Macher TlilMt. Redaction und Expedition: Babnhofgafle Nr. 15. ^räuumerationSpreise: 1 /ill viir Saib-ch: Sa»,j. ft. 8-1«; Zustellung ins Hau« vrtlj.LS kr. Mit der Post: Ganzjähr. fl. IS. InsertionSpreise- Ein» . . ^ Donnerstag, 8. August 1878. — Morgen: Romanus. 11. ^zahrg. Vom Occupationsschauplatze. Als Anhang zu den in unserem gestrigen Blatte gebrachten telegrafischen Nachrichten repro-duciereu wir heute aus dem Bulletin der offiziellen „Wiener Abendpost" nachstehende Details: „Von den bei Doboj über die Bosna verkehrenden drei Ueberfuhrsplätten waren zwei unbrauchbar, wodurch die Ueberführung der zur linken Seitendeckung bestimmten Truppenabtheilun-gen sich ungemein verzögerte. Die Colonne konnte den Marsch erst am 5. d. um 12 Uhr antreten, weil die Herstellung der Uzorabrücke — trotz angestrengtester Arbeit — viele Stunden in Anspruch nahm. „Die vom Antritte der Vorrückung — mit Ausnahme von 24 Stunden — anhaltend regnerische Witterung hatte alle Bäche gefüllt, die schwachen Durchlässe zerstört, weshalb der Marsch außerordentlich aufgehalten wurde. Die ersten Patrouillen des Vortrabs wurden bei der starken Biegung der Bosna nördlich von Kosna mit Gewehrschüssen empfangen. „Die muhamedanischen Aufständischen hatten mit dem Instinkte der Wilden einen sehr vorteilhaften, über das Thal vorgelegten Berghang zur Aufstellung benützt. Es war ihnen nur durch Umgehung der linken Flanke über sehr unwegsame, bewaldete Berge beizukommen. Während das Reserveregiment Nr. 27 in der Front ein leichtes und hinhaltendes Gefecht aufnahm, wurde der größere Theil desselben zur Umgehung der linken Flanke beordert, dann das 27. Jägerbataillon und 1 Bataillon des Infanterieregiments Nr. 52 in derselben Richtung in Bewegung gesetzt. Diese Colonne konnte bei den außerordentlichen Schwierigkeiten des Fortkommens nur langsam Raum gewinnen. „Gegen 5'/, Uhr nachmittags griffen die Abtheilungen des 27. Reserveregiments kräftig ein, doch nur langsam vorwärts kommend. „Von der am rechten Bosna-Ufer vorrückenden Colonne trafen um dieselbe Zeit die Vortruppen deS Reserveregiments Nr. 7 ein und das Gefecht nahm alsbald einen günstigen Verlauf. Um 7 Uhr abends waren die Aufständischen aus allen Positionen gegen Kosna geworfen. „An Verlusten — so viel bis setzt berichtet ist — zählt das Reserveregiment Nr. 27 einen todten Infanteristen, das Reserveregiment Nr. 7 ebenfalls einen todten Infanteristen; an Verwundeten beim Reserveregiment Nr. 27 Lieutenant Zamponi und fünf Mann, beim Reserveregiment Nr. 7 drei Mann. Das 27. Jägerbataillon und daSBataillon vom Infanterieregiment Nr. 52 kamen eben in dem Momente an, als die Insurgenten in Heller Flucht nach Kosna begriffen waren. — Die Stärke der Insurgenten ließ stch bei der Unübersichtlichkeit des Terrains nicht annähernd bestimmen. Dieselben sollen nach den eingegangenen Nachrichten fünfzehnhundert Mann zählen. „Die freudige Pflichterfüllung aller Abthei-lungen im Gefechte wird rühmend hervorgehoben, und dies mit umso mehr Grund, als die Ermüdung der Truppen durch die nassen Bivouacs, die grundlosen und beschwerlichen Wege eine außerordentliche gewesen ist. „ES war Abend geworden, und die Bivouacs wurden in den den Aufständischen entrissenen Positionen bezogen. Der Regen, der während des Gefechtes ausgehört hatte, begann sofort in Strömen herabzufallen. Die der Erholung bedürftigen Truppen fanden diese hiedurch nicht." Ueber die unglückliche Asfaire bei Maglaj erhält das „N. Wr. Tagbl." nachstehenden Bericht: „Die 5. Escadron des 7. Hußarenregiments Prinz Friedrich Karl, welche unter dem Kommandanten Rittmeister v. Paezona von dem bisherigen Vizekonsul in Serajewo, dem Generalstabshaupt mann Millinkovik, geführt wurde, kam Frei tag abends in Maglaj an. Dort empfing der zeigen bis 5 Zeilen SV I Kommandant der Escadron eine Ortsdeputation, welche ihm die unbedingte Ergebenheit der Bevölkerung des Dorfes aussprach. Auf eine weitere Meldung, daß nächst Zepce bewaffnete Banken aufgetaucht seien, recognoscierte der Kommandant in dieser Richtung weiter. Vor Zepce sah er sich plötzlich von allen Seiten aus Büschen und von den Höhen beschossen, worauf er, die große Ueber-zahl der Feinde erkennend, einen Zug seiner Escadron absitzen und das Feuergefecht der Insurgenten durch die Hußarenabtheilung erwidern ließ. „Fechtend zog sich so die Escadron auf Maglaj zurück. Die Bewohner dieses Ortes jedoch, die am Abend zuvor unsere Truppen noch herzlich bewirthet hatten, zeigten sich mit einem male sehr feindlich. Auch hier wurde jetzt auf sie geschossen, und von der alten Burgruine aus einer Bergkanone schwerer Verlust ihnen zugefübt. Nur der Bravour der Soldaten und der umsichtigen Leitung ihres Führers ist es zu danken, daß ein großer Theil derselben bis an unsere außerhalb Dobojs an der Uzorabrücke ausgestellten Vorposten gelangen konnte, wo die Truppe ausgenommen wurde. Dem Oberlieutenant Dekleva, der bereits in den Händen der Insurgenten war, gelang es, zu entkommen, und tras derselbe heute morgens im Lager von Doboj ein. Einzelne Hußaren retteten ihre verwundeten Kameraden