Po*tM« plaln« r golaväi Deutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat Vchristleituag und »erwaltvn«,: Pre!er»ooa »lica S, Telephon Nr. 21 (immirban) j Bezugspreise für da; Inland: vierteljährig t0 Din, halbjährig MD in. g«q. »n?L«ldignngen werden m der yersalt,ng zu billigsten Hedühre« entgegengenommen s jährig 160 Din. Für das «»»land »»«sprechende Erhöhung. Einzelnummer Din IS0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag | Celje, Donnerstag, den 10. Jänner 1935 || 60. Jahrgang Rummer 3 Was bringt die Zeit? •gy *• ' « Der ftanzösische Außenminister Laval stattete »or wenigen Tagen der italienischen Hauptstadt und Mussolini den bereit» von Barthou geplanten offiziellen Besuch ab. Laval hatte sich dazu urplötzlich entschlossen. Nun, nach den feierlichen Empsän-gen und Staatsakten, die eine solche Zusammenkunft immer begleiten, heißt es, sich über das Ergebnis Rechenschaft zu legen. Das offizielle Ergebnis ist »och den vielen Worten recht groß, wenn man aber zusieht, für eine wirkliche Befriedung Europas recht Nein. Freilich, die Tatsache, daß Italien und Frank-reich sich überhaupt verständigten, ist zweifellos un> geheuer gewichtig. Es steht aber die Frage nach den Früchten dieser Verständigung. Da stellt sich eben heraus, daß eigentlich etwas Greifbares nicht vereinbart wurde. Zum mindesten ist das, was man bisher erfährt, nichts besonders Aufregendes. Mussolini und Laval haben nach einer Halbamt-lichen „Havas" - Mitteilung folgende Abkommen grundsätzlich ausgearbeitet: 1. Ein schriftliches Abkommen über die Gleich-heit der Ansichten in den Hauptfragen der europäischen Politik. 2. Eine Empfehlung Frankreichs und Zta-Hm an die Rachfolge- und Nachbarstaaten Oesterreichs (Deutschland, Oesterreich, An-gärn, Jugoslawien, Rumänien, dieTschechoslowakei und Polen), unter sich ein Abkommen »der die Gewährleistung der gegenseitigen Achtung der Grenzen und der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten abzuschließen. 3.) Ein Konsnltativpakt zwischen Frankreich und Italien, sich bei Ereignissen, die die Unabhängigkeit Oesterreichs von innen oder an he« bedrohen, ins Einvernehmen zu setzen. Die oben genannten Staaten sollen zum veitritt eingeladen werden. 4) Ein Abkommen über die französisch-italienischen Kolonialfragen in Afrika. Die unter 1. und 2. aufgezähllen Abkommen lind gewiß Erfolge, aber Lolalersolqe für Italien und Frankreich. Die unter 2. und 3. aufgezähllen Pakte, deren Wortlau» übrigens noch gar nicht be-kannt ist, sind vorläufig nur Borschläge, Empfehlungen. Sollen sie Wirklichkett werden, so sind sie geeignet, die europäische Politik auf absehbare Zeit hinaus mtt Konfliktstoff zu versorgen. — Die Grenzen im Donauraum find ja gar nicht bedroht. Der ungarische Revisionismus, den Mussolini bisher gestützt hat, ist ja durch die Gleichhett der Ansichten zwischen Italien und Frankreich lahmgelegt, denn Frankreich ist als Hüter des Versailler Vertrages gegen den Revisionismus. Es handelt sich also wohl oder übel lediglich darum, Deutschland die Hände zu binden. Im übrigen scheint die Römische Zusammen-kunft nach Pressemeldungen auch ein geheimes Mi-lttärabkommen und ein reiche» Geldgeschenk für Italien gebracht zu haben. Darum scheint es nicht so unwahrscheinlich, daß. wie das „Berliner Tage-dlatt" schreibt, diese ganzen Pakte lediglich zur Rar-kotlsierung der wirklich wichtigen Fragen dienen. Konferenz der Kleinen Entente in Slowenien Wie „Slovenec" meldet, findet am 11. d. M. in einem noch zu bestimmenden Orte der Drau-banschast eine Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente statt. Die Konferenz wird sich mit dem Römischen Abkommen befassen. Nach den Be-sprechungen begeben sich die Minister gemeinsam zur Saarsitzung de» Völkerbund» nach Genf. Neue Bane und Senatoren Durch Erlaß des königl. Regentschaftsrates hat S. M König Peter ll. ernannt: