präiiiimrraliiiu» - Preist: Kür Laidach Aaaziahrig . . 6 ft. — kr. H-lbjährig . . . Z „ — . Bierteljährig. . . 1 , SV . Moualli» . — , SV . Mit der Post: «allzjährig . . . s sl. — ir. Halbjährig . . . « „ SV . vierteljährig. . . i . »S . 8ür Zustellung in« Hau» viertel' jährig iS kr., monatlich 9 kr. kiuzelne Nummern S lr. Laibacher b at vr-aktion »ahnbosgasse Nr. lSü Srperition und Zultralt» üvrea«: Longrcßvlatz Nr sKBuchha' son I. v. ji leinmayr L tz.B Zvserliouspktisr Für die einspaltige Petil,c bei zweimaliger Einichaliung dreimal L 7 lr. Inserlionüstemvel jedesmal Sv kr. E>ei größeren Inseraten und österer Linlchaltung entsprechender Rabatt Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 199. Freitag, 2. September. — Morgen: Serafina. 1870. Die Adreßdebatte. (Fortsetzung.) Die Ncdner der Majorität. Wenn wir hier die Reden der krainischen Per-vaken im AuSznge wiedergebeu, so kostet es uns allerdings einige Ueberwindung, bei der Beschränktheit des uns zugemessenen Raumes solchem werth-losen Zeug die Spalten unftleö Blattes zu öffnen. Doch wir thun es und bewahren uns einerseits vor dem Vorwurfe, als halten wir die erste offizielle Jnszenirung des Zukunftsreiches „Slovenien" igno-rirt, anderseits bieten wir in uuos alles, was bisher die Taborweisheit über das Staatsrecht der Slovenen zu Tage gefördert hat, wobei uns die möglichst sinngetreue Wiedergabe der hohen Politik unserer großslovenischen Tausendkünstler der Nothwen-digkeit enthebt, an ihre Fantastereien ein andermal die kritische Sonde anzulegen. Den Reigen der slovenischen Redner eröffnete Dr. Zarnik: Der krainische Landtag spricht im Namen der slovenischen Nation, denn sie ist nur liier repräsentirt; in den Vertre-tungskörpern der Nachbarländer, im Grazer und im Görzer Landtage sind die Slovenen kontnmazirt worden. Wir wollen Oesterreich. Unsere Adresse ist im Sinne der jetzigen österreichischen Regierung gehalten, sie spricht die Grundsätze des Minoritätsvotums des Ministerrathes aus, das seinerzeit auch vou Potocky mitunterfertiget wurde. Die Dezemberverfassung ist ein Produkt der Februar-Verfassung, letztere ermangelt nach den Ansichten berühmter Rechtslehrer, als Arndts und Maaßeu, der rechtlichen Basis Die Ver fasfuug hat keine Giltigkeit, so lange sie von den Völkern nicht anerkannt ist, denn die Verfassungen bestehen wegen den Völkern, nicht aber umgekehrt die Völker wegen den Verlassungen. (O Taborweisheit,) Die Dezemberversassung begründete die Suprematie der Deutschen und der Magyaren. Würden die Slaven sie anerkennen, so halten sie ihr Todes- JeuiileLon. lieber den Berlust in den Schlachten früher und jetzt schreibt die „Magdb. Ztg. „Wenn man unter dem Eindrücke der mörderischen Kämpfe bei Metz vielleicht die Meinung hegt, daß die moderne Vervollkommnung der Waffen, daß Zündnadel und Chassepot. daß Mitrailleusen und Hin-terladungSgeschntze die Schlachten blutiger machten, «is sie srüher waren, so ist man im Jrrthum. Vielmehr zeigt ein Vergleich der Verlustlisten in dem neunjährigen Kriege und in den Freiheitskriegen denen der jüngsten Schlachten das merkwürdige ^sultgt, daß trotz aller Vervollkommnung der Mord-A^euge die Zahl der getödteten und verwundeten Menschen heute relativ kleiner ist als früher. Es "egt das daran, daß mit den tödlichen Waffen zugleich die Taktik der Truppen, die Kunst der Ge-sechtsführung, der Benützung des Terrains u. s. w. >'ch ausgebildet hat. Rechnet man dazu, daß in »°lge dxr Eisenbahnen die Konzentration der Trup-unendlich viel rascher vor sich geht, der Krieg ?lfo nothwendig eine kurze Zeit dauert, daß ferner yre Verproviantirung viel leichter ist, endlich daß ^ Sanitätswesen wieder in Verbindung mit der Ichheit der Transportmittel so wie mit den Fort- urtheil unterschrieben. Es war allerdings inkonsequent, daß unsere Abgeordneten an dem Reichsrathe sich betheiligten, es war dies eine falsche Oportunität, Loch man durfte sich der Reichsrathswahlen nicht enthalten, weil sonst bei den Neuwahlen möglicherweise Beamte gewählt worden wären. Uebrigens verlangen es die Existenzbedingungen einer Nation, daß sic jeweilig, wie es ihr Vortheil gebietet, handeln. (Also pure Oportunitäts - Politik ?) Die' dermalen unter preußischer Herrschaft befindlichen Dänen sind im norddeutschen Bunde vertreten, ebenso die Polen des Großherzog-thums Posen. Auch die Ungarn wären zur Zeit deSBach-schen Absolutismus mit einem Zentralparlameute zufrieden gewesen. Wenn jedoch eine gedrückte Nation wieder zur Kraft kommt, dann handelt sie nicht mehr nach den Rücksichten der Oportnnität. Deshalb wollen auch die Slovenen weiterhin nicht die Suprematie der Magyaren und der Deutschen. Oesterreich muß im föderalistischen Sinne umgestaltet werden. Wir müssen die Delegationen kräftigen (?'