Echriftlcitung: ViatbauSnasse Nr. 5 t?tgnie» H««».) sprichst»»»«! löblich s»li »,«e»d«e kt e °»->» ». (Iftift-togt) Mit 11—11 llhr ooiot. t«>Mdirdt« ,ri «fcfcctteUuitg. ?lr. 30. Eissi. Ponnerstaq, 13. Aprit 1905 #0. Javrgang. Bischof Stroßmayer -Z-. Der streiibare Panslavistenbischof S t r o ß » ■ a 9 t r von Djakooar ist gestorbe-,. Siroßmayer hatte am 4. Februar seinen 90. GeburlSiag ge» !eiert. Mit dem Verewig-en verliert d?r österrei» ch'sch-ungarische Panslao!«mu« eine stark« ideelle >ie materielle Stütze. Siroßmayer hat seil mehr a!» fünfzig Jahren die in die Millionen gehenden Emkü. sie seine« kroalisch-slavonischen Bistum» groß,, teil? zur Förderung der allslavischen Sache derwendet. Bekannt ist ,s. wie Kaiser Franz Josef de« greisen Kirchensürsten im Jahre 1888 sein schärfet Mißfallen zum Ausdrucke brachie wegen «ine« panslaoistischen Tel.grammeS. da« Stroh« m^yer nach Kiew gerichtet halte, Strvßmuy r hat sich aber durch diese kaiserlich« Rüge nichi au« dem Keleise bringen lassen und war b>« zum Ende seine» Leben» em glühender Verehrer Rußland» ge« blieoen. Auch mit Rom hatt' Siroßmay-r, im Jahre 1v7ö, wegen te» Unfehibarkeittdogma«, einen Strauß bestanden. Ei oßmayer ge örte zweiiello« zu den schärf-ften Segnern der päpstlichen Unsehlbarkei «lebte «uf dem vutit mischen Konzil im Jahre 1870. Wie Kardinal Rauscher in einer Schrift, vie er in Kom verdreiien li.jj nachwie«. daß zahlreiche frühere Päpste in amtlichen Gtaubenenlscheibungen jtsehlt hätten, so redeie Slroß«)ß der Unglaube der neuer.» Zeit »ich« von Protestanten. sondern von Katholiken »»gegangen fei. Im katholischen Frank» reich sei zur Zeit der Revolu io. da« Ch-istenium td^eschafft worden, nicht ai>er in evangelischen Lindern. Renan, der Christum berabwürdtgt,. sei «i» kudvlik, und nie beste Sdris«, d,e gegen ihn geschrieben worden sei. habe Guizot, der Proiestant. geschrieben. Te« Papste rief er das P-iuluswort zu: „Du wandelst nicht nach der Wahrheit deS Evangeliums!" und drohte ihm. daß die slavische Nition sich .ine» Tage« de» römischen De«potiS» mu» entledigen werde. Obgleich er noch am 2. Okt. 1871 an ReinkenS schrieb, daß er nicht imstande sei, seine Ueberzeu« gung zu verleuiinen oder sein Gewissen zu verraten, ha« er schließlich in seinem Hirienbriese vom 28. Februar 1881 doch geopfert und folgte damit dem traurigen Beispiel so mancher deutschen Bischöse, die vo>her ei klärt hatten, sich lieber de» Kopt ab« schlagen zu lassen, al« an die Unfehlbarkeit zu glauben, später aber doch zu kreuze k>och>n — um ihre reichen Einkünfie nicht zu verlieren. Dem russisch-allslavischen Gedanken opferte er ungeheure Summen, für ihn unierstützie er die windischen, kroatischen und sonstigen südslavischen Hetzblätter, sür ihn rüstete er Hetzkapläne mit finanziellen Mitteln au«, sür ihn endlich wollie er die Südslave» „Lo« von Rom" machen, um sie der rusfischen „Apostalen".Kirche und dadurch der aUilaoischen Einigkeit zuzuführen. Bei ihm be» zwickte „LoS von Rom' laisächlich „Lo« von Oesterreich-, die Bereinigung der in Oesterreich lebenden Südslaven und jener in Montenegro, Serbien, Bulgarien u. s. w. unter dem russischen Huie. Und dieser Mann, der die Riesenarbeit seine« Leben» in den Dienst der allslavischen Idee gestellt hat e, war ein — Deutscher au» Ober» oft,'reich. Sein Urgroßvater wunderte au« Linz m Slavonien ein — d>m Enkel und Sohne dem« scher Ettern war e» vorbehalten, der gtößte, fana« tischeste Panslavist zu werden. Heute trauert am Grabe diese« Deutschen, der Volk und Vaterland verriet, da« ganze Slaven» «um. Selbst Kaiser Franz Josef, gegen den sich oer streitbar» Bi>chos wi'derholt in aufrührischer W ise kehrte, traue?« um idn und hat durch die Tiroler SKYze. Von Dr. Ewald H.iuf«*) Al« ich noch in Deuifchland war, war ich jmg. und da die Jugend nicht mit dem Auge tt! Kritikers schäm, muß ich sagen, daß ich Tirol Kiffer kenne al« mein eigene« Land. Seit 1883 ltde ich in Tirol, nichi al« Siurenmensch, auch »ich! al« GiseUschaf>«m»nsch, der Kaffee» und Tee« hingen hat. om Kn-iptische siz«, am Lpieltische »der den Abend im Theaier verbringt. Wenn ich mein Ta»ew»rk vollbracht habe, lim ich draußen und womöglich zusammen mit Sauern, Knechten, Jägern, Hirien und Führern. Eben de«hald bars ich sagen, daß ich den Tiroler lttine und daß ich nicht erbau» bin von denen. Die alljährlich von Goit weiß woher nach Tirol kvumen, um FamilienblSiier mit Bildern au« dem Ziroler Volk«leden zu süllen, ja selbst nicht er» ton bin von manchem Tiroler, oer sein Volt nur su gern in zu Heller Faebe wiederzugeben sucht; rt fltbt Tiroler Volk«schr>slftelltr, die ihr Bolk ittyt erlauscht haben, die mehr Maler sind und eS «chi gestaltend darzustellen vermögen. Tiroler kMgeschichten zu schreiben ist viel schwerer, alS *) Der Bersasser hielt bekanntlich l»0t am b.-ijt. Lehrertage zu Marburg einen seffelndei, Vortrag mancher denkt; in malerischen Zügen zeichnend, ist noch nichi VolkSschnsistellerei. Um den Ti-oler zu kennen, muß man unbe-fanaener Beodachier sein. Tiroler Blut bi« in die seinsten Aeoerchen prüsend, kann nur kennen lernen, wer mit dem Volke lebt und nicht müde wird, e» in allen seinen Regungen zu beobachten. Einen Franzosen lernt man bald kennen, bald auch den Nordländer der Ebene; den Aelpler in Tirol, denn seil einem Jahrtausend und mehr Jahren auSgebeuteien, verstehen z« lernen, ist ungleich mühsamer; denn so gut man auch seinen Dialekt sprechen mag, man komm» schwer in die Winkel seines Herzen«. Wo ber Bauer ein Jahrhundert nach dem andern kämpfen mußt- mit dem nackten Leben sür Kuh, Ziege, Kind, kommt «an nur mit der Zeit dahinter, wa« er »», denkt, will. Wie könnte e« anders sein? Tirol war ab-geschlossen. Eine Welt ohn? Eisenbahn und Straßen war e« bis vor Jahrzehnten. Noch ist e« nicht lange her. da beitelien Bürger und Baue»n um eine Straße in da« Pass.ier, wo schon vor Jahrhunderten darum gebettelt wurde. In so einem weltfremder Tiroler Tale herrschen nur die Römlinge. Je länger sie herrschen, desto besser geht e» ihnen. Daher galt bi« zum heutiaen Tage das Losuag«wort: „Hinau« mit dem Fremden!