Dr. Bogoljub Kujund^ic zum Bonus des Vrbasbanats! Dobrica Matkovic zum Banus des Morava-banal»; Dragoslav Djordjevic zum Bonus des Vardarbanats (früher Banus de» Vrbasbanats); Mihajlo Vasovic zum Banus des Donaubanats. Milan N i k o l i k, früher Banus des Moravabanats, wurde auf Vorschlag des Ministerpräsidenten zur Disposition gestellt. Zu Senatoren wurden ernannt: Finanzminister Dr. Milan Stojadinovic, der Oberinspektor des Ministerpräsidiums i. R. Rado-slav Dunjic, der Professor i. R. Vatroslav C a n j u g a. Amnestie Der Regentschastsrat hat im Namen S. M de» Königs Peter ll. ein Gesetz über die heurige Neujahrsamnestie erlassen. Es bezieht sich auf alle Pressedelikte und Vergehen gegen das Forstgesetz, die bis zum 1. Jänner 1935 begangen wurden, gleichgültig, ob da» Verfahren schon eingeleitet wurde oder nicht. Ausgenommen sind Delikte, die nach dem Staatsschutzgesetz und nach den Para-graphen 142, 143. 144, 146, 148 und 149 des Forstgejetzes abgeurteilt wurden. Ferner wird allen jenen Personen die Strafe erlassen, die von den Militär- und Zivilgerichten bis zu drei Monaten und bis zu sechs Monaten verurteilt wurden, wenn es sich nicht um Prioatklagen oder Vergehen gegen da» Staatsschutzgesetz handelt. Von der Amnestie sind ferner ausgenommen jene Personen, die sich als Beamte bestechen ließen, in» Ausland flüchteten oder zur Hauplstrafe noch eine Nebenstrafe wie Ehren-rechteverlust oder Dienstverlust erhielten, ebenso jene Personen, die bereits bedingt verurteilt wurden. Montag abends Ergebnis der Saarabftimmung Die Oeffentlichkeit ist auch bei uns gespannt auf dis Ergebnis der Saarabstimmung. Es ist be-reit» bekannt, daß nicht wie bei den reichsdeutschen Volksabstimmungen das Ergebnis der Wahl am gleichen Tag verlautbart wird. Die Prozedur mtt der vielfach gesicherten Zählung der Stimmen bringt es mit sich, daß alle Wahlurnen in das Zentral-Wahllokal geschafft weiden müssen. Trotzdem wird man aller Warscheinlichkeit nach schon am Montag den 14. Jänner in den späten Abendstunden das Ergebnis der Saarabstimmung erfahren. Es wird telephonisch an den versammelten Bölkerbundrat nach Genf geleitet und dann gleichzeitig dort und in Saarbrücken veröffentlicht. Die Zählung wird voraussichtlich um 19 Uhr am Montag beendet sein. Das deutsche Winterhilfswert 1933 34 jugoslawische Staatsbürger unter den »«teilten Nach dem kürzlich erschienenen Rechenschasts-bericht des Winterhilf-werks des deutichen Volkes 1933/34 sind auch 38 053 Juden und 57.184 Aus-länder vom Winter hilfs werk unterstützt worden. In Berlin allein befanden sich darunter 19 jugo-stawische Staatsangehörige. Die Gesamtleistung de» Winterhilfswerks betrug 350 Millionen Reichsmark. Die Unkosten an Gehältern, Büromaterial und dergleichen beirugen noch nicht 1'/, vom Ge-samtaufkommen. Das diesjährige Winterhilfswerk läßt ebenfalls ein hervorragende» Ergebnis erwarten. Friedensgrundlagen Zur Zusammenkunft in Rom E.P. Die letzten Wochen und namentlich die Tage sett Jahresbeginn stehen im Zeichen eine» auf-fallend gemeinsamen Friedenswollens und Frieden»-bedürfnisses der europäischen Staatsmänner. Am europäischen Frieden wird aber schon seit dem Ende de» Wellkrieges gearbeitet, trotzdem damal» für ewige Zetten der Friede von Verfeilles geschlossen und im Völkerbund verankert wurde. War also seit 1919 nicht Friede? Dann war das damals wohl nur der offizielle Kriegsschluß, der eigentliche Frie-densschluß muß also erst kommen. Und wie es scheint, ist es ein schweres Stück Arbeit, diesen Frieden zu schließen. Denn die Arbeit daran hat schon bedenk-lich viele Außenminister verbraucht. Immer wieder wurden diplomattsche Großtaten vollbracht sett dem Weltkriege und immer wieder hieß es, jetzt ist der Friede Europas gesichert, nun beginnt die neue Zeit. Wozu dann immer neue Pakte, wo doch am An-fang aller europäischen Nachkriegspolitik