„/ttiheit, WolilstM, Aild«»g sir Ailt." Str. SS Kr-itag, LS. Mär, VI. Jahrgang Die ^Marburger Zeitung" erschein» jeden Sonnt»,»1. Mittwoch und Freitlisi. Preise — für Marburg: ganzjährig tt fl.. halbjährig 0 fl.. vierteljährig 1 sl. 50 kr; fiir Anstellung in» ^an« monatlich 10 kr. — mitPostversendnng: ganzjährig 8 fl., lialbjähriq 4 fl.. vierteljährig 2 fl. Die ein Mal gespaltene (Sarmottk'zelle wird bei einmaliger Smschaltnng mit 10, bei zweimaliger mit 15. bei dreimaliger mit Lv kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung 30 kr. Inseraten. eM>pel^^cl ttl,r kommen. Znr Zt'schichte dis Taues. Der Ausgleich mit Ungarn diirste bis ztir Vcrsammlun,^ des RkichSrathcS eine voUcndete Thatsache sein, abrr nur cine. die sich zwischen dcr ungarischen Krone nnd der ungarischen Nation vollzogen, und nur ss»r diese Bcidru unbedingte Geltung haben wird; der Vertrag zwischen der Krone und der diesseitigen Reichshälste dllibt dann immer erst noch abzttschlieben. Der ReichSratl, wild zwar nicht zu erwaltn haben. waS man Ungarn gegeben, sondern. waS man V0t» der dicssciti-gen ReichShalfte verlangt; er wird mit sich zu Rathe gehen, ob nicht vielleicht Manches, w»^S ihm allenfalls «lS Opscr eischttneu mag. doch noch immer einer Fortdaucr dcS gkgenlvartigcn Zustande? vorznzichen sei; er wird sich gegentvärlig halten, zu ivclchcn Tchnltcn die djcöscitige Regierung, welche natüllich sür die von ihr einzubringende Borlage .mch tinftehen muß. gedrängt werden konnte, wenn diese Vorlage in iljren wesentlichen Theilen von der Mehrlieit zuriickgewiesen würde, und auf Grundlage all' dieser Erwägungen werden dann seine Besch!»,sse ruhen. Seine Freiheit in dieser Veziehung darf ihm nicht mehr bceinträ.litigt werden. alS die Freiheit einer Entschließung ülierhaupt durch die Rück-sichtnahme aus vorhandene Thatsachen beeinträchtigt wird. Glaubte er sich auch über die letzteren hinwegsetzen zu müssen, so darf nnd kann ihm natürlich auch dies nimmer verwehrt lverden. Wollte aber uns'ne Regle-rung diese Beschlüsse damit umj^ehen. daß sie von dem Reich^^rath ein-fach Zustimmung verlangte für dasjenige. waS. solveit es bcreits That-sache ist. den ReichSrath nicht berührt, und so weit eS ihn berülirt. noch nicht znr Thatsache geivorden. so wäre dies eine plumpe und völlig Aiveckloje Kömödie. Ueber die ll n r u h e u in Albanien ivird berichtet: Bor einigen Woche»» hat sich die Velbittclung der türkischen Belvohner deS Bezirkes PriSrendi dnrch Plünderungen und Mordbrennereien in den von z^athollken und Griechen l^eivohnten Dörfern Lust zu machen gesucht, ist jetoch durch das Einschreiten des MnjchirS Mahmud Pascha. eineS gebor-neu Polen, in die gkhöligen Schranken zurückgewiesen worden. Kaum aller ist Mahmud Pascha von seineln .itommaudo abberufen worde»:. so sind in jener Gegend neue Unruhen ausgebrvch>n, lvelche die dortige Bevölkerung umsoinehr in Angst nnd Aesoigniß verscj^en, als die Türken durch das Auftreten des Mnjchirs. d.r viele derselben in Kctter, einbrin' gen ließ, anf das höchste erbittert sind. Der französische Konsul in Seutari hat auf die erste Nachricht von den srühereu Unruhen sofort selnen Kanzler an Ort und Stelle geschickt und die türkischen Behörden zu fraftigstcni Ciuschleiten angespl>riU. CS wäre sehr zu wünschen, daß der Konsul ^runtreichö durch das österreichische Konsulat unterstiltzt tvürde. Die Verstimmung Frankreichs üb r den Abschluß der preußisch süddeutschen Vüudnisse spiei^lt sich iu den Pariser Blättern tvieder. Alle schlldern Frankreich als tief gedcmüthigt. Die „Liberte" antwortet einem Blatte. tvelcheS die Gegner der HeereSresortn und An« liänger dcS Friedens uud der Enlivaffnung die „Partei der Schande", genannt, in überaus hestiger Weise, man könne in Frankreich nur von (^lner Partii sprechen, der der Gedemülhigten. „Diese Partei", sagt die Liberte, „ist nicht übcrmülhig. aber auch nicht kleinmüthig. Sie liebt den Frieden innig, allein kann auch kräftig den Krieg wollen. Sie stellt nicht viele Programme anf. allein wenn sie deren ausstellt, so duldet sie nicht, daß der Säbel des AuSlaudeS fle zerreiße, und »venn Frankreich geschluälirt und bedroht tvird. ivenu eS einrr Unverschämtheit oder einer Zum Sainariter. Bon z. Frey (Fortsetzung und Schluß.) DaS rasch uud heimlich gesührte Zwiegespläch unterbrach der Ton kiuer gctämpsten Troinmel. llm die Ecke herum schlvmkten den Platz herauf zwei Grenadier Kompagnien. zivischen denen sechs stcie. tische Jäger marschirten, den kurzen Stutzen iin Arm. Bor dem Rathhaufe wurde „Hall" kommandllt und der sä)altetllche Ton der Trommel verstummte. „O jetzt geht eö an!" seuszte Zost. beide Hände auf's Herz drückend ; „köunt' ich nur auch ein Gebet sür die arme Seele