Wochentliches Kundschaftsblatt des Herzogthum Krain. Auf das 1.775* Jahr. Neunzehendes Stkck. Laybach den izten May. In Wirthschastssachen. Fortfttzung von derAnmerkung irbee die hier Landes gebrauchlichen ^arfen. 5 ^Mas nutzen dann die -harfen? An et* nem allecjchonsten Sommertage gieng ich einsmals ftuh morgens gleich nach 4 Uhr zur Stadt hinaus, um anstattdec kost-baren tmd abgeschmackten Apotheckerspeisen, die so Men als gesunden balsamischen KrLu-terdunste auf den Wiesen und Aeckem mit vols L lem -S° lem Munde einzuhauchen. Wie erstaunte ich nicht, als, da ich eben mid. langsamenund (Went Schritte zu einer grvsseren, und befits mit den geschnittenen Halmen ganz behenkten Harfe kam, cin ungeheuer SchivarmKrahe, es waren derer wenigsten zoo, hemusffog. Willkommen meine lieben Gaste J sagte ich: derSchmaus muf? in Wahrheit gut seyn, well ihr euch so zahlreich einfindet. Aber menu euch derBesitzer taglich dies Fmhstuck vor dels Augen ftehen latzt, und erlatzteuchs aus Hvch-> achtung seiner Harfe gewist ftehen; und tuenii ihr auch taglich so zahlreich dabey erscheinet, rvoran mich euer guterAppetit eben m'cht Miseln lastt, rvird nicht er der Besitzer (c0 darnach beyrn Mittagsmahle hungern? ich einige Angenblicke vvll der Verwunderung uber den sogrossenSchivarmGetraiddiebed.^ stand, fieng ich an zu zweifeln, ob ich in met* nem Urtheile nicht zu voreilig gewesen; «1$ ob diese Vogel sich nicht vielrnehr die Harse nuk Lurn Nachtlager, als das Getraid zunr Frilhsiucke geivfiilet hatten? Urn die Gewiff« heit zu erfahren, cntfecnte id) mich emeu Buchsenschusi weit/ und lagerte mich geradedee Harfe gegenuber. Wie geschwind erkannte ich die Richtigkeit meines Urtheiles. Nicht cine Minute verstrich, als diese Gaste nacheinandee der Harfe wieder zuzufliegen anfiengen, und sie allgemach nach der ganzen Lange und Hohe besetzten. Da sah ich mittess eines Taschens sernglases die schoneWirthschaft diesee Gaste mir gar zu deutlich. Unmoglich war es mir, den Anblick ihrer Wut, mit der fie die reichell KornLhren zerrissen, langeauszuhalten; und ich bekenne es, datz sich von selbem Tage an ein unauslvschlicherHast gegendie Harfen meinee bemeisterte. Nur dies kann ich nicht begreifen, wie ein einzigerLandwirth, dem eingleiches Trauerspiel jemals vor die Augen gekommen. ist (und wie viele werden ihrer nicht seyn, die es bfters gehabt haben?) wenn auch nichts anders ivider die Harfen stritt, fie nur emcts Tag lange auf seinem Grunde gedulder? S-2 r vte!e viele unsrer armen Mitburger sehen wkr mite leidig,tLglich hungern; unddennochgeben wik jLhrlich ohne Ahndung so viel Getraides den unniitzen Vogeln in den Harfen Preis.' 6. Was nutzen die Harfen welters? Ich must noch eines andern traurigen Anblickes get denken, den mir eben voc noch nicht gar langer Zeit eine Harfe gab. Ich gieng auf das Feld, um die Zeit des ersten jungen Grases zu beob» achten. Weil der Schnee nirgends mehr als bey einev Harfe weggeschmolzen war, naherte ich mich derselben, nnd besah die Erde eben a>n Fusse der Harfe. Wie erstaunte ich abermal, als ich eineungemeine Menge Halb verfaulten Samenkvrner von allen Gattungen des Ge-traides auf und anf, so weit nLmlichdie Harfe reichte, herum zerstreuet da liegen sah! ich cine ungemeine Menge sage, so gebrauche id) mich teines ubertriebenen Ansdruckes / denn wo ich nur hingrif, hob ich ganze Hande voll solcher verwusteter Korner auf. War ich sct>Dlt rvegen der Vogel den Harfen abhold, so ward -s; ichs ihnen wegen dieses neuett, und so grossen Getraidverlustes noch mehr. Man berede sich jet nicht falschlich, und glaube nicht, dak etwa nit nuebey dieser