?), nnd wenu die Magyaren hiezu nicht' bereit sind, so müßte schließlich ein Zeutralparlameut für die zisleithanische» ge meinsamen Angelegenheiten geschassen werden. Schon nach dem Oktoberdiplom ist die iÄesetzgebuug in der Regel den Landtagen und mir ausnahmsweise dem Reichsrathe anheim-gestellt worden. Gegen dieGründung Sloveniens wendet man das historische Recht der Nachbarländer ein. Jedoch das historische Recht ist in jenen Fällen, wo es die Existenz der Nation bedroht, ein historisches Unrecht. Das Rechtsobjekt ist nicht das Land, sondern die Nation, der Einwnrf daher, daß die Steiermark nntheilbar sei, ist nichl einmal der Erwähnung welch. Redner weist ans das historische Unrecht, welches die Deutscheu uud die Szekler an den Rumänen in Siebenbürgen, die Türken an den Griechen geübt haben und an den türkischen Slaven noch derzeit üben. Bei den Slovenen wird das historische Recht dann beginnen, wenn die ganze Nation vereiniget sein wird. Oesterreich selbst habe ein ähnliches Beispiel mit der serbischen Wojwodschast gegeben. Von fünfzehn Tabors ist die Gründung Sloveniens verlangt worden, die Gegner sprechen zwar vom Laborschwindel, jedoch mögen sie es ver suchen, einen einzigen Tabor gegen die Errichtung Sloveniens zu Stande zu bringen. (Alis der Galerie gehl ein solcher Lärm los, daß der Landeshauptmann mit der Räumung droU. Zarnik meint, im Reichsrathe zu Pest gehe es ost viel lebhafter zu. Dr, Wurzbach entgegnet, warum man sich nicht lieber auf -den Wiener Reichsralh oder auf das englische Parlament berufe ; wenn er nicht die Räumung des Saales verfüge, so übe er Nachsicht wegen manches Gerechten, der sich unter den Zuhörern befindet, ^Heiterkeit.) Da sich der Lärm nickt legte, wnrde die Sitzung unterbrochen.) Nach Wiedereröffnung derselben kommt Dr. Zarnik aus den Clllier Verfassungstag zu reden, bei dem nach seiner Ausichl die slovenische Nation nicht anwesend war. Wenn die Tabors von den Gegnern als Schwindel bezeichnet werden, so lassen sie doch dort, wo das Volk geschädigt werden soll, die Taborbeschlüsse gelten So z.B wollten die steiermärkischen Landesvkrtreter zur Herstellung einer Brücke über die Save bei Lichtenwald nichts thun, mit Berufung aus den Brschlnß des Lichtenwalder Tabors, welcher sich gegen den Brückenban erklärt hatte. Die Gründling Sloveniens ist für Oesterreich eine Nothwendigkeit, Die österreichische Regierung sollte selbst Agenten nnier das Volk znr Förde rung dieser Idee herumsenden, (Geschieht leider.) Schon höre man den Rus: Deutsch bis zur Adria, ja dieser Rus wurde auch im krainischen Landtage ausgesprochen, (Lebhas ter Protest vou der rechte» Seite,) Zarnik beschuldiget de» Abg. Kromer, diesen Ansspruch gelhan zn haben. Im Görzer Landtage habe Rizmondi vom einigen Italien bis zn den julischen Alpen gesprochen. An Stelle des verlornen Festungs Viereckes in Italien müsse nun ein lebender Wall nämlich Slovenien — gegen die Feinde des Reiches errichlet werden. Als Krainer müsse man für Slovenien sein. Laibach würde als Hauptstadt des 1Millionen Bewohner zählenden Slovenien große Vortbeile erlangen. Uebergebend auf die Beschwerden der Adresse, führt Redner an, laß die Regierung mit ihren Erläffen wegen Gebrauchs der stove-uischen Sprache in den Aemtern nur ein Spiel treibe. Jüngst erflvß ein Zirkulare an die Steuerbehörden, doch müßten wir große Gimpel sein, nm auf solche Leimspindel zu gehen. Der Landespräsident selbst hat ja bei den letzten Abstimmungen über das Sprachengesetz und über die Reform der Wahlordnung mit der Gegenpartei gestimmt. Die Land tagswahlordnung muß ans demokratischer Grundlage abge-ändert werden, die Gegenpartei hat stets dagegen gestimmt, es ist nur s>chr wohlseil, auf das Konkordat loszusclilagen. Die Regierung hat bisher den Landeshauptmann nicht aus der Majorität, sondern aus der Minorität gewählt, schon der parlamentarische Anstand hätte ersteres gefordert. schritten der Chirurgie und Medizin sich gegen früher unendlich entwickelt hat — so kann man dreist behaupten, daß alle Schrecken der modernen Kriege nicht zu vergleichen sind mit dem Schrecken der früheren. Von ähnlichen Gesichtspunkten geleitet, hat die „Kölnische Zeitung" neulich bereits die Heeresstär-ken und die Verluste in den Schlachten von 1813 und 1814 ausgezählt. Wir entlehnen ihr einige Zahlen und werfen dann noch einen Blick auf den siebenjährigen Krieg und das Jahr 1815. In der Schlacht bei Aitzen wurden von 46.000 Preußen 8000 getödtet oder verwundet, in der Schlacht bei Bautzen von 96.000 Verbündeten 18.000 Mann, dort also mehr als der sechste, hier nahezu der fünfte Mann. Bei Dennewitz hatte Bülow bei einer Armeestärke von 50.000 Mann einen Verlust von 9000 Todten und Verwundeten, also wiederum den fünften bis sechsten Mann. An dem heißen Tage vou Möckern büßte Jork von seinem Korps etwa den dritten Mann ein, denn von 21.429 Mann waren 5680 gefallen oder verwundet, ohne daß die Leichtblessirten eingerechnet waren. Die 300.000 Verbündeten berechneten ihren Gesammt-verlust in den drei Tagen der Völkerschlacht bei Leipzig auf 1761 Offiziere nnd 45.775 Unteroffiziere und Soldaten; sic hatten also beinahe den sechsten Mann verloren. Ganz ähnliche Resultate erhalten wir, wenn wir die großen Schlachten des siebenjährigen Krieges vergleichen. In dem blutigen Kampfe bei Prag (6. Mai 1757), wo ebenfalls festnngsartige Positionen des Feindes erstürmt werden mußten, verlor Friedrich der Große von 64000 Mann Truppen 16.500 Verwundete und Todte. Das war mehr als der vierte Mann. Die unglücklichen Schlachten bei Kollin und Kunnersdorf rechnen wir nichl hieher, die Verluste in denselben waren noch weit betiächtlicher. Aber auch in der mit glänzender Strategie rasch gewonnenen Schlicht bei Leuthen fielen von 32.000 Preußen 5000, fast der sechste Mann todt und verwundet; in dem furchtbaren Gemetzel von Zorndorf hatte die abermals nur 32.000 Mann zählende preußische Armee einen Verlust von 11.000 Mann, mehr als den dritten Mann, und bei Torgau (1760) wurden von 44.000 Mann innerhalb einer halben Stunde 5500 Mann und an dem ganzen Kampftage 14,000 Mann, also fast der dritte Mann, als Todte und Verwundete gezählt. Wir gehen zu den drei oder vier heißen GefechtStagen des Feldzuges von 1815 über. In der Schlacht bei Ligny und den NachtrabSgefechten am Tage vorher verlor Feld-marfchall Blücher bei einer Heeresmacht von 83.000 Mann 12,500 Todte und Verwundete, also mehr als den siebenten Mann. Bei Waterloo büßte Wellington den fünften Thcil seines Heeres ein (13.000 Wenn man uns Mangel an Patriotismus vor-lvirst, so erkläre ich, daß wir eben, weil wir Patrioten sind, »ll Iw>- wählen. Unsere Abgeordneten müssen in Wien ihre Meinung dahin anSsprechen, da» Oesterreich zu Grnnd- geht, wenn ein Großdcntschland enistcht, es mnß daher au Preuße» der Krieg erklärt werden. Würde» wir unser.