pcrsuuukaiio»» - Preise: Für Laibach Ganzjährig . . s st. — lr. Halbjährig . . . 3 „ — , vierteljährig. . . i „ so , viouatliid . . — „ Sv , Mit der Post: «anzjährig . . . » st. — kr. Halbjährig . . . « „ So , vierteljährig. . . i , iS , Für Anstellung ins HallS vierteljährig 2S kr., mouatlich 9 kr. Einzelne Nummern S lr. Laibacher tzcraktion Lahnhosgaffe Nr. Lr»edilioa und 3»iera!tn üorran: »ongreßplatz Nr 81 lBuchhandlunj vsu 3. v. Äleinmayr L F.Bamberg, Znscrliousxrrise: FLr die einspaltig Petit,eile s kr rei zweimaliger Einschaltung d Skr dreimal » 7 kr. ZnjertionSstcmvel jeteSmal so «ei größeren Inseraten und Sjt Linlchaltung entiprechenderRä Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 201. Montag, 5. September. — Morgen: Magnus. 1870. Vom Kriege. Ueber die entscheidenden Ereignisse von Sedan, welche die Gefangennahme Napoleons herbeiführten, sind seit Samstag folgende Telegramme eingclangt: Paris, 4. September. Eine Proklamation des Gesammtministeriums an die Franzosen gesteht das Mißgeschick der Armee, die Gefangennahme des Kaisers ein und sagt, diese Unglücksfälle erschüttern nicht unseren Mnth. Paris ist im Vertheidigungs-zustande und hat binnen wenigen Tagen eine neue Armee unter seinen Mauern. Eine andere Armee bildet sich an den Loire-Ufern. Die Energie, der Patriotismus, die Einigkeit der Franzosen werden Frankreich retten. Paris, 4. September. (Kammersitzung, Mitternacht.) Jules Favre beantragt, den Kaiser und die Dinastie aller verfassungsmäßigen Rechte verlustig zu erklären und Ernennung einer Kammerkommission, ausgestattct mit allen RegicrungSrechten und mit der Mission, den Feind vom französischen Gebiet zu vertreiben. Die Kammer nahm den Antrag mit tiefem Schweigen auf. Berlin, 4. September. Telegramm des Königs: Die Zusammenkunft mit Napoleon fand bei Sedan statt. Der Kaiser war gebeugt, aber würdig in Haltung und ergeben. Zn dessen Aufenthalte wurde Wilhelmshöhe bei Cassel bestimmt. Berlin, 3. September. Eine Depesche des Johanniter-Ritters Grasen Dobran an den Minister Eulenburg lautet: Varennes, 2. September. Von 7 Uhr Früh gestern bis 6 Uhr Abends Schlacht bei Sedan. Napoleon, mit 80.000 Franzosen in die Festung zurückgedrängt, ergab sich dem Könige auf Gnade oder Ungnade. Graf Reille, General-Adjutant des Kaisers, überbrachte dem Könige einen Brief Napoleons folgenden Inhalts: „Da es mir nicht gelang, von einer Kugel getroffen zu werden, bleibt mir nichts übrig, als Eurer Majestät meinen Degen zu Füßen zu legen. Napoleon." Berlin, 3. September. Der Jubel wegen der Kapitulation der Franzosen uud der Gesangcu-gebungNapoleons nimmt kein Ende. DcrFlagcnschmuck hat sich seit Früh verzehnfacht. Das königliche Palais ist fortwährend von einer unübersehbaren dichtgedrängten Menschenmenge umgeben. Ein Schlosscr-juuge, welcher die Reiterstatue Friedrich des Großen erkletterte, einen Lorbcerkrauz daraufsetzte und eine fchwarz-roth-goldeue Fahne aufhißte, wurde von der Königin, die es mit ansah, zum Frühstück geladen und erhielt ein Geschenk, mit dem er sich aus dem Balkon zeigte. Ununterbrochen sieht man sahnen-tragende Aufzüge vou Schuljugend, Gewerken, Maschinen- und anderen Arbeitern mit den Fabriks-Herren Borsig, Schwarzkopf, Wöhlert uud Comp, an der Spitze. Die Königin erscheint stündlich einigemal aus dem Balkon. Fortwährend dichtes Menschengewoge, Absingen patriotischer Lieder, Hurrah-ruse und für Abends eine großartige Illumination. In den Theatern werden Ovationen vorbereitet. Der Kronprinz zieht nach Paris, Ruhe herzustellen. Ein großer Transport von Gefangenen ist angesagt. Bor Metz und Straßburg wurde das Feuer eingestellt. Brüssel, 3. September. Es wird hieher gemeldet, daß der kaiserliche Prinz in Ehimay (Belgien) eingetrofsen und im Schlosse des Fürsten von Chimay abgestiegen. Die Zahl der nach Belgien übergetretenen Franzosen betrng gestern etwa 10.000 Mann, welche alle die Waffen niederlegten. Dieselben werden vorläufig nach Namur geschasst, ebenso mit ihnen 400 Artillerie-Fahrzeuge, 1200 Pserde und 2 Geschütze. JeuilleLon. Die Zigeuner. Wenn wir das Wort Zigeuner vernehmen, fühlen wir eine Welt voll eigenthiimlichcr Romantik an unö herantreten, denken wir sogleich an jenes Land, das einst Alexander umwarb, an die heilige Ganga, die unter dem Gletschergewölbe wie unter einem Triumfbogen, den ihr der Winter gemeißelt, weiß schimmernd hervortritt, an die thurm-hohen FelSsäle, durch die sie hinabtanzt, an die von irgend einer Gewalt durcheinandergeworfenen Gra-nitblöcke, über die sie hinwegrauscht, an die Alpenrosen, die sie auf dem Haupte, an die Palmen, die sie im Gürtel trägt, an die Löwen und Tiger, welche ihre Füße umschmeicheln. Dies mag allzu Poetisch erscheinen; indeß haben die Zigeuner in dichterischen Werken immer eine Rolle gespielt. Sie erscheinen bei Cervantes, Goethe, Walter Scott, Viktor Hugo, Julius Mosen, Karl Beck und ändern. Freilich eine merkwürdige Erscheinung! Bruchteile eines am Fuße des Himalaja bis tief ins "and hinein gesammelten und von da durch irgend einen Anstoß zersprengten und in einzelnen Häuflein über den Erdball schweifenden Volks, das beim Zusammentreffen sich dennoch als eins erkennt. Trümmer und Ruinen, die man nicht für einen Aufbau