Absatzes von Reben und Wein. Die Gemeinden könnten durch Widmung einer Grundfläche zu einer Rebenschule solche Genossenschaften mirk^ sam unterstützen. Zur Schaffung einer Weinindustrie durch Vereine dieser Art sei auch die gemeinsame Kelterung und Einkellerung zu empfehlen. Die Mitglieder verpflichten sich, ihre eigenen Trauben der Direktion zu Übergeben. Die Weinlese werde nach rationellem Systeme vorgenommen und sei die Sonderung uach Lagen und Rebsorten nothwendig. Der Wein werde auf gemeinsame Rechnung verkaust oder die Einlage nach Abzug der Kosten zurückgege» ben. Wanderlehrer, von der Regierung angestellt, könnten sehr fördernd wirken. Das Stammkapital lasse sich beschaffen dulch Betheiligung der großen Weinproduzenten, welche als Grtln-der die kleinen Produzenten unterstützen, denselben Vorschüsse geben und bei der Weinlese durch Trauben abzahlen lasien. Die Regierung soll Prämienkonkurse ausschreiben. Herr Rosenzweig fand die Lache in der Theorie wohl schön, aber in der Praxis fehle das Geld, welches zum Gefchäftsführen ebenso nothwendig gehöre, wie zumKriegsühren. Assoziationen der Weinproduzenten können nicht bestehen, welnl früher nicht Geldinstitute geschaffen worden. Man müsie daher Geldasioziationen bilden, um den Produzenten die Möglichkeit zu bieten, daß sie ihren Wein behalten, bis er gut verkauft werden kann. Es sollen Assoziationen gegründet werden, welche es sich zur Aufgabe machen, durch Kapital den Kleinproduzenten zu unterstützen behufs Veredluilg des Weinbaues und der Kellerwirthjchaft. Herr Dr. Mulls unterschied zwischen Wein-bau-Vereinen wie sie bereits im Lande bestehen und Genossenschaften zur Verwerthllng des Produktes. Beide Assozialionen seien für die Hebung des Weinbaues von größter Wichtigkeit. Der Redner beantragte, es möge vom Weinbaukongresse ausgesprochen werden, daß zur Hebung des Weinbaues Weinl>auveveine, und zur Förderung des Weinverkehrs Kellereigenossenschaften zu gründen seien. Die Herren Calombicchio aus Görz, Joh. Petschnak aus Jstrien, Simalschek aus Prag, Dottori aus Görz spräche» über die Dringlich keit, behuft Förderung des Weinbaues für die Anlegung neuer Weingärten nnd Nenbepflan^ zung schon vorhandener die Befreiung von der Grundsteuer zu erzielen. Herr Gottlieb Beyer erinnerte al^er, daß dieser Gegenstaitd sich nicht im Programnie be- finde, somit erst vom nächsten Kongreß verhandelt werden könne. Der Präsident erklärte, daß diese Frage auf die Tagesordnung d^s nächstell Kongresses gesetzt werden soll. Der Antrag des Herrn Dr. Mullk bezüglich der Weinbau-V< reine und Kel-lerei-Genossenschasten wurde zum Beschluß erhoben. Herr Dr. Mulle theilte mit, daß die Ver« Handlungen des Kongresses gedruckt und jedem Mitgliede zugesandt werden. Der Abgeordnete des zweiten italienischen Weinbau Kongresses in Verona — Herr Fer-netti — meldete Grub und Dank für die Theilnahme, welche derselbe in Oesterreich gesunden und überbrachte die Eiilladung zum nächsten Kongreß, der im September 1877 zu Florenz nbgehalten wird. Herr Dr. König aus Görz überbrachte im Namen des dortigen Kongreßpräsidiums die freundlichste Einladung zur Beschickung des zweiten österreich. Weinbau-Kongresses, welcher im September 1677 stattfindet. Herr Moriz von Kaiserfeld dankte für die Ehre, daß es ihm vergönnt gewesen, dem ersten österreichischen Weinbau-Kongreß in Marburg zu präsidireu. Herr Gottlieb Beyer