Dezember. Zehnter Jahrgang. 1913. (Seite 2753 bis 2788.) Blätter für den Abteilungsunterricht. tTIonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Schriftleiter: Rudolf Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Brief an den Herrn Schulrat Friedrich Polack . 2753 2. Zum Geleite der ersten Folge der BI............ 2754 3. Zurufe zum zehnjährigen Jubiläum der Bl. . . 2755 4. Zehn Jahre „Blätter“........................... 2757 5. Findlinge ..................................................... 2759 6. Praktische Rechenaufgaben...................... 2764 7. Pädagogische Splitter.......................... 2764 8. Schulhumor .................................................... 2764 9. Kritische Bemerkungen zu den neuen Lehrplänen für die deutschen Schulen in Böhmen u. Steierm. 2765 10. Werktätiger Unterricht......................... 2766 11. Zur Methodik des Deutschen Sprachunterrichtes 2768 12. Randbemerkungen zur Folge 108 ................................. 2771 13. Die Experimentelle Pädagogik im Dienste der Schulpraxis......................................... 2772 14. Schulhistorisches.............................. 2773 15. Sprachunrichtigkeiten der Schulsprache . . . 2775 15. Allerlei Schulpraxis........................... 2775 17. Der Herr Oberlehrer i. P...................... 2776 18. Des Lehrers Takt und Schliff in der Gesellschaft 2777 19. Die Wechselrede ............................................... 2778 20. Ratschläge für den jungen Schulgärtner . . . 2779 21. Stoffe für den deutschen Aufsatz................... 2781 22. Briefkasten................................... 2782 23. Kleine Mitteilungen........................... 2784 24. Durch München von Schule zu Schule . . . . ■ 2786 25. Aus dem Lehreralbum .......................................... 2787 26. Jahrgang 1913 der Blätter..................... 2787 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gotische#. 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Pichlers,Porbereitmigslmch an ein- und zweiklnssigen Volksschulen geh. k --20, geb. k s — Pichler zeigt in diesem Buche, wie der Lehrer feine Vorbereitungen entlegen soll. Isiebci haben ihn die Grundsätze geleitet, den Unterricht für das Kind interessant, für das Leben praktisch zu gestalten. Die neue Richtung, praktisch und bodenständig zu sein, und dein Zuge nach Selbftarbeit, wurde Rechnung getragen. Fritsches Äusgesichrte itiirgiingr für einen einheitlichen und bodenständigen Sach-, Sprach- und Mechenunterricht in Weröindung mit dem Zeichnen,^ Jormen und Parstellen. l. Teil, 2. bis 5. Schuljahr, geheftet K 3-—, gebunden K 2 so. Das Merk zeigt, wie die Lernschule zu einer Arbeitsschule ausgestaltet werden kann, ohne daß der ganze Schulbetricb auf den Kopf gestellt werden müßte, ohne daß das Bewährte ohne weiteres aufgegeben werden muß. 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Llnzelnum- an die „Verwaltung der wer 60 h (60 Pf, 70 ct). ft n h fl I f tl f f I* l Blätter für den AbteilungS- Postfpart. Nr. 68.218. u v v » p unterricht in Laibach". Manuskripte und Bücher an die Cchriftlettung der Blätter für den AbteilungSunterricht in Mies (Böhmen). An den hochgeehrten Herrn Schulrat Friedrich Polack Kgl. Kreisschulinspcktor i. R. Treffurt, Thüringen. Verehrter Herr Schulrat, lieber väterlicher Freund! Schon seit Jahren trage ich das Verlangen im Herzen, Ihnen meinen tiefinnigen Dank in geeigneter Form zum Ausdrucke zu bringen. Der Zeitpunkt, da dies geschehen kann, scheint mir mit dem Jubiläum der Bl. gekommen. Es wird, so schließe ich, Sie, meinen geistigen Führer, nichts sosehr beglücken als die Wahrnehmung, daß Ihr Schulmeister-Idealismus durch die Zeitschrift, die Ihre „Pädagogische Brosamen" ablöste, bei uns in die weitesten Gebiete verpflanzt und zu bedeutungsvollen Taten geführt wurde. Was mag auch dem Meister mehr Genugtuung bringen als der Gedanke, draußen in der weiten Welt sein Sinnen wirken zu sehen! Das kann sich heute selbst der Neiding nicht verhehlen, daß der Polack'sche Sinn durch die „Blätter für den Abtcilungsunterricht" in Österreich eine kraftvolle Interpretation gefunden hat. Ich führe die Tatsache nicht zu meinem Lobe an, sondern zum Lobe der österr. Lehrerschaft, die trotz mißlicher Verhältnisse für den hohen Schwung, der aus Ihren Schriften kam und durch die von mir begründete Fachschrift weitergegeben wurde, zu gewinnen war. Es schlummert in der Tat nicht bald irgendwo soviel unverbrauchte, echte pädagogische Schaffenskraft wie in der ehernen Donau-mark; sie zu wecken und an das Kulturrad der Zeit zu fesseln, das war mein Zweck, als ich, angeregt durch Ihr unvergängliches Hauptwerk „Brosamen", vor einem Jahrzehnt mit meinem Herold vor die Rampe trat, hinter der Lob und Tadel, „Hosiannah" und „Kreuzigt ihn!" nebeneinander sind. — Sie, verehrter Herr Schulrat, haben unsere Bl. von allem Anfänge an mit Ihrem Wohlwollen begleitet und sich durch nichts irremachen lassen, ihnen immer wieder ein befruchtendes Wässerlein zuzuleiten. Darum sei die Folge 120, die ein Jahrzehnt emsigen Schaffens abschließt, Ihnen, dem „Getreuen Eckart der Bl.", in aufrichtiger Hochschätzung und unauslöschlicher Dankbarkeit zugeeignet. Bleiben Sie uns immerdar ein führender Freund! Ihr in Verehrung ergebener ZUM Geleite der 1. Folge der „Mittler".' „Der Gedanke, dem die acht Seiten dieses Blattes Gestalt verleihen sollen, hat schon vor Jahren den Geist des Jünglings beschäftigt und ist nun mit dem Manne reif geworden. Man mag über die Gründung eines neuen methodischen Blattes verschiedener Ansicht sein; eines steht indes fest: Etwa 80% aller Volksschulen Österreichs nehmen an den Errungenschaften des modernen Nnterrichtswesens nur insofern teil, als es „im allgemeinen" zur Geltung kommt; „im besonder«" wird dieser Schulen nicht gedacht. Oder meint man, alles, was für die vollständige Schule geboten wird, sei nun im Abteilungsunterrichte ohneweiters zu verwerten? Pädagogen am grünen Tische mögen sich so kurzweg abfinden, nicht aber jene, die mitten im Getriebe von Abteilungen stehen. Diese missen, was es heißt, aus der bunten Menge von Schülergruppen verschiedener Altersstufen jene Kenntnisse herauszuarbeiten, die man einem Staatsbürger von heute mit auf die Lebensreise geben soll. Wenn nun gar neue Ideen an die Schultüre klopfen, gehüllt in das Gewand des Städters, — was sollen die Lehrer im Abteilungsunterrichte mit ihnen anfangen? Sie wären ja froh, wenn sie einmal einen festen Platz besäßen, wenn sie einen verläßlichen Ratgeber zur Seite hätten, wenn sie ihr Gebiet aus der Vogelschau überblicken könnten. So aber mangelt ihnen alles, alles, was die Arbeit förderte, was dauernde Erfolge brächte und was dem Schaffenden Freude bereitete. — Rat- und hilflos steht der junge Lehrer mitten in seinem Reiche; zwei oder gar drei Völker blicken ihn erwartungsvoll an; jedes begehrt sein Recht; willenlos läßt sich der „König" vom Zufalle hin- und Herschleudern, bis er zusammenknickt, gebrochen an der Seele und leider oft auch — am Leibe. Die Arbeit wird zur Qual; kein Wunder daher, wenn die einen sie verwünschen, die ändern als lästiges Geschäft mit in den Kauf nehmen, weil sic ihr nun einmal obliegen müssen — und kein Wunder auch, daß der Lehrer dem Gespräche über Schulangelegenheiten aus dem Wege geht, während jeder andere Stand am liebsten sein Amt — selbst an dem Wirtshaustische bespricht. Fände der Lehrer an Schulen mit Abteilungen in seinem Wirken einen Quell der Freude und der Genugtuung, so würde er sich über den „Hungerlohn" eher trösten. Solange ihm jedoch kein Mittel geboten wird, das die Mühsale seiner Arbeit mildert und dabei zu augenscheinlichen Erfolgen führt, kann ihn seine Tätigkeit niemals befriedigen und über den Mangel an Gütern dieser Welt hinwegtäuschen; infolange kann aber auch sein Standesansehen nicht durchwegs jene Höhe erreichen, die ihm gebührt, weil der Laie in keiner Weise der Kunst gewahr wird, die den Fachmann von ihm unterscheidet. — Wir brauchen ein festes Gefüge von Grundsätzen, das auf der Psychologie und der Logik ruht und von der Erfahrung zusammengehalten wird. Ohne diese bricht es in sich zusammen, ohne die Säulen stürzt es, gestützt durch ein schwaches Gerüst, bald samt und sonders zu Boden. Ein derart mächtiges Bauwerk, wie wir es brauchen, kann der einzelne nicht aufführen; da müssen alle znsammengreifen. Sammelt Euch darum, Ihr Brüder im Amte, denen das Wohl des Abteilungsunterrichtes am Herzen liegt, und bietet die Hand zu einem Werke, das Euch und der Schule zum Stolz und zum Nutzen gereichen kann! Besonderes. Das Blatt stellt, kurz gesagt, in seinem Hauptteile die Verhan dlungs-schrift über Monatsberatungen vor. Teilnehmer können alle Lehrer sein; alle haben Sitz und Stimme. In jeder Nummer wird eine Frage aufgeworfen, in der man sich bisher nicht einigen konnte. Die verschiedenen Meinungen werden gesammelt, gesichtet und zusammengefaßt; schließlich erfolgt die Abstimmung. So gelangen wir allmählich zu festen Ergebnissen, die sodann geeignet sind, dem Abtcilungsunterrichte eine sichere Grundlage zu bieten. Der einzelne ist vielfach beeinflußt und kann in einem Gegenstände, der im Werden begriffen ist, nicht immer das Beste treffen. Wenn jedoch alle mittun, so muß was Rechtes zustande kommen. Ob alle mittun werden? Man hat mir diesbezüglich oft geraten, mich nicht allzu großen Erwartungen hinzugeben. Und doch bin ich voll der Hoffnung; denn was ich mir vom Mitarbeiter erbitte, ist so wenig, daß ich annehmen muß, er könne nicht „Nein!" sagen. Eine Postkarte zur Hand nehmen und daraus schreiben: „Ich bin für den T-Antrag" oder — bei einer neu vorgelegten Frage die Ansicht mit einer kurzen Begründung zum Ausdrucke bringen: das ist die Arbeit von wenigen Minuten — und die wird doch niemand scheuen, der sich „Lehrer" nennt. (In der Tat wurden seit 1904 im ganzen ein halbes Tausend Urteile geliefert. D. Sch.) Wie oft fühlt einer oder der andere Amtsgenosse „draußen im hintersten Weltwinkel" den Drang, seinen Gedanken Lust zu machen! Doch es fehlt ihm vielleicht schwer, sich der sprachlichen Fassung zu widmen, es gelingt thm nicht, 1 Enthalten in Folge 1 der Bl. (15. Jänner 1904). ein Sprachrohr zu finden, usw. Nun ist jedem Gelegenheit geboten, mit wenig Zeitaufwand und Mühe seine Ideen zur Geltung zu bringen. Darum wohlan, Ihr Genossen im Abteilungsunterrichte, schafft Euch selbst Euere Methode! Ich, der ich ein Jahrzehnt auf dem Felde gearbeitet habe, auf welchem Ihr tätig seid, will Euch gerne die Hand reichen." Zurufe zum zehnjährigen Jubiläum der „Blätter“. Zehn Jahre lang habe mit herzlicher Anteilnahme die Arbeit und das Wachstum der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ verfolgt. Ein Jahrzehnt hingebender Arbeit und ziel bewußten Kampfes! Galt es doch, ein fast vergessenes und doch so wichtiges Feld des Unterrichts und der Erziehung zu bebauen, Licht im Dunkel, Klarheit in Zweifelfragen zu schaffen, den Schularbeitern Werkzeuge für die Arbeit zu schmieden und Waffen für den Kampf zu schärfen! Wie vieles ist gelungen! Wie viel fruchtbare Samenkörner sind in diesen zehn Jahren ausgestreut und wie viel gute Früchte schon gereift! Glück auf zur gesegneten Weiterarbeit! Weiter so auf dem Wege zu Sieg und Erfolg! Schulrat Fried. Polack. Ich glaube, daß bei der großen Schwierigkeit, die der Abteilungsunterricht den Anfängern im Lehramte bereitet, und bei der großen Ausbreitung, die diese Unterrichtserteilung gegenwärtig noch immer besitzt, jede Hilfe dankbarst begrüßt werden muß, die Erleichterungen und Verbesserungen auf diesem Gebiete vermittelt. Daß dies gerade durch die „Blätter f. d. A.“ in vortrefflicher Weise geschieht, wird wohl niemand in Abrede stellen können, umsomehr als die Vielseitigkeit des Inhaltes der Zeitschrift deren Lektüre als sehr anregend erscheinen läßt. Hofrat Dr. K. Rosenberg. Was mir an den Blättern am besten gefällt? Das ist die Schar freiwilliger Mitarbeiter, die trotz Lohnkampfes und Lehrernot ihren Idealismus bewahrt haben und ohne Anwartschaft auf Entschädigung aus der Praxis heraus wertvolle Beiträge für die Praxis liefern. Direktor Dr. Deschmann. Die Bl. behandeln all die hundert Schulfragen von der kleinsten bis zur größten als wesentliche und werden nicht zur politischen Zeitung, so kräftig sie auch für die wirtschaftliche Hebung der Lehrer und für das Ansehen der Schule eintreten. Eine Zeitschrift für Lehrer muß vor allem ein Schulblatt bleiben. Dieser Idealismus ist immer noch das Beste. Es imponiert mir, daß die Bl. mehr als jede andere päd. Zeitung, die ich kenne, zum Sprechsaal für die ganze Lehrerwelt benützt werden. Alle Lehrerkategorien vom Hilfslehrer bis zum Direktor kommen da zum Wort, nicht in langweiligen Abhandlungen, sondern in praktischen Darlegungen auf Grund von Erfahrung und wissenschaftlicher Erwägung. Die sehr große und lebendige Teilnahme ist etwas Bedeutendes; sie fördert die Interessengemeinschaft für die Schule. Daß sich die Zeitschrift speziell des Abteilungsunterrichtes annimmt, ist ein besonderes Verdienst, welches kein anderes Schulblatt im gleichen Maße beanspruchen kann. Für die minder entwickelten Schulsysteme auf dem Lande und in kleineren Orten ist ja in unserer Literatur nur wenig zu finden.“ Kgl. Seminardirektor Jos. Heigenmooser. Die „Blätter für den Abteilungsunterricht“ wirken infolge ihres vielseitigen und mannigfaltigen Inhaltes sehr anregend und verdienen daher namentlich von jüngeren Lehrkräften fleißig gelesen zu werden. Insbesondere kann dies von der „Wechselrede“ gesagt werden, die gewiß manchem die Feder in die Hand gedrückt hat, der sonst nicht zu bewegen gewesen wäre, mit seinen Ansichten in die Öffentlichkeit zu treten. Für wünschenswert halte ich folgendes: Erstens, daß manche Aufsätze nicht gar zu sehr zersplittert würden; zweitens daß die „Bl. monatlich zweimal erschienen. Kaiserlicher Rat, Bezirksschulinspektor Hans Trunk. Mein Urteil über die „Bl. f. d. A.-U.“ geht kurz dahin, daß sie in den 10 Jahren ihres Bestandes zweifellos zur Förderung des österr. Schulwesens beigetragen haben. Möge diese vortreffliche Pädagog. Zeitschrift immer mehr Freunde finden! Schuldirektor E. Woldan. Unsere „Blätter“ wollen zunächst der Förderung des Abteilungsunterrichts an der ungeteilten einklassigen Volksschule dienen, und das macht ihre einzigartige, ja epochemachende Bedeutung aus. Außerdem werden in ihnen alle methodischen, pädagogischen und schulpolitischen Fragen herangezogen und in kurzen, aber klaren Aufsätzen beantwortet. Rud. Knilling. Den besten Glückwunsch, den ich den „Blättern für den Abteilungsunterricht“ zu ihrem zehnjährigen Bestehen auszusprechen vermag, ist der, daß die Zahl der Abonnenten sich vervielfache, damit der Segen der von mir hochgeschätzten „Blätter“ immer weiteren Kreisen zuteil werde, daß zu den alten Freunden sich immer neue gesellen, und daß sie besonders der Jungmannschaft des Lehrerstandes in der so schweren Arbeit des Abteilungsunterrichts als treue Helfer stets zur Seite zu stehen vermöchten. Schulrat Fleischer, Schriftleiter der Monatsblätter für die Schulaufsicht. Den Grund der „Blätter“-Gedanken habe ich von Anfang an freudig begrüßt. Was ich darin gelesen, hat mir gut gefallen. Hofrat Dr. Kummer. Die „Blätter für den Abteilungsunterricht“ sind nach meiner vollsten Überzeugung ein ganz hervorragendes Mittel zur Förderung des österreichischen Schulwesens. Namentlich gefällt es mir, wie die Zeitschrift, ohne dozierend zu sein, der jungen Lehrergeneration ein ausgezeichneter Berater ist. Noch nirgends habe ich so treffliche Ratschläge für das so wichtige Auftreten des jungen Lehrers in der Gesellschaft gefunden. Besonders freut es mich, daß die Bl. auch die musikalische Tätigkeit des Lehrers in den Bereich ihrer Betrachtungen ziehen. Hans Wagner, k. k. Professor. Die „Blätter für den Abteilungsunterricht“ weisen im Laufe ihres zehnjährigen Bestandes eine stete Vervollkommnung auf. Ihr vielseitiger Inhalt bietet mannigfache Anregung zur methodischen Durchbildung nicht bloß für den Lehrer an Schulen mit Abteilungsunterricht, sondern auch für solche an höher organisierten Schulen. Die Bl. verdienen mit Recht die vollste Beachtung der Lehrerschaft. Konrad Moißl, Direktor der I. Knaben-Volks- und Bürgerschule und der Privat- Lehrerinnenbildungsanstalt mit öffentlichkeitsrecht in Außig. Wer die Entwicklung und die segensreiche Wirksamkeit der „Bl. f. d. A.-U.“ seit ihrem zehnjährigen Bestände verfolgt hat, muß gestehen, daß hier eine ansehnliche Kulturarbeit geleistet wurde; denn die Zeitschrift ist nicht nur ein überzeugungstreuer und lauterer Führer und Berater der Lehrerschaft geworden, der hohe Ziele weist und vor dem Abirren warnt, sondern sie hat auch schlummernde Kräfte geweckt, zum Studium und zur literarischen Betätigung auf pädagogischem Gebiete angespornt, den Mut zur individuellen Unterrichtsweise gehoben und so das Selbstbewußtsein und die Berufsfreudigkeit der Lehrerschaft gestärkt. Bezirksschulinspektor W. Richter. Ich erachte Ihre „Blätter“ für die praktischeste und zweckmäßigste Lehrerzeitschrift, die wir haben. Ich pflege den Zöglingen schon im III. Jg., gelegentlich der Besprechung der Fortbildung des Lehrers, die Zeitschrift zu empfehlen, habe oft daraus Referate im IV. Jg. abzuhalten Anlaß gefunden und empfehle auch Bürgerschulprüfungskandidaten die in Ihrem Blatte vertretenen Ratschläge. Direktor Dr. Becker. Ich beglückwünsche die lieben „Blätter“ zu ihrem zehnjährigen Bestehen; aufrichtig wünsche ich, daß sie weiter wachsen. Jeder Leser dankt im stillen erneut dem Schriftleiter, dem Führer auf dem Wege zur Höhe. Aber jeder Dank sollte immer eine gute Tat sein 1 K. Trautermann, Weimar. Herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Bestände der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ 1 Möge die für weiteste Kreise der Lehrerschaft überaus wertvolle und unentbehrliche Zeitschrift auch im zweiten Jahrzehnte so zweckentsprechend wie seither wirken zu der allgemeinen und beruflichen Fortbildung der Lehrer sowie zur wirtschaftlichen und staatsbürgerlich-gesellschaftlichen Hebung des Standes! Glückauf! Oberschulrat Dr. Prieizel, Königlicher Bezirksschulinspektor für Dresden. Das Beste an den „Blättern“ ist die Begeisterung, die sie erwecken, der Idealismus, den sie atmen, der Schaffensdrang, zu dem sie anregen, die Liebe zum Beruf, von der sie getragen sind. Professor R. Schill. Die „Blätter für den Abteilungsunterricht“ sind persönlicher Art. Wem ein Peerz nicht paßt, sollte sie nicht halten und wird sie nicht halten. Aber gewiß gibt es deren genug, denen ein Peerz paßt. Dr. E. Haufe. Rom, 30. Oktober 1913. Ludwig Credaro, Minister für den öffentlichen Unterricht, dankt lebhaft dem geehrten Herrn R. Peerz für die sachkundige und liebenswürdige Beurteilung1 über sein Buch „Die Pädagogik Herbarts“ und wünscht der Monatschrift, die von ihm so rühmlich geleitet wird, weiteren Erfolg. 1 Die Rezension wurde vom Schulrate Fr. Polack geliefert. D. Sch. „Der Gedanke, dem die acht Seiten dieses Blattes Gestalt verleihen sollen, hat schon längst den Geist des Jünglings beschäftigt und ist mit dem Manne reif geworden.“ Aus Folge 1 der „Blätter“. Zehn Jahre „Mittler". (ZUIN Geleite der 120. Folge der „Blätter".) Wo, wie und womit soll ich nur gleich beginnen? Vielleicht damit, daß ich ein Stück „Blätter"- Geschichte anfdecke, die bisher aus mancherlei Rücksichten verhüllt geblieben ist. — Das war anno 1896. Gin Schuloberer hatte meine Klaffe inspiziert und sein unausgesetztes Kopfschütteln während des Unterrichtes hernach in eine Flut von Vorwürfen, Bemängelungen und schließlich in den wenig trostreichen Satz ausgelöst: „Da Sie nicht mit Abteilungen arbeiten können, werde ich Ihre Enthebung beantragen." Für einen unbemittelten Privatvolksschullehrer just keine freundliche Botschaft I Was tun? Ich sollte die zeitweilige Verbindung der Abteilungen, die sonderbare Art meiner Stillbeschäftigung, die noch sonderbarere der Korrektur und vieles andere abschwören und mich zum Dogma „Vs Stunde hier, Vs Stunde dort, Stillbeschäftigung ist nichts als Abschreiben, alle Korrektur hat der Lehrer zu erledigen" usw. bekehren. Konnte ich das, nachdem mich die Erfahrung eines ändern belehrt hatte? Durfte ich umkehren, wenn die Überzeugung in mir laut rief: Nein und tausendmal nein?! Das unausgesetzte Wechseln ohne Rücksicht auf den Inhalt des Stoffes und den Gang des Verfahrens bedeutet Knechtschaft des Geistes, Verschwendung der Zeit, Vereitelung des Erfolges; der Mechanismus des Abschreibens erdrückt das Denken, die Korrektur tötet den Lehrer. Also blieb ich fest; doch ersuchte ich um Frist, Unt eine Rechtfertigung zn schreiben. Sie erschien int Jahre 1897 unter dem Titel „Der Rbteilungsunterricht in der Volksschule". Das erste Exemplar, frisch aus der Presse, wurde in tiefster Devotion dem Lchulpotentaten ganz ergebenst überreicht. Er blätterte darin, indes mein Herz pochte, und — und — schleuderte mir das Buch vor die Füße mit den Worten: „Das macht die Sache nur schlimmer, denn Sie wagen es sogar, gegen meine .Anleitung' öffentlich aufzutreten!" — Die von der Verlagsbuchhandlung gesammelten Rezensionen, in denen die erste österreichische Schrift über A.