benützen konnte, da sie sich jeder sistematischen Einfügung entzogen, obwohl sie durch die Befehle der Fürsten und Gewalthaber dazn gezwungen werden sollten. Die Zigeuner sind die Beduinen der Weltgeschichte. Unstäk und flüchtig, wie unter dem Flnche erzürnter Götter, wände: t der Zigeuner durch die Lande, bald im Norden seine braune Haut zu Markte tragend, immer struppig, schmutzig, ärmlich, nomadenhaft nirgend einen festen Wohnsitz erkürend. Bezeichnend sagt R. Liebig in seinem Werke über die Zigeuner: „Dieses Volk ist im wesentli- chen dasselbe geblieben, trotz alles Köpsens, Räderns nnd Verbrennens, trotz Bibel und Kerker, trotz jeder Zivilisation." In der That wurde das glaubenslose Wandervolk bald nach seinem ersten Auftreten in Deutschland Gegenstand allgemeiner Verfolgung. In Böhmen errichtete man auf den Grenzen Pfähle und Tafeln, auf welchen jämmerliche, zerbläute Kerle abgemalt nnd die Strafen verzeichnet waren, welche die Zigeuner treffen sollten, wenn sie es wagen würden, die Grenze zu überschreiten. Die Stufen gesteigerter Strafen bestanden beim ersten Belre-tungsfalle in dem Abschneiden des linken, beim zwei- Brüssel, 3. September. „Etoile belge" bestätigt, daß Mac Mahvn verwundet ist. General Failly wurde, wie dieses Blatt weiter berichtet, von einem französischen Soldaten getödtet. Der „Moniteur belge" dementirt die Nachricht von einem Zusammenstöße zwischen belgischen und deutschen Truppen. Ueber den Ausfall aus Metz wird der .^Presse" telegrafirt: „Malancourt (bei Metz) 2ten September, Vormittags. Vom Morgen den 3lsten August bis Mittags den 1. September hat Marschall Bazaine fast unausgesetzt versucht, mit mehreren Korps aus Metz nach Norden durchzubrechen. Unter Oberbefehl des Prinzen Friedrich Karl hat General Mantenffel alle diese Versuche in ruhmvollen Kämpfen, die in dem Namen der Schlacht bei Noisseville zusammen zu fassen sind, zurückgeschlagen. Der Feind wurde wiederum in die Festung zurückgeworsen. An den Gefechten waren bctheiligt das erste Armeekorps, das neunte Armeekorps, die Division Kummer (Lime und Landwehr) und die 28. Jnsanteriebrigade (General Woyna, Westfalen). Die Hauptgefechte fanden um Ser-vigny, Noisseville und Retonfay (alle drei Orte eine halbe Meile von der Mosel entfernt, östlich vom Glacis von Metz) statt. Die nächtlichen Ueberfälle wurden von den Ostpreußen mit Kolben und Bajonetten zurückgewiesen. Unsere hiesür ver-hältnißmäßig nicht sehr großen Verluste sind noch nicht zu übersehen, die des Feindes sind sehr bedeutend. General v. Stichle." Vor St-raßburg, 27. August. Wenn der Regenbogen Tage lang am Himmel stünde, würde man nicht mehr nach ihm aufschaueu — sagt das Sprichwort. Erhabenes wie granscichastcs bürgt ten des rechten Ohres, beim dritten in der Hinrich-tnng durch das Schwert. Nicht anders verfuhr man gegen sie in den ändern deutschen Staaten. In Braunschweig-Lüneburg verfolgte man sic mit „Rührung der Glücken," nahm ihnen ihre Habe und tödtete sic im Falle des Widerstande«. Ein Edikt in Sachsen ertheilte jedermann die Erlaubniß, Zigeuner. selbst wenn diese mit Pässen versehen wären, auf der Stelle todtzuschießen. In Preußen strafte man sie mit Staupenschlägen und trieb sie über die Grenze, und der Kurfürst von Mainz ließ jeden Zigeuner, bloS deshalb, weil er ein Zigeuner war, hinrichten, Weiber und Kinder aber mit Ruthen streichen, brandmarken und über die Grenze jagen» wo dann das Spiel von neuem begann, bis fte allmälig über die hundert deutschen Binnengrenzen hinübergebracht waren. Nicht selten wurden ganze Banden an Ort und Stelle, wo man sie aufgegriffen hatte, meistens in Wäldern, an Bäume gehängt. .Wo in der Welt wurden Zigeuner nicht gejagt, geschlagen und getödtet? In der Patrizicrstadt Nürnberg richtete man 1733 die Zigeuner Marello, Fortuno, Barutscha, Zigros, die Zigeunerinnen Stanilli, Wisela und Purin, also sieben, mit Rad nnd Schwert hi», ebenso wie in Un. garn einmal 45, Männer und Weiber, wcil sie ab bei fortdauernder Gewöhnung nothwendig Abstumpfung und Verhärtung hervor. Die hochgetriebene Gemüthsspannung ließe sich sonst nicht ertragen und gewisse Bcrussarten bedingen eine blos technische Handhabung und Betrachtnahine. So muß sich endlich jeder, der mitten im Kriege steht, dazu bringen, nicht mehr ständig nach dem Bombardement auszuschauen und hinzuhören; man muß auch wieder an anderes denken, während Knall auf Knall durch die Luft tönt. Vor allem wäre es nicht zu ertragen, wenn man fortgesetzt der Fantasie gestattete, sich die Folgen der zerstörenden und tödtenden Geschosse konkret vorzustellen. — Am Morgen wird wenig geschossen und auch Mittags uur in Pausen. Unsere Projektile müssen immer neu laborirt werden. Denn es war nicht in unserm Plan — wie das in moderner Zeit bei Belagerungen sonst bräuchlich — durch fortgesetztes Schießen ununterbrochen Tag und Nacht den Feind nicht zur Ruhe und Besinnung kommen zu lassen und die Stadt niederzulege». Wir wünschten vielmehr, daß der Feiud zur Besinnung käme, und cs dahin gelangte, daß die Stadt erhalten bliebe. Wir wollten ihm vor allem unfern Ernst zeigen. Es hat nichts gefruchtet. Jetzt wird hauptsächlich nur gegen Festungswerke gefeuert. Das tönt noch gewaltiger. Ich war heute