Lrdaklio»: Lahnbojgafle Nr. 1SÜ Lriitditioil nni Zvleraltn 6»reai>: »ongreßplatz Nr 81 t 5 kr. dreimal L 7 >r. IuIertionSftemvel jedeSmal »« Ir. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung enllprechknder Rabatt. präaamcraliou» - preili: Für Laibach Gau,jährig . . . 6fl.—-!r. Halbjährig . . . ü . — , Vierteljährig. . . i „ Lv , Mouatlich . — „ L0 , Mit der Post: Ganzjährig . . . » fl. — kr. Halbjährig . . . 4 „ L!> , Vierteljährig. . . r , 2S . Für Zustellung ins Hau« viertel-j ihrig 25 tr., monatlich g kr. Siuzelue Nummern S kr. Laibacher blatt. Änonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 72. Donnerstag, 31. März. — Morgen: Hugo. Abonnements-Anladung. Mit 1. April 1870 beginnt rin neues Abonnement auf das „Laibnchcr Taqblatt." Bis 1. Mai 1870: Für Laibach .......................50 kr. Mit der Post.......................75 kr. Bis Ende Juni 1870: Für Laibach....................Ist. 50 kr. Mit der Post...................2 fl. 25 kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. WW" Aus das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonuirt werden, doch muß das Abonnement immer mit Schlich eines Monates ablaufen. Nach den Wahlen. Die liberale Wählerschaft darf mit gutem Rechte das Zeugniß in Anspruch nehmen, daß sie auch bei den diesmaligen Gemcindcrathswahlen, welche durch die heute Vormittag stattgefundene Stimmenabgabe des ersten Wahlkörpers beendet wurden, redlich ihre Pflicht gcthan habe. Ungeachtet der deklarirten Nichtbetheiligung der Gegenpartei und der in natürlicher Folge nur lässig betriebenen Agitation wurde» im drillen Wahlkörper nur eine einzige, im zweiten nnd ersten nur einige Stimmen weniger als im vorigen Jahre abgegeben und die ausgestellten Kandidaten sämmtlich ohne jede nen-nenswerthe Stimmenzerspliltcrung, mehrere sast mit Einhelligkeit gewählt. Obwohl die liberale Partei noch über viel mehr Slimmen verfügt und im Falle eines eigentlichen Wahlkampfes noch bedculend mehr Truppen ins Feld stellen könnte, so muß doch die Be-theiliguug für eine Wahl, bei der die Entscheidung im voraus bekannt und das Durchdringcn der ausgestellten Kandidaten gewiß ist, und bei der es sich nur um die Bethätigung eines Prinzips, gewissermaßen nur um einen moralischen Erfolg handelt, eine außerordentlich zahlreiche genannt werden und Man kann gelrost die Behauptung aussprcchen. daß kaum in einer zweiten Stadt in einem gleichen Falle ein solches Kontingent der Wähler an die Urne treten würde. Die Grundsätze der Mäßigung und Besonnenheit haben durch die letzlen Wahlen einen neuen Sieg errungen über diejenigen ungezügelter Leidenschaftlichkeit und maßloser Ausschreitung, und es hat sich gezeigt, daß glücklicherweise diese wohlthätigen Grundsätze immer sestern Fuß fassen im Kreise unserer Bürgerschaft und so hoffentlich mit der Zeit wieder zum Heile der Stadt die ausschließliche Herrschaft erlangen werden. Dieser glückliche Erfolg ist geeignet, unsere Gemeindevertretung mit frischem Muthe und neuer Kraft für ihre ernste und schwierige Aufgabe zu erfüllen. Sie möge getrost ausharren auf dem betretenen Wege, auch in der Zukunft als oberstes nnd einiges Ziel nur das Interesse der Stadt Und das Wohl der Bürger im Auge haben! Menn lder Gemcinderath, vom Geiste de« Fortschritts getragen, fortsährt praktischen Fragen seine Thätigkeit zu widmen, die materiellen Interessen wit Geschick und Eifer zu fördern, mit vorurtheils-- freiem Blick den Ereignissen gegenüber zu treten und mit strenger Unparteilichkeit seines Amtes zu walten, so werden die segensvollen Früchte einer solch e n Wirksamkeit auch in der Zukunfl nicht ausbleiben. Unsere Stadtvertreier werden dann, wenn abermals die Zeit eintritt, wo die Bürgerschaft durch eine Wahl ihr Unheil sprechen soll, die Freude und die Befriedigung'erleben, daß die Zahl derjenigen, deren Anhänglichkeit und Vertrauen sie sich errungen, und die nur einsichtige und lhatkräf-lige Männer an der Spitze der slädlischen Angelegenheiten sehen wollen, sich abermals vermehrt hat, und daß eine slekS wachsende Majorität friedliebender Bürger ,die kleine Schaar verbissener und gefährlicher Hetzer mächtig Niederhalten wird. So schön und verlockend dieses Ziel ist, so werden doch auch die Widern ärtigkeilen auf dem Wege dahin nicht fehlen. Die Vergangenheit gibt in dieser Beziehung leider die sichere Bürgschaft für die Zukunft und es ist dies um so mehr zu bekla-ges, als alle diese Hindernisse und Unannehmlichkeiten nur gemachte und absichtliche, nur durch blinden Haß hervorgerufenc sind. Der Gemeinderalh möge sich aber auch darüber trösten, denn selbst die wüthenden, von der ausgelassensten Leidenschaft ein-gegebenen Angriffe, inil denen ihn die klerikale Gegenpartei überschüttet hat und überschütten wird, haben ihr gutes. Sehen wir uns diese Angriffe an! Waren sie ein einzigesmal fachlicher Natur? Ist jemals eine Maßregel des GeineinderalheS mit Beweisen und Gründen bekämpft worden? Haben die Gegner je in städtischen Angelegenheiten einen Vorschlag auf Verbesserung gemacht? Wurde bei irgendeiner Gelegenheit ein vernünftiger Wunsch ausgesprochen und nicht erfüllt? Nichts von alledem, sondern in einem fort nur persönliche