-U. begrüßt wurde, änderte an dem Urteile nichts; ich war gerichtet. Also gab ich (zunächst in der Form eines Urlaubes) meine Stelle auf und ließ mich an der Universität inskribieren. — Eine bittere Zeit I Doch ehe ich es ahnte, kam versöhnend das Glück in die Stube geschritten. Das Buch hatte auf seiner Ueise durch das Reich einen Mann getroffen, der zwar auch ein Schulkönig war, aber anders dachte als jener. Der ließ mir sagen, daß ich ohneweiters in die Lehrerbildungsanstalt kommen könne. Wie, von der Privatvolksschule in die Anstalt, wo zukünftige Lehrer meinem Unterrichte lauschen sollten? Ich griff mit beiden Händen zu. Nun war alles gestattet, was mir vordem als Vergehen angerechnet worden war; nun konnte ich schaffen nach Einsicht und Wirkung. Die „Kurzgefaßte Anleitung für den Unterricht an Landschulen" kennzeichnet den damaligen Stand der Dinge. (Ein Scheelsüchtiger verstand es, ihr die ministerielle Empfehlung auf zwei Jahre vorznbehalten.) Mittlerweile hatte mich das Geschick aus der materiellen Sorge gehoben und ich konnte nun einen längstgehegten plan: die Ausgabe einer Zeitschrift für den Abteilungsunterricht zur Ausführung bringen. Am 6. Jänner 190H war es. Der Krainifche Lehrerverein hielt an dem Tage feine Hauptversammlung. Den Abend zuvor wurde ausgemacht, daß ich — der Neuangekommene — die Schriftleitung der altehrwürdigen Laibacher Schulzeitung, die in Verfall geraten war, übernehmen sollte. Da schoß der Gedanke durch den Sinn: Wie wäre es, wenn wir den alten Stamm durch die Aufpfropfung eines frischen Reises retteten und damit zugleich die österreichische Landschule in die Aufmerksamkeitssphäre der Schulmänner und Behörden rückten? Zur Überlegung blieb nicht viel Zeit; der Morgen des 6. sollte ja schon die Entscheidung bringen. Sic fiel. Zch wurde Schriftleiter des einzigen deutschen Schulblattes im Süden der Monarchie und Begründer der Beilage „Blätter zur Förderung des Abteilungsunterrichtes". Ein österr. Pädagoge von Ruf, den ich um ein Geleitwort gebeten hatte, schrieb kurz: „Ein neues Blatt ist unnötig." Trotz allein schritt ich an Folge s. Sie mußte ja bereits am 1(5. Jänner (also neun Tage nach dem Beschlüsse) erscheinen. Hei, wie die Feder flog, da die Seele den Druck lösen wollte! Aber ich durfte über acht Seiten nicht hinaus; so konnte nur ein Huenichen von dem, was im Geiste lag, versendet werden. Mas ich zunächst wollte, war die Anregung zu einer Aussprache über die Fragen betreffs des Abteilungsunterrichtes. Aus diesem Streben entstand die „Mechselrede". Da für die Methode der österr. Landschule, von zwei unbedeutenden Stundenplanerklärungen abgesehen, nichts, gar nichts vorlag, so mußte zunächst einmal ein Baugrund ermittelt und ausgehoben werden. Dabei sollte die gesamte Lehrerschaft Mitarbeiten. Darum zog ich sie alle heran, die Standesinteresse und Fortschritt im Busen tragen. Mas ich erhoffte, hat sich in den zehn Jahren zum großen Teile erfüllt: Unsere Wechselrede hat Schätze aufgehäuft, die kein Mächtiger sein Eigen nennen kann. So sind die Bl. ein Buch geworden, das sich die österr. Lehrerschaft selbst geschaffen hat. Heute, da wir Rückschau halten und uns die Zustimmungen aus allen Ländern zu erneuter Tätigkeit stacheln, heute, da das Ministerium für Kultus und Unterricht sich zum Jubiläum mit der schönste» Gabe: mit der Aufforderung zur pflege des Abteilungsunterrichtes eingestellt hat1 und sogar der Minister eines fremden Staates uns beglückwünscht, kommt es uns wie ein Münder vor, daß aus so kleinen Anfängen so Großes werden konnte. Das darf die österr. Lehrerschaft ohne Uberhebung für sich in Anspruch nehmen, daß sie aus eigener Kraft einen Bau aufgeführt hat, der selbst in den Staaten der höchsten Schulbildung sich nicht erhebt: Die fcftßcfügte Methode für den Unterricht an Landschnken. Mas sie hier durch unsere „Bl." an geistiger Energie leistete, erwies sie nach einer anderen Seite hin mit einer ehernen kollegialen Gesinnung, indem sie aus unseren „Bl." heraus das Lehrerheim an der Adria hob. Die tatkräftige Durchführung der beiden großen Gedanken „Reform des Landschulwesens" und „Südheim", sie stehen ebenbürtig nebeneinander als Mahrzeichen des gesunden Geistes, der unsere Reihen durchweht. Mas ich am Tage, da zehn Jahre fruchtbarer Arbeit verrauscht sind, für mich in Anspruch nehme, ist die Genugtuung des Gelingens. Menn mir sonst was zukommt, so ist es die Tatsache, daß ich trotz all der Kämpfe, von denen ich nur einen aufgedeckt habe, weil er keineswegs gerade häßlich ist, nicht von dem Posten wich, auf den mich eine Ehrenpflicht der Schule und der Lehrerschaft gegenüber gestellt hat. Und was ich wünsche? Nun das: Die bisher treu zu den Bl. standen, mögen ausharren, denn wir sind noch lange nicht am Ziele! Flüchtige Arbeit steht ernsten Männern nicht an; für gediegene Leistungen aber brauchen wir noch Stoff, noch Kräfte. Es ist ja in unserem Baterlande so unendlich schwer, den Bann von alten Dogmen zu brechen, so schwer, eine plötzliche Wendung zu erreichen. Oder eigentlich leicht, wenn man sich in das Mäntelchen des Lharlatans hüllt! Ja, leider! Doch so wollen wir nicht unsere Lorbeeren pflücken. Unser Merk muß aus der Praxis reifen, um auf die Praxis lebenskräftige Samenkörner zu streuen. Ze weiter wir Vordringen, desto größer wird der Kreis der Belange. Darum brauche» wir neue Arbeiter, neuen Stoff, einen erweiterten Umfang der Zeitschrift. Neerz. 1 Die f. F. Lehrerbildungsanstalten wurden jüngst aufgefordert, sich der Ausbildung der Zöglinge für den Abteilungsunterricht mit besonderer Aufmerksamkeit zuzuwenden. Findlinge. Fortsetzung von Schulrat Fr. Polack. I. Freiheit und Pflicht. In diesen beiden Begriffen liegt Wert und Würde, Wohl und Wehe des menschlichen Daseins. Ihr Widerstreit bedeutet die Kämpfe, dagegen ihre Versöhnung den Sieg des Willens und den Frieden des Herzens. Die Freiheit öffnet den menschlichen Neigungen und Kräften eine weite Rennbahn; die Pflicht zieht enge Schranken um sie. Der Freiheitsdrang stellt sich auf die eigene Kraft; die Pflicht sucht Halt und Stütze im Gesetz. Die Freiheit verirrt sich leicht in Willkür und Schrankenlosigkeit; die Pflicht ist ein sicheres Geländer gegen Verirrung und Fall. „Wo viel Freiheit, da viel Irrtum; doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.“ Im Drange der Freiheit haben unsere Väter die Taten von 1813—15 getan und mit dem Feldgeschrei: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit!“ hat die französische Revolution 1789 und die Kommune 1871 ihre höllischen Orgien gefeiert. Wie viel dankt die Menschheit dem eingeschaffenen Freiheitsdrange! Er ist’s, der an allen widernatürlichen Fesseln rüttelt und nach immer höheren Zielen der Entwicklung strebt. Er hat den armen Sklaven die Fesseln abgenommen und sie zu einem menschenwürdigen Dasein geführt. Er hat sich gegen Druck und Vergewaltigung erhoben, hat fremden Eroberern und Unterdrückern den Dienstzaum aus der Hand gerissen, das edle Gut des eigenen Volkstums gerettet und mit dem Dichter gesprochen: „Unbilliges erträgt kein edles Herz! Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben!“ Er hat nach und nach in allen Kulturstaaten der Despotie, die sich für die allumfassende Vernunft des beschränkten Untertanenverstandes erklärte, den Boden entzogen und dem Einzelnen ein vernünftiges Maß selbständiger Bewegung erkämpft. Er ist’s, der in jedem strebenden Menschen nach Befreiung von Irrtum, Torheit und Sünde durch die Macht der Wahrheit trachtet, der jedem zuruft: „Erkennet die Wahrheit und sie wird euch frei machen!“ Doch nicht nur jeder Einzelne begehrt ein vernünftiges Maß von Freiheit für seine Entwicklung und Bewegung, sondern auch jeder Berufsstand ringt danach. So auch der Lehrerstand. Seine Freiheitsbestrebungen laufen in der Hauptsache in vier Punkten zusammen: 1. Befreiung von der gemeinen Not und Sorge des Lebens durch auskömmliche, zeitgemäße Gehälter. 2. Befreiung von einer falschen Aufsichtsweise durch Einrichtung einer zielsicheren fachmännischen Schulaufsicht. 3. Befreiung vom gesellschaftlichen Banne durch bessere Bildung und Besoldung. 4. Freie Bewegung in der Unterrichtsweise. Doch in falsche Kanäle würde sich der Freiheitsdrang verirren, wenn er zur Selbstsucht, zu Anmaßung, Gesetz- und Ordnungslosigkeit würde, wenn er in das Rechtsgebiet des Nächsten einbräche, wenn er unbeschränkte Lehrfreiheit, Befreiung von den Unbequemlichkeiten der Beaufsichtigung, von dem Zeit- und Ordnungszwange der Berufserfüllung, von den kleinen, lästigen Obliegenheiten, von den Vorschriften der geselligen Wohlanständigkeit usw. forderte. Das wäre keine Freiheit mehr, sondern Willkür, Zucht- und Schrankenlosigkeit. Die Himmelstochter wäre dann zum gefallenen Engel geworden. Solcher Entartung wird ein starker Damm entgegen gebaut durch die Pflicht! „Wohl liebt ein jeder frei zu leben nach dem eigenen Gesetz“, aber wo zwei zusammen rücken, da hört die unbeschränkte Freiheit des Einzelnen auf und die Verbindlichkeit zu einem bestimmten Verhalten macht sich gebieterisch geltend; das ist die Pflicht. Gott hat sie der Menschheit als Gurt und Regler des Freiheitsdranges gegeben. Ein Zusammenleben der Menschheit ohne die Schranken der Pflicht ist undenkbar. Es würde den Krieg aller gegen alle und die endliche Vernichtung der Gesellschaft bedeuten. Das pflichtmäßige Verhalten des Einzelnen zu Vorgesetzten, Gleichgestellten und Untergebenen ist durch Sitte und Gesetz bestimmt und entspricht einer sittlichen, ja physichen Notwendigkeit. „Die Menschen finden sich in ein verhaßtes Müssen weit besser als in eine bittere Wahl.“ Was fordert nun die berufliche Pflicht von dem Lehrer? Was mit dem Stempel „Pflicht“ gezeichnet ist, muß ihm heilig sein. An der Pflicht darf nicht gemakelt, von ihr darf nicht abgehandelt werden. Was den Namen „Pflicht“ trägt, das darf nicht klein und kleinlich genannt, nicht verächtlich behandelt werden. Und ist es lästig, darf’s doch nicht lässig getan werden; es muß zur rechten Zeit, am rechten Orte und in rechter Weise geschehen. Wohl ist die Pflicht oft schmerzlich und ihre Erfüllung wie ein Martergang zwischen Spießruten. Lasse ich aber den Damm der Pflicht von meiner Willkür, von Übeln Neigungen und Leidenschaften durchbrechen, dann bricht die Hochflut des Verderbens über mein Leben und meine Arbeit herein. „Ich muß! Ich kann nicht anders! Die Plicht ruft und ich muß folgenI“ Wer so sprechen und so tun kann, der hat die Herrschaft über seinen Willen gewonnen, dem Freiheitsdrange die rechte Uferbefestigung gegeben und den Schlüssel zu rechtem Arbeitserfolge und Lebensglück gefunden. II. Kollisionen zwischen Freiheit und Pflicht. So lange nicht in dem Herzen und Gewissen des Lehrers die Pflicht den Königssitz eingenommen hat, so lange werden auf jedem, auch dem kleinsten Pflichtgebiete, die Verwicklungen sich erneuern. Das zeigt das alltägliche Berufsleben auf Tritt und Schritt. Einzelne Fälle mögen nachstehend beleuchtet werden. a) Die Vorbereitung auf den Unterricht. Der Freiheitsdrang spricht: Wozu die zeitraubende, peinliche Präparation auf den Unterricht? Man muß dem Augenblicke, der Stimmung und der unmittelbaren Wirkung des Lehrers auf die Schüler hauptsächlich vertrauen. Die „Präparation“ sammelt, ordnet und versendet „Lernleichen“, die freie Begeisterung des Momentes und der glückliche Einfall erzeugen Bewegung und Leben. Das Pflichtgefühl spricht: Ohne Vorbereitung ist der Unterricht ein Blindekuhspiel. Wer Fische fangen und essen will, der muß zuvor das Netz stricken oder flicken. Der gute Einfall, die glückliche Stimmung sind unsichere Gäste, die uns oft im Stiche lassen. Der Lehrer muß die geeigneten Lernstoffe wählen und ordnen, wenn er sie erfassen und durchdringen, wenn er sie vererben und andere damit begeistern will. Ist die Vorbereitungsarbeit auch ein Zwang für den Lehrer, so ist sie doch auch ein Genuß und eine Bürgschaft des Arbeitserfolges. Ohne wohlbedachten Plan und ohne Sicherheit des Besitzes flattern die Lernstoffe wurzel- und kraftlos im Gedächtnis der Schüler umher. b) Lehr- und Lektionspläne. Der Freiheitsdrang spricht: Was frage ich nach der Tyrannei der Lehr- und Stundenpläne. Diese papierenen Ordnungswächter mögen an der Tür hängen oder im Pulte liegen, mich sollen sie nicht in ihre Spalten zwängen. Ich trage meine Arbeitspläne in mir. Was mich gerade warm bewegt, das lehre ich, und was mich und die Kinder gerade fesselt, das spinne ich aus, so lange der Reiz hält. Diese frische Unmittelbarkeit, dieser enge Zusammenhang zwischen Lehr- und Lernstimmung ist Leben und weckt Leben, während der ewig wechselnde Stunden-und Lehrplan ein Eiertanz ist, der kein behagliches Verweilen gestattet. Das Pflichtgefühl spricht: Die Arbeitspläne geben feste Ziele, sichere Wege, klare Zeit- und Stoffökonomie und sind dadurch eine Wohltat für Lehrer und Schüler. Ohne sie sind zielsichere Arbeitsergebnisse undenkbar. Setze ich das Belieben an die Stelle der Vorschrift, die Willkür an die Stelle des Gesetzes, die Macht des Augenblicks an die Stelle des Ordnungsrahmens, dann löst sich die ganze Schularbeit in planlose und meist fruchtlose Einzelgefechte auf. An der Planlosigkeit und Unordnung sind schon viele Schulen, Haus- und Gemeinwesen, Völker und Staaten zugrunde gegangen, an der straffen Ordnung gewiß niemals. Die feste Ordnung der Lehr- und Lektionspläne ist das Knochengerüst der Arbeit. Ohne sie verschwimmt und zerfließt sie wie Gallert. Mit ihr hat sie Boden unter den Füßen, Ziele und Wege vor den Augen und das rechte Verhältnis zwischen den einzelnen Teilen des Stoffes, der Zeit und der Arbeitskraft. c) Pünktlichkeit. Der Freiheitsdrang spricht: Was kommt’s auf 10 oder 15 Minuten mehr oder weniger, früher oder später an! Die kleinen Scharten in der Zeit lassen sich durch Geschick leicht wieder auswetzen. Es sieht so knechtisch, furchtsam und armselig aus, wenn der Lehrer beim Glockenschlage rennt, als ob er die Rute des Vorgesetzten fürchte. Ich lasse mich nicht von dem Uhrzeiger kommandieren, sondern verfüge über die Zeit, wie mir’s paßt. Das Pflichtgefühl spricht: Die Pünktlichkeit ist der Ordnungsgurt der Schule, und ohne sie ist keine Ordnungszucht unter den Kindern und keine gesunde Ökonomie im Unterrichte möglich. Durch Unpünktlichkeit geht alles aus den Fugen und wird der Ruf des Lehrers wie der Schule am meisten geschädigt. Wer leichtsinnig die Zeit verschläft, vertrödelt, verschwatzt, der wird niemals rechte Freude und rechte Frucht von der Arbeit haben. Keine Verschwendung läßt sich schwerer wieder gut machen als die Zeitvergeudung. „Der den Augenblick ergreift, ist der rechte Mann.“ „Gebrauch der Zeit, sie geht so schnell von hinnen; doch Ordnung lehrt auch Zeit gewinnen.“ (Goethe.) d) Fremde Dinge in der Sdiule. Der Freiheitsdrang spricht: Wenn ich körperlich oder geistig nicht aufgelegt bin, so kann ich mich nicht zu einem anstrengenden Unterrichte zwingen. Die Kinder müssen sich dann selbst beschäftigen; das übt sie in freier Selbsttätigkeit. Ich beaufsichtige sie, gebe dabei meinen eigenen Gedanken Audienz, lese die Zeitung oder ein Buch, besorge drängende Arbeiten der Gemeindeoder Privatschreiberei, sehe nach den Haus-, Garten- und Feldarbeiten u. dgl. Diese Dinge lassen sich oft nicht aufschieben. Durch erhöhten Fleiß zu anderer Zeit läßt sich die Versäumnis wieder einbringen. Das Pflichtgefühl sagt: Das ist ein Diebstahl an den Kindern und ein Verrat an der Pflicht. Alle Zeit und Kraft gehört der Schule. Alle fremden Dinge, die sich durch Tür- und Fensterritzen eindrängen wollen, müssen erbarmungslos ausgewiesen werden. „Denn setzen wir nicht das Höchste ein, wird nicht das Höchste gewonnen sein.“ Einem Wirken mit zerstückelter Zeit, geteilter Kraft und halber Seele wird die Erfolglosigkeit wie sein Schatten folgen. e) Das Kleine im Schuldienste. Der Freiheitsdrang spricht: Wie widert mich dieser Dienst des Kleinen und Kleinlichen an! Da sollen Lehrberichte, Versäumnislisten und andere Register und Tabellen täglich oder periodisch, pünktlich und genau geführt, die langweiligen Korrekturen der Hefte besorgt, Bänke, Schränke, Öfen, Fenster, Treppen, Höfe und Aborte der Schulräume, Bücher, Kleider, Hände und Füße der Kinder besichtigt, die eigene Haltung und Kleidung peinlich in Ordnung gehalten werden. Ja, sogar außer der Schule, in der Kirche und auf der Straße, wird mir die Kontrollpflicht über die Kinder aufgehalst. Nein und abermals nein! Zum Schulpo-lizeidiener lasse ich mich nicht erniedrigen! Man kann auch ohne diesen kleinlichen Plunder von Pflichten ein guter Lehrer sein! Der Geist ist’s, der lebendig macht! Die Pflicht spricht: Es ist nichts kleinlich und erniedrigend, was meinen Stempel trägt und einem großen Zwecke dient. Nur durch fortgesetzte Ordnungszucht und das eigene stete Ordnungsmuster können die Kinder zur Ordnung im Leben und in der Arbeit gewöhnt werden. Nur in der zähen und steten Übung aller Erziehungseinflüsse liegt die Bürgschaft des Erfolges. Darum muß der Lehrer auch in der schulfreien Zeit die Kinder unter dem Gewehrlauf seines überwachenden Auges halten. Darum ist die lästige Arbeit der Korrekturen nötig, um die Kinder an eine sorgsame Arbeitsweise zu gewöhnen. Ohne sie werden die Hefte bald Tanzplätze von Leichtsinn und Liederlichkeit sein. Um der Kinder, um des eigenen Gewissens und auch um der Vorgesetzten willen muß ich das Kleine und oft Lästige tun, und ich werde es gern tun, da ich’s unter den großen Gesichtspunkt der Gesamterziehung stellen kann und muß. f) Die Schulaufsicht. Der Freiheitsdrang spricht: Wie lästig und unwürdig ist der lange Instanzenzug der Schulaufsicht! Sie kann nicht oft und nicht tief genug eingreifen, schraubt ihre Forderungen immer höher, schmeckt auf Tritt und Schritt nach Mißtrauen, guckt in alle Winkel und horcht in alle Ecken, läßt Tadel und Strafen hageln, Lob und Lohn kaum tröpfeln, ersinnt immer neue Vorschriften, maßt sich überall eine höhere Einsicht an und gibt bei Differenzen meist dem Lehrer Unrecht! Der rechte Lehrer braucht keinen Aufpasser. Er ist sich selbst das Gesetz und sein Gewissen schreibt ihm die Marschroute für die Arbeit. Dagegen spricht das Gewissen: Wie wäre eine erziehliche Einheit der Arbeit möglich ohne einheitliche Regelung durch die Aufsicht! Wie selten führt freie Vereinbarung zur gleichartigen Arbeit und einheitlichen Zielerreichung? Und wo wäre eine Aufsicht ohne gewisse Unbequemlichkeiten für den Einzelnen! Und wozu wäre sie da, wenn sie nicht regelnd, helfend und bessernd eingriffe. Sie muß in ihrem Pflichtenkreise gleichsam allgegenwärtig und allwissend sein, gleich nahe dem Gewissenlosen als Mahnung, dem Gewissenhaften als Mithilfe bei Arbeit und Freude. Sie muß sich darum aller wichtigen Dinge annehmen, muß im Widerstreit von Interessen nach allen Seiten gerecht abwägen, muß immer die Sache über die Personen stellen und dort beim Urteilen und Eingreifen nie die Liebe verleugnen. Unausbleiblich werden beim größten Wohlwollen des Vorgesetzten einzelne Fälle des Abschneidens von Ungehörigem sein. Aber oberste Pflicht der rechten Schulaufsicht ist’s, die Freudigkeit des Lehrers zu erhalten sowie sein Ansehen so viel wie möglich zu stützen und zu stärken. Ihre Hauptaufgabe ist beraten und mithelfen, nicht tadeln und strafen. Wird die Schulaufsicht drückend und schmerzlich, muß ich mich nach meinem eigenen Schuldanteil fragen. Je mehr ich mich in ihre Absichten hineindenke und hineinlebe, desto weniger werde ich ihren Druck empfinden. g) Außeramtl ches Verhalten. Der Freiheitsdrang spricht: Ich mag mich in meinem außeramtlichen Verhalten nicht beschränken und mit dem Maßstabe einer spießbürgerlichen Moral messen lassen. Ich bin mein eigener Herr und niemandem außerhalb des Amtes über mein Tun und Lassen Rechenschaft schuldig. Ich gehe in die Kirche, wenn mir’s beliebt, zum Bier, wenn ich Durst habe, an den Spieltisch, wenn sich Partner finden, auf den Tanzplatz, wenn ich eine Geige höre und mir’s in den Füßen kribbelt, in die Gesellschaft, wenn sie mir gefällt. Ich sage meine Meinung laut jedem, der sie hören will, setze mich über kleinliche gesellschaftliche Rücksichten hinweg und amüsiere mich, wann, wo und wie es eben möglich ist. Sinnenpflege ist ein notwendiges Gegengewicht zu meiner geistigen Beschäftigung. Durch Lehrbücher und Vorschriften lasse ich mich nicht einengen, meine wahre Meinung zu verleugnen. Ich glaube nicht, was amtlich vorgeschrieben ist; ich lehre nicht, was ich nicht glauben kann. Wovon ich überzeugt bin, das sage ich frei und offen! Das fordert Wahrheit, Freiheit und Würde des Mannes. Dagegen sagt die Pflicht: Du sollst für Schule und Gemeinde eine Respektsperson, eine erziehliche Autorität sein. Nicht milder sondern strenger als von ändern wird dein außeramtliches Leben beurteilt. Alle Augen