der allum-fassende Großpakt des Völkerbundes mtt allen seinen Anhängseln stcht? Jeder der fast 350 Millionen Westeuropäer, der mtt ein bißchen Vernunft diesem Paktschließungs-spiel um Mittel- und Westeuropa zusieht, der steht oder stand schon längere Zett hoffnungslos verwirrt vor diesem Getriebe. Es sagt ihm nichts mehr, denn es scheint ihm die furchtbare Gewißheit auf, daß die ganze Großmächtepolitik nicht den Zweck hat, den Völkern Europas eine „bessere Zett" zu brin-gen, sondern daß hier ewig wechselnde Köpfe jeder nach seiner eigenen Konzeption mtt den Staaten wie mtt Dingen herumoperieren, während da» Leben der Staaten, ihre Wirtschaften hoffnungslos ab-sinken. Die Staatsmänner schließen Pakte, reden vom Frieden, dabei ist es dem Kaufmann, der die Steuern zahlt, nicht möglich, seinem Geschäftspartner in einem anderen Lande eine kleine Summe Geldes ohne tausenderlei Umstände zu schicken. Geschieht also alles, was im Interesse der Völker das beste ist? Es geht in Europa schlecht? Das beweißt, daß nicht alle» recht gemacht wird. Jeder Angestellte, jeder Taglöhner, der seinen Dienst nicht so versieht, wie es seinem Dienstgeber zum Vorteil gereicht, wird unbarmherzig entlassen. Ist nicht auch die Staats-kunst ein Dienst, den man gut oder schlecht ver-richten kann? Wer entscheidet über dieses „gut" und „schlecht"? Das Ergebnis! Und nur dieses. Läßt man also das Europa der Nachkriegszett ur-teilen, ohne auf den Ordensegen Rücksicht zu neh-men, so war die Staatskunst der europäischen Staats-männer sett Kriegsschluß schlecht. Ist es nicht typisch, daß noch alle wirklich entscheidenden Konferenzen wie jene über die Abrüstung und die internationalen Wirt-schaftsfragen ohne Ergebnisse aufflogen? Und gerade die Wirtschaft ist so entscheidend? So wie der einzelne Mensch muß auch das Volk in erster Linie etwas zu beißen haben, ohne betteln zu müssen. Wir hoben aber einen Haupibettelstaat in Europa, der sich nicht selbst er» nähren kann und sich nun sett dem Weltkriege mtt Frack und Hochzylinder aus vornehme Weise durch Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 3 seine Geschichte bettelt. Fast alle wirklich ernsten Problem« tarr Nachkriegszeit rühren von dort her! Hier ist also eine Wunde. Das Problem Mittel» europas besteht nicht darin, daß man eilt« Anzahl von Völkern ihre zu Recht geforderten Staaten gi-geben hat, was zwei Keinen Nachfolgestaaten nicht zusagt, sondern darin, daß man ein aus sich selbst nicht lebensfähiges Stück deutschen Volkes, da« in dieser Form nicht geschichtlich geworden ist, als einen stündigen Stein des Ausstoßes stehen lieh. Damtt hat man nicht nur einen ewigen Konflikt-ftoff geschaffen, sondern auch alle, durch die Bank alle mitteleuropäischen Staaten mit der Aufpasserei auf diesen Staat schwer belastet. Das bedeutet na-mentlich für die drei jüngsten Nationalstaaten im Donau - Balkanraum eine ständige Entwicklung?-Hemmung. Dies ist zu überlegen, wenn auch in den letzten Tagen in Rom wieder große Friedens-trmmphe gefeiert und Orden ausgeteilt werden. Es ist erfreulich zu hören, mit wieviel Verständnis etwa der ftanzösische Außenminister an die Arbett ging, wenn er in einer Bankettrede sagte: „Wir haben unlängst in Genf einen Streit liquidiert, aber der Friede ist noch nicht fertig. Er verblieb auf seiner bisherigen Grundlage. Die Völker wollen aber nicht länger warten. Sie leben in Ungewiß-heil. Sie wünschen jedoch gleichzeitig ein einer besseren Zukunft teilzuhaben und würden für diese auch ihre Freiheit verteidigen". Ja. die Völker, der einzelne Mensch, der sich mtt den schon unerträglich werdenden wirtschaftlichen Krisenzuständen täglich herumschlagen muß. wünscht den Frieden. Aber für ihn — man denke an die Hunderte von Millionen Bauern in Europa — besteht das „europäische Problem" darin, wie er seine Erzeugnisse absetzen kann. Darum mag in der Konzeption