VriuMwtrstim - frtlfc FKr Laib«»: ganzjährig . . # fl. 40 lt. HalbjLhrig . . 4 „ 20 „ «'erlelMrig 2 .. 10 „ Monatlich ... — 70 „ Mit fc er Post: »-«»jährig.............12 fl. e>stlbjLhrig........... 6 „ Vierteljährig 3 „ Für Zustellung in» Han» viertelt. 86 k., monatl. 9 kr. (Hnjttm Nummern ß Tt. TJ HeNctt»*: Bahnhosgasfe Nr. 16. Er»rditi«us- * vurrau. Longreßplatz Sir. 2 (Buchhandlung rbn *58 8- Älthi* tnayr tt Fed. Bamberg.) Anonyme MinKeiluiigr» werken nicht Vcrtidficbligt; Manuskripte nich! z»riickgesk»del. Infertt««»»reiser Für die einspaltige Pi i 4 ftV bei wiederholter s»altung ä 3 kr. Anzeigen bis ü geilen «ei größeren Inseraten »,» öfterer Einschaltung eruspr». chender Rabatt, ft-ür compsieierten Satz des»,, tr'rt «erglltnr.g/ Nr. 30 Mittwoch, 7. Februar 1877. - Morgen: Johann v. M. 10. Jahrgang. Die Wahlen in ttuijd)lnnb in österreichischer Beleuchtung. Unfert Zeit ist reich an Eharakitreigenthüm tichtclltn. In bin letzten ffiodtn gab sich eine hot» potenzierte Neigung, rin leidenschaftlicher Ha-'g zum Extremen kund. Jen« Gesellschaftskreise, die am politischen Leben regen «ntheil nehmen, lieben et, in vielen Dingen die äußersten Konsequenzen zu ziehen und in vielen Fällen über dasjenige, was mit dem Bepriff „Konsequenz- bezeichnet wird, hinouSzugreifen. Die Genossen der neuen Zeit lieben t«, überschwänglich in der Freude und im Schmerze, kühn im Hoffen,, rigoro« im Fürchten und fruchtbar in der Production von Fantasiegebilden zu sein; darin besieht eben die Charaktereigenthümlichkeit des neunzehnten Jahrhundert». Die Gesellschaftskreise Deutschland« sind über die neuesten Wahlergebnisse total verblüfft, mit Schrecken nehmen sie Akt von der auffallend gesteigerten Zunahme der sozial.demokralischen Wählerschaften. Diese höchst unangenehme Thatsache fordert die ungeteilteste Aufmerksamkeit aller Politiker heraus. In Deutschland gibt sich ob dieser Erscheinungen eine allzu gesteigerte Furcht, ein ungerechtfertigter Kummer kund. Die reichstreuen Parteien in Deutschland ge» berden sich nicht ander«, als wehten schon die Fahnen der rvihen Republik auf allen Kirchlhürmen, als hielte schon die gefürchtete Kommune in Berlin und in ollen Großstädten Deutschlands festlichen Einzug. Die liberale Presse bringt eine endlose Reihe oo.t Artikeln über den Sozialismus. Die liberalen Parteien ziehen das Projekt über nothwendige Wende» rungen der Verfassung in den Bereich ihrer Besprechungen. Die Stimmung ist eine gedrückte und es gibt sich in den verschiedenen politischen Kreisen eine ungerechtfertigte Furcht über Ereignisse, die da kommen sollen, unter einem eine unverantwortliche unmännliche Schwäche kund. Durch diese Furch?, durch diese Schwäche verletzt die liberale Partei ihr eigene« Ansehen, ihre eigene Würde, schädigt die bisher errungene Stellung und schmälert den bisher gewonnenen Einfluß, ohne welchen eine politische Partei in einem konstitutionell organisierten Staate erfreuliche Erfolge aufzuweisen nicht imstande fein kann. Durch diese Furcht, durch diese Schwäche wird die liberale Partei in den Augen der politischen Gegner an Gewicht bedeutende Einbuße erleiden. Die liberale Partei darf sich weder über- noch unterschätzen; sowol lieber- als auch Unterschätzung haben schon oft große Nachtheile gebracht. Der Liberalismus muß sich seiner Stärke, seine« politischen Ucdergewichles, seiner politischen Präponderanz jederzeit bewußt und eingedenk sein. Der Liberalismus besitzt noch immer im ausreichenden Maße Stärke, mit den verschiedene» politischen Gegenparteien, mit den Sozialisten, Particularisten, Ultramontanen und anderen in die Schranken zu treten und au« diesem Kampfe siegreich heroonugthen. Die liberale Partei wird eben durch die thatige Gegnerschaft aufgefor-dert, die Politik de« Geschehenlassen« und der Bequemlichkeit' aufzugebcn und in allem Ernste den Kampf mit den Gegnern aufzunehmick. Die liberale Partei muß die am potitischen Horizonte aufsteigen« den Gewitter zertbeilen und die politische Atmoffäre von schädlichen Stoffen reinigen: Die letzten Wahlen in Deutschland erbrachten neuerlichen, sprechenden Beweis, daß die liberale Partei die Schlafstelle oerlassen, dir SchlafwÜtzt de« „deutschen Michel" beiseite legen, zur Wahl, urne schreiten und alle ihre Genossen zu erhöhter politischer Thäligkeit aneifern muß. Die Neuzeit war der Entwicklung und Ausbreitung sozialistischer Prinzipien günstig, dir Traum» gebilde der Sozial-Demokratni von ehedem haben andere, gemäßigtere Formen angenbmmtw. Die heu» tigen Wünsche dieser Partei werden von eigenen Organen in die Welt getragen, die Glaubensartikel derselben gehen In sozial-demokratischen Kreisen in Fleisch und Blut aber und können heute mit einem starren „Non possumus“ nicht zurückgewiesen werden. Die liberale Partei wird den Kampf auch mit dieser Partei aufzunehmen haben, sie kann diesen Kampf ohne Gefahr beginnen, sie hat nicht nvthig, den Kampf zu scheuen, den Furchtsamen zu spielen, sie wird jedoch mit diesem Faktor rechnen niüssen, wird die Spreu vom Weizen abzusondttn, wird |n Iemlleton. Das Geheimnis des rothen Hauses. Womit von Arnold Werner. (Fortsetzung.) Paul Morgan war Zeuge der ganzen traurigen Cjent gewesen und hatte folglich auch dir letzten SRSortc de« unglücklichen Baker« gehört. Er öffnete rasch ,die Thür der Hecke, trat in« Hau« und stand NUN plötzlich Simon gegenüber. L>"r," sagte er sanft, ,,e« ist wahr, ich liebe bit Tochter de« Herrn von «älserre«, über dessen Härte Sie sich einst zu beklagen hatten. Allein ich habe Ihnen nicht« Böse« zugtsflgt und Sie haben kein Recht, die Hilfe zurückzuwtistn, die ich Ihnen enbiete.