Mittags wieder auf der Mundols-heimer Höhe, wo jetzt ein Observatorium für die Stabsoffiziere gebaut wird. Die Landschaft und die Stadt mit ihren rauchenden Bränden lag im hellsten Herbstsonnenschein, und drüben die Kette der Schwarzwaldberge zeigte scharf ihre Höhen und Tiefen. Hoch oben lagerte eine langgestreckte Wolkenbank, in die der Rauch von den Brandstätten zerfloß. Von unserer Seite — zumal aus einer Batterie, die in einem Hopfenacker stand — und aus der Festung wurde nur ab und zu abgefeuert. Man hörte keinen Knall, man sah Aussteigen rascher Wölkchen aus den Geschützen. Plötzlich erhob sich ein scharfer Wind, die Landschaft verdunkelte sich, ein Gewitter zog heran. Das blitzte und knatterte noch ganz anders, als aus den höchst vervollkoinmneten Werkzeugen der Artillerie. Wird man auch jetzt noch unten auf der Erde gegen einander feuern? Pah! Was fragen jetzt die Menschen nach dem Naturleben. Aus der Festung wird, während oben der Donner rollt, hastig gefeuert, und sich da! cs ist gelungen einen neuen Brand zu entzünden. In dcr Ruprechtsau steigt eine neue Brandwolke aus und bald lodert die Flamme empor. Das Wetter hellle sich rasch wieder auf und im goldenen Sonnenschein lagen wieder die Weinberge nnd die Felder dcr Ebene, und drüben tauchte in frischen Farben dcr Händen gekommene Menschen geschmort und verzehrt haben sollten, getödtet wurden, woraus eine von Josef II. angeordnete Untersuchung das Vorhandensein sämmtlicher Vermißter erwies. Im Jahre 1556 ließ der Kurfürst August zwei Zigeuner zu Dresden von der Elbbrücke stürzen. Auf einer Jagd, die im vorigen Jahrhundert ein kleiner Fürst veranstaltete, wurde unter dem erlegten Wilde auch eine Zigeu-nerin „mit ihrem Säugling" angeführt. Im Jahre 1721 erließ Fürst Georg Albrecht eine Verordnung gegen die Zigeuner, die sich in Ostfriesland aushielten; es wurde denselben eine gewisse Frist, sich über die Grenze zu begeben, gestellt, nachher sollte es aber einem jeden Unterthanen erlaubt sein, sie todtzuschießen. Diese Verordnung gab Julius Mosen den Stoff zu seiner Novelle „Die blaue Blume." Ja, die „Beduinen der Weltgeschichte" sind ein geächtetes, gebrandmarktes Volk. Ueber die Grenzen und Zäune als Unkraut dahingeworfen, aber stets wieder anwachsend, unvergänglich stets dieselben bis auf den heutigen Tag in Deutschland, Spanien, Ungarn, England, Europa, Asien und Amerika. Wahre Ueberallundnirgends; gleichsam in kleinen nnd kleinsten Kähncn über ein ungeheueres Gebiet hasenlos dahinschweifend, ohne jemals von den gegen sie einbrechenden Stürmen vernichtet zu werden. (Schluß folgt.) Schwarzwald auf. — Kennen Sie das Kctzcrwort, mit dem man leider im Friede» vielfach las tiefere Empfinden in Bann that und das jetzt im Kueg besonders verpönt ist? Es heißt SciUimcutalität. Mau hak in der Gegenwehr gegen Ucbcrschwang-lichkeit das Wort angeivendet, aber auch viel ech! Gesundes damit in die Acht erklärt. Jetzt im Krieg darf man ja nichts davon verlauten lassen, daß die Menschen noch zu anderem auf die Welt gefetzt find, als einander zn tödten, und dann etwa bann-herzig die Wunden dcr noch nicht ganz Getödtetcn zu heilen. Die Banern sühren Kraut und Klee heim. Mitten in allem Elend muß doch gelebt werden. Die Männer schauen selten ans nach dem Schießen dcr Belagerer und aus dcr Stadt, die Franeu uud Mädchen aber stehen da nnd doik hinter Hecken, schanen ans und klagen auf. Eine Unzahl von Schwalben schwirrt in der Luft umher und — was sonst gar nicht ihre Art — viele sitzen ans niederen Hecken, lassen sich von den Soldaten fangen, die sie dann wieder zum Scherz fliegen lassen. Es sind wohl die Schwalben, die in der Stadt bei den Bränden nestlos geworden. Und nnn gar erst die Menschen! Es geht das Gerücht, daß in einem einzigen Erziehungs-Institut viele junge Leute — ich mag die Zahl nicht hersetzen — verbrannt seien. Welch' eine große Zahl von Todten und Verwundeten in der Stadt sein muß, davon gibt ein neuer Parlamentär des Fcstungskommandanten Zengniß. Heute kam abermals ein solcher ins Hauptquartier uud bat aufs Neue um Verbandzeug für 300 verwundete Bürger. Es wurde ihm alles Nothweudige gegeben und auch ein von Paris angekommener, von einem Geistlichen überbrachter Medizinkasten, wofür wir Eis aus der Festung erhielten. Der Edelmnth wird nachgerade zur moralischen Flickschneidern. Der Kommandant Uhrich zwingt Taufende in den Tod, dann ist er barmherzig uud ruft unsere Barmherzigkeit an zur Heilung der Verwundeten. Wie die Pflanzungen des Feldes, so zerstampft der Krieg auch die Pflanzungen der Moral bis zur Unkenntlichkeit. Um einen Begriff von den Verluste» zu gebe», welche die Schlacht bei Viouville namentlich den Brandenburger Regimentern gekostet, thei-len wir folgende Stelle aus einem Berichte der „Kölnischen Ztg." mit: „Bei den Namen Vion- ville und Flavigny" — schreibt Hr. G. Horn dein rheinischen Blatt — „werden noch lange, lange heiße Thränen fließen. Das 21. Regiment hat 47 Offiziere nnd 1400 Mann verloren, das 64. Regiment 41 Offiziere und gegen 1000 Mann, vom 12. Regiment sind 6 Kompagnien und 8 Offiziere übrig; bei dem 64. und 24. Regiment führte je ein Premier-lieutenant ein Bataillon, beim 12. Regiment zwei Sekondclieuteuants ein