sr Preise: Für Lsibach SiMjjährig . . . 8 fi. «0 kr. halbjährig . . . 1 , r» » 8»rtelj»hrig. . . s , 10 » Slouc-llich . . . — , 70 » Laidacher Mit der Post: Ganzjährig . . . 11 fl. — kr. brlbjährig . . . b , so, S L ltährig. . . L , 7i. ifLr ^uü'.lluLg is« Hau» vterlel- iädrig LS kr., monatlich 9 kr. L^iel»« KLL!W«rn S kr. L k r a ji t i L n: Bahnholzasic Ni. l-i» Lkpcdüic!, und Zuscratru önrcau: Aongreßpla^ -ill. 8i (BuHbandlurg von I. v.Kiciumavr L F. Bambcrz) Iujlrii>ü:s-re>sr: Für dir einsxaN'ae Pe!il- ü k» bei zweimaüjjcr Einl!d.Uli!l!!> L 5A! dreimal L 7 kr. JnIertionSstemve! jsoe^mal W kr. Sei größeren In^-al.-n Uno östrre! Einschaltung -n!spr<< i»abo.!.r. AuovyM-: Mn r>. 'rdcn «kHi Manuskripte "i-t ^«rftckciesendet. Nr. 173. MitlWOäv "i. .^Uil lN2. — Morgen: Petri Kettf. 5. Jahrgang. Wonnements -Linladung. Mit 1. Augu st 1872 beginnt ein neues Abonnement auf das „Lcnbachcr Tc,«;blatt." Bis Eude August 1872: Für Laibach .................................70 kr. Mit der Post.................................95 kr. Bis Eude Deceinber 1872: Für Laibach...............................3 fl. !)0 kr. Mit der Post..............................4 fl. 65 kr. Für Zustellung ins Haus monatlich ö kr. MP- Auf das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonuirt werden, doch mnß das Abonnement immer mit Schlich eiucs Monates ablaufen. Gesniidheitsbehörde oder Gesundheitö-rath? (Schluß) Wir haben in Oesterreich ein weit gehendes gemeindliches Selbftvcrwaltungsrcchl. Städten, wie Laibach, kommt noch der übertragene Wirkungskreis der untersten staatlichen politischen Behörde zugute, so daß die Gemeinde im Sanitätöwesen die gesammte Verwaltung in d?r Hand hat, wobei der wichtigere Theil, der eigentliche sanitätspolizeiliche, in ihren selbständigen Wirkmigdkreiö fäll!. Dieser umfaßt die Sorge für Entfernung der die Gesundheit bedrohenden Schädlichkeiten, die z. B. aus Ueberfül-lung oder schlechter Lage der Wohnungen, schlechten Aborlen, vernnreiiiiglem Trinkwafser, ans dem Betriebe verschiedener Gewerbe, ans Sümpfen, Anhäufung lhierischer AuSwurfsstosse uud Unralheö, ver. dorbeuen Nahrungsmittel», gesnndheilswidrigen Ge- schirren u. s. w. u. s. w. hervorgehen. In einer Reihe der in diesem Gebiete zu beseitigenden Schäden liegt die häuplUichiiche Ursache vieler epidemischen und sporadischen Erkrankungen, vielen Siechthnms; freilich hat die öffentliche Fürsorge sür die Gesundheit sich in diesem Gebiete auch aufs engste mit der öffentlichen Fürsorge für die Annen zu verständigen, denn die Noth, die Entbehrung ist gleichfalls eine fruchtbare Mutter der Krankheit und des Siechthums, umso fruchtbarer, da sie in der Regel mit einer Menge anderer üblen Einflüsse verbunden ist, denen die schlecht ernährten Organismen noch weniger Widerstand leisten können, als die hinreichend ernährte'.!. In der Noth kämpft eben der Mensch mit doppelt gebundenen Händen seinen Kampf ums Dasein; was aber vom Einzelmcnschcn gilt, das gilt auch von ganzen Gesellschaftsklassen, von örtlichen Gruppen der menschlichen Gesellschaft, dann von Stämmeu und Völkern. Wer dies erwägt, der wird die volkswirthschastliche und civilisatorische Bedeutung. des Gesundheitswesens begreifen. Ebenso mnß sich die Gesundheitsverwaltung mit Banpolizei, der Schulverwaltung u. s. f. verständigen, denen sie die hygienischen Bedingungen ditti-reu muß, welche jene zu beachten haben. Wir sehen, daß zum Studium der sanitären Verhältnisse und zur Ausfindnng der Mittel, sie zu bessern, die verschiedensten Fachkenutnisse uöthig sind; wir sehen, daß das Gesundheitswesen auch so wichtig in, daß es uicht als eiu Nebenbei, als ein Anhängsel der Verwaltung, sondern als ein Hanpt-gegenslaud, selbständig, aber mit entsprechender Fühlung mit ciuer Reihe anderer Verwaltungszweige behandelt werden muß. Es handelt sich ja nicht mehr blos nm eine oder die andere untergeordnete Amtshandlung, um bloße Entfernung eines Misthaufens, um Transport eines Kranken ins Spital, um Impfung oder Constatirung einer Epidemie, um Ucberwachnng einer Wascnmeisterci, um bloße Markt-nnd Fleischaufsicht, um einfache Durchführung einer höheren Anordnung, um irgend ewe sanitätSpolizei-liche Thätigkeit, die erst zur Abstellung eines Uebel-standes zur Hilfe gerufen wurde, es handelt sich »in die planmäßige Förderung derGe -suud heit der Bevölkerung durch das Gemeinwesen, aus ei ge ner I u i t i at i v e, eigener schöpferischer Thätigkeit. Wir bedürfen des Arztes, um die Krankheiten nnd ihre Quellen zu erforschen, um die physiologischen Bedingungen des Organismus klar zu stellen; des Chemikers zur Untersuchung einer Reihe von Gc genständen (Wasser, Nahrungsmittel, Kleidungsstoff Farben n. s. f.); der Baumeister und Ingenieure zur technischen Auffindung nnd Beseitigung der mannigfachsten sanitären Schäden; der Avministrativ-beamten, derjenigen, denen die Fürsorge für das Armenwesen obliegt u. s. w. Man sicht, mit Einzelkräften reicht man für die Gesai.imtarbcit nicht ans; so dringend nothwendig tüchtige hygienische, der Gesundheitspflege allein gewidmete Fachbeamte zur Erforschung der GesnndheitSverhältnisse und znr sanitären Controle sind, eben so nothwendig ist znr Leitung und reisen Berathuug der sanitären Maßregeln ein Collegium verschiedeuer Sachverständigen uud Männer der Gemeindeverwaltung. Dieses Collegium kaun nur konsultativ neben dem Magistrate stehen, oder ganz analog mit den Schulbehörden das städtische Gesundheitswesen, das ans der bisherigen bnreankralischen Verwaltung durch deu Magistrat anSgeschieden wird, Aeuill'eiorl. Quecksilber. Professor