“ Der voller Theilnahrne glänzende Blick de« jungen Man^e« und da« Befühl, da« in seiner Sttrflmt log, entwaffnet* für den Augenblick bin Zorn be« von Lalserre« verabschiedeten Unglücklichen. Paul bat ihn iqständi?, einige Loui-d'or anzun;hwen und ihm »u gestatten, dem kranken Mädchen am nächste«.Taae einen Arzt'zu senden: * «Dir Luft an diesem Orte ist gan» köstlich,* sa-te er. .Yih titilt die Ansicht de« Früulett. eit darf nicht von hier entfernt titibtn. Aber diest Wohnung muß bequemer eingerichtet werden. Auch dafür werde ich sorgen." Und um den finstern Stolz de« grollenden Greise« nicht zu verletzen, fügte er hinzu: „Wenn Ihre Tochter wieder hergestellt sein wird, und ich zweifle nicht daran, so werde ich alles aufbieten, Ihnen eine Stelle zu verschaffen, bit ihren Mann ernährt. Immer mögen Sie mir in Gotte« Namen bit kleine Summe zurückjahlen, bit ich jetzt zur Verbesserung Ihrer tradngen Läge verwende« will." — Paul legte zehn Louisdor auf den Tisch, an dem Marthä saß. Der Husten de« armenKiude« hatte sich etwa« vermindert. Sie blickte den Btron voller Dankbarkeit vn, unb al« er ihr die Hand zum Abschied reichte, legte sie die ihrige verträurn«. voll hinein und erwiderte sanft den Druck brr seinigen. Simon aber begleitete den Baron mit niedergeschlagenen Augen bi« i«t £hür. Er schien »u fühlen, daß sein Haß gegen alle Menschen denn doch ungerecht sei, und seine Töchtrt bestärkte ihn iss diesem Gefühle. „Siehst du jetzt rin, Hebet Beter, sagte Sie, daß man niemal« gan» verzweiftln muß und daß L alle Menschen böse find.-«*,'gW*. Rann, der u« sdeben «Nieß, ** ist $ BoteWM'*tac. Nachdem der Baron die Unglücklichen etwa« getröstet und aufgerichtet, fühlte er sein Herz erleichtert und seinen Geist beruhigt. Wiederholt kam ihm der Gedanke, daß er durch die Thtilmchmt, die er ihnen gewidmet, den verderbendrohenden Einfluß de« rachsüchtigen Simon auf immer btschtoorin Hab«. Mit munterem Schritte setzte er seinen' Weg »ach der Bill« fort. — i;' Al« er sich dem Gitter de« Park« näherte, rief ihm Leon vön Ldurtenay entgegen: ' ' „Aber wo bleibst bu denn so lange, Freund Paul. Wir haben dis sieben Uhr auf M cewotttt. Unser Diner ist schon vorüber" ' " Der Baton krat in bth Garten. „Ich wurde länger zurvckgehalten al« ich dachte," "erwiderte it. Er hielt c« nicht für nöthig, von seinem Besuche bei Simon zu sprechen. ^il-Leon faßtt ihn unter den Arm1.' ” „9* bi« dir entgegen gekommen," sagte er, „um dir eine gute Lehre »u geben. O, ich kann aüch ernst sein, wenn ich gleich manche Dktigi mit lachender Miene behandle." ^ „Welche Lehrk, ttfein Freundfragte Paul. Heti’ öori Eourtenah versetzte mit' gÄUflipftet StimMt: " '!> '"' '' ^Dein Schwie-ervater hat fein ganze« Brnn«-» verloren, avtt feine Tochtrr totiß ebch; «ichtrtaN*, gewähren haben, was zu gewähren ist. Die Furcht vor dem rothen Gespenst ist ungerechtfertigt. Hält die liberale Partei die Wacht am Rhein und an der Donau, so hat der Liberalismus vonseite der politi. scheu Feinde eine Gefahr nicht zu besorgen. Die Sozial-Demokraten sind der Uebel größte» nicht, die ärgsten Feinde des Liberalismus finden wir in anderen Parteikreisen. Hüten wir un« vor den Gezeichneten!__________________________________ Reichsrath. 232. Sitzung d es Abgeordnetenhauses. Da« Gesetz, betreffend die Maximaltarife für Personenbeförderung und einige allgemeine Transportbestimmungen auf Eisenbahnen, wird in dritter Lesung genehmigt. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung ist die Fortsetzung der Verhandlung über den Gesetzentwurf, betreffend das Exec utionsoer fahren. ES ergreifen das Wort die Abgeordneten Dr. Äovat und Dr. Kronawetter, Regierungsvertreter Freiherr v. Sacken widerlegt die Einwendungen gegen dir Regierungsvorlage, Abg. Dr. TomaSzczuk spricht für den Majorität«-, Abg. Dr. Keil für den Minorität«.Entwurf. Nächste Sitzung Mittwoch den 7. d. Parlamentarisches. Der Budgetausschuß de» Abgeordnetenhauses beschäftigte sich am 5. d. mit der Vorlage, betreffend die Bewilligung eine» Nachtrags-Kredite» per 700,000 Gulden für die Betheiligung an der Pariser Weltausstellung. «u« dem diesfälligen Berichte heben wir nachfolgende markante Stellen