• Kabinett«kanzlei «ine Beileid«drahtung an daS Do«kap»el in Diakovar gesendet, worin er an» erkennend de« bischöflichen Wirken« Slroß« mayerS gedenkt l vie gesetzliche Regelung der Stellung und der Se^üge der Lan^leigehilfen und der Äanzleihilfsarbriler. Ab.i. Dr. Josef Pommer u. Gen. haben im Abgeordneienhause folgenden Antrag einge» bracht: Durch die Verordnung deS GesamiministeriumS vom 19. Juli 1902, R. G. Bl. Nr. 145. hat eine Regelung der SltUung und der Bezüge der HiliSbeamleu, gegenwärlig Kanzleiqevilfen und Kanzleihilf«arbei>er, in der Weife, wie sie von den Jllterefsenien selbst angestrebt und wie sie vo« Adg-ordneienhause in der Sitzung vom 18. De« Ztmber 1901 beschlösse > worden ist. nicht statige» funden. Die durch die Beroidnung geschaffen, Re» gelung entspricht weder den seit Jahren erhobenen Forderungen der Interessenten «och dem einstim» mig kundgegebenen Willen de« hohen Hause«. Der HilfSdeamtenschast handelte e« sich in erster Linx um eine sichere unkündbare Stellung. Diese« Begehren ist vo« hohen Abgeordneienhause al« vollkommen berechtigt anerkannt worden. Aber auch in materieller Beziehung entspricht die Regelung ganz und aar nicht den berechtigten Forderungen der Hilf«beamtenschaft. besonders wenn man die heute herrschenden TeuerungSver« häl'nisse in Beirach, zieht. Die Kanzleigehilfen und KanzleihilsSarbeiter erstreben die!» Regelung nicht durch eine Berord» nung, sondern durch ein Gesetz, in dem ihnen der Beamtencharakter zugesprochen wird. Die heutigen Kanzleigehilfen verrichten bei den meisten Zentralstellen und anderen t. k. Aemtern und Behörv'N dieselb'n Dienstleistungen, wie die Nuürlich, wo er sich Nied.rUeß. dorthin kamen Wege und Stege. Hoiel» wurde» g.baut, der Verkehr stieg, Kathi und G«pp kamen vom Berge in< Tal, in die Stadt. Ao der Geist freier wurde, wu,de die Tasche de« »uraten keiner, die Forelle kostete mehr, mehr das Huhn, «ehr der Wein, mevr Bote und Träger. Und noch böser sah eS mit dem geistigen Beherrschen aus. DaS Dogma wvllte nicht ziehen; der Bauer tat. al« ob er glaube, aber er dachte sich dabei etwa«, da« er kaum dem Freunde a> vertraute. E« ist so ge» kommen, daß der große Dogmenbau Gla«süße be» kommen Hai; je höher sich die Menschheit ent« wickelte, desto wackeliger wurden die Füße eine« Baues, der wohl Bestand hatte, als der Geist noch in Kinderschuhen war. der aber selbst in Tirol nichi ganz gesichert erscheint. Wohl stehen die Kirchen noch wie vie Berge, allein nicht so fest ist e« mit dem Glauben. E« wankt da und dort nicht nur der kirchliche Glaube, auch der politi» sche. AI« ich in einer Alm mu Bauern war und sie dachten, ich sei ein Fremdling, frug der eine, wann die Deutschen kommen würden. So er» müdet war er vom politischen Geiste Tirol«, so wenig glaubte er an da« klerikale Evangelium seine« Landes. Seit; 2 _ Eubalternbea«ten (XI. bis IX. Rang«klasse), t< ist idaher das Verlangen nach Zurrkennung de« Beamtencharakter« vollkommen gerechtfertigt. DaS hohe Abgeordnetenhaus stand und steht auf dem Standpunkte, daß es endlich an der Zeit ist. mit derDiurnistenwirtfchaft auf« zu räumen. Die« ist aber durch die Berord» nung vom 19. Juli 1902 in keiner Weise ge» scheh'n. Bei dem t. k. Postsparkassenamt« in Wien ist eS jedem HüsSdeamlen ermöglicht, nach einer ungefähren Dienstzeit von acht Jahren zum definitiven Beamten (f. k. Rechnungoführer mit 1200 X Gehalt und 600 X AktivitätSzulage) vox-zurücke« und so bis zur IX. Rang«klasse zu ge« langen. (XI. RangSklafse, k. k. OberrechnungS-siihrer; X. RangSklafse. Revisor und IX. RangS-klaffe, k. k. Oberreoisor.) WaS bei dem einen Amte möglich ist, sollte aber auch bei den übrigen erreicht werden können. Die Unterzeichneten stellen deshalb folgenden Antrag: DaS hohe Hau» wolle beschließen: „Der beiliegende Gesetzentwurf, betrefend die Regelung der Stellung und der Bezüge der Kanzleigehilsen und KanzleihilfSarbeiter bei den staatlichen Behörden, Aemtern und Anstalten, wird geschäflSordnungSmäßig in Verhandlung gezogen und dem BudgetauSfchufse zur dringlichen Be-ratung und Berichterstattung zugewiesen." Der Antrag ist von über 100 Mitgliedern aller Parteien gezeichnet. Yeichsrat. 323. Sitzung vo« 10. April. ' Die EtaatSschuldenkommisfson teilt die Ein-berufung deS Ersatzmitgliedes Heinrich Freiherrn v. D o b l h o f f als Mitgliede» an Stelle de» Abg. Dr. Wolffhardt mit und ersucht um die Veran-lafsung der Neuwahl eine» Ersatzmitgliedes. Der UmerrichtSminister Harte! legt den Entwurf eine» Kongruagesetze« vor. Die Grund« zöge de» Entwürfe» sind bereit» bekannt. DaS Laibacher Bezirksgericht ersucht um die Auslieferung deS Abg. Zavlat (Slov.) wege» Art. 7 und 8 de« Gesetzes vom 17. Dezem-der 1802. Die Abg. DaSzinSki, Perner st orfer (Eoz.) und Genossen stellen folgenden Dringlich« keitSintrag: .Die Regierung wird aufgefordert, den Bau der Wasserstraßen unverzüglich zu begin« nen und den Verzug dieses Baues zu rechtfertigen, den sie nach dem § 6 deS Gesetzes vom Jahre 1901 bereits im Jahre 1904 hätte beginnen sollen." Abg. Zickar (Slov.) und Genossen stellen Die Tiroler Volksbildung ist nicht in einem Satze zu kennzeichnen. In den Städten kann man ein« Menge Bürger finden, die sich eine gut« Volksschulbildung angeeignet haben, ja eS gibt Männer, die sich ans den Universitäten zu JnnS« druck, Grai, Wien» auch in München, akademische Ehren erworben haben. Allein die Tiroler Städte find kaum mehr al« ein paar Oasen; sie sind schwache Horte der Schult, denn der klerikale Geist erfüllt nur zu oft Gemeindestube wie Schul« stub«. Deshalb ist Tiroler Volksbildung gekenn« zeichnet durch klerikale Landschulbildung. Dort, wo der Kaplan feinen Thron hat. ist die Tiroler Volksbildung die durchschnittliche. Der Mensch der Täler und Seitentäler, der auf den Mittelterrassen der Bergt und auf diesen selbst, ist der typische. Er ist vorwiegend Beichtkind. Er kann wohl mei-stenS schreiben und lesen, aber noch gibt eS viele, auch jüngere Männer, die entsetzliche Kraxsüße aus daS Papier dringen, sollen sie schreiben. Und dennoch fthl t« nicht an Leuttn, die gut fchniben und lesen können. Allein von einer modernen Schulbildung ist nicht die Red«. Wo der Mensch mit Ziege und Kuh mehr lebt al« mit dem Kinde; wo er vor Müdigkrit die Augen schließt, eh« er im Bette ist; wo