Insulten, offenkundige Verdrehung der Thatsachen und inhaltslose Fräsen, das war alles, was wir gehört haben. Wer aber zu solchen Mitteln seine Zufluchl nimmt, wer die Lüge nicht scheut und auch das ernste und ehrwürdige begeifert, der richtet seine Sache selbst, der macht sich mit seinen Beschimpfungen höchstens lächerlich und seine Wuth ist eine ohnmächtige. Ein Streiflicht aus unsere Mumasien. Der Bericht der Budget-Kommission des Abgeordnetenhauses-verfehlt nicht, auf die große Anzahl von Lehrern an Gimnasien hinzuweisen, welche das gesetzlich vorgeschriebene Lehramts-Staatsexamen nicht abgelegt haben. Dieser gesetzwidrige Zustand findet sich namentlich an geistlichen Gimnasien, an welchen ungeprüfte, also unbefugte Lehrer thätig sind. Die unverzeihliche Nachsicht der Unterrichtsbehörde hat bewirkt, daß in den letzten zwei Jahrzehnten die Geistlichen der Forderung des Gesetzes nicht gefolgt sind. Aus der Beilage II des Bc-richles ersieht man, in welcher Weise das Gesetz bisher gehandhabt wurde. In KicmS sind von 12 Lehrern 5, nicht geprüft, im Bcnediktincr-Gimnasium zu Melk von 12 Lehrern 7 migeprüst, in Wiencr-Nvustadt von 12 Lehrern 11 nichtneprüste Zisterzienser. Am FranziSkaner-Ober-Gimnasium zu Ru- 1870. dolsswerth in Krain erscheinen unter 13 Lehrern 6 nicht geprüft, in Brix von 12 Piaristen 6, in Dnppau bei Karlsbad von 8 Lehrern 4, in Jung-bunzlau von 11 Piaristcn-Lchrern 5, in Kommo-tan unter II Zisterzienser-Lehrern 6, in Prag am Neustädker Piaristen-Gimnasinm unter 12 Lehrern 5 nngcprüft, in Saaz bei derselben Anzahl gar 7. Böhmen war^sonst in erster Reihe zu nennen; der Zustand der «schulen hat, wahrscheinlich durch nationale Umstände, sich bedeutend verschlimmert. Am schlimmsten präsentirk sich Tirol, in welchem Lande an vier geistlichen Gimnasien 20 nicht lehramtsfähige Professoren tradiren. Die Zahl der ungeprüften Lehrer beträgt 140, eine ansehnliche Summe, wovk, die Bemerkung nicht unterdrückt werden kann, daß die meisten Lehrer ihre veuiu clooeuäi ans Grund alter, längst verworfener Gesetze, dis ist als Gra.nmatikal-Lehrer. erworben haben. Eine päpstliche Antwort an den Grasen Beust. Graf TrauttmaniiSdorff und Herr von Beust haben von Antonelli eine jener begütigenden Antworten erhalten, wie sie dieser geistliche Staatsmann nach allen Seilen hin zu spenden gewohnt ist. Sic lautet nach der „A. A. Zlg." im weserik-lichen wie folgt: In der Theorie und wenn hohe weitauSgrcifcndc Prinzipien ausgestellt werden sollen, da ist die Kirche unerbittlich, da kann sic nicht das geringste von ihren Ansprüchen Nachlassen, da muß sie das Schwer! des AnathemS ziehen und kräftig dreinhaucn; sic muß also nothwendig das moderne Staalsleben mit seinen Freiheiten für einen Knäuel von feelcngcfahrlichen Jrrthümern erklären und deshalb die Freiheit des religiösen Bekenntnisses und der Presse verdammen. Aber in der Praxis, in Konkordaten, in beson-ncrcn Jndulten nnd Gnadenverleihungen ist der Papst nicht so streng und uncrbitllich; da läßt er mit sich handeln, und die einzelnen Regierungen können auf dem Gnadenwege von ihm erlangen, daß er das dulde und unangesochten lasse im Leben, was er in Theorie feierlichst verdamm!, freilich nur äuiÄüte döiiöplaeito, so lange cS ihm gefällt, so lange die Regierungen sich gnk aufführcn und nicht etwa mit Entziehung solcher Jndulte und Privilegien bestraft zu werden verdienen, und so lange die Umstände sich nicht ändern; denn das verstehe sich wohl von selbst, daß, sobald günstigere Stimmen und politische Situationen sich ergeben, in denen ein kirchlicher Ausspruch mit Aussicht auf Gewinn und Sieg erhoben werden kann, der Jndult zurückgenommen und die Theorie nunmehr zur Praxis wird. Antonelli hat stets beide Taschen voll von solchen Distinktionen zwischen der strengen und harten Theorie und der weichen, biegsamen und nachsichtigen Handhabung, und kein Diplomat geht ungelröstet von ihm hinweg. Banneville hat sich stets mit dieser vom Staatssekretär ihm Vorgesetzten Kost be-gnügt; TraultmanSdorff ist insoweit im Vorlheile, als die vom römischen Hofe dem Konzil oktrojirtcn Doktrinen über Staat und Kirche der österreichischen ^.egierung einen sehr bequemen Anhaltspunkt bieten, das thatsächlich zerrissene Konkordat auch rechtlich für erloschen zu erklären, wie denn überhaupt mit einem unfehlbar gewordenen und sich als berufenen obersten Richter über „Erlaubt" und „Unerlaubt" fühlenden Papst wohl ein Waffenstillstand, aber kein wirklicher, aufrichtiger Friede und kein.FriedenSver-trag möglich ist. Uebrigens gibt es wirklich nichts bequemeres und elastischeres, als die Theorie, welche Ankonelli mit diplomatisch-priesterlicher Salbung den Vertretern der europäischen Regierungen zu entwickeln pflegt. Nach ihr ist am Ende alles, Personen und Institutionen, Regierungen und Völker, von der Nachsicht und Gnade des Papstes abhängig. Noch höherem göttlichen Rechte, so lautet die Doktrin, sollte eigentlich alles in der Welt anders eingerichtet sein, sollten Zensur und heiliges Osfizium, wie im Kirchenstaate, Religionszwang, geistliche Immunität, kurz das ganze Dekretalenrecht überall in Blüthe stehen; aber der Statthalter Gottes ist nachsichtig; er läßt sich herab