hervor: .Der Ausschuß hat diese Borlage und deren Motive reiflich geprüft und nach Schluß der Generaldebatte, ohne in eine Spezialdebatte einzugehen, den Beschluß gefaßt, dem hohen Abgeordnetenhause den Antrag zu stellen: E» fei in eine offizielle Beteiligung der im Reich»-rathe vertretenen Länder an der Pariser Weltausstellung n i ch t e i n z u g e h e n und sei der angesprochene Staatskredit nicht zu bewilligen. Die Gründe dieser Ablehnung ergeben sich aus dem Motiven» berichte der Regierungsvorlage wal von selbst. Denn nach selbem werden, statt daß Weltausstellungen ihrem idealen Zwecke gemäß die Marksteine des »ulturfortfchritle« fein solle«, solche in einem De-zennium mehrfach abgehalten, ohne wahrhafte Bedürfnisse und unter unaufhörlichen namhaften Opfern. Im Jahre 1862 war eine Weltausstellung in London im Jahre 1867 zu Paris, im Jahre 1873 zu Wien, im Jahre 1876 zu Philadelphia, im Jahre oder wenigsten» so viel wie nichts. Sie glaubt, ihr Bater habe nur einen namhaften Verlust erlitten, da» ist alle«. Noch vor wenigen Augenblicken sagte Sie lächelnd zu ihrem Bater: „Betrübe dich nicht! Du wirst mir etwa« weniger für meine Toilette geben und Paul wird mich mit Freuden ohne Mit. gift zur Gattin nehmen." „Aber Unglücklicher." versetzte Paul leise. »Denkst du denn nicht an da», wa» ich meinem Onkel geschworen?" Leon lächelte ironisch. „Du bist demnach noch sieben volle Tage Millionär/' sagte er ruhig. „Vergiß nicht — du hast auch mir feierlich versprochen, diese Tage zu benützen, um bk noch einmal alle» gehörig zu Überlegen. Ich zweifle sehr daran, daß du dich gänzlich von deinen hunderlundfünfzigtausend Franken Renten trennen wirst." , Leon» Argumente blieben nicht ohne Einfluß auf seinen Freund, und Paul begann in diesem Augenblick darüber nachzudenken und sich die Frage vorzulegen, ob er denn auch wirklich moralisch ver-pflichtet sei, sein ganze» Erbtheil an die ihm bi« jetzt noch unbekannten Nachkommen de« Manne«, den-sein Großvater einst beraubt ja vielleicht gar ermordet hatte, zu überliefern. 1876 zu München abgehalten, im Jahre 1878 soll eine solche in Pari« folgen, d. i. in 16 Jahres sechs Weltausstellungen, ja im letzten Jahre 1876 waren |ogar zwei, wodurch nur enorme Kosten den Steuerträgern und den Industriellen verursacht rourbtn und der Zweck der üusstellungen ganz verrückt wird. Der Motivenbericht weiset auf die in jeder Beziehung ungünstigen Erfolge der Wiener Ausstellung, auf das Gebot strengster Sparsamkeit in Oesterreich, auf den Besuch der Ausstellungen in München und Philadelphia, auf den geringen Nutzen solcher Ausstellungen für dar Allgemeine, auf die Unzulänglichkeit des beantragten Kredites für In-duftete« und Kunstkreisc und auf die Schädigung de« österreichisch ungarischen Handel» durch die Wirren im Oriente hin. Der Aus>chußantrag wurde mit 15 gegen 11 Stimmen angenommen._____________________ Politische Rundschau. Laibach, 7. Februar. Inland. Die „Montage-SReoue* äußert sich über die Gortschakoss'sche Note, wie folgt: „In den zunächst bevorstehenden diplomatischen Schritten de» Fürsten Gortschakoff wird der Gedanke ventiliert sein, Europa mögt zur Execution seines Willens Rußland berufen, welche« alle Gefahren und Opfer diese« Wirkungskreise« auf sich zu nehmen bereit ist, wenn e« im Namen und Aufträge des WelitheiteS handelt. Notwendigerweise müssen darunter noch nicht die extremsten militärischen Schritte gemeint sein, aber starke Maßregeln sind auch nicht ausgeschloffen. Die Pforte hat einen schweren Fehler begangen, indem sie die Beschlüsse der Konferenz rundweg abwie», und kann denselben wenigstens einigermaßen nur dadurch gut machen, daß sie sich mit der Durchführung der gewünschten Reformen im eigenen Wirkungskreise nach Thunlichkeit beeilt." Die Mitglieder des dalmatinischen Land-tage» wurden am 5. b. mittelst eigener Boten zu einer außerordentlichen Sitzung einberusen. Der Präsident desselben, ohne die kaiserliche Botschaft zu verlesen, ohne nur da» Datum derselben mitzuthei-len, erklärte eiligst dm Landtag für geschlossen. Der Antrag de» Steuerreform-Au-schuffe«: daß die Aktiengesellschaften außer der Erwerbsteuer auch noch die neue Steuer nach dem Ge-fetzentwurfe E zu entrichten haben, wurde mit 18 Stimmen angenommen. AnSland. Im preußischen Herrenhause beantwortete der Regierungs-Kommissär Tiedemann die Interpellation des Grafen Schulenburg über die Aufhebung des Sequesters Über das Vermögen des König« Georg dahin, daß die Regierung den Pauline erwartete ihn auf der Bortreppe der Villa. Mit vor Freude strahlendem Antlitze warf Sie sich in feine Arme. „Ach, jetzt darf ich Sie schon mein theurer Mann nennen!" rief sie. „Mein Bater ist wieder hier und ich fühle mich so unaussprechlich glücklich!" Sie faßte seinen Arm, um Leon in den Speise-saal zu führen. Paul folgte Pauline mit Vergnügen. Wenn die Verliebten auch in Novellen und Romanen vor