-Abgeordneten nicht nach Wien emscndeu, so kämen nur die deutschen Abgeordneten zusammen, die da sagen würden, daß ihnen an Oesterreich nichts gelegen sei Ans die Ber-sprechnngen der Regierung sei nichts zu halten, denn schon Dr. Toma n habe seinerzeit von Potocky das Versprechen erhallen, es werde die vom kraünschen Landtage beschlossene Resorm der LaudtagSwahlordnnug sanctioniri werden, und dennoch ch dies nicht geschehen. (Interessante Enthüllung!) Wenn die Regierung uns eine Eisenbahn bewilligte, so werden wir ihr sür dieses Linsengericht (ein sehr kostspieliges!) unsere Rechte uicht verkaufen. Sic verlangt von uns Steuer, sie muß daher auch sür die Hebung des Nalionatwohlslan-deS sorgen und uns die uöthigeu Eisenbahnen bauen. In Cis-leithanien ist die Mehrzahl der Bevölkerung eine slavische. Wenn den Wünschen der Slaveu nicht Rechnung getragen wird, müßte» sie schließlich anderswohin blicken. Folglich verbreiten »icht die österreichische» Slave», solider» jene, die gegen die Forderungen der Slaven sind, den Panslavismns. Den Reichsrath haben die Ezechen perhorreScirt. Wen» »»scrc Abgeordneten auch darin säße», so war dies für sie eiu wahrer Kreuzweg, sie haben Blut geschwitzt. (Große Heiterkeit, — Svetec, aus der Tribüne als Berichterstatter sitzend, nickt beifällig mit dein Kopfe). Derzeit ist einzig und allem das Princip der Nationalität maßgebend. Wären wir Deutsche, so gingen wir gerne unbedingt in den Reichsrath, anch die Ungarn thäten e», salls sie Deutsche wären, als Slaven könne» wir es »icht thuu. (Schluß folgt.) Vom Kriege. Es ist kaum noch ein Zweifel gestattet, daß Mac Mahon den rechten Flügel der deutschen Armeen umgangen und mit großer Schnelligkeit im Rücken derselben auf Metz marschirtc. Am 29. d. befand sich sein Hauptquartier in Sedan und am selben Tage fanden bei Nouart und Voucy Gefechte mit französischen Truppen statt, die der Armee Mac Mahons angehörten. Es geht aus diesen Thatsachen hervor, daß Mac Mahon gerade an jenem Tage gegen Osten ging, als das Groß der Deutschen die beiden südlichen Argonnenpäfse von Grand-Pr« und Grandes Jsletles benützte, um auf die Verbindung zwischen Rheims und Meziörcs zu gelangen. Wir haben dadurch das seltsame Schauspiel zweier sich gegenseitig im Rücken stehenden Armeen. Es ist nicht zu leugnen, daß der Herzog von Magenta den ersten Theil der ihm gestellten Aufgabe glücklich gelöst, und daß es ihm gelungen ist, durch feine schleunigen Bewegungen die deutschen Generäle irre zu führen. Während ihn diese südlich der Nancy-Pariser Bahnlinie vermntheten, trat er plötzlich in Chalons auf, doch nur, um das dortige Barakenlager zu zerstören, ohne weiteren Aufenthalt nach Rheims, dann aber nicht nach Paris, wie man Mann von 67.000) und die ihm zu Hilfe kommenden preußischen Korps ebenfalls den fünften Theil (6700 von etwa 30.000 Mann. Die Heere Blüchers und Wellingtons, zusammen etwa 200 000 Mann, verloren auf den vier Schlachtfeldern von Ligny, Quatrebaö, Waterloo und Wavre in vier Tagen 39.075 Mann (vergleiche Bernhardi's genaue Berechnungen in der Geschichte Rußlands, 1. Band), d. H. sie verloren ungefähr den fünften Mann. So furchtbar waren die Einbußen dieses kurzen und glänzenden Feldzuges von 1815. Damit vergleiche man nun die Ver-luste, welche wir bei Weißenburg und Wötth, oder selbst die, welche wir bei Speichern erlitten; ja man stelle damit die schwärzesten Vermuthungen über die Schlachten bei Courcelles, bei Mars la Tour und Gravelotte zusammen. In dem Umkreise von Metz befanden sich neun Armeekorps, also 270.000 oder hoch gegriffen 300.000 Mann. Der Feind war durch Schützengräben, durch die Forts der Festung gedeckt, er mußte von steilen, fcstungsartigen Höhen, auf welchen er sich eingegraben hatte, verdrängt werden. Gleichwohl ist so viel gewiß, daß von der Gesammt-zahl der Kombattanten doch höchstens der 10. oder 9. Mann verwundet wurde und daß von der Ge-sammtzahl des Verlustes reichlich die Hälfte nur leicht verwundet ist." glaubte, sondern nach Sedan zu ziehen und ganz ernstlich zum Entsätze Bazaine's auf Metz loszu-gehcn. Da gelang es am 29. dem sächsischen Kronprinzen, Mac Mahon bei Beaumont zu stellen, ihn zu schlagen und über die Maas nach Mouzon zu werfen. König Wilhelm rclegrafirte hierüber an die iiönigin: „Wir hatten gestern ein siegreiches Gefecht durch daö 4,, 12. (sächsische) und l. bairische Koips. Mac Mahon geschlagen uns von Beaumonr bis über die Maas bei Mouzon zurückgcdrängt. 