sehen auf dich und viele folgen deinem Beispiel. Du hast kein Vorrecht zu einer sittlichen Ausnahmestellung, keinen Freibrief für Trunk und Spiel, Großtun und Lärmschlagen, Schelten und Schimpfen, zu törichten Liebeleien und frechen Scherzen, zu vorlautem und aufdringlichem Wesen, zu Rechthaberei und absprechenden Urteilen, zu Luxus, Schuldenmachen u. dgl. Du darfst in keiner Weise Anstoß geben, da dein Wort und Beispiel entweder erziehlich oder verderblich wirkt. Nicht die Freiheit, sondern die Torheit und Gemeinheit wirft solche Sumpfblasen auf. Solche Freiheiten sind die schimpflichste Knechtschaft. Am wenigsten frei sind die, welche ihrer Ketten spotten. Wer sich frei von der wohlanständigen Sitte erklärt, der ist auch meistens der Sittlichkeit bar. Wer unter der Herrschaft ungebändigter Sinnentriebe steht, der rede nicht von Freiheit. Zu wahrer Freiheit führt nur die treue Pflichterfüllung. III. Versöhnung von Freiheit und Pflicht. Wenn Neigung und Pflicht in uns unvermittelt und unversöhnt neben einander hergehen, ja sich befehden, dann werden wir nicht zu Frieden und Glück kommen. Wer in der Pflicht nur die Bürde und nicht die Würde, nur die Schwere und nicht die Ehre, nur die Schranken und nicht die tiefen Gedanken, nur die Rute und nicht das Gute sieht und fühlt; wer sie für etwas Fremdes und Feindliches, nicht aber der sittlichen Notwendigkeit Entquollenes hält: Der wird sie nur als lästigen Gurt an Händen und Füßen fühlen und sich baldmöglichst davon frei machen wollen. Aber es gibt eine Versöhnung von Freiheit und Pflicht und dann den höchsten Erfolg und das tiefste Glück der Arbeit und des Lebens. Die Gegensätze müssen aus der Enge persönlicher und örtlicher Schranken in die freie Höhe der Liebe gehoben werden. Das äußere Gesetz des Sol lens muß zum inneren des Wolle ns werden. Dann fällt der erlegene Gegensatz zwischen Pflicht und freier Neigung. Die Hausgenossen werden Bundesgenossen, die sich gegenseitig helfen und ergänzen. Dann bedeutet Pflicht nicht Zwang und Entsagung, sondern Freiheit und Glück. Die beiden Begriffe versöhnen und vereinheitlichen sich. Wie die Anlage durch die Erziehung, so findet die Freiheit durch die Pflicht ihre Schranken, aber auch ihre Vollendung. Wodurch lassen sich die scheinbaren Gegensätze durchdringen und versöhnen? Durch zähe, stetige Arbeit an unserer geistigen und sittlichen Bildung sowie im Beruf und Leben! In diesem Sinne nannte der preußische Unterrichtsminister Dr. Falk die rechte Arbeit das beste Erziehungsmittel. Arbeit ist Pflichtbetätigung. Gewährt sie uns Freude, so braucht uns kein Gesetz dazu zu treiben; in voller Freiheit verlangen Geist und Herz danach. Aber nur die stetige, ausdauernde Arbeit wird die harte, bittere Schale der Mühe endlich durchbohren und zum süßen Kern der Freude durchdringen. Die stoßweise Pflichterfüllung irrt leicht in Willkürgebiete ab. Nichts Sittliches hat der Mensch ohne Mühe. Unsere sinnlichen Neigungen, die unablässig über die Ufer treten wollen, müssen durch zähe Gewöhnung eingedämmt werden. Je zäher und folgerichtiger die Gewöhnung, desto sicherer der Erziehungserfolg! Die Gewöhnung muß uns den schlechten Geschmack auf allen Gebieten verleiden und Freude am Guten und Schönen wecken und pflegen. Das Bessere muß das Schlechte verdrängen. Nicht besser und nachhaltiger bekämpft man die Übeln Neigungen als durch Pflege des Guten. Was uns erst absichtlich aufgenötigt wird, das wird nach und nach zur lieben Lebensgewohnheit, zum freien Wollen, ist kein Zwang mehr, sondern Freiheit. „Neigung besiegen ist schwer; gesellt sich aber Gewohnheit wurzelnd allmählich zu ihr, unüberwindlich ist sie.“ (Goethe.) Jener alte Ostfriese verglich die preußische Herrschaft unter Friedrich dem Großen mit einem Wollenhemde, das neu erst kratze, dann aber gar weich und wohlig wärme, so daß man’s nimmer ablegen möge. So geht’s mit der Pflicht! Kommt man durch treue Übung dahin, sie zäh und stetig mit Lust und Liebe zu tun, dann ist sie zur Freiheit geworden, ln der Liebe schweigen alle Dissonanzen und Differenzen. Wo Gottes Gesetz, der höchste Pflichtspiegel, unsere Neigungen durchleuchtet und regelt, das Gesetz der Sitte und Sittlichkeit unsern tätigen Willen regiert, da scheint die Pflicht zu herrschen, aber in Wahrheit ist’s die Freiheit. Herzog Alba sagte: „Freiheit? Ein schönes Wort, wer’s recht verstände. Was ist des Freisten Freiheit? Recht zutun!“ Wahre Freiheit ist eigentlich Despotie der Vernunft, d. h. die unbedingte Herrschaft der geläuterten Erkenntnis und des erzogenen Willens über ungeordnete Neigungen. „Wir können ja nicht anders!“ sagten die Apostel. Wer die Pflicht noch als Zwang fühlt, der trägt noch Rost an seinen Arbeitswaffen. Wer sich in die Pflicht ganz hineingelebt hat, der weiß nicht mehr, wo ihr Gebiet an das der Freiheit grenzt. Wohl uns, wenn Freiheit und Pflicht in unserer Arbeit und in unserem Leben eine glückliche Ehe geschlossen haben! Wenn das herbe, harte: „Du sollst! Du mußt!“ sich in das freudige: „Ich will!“ verklärt hat! Wenn die Freiheit zur Pflicht sagt: „Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen!“ dann ist die Zweiheit zur Einheit, der Kampf zum Frieden geworden. Und alle Werke der Pflicht gedeihen in der Lust der Freiheit! Lesefrüchte. Mitgeteilt von Josef Mutzer. 1. Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstand; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen, was fürchterlich ist; aber jener ist unbequem, man muß ihn beiseite schaffen; diese ist nur verderblich — und das kann man abwarten. Goethe, Wilhelm Meister. 2. Ich habe immer geglaubt, daß es zu weit führen könne, wenn wir einmal um des Guten und Nützlichen willen zu betrügen anfangen. Ebenda. 3. Wohlhabend ist jeder, der dem, was er besitzt, vorzustehen weiß. Ebenda. 4. Man ist mit niemand mehr geplagt als mit den Dienstboten; es will niemand dienen, nicht einmal sich selbst! Ebenda. 5. Vom Himmel ist das Recht gekommen, Drum solls gegeben werden, nicht genommen! Du nennst sie: blinden Zornes Knechte; Wirst du’s mit ihnen, schaffst du dir selber Recht. Halm, Imberta Lambertazzi. Praktische Rechenaufgaben. a) Mündlich. 217.) Ein Familenvater bestellt einen Wagen Nußkohle, den Zentner zu K 2 90; wieviel hat er zu bezahlen, wenn sich 25 q Kohle auf dem Wagen befinden? 218.) Die Hausfrau kauft 10 Ellen Handtuchwebe und verfertigt daraus 7 Handtücher; wieviel Handtücher werden bei einem Einkäufe von 20, 50, 100 Ellen? 219.) 1 Kilo Butter wird auf dem Wochenmarkte mit K 2 56 verkauft; berechne den Preis für i/t kg! 220.) Die Hausfrau benötigt täglich 1 Maß Milch zum Preise von 24 h; wieviel hat sie im Monate Dezember zu bezahlen? 221.) Ein Landmann benötigt zur Aussaat 6 q Saathafer, 100 kg zu K 18; wie teuer kommt ihm das Saatgut zu stehen ? 222.) Ein Schneider lieferte einem Kunden einen Sommeranzug. Für Stoff wurden 3 m ä 12 K benötigt, für Macherlohn 18 K gerechnet; wie hoch kam der Anzug zu stehen? b) Schriftlich. 223.) Mähren zählt 3295 Ortschaften, 97 Städte und 208 Marktgemeinden; wieviel Ortsgemeinden zusammen? (3600). 224.) Ein Arzt bestellt für den eigenen Bedarf von der Firma Heinrich Mattoni in Wien 45 Literflaschen ä 54 h Mineralwasser (Gießhübler); für Kiste und Verpackung werden K 3 30 gerechnet. Wieviel hat der Arzt zu bezahlen, wenn er 50% Rabatt genießt? (K 15 45). Für Zufuhr von der Bahn bis ins Haus rechnet der Spediteur 40 h, für den Transport in den Keller erhält der Knecht 16 h; wieviel hat nun der Doktor insgesamt bezahlt? (K 1601). 225.) Ein Arzt bestellt von der Nährmittelfabrik der Gebrüder Hiller in Tetschen a. E. 2 Schachteln Joghurt-Tabletten zum Preise von K 6 50. Für Portoauslagen wurden 30 h berechnet; wieviel hat der Arzt zu bezahlen, wenn 35% Rabatt gewährt werden? ( K 4 53). 226.) 1 kg Weizenmehl (im Sack gekauft, daher etwas billiger 1) kostet 34 h; wieviel kostet ein Sack Weizenmehl, wenn er 75 kg schwer ist? (K 25'50). 227.) Die Löhnung der Gefreiten und Unteroffiziere wurde vom 1. Mai 1913 an in folgender Weise bemessen:"Für den Gefreiten mit 20 Hellern täglich, für den Korporal mit 30 Hellern täglich, für den Zugsführer mit 45 Hellern täglich; in welchem Verhältnisse stehen die Mannschaftslöhne? 20: 30: 45 X 4 : X 6 : X 9 4:6:9 Eingesendet von W. Zezula in Müglitz, Mähren. Pädagogische Splitter. 129.) Das Kind bekommt von manchem deshalb keinen Tau, weil das Vorgetragene in Nebel gehüllt war. 130.) Stetig den Willen des Kindes brechen, heißt Knechtesuntugenden zusammenleimen. 131.) Verzogen wird das Kind, wenn der Erzieher darein einwilligt, den Willen des Kindes seinem eigenen vorzuziehen. 132.) Kinderträume, Jugendstreben, Jugendwünsche, Kinderleben, Jugendspiele, Kinderblick, Jugendlachen — Kinderglück. 133.) Erfahrung macht klug — den Klugen. 134.) Das Kind ist der Eltern Kritik. 135.) Die Not ist eigentlich der grüne Tisch des Charakters. 136.) Strenge sind oft solche, die sich nicht anstrengen wollen. Theodor Tauber, Konstantinopel. Schulhumor. 114. Zeitgemäß. Meine Schüler hatten einen Aufsatz anzufertigen, in dem von einem Boten die Rede war, der bei jeder Gelegenheit fluchte, lästerte und frevelte. Schrieb da einer den merkwürdigen Satz: „Der Botschafter schwefelte bei jeder Gelegenheit über Gott, Kaiser und Vaterland.“ O. St. Kritische Bemerkungen M den neuen Lehrplänen für die deutschen Schulen in Böhmen und Steiermark. 4. Die bühnt. L. bedeuten mit Bezug auf den Abschnitt Unterrichtssprache einen Auszug aus einer modernen Methodik. Vor allem ist den Redeübungen besondere Wichtigkeit bei» gemessen. Mit Recht 1 Unsere Jugend, ja unser gesamtes Volk, ist sprechscheu geworden, seit man die Kinder ausschließlich an Lesestücke und Gedichte gefesselt hat. Das Zeitalter des Pa-pieres wollte Schriftliches und immer wieder Schriftliches, Korrekturen über Korrekturen. Zum freien, zusammenhängenden Sprechen kam man nicht; bloß im Frage» und Antwortspiele der entwickelnden Methode, alias methodischen Düfteleie, fiel da und dort ein Brocken ab, aber eben nur ein „loser" Brocken, nichts Ganzes, nichts Gegliedertes. So ging und geht es bis in die höhere Schulen hinaus. Kein Wunder, daß heute die Leute so selten sind, die sich in einer geschlossenen Rede hören lassen können. Um diesem Übel abzuhelfen, werden Redeübungen schon von unten auf gepflegt, d. H., die Schüler dürfen zeitweilig sprechen, wie ihnen der „Schnabel gewachsen ist". Wenn nur nicht der Übereifer das Gute an der Sache zum Nachteil formte I Da ich den Gang der Dinge so gut kenne, ist mir förmlich bange, den Absatz auf Seite 5 der böhm. L. anzustreichen. Schreiben wir daneben „Mit Maß!„ Vielleicht glückt uns dann die Neuerung I — Nicht vollends beipflichten kann ich der Forderung, daß alles Lesen, also auch das auf der 1. Stufe, ein verständnisvolles sei. Nur zu oft habe ich nämlich die Erfahrung gemacht, daß das zu frühe Eingehen aus den Inhalt der Wörter zum Auswendiglesen und damit zum flüchtigen Lesen führte. Wenn sich der Sinn mit der Wortform verbindet, so schließt sich dieses zum Wortbild und der Schüler faßt nicht mehr die einzelnen Bestandteile; diese Art des Lesens überträgt er sodann auf alle Wörter, kurz: er klaubt nicht mehr die Teile zusammen, sondern packt das Ganze an und schießt dabei naturgemäß oft daneben. Die Wörter „furchtlos" und „fruchtlos" sind beispielsweise nicht mehr Buchstaben-ganze sondern Bilder; sie werden als solche verwechselt. Daß wir später diese mit Absicht anstreben, ist klar und vernünftig; wenn wir ihnen aber schon auf der ersten Stufe zusteuern (und das liegt im „verständnisvollen" Lesen), so hasten wir und Hast hat noch immer Flüchtigkeit geboren. Zum mindesten wird der Lehrer im Abteilungsunterrichte recht lange beim rein-mechanischen Lesen bleiben müssen, auf daß die Aufmerksamkeit voll und ganz der Fertigkeit zugewendet werde. — Einen überaus trefflichen Hieb bedeutet die Warnung vor dem Übermaß von Wort- und Sacherklärungen. Hei, da wurde es mir warm ums Herz, als ich die Zeilen las, die den Zerklaubern gewidmet find 1 Wie diese Kollegen es sv trefflich verstehen, den Kindern das anregendste Lesestück mit umständlichen, endlosen Erklärungen zu verekeln — gleich jenen, die vor lauter Kommentaren das Drama nicht mehr sehen und es glücklich zuwege bringen, den Studiosen für die Zeit des Lebens einen Widerwillen gegen die Werke der Klassiker einzuimpfen I Diesen Kathederhelden wird in den neuen böhm. L. eine tüchtige Strasepistel gehalten. Recht so I Nichl besser kommen die trockenen Grammatiker weg. Die Armen I Womit werden sie sich nun vergnügen? Bloß die zeitweilige Satzzergliederung wird ihnen noch gelassen. Hiebei mochte ich auch den von Kern empfohlenen Satzaufbau, also das Gegenteil der Analyse, in Erinnerung bringen; denn ivenn der Schüler sieht, wie sich die Satzglieder allmählich um Subjekt und Prädikat schließen, erkennt er ihre Bedeutung und das Gesüge. — Für den Wechtschreivunterricht sind die von mir unter dem Namen „Aufsatzdiktate" schön vor Jahren in den Bl. besprochenen Niederschriften im Anschlüsse an den Sachunterricht ganz besonders hervorgehoben. — Was nun den „Ireien Aufsatz" betrifft,, ein Kapitel, das zurzeit uns und die gesamte Lehrerwelt in Atem hält, so ist es am besten, ich lasse die L. sprechen. Der Leser mag sodann sein Urteil daran schärfen. Es heißt auf S. 7: Die wesentlichste Aufgabe des Aufsatztmterrichtes ist die Darstellung eigener Erlebnisse aus dem häuslichen Leben und aus dem Leben in der Schule. Der schriftliche Gedankenausdruck ist schon in den ersten Schuljahren durch planmäßige Übungen im mündlichen Gedankenausdruck der Mittel» und Oberstufe vorzubereiten (Redeübungen) und diese Übungen haben auch auf den folgenden Stufen jene im schriftlichen Gedankenausdruck zu begleiten und zu unterstützen sowie zum freien Aufsatz hinüberzusühren. Dabei darf jedoch vom Schüler nicht verlangt werden, daß er spreche, rote er schreiben soll. Die Übungen in der Rede sind vielmehr dazu bestimmt, in erster Linie sein Selbstvertrauen und die Freude an der Mitteilung zu erwecken und zu stärken; sie haben daher vorzugsweise in der Darstellung eigener Erlebnisse zu bestehen und die Schüler allmählich zur Selbständigkeit des mündlichen und schriftlichen Gedankenausdruckes hinzuleiten. Dabei hat sich der Unterricht vor Augen zu halten, daß es für das Kind leichter und ermutigender: ist, einen Gedanken von vornherein in seinen eigenen schlichten Worten auszudrücken, als ihn aus der Rede eines geistig Reisen in die eigene zu übertragen. Nur allmählich und mit Vorsicht wird die Sprache des Lesebuches als Muster für den Gedankenausdruck der Schüler benützt werden dürfen. Für den Erfolg des Aussatzunternchtes wird auch der richtige Betrieb des Leseunterrichtes von größtem Einflüsse sein. Ebenso sind vor der Ausführung der schriftlichen Aufsätze die Schüler auf die richtige Schreibung schwierigerer Wörter aufmerksam zu machen. Selbständiger Gedankenausdruck wird dadurch erzielt werden, daß möglichst eng begrenzte Stoffgebiete ausgewählt, den Schülern durch eingehende Betrachtung nahegebracht und zum persönlichen Erlebnis gemacht werden. Bei solchem Betriebe ist es selbstverständlich ausgeschlossen, daß die Aufsätze der Schüler wörtlich übereinstimmen. Gelegentlich gestatte man auch den Schülern, einfache Zeichnungen zur Erläuterung oder zum Schmucke ihrer Arbeit anzubringen. Da das Thema „Freier Aufsatz" bei uns dermalen in der Wechselrede steht, so will ich mit meinem Urteile nicht vorgreisen, sondern es den g. Lesern überlassen, zu den obigen Forderungen Stellung zu nehmen. Mit Befriedigung kann die Maßregel, wornach schriftliche Arbeiten im Aufsatze vom Lehrer erst auf der Oberstufe oder vielmehr vom vierten Schuljahre an zu korrigieren sind, ausgenommen werben. — Den praktischen Blick des Berfassers verrät auch die Bestimmung, bloß jene Geschäftsaufsätze zu pflegen, die ohne einen Rechtsbeistand ausgeführt werden können. Diese Anordnung ist gegen jene gerichtet, die aus der Schule eine Advokatenstube machen wollten. — Wenn man den Abschnitt „Unterrichtssprache" in den böhm. L. überblickt, vergißt man ganz, daß das Elaborat „offiziell" ist. Aber gerade dieser freie Zug wird zur werktätigen Umsetzung wesentlich beitragen. — (Wird fortgeführt.) Werktätiger Unterricht. Von J. Stolle, Alt-Olisch. 2. Zum werktätigen Unterricht gehören auch die „Lehrausgänge“, wenn dieselben richtig durchgeführt werden. .Ich pflege solche schon seit Jahre» zu unternehmen und will als Fortsetzung zu meinem in Folge 117 dieser Monatschrift erschienenen Aufsatze einen solchen Ausgang schildern, wie ich ihn bereits vor vier Jahren durchgeführt habe. Ziel: Lesen und Verstehen der Ortsmappe. Dieses kann selbstverständlich nur erreicht werden, wenn wir die Ortsmappe draußen im Freien aufschlagen, die Grenzlinien derselben in Wirklichkeit aufsuchen und die gezeichneten Fluren, Wege, Straßen, Häuser, Grenzsteine usw. an Ort und Stelle besichtigen. Zu diesem Ausgange nehme ich bloß die Knaben der Oberstufe mit. Ich nehme die Mappe, ein Knabe trägt den eigens für solche Zwecke konstruierten Tisch. Derselbe besteht aus einem Reißbrett, welches ich mittelst eines Ilolzkreuzes, in welchem eine von meinem alten photographischen Apparate stammende Schraubenmutter eingelassen ist, so eingerichtet habe, daß es sich auf ein dreibeiniges, zusammenlegbares Stativ leicht aufschrauben läßt. Auf diesem Tischchen können wir draußen die einzelnen Blätter der Mappe bequem entfalten und für alle sichtbar auflegen. Einige Fluchtstäbe, der Kompaß und ein Meßband werden gleichfalls mitgenommen; auch ein Zirkel. Nicht weit von der Schule nehmen wir die erste Aufstellung. Die Mappe wird aufgelegt und mit Hilfe des Kompasses in die richtige Lage gebracht. Der auf derselben befindliche Maßstab ist in der Schule besprochen und gezeichnet worden. Die Schüler wissen bereits, wie auf demselben die Meßweiten mit dem Zirkel abgestochen und abgelesen werden. Ich habe auch eine Latte angefertigt, welche auf der einen Seite eine Klafter in Schuh (Fuß) eingeteilt, auf der anderen die Metereinteilung enthält. Vor uns liegen in einer Ebene die Fluren um die Schule herum, dann der Bahnhof und weiterhin die Häuser des Dorfes. Ich zeige auf der Mappe die Bezirksstraße und den nach Norden abzweigenden öffentlichen Fahrweg. Erklärung: Die öffentlichen Wege sind mit ockergelber Farbe ausgeftlhrt. „Hier, dieses Rechteck ist das vor uns liegende Ackerfeld.“ Ich stelle an jede Ecke desselben einen Schüler. Wir sehen, daß die Form des Feldes mit der Zeichnung auf der Mappe übereinstimmt. Ein Schüler nimmt eine Grenzlinie in den Zirkel und gibt mittelst des Maßstabes ihre Länge an. Zwei andere überzeugen uns mit dem Meßbande, daß diese der Wirklich- keit entspricht. Dasselbe tun wir bei den anderen Feldgrenzen, lliebei wechseln die Schüler immer ab. „Dieses kleine Rechteckehen hier mit dem Schatten dabei bedeutet einen Gremzst-ein.