der verrannten großen Polttik Europas notwendig scheinen, daß ein halbes Dutzend von Außenpolitiken scharf auf Oesterreich und seinen Nachbarn im Norden aufzu-passen hat, aber Friede, der Wohlstand bringt, ist das nicht. Und der Einzelmensch unterscheidet den Krieg vom Frieden daran, daß er beim einen Leben und Gut für seine Heimat einsetzt, beim anderen aber die Möglichkett hat, in Ruhe zu ar-betten und für seine Nachkommen zu sorgen. Des-halb erscheint es ihm viel wichtiger, die wirklich ernsten und dauernden Konfliktstoffe aus der Welt zu schaffen, damtt der Weg wieder frei werde für ein gedeihliches Wirtschaftsleben unter den Völkern. Das wäre die Friedensgrundlage, die Europa braucht. Laval hat Mussolini zu einem Gegenbesuch nach Paris, und noch von Rom aus die Staaten der Kleinen Entente zum Beitritt zu den mtt Mussolini geschlossenen Abkommen eingeladen. Kulturelle Verluste in Oesterreich Noch nie ist so viel von einer besonderen öfter-reichischen Aufgabe, Sendung oder Mission gespro-chen worden wie in diesen Tagen. Wenn man aber die Pflege von Aeußerlichkeiten, die seinerzett in der Habsburgermonarchie üblich waren, wie die Wiedereinführung der hohen Uniformkragen und Tschakos, des Osflziersstehparterres in den Staats-theatern und ähnliches, nicht als wesenlliche Kulturan gelegenhett ansieht, sondern Theater, Unterrichts-wcicn und ernste Kulturarbeit, so kommt man zur Erkenntnis, daß noch nie österreichisches Erbe und österreichische Werte so vertan wurden wie eben jetzt. Angeblich wird nur Revolutionsschutt hinweggeräumt, in Wahrheit erfolgt eine Vernachlässigung der trotz aller Abwegigkeiten der letzten 15 Jahre mühsam erhaltenen alten Kulturwerte in unglaublichem Aus-maß. Alles wird nach den auwrttär österreichischen Maßstäben gemessen und wer sich nicht als zuoer-lässiger „Vaterländischer" erweist, ist eben Staats-feind. Dieser Maßstab, auf das geistige Leben über-tragen, kann nur verheerende Folgen haben. Ja Aus Stadt Celje Auch Du mutzt helfen Z Vom 13. bi» 19. Jänner Sammelwoche de« Winterhilfswerks Der Winterhilfsausschuß unserer Kultur-bnndortsgruppe wendet sich nochmals dringend an alle Mitglieder und Volksgenossen mtt der Bitte, unser erstes Winterhilfswerk tatkräftig zu fördern. Die letzten Tage haben Hunger und Kälte überall verschärst. Wir dürfen nicht zusehen, wie so viele der Unseren in dieler schweren Zeit darben und Not leiden. Wir müssen ihnen helfen i Unsere Frauenschaft führt dieses wohltätige Werk durch! Kein Volksgenosse soll sich ihren Bitten verschließen! Auch die kleinste Gabe ist willkommen. Wollen wir uns durch das große Beispiel im Reich draußen beschämen lassen? Zwischen dem 13. und 19. Zänner findet für unser Winterhilfswerk „Volksgenossen in Not" die Sammelwoche statt! Kleine Winternotiz Celje, 8. Zänner. Schnee! Er setzt den Waldbergen, dem Schloß-berg und dem Retterberg, dem Annenfitz und Nl° kolaiberg weiße Hauben aus, das erste Eis knistert am Rande der Sann, „die Krähen ziehen schwir-rend flugs zur Stadt, weh' dem, der keine Heimat hat!" Friedrich Nietzsche, der selber toteneinsam die Seele über Eisgipfel führte, hat dieses Winterlied gesungen. Aber wir haben ihn doch gern, den winter-lichen Zauberer, der nun endlich und plötzlich gar so sreigebig seine Farben von der weißen Palette schleudert und das ganze lange Masaryk - Ufer in eine lebendige, auf und ab wirbelnde Flockenwolke hüllt! Wie freuen wir uns da auf unsere sonn-tägige Schneeschuhfahri! — _ Motorfahrzeuge, Fiaker und Fahr-räder anmelden! Amttich wird bekanntgegeben: Die Besitzer von Fahrrädern im Bereich des Celjer Polizeipräsidiums (Celje Stadt, Gaberje, Zavodna, Breg. Liste und Laoa) zahlen die Iah-resgebühr nicht wie bisher bei der Steuerverwal-tung, sondern kleben auf den Anmeldungsschein außer der Anmeldungstaie von 5.— Din noch einen Stempel von 20.— Din, zusammen also 25.