Mlmcher Nr. l s)3 ft, >>. hnl»>, fi. l> 5<^, N«r ble ^uNtllunc, in» Han» Dienstag, 30. Juli. I»l«lt!on»,«»»t: ff», Nein« I»»«al« b« ,n llvilbetholnnzen p«l.»n./" l6. ^»li IM) wurden in der s, l, (>os' und Staats' ..s""e> in Nien die Stiicle XXXIl nnd XXXI^I des Deichs-«rießvlntte^ vorliinfig bloh in der deutschen Au^abe. aus-''^eben und versendet. Das XXXll, Stücl enthält unter r ^ djf (5o»cessionsnrlundc vom I I. Juni l880 sür die Uoco» w ^"tiv'Eiscnbahn von Vozen nach Meran: ^/ das lllchrrrinlommen vom ?. Inii !88<>. welches au< l'iruüd des «esches vom I l März l«?6, i«. G Äl. Nr,:l». und der Mcthlkhstcn Concessionsurlunde vom ll Juni UM) ziuischen dem l l. Handelsministerium und dem l. l. uwllnznünisierinm im Namen der Staatsverwaltung einer->md den Herren Anton Grasen Ärandis und veinrich ^°hm als (toncessionärcn der Eisenbahn von Bozen nach -"lernn andererseits aligeschlossen worden ist. ^as XXX1II. Stiict enthnlt unter l' W den (irlass des Finanzministeriums vom K). Juli I88<) z>n Vollziehung des Gesehes vom 18. Juni I8j<0 wegen lheilweiscr Abänderung der Bestimmungen über dic^iiüben Hl o^tlbcstencnlna.' "l den (irlass des Finanzministeriums vom ll> Juli 1880. betreffend den Zählapparat (Zäblwerl^ von Divis« Grosj Und dessen Verwendung zur Stcuercontrolc in Rüben» 3/. <>Mlcrsavrilen; ^ den Crlass des Finanzministeriums vom 1(1. Juli 18^0, betreffend dir Waslstälic für die Pauschalierung der Milben» zuckerstruer in der VetriebSperiode !8«0«l, serner das ^tasj der Sicherstellung fiir die allfällige Nübrnzuckersteucr' "llchzahlulig und für den Ersal) von Controllosten. („Wr. Ztg." ?ir. 1UI vom I«. Juli IM1.) Erkenntnisse. I88n^ ^/Ministerium ^g Innern hat nnterm l.'l. Juli „llnanri ^ Ä." ^ ' ' der in Budapest erscheinenden Zeitschrift d^«.>"^Wochen.Pos!" aufgrund des H 2 ^ ? " snr die iül Neichörathc vertretenen Königreiche ° Zander entzogen. l. t ^ ^' ^ ^anocsgcricht in Czcrnowih hat auf Antrag der iz^taatsanwaltfchaft mit den, Erlennliiisfe vom '^. Juni ^ek>,»' >."' ^^''' ^^ ^ellrrverbreitung der Flugschrift Das 2)nl>, ^ tolles an die hohe N^aieruii^, vllsuslsl von Johann b°, 55 Sandmann in Klein Prousldorf bei Wediasch. Druck .'' >«ömer ck Krammer in Kronstadt 18?!1" nach den 88 (iü l> ""°s^00 Tl.G. verliuten. Än»s l' t. Landesgericht als Strafgericht in Prag hat aus 8 ^ ,8 der t, f. Staatsanwaltschaft mit dem Erlenntni,sc vom ttsch" l8«0. Z. 1ü78I. die Weiterverbreitung der in Budapest bo^ """ocn Zcltfchrifl „Ungarische Wochcn-Post", Probenuiumer i»w,« ^llni I«80, wegen des llorrespondenz-ArlilelS „Graz, ^^Iuni 1880" nach 8 ll00 St. O. verboten. Nichtamtlicher Theil. ^ 4. Verzeichnis !iit !!^ ^' ^ Laildespräsidilllll eingelangten Spenden "le durch Hagelschlag beschädigten Bewohner von Unterkrain. he^" Oberlaibach: ft. lr. ' 3- «rhar . . ........... - 5,0 " A Aäbler............ - 50 " ^ Brriliii............ — b0 " Josef Vrenöie........... — 30 " Autele............. _50 '^ 2« Lrrk............. - 50 ^ Fleischmann........... 50 , strand Fixel.......... 1 ^ ^. Flosberger........... - 20 htt^ Globoötlik........... 1 - kl"°e" ^ollob K Wntscher........ 2 - , ^Haync............. I — .. ^. Hodnil............ - 50 .. A Hlovllt............ - 25 . "l. Iansrl^^........... 1 — ' ^dornig............ I - " ^ «,. ^'Uouschek..........I - .. 8'^ Iellouschek..........1 .^ , !i' Kolnil........ 2 — .. 3 A°l"'l..........' ' , ^ .. I Kriswf.............^ ^ .. ^Kosir .............__ .0 »- !>^nl. —20 fi. kr. Herr K. Kerze.............— 30 „ K. Krasovcc............— 20 Frau Agnes Koban...........— 20 Herr Pster Lenajsi . .........1 — „ W. Lenstel............1 - „ L. Langenwaltcl..........- 50 „ M. Luknian...... . __ 5,o Frau M. Lenariil..... i — Herr A. Mnlley............3 — « C. Mayer............1 - „ A. Marx.............1 - .. I. Marinka............- 50 „ I. Moderjan........... 50 ^ G. Mihel'c............— 20 „ M. Milö.............— 50 „ M. Nuoal............— 50 „ L. 9iagode............I — „ C. Obresa............l — „ F. Ossrin jun............— .50 „ St. Oblal.............— 40 „ Dr. (5. Pä'uer...........2 — . I. Petli?.............i - .. I. Proscn.............- 5>0 ^ M. Pellovörl...........— 50 « A. P,pan.............— 50 .. I. Petroveii............— 30 „ I. Nrpi^.............— 60 ssrau M. Nepp.............1 — Herr M. ^livar............1 — ,. I. Smul.............i - „ M. Smuk............— 5,o „ L. «Vabec ... i — „ M.Schitlo............ l - lEchluli. solgt.) Zeitungsschau. Die niederösterreichlsche O rw er b e - N usst el» lung und da« österreichische Bundes schichen, deren Eröffnung am 17., drzirhungsweise !tt. d. M. in feierlicher Weise und unter »Betheiligung Ihrer Majestäten erfolgte, werden von der Presse freudig begrüßt und ausführlich besprochen und beschrieben. Die „Wiener Mendpost" widmet denselben am Vor« tage folgenden Artikel: „Se. Majestät der Kaiser schreitet heute durch die weiten Hallen der Rotunde, um die gelungene Arbeit des niedelösterreichischen Gc-werbefleißeS und der Kunstindustrie zu besichtigen; Mrrhochstderselbe wird morgen der Fahnenweihe des „Oesterreichischen Schühenbundes" beiwohnen und Ihre Majestät die Kaiserin den österreichischen Schichen die Bundesfahne überreichen. Wohlgefällig wird das Ange Sr. Majestät auf den Werlrn ruhen, welche tausend emsige Hände angefertigt, um zu zeigen, auf welch' hohe Stufe der Vollendung die begabten Söhne des Landes vaterländische Arbeit gebracht, und mit nicht