dadurch, daß sie dieselben zu sich aufs Pferd Koben. „ An dem jenseitigen Bosna-Ufer, gerade gegenüber, zeigten sich Gruppen von Bewaffneten, welche Vedetten, darunter einen Berittenen, auf einer Waldblöße am Hange eines in die Bosna Hineinraaenden Berges aufgestellt hatten. Sofort ging auf Fähren eine Kompagnie Infanterie auf das jenseitige Ufer über und besetzte die linksseitigen Begleitungshöhen, worauf die oberwähnte Bande sich in die Wälder zurückzog. „Das Standrecht wurde puvliciert. Jeder vorgehenden Colonne werden nun Zaptiehs, denen Jeuilleton. Ein Jagdabenteuer Ernst des Eisemen. (Schluß.) Der Eber warf sich keuchend zurück, ballte, einem Igel gleich, den unförmlichen Leib zusammen und schickte sich zum letzten Kampf an. Aber hatte der Herzog sich aufgerafft; mit der gewaltigen Linken umgriff er den im Gurte geborgenen Damaszener Dolch, und mit dem Aufbot all seiner eisernen Manneskraft bohrte er die hellfunkelnde Klinge bis ans Heft durch das Gekröse des Unthiers tief ins Herz hinein. Ein ^vuthgeheul und Gegrunze ließ sich noch vernehmen; dann brach das plumpe Vieh zusammen, zuckte em — zwei mal, und verendete. Vor dem Herzog aber, dicht vor seinem Angesicht, hielt stolz und leuchtenden Auges, auf ihrem edlen Zelter sich wiegend, die glückliche Waidfrau, so da sehr zur rechten Zeit erschienen und mit geschickter Hand den Jagdspeer in den Hals des Keulers geschleudert hatte. Eimburgis wars, das hochedle Ehegemal des erlauchten Herzogs, und dieser beugte erst huldigend das Knie vor der herrlichen Erscheinung, dann aber hob er seine tapfere Retterin in jugendlicher Ueberfülle stürmisch jubelnd aus dem Sattel und schloß das theure, das heute doppelt theure Weib in seine Arme an sein hochauftauchzendes Herz. „Eim-burga! Mem Schutzengel! Wie soll ich dir danken und vergelten?" rief er unter glühenden Küssen, die Edle immer fester und inniger umrankend und an sich drückend. „Cimburga! Mein Liebling, mein alles! Dich hat Gott selber hergeführt! Wahrhaftig, 's war höchste Zeit, und ohne dich und deines gewandten Armes Riesenkraft war ich — wenn nicht verloren, so doch ganz ungebürlich zugerichtet. H^' Dank, mein trautes Weib, Hab' tausend Dank dafür!" „Dank! lieber und hochwerther Mann!" stotterte die glückliche Frau und versuchte, sich langsam seiner stürmischen Umarmungen zu erwehren. „Dank! Du, meines Lebens Herzens-Ernst! Wofür? Das war nur Vergeltung! — Wer war es doch, der mich im Wald von Mo-gilani, da ich noch eine stolze Jungfrau an den waldbedeckten Ufern der Weichsel dem edlen Waidwerk oblag, aus den fürchterlichen Pranken des grimmigen Zottelthieres befreite? — Wer war es, der damals so schöne Wunden davontrug, die heute noch als so schöne Wundmale erglänzen, als wären sie ganz frisch? Freilich — freilich hast du — du schlimmer Mann, mir damals auch eine Wunde geschlagen, eine Herzenswunde, und die wird, du böser Ernst, die wird nimmer und nimmer verharschen!!!" Und die Glücklichen sanken sich in die Arme, — und Augen und Lippen gaben heilige Zeugenschaft von der Innigkeit ihrer Gefühle. Da horch! Der Ton eines Hüfthornes! Bald tönt ein anderes von anderer Seite, endlich schmettern lustig ganze Fanfaren. Die Baierngäste sinds, die fröhlich endlich aus den schauerlichen Felsenengen des Gleirsch und Oberau zum Scharnitzpaß sich sputen, um den Herzog und sein edel Gespons nach wackerm Brauch in Treuherzigkeit ru begrüßen. Sie sind erschreckt, als ihnen Kunde davon wird, wie nahe der dürre SensenmarterS-mann an die Kehle des erlauchten Herzogs gegriffen hatte, — sie sind des Jubels und des Lobes voll zu Ehr und Preis der hochedlen Frau, die Gott so wunderbar geleitet, so Furchtbares vom Haupte des geliebten Gemals, des Fürsten, glücklich ab-znlenken- man die Waffen belassen, beigegeben. Die Begs, welche den Aufstand als einen communistischen da^tcllen, bürgen dem Obcrgeneral, durch ihren Einfluß allein die erregten Gemüther zu beruhigen, und erklärten sich bereit, drei Geißeln zu stellen, was auch angenommen wurde." Das Oberkommando der Occnpationsarmee hat im Verlaufe der letztabgewichenen Tage die volle Ueberzeugung gewinnen müssen, daß wir es in Bosnien nnd in der Herzegowina nicht mit einer auf friedlichem Wege sich abwickelnden Occupation, sondern mit einem ernsten, wohl-vrganisierten F e i n d e zu thun haben. Das Oberkommando wird, wie der vorstehende Bericht des „It. Wr. Tagbl." andeutet, von nun an mit größter Wachsamkeit, Klugheit und Energie Vorgehen, damit eine Wiederholung der Maglajer Blutszene nicht mehr stattfinde. Die Scharen der Aufständigen stehen ohne Zweifel unter tüchtiger Leitung, und das österreichische Kriegsministerium scheint des drohenden Widerstandes in allen Theilen der zu occupierenden Provinzen vollkommen bewußt zu sein, indem es drei weitere Truppendivisionen mobilisieren nnd auf den Occupationsschanplatz abrücken lassen wird. Die österreichische Regierung faßt die Lage als eine sehr ernste auf, sie forderte die Pforten-rcgemng dringend auf, sich jeder direkten und indirekten Theilnahme an dem Aufstande zu enthalten; der österreichische Jnternnntins