— Din. Die so gestempelten Anmeldungsscheine und das Verkehrsbüchel sind bei der städtischen der Tat hat auch beretts eine Massenflucht von Künstlern und Gelehrten und gerade der sähigsten jungen Wissenschaftler eingesetzt. Freiwillig waren diese wertvollen österreichischen Deutschen nicht ge« gangen; aber man hat ihnen den Lebensunterhalt entzogen, sie mtt Schikanen verfolgt, ihr Gewissen zu beugen versucht, ihnm überall Schwierigketten bereitet, so daß ihnen nichts als ein Weggang von Oesterreich überblieb. Wiener Staatsoper! Das Wort hatte einen fast mystischen Klang. Die erste deutsche Opern-bühne, wahrscheinlich sogar die beste Opernbühne der Welt. Die Schwierigketten der Nachkriegszeit wurden überstanden, eine neue Blüte der Opera-kunst erwuchs. Da begann man im vergangenen Jahr, Sänger und Philharmoniker, wett sie auch im Deutschen Reich künstlerisch tätig waren, zu ver-Wichtigen, hielt bei ihnen Haussuchungen, leitete Bespitzelungen ein. Jedenfalls tat man alles, um ihnen das Leben nicht zu angenehm zu machen. Als in Berlin Furtwängler zurücktrat und Krauß, dem man sett Jahr und Tag in Wien einen Knüppel nach dem andem in den Weg geworfen halte, an desien Stelle berufen wurde, machte man in Wien mtt seltenem Ungeschick eine polttische An-gelegenhett daraus. Das Verhallen offizieller Stellen und Land Polizei (Zimmer 36) zur Bestätigung vorzulegen. — Für alle anderen mÄdepflichligen Fahrzeuge wird die Jahrestar« bei der Sleuervenoaltung ent-richtet, die Anmeldegebühr hingegen beim zustäadi-gen Verwalwngsamt, wo das betreffende Fahrzeug in Evidenz gehatten wird. Der letzt« Termin der Einzahlung ist der 31. d. M. Reue Amtsstunden beim Kreisgericht. Beim hiesigen Kreis- und Bezirksgericht sind neue Amtsstunden eingeführt worden u. zw. täglich vo« 8—12 und von 14—17 Uhr. Die Amtsstunden am Samstagen bleiben unverändert. Endlich Schnee! So schwer mußten wir schon lange nicht auf die weiße Winterdecke warte» wie Heuer. Am Dienstag den 8. Jänner setzte end-lich ein ausgiebiger Schneefall ein, nachdem es ei» paar Tage vorher unerheblich geschnett hatte. Die Skifahrer find nun restlos glücklich und auch der Bauer freut sich für seine Saat und seine Bäume, denen das milde Wetter der letzten Wochen bereits eine andere Jahreszeit vorgetäuscht hatte. — Für unsere Stadt und ihre Bewohner bedeutet der umfangreiche Schneefall allerdings nur eine geteilte Freude. Denn der Schnee wird bei uns erfahrungs-gemäß, wie in jedem Dorfe überall auf dem Lande, liegen gelassen, bis er ihm einfallt, unter der steigenden Sonne gemächlich wegzuschmel>e». Bestenfalls wird der Schnee an den Gehsteigen z» Bergen aufgetürmt, wo er dann verschmutzt, eine Zierde und eine Verkehrsförderung bedeutet und noch etwas länger braucht, um wegzuschmrizen. Die Bürgerschaft ist wenig erbaut über diese Begleiterscheinung des sehnlich erwarteten Winters. Da sie aber nicht hergehen und den Schnee auf eigene Faust wegtragen kann — das würde übri gens auch kaum erlaubt werden, so ergeht an die Stadtverwallung die Bitte, in diesem I.chre we-nigstens in den Hauptstraßen für die Adräumuug des Schnees zu sorgen. Arbettslose gibt es genug. Statt daß man ihnen für Nichtstun eine Unterstützung gibt, sollen sie für dieses Geld einmal z»-fassen. — Es werden auch wieder Tage kommen, an denen die Gehsteige mtt Glatteis dedeckt sein werden. Wer möchte sich bei einer solchen Gelege»-hett ein Bein brechen? Es wär« darum auch zweck mäßig, erneut mtt Nachdruck daraus hinzuweise», daß die Gehsteige gereinigt und bestreut werden müssen! — Bei dieser Gelegenhett sei auch auf den Umstand hingewiesen, daß di« Geschäftswelt mtt einer Erhöhung der Steuer für Fahrradständer von 25.— auf 100.— Din je Loch bedacht worde» ist. Wenn also ein Geschäftsmann Dienst a« Kunden treibt und verhindert, daß die Fahrräder an die Hauswände, Firmentafeln, Schaufenster usw. angelehnt werden, so kostet ihn diese Freundlichkeit noch gute 600.