zu den ins Arge versunkenen Staaten und Nationen; er thut, was man in Rom so gern thut: er dispensirt; er erklärt, aus Rücksicht auf die Ungunst der Zeiten an sich verwerf-liche Dinge dulden zu wollen. Das ist aber keineswegs eine Anerkennung; es ist nur ein „Zndnlt," für welchen Monarchen, Staatsmänner und Nativ-nen. solange er gilt, dankbar sein müssen, der aber jederzeit zurückgenommen werden kann. Klerikale Hetzereien. In einem WirthShause in der Umgebung von Innsbruck, schreibt ein Korrespondent der „Tages-presse", sitzen der Kooperator und mehrere Bauern des Dorfes bei einem Glase Wein. Der geistliche Herr führt, wie sich'« geziemt, das große Wort und die Liberalen kommen, wie es sich von selbst versteht, übel weg. Sic sind an allem schuld, was immer den Bauer heimsuchen mag. Die hohen Steuern und Gaben, wer anders hat sie verschuldet, als dic Liberalen durch ihre schlechte Wirtschaft, Die Gottlosigkeit dieser säubern Sippschaft, die Lästerungen, die sic ausstößt, all' das müsse endlich die Langmuth des Himmels erschöpfen, und dann werde es der Gute mit dem Bösen büßen müssen. So könne es nicht länger bleiben, es müsse, um die drohende Strafe abzuwenden, etwas Entscheidendes geschehen, und zwar bald. „Die Kugeln." schloß der würdige Mann, „sind schon gegossen." Das ist deutlich, nicht wahr? Auch das Oberinnthal hat solche Plauderstübchen. Traulich sitzen sie dort beisammen, die Vielgetreuen und lauschen, was der ultramontane Hetzer spricht. Nach einer Filippika gegen den Li' beialismns und seine Anhänger, die kein gutes Haar an diesen läßt, werden die Bauern darauf vorbereitet, daß hiufür keine FrohnlcichnamS-Pro-zesfionen (bekanntlich ein kirchliches Fest, das der Bauer mit besonderer Liebe begeht) stattsinden dürfen, da dies nach den neuen Gesetzen nicht geduldet werde; daß der Priester, wolle er einem Kranken die letzten Tröstungen der Religion bringen, das Allerheiligste unter den kirchlichen Gewändern verbergen müsse, und dergleichen dummes Zeug mehr Nichts macht die Bauern rasender, als wenn sie von ihren Sitten und Gebräuchen lassen sollen, als wenn sie in ihren religiösen Gefühlen verletzt werden. Ich sehe die Frage auf Ihren Lippen schweben: Ob denn die Bauern solchen haarsträubenden Unsinn glauben? Ja, antworte ich, weil es der Priester sagt, der ja nur die Wahrheit verkündet. Politische Rundschau. Laibach, 31. März. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses forderte der Minister des Innern schriftlich zur Vornahme der Delegationswahlen auf und legte das Nothwahlgesetz vor. Im Klub der Linken war es dem Justizminister gelungen, die Stimmung für den Gesetzentwurf, dessen Verwerfung im Parlament man vielseitig fürchtet, zu bessern. Der Justizminister wies darauf hin, daß die Regierung zu dem Einbringen dieses Gesetzes sich erst entschloß, nachdem der GiSkra'sche Entwurf keine Aussicht halte, die Majorität im Abgeordnetenhaus zu erhalten, weil die Vertreter von Ober-und Niederösterreich, Steiermark u. s. f. von einer Verdopplung des Großgrundbesitzes nichts wissen wollten, die Großgrundbesitzer selbst aber darauf bestanden. Prinzipiell seien doch in dem Nothwahlgesetz die direkten Wahlen von der Krone anerkannt, eine Thatsache, die nicht unterschätzt werden Lürse, wenn in Betracht gezogen wird, daß die Krone die Lösung der Wahlresorm als ein Recht der Landtage anerkennt und die Zustimmung zur Vorlage eines Wahlgesetzes aus breitester Basis jetzt zu erhalten nicht möglich gewesen wäre. — Rechbaucr und Genüssen führten in der gestrigen Sitzung bereits den ersten Koup gegen das Nothwahlgesetz aus, indem sie einen Gesetzentwurf über direkte Reichsrathswahlen und über kreirung eines Länder- und eines Volks-Hauses einbrachten. Wir dürfen also einer interessanten Debatte entgegensehen, welche auch über den Fortbestand des Ministeriums Hasner entscheiden dürste. Endlich wurde noch in dieser Sitzung GrocholSkrs Antrag, über den Gesetzentwurf, das Medizinalwesen betreffend, zur Tagesordnung über-zugehen, weil derselbe in die Länderautonomie ein-grcise, abgelehnt, nachdem der Minister des Innern diese Anschauung entschieden widerlegt hatte. Ueber den Schluß der Reichsrathssession ist noch nichts bestimm!, die Mitteilung einer Verlängerung über Ostern hinaus ist mindestens versrüht. Dr. Giskra hat noch nicht die Genehmigung seines Demissionsansuchens, wohl aber, wie die „Morgenpost" wissen will, andere Blätter aber widersprechen, das kaiserliche Handschreiben erhalten, welches vor der Hand seine Dienste bis zum Schluffe der Session in Anspruch uimmt.