Harfe allein so viel Kbrnec seyen verstreuet worden. GleicheArbeiter verstceuen gleich viel; gleiche Harsen dienen zu dieser Verstreuung auch gleich viel; und endlich glei-ches hineinzwLngen, und herausraufen dev Garben wirket ebenfalls gleich viel. Ich er» imtece michnuc gar zugut,dasi ich sehr oftzue Sommerszeit itn VorLbergehen nahe an den Harfen, viele und verschiedene Getraidsorten wachsen gesehen. Ichschlotz schondamalsvon den wachsenden anfdieMenge derden Winter hindurch verfaulten,und dann auf die summa-nscheZahl aller vecstreueten Korner. Ein Ungluck zieht gemeiniglich ein anders ttach sich, und die Entdeckung einer Wahrheit ! ffifwet uns allezeit zur ErkLnntnitz einer an-been. Ich konnte die so grosse Menge MLuse ausunsern Feldern niemals genug bewundern: denn man svltte glauben, datz ste bey uns felt# famev sehn mutzten, well wtrihnen wegsn des wiederholten Umackerns zur zweyten Saat we-niger Kuhe tit ihren unterirdischen Hohlen ge-statten, als inandern Landern, wo eineder-gleichen zweyte Saat niche gervohnlich ist. Aber itzthat attemeineVerwunderung iheEn« de. Denn da fttv -iese Thierchen ant Fusse ei-ner reden Harfe erne reich mit Getraide verse-Hene Proviantkammerangeleget ist, wovon sie sich -en ganzen Winter durch bis zum Ueber-ffuffe ernahren konnen, so konnte vielleicht manden nur dies allein noch verwunderlich fcheinen, datz ihre Anzahl m'cht noch mehr ft* nehme, als sie schon zugenommen hat. O ihe Armen! wie wurde cuch das Her; bsiiten, wenn ihr wufftet, ivievielGetraid die Hatfta den Vogeln, den Mausen, und derFaulung vpfern. 7. Noch einmal: wasnutzen dann dieHak-fen? dies wird ein denselben gunstiger Lattd^ wirch, der zue Antivort lange schon gesa^ wap, sagen: Vies nntzen sie: istens bedarftn 4t)tc iHrer zum trocknen des Getraids; beittt Sie werden doch dec Meinung m'cht seyn , dab wir die Garden gleich nach dem Schnitre in die Scheuer einfuhren sotlen? atens dienen sie uns anstatt der 6c6emit selbst, ivelche oft nicht geraumig genug find , datz sie die ganze Erndte auf einmal fasseten. ztens find sie uns glatterdings nothwendig, damit wir die Aecker gleich nach dem Schnitte zum umackern und besaen wieder in Bereit-fchaft haben, 4tens endlich, was werden Sie uns dann anftatt derHarftn einrathen konnen, worinnen der Buchweizen und die HSlsen-fruchte einen eben so bequemen Unterstand fait# den, als die eigentlichen Getraidarten? Gut, mein Freund! ich will Ihnen uber einen jeden Punkt eine Erlauterung geben. Ich bin we-gen des trocknen vor der Einfuhr einer Mei-nung mit Ihnen; und ich kann das Verfahren einiger wenigen nicht gutheitzen, welche dies-falls das Widerspiel thun: denn dieser ihre Grundursache, da§ das Getraid zureigent-i . T 4 Iv lichen Schnittszeit ohneyin schon trocken fey, ist theils unzulanglich, theils auch dee Wahr» heit nicht gar zu angemessen. Ich bin also dtessalls mit Fhnen einstimmig. Aber so ml werdenSiemicdocheinrLumen/datzzumtrock-neit die Harfe eben kein nothwendigesGerLth sey. Man ecretchet ja in so vielen andern LLn-dern gleiches Ziel ohne dieses wegen dec an-gefuhrtenUrsachen sehr bedenklichen Gerustes. Die beste Methods dahin zu gelangen/ eben weil sie auf der Vernunft festen Fust hat, ist vnstreitig di'ese, vast man atif dem Schnittsel* de selbst, die Garden zu 6, 7, oder 8, in ei-«er Zirkelrunde, aufrecht, mit den Aehren ge-geneinander/ also lehnet, datz jede 2 irnd 2, cine fur den Luftzug genugsame Defining last sen; und datz man dann diesen Garbenkonus, den manKornmLnnchennennet, mit einem andern grossen Garben gutgedroschener Halmen bedecket. Bey dieser Methode bemerken Sie wohl/ datz die