er den einzigen freien Tag der Woche noch laufen und steigen muß, um die Frühmesse nicht zu versäumtn, da ist nicht« z« erwarten. ^Deutsch- eint Anfrage wegen der Auflösung der Cillier BczirkSvertretung. Abg. DaSzynSkl (£»;.) begründet die Dringlichkeit seines heute eingebrachten Antrage«, indem er die Vorgeschichte de« WasserstraßengesetzeS breitspurig auseinandersetzt und bemerkt, daß die Gründe von damals auch heute noch bestehen. Er verlangt von d»r Regierung, zu rechtfertigen, warum sie den Bau der Wasserstraßen verzögerte. ES dränge sich der Verdacht auf. al« ob die für die Wasserstraßen bewilligten Kredite zu Heere«« zwecken verwendet werden sollen. Redner verur-teilt da« System Koerber« und verlangt eine g«« naue Erklärung der Regierung, wie lange die Ver-zögerung noch dauern werde. HandelSminister v. E a l l spricht sich gegen die Dringlichkeit deS Antrages aus. Die Regie« rung werde mit olle« Nachdrucke aus da« Zustande« kommen der nötigen Vo.bedin^ungen de« Baue« der Wasserstraßen hinwirken. Mu Rücksicht darauf, daß die Regierung in nächster Zeit Gelegen-best haben werde, den Stand ver Angelegenheit im Hause offen darzulegen, bittet der Minister, von der Annahm« der Dringlichkeit abzusehen. Abg. DzieduSzycki (Pole) erklärt, daß der PolenNub gegen die Dringlichkeit stimme, weil der Antrag ein Mißtrauen gegen den Ministerprä-sidenten enthalte und seine Partei Freiherrn von Gautsch vertraue, daß er das Gesetz au«sühren werde. (Beifall bei den Polen.) Abg. Schreiner (D. Fortschritt«?.) ver-weist aus die große handelSctolitische Geiahr und aus die Entwertung de« einheimischen Getreide«, di> durch die Hnstellung eine« vollständigen Kanal-netze« entstehen könnten. DaS Wasserstraßengesetz habe «ur da« Gut», daß e« zur Regulierung der Flüsse Gelegenheit gebe. Die Agrarier werden gegen die Dringlichkeit stimmen. Abg. M e n p e r (D. Fortschritt«?.) bedauert dagegen die Verzögerung de« Baubeginnes und richtet an die Regierung die dringende Aufforde-rung. so rasch al« möglich da« Gesetz auszuführen. Räch dem Schlußworte DaSzynSkiS wird die Dringlichkeit abgelehnt. DaS HauS setzt sodann die Verhandlung über daS Militälvorspanngesetz fort. Nachdem noch die Abg. Vychodil (Tscheche), D e l u g a n (Italiener) und C h o c (radikaler Tscheche) zu diese« gesprochen hatten, wird die Verhandlung abgebrochen. ES folgt nun ein» Reihe von Ansragen. Nächste Sitzung morgen. * • 324. Sitzung vorn 11. April Die Abg. Dobernig, O rasch (Deutsche VolkSp.) und Genossen überreichen eine Anfrage an den Eifenbahnminister. die dahin lamet: Gegen« über einer Anfrage der Abg. Epincic und G-nossen wegen der Anbringung flovenifchrr Ausschristiaseln au allen Stationsgebäuden der neuen Eisenbahn« streik Klagensurt—Trieft sei festgestellt, daß die an der Strecke Klagensurt—Rosenbach wohnenden Slovenen fast ausnahmslos der deutschen Spracht mächtig und «it drr Anbringung dtr dtmschen Von Kindesbeinen an war ihre geistige Nahrung das Dogma, die Legende vom Siebe, daS da« Wasser nicht durchließ, und ihr fast au«> schließlicher „BildungS"stoff ist. wa« da« klerikale Hetzblatt erzählt, soweit e« dem Bauer in die Hände kommt. Verschlagen ist d«r Geist, unbrauch-bar gtwordtn die Hirnzelle durch Mangel an Denken, waS man ihr bietet, muß «an in der einfachsten Form bieten. Der Magen verträgt eine Schüssel Buchweizenknödel, nicht «ber das Hirn einen Löffel GeisteSspeise. Aber das wollte der Pfaff. Nicht einmal in» andere Tol durfte so »in Bauer gehen, um sich ein Weib zu holen; der Pfaff fürchitle Aufklärung. So entartete der Bauer auch körperlich, da» Blut mischte sich nicht. €« ist Unsinn, zu sagen, der Tiroler Bauer sei dtr körperliche Held; Aber« lausende von Kranken und Idioten füllen die Täler, die Höhtn Tirol«, und selbst Nervenkranke hat da« verkehrte, abgeschlossene VollSleden dem Tiroler Bauern in Menge einpebrach'. Aber »S konnte nicht anders fein, hatte er ja Leib und Seele der Knechtschaft RomS verschrieben. Und wo Leib und Seele sich nicht erfrischen können, geht et auch wirtschaftlich abwärts. Wenn heute der Welsche ko««t, ist eS, weil er gebraucht ist. * • * Nummer 30 Aufschrifttaseln vollkommen einverstanden sind. Die Erfüllung deS Wunsche« der Abg. Epincic und Genossen wäre demnach eine gänzlich überflüssige Herausforderung der deutschen Kärntner und der deutschfreundlichen Slovenen, die die neuflovenische Sprache übrigens aar nicht versteh»». Die Abae-ordneten fragen also, ob der Minister bei Eröff-nung der neuen Strecke die sprachlichen Verhält« niffe und Bedürfnisse lkärnten« sowohl hinsichtlich der Aufschriften auf den Bahnhöfen al< auch bei Besetzung der Beamten- und Dienerstellen gebüh« rend berücksichtigen will?* Nun nimmt das HauS die Wahl eines Mit« gliede« deS UnlerrichtSauSschusseS nor und setzt dann die Erörterung über daS Vorspannaefetz son. Ueder Antrag deS Abg. S t e i n (Schönerianer) wird der Derschatta-AuSschuß sür öffentlich erklär,. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung sür Mittwoch den 3. Mai mit «ner Tagesordnung, aus der sich als dritter Punkt die Vorlage über die italienische RechtSfakultät befinde». Abg. Starzyn« ki (Pole) beantraa». die ZmmunitätSangtlegenheit TavcarS auf die TageS-ordnung zu fttztn. Der Präsidinl schließt mit dem Wunsche glück« licher Ostern die Sitzung. Sie Bewegung in Nußland. Wegen verschiedener Unruhen in Russisch-Pole» wird man über Warschau und die ganze Provinz einen Monat lang den KriegSzustand verhänge». Am 10. d. hat man in Warschau den Leiter der Baumwollspinnerei, PodznonSki, ermordet, als er eben vom Gottesdienste zurückkehrte, den man zur Feier der Beilegung des Ausstände« abgehal« te» hatte. Der Mörder, offenbar ein unzufriedener Arbeit«, entkam. Man befürchtet weitere Ruhe« störnnaen. Man meldet au« Petersburg. daß man a« 10. d. dort »inen feit langem verdächtigen Kammer« dirner de« Zaren dabei brtrat. al« er einrm Aus« rühm genaue Aufzeichnungen über die Leben«-weise de« Zaren mitteilte. Man hat die beide» verhaftet. politische Aundschau. wachsender klerikaler Hiussul; Armee Man kannte bi«her im k. u. k. ^eere knnen ReligionSunierschied; alle Mitglieder ver« trugen sich — ohne Rücksicht aus die