Bataillon vollkommen schlagfertig gegen den Feind. Das 7. Kürassier-Regiment hat drei französische Treffen durchritten. Am rechten Flügel ritten zwei Schwadronen Zicten'fche Husaren zwei feindliche Bataillone nieder. Das 1. und 2. Garde-Dragoner-Regiment büßte sein rechtzeitiges Eingreifen in den Gang der Schlacht mit dcr Hälfte seiner Offiziere und Mannschaften durch Tod oder Verwundung. Unter den vielen Opfern, welche dieser Sieg kostete, ist auch der General v. Döring zu beklagen, welcher als ältester Offizier durch einen Granatsplitter verwundet wurde und bald darauf starb — ein braver erfahrener Führer, der sich jüngst noch am Spicherer Berg ausgezeichnet hatte. Es ist ein neuer, voller, reicher, wenn auch in Blnt getauchter Lorbeerkranz, den die tapsern trefflichen Kinder von Brandenburg auf ihren alten blutgetränkten Fahnen in die Heimat zurückbringen." Die aus Frankreich ausgewiesenen Deutsch-Oesterreicher. Während der letzten 4 Tage haben 5—7000 aus Paris ausgewiesene Deutsch-Oesterreicher Mün chen passirt. Ein Theil derselben, der gestern ankam und ziemlich mittellos war, hat bei der hiesigen österreichischen Gesandtschaft um Unterstützung zur Weiterbeförderung in die Heimat nachgesucht. Das Mitleid der hiesigen Bevölkerung mit diesen Armen ist sehr groß und hat sich gegen dieselben auch in werkthätiger Weise gezeigt. Es sind unter diesen Leuten ganz gebildete Männer, Künstler u. s. w., welche übereinstimmend melden, daß der Pariser Pöbel in der niederträchtigsten Weise die „Hetze" gegen die Deutschen betreibt, und daß seit dem Be-kanntwerdcu der ersten Niederlagen dcr Pariser Janhagel sein bcsondcrcs Vergnügen an dcr Mißhandlung der Deutschen hat, und daß derselbe in den letzten Wochen dieser seiner Lieblingsbeschäftigung fast ausschließlich obliegt. Dem größten Theile der Ausgewiesenen wurden die Gelder und die entdeckten Werthgegenstände abgenommen, obwohl sie sich energisch gegen ein solches Verfahren ihnen gegenüber — als Oesterreichern — verwahrten. Die Jüngeren davon wollte man mit Gewalt in die Mobilgarde stecken, und es wurde mitgetheilt, daß dieses in einzelnen Provinzialstädten des südlichen und östlichen Frankreichs mehreren Oesterreichern bereits zugestoßen sei. Ein großer Theil der Ausgewiesenen soll seinen Weg über Tirol uud über Italien in die Heimat angetreten haben. Alle ohne Ausnahme beklagen sich heftig über die österreichische Gesandtschaft in Paris und über den dortigen Gesandten, den Fürsten v. Metternich, „der mehr Franzose sei, als Oesterreicher," und sich um seine Landsleute nicht gekümmert und sie gegen Vergewaltigung und Mißhand, lung nicht kräftig geschützt habe. Wenn die Angehörigen neutraler Staaten in einer so erbärmlichen Weise von der Einwohnerschaft der Hauptstadt „deS an der Spitze der Zivilisation marschirenden Volkes" behandelt werden, wie mag es da erst den ändern Deutschen ergangen sein und noch ergehen! ! — Die baierische Regierung hat den aus Frankreich ausgewiesenen Oesterreichern freie Fahrt auf allen bairischen Bahnen gestattet. Politische Rundschau. Laibach, 5. September. Alle Tagesereignisse treten heute vor der erschütternden Nachricht von Sedan in den Hintergrund. Sie macht einen so tiefen Eindruck, daß das Gemüth von abergläubischem Schauer ergriffen wird und Nostradamus' Profezeiuug zeitgemäß wird. Nach derselben soll das zweite französische Kaiserreich nicht länger dauern, als 18 Jahre weniger ein Vierteljahr. Napoleon III. kennt diese unheimliche Prosezeiung und befürchtete daher seinen Sturz am 2. September 1870, da er am 2. December 1852 Kaiser geworden. — In Wahrheit wurde Napoleon am 2. September gefangen. Auch eine andere Profezeiuug als schärfster Gegensatz des sinkenden französischen Jmperatoren-thumS tritt wieder in den Vordergrund. Der fagenreiche Birnbaum auf der Walserhaide blüht-' Es ist dies, wenn wir nicht irren, derselbe, desft" Blüte im Verein mit de» um den Kyffhäuser genden Raben den Rothbart aus dem jahrhund^ langen Schlafe erlösen und das deutsche Kaisec^^ wieder begrüuden soll. Bei der Waffenstreckung von Sedan scheinen übrigens auch politische Motive eine Hauptrolle gespielt zu haben. Napoleon selbst hätte das Innere Frankreichs leicht erreichen können, er scheint sich aber als Kriegsgefangener des Königs Wilhelm viel sicherer zu fühlen. Mit der Wassenstreckung von Sedan ist die militärische Lage Frankreichs in ein neues, wohl das letzte Stadium getreten. Frankreich besitzt keine operationsfähige Linienarmee mehr. Die Waffcnstrcckung Mac Mahon's und seine eigene hoffnungslose Lage werden Bazaine wohl zur Eapitulatiou bewegen. Jeder fernere Widerstand wäre nntzloses Blutvergießen. Ob unter solchen Verhältnissen an dem Gedanken der Vertheidigung der Hauptstadt, auch unter einer Republik — noch festgehalten werden kann, ist fraglich; neue Niederlagen und die ärgste Gefährdung von Paris wären has einzige Resultat der Fortsetzung des Kampfes. Nach dem „N. W. Tgbl." scheint die Gefan genuahme des Kaisers Napoleon, noch mehr aber die Kapitulation des Mac Mahon'schen Korps von den in Wien akkreditieren Vertretern Italiens, Englands und Rußlands als der passende Moment angesehen zu werden, um den kriegführenden Mächten genau