sprechet»! abn sieh'. der verfluchte Schurke, »vie er grinst und lacht . . . Ha, so wird der Teufel lachen, »venn deine Seele zur Hölle fährt." „Run, wenn eS denn sein muß. so zielt gut. schwi^rze Schützen." räume der Bündner. „Sieh' Jost, die machen Gesichter, als ob sie ihre Stutzen auch lieber zu ivas Andertn g, brauchen »vürden . . . Gott steh' mir bei, dort brlngen sie ihn." Konrad erschien, mit drr Rechten aus die Schulter eilieS Grisllichen gestützt, unter der RathhauSthüre. Sein Gang »var in Folge der erlial-Irnen Schenkelwunde unsicher; sein Gesicht bleich, aber ruhig. Univill-kürlich entblößtln sich die Hältpter und ein Getnurtnel deS ZorneS und MitletdenS ging durch die Menge, dem selbst die Soldaten nlcht wehren mochte». Der Pater deutete auf den Spion und erinahnte Konrad, seinem Ankläger noch zu verzeiht«, ohne Groll und Haß seiilen letzten. schtveren Tang anzutreten. „Meine Bcrzeihung nützt tt^m Nicht»", antwortete der Gefangene mit lautcr, fester Stimme — „der Himmel wi.d ihm Recht sprechen.- Da» kecke Mannröivort ergriff die Soldatenlierzen Ul>d von Glied zu Glied lief die Reihen hinunter ein mitleidige» BeifaUsgktnnrmel.^................. . „ ^ ^ tvähreud die fech» steierischen Schüben, »vie auf Kommando, vor ihrem^wie Konrad vorhin sagte . . sieh, »vie rr ftch durch dte Soldaten Opfer die Stutzen schulterten, ^lne Weile folgte tiefe Stille, die auf herabschleicht." einmal durch schnellen Husschlag unterbrochen wurde. ! „Der will entwischen", schrie Jost, dem die alte Wuth lvieder in» Durch die obere Straßr, die thalaufwärts führt, kam ein jungeriHerz zurückkehrte; — „attf iii». auf ihn." Offizier, von zlvei Dragonern begleittt, herangesprengt. Die zuf^imnien-^ „^lin. schau dort'', jubelte der Bündner. „der Gencral umarmt die gedrängte Menge war kaum im Stande, den raschen Rosien allSzulvei-^Martina l" che«. — „Halt. Kamcrad!" rief der Ankömmling, vor dem Ralhl)ausei Aber Jost nahm »'ich keine Zeit zum Schauen. Mit AlleS über-au» dem Sattel springlnd. dem Offiziere zu. der die zur ^rekutiori beor- rtnncn^er Hast drängte er durch die Menge nach der Nlchtung. in d«r derten Grenadiere bes.'hligte. „BieUeicht bekommt ihr beswc Arbeit, als'der Zpion vcrschwltnd.n war. Der Bündner !»kk einen kurzen. geUeuden die da." Er gab die Zügel seines PferdeS einem seiner Begleiter und sprang die Treppen hinauf durch die Thüre. „Was ist das?" flüsterte Jost erstaunt seinem Nachbar zu. „kom-men die Franzosen, oder. . ." — „Ich »veiß nicht", erwiderte der Bündner. „aber EtwaS muß im Spiele sein . . . sieh' dort, lvie sich der Spion an der Mauer hinabdrückt!" „Aufgepaßt!" jagte Jost, fcineu Fcind mit scharfetn Auge verfol» gend, „daß wir bei der Hand sind, l»)cnn'S Lärm geben sollte. Gib den Andern das Zeichen." Aber in diesem Augenblicke wurde seine Altsinerksamkeit selber von dem Gegenstande seiues Hasses al'grzogln. U^bcr den Platz herab kam eiu gar scllsattser Tag. der den Schristgelehr!cn an die Flucht nach EgyptiU erinnert hätte. Auf eiurin ^auiuthiere. daS ein alter, ehrivur« viger Mönch am Zaume führte, saß eine junge, bleiche Fran. mit einem Äinde iln Ariue; uei)enhcr ging der !^^aiettl)rudet'. daS fretnde Mädchen an der Hand. „Barrnherziger Hitntnel!" sruszte Jost, „'s ist Martha und Ambro« siuS. Das kaun ich nicht ausehen." Er vcibarg sein Gesicht in beide Hände und aus den Angen. die bisher nur vom Feuer deS ZorueS und der ))iachc geglüht hatten, stürzten dic lullen Tliränen. Der jondelbaren Karavane trat aus dem Rathhause haslig ein älterer Offizier entgegen, bei tessea Erscheinen sätntntliche Truppen d.,s Ge-ivehr präsentirten. Mit tief erschütterter Ltl»n»ne rief er, auf da» Mädchen zuellend und eS in seine Arme ichliepend: „Bertha, Bertha, mein geliebtes Kind ... so hrb' ich dich wieder!" „El zum Kukuk", rief der Bündner Jäger, indem er Jost »nit dem Ellenbogen anstles;. „so mach' doch dein.- Augcn anf . . . waS das sür Grschichleu giU!" Jost blickte auf. Drüben lag Martha an der Brust Koarads. dtM der General. daS Mädchen an der Linken führend, die Rechte ent-gegenbot. „WaS eS gibt?" erividerte der Andere ertist — „ich glaube, der Himmel ist bereit» i»n Beguff. dein Spitzbuben sein Recht zn sprechen. Lüge sich gkgknüber btsindtt, so ermüdet sie die Wilt nicht durch ihre ohnmächtigen Prahlescicn! sie handelt oder sie schw,'!,^!". — Rouhcr b.