Hyrtl trat in den Hörsal uud führte mit einem menschliche» Oberschenkelknochen, den er mitgebracht hatte, vor dem versammelten Auditorium einen wuchtigen Hieb auf de» SectionSlisch — und siebe da! Taufende und Tansende kleiner silberglänzender Kügelchen entrollten dem Todten-bein, fielen als glitzernde Tropfen auf die schwarze Platte, da zu kleine» Inseln, dort zu Bäche» sich kiuigend. Das war Helles, lebendiges Quecksilber, welches bei Lebzeiten des Mannes in seiueu Körper gelangt, seiueu Organismus untergraben uud ganz gewiß cmm wescutlicheu Factor zur Zerstörung desselben abgegeben hatte. Und wie viel tauscud Leidensgefährten hat der Unglückliche, von denen die meisten jauin eine Ahnung haben, mit welchem gefährlichen Feinde sie Verkehren nnd wie sie ih„ bekämpfen sollen. Den Fachmännern ist es schon lauge kein Ge-heimnis mehr, daß Quecksilber für deu menschlichen Organismus ciu Gift ist. Schon die Grieche» und Römer kannte» es, Und GaleiiuS warnle mit prophetischem Sinne vor diesem gefährlichen Bundesgenossen späterer Aerzte. Den Arabern blieb es Vorbehalten, Quecksilber-Präparate in die ärztliche Praxis einzuführen, und der Franziskanermönch Theodoricns, später Bischof von Cervia, war der erste, der ans Quecksilber und Fett eine Salbe bereitete, die seit jener Zeit als sogenannte „graue Salbe" berühmt und berüchtigt geblieben ist. Da kam mit Beginn des 16. Jahrhunderts eine ucue Krankheit, gräßlicher als alle bishcr bekannten, und da ein paar Marktschreier, wie Barbä-rossa (Cheiradinuö) und der kühnste aller gelehrten Schwindler, Theophrastus Bombaslus Philippus Paracelsus rü) Hohenheim, behaupteten, durch den iuucrlicheu Gebrauch von Quecksilber dieselbe geheilt zu haben, so blieb den gelehrten Aerzten nichts übrig (?), als jenen zn folgen, uud von da an sehen wir das Ouecksilbcr bis auf den heutigen Tag eingebürgert im Arzeneifchatzc aller Nationen. Doch behauptete cs uie unbestritten seine Herrschaft, und zu allen Zeiten und allerorten wurde gar manche gewichtige Stimme laut, welche ernsthaft zu bedenken gab, ob die sichere Gefahr, der man durch den Gebrauch von Quecksilber entgegengeht, uicht viel größer sei, als der sehr fragliche Nutzen. Doch sind es nicht nur die Kranken, welche vom Quecksilber bedroht werden und die doch we- nigstens den einen Trost haben, daß sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben; auch viele gesnnde, rüstige Arbeiter des Geistes und des Stoffes werden durch das Quecksilber gefährdet. Sorgfältige Untersuchungen haben ergeben, daß das Onecksilber durch die Schleimhaut der Lunge, des Eingeweide-Tractes und höchst wahrscheinlich auch durch die Lederhaut in die Blntbahn überführt werden kann, daß aber jedenfalls weitaus das größte Quautum durch die LungcnschleimlMt eilige-führt wird. Diese These beruht ans der Erfahrung, daß die bloße Berührung des regnlinischen Quecksilbers ohne Einwirkung auf den lebenden Thurkörper bleibt, dagegen schon uuter Null Grad Quecksilber sehr stark ausdüustet, bei -j- 8° R. eine Atmosphäre bildet, deren Grenze nicht genan bestimmbar ist, aber schon bei -j->2"R. sich auf einen Meter oberhalb des Quecksilbers der Dampf desselben nachweisen läßt und demnach vom Quecksilber-Arbeiter mit jedem Athemzuge mpssenhaft auf die Lnn-geufchleimhaut gebracht wird. Wenn nur kleine Partien in die Blutbahn gelangen, so erregen sic oft nur eiu vorübergehendes Unwohlsein, das, wenn die Einfuhr des Giftes auf, hört, sich sofort wieder verliert. Wird jedoch mehr Quecksilber dem Organismus einverlcibt, als durch als selbständigen Zweig der städtische!! Verwaltung mit Executive bejvrgen, wobei der Wirkungskreis des Gemcinderalheö natürlich ungeschmälert bleibt. Bei der Wichtigkeit, daß Rath uns That im innigsten Zusammenhänge bleiben und einander ergänzen müssen, bei de» Erfahrungen, wie die wichtigsten sanitären Maßregeln überall in de» MagistratS-bureaux am einseitigem administrativem Standpunkte, an mannigfachen formalen Bedenken scheitern oder oftmals dort eine höchst nachtheilige Verschleppung erleiden, und bei Erwägung, daß der Geschäftsgang nur complicirler wird und die Gefahr von Reibungen entsteht, wenn die Beschlüsse des Gesundheits-rathes erst wieder den Urtheilen eines blos aus Laien bestehenden administrativen Rathsgremiums oder eines Einzelnadministrators unterworfen sind, ob sie durchzuführen seien oder nicht, wird man wohl ganz entschieden für die Eonstitniruilg des Gesundheitsrathes als städtische Gesundheitsbehörde stimmen, in deren Ressort die gesammte städtische Sanitätsverwaltuug füllt, die unter der GeschästS-lritung des Bürgermeisters steht und mittelst eines administrativen und Fachbureaus die Durchführung der laufenden Geschäfte und ihrer Beschlüsse besorgt. In dieses Collegium wären Mitglieder der Ge-meindevertretnng, namentlich der Polizei-, Armen-, Bau-, Schul- und Rechtssection, Ingenieure und Baumeister, Chemiker, Aerzte des Magistrates, namentlich der administrative Sanitätsreserent und der hygienische Fachbeamte, der Stadtphysiker, zu berufe». Bolle Initiative und möglichste Öffentlichkeit sind eben so unbedingt noth-wendig, wie die Heranziehung der praktisch e n A e r z t e zurMitarbeit amGesund -t, eitSwesen im höchsten Interesse der Sache ist. Durch erstere wird eine regere Thätigkeit gesichert und durch die Öffentlichkeit die Theilnahme und das Verständnis der Bevölkerung nach und nach geweckt und genährt. Die Theilnahme der Aerzte aber, welche zur Erforschung der sanitären Schäden und zur Durchführung der hygienischen Maßregeln in