“ Wir suchen ihn im Grase und stecken einen Fluchtstab dazu. Nicht weit davon ist ein anderer Rainstein gezeichnet. Wer findet ihn zuerst? Wieder mit einem Fluchtstabe bezeichnen ! Links von dem Felde liegt eine Wiese. Wie wohl die auf der Mappe zu erkennen ist? Erklärung: Grüne Farbe, kleines Strichlein — Gras. „So wie Ihr die Felder und Wiesen nebeneinander liegen seht, findet Ihr sie auch auf der Mappe. Sie heißen Parzellen. Jede Parzelle hat eine Nummer. Zeige die Parzelle Nr. 171! Du, stelle Dich dazu! Weiter Nr. 172, 173 und so fort! liier habe ich ein Buch, in welchem die Namen aller Grundbesitzer im Dorfe eingetragen sind. Bei jedem Namen stehen die Nummern der Parzellen, welche dem Eigentümer gehören. Dieses Buch heißt Parzellenprotokoll (Parzellenverzeichnis) und ein solches muß bei jedem Gemeindeamte aufliegen. Euer Vater hat zu Hause einen Bogen, auf welchem die Nummern seines ganzen Besitzes stehen. Das ist der Besitzbogen. Lasset ihn Eueli zeigen! Zwischen diesen Feldern seht Ihr einen Fahrweg. Dieser ist auf der Mappe auch gezeichnet, aber nicht mit Farbe ausgezogen. Er hat auch eine Parzellennummer. Das ist kein öffentlicher Weg, sondern er gehört, wie wir aus dem Parzellenprotokolle ersehen, dem Josef Hacker. Derselbe muß auch Grundsteuer darauf zahlen. Es ist ein Privatweg, welchen nur der Besitzer benützen darf und jene, denen es dieser gestattet. Frage: Wie unterscheidet man also auf der Mappe die öffentlichen Wege von den Privatwegen? Dort drüben liegt ein Hopfengarten. Zeiget ihn auf der Mappe! Wie ist ein Hopfengarten bezeichnet? (Drei gekreuzte Stangen.) Da linden wir zwei gleiche Parzellennummern, 221/1, 221/2. Dieses Grundstück war früher nur eine Parzelle. Der Eigentümer hat ein Stück davon abverkauft. Daher die Bezeichnung mit 1 und 2. — Weiter oben zieht sich die Bahn hin. (Blaßrote Farbe.) Dort steht der Bahnhof. Weiter hinauf die Häuser des Dorfes. (Holzbau gelb, Steinbau rot.) Wir wandern jetzt mit unserem Tischchen ein Stück weiter und stellen es auf der Anhöhe wieder auf. Ich zeige den Schülern die Waldparzellen, welche wir erblicken können. Die größeren, aus Sandstein gehauenen Grenzsteine an der Katastralgrenze gegen Lewin und Zierde, welche numeriert sind, werden aufgesucht und zwischen einigen wird die Entfernung gemessen. Nun machen wir Leseproben. Ich zeige auf der Mappe Parzellen, welche wir nicht in der Natur sehen können, weil sie hinter dem Berge liegen, und lasse mir die Kulturgattung nennen. Da den Schülern die Fluren unserer Gemeinde bekannt sind, können sie auch die meisten Parzellen mit den üblichen Flurennamen benennen: Das lladerbiischel, Wolinken Bergei, Winters Busch u. a. Ich entfalte die Mappe ganz. Wir überblicken den größten Teil unserer Katastralgemeinde. Ich zeige noch, wie die Kreuze, Steinbrüche, Brücken und Obstgärten auf der Mappe zu erkennen sind. Auf diese Art wird wohl die Kenntnis der Ortsmappe den Schülern am besten vermittelt. Und diese ist doch gewiß etwas sehr Notwendiges, obwohl dieselbe in vielen detaillierten Lehrplänen sicher noch nicht vorgesehen ist, trotzdem es immer heißt: Non scolae, sed vitae discimus! Das Verständnis der Mappe sollte doch jedem Grundbesitzer geläufig sein. Wir wissen aber, daß nicht viele Bauern sich darin auskennen. Wenn jeder Bauer imstande wäre, sich an der Hand der Mappe seine Grenzsteine selbst aufzusuchen und ihren richtigen Standort zu bestimmen, dann würde wohl manche mutwillige Besitzstörungsklage unterbleiben. Durch das Lesen der Ortsmappe im Freien erreichen wir aber auch noch einen nicht zu unterschätzenden Nebenzweck, nämlich den, daß die Schüler für die Zukunft zu sicheren Gewährsmännern für die Sicherstellung von Servituten u. a. erzogen werden. Zur Methodik des Deutschen Sprachunterrichtes. Von Bernhard Merth, Seminarlehrer am Pädagogium in Wien. 1. Vom Aufsatz. Leitspruch: Hüte dich vor den Leuten, die nur immer eines denken können! Demokritos. Es ist doch sonderbar: Wir streiten uns um den „Aufsatz“ und im amtlichen Lehrplan kommt dieser Ausdruck gar nicht vor! Dort ist bloß von „Übungen im mündlichen und schriftlichen Gedankenausdrucke“ die Rede. Es ist notwendig geworden, gelegentlich wieder einmal an diese Tatsache zu erinnern, weil wir im Laufe der Zeit den einfachen und schlichten „Gedankenausdruck“ zum „Aufsatz“ ausgebildet haben und nun manche im Anfertigen eines regelrecht gebauten Schulaufsatzes das Ziel erblicken, statt sich die Frage vorzulegen: Habe ich meine Schüler dazu befähigt, jenen Brief und jene Postkarte zu schreiben, die ihre wahrscheinliche Lebenslage einst von ihnen verlangen wird? Und noch einesI Wenn es im amtlichen Lehrplan heißt: Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich richtig auszudrücken, so beweist dies, daß den Schulmännern, die den Lehrplan verfaßt haben, vor allem die Bedürfnisse des Volkes vor Augen schwebten, d. i. jenes Teiles der Nation, der keine andere Bildungsanstalt als die Volksschule besucht. Es ist gut, auch dies immer wieder zu betonen, namentlich denen gegenüber, die als Ziel aufstellen: „Erziehung zu produktivem Schaffen“. Das kann ein Fingerzeig für uns sein, im Sinne der Pflege der Individualität Talenten auf dem Gebiete des Gedankenausdruckes eine besondere Fürsorge angedeihen zu lassen, aber in Hinsicht auf den Durchschnitt unserer Schüler und auf die Bedürfnisse des praktischen Lebens muß das oben genannte Ziel unbedingt abgelehnt werden, denn es führt uns auf Bahnen, die weitab von dem liegen, was unsere Volksschule erreichen soll und kann. Diese Forderung nach „Produktivität“ ist so recht ein Schulbeispiel dafür, wohin uns die moderne Richtung führt. Man erblickt im Aufstellen hoher Ziele den Methodiker, der arme Lehrer in der Schule mag sich nun abmühen, wie er die Sache halbwegs zuwege bringt. Das Ergebnis ist dann schließlich ein „Sichbegnügen“ mit recht bescheidenen Ergebnissen, denn auch auf dem Gebiete des Unterrichtes heißt es: Eng beisammen wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Dinge. Über die Aufnahmsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Kinder, über die Begrenztheit der Zeit, über die Hindernisse, die der Klassenunterricht bereitet, helfen die schönsten methodischen Kniffe, hilft alle Spitzfindigkeit eines noch so fein aus-getüftelten Lehrplanes nicht hinweg. Unsere Methodik wird immer mehr individualistisch, immer mehr kommen wir in Widerspruch mit den tatsächlichen Verhältnissen, die es leider noch nicht ermöglichen, daß von staatswegen jedem „Emil“ ein eigener Erzieher beigestellt werde. Wir Lehrer in der Volksschule verzichten auf eine solche Zukunftsmethodik, wir brauchen eine solche für die Schule der Gegenwart, für einen Korpus von 30, 40 und allenfalls auch mehr Schülern, sollen wir mit unserem Schulunterrichte nicht in den Konkurs getrieben werden. Und wir brauchen auch eine Methodik, die den Lehrer in der Schule zwar anspannt, ihn aber ansonsten aufatmen läßt, so daß er geistig elastisch bleibt. Wenn es aber mit den „Forderungen und Zielen“ so fortgeht wie jetzt, dann wird der Lehrer einen ganzen Tag brauchen, um vorzubereiten, zu studieren, zusammenzutragen usw., auf daß er am nächsten Tage unter- richten könne. Soweit bringt uns das Hineintragen des Fach-Prinzip es in die Volksschule. Immer mehr bestätigt sich der Ausspruch Willmanns: Unsere Zeit bildet die Methodik jedes Faches bis ins einzelnste aus, aber niemand denkt daran, wie sich dieses Spezialistentum dem Betriebe des Ganzen einordnet. — „Nur dem ist der Streit in der Brust geschlichtet, der den Blick aufs Ganze hält gerichtet.“ Das gilt für Zeichnen und Singen, für Turnen und Spielen, für Geographie und Geschichte, für Naturkunde und selbstverständlich auch — für den Sprachunterricht. * „Rede, daß ich dich sehe!“ Eine Ursache der modernen Aufsatzbewegung bildete die Wahrnehmung, daß im Schul-, im privaten, im amtlichen Leben ein gewisser Rückgang im zusammenhängenden mündlichen Gedankenausdrucke zu bemerken sei. Ob das wirklich zutrifft, darüber sind die Meinungen jedoch geteilt. Es spielt auch die Stammeszugehörigkeit eine große Rolle; ein Süddeutscher wird in dieser Hinsicht dem Norddeutschen immer nachstehen. Überhaupt wirft sich die Frage auf, ob ein Redefluß, wie er dem Romanen, namentlich dem Franzosen, eigen ist, als erstrebenswertes Ziel aufzustellen wäre, vorausgesetzt, daß es erreichbar ist, denn schließlich kann niemand aus seiner Haut heraus, auch ein Volk nicht. Der Deutsche ist einem allzu Redefertigen gegenüber überhaupt etwas mißtrauisch. Wenn er schon nicht vermutet, der andere wolle seine Redegabe als Waffe benutzen, um ihn zu übertölpeln, so legt er sich doch die Frage vor: Können die vielen Worte auch alle wahr sein? Geringe Redefertigkeit wird bei uns nie so sehr als Mangel an Bildung betrachtet werden, wie beim Romanen, obschon man sich darüber ganz klar ist, daß die Fähigkeit, gut zu reden, eine gewisse Überlegenheit sichert. Von gewissen Berufen (Parlamentariern, Advokaten, Geschäftsleuten) erwartet man einen gewissen Grad von Redefertigkeit sogar, aber auch hier schaut man sich „den Mann selbst“ trotzdem noch genauer an.------------ Es ist richtig, in unsern Vertretungskörpern wird heutzutage auf die Form der Rede weit weniger Sorgfalt verwendet als noch vor dreißig Jahren, dafür wird die Sache selbst weit gründlicher erörtert. Das liegt im Zug unserer Zeit, in der seit Bismarck selbst die Diplomatie von Talleyrands Wort „Die Sprache ist nur da, um seine Gedanken zu verbergen“, immer mehr abrückt. Sehr bezeichnend ist auch eine Stelle in Bellamys „Jahrhundert“, wo der Verfasser eine Beratung von Millionären schildert, in der alle „ungemein schlecht, aber sehr sachlich“ sprechen. Wenn wir also Fertigkeit im Reden nicht zu sehr überschätzen wollen, so dürfen wir trotzdem diese Seite der sprachlichen Betätigung nicht allzu gering anschlagen. Schon das immer ausgedehnter werdende Verfassungs- und Vereinsleben, der zunehmende amtliche und geschäftliche Verkehr drängen hiezu, so daß wir mit den üblichen formalen Mitteln der Redeschulung (Inhaltsangaben, Nacherzählungen, Disponierübungen u. a.) bald nicht mehr auslangen werden. Wir müssen tiefer ackern. Zunächst wäre — in negativer Hinsicht — der Gedanke einzuprägen: Wenn du über etwas sprechen willst, so informiere dich vorher gründlich, das ist die beste Vorbereitung. Wenn du in einer Sache nicht genug bewandert bist, so schweige lieber! In positiver Hinsicht. Es gibt Leute, die einen Gedankenstoff sehr gut beherrschen, aber sie vermögen die Scheu, vor mehreren Leuten zu sprechen, nicht zu überwinden. Wir müssen unsern Schülern von der Mittelstufe an öfter Gelegenheit geben, vor der Klasse oder vor Zuhörern zu reden, damit sie die so häufig eintretenden psychischen Hemmungen (Lampenfieber) überwinden. Beispiele: Komm heraus und berichte, was du am verflossenen Sonntag gemacht hast! — Berichte über das letzte Gewitter! — Wie würdest du dem Oberlehrer zum . . . gratulieren? — Du erstattest auf der Polizei eine Anzeige. — Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf derartige Themen und dabei den Blick ins Leben hinaus richten, so werden wir ihrer gewiß genug finden. * Noch wichtiger ist jedoch folgendes: Viele können sich nicht ausdrücken, weil ihnen die schriftsprachlichen Ausdrücke, Wortfügungen und Satzkonstruktion nicht geläufig genug sind. In dieser Hinsicht spielt die Begabung eine große Rolle. Es gibt Leute mit einfacher Volksschulbildung, die sehr gut sprechen, während manche Professoren nicht drei Sätze ohne Stottern sagen können. Die „geborenen Redner“ sind jedoch, ich möchte sagen: „Gott sei Dank!“ sehr selten, denn in unseren Versammlungen, in den Vertretungskörpern wird ohnedies genug gesprochen und zu wenig — gehandelt, dazu kommt noch die moderne politische Journalistik mit ihrer Kunst, mit möglichst viel Worten möglichst wenig zu sagen. Die Aufgabe unserer Volksschule ist es gar nicht, Versammlungsredner heranzuziehen, dazu möge sich selbst ausbilden, wer Lust und Fähigkeit dazu hat. Solche Leute finden auch von selbst die Wege dazu. Unser Ziel ist, die Leute zu befähigen, im geschäftlichen Verkehr, im Verkehr mit Fremden, vorm Amt, in der Sitzung der Feuerwehr, des Gemeindeausschusses usw. ihre Meinung einfach und schlicht und verständlich auszudrücken. Hiebei stoßen wir sofort auf den Einfluß der Mundart. Vielfach wird diese als Hemmnis bezeichnet. Ich nenne sie ein Rettungsmittel u. zw. aus folgendem Grunde. Jeder Mensch ist in seiner Sache der beste Anwalt und besonders dann, wenn er sie in seiner Haussprache, in seiner Mundart vertreten kann. Zwinge den Bauer, den Arbeiter, den Handwerker, kurz den Nichtstudierten, vor Gericht, im Amt usw. seine Sache in der Schriftsprache zu vertreten, so wird er zum Stammler, zum Stotterer. Wird er jedoch vom einsichtigen Beamten ermuntert, seine Haussprache zu gebrauchen, so stellt sich der natürliche Redefluß sofort ein. Wollen wir unsere einfachen Leute aus dem Volke nicht mundtot machen, so müssen wir ihnen und unsern Kindern in der Schule sagen: Wenn du bemerkst, daß du im Verkehr mit Fremden, bei Gericht, im Geschäft usw. mit der Schriftsprache nicht vorwärts kommst, so gebrauche einfach deine Mundart. Das ist gar keine Schande! — Manchem Lehrer schwebt als Ideal die Austrocknung der Mundart vor. Dies ist auch vom Standpunkte des uns Deutschen aufgedrängten Sprachenkampfes zu bedauern, denn ein Volk, das seine Mundart spricht, ist unstreitig schwerer zu entnatio-nalisieren, als ein solches, das dieses Schutzmittels entbehrt, vorausgesetzt, daß man es zum Volksbewußtsein erzogen hat. Dem steht freilich die herkömmliche Auffassung entgegen, die für den Studierten, für den „besseren Mann“ und die „bessere Frau“ den Gebrauch der Schriftsprache als Umgangssprache vorschreibt, so daß schließlich auch der „gemeine Mann“ bereits anfängt, seine alte Mundart langsam gegen die „bessere Sprache“ einzutauschen, wozu auch Presse, Literatur, Schule, Vereins- und Verfassungsleben, Geschäftsleben und Verkehr viel beitragen, weshalb es zwar nicht berechtigt, aber wenigstens erklärlich erscheint, wenn manche den ihnen aussichtslos scheinenden Kampf aufgeben wollen und den Schülern am liebsten sagen möchten: Sprecht nur in der Schriftsprache oder wenigstens das Umgangsdeutsch der „besseren Kreise“! Ich bin zwar selbst der Meinung, daß jenes Umgangsdeutsch der studierten und der städtischen Kreise, das so ziemlich in der Mitte steht zwischen Dialekt und strenger Schriftsprache, das fast als ein neuer Dialekt zu bezeichnen ist, in nächster Zeit noch mehr an Boden gewinnen und vielleicht — wenn auch erst in ferner Zeit und im öffentlichen Verkehr — herrschend sein werde; trotzdem aber meine ich, wir Lehrer sollten den guten, braven, alten, lieben Dialekt doch nicht kampflos preisgeben, denn wir opfern damit ein gut Stück Volkstum, in dem auch heute noch „die Wurzeln unserer Kraft“ liegen. Zur „Bodenständigkeit“, zum alten Hausrat, zur alten Tracht, zum alten Brauche gehört auch die alte Mundart. Wie gern möchten wir Städter das Jaquet gegen den Janker, die Pantalons gegen die Kniehose und die Wadenstrümpfe, den unschönen Ftillofen gegen den herrlichen alten Kachelofen ein- tauschen-----------. Und unsere Schriftsprache? Ich kann mir nun einmal nicht helfen: Sie erscheint mir gegenüber der Mundart doch immer als etwas Abgezapftes, Destilliertes, Geklügeltes. Darum sollte die Volksschule mitsamt der Bürgerschule die Mundart absichtlich und planmäßig hätscheln und pflegen, sie womöglich noch mehr verankern. Dabei brauchen wir unsere eigentliche Aufgabe, den Kindern die Schriftsprache zu vermitteln, durchaus nicht vernachlässigen. Randbemerkungen zur Folge 108. Von F. Souüek, O.-L. in Brandau in Böhmen. „Etwas über die Rechtschreibung.“ Die Schrift hat keinen anderen Zweck, als durch Zeichen diejenigen Laute wiederzugeben, die man beim Sprechen wirklich hört. Jedes Mehr oder Weniger ist unangebracht. Die Schreibung soll rein lauttreu werden; dann erst wird das Rechtschreibübel aufhören. Wir schreiben, um Gedanken, also Sätze, wiederzugeben, nicht einzelne, bezw. vereinzelte Wörter. Demnach brauchen wir keine Rücksicht darauf zu nehmen, ob man ein einzelnstehendes Wort richtig zu deuten imstande ist oder nicht; im Satze verschwindet der Zweifel; ob er geschrieben steht oder gesprochen wird, das ist gleichgültig. Aber eines ist mit Konsequenz durchzuführen: das ist die Bezeichnung, ob ein Laut lang oder kurz ist. Nur die Länge braucht bezeichnet zu werden etwa durch einen über dem betreffenden Lautzeichen stehenden horizontalen Strich. Würde dieser Grundsatz auf unsere Schreibung übertragen werden, dann wäre Nichtdeutschen das Erlernen unserer Muttersprache sehr erleichtert. Schon aus diesem Grunde wäre diese Neuerung zu empfehlen, „ei“ sollte phonetisch stets als „ai“, „eu“ als „oi“ geschrieben werden. — Die Großschreibung ist ganz überflüssig. Wir verstehen die Sprache ganz wohl, obschon wir dabei auf die Großschreibung keine Rücksicht nehmen können. Für „sch“ genügte ein „s“ mit darüber befindlichem Häkchen; für „tsch“ ein „t“ mit Häkchen. In Konsequenz mit dem vom „tsch“ Gesagten wäre lsch, nsch, rsch durch 1, n, r mit Häkchen gekennzeichnet; „st“ und „sp“ am Wortanfange erhielten über „s“ das sch-Häkchen, weil man „seht“ bezw. „schp“ spricht und hört. Nun eine Probe: ale ale leben im waser. ain klainer s’tain ist nicht s’wer. die s’üler lernen in der s’ule. hohe ist sontag. höre mich an! der kut’er nam di pait’e unwir’ in di hand. Zeit ist Geld. Wie könnte sich die Schule anderen Gegenständen widmen, wenn das Rechtschreiben-Lehren nicht so aufhielte! Aber das wird noch lange dauern, bis wir zu einer lauttreuen Schreibung kommen, denn die Herren Philologen sind da ganz anderer Meinung und die drangen bis jetzt stets durch. Zur Seite 2340: Das Hexen-Einmaleins. So treiben bezw. trieben es von altersher meines Wissens die französischen Bauern. Das Hexenstücklein löst sich im folgenden ganz natürlich auf: 7X8 = (10 — 3) mal (10 — 2) — 10 X 10 — 2772 3 X 10 — 2 X 10 + 3 X 2. Stellen wir das nun durch Finger dar, wobei jeder ausgestreckter Finger einen Zehner bedeutet! Um das erste Glied (10 X 10) darzustellen, strecke man alle 10 Finger aus; nun sind obigem zufolge zuerst 3 X 10 wegzuzählen; wir krümmen also von den 10 ausgestreckten Fingern 3 Finger der linken (weil 7 = 10 — 3); dann sind noch 2 X 10 Finger wegzunehmen, wir krümmen 2 Finger der rechten Hand ein; es bleiben somit bei der linken Hand 2 bei der rechten 3 Finger, zusammen 5 Finger (— 50) ausgestreckt. Zu diesen ist endlich 3X2 hinzuzuzählen, das ist das Produkt aus den 3 gekrümmten Fingern der linken und den 2 gekrümmten der rechten Hand (3X2 — 6). ln der Aufschrift ist ein Irrtum geschehen, es muß dort heißen: von 6 X 6 aufwärts, wie dies am Schlüsse der Arbeit richtig gegeben ist. Ganz allgemein löst sich die Aufgabe in Nachstehendem: (10 — a) X (10 — b) = 10 X 10 — a 10 — b 10 -j- a b, wobei weder a noch b größer als 4 sein dürfen. Die Experimentelle Pädagogik tut Dienste der Schulpraxis. 9. Zur Magen-Statistik. Liebe Leser der Bl.! Das Problem der (Störungen j„, Unterrichte, das nun bereits ein Jahr durch'unser Laboratorium läuft und von der ausländischen Presse mit gespanntem Interesse verfolgt^ wird, erfordert behufs vollständiger Ausarbeitung eine Massen-Statistik, d. H. die Mitarbeit des Gros' der Lehrerschaft. Da ich mit meinen diesbezüglichen Anregungen bisher wenig Glück hatte, so lege ich Euch, meine Lieben, diesmal das allereinfachste Schema vor. Wer jetzt noch müßig bleibt, den mag ich nimmer mit der pädagogischen Forschung behelligen. Was ich erbitte, dringend erbitte, ist das: Seht einmal nach: 1. wieviel Rechnungen Eure Schüler im Falle, da keine Störung obwaltet (also während der Stillarbeil kein direkter Unterricht erteilt wird), richtig ausführen, — 2. wieviel Rechnungen im entgegengesetzten Falle bei dem gleichen Zeitausmaße und den sonstigen gleichen Umständen als fehlerfrei aufgezeigt werden. Hiebei laßt das einmal im direkten Unterrichte lautes Rechnen, ein andermal lautes Lesen, ein dritiesnml Anschauungsunterricht oder einen Gegenstand der Realien, ein viertesmal Grammatikunterricht störend einwirken! Und dann vergleicht das Ergebnis mit Bezug auf die Stillbeschäftigung (immer Rechnen) — und teilt es mir mit t — Wem aber selbst das zuviel ist, der beantworte gefälligst nachstehende Frage: „Welcher Gegenstand stört nach Ihrer Erfahrung mit Bezug aus das Rechnen als Stillbeschäftigung am meisten, welcher weniger, welcher noch weniger, welcher am wenigsten? Wie verhält es sich bei der Stillbeschäftigung „Sprachübung", „Aussatz" ? Nehmen Sie, lieber Herr Kollege, verehrtes Fräulein, eine Postkarte zur Hand, rastriereu Sie darauf nachstehendes Schema und füllen Sie es freundlichst ans 1 1. Rechnen (Stillbeschäftigung) ohne Störung ergab . . richtige Aufgaben g btto. Rechnen laut (Störung) ergab . . richtige Aufgaben 3. btto. Aesen laut (Störung) btto. 4. btto. Realien laut (Störung) btto. 5. btto. Hesang laut (Störung) [btto. 2. Finden Sie zu dieser Feststellung nicht Zeit, so vervollständigen Sie gef. den Satz: In meiner Praxis hat es sich ergeben, daß das indirekte Rechnen (Stillbeschäftigung) am meisten durch . . . ., weniger durch . . . ., noch weniger durch .... und am wenigsten durch . , . . gestört wird. Nicht wahr, liebe Leser der Bl., diese kleine Bitte schlagt Ihr Euerem Schriftleiter, der daran ist, der vsterr. Landschule eine sichere Basis zu schaffen, nicht ab? Herzliche Weihnachtsgrüße sendet ans dem Experimentell-pädagogischen Laboratorium der Bl. P. 2773 „Schulhistorisches“. In der Dezemberfolge 1912 erschien unter obigem Titel ein Aufruf aus der Feder des kgl. Seminardirektors Heigenmooser aus München. Mich beschäftigten zur selben Zeit die gleichen Gedanken, wie sie der Verfasser in dem angezogenen Artikel darlegt. Wenn das Thema jetzt nochmals, u. zw. nach Verlauf einiger Monate nach dem Erscheinen des oben genannten Artikels den Gegenstand einer Betrachtung bildet, so schützt wohl der Umstand diese Zeilen vor dem Vorwurfe des verspäteten Erscheinens, daß die durch die Überschrift angedeutete Sache an Aktualität nichts eingebüßt hat. (Das Kapitel läuft ständig. D. Sch.) Rastlos und nimmermüde eilt der Mensch durch den Lärm des Alltags seinem vielleicht in nebelgrauer Ferne liegenden Ziele zu; sein Leben und Streben gehört der Zukunft, kaum daß er die Gegenwart durch einen Seitenblick auf seine mitkämpfenden Artgenossen der Aufmerksamkeit würdigt. Doch die Hast ermüdet; er läßt für Augenblicke sein Ziel aus dem Auge, hält im Aufstiege inne und trocknet den Schweiß von der Stirne. Sinnend wendet er den Blick zurück von der erklommenen Höhe auf seinen bisherigen Lebensgang und darüber hinaus auf die Geschicke seiner Familie und seines Volkes. Und sieh, sein müdes Auge, das bisher unablässig das hartnäckige Dunkel des Nebelmeeres vor sich zu durchdringen suchte, ruht in seligem Entzücken auf einem lieblichem Bilde: in majestätischer Ruhe und Erhabenheit, unermeßlich weit, übergossen von einem verklärenden