Garden theils wegen der Zio tzlkunde, theils weil sie sich gegeneinandek *>r stirtzen, theils weil die aus dec Cede hecfurste-henden Stoppen zwischen ihreHalmen eittgm* fen, gegen die ungestumen Winde und Stirrme ganz sichec da stehen; datz die Aehren widee den Regen, die Schlossen, und den Raub dec Vogel vollkommen verwahret find; und -atz das Trocknen, weil die Lust von aussett ttttd von innen nngehinderten Zutritt hat, sehr geschwind vollbrachtist. Die Erfahrunghat es ecmtefeit, dast dergleichen Gacben in 6, 8, oder to Tagen nach Verschiedenheit des Wetters ein vollkommen reifes and leicht $u dreschendes Korn geben. Finden wohl die Garben in Ihren Harfen eine gleiche Sicher^ heit wider die Sturme? Oder ist es etivas unerhortes, datz, mm m'cht etwann gardie Harfen umsturzen, fie von denselben mit Ge-walt herausgerissen, uud weitherum gewor-sen werden? Oder kann es wohl beydiesen langen und hohen WLnden, welchedem Winde Trotz bieten wollen, anders ftyn, da wiv aus dec Naturlchce wissen, W, je mehrdir T 5 Lust Luft durch einenWiderstand aufgehalten,und verdichtetwird, fie fid; nrit si) viel grbssccem Nachdmcke ausdehne? Leiderdie zu beyden Seiten derHarftherabhangenden Aehrenvon dem Regen m'chts? Das schmahle Dach wev-den Sie wohl von ftlbst fur unzulanglich an-sehen; ein genugsam breites latzt fid) nicht an-bringen, ware zu kostbar, und besocderte den Umsturz; und aus denhnndert^egen ist fount einer, dec ftnkrech, und nicht fchi'ef herabffel. Datz aber dadurch die Austrocknung verfpate, die Zlehren zah, undznm dreschen untauglichee iverden; zugleichaber vieleKvrner aufschivel-len, gahren/ faulen, und verderben mussen, beaucht keines rveiteren Darthuns. (Die Fortsetzung kunftig.) Patent Nachden'.e Ihre Majest. dent Karl An» ton von Willburg Chyrurgo zu Gmund auf stii e von den Hornviehkrankheiten, und deren -hellungsuutteln verfastte Abhandlung ein " Druck- Druck*Privilegium auf 10. Jahre ctllecgtw digff ettheilet, und der diesfallige Freyheits-brief dergestalten verliehen wocden, dak ec das Werk auf sauberen Papier auflegen, und nicht hoher als urn einen Gulden pr. 50 Bvgm verkaufen svlle. Als wird solches hiemit kund gemachet, damit jene, so dieses mizliche Week art sich bringen wollen , sich an dessen Verfasser zu verwenden wissen ntvgen. Standes - ErhLhungen. Zufolge hochsten Hvf> Decret dd. 8te«1 April praef. Zten May 1775. haben Jhro kais. kvn.apost. Majest. dent Weltpriester Herrtt Gabriel Gruber, kais. fvtt. Navigations-Di-rečiori in Krain die besondere Gnade gethan, den kais.kbn. Nachs-Mul allermildest 5u m* keihen geruhet. Durchreisende Ansehnliche personen. Den 1 ten May. Herr Kaufmann Pichler nach Mi. , V'N;- Geist- Se« Geistliche Herr Scheihart, nach GrLtz. Hr. Baron Gutfthak, von Wien nach Triest. ' Herr Hofrath v. Leporini nach Wien. Ein judischer Handelsmann Simoni, nebst einen Mohren nach GrLtz. Den gten. Herr Mikvlitsch nach Fiume. " Herr Graf von Marliani nach Triest. Herr Handelsmann Alger nachGratz. herg nach Adelsperg. ! Den sten Herr Canonicus Graf von Torres nach Krainburg. Hr. Handelsmann Mayer nach Triest. Herr Dokt. Kliner nach Adelfperg. Des Fursten von Spinola sein Hofmeistek xon Wien nach Ftalien. Herr Handelsmann Reifenstuck, von Wien nach Triest. Den 8ten. Hr. Baron Dienersperg, mit den Hrn. Dokt. Hermann nach Lilli. Den 2ten. Den 4ten Herr Kreishauptmann Baron von Lichten^ Den 6 ten. Den ?ten. Den 9ten Se. Excels. Herc Obciststallmeister Grafe« von Dietrichstein nach Lipiza. Se. furstl. Gnaden Herr Erzbischof do it Gorz,von Wien angekommen, nach Sittich abgegangen, und von dannen foil selber nach Eorz abreisen. ^ Hr. Gras Magrini, ans Italien nachWien. Herr Hauptmann von Vignati, von Wien nach Triest. Den lOten Herr Kanfmann Angeli, von Wien nach Triest. ' , Herr Grafv. Torres, von Wien nachGvr;^ Se. Excell. Herr Bischof von Triest, von Wien nach Triest. Herr Graf von Strasoldo Deutsch«Oes densritter, von Laybach nach Grotzsonntag. Bey ITiidbael promberger, Buchhandler all-bier find nebft vielen unbent nachfolgendeid Bnchern zu haben: Huth (Phil.) von auterBildungdkrWeltgeistlichkeit kincg LandeS, fuvnamhct) durch wohlzcordnere-Pfianzschulen, oder Seminarien, Lvo Munchen I773- i fi- 40 kr. Jacquler (Franc.) Ethices Tnftitutiones ad Studia Theologica Potifllmum accommodate , Venefc? *774. in tamo, »7 kr. , j ■c. . 5chwar< Schwarzenliueber (Simp,) Ethica. feu jus natura Philolophice expenfum, 8vo Aug. 1768. 50 kr. Moseie ( Dit.) geistliche Neden, von der Lauigkeit in dcm Lhrtstenrhum, unb von dem heil. Geheimnitz dee Alrars, 2 Thetl, svo Sal;b. >770. 3 fl. Fleurii (Claud.) Hiftoria Ecclcfiallica, 52 Tom, SvoAug. 17,58 - - 74- 69 fl. 20 kr. - - Difciplina populi dei in novo Teftamento, cum annotationibus & diflertationibusFr.Ant.Zachria, 4to Venet. 17S1. 3 fl. Godeau (Ant. ) allgcmcine Kirchengeschichte, aus dem franzosisch. ubersezt, gr. 8vo. ivTheil, Aug. 1768 '>» 74. 18 fl. 45 kr. Martiniere ( Mr.la) vvllstandiges, geographischks, . krikisches Lexikon, darinn die Beschretbung dkS Ero» krelhes, aller Monarckien, Kaiserrhumer, Konig« reicbe, Lhurfursten, Fursten, Kepubltquen, frcyeir , Stadren, Srande, unb Herrschaften, Lander, Stable, Skkl)aftn, Schlosser, u. d. gl. in got, -13 Tom. Leipz. 1744. 75 fl. Marktpreise. Samstcry den 6ten Weizen i- Metzen p 5m. k 122 k 126 k 128 Schocsitzen - p - * 1102 bo>-1 io3 Rocken - - p - - k 85 k 87 k yr Hlrsch - - p - - k 68 k 72 k 74 Gerften - - p - - k - - k - > k 65 Weitzgemischet p - - k - - k - - k - - Schwarzgemischet p - - k 70 k 72 k 75 Harden - - p - - k 68 k 70 k 71 Haber 2. Metzen p * - k 173 k 1771 181 Brod - GewLcht. -Eauth der mit lezten April 1775. befches henenAusrechnung, folle aufdas Msnat M«j> pr. 1. kr. L«ndeswehrung. Die Mimd-Senimel^ - - -Die ordin. Senrmel^ - - -Em Label pr. 3. Pazen' Em detto pr. 2. Pazen Ein detto pr. 1. Pazen Ein Label pr. 10. Sold bin detto pr. 5. Sold. Teig. Gervicht M L. Q. ! 1 4 1 1 6 I 3 12 —— 1 2 8 —1 1 4 — 2 S - - 1 — ^erzeichnitz der hier in Lapbach in, und vor der Stadt Verstsrbenen. Den 4ten Map in der Stadt. Niemand. vsr der Stadt. -^em Michael Woschitsch, Schifmann, feite ^ochter Helena in Lyrnau tn Preyerischen Hause N. 20. alt 2. Iahr. Dem Lukas Wor^onick, Taglohner, fettt Egdlem Nvthgetauft, nachst den Diftalr ceaten in Bernpartischm Hause N. 31. Den Den 5 ten in der Stadt. ^ Dem Hrli.Ivh.Fmdr. Eger, landsch.Bnchde. fein Sohn Joseph, am Platz in eigenenHam ft N. 189. alt 2 Lag. vor der Stadt. Dem Ioh. Bapt.MeUina, Geigenmacher, fetit Sohn Johannes, in Gradischa inergenen Hansel. 54. alt 1.Iahr. Elis. Jantscherin, Vettlerin, auf der untern Polana in Botnorschkischen Hanse N. 33. . alt 30. Iahr. Den 7ten Nl'emand. Den gten in der Stadt. Maria Kremscherin, Naterin, in der Fran-ziskanergasse in Lhristanischen Hansel. 212. alt 54. Lahr. vor der Stadt Nl'emand. Den pten in der Stadt. Maximil. Miller, furstl. Kapelmeister, auf dem alten Markt in Schreyischen Hause N. 150. alt 75. Tahr. vor der Stadt. Nl'emand. Den ivten in der Stadt Niemakld. tzranz Wolta, Bauersmann, in Khuethall in eigenen Hanse N. 65. alt 48. Lahr. NB. Jm Achtzehenden Stucke 273. S. 2ten Zeile anstatt vorcheilen ift ju lesen VW »rrcheilen. Den 6ten in der Stadt Niemand. vor der Stadt. vor der Stadt,