Religion — ganz brüderlich. Jetzt muß man staunen, daß auf Veranlassung deS FeldbifchofS sogar in Wien eine Pression aus die Offiziere nnd Kadetten ausgeübt wird, daß sie Mission«predigten, geistliche Exer-zitien zur Fastenzeit besuchen; ja, sogar derlei Pre« digten eigenS für Offiziere gehalten werden--. Derartig« Einflüsse dürften übrigens nicht von gestern fein. Wenigstens erregte e« ichon damals, al« Pater Adel« „Männerpredigten" in Wien >« Mode gekomaun waren, begreifliche« Erstaune», daß da« OsfizierSkorp« eine« k. u. k. Husar«»« Regiment»« diesem Jrsuit«« und "VolkSaufklärer zu Ehren ein Galadiner veranstaltete Hoffentlich Der Tiroler Bauer ist vorwiegend ein Bild de« Mitleid«. Gelernt hat er nicht«, nicht« weiß er von der Welt, nichts, wie sich weiter fortzubringe». Abgeschlossen von den Menschen, ift er hilf« und ratloS. Kommt der Fremde, fo nimmt ih« der-selbe daS beste von de« ab. waS er noch hat, denn der Tiroler Bauer kennt nicht die Bedürs-niffe deS Kulturmenschen. Wird man Freund vo« Tiroler Bauer«, sieht «an bald, daß man eher dem Ochsen helfen kann, al« dem Bauern. Mißtrauisch, dickköpfig, gleich« gültig sind die Eigenschaften, die ihm die Welt der Berge gebracht hat. Ganze Wälder und Täler find wirtschaftlich unerlöst. und will einmal ei» Bauer fit au«nützen. so ist ts in dt« Hände» jener, die ihn beherrschen. Er weiß nicht, daß der geschulte Kops eben« soviel wert ist, al« sein Stall mit den Küh»n. Er. d»r ost ohn« Knrcht und Magd ist. weiß nicht, wa« er tu«, sein Babel al« Priesterzögling der Kirche auszuliefern. Der Hos muß fallen; e« sehlt am Gelde für die Steuer, die Saal. Hat er Geld, kommt e« in die Hände derer, deren Ideal» im Himmtl sein sollten; oder «S nehmen ihm J»l> und Welscher, wa« noch geblieben ist. denn die schönste 'Frucht, der freie, sich entwickelnde Menschengeist blieb ih« vorenthalten. Wa« nützt il>» die ererbte Zuversicht? Hie ist Einschläserung. Die Nummer 30 kommt man dahinter, welche Gefahr da im Dun-keln schleicht. Gewitzigt könnte man wohl von bamal» her sei», als Radetzky au« de« Feldlager »ach Wien berichten mußte, daß ga»ze Regimenter i« Beichtstuhl zur Fahnenflucht aufgefordert wurden. Kirche«strafe« gegen das Lese« freiheitlicher Zeitungen. Fürstbischof Dr. Ie g lii ließ a« 2. d. in allen Pfarrkirchen seiner Diözese Pre« bigten abhalten, in denen er unter Androhung der höchsten kirchlichen Strafen den Gläubigen verbietet, freiheitliche Blätter, Zeitschriften und Bücher zu lesen. Sein Verbot richtet sich namentlich gegen die beiden liberalen slovenischen Blätter „Sloven«ki Narod' und „Horenjec'. Der Bischof verbietet feinen Geistlichen, jemandem bei der Beichte die Absolution zu erteilen, der sich nicht feierlich ver« pflichtet Hot, nie mehr ein liberales Blatt zn lesen. Eelbst Sterbende darf der Priester nicht absolvieren, wenn sie nicht vor der versammelten Familie und in Anwesenheit zweier Zeugen au« einer fremden Pfarre feierlichst erklären, daß sie ernstlich bereuen, je ein liberale« Blatt gelesen zu haben und sich im Wiedergenerikal>«mu«. Ein verdummte«, geistig und «ttschaltlich enNrbte« Volk, sei e« von Hau« da« bebe, kann nur allein von innen herau« gerettet sein. Tirol zeigt, daß Bolk«wohl und Pfaffenwohl im «mgekehiten Verhältnisse zu einander stehen, baß die wahre Wurzel de« Volktwohle« die freie, dcheimde Volksschule ist. .Deutsche Wacht" ?r«jeß Ster«berg-?eaizek. Der Prozeß Sternberg-Penizek wegen der Ohrfeigengefchichie endigte mit der Verurteilung St»rnb»rg« zu 1000 X Geldstrafe, allensall« 14 Tagen Arreste«. Alle Zeugen sagten au«, daß Graf Slernberg von der Seite gegen Penizek htrankam und ihn ohrfeigte. I»r Befriedigung der niedrigste» Kriete. Da« Wiener „Vaterland" bringt einen Ausruf zur Förderung der katholischen Universität in Salz« bürg, der nicht ganz unbeachtet bleiben soll. Der Verfasser wirst unserm Regierung«männern vor, sie hätten sich durch Jahrzehnte „a« Glänze hohler Aufklärung«phrafen de« alten Lib»rali«muS gesonnt", nennt die „£o« von Ro«*-Bewegung eine „fch«utzige, der Btfriedigung der niedrigsten Triebe dienend» H»tz»", v»rgl»icht die „freie Schule" mil einem ..schmutzigen Strom' und schließt mit einer Warnung vor den akademischen Lehrern, die im Vereine mit and»r»n .Jntelligenzmännnn" die akademische Jugend und die breiten Massen .ver» führen": „Darum Katholiken, auf zur Gegenwehr! Verbreitet katholische Schriften! Sammelt euch in katholischen Vereinen! Helfet Kirchen bauen, unter-stützt insbesondere die katholische Schule, den Katholischen Schulverein!" Die Furcht vor der Intelligenz ist da« treibende Moment der kleri-kalen Arbeit. Nngarifche Wie seltsam und schies die Anschauungen vieler ungarischer Politiker über da« künftige Verhältni« Oesterreich« und Ungarn« sich darstellen, ist mit aller D,utlichk»it au« den zahlrtichen Zeitungsartikeln zu erkknnen, in denen sich ungarische Federn mit der Erörterung der Trennung«frage beschäftigen. Ein besonders aus-fallende« Beispiel ungarischer Logik liefe« ein Zeitungsartikel de« Mitgliede« de« Magnaten-Hause« und Präsidenten der Budapester Handel«-und Gewerbikammer Leo Lanczy. der ti zunächst al« Pflicht alter, warmfühlender Patrioten erklär«, „bei den in Diskussion stehenden Fragen aus-schließlich der Siimme der Vernunft und der fach-lichen Erwägung Raum zu geben." Wie aber „Vernunft und sachliche Erwägung" in ungarischen Köpfen aussehen, ergibt sich darau«. daß Herr Lanczy e« gor nicht für unberechtigt hält, .wenn in Ungarn die Forderung auftauchen würde. eS möge trotz eine« mäßigen Zwischtnzolle« für Jndnftrieprodukte den landwirtschaftlichen Erzeug-nissen und den Viehverkehr die volle Zollfreiheit gewahrt bleiben " Also Jndustriezölle gegen Oester« reich. ab»r Zollfreiheit sür die landwirtschaftlich» Einfuhr Ungarn«! Da« ist eine sonderbare Logik, die freilich auch zeig«, sür wie schwach und ein-flußlo« man Oesterreich hält. Man muß folch« Anschauung«« hervorragend«! ungar,scher Politiker etwa« >i«s«r hängen, damit da« Volk weiß, wa« man im nachbarlichen Ungarn im Schilde führt. Äus Stadt und Land. ?ersonaknachricht. Seine Exzellenz Herr Feldmarfchall-Leuinant Edler von Chavanne ist Mittwoch den 12. d. mit dem