Gras Zichy soll mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gedroht haben. Der Berliner Kongreß ist, wenn wir die uns vorliegenden Journale des Auslandes einer Durchsicht unterziehen, der — Anfang vom Kriege. Die Mehrzahl der Blätter stimmt in dem Ürtheile überein: daß die Lösung der orientalischen Frage der — Zukunft überlassen bleibt. Das serbische Blatt „Jstok" schreibt: „Der Berliner Tractat konnte nur Oester-re'ch (?) und England befriedigen, welche, ohne einen Krieg geführt und Opfer gebracht zn haben (?), wichtige Positionen errangen. Das russische Programm der Befreiung der Balkanslaven ist nicht verwirklicht worden. Ein Theil der Bulgaren und der Serben ist der Pforte gelassen worden. Sie werden genöthigt sein, zu den Waffen zu greifen. Und läßt sich darauf rechnen, daß die Serben in in Bosnien und der Herzegowina auch befreit sein werden? Können österreichische Uhlanen und ungarische Honveds Serben die Freiheit bringen? Werden nicht eher Germanismus und Magyarenthum danach streben, das orthodoxe serbische Element zu erdrücken? Der Katholieismns wird seinerseits Alles legte der Fürstin jubelnd die glühendsten Huldigungen zu Füßen; der Baiernherzog aber schloß n.^t folgender Ansprache: „Erlauchte Herzogin! Hochedle Frau, Frau! Und liebwerthe Base! Der Allmächtige, der Euch fürderhin schirmen und segnen wolle, — hat heut' an Euch und Eurem erlauchten Hause ein Zeichen seiner Allerhöchsten Gnade gespendet, das Euch über allen irdischen Dank hinüber unvergeßlich bleiben müsse. Das edle Herrscherhaus der Habsburger steht nur auf wenig Augen, vielleicht nur aus zweien. Euer hoher Gemal ist wahrscheinlich berufen, der neue Stammvater dieses alten Heldengeschlechtes zu werden, und Ihr, Erlauchte Frauwurdet wieder dazu berufen, dies theure Fürstenhaupt und damit sein ganzes kommendes Geschlecht zu retten und zu wahren. Habt Dank dafür vom schlichten Zweig des alten Stammes Wittelsbach und unser aller donnernd: „Waid-mannZ Heil!!!" Cimburgis von Massovien wurde in der That die neue Stammutter des Hauses Habsburg, Ihr Enkel Max, der „letzte Ritter", der erste Nimrod seiner Zeit. (Tagd-Ztg.) Propaganda machen. Das serbische Element bleibt unter dem Joch einer fremden Gewalt. Die Occupation kann höchstens denZerfall O e st e r r e i ch s n a ch s i ch z i e h e n. Die Bosniaken werden Widerstand leisten — und was dann? Weder Rußland noch die übrigen Slaven werden im stande sein, ruhig zuzusehen, wie ein stammverwandtes Volk unterjocht wird. Aehnlich wie der Kongreß von 1856 nnd die Konferenz von 1871 ist auch der Berliner Kongreß nur ein Uebergangs-pnnkt in der Lösung der orientalischen Frage. Nur ein Konstantinopler Kongreß, aus welchen die Balkanvölker ihre Deputierten schicken, wird im stande sein, diese Frage endgiltig zu lösen!" Ein großer Theil der russischen Journale erhebt ein ohrenzerreißendes Kriegsgeheul gegen die Beschlüsse des Berliner Kongresses, gegen die Occupation Bosniens und der Herzegowina, gegen die Türkei und noch andere Theilnehmer beim Berliner Menu. Die „Petersb. Börsenzeitung" tritt diesem Geschrei in folgenden Stellen entgegen: „Unsere klugen Publicisten und Patrioten beweisen eine merkwürdige Unkenntnis der Geschichte und ihrer Gesetze. Sie wollen nichts davon wissen, daß, wenn ein Staat endlich einmal angefangen hat, zu zersplittern und der Prozeß der Zersplitterung ebensowenig stille steht, wie es unmöglich ist, den Prozeß der Zersplitterung eines verwitterten, auseinander fallenden Felsens aufzuhalten. Dieser regelmäßige, wenn auch langsame Prozeß der Zersplitterung findet schon über ein Jahrhundert lang an den türkischen Besitzungen statt, ähnlich wie es früher auch in Polen war. Unsere Ebauvinisten sind immer noch unzufrieden und, um diesen kläglichen Rest des einst gewaltigen Felsens der Türkei, diesen ganz geschwächten Staat von 2 lOO Quadratmeilen mit drei Millionen Bewohner endgiltig zu vernichten, tragen unsere Chauvinisten kein Bedenken, Rußland in einen Krieg mit fast ganz Europa verwickeln zu wollen. Gleichen sie nicht unvernünftigen Leuten, welche, obwol sie sehen, daß ein Felsen, verwittert, allmälig zusanimensinkt, nicht noch etwas warten wollen, bis sich dieser natürliche Prozeß von selbst vollzieht, sondern verlangen, daß unter dem Felsen eine große Masse Dynamit vergraben werde, durch dessen Explosion nicht nur der Felsen, sondern auch die Menschen, welche die Sprengung leiten, zu Schaden kommen können?" Mr „Golos" predigt den „unvermeidlichen" Krieg Rußlands mit Oesterreich; er bemerkt: der Berliner Kongreß habe Rußland statt des Friedens in nächster Zukunft diesen neuen Krieg gebracht, der ernster sein werde, als der vorhergehende. Ans diesen Krieg müsse Rußland sich sofort vorbereiten, da eine zahllose Menge von Anlässen zu demselben vorhanden sei. Um nicht überrascht zu werden, dürfe man keine Zeit verlieren und müsse vor allem das militärische Sistem, insoweit es sich im letzten Kriege als in der Praxis nicht ausreichend erwiesen, reorganisiert werden. Die Nationalpartei in Kroazien hat ihr Programm aufgestellt. Wie der „Obzor" mittheilt, besteht dasselbe in folgenden hier kurz-gefaßten Punkten: 1.) Restaurierung der Integrität des Landes, nachdem das derzeit zerstückte Kroazien nicht aufleben, nicht gedeihen, nicht zufrieden und nicht glücklich sein kann. 2.) Vereinigung Kroaziens mit der Militärgrenze, mit Dalmazien, Slavonien und den zu occupierenden türkischen Provinzen Bosnien und der Herzegowina. 