Lichtschimmer breitet sich die Vergangenheit vor seinem Auge aus, einem ungeheuern See gleich, dessen Spiegel die letzten Strahlen der scheidenden Sonne küssen. In solchen Augenblicken des Erinnerns und Gedenkens regt sich in uns der Vorwurf, daß wir uns von den Stätten und Zeiten, die unseren leiblichen und geistigen Vätern nahe waren, in gedankenloser, also wenig pietätvoller Weise entfernen, ohne ihr Andenken nach Menschensitte durch Aufbewahrung von Gegenständen, die mit ihnen in Verbindung waren, zu ehren. Solch altehrwürdige Andenken vergangener Zeiten, die die tiefeingegrabene Rune des Alters an ihrer Stirne tragen und dadurch den Menschen die ihnen schuldende Ehrfurcht abnötigen sollten, sind alte Bücher, Schriften und Bilder. Wie eifrig wird oft nach einer Handschrift, nach einem alten Buche gefahndet und wie achtlos zerstören anderseits unwissende Leute derartige Dinge! Daher sollten wir Lehrer — und dies auch in unserem eigenen Interesse — der Sammlung dieser Altertümer mehr Aufmerksamkeit zuwenden als es bisher vielleicht geschehen ist, und dies umsomehr, als man heutzutage Dinge der unmöglichsten Art zu sammeln für würdig findet. Diese Sammeltätigkeit hat unstreitig einen praktischen Wert, nachdem die gesammelten Werke Aufnahme in die Lehrerbibliothek und Verwendung beim Unterrichte finden können. Den Lehrer wird der Sammeleifer bald zum Spezialisten machen, wenn er ihn auf das Gebiet der Schulbücher-Literatur führt. Von wem sollen wir auch erwarten, daß er seine Sammeltätigkeit auf dieses Gebiet ausdehne? Und wie sehr liegt es brach, trotzdem es ein dankbares Arbeitsfeld wäre! Das Schulbuch verflossener Zeiten, ich denke vor allem an das Volksschullesebuch, ist so recht ein Spiegel der Lehrmethode der Zeit, der es entstammt. Vor mir liegt ein Lesebuch, das Eigentum eines meiner Schüler ist. Die Dekel sind aus schwachen, mit Papier überzogenen Holzbrettchen, das Format geht nicht viel über die Größe unserer Taschenkalender hinaus. Bilder fehlen ganz. Es stammt aus dem Jahre 1855 und ist im Verlage des k. k. Normalschulbücherverschleißes erschienen, bestimmt für „katholische Haupt- und Stadtschulen im Kaisertu me Österreich“ (Preis 22 Kreuzer Konventionsmünze). Der ausschließliche Zweck eines jeden seiner Lesestücke ist die Moral, ja selbst in den Lesestücken sachlichen Inhaltes ist sie Selbstzweck; das übrige, das, nach der Überschrift des Lesestückes zu schließen, den Inhalt ausmachen sollte, dient nur als Aufputz. So umfaßt das Lesestück „Die Kuh“ 102 Zeilen, wovon aber nur 12 Zeilen der Beschreibung des Tieres gewidmet sind, während der andere Teil eine moralisierende Erzählung enthält. Aber auch andere Bücher sind des Sammelns wert. Vor einigen Tagen spielte mir der Zufall ein ebensolches Buch in die Hände. Es ist betitelt „Natürliches Zauberbuch“. Das Titelblatt fehlt leider, so daß ich das Jahr des Erscheinens nicht angeben kann, nachdem auch der Inhalt keinen Aufschluß darüber gibt; jedenfalls ist das Buch sehr alt. Es umfaßt 753 Seiten. Interessant ist die Anschauung über das Wesen des Erdmagnetismus mit der Fabel von den Magnetbergen, mit denen schon weiland Herzog Ernst unliebsame Bekanntschaft machte. Natürlich spielt in diesem Buche der Aberglaube eine Hauptrolle. Ich lasse hier zwei Proben folgen: „Zu machen daß das Haar geschwind wachse. Hierzu nimmt man Bienen zu Aschen verbrannt, Leinsamen gleichsam verbrannt, diese werden dann klein gerieben, und frischen Oel dazu gethan, womit man dann die kahlen Oerter des Abends und des Morgens bestreichen muß, vorher aber muß man den Ort mit dieser Lauge waschen, man muß nemlich nehmen gemeine Lauge, darein thut Steinrauthen, Agrimonien, Baummooß jedes 5. Hände voll, lässets zusammen sieden, und mit dieser Lauge waschet euch die Woche zweymal.“ „Zu machen daß das Haar ausfalle. Dieses zu bewerkstelligen nimmt man Katzenkot, der wohl dürr ist, und stoßet ihn zu Pulver, machet alsdann mit starken Weineßig eine dünne Papen daraus, und bestreichet den Ort, wo die Haare sollen ausfallen, damit öfters, auch muß es nach der Bestreichung wohl und stark hinein gerieben werden.“ Ein anderer Zweig dieses Sammelsportes wären Handschriften. In kleinen Orten wird man wohl wenig vergilbte Urkunden und Dokumente auftreiben können, die sich einer solchen Sammlung einreihen ließen. Doch modert auch hier nicht selten ein mit großem Aufwande von Fleiß geschriebenes Büchlein, z. B. Lieder- und Gebetbücher, Aufzeichnungen über den Wirtschaftsbetrieb u. dergl. Ich sah handschriftliche Liederbücher, die mit peinlicher Sorgfalt geschrieben, man möchte fast sagen, gemalt waren; jede einzelne Seite zierten Randleisten neben kunstvoll verschlungenen Anfangsbuchstaben. Beim Durchblättern eines solchen Büchleins wächst mit jeder Seite unser Staunen, mit welcher Geduld unsere Väter ausgestattet waren. Ihre neuzeitlichen nervösen Epigonen würden über einer solchen Arbeit, so man ihnen dieselbe aufnötigte, gewiß „Junge kriegen“. In größeren Orten begegnen dieser Sammeltätigkeit weniger Schwierigkeiten, da hier aus Gemeindearchiven, Zunftläden usw. nicht selten Schriftstücke wegen Platzmangels ausgeschieden oder auch sonst gerne abgegeben werden, die in die Sammlung eingestellt werden könnten. Auf den Inhalt braucht weniger Wert gelegt zu werden, da die Beschaffung wertvollerer Handschriften Kosten verursacht, die sich nur ein Raritätensammler leisten kann. Bei unseren Sammlungen müssen wir uns von der Erwägung leiten lassen, ob das Stück für den Gebrauch beim Unterrichte tauglich ist oder nicht. Damit sind wir bei der praktischen Seite unserer Tätigkeit angelangt, zugleich bei der Frage, ob die Verwendung eines solchen Werkes beim Unterrichte von Wert ist. Diese Sammlung einer Schule könnte einen gesondert verwalteten Teil der Lehrerbibliothek bilden, so daß das Gewünschte jederzeit zum Unterrichtsgebrauche ausgeliehen werden könnte. Daß sie in erster Linie dem Geschichtsunterrichte dienstbar zu machen ist, also gleichsam eine Lehrmittelsammlung für diesen Unterrichtszweig darstellt, macht sie doppelt wertvoll. Damit ist aber auch die Frage über Wert oder Unwert ihrer Verwendung gelöst. Erleben, geistiges Erleben ist das Schlagwort der modernen Arbeitsschule und überall wird dieser Forderung Rechnung getragen. Doch beim Geschichtsunterrichte verursacht das Wie Kopfzerbrechen. Hier leistet unser Sammelwerk prächtige Dienste. Wenn wir einen Berg zwecks Besichtigung einer Burgruine bestiegen haben und von hier aus ins weite Land hinaussehen, dessen Schirm oder Schrecken die Feste in den Tagen ihres Glanzes war, wenn wir dann die Trümmer des einst so stolzen Baues betrachten und sehen, wie der Wind sein loses Spiel mit den in den Fensterhöhlen wachsenden Halmen treibt: dann ergreift unsere Seele ein heiliger Schauer, sie fühlt den Flügelschlag der lautlos dahineilenden Zeit und mit einem Gefühl der Wehmut verlassen wir diese Stätten. Diese Stimmung und diese Gedanken, die den Erwachsenen beim Betreten solcher historischer Stätten begleiten, sollen auch in der Seele des Kindes wachgerufen werden, wenn der Geschichtsunterricht seinen Zweck erfüllen soll. Die Worte des Lehrers entfalten die Flügel der kindlichen Phantasie und Augen und Gedanken der Kinder werden immer wieder zu dem Gegenstände zurückkehren, der jene Zeiten gesehen hat, von denen der Mund des Lehrers zu erzählen weiß. Dies wird besonders dann der Fall sein, wenn der Inhalt einer Handschrift lokalgeschichtliche Bedeutung hat, z. B. Namen von Personen vergangener Zeiten nennt, deren Nachkommen im Orte noch ansässig sind, ja vielleicht einer sogar in den Reihen der Schüler zu finden ist. Mit Eifer werden Papier, Druck oder Schrift, Siegel, Rechtschreibung usw. betrachtet und einem Vergleiche mit neuzeitlichen Verhältnissen unterzogen. Damit ist der Bodenständigkeit im Geschichtsunterrichte und in der Heimatkunde gedient. Nun wird man einwenden, daß mancherorts in dieser Richtung der Erweiterung der Lehrerbibliothek kein Erfolg zu erzielen sein wird, die aufgewendete Mühe also in keinem Verhältnisse zu den erzielten Ergebnissen stünde. Das trifft zu; es wurde aber Rom auch nicht an einem Tage erbaut. Der eine Lehrer beginnt das Werk und seine Nachfolger werden es fortsetzen. Umfangreich braucht die Sammlung ja nicht gleich zu sein. Es gäbe auch noch andere Mittel und Wege, diese Sammeltätigkeit zu einem vollen Erfolge zu führen. Ich nenne in erster Linie unsere Organisation, u. zw. die Unterverbände, die Bezirkslehrervereine. Wir haben in ihnen ein vorzüglich organisiertes Sammelinstitut, dessen Fäden bis in das einsamste Dörfchen laufen; denn die Zentrale wäre ein Ort des Bezirkes, die einzelnen Schulen 2775 wären die Sammelstellen, die Lehrer, und in ihrem Dienste die Kinder, die Agenten. Damit wäre der ganze Bezirk von einem dichten Netze von Sammelstellen umspannt und die Augen der Kinder würden auch den dunkelsten und verstaubtesten Winkel nicht unerforscht lassen. Auch die Lehrerbildungsanstalten könnten in dieser Hinsicht durch eigene Sammeltätigkeit vorbildlich und anregend wirken. Nicht selten finden in Städten Ausstellungen statt, die Zeugnis von dem Fortschritte und der Regsamkeit der Bevölkerung ablegen sollen. Da soll auch die Schule des Volkes vertreten sein, die doch ein gut Teil zu diesem Aufstiege beigetragen hat. Der Lehrerverein des Bezirkes wird dann solche Gelegenheiten wahrzunehmen wissen, um mit den Ergebnissen seines eifrigen und langjährigen Sammelfleißes hervorzutreten und dadurch, daß er durch diese bei solchen Anlässen würdig vertreten ist, den Beweis liefern, daß die Neuschule und ihre Lehrer ihrer Aufgabe nach jeder Richtung hin gerecht werden. Anton Beer, Lehrer, Krzellowitz (Böhmen). SprachunrlcbtigHcitcit der Scbulspracbc. 57.) glauöen und meinen. Hierin sollte denn doch ein Unterschied gemacht werden I „Ich glaube an Gott, den Bater . . ." lernt das Kind und verbindet damit zweifellos die volle Ueberzeugung. Nun kommt aber das „glauben" auch in der Bedeutung der Unsicherheit vor. Was soll das heißen?! Für die Ungewißheit haben wir doch das Verbum „meinen" oder „annehmen". Also ist es gar nicht nötig, in einunddasselbe Wort zwei einander widersprechende Bedeutungen zu legen. Unsere Sprache ist gottlob reich genug, so daß wir für alle gangbaren Begriffe den bestimmten Ausdruck zur Hand haben. Darum weg mit der unnötigen Vermengung I — ____________ Allerlei Schulpraxis. Porvemerllnng: Ein neues Kapitel der Bl.! Es soll alles ausnehmen, was in kurzer Fassung schnurstracks aus der Schulstube kommt. Ohne viel Zerklittern und Begründen wird das Wirksame mitgeteilt, so wie es sich zeigte, so wie es sich bewährte. Mögen die Erfahrenen mit ihren Schätzen kommen und uns mit lauterer, unverfälschter Praxis beglücken! Wir lassen als ersten den Volksschuldirektor E. Wolda» sprechen. 1. An Landschulen mit Abteilungsunterricht herrscht vielfach die Gepflogenheit, die Arbeiten für die Stillbeschäftigung einfach bloß zu numerieren oder mit der nichtssagenden Überschrift: 1. Übung. 2. Übung. 3. Übung usf. zu signieren. Das ist für Lehrer und Schüler öde und besagt nichts über den Inhalt der Arbeit. Sind doch die Lesestlicke unseres Lesebuches benannt mit einem Schlagworte, das auf dessen Inhalt deutet und es wäre die allgemeine Bezeichnung: 1. Lesestück. 2. Lesestlick. 3. Lesestück. . . usw. gewiß höchst langweilig und unpraktisch. Auch die Bezeichnung im Tagebuch: Das Hauptwort. Die Biegung. Die Satzaussage. usw. besagt nichts Vollständiges; man lasse den Schüler selbst reden und gebe das auszuarbeitende Thema kurz an! Das macht die Arbeit für den kleinen Arbeiter gewiß interessanter. Ich gestatte mir, einige Beispiele aus der Sprache zu notieren: Meine erste Schulübung. Ich arbeite daheim. Ich arbeite allein. Ich schreibe das 12. Lesestück ab. Ich unterstreiche die Hauptwörter. Ich setze Hauptwörter zusammen. Ich bilde abgeleitete Zeitwörter. Ich vergleiche zwei Dinge. Ich unterstreiche die Satzgegenstände. Ich beantworte die Fragen der 20. Sprachübung. Ich schreibe Sprüche aus dem Gedächtnisse. Ich unterscheide „f“ von „6“. — Diese Überschriften sind mit Nummern und dem Datum zu versehen ! 2. Unser Tagebuch ist unser wichtigstes Buch, bezw. lieft im Abteilungsunterrichte. Dort zeigt der Schüler sein Bild, sein Talent. Selbstredend muß der Lehrer, wie ich schon einmal in den „Blättern“ nahegelegt habe, die Tagebücher unter strenger Kontrolle halten und durch Stichproben sich die Überzeugung verschaffen, ob „geschmiert“ wird, weil sonst das Tagebuch zum richtigen Schmierheft herabsinkt. Fünf Minuten nach der Übung genügen hiezu, und will der Lehrer die kontrollierten Arbeiten noch klassifizieren, so tut er sehr wohl daran, denn die Kinder arbeiten mit Freude (und das ist viel wert) und Sorgfalt, wenn ihre Mühe belohnt wird und Beachtung findet. Es empfiehlt sich besonders, die klassifizierten Arbeiten des Tagebuches im Handkataloge zu notieren, damit kein Kind übersehen werde und der Lehrer bei Beurteilung der Leistungen am Scldusse des Quartales den richtigen Malistab gewinne. Die saubergeschichteten „Schönhefte“ geben diesen nicht, das Tagebuch aber ist der Gradmesser der Leistungen. Wie das Tagebuch, so der Schüler! Jenes ist dessen Spiegel. — Deshalb wende der Lehrer den Stillübungen des Tagebuches seine ganz besondere Sorgfalt zu und verliere nicht die Geduld, denn dies lohnt reichlich der Mühe. Ein umfängliches Tagebuch wird jedenfalls manche „Schnitzer“ und „dunkle Punkte“ aufweisen, und das ist erklärlich, wenn bedacht wird, dall der Schüler bei seiner zumeist selbständigen Arbeit durch den direkten Unterricht der ändern Abteilung gestört wird. Die sonst den „Nobelheften“ gewidmete Pedanterie bleibt hier etwas beiseite, doch sehe man auf Nettigkeit in der Anordnung des Stoffes und dulde nie sinnloses Gekritzel und unschöne Durchstreichungen, die das Äußere des Tagebuches dem Beschauer verekeln. Grundsatz bleibe: Wenig, doch das Wenige gut und ordentlich! Mit der Sauberkeit wird es da oft „happern“, doch kommt man bald aufs Beine, wenn man sich nur einmal für die Arbeiten der Kinder interessiert. — Dasselbe gilt auch in vollem Umfang von den Rechenübungstheken im Abteilungsunterricht. Auch hier die Kontrolle durch den Lehrer in Stichproben! Zu diesem Zwecke rufe der Lehrer die Kinder zum Schultische, lese ihnen ihre Arbeit vor und mache sie auf die Fehler aufmerksam. Ein stummes Signieren der Arbeit lohnt nicht die Mühe, ln den Überschriften der Rechenübungen lasse man die Kinder, wie vorhin gesagt, selbst reden. 1. Rechenaufgabe, 2. Rechenaufgabe usw. zu schreiben, ist sinnlos. Das Kind schreibe: Ich teile. Ich messe. Ich schreibe römische Ziffern. Ich zähle Geld. Ich lege Hunderter zu. Ich verwandle Ganze und Zehntel usf. Ohne diese Überschriften kann der Beschauer der Arbeiten deren Inhalt zumeist nicht erfassen. Auch diese Arbeiten sollen mit Nummer und Datum versehen sein. Der Datumkalender hänge daher neben der Schultafel. Das tägliche Notieren des Monatstages ist doch an und für sich bodenständig und der Lehrer ist bald der Mühe enthoben, dem Zeitmaße theoretisch einige Lehrstunden zu widmen. 3. Zu meiner größten Befriedigung habe ich gelesen, daß etliche Kollegen in diesen „Blättern“ dem Einmaleins täglich einige Minuten widmen. Ich pflege dies ebenso zu tun, und zwar mit gutem Erfolge. Aus der „guten alten Zeit“ habe ich dies herübergerettet in die Neuschule. Sobald das Gebet gesprochen ist, geht’s ans Einmaleins im Chore. Du wunderst dich, lieber Kollege, und hältst mich gewiß für einen „Uralten“. Doch sieh dich um in deiner Klasse, forsche unter deinen Schülern der letzten Schuljahre nach dem Einmaleins, du wirst manche Lücke finden und in den Aufgaben des Rechenheftes auf Fehler stoßen, die das „falsche“ Einmaleins verbrochen! An der Hand der Rechenmaschine wird im zweiten Schuljahr das Einmaleins erklärt, das weitere ist rein mechanische Sache. Frage in deiner Klasse: „Wieviel ist 6X6?“ Du wirst zur Überzeugung kommen, daß 90% deiner Schüler diese Frage richtig beantworten. Frage nun : „Wieviel ist 8 X 8 ?“ Du erfährst, daß 80 °/o die Frage lösen. Und weiter: „Wieviel ist 6 X 9 ?“ Du wirst leider konstatieren, daß nur 50 °/o befriedigend antworten. Merkst du nun das rein Mechanische, daß der Klang, der das Ohr berührt, die Frage löste? Wenn du also des weiteren nicht mechanisch übst, sondern immer mit langen Entwickelungen dich plagst, bringst du es nicht ganz zum Ziele. Hast du doch deinen Kindern an der Rechenmaschine mit methodischem Geschick genau veranschaulicht; 6 X M X ® und 6X9. — Warum stolpern sie immer wieder bei 6X9? Memoriere hier also fleißig, du wirst in den höheren Altersstufen anläßlich der Lösung von Rechenbeispielen minder nervös werden. (Fortsetzung folgt.) Der Herr Oberlehrer i. P. spricht zum fünften also: „Na, Leuterl, gebt bloß acht, das Ihr im Groll nicht etwas von Euch werft, was Ihr dann nicht mehr bekommt!" Wodernicus: „Wenn man nichts für uns tut, so wollen auch wir für das Volk nichts mehr tun!" Der Oberlehrer in "Ü.: „Ganz richtig, lieber FreundI Wenn Ihr aber dann im Volke nichts mehr seid, wenn andere Euere Ehrenstellen einnehmen, dann wird es bald heißen: ,Nun geht es ohne Lehrer auch 1 Das hätten wir gar nicht gedacht. Mag er sein Abc betreiben, wie er will; fürs andere ist gesorgt.' — Was dann? ..." 2777 Des Lehrers Takt und Schliss in der Gesellschaft. Aoröemerkung. Ja, das war eine merkwürdige Sache: Als ich im Jahre 1906 mit dem Abschnitte „Des Lehrers Takt und Schliff in der Gesellschaft" hervortrat, gab es im Handvmdrehen zwei Parteien. Die eine begrüßte das neue Kapitel, die andere verdonnerte es. Der Donner nahm anno 1907 zu; ich ließ daher den Abschnitt bei der Neuauflage des Jahrganges fallen. Da plötzlich änderte sich die Stimmung: Man wollte wieder von „Takt und Schliff" hören, sei er, so hieß es, oft doch wichtiger als gute Zeugnisse und redliche Arbeit. Die Reue kam zu spät; auch die 4. Auflage von 1907 war ohne die urgierte Anlei. tung gedruckt worden. So bleibt denn nichts anderes übrig, als die Fortsetzungen 3—8 in den Jahrgang 1914 einzustellen. Wir beginnen mit dem zeitgemäßen Abschnitte Nr. 7. D. Sch. 25. Zur Khristvescherung. „Lieber Herr Kollege! Da ich annehme, daß Sie als einsamer Spatz den Weihnachtsabend nicht gerne allein verträumen wollen, so lade ich Sie in meinem Namen und im Namen meiner Frau für die morgige Bescherung herzlich ein. (Beginn 7 Uhr.) Mit amtsbrüderlichem Gruße . . ., am 23. Dez. 1913. N. N-, Oberlehrer." Wie lieb! Was hätte ich an dem Abende, da sich alles freut, da alle Tischgenossen im engsten Familienkreise weilen, allein in der Wirtsstube anfangen sollen? Der Herr Oberlehrer ist doch ein aufmerksamer Mann! Ich muß ihm gleich meinen Dank aussprechen. So ist es recht. Setz Dich hin und schreibe: „Sehr geehrter Herr OberlehrerI Mit Ihrer freundlichen Einladung haben Sie mich von einem bangen Gefühle befreit. Ich fürchtete, den Abend, den ich sonst bei meinen lieben Eltern verlebte, nun in meiner Klause verträumen zu müssen. Nehmen Sie samt Ihrer lieben Frau Gemahlin in voraus meinen herzlichsten Dank und den Ausdruck vorzüglicher Hochschätzung entgegen." N. N., Lehrer. — „Wozu schreiben", wirst Du fragen, „nachdem wir uns ja morgen sehen, vielleicht gar noch heute?" Das schickt sich. Wenn der Oberlehrer Dir schrieb, so mußt Du die Einladung schriftlich quittieren. Man will ja auch genau wissen, ob Du kommst; denn Küche und Keller werden dementsprechend besorgt werden. Und das geschriebene Wort wirkt eben anders als das später mündlich hingeworfene; deswegen hat auch er diese Form gewählt. Ladet er Dich mündlich ein, so wirst Du natürlich in gleicher Weise zusagen. — Was nun? Hat der Oberlehrer Kinder, so rüste Dich mit Geschenken, die Du beim Eintreten unvermerkt unter den Weihnachtsbaum legst I Man ist freudig überrascht, wenn die Kleinen mit Dingen dahergehüpft kommen, die nicht im Budget des Christkindleins standen, und seien die Dinge noch so klein. Der Frau bringst Du einige Blumen, dem Oberlehrer — nichts. Ein Geschenk könnte ihn beleidigen. — Wann und wie wirst Du die Reise antreten? Du darfst nicht zu früh, aber auch nicht zu spät knmmen, denn es ist alles entsprechend verteilt. Und denk an die Kleinen! Wie die vor Erwartung beben! Wie sollst Du kommen? Unbedingt in Deinem schönsten, am besten im dunkeln Gewände. Im Alltagskleide zu erscheinen, bedeutete eine Taktlosigkeit gröbster Art. Du wirst sehen, daß selbst der Oberlehrer, der doch zu Hause ist, und die Frau, die in der Küche schaffen muß, zur Feier das Festgewand angelegt haben. Um wieviel mehr mußt Du darauf bedachtnehmen I Du bist im Schulhause und klopfst. Der Herr des Hauses kommt. Ehe Du Dich ausschälst, danke noch einmal für die Einladung I Überschuhe, Überrock ablegen, die mitgebrachten Geschenke geschickt eskamotieren I Im Zimmer sind schon Gäste. Was hast Du sofort zu tun? (Vergl. den Abschnitt „Vorstellung"!) Das Glöcklern ertönt. Die Kinder stürmen zu dem flammenden Baum und fahnden nach den Geschenken. Wende Dich ab und begrüße die Frau des Hauses, die den Zauber geschaffen und die Du daher bis jetzt noch nicht zu Gesichte bekommen hast! Ihr mußt Du für das Brieflein besonders danken. Würdest Du nach den Geschenken lugen, sähe es aus, als suchtest Du nach Deinem Teil! Ehe Du Dich versiehst, hast Du ihn übrigens schon in Hände», denn eine fürsorgliche Hausmutter vergißt nicht des Gastes. Bedenke, wenn Du nichts mitgebracht hättest, wie stündest Du da! Du bewunderst natürlich das Dir gegebene Geschenk, wenn es auch nicht zu bewundern ist, und verschwindest unter dem Vorwande, es im Mantel zu bergen. Bald erscheinst Du als galanter Mann mit dem Blumensträuße in der Hand und überreichst ihn — aber keineswegs mit der Phrase aus Ungarn „der Rose die Rose" — sondern etwa mit den Worten: „Gnädige Frau, ich habe mir erlaubt, Ihnen einen kleinen Weihnachtsgruß mitzu-bringen." Man geht zu Tisch. Was ist hier zu beobachten? Gar vielerlei, Du findest es in jedem „Guten Ton". Im besonderen werde ich es ein andermal besprechen. Nur noch das zum Abschiede: Sind der Gäste viele da, ist die Stimmung gehoben, laß Dich zum Sieb, zum Vorträge nicht bitten — und schwing Dich im gelegenen Zeitpunkte auf zu einer Rede — beileibe nicht auf den Oberlehrer, sondern auf die freundliche Mutter des Hauses I Die ttlecbselrede. Zusammengestellt von A. Felbinger. Zur 15. Krage. Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern? 41. Urteil. Oberlehrer 0. Dengg, Rigau (Salzburg). Es wäre endlich an der Zeit, daß wir uns auf eine Form vereinten, die einesteils unserem Standpunkte entspräche, andernteils sich aber ohne bedeutende Umwälzung der bestehenden Einrichtungen durchführen ließe. Auf allzugroße Um- änderungen wird unsere Unterrichtsverwaltung niemals eingehen. Erste und wichtigste Bedingung ist zur Aufnahme in die I. Klasse der L. B. A. die Absolvierung des Untergymnasiums, der Unterrealschule oder der vierklassigen Bürgerschule mit mindestens genügendem Erfolge. Mit dieser Bestimmung hätten wir schon viel — sehr viel erreicht. Denn auf Grund derselben müßte der Lehrplan der L. B. A. gleich dem des Obergymnasiums und der Oberrealschule entsprechend aufgebaut werden; schon die I. Klasse der L. B. A. auf die vorhandene mitgebrachte Bildungsstufe Rücksicht nehmen. Dadurch würde nicht nur der Bildungsgrad der Lehrer bedeutend erhöht und dem der Mittelschulen gleichgestellt, sondern es könnten auch die Gegenstände viel besser verteilt werden. Recht empfehlenswert wäre die Aufnahme der lateinischen Sprache als Freigegenstand, um dadurch eine spätere Universitätsbildung zu ermöglichen. Man wird zwar einwerfen, daß in der kurzen Zeit das Latein nicht beherrscht werden kann; aber dem wäre entgegen- zuhalten, daß man doch die Grundlage erwirbt und darauf späterhin durch Selbststudium leichter aufgebaut werden kann. Latein ohne gute Lehrer ist nicht so leicht zu erlernen und ohne Latein wird uns die Hochschule verschlossen bleiben. Das wäre das Erreichbare! Zur 23. Krage. Soll eine Vermehrung der Titel angestrebt werden oder nicht? 38. Urteil. Lehrer Hans Swoboda, Lanegg in N.-Ö. Manche Kollegen scheinen auf gefehltem Rosse die Titelfrage bestürmen zu wollen. Vermehrung der Titel? Gar nicht notwendig 1 Aber Verleihung der bestehenden Titel zu einer gewissen Zeit ist angezeigt. Die bisher angeführten Gründe für und gegen die Sache sind ja, auf bestimmten Voraussetzungen aufgebaut, logisch richtig. Doch rechnen wir einmal mit den vorhandenen Ansichten und Gefühlen des Volkes! Tun wir dies, so erreichen wir gewiß Vorteilhaftes für den Stand. Das Volk gibt den Titel „Lehrer“ von selbst, aber nicht — wie mancher vielleicht glauben würde — zufällig. Ist z. B. ein Lehrer lange in einem Orte und kommen dann junge Lehrer nach, so erkennt man, daß es den Leuten schwer fällt, zu ersterem wieder nur „L.“ zu sagen oder sagen zu müssen, und man hört dann oft den Namen des L. oder auch den Titel „Oberlehrer“. (Letztere Bezeichnung ist dann gewiß peinlich für den betreffenden L.) Jeder L. sollte daher nach 20 oder 25 Jahren den Titel „Ober“ erhalten und der „Ober“, der die Schule leitet, ist eben auch „Ober“ und dazu Leiter. Der Einwurf: Dann hat man für ein- und mehr-klassige Schulen den Titel „Leiter“, wäre in gewisser Hinsicht nicht neu, da man ja auch jetzt nicht aus dem Titel „Ober“ ersieht, einer wievielklassigen Schule der „Oberlehrer“ Leiter ist. (Freilich scheint dies manchem recht zu sein.) So mancher „Ober“ wäre wohl beleidigt, würde ihm immer nur der Titel „Lehrer“ beigelegt. Und dies wohl auch mit Recht! Freilich spricht auch der Professor von sich als Lehrer, aber doch nur im Sinne von „Lehrender“. Es braucht auch nicht befürchtet zu werden, daß das Ansehen des derzeitigen „Ober“, der seine gesteigerte Achtung im Volke nicht immer ausschließlich seiner Tätigkeit zu verdanken hat, leidet, wenn auch alte L., ja oft ältere als der „Ober“ selbst, den gleichen Titel erhalten. Auch würde das Volk durch den nach festgesetzter Zeit beizulegenden Titel Oberlehrer nicht auf den Gedanken kommen, der L. hatte die „Oberlehrerprüfung“ nicht bestanden. Wer Idealist sein will und immer bedenkt, das Volk käme schon zur hehren Auffassung des Wortes „Lehrer“ und gäbe dann Achtung und Ansehen, der kann es ja in Gottesnamen bleiben. Ich glaube nicht daran. Man kann sagen: Die derzeitigen und wohl noch lange hinaus bestehenden Verhältnisse im Volke verlangen dieses „Ober“. Gar sonderbar mutet es an, wenn der L. einen gleichalten Freund anderes Standes hat und dessen Sohn eben L. geworden ist. „Jetzt ist mein Sohn schon L. und du noch immer nicht Oberlehrer?!“ Auch ist ein junger L. für die Alten im Volke immer ein Unerfahrener, der den Titel „Lehrer“ durch die gemachte Prüfung zuerkannt bekommt, während der alte Lehrer, als Erfahrener, den Titel „Ober“ erhalten soll und verdient. Wie gar selbstverständlich klingen im Volke auch die Titel: Ober-Straßenmeister, Ober-Postmeister, Ober-Tierarzt, Ober-Bezirksarzt usw. Nicht Titelsucht ist es, was mich leitet, nicht das Heil hängt von dieser Sache ab, sondern auf einen Umstand soll eben hingewiesen werden, dessen Berücksichtigung das Alter nach dem Sinne des Volkes verlangt. Daher folgende Titel: Prov. L., def. L., Oberlehrer nach 20 oder 25 Jahren und Leiter! Einem „Pensionierten“ könnte wie bisher der Titel „Direktor“ oder der Titel „Schulrat" gegeben werden. Ratschläge für den jungen Schulgärtner. Für den Dezember. Milde Tage verwende ich zur Bodenverbesserung, zur Düngung, zum Umsteclien, zur Sandzufuhr (bei schweren Tonböden) und (wie schon in Folge Nr. 118 erwähnt) zum Rigolen. Dieses ist überall auszuführen, wo man bei leichtem Humus die Erdschichten durch Mischung von Sand, Schutt, Asche und Kompost verbessern will. Beim Rigolen von größeren Stücken geht man folgenderweise vor: Man steckt sich den zu rigolenden Teil ab. Dann hebt man auf einer Seite einen beliebig breiten Graben aus und schafft die Erde auf einen passenden Platz, damit man sie zum Ausfällen des letzten Grabens bei der Hand hat. Neben dem ersten Graben wird ein zweiter, sodann ein dritter ausgehoben und dies solange fortgesetzt, bis die ganze Tafel umgebrochen ist. Jeder frühere Graben wird mit der Erde des folgenden ausgefüllt, wobei die Humusschichte unten, der tote Boden oben zu liegen kommt. Im Dezember jauche ich das Gartenland, selbst bei gefrorenem Boden. Auch die Obstbäume werden gejaucht, aber mit vergällter Jauche. Bei den Obstbäumen soll der Dungstoff zu den Wurzeln gelangen. Dies kann aber nur bei offenem Boden oder (wie in Folge 115 angegeben) durch Düngröhren (Gießröhren) geschehen. Schutz gegen Hasenfraß! Fraßwunden sind glattzuschneiden und mit Lehm und Leinwand zu verbinden. Andere Arbeiten des Obstgärtners sind: Kalkanstrich nach erfolgter Abbllrstung der Rinde, Umkleidung des Stammes mit Dornen, Draht- oder Holzgitter und Auslichten der Krone. Wo Licht und Luft fehlt, nützt der beste Dung nichts. Man darf ja nicht glauben, daß man sich durch Auslichtung der Äste um die halbe Ernte bringe. Ein großer Apfel, der nur bei Licht und Luft gedeiht, ist mehr wert als ein halbes Dutzend verkümmerter Früchte. Beim Auslichten muß man den Baum von verschiedenen Seiten betrachten und gut überlegen, welcher Ast zu entfernen ist. Man trachte, dem Baume so wenig wie möglich Wunden zu verursachen. Kann man also durch einen großen Ast dem Baume soviel Licht und Luft verschaffen als durch soundsoviele kleinere Äste, so nehme man den großen Ast weg. Damit beim Absägen keine Rißwunden entstehen, werden starke Äste von zwei Seiten einsägt, zuerst von unten, sodann von oben. Alte Bäume müssen ausgemerzt werden, damit sie den jungen Nachwuchs nicht verdrängen. Dezember und Jänner sind die Monate zum Schneiden der Edelreiser, Auch die Stecklinge von Johannis- und Stachelbeersträuchern (‘25—30 cm lang) werden jetzt geschnitten und an feuchten Orten im Sande überwintert. Endlich vergesse man nicht an das Ausheben von Baumgruben für die Frühjahrspflanzung. In diesem Monate möchte ich jedem Schulgärtner die Fütterung unserer Singvögel ans Herz.legen. Besonders in der Schule gibt es jetzt so oft Gelegenheit, die Kinder auf die Not der armen Vöglein aufmerksam zu machen und das Mitleid im kindlichen Herzen zu wecken. Nun will ich noch einiges aus der Düngerlehre erwähnen: Wir können die Düngemittel auch nach ihrer Wirkung in drei Arten teilen. 1.) Direkte Dungstoffe, die selbst die Nährstoffe liefern (Mist, Jauche, Kunstdünger usw.'; 2.) indirekte Dünger, deren Nährstoffe erst im Boden frei werden (Kalk, Gips, Kochsalz); 3.) physikalische oder Verbesserungsmittel, die den Aggregatzustand des Bodens (Dichte, Festigkeit) ändern (Sand, Schlamm, Mergel, Torf, Steinkohlen- 2780 asche). Der Gärtner braucht alle Düngemittel und soll sich daher mit der Kunstdüngung bekannt machen, weil er diese auf leichte Weise durchführen kann. Zuerst will ich die natürlichen Düngemittel besprechen. I. Stalldünger oder Mist. Sein Wert ist vom Futter der Tiere abhängig. Feste Exkremente enthalten Si 0» (Kieselsäure), Kalk, Magnesium, Phosphor, dagegen mehr flüssiges N, Ka Na. Der Harn ist ebenfalls reich an N, Ka Na. Die einzelnen Mistarten haben verschiedenen Wert. 1.) Pferdemist ist sticktstoffreich, erhitzt sich leicht, fault leicht und ist gut für kalte Tonböden. 2.) 1tindermist ist ein kalter Dünger, stickstoffarm, fault schwer, ist wässerig und eignet sich daher für Sandboden. 3.) Schaf- und Ziegenmist sind besonders stickstoffreich, hitzig und leicht faulend. Bester Gemüsedünger für lehmige Böden. 4.) Tauben- und Hühnermist sind sehr gute, phosphorreiche, aber scharfe Gemüsedünger ; daher müssen sie gut verteilt werden, was sich nur im getrockneten Zustande vornehmen läßt. Auf Grund meiner Erfahrung kann ich nur anraten, diesen Dünger als flüssigen Dung, u. zw. als Kopfdung, zu verwenden. Ich lasse Hühner- und Taubenmist im Wasser auslaugen und begieße verdünnt damit Gemüse (Blumenkohl, Zeller, Kraut) sowie Blumen und Kosen. 5.) Schweinemist ist für Gartenwirtschaft vom geringsten Wert. Er ist zu strohig und zu wässerig und enthält viel Unkrautsamen. 5.) Nicht unerwähnt möchte ich einen Dünger lassen, den der Schulgärtner sich leicht beschaffen kann. Das ist der Kaninchenmist. Er hält die Mitte zwischen Ziegen-und Rindermist. Direkt aus dem Stalle aufs Land gebracht, nützt er nicht viel, weil er sich lange nicht zersetzt. Ich habe mit Kaninchendünger, gemischt mit Taubenmist, sehr befriedigende Dungerfolge erziehlt. II. Flüssiger Dung oder Jauche. Hierüber habe ich schon in Folge Nr. 114 geschrieben. Die Jauche ist sehr gut für leichte Böden und für Pflanzen mit großer Blattentwicklung, dagegen weniger empfehlenswert für Wurzelgemüse (Möhre, Zwiebel). III. Menschl. Exkremente. Abortdünger ist, da er alle Nährstoffe enthält, entschieden der beste Dünger. Im Gemüsebau darf er nur sehr vorsichtig verwendet werden, da er einesteils sehr scharf ist, andernteils oft auf den Geschmack der feinen Gemüsearten einwirkt. Am besten paßt dieser Dünger für den Komposthaufen; hier ist er das Gold des Mischdüngers. IV. Kompost oder Mengedünger. Er ist jener Dünger, der im Gartenbetriebe am leichtesten, wenn auch langsam, zu beschaffen ist. Der Komposthanfen soll einen halbsonnigen Stand haben und schichten weise angelegt werden. (Mist, Erde, Sand oder Asche, Kalk, Abfälle aller Art.) Gut ist es, wenn der Haufen in der Mitte ein Loch besitzt, damit man die Jauche gleichmäßig verteilen kann. Nach viermaliger guter Durchmischung durch Überräumen ist er meist gebrauchsfähig. Dieser Dünger soll in keinem Garten fehlen. Zu den natürlichen Düngestoffen gehören auch die Exkremente der überseeischen Vögel sowie Fischguano; doch kommen diese im Schulgartenbetriebe nicht in Betracht. Künstliche Düngemittel. Ich will aus der großen Masse derselben hier nur jene näher besprechen, die ich durch volle sechs Jahre erprobt habe. 1. Stickstoffdünger, a) Der König unter diesen ist der Salpeter, u. zw. der Chilisalpeter; er wird von den Pflanzen direkt aufgenommen (15% löslich. Stickstoff). Da dieses Mittel schnell wirkt und der Stickstoff von Pflanzen sofort aufgenommen werden muß, weil er sonst in den Untergrund gewaschen wird und für die Vegetation verloren ist, düngt man öfters, aber stets in kleinen Gaben. (Alle 4—6 Wochen.) Achtung auf die Blätter, da er diese zerstört. (Für 1 m2 2—3 dkg bei Erbsen, Bohnen, Juni Blumenkohl. Bei Obstbäumen pro 1 m2 Kronenfläche (Kreis der Traufe) 2—5 dkg. Im Frühjahr anzuwenden. Preis 30—40 h u kg.) b) Schwefelsaures Amoniak. (20 % löslich. Stickstoff. (N II4) 2 S 04.) Hier wird N erst durch eine Umwandlung im Boden aufnahmsfähig gemacht. Dieses Düngemittel wird als Nebenprodukt bei Leuchtgaserzeugung gewonnen. Ist im Herbste oder zeitig im Frühjahre tief unterzubringen. Bei Kohlarten 2—3 dkg pro m2. Obstb. wie Salpeter. Preis 35—40 h ä kg. Andere N-Dünger sind c) Kalkstickstoff (20 % N), aus Calcium-carbid hergestellt, d) Norwegischer Salpeter (12—15%), mittelst elektrischer Ent- ladung aus der Luft II2 NOs (Salpetersäure) erzeugt und diese über Kalkmilch geleitet. (Kalksalpeter.) Teuer! e) Blut-IIorn-Melil 6—12%. Aus Abfällen. Zersetzt sich langsam. 2. Stickstoffphosphate. Dazu gehören die Guanoarten. Für uns nicht von Bedeutung. 3. Phosphat dünge r. a) Doppel super phosphat (40—45% Phosphorsäre). Es dient zur Frucht-, Zuckerstoff- und Wurzelbildung. Bester Gemüsedünger! Da es leicht lösliches P enthält, so wird es im Frühjahr gestreut. Für Kohlarten 5 dkg, Rüben 3 dkg, Karfiol 1 % dkg, Sellerie 4 dkg auf 1 in2. Für Obstbäume 3—5 dkg auf 1 m8 Kronenfläche. Preis 1 kg 10—15 h. b) Superphosphat (nur 15—20% P) wird wie a verwendet. c) Thomasschlacke — als Nebenprodukt bei Eisenerzeugung gewonnen — (18—20%) für sandigen und schweren Boden, llerbstdüngung. Für Gemüse nicht so gut. Für Obst 4—fi dkg auf 1 m2. d) Ammoniak Superphosphat (3—9% N, 9 —15% P. Wirkt gut und rasch für Obstbäume, e) Knochenmehl. Für Gemüse nicht anzuraten. 4. Kalidünger, a) Holzasche. Ist im reinen Zustande ein gutes Düngemittel, b) Kainit 12—15% Kali, aus den Staßfllrter Kalisalzen. Preis 4—5 h. Schwer löslich, nur im Herbste anzuwenden. Besser ist für Gärten c) 40% Kalidungsalz, meist für Lehmböden, Frühjahrsdüngung. Kohlarten 3 dkg, anderes Gemüse 2 dkg. Obst 2—3 dkg auf 1 m2 Kronenfläche. Preis 12 —15 h. Die physikalischen Düngemittel kommen im nächsten Hefte zur Besprechung. G. Stepan in Kscheutz bei Mies in Böhmen. Stoffe für den deutschen Aufsatz. Vom Fachlehrer Emil Förster. 49.) Brief an das Christkind. Die Schüler, denen der kindliche Glaube an das Christkind bereits geraubt worden ist, werden bei Bekanntgabe des Themas lächeln. Man sage ihnen, daß sie sich unter dem Ausdrucke Christkind eine Person denken sollen, die ihnen eine Freude bereiten möchte und der es gewiß lieb sein werde, die Wünsche der Kleinen kennen zu lernen. Damit wird den Schülern klar, daß der Brief keine bloße Spielerei ist, sondern einen bestimmten Zweck hat. In der Einleitung könnte auf diesen Zweck oder auf die Sitte, vor Weihnachten Wunschzettel zu schreiben, verwiesen werden. Hauptteil: Was soll ich mir wünschen? Die Beantwortung dieser Frage erfordert Lberlegung. Es darf nichts Unmögliches, Unerfüllbares gewünscht werden und dann sollten sich die Kinder in erster Linie nützliche Dinge bestellen. Daß Unbescheidenheit nicht am Platze wäre, muß den Schülern ebenfalls bewußt werden. Die Wünsche müssen aber auch ausführlich begründet werden. Im Schlüsse könnte der Schreiber im vorhinein danken. Oder er könnte ausdriieken, daß er auch dann zufrieden sein werde, wenn nicht alle Wünsche erfüllt werden. (Ausdruck der Bescheidenheit.) Übung von Wunschformen als notwendige Vorbereitung: Ich wünsche — Ich hätte gern — Ich möchte haben — Ich habe den Wunsch — Als wünschenswert erscheint mir •— Wie würde ich mich freuen, wenn ich bekäme (nicht: bekommen würde) — Eine aufrichtige Freude würde es mir bereiten, wenn — Bekäme ich doch . . . ! Verwandtes Thema: Brief an den heil. Nikolaus. 50.) Erlebnisse eines Tannenbäumchens. Zweiteilige Ausführung. Im 1. Teile werde erzählt, bei welcher Gelegenheit das Tannenbäumchen über seine Erlebnisse berichtet. Z. B.: Ein Tannenbäumchen, das als Christbaum gedient hat, liegt im Schnee und ein Sperling setzt sich darauf. Zwischen dem Bäumchen und dem Vogel entspinnt sieh eine Unterhaltung, worin das Bäumchen seine Erlebnisse zum besten gibt. Ein im Schnee liegendes Tannenbäumchen wird von einem Hasen besucht. Zwiegespräch. Ein Tannenbäumchen lehnt im Schupfen und führt ein Selbstgespräch. Einem Knaben, der das bereits verdorrte Christbäumchen zerhackt hat, erscheint es im Traume und erzählt seine Schicksale. Der 2. Teil enthält die Erzählung des Tannenbäumchens am besten in gerader Rede. Stoff hiezu: Das Tannenbäumchen, eine Zierde des Waldes. Waldarbeiter fällen es. Auf 2782 dem Christmärkte. Ein Käufer. Wie es geschmückt wird. Erlebnisse am Weihnachtsabende. Naschende Kinder. Das Ende der Herrlichkeit. Kürzer würde der Aufsatz, wenn man den 1. 