Eilzuge um */t4 Uhr nachmittag« zur Inspizierung de« hiest-figen Infanterie-Bataillon« eingetroffen und im Hotel „Stadt Wien" abgestiegen. Aerkobnng. Fräulein Anna B e l l a k, Tochter de« Herrn Julius Bella?, Direktor« der Trifailer Kohlengewerkschaft, hat sich mit Herrn Ingenieur Hugo M o r a w i tz, Baukommiffär der österreichischen StaatSbahnen, verlobt. Todesfälle. Am 11. d. morgen« verschied nach schwerem Leiden in hohe« Alter Herr Wil-Helm Engel, GulSbesttzer in Tüchern. Herr Engel, ein geborener Reichsdeutscher, wirkte viele Jahre hindurch in Trust al« äußerst beliebter Zahnarzt. Er rog sich dann in unsere Gegend zurück zur Ruhe und entfaltete besonder« auch innerhalb der evangelischen Gemeinde durch meh» rere Jahre hindurch al« Pre«byt«r eine segen«-reiche Tätigkeit. Auch al« deuischer Mann be-wie« er die Treue zu seinen, Volke, obwohl sich dir Slovenen viel Mühe gaben, ihn auf ihre Seile zu ziehen. Die Leiche de« Verflorbenen wird heute, Donner«tag. früh um 8 Uhr in der Villa Engel in Tüchern eingesegnet und nach Triest zur Beerdigung überführt werden. Ehre dem Ange-denken diese« deutsten Manne«! — In Videm starb am 8. d. nach kurzer Krankheit an einer Lungenentzündung da« vierjährige Söhnchen de« allen Cilliern wohlbekannten Herrn Fritz Hummer, VersichentngSinsptktor« in Graz. Der Familie, die sich nur zu vorübergehendem Ausenthalte und zur Arbeit im Weingarten dorthin begeben hatte und Telte 3 so plötzlich ihre« Liebling« beraubt wurde, bringt man allseit« warme« Mitgefühl entgegen. Herr evangelischer Psarrer May begleitete da« Kind-lein zur letzt«» Ruhestätte. Wie zu erwart«» war, gtwähnen die „Priester der Religion der Liebe" de« kleinen Protestanten nur ein Plätzchen unter den ungetansten Kindlein. Rom kann ja nicht ander«; « sei denn bei Millionären und Hoch-gestellten. Kvangelifche ?asfionsandacht. Freitag von 6—*/*7 Uhr abend« findet wieder in der evangelischen Kirche ein« sür j«derma»n zugäng-liche Passion«andacht statt. MSnvergesangnerei» „Liederkranz-. Die Mitglieder werden ersucht, zu der am Freitag den 14. d., 3 Uhr abend« stattfindenden Probe au« bekannt wichtigen Gründen zuverlässig und pünkl-lichst zu erscheinen. Sektion ßili des Aentfchen und österreichischen Ztpenveremes. Wie bereit« kurz berichtet, veranstaltet die Sektion Eilli am Sam«lag den 15. d. im Gartensaale de« Hotel Terschek einen Vortrag«abend mit Vorführung von Lichtbildern au« den Sanntaler Alpen und der Umgebung von Eilli. Zugleich Abfchied«abend sür Herrn Dr. Hrad « tzky. Beginn 8 Uhr abend«. Eintritt frei. Gäste deutscher Nationalität willkommen. Per Leröand dentscher Kochschnker ßillis ersucht unS um Aufnahme folgender Zeilen: Der Verband ersucht alle seine Mitglieder, sich an dem am 15. d. M. im Hotel Terschek stattfindenden Projektion«abende de« D. u. Ct. Alp. Vereine« möglichst vollzählig zu beteiligen. Der Verband«-Abend entfällt au« diesem Grunde. ?er Kamikienabend des Aweigvereines Killi »om Aertande alpenländischcr Kandeks-angestellter, der SamStag im Saale de« Hotels „Stadt Wien' bei gutem Besuch- stattfand, nahm einen recht gelungenen Verlaus. Mit deu Klänge» unstrer so überau« tüchtigen MusikoereinSkapelle unter Herrn Gchachenhoser« bewährten Leitung wurde der Abend eröffnet. Dann sang H,rr Rofchay da« schöne Lied .Da« murmelnde Lüstchen' von Ad. Jensm und muß« über leb-haste« Verlangen noch eine Zugabe singen. Recht heiter waren die Zwiegesänge von Dagobert und Komp. sowie die beliebt»» Einz»lvor>räge de« Ersteren der unter dem Beifall der Anwesenden auch auf Eillier Ort«verhältniff» anspielte. Beson-der« gefiel da« Scherzlikd „Aner von unsre Leul" in dem »in brkanntrr billig»? Mann hergenommen wird. Viel Beifall erzielte die heilere Lokalposse »Ein toller Geburtstag" oder „Der Mord in der Neugaffe*. bei der Frl. Trobifch und die Herr»» Gollob. von Kottowitz. Rofchay und D»rjusch tressliche Proben ihre« schauspielerischen Können« gaben; anch da« Singspiel „Eine fidele Gericht«-sitzung" wirkte start auf die Lach«u«keln. Hier waren »« die Herren Deisinger, Rofchay und Gollob, die Vorzügliche» boten. Noch f»i d»« prächtigen Liede« .Fünsmalhunderttausend Teufel' erwähnt. da« uns Herr Deisinger trefflich vortrug, begleitet von feiner Gattin Frau Fanni Deisinger, die in liebenswürdiger Weife die Klavierbegleitung der einzelnen Vorträge besorgte und sich recht viel Dank und Anerkennung verdien« hat. steiermärkische» Landesschnlrat«. Der Lande«fchulrat ha« in der am 6. d. abge-haltenen Sitzung angestellt al« Direktor an der Mädchenbürgerfchule in Pettau den definitiven Oberlehrer an der Knabenvolk«schule in Pettau, Anton S t e r i n g ; al« Bürgerschullbrer an der Knabenbürgerschule in der Elisabethstraße in Graz, und zwar sür die zweite Fachgruppe den desini» tioen Bürgerschullehrer in Eilli, Vinzenz W ü st-n e r; an der Volksschule ist Et. Leonhard ob Tüffer die Lehrersnpplentin dortselbst, Th«:«s« Fabjan, und an der VolSschule in St. Veit bei Monlpreiß die provisorische Lehrerin dortselbst, Josefa Bezlaj, übersetzt wurden die degniiiven Lehr«rinn«n Karoline Rosenberg in St. O«wald än die Bolk«schule in St. Ulrich in Greilh und Anna Osana in Pöltschach. ßilkier Aezirksvertretnug. Wie wir bereit« berichtet haben, haben nach einer Meldung ter .Domooina' Dr. Deeto und Genossen de« Mini-ster des Innern eine Beschwerde betreffend die Auflösung der Eillier Bez,rk«vertrttung unterbreitet. Nun bringt die „Domovina" in ihrer letzten Nummer die Antwort aus diese Beschwerde. Sie lautet: „Geehrter Herr Dr. Dcöko in Eill«! Da« k. k. Ministerium de« Innern hat mit der Ent-scheidung vo« 22. März d. I.. Z. 9299, Ihre und Ihrer zehn Genossen überreichte Beschwerde. Seite 4 gegen die Entscheidung der Staithalterei Graz vom 20. Dezember 1904, womit die Eillier Bezirks» Vertretung aufgelöst wurde, wegen Mangel« jeder Legimation zur Beschwerde-sührung zurückgewiesen, da nach der Bestimmung de« § 81 bei Gesetze» vom 14. Juni 1866 die Beschwerdesthrung nur der Bezirk«ver-tretung zusteht.' Daß darüber die „Domooina" nicht besonder» erbaut ist, ist selbstverständlich. Wo ist übrigen» Herr Decko? Am 22. Marz wenig« sten« war er nicht mehr in Cilti. Aeöerfall einer Aürgerssrau durch