— Din im Jahre. So sollte den» doch nicht umgegangen werden mtt dem gute» Willen der besten Steueiyahler! Dieses Vorgehen muß dazu führen, daß die Geschäftsleute die Fahr radständer wieder abschaffen. Also geht die Statt-gemeinde leer aus. auf der anderen Seite aber iß da» radfahrend« Publikum geschädigt, wett z. B. der mtt dem Rad von auswärts Gekommene dies« irgendwohin stellen muß, wo es ihm erfahrungs- und der Kritik erzielte die verderbliche Wirkung, daß mtt Clemens Krauß die besten Sängerinnen und Sänger Wien verlassen nach Seriin gehen. Vom Sopran: Ursuloac, Kern, Reining; vom Alt: Rü»-aer, Szaniho; vom Baß: Manowarda, (Richard Mayr geht in Pension); vom Bariton: Hamme», Chullmann, vielleicht Jerger: vom Tenor: Ros wänge. Völker. Zimmermann, Domgras-Faßbänder. Das Programm noch Krauß' Abgang, der von Wien noch beschleunigt wurde, ist geradezu trostlos. Ohn« Gäste geht es überhaupt nicht u«d die find auch nicht immer erstrangig. So steht jäh ein Kullurinstttut erste» Ranges vor dem Niedergang. Und auf den Sprechbühnen scheint man eine ähnliche Entwicklung nur zu gern zu sehen. Wer auch in Berlin oder in einer anderen deutschen Stadt spielt, der wird als ein Verräter an Oester-reich angesehen. Man hat sich so verrannt, daß man sich als letzten Hort des wahren Deutschtums fühtt und jeden, der nicht nur Oesterreich sagt und dem größeren Deutschland absagt, als Staatsfeind, als abtrünnigen Deutschen ansieht und ihm jede Qualität abspricht. Es sei nur darauf verwiesen, daß eben in der Wiener Press« wüst gegen Bau! Harimaun gehetzt wird, weil er in Berlin gastiert? Und solche Nummer S Deutsche Zeitung Säte « «näß wenn nicht gestohlen so doch durch Lau»-der« beschädigt wird. Am iweckmäßigsten wäre t*, wenn die Stadtgemeinde für auswärliqe Be-suchn mit Fahrrädern ein oder zwei Stellen bezeichnen würde, wo die Räder eine geringe Gebühr angeschlossen werden können. Für einen ent-sprechenden Plan ist Zeit bis zum Frühjahr. Gestorbene im Dezember 1834. Inder Stadt: Ribic Franz, 47 A. Kaufmann aus Maribor; Dimetz Marie, 68 I., Besitzerin; Filipic Kranz, 66 I., Postunterbeamter L R; Gajsek Marie. 74 I., Swdtarme- Vodopioec Agnes, 73 Arbeiterswitwe; Fohn Franziska, 80 I., Oberwaffenmeisterswttwe. Im Krankenhaus: öramel Ivan, 30 A, Besitzer aus Pristava; Zu» fonc Martin, 73 3~ Knecht aus Celje okolica; Polutnik Helene, 64 I., Taglöhnerin aus Mozirje: Oplotnik Martin, 2 I., Be>itzerssohn aus Grajska vas i Korze Josef, 46 I., Bahnbediensteter aus Ponikoa: Pecar Ivan, 70 I., Gemeindearmer aus ökofja vas: Trupej Anna. 74 I., Auszüglerin aus Teharje! Ogrizek Gizela, 29 I., Näherin aus Triester Strecke den Tod. Vorübergehende fanden ihn in dieser Lage und meldeten den „Mordversuch" der Polizei, die den Mann, da er beim Verhör in Widersprüche geriet, verhaftete, wo er nach Ge-aesung vom Nervenzusammenbruch auch gestand, daß kein Ueberfall—srin« erst« Ausrede, slatigefunden, sondern daß er aus die gewiß nicht alltäglich« Art den Freitod gesucht hatte. Räch 20 Iahren heimgekehrt — von Mutter und Schwester ermordet In Oravica, etwa 30 km von Belacrkva auf rumänischem Gebiet, trug sich dieser Tage ein entsetzliches Verbrechen zu. Peter Nikoleu war vor «twa 20 Jahren au» dem Dorfe auf Arbeit ge-gangen. Er arbeitete in Rumänien und Ungarn, verheiratete sich und ersparte sich eine schöne Summe Gelde». Nach 20 Jahren beschloß er, seine Mutter «nd seine Schwester, die er in Oravica zurückgelassen hatte, zu besuchen, ohne sich jedoch vorher an-zumelden. Frau und Kind ließ er bei einem Ver« wandten und er selbst ging gegen Abend zu seiner Mutter, die im Dorfe ein kleine» Gasthaus hatte. Da ihn Mutter und Schwester nicht erkannten, be-schloß er, sich an diesem Abend nicht erkennen zu geben, sondern sie erst am nächsten Tage zu über-raschen. Er nahm