'I'eil wegließe, länger, wenn man einen Ausblick in die Zukunft des Tannenbäumchens als 3. Teil hinzufügte. Briefkasten. Von einigen Seiten ist die Anfrage eingelaufen, was ich mir zum Jubiläum der Bl. wünsche. Da man mir die Wahl läßt, so will ich mich offen äußern. Fürs erste spende jeder, der kann, einen Beitrag zum Nordheim! (Sendungen nach Reichenberg, B.!) — Fürs zweite erbitte ich mir von jedem Mitarbeiter eine Photographie, weil ich daran bin, meine Arbeitsstube mit den Bildern jener zu schmücken, die „tätig" zur „Blättergemeinde" stehen und so den Kreis meiner Mitarbeiter ausmachen. — Zum dritten sollte alles daran gesetzt werden, die 14 tägige Ausgabe der Bl. zu ermöglichen. Nun drängt nicht nur mehr der Stoff dazu, sondern es drängen die Freunde mit Ungestüm. Und doch geht es nicht, denn der letzte Aufruf hat statt der notwendigen 500 neuen Abnehmer bloß 150 gebracht. Ein Geschäft gilt es wahrlich nicht, sondern bloß einen neuen Aufschwung unserer „Bl.". Es wäre doch so schön, wenn wir alles, was der Tag bringt, ehestens hinausgeben könnten! — Lehrer A. A. in K.: Ach ja, Kleinigkeiten aus dem Schulleben sind mir schon lieb, aber, wenn ich bitten darf, in Prosa. Das Silbenzählen im Vers macht mir Beschwer. — Lehrer W. L. in IS.: Das ein* gesandte Zahlenphänomen ist eine nette Spielerei. Aber dafür haben wir nicht Zeit, nicht Lust, nicht Platz. — Schulrat O. A. in 5$.: „Wie kann man bei so großer Arbeit so aufmerksam sein!" Mit diesem Zuruse möchte ich die jungen Kollegen schlagen, die immerzu seufzen: keine Zeit, keine Zeit! — Sr. IS. K. in Wien: Köstlich, Sie als Nichtlehrer interessieren sich für unser Laboratorium und die Lehrer . . . Kommen Sie nur! — Stür die Karte ans den Iteskiden schönen Dank! Das erquickt, wenn die Bl. in die Ferne wirken! — Schuldir. G. W. in It.: Ich beglückwünsche Sie zu der Eröffnung des neuen Abschnittes der Bl. „Allerlei Schulpraxis". Senden Sie weiteres! — Sen Stellensnchenden wird empfohlen, sich den k. k. Landesschulräten der Alpenländer für jeden beliebigen Posten zur Verfügung zu stellen. — Univ. Wros. S. W. in Itom: Mit Vergnügen ergreife ich die dargebotene Hand. Die Experimentelle Psychologie ist der erste ausgereifte Gedanke, der zur Weltpädagogik führt. Che distanza, che speranza! — Lehrer L. K. in L.: Wenn man doch der Lehrerschaft einmal das Apparate-Fabrizieren abgewognen könnte! Dann gäbe es weniger Verdruß und mehr Erfolg in der Schule! Schließen Sie Ihre Erfindung ein, wenn Sie ruhig leben und nicht in Schulden kommen wollen! — Itiirgerschnkdirektor K. HI. in K.: Auch ich könnte vor Groll zerspringen, wenn ich täglich wahrnehmen muß, wie man durch „Aeronauten-Pädagogik" die Erfolge der Schule schmälert und vor lauter Reformen nicht mehr das 1X1 und das Abe erreicht. Wie lange wird die Schulbehörde diesem Treiben noch zusehen! — Direktor K. in K.: Ob das Eintreten für Ihren Schützling Erfolg haben wird, bezweifle ich; man nimmt lieber einen Irischen als einen, der Stellen ließ und Stellen „wählte". — Kommen Sie zu Weihnachten wieder einmal nach M.; es werden neue Untersuchungen eingeleitet werden. — Lehrer IS. in Ii.: Mit Beginn des neuen Jahres sollen die meisten der noch laufenden Fragen in der Wechselrede ihren Abschluß finden und neue Fragen aufgeworfen werden. Doch Ihr Urteil kommt noch dran. Der letztgesandte Beitrag muß bis zum März warten. — „Lebensbilder" brauche ich dringend; senden Sie eines! — Lehrer K. Kt. in L.: Ob ich meine Vorträge über wissenschaftliche Pädagogik sammeln werde, hängt von mancherlei Umständen ab; es liegen viel dringendere Arbeiten vor. — Hvnngsschnlleyrer A. K. in H.: Das ist recht und kollegial, daß Sie, obwohl im Staatsdienste stehend und der Lehrernot persönlich entrückt, so wacker Anteil nehmen an dem Ringen um eine sorgenfreie Stellung der Volksschullehrerschast. Solches muß hier vermerkt werden, weil gerade auf die Herren, denen es gelang, an die Lehrerbildungsanstalt zu kommen, aus dem Lager der eigenen Genossen oft manch giftiger Pfeil ab-gedrückt wird. Die Lehrerbildner, die aus dem Stande der Volks- und Bürgerschullehrer stammen, sollen sich aber auch alle eins fühlen — und schimmert auch das Gold um Hals und Arme! — Kvsokv. Lehramtskandidat K. K. in A.; Ihr Brief schließt: „. .. ersuche ich Euer H. nochmals und verbleibe der zu vielem Dank verpflichtende ..." Nun überlegen Sie einmal, was Sie geschrieben haben! Dafür, daß ich Ihnen eine Stelle verschaffe, bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet. Konnten Sie das meinen? Schnell fertig ist die Jugend mit dem — Brief. — Lehrer K. S. in L.: Gleich für sechs Themen vollständige Dispositionen verlangen, — mein Lieber, das ist zuviel! Übrigens bietet das Päd. Taschenbuch Auskunft über alles. — Kgk. Sektionsrat Sr. It. in Itndapest: Ein Gegenstück zur Anerkennung der Bl. durch den italienischen Unterrichtsminister! Ich bin wohl auch der Ansicht, daß große Aktionen alle Grenzwälle und politischen Schranken niederreißen sollen. Und ein großer Gedanke ist die Erziehung der Jugend. Schon lange brenne ich darauf, die modernen ©chuleinrichtungen der ungarischen Kapitale kennen zu lernen; darum ist es nicht ausgeschlossen, daß ich der Einladung im kommenden Jahre folgeleiste. — Iirk. 2. W. in H.: Ich bitte um einen Bericht über Ihren Aufenthalt im Südheim. — Lehramtskandidat It. It. in H.: Ihr Brief zeigt verschiedene Formmängel. Zur Beachtung: 1. An Personen von Stand schreibt man auf Groß-qnartpapier (unliniert). — 2. „Geehrter Herr!" ist bei einem Bitlschreiben zu wenig. — 3. Rand, Rand, — rechts, links, oben, unten! — 4. Nicht mehr als drei Seiten! — 5. Das Datum an den Schluß! — 6. Den Titel im Verlaufe wiederholen! — Eine ausführliche Anleitung zur Abfassung von Höflichkeilsbriefen wird demnächst folgen, ingleichen die Anleitung, wie man sich „vorzustellen" und worauf man bei Besuchen zu merken hat. — Lehrer I!. A. in Sch.: Sic und alle Prüfungskandidaten werden ersucht, sich unmittelbar bei den Fachvertretern anzufragen. Prof. R. Schill wohnt in Marburg a. D., Prof. Dr. O. Pommer in Wien. 18., Eckperstr. 26, Prof. Stibitz in Mies, Prof. Dr. Fuchs in Komotau, Prof. Pindur in Troppau, Prof. Rodt in Komotau. — «Zehrer 11. A. in K.: Verwerten werde ich wohl alles, aber in geänderter Gestalt. Wir müssen kurz sei», rein sachlich! — Zehrer A. It. in Ja, den Aussatz über die Exkurrendoschulen nehme ich. Rücken Sie damit an! — D. H.-Schwestern in A.-Z.: Die eigentliche Pointe des eingesandten Schulwitzes tritt nicht recht klar hervor. Köstlich ist aber die Orthographie: „Geöhrter här Lährer! Frietz khan niecht kohmen. . ." Lauttreue Schreibung oder — oder — Zeichen der Zeit? — Schilt!'. K. in Hh. (Salzburg); Ans Ihrem Briefe: „Mir schien es ganz unbegreiflich, daß gerade dieser Punkt der Kinderfürsorge (die traurige Lage der Landkinder) fast gar nicht erwähnt wurde, und noch mehr, daß vonseite der Lehrerschaft diese Gelegenheit nicht benützt wurde, um den einflußreichen Persönlichkeiten zu zeigen, welch schwere Hindernisse eben dieser Mangel an Kinderfürsorge der Erreichung des Lehrzieles und dem Erfolge unserer Erziehung entgegenstellt. Wahrlich, vieles hätte da geschehen können und sollen! Was helfen jetzt die nachträglichen Zänkereien?!" — Sie ahnten damals wohl nicht, daß der, der nach Ihnen stieg und die scharfe Resolution brachte, die den Juristen soviel verdarb, der Schriftleiter der Bl. war. Ja, vor dem ist man nirgends sicher. — Meinem k. Schüler A.A., jetzt Hinj.-Itreiw. in M.: Aha, da stolziert er nun in des Kaisers Rock und vergißt darob Wissenschaft und Künste. Die eine, die pflegt er vielleicht, deren Ausübung die Disziplinarvorschrift nicht vertrug: die schöne Kunst mit den — Schönen. — Hrziehnngsrat K. K. in M.: Herzlichen Dank für die Dedikation! Wir wollen Hand in Hand arbeiten für unsere armen Kleinen! — Absolv. Zeyramtszögling A. A. in H.: Was ich an Ihrem Briefe auszustcllen habe? Einmal alles, was ich vorhin Ihrem Kollegen R. R. in O. gegenüber ausgeführt wurde. Dazu füge ich noch den Hinweis, daß es bei Bittbriefen nicht angeht, „im voraus" zu danken. Man wartet die Wirkung ab und stellt sich sodann mit einem feinsäuberlichcn Dankschreiben ein. — Zehrer Hh. H. in Konstantinopel: Ein Glückwunsch aus dem Orient! Der kam sonnenwarm in mein Arbeitskämmerlein. „Splitter" — sehr willkommen. — Mrof. H. Sch. in Leipzig: Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse aus unserem „Experimentell-päd. Laboratorium" werde ich zu Ostern beginnen. Ob mir die Massenstatistik gelingt, weiß ich nicht; vorläufig versuche ich es noch mit einem B.iese an die Leser. — Kerrn Meer und den Mitunterzeichneten Dank und Gruß für die Karte v. 11. Okt.! — Zehrer H. Z. in K.: Der Besuch der Lehrerakademie in Wien ist für den angestrebten Zweck nicht unerläßlich. Halten Sie sich an unsere „Ratschläge" und Sie kommen auch ans Ziel! — Umfrage: Wer ist bereit, einem Kollegen das Programm einer gelungenen Schuleröffnungs-feiet (Einweihung des neuen Schulhauses) zu überlassen? — Direktor I. K. in München; Da wir daran sind, neue Vorschäge zur Lehrerbildung zu bringen, so käme uns die Mitteilung der Prüfungsfragen sehr gelegen. — Zehrer M. Z. in M.: Die praktischen Rechenaufgaben werden in nächster Zeit mit Eifer fortgesetzt werden. Würden Sie ein diesbezügliches Sammelbüchlein übernehmen? Unsere 230 p. R. gehen nämlich schon zur Neige. — Das Nordheim will ich nicht minder fördern als das Südheim; aber lassen Sie mich nur erst zu Atem kommen! — Lehrer-Luftschisfahrt? Diesbezüglich bin ich etwas skeptisch. Dazu gehört Geld, Geld, Geld! — Zehrer M. K. in 2 Die Phrenologie schwebt noch in der undeutlichen Sphäre, die sich zwischen Wissenschaft und Eharlatanerie schiebt. Es ist schwer, da recht zu raten. — Sie wolle» eine Poste restante-Antwort. Wozu die Geheimnistuerei?! — Die Alätter für Mrüsnngsliandidaten erscheinen mit Bezug auf die Bürgerschnllehrerprüfung wieder im Jänner; es wurde letzthin ausreichend Stoff geboten. — Hine neue Hinrichtung der Ml. geht dahin, daß von jctztab die Bildnisse jener Mitarbeiter eingestellt werden, deren Arbeiten bei den Lesern Zustimmung gefunden haben. Man will doch den Mann von Angesicht kennen, der uns Gutes bringt und dadurch ein Freund wird. — Au der Mechfclrede sollen demnächst eine Reihe von Fragen abgeschlossen werden; die g. Leser werden daher eingeladen, neue Fragen einzusenden. — Am v. Jänner 1914, dem Gründungstage der Bl., findet in den Räumen der Schriftleitung zu Mies (Böhmen) eine Feier statt, zu der die g. Mitarbeiter hiemit eingeladen werden. — Mach H.: Der Heilruf zu dem Artikel „Für unsere Lehrerinvaliden" zeugt von der Wichtigkeit des Themas. Nun reiten wir mit dem Antrage zu den Schulbehörden. — Das Inhaltsverzeichnis für den Jahrgang 1913 wird der Feberfolge beigeschlossen werden. — Zur ließen Weihnacht reiche ich herzlicher beim je jedem Freunde der Bl. die Hand mit dem Wunsche auf einen schönen Abschluß dieses von Unheil umdräuten Jahres. Zugleich ein Glückauf für 1914! Es soll der neue Zeitabschnitt uns wieder einig und tätig am Werke zur Hebung des heimischen Schulwesens finden! Wir haben Großes vor; daher brauchen wir eine große Gemeinde. — Kleine Mitteilungen. 489.) Wert der Schükcraussagen. Die „Bayer. Lehrerzeitung" berichtet: „Zwei Jahre unschuldig im Zuchthaus. Über die Tragödie eines unschuldigerweise zu schwerer Zuchthausstrafe Verurteilten wird aus Neustrelitz berichtet: Der Drogist Arthur Greve in Neubrandenburg wurde am 1. Februar 1908 wegen Siltlichkeitsverbrechens zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Revision gegen dieses Urteil blieb ohne Erfolg. Greve hat die Zuchthausstrafe vom 10. Mürz 1908 bis 10. März 1910 voll verbüßt. Es war ihm zur Last gelegt worden, sich au der Tochter des Ökonomierats Kruse, die damals 13 Jahre alt war, unsittlich vergangen zu haben. Das Mädchen gab in der Verhandlung eine Darstellung der Straftaten des Greve, so daß das Gericht trotz einiger Widersprüche in der Aussage der Belastungszeugin zu der Feststellung kam, daß der Angeklagte sich im Sinne des § 176 Ziffer 3 Strafgesetzbuch schuldig gemacht habe. Der Angeklagte beteuerte bei seiner Vernehmung seine völlige Unschuld. Greve hat eine Reihe von Wiederaufnahme-Anträge» gestellt; sie blieben aber sämtlich ohne Erfolg. Nun hat die damalige Zeugin Kruse, die als Novize und Hilfskrankenschwester in einem Krankenhause Anstellung gefunden halte, von Gewissensbissen gepeinigt, ihrer Oberin gegenüber erklärt, daß sie den Greve zu Unrecht bezichtigt habe. Die Oberin gab das Geständnis weitet und nunmehr wurde dem Wiederaufnahmeantrage sofort stattgegebcu. Vor Gericht wiederholte die Stufe den Widerruf ihrer früheren Aussage unter ihrem Eide. Das frühere Urteil gegen Greve wurde aufgehoben und der Angeklagte unter Übernahme der Kosten auf die Staatskasse freigesprochen. Greve hat auch die ihm gesetzlich zustehende Entschädigung wegen unschuldig erlittener Strafe von dem Staate zu beanspruchen. Er ist jedoch durch die Verbüßung der zweijährigen Zuchthausstrafe körperlich und geistig fast zusammengebrochen. — Nach dem Gesetz ist es unmöglich, daß man die Zeugin Kruse wegen ihrer früheren uneidlichen unwahren Angaben vor Gericht, aus Grund deren Greve die Zuchthausstrafe erhielt, gerichtlich zur Verantwortung ziehen kann." — Wie unendlich tief muß die Bitternis in das Herz eines unschuldig Verurteilten einfressen! Wie ein Hohn auf all den Schmerz und auf all die Pein des Unglücklichen klingt das Wort von der „gesetzlich zustehenden Entschädigung". Bei der Beurteilung solch bedauerlicher Vorkommnisse muß man immer mich daran' denken, wie die Welt urteilt, wenn sie von einem vernimmt, der unschuldig bestraft wurde. Was nützt es außerdem, wenn sich das Gericht hintennach von der „glänzenden Führung" des unschuldig Verurteilten überzeugt? Unser Zeitungsbericht sagt nackt und kurz: „körperlich und geistig fast zusammenge-brochen". So muß der arme Unglückliche sein Recht finden! Es ist die Pflicht aller pädagogischen Zeitschriften und Zeitungen, aller im Dienste der Erziehung und des Unterrichts Stehenden den maßgebenden Kreisen klar zu machen und immer wieder darzulegen, wie vorsichtig, ja fast wie mißtrauisch man den Aussagen von Schülern und Schülerinneil gegenüberstehen muß. Die größte Vorsicht in diesen Dingen bewahrt vor unsäglichem Elend und vor entehrender Schande. 490.) Ale achtjährige Schulpflicht ist gesetzlich in folgenden Ländern und Staaten durchgeführt. Preußen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Lübeck, Bremen, Hamburg, Luxemburg, Baden, Schottland, in vielen Schweizer Kantonen, in Kanada, Argentinien, Japan und Neuseeland. äJiit der sechsjährigen Schulpflicht begnügen sich Serbien. Montenegro, Mexiko, Guatemala, Honduras, Venezuela, Equador, Nicaragua, San Salvator, Haiti, Ungarn und Dalmatien. 491.) Aortölkdungshcroismus. Den Lesern der Bl. wird noch die Nachricht über den ausgezeichneten Prüfungsersolg des ehemaligen Volksschullehrers E. A. Richter, dem kürzlich ernannten Direktor der k. k. Lehrerinnenbildungsanstalt in Brünn, der sich als k. k. Professor an der L. B. A. und B. Sch. I. in Czer-nowitz die volle Befähigung für den Unterricht an Mittelschulen holte — und schon rüttelt die Schläfrigen ein zweiter Fall: der k. k. Professor Eduard Burger in Innsbruck, unser geschätzter Mitarbeiter, wurde am 19. November d. I. an der Universität zu Prag zum Doktor der Philosophie promoviert. Wie erinnerlich, ist Dr. Burger aus allen drei Gruppen für Bürgerschulen befähigt und als Schriftsteller auf dem Gebiete der Pädagogik mit bedeutendem Erfolge tätig. Neben dem Unterrichte und trotz schriftstellerischen Arbeiten konnte sich nun der „Vielgeprüfte" in einer Weise rüsten, daß ihm sowohl für die Dissertation sowie für beide Rigorosen die Auszeichnung zucrkannt wurde. — Und da gibt es noch Kollegen, die das alle Lied flöten: „Ich finde keine Zeit zum Prüsungsstudium!" — Dr. Burger, der nun wieder die Hände frei hat, bedeutet für die österr. Schulwelt eine Leuchte; wir haben von ihm noch viel zu erwarten. — 492.) pädagogische Aortvikdung auf dem Lande. An einem Beispiele sei gezeigt, daß auch wir Landlehrer nicht müßig geblieben sind, uns auf pädagogischem Gebiete weiterzubilden. Schon lange bevor Herr Beyhl über den mangelnden Bildungseifer der „Masse" klagte und unbeeinflußt von dem Bemühen unseres Hauptausschusses, die pädagogische Fortbildung auszubauen, faßten wir Mitglieder des kleinen Pleinfelder Bez.-L.-Ver. den Plan, unsere monatlichen Versammlungen zu wirklichen Arbeitssitzungen umzugestalten. Wenn eine Mehrung der Zusammenkünfte infolge der schlechten Wegverhältnisse nicht gelang, so verwirklichte sich doch die „Verinnerlichung". An Stelle des üblichen Vorlragssalates setzten wir uns ein einheit- 2785 liches Arbeitsgebiet, schließlich einigten wir uns auf den naturgeschichtlichcn Unterricht. In der ersten Oktober-Sitzung wurde dann das Arbeitsprogramm entworfen und nach heißem Hin und Her die Arbeits-teilgebietc für die 8 Versammlungen ausgestellt. Die einzelnen Vortragsthemcn lauten: 1. Der Werdegang des naturgeschichtlichcn Unterrichts mit besonderer Berücksichtigung der neuesten Bestrebungen. 2. Das biologische Verfahren; sein Wesen, seine Durchführung, seine Vorzüge und seine Gefahren. 3. Über Klaffenaus-flüge und Beobachtungsansgaben. 4. Unterrichtliche Verwertung des Schulgartens. 5. Lebensgemeinschaft und noch andere Stoffanordnnngsprinzipien. 6. Korrelation der naturgeschichtlichen Teilsüchcr unter sich und mit anderen Unterrichtsgebieten. 7. Die Durcharbeitung einer methodischen Einheit. 8. Schutz und Pflege der heimatlichen Natur. Diese Vorträge wurden nun bis auf die beiden letzten, die im Mai und Juni erledigt werden, von den Mitgliedern gehalten; sie fanden Interesse und Beifall (es stellten sich auch Gaste ein) und riefen Debatten hervor, die oft über zwei Stunden dauerten, so daß die Meinungen geklärt, manche Frage gelöst und gar manche Zweifelnde für die „gute Sache" gewonnen wurden. „Doch grau ist alle Theorie". Darum versuchten wir auch praktisch zu arbeiten. Vorerst gings an die Herstellung eines Stoffverteilungsplanes für die zwciklasflgen Landschulen unseres Bezirkes, berechnet auf vier Jahre; dann wurden auch einige Unterrichtsproben vorgcführt, wo die vorgetragenen Reformgedankcn verwertet waren. So suchten und suchen wir Pleinfelder uns auf didaktischem Gebiete gegenseitig weiterzuführen. An diesem Beispiele glaube ich, bewiesen zu haben, daß sich's auch draußen ans dem Lande regt, daß auch da der Bildungseifer immer mehr erstarkt und daß schon mancher Bez.-L.-Ver. eine Arbeitsgemeinschaft geworden ist. Jedenfalls kann von mangelndem Bildungseifer nicht gesprochen werden. Bayer. Lehrerz. Dieser Vorgang kann manchem Lehrcrvereine zum Vorbilde dienen. D. 493.) Keikerzichungslseimc für psychopathische Kinder. In München hat sich kürzlich ein Verein gebildet, der Heilerzichnngsheime für Kinder mit psychopathischer Konstitution schaffen will Solche Kinder besitzen in der Regel eine ganz gute Intelligenz, aber auf dem Gebiete des Gefühlslebens sind sic krankhaft veranlagt. Sie sind im Elternhaus und in der Schule fast nicht erziehbar, spielen in der Kriminalität der Jugendlichen eine große Rolle und fallen später meist dem Zuchthaus, dem Irrenhaus, dem Vagabundentum und dem Selbstmord anheim. Bisher hat man solche Kinder einfach in Hilfsschulen gesteckt. Da sie aber nicht schwachsinnig sind, gehören sic auch nicht in Klassen für Schwachbegabte; zudem ist der gegenseitige Einfluß, den Schwachsinnige und Psychopathen aufeinander üben, meist ein verderblicher. Auch Besserungsanstalten, die nur für normale moralisch Verderbte eine geeignete Erziehungsstätte sind, sind für sie nicht der rechte Ort, ebensowenig Irrenanstalten, da sie ja nicht geisteskrank sind. Zu brauchbaren Mitgliedern der Gesellschaft können solche Abnormale nur in eigenen Psychopathenheimen erzogen werden, in denen Psychiater und Pädagogen die Erziehung leiten. Je früher die Unterbringung in einem Hcilerziehungsheim erfolgt, desto bessere Erfolge können erzielt werden. Thür. Lehrerzeitung. 494.) Weiterbildung der jungen Lehrer. Zu diesem Kapitel, schreibt Franz Rathschcck ans Essen in der „Pädagogischen Warte": „Es sei mir gestattet, im folgenden kurz einen Weg zu zeigen, wie er schon seit Jahren von manchen Kollegen beschütten wird. Nach meiner Militärzeit kam ich als Lehrer in den westl. Teil des Siegkreises (Rheinland) und fand dort folgende Einrichtung vor: Jeden ersten Mittwoch im Monat nachmittags 3 Uhr versammelten sich die Kollegen zweier benachbarter Bürgermeistereien zu einer Probelektion. Jeder Lehrer, ob alt oder jung, kam an die Reihe (Reihenfolge: Dienstalter) und hielt in seiner Klasse in Gegenwart der übrigen Kollegen eine von ihm selbst gewählte Lehrprobe aus einem von der Versammlung bestimmten Unterrichtsfach. Alle Fächer kamen so an die Reihe und der Lehrer gewöhnte sich auch zu unterrichten in Gegenwart Fremder. Nach Beendigung des Unterrichts versammelten sich alle zu gemeinsamem Kasfeetrinken; denn einzelne Kollegen hatten manchmal einen Weg von zwei Stunden zurückgelegt. Nach der Kaffeepause wurde dann unter Leitung des ältesten Mitgliedes die Probelektion besprochen. Wirkliche und vermeintliche Fehler wurden erörtert. Es wurde immer Wert darauf gelegt, daß jeder seine Ansicht psychologisch begründete; denn viele Wege führen zum Ziel. Nachdem die Lehrprobe erledigt war, hielt ein anderer Kollege einen methodischen oder fachwissenschaftlichen Vortrag, der nachher zur Diskussion gestellt wurde. Der Vortragende wählte sich sein Thema selbst, gab es aber vorher bekannt, damit sich jeder mit dem Stoff vertraut machen konnte. — Aber auch die Geselligkeit kam aus ihre Rechnung: die Zusammenkunft fand meist ihren Abschluß in einer gemütlichen Kcgelpartie. Wie war nun der Erfolg? Es ist eine Tatsache, daß damals in der Hochkonjunktur des Dnrchfallens in der 2. Prüfung (etwa 1900 bis 1907) tem einziger der jungen Lehrer unserer Gemeinschaft in der Prüfung durchgesallen ist. „Übelgenommen wird nichts!" schwebte als Motto über unfern Verhandlungen; wir sind nicht zusammengekommen, um uns gegenseitig herunterzumachen, sondern wir wollen voneinander lernen. Daß die Zusammenkünfte noch bei allen in gutem Gedenken stehen, zeigte sich im vorigen Sommer, als die ehema-ligen Teilnehmer aus Bonn, Köln, Düsseldorf und Essen zur Feier der 100. Konferenz herbcigeeilt waren. 2786 Daß die ganze Einrichtung nichts Amtliches an sich hatte, daß sie vollständig zwanglos war, war nicht zu ihrem 'Schaden. — Im ganzen Regierungsbezirk Köln sind jetzt für die jungen Lehrer, die die zweite Prüfung noch nicht gemacht haben, ähnliche Einrichtungen behördlich ungeordnet." Eine Einrichtung, die auch anderwärts Beachtung verdiente! D. 494.) Sem Geldgierigen ins Stammbuch: Die Menschen sind tausendmal mehr bemüht, sich Reichtum als Geistesbildung zu erwerben, während doch ganz gewiß, was man ist, viel mehr zu unserem Glücke beiträgt, als was man hat. Schopenhauer. Durch München von Schule ZU Schule. 