— Daß die Regierung energische Maßregeln gegen die czechische Opposition beabsichtige, wird von beteiligter Seite entschieden >n Abrede gestellt und die Beiziehung des Reicheknegsuunistcrs zu dem letzten Minister-rathe, aus welchem Umstande eben jene Gerüchte vo» strengen Maßregeln in Böhmen sich herleiteten, mit der Durchführung des ^andweyrslaluteS in Böhmen erklärt. Im Ministerium des Innern sind nachstehende Personal-Veränderungen genehmigt worden: Mini-sterialrath von Stähl in wurde zum SeklionSchef ernannt; Minislerialrath Beyer erhielt den Titel und Charakter eines SektionschesS; Medizinalrath Dr. Ulrich und OberlandesgerichtSrath Ritter v. Schmerling wurden zu Ministerialräthen ernannt. — Herr von Stählin wird als ein kennlnißreicher, liberaler und energischer Beamter geschildert. Minislerialrath Beyer erhielt den Titel eines Sektionschess als kleinen Ersatz dafür, daß er von dem jüngern Kollegen prälerirt worden. Wir haben bereits gemeldet, daß in München erzählt wird, Döllinger solle wegen seines Widerstands gegen die UnfehlbarkeitSlehre », saeris sus-pendirt werden. Die in Turin erscheinende erzul-tramontane „Uuita cattolica" berichtet frohlockend hierüber: „Man schreibt aus Nom, daß der eisrige Erzbischof von München im Begriff steht, strenge Maßregeln gegen Döllinger zu ergreifen, da derselbe in seinen letzten Schriftstücken offenbare Häresien vorgebracht habe. Um Döllinger zu entlarven, hat der berühmte Bischof von Regensburg Großes bcigetragen, welchem auch die Wissenschaft und die Kirche so viel verdankt." Also das hat derselbe von Senestrey gethan, der dadurch Bischof wurde, daß er sich als Gegner Roms und als Jesuiienhasser, wie man sich erzählt, vordem geberdet hat. Aus Italien lausen ernste Nachrichten über die letzten Unruhen ein. Was das beste an der Sache ist, die Regierung ist ihrer eigenen Polizei nicht sicher. Nachdem in Ravenna bekanntlich ein Polizeibeamter, der wegen eines Dienstvergehens versetzt werden sollte, den Präfekten, General Es- koffier, erschossen, gab ein anderer Polizeidelegat aus Freude über dieses Ereigniß am Abend desselben Tages einen lustigen Ball und die Regierung fand es nöthig, alle Polizeibeamten in ihren Quartieren zu konsigniren. Noch mehr, man sah sich genöthigt, in Ravenna das ganze Polizeiwachkorps zu entwaffnen und, von einer großen Anzahl Earabiniern bewacht, nach Bologna zu schicken. Uebrigens ist auch die Armee nicht verläßlich. In Pavia bestand der größte Theil der Angreifer aus Unteroffizieren. Aus dem Arsenal waren 70 Revolver entwendet worden, was mit dem Verschwinden mehrerer Artillerie-Unteroffiziere in Verbindung gebracht wird. Die Regierung hegte allerdings schon seit einiger Zeit große Furcht vor einem Ausbruche. Seit acht Tagen waren in Florenz auf der For-tezza da Basso jede Nacht Kanonen aufgefahreu und alles war für außerordentliche Fälle in Bereitschaft. Auch in Genua sind die Truppen seit zwei Tagen in ihren Quartieren konsignirt. Aus Parma meldet man, daß starke Kavalleriekadres nach der Umgegend von Cadorno geschickt wurden, wo man Unruhen wegen der Mahlsteuer befürchtet. Seit zwei Tagen tönen die Sturmglocken in mehreren Gemeinden und große Schwärme von Bauern durchziehen die Dörfer mit dem Rufe: „Nieder mit der Mahlsteuer!" Zm französischen gesetzgebenden Körper war das Ministerium wieder einmal in Gefahr. Pinard verlangte, daß eine Interpellation über die konstituirende Gewalt auf die Tagesordnung gefetzt werde. Ollivier erklärte, daß der Anstand und die konstitutionelle Gepflogenheit cs nicht gestatten, die Interpellation vor der Debatte im Senate anzunehmen und als Pinard daraus bestand, verlangte der Minister die Verwerfung der Interpellation a>S einen Akt des Vertrauens mit dem Beisatze: „Wenn Sic dics verweigern, hören wir auf, Minister zu sein." Der Ausspruch erregte Sensation und die Interpellation wurde verworfen. Das blutige Drama von Antenil, welches die letzten stürmischen Unruhen in Paris hervorrief, die Verhaftung Rocheforts zur weiteren Folge hatte und endlich dic leidenschaftlichen, die Welt in Spannung haltenden sechStägigen Debatten vor der kaut,6 eour in Tours veranlaßte, endete also mit einer F r e ispre chn n g des Prinzen Pierre Bonaparte. Auf einen solchen Ausgang des Prozesses war wohl niemand gefaßt, und schwerlich wird er für dic französische Kaiserdinastie heilbringend wcrdcn. Denn, daß jcmand trotz des erwiesenen TodlschlageS und trotz des versuchten Mordes vollkommen frcigcfprochcn wcrdcn könne, dürften die Franzosen kaum einsehen. Der Eindruck, den diese Nachricht auf Paris und ganz Frankreich machen wird, dürfte sich bald in Demonstrationen offenbaren, welchc sowohl dcr kaiserlichen Justiz als Napoleon III. selbst keineswegs genehm sein werden. Die Iiruite oour hat durch dic Frei-sprcchnng eine« Mannes, der sich einen Todtscklag und einen Mordversuch zu Schulden kommen ließ, nicht nur das Rechtsbewnßtsein vcrlcpt, sondern anch einen politischen Mißgriff begangen. Der Gedanke „II 11'^ g, PN8 ä68 DZ68 6N I'rn.iies" (um einen bckannien Spruch anzuwenden) kann für das Kaiserhaus und dic neue Aera in Frankreich gefährlich werden. _____________________________ Zur Tagesgeschichte. — Ka iser N apolcon todt. Der Pariser Korrespondent dcr „Ncwyork World," eines sonst ganz ernsten Blattes, macht eine höchst überraschende Mit «Heilung, durch welche das Räthsel, warum der Erwählte der französischen Nation über Nacht sozusagen konstitutionell geworden, eine merkwürdig einfache Lösung erhält. Der Kaiser ist, wie dieser Berichterstatter erfährt, einem stärkeren Gegner als der Linken oder dem linken Zentrum erlegen, er ist todt, schon am 8. September dem Messer des Chirurgen Ricord verfallen. Ueber den genauen Todestag gesteht der Korrespondent einige Zweifel ein, das Faktum indessen ist nicht