sich im Gasthaus ein Zimmer und oertellte das mitgebrachte Geld. 30.000 Dinar, das er seiner Mutter, Schwester und einigen anderen Verwandten zu geben vorhatte, in gleiche Teile und ließ e» auf dem Tische liegen. Sein Zimmer ver-schloß er nicht. Al» die Mutter in der Nacht da» 2immer betrat und auf dem Tische da» viele Geld gen sah, eitte sie sofort zu ihrer Tochter und beide Frauen beschlossen, den Fremden zu ermorden und sich sein Geld anzueignen. Ihre Absicht führten sie sofort au» und erstachen den schlafenden Fremden mit einem Küchenmesser. Am folgenden Tag in der Früh kamen die Frau und da» Kind de» Ermordeten, wurden freundlich von der Schwiegermutter und Schwägerin aufgenommen, die Frau mußte aber zu ihrem Er-staunen erfahren, daß ihr Mann nicht da sei. Als sie erwiderte, er müsse da sein, da er Mutter und Schwester einen Tag vorher aussuchen wollte, gingen den beiden Frauen die Augen auf und sie wurden sich dessen bewußt, daß sie ihren Sohn bezw. Bruder ermordet hatten. Die Gewissensbisse beider Frauen waren der» artige, daß sie beide Selbstmord begingen. Die Schwester sprang in den Brunnen, wurde zwar herausgezogen, starb aber bald darauf. Die Mutter erhängte sich. Wirtschaft u.Verkehr » Ein Erlaß des Finanzministers über die Erwerbssteuer. Gegen die Erwerbssteuer-bemessung für da» Steuerjahr 1934 sind besonders viele Beschwerden eingelaufen. Zum Großteil han-delt e» sich um die Anwendung de» § 7 der Steuernovelle, namentlich um da» Mindeststeuer» grundlage nach dem Mietzins. Der Finanzminister hat nun, um Vollstreckungsmaßnahmen gegen die beschwerdesührenden Steuerzahler wegen des höheren Steuerunterschiedes, bis zur „Berichtigung der fiskalischen Uebertriebenheiten, die etwa im Be-schwerdeverfahren festgestellt werden sollten", ver-fügt, daß mit der Eintreibung des Stellerunter-schiede? bis Ende März gewartet werden soll, wenn im Beschwerdeverfahren zwischen der Bemessung für 1934 und jener für 1933 ein bedeutender Unterschied festgestellt wird. Wenn die Steuer für 1934 nach dem Mietzins für Wohnung und Lokal in größerer Höhe bemessen ist, obgleich authentische Daten für eine niedrigere Bemessung vorliegen, die ~ I' blich 01" 1933, ist im Beschwerdesall bis End« März bloß aber jedenfalls erheblich größer wäre als jene für jener Teil des Unterschied«» einzuheben, welcher der Steuer bei der Bemessung nach den amtlichen Daten entspräche. Der Rest ist erst nach der Ent-scheidung über die Beschwerde einzuheben, und zwar bi» Ende März 1935, wenn die Entscheidung vorher ergeht. Ist die Steuer für 1934 nach dem Mietzins bemessen und liegen keine zuverlässigen amttichen Daten vor, so ist mit der Eintreibung de» g & höheren Unterschieds gegen 1933 bis zum Bescheid über die Beschwerde zu warten. Erfolgt dieser vor Ende März, so ist der Unterschied bi» Ende März einzuheben. Fremdenverkehr Frühling auf den glücklichen Inseln Unter diesem Motto veranstaltet die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft mit dem beliebten, luxuriösen Ausflugsdampfer „Monte Rosa" zwei schöne Seereisen nach den atlantischen Inseln, Marokko, Südspanien und Portugal. Die genannte Route umfaßt folgende Anlaufhäfen: Hamburg — Madeira — Tenerife—La» Palmas— Casablanca (Rabat) — Cadiz (Sevilla)- Lissabon— Vigobucht—Hamburg. Die erste Reise beginnt in Hamburg am 30. Jänner und endet in Hamburg am 20. Februar, die zweite Reise beginnt in Hamburg am 23. Februar und endet in Hamburg am 16. März. Der Fahrpreis, der außer einer bekannt reich-lichen und abwechslungsreichen Verpflegung, noch die Kosten der Aus- und Einboolungen und die bestehenden Staatsabgaben in den verschiedenen Häfen umfaßt, ist von RM 170.— an. Auf Grund des Reiseab ommens zwischen Jugo-slawien und Deutschland kann auch der Fahrpreis in Registermark zum Kurse von Din 14— beim Reisebüro „Putnik" erlegt werden. Insgesamt können zur Bestreitung de« Fahrpreis« und der sonstigen persönlichen Ausgaben Registermork bi» zum Betrage von Din 10000.