lauter Zärtlichkeit zuweilen nicht zu effen pflegen, in der Wirklichkeit vernichtet die Liebe ihren Appetit nur selten. Das war auch bei- dem Baron der Fall. Er gehorchte den Mahnungen seines Magen» und setzte sich an die noch gedeckte Tafel. „Ich leiste Ihnen Gesellschaft, mein Herr," sagte die junge Dame mit reizendem Lächeln. „Ich bin überzeugt, dann wird e« Ihnen um so besser schmecken. Auch können wir ungestört zusammen plaudern, denn mein Vater und Herr von Courtenay promenieren und unterhalten sich mit einander draußen im Garten." In der That war da« auch der Fall. Herr von Courtenay, der mit dem Banquier in einer Kastanienallee aus- und abschritt, war tau beste» Zuge, seinem Begleiter zu demonstrieren, daß ein jetzigen Zustand al« einen provisorischen betrachte und dessen baldige« Aufhören wünsche. Der Zeitpunkt dazu sei jedoch noch nicht gekommen. Die Regierung erachte, die Beibehaltung de« jetzigen Zustande« liege„ im allgemeine» großen preußischen Interesse. Der Kommissär verweist auf die fortdauernden Agitationen der Welfen-Partei zur Htrst-llung eint« selbst* ' ständigen hannoorr'ichtn Staate« unter der Herr-, j schafl der Welfen und erklärt, die Regierung wünsche mit dem Hannover',chm Provinzial-Landtage die Her« stellung der Frieden« und werde, wenn König Georg die Hanr, entgegenreiche, die Hand ergreifen, sobald auch die ,-öthigen Bürgschaften von ihm gegeben wurden, die Versprechungen za Hallen. So lange aber die Welfen. Partei Krieg und Haß gegen Preußen schüre, so lange werde die Regierung die in ihre Hand gelegte Macht nicht au« der Hand lassen. Der „Monittur" sagt: Die orientalische Frage müsse eine europäische Frage bleiben, und au« diesem Grunde ergeben sich für Rußland weder an&ett Pflichten noch eine andere Verantwortung als für die übrigen Mächte. Das Blatt glaubt nicht, daß das Circular des Fürsten Gortschakoff da« auf der Konferenz in Konstantinopel besiegelte Prinzip verletzte. In italienischen Diplomatenkreisen vertäu» tet, t« stehe der Abschluß eine» Sonder Vectra» 1 8 es zwischen England und Frankreich bevor, f in welchem jede weitere Verletzung de» Pariser Vertrage« al« Kriegsfall erklärt wird. Von anderer Seite dagegen wird behauptet, Salisbury habe Me-legati für den Kriegsfall der Neutralität England« versichert. Auch die „Times" besprechen da« russische Zirkularschreiben und meinen, die Antwort der britischen Regierung werde im Einklänge mit dem Parlamente unzweifelhaft dahin lauten, daß England sich Vorbehalte, feine eigenen und die allgemeinen Frieden-Interessen »u Rathe zu ziehen, und den weitern Gang der Ereignisse abw-rte« werde. Wolle Rußland schneller Vorgehen, werde -« die« auf eigene Verantwortung thuit müssen. Da« Circularschreiben trage schwerlich zur Abschwächung de« englischen Mißtrauen« bei und werde al« Aufforderung zum Beginn de« Kriege« betrachtet wer» den» aus welchem, wenn die Türkei ohne Bundesgenossen bliebe, Rußland kaum ermangeln könnt«, Nutzen zu ziehen. l ] Wie da« „N. Wr. Tagbl." erfährt, hat sich die serbische Regierung an die Garantiemächte mit dem Ersuchen gewendet, dieselben mögen ihre Anschauung inbetreff der Garantiefrage, welche die Pforte aufgeworfen hat, Serbien mittheiltn. Fürst Mann von dreiundvierzig Jahren, welcher Millionen besessen und in großartigen Börsengeschäften bewandert sei, mit einigen hunderttausend Franken den Verlust seine« Vermögens leicht wieder einbringen könne. „Aber woher foä mir diese Summe kommen?" sagte Valserre«. „Ihr Schwiegersohn wird sie Ihnen vorstreckeo." „Nein, nein!" erwiderte der rechtschaffene Banquier. ,,E« ist schon genug, daß ich da» Glück meine» Kinde» aus» Spiel gesetzt habe. Ich darf da» vermögen meine» Schwiegersöhne« nicht in Gefahr bringen." „Bah," sagte Leon, „man ist nicht zweimal hinter einander in Geschäften unglücklich." Da« Gespräch wurde durch rin Läuten an der Gitterlhüre unterbrochen. Der Banquier richtete seinen Blick dorthin. Ein alter Mann begehrte Einlaß. E« war der Kassier de« Hause« Valserre«. Die Ahnung eine« neuen Unglück- stieg in der Brust de« Banquier« empor. ,6rl ging dem Greise rasch entgegen» Derselbe schien bestürzt. Er hielt ein Telegramm in M Han-, da« er seinem Prinzipal zitteryd, därMte<„^ (Fortsetzung folgt.) Milan will offenbar unter dieser Form den Beistand bet MLchte in dieser Angelegenheit sich sichern. Ob Serbien den ersten Schritt thun werde, um die suspendierten Verhandlungen wieder in Fluß zu bringen, ist noch sehr fraglich. Eher neigt man sich in diplomatischen Kreisen zur Annahme, daß die Pforte versuchen werde, die WUderaufnahme der Unterhandlungen zu ermöglichen. Eine Petersburger Depesche erklärt alle Nach-richten über die angebliche Organisation des r u s s i -schen Landsturmes als unrichtig. Die von der hoben Pforte anläßlich des Auseinandergehens der Konferenz den Konferenz« Mächten zugestelue Note wahrt in bestimmtester Form die