3.) Der kroatische Landtag wird diese Redintegrierung energisch anzustreben und den Ausgleich mit Ungarn einzuleiten haben. 4.) Vor allem anderen ist die abgesonderte finanzielle Verwaltung Kroaziens, getrennt von jener Ungarns, zu erwirken. 5.) Erlaß einer autonomen Städte- und Gemeinde-Ordnung, eines Strafgesetzes uud einer Strafprozeßordnung. Die Reichstagswahlen in Deutschland ergaben nach Berliner Blättern nachstehendes Resultat: Von den 307 Wahlen sind 336 endgiltig entschieden, in 61 Bezirken maß zur engeren Wahl geschritten werden. Von den Gewählten bekennen sich zu den Dentsch-Conservativen -i4, zu den Freiconservativen (deutsche Reichspartei) 44, zu den Nationalliberalen 85, zur Gruppe Berger-Löwe 5, zur Fortschrittspartei 18, zum Centrum (einschließlich der Hospitanten aus Hannover und dem Elsaß) IM- Ferner sind gewählt: 13 Polen, 10 elsässische Autonomisten und Protestler, 1 Däne und 2 Socialdemokraten. Daneben zählt man 3 Wilde, die bald der liberalen, bald der conservativen Seite zugerechnet werden. Von den 61 Stichwahlen werden höchstens 10 für die Fortschrittspartei günstig anssallen, 29 für die Nationalliberalen, 2 wahrscheinlich für die Volks-Partei, 1 für die Protestpartei, 3 für die Gruppe Berger-Löwe, 1 für die Ultramontanen, 4 für die deutsche Reichspartei und 11 für die Couferva-tiven. Die beiden conservativen Parteien würden dann in dem neuen Reichsrag zusammen 113 Mitglieder zählen, die Ultramontanen mit den Polen 115, die liberalen Parteien mit der Gruppe Löwe, der Volkspartei und den Wilden 155, die Socialdemokraten, Dänen und nicht ultramontanen Elsässer 14. Die große Anzahl der noch vorzunehmenden Stichwahlen wird eine wesentliche Aendernng obiger Ansätze herbeiführen, man kann also die Partci-stellnngen im nenen Reichstage heute noch nicht ziffermäßig angeben. Die Frage: in welcher Weise sich eine Mehrheit bilden soll, mit der sich die Regierung zu verständigen vermag, wird rach Ansicht der „Nat.-Ztg." auch durch die etwaige Beendigung des Kulturkampfes nicht erledigt. Vorderhand wird bei der ersten legislatorischen Arbeit, dem Socialistengesetz, die Regierung ohne Zweifel eine Mehrheit neben sich haben, mit der sie sich sehr wohl wird verständigen können. Aber von dieser Mehrheit aä Iioe dürfen wir keinen Bestand erwarten; sie zerfällt, sobald die allen gleich sehr dringend erscheinende Ausgabe erledigt ist. Alsdann wird die Regierung, wie bisher, darauf angewiesen sein, die Unterstützung der beiden Mittelparteien, der nationalliberalen und der deutschen Reichspartei, zu suchen. Beide zusammen dürften annähernd eben so stark im Reichstag wieder erscheinen, wie in der letzten Session. Woher sie die Unterstützung erhalten werden, die ihnen zur Mehrheit fehlt, d. i. 40 bis 50 Stimmen, das ist in diesem Augenblicke nicht zu wissen. Möglich, daß sie einmal von rechts, ein anderesmal von links kommt. Entscheidend für die Richtung der Gesetzgebung ist es, daß der Schwerpunkt der Entscheidung innerhalb der beiden Mittelparteien verbleibt. Tagesneuigkeikn. — Vom Oec u Patio nsscha up latze. Die Grazer „Tagespost" erfährt, daß auf dem Marsche von Brod nach Dervent, welcher bei sengender Hitze vollzogen wurde, von einem Bataillon des steiermärkischen Regimentes Hartung 31 Mann dem Sonnenstiche erlegen sind. Sie wurden auf dem katholischen Friedhofe zn Dervent beerdigt. Der erste complett ausgerüstete Sanitätszug, zum Transporte von Kranken der Occnpationsarmee bestimmt, ist aus Wien in Sissek eingetroffen. Der Zug besteht aus 19 Waggons, welche sämmtlich mit dem rothen Kreuze auf weißem Felde an der Längenseite markiert sind, und stehen deren Wagen auch während der Fahrt durch Thüren und Ueberleg-treppen über die Puffer in Verbindung. Von den 19 Wagen ist ein Waggon zweiter Klasse für den Regimentsarzt und zwei Unterärzte bestimmt. Derselbe enthält zwei Abtheilungen, von denen eine als Arbeitszimmer und Apotheke, die andere als Schlaf-kammer benützt wird; ferner einen Waggon dritter Klasse für die Sanitätsmannschaft, welche 20 Köpfe stark ist. Dieser Waggon ist mit Matratzen zum Ansruhen versehen. Der Küchenwagen ist mit Wasserfäfsern, ein Waggon mit Vorräthen und mit einem Eisknsten sür das frische Fleisch ausgestattet. Fünfzehn Wagen enthalten je sechs Betten für die Kranken. — Die Landtagswahlen werden in Mähren nnd Schlesien für die Landgemeinden am 9. September, für die Städte und Handelskammern am 11. nnd den Großgrundbesitz am 20. September ; in Salzburg für die Landgemeinden am 9., für die Städte am 12. und den Großgrundbesitz am 16. September stattfinden. — Ein neues Coneordat. Reichskanzler Fürst Bismarck nnd Nnntius Masella sollen, wie man in Nom erzählt, folgende Puukte