präzisirte Friedensbediuguugen vorzuschlagen. Die Besprechungen zwischen Lord Bloomfield, Herrn v. Nowikoff und Herrn v. Minghetti wurden am Samstag geschlossen und die vereinbarten Punkte noch im Laufe desselben Tages durch Kuriere deu Kabineten nach London, Petersburg und Florenz zugesendet. Der Gewährsmann des „Tgbl." versichert, daß der Reichskanzler zu den Konferenzen weder direkt, noch indirekt einge-laden war. Der Zusammentritt des Reichsraths ist durch kaiserliches Patent der „Wr. Ztg." auf den 15lcn d, M. vertagt. Deutsche Organe Oesterreichs fordern auf das Entschiedenste die Ausschreibung direkter Wahlen für die Landtage von Prag, Innsbruck, Laibach, welche die Reichsrathswahlen entweder gar nicht oder, wie in Laibach, unter unannehmbaren Bedingungen vorgenommen haben. Der Bürgerausschuß von Innsbruck hat in seiner Sitzung vom 2. d. M. einstimmig eine Adresse andas G e s a m m tm i n i st e r i u m beschlossen, mit der Bitte um direkte Reichsrathswahlcn in Folge der Gelöbnißverweigeruug der klerikalen Landtagsmajorität. Der Landeshauptmann ist nicht zu bewegen, vom korrekt verfassungsmäßigen Wege abzugehen. Am Donnerstag erschien eine Deputation der Konservativen bei dem Landeshauptmanne und verlangte die Anberaumung einer Sitzung. Dr. v. Grebmer erklärte jedoch, daß in Folge der Ge-löbuißverweigerung ein beschlußfähiger Landtag nicht existire, und daß er daher eine Sitzung nur dann anordnen könnte, wenn eine genügende Anzahl Mitglieder sich vorher schriftlich zur Ablegung des Gelöbnisses verpflichten würde. Da bis jctzr eine derartige Erklärung beim Landeshauptmanne nicht eingelaufen ist, so hat Letzterer dem Ministerium nun anheimgestellt, weiter zu verfügen. In czechischen Kreisen wird folgender Vorschlag proponirt, einen Ausgleich auf legalem Wege zu Stande zu bringen, ohne daß die De-klaranten ihrem Rechtsstandpunkte etwas vergeben wüßten: Der durch Ausschreibungen direkter Wahlen aus Böhmen ergänzte Reichsrath arbeite mit Zugrundelegung der den Polen zu gewährenden Zugeständnisse ein Ausgleichselaborat aus, das dem böhmischen Landtage als Regierungsvorlage übermittelt wird. Der böhmische Landtag macht dann seine Zusatzanträge und Abänderungsvorschläge, welche die Krone zu prüfen, eventuell gutzuheißen hätte, worauf das ganze abermals dem Reichsrathe zur Genehmigung vorgelegt würde. Auf diese Art werden die Deklaranten des Dilemma's enthoben, entweder die Dezember-Verfassung anerkennen oder auf dem Boden ihrer Deklaration unvcrrückt feststehcn zu müssen, und können demnach ganz ruhig in die AuSgleichsaktion eintreten. Es ist unbekannt, von wem dieser Plan ausgeht, aber Thatsache ist es, daß rr eifrig besprochen und namentlich in feudalen Kreisen lebhaft ventilirt wird. Wie es heißt, soll derselbe auch in der nächsten deutsch-czechischen Aus-Sleichskonserenz zur Sprache gebracht werden. Zur Tagesgeschichte. — Wie die Deutschen in Frankreich Eisenbahnen bauen. Abgesehen davon, daß die deutschen Truppen in dem Maße, als Frankreich von ihnen okkupirt wird, die dort zerstörten Eisenbahnen mit erstaunlicher Schnelligkeit wieder Herstellen, so daß die Eisenbahnen nach rückwärts über Forbach hinaus bereits wieder vollständig im Betriebe sind, haben die deutschen Truppen auch am 15. den Bau einer neuen 3 — 4 Meilen laugen Eisenbahn von Renülly nach Pont ä Mousson begonnen, welche binnen 20 Tagen dem Betrieb übergeben werden soll. Man beabsichtigt hiedurch eine Verbindung der von Osten nach Westen bei Metz zusammenlaufenden Linien zu ermöglichen, ohne daß solche aus der Festung gestört werden kann. Die Eisenbahn wird in die Strecke Fronard-Paris einmünden und die von den Franzosen zerstörte Strecke Remilly-Metz ersetzen. Es wird ein Riesenwerk nach Art der nordamerikanischen Prairie-Bahnen, und arbeiten außer mehreren Tausend der Mannschaft auch einige Tausend Bergleute daran, so daß sichere Hoffnung vorhanden ist, dasselbe in der angegebenen Frist zu vollenden. Die Schienen dazu wurden theilweise von den rheinischen Eisenbahnen und dortigen Etablissements geliefert. — Ein Rächer Maximilian's. Ein Korrespondent der „K. Z.", schreibt diesem Blatte aus Hamburg: „Schon lange war mir in meinem Hotel eine merkwürdige Erscheinung ausgefallen. Denken Sie sich einen langen, hageren Mann, mit gelblich - braunem Teint, dunklen, in den Höhlen liegenden, feurig hervorblickenden Augen, bedeutender Stirn, buschigen Augenbrauen, markirten Zügen um Nase und Mundwinkel, die Nase selbst edel geformt, länglichem Kinn und einem Schnurr- und Knebelbart von tiefstem Schwarz. So sah der Mann aus, der meine Aufmerksamkeit erregt hatte und der mir nur noch sonderbarer schien, als ich die Bemerkung machte, er spreche nur Spanisch. Ein Zufall sollte mich mit ihm in Berührung bringen, und so erfuhr ich zu meiner nicht geringen Ueberraschung, daß ich den seinerzeit viel genannten mexikanischen Brigade-General Don Angel Martinez vor mir sah. Man erinnerte sich noch der blutigen Kämpfe, die dieser brillante Führer an der Westküste Mexiko's und in der Son-norah zwei Jahre hindurch mit so entschiedenem Glück gegen die französischen Heerhaufen geführt und mein Erstaunen verminderte sich nicht, als mir die Motive der Anwesenheit dieses