Integrität und Autonomie der Türkei in allen Vondeeihetlc». Die Sprache der Note, in welcher Mithad Pascha seine Politik zum Ausdrucke bringt, ist eine sehr entschiedene. Die von letzter« geschaffenen Institutionen werden hervorgehoben und die Rechte Dritter zur Einmischung in die innern Angelegenheiten der Türkei bestritten. Zur Tagesgeschichte. — Kaiserin Elisabeth ist am 5. d. M. von Budapest nach Wien abgereisl. — 0 o l d r e n t e. Da« (Konsortium, welches die ersten 40 Millionen Goldrente fix übernommen, bat den dafür ftipulierten Betrag vollständig an die Finanzverwaltung abgeliefert. — General Jgnatiefs ist am S.d.M. mit dem beschleunigten Personenzuge der Eüdbahn in Wien ange» kommen. Zur Begrüßung des General« hatten sieb ein Tbeil des Personales der russischen Botschaft in Wien sowie etwa dreißig slavische Studenten aus dem Perron des BahnbofeS eingefunden. Der General, »eichet in Begleitung seiner Gemalin und seine« Sohne« reiste und Steil. Heit« trug, begab sich nach Begrüßung vonseite de« Bot schaftSpersonales zur bereit stehenden Equipage des Hotels »zu« österreichischen Hof." Erst nachdem der General die Equipage bestiegen hatte, wurde er »on de« Studenten er kannt. Letztere stellten sich nun schnell zu beiden Seiten de« Wagen« auf und einer -er Studenten hielt sodann an den General eine kurze Ansprache. Der Botschafter schien von dieser Begrüßung wenig erbaut zu sein, denn er gab, kaum daß die Ansprache beendet war, dem Kutscher die Weisung, sortzufabren, wa« auch sofort geschah. Die Studenten brachen in Ura«, Zivios und SlavaS out, worauf sie sich in aller Ruhe entsernten. Nach kurzem Diner, welche« der General im obgenaunten Hotel «ahm, fubr er in die Hofoper, wo er der Vorstellung (.Lar-«tu") bi« zum Schluffe beiwohnte. — Zur Action der Klerikale it. In den ländlichen Psarrhösen der Steiermark herrschen, wie der „Deutschen Ztg " au« Bruck a. d. M. berichtet wird, großer Zorn und gewaltige Erbitterung über die bäuerliche Eman cipiertheit, die bet der letzten Reich-rathswahl im Bezirke Brnck-Seoben zutage trat. Zwei Kandidaten waren auf getreten, beide hotten den heiligen »loifinS zum Namen« Patron, mit dem Unterschiede jedoch, daß der eine AlofS ein Prinz Liechtenstein war, für den die gesammte Klerisei da« Dahl ilgitation«comite bildete, während der andere Alois, ein schlichter Grundbesitzer au« Marein, Namens Posch, die frei and unabhängig denkende Bevölkerung des ganzen Br ziites für sich hatte und denn auch wirklich gewählt wurde. Wie suchen sich nun die geistlichen Herren für die erlittene Schlappe zu rächen? Da ist in der Gemeinde Franenberg, nicht weit von dort, so ein würdiger Pfarrherr — Fruhwirth ist sein Name. Dieser erklärte nach geschehener Wahl, da i »o» nun an die b. Messen und die Leichenbegängniffe mehr kostet, werden als bisher. Den Blasius-Segen wider die Hagelschauer erklärte er für die Folge gänzlich einzustellen, und wenn ein Bersebgang nothwendig sein sollte, so möge man stch nur an den Reichsrathsabgeordneten Posch wenden! Aber nicht nur mit Geldstrafen und mit Entziehung des geistlichen Trostes hei Elementar- und Farnilienunsällen will Dieser Hochwürdige seine politisch ungehorsamen Schästein züchtigen, er spart auch nicht mit Berwllnschungen, die übrigens eines gewissen geistlichen Zuschnittes nicht entbeh ren. Den größten Groll empfindet er gegen den «ackern «emeindevorstand von Frauenberg selbst, welcher, anstelle des Pfarrer» zum Wahlmaun gewählt, seine Stimme für Posch abgegeben batte. Bei diesem Gemeindevorstand nun, erklärt P. Fruhwirth, sei .wirklich schade um daS fc. Weihwasser und da- H. Ehrisam, daS bei seiner Taufe vergeudet wurde" — natürlich, wie sollte auch ein rechtgläubiger Lbrist eine Stimme einem liberalen Kandidaten geben! — Mithad Pascha, dcffen Amt-entsetzung gestern gemeldet wurde, hatte mit dem Korrespondenten des „Daily Telegraph" eine Unterredung folgenden Inhalte«: „Mithad Pascha sprach sehr hoffnungsvoll von der Aussicht, die neue Eonstitntion in Wirksamkeit zu bringen. Er ist überzeugt, daß da- ganze Programm, welches er skizzierte, durchstthr-bar ist, wenn da« Land in Frieden gelassen wird, obwol er die Schwierigkeiten der Ausgabe nicht untersckätzt. Der Großvezier wünscht sehnlichst Frieden, aber er sagt, er sei aus einen Krieg vorbereitet, wenn derselbe ibtn aufgedrungen werde. Mit Bezug auf Bulgarien glaubt er, daß eine vollständige Einführung des neuen Kantonsistems und die Reorganisation der Gendarmerie vor der für den Zusammentritt des türkischen Parlamentes festgesetzten Zeit wird bewerkstelligt werden können. Als Beweis deS Wunsches, die lokale Stimmung zu berücksichtigen, wurde mir gesagt, daß im Bilajet Kuftfchut ein bulgarischer Christ zum ersten Sekretär ernannt worden sei. Die Debatten im netten Parlament sollen in türkischer Sprache geführt werden. Das Publikum soll Zutritt erhalten und 21 Regierungs-Stenografen werben die gehaltenen Reden rapportieren. Dem Vernehmen nach wirb der türkische Minister sich bestreben, die Debatten der neuen Legislatur nach der Procedur zu ernten." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Rechtfertigung.) Der Obmann der sogenannten Bürgergenostenschaft in Stein versucht eS, in einer langathmigen Zuschrift den Inhalt der in unserer heurigen zehnten Nummer gebrachten Original-Korrespondenz ans Stein tbeilweise abzuschwächeit ttnb theilweise zu modifizieren Der erwähnte Obmann wirst sich unberufen als Anwalt der hiesigen slovenischen Blätter ans, theilt mit, daß die natio> Halt Partei gegen den Venieindewahlakt protestiert hat uub die Wahl anderer Männer deshalb aiffirebt, nm angeblich die darniederliegenden Seweinde-Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Der erwähnte Obmann motiviert die Steigerung des bisherigen Miethzinse« für die der Bürgergenoffenschaft eigentümlich angebörigrn und von den Staatsbehörden benützten «mtskanzlei-Lokalitäten von 868 fl. aus 1400 fl. mit dem Hinweis aus Krainburg, w» die Staatsverwaltung für minder elegante und unbequeme AmtSlokalitSten einen JahreSmielhzinS von 1965 ft. bezahlt. Schließlich bemerkt eben auch in unberufener Vertretung der erwähnte Genossen» schastsobmann, daß in Stein weder eine Bürger-, noch eine Feuerwehr besteht, daß die Stadt Stein mit Fenerlösch-geräthen sehr schlecht bestellt fei und erst vor kurzem eine Abprotzspritze bei A. Samaffa angeschafft wurde, zu deren Bedienung einige Individuen ausgenommen und mit bet entsprechenden Kleidung versehen wurden; hiezu brauche man weder einen Beteln, noch behördlich genehmigte Statuten. Bit zitierten aus der ermähnten Zuschrift die tatsächlichen Berichtigungen, müssen jedoch die Richtigstellung der in Bezug auf den ö a h l • 11 gemachten Mittheilungen, nachdem weder Gegenbeweise noch die oberbehvrdliche Erle« digung des 86er den Wahlakt ergriffenen Rekurse« beigebracht wurden, ablebnen. — (Aus dem nationalen Lag et.) „Slooettstt Rarod" benützt jede Notiz, jeden Tag, um einen nationalen Schmerzensschrei vom Stapel zu lassen und feine Simpatien für da« große südsl-vische Reich in ape kund-zttgeben. Da« nationale Blatt bespricht die dalmatinische Frage, auch den von Ljubiffa im Landtage gestellten Intrag: ES solle dem Kaiser eine «»reffe vorgelegt werden, in der feierlichst erklärt werde, daß Dalmazien nicht «roazien inkorporiert werden wolle, und bemerkt, es müßten nun auch die Kroaten mit einem Gegenantrag- hervoxtreten. um endlich die loyale (?) Bereinigung aller Südslaven unter dem Habs-hurgischen Szepter herbeizusühreu. Diese Bereinigung ermattet „Sloo. Natod" von den Dalmatinern und Kroaten zuversichtlich, indem die Erstarkung und Kräftigung der Slaven in Oesterreich au» in den Slovenen Hoffnungen aus eine bessere Zukunft erwecken würde. Der letzte serbisch-monfnegrinifch-türkische Krieg g°b Anlaß, an die gepriesene ■ hochgradige Loyalität der Südslaven den Werthmesser an-1 zulegen; bei näherer Erwägung entpuppte sich diese Loyalität 'als Jnsurrection. — DaS genannte Blatt läßt keinen Tag , ablaufen, an welchem eS nicht seiner besonders hochgradigen j Begeisterung für daS Teutschthum , überhaupt für alle«, was deutsche Farbe trägt, anti-patriotischen Ausdruck gibt. Slov. Narod" behandelt das Verhältnis Frankreich« zu Deutschland, weiset auf die in französischnt und Cmtsten Blättern off-n ausliegende Dissonanz bin und betont, daß Deutschland gegenüber Frankreich mit Krieg drohe. Nach Ansicht des nationalen Hochpolitikers ist der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich nur eine Frage der Zeit, und eS unterliege keinem Zweifel, auf welcher Seite die flavi-chett Simpatien stehen würden. Salomon „Slov. Natod" ruft aus: „Wir tausendjährige Nachbarn bet Deutschen kennen, wer recht hat, und deshalb wünschen wir den Franzosen Glück, obgleich den Tag der Bergeitung erst unsere Söhne und Enkel erleben werden!" So spricht ein Blatt. daS in einem Lande erscheint, in welchem die deutsche Zunge mit der nationalen sich verbrüdern soll!? — (Pater Kl NN) rechtfertigt im „N. Weltblatt" eine Beseitigung als provisorischer Meßleser in der Kapelle der hiesigen Männer-Strafanstalt am Kastellberge in nachfolgender Aufklärung: „In der hiesigen Männer-Strasanstalt hatte an jedem Sonn- und Feiertage der am 21. Jänner d. I. verstorbene BolkSschul-Katechet Fr. B o st i j a n £ i l die zweite heil. Messe zu lesen, wofür er eine jährliche Remuneration von 150 fl. bezog. Weil er jedoch feit August an einer sehr schweren Krankheit darniederlag und diesen Gottesdienst selbst nicht versehen konnte, ersuchte er mich, die heiligen Blessen statt seiner in der Strafanstalt zu besorgen. Damit der arme kranke Priester, der sich in mißlichen 8er» mögenSverhSltnissen befand und dazu noch für feine betagten Eltern zu sorgen hatte, die erwähnte Remuneration nicht