hohem Grade vortheilhast wäre, kann erwirkt werden durch Einreihung von Delegirten derAerzte Laibachs in das Gesuvdheilscollegium, und wenn in wichtigen hygienischen Fragen der ärztliche Verein zur Begutachtung herangezogen wird. Auf diesem Wege geht es vorwärts; mit der alten bureaukratischen Organisation gar nicht. Der consultative Gesundheitsrath ist durch die Zweitheilung der Verwaltung eines wichtigen Theiles seiner Wirksamkeit beraubt, selbst wenn seine Beschlüsse als maßgebend erklärt würden. Es sei nur erinnert, wie lange der mächtige wiener Gemeinderath gegen Urin, Stuhl und Schweiß ausgeschieden werden kann, so häuft sich das Gift im Blute, das dann seine Functionen nicht mehr vollständig erfüllt. Da wir hier nicht ausschließlich für Medici-11er schreiben, so sei es uns gestattet, statt einer ausführlichen Aufzählung der furchtbaren Formen der Quecksilber-Vergiftungen nur das Bild eiueS solchen Kranken zu entwerfen: Der Ouecksilber-Arbeiter magert ab, seine Augen sind eingefallen, mit tiefen, blauen Ringen umgeben, Lippen und Gesichtsfarbe bleich. Sein Zahnfleisch ist locker, seine Zähne fallen aus, und große Quantitäten eines ützenden, übelriechenden Speichels ergießen sich aus seinem Munde. Seine Sinnes-Functionen verlieren die gewohnte Lebhaftigkeit, das Sehvermögen ist getrübt, das Gehör geschwächt, die Muskeln erschlaffen, schrumpfen zusammen, der dreißigjährige Mann gleicht einem siebzigjährigen Greise, dessen Körper unaufhörlich zittert und schwankt, wie ein vom Sturme gepeitschtes Rohr. — Sollen wir das Bild noch weiter ausmalen, sollen wir sagen, daß das immer noch die mildesten Formen der Quecksilber-Vergiftung sind, der Grund und Bode», auf dem die schwereren Knochen-, Haut- und Gehirnkrankheiten aufsprießen? (Fortsetzung folgt.) die allgewaltige Herrschaft der geschlossenen bureau-kratischen Phalanx des Magistrates kämpft, der ihm untersteht, und daß d»s Resultat des Kampfes bis heute noch immer nicht die Macht und den Geist der Magistralsbureaux gebrochen hat. Und so sei diese Auseinandersetzung, die weit über die Absicht angewachsen ist, mit einigen Worten geschlossen, mit denen ich vor einem Jahre dem Landes-Sanitätsrathe die Reform der gemeindlichen Sanitätsverwaltung und ein eigenes Sanitätsstatut für Laibach empfahl, die zu wiederholen, man nicht müde werdeu darf, wenn man den sanitären Fortschritt will. „ZweiCardinalbedingungen stehen zum Gedeihen der Gesellschaft in jedem Gemeindewesen vor allen aufrecht, und diese sind Bildung und Gesundheit; mit der Befriedigung dieser beiden Bedingungen gedeihen alle ändern ökonomischen und politischen Fotschritts-Forderungen. Das zur rechten Zeit erkannt zu habe», wird einem Gemeindewesen nicht blos zur Ehre, sondern auch zum Vortheile gereichen, und darum entschließe man sich zu einer Reform, die nothwendig, ohne merkliche Belastung durchführbar und von hohem gesellschaftlichen Werthe ist. Je größer der Durchschnitt der physischen Gesundheit, je geringer der Durchschnitt des Krankseins, des Siechthums und der vorzeitigen Sterblichkeit ist, desto größer ist das geistige und materielle Wohlbefinden der Bürger!" _______________________Dr. Moriz Gau st er. Politische Rundschau. Laibach, 31. Jul,. Inland. DaS politische Interesse des Tages wird vorwiegend von den bedeutsamen Fürstenbe-gegnungen in Anspruch genommen, ^welche uns die jüngsten Tage gebracht und welche noch nächstens bevorstehen. Schon in den ersten Tagen des August wird unser Monarch den deutschen Kaiser Wilhelm in Salzburg begrüßen und beide Monarchen zusammen sich sodann nach Berchtesgaden begeben, wo der junge König Ludwig II. von Baiern sie erwartet. Immer deutlicher und erfreulicher tritt die Innigkeit der Beziehungen hervor, welche zwischen den beiden Kaiserhöfen besteht, und daß in diesen Kreis nun auch der König deS nach Preußen mächtigsten Gliedes des Deutschen Reiches tritt, kann gewiß nur als ein besonders günstiges Symptom aufgefaßt werden. Auch in Bezug auf die Monarchenbegegnung zu Anfang September in Berlin liegt nun die Nachricht vor, daß früheren Entschlüssen des russischen Hofes entgegen auch Ezar Alexander gleichzeitig mit Kaiser Franz Josef in Berlin verweilen wird. Die Opposition gegen die Schulgesetze ist jetzt der Gegenstand der interessantesten Enthüllungen in den nationalen Organen, die miteinander wetteifern, ihr den letzten scheinbaren Halt selbst unter den Füßen wegzuziehen. Nachdem schon neulich ei» czechisches Blatt aus der Schule geschwatzt hatte, daß die Journale das Volk gegen die Schulgesetze nur gehetzt haben, um dem Klerus gefällig zu sein, kommt jetzt der „Posel z Prahy" mit einer noch interessanteren Enthüllung aus dem czechischeu Parteilager. Er erzählt, daß man nach dem Erscheinen der Schulgesetze im nationale» Lager über die ihnen gegenüber einzunehmende Stellung keineswegs einig gewesen und eine nicht geringe Partei die Anschauung vertreten habe, die Schulgesetze seien als kalt aoeompli anzuerkennen, mit dem man rechnen müsse. „Bevor jedoch in dieser Angelegenheit eine Verständigung erzielt werden konnte" — so heißt es wörtlich weiter — „wurde in einem Journal, aus MiSverständniS oder Ueber-eilung, das Losungswort ausgegeben, es soll nicht in den Schulrath gewählt werden, und damit war über die Form unserer Opposition gegen die Schulgesetze entschieden. Sollte nicht eine vollständige Verwirrung eintreten, so mußte es dabei bleiben, was der Zufall geboren hatte, obschon die Einwürfe dagegen von unserer Seite im Laufe der Zeit immer zahlreiche wurden", — also Zufall — Misver-ständnis Uebereilung, das sind die Factoren, welche eine Opposition erzeugen, die alle Schichten des Volkes durchfrißt, die wichtigsten Interessen der Jugenderziehung leichtsimn g in die Schanze schlägt und dabei immer versichert, sie übe eine heilige Pflicht gegen die „Nation." ElA vernichtenderes Ur-theil über sich selbst und ihre Mivcrmirwortliche und gewissenlose Bethvrung des VÄkes kann die czrchische Publicistik nicht sprechen, als mittels dieser nachträglichen Enthüllungen. Das ungarische Ab.georneten.haus hält, wie der '..Pester Lloyd ^ mittheilt, seine erste Sitzung den 3. September ; den 4. September wird vermuthlich das Parlament mil der Thronrede eröffnet, da Se. Majestät schon den 6. September in Berlin erwartet wird. — Der Alterspräsident des. Abgeordnetenhauses ist Gabriel Elek, Depuürter des bogdaner Bezirks im szabolcser Eomitat, der 1796 geboren; sollte derselbe diese Funrtion ablehnen, wäre Alexander Gubody, dessen Geburtsjahr 1799, nach ihm der älteste. Er ist zwar von der Stadt Nagy-Körös noch nicht gewählt, aber seine Wahl nicht zweifelhaft. — Beide Deputirten gehören zur link.-» Mitte. — Die sechs jüngsten Mitglieder des nengewählten Hauses sind dagegen Dea-kisten, die nach der Hausordnung »ls Schriftführer zu amtiren haben, bis das Haus sich constituiren kann. Ausland. In Berlin ist soeben das Gesetz über die Feststellung des Fiuanzerfordernisscs des Deutsch e n R e i ch e s für 1873 veröffentlicht worden. Die Einnahmen find auf l l8.840.489 Thaler, die Ausgaben in gleicher Höhe (und zwar 110,505.466 Thaler fortdauernde, 8,335.023 Thaler einmalige außerordentliche Ausgaben) festgestellt. Auch wird der Reichskanzler ermächtigt, nach Bedarf, jedoch nicht über zehn Millionen Thaler, an Schatz-Anweisungen, deren Umlaufzeit den 30. Juni 1874 nicht überschreiten darf, auszugeben. — Der Haupt-Etat der Verwaltung des Reichsheeeres für 1873 wird auf den im Reichshaushalts-Etat für 1873 vorgesehenen Betrag von 90,565.494 Thaler festgestellt. Die Conferenz über die sociale Frage wird im „Schw. M." in folgender treffender Weife beur« theilt: „Der Gedanke einer solchen Conferenz ist eines jener schillernden Phantasmen, mit denen sich Staatsmänner von praktischem Schlage nicht befassen sollten. Es kann bei der weiteren Verfolgung dieses Gedankens kein Ergebnis herauskommen, das sich nicht besser von jedem Staate für sich allein erreichen ließe; dagegen liegt in dem diplomatischen Apparate, welcher dabei in Gang gesetzt wird, eine große Verlockung zu abenteuerlichen Projekten." Während in Frankreich die Republik mit jedem Tage mehr Boden gewinnt und die öffentliche Ordnung sich confolidirt, führt die Internationale, im pariser Commuiialausstaud auf's Haupt ge-schlagen, nun eine Art von Guerillakrieg im Lande fort und stellt die sinkende» Arbeiter ins Vorder-treffen. Besonders im Norde» Frankreichs scheinen sich bereits spanische Zustände vorzubereiten. Sinkende Arbeiter gehe» theils offensiv, theils defensiv gegen die Truppen vor. Ueber den ersten, bereits kurz erwähnte» Zusammenstoß wird aus Versailles gemeldet: In Anzin (Nord-Departemeut) kam es am 25. d. nachts aus Anlaß der Arbeitseinstellungen zu Unruhen, welche von den Truppen niedergehalten werden mußten. Der Unter-Präfect von ValencienneS war an Ort und Stelle erschienen. Ein Regiment ist mit Zelten und Lebensmitteln von Paris abgegangen, um die Militärmacht zu verstärken. In Denain schossen die Anfrührer gegen die Truppe, die dann ebenfalls Feuer gab. Ein Minen-Arbeiter wurde getödtet; vierzig Personen wurden verhaftet. Die Nacht war ruhig. Es sind die strengsten Maßregeln getroffen, um die Freiheit der Arbeiter, welche sich an dem Strike nicht betheiligen wollen, zu sichern. — Die ftrikenden Arbeiter von Billy-Montigni und von Henin-Lietard verhalten sich noch ruhig. Sonntag war der Tag, an welchem die Zeichnungen für die große französische Anleihe eröffnet wurden. Aller Voraussicht nach wird die gewaltige Finanz-Operation, welche die Aufmerksamkeit und die Kapitalien des gesammten europäischen Geldmarktes so sehr in Anspruch nimmt, mit einem den hochgespannten französischen Erwartungen mehr als genügenden Erfolge schließen. Die Subscriptionen auf die französische Anleihe in Deutschland allein dürften annäherungsweise den ganzen Betrag decken. Bei Bleichröder in Berlin wurden nahezu zwei Milliarden gezeichnet. Zum spanischen Attentate wird nachträglich gemeldet, daß der Botschafter Olozaga in Paris die Urheber des Verbrechens in der alfoufi-stisch-klericalen Partei sucht. Ueber die mit dieser Angelegenheit im Zusammenhange stehende Verhaftung in Rom hört man folgendes: Ein gewisser Herr Jacques, Franzose, ehemals Benedictiner-mönch, jetzt Correspondent verschiedener französischer klericaler Blätter, ist in Rom verhaftet worden, weil er mehrere Stunden, bevor das Attentat gegen den König Amadeo gemacht worden ist, auf dem Telegrapheu-Bureau angefragt hatte, ob Nachrichten über ein Attentat gegen König Amadeo angekommen seien. Er ist einem langen Verhöre unterworfen worden, man weiß aber nichts über den Ausgang Lesselben. . Eine neue Proclamatiou Don Carlos' ist vom Stapel gelassen worden. Der Prätendent verzichtet darin nicht auf seine angeblichen „Rechte"; im Gegentheil, um sie zur Geltung zu bringen, macht er neue Versprechungen in folgendem Passus: „Ihr unerschrockenen Catalanen, Aragonier und Valencier! Vor anderthalb Jahrhunderten hat mein erlauchter Ahnherr Philipp V. eure FueroS (Vorrechte), aus dem Buche der Freiheiten des Vaterlandes streichen zu sollen