-ginnt cndlich zu me^kc», daß er von Bismar^s gcsoppl morden, und t'as sann eine Atvokuten-Nutur wie die seine niäit verwinden. Noch jubt man nicht Alles verloren, und die entgej^en kommendtn Schritte aller Art. die m.nl Prenßen eincn Tag um den andern ma.'lit. sollen ins llnglaubliche gehen. Aber von Benedetti treffen w»'nig tröstende Berichte tln; BisM'irck bleibt unkrscliüttellich und in seinen Formen nicht einmc,! frei von BoSl)eit. So erzählt min. es hätte ihn knizlich >in Diplomat in Gegenwart deS französischen Gesandten gefragt, wie staik t>ie preußische Brstchung in LuLemliur., sei. „Ach", erwiderte er. indem er mit der Haitd über die Stirne fuhr, „in Luxemburg da liegcn über eine Million Deutsche! BünduiK zwischen Oesterreich und Preußen? Marbuks^, 28. März. Frommen Gcmütl)ern ist's eigen, an die Versöhnung der tiefsten Gegensäße zu glauben, zu vertündcn die schöne Zeit, wo der Wolf neb n dem Lamme friedlich lagert, die Taube neben dem Adl.r gi^rt. Wie aber kommt die „Reue Ficie Presse" aus den Einfall, einem Vündniß OcfterreichS mit Preußen daö Wort zu reden — einen» Vnndnis» zu Schuh und Trnße? Bismarck und Rechberg haben zwar einst Arm in Arm dc,S Jahr» hundert in die Schranken gefordert ; al!«in die Hinlergedanken, welche den Iuuker zum Vundc mit dem Grafen geführt, sollten wir deun doch wohl bercltS erglündet haben, um zu wissen, daß uns von einem so natürlichen Feinde, wie Preußen, niemals vsf n und ehrlich die Hand gercicht wird, niemals gereicht werden kann. Stehen uns die Ziele des preußischen Köni.'.SHanses noch nicht klar genug vor Augen — müssen wir verderben, da wir mit Blindheit ge-schlagen sind? Den ersten Hohenzoller. der seinem Hause die Groi»« Machtstellung erobert —- Friedrich den Groß«-« — wie haben ihn Er-kenntnip, Willenskraft und Muth in sunen Plänen gefördert! Und den ersten seiner Nachkommen, der mit rücksichtsloser Entschiedenheit daS Werk fortgesetzt — liat ihn nicht das Glück der Feder nnd des Schwertes so begünstigt, das! er den ursprünglichen Plan erweitert, daß er sich ein Ziel gesetzt, welches dem Ahnherrn vielleicht nicht einlnal vorgedämmert? — das Zill. Oesterreich nicht nur aus Deutschland zu verdrängen, nicht nur ganz Deutschland zu beherrschen, sondern auch die Ltrone sik eincn HohenzoUer zu erbeuten, die Gegenstand ein S Trinkspruches im preußischen Hauptquartiere war. als Klapka und die Seinen ihre Becher er« hoben. Glaubt man denn iin Ernste. Bismarck und König Wilhelm wer-den jeht dieses Ziel ausgeben — jetzt, wo Preußen, die gefürchtetste srries^Smacht in Europa, acht Millionen Süddeutsche seinem Besehle untalvorfen. — Ivo eS mit Ausnahme Frankreijis auf daS ganze Fest-land von Enropa rechnen darf? Eil, Bündniß Oesterreichs mit Preusien zu Schutz und Trutz? Ist denn Oesterreich jetzt in drr Lage, zum Schutze Anderer und namentlich Prenß-'ns beizutragen? Und g?g n wen soll Prenßen uns beschützen? Gegen Italien und Nußland, mit deren Hilse es seine kühnsten Pläne verwirklichen k.,nn?! Was hätte Preußen durch ein Bündniß mit Oesterreich zu gewiuneu ? Die Ers^ihrungen deS letzten JahreS werden unS hoffeutlich belehrt haben, daß wir einen Feind so lange für klug halten müssen, bis wir Ntts vom Gegentheil überzeuat. Preußens Erfolg spricht für die Klug« heit seiner Staatsmänner. Würde Pr.ußen sich noch nicht stark genug fnhl'n. um den Kampf aus Tod und Leben mit Oesterreich zn w.^gen — wäre dieses nach der Meinnng Preußens noch nicht hinlänglich geschwächt — dann würde Bismarck sich zu einem Bündniß entschließen. Oesterreich muß nicht allein auS Liebe zum Volke, sondern auiii ans Furcht vor Preußen im Innern sich freiheitlich gestalten: ein Bündniß Mlt Preußen würde diese Nöthigung aufheben — »vürde Oestcrreich abhalten, die rettende That zu vollführen. DieS allein könnte Bismarck wollen, wenn unsere Voraussetzung zuträfe. Hat der Tag von Küuiggrätz nicht jedeS Bündniß mit Bismarck uninögllch gemacht — haben wir vergessen, daß zwischen Oesterreich und Preußen rin Gegensatz besteht, und daß wir denselben in freiheitlichem Sinne zeilLeii müssen — dann wehe Oesterreich! Utber den Anba« der Weberlarde. Der geringe Ertrag, den die L.indwirtiischast durch den Getreide» bau abwirst, zwingt unS. aus Kulturpflanzen zu denken, die geeignet wären, die Mühe deS LandwirtheS besser zu lohnen. Unter die Handelspflanzen, zn deren Anbau unser Boden und Klima sich vorzüglich eignen, grhört die Weberkarde (älpsaong fnllo-nnnl,). deren Knltur in Mittelsteiermark bereits einen ja erfreulichen Ausschwung genommen hat. daß gegenwärtig jährlich 18—20 Millionen Kardenkolben erzengt und in Handel gebracht tverden. Der Weberkardenbau eignet sich vorzüglich für den Keuschlcr und Kleingrundbesitzer, da die liei derselben vorkommenden Arbeiten durch Kindtr und zu schweren Arbeiten unbrauchbare Leute verrichtet werden können. Um jel^och dem Anb.iue der Web-riarde in der Filiale Eingang zu verschaffen, ist es nothwendig. daß eiiizelne intelligentere Landwirthe mit der Kultur derselben beginnen, und dadurch die kleineren Landwirthe zum Anbau aneifern. Pfiff ertönen und im