapezierer und Dekorateur. Ados das neue antiseptische billige Mundwasser. 1 Flasche 80 h. 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Rebeuschegg Joses Eellal Franz . . Etelzer Joses . . Zcmy Viktor . . Gaftwnle Private Schl»«it>»igni di» e^wne