einen windischen Wüstling. Vor einigen Tagen ging eine hiesige Bürger«srau von ihrer Weinganen» realität am Schloßberge nach Hause in die Stadt. Sie wählte sich den südlichen Abstieg und al» sie auf die Straße nächst der Sann kam, übe, holte sie ein windischer Bauernburfche. Der Bursche versteckte sich in der Nähe der sogenannten „Abruischung" hinter Bäumen und a!» die Frau gegen sein Versteck kam, stürzte er sich aus sie, wars sie zu Boden und wollte sie vergewaltigen. Trotz der Hilferufe der Frau wollte der Bursche von ihr nicht ablassen. Zu« Glücke bemerkten zwei Arbeiter, die am gegenüberliegenden User der Sann mit Sandgraben beschäftigt waren, den Ueberfall und riefen dem Burschen zu. er möge von der Frau lassen, denn er sei ihnen bekannt und sie werden ihn anzeigen. Diese Drohung wirkte; der Wüstling ließ von der Frau ab und floh in den Wald. Der Gatte der Ueberfallenen erstattete sofort dem Gendar«erieposten in Eilli die Anzeige. Nach der Personsbeschreibung war der Bursche etwa 20 Jahre alt und hatte als besondere» Kennzeichen einen krätzenartigen Aus-schlag am Kinn. Dem Gendarmeriepostenführer gelang e» al»bald den Täter in der Person de» 18jähriaen Aloi» Ianezic, Bauernsohn von Schloßberg, auszuforschen. Janezic blickt trotz seiner Jugend auf eine Reihe von Abfirafungen zurück. Die genannte Frau, die erst kürzlich von einem schweren Leiden gena«, warf der ouSge-standen« Schrecken wieder auf das Krankenlager. Kin ganzes Porf abgebrannt. Sonntag nachmittags wurde da» zwischen Grei» und St. Paul nächst Eilli am rechten Sannuser gelegene Dorf Schöschitz ein Raub der Flammen. Um un-gesähr einviertel fünf Uhr brach in einer Scheune de» Gastwirlhe» HraSevec Feuer aus. Zur selben Zeit wehte eben ein orkanartiger Südwestwind, der mit rasender Geschwindigkeit da» Feuer über den ganzen Ort verbreitete. In kaum einer Stund» stand da« ganze Dorf in Flammen. Wohl kamen sehr bald die Feuerwehren der Nachbarort» zu Hilfe, konnten jedoch mit dem besten Willen gegen do« verheerende Ele«ent nicht« ausrichten. Die Häuser de« Ort«» waren eng aneinander gebaut und zumeist mit Stroh gedickt. Zum Glücke noch brach der Brand bei Tage au«. Ware er bei Nacht au»gebrochen, so wären gewiß mehrere Men-schenleben zu beklagen gewesen. Die Bewohner konnten nur da» nackte L»b»n retten und der Brand griff so rasch um sich, daß man kaum noch einige» Vieh retten konnte, die Habseligk»it»n den Fla«m«n überlassen und sich schkunigst au» dem Dorfe ent» fernen mußte. Die Hitze i« Dorfe selbst und in dessen nächster Umgebung war so groß, daß an ein Eindringen in da»selbe gar nicht zu denken war. Brennende Heubündel und halbverbrannt«» Laub wurde 10 Kilometer weit vom Sturm-winde sortgetragen; die Rauchwolken waren so «ächtig, daß sie die Sonne verfinsterten. Die Feuerwehren, von denen zwölf erschienen waren, konnten nur wenig ordentlich in Akiion treten. E« waren unter anderen die Feuerwehren von Pletro-vilfch, Si. Paul. Grei«, Arndors, Sachsenseld, Prag« wald, Praßberg, Fraßlau, Hciltnsttin, Rietz :c. erschienen. E« verbrannten i« Ganzen 42 Objekte. Da« freundliche Dorf ist jetzt nur mehr eine Trü«-merstätte, der Anblick de« Elende« ist ein jammervoller. Außer sämtlichen Futteroorräten und Einrichtung«-stücken verbrannt» auch s»hr viel Vieh. Menschenleben ist keine« zu beklagen, wohl aber erlitten mehreren Personen bei den Versuchen, da« Vieh au« den Stallungen zu retten, Brandwunden. Der Gesamischade wird aus 60.000 K beziffert, da die meisten Besitzer nur auf geringe Lu««en ver-sichert waren. Wie jetzt fest steht, kam da« Feuer durch spielende Kinder au«. Zwei fünfjährige Knaben spielten in der Scheune deS obgenannten Gastwirte« mit Zündhölzchen und stickten dabei da« am Bodin liegende Laub in Brand. — Auch die«mal wieder zeigte da« windische Volk seine Opferwilligst. Die au« Neugierde in Mass« herbeigeströmt«« Bauernburfch«n wolltln durchau« ..A-utfch- Wacht" nicht an d«n RittungSarbeiten mittun und die Gendarmerie mußte mit aller Energie einschreiten, wobei eS zu erregten Szenen kam. Die windische Jungmannschaft zeigt bei jeder Gelegenheit ihren Edelmut. Eine windisch.klerikal.- Versammlung in Fächern. Am Sonntag sand in Tüchern eine Versammlung deS slo? politischen Vereine« statt, bei d-r u. a. Dr. Hra ?ovec, der freie Reich«« rittet von ki e r' * uni j bstverständlich auch der streitbare Kap , a z a x sprachen. Wir wollen vor alt«. wa« Herr von Berk« den Tücherern über da« windische Gymnasium vor-schwatzt«, hier kurz wiedergeben. Herr von Berk« meinte, die Eillier Gymnasialfrage sei sür die stei« nschen Slovenen die brennendste Frage. Die Eillier Gyrn»asialfrage sei im Reich«rate da« erstemal im Jahre 1895 an die Tagesordnung gekommen: seit dieser Zeit habe die Regierung einen Bauplatz für die flooenischen Klassen gesucht. Zuerst habe die Regierung die Gemeindevertretung Eilli« um einen geeigneten Platz ersuch«, da diese einen solchen nicht hatt», wendete sich die Regie-rung an die Gemeinde Umgebung Eilli. Mit dem Platze »»den der MaximlianSkirche seien die Slo-venen zufrieden gewesen, allkin di» Drohungen der Deutschen habe die Regierung veranlaßt, da-mit weiter hinaus über die Landwehrkaserne zu rücktn. In dem Jahren 1903 und 1904 dachte sie an die Wiese deS Dr. Deöko und zwar aus Betrieb der Statthaltern in Groz; Heuer im Jänner hätte der Vertrag abgeschlossen werden sollen. Dieses Projekt habe sich zerschlagen und nun sei eS gewiß, daß der Kauf rückgängig ge-macht werde, da alle Slvvmen dafür eintreten, daß daS flovenische Gymnasium in Eilli errichtet werde. Weiter« sagte Berk«, daß die Anschuldigung, al« ob er bei de« Verkaufe eine« Bauplätze« außerhalb von Eilli sür da« flovenische Gymnasium beteiligt gewesen wär», vollkommtn unzu« trtffend sei. Er habe von dem Verkaufe durch den Lanvtag«abgeordneten Dr. Decko nicht« gewußt. Au« einem Briefe, den der SekiionSchef im Unter-richtSministeriu«, Bernd, an ihn geschrieben habe, gehe hervor, daß der Kauf nicht in Wien, son-dern bei der Statthalterei in Graz abgeschlossen wurde unter der Bedingung, daß der Vertrag erst bekannt werden dürfe, wenn der Posten »Uiroqui« stische« Gymnasium in Eilli' im Voranschlage Ausnahme gesunden