minderem Wohlgefallen wird das Auge Sr. Majestät das kleine stattliche Hrei vaterländischer Schützen mustern, welche sich in voller Manncslraft, die Wehr in der Hand, um den Herrscher scharen, dem geliebten Monarchen mit viel lausend Stimmen zujubelnd: Für Kaiser und Vaterland! Zwei schöne Feste also bringen uns die glänzenden Iulitage des Jahres Itt«0: ein Fest der Arbeit und ein Fest der Weh,. Rastloses Schaffen, manncsstarles Vertheidigen des Vaterlandes, wenn es noththut. Gut und Blut für Kaiser und Vaterland, das sind die Gedanken, welche die zwei schönen Feste diesertage erfüllen. Ein Arbeilbfest und ein Schützenfest, sie liegen geistig nicht nnr nicht auseinander, sie sind durch denselben Gedanken eng verbunden. Alles zur größeren (ihre, zum Vortheile, zum Schuhe des Vater» landes! So knüpft der Patriotismus anscheinend Getrenntes zu einem schönen Vundc. Er schafft aber nicht nur für das Heute, er ist auch die nimmer ver« siegende Quelle der Wohlfahrt nnd des Wohlergehens für alle Zulunfl. Wo immer sich östelreichischl' Männer, aus welchen Gauen des Vaterlandes sie auch stammen, zusammenfinden, sei es bei einem Aibeilsseste. bei der Uebung im rühmlichen Kampfesspiele. bei glänzenden Aufzügen, wenn 'estliche Gelegenheiten diese veranlassen; wenn die ritterliche Gestalt des geliebten Monarchen als Krone des Festes sich zeigt, da schlagen ihm alle Herzen entgegen, jubeln ihm alle Stimmen zu, alles fühlt sich Ems nut dem Monarchen, und jenes schöne, erhebende Gefühl der Zusammengehörigkeit stammt hoch auf, das ja immer in voller Glorie erstrahlte, wenn es galt, thatkräftig zu beweisen, dass alle Völker Oesterreichs Eins sind in der Liebe zu ihrem Kaiscrhause, in der Liebe zu ihrem gemeinsamen Vaterlande. So war es, so ist es, und so möge es bleiben in alle Zukunft! Diese Erscheinung werden uns mit schönster Be. lhätigung die bevorstehenden zwei Festtage bringen. In der Rotunde und auf dem Schießplatze, wenn d>e Treffer hier und die Treffer dort, die gelungene Arbeit, der sichere Schuss allgemein bewundert werden, wird man mit gehobenen, Gefühle sich gegenseitig daran erfreuen und darauf hinweisen, was man im Vaterlande kann. Die Frende an dem Gelingen wird das schöne Bewusstsein erwecken, einem Staate anzu-gehören, welcher die Arbeit fördert nnd lohnt, dem Mcisterschiehen glänzende Räume schafft, um sich als kampfgeübt zu bethätigen, und man wird die Wohl, fahrt und den Ruhm zu der Quelle zmi ' ' , zu dem immer landesvaterlichen Herzen Sr. ^ der unablässigen Sorgsalt und Güte, mit wllchcr der Monarch alles Edle und Schöne im Vaterlande schützt und ehrt. Die Vereinigung der Männer der Arbeit nnd der Männer der Wehr wird nicht vorübergehen, ohne neuerdings das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit zu s ' mld in diesen Versammlungeu wi> d das Wort , ! t i s auf allen Lippen schweben : „Wir wollen sein cm einig Voll von Brüdern. „In keiner Noth uns trennen und Gefahr!" Der Sprachen st reit hat eine neue Illustration erhalten. Die „Nene f,> "' "c" hatte es ganz in der Ordnung und „dem lnlsprechend" ge^ funden, dass das Krcisgerichi m Orient eine deutsche Eingabe zurückwies. Die „Presse" hinwiederum findet dieses Urtheil eines Blattes, das „über die Gleich, berechliaung der Sprachen in Böhmen empört" ist, sehr vesremdeno, widrilrgl dass,lb« mit V^nflma auf das Staatsa.nlnda.esch von 1^^>7 und frägt: „Ist das etwa deutsches Fühlen, deutsches Oesterreicherthum, dass, nm einen Kriegszustand aufrechtzuerhalten, die nationale Existenz von mehr als einer Million Deutschen geopfert werden soll, welche verspllttert unter fremd' sprachigen Stämmen wohnen?" Die Entwicklung der Dinge im Orient hält die Aufmerksamkeit der Blätter fortwährend wach. „Es muss etwas geschehen, und alles, was geschieht, bringt uns der Endlatastrophe näher", trotz aller Gegenbemühungen der Diplomatie — sagt die „VorstatU-Zeitung". „Es geht langsam und unaufhaltsam mit der europäischen Türlenheilschaft zu Ende. und wir selber, die wir das gröhle Inlensse daran hätten, dass das Otlomanenreich sich lebenskräftig erhielte, wenn es sich übcrhanpt zu erhalten vermöchte, sehen die Krisis anschwellen, die wir nicht aufhalten können und nicht beschleunigen wollen" — so äußert sich das „Frem denblall", indem es die Uebergabe der Eolleliwnote bespricht. «Eine schroffe Zurückweisung der einbringe lichen Vermittlung und ein verzweifelter Ausruf zum heiligen Kriege werden schwerlich als unmittelbare Antwort auf die Eollectivnote erfolgen; man wird auch hier mit Gegenvorschlägen Zeit zu gewinnen suchen. Allein in der gegenwärtigen Phase der orientalischen Frage sind dies nur sehr lurzathmigr Auslunft«.m>ttel. Aie unmittelbare Eonsequcnz des gceimgten Wollens ist die Organisierung des geeinigten Handelns, und dieses geeinigte Handeln dürste sich noch nicht in einer Flollenaction, wohl ober zunächst in einer Flotten^ demonstration kundgeben," Der „Czas" wendet sich wiederholt gegen jene polnischen Journale, welche die Abhaltung des fünfzig-jährigen Jubiläums des polnischen Aufstandes vom Jahre 183" befürworten. Uebrigens. sagt das Blatt, ist eine Fortsetzung der Polemik überflüssig, da wir gewiss sind, dass jene. an deren Fernbleiben von der Feier uns vor allem gelegen ,st. unsere Motive ver-standen haben und an dem Jubiläum nicht theilnehmen werden, und ohne sie wird die Feie, jeder politischen nnd nationalen Tragweite enlbehren. ss ^»g wird dem BlaUr berichtet, dass die Uiü oes Dr. Snwlla aus dem Ausrufe des IllbilmimelMNlttK ohne Wissen uud Zustimmung dieses Abgeurdnttcn erschienen sei. und das« man iün demnach sür diesen Act der Willkür seitens des Comites nicht zur Rechenschaft ziehen dürfe. 