geglaubt. Was er euch als König nahm, als König gebe ich cs euch wieder ; denn wenn ihr dem Gründer meiner Dynastie feindlich wäret, so seid ihr heute das Bollwerk seines legitimen Abkömmlings." Zur Tagesgeschichte. — Aus einer Erklärung der Ersten steiermärkischen LeichenausbahrungS- und Beerdigungsanstalt in grazer Blättern ist zu entnehmen, daß Priester in dem Augenblicke, wo sie einem Sterbenden die Tröstungen der Religion reichen, mit dieser feierlichen Handlung auch sofort ein Geschäft verbinden und dem Sterbenden oder dessen trostlosen Angehörigen den Vorschlag wachen, die Beerdigung besorgen zu wollen, natürlich erst dann, wenn der Sterbende ganz gestor-ben sein wird. Es muß sich offenbar gut machen, bemerkt ein grazer Blatt, wenn ein solcher würdiger Mann die Symbole Christi auf irgend ein Nacht-kästchen des SierbezimmerS stellt und mit dem Sterbenden oder dessen Familie ungefähr folgendes Gespräch beginnt: „Ah, was wollen Sie machen, zu geschehenen Dingen muß man lachen, lassen Sie nnS das Begräbnis besorgen, da kommt er gewiß in den Himmel. Sollen die Pserde Federbüsche haben? Sechs oder vier? Kostet 300 Gulden. Nein, billiger können wir'S nicht machen, kostet uns selbst so viel. Haben Sic keinen Zollstab? Meßner, geben Sic mir unseren Zollstab, ich werde der Leiche, Pardon, dem Sterben-den das Maß zum Sarge nehmen." — Die neuesten Zeitungen von Bombay enthalten Briefe au« Zanzibar, welche einigen Ausschluß Uber die Entdeckungsreise de- „New-V^rk Herald"-Cor-respondenten Mr. Stanley geben. Die „Times os Jndia" schreibt, daß Stanley am 29. Mai Zanzibar auf dem Dampfschiff« „Star" verlassen habe, um nach Europa zurückzukehren. Zwei Tage vor seiner Abreise habe er 57 wohlbewaffnete Leute mit Lebensmitteln nach Unyanyembe geschickt, wo sie Dr. Living-flone erwarten wollte. Die Leute haben sich verpflichtet, Dr. Livingstone auf seinen weiteren Reifen zu geleiten. Stanley habe die Leute nicht, wie er eigentlich beabsichtigt Halle, bi« Bagamoyo geleiten können, da er sonst das Schiff verfehlt haben und einen Monat länger in Zanzibar oder Seychelles liegen geblieben scin würde. Der erste Beamte des amerikanischen Con-suls in Zanzibar sei deshalb bis Bagamoyo mitgegangen. — In der „Bombay Gazelle" beklagt sich ein Herr Frazer bitter über das Betragen des englischen Confuls in Zanzibar, Dr. Kirk. Frazer behauptet, Livingstone habe an Dr. Kirk ein officielles Schreiben gerichtet, in welchem er ihn beschuldigt, die versprochenen Lebensmittel nur sehr langsam nachgesendet und den Leuten, welche endlich die Lebensmittel gebracht hätten, das Versprechen abgenommen zu haben, auf keinen Fall sich von Dr. Livingstone anwerben zu lassen. Auch beschuldigte Dr. Livingstone einige der angesehensten Handelshäuser in Zanzibar des fortwährenden Sklavenhandels. Frazer meldet gleichzeitig, daß Stanley, als er Zanzibar verlassen, 178 Pfund gewogen habe, bei seiner Rückkehr sei er jedoch ganz abgemagert und schwach gewesen und scin Gewicht habe nur 120 Pfund betragen. Mal- und Provinzial-Angelegenheiten. Local-Chronil. — (Fleischtarif pro August.) Das Pfund Rindfleisch bester Qualität von Mastochsen kostet 28 kr., mittlere Sorte 24 kr., geringste Sorte 20 kr.; von Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 25, 21 und resp. 17 kr. — (Jahresbericht der k. k. Lehrer-» bildungsanstalt in Laibach.) Am 27. d. M. schloß die hiehige k. k. Lehrerbildungs-Anstalt das Schuljahr 1872 mit den üblichen Feierlichkeiten. Dem Jahresberichte derselben entnehmen wir, daß die Lehrerbildungs-Anstalt von 39 Candidaten und die damit verbundene UebungSschule von 232 Schülern besucht war. Die Lehrmittelsammlungen, als Bücher für die Lehrer- und Schülerbibliothek, die Lehrmittel für den geographischen und naturwissenschaftlichen Unterricht zeigen einen erkleklichen Zuwachs gegenüber dem vorjährigen Ausweis — obwohl auch hier noch viel zu wünschen übrig bleibt. Ganz besonders aber erlauben wir uns, alle Leser unseres Blattes — bringend alle Lehrer KrainS — auf den dem Jahresberichte beigegebenen Aussatz „zur Lehrersortbildung in Krain," vom Herrn Prof. Gariboldi, aufmerksam zu machen. Lange schon haben wir nichts gelesen, das die Schnlverhältnisse Krains in so vorzüglicher Wetse darstellt, wie dieser Aussatz. Nachdem bas Wesen der Lehrerfortbildung im allgemeinen dargestellt worden, werden die Mittel, die dem „slovenischen" Bolksschnllehrcr zu seiner Fortbildung zur Bersüguug stehen, einer ruhigen, dafür um so vernichtenderen Kritik unterworfen. Jedermann, der Ohren hat, zu hören, kann daraus vernehmen, wie der Lehrer Krains, wenn er nicht ein elender Stümper auf seinem Gebiete sein und bleiben will sein Leben lang, — nicht nur, was die Pädagogik anbelangt, die in Slovenien bisher noch zu den un-entdeckten Wissenschaften gehört, sondern in jedem Gebiete des Wissens zu ben Schätzen der deutschen Sprache seine Zuflucht nehmen muß. Wer jetzt noch, nachdem er diesen Aussatz, der uns aus der Seele geschrieben, 8M6 ira öt stuäio gelesen und durchdacht hat, nicht erkennt, daß die deutsche Sprache nicht nur au allen Mittelschulen, sondern auch in allen Volksschulen Krains gelehrt werden muß, der darf eS nie wagen, auch nur ein Wort in Schulangelegenheiten zu reden. Die Uebelstände, die wir schon oft rügten, werden hier zum hundertsten male mit ehrlicher Offenheit besprochen. Der Gegenstand erhält aber um so größere Wichtigkeit, als er hier nicht nur von einer in pädagogischen Dingen competenten Kraft behandelt wird, da der Herr Prof. Gariboldi als BezirkSschul-infpeclor der Umgebung