Augenblicke eiltlN von allen Seiten kräftige Gefel-len in brauner Jägerjacke den nämlichen Wez,. den Jost eingeschla» gen hatte. Auf einen Wink des Generals schwenkten die zwei Grenadier-Kom-pagnien mit den steierischen Schützen vom Marktetlatze ab. Konrad, der wohl noch nicht begreif,» konnte, wie il)M geschali. wurde von dem jnn-gen Dragonerofsijier ins RathhauS znrückgesührt. Martha folgte chm an der Hand des Generals, in banger Freude weinend, während Bertha in kindischer Lustigkeit vor ihnen her die Treppen hinauftanzte. Das Staunen und die Theilaahlne der Menge an diesem unerwar-teten Borfalle niachte sich in lautem Beifallrnfen Lust. daS vielstimmig von einem Ende dcS Platzes zuln andern erscholl. Noch war eS nicht verhallt, als der junge Offizier wieder unter der Thür erschien uud mit hälftiger Gtberde Jemand zu suchen schien ; d.inn bewegte er seine Hand gegen die Menge, als er ob ihr Schiveig n gcbicten iroüe. -- „Herr Hauptmann", überschrie der Bnndnerjäger, der beobachtend stehen gebli»' den Iva», mit geivaltiger Stimme den l'ich legeuden Lärm. „Herr Hauptmann"! ivenn Ihr den Spion sucht ... er wird ncht weit ive.i sein. . . ' wir haben gute Polizei hier zu Lande; holla. Jnngen!" Diesem Rufe fclgte wie vorliin ein scharfkr Pfiff, der nuS einer entfernten Seitengasse crividert wnil)e. DaS Bolk schivieg eiwartnngsvsll und der Offizier trat rasch zu dem Ruser heran. — „Was hat das zn bedeuten?" fragte er bkt« offen den Bnndncr. — „Herr Hauptmann", eiwiderte diesti. die Hand zum militärischen Gruße an den Hut legend; „ich kann's Ench jetzt schon sagen. Wenn der unschnldige Konrad er« schössen worden ii'äre. so hätte ihm fein salscher Angeber Gcsrllschast leisten müssen . . . zivar nicht in den Himm>l. aber in dic Hölle hätten ivir ihn geschickt. DliS haben wir unö, ein Dutzend Bergjungen, uuf unsere Büchsen zugeschivoren. Ich glaube, jetzt sind wir nicht mehr nölhig. Seht, dort bringen sie ihn." Der Spion, jetzt ein verächtliches Iaminerbild seiger Todesangst, ivurde von seinen Bersolgern herbeigeschleppt. Durch die uncrtvart te Wendung von seinem Gelvissen grschlagen. bekannte er, wa^ der L ler bereits Vermuthet hat. Er hatte gewußt, daß der kaiserliche General von Plinzgau. in drr Hoffnung, die Straßen würden überall durch daS rns-sticht Heer von den Franzosen gesäubert tverden. einem Bertrauten sein einziges Zöchtercheu ülzergebeu. um dasselbe über den Gotthardt an den Rhein zu bringen. Auf reiche Beute hoffend, hatte der Spion dem Dienlk auf dem Gotthardt abgepaßt und war. nachdem er denseluen meuchlings rrschofsen. von den Lemaner Schützen Verscheucht worden. Um sich selbst sichrr zu stellen und seine eigene Rache zu befriedigen, hatte er den zufallig in Disentis mit dem Mantel deS Getödtrten bekleideten Konrad des Morde» angeklagt. DaS llrtheil über den llnglücklichen ivar bald gesällt und vollzogen. Jost hatte Recht gehabt; der ehrenvollere Tod durch eine Kugel ist ihm von den Richtern verweigert worden. — „Aber nun", sagte der überglückliche General, der fein einziges Kind seit Tagen verloren geglaubt, Konrad dankbar die Hand schüttelnd, „ivie kann ich Euch lohuen, ivackrer Samariter? Die ausgestandene Todesangst und den Jammer Eurer guten Frau kann ich nicht vergel-ten; aber Euer Bieh und Eure Habe sind Euch geraubt; Eure Wohnung fist in Trümmern. Ihr stid ein ZägerSmann; in den steierischen Gebirgen habe ich ein Jagdschloß. Dorthin zieht mit Weib und Kind nnd schaltet und waltet nach Euerm Belieben . . . eS soll Euch an Nichts mangeln. Die Gemse springt dort auch über die Felsen." „Ich kann Euer großmüthiges Anerbieten nicht annehmen", sagte Konrad nach einigem Besinnen gerührt; „ich muß in meinen Bergen, die ich von Kind auf kenne, und bei meinen wackern Freunden leben." „Art läßt nicht von Art", erwiderte der G.neral lächelnd; „der Adler kreist am liebsten um die Felsen, in denen sein Rest gelegen. So muß ich auf andere Weise an Euch zu denken suchen, wackrer Mann." TcigS daraus zog Konrad mit Weib nnd Kind, von Jost begleitet, über die Oberalp zurück, reichlich genug beschenkt, um die Roth deS Winters abtv hren zu können; aber als der Schnee geschmolzen war und die Erde ivieder zu grüuen anfing, da begann aus d^r Ursern-Wiese, wo KonradS Hütte stand ein Leben und Treiben, ein Hämmern uiid Sägen, als ob die fleißigen nnd knnstfertigen Erdmännlein auS der Felsenschluckt hervargebrachen lvaren. Schon im Sommer stand znr Stelle ein nied-liches Hans, init geräumigen Scheunen und Ställen, in denen stattliche Kühe und Ochsen muhten. Nachdem der letzte Nagel geschlagen lvar, stellte der sremde Baumeister noch eine Leiter an und meiselte in den breiten Stein, der über der Thüre den Querpfosteu bildete, die