1374 Unter der Ueberschrift „Parteien und Kämpfe in Oesterreich" enthält die „Köln! Ztg." einen Artikel aus Wien, dem wir folgende Stellen entnehmen: „Man kann hier mehrfach auf den klagenden Vorwurf stoßen, dafs die öffentliche Meinung Deutfchlands sich durch eine merkwürdige und auffallende Kühle österreichifchen inneren Parteikämpfen gegenüber auszeichne, eine Kühle, die um fo seltsamer sei, da es sich doch gewissermaßen augenblicklich um einen „Kampf des Deutschthums um sein Dasein, um seine berechtigte Stellung in Oesterreich" handle. Man hätte eine lebhaftere Unterstützung der Verfassungspartei erwartet, als dieser thatsächlich zutheil geworden. Am allerwenigsten aber konnte man es verstehen, dass man in Deutschland nicht von vorneherein entschieden Stellung gegen das Ministerium > Taaffe nahm und alles für schlecht erklärte, was dieses anstrebt und unternommen. Man bezeichnete alle Mei« nungsänßerungen, die einen gegenseitigen Standpunkt einnahmen, ohneweiters als „officiös und inspiriert". Ich glaube, die deutsche Partei und ihie augenblick« lichen Wortführer haben sehr Unrecht mit einer solchen Taktik. Anzunehmen, dass ein deutsches, ein liberales Blatt auch nur mit einem Worte für eine Unterdrückung des Deutschthums in Oesterreich eintreten könnte, ist einfach absurd. Aber man wird jedermann füglich das Recht zugestehen müssen, mit bestem Willen und nach voller Ueberzeugung zu prüfen und zu urtheilen, ob eine Unterdrückung des Deutschthums thatsächlich vorhanden ist oder nicht. Gewiss würde einer solchen an leiner Stelle lebhafter cnlgegengetrelen werden, als an dieser. Niemand aber wird von einem ernsten Politiker verlangen dürfen, dass er sich beuge unter die Herrschast der Phrase, die zur Zeit hier wieder in höchster Blüte steht, ja auf den schier unzähligen politischen Banketten der letzten Wochen und Tage voll-» ständige Orgien feiert. In dieser Phrase und der damit verbundenen gegenseitigen Beräucherung der ein» zclnen Führer liegt die wirtliche Schwäche der deutschen Verfassungspartei in Oesterreich; das ist die Krankheit, an der sie, kommt nicht bald ein tüchtiger, wenn auch rücksichtsloser Arzt, mit Sicherheit sterben und ver-derben wird. Es ist vor kurzem an dieser Stelle, die von einem freilich wohlwollenden Kritiker durchaus irrig auf inspirierte Quellen zurückgeführte Ansicht ausgesprochen worden, dass die Verfafsungspartei, wenigstens das Gros ihrer namhaften Führer, die Festigkeit der Stellung des Grafen Taaffe nach oben unterfchätzt habe, heute darf derselben hinzugefügt werden, dass sie ihre Kraft nach unten zu überschätzen scheint. Es geht ein Zug durch die Massen, welcher der Führerschaft des Herrn Dr. Herbst und seiner drutschböhmi' schen Freunde vom Großgrundbesitze entgegen ist." Vorgänge in Frankreich. Der Schluss der Session der französischen Kammern vollzog sich ganz formlos. Aeidc Häuser des Parlaments hielten am letzten Donnerstag ihre Schlußsitzung. Das Abgeordnetenhaus votierte noch den Gesetzentwurf Lockroys, nach welchem die ursprünglich für den Wiederaufbau der Tuilerien bestimmten 5.100,000 Francs dazu verwendet werden sollen, die Nationalbibliothek von allen Nachbargebäuden zu befreien und so vor Feuersgefahr zu schützen. Gam« delta hielt wider Erwarten keine Schlussrede. Dagegen sagte Leon Say im Senat: „Meine Herren Senatoren! Sie haben gestern mit patriotischer Ruh-rung die französische Armee, die Linie und Landwehr, vertreten durch alle ihre Führer und alle ihre Fahnen, also ihren Kopf und ihr Herz, und von der gesamm« ten Garnison von Paris wie von einer herrlichen Nachhut begleitet an sich vorüberziehen schen. Stolz auf die Männer, denen Frankreich seine Ehre und Sicherheit anvertraut hat, köimcn Sie sich ruhiger als jc den Arbeiten der Verjüngung des Vaterlandes widmen, welche Ihren Geist unablässig beschäftigen und die auch der Negierung der Republik besonders am Herzen liegen müssen. Als der Kriegsminister sich nach dem Aufmarsch der Truppen dem Präsidenten der Republik näherte, sprach ihm das Staatsoberhaupt seine Befriedigung über dieses erhabene Schauspiel aus, und ich habe mich, im voraus gewiss, der ein» milchigen Gesinnung des Senats Ausdruck zu geben, seinen Wonen ungeschlossen." Im Senat wie im Abgeordnetenhause gicng man unter den Rufen: „Es lebe die Republik!" aus« einander. Nachdem die Feste vorüber sind, erinnern sich die Pariser wieder an Roche fort, der seine neue Lauf» bahn mit dem Feldzuge gegen Gambetta eröffnet. Der ^Intransigeant", von dessen erster Nummer nicht weniger als 198.000 Exemplare abgesetzt wurden, polemisiert schon jetzt gegen d?n Bardoux'schen Antrag auf Wiederherstellung des Listenscrutiniums, vermöge dessen, wie er fürchtet. Gambetta von vier Millionen Wählern zu ihrem Vertreter ernannt werden könnte. „Die genuesischen Cäsaren". schließt Rochefort, »sind ebenso zu fürchten, wie die römischen oder cor-sischen Basaren, und wir haben nicht alle unsere Kräfte eingespannt, um die alten Dynastien zu untergraben, damn wir jetzt ohne Protest neue sich aufrichten lassen sollten. Mau nimmt allgemein an, dass Herr Gam- betta die Republik zu organisieren suche; wir fürchten, dass