Laibach Erfahrung in VolkS-fchulfachen besitzt, sondern auch von einem Manne, der bisher noch nicht des schweren Verbrechens der Deutschthümelei angeklagt war. Wir werden bei nächster Gelegenheit ausführlicher auf den Gegenstand zurück-kommen. — (Gegen den MiSbrauch der Kanzel.! Wie mckn dem „Slov. Nar." aus dem gottscheer Bezirk schreibt, wurde dieser Tage an die Gemeinde- vorstände folgender Erlaß versandt: „An den Gemeindevorstand von N : Da manche Priester die Kanzel dazu misbrauchen, daselbst politische Angelegenheiten in maßloser Sprache zu erörtery, die Geltung der Gesetze zu untergraben und dadurch sogar die öffentliche Ruhe zu iören, sieht sich die Regierungsgewalt gezwungen, den Staatsgrundgesetzen die gebührende Achtung zu wahren, die gesetzwidrigen Handlungen mit allen gesetzlichen Mitteln zurückzuweisen und selbe der strasgerichtlichen Behandlung zuzuführen. Da die Gemeindeämter, insbesondere aber ihre Vorstände gesetzlich verpflichtet sind, alle strafbaren und kraft ihrer Amtspflicht zu verfolgenden Handlungen, die sie entweder selbst beobachten oder von anderen erfahren, dem Strafgerichte anzuzeigen, so fordere ich Sie gemäß dem Aufträge, den ich von der hohen k. k. Landesregierung erhalten, auf, daß Sie in Erfüllung Ihrer Amtspflicht jede strafbare 1 'anzelrede eines Geistlichen sogleich dem k. k. Unter» uchungsgerichte in Gottschee anzeigen und auch mir in kürzester Frist davon Mittheilung machen. Ebenso haben Sie mir auch über jede Predigt, in welcher politische Angelegenheiten erörtert werden, Mittheilung zu machen." Daß diese ganz naturgemäße und in den Gesetzen begründete Maßregel den Zorn unserer >klerikalen erregt, daß insbesondere „Slov. Nar." die-elbe mit allerhand hämischen Glossen begleitet und von Spitzelthum und Dennnciantenwesen faselt, das kann niemanden überraschen, der die Verhältnisse kennt. Geradezu empörend aber ist es, wenn das klericale Blatt folgendermaßen argumentirt: „Die Staatsgesetze, um die es sich handelt, sind entweder gut, oder sie sind nicht gut. Sind sie gut — so werden die Geistlichen gewiß nichts dagegen sprechen, und sollte auch manchmal einer sich dagegen auslassen, so werden die Leute, was daran gut ist, doch stets wieder achten; — sind sie aber nicht gut, wozu soll man ihnen Achtung — und pünktliche Erfüllung mit Hilfe der Spitzel wahren?" Also ein unwissender fanatischer Dorfpfaffe darf sich hier mir nichts dir nichts zum competenten Richter über die Güte oder Schlechtigkeit der Staalsgrundgesetze auswerscn! Was sagen die „Jungslovenen" zu solchen Auslastungen ihres „Moniteurs" ? — (Aus Arbeiterkreisen.) Der Strike der hiesigen Zimmerleute scheiterte an dcr Klippe mangelnder Einigkeit. Blos Zimmermeister Gwajz erklärte sich bereit, die Forderungen feiner Arbeiter, nämlich die llstündige Arbeitszeit und eine 20"/, Lohnerhöhung, jedoch erst mit Anfang nächsten JahreS zu bewilligen. Die Zimmerleute verdienen sich jetzt bei 12stündiger Arbeitszeit 80 kr. bis 1 fl. 15 kr. per Tag, bei der herrschenden Theuerung und schweren Arbeit gewiß ein niederer Lohn! — Letzten Sonntag fand eine außerordentliche Generalversammlung des Arbeitervereines statt; welche von dem nun anS der Haft entlassenen Obmanne deS Vereins, Herrn Kunz, eröffnet wurde. In längerem Vorträge in flovenischer Sprache, in welchem Kunz das rasche Aufblühen de» Vereines hervorhob, da bloS seit 23. März d. I., also in drei Monaten, dem Vereine nicht weniger als 245 Arbeiter verschiedener GewerbSzweige bcigetreten find, betonte er als größtes Verdienst des Vereins, die Arbeiter in Laibach zum Klassenbewußtsein gebracht zu haben, und zählte die manigsachen zeitgemäßen Errungenschaften der Arbeiter, darunter die Gründung zweier Associationen auf, welche sich de» besten Rufe« zu erfreuen haben. Das musterhafte Verhalten der Arbeiter bei den zahlreichen VereinSsestcn uud anderen Angelegenheiten gibt auch Zeugnis vom geistigen Fortschritte desselben. In scharfen Worten beurtheilte er das Benehmen der Arbeitgeber, welche selbst auf die Bitte der Arbeiter, mit ihnen zu verhandeln, nicht achteten, und selbst den gerechtesten Forderungen und zeitgemäßen Einrichtungen ihr Ohr verschlossen. DieS allein führt die Arbeiter manchmal zu weitgehenden Forderungen und zu Feindseligkeiten gegen die Arbeitgeber. Er ersuchte die zahlreich anwesenden Arbeiter, wie bisher unter seiner Leitung, auch fortan einig zu bleiben, und dankte ihnen für das Vertrauen und die mannhafte Unterstützung, deren er sich ihrerseits durch seine anderthalbjährige Thätigkeit in Ihrer Mitte zu er. freuen hatte. Wohl betonte er, daß er feine eigene Stellung geopfert, und es ihm nur mit Mühe gelingen werde, sich wieder emporzuraffen, aber das Bewußtsein, für seine Slandesgenossen mit Erfolg gewirkt zu haben, entschädige ihn hinlänglich. Er versprach den Arbeitern, obwohl er nicht mehr Obmann des Vereines bleiben könne, doch stets auf dem Wege, den er betreten, zu verharren und sein möglichstes für die Arbeiter zu thun, möge man ihm auch von Seite der Regierung oder der Arbeitgeber feindlich entgegenkommen. Es werde die Zeit kommen, wo das gerechte Streben der Arbeiter nach besseren, Verhältnissen Anerkennung finden werde. Tovic dankt hierauf namens der Mitglieder dem bisherigen Obmanne stir sein unernmdetes Wirken. Die Versammlung antwortete mit stürmischen Ziviornfen. Als Obmann des Vereines wurde dann Herr Michael Tomitfch, als dessen Stellvertreter Herr Josef Dovic einstimmig gewählt. Tomitfch sagte in seiner Antrittsrede, er «erde den Verein, wie er bisher auf dem