Inschrift: ..Zum Sainaritel". — „So hat's mir der General, der Edle von Plinzgau, befohlen!" fagte er, Konrad die Schlüssel deS neuen HaufeS überreichend. — Wer heut zu Tage die Gotthardtstraße hinaufgeht, sieht daS HauS obcrhalb HoSpenthal rechter Hand in der Wiese stehen. Die Person, die in uns rer Geschichte kein Wort gesprochen, erzählt dieselbe auf freund-liche Anfrage Viel besser, alS es hier geschehen — nämlich der kleine Konradle, der sreilieh seitdem etivaS größer geworden ist. Am liebste» aber erinnert er sich, ivie Bertha von Plinzgau Viele Jahre nach obigen Ereignissen, alt er schon lange die ersten Hosen abgetragen hatt«', mit ihrem jungen Geinc»l)le zum Stimariter eingekehrt und zehn Tage daselbst Bater Konrad nnd Mutter Martha durch ihre Schönheit und fröhliche Laune fast närrisch gemacht habe. Durch die Güte deS Herrn Kaufmannes Rotsch in Graz bin ich in den Besitz von 5 Pfund tcht srnnzösischen Welierkar>ens)lbcn zu gleicher Zeit anfblühen. DaS Hauptaugenmerk muii darauf gerichtet sein, die Kolben rechtzeitig abznnehmen. denn läßt man sie zu lange stehen und den Samen reis lverden, so wi.rden ne zu spröde und werthlos. Man schneidet die Kard.nkolb.n mit einem vier biS sechs Zoll langen Stengel ab Die frisch geernteteu Kolben werden am besten in Bündel von zehn bis fünfzehn Stück zusammen^,el'nnden. und an einein luftigen Orte, jedoch nicht an die Sanne zntn Trocknen aufgehängt. B im Anbaue iln Großen können sie auch ans einem lusti.^en Trockenboden, jedoch iin Beginne nie übereinander, ausgeschüttet werden. Zum Handel werden dann die Kolben nach der Größe sortiit. die groben und ungestalligen entfernt, von den sie an der Basis umgebenden Spitßen befreit, und die Stengel auf drei biS vier Zoll Länge zugeschnitten. Bei gnt r Kultur können auf Joch. d. i. auf'400 !^...Klftr. 40 000 bis Ü0.000 brauchbare Kardcnkolben erzeugt iverden. Rechnet man darunter 30.000 vollkommene, das Tausend zu 2 fl. und 1l).000 kleine. daS Tausend zu 50 kr., so erzielt man vom Biertel Joch einen Rohertrag von 65 fl., den man durch den Getreidebau zu erzielen nicht im Stande ist. Für ^och ist bei breitwürfiger Saat Mafi oder 11 ^'otl, Samen, bei der Saatbestellung mit Pflatizen für Joch nur '/, Maß oder 1'/, Loth Samen erforderlich. Ich lade alle jene Herren Landwirthe. welche im Interesse der Lan-deSkultur den Kardenbau probeweise beginueu wollen, ein. den Karden-samen ehestens bei mir abholen zu lasseu. und bin jederzeit bereit, genauere Auskünste über die Kultur, so tvie den seinerzeitigen Absah der Weberkarden zu geben. Bon der landw. Filiale Marburg am 16. März 1867. Der Borsteh'r: Dr. M u ll e. Bermischte Rachrichte«. (In E h i n a) denkt man jetzt auch an den Bau von Eisenbahnen: rs hat siä) bereits eine Geseltschaft gebildet, die in der Provinz Kiang Su Vorarbeiten ausführen läßt. (Frauenarbeit) Der Washingtoner Berichterstatter der „TimeS" stellt eine Ucherraschnng in Aussicht, tvelche den Borkäinpfern für die Gleichlierechtigung der Frauen große Freude machen tvird. Frau Frances L. Äloild aus Newyork l)^,t sich um ein Konsiiltat in England beivorben und der Präsident soll schon versprochen haben, sie als die Veltreterin der Bereiniglen Staaten an einem britischen Hafenplatze zu ernennen. (Znr Verhinderung der Zweikämpfe.) Während deS cgyptljchen Feldzuges hatte die Wuth der französischen Offiziere. Ehren-fachen durch Zweikätnpse anszutrageu. einen bedenklichen Grad erre cht llm eil» wirksames Gegenmittel zu finden, wandte Napoleon sich au daS Eljrgtfühl der Offiziere, uud erklärte jeden, ivelcher daS Verbot übertrat, für einen pflichtvergefsenen Verräther an der Arinee, indem er seine per-lönliche Elire höher stelle, als die der Armee, deren Ehre und Rulim zu sördern selne heUigste Pflicht sei. welcher er sich in keiner Weiie entziehen dürfe und der er jede persönliche Rücksicht unterzuorduen habe. 3n der Thal wurde der Z veitampf in der französischen Armee immer seltener und auch die fralizöschifchen Studenten geben ihren dentschen Kollegen in der Vermeidung desselben un nachahmungSivertheS Beispiel. Weit weniger gefäl)rlich und doch ziveckentsprechender als ein Zivei' kämpf ist folgende Art von Genugthuung. die sich »in Reisender verschaffte, der ans einem Ba^inliose iin Gedränge Icmandcn nnversehenS anstieß und lhin dadn'ch die Eigarre auS dem Mund schlug. Darüber gerieth der Mann^ so in Aafregnng. daß er seinetn verineintlichen Beleidiger eine derbe Ohrseige versetzte. Dieser bückte sich ganz ruhig, hob die Zigarre auf, und reiäjle sie dem Mann mit einer Verbeugung, einem verbindli« chen Lächeln und uüt den Worten: Entschuldigen Sie, mein Herr! Hier ist Ihre Cigarre. und hier — Ihre Ohrfeige. (Wanderlehrer.) Die