vereinbart habe»: Einfache Wiederherstellung der vor Abbruch der Beziehungen bestandenen Convention; Amnestie für alle in Preußen gegen die Kirchengesetze verübten Vergehen; Rückkehr der seit 1872 ausgewie-seiien Bischöfe und Priester in ihre Sitze; Besetzung der übrigen kirchlichen Stellen nach den vor Abbruch der Beziehungen in Hebung gewesenen Regeln. Die gesammte Frage der Auslegung der promulgierten Gesetze wird Vorbehalten. Der Vatiean wird diese Vorschläge prüfen nud sofort endgiltige Antwort ertheilen. — Der Frauenkongreß in Paris verhandelte in seiner dritten Sitzung über die wirth-schaftliche Frage, also über den Stand der Arbeit und der Löhne in den verschiedenen Ländern. Allgemein war die Klage, daß die Arbeiterinnen ohne jede Rücksicht auf die Qualität der Leistung schlechter bezahlt würden als die Arbeiter; nicht minder hätten sie von der Concurrenz der Gefängnisse und Frauenklöster zu leiden. Als Heilmittel wurden die Gründung weiblicher Genossenschaften, Gleichberechtigung beider Geschlechter zur Arbeit jeglicher Art, endlich Feststellung bestimmter Tarife für die Gefängnisarbeit durch die Syudieatskammeru empfohlen. — Verurtheiluugeu. Seit dem 2. Juli 1878 bis zum 28. Juli wurden in Deutschland 558 Personen wegen Majestätsbeleidigung angeklagt; ver-urtheilt wurden davon 516 Personen, und zwar zusammen zn 806^ Jahren Gefängnis. Unter den Verurtheilten gibt es 31 Angehörige des weiblichen Geschlechtes. Nur in 42 Fällen erfolgte Freisprechung. Fünf Angeklagte haben sich der Strafe durch Selbstmord entzogen. — Lob des Bieres. Die „Wiener land-wirthfchaftliche Ztg." bringt folgenden Lobgesang: „Wer zählt die Kräutlein, nennt der Säfte Namen Die schon zur „höllischen Latwerge" kamen? Mthvpfcuöl, Syrup, Aloe, Alkohol, Ein Fäßchcn dieser säubern Würze voll Geworfen in die heißen Wasserpfannen: Und 's fließen 20 Hektoliter Bier von dannen, Die man in weit'rcr Kunst durch Schlauch' nnd Eis Schon für die nächsten Tag' zn brauchen weiß. Waldmeister, Wcrmulh, Quassia, Lakritzensaft Ersetzt des Malzes und des Hopfens Kraft; Wachhold>.r, Fichte,inadelu, Weidenschalen Sind ebenfalls weit billiger zu zahlen; Uii) was noch sonst der Zufall ausgeheckt, ^was braune Farbe gibt und bitter schmeckt, Dabei das Schnöd'ste unter Gottes Sonne, Die giftige Teuselsbrühe Belladonne. Burger steht verwnnderungsvoll Ü!-. ^ „Bier" er saaen soll Ist dies die alte Hochschul' deutscher Brauer Und jetzt bei zweiter Maß schon RbkrschL' Er ruft: Kennst du das Land, von Gott v/r°»t' Wo man cn"-, solcher Schmiere „Biere" maM ? ' Doch horch'! da pfeift es boshaft aus dem n.och -Wozu der Heidenlärm? — Ihr trinkt's ja doch!" Lokal- und Provilyial-Angelegenheiten. — (Firmuugs- und Visitationsreise.) Der hochw. Herr Fürstbischof Dr. Pogacar spendete am 6. d. M. in Veldes das Sakrament der Firmung aus. Zu Ehreu des Kirchenfürsten faud am Vorabende eine Prächtige Seebeleuchtung statt. Der Fürstbischof wird einige im Bezirke Radmannsdorf gelegene Pfarren visitieren. — (Die krainische Landwirthschasts-Gesellschast) hat vom k. k. österr. Ackerbanmini-sterium znr Unterstützung und Förderung landwirth-schastlicher Zwecke Subventionen angewiesen erhalten, und zwar für Wiefenkultur und Waldbäumc-Au-pflanznng 500 fl., für Käsereigenossenschaften 600 fl., zum Ankäufe von Zuchtthieren 1800 fl. — (Die hiesige Handelslehranstalt des Herrn Ferdinand Mahr) besuchten im abgelansenen Schuljahre 159 Zöglinge, und zwar die Wochenschule 85, darunter 60 den ersten und 25 den zweiten Jahrgang, wovon im ganzen 56 als Interne eingeschrieben waren; die Gremialschule frequentierten 74 Schüler, welche in drei Abheilungen die Kurse beendeten. Den Nationalitäten nach zerfallen sie ans 126 in Oesterreich-Ungarn Geborne und in 33 Ausländer. Wegen besonderen Fleißes und guten Betragens wurden durch Eintragung in das Ehrenbuch ausgezeichnet im ersten Jahrgange der Wochenschule: Georg Candussi-Giardo aus Roviguo und Johann Wieduer von Hall; im zweiten Jahrgänge: Camillo Pagani von Udine, Josef Pauer von Fraßlau, Graf Bernhard Hendl von Shstrano und Johann Madile von Gemona; — in der Gremialschule im ersten Jahrgange: Anton Decman von Laibach bei Herren R. Gorienik L Ledenig, Johann Goljas von Laibach bei Herrn Josef Kordin, und im dritten Jahrgange: Franz Kramer von St. Leonhard bei Herxn Leopold Pirker. — (Wünsche und Beschwerden.) Die hiesige Betriebsvorstehung der Kronprinz Rudolfbahn sendet sämmtlichen Handelsgeschäften in Laibach die Fahrpläne zur Kenntnisnahme und Darnach-achtuug zu. Wir werden aus Handelskreisen ersucht, dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß auch die hiesige Betriebsvorstehung der Südbahn sich bestimmt finden möge, dem Beispiele der Nudolsbahuleitung zu folgen und die Fahrpläne der Südbahn der hiesigen Handelswelt freundlichst zuznseuden. — Seit einigen Tagen, seit Jupiter freundlichere Toilette angelegt hat, seit die Natur wieder im Hellen Sonnenscheine prangt, sind auch die Bettler zu regerem Leben erwacht, aus jeden Schritt und Tritt, welchen die Spaziergänger nach Tivoli, Unter- und Oberrosenbach, nach