er vielmehr den Gambellismus zu organisieren trachtet. Er hat in allen Präfecturen ein Personal, welches am Wahltage aus seiner vielfältigen Kandidatur die allerofficiellste machen wird. die noch je einen Wahlkörper in ihre unterseeischen Fühlfäden eingesponnen hat. Herr Gambetta ist außerordentlich beredt, aber er ist noch mehr gefährlich. Die Kunst der Rede ist ein köstliches Ding, jedoch nur unter der Bedingung, dass sie unter keinem Vorwande auf die Kunst der Dictatur gepfropft wird. Der „Intransigeant" will sich nicht zum Brutus des künftigen Cäsar auf« spielen, aber er will auch nicht einen Pomprjus abgeben, selbst auf die Gefahr hin, dafs unser Standbild einst, wie das des Besiegten vun Pharalus, mit» ten im Senat errichtet werden sollte, was übrigens Herr Jules Simon nicht zugeben würde." Rochefort ist allerdings imstande, seinem Gegner sehr unangenehm zu werden, zumal er in diesem Kampfe geistreiche Bundesgenossen selbst in der republikanischen Partei finden wird. Die französischen Legitimisten haben sich für das republikanische Nationalist vom 14. Juli durch die Absendung einer wunderlichen Adresse an den Grafen Ehambord zu entfchädigeu gesucht. „Ange« sichts der Revolution, welche den letzten Sturm vor-bereitet — heißt es in dieser Adresse — habeu Sie uns befohlen, den 14. Juli in Ruhe und Andacht zu feiern. Auf dem Schlachtfelde, wo sich die Klagen des Vaterlandes erheben, werden wir. Ihrer Stimme folgend, an diesem Tage des 14. Juli stille und ge« sammelt auf die Mahnungen des nationalen Gewissens hören. Aber indem wir unsere Blicke dem erhabenen Inhaber unserer Rechte und Freiheiten zuwenden, werden wir, um unsere Entschlüsse und unseren Muth zu kräftigen, gleich Soldaten, welche ihren Führer begrüßen, zu den Füßen des Königs die Huldigung des Vertrauens niederlegen, das mit der Gefahr wächst." Zur Orientsrage. Die Ueberreichung der Collectivnote hat in Athen an demselben Tage wie in Konstantinopel stattgefunden. Sie wurde, wie bereits gemeldet, von dem dortigen englischen Gesandten in seiner Eigenschaft als Doyen des diplomatischen Corps dem Minister des Aeußern, Trikupis, übergeben. Die hellenische Regierung hat, was wohl niemandem unerwartet lomnlt, die Entscheidung der Großmächte sofort angenommen. Das glückliche Ereignis wurde durch ein Tedeum und eine glänzende Illuminatiou gefeiert. ! Ueber das plötzliche, bis jetzt noch fehr der Aufklärung bedürftige Auftauchen einer ausschließlich aus deutschen Beamten gebildeten sinanzicllen Retlungs-commission in Konstantinopel wird den »Times" von dort unterm 13. d. M. Folgendes geschrieben: „Die Diplomaten und Finanzmänner Konstantinopels sind einigermaßen überrascht worden, durch das plötzliche Erscheinen einer Anzahl deutscher Beamten, welche, vom Berliner Cabinet empfohlen, hier eingetroffen sind, um cine radicate Reform der türkischen Finanz« administration zu unternehmeu. Die Sache wurde insgeheim vom Grafen Hatzseld, dem deutschen Botschafter, arrangiert, ohne dass er seine Collegen etwas von derselben wissen ließ. Dieselbe ist insofern wichtig, als sie den Beweis licfert, dass der Sultan die verzweifelte Finanzlage des Reiches erkannt und die Zeit für gekommen erachtet, um etwas zur Verhinderung der Ernennung der viel gefürchteten internationalen Com-mission zut Hun. Dass er sich dabei gerade an Deutschland gewendet und nicht an eine andere Macht, ist nicht ohne Bedeutung. Schon seit einiger Zeit hat die Idee, dass Deutschland von der europäischen Coalition getrennt werden könnte, im Palaste Anklang gefunden, und wird eine türkisch-deutsche Allianz (?!), so lächerlich solch' ein Ding auch einem westlichen Staatsmann erscheinen dürfte, von gewissen hirsigen Politikern als eine politische Möglichkeit der unmittelbaren Zukunft betrachtet." Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" macht zu der griechischen Grenz frage folgende Bemer. tungen. die für die gerade jetzt in Berlin hervortretende mildere Richtung gegen die Pforte bezeichnend sind: „Das Problem der Orientfrage ist durch die seitens des deulschcn Botschafters in Konstantinopel als Doyen des dortigen diplomatischen Corps vorgestern erfolgte Ueberreichung der identischen Collectivnote der Conferenzmächte in ein Stadium verseht worden, welches den Keim einer consequent fortschrei« tenden Entwicklung in sich trägt. Es kommt nun zunächst auf die Entschließungen der Pforte an, ob und wie weit sie selbst mit Hand anlegen will, den auf die Herstellung eines oauerhcr'ten, politische wie Volkswirt« schaftliche Garantien darbietenden Zustandes auf der Aalkan-Halbinfel gerichteten Bemühungen der Gioß. mächte zu ihrem Rechte zu verhelfen. Den guten Willen der Pforte vorausgesetzt, dürfte ihr, was den Ausführungsmodus der Berliner Conferenzbeschliisse anlangt, die billige Rücksichtnahme der Mächte auf die unleugbar vorhandenen dcalen Schwierigkeiten wohl kaum vorenthalten werden. Freilich werden die tür-kischen Staatsmänner sich mtschlichen müssen, mit allen trügerischen Illusionen rückhaltlos und unwiderruflich zu brechen; sie werden sich entschließen müssen, dlt Interposition der Autorität sämmtlicher Großmächte Europas in ihrer vollen Tragweite zu würdigen. Einsts weilen schickt man sich in Konstantinopel zu einer gnillb« lichen Prüfung der identischen Note an. Eine liezüg-liche Depesche des Wiener Telegraphen-Bureaus kündig! dies mit dem Zusätze an, dass die Uebergabe der