gesetzlichen Boden geführt ward, leiten, und ersuchte die Mitglieder um lhatkrästige Unterstützung. Ueber einen Antrag, sämmtliche Debatten bei den Versammlungen nur in slovenischer Sprache zu führen, entspann sich eine lebhafte Debatte. Alle Anwesenden traten»dem Anträge entgegen, da man ja doch niemanden zwingen könne, in einer ihm ungewohnten Sprache zu reden, und man auch nicht wisse, ob alle slovenisch verstehen. Kunz sagte, er habe für die Gleichberechtigung der heimatlichen Sprache alles gethan, und erinnert die Mitglieder an einen schon vor langer Zeit von ihm gestellten Antrag, welcher auch zum Beschlüsse erhoben wurde, die Protokolle so wie den Vorsitz in slovenischer Sprache zu führen. Dies sei von da an immer geschehen; uud er habe auch alle in deutscher Sprache gestellten Anträge übersetzt. Tomitfch sagt, es liege die Gleichberechtigung der Sprachen im Interesse der Arbeiter selbst, und er werde dieselbe immer wahren. Ein allgemeiner Arbeiterverein könne nicht national sein; er müßte darüber zugrunde gehen. Hieraus wurde noch der Fragekasten erledigt und sodann die Versammlung geschlossen. Die hiesigen Schlosser und Schmiede hatten sür den vorigen SamStag eine öffentliche Versammlung zum Zwecke der Besprechung über ihre Lage einberufen, die jedoch von der hohen Landesregierung nach ß 6 über das Versammlungsrecht mit Rücksicht «uf das öffentliche Wohl untersagt wurde. Die Schlosser und Schmiede, deren materielle Lage wirklich die schlechteste ist, wollen zum Herrn LandeS-prästdenlen eine Deputation entsenden, um ihm ihre Wünsche vcrzutragen. — (Eiv Schadenfeuer) ist am 29. d. vormittags 10 Uhr, angeblich anS Unvorsichtigkeit, im Dorfe Zalog, Bezirk RudolsSwenh, ausgebiochen, und wurden hiedurch 12 Häuser und 13 Wirtschaftsgebäude eingeäschert. biiiiikscndct. *) Das „Sologuartett" wolle nachfolgende Aufklärung zur gefällige» Kenntnis nehmen : Bei öffentlichen Productioueu sollen znr Information des Publicums und des Berichterstatters das ausgestellte Programm genau eingehalten und zufällig eintretende Abäudernugen desselben mündlich auuou-cirt werden. Dieser Borgang wurde am 27. d. nicht eingehakten, nnd in dieser Programmsänderung ist die Ursache deL bei der Berichterstattung unliebsam und unabsichtlich erfolgten Mißverständnisses zu suche». Das „Svlognartett" möge die Beruhigung hinnebmen, daß der Musikresereut der „Laibacher Zeitung," ungeachtet gegen die Sicherheit dessen Gehörorgane in nnanftändiger Form nnd in einem Anfalle von durch hochgradige Sommerhitze ;n entschuldigender Ge-hirnassectio» Bedenken erhoben wurde», bereits durch 47Jahre im Tempel der Musik thätig, der Sohn eines ehemaligen Mitgliedes der k, k. wiener Hoskapelle nnd wohlbekannten Kapellmeisters ist, ein Schiller der Concertuieisler Mayseder, Jansa und Helmesberyer war, schon im zarten Alter von >3 Jahren das Opernorchester einer Provinzstadt dirigirte nnd bereits vor 35 Jahren Gesangsunterricht ertheilte. zu einer Zeit, in welcher das sonst honorable „Soloquarlett" wohl noch nicht in den Federn gelegen haben mochte. Der Referent >as;t sich seine in Wien anerkannten subjektiven Fähigkeiten vom „Soloquarlett" durchaus nicht in Zweifel ziehen, svudern empfiehlt letzterem silr die Folge eine gemäßigtere Schreibweise. FI. *') Die Redactw» erklärt sich für den Inhalt der unter dieser Aiubrik gebrachte» Nachrichten nicht verantwortlich. »ruck sv!> ggn v. Klei»»ayr » ged. »»«der, t« Laibach. Die I'ilis.lö äsr Ltsisn LLeoinxisd3.uk übernimmt Gelder zur Verzinsung in Banknoten auf Kafsafcheine ohne «iindiguug mit . . . , -. 4°/„ „ „ mit lOtägiger Kündigung mit . . 5°/«, „ Giro-Einlagen, ü vists, behebbar, mit . . . 5"/,. Ferner escomptirt sie Platzwechsel, Tomicilc und Rimesse» ans inländische und ausländische Plätze, — gewährt Kredite gegen Tcpot und ertheilt Vorschüsse ans Staats- und Industrie-Papiere gegen zn vereinbarende billige Bedingungen. — Ueberläßt Anwcisilngen auf Wien, Graz, Triest, Älagenfurt, Marburg und überhaupt auf alle inländischen nnd ausländischen Plätze, wo sich Credit-Jnstitnte befinden. — Effectuirl Aufträge und besorgt Jneassi, übernimmt den commifsionswcise» An- »»io Verkanf von allen Gattungen Effecten gegen billigste Bedingungen. — Uebernimmt die Aufbewahrung von Effecten gegen billigste Gebühren.—Löst alle Gattungen verfallener Coupons gratis ein, nimmt selbe an Zahlniigsstatt an nnd escomptirt noch nicht fällige. — Auswärtige Committenten werden eingeladen, ihre Correspondenzen unmittelbar an die Filiale selbst zu richten, wo gegen '/>/> Vergütung alle ins Bankwesen einschlagende Geschäfte directe besorgt werden. Der selbständige (kredit-Vercin für jürain (im Verbände der Filiale der Llciermäik. EScompte-Bank) gewährt Escoinpte-Credite im Sinne des 8 42 der Statuten. Nähere Auskünfte, sowie Programme und Gesiichö-Formnlare sind im Bureau der Filiale erhältlich. *) 8 42. Die Credit-Theilnahme bei der Steiermärkischen EScompte-Bank kann nur infolge eines Ansuchens um dieselbe gewährt werden, und wird überhaupt nur solchen Personen zugestanden, welche in Steiermark, beriehunaöweise in Äärnten und Kram ansässig sind oder daselbst protokolUrte Firmen haben, bezüglich der Ehrenhaftigkeit ihres Charakters keinem begründeten Bedenken unterliegen, und welche bezüglich 'ihrer Erwerbfähigkeit und Solvenz von der Gesellschaft als zulässig erachtet worden sind. Dnrch die Gewährung eines Credites wird man Theilnehmer der Bankgesellschaft. (356—10) Witterung. Laibach, 3l. Juli. Morgens heiter, gegen 7 llhr entferntes Gewitter im S., später Aufheiterung, sehr schwül. Wärme: Mvrgens 6 Uhr -s- 19.6", nachmittags 2 Uhr -s- 22,»" 6. (1871 -I- 25.0"; 187« 27.0".) 