Mannes in Hamburg mitgetheilt wurden. Don Angel Martinez ist einer der glühendsten Feinde des Kaisers Napoleon, Frankreichs und der Franzosen. Kaum war die erste Kunde von dem zwischen Deutschland und Frankreich ausgebrochenen Kriege zu ihm gedrungen — er befand sich eben in Kalifornien — als auch schon sein Entschluß gefaßt war. Augenblicklich schiffte er sich nach Europa ein, langte hier in Hamburg an und reichte, ohne zu zögern, sein>rgebenes Gesuch beim Könige Wilhelm ein, sich dem deutschen Heere im heiligen Kampfe gegen Frankreich anschließen zu dürfen, da auch er bereit sei, sein Leben in diesem Kampfe in die Schanze zu schlagen und vor allem wünsche, Sieg oder Tod mit den deutschen Kämpfern zu thei-leu. König Wilhelm hatte Berlin bereits verlassen, als Don Angel Martinez hier eintraf und so mußte das Gesuch des mexikanischen Generals dem königlichen Hauptquartier nachgesandt werden. Der General erwartet denn auch hier ungeduldig die Entscheidung, da anch er vor Verlangen brennt, sich aufs Neue mit den Franzosen zu messen, die sich so schwer an seinem Vaterlande versündigt haben." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. Aus Oberkrain, 28. Angnst. (Die Annul -lirung der Landtagswahl Dr. Gausters.) Nicht nur in Radmannsdorf und Neumarktl, sondern auch am flachen Lande hat der jüngste Gewaltakt der ultramontanen Majorität im kraiuifchen Landtage bei allen liberal denkenden Männern große und gewiß gerechte Indignation hervorgerufen. Von einem Landtage, der das Wahlrecht so willkürlich verdreht, der, um seiner Majorität eine Stimme mehr zu verschaffen, den Rechtsboden, auf dem er steht, verläßt, hat die liberale Partei in Krain wenig oder nichts zu erwarten, eben so wenig kann uns der nun hineingeschmuggelte Abgeordnete Murnik, der, obwohl er das Trng-manover kennt, dem er seinen Sitz im Landtage verdankt, doch so wenig Ehrgefühl besitzt nnd die Berufung annimmt, rechtskräftig vertreten. Wenn der Referent des Wahlaktes, Dr. Costa, die Unzulässigkeit der Stimme des von der Bauleitung Radmannsdorf abgeordneten Herrn Kubicek so eingehend bespricht, so sind wir berechtiget, zu fordern, daß er auch in Betreff der von uns beanständeten Stimmen ein gleiches thut, damit auch wir, die wir in die Wahlakten keine Einsicht haben, darüber aufgeklärt werden. Oder wen» der Abgeordnete Murnik und die ultramontane Majorität davon so überzeugt sind, daß nur von Seite der liberalen Partei unberechtigte Stimmen abgegeben worden sind, nach deren Abzug Murnik die Majorität der Stimmen hat, und somit gewählt erscheint, so fragen wir, warum man denn nicht zu einer Neuwahl schreitet? Dies wäre doch der einzige Weg, um theils die nun jedenfalls etwas anrüchige Gesetzlichkeit der Wahl des Herrn Murnik zu konstatiren und einen glänzenden Sieg über die liberale Partei in Radmaunsdors und Neumarktl herbeizuführen. Nebstbei würde bei einer Neuwahl die ultramontane Partei noch das gewinnen, daß sie dabei die für den damals bestimmt erwarteten Wahlsieg am 28. Juni schon vorbereiteten nationalen Fahnen denn doch entfalten könnte, um welche Freude sie damals so schmählich betrogen worden ist. Warum läßt es also Herr Murnik auf eine Neuwahl nicht ankommen? Darum, weil durch die erste Wahl die nationalen und klerikalen Kassen schon derart erschöpft worden sind, daß sie ein zweites mal solche Ausgaben nicht machen könnten. Lokal-Chronik. — (Tagesordnung) der morgen am 6ten September, Nachmittags um 5 Uhr stattfindenden Gemeinderathssitzung: 1. Allfällige Interpellationen. 2. Vorträge der Finanzsektion: a. wegen Festsetzung der Taglien für die Wachmannschaft; d. über das Lizita-tionsergebniß bezüglich der Hanptmanza. 3. Vorträge der Bausektion: g,. über die Bauholzrechnung des Karl Tanzher pro Juni; b. über einige Bauherstellungen am Kastellthurme; e. über das Lizitationsergebniß wegen Herstellung des Brunnens in der neu zu errichtenden ZimentirnngSanstalt. 4. Vortrag der Polizeisektion wegen Bestellung einer Forstaufsicht für die Tivoli-Waldung. 6 Vorträge der Schulsektion: g,. wegen der Miethe eines Lehrzimmers für die Parallelklassen; d. in Betreff der Ertheilung des Religionsunterrichtes an den städt. Schulen; e. wegen Bestellung prov. Leiter derselben. Hierauf geheime Sitzung. — (In der heutigen Landeskommission für Pferdezucht) in Krain wurde die Prä-mirnng für Adelsberg auf den 3. Oktober 1870 als Tag bestimmt. — (Czechisch, slovenisch oder deutsch?) Diese Frage wurde vor kurzem in einer sehr friedlichen Weise beigelegt. Es hatte nämlich ein unterkrai-nifcher Geschäftsmann, der mit einem gesuchten krai-nischeu Artikel, besonders nach Mähren, den Export betreibt, von einem treuenAnhänger der „Koruna keska" einen czechischen Bestellbrief erhalten. Es dauerte einige Zeit, bis zu dessen Verdeutschung ein des czechischen Idioms kundige Dolmetsch aufgetrieben wurde. Doch in welcher Sprache sollte die Antwort erfolgen? Unser Unterkrainer dachte dem enragirten Czechen die beste Lektion damit zu ertheilen, daß er ihm seinen Brief in slovenischer Sprache beantwortete. Diese Lehre trug ihre guten Früchte. Denn alsbald langte aus Böhmen ein im korrektesten Deutsch geschriebener Brief ein, worin der czechische Sohn Slava's das freundliche