Anstellung landwirthschaftlicher Wan-derlehrer hat sich in Hefsen so ausgezeichnet beivährt. daß der landwirthschaftlicher Verein der Sache nun alle Anfiuerksamkeit schenkt, u. A. die Gehalte auf 150^» fl. erhöht hat. Einer der Wanderlehrer, Funk, erzählt in der Zeitschrift des VeitinS, die Theilnahtne. ivelche seine Wirksamkeit gefunden, sei eine so rti.t^liche und tvohlthueude gelvesen. daß er diese Zeit zu der sl^tönsten feines Lebens rechne. Die Ergebnisse, tvelche er erzielt, seien ganz bedeutende; obivohl der Bauer im Allgemeinen konservativ, laugsaitt sei im Ergreifen von Verbesserungen und daS mit Recht, tveil er nicht die Mittel hche um viel »vagen zu köimen. so sei er in Hessen doch dem Fortfchtitt sehr geneigt. Bercitlvillig sei mau aus die gemachten Vorschläge eingegangen, u. A. Vereine zu gründen. Fortbildungsschulen «. s. lv. Die Vorträge ivurdeu zahlreich besucht und eine Menge praktischer Fragen behandelt, die zum Theil auch gleich praktische Folgen hatten. (Heerwesen.) Als belnerkenSwerth theilt man der „Franfurter Zeitung" Mit. einer der bekanntesten Volksivirthe, Profefsor Schaffte in Tül)ingen. habe kürzlich erklärt „daß die Vermehrung der stehenden Heere den tvirthschaftlichen Rnin der Nation herbeiführen müsse". Dieser tvahre Ausspruch ist Nicht neu. aber es ist gelviß ein Zeiche» der Zeit, »venn ein Matin von so konservativer Gesinnung, tvie Schäffle, bei einer Ver« sammlnng der Volkspartei sich zu einer solchen Meinung bekennt. (Feuerwehr.) Karl Metz auS Heidelberg hat am 18. d. M. in Linz dnrch Vorführung der zwei bei ihm bestellten Karrenspritzen ein ungeahntes und in holzetn Grade interessantes Schanspiel geboten. DaS nene FeucrlöschsystetN, nach ihm, Metz, auch häufig daS Metz'sche genannt. b.stel)t hanptsächlich in der Vertvendnng sreiivilliger Fcuerivehrmanschaft nnd möglichst heftig lvirkend^r Löschmafchinea; eS kolnmt darauf an. iti unmittelbare Nähe deö Brandes vorzudringen, und dann selben durch die Geivalt des Strahlls zu erschlageu. Die kaum seit einem halben Jahre bestehende Fenerwehr in Linz ivar durch Metz persönlich, dann auch durch den Obmann der freilvilligen Fencrivehr zu Klagenfurt. Ferdinand Iergitsch, drei Tage lang auf die Behandlung der Spritzen tüchtig etugefchult tvorden. uud ihre, beziehungsweise der Spritzen Leistung ivar auch tvirklich ain Probetage eine ganz außerordentliche. Am Donauufer aufgestellt, saugte sich die eine Spritze ihr Wasser auS dem Strome durch ein 24' langes Saugrohr (beiläufig 15^ in senkrechter Höhe), schaffte es dlUin durch die Schläuche über »nclirere Gassen nnd Plätze ansteigend 630' iveit auf den Pfariplatz. nnd dort in senkrechter Höhe 137' hoch auf die Gallerie des Pfarrthurines, tvo erst das Mundstück 6'" tveit angebracht ivar. und in dieser Hö!)e ivnrde noch ein Strahl 127' hoch durch Schläuche auf die Pfarrthurmgallerie. und von hier auS lioch in freier Lnft t^0'hoch biS zur Lpipe deS ThurmtreuzeS empor schleuderte. Allgemeine üVeivun^crung erregteauch ihre Arbeit mit zlvei StrahltN zugleich voin Boden ans; jeder derselben aufsteigend erreichte die Thnr»n-gallerie — Mit dieser Probe liaben die Metz'jchen Löschgeräthe in Liitz festen Boden geivonnen. und dürstetl. von da aus in ObIrösterreich vordringend, der inländischen Industrie jedenfalls «ine sehr gefährliche Konkurrenz michen. Sie verhalten sich aber auch zu den geivöhnlichen bis nun üblichen Spritzen nicht anders als daS Zundnadelgewehr zur F^uerschloßlvaffe; f^e sind in jeder Beziehung vorzüglich, und leisten bei guter Behandlung wahrhaft llnglanbliches. (ll e b e r d a s F in d e l we se n) hielt Karajan im Wiener Bereine für Landeskunde einen Vortr.sg. Nach einer kurzen Schilderuug der batbarischen Gesetze des Altertl^Ulns in Be^ug auf KiudeSlveglegung und KliideSinord ging der Redner auf das Ehristenthum über. Den ersten Beschüj^er fanden die Findlinge in dem Mönche Thadäus. welcher im Jahre 787 in Mailand daS erste Findelhaus errichtete. Bald darauf wurde voln Papst Innozenz ein ziveiteS in Roin errichtet. In Wien trat eine Findelanstalt inS Leben unter Friedrich l. Karajan besürwor-tet die Auflassuug der Findelanstaltrn und an Stelle derselben die Errich-lang von Kleinkinderbeivahranstaltett. In diese seien nicht nur uneheliche Kinder, sondern auch Kinder und Waisen armer Eltern in Pflege zu nehmen. Der Staat hätte die Anstalten zu gründen, und die Gemein-den Mit Ausschluß der Geistlichkeit sollten sie leiten und nach Mög- lichkeit unterstüßen. Die Kinder hatten bis zu ihrem 12. Jahre in der Anstast zu verbleibtn und dann der Obhut eineS auftMellttn Vormun-des anvertraut zu iverden. Durch ditse Viahre.