till' kischen Antwortnote frühestens anfangs August erfolgen, dürfte. Eine gewisse Sorte von Publicistil wird sichel nicht ermangeln, über diese abermalige Verschleppung der Sache die Lauge wohlfeilen Spottes auszugieheN. Dem steht der einfache Hinweis gegenüber, dass eint Forcienmg der Ereignisse weder dem Wunsche iloH dem Interesse der Belheiligten entspricht, solider» hoch" stens von denen ersehnt werden könnte, welche el lieben, im Trüben zu fischen." Mittlerweile rüstet die Pforte so nachdrücklich, als nur ihre Mittel gestatten; den „Times" nB hierüber aus Konstantinopcl vom 9. d. M. geschrieben: „Im Verlaufe einer Woche sind sechs große TraN^ portschiffe mit Truppen, Munition und fcchs Batterien Artillerie nach Salonichi, Volo und Prevesa abgestM gen; in Thessalien erhielten 8000 Mann, welche aus' gedient hatten und im Begriffe standen, zurückzukehren, den Befehl, vorerst an Ort und Stelle zu verbleiben. Gleichzeitig geschahen Schritte, um den Schutz del Dardanellen zu vermehren. Der Preuße Blum Pascha, einer der tüchtigsten Artillerie «Officiere in türkische" Diensten, ist nach Gallipoli geschickt worden, um dü Redouten herzustellen, und werden Vorbereitungen g? troffen, um die Dardanellen im Nothfälle durch Tol/ pedos zu sperren. Da erwartet wird, dass, falls d>e griechischen und montenegrinischen Fragen zu ernste" Verwicklungen führen, die Bulgaren sich nicht rM verhalten würden, so soll eine beträchtliche AlM Truppen nach Adrianopel geschickt werden. Es lj' natürlich sehr wohl möglich, dass alle diese Vorbey tungen bloß darauf abzielen, einen moralischen A"' druck zu machen, und dafs die Pforte, angesichts "" geeinigten Mächte, unter Protest sich deren Entsag düngen fügen wird. Allein auch in diefem Falle habe" wir doch immer ernsten Grund zur Befürchtung, da!» die griechischen und montenegrinischen GrenzschwierL leiten nicht ohne Blutvergießen gelöst werden lönlieN' denn es steht außer Frage, dass die Nlbanesen i"" Widerstände ermuthigt werden." , Nach einem Londoner Briefe der „Köln. M' hält die englische Diplomatie und, wie der CorreM. dent in Parenthese hinzufügt, „auch nachgerade ^ englische Ministerium", wie aus den frühzeitigen lu laübsreisei! der Londoner Diplomatenwclt hcnwrgeh'! an der Ansicht fest, dafs die Antwort der Pforte a" die Collectivnote der Coilfelcnzmächte derart abgefa!'' fein werde, dafs sie einen längeren diplomatist,' Schriftwechsel hervorrufen dürfte. Obwohl die OA chen, wie Shakespeares Shylock, den Schein in Hän^ haben, kraft dessen sie von der Türkei ein genau "^ messcnes Gebiet verlangen dürfen, werden sie fortdauel" zur Geduld ermahnt, weil sie durch ein überstürz^ Verfahren sich selbst den meisten Gefahren aussel^ könnten. ^ Wie man der „Pol. Corr." aus Skutari "^ 8. d. meldet, hätte das Centralcom'te der alba"' sis chen Liga den Rath der Pforte, von zwei N^ wendigen Uebel» das kleinere zu wählen und ill ^ Abtretung des Zem-Gebietes zu willigen, um da5 ^ volle Dulcigno Albanien zu erhalten. zurückgelvH und gleichzeitig beschlossen, die von der Pforte ads. schickten Commissäre höflichst einzuladen, gleich "H Belretnng des albanesischen Bodens umzukehren "' den Ereignissen freien Lauf zu lassen. ^ Aagesneuigkeiten. — (Ein Blitzschlag auf dem Meere) A schreibt der „Presse" aus Trieft. 1!^. Juli: „An, "^ gcmgenen Dienstag waren mehrere auf dem H"g^ ^ Servola und im Hafen von Muggia während eines . witters stehende Personen Zeugen nachstehenden ^e nisjcs: Gegen halb 12 Uhr vormittags fuhr der 54He alte Johann Rizzi mit feinem l8 Jahre alten ^„ Johann in einem Boute mit eincr Ladung Sce-^z von Servola nach Muggia, Wu sie zu Hause sind-^l sie mit ihrem Fahrzeuge beiläufig in die Mittc der " ^ gelangt waren, traf ein Blitzstrahl den alten i«>zz> ^c Halse und sein lebloser Körper stürzte ins Meer ^^ Sohn blieb »nvcrletzt. Die aufgeregte See drohte ^ das Boot zu verschlingen und den Sühn. der hcM e"' Hilfe schrie, zn ihren, Opfer auszuwählen, als i" ^Al blicke der größten Gefahr ein mit Steinen l'elav^ Boot nahte, dessen Matrosen Michael Frans»" ,^ Cajctan Vlasic znerst den zwischen den Wogen trc ,^ den Leichnam des alten Rizzi nnsfischtcn und > .^K Noot und Insassen nach Muggia in Sicherheit b"^,, Eigenthümlich bei diesem Falle ist. dass der W'» ^ vorne im Boote befindlichen Vater traf und la»S ^' Voutslieles hinfichr. mn am Stoner. das cr i" merte, in die See überzuspringen." ,^ v^ — (Taufe von Wiedertäufern.) "". M letzten Sonntag Nachmittag, etwa zwischen ^ ""^rh" konnte man im Neckar bei Tübingen, etwas 1375 der Stadt, eine interessante Scene beobachten, die Taufe von vier Wiedertäufern. Da diese Gemeinschaft jedenfalls zu den stillen im Lande gehört, so war von der Sache vorher nichts belannt geworden, aber angelockt dnrch das Singen eines Chorals, hatten sich einige Spaziergänger am Ufer des Neckar eingefunden, die nun sich gegenüber auf dem entgegengesetzten Ufer. etwas oberhalb des Wöhr-des, eine kleine, aus etwa 20 Personen bestehende Gc« sellschaft von meist bäuerlich gekleideten Wiedertäufern erblickte. Diese schickten fich an. vier Personen aus ihrer U«'tte. zwei Weiber und zwei Männer, taufen zu lassen. ">e Täuflinge waren mit langen, bis auf die Knöchel reichenden weißen Amden bekleidet, der Täufer hatte em ebenso langes, ciber schwarzes Gewand an. Die Slclle. ^ t>er sie sich befanden, schien ihnen indes wegen der ^lese deh Neckars nicht passend zu sein. So wurden