gemahnte die Ver-sannnlung, eine Pflicht zu erfüllen — die Pflicht, den; Prätidenteil des Kongresses Herrn Moriz von Kaiserfeld für die Leituug der Verhaud-lungen zu danken. Die ganze Versainnilttug erhob sich zum Zeicheu der ^Ulerkelnmng und der Präsident elklärte dcn Kongreß sür geschloffen. Ziachmittag 2 Uhr begann das Festmahl im Kasino, an welchem ailch viele Marburger sich belheiligten. Die Reihe der Trinkspruche eröffnete Herr Moriz von Kaiserfeld; er sagte: „Ich bringe ein Hoch aus, in welches gewiß Alle einstimmen werden — Sie und auch Jene, die abwesend sind. Was wir in dieser viertägigen Versammlung licratl)en: der Flor des Weinbaues und ' ein befriedigendes Loos Jener, welchen der Weinban Lebensbedürsniß ist — können doch immer nur gedeihen unter staatlichem Schutz. Unsere Pflicht ist es nun, des Vaterlandes zu gedenken und Jenes Einen, welcher dasselbe regiert. Für die finanzielle Kraft und für die Wohlfahrt des Vaterlandes ist die Weinproduk-tion von hoher Bedeutung. Zur Förderung dieser Produktion bedürfen wir aber der friedlichen Arbeit. Wir wollen hoffen, daß der Frieden uns erhalten bleibt — ein Frieden, der Oesterreichs würdig ist, die Interessen Oesterreichs nnd die freiheitliche Zukunft desselben sichert. Hoffen wir, daß wir nicht gestört wer« den in der sriedlichen Entwicklung unserer materiellen und geistigen Interessen. Ich bringe dies Glas Seiner Majestät und fordere Sie auf einzustimmen in mein „Hoch dem Kaiser, dem Schirmer aller friedlichen Arbeit!" Die Mitglieder des Kongresses, welche am Freitag Nachmittag einen Ausflug nach Pickern gemacht, hatten dem Viee-Präsidenten Herrn Dr. Mnllö beauftragt, der Frau Anna Gräfiu Meran telegraphisch für die gastliche Aufnahme zu danken. Nach dem Hochrufe Kaiserfelds und der Tischgenossen erhob sich Herr Dr. Mulle und vellas jenes Telegramm, in welchem die Frau Gräfin de>n Kongreß geantwortet und „des unvergeßlichen Schöpfers de» Pickerer Besitzthun,s" gedacht. Der Frau Gräfin wurde nach dem Antrage des Herrn Dr. Mulls ein „Hoch" gebracht. Herr Dr. M. Reiser sprach als Vertreter der Gemeinde: Schon manche Versammlung, in welcher über gemeinnützige Zwecke verhandelt wurde, hat hier stattgefunden; allein keine hat so die Interessen Marburgs berührt, wie die Wein-baU'Aussteilung und der Weinbau-Kongreß. — Nach Marbllrg sind Männer gekommen, ^ie zu gemeinsanlcr Arbeit vereint, die Hebung der Weinkultur anstreben. Dieser Versammlung bringt die Genieide Marburg ihre wärmsten Sympathien entgegen. Die Berather und Förderer aus diesem Gebiete sind aber auch Männer, welche nach gethaner Arbeit fich freuen, ceien Lie meine Herren überzeugt, daß Sie uns herzlich willkommen sind: der Maggen-schmuck der Stadt und das freuudliche Entgegenkommen der Bevölkeruug zeigen es deutlich. Im Namen der Stadtgemeinde Marbnrg bringe ich dem ersten österreichischen Weinbau-Kongreß eiu Hoch!" Herr Dr. Mulls gedachte der Unterstützung voll Seiten des Ministeriums und schloß mit eineln „Hoch alif Seine Excellenz den Ackerbauminister, Grasen Mannsfeld." Herr Moriz von Kaiserfeld sprach über die Verketlui'g der Interessen und daß wir uns im Verkehr einallder nähern. Die Vertreter Italiens lverden iil ihr Land die Kulide bringen vom herzlichen Einpfange, werden uns eine freundliche Erinnerung bvlvahren. „Auf das Wohl Aller, welche die Grenze» Oesterreichs Überschlitten haben, um Bekanntschaft