anzufechten. „Es war dcr ausdrückliche Wunsch des Kaisers, daß man seinen Tod geheimhalten möge und er erhielt vor seinem Hinscheiden die Zusage Englands, wie man glaubt auch Rußlands, seinen Sohn auf dem Throne zu erhalten. Die Aufregung, welche damals herrschte, machte es gefährlich, anzukündigen, was sich ereignet hatte. Minister und vertraute Diener wurden von der Kaiserin gewonnen und um das Publikum zu täuschen, wurde ein nachgemachter Schaukaiser beschafft." Der Korrespondent hat diese unechte Majestät durch ein starkes Opernglas auf der Terrasse lustwandeln sehen und erklärt, dieselbe sei dem Urbilde im ganzen wie im einzelnen sehr ähnlich, auch mit hohen Absätzen unter den Stiefeln beinahe so groß. Dem Vernehmen nach gehöre der Strohmann auch zur kaiserlichen Familie, jedoch nicht zu der zur Erbfolge berechtigten Linie. Er ist nach der Versicherung des tollhäuslerischen Berichterstatters der nachgemachte Monarch, der die Rede an den legislativen Körper hielt, am Neujahrslage das diplomatische Korps empfing (bei welcher Gelegenheit er übrigens der Entdeckung nicht entging) und sich neuerdings mit der Kaiserin und dem kaiserlichen Prinzen im Wagen gezeigt hat. — Die Exkönigin Jfabella hat einen aus den 5 Generalen und einigen anderen Persönlichkeiten bestehenden Rath berufen, um ihr Urtheil über den Streit mit ihrem Manne abzugeben. Der erste Rath, welchen sie der Exkönigin ertheilten, war der, Marfori, der noch immer hier ist, und dessen 6§o Albaceti vollständig zu beseitigen. Es ist nicht begründet, daß der Kaiser den König Franz mit Ausweisung hat bedrohen lassen. Er crtheilte demselben nur den Rath, sich dem Ausspruche eines Schiedsgerichtes zu unterwerfen. Das Schiedsgericht hat bis jetzt noch keine Sitzung gehalten, da die Parteien sich noch nicht über die Streitpunkte, welche zur Sprache kommen sollen, geeinigt haben. Man hat nun beschlossen, diese Punkte von den Schiedsrichtern aufstellen zu lassen. — Von der Legislatur in Minnesota ist die Frauen wahlrechts-Bill, welche die Frage den männlichen und weiblichen Bürgern in der nächsten Herbstwahl zur Abstimmung vorlegt, angenommen und vom Gouverneur Austin unterzeichnet worden, und ist jetzt Gesetz. — Im Territorium Wyoming fängt das schöne Geschlecht sogar schon an, die Früchte seiner Gleichberechtigung mit dem stärkeren zu genießen, denn unter den für den Märztermin des Albany-Gerichts in Washington gezogenenen Geschwornen befinden sich eilf Damen, deren einige die Frauen der hervorragendsten Bürger sind. Die Aufregung, die durch dieses Verfahren hervorgerufen wurde, ist ungeheuer. Lokal- und Provmzial-Angelegenheiten. Lokal-Chrom!. — (Austritt -er slovenischen Abgeordneten aus dem Reichsrathe.) Nach einem uns soeben zugckommenen Telegramme sind die Slovenen in der heutigen Vormittagssitzung dem Beispiele der Tiroler gefolgt und haben den Reichsrath verlassen. Hieraus erklärte Dr. Kl u n in seinem und Graf Margheri's Namen, daß sie keine Veranlassung finden, aus dem Reichsrathe zu treten, sondern auf dem legalen Boden des verfassungsmäßigen ReichSrathes verharren wollen. — (Bei der heutigen Ersatzwahl des I. Wahlkörpers) wurden 119 Stimmzettel abgegeben. Gewählt wurde Josef Pauer mit 118, Dr.Joses Suppan tschitsch mit 118, Andreas Mallitfch mit 117 und Ferdinand Mahr ebenfalls mit 117 Stimmen. — (Slovenifche Stationsnamen im Eisenbahnverkehre.) Wie schon früher mitge-theilt, wurden vom k. k. Handelsministcrium Erhebungen wegen der Anbringung slovenischer Aufschriften auf den Stationen, sowie der Ausrufung der Stationsnamen m flovenischer Sprache veranlaßt, insofern diese Ein- richtungen dem Bedürfnisse der Bevölkerung entsprechen sollten. Die Kronprinz Rudolf-Bahn hat bereits die Einführung der erwähnten Maßnahmen für die Strecke Laibach-Tarvis in Aussicht gestellt. Auf den in Unter-Steiermark und Krain gelegenen Strecken der Südbahn wird die Ausrufung der Stationsnamen in deutscher und slovenischer Sprache schon seit längerer Zeit vorgenommen; dagegen hat sich hier die Noth-wendigkeit der Anbringung slovenischer Aufschriften in den Stationen nicht ergeben, weil die bestehenden deutschen Aufschriften auch der slovenischen Bevölkerung bereits seit 15 bis 20 Jahren hinreichend bekannt sind und die Einführung einer alternativen neuen Bezeichnung zu Jrrthümern und Fehlfpeditionen im Frachtenverkehre führen würde. — (Po li tische F lu g fchr ifte n.) Vom liberalen politischen Vereine in Linz, der auf diesem wichtigen Gebiete der Aufklärung eine höchst rühmens-werthe Thätigkeit entfaltet, liegen uns abermals mehrere Publikationen vor. Insbesondere zwei davon möchten wir unsern Lesern aufs beste empfehlen, da sie angesichts der hiesigen Verhältnisse auch hier ganz am Platze wären. Das eine Flugblatt sühn den Titel: Kaiser Josef II.; es enthält eine treffliche Schilderung des Wirkens, der Bestrebungen und Ziele, welche dieser große Monarch verfolgte und beleuchtet ihren Zusammenhang mit den Ideen, für welche die liberale Partei, die in dem geliebten Kaiser Josef einen unermüdlichen und aufgeklärten Vorkämpfer verehrt, auch heute einsteht und kämpft. In der anderen der erwähnten Publikationen: „E t n Wort an das