verlor, entsprach ich mit Vergnügen seinem Wunsche und las jeden Sonn- nnd Feiertag ohne Entgelt die heil. Messe in der Strafanstalt«-Kapelle auf dem hiesigen Schloßberge. *m 19. Jänner jedoch, alfo zwei Tage vor seinem Tode, erhielt der Herr Bostijaniii von der Ober-Staatsanwaltschaft in Graz durch die Strasanstalt-Direction die Weisung, die Verrichtung der heil. Meffe einem ändern Priester zu übertragen, nnd gleichzeitig wurde vom fllrstbischöflichm Ordinariate noch an nämlichen Tage ein Priester dafür dekretiert und ihm die früher vom Herrn Bosttjaukik bezogene Remuneration zugesichrrt. Woher nun diese Anordnung, die mir verbot, einem kranken und hilfsbedürftigen Mitbruder einen Liebeldienst zu erweisen, eigentlich ans-ging, ob von der Regierung, oder von der Staatsanwaltschaft, oder vom sürstbischöflichen Ordinariate, das kann ich nicht sagen, doch bezeichnend ist sie immerhin." «ns dieser Erklärung geht zweifellos hervor, daß die Berechtigung de» P. «tun zur Verrichtung priesterlicher Functionen nicht ganz klar aufliegt. — (Ponteba-Bahn.) Das „Giornale die Udine" meldet, daß fich Ende der abgelaufenen Woche eine österreichisch-italienische Kommission nach Ponteba begab, um an Ort und Stelle »egen des Anschlusses der Ponteba-Bahn zu konferieren. — (Betrug und Flucht.) Der 66jährige Hausierer Peter Baschnig, aus Kölsche bei Gottschee gebürtig, entlockte, eie bas „N. Wr. Tagbl." erzählt, vor einigen Tagen dem in Wien, Stadt, Annagasse Nr. 10, etablierten Sübfrüchtenhändler A. Taglioretti Südfrüchte im wertbe von mehr als 100 fl. unb ist sodann ans Wien flüchtig geworden. — (ZurKatastrofeinSteinbrück.) Bau-direkter Prenninger hielt in der Sitzung des Ingenieur-Vereines in Wien einen Vortrag über den „Bergsturz bei Steinbruck." Die Versammlung folgte mit gespanntester Aufmerksamkeit bem Berichte und drückte durch lebhafte Acclamationen ihren Beifall zu den Maßnahme» ans, die Direktor Prenninger getroffen hatte, um in der kurzen Zeit bas kolossale Hindernis, das die Natur der Südbahn in den Weg gelegt hatte zu bewältigen; durch vorzügliche Zeichnungen und Fotografien waren die wichtigsten Momente der »ataftrofe sehr anschaulich gemacht. ES lagen fünf Fotografien vor, die Direktor Prenninger unfertigen ließ. Da» erste Bild stellt die Situation vor dem Bergsturz dar; das Bild ist nach vorhandenen älteren Fotografien kopiert. Das zweite Bild zeigt die Verschüttung der Sann durch den Bergsturz; daS dritte Bild veran- schanlicht die durch fclt Stauung hervorgerufrne lieber-schmmmung; auf dem vierten Bilde ist der Durchbruch de» tzannslufles durch den Schuttkegel dargestellt und aus dem fünften eine persxrktiviscke Anficht der Höhe de« Schutt, keßrl». Direktor Prenninger lägt soeben das ganze Terrain tachyograsisch ausnehmen und hat eine fortdauernde Beobachtung der Rutschstelle angeordnet. Bis jetzt hat fich nicht die «indeste Bewegung in den abgestürzten Bergmafsen ge-,rig> und der Verkehr geht ganz regelmäßig vor st». -(Da- Steigen der Ru d o l f b a h n - A c -tien) wird nach Bericht der „Deutschen Ztg.' mit der projektierten Berstaatlichung dieser Bahn in Bezie» hung gebracht. Ma« glaubt, daß gelegentlich der reichs-räthlichen Debatten dir erforderlichen Äarantievorschüsse nur dann bewilligt würde», fall« gleichzeitig die Erwerbung der Rudolsbahn für den Staatsbesitz angebahnt werde. Die Regierung dagegen scheint ein Zwischenstadium zu wünschen, in welchem durch den Staatsbetrieb der Bahn die Verwendung der Garaiitievorschliffe besser kontroliert und die Bahn zur Berstaatlichung präpariert werden möchte. Man hätte in der That nöthi», die Erwartungen der Aktionäre durch dir Sequestration lierabzustimmui, da sonst die Börse hoch, fliegende Hoffnungen an den Verkauf der Bahn knüpfen könnte. Sie die Dinge liegen, ist ee kein leichte« Stück, die Rudolf bahn für den Staat zu erwerben, ohne weder tit Aktionäre noch den Staat zu schädigen. Bis Ende 1877 werden dir der ßtubolsbahn geleisteten Staatsvorschüsse dir Höhr von 34 9 Millionen erreicht haben. Das gesummte Aktienkapital beträgt'4 ^Millionen. Würde der Staat (von den Prioritäten obgcfetien) den Aktionären ihr gemeinsammes Actieit* kapital abzüglich der gegifteten Vorschüsse bar hinauszahltn, so entfiele auf dir Aktie ein Kaufpreis von nicht viel mthr all 72 fl (Sctienfapital : 54*9 Millionen, Staat-Vorschüsse 34-9 Millionen, auSgegebene Setten: 275 000 zu 200 Guldm). Run hat der Minister v. Chlumecly versprochen, daß bei Bemessung des Kauswerthes die Staats« Vorschüsse nicht in Abzug g,bracht werden sollen. Vielleicht wiid man nach der RörLling'schen Rechenmethode eine AückzahlnngS-Scala aufslellen und aus derselben einen gegenwärtigen WahrfLeinlichkeitswerth der Borschüffe cal-cnlieren. Man weint aber, daß auch nach Abzug eines solchen der Preis, welchen der Staat an die Aclionäre wahrsLein-lich zu zahlen hätte, den heutigen Kurs ziemlich