12 Ge-chütze, einige Tausend Gesangene nnd sehr viel Material in unseren Händen. Verluste mäßig. Ich kehre soeben auf das Schlachtfeld zurück, um die Früchte des Steges zu verfolgen. Möge Gott uns erner gnädig helfen wie bisher." Der König will die Früchte des Sieges weiter verfolgen und es ist daher wohl möglich, daß die gestern gemeldete Nachricht der „Jndepmdance," zufolge welcher Mac Mahon anderntags nochmals geschlagen und seine Einschließung in Sedan wahrscheinlich sei, sich bewahrheitet. Mac Mahon wäre daun an der belgische Grenze ebenso isolirt, wie Bazaine in Metz, der Kronprinz von Preußen und Friedrich Karl hätten nun wieder freie Hand und werden wohl nicht zögern, den glänzenden, fast beispiellosen Er-olgcn über die beiden Hauptarmeen Frankreichs noch die Bewältigung des jedenfalls nur schwachen, von Paris zu erwartenden Widerstandes hinzuzufügen. Dort wird an den Vorbereitungen zum Empfange der Deutschen emsig gearbeitet, die Befestigungswerke werden in Stand gefetzt, die von Brest und Cherbourg entlehnten Posiliousgeschütze eingesührt. Die 70.000 Mann zählende Pariser Nationalgarde exer-zirt mit unermüdlichem Eifer. Die Gesammtslärke der Paris vertheidigenden Truppen dürste etwa 120.000 Mann betragen, die aber, nicht geübt, zwar geeignet fein dürsten, hinter schützenden Wällen einigen Widerstand zu leisten, für Offensivstöße jedoch, wie sic eine hartnäckige Vertheidiguug erfordert, nimmer zu brauchen wären. Die schweren Niederlagen, welche die französische Armee im Kampfe gegen die deutschen Heere erlitten hat, haben die polnische EMigration in Frankreich, der Schweiz und der Türkei veranlaßt, alle ihre waffenfähigen Mitglieder der franzö» fischen Regierung zu jeder Hilfeleistung bei der Verteidigung von Paris zur Verfügung zu stellen. Die französische Regierung hat, wie polnische Blätter melden, dies Anerbieten angenommen. Alle als direkt und telegrafisch von Bazainc stammend in Paris veröffentlichten Nachrichten sind in Paris geschmiedet, da Bazaine keine telegrafische Verbindung mit Paris hat und ein etwaiger Bote desselben eine volle Tagreise zwischen Metz und der nächsten französischen Telegrafen-Station zurückzulegen hätte. Den Deutschen vor Metz ist eine Korrespondenz in die Hände gefallen, die von der in Metz eingeschlossenen Hauptarmee durch einen Spion nach Paris abgeschickt worden war. Der Pariser „Figaro" versichert, Marschall Bazaine habe Miontags die Liavallerie des Prinzen Friedrich Karl überrumpelt, welche hiebei vollständig vernichtet seiu soll. In Folge dieses Erfolges sollen die beiden Armeen Bazaine's und Mac Mahon's Stellungen eingenommen haben, welche ihren Rückzug vollständig sichern. (?) Ungefähr fünf Stunden unterhalb Basel, bei Bellingen, gingen znka 50 Mobilgarden über den Rhein, zerstörten die Telegrafenleitung und gingen alsdann zurück. Es wurden militärische Maßregeln gegen die Wiederholung solcher Einsälle getroffen. Auch die Baiern bekommen jetzt ihre Mi-trailleufen. Wenigstens schreibt man aus München vom 26. August: „Ans der Augsburger Kanonengicßerei ist in den letzten Wochen eine größere Anzahl von Mitrailleuscn heivorgegaugen. Man hat die Konstruktion derselben durch die Vergrößerung des Streukegels insofern zu vei besser» gesucht, daß die Geschosse nun eine weniger gleichmäßige Flugbahn nehmen. Es ist wahrscheinlich, daß diese fürchterlichen Mordmafchinen noch in dcm gegenwär- tigen Kriege gegen die Franzosen ihre Probe zu bestehen haben." Dem Briefe eines deutschen Arztes entnehmen wir, daß die Verluste des deutschen Heeres nur am 16. August au Todten und Verwundeten die von Königgrätz um das Doppelte übersteigen. Glücklicher Weise sind fast 90 Prozent Leichtverwundete; cS frägt sich nur,, wie weit die Verletzungen des FußcS oder der Hand (sie sind die häufigsten) auf die Arbeitsfähigkeit sür die Zukunft dieser Braven ein-wirken. Die Franzosen haben übrigens mindestens dieselben Verluste wie die Deutschen und verhältniß-wäßig mehr Todte. UebrigcnS sind die Verluste der Deutschen erklärlich. Im Gegensatz zu ihrer früheren Kriegführung greifen die Franzosen jetzt immer zur Defensive und überlassen den Deutschen die Offensive. Die fortwährenden Stürme auf Berge und Verschanzungen dezimiren die Deutschen, schmelzen die Regimenter zu Kompagnien zusammen, die ein Unteroffizier führt. Aus Rheims melden mehrere Berichte übereinstimmend, daß drei- oder vierhundert Nachzügler von dem Korps de Failly dort die auf dem Bahnhofe aufgespeicherten Vorräthe in der schamlosesten Weise geplündert haben. Es waren meistens Leute von der Artillerie, die sich schon zuvor mit Hehlern verabredet hatten, welche letzteren unweit davon lauerten und die verschiedenen Artikel natürlich zu Spottpreisen aufkauf-ten. Ueber 150 Waggons wurden auf diese Art geplündert, Tonnen mit Wein und Pulver, ohne Rücksicht auf die Feuersgefahr, mit Kartouchen, Kanonenkugeln, Haubitzen, Koffern, gesalzenem Fleisch untereinander auf die Straße geworfen. Für ein ganzes Stück von feinem Tuch zahlten die Hausirer 50 Centimes, für einen Ballen Kaffee 1 bis 9 Francs, für einen Huk Zucker 50 Centimes. Etwa 50 von diesen Banditen, darunter auch mehrere Tnrkos, wurden endlich von einem herbeieilenden Bataillon mobiler Garde gefangen genommen, während die anderen entwischten. Die Blätter dringen natürlich auf strenge Bestrafung. DaS geschah in Rheims, beinahe unter den Augen des Kaisers! Politische Rundschau. Laibach, 2. Septembet. Gegenüber der Behauptung der czechischen Blätter dementirt der „Pester Lloyd" in seinem Abendblatte die Einfluß» ah me Andrassy's auf die czechische Frage. Weder direkt, noch indirekt habe Andrafsy die Aktion in der czechischen Frage beeinflußt, nicht einmal sich stets genau insormirt. Der Standpunkt der ungarischen Regierung sei: Festhalten am Dualismus, Nichteinmischung in die inneren österreichischen Angelegenheiten, Bestand der Delegation; den ModuS, wie diese zu Stande komme, den Völkern und der Regierung Oesterreichs überlassend. Aus den Landtagen liegen folgende Berichte vor: In Prag leisteten die sämmtlichcn Ab- geordneten, deren Wahl vcrisizirt wurde, das Au-gelöbniß. Die kaiserliche Botschaft wird einer