Unter- und Oberschischka unternehmen, folgen die lästigen Bittsteller scharenweise nach. Steht denn der Bezirkshauptmanuschaft Laibach-Umgebung gar kein Mittel zu Gebote, um der Ortsgemeinde Schifchka die Aufstellung einer Sicherheits-Wache aufzutragen? Ist diese Ortsgemeinde als autonomes Organ etwa nicht lebensfähig? — (Aus de« Sommerfrischen.) Nun haben auch Sommerfrischler aus Laibach in den Stationen Oberkrains, namentlich in Jauerburg, Aßling, Lengenfeld, Kronau und Weißenfels, ihre Zelte aufgeschlagen. Von diesen Stationen aus werden Exkursionen nach Bad Veldes, in die Wochein, zum Rothweiner- und Pericnik-Wassersall, nach Wurzen und zu den Weißenfelfer Seen unternommen. — (Aus dem WiPPacher Thale.) Die hiesige landwirthschaftliche Filiale beabsichtigt, am 8. September l. I. in WiPPach eine Trauben- und Weinausstellung, verbunden mit einer Ausstellung von landwirthschaftlichen Geräthen und Werkzeugen, zu veranstalten. — (Zur Asfaire Maglaj.) Unter den gefallenen Hnßareu befindet sich auch der Oberlieutenant Herr Graf F- Choriusky. — (Tabakverkaufs-Ergebnisfe.) Die Kasse-Einnahmen für die im ersten Quartale 1878 im allgemeinen Verschleiße abgesetzten in- und ausländischen Tabakfabrikate und Zigarren betrugen 12.722,404 fl., jene des Spezialitätenverkaufes 388,130 fl., zusammen 13.110,544 fl. Werden hiezu noch die Ergebnisse des Verkaufes im Auslande mit 41,619 fl. gerechnet, fo ergibt sich eine Ge-sammteinnahme von 13.152,153 fl., welche sich im Vergleiche mit den Resultaten der gleichen Periode des Vorjahres Per 13.574,446 fl. um 422,293 fl. niedriger herausstellt. Wird das Ergebnis des allgemeinen Verschleißes nach den einzelnen Kronlän-dern in Betracht gezogen, so zeigt sich in dieser Periode eine geringere Einnahme in Steiermark um 52,196 fl., in Kärnten um 2146 fl. und in Salzburg um 1456 fl.; mehr sind eingegangen: in Krain um 7317 fl. — (Die Enthüllung des Erzherzog Johann-Monumentes) findet am 8. September l. I in Graz statt. — (Militärsache^i.) Die „Oesterr. Kor." bringt zwei Direktiven zur Kenntnis, und zwar: 1.) Bonseite der Militärbehörde ist, wie eine neuerlich ciuSgegebene Belehrung zeigt, wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß die Zuständig-keitsgemeinden bei der Ertheilung von Mittellosigkeitszeugnissen an Aspiranten für den Einjährig-Freiwilligendienst nicht mit der erforderlichen Rigorosität Vorgehen. Es ist nämlich beobachtet worden, daß Aspiranten, welche auf Grund von Mittellosigkeitszeugnissen auf Kosten des gemeinsamen Kriegsbudgets Aufnahme als Einjährig-Freiwillige gefunden haben, im Verlaufe des Semesters, wenn es sich um die Reserve-Offiziersstellen handelt, sehr wohl im stande find, die erforderlichen Sustentations- und Adjustierungsreserve beizustellen. Die Militärbehörde glaubt darum, eine Mahnung zur genauen und gewissenhaften Beobachtung der bezüglichen Instruction sei nicht überflüssig. 2.) Die durch Vorführungen vor die Stel -lungskom Mission im Delegierungswege, speziell für die Begleitung der Vorzuführenden erwachsenden Kosten fallen nach Z 87 der Instruction zur Ausführung des Wehrgesetzes der Heimatsgemeinde zur Last. Zur thnnlichen Entlastung der Gemeinden erscheint eS angezeigt, insoserne die Bewilligung zur Stellung im Delegierungsweze im Interesse und aus Ansuchen der betreffenden Stellungspflichtigen erthcilt wird, die Ertheilung dieser Bewilligung an die Bedingung zu knüpfen, daß der der Stellungskommission Vorzuführende, vorausgesetzt, daß er nicht mittellos ist, die Kosten seiner Vorführung selbst bestreite. — (Für Beamtenkreise.) Bei der Lebensversicherungs-Abtheilung des ersten allgemeinen österreichisch-ungarischen Beamtenvereins sind im Monate Juli l. I. 390 neue Anträge über 378,686 Gulden Kapital und 200 fl Rente eingereicht und 297 Verträge (Polizzen) per 275,536 fl. Kapital und 200 fl. Rente ausgefertigt worden. Der Ge-fammtstand der Abtheilung bezifferte sich, nach Abzug aller Ausscheidungen, mit 30,041 in Kraft befindlichen Polizzen über 28177,900 fl. Kapitalsund 56,060 fl. Rentensumme; in Rückversicherung befanden sich hievon an Kapital 755,160 fl. Durch Ablebensfälle sind 226 Verträge erloschen und aus denselben 185,800 fl. Kapital und 200 fl. Rente fällig geworden. Seit Beginn des Vereines wurden infolge Eintrittes des versicherten Ereignisses ausbezahlt 1.884,700 fl. Die pro Juli fälligen Prämien betrugen 108,300 fl. — (Zur Wiesenkultur.) Wenn Rasenplätze auf Wiesen und in Gärten mager werden und ihr frisches Ansehen verlieren, oder wenn sich allerlei Unkräuter aus denselben einfinden, so ist das ein Beweis, daß der Boden ausgesaugt ist. Solche Rasen können nur durch Zuführen von Düngstoffen wieder hergestellt werden. Am besten ist es, wenn man sie im Spätherbst mit kurzem Stalldünger belegt, der im Frühjahr durch Abrechen wieder entfernt und als Streumaterial benützt wird. In Er-wanglung solchen Düngers kann man Guano anwenden oder Composterde überführen. Für moorige, mit Moos bewachsene Wiesen ist gebrannter Kalk (Aetzkalk) das beste Düngungsmittel, weil er deren Säure neutralisiert. Kalk wirkt