habe. — Wa« ist e« nun aber mit der „Tausenbkronennote' ? Hine deutsche Antw-rt. Au« St. Leonhard in Windischbühekn wird dem „Gr. T.' geschrieben: In jüngster Zeit wurden in dem in Krain »r-scheinenden bekannten slooenisch-klerikalen Elite« blatte „ElovenSki Stajerc' die hiesigen Herren Dr. Heinrich Benesch, Distrikt«arzt, Vinzenz Toplak, t. k. Notar, und Josef Sedminek, Handelsmann, ob ihrer deutschen Gesinnung arg beflegelt. Di»f» Hrrrrn sind nun d»r Ansicht, daß Guttat»» j»d»n-fall« kavaliermäßig seien, al« bodenlo« gemeine Schimpfereien, und haben deshalb als Entgegnung dem fegen«r»ich wirkend»» Vereine Südmark nebst den besten deutschen Grüßen den Betrag von 30 K eingesendet. Nei oen HemeindewaAlen in Schönste!» wurden bekannilich von slooenijcher Leite nach Ablauf der Reklamationsfrist 36 Wähl«r in die Listen aufgenommen, die in keiner Steuervorfchrei« durig vorkamen. Mittlerweile wurden noch 16 solche unberechtigte Wähler dazu eingetragen, so daß die Wählerlisten 52 Wähler ausweisen, die tatsächlich kein Wahlrecht besitzen. Infolge dieser Vorgänge wurde die WahlauSschreidung von der BezirkSbauptmannschast Windischgraz zur Vor-nähme von Ei Hebungen sistiert. Wie diese „Erhebungen". welche natürlich zunächst bei den slooe-nischen Machthabern in Schönstem gepflogen werden, ausfallen werden, ist nicht zweifelhaft; sicher ist e«. daß sich die Deutschen Schönsteins solche Mißbräuche u»ter keinen Umständen gefallen iassen und den Kampf gegen diese V rgewaliigung aus da« äußerste fortführen werden. Kralluigg. (Ehrung.) Der Verwaltung^ rat d-r Trisailer KohlenwerkS-Gesellschas« in Wien hat den hiesigen Bergverwalter Herrn Franz L e i l l e r in Anbetracht der besonderen Verdienste, die er sich um die Werke Hrastnigg und Oistro erworben hat, so daß diese Werke jetzt üppig und blühend dastehen und eine reiche Ausbeute geben, zum Direktor ernannt. Aus diesem Anloffe haben am 10. d. die Beamtenschast, daS AussichtSpersonal, sowie die gesamte dienstfreie Arbeiterschaft einen Fackelzug unter Vorantritt der Werkskapelle ver-anstaltet, dem sich viele Angehörige der hiesigen Nummer 30 Bevölkerung anschlössen. Der Kassier. Herr Ge»rg T e r p o t i tz, sowie Werkführer Franz Laßnig richteten an den Herrn Direktor im Na«en bei Beamten-, AussichtS- und ArdeiterpersonaleS z» Herzen gehende Worte. Herr Direktor, sowie Ära« Gemahlin waren sehr ergriffen durch die spontane Ehrung. Herr Direktor dankte mit einer längere» Ansprache an daS gesamte Personale. Eine ge« mütliche Zusammenkunft im Gasthaus» d»S Herr» Franz Birtic. wo so «anche fröhlich« Zwiesprache gepflogen wurde und noch mancher in teil» ernsten, «eil« launigen Ansprachen den Herr» Direktor zu ehren suchte, beschloß diese würdig« Feier. 7ettnn. (Vorbereitung«klasfe a» Kaiser Franz Josef-Gymnafiu«.) Der steier«ärkische Landtag hat in der Sitzung vom 3. November 1904 über Antrag de« Unter« richi«ausschusse« beschlossen: „Am Kaiser Franz Joses»Gymnasium in Pettau ist vom Schuljahre 1905—06 angefangen eine VorbereitungSklasse » errichten". DaS auf Grund de« Erlasse« de« steiermärkifchea LandeSauSschuffe« vom 15. Nooem-der 1904 dem Ministerium für Kult«« und Unter» richt vorgelegte Organifation«statut und der Lehr« plan wurden mit Erlaß vom 15. Jänner 1905 genehmigt. Darnach hat die Gymnasial-Vorbe-reitungSllcisse in Pettau die Ausgabe, den Schüler» «indesten« jene Kenntnisse zu vermitteln, die d« der Aufnah«Sprüfung in die erste Klasse einer deutschen Mittelschule verlangt werden. Diese Aus-gab« soll vor alle« durch den Unterricht in der deutschen Sprache erreicht werden, welcher Fertig-keit im laut- und sinnrichtigen Lesen. Kenntnis der Worisormenlehre, Gewandheit im Analysieren ei»-facher erweiterter Sätze, Bekanntschaft mit de, wichtigsten Regeln der Interpunktion und Ortho-graphie und richtige Anwendung der letzteren be« Diktandoschreiben zu vermitteln hat. Dazu komm da» Rechnen mit den vier Grundoperatioaen i» ganzen Zahlen und Dezimalen. Der Unterricht im Freihandzeichnen hat nicht so sehr die Erzieluag einer gewissen Fertigkeit, sondern die Erweiterung de» deutschen Wortschätze» und die Erlernung der betresf.nden FachauSdrücke zur Hauptaufgabe. Dn deutschen Sprachübung soll auch der Religion«-unterricht dienen, vor allem durch Nacherzählt» au« d«r biblischen Geschichte. In den Unterricht«, plan sind auch aufgenom«en Schönschreiben und Turnen. Zur Aufnah«e ist das vollendete oder i« Kalenderjahre der Ausnah«? zu vollendende neunte Lebensjahr der Schüler erforderlich, sie ist ober nur provisorisch; denn sollte ein Schüler nach sech« Wochen die Erreichung de« Zi«l«« d«r 93k» bereitung«klasse nicht erwarten lassen, so wird er in die Volksschule zurückgewiesen. Schüler, w«lche die VorbereitungSklasse in Pettau mit gutem <5r» solge durchgemacht haben, werden in der Regel ohne AusnahmSprüfung in die erste Klasse dieie« Gy«nafiu«S aufgenommen. In zweifelhafte» Fällen bleibt eS der Direktion anheimgestellt, eii« AusnahmSprüfung vornehmen zu lassen. Für Die Aufnah«« in d«n KurS ist wkder eine Taxe noch «in Lehrmittelbeiirag zu entrichten. DaS halbjährig« Schulgeld beträgt 20 K, doch kann die Stundung und Befreiung nach den fü, Mittelschulen gelte»-den Bestimmungen eintreten. Nähere Au«k»»ft erteilt bereitwilligst die Direktion de« Kaiser Friuij JofefGymnasium«. Uetta». (Die Forfchung«grabun-gen am Oberranu) sind in vollstem Sauge. Unter der fachkundigen Leitung de« Herrn Konfer-vator» R i e d l wurden bisher gewaltige Mauer« reste aufgedeckt, welche zwei Bauperiode» angedöre» Eine frührömifche, die ihr Ende durch gründliche Verwüstung und Zerstörung infolge feindliche» Einfalles wahrscheinlich während der dazifchen uu» panonifchen Kriege fand. Erst bedeutend später erfolgte eine zweite Ansiedelung, die sich damit fc-gnügte, unter teilweifer Ausnutzung der alte» Mauern und namentlich der Kanäle nach Pla»ie> rung der Schuttmassen neue Bauten aufzusthre». In den Häusern beider Bauperioden entdeckte «a» römische Unterdoden- und Wandheizung. Reich roat bisher die Ausbeute an Kleinsunden, namentlich an Münzen. Be«erkenSwert ist die große Aqatzl der hier gefundenen tadellos erhaltene» Eilt«-«ünzen. Wohl da« interessanteste