Ansuchen stellte, sich künftighin im Geschäftsverkehre nur der jedem gebildeten Sla-ven ohnehin verständlichen deutschen Sprache zu bedienen. Was werden hiezu unsere Jeremiasse sagen, die das ewige Klagelied der Unterdrückung der Sloveuen durch die deutsche Sprache dem Volke vorlamentiren? — (Neueste Witterungskunde.) Herr Seycek, der bekannte Wetterproset, sendet einem Prager Blatte folgende Expeltoration, derzusolge der Regen ein ausgezeichneter Berichterstatter vom Kriegsschauplätze wäre. „Während des gegenwärtigen preußisch-französischen Krieges ist der so oft erscheinende Regen der verläßlichste durch die Luftströmung eilige Naturtelegraf; er berichtet den Völkern Europa's zwar nicht mit Sprachworten, sondern mit wahrhaftsgetreuer Andeutung die am französischen Erdboden stattfindenden mörderischen Cchlachtengetümmel im vollständigsten De- tailberichte. Ein Gußregen ist Berichterstatter eines starken, langdauernden Kanonadenfeuers, ein schwacher Regen eines schwächeren Feuerschlünden-Gefechtes und so nachfolgend richtig, je nachdem die Anzahl der Kanonenschüsse abgesenert wurde. Nach der verschiedenen Menge des RegensalleS kann jeder Beobachter sogleich wahrnehmeu, was sich auf dem Schlachtfelde, gegenwärtig in Frankreich zugetragen hat. Ein in der Luftströmung oberhalb des französischen Erdbodens geM deter Naturregen dehnte sich in einer Viertelstunde Hunderte von Meilen in gerader Linie weiter breit aus und Hörle dort auf, wohin seine letzten Tropsen niedergefallen sind. (! !) Wer es wagt, gegen diese Naturerscheinung kritischen Widerspruch zu sagen, wolle er sich mit seinen in der Meteorologie erworbenen Kenntnissen, namentlich der Oessentlichkeit, erkennen lassen. Der Negen ist ein stummer Berichterstatter, aber im Vergleiche des von menschlichen Händen erzeugten Telegrass - Apparates kann er zweifellos Naturtelegraf benannt werden, und er angesichts seiner Eigenschaftswirkung der eileudste Berichterstatter für denjenigen Menschen, der dessen Sprachlichen gut zu entziffern versteht."_______________________________________ Eingcsendet. Allen Leidenden Gesundheit durch die delikate Reva-Isseikrs äu Lmi)', welche ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten die nachfolgenden Krankheiten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- nnd Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Hnsten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aufsteigeu, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagernng, Rhenniatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grasen Pluskow, der Marquise de Bröhan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Rövalesoiöi's bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Neustadl, Ungarn. Lo oft ich meine innigsten Dankgcbete zum allgütigen Schöpfer und Erhalter aller Dinge sende sllr die unbere Heilbaren Wohlthaten, welche er uns durch die heilsam wirkenden Kräfte der Naturer'zeuguisse angedeihen laßt, gedenke ich Ihrer. Seit mehreren Jahren schon konnte ich mich keiner vollständigen Gesundheit erfreuen: meine Verdauung war stets gestört, ich hatte mit Mageuübetn nnd Berschlei mung zu käuipsen. Bon diesen liebeln bin ich nun seit dem vierzehntägigeu Genuß der Lsvaleseiöro befreit nnd kann meinen Berufsgeschäften ungestört nachgehen. I. L. Ste r »er, Lehrer an der Volksschule. In Blechbüchsen von Psd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — lisvküöseiörs Odoeolatös in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Taffen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zn beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg PiSztory; in Klagensnrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer, Gr a blow itz; in Marbnrg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; m Klausenburg Krvnstädter, und gegen Postnachnahme. ZMxxunst. Lai dach, 5. September. Gestern Abends nm 8 Uhr Negen, die ganze Nacht anhaltend. Nachts Winddrehung von SW. nach Nord, Sturm an-r Nordost, heftige Giisse, Höhe des Niederschtages 21.90'". Heute Bormittag ausgeheitcrt, auf den Alpen frischer Schnee. Nachmittag Haufeuwolkeu und Souneuscheiu. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 9.6", Nachm. 2 Uür -f- 16.6" (1869 f- 145", 1868 -j- 20.3"). Baroniktcr 328,39'", Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme j >3,ü°, uni 0.3", das gestrige 13.6", nm 0.6" über dem Normale. MgetLimneue Freuroe. Äm 4. September. Scvci, Professor, Pisiuo. Brauner, Professor, Pisiuo. — Frank, Professor, Pifiiio. — Levee. Studireuder, Wien. — Zilzar, Kaufmann, Wien. — Cadorini, Görz. — Gras Altem?, Görz. — Philipovii, Triest. — Püchler, k. k. Lieutenant, Nndolfswerlh. — Liszy, Stuhlweißenblirg. - Ktanazik, Obcrgyninasial-Profcffor, Neusohl. — Buschmann, Neifniz. — Weiudil-ter, Fiume. — Dr. Kopac, Agram. — Mar!»!, Triest. — Duranti, Direklor, Heideuschast. — Rcm'jchc Real., Stcin, 750 fl., BG. Stciu. — Nelizit. Krcc'sche Real., Terfaiu, BG. Steiu. - - 3. Feilb., Jvec'fche Real., Sodinödorf, BG. Tscherneliibl. — 3. Feilb., Kuhar'fche Neal., Untcrduplach. BG. Ncnmarktl. -- 2. Feilt), Koscnüia'schc Neal , Psdrecc, BG. Kraiubnrg. — 3. rZeilti, Ccstel'jche Real., Podraga, BG. Wippach. Lottoziehung vom 3. September. Triest: 14 37 43 30 24. Telegrafischer Wechselkurs 00U! 5 September. operz. Rente österr. Paprer bü.40. — üperz. Aeut> Herr. Silber 65.25. — IvMer Staatsanlehen 00 20. -Santaklien 696.