aus den Abgeordneten Clam-Martinitz, Karl Schwarzenberg, Leo Thun, Hasncr, Herbst, Schmeykal, Rieger, Sladkowsky und Zeithammer bestehenden Kommission zngewiesen. In Graz erklärten die Klerikalen und Sloveneu durch Dr. Maasseu, nur uuter Rechtsverwahrung in den Reichsrath zu wählen, worauf die Wahl vor sich ging. In Klagenfurt wurde die Adresse, welche die Befriedigung über die Neutralität ausdrückt und das Festhalten an der Verfassung betont en bloe angenommen, und hierauf in den Reichsrath gewählt. In der ersten Sitznng, welche am 30tett die böhmischen A u s g le i chsd c p u t a t io n e n hielten, hcnschte das beste Eiuvcrständniß. Die Czechcn verlangen Garantien für den Schutz ihcer Nationalität, was von Seite der Deutschen die bereitwilligste Zustimmung fand. Von der staatsrechtlichen Frag? war nicht die Rede. Der Leiter des Handelsministeriums, Baron v. Pietis, schloß siw dcm t-eutschen Club an. Die deulschci, Abgeordneten haben im Prager Landtag eine nachstehende Erklärung abgegeben: Anläßlich der eingebrachten Verwahrungen (Seitens der Feudalen) erklären die deutschen Abgeordneten, daß jene Verwahrungen den angelobten Rechten und Pflichten der Laudtags-Abgeordneten nickt präjudizi-ren, und daß sie ihre beschwornen Pflichten als Landtags-Abgeordnete erfüllen werden, treu der Verfassung des Reiches und des Landes, an der sie sest-halten. — Die czechischen Blätter erklären, die cze-chischen Abgeordneten seien von der kaiserlichen Botschaft ganz unbefriedigt. Sie tadeln zugleich die Abgeordneten wegen ihres Wiedereintrittes in den Landtag und glauben, daß der Zweck des Eintrittes, die Anhörung der kaiserlichen Botschaft, erreicht sei, und daß die czechifchen Abgeordneten somit nichts mehr im Landtage zu thun haben, indem sie nie den Reichsrath beschicken werden. Die Anzeichen mehren sich, daß auch das deutsche Volk entschlossen ist, jede fremde Einmischung beim Friedensfchluß mit Frankreich abzuweisen. Einein Berlin stattgehabte, vom Oberbürgermeister Seidel und den Abgeordneten Löwe und Unruh einberufene Versammlung von Notabilitäten aller Parteien nahm einstimmig einen Ausruf an das deutsche Volk an, welcher zu einer Adresse »n den König auffordert. In der letzteren wird die Beunruhigung ausgesprochen über die Berichte, daß eine fremde Einmischung bemüht sei, den Preis der heißen Kämpfe zu beschränken. Deutschland müsse die Forderung seiner Wohlfahrt allein berathen. Das Volk erneuere das Gelöbniß, treu auszuharren, bis es der Weisheit des Königs gelingt, unter Ausschluß jeder fremden Einmischung Zustände zu schaffen, welche das friedliche Verhalten des Nachbarvolkes besser als bisher verbürgen, die Einheit und Freiheit des gesammten deutschen Reiches begründen und gegen jede Anfechtung sicherstellen. Die liberalen deutschen Abgeordneten beabsichtigten, wie der „Pr." aus München telegrafier wird, nach der Einnahme von Paris einen Abgcord -netentag abzuhalten und auf demselben folgende Wünsche auSzusprechen: Elsaß und Lothringen sollen nebst den Kriegskosten von Deutschland gefordert und ein Protest gegen jede fremde Vermittlung oder Einmischung ausgesprochen werden; ein deut-sches Parlament mit gemeinsamer diplomatischer Vertretung nach Außen und gemeinsamer Heeresverwaltung soll gebildet und von den Süddeutschen überdies ein Protest gegen die Unfehlbarkeit erhoben werden. In Paris wird der Wirrwarr immer größer; Uder Tag bringt eine Unzahl neuer Berichte über Zwiespalt zwischen den Imperialisten und ihren Gegnern. Diese Uneinigkeit macht sich in der Kam-Wer in der leidenschaftlichsten Fehde zwischen beiden Parteien, in den Journalen als erbitterte Polemik im Vertheidigungs-Ausschuß als Gegensatz zwischen Trochu und Palikao geltend. Mit dem Plane, die Regierung in e ine P r o vi n z i alsta dt hinter der Loire zu verlegen, hat es seine volle Richtigkeit; die „France" bestätigt die betreffenden Gerüchte, indem sie erklärt, es werde dafür Sorge getroffen, daß, falls Paris von der regelmäßigen Verbindung Urit den Departements abgefchnitlen werden sollte, diese auch fernerhin admiuistrirt werden könnten. Zwei oder drei Minister würden nach Bourges oder Nach Tours gehen, um von dort ans die nationale Artheidigung zu leiten. Die Mehrzahl der Pariser "Ater fährt fort, zu einem energischen Widerstande ^, der Hauptstadt aufzumuntern und fängt aber Michzeitig in Uebereinstimmung mit dem vorstehenden Plane an, einen weiteren Widerstand zu predigen, wenn auch Paris genommen werde. Aus der Sitzung der französischen Kammer am 31. August wird aus Paris beachtet: Keller gibt Nachrichten über die patriotische Haltung der Bevölkernng Straßburgs angesichts der Beschießung bekannt und verlangt Ernennung Kommission und deren Entsendung an den T^berrhein zur Bewaffnung der Bevölkerung, die >'ch wie Ein Mann erheben würde. Keller gibt das Verhalten Preußens gegeu Straßburg dem Unwillen Europa's anheim. Die Kammer erhebt sich einmüthig zu Ehren Straßburgs und erklärt, die Stadt werde nie aufhören französisch zu sein. Palikao schließt sich dem Lobe der Bewohner Straßburgs an und hebt die nicht minder lobenswerlhc Haltung des Kommandanten und der Besatzung hervor. Palikao weist den Antrag Kellers zurück und fordert das Vertrauen der Kammer. Auch kündigt er an, ein französisches Freikorps sei in das Gebiet Badens eingedrnngen; bisher seien 200.000 Preußen kampfunfähig. Die preußischen Kriegskosten betragen täglich 10^ Millionen Franks. Die Kammer wird den Antrag Kellers in der Abendsitzung beralheu. Die republikanische Partei in Spanien hat beschlossen, alles