mit uns zu machen!" neten die Kellerthür, zu der die Stllsen aufwärts führten. „Wenn jetzt der Prior känie!" sagte Eusebius. „Ver .... heili.',e Jungfrau!" rief der Andere und nahm den Krug vom Muüde. „Ach, sprich nicht so aufregende Dilige", ful)v er danu bittend fort. „Pater Gregor schläft jetzt so sicher, wie z.oeimal zwei vier ist. Alle schlasell. Wenn Du eiilem schlichten Bruder niclit grollen wolltest, möchte ich mir sast die Bemerkung erlauben, daß Ihr Herren Patres nicht viel anderes zu thun habt!" „Silentium! lncht vorwitzig, Herl Frater! Nichtsdestoweniger, sollst leben, alter Freund! War doch eine schöne Zeit, als wir lloch zusammen in die Dorsschule gillgen!" „Gott soll mich bewahren, ja sie lvar schön — aber gelernt habe ich wenig", versetzte eifrig der Andere. „Vom Latein oerstehe ich llur das l)id«.mu8 und VivL^d. Jlll tiefen Keller ist mein Reich; die alten Fässer sind ineilie Bibliothek. Durch langen Umgang mit ihllen habe ich sie stndiren gelernt, ohne Kopfweh davon zu bekomnien. Im Wein ist Wahrheit. Jln Wein ist fröhliche Musik; er erheitert das Ge-müth und stinttnt die Menschen gesellig. Die Bücher dagegen find Urheber der Echlvernlnth, der Ullduldsainkeit, und unter den Gelehrten herrscht ewige Zlvietracht. — Siek unsern Prior und Pater Benedikt! Waren sie frliher nicht die besten Freunde ul»d sind sie sich jetzt nicht spillnefeind? Und wer ist daran schuld ? Die Bücher und altell Pergamente, in denel» Benediktus den lieben langell Tag seilte Nase hat. Jeder will mehr und besser lvissen als der Andere . . . Laßt mich init Eurer Gelehrsamkeit I" Veiln Nalnen Benedikt flog eill grilnlniger Ausdruck über des Paters Gesicht; aber er be^ zwang sich ulld sagte, die Achsel znckeild: „Ich lvill BeilediktuS nlchts Uebles nachredeil, aber er ist eill Schwärnier, ein überspannter Kops! Willst Du das Feller nlln schelteil, »veil sich Kinder und Narren zuweilen die Finger ver^ brennen ? Der Kellermeister machte große Augen. „Du meinst doch nicht iln Erilst, daß Pater Benedikt . . ." „Ich null keineln Menschen nahe treten", llnterbrach ihn Eusebius, „a>n lvenigsten eineln Ordensbruder und gewelhten Priester, aber — wenn ich Prior wäre, hätte ich ihn längst in ein Straskloster geschickt, lvo er Nichts als vier kahle Wände sehen und an den Spinngeweben Naturgeschichte stltdiren sollte l Blickt er nicht lnit Verachtung auf llns lierab, als sei er Platoil unter Scythen? Menschlich silld lnensch- liche schwächen, sagt Thomas von Aquin ; aber wenll ich Prior wäre — nicht a»lS Feindseligkeit gegen Benediktus, sondern um des christlichen Seelenl>eiles lvillen lvürd' ich ihn einsper-ren! Denll heißt es ,»icht die Jugend vergiften, wenn nian solch' einen Freiinallrer jährlich als Professor »lach der Stadt schickt? Heißt es nicht die Geineillde korrumpiren, wenn ma»l ihn Sonnlaqs predigen läßt?" „Alier lvenn Beiledikt predigt, ist die Kirche voller als bei jedein Anderen!" „Das ist das llnglück! Weil er ein Schön-redller, ein heilloser Sophist ist, strönlt ihin das dlllnlne Volk zu. Die K-^nzel ist kein Lehrstuhl des Zweisels, sondern der Thron de« Dognla's." „Aber Benedikt macht unser Kloster be-rühlnt ! Und seine ?christ, die voln vorigen Jal)re lial'eil selbst protestantische Professoren gerühnit" slf'um!" rief Eusebius llnd schlug aus bell Tisch; „glalib' es wohl, daß die Pro^ testanten ihn loben!" (Kortse^uiiü