oberösterr. Landvolk," werden die neuen interkonfessionellen, die Ehe- und Schulgesetze faßlich erläutert, und die Heuchelei und Widersinnigkeit der Schlagworte blosgelegt, mit denen die ultramontane Partei namentlich auch in Stenersragen den gesunden Sinn der ländlichen Bevölkerung zu bethören versucht. Da der Preis dieser Flugblätter (2 kr. und 1 kr., im Hundert noch billiger) überdies ein äußerst billiger ist, so können wir nur wünschen, daß sie auch bei uns Verbreitung finden. Der Ausschuß des konstit. Vereines würde sicher mit Vergnügen die Bestellungen übernehmen. — (Reduktionstabcllen auf Metermaß) sind soeben vom Ingenieur Karl Kökert im Verlage von Lehman n und Wentzel in Wien erschienen. Da das metrische Maß nicht nur von der Wissenschaft akzeptirt ist, sondern auch fortwährend eine größere praklische Verbreitung erlangt, so dürften diese Tabellen nicht nur Fachmännern, sondern auch dem übrigen Publikum sehr willkommen sein. Die Zusammenstellung ist vollständig und übersichtlich, die Ausstattung (Taschen- oder Plakatformat) sehr gefällig, der Preis (40 kr.) mäßig. — — (Tabor in Kärnten.) Auch die kärnt-nerischen Slovenen sollen in diesem Jahre mit einem Tabor beglückt werden. So hat es der politische Verein „ Trdnjaoa " (die Festung) in Klagensurt in seiner letzten Sitzung am 13. d. M. beschlossen. Um jedoch über die Wünsche der Slovenen vorerst ins klare zu kommen, sollen noch zwei Vorkeralhnngen, nämlich am Ostermontag in Feistriz nächst Bleiburg, und am. Pfingstmontag in Feistri; im Gailthal ab-gehalten werden. Der Tabor endlich findet am 25ten Juli bei einem gewissen Kraut (!) in Feistriz nächst Bleibnrg statt. Vorläufig ist man über drei Refolu-tionspnnkte einig, nämlich: Slovenifche Amüruug, flovenischer Unterricht in den Schulen und die Gründung Sloveniens. — (Ein neues Eisenbahnprojekt) bringt die „Grazer Tpst.," wodurch eine bisher noch nicht ins Auge gefaßte Verbindung Laibachs mit der Rudolfsbahn hergestellt werden soll. Der Hauptzweck der Rudolssbahn war, Italien mit Kärnten zu verbinden und in kürzester Linie im Venetianischen einen Hafen zu erreichen, mit Triest aber über Udine die Verbindung herznstellen. Durch den Verlust Venetiens erlitt der Plan eine Aendernng, und man sucht nun Lillach auf österreichischem Gebiete durch die Tarvis-Predilbahn mit Triest zu verbinden, deren Ausführung aber mit gro- ßen Kosten und Schwierigkeiten verbunden ist. Betrachtet man die Landkarte, so zieht sich von Berlin über Dresden, Prag, Linz, Unzmarkt, Launsdorf, Kühnsdorf eine gerade Linte von Norden nach Süden über Laibach, und diese Linie muß auch für den Verkehr die kürzeste sein, die Bahnen aus dieser Linie sind theils ausgebaut, theils im Bau begriffen, nur von Brückl bis Laibach ist noch eine Lücke, sür die Strecke Brückl - Kühnsdorf sind zwei Konsortien um die Traziruugsbewilliguug eingeschritten, nnd cs wäre nur die Strecke Kühnsdorf - Laibach noch zu bauen. Diese Strecke beträgt bei 11 Meilen. Der Bau bietet keine großen Schwierigkeiten, denn von Kühnsdorf bis Kappl und Vellach ist das Terrain eben; nur der Seeberg, 3800 Fuß hoch am Sattel, wo die Reichsstraße führt, müßte durchstollt werden. Die Bahn würde dann durch das Kankerthal bis Höflein führen, wo sie in die Saveebene gelangt und mit Überschreitung der Save in gerader Richtung Laibach zngeht. Die Kosten dürften sich aus 7 bis 8 Millionen belaufen, nnd es könnte der Bau in zwei Jahren hergestellt sein. Abgesehen von den großen Vortheilen, die durch diese Bahn Triest zufließen würden, würden Kärnten und Steiermark durch diesen Bau ungeheuer gewinnen. Von Unzmarkt sind nach Leoben neun Meilen, von Leoben nach Laibach 36, zusammen 45 Meilen, während von Leoben bis Brückel neun und von Brückl bis Völkermarkt zwei Meilen, von Völkermarkt bis Laibach 11 ^ Meilen, zusammen 22^ Meilen sind, mithin 22'/z Meilen erspart würden. Von Kühnsdorf nach Marburg sind 14'/, Meilen, von Marburg bis Laibach 20 Meilen, zusammen 34'/2 Meilen, während durch die Bahn Kühnsdorf-Laibach 23 ^ Meilen erspart würden. Der Verkehr von den Stationen Kühnsdorf, Bleiburg, Prävali, Unterdrau-burg nach Triest ist ein sehr bedeutender, indem große Quantitäten von Zerealien, dann Merkantilholz, Bretter und von den Gewerkschaften Kappl, Lippitzbach, Streiteben, Prävali und Schwarzenbach Fabrikate, von Wolfsberg Bleiweiß und von Kappel Zement nach Triest expedirt werden. Von noch größerer Wichtigkeit würde die Bahn, wenn von der Rudolfsbahn bei Unzmarkt durch das Murthal oder von Rottenmann nach Salzburg die Bahn fortgeführt würde, indem dann die kürzeste Verbindung Triesl's mit Süd- nnd Westdeutschland hergestellt, und Triest den durch die Brennerbahn verlorenen Markt in Süddeutschland wieder gewinnen würde. Es würde die Idee ausgeführt, die schon Wül-lerstorff zur Verbindung Englands mit Port Said anregte. Für die Strecke Kühnsdorf-Laibach dürften sich bei den günstigen Aussichten genug Konkurrenten einfinden, und es bliebe auf Staatskosten nur die Strecke Unzmarkt, oder Rottenmann-Salzburg zu bauen, wofür die fünfundzwanzig Millionen, di- sür die Predil-Bahn bestimmt sind, mehr als hinreichen. — Diese Bahnen hätten in handelspolitischer und