für eine entscheidende Demonstration voizubereiten und der Entwicklung der Dinge in Frankreich mit Aufmerksamkeit zu folgen. Castclar und Orenfc wiesen auf den sichern und nahen Sieg des republikanischen Princips hin. Die cuglischeu Blätter finden die Absicht, Paris als Festung vcrthcidigen zu wollen, absurd. Daily News sagt hierüber: ,,Paris, das sich un-nöthigerweise belagern lasse» will, nur um einem Ehrenpunkt Genüge leisten zu wollen, ist ein eben solcher Anachronismus, als es der Fall wäre, wenn König Wilhelm darauf bestände, daß man die kaiserliche Familie in Ketten an seinen Wagen fessele, oder als wenn Graf Bismark das Abschlachten der Gefangenen anordnen wollte, um damit dem Kriegs-gotte auf dein Macsfelde zu opfern." Zur Tagesgeschichte. — Heute noch auf hohen Rossen, müssen die Panduren von Szölös (Biharer Komitat) morgen schon den Dieben zn Fuß nachsetzen. Sie hatten die Armen zu sehr belästigt, da verschworen sich diese gegen die berittene Obrigkeit nnd stahlen ihr die Pferde. — Ein preußischer Oberst, Prinz v. Holstein, hat Emil von Girardin eine Wette auf 20.000 Franken angetragen, daß er am 16. September in Paris vor Girardins Fenstern in seiner Uniform spazieren gehen werde. Girardin Hai die Wette angenommen. — Von dem preußischen Gardefchüz-zenbataillon waren am Ende der Schlacht von Gravelotte von 1000 Mann nur noch 320 Mann, nicht einmal ganz unverwundete, übrig. Nur ein Offizier, ein Premierlieutenant, war unverwundet übrig geblieben. — An die bekannte spartanische Mutter erinnerte die Frau eines Landmannes in der Gegend von Osterburg (Altmark). Als sie auch den siebenten Sohn zur Fahne schickte, sagte sie zu ihm: „Jetzt gebe ich auch den Siebenten hin, kommen aber nun noch die Franzosen in's Land, so braucht ihr alle nicht wieder zu kommen!" — Die österreichische Gesandtschaft in Paris hat ihre Archive nach Brüssel in Sicherheit gebracht. — Nach einer Profezeinng des Nostra -d a m n s soll das zweite französische Kaiserreich nicht länger dauern, als 18 Jahre weniger ein Vierteljahr. Napoleon III. kennt diese unheimliche Profezeiung und befürchtet daher seinen Sturz am 2. September 1870, da er am 2. Dezember 1852 Kaiser geworden. — Preußische Uhlauen, die sich zum Schrecken Frankreichs und zu Helden zahlloser Geschichten gemacht haben, haben eine heillose Verwirrung iu der französischen Verwaltung hervorgebracht. In St. Dizier machten sie sich den Spaß, allerhand verwirrende Befehle mit der Signatur des Präfekten oder Bazaiue's nach den südlichen Departements zu schickeu, Truppeusendnngen abzustellen, eine Revolution anzuzeigen n. dgl. m. Im Ministerium des Junern hat man beinahe einen Tag verloren, alle diese Mi-stisikaitonen zu redressiren. — Ein Brüsseler Korrespondent der „Br. Z." schreibt: „Eine merkwürdige Thalsache kann ich Ihnen miltheilen: Die Siege Preußens und der drohende Untergang des französischen Kaiserreiches haben auf den geistigen Zustand der Witwe des unglücklichen! Kaisers Maximilian von Mexiko eine überraschende Wirkung geübt. Die Prinzessin Charlotte liest mit großem Interesse wieder die Zeitungen und unterhält sich mit großer Klarheit über die politischen Verhältnisse. Das jetzige Schicksal Napoleons bezeichnet sie als ein Werk der vergeltenden Vorsehung wegen seines Treubruches gegen ihren Gemal. Die Aerzte haben Hoffnung, daß die Prinzessin von ihrer Ge-müthskrankheit genese." — Aus der englischen Insel Jersey wird der „Pall Mall Gazette" geschrieben: „Jersey befindet sich in einem Zustande der größten Aufregung. Ich kann nicht behaupten, daß hier irgendwelche Simpa-thien für Preußen herrschen, aber jedermann hofft, Frankreich werde den Kürzeren ziehen. Am 14. gab ein Methodistenprediger der öffentlichen Meinung in naivster Weise Ausdruck. Er betete nämlich: „O Herr, Gott der Güte, gewähre uns den Frieden. Ja, Herr, möge Friede herrschen auf Erden. Aber, wenn das nicht Dein göttlicher Wille ist, o Herr, erhöre mein Flehen, daß die Franzosen ganz gehörige Schläge bekommen." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (In der gestrigen Konferenz des ?. Klinkowström) setzte es abermals einen Skandal ab. Der Redner gab seiner Betrachtung über die Hölle eine jener bizarren Wendungen, die auf die Erschütterung des Zwerchfelles der Zuhörer berechnet sind. Seine Beweisführung rief ein schallendes Gelächter hervor. Der Redner verwarnte seine Zuhörer wegen solch ungeziemenden Benehmens. Da erscholl der Ruf: Hinunter mit ihm! und es folgten mehrere Rufe: Hinaus mit ihm! Hierauf allgemeines Gemnrre, ins-befonders zeigte sich die Frauenseite sehr aufgeregt. ?. Klinkowström ließ sich durch diese peinliche Szene nicht außer Fassung bringen und führte die weitere Konferenz ohne Unfall zu Ende. Nachträglich erfahren wir aus der „Danica," daß der jokofe Jünger Loyola's in der dritten Konferenz sich auch mit dem „Tagblatt* beschäftigt und den ihm gemachten Vorwurf, daß seine Ausführungen zusammenhanglos seien, als Blödsinn bezeichnete. „Danica" charakterisirt den geistlichen Konferenzler als einen Mann, der mit der Keule geradezu auf die harten und ungläubigen Schädel der Liberalnchi losschlägt. Demnach ein echter Jantsch-berger! — (Die Münzscheine zu 10 Kreuzern und die Silberscheidemünze zu 6 Kreuzern K. M.) mit der Jahreszahl 1848 und 184S werden laut kaiserlicher Verordnung vom 29. August nur mehr bis einschließlich den 30. September 1870 in ihrem bisherigen Umlausswerthe eingelöst. Nach Ablauf dieses Termines entfällt hinsichtlich der Münzscheine jede weitere Einlösungsverbindlichkeit und