^el t^ciiie e? dann kciiu' freudtuloS in die Welt hinausgestoh^ue jUuder mel)r. sjc' ivüidcn nicht mclir dttt Sptkulntionen prciSi^et^clien i^'erdcn und küuutcn i^ehöril^e t^r' ziehunl^ und Schullnldun^^ gcnirßtn. Marburger Berichte. (Uebersall.) Am 24. März vor Mittcruacht wurde in der Nähe von Pulsgau ein BtNieruliursche von m^hrtirn Gr.^nern. di^ ilin schon seit lliNl^ercr Zcit bedroht, sibeifallen und so sch'.vcr verletzt, dap er noch vor Antiruch dtK Talles mit drn Stcrl'sikramcnten velschen iverdcu mußte. Man ziveiselt an seiner Rcttnng. (Schadenfeuer.) In der Nacht vom 24. aus dcn 25. d. M. brach bei dem OrnndbesiKer Sorfo in KranichSseld Fener anS. welches vernlulhiich qeltz^t worden. Molinhaus. Scheuur. Sl'illung, vier. Ochsen und zlvci jtühe wurdcn ein Ranli der Fl^unmeu. (Brand.) ?lm DiettsttN^ Nachts i^ei^cn 10 Uhr sind das Wohn« l>aus und die Wirtbschastsj^ebäude dcs Gruudbrsij.^^rs Tanzmeistcr in St. Ma^^dalena ab.'»cbrannt: zwei Kiihe. ein Kalb und ein Schlvcln blieben in den Flammen. Die srindcr — drei an der Z^hl — lvurden durchs Fenster j^ercttet. nachdem es ji'lunq''n, die Kitter lierauSzurcisteu. und hat sich bel dieser Gclrgenhut der Lohn dcS Htrrn VczirkStidjunkten Fitt^er v. Rechtborn, der nls Fcldwclicl eines palnischcn NeqimenteS sich f.esi'nn'nrtig hier aus Urlanb lirfindcs, riUjmlichst ausi^rzeichn.t. Die Stallunj^ de? „Iägerwirthcs" hatte bereits Fcuer fanden, als die Spritze von St. Ma,^d.^lcna erschien und' mit voller Kr.'st zu arbkiten begann: ihr hauptsächlich ist eS zu danken, daß größeres llnglitck verliütct wurde. Man erznlilt. die städtischen Wassrrfässsr seien lcer gewesen, die Stadtspritze sri darum ohne Wasser aus die Brandstelle gekommen — hat'? auch fein Wasser g«heilten. In der guten alten Zeit hat in einem gleichen Falle der Vurgermeistcr. kiischroth vor Zorn, suiie dienstbaren Gkister gefragt: „Aber uln des HimtNtls willen! ivarnm denn nicht drei Tage Vorher die Spritzen proliiren l?" Damals jial' es noch keine Turuer, keine sreie Geineiude: war' cs jstzt nicht gerathen. eine sreiwillige Feuerwehr zu errichten? War' rS nicht wnnsch^nsiverth oder gar nothlvendig. den« Belspicle der Klagcnsnrtcr und ^^inzer nachzueifern? — Dns Fener in St. Magdalena soll ein Brttler gelegt haben, der Brod oder Erd« l'psrl verlangt, aber nicht erhalten und dcSljalb gedroht: „Ihr werdet noch an mich denken." (P o n der Straße.) Am Mittwoch Nachmittag kam Herr Varon Marenzi mit seinem Schwiestervl'ter von Tresternitz her durch die Kärntner Borst^idt ,'.efahren. Lin von zivei Iahreu in shmutzig-grauem Gewände, daS in der Farbe sich wenig vom Staube unterschied. lZtivsgte sich ganz t^llein auf der Straße; uls .''>err Utarenzi dasselbe erblickte, war tS schon so nahe, daß ein Zu ruf nicht m.hr genützt hätte — durch straffes Anziehen des LeitriernenS war die Gef.'hr auch nicht mehr abzutvenden: Herr Marenzi sprang also vom Magen nnd fiel dem Ztveigespann in die Zü.ul Da? Kind k.im mit dem bloßen Schrecken davon, wie sich Herr Mnrenzi und der auf sein Ersuchen herbeigernfene Arzt. Herr Dr. V^iodrinjak. silierzeugtcn. — Wer je dnrch die Kärntner« Borstadt gefahren. fla,,t. daß die Menge der kleinen, aussichtslosen Kin-der. die sich auf der Straße herumtreiben, znr peinlichsten Aufmerksamkeit nöthigt. um nicht Eins odcr daS Andere zu itbersülircu. Behördliche Mahnung an die Eltern und Wachsamkeit von Seiten der Polizei »vären gegen diese Vernachlässigung der Kinder zn empfehlen. (Ciu Leicheuzuq.) Der ttaiserjägcr. der sich am DieuStag erschossen, ist gestern Nachmittag um Uhr mit allen kriegerischen Elnen begraben tvorden: er l)atte sich in der Schlacht bei t^ustozza die silberne Deukinünze rrkämpft und die allgeineine Tlieilnahtne bewies, daß man Uber cinen Ungli^tcklichen in «lrauer ging. Der Priester fehlte im Zuge: die Begleitung war eulschieden verweigert und die Leiche nur Morgeus im Militärsl'ital kiugrsegnct ivord.u. (I nt k a u f m ä u n i s ch en herein e) lvird morgen Abends 8^/, llizr Herr Professor Sci)^rllsr unen Vortra^^ halten „»"ilier den Ein-fluii dec Ansfindnn., de^^ Seeiveges nach Ostindien und der Entdeckung Alnerikas auf ^>andel und Wel!vcrkel,r". Theater. Ii. Wie sich doch die Zeiteu äuderu! Während in früheren Jahren Operelteu die größte Zugkraft besaßen uild mauche, tvir erinnern an „Orpheus", „Herr uud Madame Deuis" u. a. m., sogar wiederholt gute Häuser machten, sind wir Heuer auf dem Srandpnnkte angelc^ngt. daß mau sich nahezu scheut, in- daS Thcater zu gehen, wenn eine Operette gegeben lvird. Dieses bewiesen die beiden letzieu Öffenbach'scheu Operelteu: „Die Kuustrtiterin" und „Hanui weiut, und Hansj lacht". Gehören diese beiden Piec^n ohnehin zu den schwächsten Produkten des schleibseligen Meisters an der Seine, so wulde besonders in der „Kunst-ruteritt" von