volkswirtschaftlicher Beziehung Wichtigkeit und könnten in ein paar Jahren vollendet werden^ daher nicht zu besorgen wäre, daß die Gotthardt- und Mont-Cenisbahn den Vorrang gewinnen und den Verkehr nach Egiplen an sich ziehen werden. Die Tarvis-Predilbahn ist drei Meilen von der Grenze, daher im Falle eines Krieges sehr bedroht, wenn nicht zum Schutze im Ka-nalthale eine großartige Festung gebaut wird. Sie sührt vom Predil an durch eilf bis zwölf Meilen ganz nahe an der italienischen Grenze in einen engen, von hohen Gebirgszügen umfangenen Graben, wo keine Industrie, kein Ackerbau ist, der keinen Seitenverkehr hat, in den gar kein bedeutendes Thal einmündet und somit blos den Verkehr mit dem Endpunkte vermittelt, während die angeregte Bahn fruchtbare, industriereiche Gegenden durchziehen und zur Hebung des Wohlstandes ungeheuer beitragen würde. — (Heilung von Schlangenbissen.) Ueber die Heilung von Schlangenbissen durch Jnjizi-rung von Ammoniak the lt Prof. Halford in dem „Melbourne Argus" einiges nähere mit. Er erzählt dabei folgendes Beispiel: William O'Mara wurde von einer schwarzen Schlange in den Finger gebissen. Seine Extremitäten waren kalt, die Pupille erschien erweitert und starr, und der Athem war röchelnd. Ammoniak wurde sofort in beide Arme injizirt in der Stärke von 1:10 Theilen Wasser, jedoch in steigender Skala, so daß die Stärke bei zehnmaliger Einspritzung sich steigerte bis 1:2 Theilen Wasser. Im ganzen wurde dabei l'/z Drachme starkes Ammoniak verwendet. Die Simptome zeigten allmälig, daß die Behandlung erfolgreich war. Der Athen: wurde leichter, die Pupille nahm wieder ihre natürliche Erscheinung an. Die Kinnlade, welche sich gesenkt hatte, zog sich wieder hinauf, und zu dem Erstaunen aller Anwesenden ging der Mann zwei Stunden, nachdem er das Haus des Arztes auf einem Wagen erreicht, gesund zu Fuß fünfzehn Meilen weit heim. — (Theater,) Flotows liebliche Oper „Alessandro Stradella," welche uns schon längere Zeit nickt mehr gebo ten wurde, gelangte gestern zum Vortheile Hrn. Gerolds zum ersten und letztemnale in dieser Saison zur Aufführung. Da der Benefiziant selten in größern Partien ausgetreten, so ist es erklärlich, Laß einige Befangenheit seine Leistung etwas schwächte; er brachte besonders jene Stellen zur Geltung, in welcher ihm die Weichheit seines Organs zn statten kam, so fanden die beiden schönen Arien „Jtalia, mein Va terland!" und „S'ist nichts so schlecht," mehrfachen Beifall. — Frl. Allizar war ihrer Partie, trotzdem dieselbe ihrer tiefen Stimmlage durchaus nicht angemessen ist, vollkommen gewachsen und erntete nebst Herrn Gerold am Schlüsse des ersten Aktes lauten Hervörruf. — Großen Applaus fanden die beiden Herren Ander und Wend-lik, deren höchst drastische Darstellung der Banditen nichts zu wünschen übrig ließ. — Der Chor war, den ersten Männerchor ausgenommen, besser als das letztem«!. —xi>— fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry dn Barry L Co. in Wien, Goldschmidgasse 8; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer; Grablowitz; in Lemberg Rottender; in Kla nsenbnrg Kro nstäd ter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laivach, 31. März. Dicht bewölkt. Kalter Ostwiud. Wärme Morgens 6 Uhr -j- 2.4", Rachniittags 2 Mir -j- 6.2" (186!» 1868 -j-9.5"). B ar o in e r er 324.66'". Das gestrige Ta-gesmittel der Wärme -j- 3.5", um 1.9" unter dem Normale. Oeffentlicher Dank. Das gefertigte Komitee entspricht hiemit einer sehr angenehmen Pflicht und sagt aüen Herren Wählern, welche bei den eben vollzogenen Ergä'nznngswahlen für den Gemeinderath der Landeshauptstadt für die von ihm vorgeschlagenen Kandidaten eingestanden sind, sowie auch jenen Mitbürgern, die durch ihre Theilnahme an der Wahlbewegung zu dem so sehr befriedigenden Resultate der Wahlen beigetragen haben, den verbindlichsten Dank. Laibach, am 31. Mürz 1870. Vom Zentralwahlkomitee des konstitutionellen Vereins iu Laibach. Eingcsciivct. Allen Leidenden Gesundheit durch die delikate lieva-Isseiörö äu Liiri'^, welche ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten die nachfolgenden Krankheiten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Luugen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-anfsteigcn, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hosmarschalls Grafen PlnSkow, der Marquise de Lrshan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die liöVLlWciörs bei Erwachsenen nnd Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Neustadl, Ungarn. So oft ick meine innigsten Dankgebete zum allgütigen Schöpfer nnd Erhalter aller Dinge sende, für die unberechenbaren Wohlthaten, welche er nns durch die heilsam wirkenden Kräfte der Naturerzeuguisse augedeihen läßt, gedenke ich Ihrer. Seit mehreren Jahren schon konnte ich „lich keiner vollständigen Gesundheit erfreuen: meine Verdauung war stets gestört, ick hatte mit Magenübeln nnd Verschleimung zu kämpfe». Bott diesen Nebeln bin ich nun seit dem vierzehutägigeu tüenuß der RnvÄeseiüro befreit nnd kann meinen Berufsgeschästen ungestört nachgeben. I. L. Sterner, Lehrer an der Volksschule. In Blechbüchsen von V» 1-50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pf--- fl- 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl 36. — IiöV!i1es6l6r6 6Iio6oIa,t66 in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen Ängekommeue Fremde. Am 30. März. Fleischer, Kfm., Wien. — Jaklitsch, Handels»!., Ofen. — Sürgl, Handels»!., Pest. — Wolf, Handelsm, .Wien. - - Delarsch, Kfm., Wien, — Zekol, Weinhä>tdl., Gottschee. — Lakner, Tuctisabr., Gottschee.