sind dieselben vom 1. Oktober 1870 angefangen nn-giltig. Vom 1. Oktober 1870 angefangen wird die Silberscheidemünze zu 6 Kreuzern K. M. der Jahreszahl 1848 und 1849 nur mehr gegen Vergütung des Materialwerthes in Silber von dem k. k. Hauptmünzamte in Wien und von den Gold- nnd den Silber-Einlösungskassen bei den Punzirungsämtern in Linz, Prag, Krakau, Lemberg, Graz, Bregenz und Triest zur Einlösung übernommen. — (Schlechte Früchte der Jesuiteu-Missionen.) Als Heuer in Sittich eine Jesuitenmission abgehalten wurde, leistete auch der Lokalist von Ja-vorje durch mehrere Tage Aushilfe im Beichtehören. Eine große Schaar von Betschwestern umlagerte seinen Beichtstuhl und es setzte unter den Büßerinnen einen förmlichen Kampf ab, welche früher an die Reihe kommen werde. Der geistliche Herr, als ein Mann von sehr reizbarem Temperamente bekannt, sprang in der größten Aufregung ans dem Beichtstühle 'und räumte energisch unter den Ruhestöreriuuen auf, indem er ein Paar Mädchen ergriff und an die nächststehende Kirchensäule mit aller Gewalt schleuderte, so daß die unglücklichen Opfer seiner Friedensmission mit blutenden Köpfen die Kirche verlassen mußten. Kurze Zeit darauf predigte Her nämliche Geistliche in seiner Pfarrkirche zu Javorje. Die Missionspredigten der Jesuiten mit ihrem theatralischen Aufputze mochten ihm vor der Seele geschwebt sein, denn plötzlich griff er mit ze-lotifchem Eifer nach dem anf der Kanzel befindlichen Kruzifixe, hob es aus dem Halter heraus und apo-strofirte seine Psarrkinder: „Wer schon nicht an Christus glaubt, der möge auch das Bild deS Gekreuzigten mit Füßen treten." Bei diesen Worten schleuderte der Lokalist das schwere Kruzifix mit solcher Gewalt unter die zu seinen Füßen versammelten Andächtigen, daß es von den getroffenen Köpfen der Pfcirrkinder hohl widerhallte und ein Angstschrei die Räume der Kirche erfüllte. Glücklicherweise hatte dieses gefährliche Experiment keine schweren Körperverletzungen zur Folge, die Betroffenen kamen außer einigen leichten Berwundun-gen an den Köpfen und ein paar gespaltenen Lippen mit heiler Haut davon. Wie wir vernehmen, ist gegen den exaltirten Priester die gerichtliche Untersuchung im Zuge. .. Eingesendet. Seitdem Seine Heiligkeit der Papst dnrch den Gebrauch der delikaten RöVkIöseiörö du glücklich wieder hergestellt und viele Aerzte und Hospitäler die Wirkung derselben anerkannt, wird niemand mehr die Heilkraft dieser köstlichen Heilnahrung bezweifeln und führen wir die folgenden Krankheiten au, die sie ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichst, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-anssteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Plnskow, der Marquise de Br6han, — Nahrhafter als Fleisch, erspart die lisvalkseisre bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Zertif. Nr 73.416. Fasen in Steiermark, Post Pirkfeld, 19. Dez. 1869. Mit Vergnügen nutz pflichtgemäß bestätige ist die gilu stige Wirkung der RevLlekeiörv. Dieses vorlrefsliche Mittel hat mich voii entsetzlichen Athembeschwerden, beschwerlichem Husten, Bläbhals nnd Magenkrämpfen, woran ich lange gelitten, befreit. Binzenz Steiner, pens. Pfarrer In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Lsvaleseierö Liiooolatöö in Tabletten für 12 Tasten fl. 1.50, für 24 Tasse» fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Taffen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 'Taffen sl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumenr; in Pest Török: in Prag I. FUrst; in Preßbnrg Piöztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 2. September. Dichter Morgennebel, Bormittag beiter, Nachmittag zimebnieiidc Bewölkung, Südwestwind. Wärme: Morgens 6 Ul,r -s- 7.8", Nachm. 2 Mr-s- 18.0" (1869 -f-9 7°, IM -t-19.l°). Barometer im fallen 326.12'". Das gestrige Tagesmittel der Wärme 10.4», um 3.2" unter dem Normale. Ari!'>e!ou!mene Fremde. Am 1. September. 8t«,»« »». Schüler, Triest. — Weiuberger, Kaiifiu., Wien. - Cichini, Seekadet, Pola. — Bcrnay, Reittier, Wien. — Langer, Poganitz. — Schwidernoch, Ingenieur, Wien. — Sponer, Telcgraseiiinspektor, Triest. — Hink, Äj;ent, Prewald k Potocnik, Ingenieur, Skrad. — Ciechanowzw, Kiew (Rußland.) - Deimniler, Kaufm., Berlin. — Ku-bitscheg, Beamte, Radmannsdorf. — Jakober, Äemo. --Babulic, Professor, Agram.___________________________, Verstorbene. Den 1. September Der Gertraud Michevc, Kaischlers-witwe, ihr Kind Johanna, alt 4'/. Jahre, am Moorgrunde Nr. 56 au der Ruhr. — Dem Herrn Matthäus Brecelnik, Gastgeber und Obsthändler, sein Kind Johann, alt 9 Tage, in der St. Petersvorstadt Nr. 17 am Kinnbackenkrampse. — Ursula Dobnikar, Inwohnerin, alt 65 Jahre, im Zivilspital an Altersschwäche. Anmerkung. Im Monale August 1870 sind 73 Personen gestorben, unter diesen waren 42 männlichen und 31 weiblichen Geschlechtes. Telegramme. Prag, l. Scpiembcr. Der Landtag nahm einstimmig den Kommissionsantrag auf den Erlaß einer Adresse an den Kaiser an und wählte die diesbezügliche aus einundzwanzig Mitgliedern bestehende Ädreßkommission. Hierauf Wahlverifiziiungen und Eidgelöbnißleistung. Zeithammer beantragt die Vertagung des Landtags bis zur Erledigung der Avreffe, da er den gegenwärtigen Landtag nicht für legal halte. Leo Thun unterstützt den Antrag Namens der Großgrundbesitzer. Herbst und Schmeyka! betonen die Gesetzmäßigkeit des Landtages. Sodann vertagt der Oberstlandmarschall in Folge Beschlusses der LandlagSmajoritüt den Landtag auf unbestimmte Zeit. Die Deutschen enthielten sich der Abstimmung. Berlin, 1. September. (Offiziell.) Ans