folgt.) Herr Dr. Rösler trank auf das Wohl des Herrn Dr. Mllllö, welcher Oesterreich auf dem italienischen Kongresse in Verona vertreten und im jetzigen Kongreß so eifrig mitgewirkt. Herr Dr. Mnlie dankte für die gütige Beurtheilung Dessen, was er erstrebt habe. Seit seiner Jugendzeit sei er mit Leib und Seele für dle Interessen des Weinbaues eingestanden und suche er als Mann mit Festigkeit um den Erfolg zu ringen. Herr Graf Thun aus Trient dankte für die Ehre, daß er zum zweiten Vice-Präsidenten des Weinbau-Kongresses gewählt worden; als Repräsentant einer südlichen Provinz erblicke er in dieser Wahl eine Huldignng des Nordens an den Süden. Möge drr zukünftige Kongreß solche Männer findet» wie der Kongreß in Marburg. Ein Hoch dem Landeshauptmann der Steiermark, dem Herrn Moriz von Kaiserfeld !" Herr Cerletti aus Florenz dankte für die herzliche Aufnahme, welche den Italienern in Marburg zu Theil geworden; Aorenz werde vergelten. Herr Dr. Mulle brachte ein Hoch deni Präsidenten des ersten österreichischen Weinbau Kongresses, Herrn Moriz von Kaiserfeld --Herr Dr. Michel aus Graz, Vertreter des Landesausschusses, dem zweiten Vice Präsidenten Grafen Thuu — Herr Dr. Mulls den Vertretern Italiens Herr Calombicchio aus Görz der Stadt Marburg und dem Nepriisen-tauten derselben, Herrn Dr. M. Reiser. In fröhlichster Stimmung trennten sich die Festgenossen. Am Sonntag 10 Uhr Vormittag wurden vom Präsidenten de» Preisgerichtes Herrn Dr. Mullö die Preise vertheilt und die ehrenvollen Anerkennungen mitgetheilt. ^ Staatspreise erhielten: l. Gruppe (Weiue): Kollektivausstellung von Böhmen, Versuchsstation in Görz, . Herr Alois Edler von Kriehuber in Marburg, Herr Ritter von Kodolitsch in Nadkersburg, ' die Herren Brüder Kleinoscheg in Graz, Herr Fürst Lobkowitz in Böhmen, Frau Anna Gräfin Meran in Marburg, Landes-Obft- und Weinbauschule in Parenzo, die Herren I. und R. Pfrimer in Marburg, Herr Gras Reichenbach in Mahren, Ackerbau-Gesellschaft in Trient, KoÜektivausstellllng von Unter-Krain, Herr Michael Wretzl in Marburg, Landwirthschastü'Gesellschaft in Wien; NI. Grnppe (Tranben): Herr Graf Johann Coronini-Kronberg in St. Peter bei Görz; IV. Gruppe (Geräthe, Werkzeuge, Maschinen . . . Herr L. Koller in Brunn bei Wien, LandeS-Obst- nnd Weiiibanschnle in Slap bei Wippach in Krain; V. Gruppe (Bodenarten, graphische Darstellungen, Pläne . . . ): Herr Direktor Hermann Göthe in Marburg, Herr Joseph Ketz in Mnrbilrg, Landes-Obst- und Weinbauschule in Marburg. ki. Silberne Medaille der fteiermäi tischen LalldwirthjchaftSgesellschaft: 1 Gruppe: Herr Friedrich Bascarolli, Gutsbesitzer in Na» ttletz bei Meran, Kollektivanssteilnng des Weint>anvereines Friedlin, Herr Alois Fiohm in Marburg, die Herren Hansmaninger und Spitzy in Mar^ l'urg, Herr Boc^dan Hoff in Krakau, Herr I. G. Jsepp in Marbnrg, Herr Dr. Gustav Kofler in Bozen, Kollektivausstellung des WeinbauvereitlS ^^utten-berg, die Freil)erren Moll in Villa Lagarina bei Noveredo, Herr Josef Masolti, Gntsbesitzer in Noveredo, Kollektivausstellung des Weinbauvereins Mureck, Herr Dr. Othmar Reiser in Wie!'