-Moosbruger, Kfm., Mailand. — Schwidernoch,Ingenieur. Wien. — Smreker, Handelsm., Marburg. — Wcinber-ger, Kfm., Wien. — Hirschmann, Kfm., Lzakathurn. — Guttmanu, Kfm., Wien. Merkel, Gimnastiker, Glvgau. — Hagn, Gimnastiker, Berlin. — Palaschek, Gimuasti-ker, Pest. t Pagliarnzi, Kfm., Karfreit. — Feldoni, St. Peter. -- Groß, Krems bei Graz. — Breger, Postmeister, Unterkrain. — Steiger, Kfm., Bern. — Bing, Ksni,, Wien. — Masic, Fuuue. Metzner, Juwelier, Wien. — Wandner. Handelsreis., Wien Marktbericht. Rrainburg, 28. März. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 86 Wagen mit Getreide und 19 Wagen mit Holz. Durchschnitts-Preise. st- kr. fl- kr. Weizen pr. Metzen ü 50! Butter pr. Pfund . 44 Korn „ 3 60 Eier pr. S'ück . . 2 Gerste „ 4 Milch pr. Maß 10 Hafer „ >- 80 Rindfleisch pr. Pfd. 20 Halbfrucht „ — — Kalbfleisch „ 23 Heiden „ 3 30 Schweinefleisch „ 20 Hirse 3 34 Schöpsenfleisch „ — — jlukurutz „ 3 40 Hähndel pr. Stück . Erdäpfel „ > — — Tauben „ 12 Linsen „ — — Heu pr. Centner . Erbsen „ — — Stroh „ Fisolen 4 48 Holz, hartes, pr. Klst. 7 Rindsschmalz pr. Pfd.' — 55 — weiches, „ Wein, rother pr. 4 60 Schweineschmalz Speck, frisch, — 40 — 36 Einier — — Speck, geräuchert, , — — — weißer — — Gedenktafel über die am 1. April 1 870 stattfindenden Lizitationen. 2. Feilb,, Seles'sche Real., Killenberg, 2M> fl., BG. Fcistriz. — 1. Feilb., Novak'sche Real., Mannsburg, 1532 fl., 336 fl. 4>> kr., BG. Stein. — I. Feilb., Pucel'sche Real., Kravjadolina, 633 fl., BG. Ratschach. - 1. Feilb., Debe-lak'sche Real., Nenmarktl, 670 fl., BG. Nenmarktl. - Re-lizit. der von Maria PavliKic um 45,0 fl. erkauften Jakob Paulisic'schen Real., Bresje, BG. Tscheruembl. — 1. Feilb., Fleinik'fchc Real., Hrast, 640 fl., BG. Tscheruembl. — 1. Feilb., Peuko'sche Real., Derskooce, BG. Feistriz. Am 2. April. 1- Feilb., Mezik'sche Real., Ratschach, 3122 fl BG. Kronau. — 1. Feilb., Saic'sche Real., Sajoverh, 370 fl., BG. Tschernembl. Korrespondenz der Redaktion. An de» Ttadt-oeten. Zu flüchtig, zum Theil von keine»! allgemeinen Interesse, zum Theil nicht i»ehr an der Tagesordnung; übrigens müßten wir um die genaue Adresse ' bitten.___________________ Theater. Heute: Der Präsident, Lustspiel i» 1 Akt, und die Gimnastiker Merkl. Wiener Börse vom 30. März. SLay-tskonäs. 5perc. österr. Wabr. . dto. Rente, öst.Pap. dto. dto. öst.in Silb. r?ose von 1854 . . . Sole von 1860, ganze r.— -^8 5<. 394.— 398.— 98.— 99.— ,2^5.— 2öy.-83.0 2^<5 342 «,> 24 ^ 8<> 192 5 ' 1^2 75 842.50 ! r3.— 170..^1 I71.- 188.50 18''.— 180.- 181.-175 75 176.- ! ! 93.20 93.4» 90. — ^ 1^7,; 5 107,5" 810 „ 4«).— 41.— Palsfy . „ 40 ^ Ä".50 31.— Clarv . „ 40 „ 86.— 37.— St. GenoiS„ 40 „ 29.50 30.50 ^Lindischgratz 2«, ^ .20.50 21.— Waldflein . 20 , 22.- 22.50 Keglevick . 10 „ 17:50 18.50 Rudolfsstift. lOö'W. 15.75 16.50 oolrssl (A Mon.) AuüSi-.. 100 fl. südd.W. 102-85 103.10 Franks. 101» fl. „ ^ London 10 Pf. Sterl. 103.L0 103.30 124.15 124.30 Paris 100 Francs . 49.25 4930 Äatt.Münz-Ducaten. 5 85' ö.86 20-^a»cSstüS . . . Si.^9 9! 89» BereinStbalcr . . . l-82 1.82^ Silber . . . . 121.55 121 45 Telegrafischer Wechselkurs vom 31. März 5perz. Rente österr. Papier 61.20. — 5per^. Rente österr. Silber 70.70. — 1860er Staatsanlehen 97 80. — Bankaktien 724. - Kreditaltien 289.89. - London 124 20. — Silber 121.10. — K. k. Dukaten 5.85^/, Grösste AuswM ron PiNeru bei M V1LL in Laibach, Hauptplatz 28V, Gaucrmann'sche Jaqdstlicke, Landschaften, Porträts, Pscrdc, Städteansichten, Stndieüköpse, Ornaniente, Landschafts- und Tyierstndicn, religiöse Bilder rc. rc. Besonders zu berücksichtigen: Oelsarbendrnck, ausLeinwand gespannt mit prächtigen Goldrahnien — täuschende Imitation von Oelgemälden). Rast ani Tauernhaus, nach der Hirschjagd, Schilfernte, Sommerabend, Alpenlandschaft, Heimkehr, Heiratsantrag, Offert, Lces lioino, Madonna. Wer seine Wohnung zieren will, _____ IW- wird unfehlbar -'WH durcii eine Auswahl aus obige»! Bilderlager aufs Bollkom-ineuste befriedigt werden. (124—2) 1 gut erhalten, ist billig zu verkaufen. Reflektanten belieben ihre Adresse der töbl. Expedition dieses Blattes zu übergeben. (121—2) Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-66) heilt brieflich der Lpezialarzt für Epilepsie Doktor v. in Berlin, Mittel- straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. NrnsrWonbmrA Verleger und kür die Redaktion verantwortlich: Ot! omar Bamberg. Erprobt ilttd bewährt seit einer 'keike von Jahre» stegcn Lnistcn, -veiserkeit, Affck-tivnon der Lchleiinhant und ves KclllkvpfeS, ja gegen alle Bescl,werde» der- Atl,m«nftSorstane. Mn» wolle, ,,;» si» vvr der qrosie» ?n!,l von N>iel,ak,m'i»aen ;r, schützen, auf nachstehende Ner-kniisc-steile» nchlc». bei ». I. .^»raschowitz, iu>^iII-L«,I» bei Math. Fürst Lohn. (377—6) Druck von Jgr. o. Kleinmayr L Fed. Bamberg tn Laibach.