weit überträse. Lin Wiener Journal geht schon so weit, diese Ziffer auf 120 zu fixieren und die Modalitäten der Zahlung zu besprechen. Das ist nun freilich mehr Sache der Fantaste, da die Kaufverhandlungen noch nicht begonnen haben Luch ist der Vorbehalt des Minister», dir schwebenden Schulden in Abzug zu bringen mol cum gamo Balis zu verstehen. Diese schwebenden Schulden sind bei der Rudolfbahn jetzt sehr gering (kaum eint halbe Million). Dagegen dürften sich dieselben während der Sequestration gewiß auf mehrere Millionen erhöhen, indem das Eisenbahnamt ohne Zweifel die sequestriert« Bahn auf Kosten der Aktionäre rekonstruieren und mit Kahrmitteln versehen wird. Während sich sonach die etwaigen Hoffnungen auf Realisierung eines höhern Kurs» wertheS in die Ferm dehnen, find allerdings die derzeitigen Finanzverhältnisse ziemlich desperat. Die «tjommteinnahme de» Vorjahres hat sich nur auf 3 443 Millionen belaufen und beträgt fonach um 258,647 fl. weniger als im Jahre 1876. Da außerdem die Abnahme des Frachlvtrkehrs (— 218,768 fl.) eine Mit bedeutendere war alü die Abnahme des Personenverkehr« (- 38.884 fl.), so ist die Be-triebkquote mmuthlich gegen das Vorjahr gestiegen und wird der Staat-Vorschuß in noch höherm Maße als im Vor» jahre in Anspruch genommen werden müssen. Diese Lage erfordert aller rings rasche Entschließungen. Witterung. Laibach, 7. Februar. Morgens Pebel, bald verschwindend, dann heiter, nachmittags zunehmtnde Bewölkung, schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Uhr -- ' Ö'4\ nachmittags 2 Uhr + 4 9' C. (1876 — 1.0“; 1876 + >1 6» C.) Barometer im Fallen, 737-89 nun. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur — 18', um 13' unter dem Normale. Gedenktafel fibtr dir am 9. Februar 1877 stattfindend en Lici totiontn. 3. Feilb., Sufan’sche Real., Sutica, 8®. Stein. — 3. Feilb., Außitz'sche Real., Weißlirchen, BÄ. RudolsSwerth. — 3. Feilb, tiifcjii’fite Real., Tomine, BS. Feistriz. — 3. Feilb., Hoklii'sche Real., Veldes, BB. Radmannsdorf -3. Feilb., Logische Real., Tom int, «G. Feistriz. — 3. Feilb , Moli’scht Real, Obetiucfcein, oF.ch,t n, _ :tn von Tharlolie Bitch-Pseiffer. Heute: Rof^nud IiL.lche n. Cti. iel in mNathhaosptah Ar. 15 neu, m. Stock, bestehend aus 4 Zimmern, 1 Rabinet, Sparherdküche, Holzlege und Dachkammer, ist zu (Storfli zu vergeben. Näheres im SefchLflSlvkale daselbst. (57) 3 -1 (Fallsucht) h e i 11 brieflich der Spezielarst Dr. Kllliech,'Neustadt, Dresden (Sachsen). .Bereits Aber 8000 mit, Erfolg behandelt. (46). 2 optisches Institut im Kaufe des Krn. Math) „unter der Trantsche" nächst der Hradeczkybrücke. Spezialist für öriUenbebürftigt Maximilian Bexinger, geprüfter Optiker. Animiert durch tat mir in der kurzen Zeit meine« Hierseins gütigst geschenkte vertrauen, habe ich mich entschlossen, mein obangestthrteS Etablissement für dauernd b i e r zu belasten, und gebe mich der Hoffnung hin, auf die Unterstützung aller werthen Bewohner des Landes fttain zähle» zu dürfen, im voraus die gewissenhafteste, auf den Gesetzen der okulistischen öisfensebaft basierende Bedienung zustchernd. Die Preise sind rücksichtlich der in jeder Beziehung vollkommen auf Lager habenden Gegenstände äußerst diskret gestellt. (52) 3 -2 Wiener Börse vom 6. Februar. Staatsfonds. «6el> War-ifCIJ. «CBte, aji.»««).1 6» 60 61 70 6to. etc. »ft. ,» 6ilb. «8 80 68 40 ifoic von 1864 .... 107 CO 108 iojt Bon 1860, game 110-60 111 ioie een 1860, gänft. 118 — 118-60 $tömicn|di. ». 18«4 . 136' - 13516 I i' Qrnndoat.-Obl.i Giebentilrg. Ungar« 71-16 78-60 7,50 74-10 Rotten. fnotc.Bant . . . . »rcfcitanftalt . . . . Ci$ofltentent . . . Sfccnmtf.Snflalt . ■iranco-Bau! . . . panbtleeant . . . SÄ«: am»n» 8«8t.. Berte* BlfStt. Ratl 8ubl 77 M 77-60 147 80 147-30 i 6S5-- 70» - 8*4— 8S6-- ;»•69 54 -7S.-| 79-17—' »7-60 *0»-SM-*6 198*60 IS« SS8.- ISS— M16; 76-60 Pfandbriefe. Allg. öst. Bob.'Tredil. bto. in SS 0. ... . ttatiou. ö. W ttng. öob.s^rebitonf?.1 »elb 106 — 88*85 96 76 86 — Ware 1U6-60 88 60 »7 — 86 86 Prlorltäts-Obl. (r.rnj Iol«f«-Bahu . Nordwefldah« . 6ieien6ätgei .... StaalSdahn Südbahn » k Per,, dt«, von» 81-80 Bote 61-143* 0 84 — *8-80 76 «1S6 164-84 S6 Lose. Kredit - Lol« «-doll» ■ 8o|c .... 168 60 13 60 168-— 14— Wecbs. (SaJlon.) lUiglbute 100 Wart »tan«. 100 Kurt. . tonboiTlo'tSfb. feteit. Pari« 100 fftaic* . . 10 40 1*4-10 4« SO ,606» 1*480 48 4» Manien. »eil. Rtai-Bncaten 10.gtanc#äl6 . . . L J>e»t«e «eich«»»»!. ««der . . 6-8» »•»S'A 61— 115« 6»1 8-88 11-10 111W Tetezrafischer «urrdericht am 7. Februar. P»pier°«ente 62-80. — Silber-Rente 68-40. — O Id *tntt 74-80 — 1860er GtaatS-Anlehen 110.80. — Ba»k-ettitn 889. — Äretitactien 148-30. — London 123-66. — 6Ub«t , 116-25. - *. l. 3Rttnsb«kfltfn &87. -«Me 9-87. - 1P0 MtichSm-rk 6V 7K.__________________________ Drick v,» gg. ». »Iti wmahti* %tt. »»Abttg. «erlegtr: Dttemeri®ambttg. flrsMt Pbfc*dii* me*tsmtHch: Kran, «Iller