Fundstück ist ei» vergoldete«, auf Gla« gepreßte« Wachtsiegel. Wem die Witterung standhält, so dürften die Grabung«» in d«n nächsten Wochen eine Fülle neuer Entdeckn» gen und Ueberrafchungen zu Tage fördern. Herr» Bürgermeister O r n i g sei für seine zuvorkommendste Ueberlasiung deS GrabungSfelde« hiermit der Dank öffentlich ausgesprochen. ■Jiumincr 30 W«cht' Seite 5 Billig«, schöne Teppiche und Aorhänge. Dc>« Teppichhau« Orendi in Wien (I. Bezirk) wrfrnbei grati» unv franko seinen neu«sten, i«> »aiurpnreuen Farben ausgesührten Prachikataloz. Z»ie SüdmarK-Khrntgabe. Al« Antwort »»f den abweisenden Bescheid der Gemeinde Eggenberg find in der Schriftleitung de« „Gr. T." ». a. noch folgende Spenden für die Südmark «mgelausen: Sammlung durch Herrn Amon v. Echludermann bei der GemeindevorstandSwahl in Veitenstein 50 X, Ort«gruppe Friedau 66 X, Mnneronlgrnppe Pettau 14 X 50 h, Samm« faß unter den Mitgliedern de« Gemeindeau«-schnsic« Eggenberg 126 K. Die letztgenannte Spende liefert den erfreulichen Beweis, daß trotz te« befremdenden Beschlusse« der Eggenbcrger Gemeindevertretung »in großer Teil der Mitglieder tiefer Körperschaft von völkischem Pflichtbewußt-sei» erfüllt ist und dem Wirken der Südmark Versländni« entgegenbringt. Die Beiträge für die Küdmark-Threngab» haben nunmehr die Hohe von 1304 K 97 h erreicht. Sodbrennen, Blähungen, Aufstossen sind meistenteils Anzeichen eine qcstörlen Magen- und Tarmtätig teil, die keinesfalls achtlos «der-gangen werden dürfen. ES empfiehlt fieb jur Hintanbaltung oder Be. ? Hebung solcher Uebel Slo Hit scher „Tempelquelle" zu trinke», die auch ärztlicherseits dagegen allge-mein verordnet wird. Rohitscher ..Styriaq uelle" ist stärker, kann jedoch nur periodisch getrunken werden. Merz, Mus Mopsen Per April im AolKsmnnd. Der vierte Monat im I ihr bringt un« eine« der lieblichsten )ahre«?ekle, die vielbesungenen Ostern. In diesem Esrie ist noch die Erinnerung an die germanische Göttin „Ostara" erhalten. Schon Karl ver Große nannte den Monat „Ostarmanoth^ und heute wird nieder versucht, den römischen Namen April durch «lle deutsche Benennungen wie: Ostermond, Ostdring, Oestring u. f. w. zu verdrängen. Poetisch wird der April „der Monat der Morgen» ölt" genannt. April selbfl bebeut«t den Monat der Eröffnung der Erde mit" stammt von «aperire* — öffnen. Der Stamm dnse« Wortes ist nicht speziell lateinisch, sondern gemeinsam indogermanischen Ursprünge« unv unser heimischer Dialekt kennt noch für die Zeit der Kchneeschmelze, wenn die Erde zum Borschein tramt, den Ausdruck: „E« wird awa' (aper), »a« auch „rein" bedeutet. Im Hochdeutschen ist mr die alpine Benennung „aperer Gletscher" (der »lere Teil eine« solchen) bekannt. Man könnte kurz den April auch den Apermonat nenne». E« gibt Hiefiir noch folgende Benennungen: Regen- monat, Gra«monat (altnordisch Sädtid), Keim» monat. Stierwonat. Knospenmonat. Weidemonat. Seorgimonat, Walpurgi«monat, Lebermonat. Die Tschechen nennen ihn „Duden" (E'chensproß); die Franzosen .Floreal' (Lliitemonat). — Bauernregeln gibt e» sehr viele in diesem wichtigen Mo-nat, in dem ja unsere Bauern den „AuSwärt«", da« ist der Frühling, beginnen lassen. Wir ver-zeichnen einige weniger bekannte: .Wenn der April bläst in fein Horn, dann steht e« gut um Heu und Korn." „De« April« Sachen verditbt de« Land» mann« Lachen.* .Oster- und Karfreitag«regen bringt selten Erntesegen; an diesen Tagen Sonnen» schein, bringt un« reiche Früchte ein." „Der April sei noch so gut, den Bauern schneit er auf den Hut' „Je früher im April der Schlehdorn blüht, desto früher der Schnitter zur Ernte zieht.* .Bleibt der April sonnig und warm, macht er den Bauern auch nicht arm.* „Soll« den Bauern nicht ver» drießen, muß Hollunder im April noch sprießen." „Aprilenflut führt den Frosch weg mit der Brüt." „April frißt der Lämmer viel.* „Wenn sich die Gra«mücke hören läßt, ehe der Weinstock au«-schlägt, so ist ein reicher Weinwuch« zu hoffen." .Auf trockenen April folgt nasser Juni.* „Je länger der Tag. je kürzer die Fäden." „Märzen-blüt« ist nicht gut, Aprilblüte halb gut, Maien-blüte ganz gut." „Wenn die Fledermäuse abend« lebhaft herumfliegen, so kann man anhaltend gute« Wetter hoffen.* .Ein Wind, der von Ostern bi« Pfingsten regiert, im ganzen Jahr sich weiter» verliert." Technische Verbesserungen Betm Ashlen- Sergbanc, Sowohl im Geschäftsberichte der Tri-satter Kohlenbergbaugefellschaft, al« in jenem der Alpinen Montanaefellschaft wurde erwähn«, daß ein bestimmte« Verfahren, nämlich Spllloerfatz. oder Schlammoerfahren, eingeführt sei und man sich vou demselben Erfolg verspricht. Da« Ber-fahren betrifft den Kohlenbergbau. Wenn die Kohle abgebaut wird, so entstehen Hohlräume, welche mit taubem Gestein wieder «»«gefüllt werden müssen. Diese« Gestein mußte bi«he: mit mechanischen Hilfsmitteln an Ort und Stelle ge-schafft und dort in die Hohlräume gebracht wer-den. Da« neue Verfahren besteht nun darin, daß durch Zuleitung«rohre Wasser, welche« mit Sand, gebrannter Erde oder anderem Material versetzt ist. zugesührt wird. Da« Wasser wird in die Hohlräume geleitet, der Sand wird daselbst abge-lagert und da« Wasser au«gepumpt. Hiedurch werden die Zuführung«, und Abführung«kosten er-spart und außerdem wird e« ermöglicht, die Kohle viel intensiver herau«zuneh«en, al« e« bi«her er» zielt werden konnte. Da« Verfahren bezweckt also eine Ersparn!« der Kosten sür die Ausfüllung der Hohlräume und eine intensive«? Ausnutzung der Kohlenproduktion. jtatoont. Wiederholt wurde von auiorita» tiver Seite hervorgehoben, daß durch eine regel» mäßige Mundvgege die Herabsetzung der Jnfek» tion«gefahr erreicht wird. Gut erhaltene Zähne er-möglichen eine größere Ausnutzung der Nahrung«-Mittel, wodurch der Organismus gekräftigt und gegenüber von Krankheiten und körperlichen An-strengunaen eine größere Widerstandsfähigkeit er-hält. Al« bewährtes Mittel zur rationellen Pflege de« Mund?« und der Zähne erweist sich Kalo» dont, welche« infolge feine« angenehm erfrischenden Geschmacke« und seiner reinigenden Wirkung, da« Angenehme mit dem Nützlichen verbindet. Le Griffon" bestes französisches Zigarettenpapier. 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