. Kollektivausstellung des Weinbanvereins Nadkersburg, Firma C. Schraml in Marburg, Herr August Schenkel in Lukaufzen; III. Gruppe: Weinbauverein Leibnitz; IV. Gruppe: die Herren Boldt und Vogel in Hamburg, Herr Joseph Hlubek in Pettau, „ Ferdinand Petersen in Haneburg. „ Dr. Reitlechner in Klosterneuburg; Broncemedaille der steiermärkischen Landwirthschafts-Gesellschaft: I. Gruppe: Herr Johann Girstmayr in Marburg, „ Franz Halbärth „ M Joscht „ Franz Kotschevar „ „ Johann Kastellitz „ Frau Maria Krumholz in Altenl'crg, Herr Anton Schuscha in Tüffer; III. Gruppe: Weinbauverein Marburg, Herr Josef Petschnak aus Jstrien; IV. Gruppe: Herr Joseph Bilger in Neu-Cilli, Herr Wenzel Wrba in Marburg, Neukomm's Söhne in Werschetz, Herr Franz Pichler in Marburg, „ Franz Syrowy in Wien, „ Kerllreuter in Wien, V. Gruppe: „ Merth in Wien. Kapeller in Wien; I). Ehrengabe der Herren Göthe' III. Gruppe: Weiubauschule in Slap. L. Ehrenvolle Anerkelinnng: I. Gruppe: Herr Ferdinand Graf Brandis in Marburg, „ Anton Graf Brandis „ „ Karl Flucher „ „ David Hartmalul „ „ Johann Krainz „ „ Dr. Rupnik „ L. Ritter von Tarnaviecki in 'Zliurliof; IV. Gruppe: „ Karl Knatz in Frankfurt a. M., „ Rudolf Klöck in Wien, „ Joseph Hentschel in Wien, „ Dr. Friedrich Heiden in Dresden, „ Joseph Ritter v. TrauczynSki in Krakau, „ Ad. Polak in Wien, „ I. Kellsch „ V H. Vetter „ „ Anton Pizzini in Ala, „ Anguft Sattler in Graz; V. Gruppe: „ Jgllaz Hatschek in Budapest. die Herreu Fäsy und Frick in Wien, Herr Friedrich Leyrer in Marbllrg, „ Matthäus V^lpi in Trieitt. Der Weinmarkt am Montag gestaltete sich lebl)aft. Die Votterie ergab 4979 Lose zu kr. und 233 Geminnste (Flaschenwein, Geräthe, Werkzeuge, Maschinen, Pläne, Zeich»,ungen...) Die Menge der Besucher (die Kongreßmitglieder und Anssteller nicht gerechllet) betrng 7045, die Einnahmen 1409 ft. Zur Geschichte ttt!. Tilge!;. Im nächsten Jainter werden sämnUliche A »l S g l e i ch s e n t w ü r f e vor die Vertretungen gebracht. Eine stückweise Verhandlling findet also nicht statt und kann der Reichsrath das Ganze reiflichst erwägen, nlit vollster Klarheit seinen Beschluß fassen. Die Frage, ob Ungarn an der Achtzig-M i l l i o n e n s ch n l d theilhaben muß oder nicht, soll durch ein Schiedsgericht ausgetragen werden, falls Deplltationen des Neichsrathes llnd des Reichstages dieselbe nicht lösen köinien. Durch diese Vereinbarnng siltd aber nur die Regierungen gebunden, die Vertretungen bleiben zu freiem Entschluß berechtigt. Die Frieden SV er tnittler arbeiten vergebens. Serl)ien ist noch kriegerischer gestimmt, als die Türkei, hat bereits seine»l Landsturm aufgeboten und alle Vorbereitungen für den Winterfeldzng getroffen. In Rußland drängt die Volksbewegung zum Kriege und zählt der Hof unbedingt auf Berlin. ZNarkurizer ZZerichte. (Fall B r a n d ste tt er.) Der Angeklagte betheuert, er habe durch die Wechsel Nie-malld schädigen wollen. Die 18.000 fl. vom Erlös der Lebensversicherung habe er ftr sich verwendet, aber nur in der Absicht, das Geld bei Aufforderung zur gerichtlichen Hinterlegung aus Eigenem zu ersetzen, sobald er die Mittel dazu gewinnen würde. Auf Grund des mit dem Montanärar geschlossenen Vertrages hätte er binnen zehn Jahre um 450,000 fl. Erze abgesetzt. Wäre er aus freien Fuß gesetzt worden, so hätte er' das Bergwerk an die böhmische Gesellschaft um 550.000 fl. verkaufen können. Tie Bewucherung habe ihn ebenfalls gehindert, seine Gläubiger zu befriedigen. (Schadenfeuer.) Aus Kranichsfeld wird uns unterm 26. d. M. geschrieben: Abermals wurde unser Dorf von einer Fenersbrunst heimgesucht. Zwei mit Stroh gedeckte Bauernhäuser wurdet, innerhalb 3 Stunden mit sänunt-lichen darln befindlichen