denn en Täuflingen fchwarze Tücher umgelegt und die ganze «char wanderte weiter den Neckar aufwärts, wobei den Täuflingen ihre Schuhe und die anderen Kleidungsstücke nachgetragen wurden. Endlich fand fich ein geeigneter -platz. Per Täufer stieg zuerst ins Wasser und gab. als er die Oertlichlcit zweckentsprechend fand, denen am User W>l der Hand ein Zeichen, dass die Handlung hier vor-Mwmmen werden könnte. Nun stieg eincS der Weiber in» '"Mr. DerTänfer führte sie etwa zehn Schritte vom Ufer weg und stellte sie dann so. dass ihr Gesicht stussabwärts gc. Achtet war. Hierauf sprach er mit feierlicher Stimme die ^anfsormcl. Bei dem Worte Amen aber stürzte das Weib, °urch einen leichten Druck des Täufers geleitet, rückwärts ins Wasser, dass die Wellen über ihm zusammen» Mugen. Der Neckar war an dieser Stelle nicht befouls tief. das Wasser bedeckte nur eben den Körper deS Agenden Weibes. Dieses stand sofort wieder anf. und A"'t war für dasselbe die Taufhandlung geschlossen, ^er Täufer führte sie wieder ans Ufer. wo ihr das >Marzc Tuch wieder umgeworfen wurde und sie sich "ueiden konnte. Auf ganz gleiche Art wurde an den "l anderen die Taufe vollzogen, Der zweite Theil der aufhllndlung. das rücklings Hineinwerfen ins Wasser, ^r jedenfalls nicht schr feierlich und machte auf alle y,^l)e>ligten Zuschauer einen eigenthümlichen Eindruck, alle vicr getauft waren und sich wieder angelleidet ^lten, sangen nlle zusammen noch einen Choral und ruehen dann still, wie sie gekommen waren, die Taus-''alle wieder. Ihr Weg führte sie durch Tübingen, doch Mte wohl leiner von denen, die den einfachen Leuten "gegneten. eine Ahnung davon, welch wichtige Hand. uu'l, fur diese soeben in den Flnlen des Neckars statt' gefunden hatte. ^ (Im 19. Jahrhundert!) Das Fachblatt "Electrician" verzeichnet es als ein bemerkenswertes ^elgnis. dafs die ..Times" am 28. Juni eine Depesche ^ Australien in fünf Stunden erhalten haben. Dic-'klbe wurde in Sidney um 12 Uhr 30 Miuuten anf. ^9eben nnd kam um 7 Uhr 33 Minnten morgens an ""selben Tage in London an. so dass sie in der zweiten Ausgabe der „Times" veröffentlicht werden konnte. Da l 'Ichen Sidney und Greenwich ein Zeitunterschied von ^''stunden fünf Minuten ist, fo brauchte die Depefche. ^che „ach Greenwicher Zeit um 2 Uhr 25 Minuten H^'lg, big London genau fünf Stunden und acht 'nuten. Ei„ Ereignis bei den Antipoden — es hcm° ban! ^ ""' ^ Gefangennahme einer Buschklepper-H ^,"" konnte auf diese Weise noch an demselben bei^ ^ ^undun mitgetheilt werden, an welchem es sich .^^knAntipodcn ereignete, Locales. "* dem TanitiitSberichte des Uailmcher Stadt-PHMateS ^. filr den Monat Juni 1880 "Mien wir folgende Daten: 734..!' Mete 0 rulul, ischl- s. Luftdruck: Monatmittcl Atinj ln.; Maximum am 28. d. um 'Mhr 739 7 mw.; "'«'um am 21. d. um 7 Uhr 727 3 mm. yl^">Ucmperawr: Monatmittcl-,-17-2" 0.; Maxi-^ 8 0^'' '^' ^' ^ ^^ " "' Mittiunlm a,u 2. d. «tn Kunstdruck: Monatmittel 111 mm.; Maximum ^ d. l4 7 mm.; Minimum am 1. 0. 7 8 mm. c»N «.'^uchtigkeit: Monatmittcl 77 Procent: Minimum "d. 37 Procent. hiiltlFwöltung: Munatmittcl 6 7 Procent (im Vcr-^öltt ^' '^' '^ wolkenlose. 17 theilwelse. 10 ganz !"cl>e„ ^agf. Niederschlage (in Summe 123 2 inm.) '^er^,? . ""' füufzehnmal vorgekommen; Maximum UV " Stuudeu am 15. d. 23 0 mm. >al ^n!'^u''a.' Ost 15,nal. SO. l erscheinen. ^lll^^agcsmittcl der Wärme war 2l mal unter und lllitei,, " °em Normale, ain difserentesteuam «,. d. 4'0" "chelw^ '" Il.d. 2 9«O. über demselben. Morqen« Ut»d 2^"'!"r 3mal. Abendrot!) 5mal. am 0, 24.. Niste» i ?'p«n n, ^^ Gewitter; am 25. d. hat es aus den ! ^' sichtl""^ °" ^"' ^ "" "" doppelter Regen- ^tti, ' ^vrbilität. Dieselbe war in diesem Mo-'"Ichledener Abnahme. Vorherrschend war Wegen der geringen Lufttemperatur in diesem Monate noch ^ immer der entzündliche katarrhalische Krankheitscharal- ^ t<>r in den Nespirationsoiganen, daher ziemlich häufig Vronchitiden und Lungenentzündung zur Äehandlung, gelangten; die Blattern, welche feit Anfang Mai ziem« lich häufig, wenn auch nur sporadisch auftraten, daue» ten, wenn auch mit nicht epidemischem Charakter, doch mit gleicher Ex« und Intensitäl, biö beiläufig 20. d. M. fort nnd nahmen fodanu in dem letzten Drittel des Monates entschieden ab. Von den Infektionskrankheiten wurden noch Uereinzelt Diphtheritic, Ruhr und Typhus beobachtet. III. Mortalität. Diefelbe war in entschiedener Abnahme begriffen, Es starben <'>4 Personen sgegcn Il)3 im Vormonate Mai d. I. nnd gegr» '.>! im Monate Juni 1879). Von diesen waren 37 männlichm und 27 weiblichen Geschlechtes. 4»'» Erwachsene und 18 Kinder, daher das männliche Geschlecht um 10 Todes» fälle mehr aufweist als das weibliche, während die Erwachsenen überhaupt über zwei Dritt heile mchr als dir Kinder an der Monatsterblichleit pcnticipieilen. Das Alter betreffend wurden: todt geboren......1 Kind nnd starben: im I. Lebensjahre .... 7 Kinder vom 2. bis 5. Jahre . . 8 „ „ 5. „ 10. , . . 1 Kind „ .. 10. « 20. „ . . 4 Personen « 20. „ 30. „ . . <; ,. W. « 40. „ . . 7 „ 40. „ 50. „ . . 10 . 50. „ 00. .. . . 5 .. 60. ,. 70. .. . . 5 « 70. ,80.....7 ,. 80. „ 90. ,. . .3 , Summe . 