überall da vorzüglich, wo er eine Menge humoser Theile findet, und arbeitet der in solchen Wiesen gewöhnlich überhand nehmende» Humus- und Kohlensäure entgegen. Kalk, sagt Professor Stöckhardt, wirthschastet nicht mit eigenen Mitteln, sondern mit fremden, da er die im Boden enthaltenen organischen Bestandtheile auflöst und zur schnelleren Wirkung bringt. In solchen Wiesen ist aber das Material überreich vorhanden, mit dem der Kalk wirthschastcn kann. Es empfiehlt sich auch, den Kalk mit guter Erde zu mischen, auch schichtweise etwas Knochenmehl und Holzasche oder Straßfurter Kalksalz einzustreuen und das Ganze mit vegetabilischen Abfällen faulen zu lassen, ehe es über die zu düngende Fläche vertheilt wird. Findet sich Sand (gleichviel ob grob- oder feinkörnig) in der Nähe der moorigen Wiesen, so kann man nichts Besseres thun, als im Winter bei Barfrost die Wiese damit zu überführen, wodurch man einen sehr vermehrten und verbesserten Graswuchs erzielt. Der Sand senkt sich vermöge seiner fpecifi-schen Schwere in die schwammige Moorfläche, bewirkt dadurch eine mechanische Bodenverbesserung und erzeugt eine consistentere Grasnarbe mit vermehrtem und besserem Graswuchs. Pontebabahn. Nach Bericht des Herrn L. Moritsch, Mitglied der Handels- und Gewerbekammer in Klagenfurt, vom 15. Mai d. I. hätte die Theilstrecke Resiutta-Chiusaforte schon anfangs Juni dieses Jahres für den Personenverkehr eröffnet werden sollen. Es ist dies jedoch auch bis zum gegenwärtigen Zeitpunkte noch nicht erfolgt, obschon die Bahn bereits fahrbar ist. Die Eifenbahndirection verweigerte die Betriebseröffnung aus dem Grunde, weil die Gemeinde Chiusa, welche zur Herstellung der Zufahrtstraße (zum Bahnhofe) gehalten wird, dem nicht nachgekommen ist und sich dieser Last durch Geltendmachung mehrfacher Gründe zu entschlagen sucht. Durch das Eingreifen der Präfectur wurde nun entschieden, daß die Zu ahrtstraße auf Kosten der Gemeinde von der Regierung hergestellt werde. Nachdem aber die Ausführung derselben längere Zeit in Anspruch nimmt, so wurde von der Gemeinde die Herstellung eines provisorischen Fußweges beschlossen und an die Präfectur gleichzeitig das Ansuchen gestellt, sie möge die Betriebseröffnung veranlassen, ohne daß vorher die Vollendung der Zufahrtstraße abgewartet werde. Von der bezüglichen Erledigung und dem Beschlüsse der Eifenbahndirection hängt daher die Eröffnung dieser Theilstrecke (Resiutta-Ehiusaforte) ab. Von Chiusa nach Ponteba gehen die Arbeiten rasch vor sich. Die bei Chiusa über die Fella führende, aus zwei Oeffnungen bestehende Brücke ist in Bezug auf Mauerung vollendet; es erübrigt nur noch die Aufstellung der 75 Meter langen Eiseneonstruction. Bei dem über den Dogna-Wildbach führenden Viaducte, welcher vier Oeffnungen, deren zwei je 39 : 24 und 46 : 16 Meter Spannweite haben, enthält, wird fleißig gearbeitet, und hofft man, noch in diesem Jahre die beiden Landpfeiler und die drei Mittelpfeiler fertig zu bringen. Die Eiseneonstruction dieses Objektes ist in Ausführung. Mit der Brücke bei Rio Ponte di muro, welche die Fella ungefähr drei Kilometer hinter Dogna übersetzt, ist noch nicht begonnen worden. Man erwartet baldigst die Genehmigung dieses Projektes Vonseite des Ministeriums. Von den übrigen 20 Objekten mit einer und auch mehreren Oeffnungen sind die Landpfeiler fast alle, ebenso die Mittelpfeiler fundiert, bei einigen auch schon die Wölbung hergestellt. Von den kleineren Objekten sind sämmtliche 64 bis auf drei vollendet. Die 13 Tunnels, und zwar der bei Chiufa-forte, bei Cadramazzo, Prerit, Chiot-Martin, Min-cigos, Pontuzzo 1, Pontnzzo 2, Ponte die muro 2, Palato, Rio Costa, Rio Tomba und Rocco in einer Gesammtlänge von 2170 Meter sind nahezu fertig, ihre Verkleidung bereits vorgenommen. Nur der Tunnel von Prerit, 50 Meter lang, wurde kaum begonnen, doch erfolgt dessen Vollendung jedenfalls noch in diesem Jahre. Die Erd- und Felsarbeiten schreiten lebhaft vorwärts, die Stütz- und Futtermauern in der Gesammtlänge von ungefähr 6500 Meter sind zu vier Fünftheilen vollendet. Mit Ausnahme des Nr. 5 sind die 14 Wächterhäuser bis auf die letzten Arbeiten hergestellt. Die Haltestelle Dogna ist im Baue und die Stützmauer des Vorplatzes fertig. Die Genehmigung des Projektes des Bahnhofes in Ponteba, dessen Kosten auf drei Millionen Lire veranschlagt sind, wird von der (italienischen) Regierung noch erwartet. Witterung. Laibach, 8. August. Wechselnde Bewölkung, schwacher Rcgcn, nachmittags Sonnenschein, windstille. Wärme: morgens 7 Uhr-j-180«, nachmittags 2 Uhr 24 2« 6. (1877 -j- 27 1»; 1876 -j- 22 8' 6.) Barometer 736 97 mm. Das gestrige Tages-mittel der Wärme -s- 218°, um 2 0° über dem Normale. Angekommene Fremde am 7. August. Hotel Stadt Wien. Hein, Maurer, Arch. — Buß sammt Gemalin, Karlsruhe. — Kratky, k. k. Polizei-Official, Görz. — Hofstätter, Hofrath; Harditzky, Hofbeamter; Stumme, Privat; Herzl, Entremont, Kflte., und Grünwald, Reis., Wien. — Binder, Forstinspektor, Graz. — Jaschke, Trisail. — v. Villee, Oberstgattin, Triest. Hotel Elefant. Steche Amalia und Schwachoser sammt