Vorräthen an Heu, Stroh zc. vernichtet. Nicht der Windstille allein, sondern anch der ausopfernden Thätigkeit unseres wackerell Gensdarnierispostens ist es zu verdanken, daß das Feuer i-icht größere Diinen-sionen annahm; wenige Schritte davon Hütte es neue Nahrnng anr offen heruinliegenden Stroh nnd einem strohgedeckten Hause gefuti-den. Die Äranichsselder Feuerspritze mar in voller Thätigkeit utld bestens von den Ge»,s-darmen bedieitt. Die Spritze des Nachbardorses wurde wie gewöhnlich vermißt. (Ans der Gemeinde st u b e.) Llior-gen 3 Uhr Nachulittag findet eilte Sitzntig des Gemeillderathes statt. Theater. (—Satnstag den 23. Septeinber. Die angekündigte Aufführung des Lustspieles „der Kölngslietlteuant" mußte unterbleibeil. da Fräli-lein Hafsner, lvelche deil jungen Göthe t)ätte spieleil soUeil. erkrankte utld bot tnan nnS dafür die rltnde 5^arstelluttg der erst jüngst gegebenen Lustspiele „Wer?" und „der Präsident", auch die altbeivährte Posse „Möns. Herkules", lvomit ein änßerst aniniirter Theaterabend ge-wollnen lvurde. Die Danlen Otto uttd Lind' tl e r, die Herren Griese, Löcs und Tuschl spielten so ailgenehtn und tnit so reicher Laune, daß das Pnbliknin ans dein Lachet, gar nicht heranskanl. Wenn a,lch ilicht überall, so doch hier gew ß l)eiligt der Zweck die Mittel. Als lacheilde .^tritiker gebet, wir nl,ü gern gefangei, nnd sind gewiß die letztei,, tvelche dagegen etwas einwenden, wenn es recht lustig zugel)t auf unserer Bühne. Die für Montag den 25. Septeinber allgekündigte Vorstellullg von „Epide tn i f ch" ist nnterblieben und konnte an diesen, Abende gar nicht gespielt tverden, weil, wie die betres-fetlde Annonce ohne wettere Glosse silgt, Herr Schlnidt plötzlich erkrankte. Eine Etttschnldi-gung l)at die Direktion t,icht nöthig erachtet und nehmen lvir also von ihrein Jnlperiuln kllrze Notiz niit dem gliten Wunsche, es lnögen in Zukutisl diese „epide n, i s ch" iverdende», Krankheitsfälle unserer Bühne>lti,itglieder et,vas weniger ausfallend in Lcene gehen. Letzte Post. Während d?r lrtzten Miiiisterkonferenz hatten sich Taaffe und Sennyey iii Wien »ingrfunpcn. Zn Rußland erwarten die Reservisten Marsebbefehl. Tschernajeff hat die Weisung empfan-gen, die Neindselig?eiteu wieder zu beginnen. In ver türkischen Hauptarmee soll die Pest aufgetreten sein. Nr. 7299. (N42 Kundmachung. Es wird hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß daS Verzeichnih aller jenen Personen, welche nach dem Gesetze vom 23. Mai 1673 R. G.B. Nr. 121 zu Geschwornen berufen werden können, für daS Jahr 1877 bereits verfaßt ist und von heute an durch acht Tage d.i. bis 3. Oktober 1876 in meiner Amtskanzlei am Rathhause (Hauptplatz Nr. 96) zu Jedermanns Einsicht aufliegt. Jcdem Belheiligten steht eS frei, während dieser Frist wegen Uebergehung gesetzlich zulässiger Personen in drr Liste schrifllich oder mündlich zu Protokoll Einspruch zu erheben oder in gleicher Weise seine BesreiungSgründe geltend zu machen. Marburg am 24. September 1876. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Ergebenst Unterzeichnete erfreut sich seit 1864 dtS Zuspruches der ?. 7. Damen Marburgs, und empfiehlt sich noch ferner, im feilisten Geschmacks als zu ent- sprechen. DtNi v. Schltisitz. 1143) Schmidcrergasse Rr. 9. Nr. 7208. (11S0 Knndmachnng. 