64 Personen. (Fortsetzung folgt.) — (Besichtigungsreise.) Der Herr Landes. Präsident Wiollcr hat sich gestern um 1 Uhr mittags mit dem Wiener Postzuge in die infolge HagelschlageS vom Nothstande bedrohten untcrtrainischen Bezirke Gnrl-feld und Rudolfswcrt — und zwar zunächst nach Gull> feld — begeben, um sich daselbst persönlich über die Höhe des Schadens und die Verhältnisse der Bevöllc-rnng zu informieren. — (Vom Schützenfeste.) Unter den zahlreichen, beim vorgestrigen Elöffnungs-Schühcnbanlette in der Festhalle znr Verlesung gelangten Äegrüßnngstelcgrammen befand sich auch folgendes ans R udol f swert: „Der Schieslstand RudolsSwcrl in Uillerlrain ruft den versammelten, Oesterreichs Zusammengehörigkeit zum Ausdruck bringenden Schuhen des allgemeinen Bundes Schützengruß und Handschlag zu". — Einem dem „Lai-bachcr Tagblatt" ans Wien zngclommcncn Telegramme znfolge wurde dem Oberschühenmeister der Laibacher Rohrschichcngcsellschaft. Herrn Di? Emil Ritter v. Stbckl. die Auszeichnnng der Einladung zu der heute beim Ehrenpräsidenten des österreichischen Schühenbundcs, Sl. l. und l. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge Carl Ludwig, stattfindenden Tafel zutheil. — Beim Festzuge wurden die Laibachcr Schützen ihres schmucken AnS» sehens wegen überall lebhast begrüßt. Als erster unter den Kramer Schützen crschojs gestern vormittags Herr Ferlinz aus Laibach auf der Standscheibe einen silbernen Becher. — (Vom Nudolfswerter Obergymnasium.) Der mit Schluss des heurigen Schuljahres von der Dirrctio» des l. l, Obcrgymnasiums in Rudolfs, wert erstattete Jahresbericht wird durch eine kurze, in slovcnischer Sprache verfasste wissenschaftliche Programmarbeit des Professors Franz Vr^znil unter dem Titel -„<) Zokrlltovi motncli 5 i»<»^di>im n/iimu n.i I'lu-tüi!l»V(^ll U^ilOim ill 0 l»s>.jmu" eingeleitet Ihr folgen die Schulnachrichten, denen wir über den Stand der Anstalt und die Schülcrbewegung im abgelaufenen Schul» jähre nachstehende Daten entnehmen: Die Zahl der Schüler betrug zu Beginn des Schuljahres in sämmtlichen acht Classen 175, am Ende desselben 164 und 1 Privatist. Die achte Classe zählte 7 Schüler. Der Nationalität nach waren 154 Schüler Slaven und II Deutsche. Das Alter variierte vom 11. bis zum 22. Jahre. Der Unterrichtscrfolg war folgender: die Vorzugsclasse erhielten 22 Schüler (in der VI. Classe leiner), die erste Classe '^7, aus je einem Gegenstände wurden Ili Schüler auf zwei Monate reftrobicrt. 27 Schüler erhielten ein Zeugnis der zweiten und 2 ein Zeugnis der dritten Classe; 1 Schüler blieb krankheitshalber ungeprüst. Das ganze Schulgeld per 8 sl eulrichtelen 71 Schüler, ganz von der Zahlung desselben befreit waren !>7 Schüler, Der Ossummt-betrag des in beiden Semestern eingehobcnen Schul' gelbes belief sich auf 1332 fl. An «ufnahmstazen fiosscn 11'.) fl. 70 kr, und an Lehrmiltelbeiträge» 211 sl ein, Stipendisten zählt das Gymnasium 13 mit einen, Stipcudicnbezugc von 1420 fl, 4 kr., aus ein Stipendium entfallen somit durchschnittlich 10'.i st. 23 lr. Der Lehllorper des Gymnasiums erlitt im Laufe des Schul» jahres leine Veränderung ; er besteht außer dem Director Herrn Iob/nm Fischer aus vier dem ssranciscunerorden I angehörenden geistlichen und zwei weltlichen Professoren und 7 weltlichen Gymnasiallehrern, Den Gesangsunterricht besorgte außerdem cin dem FranciSranerorden an« gehörender Vollsschullehrer Der Schluss des Schul» jahrcs erfolgte am 15, d. M ; das nächste Schuljahr beginnt am 15. September. — Der an der Anstalt sehr wohlthätig wirkende Stubenten»Unterft:ihungsoerein be« sitzt derzeit ein Vermbgen im Nominalwerte von 2850 Gulden. Die Einnahmen des Vereins im ien Schuljahre beliefen sich, Dank zahlreicher ^ nen uud soustigcr Spenden, auf 5^3 fl. 82 tr.. hievon wurde» zur Unterstützung befondcrS dürftiger Schüler mit Kleidungsstücken, Lehrmitteln, Kost« und Quartier« gelbern, ttranlenaushilfen u. dgl. 470 ft. 7!> lr. ver» wendet, — In Verbindung mit dem Gymnasium besteht seit dem Jahre 1874 eine öffentliche gewerbliche Fort-> bilduugsschule, die am Schlüsse des zweite» Semesters in der VorbereitungSabtheilung, den beiden gewerblichen und im kaufmännischen Curse im ganzen von 44 Lehr» lingen besucht war, Den Unterricht an derselben er» theilten 000 st. geschätzt, wovon auf die Gebäude bei (»000 si. entfallen. Bon den sieben Geschädigte» sind nur vier um den Gesammtbetrag von 245<» fl. assecuriert, Menschenleben ist scinr? zu be» klage». Den Brand verursachte der vie>, "»es Matthäus Derglin, welcher zu Hause »;,. <^.,,^>.'.,,chrn. unter den« Dache spielend, herumstreifte, bis von einem brennenden Zündhölzchen d<^ " ' s,ch Feuer fteng. Selbst das Kind wäre vrrum, , n "ichl zufälliger- weise die Mutter desselben, eben damals vom Felde heim» gelehrt, unter daS Dach geeilt wäre und eS schnell hin» unter getragen Hütte. — (Bursche uschlägerei) Der Grundbesitzer Ma«hiaS Malaöii auS Borst und dessen erwachsener gleichnamiger Sohn waren am 29. v. M auf einem dem Ritter von Frieda» gehörigen Meierhofe in Domlncevo bei Möttling mit dem Abklauben von Maulbeerbäumen beschäftigt, als bald darauf fünf junge Bauernburfche aus Oradaz dazukamen und erstere anzustänlen began, nen, infolge dessen sich zwischen den beiden Parteien eine heftige Prügelei entwickelte Die beiden Malaiic, Vater und Sohl», mussten der Uebermacht weiche» und suchten sich durch die Flucht nach Bmöt zu retten. Die fünf Bursche» ware» denselben jedoch am Fuße gefolgt und fielen. alS sich die beiden Malaöic eben in ihr HauS in VorSt zurückziehe» wollten, mit schweren Knütteln über sie her. wobei der ju» c infolge eineS schweren ttopfhiebeS sofort nied^, „ md wenige Stun» de» darauf verschied, der Vater aber am Arme