'Barometer 731.53 Milli Meter, Das gestrige TageSmittel der Wärme -j- 22 4", nm 2.8° über dem Normale. Der gestrige Niederschlag 2.60 Millimeter. _____________________ Gedenktafel über die am 3. A ugust >872 stattfindenden Lici iationcn. 1. Feilb., Scikraischel'sche Real., Polelo, BG, Groß-laschitz. - - 2. Feilb., Homnu'sche Real., Lack, BG. Lack. 3. Feilb., Potvlfchuig'sche Ncal., Sapoluija, BG. Lack. — 2. Feilb., Sagorz'fche Real., Brnnik, BG, Nalschach. Im M > litiir s p it al e. Herr Franz Fortuer, k k. Haupt,,,o»» in Pension, ist am 28 Juli im Alter von 51 Jahren an Luugentuberculose gestorben. Wiener Börse vom 3«. Juli. Geld Ware Z'rerc.Keute, öst.PaH.^ dto. dto. öst.in Sild. 61.L0 «l.50 71.60 71.70 von 1854 . . . 93.75 94.— .'ose vvn 1860, «ranze Zsse von 1U8!), Fünft. 103.80 104.— 126.— 127.- v. L864 . 144.25 144.50 ^Lerermark ^uöpEr. 91.50 92.— iarrrren, Ararn u. Küfirn!and 5 ^ 85.75 86.— lugaru . zs5 » 81.vO 82.- u. blcrv. L ^ 84.-- 85.- HrebelldLrg. ^ 5 , 79.- 79.50 ^LttvQ. Nationalbank . . . 847.- 849.— Ereditanstatt - S8S.— 269.50 - SS0.80 S3r.- s. LücvllUike-Gel. 1V2Ü 1080 «iw!o-öf!err. Bank , ge4.— »04.25 ^>e>!. Bel>cncred.-A. . 254.— 258.-Och. Hm.-oth.-Baal . gz.— 102 -Skeier. secouipl.»8t. 282- 28g. )caulo - Austria . -1L5.35I2S.7L rajs. Fsrd.-Nordb. - 2080 2»85 Südba-a->Ses-llsch. , 207. i-is. Etisabelü-Sa-n. 248, 212,50 2-S. Kicbenb. - 182.— 188.— StaatSbahu.... S»S. - S84, -!ais. . 218.75 SIS.- ikr-ft.-Sarclor E.-L. 185.— 188,— Bahn .189.-180.50 ! Geld! Ware O-ß. Hyxory.-Lar-r ." d4.ib S5 75 Eüdb. -«es. zu 5ü(> Fr. I1,,25 iiz,75 dl°. BouSSpCt. —.— . — Nsrdb. (180 fl. EM.) IVSIO 18«' , Sieb.-«.<200ft. S.W.) SS-50 jiz.75 Staatsbahu Pr. Slück IS0.5V izi za Staat»b. Pr. St. 1887 128.— 127 , RndolsSb.<80!>fl.ö.W.^ »8.75 gg' Frauz-:1o!.croS!!,S.! I01.S0 101.50 «Lrevtl Ivo fl. ö. W. zu 100 fl. TM. . . Tricster 100 fl. CM. dro. 50 fl. ö.W. Of-v-r . jü fl. ö.W Sa!m . , 40 ^ PalM . . 4L . S!arv . , 4V „ St. ÄeuoiS^ 40 , Willdischgrätz 20 , Waldflclu . 20 .«.'!§lrvich . lg 20^-i0,^üda!>ö!l!?t. ivk.W ^»oi.ri.'l (3 Ekx-V.) Äugi-d. lOU st. sildr-.W ^rnnki. ilx-ft, tzoud-i, 1» P>. Etcr!. i S2,—i S2.2S!-Ä!s.L!u!:,»ivueal«ri «.75 !>0.25>SÜ-F-»u-:ötlii!> ^2»;.öst.Hod..'§r^^rr. 105.— !105.5VIHeinnS^atLr . . >l->. >u LU!.-, l-ck». 88.50 8g. ö.W. vrrloSd. tug. 186.56 187.— 99.50 100.— 120.50 121 59 58. - 59 - 30.— 31.- 41 50 42 — 28.50 29.— 36.— '38- 29.— 30 — 24. - 25.- 24 50 25.- 16. 17. - 14.50 15.50 93.20 V3.36 93.40 93.45 111.10 111.80 43 20 43.3S 5.30 ^5.35 8.83 8.84^ 164.75 165.— 108.25 108.50 Verstorbene. Den 2 !'. Juli. Andreas Kestnik, Knecht, alt 21 Jahre, im Civilspital au der Abzehruiisi. - Dem Jakob Koncau, Fabriksivächlcr, sein Kind Johanna, all 7 Monale, in ter Polanavorstadt Nr, 96 am Kenchhnsttn. - Dem Herrn Franz Perz,«Gastgeber und Hausbesiher, sein Kind Mürianna, alt 17 Monate, iu der Karlstädteroorstadt Nr. 12 au der Luttgenlähmuug. Telegrafischer Cnrsbericht der Fil-uic Ver Ziciermärk. Lscomptebaiür m L'niliuch.. vvu der !, k. öffentlichen Börse in Wien am 31. Juli. Schlüsse der Mittagsbörse. 5perz. Metalliques mit Mai- und November-Zinsen 66.—. — öperz. National-Anlehen 71 75, — 1860er Staats-ünlehen 104. — Bankaclien 848.—. — Credit 332.90. --Änglobank 309.25. — Francobank 125.25. — Lvmbarden 2ö6,80. — Unionbank 267.75. — WechLlevbank 318.—. ________________ Baubank 126.30. — Anglobanbank 298.75,. — London 110,60. — Silber 108 25. — K, k, Miinz-Dncate» 5.29, — 20 Franc-Stücke 8.82. II»«, -»St« , l Itl« »v I tloej-l. l'emlulit,: ^u>- tlee eeiwinnvelv« 'NiileinALn noeilo» »III»»» ««»»I »kl», !il8 tlie »uvll<^mit -»ii'Ilei'^tv» Glitte! ^Ili^folilon UIIl>»vl>. (282—3) Ange!o!nuitile Fruindc. Am 30. Juli. lk!I«^f«»«»». Graf Pace uut Gräfin, Poaovic. - RUti-r v. Schwegel, k. k. General Cousnl. CvnstanliuopeN -Kreiuiuger, Malburg. — Krailisheim, W^cu. Pary, Kausm, Wien. — Barv» Jcsika, Gulöbesiher, >lroa-tieii. — Langgut, Kausm, Steiermark. — Brill, Neu tier, Triest. — Miy r und Pelkriu m.Faiuilieu.Fiuiue. KVli«-,». Piacera, Haurbes., Triest. — Scher;, Kausm-, Giaz. — Hok, Kaufm., Wie». - Graf Auiadel, Sleiu. — Slau-diuger, Kausm., M!a>bi»g. — Feluer, Privat, Maiuz, — Beckhau», Kausm. Mehlis. — Adler, Kainm., uud v. Thamauu, Wien. — Palter, Kausm., Agram. — Praschuiker, Stein. k!»»-«,»«. Aprili und Cosulich, Italic». — Debeljak, Weiuhof. — Pe-trovich. — Tomie, Kreuz. — Löwiiiger, Kamscha. — Grasii, Hauptui, Spalato. Ein HauS mit II Ziuimeru, enlsprecheudeu Kiicheu, Kellern, Stallnngen, 2 Joch -lecker uud Wiese» und 16 Joch Wald, 2 Meilen von Laibach entfernt, sehr angenehm nnd bequem au der Eiscubatiustaiivu gelegen, zum Gasthaus- uud Haudluugsbelnebe vorzüglich geeignet, wird unter sebr günstigen Bedingungen aus freier Haud verkauft. Nähere Auskunft eitheilt der Herr l-i«. Advocat in Laibach, (428-2) Das o öörsen-Lomptoir und die Wechselstube M Wienki' 0ommi88ion8-k3nlr, 8i;Iii>1ti;nii»2 18, übernimmt alle wie immer Name» babeuden irii» uud Die Aufträge am hiesigen Platze nnd aus der Provinz werden sehr rasch, » reell uud prompt audgeslihrt uud die durch das Börse-Comptoir augekaufleu LI Werthpapiere uud Baluleu mit Mcksicht auf die jeweilige Lage deS Geldmarktes nnter den billigsten Bedingungen belehnt. U Die Geschäftslocalitäten bleiben täglich von 9 Uhr morgen« bis 6 Uhr ^ abcndS ohne Unterbrechung dem Piblicu,» geöffuet. (40 >-5) N rr Lr Abi LL Verleger nnd für die *iedacrion verantwortlich: Ottomar 8 ainverg