11. In der Lehrerbildungsanstalt zu H'astng. Das Gebäude hob sich wie eine mächtige Burg aus der Ebene. Einen ähnlich künstlerisch gegliederten Bau habe ich bei uns bloß in Öberhollabrunn gefunden. Zumeist sind unsere Lehrerbildungsanstalten im Kasernenstil gebaut, gilt es doch zu sparen, also alles unnötige Beiwerk zu vermeiden. Ob die paar Tausend Kronen hier doch nicht lieber daran geopfert werden sollten I Das Gebäude mit der langgezogenen Reihe von Fenstern und der beängstigenden Sparsamkeit sieht sich so öde an, so unendlich prosaisch. Wie ganz anders taucht jenes Bild in die Seele, an dem Farben und Formen kleben I Die Anstalt soll denn auch eine Burg sein, die weithin das Land beherrscht, die für alle, die aus ihr hervorgingen, eine Zufluchtstätte werde, wenn der Feind: die Bersumpfung — droht, die wie ein Zauberschloß mit ihren Giebeln und Erkern sich im Geiste des Lehrers aufbaue. Der militärische Sinn ist kalt, ist fest; der braucht den starren Ausdruck. Bildung ist aber lebendig, ist freudig; sie will darum in reicher Gliederung zu uns sprechen. In der Tat trägt man diesem tiefverborgenen Kunstbedürsnisse bei neuen Bauten für wissenschaftliche Institute Rechnung. Bis zur Lehrerbildungsanstalt freilich ist man noch nicht gelangt, steht sie doch im Konnex mit der Volksschule, bei der bekanntlich gespart werden muß. Anders ist dies in Bayern. Das Haus in Pasing ist ein Meisterstück der Baukunst und als solches eine würdige Ställe für die Heranbildung der Volksapostel. — Man möchte nun meinen, der äußere Glanz gehe auf Kosten der inneren Bequemlichkeit. Keinesfalls! Was mir vor allem gefiel, da ich eintrat, war das breite Stiegenhaus. Es mündete in einen geräumigen lichten Gang aus. — Die Zöglinge hatten mich zum Direktor geleitet — in einen vornehmen „Salon". Wie bescheiden sind dagegen manche unserer Direktionskanzleien! Und doch liegt darin ein gutes Stück Decorum. Warum achtet man gerade bei der Schule darauf so wenig, wogegen bei allen anderen Berufskategorien auf den äußeren Schein großes Gewicht gelegt wird? Draußen im Reiche muß man sich durch Vorzimmer geleiten lassen, ehe man zum Direktor, zum Inspektor gelangt; bei uns findet man mancherorts nicht einmal einen Raum, in dem man den Überrock und den Schirm versichern könnte. Droben im äußersten Winkel des höchsten Stockwerkes haust das Schulreferat; dort kauert in einem schmalen Stübchen der Inspektor hart am Fenster, denn nur wenig vom Tageslicht dringt in seine Kanzlei, in jene Klause, von der das Licht in geistiger Energie ausstrahlen soll. Die Welt mißt den Wert einer Institution nach dem Äußeren; also kann die Schule, insolange man bei ihr nicht die Armseligkeit abstreist, niemals in eine Achtungssphäre kommen, die sie verdient, die sie braucht. — Der Direktor zu P. war zuvor Lateinlehrer, — wie man versicherte, ein tüchtiger. Konnte er nun plötzlich die Eignung zum Leiter einer Bildnngsanstalt für Vvlksschnllehrer aufweisen? Man schloß, so berichtete mir ein hochstehender Schnlverwaltungsbeamter, folgenderweise: „Wenn der Monn als Lehrer tüchtig ist, so wird er sich ohne Schwierigkeiten in die neuen Verhältnisse schicken." Und das traf zu. Ich staunte über die Fülle praktischer Gedanken, die der ehemalige Gymnasialprvfessvr vor mir ansbreitete. Und das waren nicht Stücke aus der Vorratskammer der Zünftigkeit, sondern selbsterworbene, aus dem eigenen Nachdenken gehobene Ideen. Was ihnen vor allem anhaftete, war die Ursprünglichkeit, die Frische. Einige davon will ich mitteilen: 1.) „Bei uns wird viel im Freien unterrichtet. Unlängst hatte ein Zögling die Buche zu behandeln. Da wollte er ein Bild in die Klasse schleppen. „Nichts da", sagte ich, „draußen im Anstaltsparke (I D. Sch.) steht eine prächtige Buche; dort werden Sie Ihre Probelektion halten!" — 2.) In der Musik werden unsere jungen Leute nicht bloß deshalb tüchtig geschult, damit sie einmal in der Kirche orgeln, sondern hauptsächlich auch aus dem Grunde, daß sie sich die Zeit, die sonst im Wirtshause verbracht wird, mit der edlen Kunst vertreiben. Daher sind wir auch der weltlichen und dabei der heiteren Muse nicht abhold. Der Gegenstand muß den Kandidaten gefallen. (Bei uns wird er nur allzuoft zum Martyrium. D. Sch.) — 3.) Die einfachsten physikalischen Apparate fertigen sich die Zöglinge in der Schülerwerkstätte an und nehmen sie mit hinaus ins Leben. Das ist ihr Erbstück aus der Anstalt. Wer gewohnt ist, sich selbst zu helfen, braucht nicht erst zu betteln und zu grollen; durch eigenes Geschick ist er bald aus der Klemme. — 4.) In unserer Anstalt werden Sie wenig Bilder finden; die aber da sind, sind Meisterwerke. Ich bin der Ansicht, der Lehrer soll lieber wenig, aber Gediegenes in sich aufnehmen, um den rechten Geschmack zu bekommen. Sehen Sie, die Sixtinische Madonna, das ist ein Gemälde, von dessen Wirkung ich mir mehr verspreche als von sonndsovielen Klecksereien. — 5.) „Takt und Schliff" (Hinweis auf die Bl.) ist bei uns ein wichtiger Gegenstand. Ein Lehrer, der sich nicht zu benehmen weiß, ist im voraus machtlos. Takt und Schliff sind heute so wichtig wie Lesen, Schreiben, Rechnen. — 6.) Die Tabelle dort zeigt die täglichen Eintragungen bezüglich des Wetters. An die meteorologischen Beobachtungen, die im Wirtschaftsleben des Volkes eine große Rolle spielen, müssen sich die jungen Leute schon hier gewöhnen. — 7.) Woher wir den schönen Setzkasten bezogen? Den haben die Zöglinge angefertigt. Sehen Sie, das ist „Arbeitsunterricht" I Jeder Z. hatt einen kleinen Setzkasten zu liefern, so daß die Schüler der Elementarklasse in der Bank alles mitzusammenstellen, was draußen im großen Setzkasten als Wort erscheint. Also Arbeitsunterricht hie und dort!" — Nun, lieber Leser, was sagst du zu diesem Lateinlehrer? Ec stützt die Behauptung, daß sich der „Schulmeister", so er in einem Lehrer steckt, nicht durch Scholastik und Doktrin unter« kriegen läßt. — (Wird fortgesetzt.) flu$ dem Cebrcralbum. 58. Da haben sie ihn ins Treffen geschickt und dann verlassen. Er wurde diszipliniert. — Und dann wollten sie ihn wieder ins Treffen schicken. Er ging nicht. Da haben sie ihn verachtet. — Jahrgang 1913 der Mütter. Hvcrvlick. Wenn ich diesmal für den Buchbinder die Hefte zurechtrichtc, auf daß er sie mir zu einem Bande füge, muß ich dem Urteile beipflichlen, das da lautet: „Es hätte sich für das Gedeihen der Bl. nichts Besseres ergeben können als Ihre Versetzung nach 9)2.!" In der Tat! Seit ich in Böhmen, im Lande eines hochentwickelten Schulwesens und bedeutender Intelligenz, weile und da wieder so glücklich bin, rings um mich Landschulen, Meister der Landschulen, Schulmänner mit gewiegter Kenntnis und reifem Urteile zu wissen, hebt für unsere Zeitschrift ein neuer Frühling an. Blättere mit mir zurück, lieber Leser, verehrte Leserin, und freu Dich an dem Knospen, an dem Blühen! — Bereits die Jännernummer zeigt den Ausschwung. In neuem Gewände, getragen von neuen Männern, kommen die Prüfnngsratschläge in neuer Folge. Sie nehmen einen Sonderabschnitt „gSfätter für Prüfungs-Kandidaten" für sich in Anspruch. Als ich vor Jahre», gleich zu Beginn des Unternehmens, das Kapitel eröffncte und es selbst nach allen Richtungen hin besorgte, gab es einen Sturm auf die Bl. Der deutlichste Beweis, wie notwendig eine geregelte Anleitung für das Studium war. Da ich den 2. Kursus beginnen sollte, sah ich ein, daß ich den erhöhten Anforderungen unmöglich entsprechen konnte; daher zog ich Fachgenossen heran, die theoretisch und praktisch souverän über dem Stoffe stehen. Es sind dies die Herren Professoren: Dr. C. Fuchs für Naturgeschichte, A. Grimm für Mathematik (später übernommen von R. Schill), Dr. Pommer für Physik, Rodt für Zeichnen, Schill für Chemie, Darstellende Geometrie und später Mathematik, W. Stibitz für Geographie und Deutsch. Ich selbst behielt Pädagogik und Geschichte. Wie trefflich mir die Wahl der Fachvertreter gelang, erweist der Zuspruch bei dem neugeschaffenen Kapitel 2788 seitens der Leser. Das Studium ist auf 3 Jahre berechnet; es folgt demnach die Fortsetzung. Zugleich soll auch der Abschnitt „Die ^elsröesäßigungsprüfung für Volksschulen" in ausgiebiger Weise bedacht werden-Als Mitarbeiter hiefür sind tüchtige Übungsschullehrkräfte gewonnen worden. Ein bedeutungsvoller Einschlag des Jahrganges 1913, gegeben vom Direktor Dr. Deschmann, betrifft die Hrganisation der GinKlafstgen Schule. Das, was mir zuweilen in die Ohren geraunt wurde, daß ich des Ursprungs der Bl. vergesse, hat mich schon lange beunruhigt; tatsächlich merkte ich die Vorherrschaft des rein wissenschaftlichen und allgemeinen Stoffes. Nun soll neben dem, was unsere Zeitung zur Trägerin von gesunden Reformen gemacht hat, auch wieder das ihr eigene Spezifikum „Landschule", verknüpft mit lauterer Praxis, mehr zur Geltung kommen. Es liegen bereits Aufsätze vor, die diesem Streben dienen. Wenn wir uns der Stadtschule näherten, so war das keineswegs ein eitles Liebcswerben, sondern die wohlerwogene Absicht, sie für den Jndividualunterricht, d. H. die Gruppenbildung, wie sie beispielsweise die steir. Lehrpläne auch für ungeteilte Schulen, also für Stadtschulen, vorschreiben, zu gewinnen; anderseits sollte der Blick des Lehrers an der Landschule über den ganzen pädagogischen Horizont geleitet und zugleich in die Tiefen der Forschung gelockt werden. Darf denn der draußen in seinem Dörflein nicht teilhaben an den Errungenschaften der neuesten Pädagogik? Braucht nicht gerade er das Licht, die alles belebende Helle? Wie an anderer Stelle mitgeteilt wird, verfolgt die höchste Schulverwaltungsstellc unser Ringen nach einer Organisation der geteilten Schulen mit Aufmerksamkeit und beflügelndem Interesse (das k. k. Ministerium gab einen diesbezüglichen Erlaß hinaus); es ist darum doppelter Eifer nötig, die Stimmung auszuwerten. — Was uns aus dem Auslande vor allem viel Beifall gebracht hat, das ist die Megründung eines „Grperimentcll-pädagog. Laboratoriums". Im Jnlande scheint allerdings die Erkenntnis noch nicht jenen Punkt erreicht zu haben, um eine Masfenmitarbeit durch das Ausfüllen der zugemittelten Fragebogen zu bewirken; das ist zu bedauern. So wird denn, wenn die „Blätter-Leser" sich nicht bald rühren, eine Ausland-Zeitschrift sich das zunutzemachcn, was wir angeregt haben. Schade, schade! — Eine neue Schöpfung des Jahres 1913 bedeuten auch die „Wlätter für den jungen Lehrer". Sie erschienen zuerst mit der Julifolge unter dem Titel „Geleitblatt für den jungen Lehrer". Es ist notwendig, die Jungmannschafl zu gewinnen, soll sie doch unser Erbe hüten, unsere Pläne in die Wirklichkeit umsetzen. Was wir kühn als Problem aufstellen, muß durch sie Gestalt bekommen. Die „Blätter f. d. j. L." werden darum des öfteren wiederkehren. — Den neuesten Reformen gegenüber verhalten wir uns keineswegs ablehnend; allein wir raten zur Vorsicht, weil wir der trüben Erfahrungen in den letzten Jahren gerade genug gemacht haben. Wenn wir nicht bremsten, würde man aus der armen Volksschule gar bald einen Tummelplatz für unreife Ideen oder Gauklerküuste machen. Die Volksbildung ist in unsere Hand gegeben; sie steigt mit uns; aber es steigen auch wir mit ihr. Die Klagen über den Rückgang des positiven Wissens und Könnens werden immer lauter; wenn wir ihnen nichts als Unmut entgegenstellen, so werden wir sie kaum aus der Welt schaffen können. Was fürs erste nottut, das ist die Einschränkung der Methodomanic und die Überleitung der Lehrerkraft auf das Gebiet, aus dem der handgreifliche Erfolg sprießt. — Der andere Grund, der hemmend wirkt, ist der Kampf ums Mrot. In t,m Bl. ist offen, wie nicht bald irgendwo, ein Wort für die Lehrerschaft eingelegt worden und, wie cs scheint, nicht ohne Wirkung. Der Offene Brief in F. 117 hat so manches Abgeordneten-Gewiffen aufgerüttelt. Indes ich diese Zeilen zu Papier bringe, wogt der Gehaltskampf im Parlamente. Sollte er auch nicht mit unserem vollen Siege enden, die Zeit fft nicht mehr ferne, da man uns wird hören müssen. Ich werde demnächst einen zweiten „Offenen Brief" aussendcn, der die Herren das Gruseln lehren soll. — Das eine hat sich bei den Bl. im Jahre 1913 deutlich gezeigt: Sie haben sich den Wcginalle Kreise, auch in die maßgebendsten, gebahnt. Und das ist nötig, will man Wirkungen erzielen. WaS nützt es, wenn wir uns gegenseitig das Leid klagen, gegenseitig dem Groll Luft machen, im engsten Kreise theoretisieren! Wir müssen Hinausrücken, wo die Würfel fallen; dann führen Worte zu Taten. Mit dieser Losung beginnen wir 1914, das 2. Jahrzehnt der „Bl." — Sur Erinnerung an das zehnjährige Mestehen der „Mlälter für den Kvteilungsunterricht" haben wir die Avfastung eines „H>ädag»gifchcn Taschenbuches", in dem der gesamte Stoff der Ml. übersichtlich dargestetlt erscheint, veranlasst und erwirkt, daß die Schrift an die Abnehmer der Ml. kostenlos versendet werde. Sie liegt dieser Iiolge der Ml. vci. — Die Schriftleitnng. Herausgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Rudolf Peeri. — Druck von Jofef Pavttcek in Gottschee. ZLeurleitungen. (Verantwortlich die Schriftleitung.) 514.) Kompendium der Zoologie von K». Schmidt, Karlsbad 1912. Selbstverlag. 184 Seiten. Das Büchlein zerfällt in zwei Teile, einem allgemeinen und einem besonderen. Im ersten Teile werden 1. die allgemeine Anatomie, 2. die allgemeine Entwicklungslehre, 3. die allgemeine Biologie 4. der Darwinismus kurz besprochen, woran sich die spez. Zoologie reiht. Letztere beginnt mit den Protozoen und endet unter Beibehaltung der in wissenschaftlichen Lehrkbiichern üblichen Einteilung mit der Klasse der Säugetiere, bzw. bereu höchsten Ordnung, den Affen. Da auch im allgemeinen Teile der wissenschaftlichen Richtung Rechnung getragen wird, kann der Zweck des Buches, den gesamten Lehrstoff der elementaren Zoologie dem Leser in kompendiöser Form vorzuführen, als erreicht betrachtet werden. Die Ausdrucksweise ist leicht verständlich, die Anordnung des Stoffes übersichtlich. Abbildungen fehlen. Doch soll dies nicht als ein Mangel bezeichnet werden, da ja das Büchlein nicht den Zweck eines Lehrbuches, sondern eines Behelfes zu Wiederholungen für Prüfungskandidolen und als Rachschtagebnch verfolgen soll. Und von diesem Standpunkte aus ist es ganz gut brauchbar; es füllt sogar eine Lücke auf diesem Gebiete aus und kann daher als Hilssbnch zur Vorbereitung für die zweite Fachgruppe an Bürgerschulen ivie auch als Nachschlagewerk dem Lehrer bestens empfohlen werde». Wünschenswert wäre es, wenn bei einer Neuauflage des Büches demselben an- SANG klang DAS IDEAL-AMlSlKALBUAVl G. Schöffmann, Wiederholungsbücher für die Hand der Schüler auf der Oberstufe der Volksschulen zum häuslichen Gebrauche. Verlag Rudolf Reithmeyer, Buchhandlung Neunkirchen, Nö. Jacob Vogel II Frankfurt a. Main Weinbergbesitz in Rüdesheim a.Rhein Größte Leistungsfähigkeit in Rhein- u. Moselweinen Man verlange Preisliste! -------- Sieben prachtbände, enthaltend über 600 Stücke für Klavier zweihändig und Lieder mit Singstimme. 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Jtadiergumml bei Simon in Wien und bei Marx <& Ko. in Hannover. 8.) — Kreide bei Hoschkara in Waidhofen a. d. P. —- 9.) Kaffee-Surrogat von Heinrich Franck Söhne in Linz. — 10.) Zthren und optische Waren bei Jirfa in Krummau und Eckstein in Wien. — 11.) Schulbänke bei Stefan Walter in Bludenz. — 12.) Mlcististe bei Hardtmnth in Wien. — 13.) Stauvöl usw. bei Lennar in Wien. — 14.> Sauer-Leinenwäsche bei Langhammer in Saaz. — 15.) Huschen und Karven von Dr. Schoenfeld in Düsseldorf. hangsweise auch das rein wissenschaftliche System, das für die wettere Einteilung der Metazaa das Nerven-systcm als Einteilungsgrund annimmt, bcigegeben würde, da cs an imb für sich von Interesse und bei einer synthetischen Behandlnngsweise des Tierreiches nicht ohne Bedeutung ist. Prof. W. Fischer. Merlag von Aelir Meiner, Leipzig « • Eebrbiicber der * « Philosophischen Bibliothek tiorliiutirr, Geschichte der Philosophie 2 Bde., <*. Aufl. Mark <)■-, geb. M *o-— „Zeitschrift für den deutschen Unterricht" ... 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LAMPEL, Böhm.- Leipa. früher (Jicin). Einige Zeugnisse zur Probe : Unter den verschiedenen Tintenpulvern und Teigen habe ich Ihr Tintenpulver als das Beste erkannt und werde Ihr Produkt, wie schon In irliheren Jahr n, verwenden. U. N., Oberlehrer. Ihr Tintenpulver verdient unstreitig den Vorzug vor allen ähnlichen Präparaten. A. J. F., Oberlehrer. Ich verwende seit 14 Jahren ihr Tintenpulver und bin stets zufrieden Schulleitung M. Auf obiges Inserat machen wir unsere Leser besonders aufmerksam. Die Verwaltung der „Blätter“. Schriften von Rudolf Peerz. (Bezug durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ in Laibach.) 1. 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht. Von Dengg-Peerz. — Ausgabe für Schüler (Oberstufe) 20 h. 2. Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 3. Auflage. 7. Tausend! — Geheftet 1 K 50 h, geb. 2 K. 3. Lehre sparen ! Ein sozialpädagogisches Unterrichtsbeispiel. 2. Auflage. Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht angekauft. Preis 40 h. 4. Der heimatkdl. Unterricht im Dienste der Volkswohlfahrt. Eine sozialpädagog. Studie. Preis 1 K. 5. Anleitung zur Ausarbeitung von Prü-fungsthemen. Mit Beispielen versehen. Preis 40 h. 6. Kreuz und quer von Schule zu Schule. (Eine Wanderfahrt durch das österr. Alpengebiet.) 2. Auflage. — Elegant gebunden 2 K, geheftet 1 K 50 h. 7. Talaufwärts von Schule zu Schule. (Eine lustige und lehrreiche Schulwanderung.) — 3. Auflage. Reich illustriert, mit der Ergänzung „Talabwärts von Schule zu Schule“ (Die Wanderung nach 7 Jahren) versehen. — Elegant gebunden 3 K. 8. ,Blätter für den Abteilungsunterricht1. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — a) >., 2., 3. Jahrgang (1904, 1905, 1906) als Buch in 3. Auflage erschienen (geheftet) 4 K elegant gebunden 5 B b) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Aufl. erschienen (geheftet) 3 „ elegant gebunden 4 „ c) 5. „ (1908) in Heften . . 4 K gebunden . . 6 „ d) 6. „ (1909) „ „ . . 6 „ „ . . 8 „ ej 7. „ (1910) „ „ . . 6 „ „ . . 8 „ f) 8. „ (1911) „ „ . . 6 „ „ . . 8 „ S) 9. „ (1912) „ „ . . 6 „ „ : . 8 „ h) 10. „ (1913) „ „ . . 6 „ „ . . 8 „ Alle Jahrgänge bis einschl. 1912 in 2 eleg. Bänden, Lexikonformat, 38 K. Bis 20 K Ratenzahlung zu 2 K monatlich, über 20 K zu 4 K. Einsendung mittelst Erlagscheinen. Mappen ä 60 h und Einbanddecken ä K 110 vorrätig. Der Bezug der „Bl.“ kann mit jedem Monate beginnen. Was sollen unsere Knaben und Mädchen lesen? Mz Österreichs Deutsche Jugend. «Lmpfohle» vom li. Ir. Ministerium für Kultus und Mnterricht vom 23. März w,, Z- u.35% und vom hohen li. k. Landesschulrate in Böhmen vom 12. Jänner wo, Z. 323 »nd Z. 1A283 vom (2. Feber ,9,2. — Bronzene Medaille von der Ausstellung „Die Ainderwelt" zu 5t. Petersburg >90-4. Goldener Aus-stellnngspreis von der „Dentsch-böhmischen Ausstellung in Reichenberg 1906. — Preis des Jahrganges (\2 Hefte) 4 K 80 h, des halben Jahrganges (6 Hefte) 2 K 90 h. Tti« empfehlen wir besonders die im Preise herabgesetzten früheren Jahrgänge ywr 3tmiKH>WU7Kmtil „ 3m i„ Ara^tvand gebunden zu je 4 K 80 h ,898, ,904 und ,905, in Kakvvändrn gebunden zu demselben Preise; ferner einzelne Kalvjahrgängc von ,898, ,90-*, ,905 und ,909, soweit der Vorrat reicht pro Halbband 1 K 60 h bei freier Zusendung. Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung „Ollerreichs deutscher Jugend", Reichenberg, Lähmen. Die Wirlschaftsabteitung des Deutschen Landesteyrervereines in ZSöhmen, Weichenverg, diese besorgt: 1. Den Einkauf von Herrenstoffen. 2. Den Einkauf von Damenkleiderstoffen. 3. Den Einkauf von Leinen-, Baummoll- und Schaffwollstoffen sowie Herren und Damenwäsche. 4. Den Einkauf von neuen und überspielten Flügeln und Pianinos. 5. Den Einkauf von Nähmaschinen für Hausbedarf und für Schulen. 6. Den Einkauf von Gold- und Silberwaren. 7. Vermittlung beim Bezüge von Zeitungen. 8. Den Einkauf von Streichinstrumenten und Saiten. 9. Den Einkauf von Porzellan- und Gebrauchs-geschirr, den Einkauf v. Schreibmaschinen. 10. Vermittelt die Unterkunft im Erholungsheim u. Sommerfrischen. Bei Bestellung von Mustern für Aamenkkeider ist anzuführen, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel sein soll, ob ein praktisches oder elegantes Modcklcid gewünscht wird. Bei Waschstoffen teile man mit, ob sie für Kleider oder Blusen gebraucht werden, ob Wollmousseliu, Battist, Altlas-Satin, Sephir, Waschköper oder nur Waschkotton gewünscht wird. — Bestellungen sind nicht in die Muster hincinzulegen, sondern direkt an die Wirlschaftsabtcilung zu leiten. Die Mustersendungen sind unbeschädigt zurückzuschicken. Die freie Zusendung der Postpakete erfolgt bei einer Bestellung im Betrage von mindestens 40 K. 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Versicherungsstand Ende 1912 . . 222,000.000 Kronen Vereinsvermögen.................. 84,400.000 Kronen Ausbezahlte Versicherungen seit Beginn der Vereinstätigkeit . . . 121,000.000 Kronen Für humanitäre Zwecke verausgabt über 3,300.000 Kronen. Nähere Auskünfte erteilt bereitwilligst und kostenfrei die Zentralleitung des Ersten allgemeinen Beamtenvereines der österr.-ung. Monarchie Wien Wipplingerstraße Nr. 25. Inländische Erzeugnisse. „Meteor“- u. „Chon-drit“-Radiergummi (gesetzlich geschützt) von der ginnet Josef Franz Simon Gummiwaren-Manufaklur Mördern, Most St. Andrae vor dem Kagentake, Aiederöstcrreich. wurden von FachautoritLteu (Österreichs > Ungarns, Deutschlands und der Schweiz als die besten Radiergummis anerkannt. „Meteor" radiert leicht und schnell, ohne das papier merklich anzugreifen oder zu beschmutzen: Blei, Tinte, Tusche, Farben, Druck ic. tc „ßhoudrit" ist besonders fiir rein zeichnerische Zwecke geeignet bei Kreide, Blei mid Kohle. 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