—Kreoitaktien 248.50. — London >25 50. — Silber 124.—. — K. k. Müuz-Dukateu 5.95. — Na-poleonsd'or 10^/, TeLegramme. <,O r i g. - Te lr g r. des „Laib ach er Tagbl.") Paris, 4. September. Abendö: Das Volk besetzte den Kammersitzungssaal und verlciugte die Proktaittiruttj; der Nepublik. Auf de» Straßen wurden enthusinslische Hochrufe auf die Republik auögebracht. Es verlautet, daft eiue provisorische Negierung aus Drputirten der Kammerlinkeu gebildet werde. Es herrschte keinerlei Unordnung Paris, ä. September. Die 2Lrmec des preußische» Kronprinzen trat wieder ihren Marsch auf PariS an, das französische Korps (Vinoy ?) zieht sich intakt auf Paris. In Paris wurde eiue provisorische Negierung gebildet, darunter Rochefort, Favre Äcutzeres, Gambetta Inneres, (Veneral Lesto(?) Mieg; Trochu wurde zum Geuernl-Gouverueilr vou Paris ernannt. Stuttgart, 4. September. Eine zahlreiche BvlkSvcisuinmlung nahm gestern die Resolution an, alle Vermittlungsversuche der neutralen Mächte zn-rückzuimisen uno zu erklären, die Wiedergewinnung vou Etscß und Lolhringen, die Herstellung deö denl-schcn Bundesstaates durch 'den Beitritt des Südstaa-,en zum Norbbunde ist für Deutschland und Europa die Älwahr eines dauernden, sicheren Friedens. Brüssel, 4. September. Kaiser Napoleon ist mit Gcsotge nnd von einem preußischen General be-glerttt gestern Nachmittags in Bouillon eingetrofftii, um die Re se nach Deutschland über Lüttich auzn-treren. König Wilhetni und Kaiser NapoUon ersuchten gemeinsam die belgische Regierung um Gestattung der Durchreise. Für die außerordentlich zahlreiche Betheiligung an dem Leichenbegängnisse unserer innigst-geliebten (315) Mathilde spricht den wärmsten Dank aus äis 63.11s. Verkaufe. Die beide» ili der Landeshauptstadt Laibach gelegenen, znm Josef Jaschi'schcn Berlasse gehörigen Häuser Nr. 8 in der Gradischavorstadt und Nr. 20 in der Vorstadt Krakau sind aus freier Hand unter dem Käufer sehr günstigen Bedinguissen sogleich zu verkaufen. Das Hans Nr. 8 enthält 9 Zimmer, 4 Küchen, l Keller, I Boden, 1 Holz-lage und wirft einen jährlichen Miethzius von 232 fl. ab. Das Hans Nr. 20 enthält 12 Zimmer, 3 Küchen, 2 Keller, 4 Holzlagen und wirft eine» jährlichen Miethzins von 3l7 fl. ab. Zu diesem Hause gehört auch ein sehr hübscher ertragsfähiger Garten. Kauflustigen ertheilt weitere Auskunft Herr Xanl iLmdoniino, Juwelier am Kongreßplatze, so wie anch die Advokaturskanzlei des Herrn Vf. Karl Akarliirk, Hauptplatz, Rößmann'sches Haus zweiten Stock. (339—3) Nk krsNLLut wird in eine (Hliln»tceicl>n»k>l»»q anfgenonilnen Näheres in der Expedition des „Tagblatt." M4—3) Erste öffentliche höhere Hau-elSlehmnstalt in Wien. L'^ntv» 8«, t»8«« ;rs. Die absolvirlen Hörer genießen die Begünstigung des einjährigen Freiwilligendienstes in der k. k. Armee, ohne sich der Freiwilligenprüfnng unterziehen zu müssen. Eiuschreibnngeu finden vom 26. September au statt. Der Unterricht beginnt Ansangs Oktober. Am 2. Oktober beginnt ein Vorbereitnngsknrsus für deu praktischen Eisenbahn- nnd Telegrafeudienst. Jahresberichte durch die Direktion und jede Buchhandlung. (316—7) Kr»i'1 Direktor. Wiener Börse vom 3. September. Zyerc. österr. L2abr. . dtv. Rente, öst.PaV. dw. dto. ost.mSilb. ose von 1354 . . . 7yje von 1860, uav.re ^ose von 1860, Fünst. l*vävnensch. v. 1861 . SrNQLorrN.-OKI. Steiermark -Lärmen, rlrain u. Küstenland 5 Ungarn . . zuv rcroat. n. Slav. 5 Sigyenhürg. ^ 5 ^o<4srr. ?iationalbftuk . . Kreditanstalt . . ö. EScompte»G< llnalo-österr. Lan? . Oest. Bodencred.--A. .> Oest Hvpoth.-Bank.! Steier. EFcompt.-Br. röais. Ferd.-Nordb. . Ljidl'ahn-Gesellsch. -K-!s. ElisabetS-Bahn. S'.senoal'n . rr^is. r>anz-^oftfc'b.. vüntt.-Barcser E.-B. As.^lk-Finnl. Bahn . --Lation. ö.W. ver.'oi^b. lrag. dcb.-Creditanst. L!tz.öft.Bod.-Crcdit. kta. in 83 3. rück». Geld Ware ^ Geld ——.-r^cst.Hypoch.-Bank . 56.8t>' 26.60 83'— 91.75 E.75 US 25 77.25 77.75 7S.— 80.— 7S.L5 73.75 696 - 6S8.-S54.— L54.50 85S.- 868. 225.50 ,'826.50 74 — 76.— LlO.— 2L6.— l I6!>5 rooo 165.50 166. 215.25 215.75 242.50,2^.3.— 164. — N,4.5V 183—^3,5" 15» 50 l60.— 162 50 163 - sr.,«>Lüt-».-Gu.- 113 50 — lto. BonsßpCl. —.— —.— Nordb. (10« sl. EM.) 8S.S5 s,.su Sicb..B.(2(>usl.ö.W.) 87.LL »7.75 R>ld°!s«d.(SUi>ft.ö.W.) »«.— ««.so Franz.S-s.(M»fl.S.)^ ^ l-oss. Sredir io» P. ö. W. . ISS.— irs.L» 10 1IS.7S gl.S" 9». 8!.— 88 — 185.— I> ü 50 «8— 88 50 Dr,i,.-DamVlich.«Des. zu 100 fl. CM. . . Triestcr io« fl. CM. . dto. SO fl. ö. W. . Os-ncr . 40 fl. ö.W. Galm . , 40 , Palffv . „ 40 . SüarA . „ 40 „ St.GcaoiS,, 40 » 'Vinbifchgriitz 20 , Kaldslcin . -o , . Keglcv.ch - ro..,, I Rttl-olfsfilst. 10 oM. ^'s-rrsv!. (3 Mon.) ^ ^.g-r.ioofl.sjidd.W. S^nk!. io» fl. 1« Pj. Sti!7k. Pli'.lS Ivo FcqncS . LO-ArancSftüi! . - -... SLbcr . . - . SI. II-.- 54.— 27.— 55. LI.— »1. L?.— 18 I».— 14.— 14.— 104.50 49.50 ü. 88 9.87 1.81 1L2 50 91.SO ISS.— L- 33.— L- LO.— 16.— 15.- 105- 60.- L.90 9.88 1.8S 1^3 - Verleger und für die Nedaltion verantwortlich: Otloma'r B^auilbe'rc;. Druck von Jgn. v. Kleinmayr «K Fed. Bamberg in Laibach.