Ba-rennes wird vom erste» September, Bo>mittags 9 Uhr, telegrafirt: Der Versuch Mac Mahou's, Mey zu entsetzen, ist durch die Operation der letzten Tage und die Schlacht vom 30. August völlig vereitelt. In der Schlacht wurden mehr als zwanzig Geschütze genommen. Der Verlust der Feindes ist außerordentlich groß, unser Verlust dagegen verhältnißmäßig gering. Früh nahmen preußische Uhlanen und Husaren zwei von der feindlichen Infanterie besetzte Dörfer bei Sedan. Brüssel, 1. September. Nach der „Jndepen dance" verlangte Kaiser Napoleon von Mac Ma-hou 30.000 Mann zur Deckung des kaiserlichen Prinzen, der sich in Avenes aushält. Mac Mahon soll dies Verlangen abgeschlagen haben. Nmnur, 1. September. Eine französische Äbtheilung ist über die belgische Grenze gedrungen. Man will die Neutralen damit zur Aktion drängen. Paris, 1. September. Das heutige Amtsblatt meldet: Der Knegsminister ordnete die Heranziehung von Hunderttausend Mobilgarden ans den Departements zur Vcrlheidigung von Paris an. An die geehrten Herren Beamten und Bürger in K3.änis.rik8äork: Ein letztes herzliches Lebewohl! Julius Kubitschck. (342) Die seit 36 Jahren mit bestem Erfolge bestehende MiMK-Lehr- und LrÄökunZs-HMLlt M Laibach, in welcher der Lehrkurs ordnungsmäßig mit 1. Oktober beginnt, übernimmt auch während des Schuljahres Zöglinge zur Ausbildung Unterrichtssprache deutsch nnd italienisch. Auf Berlangen werden Aspiranten für die Prüfung zur Auf,lahme als einjährig Freiwillige in der Armee vorbereitet. Programme bei (321-2) FeMmiml W»1>r, Direktor. Du?rLktik3.nt wird in eine Galantcriehandlung aufgenommen. Näheres in der Expedition des „Tagblatt." s344—1) Erste regelmäßige kenei'sI-Vek'Zsmmlung der krailiischen Industrie-Gesellschaft NE" 20. L87tt Abends ü Uhr, im Direktions-Bureau der Gesellschaft. kl!«« eiistüttäe «Ivr Verli»»«!!»»« : a) Bericht über die Ergebnisse des abge-lanfenen Geschäftsjahres. I») Prüfung der Jahresrechnung, c) BerwendnngdesGeschäfts-Erträgniffes. tl) Antrag des Verwaltnngsrathes bezüglich der im Portefenille befindlichen Aktien der Gesellschaft. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht anszu-übeu beabsichtigen, werden im Sinne des Z 10 der Statute» ersucht, ihre Aktien bis 10. September bei der Gesell-schastskasse zn deponiren und die Legitimations-Karten daselbst zu behebe». (331—3) Der Obmann des Verwaltnngsrathes. Häuser M Verkauft. Die beiden in der Landeshauptstadt Laibach gelegenen, zum Josef Jaschi'schcn Verlasse gehörigen Häuser Nr. 8 in der Gradischavorstadt und Nr. 20 in der Vorstadt Krakau sind ans freier Hand unter dem Käufer sehr günstigen Bedingnissen sogleich zu verkaufen. Das Haus Nr. 8 enthält 0 Zimmer, 4 Küchen, l Keller, I Boden, 1 Holz-läge und wirft einen jährlichen Miethzius von 232 fl. ab. Das Hans Nr. 20 enthält 12 Zimmer, 3 Küchen, 2 Keller, 4 Holzlagen nnd wirft einen jährlichen Miethzins von 317 fl. ab. Zn diesem Hause gehört auch ein sehr hübscher ertragsfähiger Garten. Kauflustigen ertheilt weitere Auskunft Herr Karl Ictmbornino, Juwelier am Kongreßplatze, so wie anch die Advokaturskanzlei des Herrn Hiv Xai'I kkartiirti, Hauptplatz, Rößmann'sches Hans zweiten Stock. (339—2) Wiener Börse vom 1. September. LraLtsLoQäs. >perL. öster-r. Wäbr. . dto. Rente, öft.Pap. vro. dto. öft.inSild. ose von 1854 . . . oss von 1860, gan;e >'-ie von 1860, Fünft, lträmiensch. v. 1804 . Srnnäsutl.-Od!. Steiermark zubpCt. tarnten, Ära,n u. Küstenland 5 „ Ingarn. . zu5 „ ^roat. u. Slav. 5 „ Hiebenbürg. „ 5 , .ltationalbank . . . Kreditanstalt . . /!. ö. EScompte-Gcs. Ln>ll°-°st-rr. L--n» . Oest. Bodencrcd.-A. . O.-st HYP°l!?.-ivan' -Stcier. Esc°mpt.-B!. ik»'s. S-rd^N-rdb. . Slldbahn-S-s-ll'ch. . rarl-Ludwig-Bahn Sjebenb. Eisenbahn . Ikais. granz-Jofefsb.. z'ünfl.-Barcser E.-B. iUsöld-Fium. Bahn . k>ts.ilLdrlsks. Hation. ö.W. verloSb. Lng. Bod.-Creditanst. Lllq.öst.Bod.-Er-dtt. dto. in S3 s. rück,. . S-Id KH.Iitt «o.rn g!,.?s !I».7d IIH5« Ware! —jOcst. Hypoth.-Banl. A 7g!l-^or,tLts-0dU». 8!.-!Südb.-G-I. ,uSO»Fr. 91.—1 dto. BonS 6 V«t. 10l'.25 114.— 77.—. 77.50 79.—! 80-73.25 73.75 689.- 690.-2Sü.—^255.5l> 858.- 862.— 226.— 226.5t> ^ 74^-^ 76^- 1990 2000 193 75 194.— 207.50 208.— 237.50 164.- 180.50 159^75 91.— 87.— 105.— ! 87.- L38.— 164.50 181.— 160^85 88 — 105.50 88. Nordb. (IM». ^M.) Sieb.-B.vfl.o.W.) Mudolfsb.ksoofl.ö.W.) gran>-J°s. <200 st.S.) I.0SS. Credit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampfsch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . Triester 100 fl. CM. . dto. 50fl. ö.W. . Osener . 40 fl. ö.W. Salm . » 40 „ Palffy . ^ 40 ^ C/ary . » 40 „ St. GenolS^ 40 „ Windischgrätz 20 , Waldflein . 20 „ «eglevich . io „ Rudolfsstift. 10 ö.W. ^voL«o1(3Mou.) «ugSb. ivOfl.südd.W. Franks. Ivo fl. „ ^ London 10 Pf. Sterl. Paris 100 tzraucS . LHÜQLSN. Kais.Münr-Ducateu. 80-FrancSstück. . . BereiuSthaler . . . Silber . . Geld War« 113.50 91.50 87.— 88 — 91.25 153.— 85. 115.— 54.— 27.— 38.— 27.— 31. 27 18.— 18 — 14.— 14.-- 104.— 104.50 184.75 4S.50 5.S1 S. 93» 1.1 123.— 92.— 87.25 89 — 91.75 153 50 90.— 125.— 58.— 30.— 40.- 31.— 33.— 31.— SO.— 20.— !6.— IS.- 105.50 105.- 125.— SV.— L.S3 S. 94 r-va 183.50 Telegrafischer Wechselkurs von, 2. September. 5perz. Reilte österr. Papier b6 65. — Sperz. Rente Herr. Silber 6V. —. — 1860er Staatsanlehen 90.75. — Bankaktien 695. — Kreditaktien 254.—. — London l25^--- Silber 123.25. — K. k. Mlinz-Dukaten 5.92. — Na-poleonsd'or 9.r>3. ______ Verleger und für die Redaltion verantwortlich: Otto mar Bamberg. Druck von Jgn. v. Äleinmayr L Fed. Bamberg in Laibach.