Familie, Triest. — Matzenauer, Privatbeamter, Wien. — Schleimer, Kfm., Warschau. — Leibl, Pensionist, s. Familie, Zara. Hotel Europa. Novak, Honsberg. — Werdmüller v. Elgg, Wien. Baierischer Hof. Speranzon, Hdlsm., Treviso. — Kralii und Kauöiö, Krain. — Goller, Hdlsm., Etzenberg. Mohren. Kansck Maria, Kansek Franziska, Friskoviz Helena uud Lebik Margaretha, CM. — Krug s. Familie, Wien. — Nemee, Prag. — Kullnig Fanny, Klagenfurt. Verstorbene. Am 7. August. Josefa Marinko, Tabakfabriks-ArbeiterStochter, 2 I., Brunnengasse Nr. 3, Tuberkulose. Lebensmittel-Preise in Laibach am 7. August. Weizen 7 fl. 15 kr., Korn 4 fl. 88 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 4 fl. 88 kr., Hirse 5 fl. 85 kr., Kukurutz 6 fl. 20 kr. per Hektoliter; Erdäpfel — fl. — kr. per IM Kilogramm; Fisolen 9 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinsett 82 kr., Speck, srischer 70 kr., geselchter 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 54 kr., Schweinfleisch 66 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. per 100 Liter. _______________ Gedenktafel über die am 12. August 1878 stattfindenden Li-citationen. aus. Mittags besuchte Se. Majestät den deutschen Kaiser, bei welchem nachmittags ein Diner stattfand. Wien, 7. August. Die „Wiener Abendpost" meldet: Vom 13. Armeecorpskommando sind bis jetzt keine weiteren Nachrichten eingelangt. — Nach Besetzung Mostars empfing Divisionskommandant Jovanovic am 6. August eine Deputation aller drei Consessionen. Mittags erfolgte feierlicher Einzug der k. k. Truppen in die Hauptstadt Herzegowinas. Jovanovic ernannte sodann einen neuen Kadi und konstituierte die auseinandergesprengte Medschliß. Der Truppenzustand ist besser. Nassensuß. - 3. Feilb., Götzl'sche Real., Laibach, LG Laibach. — 1. Feilb., Smole'sche Besitzrechte, Stein, BG. Oberlaibach. — 1. Feilb., Rozman'sche Real., Rosenberg, BG. Nassenfnß. — 1. Feilb., Simoniii'sche Real., Arto, BG. Gurkfeld. Telegramme. Teplitz, 7. August. Kaiser Franz Josef wurde hier enthusiastisch empfangen ; er dankte für den schönen Empfang und sprach seine Freude über den herzlichen und taktvollen Empfang des deutschen Wir wünschen mit einer keiftunggsäkigen AMiil-kbiill in Verbindung zu treten, und erbitten uns Offerte: V. Mied L All in Prag. (359) 2 -2 Fracht- und Cilgutbriese mit 8üä- mä Kuäoksöaim^mxek stets vorräthig in LIkilM L MM Buchhandlung in Laibach. ?! Buch- und Papierhandlung, LLkl S. 1111, Unter der Trantsche 8. Reich sortiertes Lager aller Bureau- und Comptoir-Requi-fiten, Schreib-, Zeichnen- und Maler-Uteusilien, Copier-, Notiz- und Geschäftsbücher. Neuestes iu Papiereonfeetio». Für den Vertrieb eines sehr gangbaren Artikels ohne jede Auslage werden Personen aller Stände in der Provinz gesucht. Schriftliche Aufragen unter „Nebeneinkommen" befördern Koller L Lomv., Annoncen-Expedition, Wien, Riemer-gaffe 13. (309) 20-14 Prilyeffen-Wnffcr, echt, per Flacon 84 kr., stets frisch vorhanden bet Lku I Lärm« ei. (266) 11 Wiener Börse vom 7. August. Allgemeine 8taat»-läulä. apierrente ......... Ulberrente ......... Goldrente.............. StaatSlose. 1839. . . . 1854. . . „ I8SU. . . 1860(5tel) „ »864. . . « Anleken. Donau-Siegul.-Lose Ung. Pramienanlehen wiener Anlehen . . . Aetie» ». Lank«». Lrebitanstaltf.H.U.G. L»compte-Ges.,n.ö. . Nationalbanl. . . Geld SS SO «SSO 7» 7« 318'— 108' 113 25 121 50 142-25 84' 76— 77— 78'75 104 75 84 25 93— LSI'- 822-— Aktie» v. Tei»ip,rt U»t»»el>«>>a,«a. Mfold-Bahn........... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westbahn . FerdinandS-Nordb. , Franz-Joseph-Bahn, Galiz. Karl-Ludwigb L-mbera - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . Ware SS 6V 65-80 73 80 SIS'-10» 5V 113 75 ISS — I42 7S 123 50 493 -171 -204S 136— 238 SO 13350 550— 84-75 76 50 77'5l> 79 SV INS— 84 50 93 25 rei-io 824-— 124 495 — 171-5« 205» 137— 238-75 134 — 552 - Nordwestbahn . . . RudolsS-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Psanäiriese. Bodenkreditanstalt in Gold.......... in österr. Währ. . Nationalbanl.... Ungar. Bodenkredit- Driorität»-Gölig. Elisabethbahn, l.Lm. Ferd.-Nordb. i. Silber ^ranz-Joseph-Bahn. ^aliz-S-Ludwigb, I.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, I. Em. Südbahn » 3 Perz. ^ ^ 5 „ . Priontkos«. Sreditlose ......... Rudolssftiftung. . - Devise». London ............. Geld 116 50 IL3-SV 261 50 76 1L1-S0 Lellsort«». Dukaten............ 20 Franc« . . . . Ivo d. Reichsmark Silber............ Ware 117— 124 — 262-— 76-iS 122— 108 — 94 — 98-90 94 25 91— 104-50 89 99-7S 88-50 68 25 15750 112— 95-25 16»— 14-75 11560 SSL 9-27 57 20 100 80 108-50 94-50 99— 94-75- 91-S0 105— 89-25 100-88-75 69 50 158'— 112 50 95-50 1S2 50 »525 H5S0 5-5, 9 iS 57-25 100-SO Telegrafischer Änrsbericht am 8. August. Papier-Rente 63 25. — Silber-Rente 65 70. - —-Rente 73 35. — 1860er Staats-Anlehen 112 75. — Bankaktien 818. — Kreditaetien 260-—, — London 115 95. ---Silber 101— — K. k. Münzdukaten 5 52. — 20-Francs-Stücke 9-28. —100 Reichsmark 57 20. Druck von Jg. V. Kleinmahr L Fed. Bamberg. Verleger: Lttomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.