107S Am ii?. September I. I. Vormittag 9 Uhr beginnt im ehemals Kollet-nig'schen Hause, Tegetthoffstrahe zu Marburg die exekutive Feilbietung des Z^ried. Tvetl'scheu, auf 8043 fl. 85 kr. geschätzten Waareulagers, bestehend aus Schnitt-, Tuch « Modewaaren 3. 13125. Edikt. (1090 Erlaube mir ganz ergebenst, Euer Wohlgeboren in Kenntniss zu setzen, dass der für den 25. d, M. bereits annoncirte Beginn des Tanzunterriohtes wegen zu geringer Theilnahme nicht stattfinden konnte, und ich in der angenehmen Hoffnung auf zahlreichere Anmeldungen die Eröffnung meiner Tanzschule bis Sonntag den 1. Oktober vertagt und die Einschreibung blos für 8auis-tug den 80. von 10— 12 Uhr Vormittag und 6—9 Uhr Abends bestimmt habe, mit der Bemerkung, dass meine Ferien nur bis längstens 11. November dauern und ich im Falle am bestimmten Einachreib-tage die Zahl der P. T, Theilnehmer eine noch immer nicht genügende sein sollte — überzeugt, diesmal nicht das Glück zu haben, in dieser Stadt einen grösseren Zuspruch zu erwarten und um die Gelegenheit nicht zu versäumen, bis zum Schluss meiner Ferien auderwärts noch einen Gwöchentl. Curs zu ertheilen — unwiderruflich geBonnen bin, entweder Sonntag den 1. Oktober unter genügender Betheiligung hier den Unterrichtscurs zu beginnen, oder mit Bedauern diese Stadt zu ver-Hochachtungsvollst 1140 Pietro Coronelli. Im tiefsten Schmerze geben die Unterzeichneten die für sie höchst betrübende Nachricht von dem Hinscheiden ihres innigstgelieb-ten, unvergesslichen Söhnleins, resp. Bruders Victor Simon, welcher Montag den '25. September 1876 Morgens 41/, Uhr nach Stägigem sehr schmerlichen Leiden in seinem vollendeten 8. Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die irdische Hülle des theueren, uns so früh Entrissenen wird Dienstag den '26. September 4 Uhr Nachmittags am Friedhofe zu Frauheim eingesegnet und zur Ruhe bestattet. Die heil. Seelenmesse wird Mittwoch den 27. September Vormittags 9 Uhr in der Pfarrkirche zu Frauheim geleseu. Frauheim am '25. September 1876, Paul Simon als Vater. Antonia Simon als Mutter. Fanni Simon als Schwester. 1141 Paul Simon als Bruder. 11 -_3te>^riii. Iieicliomuifbalirnnga- n. BperdigunKH-Anstalt. 6 «itte Ein bedrängter Familienvater in st^er Stellung bittet einen edlen Menschenfreund um ein Darlehen von 100- -200 fl., welches gewiß redlich zur bestimmten Zeit rückbezahlt ivird. Gütige Berücksichtigung unter k. postv rsstaute. Itll» I,ox« iin erste» Stkck ist für jeden zweiten Tag zii vergeben. Anfrage im Comptoir d. Bl.. (li3ö Gin Keller auf 300 Hektoliter ist im Hause Nr. 172 in der Schillerstraße zu vermiethen. 1145 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg linkeS Drauufer wird bekannt gemacht: Eö ist über Ansuchen der Jgiiaz Högenwarth'schen Erbe» die freiwillige öffentliche Versteigerung der zum Verlasse gehörigen Wetugart-Realttät in Wadelberg bei Marburg Urb.-Nr. 644 aä Burg Marburg, bestehend auS dem gemauerten mit Ziegel« ge-deckteo Herrenhause, dem gezimmerten Winzerhause, dem WirthschaftSgebäude und nach dem Kataster auS Acker mit 2 3och 113S Qkl.« Obstgarten 3 Joch 1513 Qkl.» Weingarten 3 Joch 426 Qkl., Hochwald 2 Joch 1120 Qkl., zusammen aus Grundstücken mit 12 3. 