Seite der Darsteller das Möglichste geleistet, um zu bis-gustlren; »vir bedauerten Helrn Stampfl, der so lange uuter Todesgesah-reu auf der Szeue blelbeu mußte, darnit dieselbe doch nicht gauz leer war. kurz ^ eS ist am besten, man schwelgt darüber. Beide Mc^le waren die Zugaben recht gut, ivir meinen hier nicht die „Große Ouver« ture". sondern die Lustspiele, und eS Verdienten in „Ein Wort an de» Minister" die Herren Starei und Schlüter den gespendeten Beifall, lvie auch Frl. Pögner und Herr Schöuan recht wirksam »varen; in „Rothe Haare" gab Herr Jantsch die Hauptpartie (Zulins Haase) recht gut. Letzte Post. Bei den Landtagstvahlen der bölimischen Großgrundbesitzer haben bis jetzt 170 für Anhänger. 144 für Gegner der Verfassung gestimmt. Die Veröffentlichung der preußischen Bündnißverträge erfolgte, lvie ein Berliner Regierungsblatt versichert, um dem deutsche» Volke das Be-wußtsein dessen zu geben, lvaS es an Grundlagen für die nationale Einig« teit bereits besitzt, nnd nm die weitere Arbeit der Vervollständigung des nationalen Aufbaues zu sördern. Seit dem 17. März »veht auf der Belgrader Festung die serbische Fahne neben der türkischen. Die Psorte soll die Absicht haben, die Verwaltung von Bosnien nnd der Herzcgotvina an Serbien zu übertragen und soll die Reise deS Fürsten nach Konstantinopel mit diesem Plane in Verbindung stehen. K Berzeichuiß der sür die dnrch Feuer verunglückte Familie Vnut (vulgo Tanzmelster) in der Magdalenavorstadt eingegangenen milden Beitrüge: Herr An« dlt>is Tappeiner 5 fl.. Ungenannt 5 fl.. dleHerren: Andreas Nudl 6fl, Franz Strajchill 1 fl., Zr.sef AlbenSberg 3 fl., Georg Start 3 fl., Herzog 5 fl.. Josef Löschnigg 2 fl.. Johann Delago 5 fl.. I. M. Wratschko I fl., Karl GerdeS I fl.. August Götz 50 kr., Anton Fetz 50 tr.. Brüder Staudinger 1 fl.. W. Geuppert 1 fl., Pachner's Söhne 3 fl. Heinrich Kurnig 1 fl., Franz X. Halbärth 2 fl. F.rd. Kolletnig 1 fl.. Georg Ogrifeg 2 fl.. Franz Perko 5 fl.. Ungenannt 2 fl. Zusam-»nen 55 fl. Telegraphischer Wieiler ColirS vom 28. März. 5°/^ MetalliqueS ..... 58.30 j Kreditattien........187.— Nalionat-Anlehea .... 7V.4b London.........1S8.4V 1VV0cr StaatS-Anleheu . . . 87.20 Silber.........126.?ü Bankaktien.......731.— K. K. Münz-Dukaten .... 6.0ö ZV« Alarkurx Samstag den 30. Marz 1867. Zum Vorthcile des OberregifseurS Josef Lutz. Zum ersten Male: Lllltolk's Anstllg, Klöck lllld Ende. Historisches Zeitgemälde in L Bildern. Nach einer englischen Idee für die deutsche Bühne frei bearbeitet. In Scene gesetzt von Josef Lutz. Eingesendet. In Folge eines in Gast- und Kaffeehänsern geschäftig kolportirten Gerüchtes,— als sei bei der ain 2t!. d. M. a!)gehaltenen Versteigerung der zum Nachlasse des verstorbenen hochlv. Herrn Doindechantes Joses Kostalljovetz gehörig gewesenen Effekten eine zur Lizitation gelcrngte un-ächte lange Uhrkette von mir bei vorgenommener Schätzung als acht er-kannt unk» belverthet lvorden.— sinde ich mich veranlaßt, hiemit zu er-klären, daß die fragliche Kette sich nicht unter jenen Verlafsesgegenständen befulideu habe, welche von mir der Schätzung unterzogen tcorden sind.— Auffallend erscheint es jedoch, daß ich ungeachtet an maßgebender Stelle gestellter Anfrage über das lveitere Schicksal dieser Kett«'. welche ich denu doch gerne zu (^esiche bekommen möchte, hisher nichts in Erfahrnng buu gen konnte. Marburg arn 28 März 18()7. August Götz, 146) Goldarbeiter. 147) Morgeu Samstag den 30. März 1867 I» Herr» Ii»rttn» tte«tnnr«tl«n 8oire^ in der geheimen egl)ptischen Magie odcr scheinbaren Zauberei; Ausgeführt von einem Albinos. Zum Schluß: Große Zahn- uud Nerveneraft Vroductt»«. Entrec 15 kr. Anfang 7 Uhr. Schuhmacher-Leisten aus der ?.iiasch>ne erzeugt, das Paar zu A.H kr. sind zu haben bei Anton Lininger 145) bei der Drankaserne. Haus Nr. 240. Warnung. Wir ersuchen auf unseren Namen nichts zn l'ort',en. Leopold Übeleis Marie Übeleis. Voldbrille in Holzschuber ist in Verlust gerathen und wolle gegen Aiaderlohn von 2 fl. in lder Casin0'Restauration abgegeben lverden. (142 Als Stubenmädchen zu einer Herrschaft oder bürgerlichen Familie in Marburg empfiehlt die Gefertigte ein solides Mädchen, welches die Schneiderei und Weiß-Näherei vollkommen Versteht und der ungarischen und deutschen Sprache mächtig ist. 141) Vorsteherin d«» Dienstboten Bureau» i« Marburg, vurggafte. Eisenbahn-Fahrordllung fiir Marburg. «a« Wi-,11 »ir !l Min Abends. 8 Uhr 46 Min. Abends. ?tach Vit lach: Abfahrt: 9 Uhr Krüh. D»e gemischten Züge verkehren täglich in der Richtung nach Wien: Trieft: Abfahrt: 12 Uhr 34 Mm. Mittag,». Abfahrt: 1 tlhr Z2 «m. Mittags. tttt» Verlag von Eduard Ianjchtß »n Marl»rß. 'Nera>tw«rtl»cher Nedq fteur: ftrsn; Wlksthaler. /. >. ist.