— bezogen werden. Jeder Reisetellnehmer bedarf eine» Passe», der für Auslandsreisen giltig ist. Für Teilnehmer, die sich an der ganzen Rundreise von Hamburg bi» Hamburg beteiligen, ist irgend ein Visum für die angelaufenen Plätze nicht erforderlich. Das Molvrschiff „Monte Rosa" ist mit Funken-telegraphie ausgerüstet und während der ganzen Reisedauer funkentelegraphisch über die Küpenfunk-stelle Norddeich zu erreichen. Alle Auskünfte, Anmeldungen, Kabinen-reservierungen, Beschaffung von Registermark bei Putnik, Celje, Krekov trg, Tel. 119, Putnik, Mari-bor, Aleksandrova 35, Tel. 2122 und PutnS, Gornja Radgvna, Postgebäude. Sport Skikurs am Smrekovec. Für den Skikur» am Smrekovec, welcher vom 13. bis 20. d. M statt-findet, ist nun endlich genug und reichlich Schnee gefallen. Die letzten Schneebericht von Dienstag abends sind: Etwa 1 m Pulverschnee auf einer Unterlage von 20 cm Altschnee. Alle Teilnehmer treffen sich Sonntag den 13. d. M. um 8 Uhr früh am Bahnhof in Celje. Abfahrt um 7.40 mit dem Sanntalerzuge. Die Fahrkarte ist bi» öostanj zu lösen. Noch nicht angemeldete Teilnehmer können den Kursbettrag bei Beginn des Kurse» in der Hütte zahlen. Die Herrenklubmeisterschaft findet heuer nach der Damenslalommeislcrschast im Rahmen der Sportwoche am 3. Februar bei der Celjska koca statt. Die deutschen Großstädte Nach der eben erschienenen Reichsstatistik zählen folgende deutsche Städte Über 100.000 Einwohner: Ueber eine Million Einwohner zählen nur Berlin mit 4,242.501 und Hamburg mit 1,129.307 Einwohnern. Ueber eine halbe Million Einwohner weisen auf: Köln 756.605, München 735.388. Leipzig 713.470, Essen 645 461. Dresden 642.143, Breslaa 625.198, Frankfurt a. M. 555.857 und Dortmund 540.875. Ueber eine Viertelmillion zählen: Düsseldorf 498.600, Hannover 443920, Duisburg-Hamborn 440.419, Stuttgart 415.028, Nürnberg 410 43V, Wuppertal 408.602, Chemnitz 350.734, Gelsen« kirchen 332.454, Bremen 323.331, Königsberg 315.794, Bochum 314.546, Magdeburg 306.894. Mannheim 275162, Stettin 270.747. Ueber 100.000 Einwohner verzeichnen: Altona 241.970. Kiel 218.335. Holle a. S. 209.169. Oberhausen 192345, Augsburg 176575, Kassel 175.179, Braunschweig 166817, Krefeld-Hardingen 165.305, Aachen 162.774, Wiesbaden 159755. Karlsruhe 154.902, Hagen 148.314, Erfurt 144879, Mainz 142.627. Solingen 140162, Mühlheim a. R. 133.279, Hindenburg 130433, Lübeck 129 427» München-Gladbach 126.631, Münster i.W. 122.210, Bielefeld 121.031, Plauen 113.855, Horburg, Wilhelmsburg 112.593, Gleiwitz 111.062, Ludwig»-Hafen a. Rh. 107 344, Remscheid 101.188, Würz, bürg 101.003, Beuchen 100.584. Leset und verbreitet die „Deutsche Zeitung" Perfekte Köchin sofort für kinderlo««n Hauihalt nach lleofTrad gnaacht. Bedingung «elbtt&odigee Arbeiten, Uebernahme Ton Hauearbeit einer 5-Zimmerwohnung, WJUeberin wird gesellt, außerdem Stundenfrau. Lohn nach Vereinbarung. IJewur bang mit Bilü und Jahreateugnieiton an Oberingenieur leahauaen, Beograd, Kotier t-pomouik 5. Haustochter Qottacheorin, 21 Ja^re alt, 3 Jahre im Dienst gewesen, kann Niben und öerrier^n, wfinxht in (VI)« bei einer 1 deutachen Familie (er. iwei liiere Heraoheften), wo »ie aueh mitkochou kann, unterzukommen. Antrlge an die Verwaltung de« Blatte*. Drucksachen für Handel, indiwtnu u Uewerbe. liefert prompt Yerelnsbncbdnckerel Danksagung F&r die vielen Beileidsbezeigungen und Blumenspenden anläßlich de« Hinscheidens der Frau Franziska (Freifrau) von Warzbacti drücken den wärmsten Dank aus Ljubljana, 0. Jänner 1935. die trauernden Hinterbliebenen. $twter, Lerltger uab §etanlgcbcx: QtmnSbuchbrudcrri „Celrja" in drijt. — Verantwortlich für den t«rautgiber und vera»tw«rtlicher Echriflleiter: %t. Erich Pelschaurr in Eetje Für tot Trucker« wtantroottlich: Joses Lmhart m <£djc.