994 Qkl. und dcr dabei befindlichen Fahrnisse beivilliget. »nd die Tagsatzung zur Bornahme derselben auf den SV. .Zeptember 1876 Vormittag von lO—IS Uhr an Ort und Stelle der Realität in Wadelberg angeordnet worden. Kauflustige werden mit dem Beisätze eingeladen, daß bezüglich der Realität ein IV'^/yigeS Vadium vom Schätzwerthe pr. 7016 fl. zu erlegen ist, daß die Realität und Fahrnisse nur um ober Über den Schützwerth hintangegeben werden und daß die Fahrnisse sogleich bezahlt und bezogen werden müssen. . Das Schätzprotokoll, der GrundbuchSextrakt nnd die LizitationSbedingnisse können täglich bei diesem Gerichte oder bei Herrn Dr. Fr. R a de y, k. k. Notar in Marburg eingesehen werden. Die Pfandrechte der Satzgläubiger bleiben Uttbertihrt. Mc,rburg am 2. September 1876. Ein Pächter l137 wird für ein im guten Betrieb stehendes Veto-öd gegen entspre- chende Kaution aufzutlehmeil gesucht. Allfrage bei ^ l?vvi^. Die Weide auf den Burgwiesen ist zu verpachten. Anfrage bei Ant. Badl, Marburg. 1138 Alt themalö Aelldl'schev Häuser Nr. 57 und 58, Untere Uferstraße sind sammt dazu gehörigem Gartengrund zu verkaufen. Auskunft bei Badl ^ Kodella, Lederfabrik in Vkarburg. 1139 Ein Zimmer für einen distinguirten Herrn auf dem RathhauSplatz tag» lich; Näheres bei Eduard Ferlinc. (1134 Hausverkauf. E»n Haus mit einem jährlichen billig berechneten MiethzinS von 160 fl. nebst Bauplatz ist um den Preis von 2200 fl. sofort zu Ver-kaufen. Auskunft im Comptoir d. Bl. (1127 Mr Baumeister! Ein Fichtenstamm, 7 Klafter lang, an der dünnen Seite 17 Zoll stark, ist loco Marburg sogleich zu verkaufen. (1128 Auskunft im Comptoir d. Bl. in der Kürntnrr-Vorftadt täglich von '/,7 Uhr Früh bi« >/,g Uhr Abmd». _Aloit Schmidtrer. '»^«runtml'rtlich, Verlag non Eduard Ianschitz ii> vlarbnrg. Knndmachnng. Der Voranschlag deS GemeindehauShalteS für das Jahr 1877 wird in der städtischen AmtS-kanzlei am Rathhause zu Jedermann« Einsicht vom !Z1. September biS 4. Oktober 1876 öffentlich vusgelegt. Was hikmit zur allgemeine« Kenntniß gebracht wird. Marburg am 18. September 1876. _Der Bürgermeiste'': Dr. M. Reiser. ?IVÄ. IBr. I!pezialar»t ftr Haat- «lld Vrschttchls-Kra«khtitta. °id. «Sgl. ». 10-2 Uhr: «i-a-, H,rr,»gaffe z«, auch brieflich. ' Seaeii «inlend»ng «on S fl. werden sammt Tevrauchsanweisuna ' besorgt. (1131 « « ^ SS Josef Rie«, früher Hotelier «zum goldene» Roß" erlaubt sich nun sein ei,,ei,eö Hotel, neugebaut, allen Anforderungen der Neuzeit entsprechend eingerichtet. ben.>nnt Alr», .-III S»ackt anjuempfehlen. Da«selbe liegt im Cen-tru«^. gegenüber der k. k. Post «nd de» r> r. Platzkonimando«. in nächster RSH« aller Behörden, beider Theater, de« Stadtparkes, sowie der ungarischen Westbahn. Eigener Hotel-Ouinibn« su jedem Zuge 1144 Zum Berfertigen von Damenkletder und Hemden empsiehlt sich IlliUU»?««!»» rj,ol»«r. lwn_KSrntuergaff« Rr. 2a9. Eine Mahlmühle 'st in Zellnitz zu verpachten. Auskunft beim Eigenchümer Karl Kren-thiUer alldors. (1122 Gin GewHlb 'S o> mit Sch'Ufensler und GlaSihü»«», aiif lebhaftem Posten, ist sogleich und billig zu verviietheii. _Anfrage bei Marie Schraml, Domplatz. in Fräulein lu der französischen Sprache. Hono!0r mäßig. 1116 Au-^kuttft aus Gefälligkeit im Lomptoir d. Bl. E Mne junge gebildete Dame wünsch! IN >>er franjöflschen Sprach« Unterricht Zu rrth-ilc». IN>s>iII>g.> Anträge unter Chiffre „I?. I<." a» dir Ejp-d. d. Bl. ^1117 Zn vermiethen: Ein mi)blirte« Zimmer, gaffen seitig und sogleich zu b-jiehen. „ '^^lrage bei Herrn Juwelier, Post«affe. Ein Zimmer, nett möblirt, sepc^ruter Eingans^, Hochparterre in der Bürgerstraße 196 vom 1. Oktober an zu veimiethen. Anfrage dnselbst links. Dampf« «.Wannenbad