und am Kopfe lebensgefährlich verletzt wurde. D,e gewaltlhäti» aen Burschen wurden schon nm nächsten Tage durch die Gendirmriie in Haft genommen und dem Mbttling-r Bezirksgerichte eingeliefert. — (Gemei ndewahl.) Bei der Neuwahl beS ' " idcS der OrlSgemeinbe Hinterbera im Bezirke c wurden die Olmidbssiher I^hm,» Sl'r'nyer Ul'il Hmlcrberg znm " üer von Hinterberg und . ..:.,._ , l" Franz Koller, zu Gemeinderüthen gewählt — ((V ' ' ' '" ,el. landesgerlchl , "len befindlichen .24 Bezirksgerichten ftnh ,m Jahre 1U7U 117« in Bagatellsachen im ganzen 50,873 Klagen anhängig gemacht worden. Auf die Gerichte in Steiermarl ent« fallen hievon, nach einer Mittheilung der „Tagespost", 23.022 Klagen, wovon 7105 durch Vergleich beigelegt worden sind. Die Zahl der Zahlungsbefehle, welche im Mahnverfahren im Jahre 1879 in Steiermarl erlassen worden sind, belsuft sich auf 19.019. In 3997 Fällen wurde gegen solche Zahlungsbefehle Widerspruch erhoben und sohin das Processverfahren durchgeführt. Gegen das Vorjahr 1878 hat die Summe der im Jahre 1879 erlassenen Zahlungsbefehle um 10 pCt. abgenommen, — (Vom Wetter.) Der Verlauf der Witterung in der lehtverflossencn Woche war übcr dem ganzen Con» tinent wieder ein äußerst gleichmäßiger und ruhiger; die Atmosphäre war nur ganz unbedeutcnoen und duvch locale Gewitterbildungen verursachten Schwanlungen unter» worsen, im ganzen blieb der Luftdruck constant ziemlich hoch. zwischen 760—765 Mm, und sehr gleichmäßig vertheilt. Während der ersten Hälfte der Woche dominierten infolge eines Gebietes niederen Barometerstandes über Rumänien und Südrussland in Mitteleuropa nördliche Winde und waren theilweise ziemlich heftige Gewitter zu beobachten, während in der zweiten Hälfte der Woche eine schwache südliche Luftströmung eintrat, welche durchwegs fast wolkenlosen Himmel und sehr warmes Wetter ohne Gewitter im Gefolge hatte. Dic Temperatur stieg fast täglich im Maximum über ganz Mitteleuropa bis nach Dänemark und Südschwcden bis zu 30 Grad Celsius im Schatten. Niederschläge wurden nur sehr vereinzelt und in geringer Menge beobachtet. Die neuesten am meteorologischen Central.Observatorium eingelangten Depeschen constatieren noch keine Aenderung in dem allgemeinen Witterungszustande, und ist weiteres Andauern dieser äußerst günstigen Witterung voraussichtlich. Original - Correspondent Mottling, 18. Juli. Am Abende des 12. d. M. fchlug eln heftiges Hagelwetter in den Ortschaften Kras-sinz. Cerloise, Podzemelj. Ottot. Mottling, Nosalniz. Naoovlc, Helebcj, Bozatovo. Drasl«. Zelcznit, Vidosice, Naoovica und RadoKe die Getreidefelder und Wein« gärten in bedeutender Weise. Es sielen Schlossen von solcher Dimension und Schwere, wie sie Correspondent — er ist 67 Jahre alt — noch nie sah. Ein Hagel» körn wurde gemessen, es hatte 2^/, Centimeter im Durch« messer. In Nadovica fanden infolge des heftigen Regen» gusses Erdabrutschungcn statt, wodurch ein einziger Besitzer mehr als 200 fl. Schade» erlitt. Das Unwetter dauerte beinahe eine volle halbe Stunde und ist hier in gleicher Heftigkeit schon seit vielen Jahren nicht vor« gekommen, Znm Glücke waren die Winterfrüchte, das ist Weizen, Korn nno Gerste, bereits unter Dach und Fach. Der Hafer und Mais wie auch die Weingärten haben jedoch sehr stark gelitten. Neueste Post. Original Monate, Polcmastraße Nr. 1», «lutzersetzung. — Ioha""' Ojster, 4 Monate, kuhthal Nr. 3, Fraisen. Den 1'.». Juli. Iosefa Vizjal, Rcchnungsofficials.Tocht^ 1 Monat, Deutsche Gasse Nr. 8, Atrophie. — Apollonil W>" mar. Beamlcnsgllttin, 35 I,, Nahnhofaasse Nr. 26, Lung" tubcrculosc. . Lottozichungcn vom 17. Juli: Wien: 30 35 36 7 21. Graz: 15) 64 66 69 52. , Meteorologische Beobachtungen in Laibach> 5 ;l»ü; u z 7U.Ma 739 69 ^171 Ö.Mwach ^ 1!». 2 . N. 738 17 ^30 2 O. schwach heiter "'"" » . Ab. 738i17 4-240 windstill heiter .,, Morgens dünner Nebel, dann heiter. Das Tagest der Wärme -j- 23 8°, um 4 4° übcr dem Normale. ^ Vcrnutwortlichrr Redacteur: Ottomar Vamberg^, °>lau.L>an!pfschiff..Gesellschait 569 ~ 571 — «lifabeth.Weslbahn.....193- 19350 Ferbinands.Nordbahn . . . . 2458 —24(i2 — »eld «v«ll Kranz.Ioseph.Nahn .... 17050 171 > Valizischc Carl'!»!ubwI«'Vahn . 281 -- 281 l',0 Kaschau.Oderberger Nahn . . 15ll 50 132 -Lembtrg.Tzernowih« Vahn . ltt«50 ll>!>-- Lloyb - Gtsellschast.....«74 «75 - Oefterr. Norbwestbahn. . . . 172 50 173-lit. 2. . 184 50 135-- Rudolf-Nahu.......l«4 50 165 Staatsbahn........284— 285 — Siidbllhn.........8, 59 ^ - Theiß.Vahn........245 l,0 246 - Ungar.'galiz. Verbindungsbahn 144^ 145 — Ungarische Nordoslbahn . . . 148 50 14»-Ungarische Wcstbahn .... 15050 151- -Wiener Tramwau-Gesellschaft . 24« 75 247 25 P»«ndbrlele. Mg.öst.Vo°encrebitanst.(i.Vl>.) 116 50 117 - . » . (i.V..V.) 10175 102-. Oesterrcichlsch.uugllrifchc Bank 104 10 104 30 Ung. Nodencredit-Inst. (N..V.) 102 - il,2 25 Pri«rit2tbDl»1t«atlsnen. «lilabeth.N. I.Em.....9»- . 9925 Ferd.-Nordb. in Silber . . . 105 50 10« — ^^^------^-----'—^l' Franz.Ioseph.Vahn .... 101 80 l^... Wal. Carl-llubwia.«,. 1. !.^ Pari« ... ..... 4635 ^ «elvs,rte». »e.d «"" tl' Ducaten .... 5 st. 53 kr. 5 st» K < Napoleonsd'or . 9 . 31'/. . s . "" Deutsche Reiche- 70 ' Noten .... 57 . «0 . b? - ^. ' S'lberaulben . . — , — » ^ " Kriinische Vrundenllastungs'Ol'lisal'l"' G,ll> 101 -. Ware l02 ^ ...g<, i" llredit 230 60 hl» 280 90. «nglo ^ U4... «Ü3,»"'ü«"di! ^M ^27»»?N'"' bN?2°"° " " " " " ^'b««"' '"« bi. 7^ «°,vr««. 8»„ bi. «»«.'